(Franko pauschaliert.) Mtt Zeitung ...... ■■ i» i. Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag und Sonntag früh. - Schriftleiiung und Krone. Nummer 99 Donnerstag den 16. Dezember 1920 2« [45.] Jahrgang Ltrphan Nudiö. (Zu seiner «gramer Rede.) ..Gelobt sei IesuS! Hoch die Republik!" Mit diesen Worten eröffnete und beendete Stephan Radi! am 8. Dezember seine Agramer Rede. Bus dem Marktplatze. wo sich zivanzigtausend kroatische Bauern um ihren Meffiai scharten, webten kirchliche Fahnen und am Schlüsse der Ansammlung erbrauste da« Danklied: „Großer Gott, wir loben dich!' Stephan Radi! hat in Frankreich studiert und ist dort sicherlich nicht von religiöser Schwärmerei durchglüht worden. E« ist auch kaum anzunehmen, daß sich der Freigeist während seiner Kerkerhast unter der Einwirkung irgendeiner übersinnlichen Er-scheinung in einen mönchischen Fiömmler verwandelt hiite. Nein, sondern die Retigiösität ist für Stephan Radi! Mittel zum Zweck. Seine vorgebliche Gläu-bigkeil ist die Quelle seiner Kraft, da« Geheimnis seiner G'öße und die Ursache seiner Gefährlichkeit. Man muß kein Psychologe oder Menschenkenner sein, um den Urgrund der kroatischen Bauernseele ersassen zu können. Da« ist di« Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen. Da« wirtschaftliche ölend, die Nöte de« Leben« haben auch den kroatischen Bauern zum Revoluiionär gemach». Stephan Radi? ist der beredtste Dolmetsch dieser sozialrevolutionären Stt«. mung. Er sagt seinen Bauern, daß der neue Staat, die neue Dynastie, die neue Nachbarschas». kurz und gut, daß alle« und jede« an den unletdlichen Zu-ständen die Schuld trage, und verspricht ihnen da« Paradiei auf Erden, die neutrale Bauernrepublik, wo et keine Herren, keine Steuerbeamieo, keine Soldaten und keine Gendarmen geben solle. Der Bauer ist von Natur au« konservativ und der kroatische Bauer in besonderem Grade. Seit Iah, Hunderten war er ein getreuer Diener seines Herrn, mag dieser nun Kaiser oder König Schattenrisse. Von Hanfi Kubin, Bad Radein bet Radkerkburg. vor vielen Jahren war e«. Da faß auf der Promenade am Ouarnere In Abbazia ein Mann und schnitt mit einer Scher« Silhouetten au« Seidenpapier, licht gedrängt umstand da» Publikum seine Holzbude. Sr war ei» Künstler in seinem Fach. Aber erbarmung«» lo«. Da gab'« kein geschickte« Retuschieren wie beim Photographen. Krummgebogene und aufgestülpte Nasen, spipe« Kinn, vorstehende Unterlippen — da» waren alle« Dinge, die auf den haarscharfen Schattenrissen ohne Schonung sichtbar wurden. De«halb machte die liebe Eitell.lt »«mer nur flüchtigen, neugierbefriedi-«enden Halt vor der Bud«. Seltsam ist'«, daß ich so oft an den Mann den-ken muh Es gibt adieilich kreuzt. Danach beginnt e« in lächerlich affektiertem Tone eine Unterhaliung mtt dem Fräulein: ,Dl« Toilette im ersten Schau-fenster bei Serngroß, die wir uv« gestern angeschaut, will Mama mir kaufen. Die kleidet mich totschick! Ich weide sie »um nächsten Fünfuhrtee anziehen, wa» ««inen Sie, Feäulein?" — Die Angeredete wagt nur ein schüchterne« „Ja!" wie Leute, die wissen, daß ei» Widerspruch nicht geduldet wird. Die übrige Um- geheißen haben. Die revolutionäre Umwandlung von heute aus morgen erscheint darum aus den ersten Blick al« seltsam, unerhört, löst sich aber bei näherer Betrachtung al« geradlinige Fortentwicklung auf. Die Widersprüche sind bloß die den geänderten Verhältnissen angepaßte» Aenßerlichkeiten, welche den im Wesen gleichgebliebenen Konservatismus verhüllen, Der kroatische Stamm ist mit dem serbischen Volke durch die gleiche Abstammung und Sprache verbunden, aber durch eine jahrhundertelange Ge-schichte getrennt. Wenn sich Blutsverwandte streiten, so ist die gegenseitige Abneigung viel grimmiger und viel andauernder al« zwischen Menschen, die sich fremd gegenüberstehen. Die Merkmale der Un-terscheidung wie Staatsgebiet, Kultur, Lebensführung, Elhlk, Religion wurden daher feit alteröher von Kroaten und Serben viel schärfer hervorgehoben als etwa zwischen Serben und Slowenen. Mit der Er» richlung des dreinamigen Königreiche» sind nun alle bisherigen Uuterschcidungsformen scheinbar zerbrochen worden bis auf eine: di; Religio». Daher gruppiert sich der gesamte Widerstand, den daS konservative Kroatenlum gegen da« Serbentum ausbringt, um diesen Grundstock herum. Die Radic-Bewegung ist daher keine künstliche Propaganda, sondern nur der Ausfluß einer da« ganze Kroatentum erfassenden Gärung. ,Zwinget un» nicht." saatc Stepban Radi! u.a., daß dte schwieligen Hände »n der Verzweiflung und ans Grund des Rechte» der Revolution anstelle der Gummikugeln zu den Bleikugeln greifen!" Aus diesen Worten spricht ein Krastgesühl, daS durch die verbüßte Kerkerhaft zwar inS Pathologische ge-steigert sein mochte, aber dennoch in dem Bewußt-sein der unbedingten Verläßlichkeit seiner Anhänger verankert sein muß. Selten hat ein Bolkssührer in einem Miliiärstaate ähnlich« Worte gebraucht. Schönner, dessen poetische Unentwegtheit gleichfalls durch eine Gefängnisstrafe versteift wurde, hat fein gebung aber steht einander stumm an. Die Kleine b«-ginnt kokette Blickt um sich zu werfen aus halb zu-gekniffenen Augen. Den rosigen Kindermund umschwebt ein blasterte«, wissend«» Lächeln. Mir tut der Anblick in der Seele weh. Sin Ge-fühl von Beschämung wallt in mir auf. Wahrhaftig, ich schäme mich für da« Kind, da» kein Kind mehr ist mit seinen acht Jahren. Da hebt e» von neuem zu sprechen an: .Fräulein, habtn Sie mich schon d«n neuen Phantasietan, tanzen gei-hen?" Run erlaubt sich da» Fräulein einen leisen Einwand: „Aber — Reuse!" Doch Renö« lacht spöttisch und belustigj/auf. Ich habe den 'Wagen längst verlassen und noch gellt mir da» Lachen in den Ohren. Ein Zorn hat mich gepackt, der meine Hand zur Faust ballen läßt: „Wer hat diese» Kind so früh au» seinem Paradle» verstoben?" Mir ist, al« müßte dies« Frag« zum Brandmal w«rden auf den Stirnen von Renöe« .Eltern. Moderne Sroßstadtjugend I —"Ich hab' sie kennen ge- lernt in ihrem ganzen Elend! — » • • Gedankcnhingegeben spazier« ich di« Ringstraße enllang. Mein Begleiter macht mich hie und da auf eine besonder« grote»ke Erscheinung au« der Schieber-welt aufmerksam. Er ist ge»«s«ner Militär und trägt schäbigste« Zivil, da» — noch au» seiner Lentnanttzeit stammmend — ihm längst zu eng und kurz geworden ist. Er trägt e» mit jener Verachtung alle» Modische«, die dem Mittelstand al» einzige Waffe in seinem c«' kränkten Selbstgefühl geblieben ist und womit er sich für alle ihm zugefügte Unbill heimlich rächt. Da — plötzlich «in Auflauf I Zwei Dienstmänner kommen un» entgegen, die Riesensträuße von weißen Rose« tragen, deren jeder sicherlich eine» Meter im Durchmesser hat. Wiener Gassenbuben natürlich johlend politische« Ziel stet« nur aus legalem, parlamenta-rischem Wege zu erreichen versucht. Aber sretlick, die alldeutsche Bewegung bezweckte eine politische Veränderung auf Grund einer konfessionellen Re-volle; Stephan Rad i aber verkündet sei» politisches Evangelium als Schutzmittel zur Erhaltung de« angestammten Glaubens. Die Bestrebungen Schö-nerrrS waren ein Produkt seines eigenen nationalen Idealismus und konnt«« nur bei den Intelligenz-schichten aus Verständnis stoßen; Stephan Rad i aber schöpft seine Lehren au» dem realistischen Volks-willen, den er bloß formt, erweitert und lenkt. Als Endziel seines Programme« schwebt dem kroatischen Bauerusührer die Schaffung einer neu-traten jugoslawischen BerbandSrevublik vor, welche alle vier jugoslawischen Sprachst5mme, sonach ein-schließlich der Bulgaren, in sich vereinigen soll. Diese Forderung ist natürlich darauf berechnet, der Radii-Partel auch außerhalb Kroatiens Anhänger und Freunde zuzuführen. Die politische Zusammen-sassung aller Südslawen stellt daS Maximalpro-gramm auf nationalpolitijchem Gebiete dar und wird aus die übr^,'" jugoslawischen Parteien eine so mächtige Wirkung ausüben, daß sie schon au« Gründen der Selbsterhaltung in die gleichen Bah-nen werden einlenken müssen. Die einzige, aber heikelste Schwierigkeit bildet für die monarchistischen Parteien die Forderung nach der Republik. Für Radi! selbst ist sie bloß ein taktisches Manöver. Man kann überzeugt sein, daß die kroatischen Bauern über das Wesen einer Republik nur recht unklare Borstellungen haben. Sie verlangen einfach die Umkehrung deS Bestehenden, die Verneinung deS Tatsächlichen, den Umsturz von unten nach oben. Wäre Jugoslawien eine bäuerlich« Republik, so würden sie die Gründung eine« militärisch starken Königreiche» Kroa-tien fordern. Ist eS auch Unsinn, hat eS doch Methode. Die angestrebte Neutralität ist allerdings dem Scheine nach mit der geforderten Grenz torrektur hinteudrein. Auf die Frag« meine» Begleiter», für welche entthront« Fürstin d«nn dies« Buk«lt« von so gewaltigen Dimensionen bestimmt feien, erfolgt die wahrhaft v..blüff«ndt Antwort: „Ein« FleischerStochter au« dem x-ten Bezirk feiert ihr« Hochz«it und die Rosen stammen von den Herren Berrhrern." — Warum stngt noch niemand: „'S gibt nur a Schieberstadt, '« gibt nur a Wien I?" E» wäre entschieden aktuell. • » w Ich habe niemal« zu den eifrigen Kirchenb«» suchtrinnen gehört. Wenn ich mtt meinem Herrgott sprechen wollte, dann suchte ich die Einsamkeit b«wal-deter Berghöhen auf. Im Menschengewühl der Sonn-tag«kirch«nvrtdigten erstarb mein« Andacht. Die RochuSkirche jedoch möchte ich mir einmal von innen besehen, de»halb betra« ich sie. E» ist Nach-mittag und die Bänke leer b.' auf einige alte Weib-lein, die drinnen schlafen. An einem der Seitenaltär« kniet «in junge«, dunkelgekleidete», anscheinend den Mittelständen ange-hörende» Mädchen. Den Blick zum Ehristu»bild ober dem Altare erhoben, murmelt sie leise, wie im Gebet. Ein paar Worte treffen mein Ohr: „Vater, hilf f Halb schluchzend klingt'» und nun kugeln auch schon schwere Tropfen über ihre bleichen Wangen, während sie in tiefer Qual die Hän>e ringt. Da« Ehristu»bild aber lächelt gütig zu ih» nieder. Ein Kopfneigen — dann schleicht da» Mädchen leise zur Türe hinau». — Run tritt eine andere an ihre Stelle. Verweilt fluch-tig. Seidene Röcke knistern, wie sie niederkniet. Par« fümdust steigt auf. Wa» sag' ich mehr l Da« Christa»-bild lächelt auf ste herab. Lächelt mit demselben stereo-typen Lächeln, da« «» für alle hat. — Ich betrete kein« Kirch« mehr. Bi« ein Maler auftaucht, der einen zürnenden Herrgott schafft. — Seite 2 gegen Italien nicht in Einklang zu bringen. Aber vielleicht bietet gerade dieser Widerspruch den Schlüssel zum Verständnis dc« ganzen Fragenkomplexe?. Es ist in den zwei Jahren seit dem Umstürze wieder-holt öffentlich die Behauptung aufgestellt worden, kroatische Führer hätten mit Vertrauensmännern der italienischen Regierung in dem Sinne VerHand-Iungeu gepflogen, daß Italien einem autonomen Kroatien territoriale Zugeständnisse gewähre. Die Verkleinerung Jugoslawiens liegt durchaus im In« teress« der römischen Politik, welche am Ostufer der Adria keinen starken Nachbar duldet und sich unter Umständen gewiß zur Abtretung von slawischen Ge-bietsieilen zugunsten eines souveränen Kroatien her-beilassen könnte. Rom betreibt großzügige Politik und sein heiliger Eigennutz kann sich auch in einer noblen Geste offenbaren. Dies ist das Gefährlichste an der kroatischen Frage. Sie kann nur allzuleicht von der Innen-Politik auf die äußere überspringen. Jugoslawien besitzt unter der Entente so vielerlei «rien von Freunden, daß eS vor ihnen auf der Hut sein muß. Der berühmt« Völkerbund, der da» Selbstbestim-mungSrecht der Völker in anderen Staaten gründ-sätzlich verleugnet, könnte sich — natürlich über Be« treiben einer interessierten Großmacht — auf ein« mal in unsere inneren Verhältnisse einmengen. Im Hintergrunde aber lauert Ungarn Gewehr bei Fuß; es ist durch die Errichtung des SHS-StaateS vom Meere abgeschnitten worden und sucht, wie man des öfteren zu lesen bekommt, bereit? mit verschiedenen Malkontenten in Kroatien Fäden anzuknüpfen. .Wir machen den Regente», die Regierung und alle Parteien im Staate daraus aufmerksam, daß am I. Dezember 1913 die Vereinigung ohne Zustimmung der Bevölkerung verkündet wur»e." Dieser Satz in der Rede de» Stephan Radii ist der allerwichtigste; als legal gilt ihm bloß der staatS-rechtliche Zustand, wie er vom 29. Okiober bis zum 1. Dezember 1918 bestanden hat, das heißt ein autonomes Kroatien mit einem BanuS (bezw. Prä-sidenten) an der Spitzt DaS ist das Feuerzeichen, um das all« Se> paratisten im SHv-Staate herumtanzen; sie wollen sich nicht mit weniger Rechten und Freiheiten be« scheiden, al» sie in der alten Monarchie besaßen. Urber gewisse Zugeständnisse wird di« Belgrader Regierung gewig mit sich reden lassen; di« Frage ist nur, inwieweit sich die Absplitterung aus die Dauer mit der SiaatSeinheit verträgt. Stephan Radic ist die Sphinx im dreinamigen Königreiche. Eine weitblickende Staatspolitik wird e« zu vermeiden wissen, Opfer an wichtigen Staats-interessen ohne Gegenleistung darzubringen. Wo aber ist Oedipus, der das Rätsel löst, wie dwsrr Sphinx beizukommen ist? Die Kredite liir Deutschösterreich. Die Meldungen über die Londoner Vorhand-lungen, die den von Sir Goode für Deutsch-östernich entworfenen Wirtfchaflsplan zum Gegen, stände haben, lauten widersprechend. Die Londoner Verhandlungen ziehen sich angesichts der kritischen Lage in Deutschösterreich ungebührlich in die Länge, wogegen sich die Reparstionskommission in Wien außerordentlich beeilt, ihr« Kontrolle aus die gesamte staatlich« Vttwallung, das Schulwesen mit einbe-griffen, auszudehnen. Bereit« vor längerer Zeit ist von dieser Seite auch versucht worden. Einfluß aus die Leitung der Wiener Hochschulen zu gewinnen, indem man ihnen nahelegte, daß ihnen ihre Autonomie gestatte, selbständig mit der Reparationvkommission in Ver-bindung zu trete». Da diese Zumutung glatt «bg«-lehnt wurde, sucht die RepautwnSkommission nunmehr unter dem Vorwande der Notwendigkeit der Kontrolle der öffentlichen Verwaltung dieses Ziel zu erreichen. Natürlich gibt man sich dabei den An-schein, als ob man nur zum Zwecke der Einleitung einer HilsSaktion sür die Hochschulen von ihnen Berichte über ihre ganze Gebarung einsordere; in Wirklichkeit handelt es sich um Kontrolle und Be-ausstchtigung der Hochschulen in deutschfeindlichem Sinne. Die Entente maßt sich also immer neue Rechte gegenüber Deuischösterreich an, ohne di« im FnedtnS-vertrag übernommenen Pflichten zu erfüllen. DaS gilt insbesondere von der Kreditfrage. Die Entente ha» sich in der Mantelnote zum FriedenSvertruge ausdrücklich dazu verpflichtet, Deutfchösterreich die nötigen Kredite zum Wiederaufbaue zu verschaffen. Eillier Zeitung hat sich aber bis jetzt der Einhaltung dieser Ver« pflichtung fast vollständig entzogen. Es ist ein offenes Geheimnis, daß Frankreich infolge seiner eigenen Mißwirtschaft keinen Gou« auS eigenen Mitteln zu diesem Zwecke zur Verfügung hat und daß auch die Ressourcen Englands sehr beschränkt find. In Entente-kreisen selbst ist deshalb Deutschösterreich wiederholt auf die Hilf« durch daS Privatkapital verwiesen worden und in Wien wäre man auch damit einver« standen, wenn die Entente nicht wiederum auch diesen Ausweg versperren würd«. Wie soll denn da» Privatkapital dem deutschösterreichischen Staate Kredithilse geben, solange jene Bestimmungen ^« FriedenSvertrage« in Kraft sind, die alles Staat»-und Privateigentum sowie da» ganze Erwerbsleben in den Dienst nebelhafter „EntschädigungS'forderungen der Ententemächte stellen? Fallen diese Bestimmungen, dann würde die Ausbringung einer Milliarde Frieoenskronen zum Zwecke der Sicherstellung von Rohstoffdezügen nicht die mindesten Schwierigkeiten bereiten; solange aber die Entente, ohn» selbst tkredite geben zu können, den wucherischen Generalgliubiger spielt, ist da» deutschösterreichische Krediiproblem unlösbar. Die Königsfrage in Ungarn Infolge d«r Vorgänge in der letzten Klubsitzung der Regierungspartei ist die Königsfrage in ein neues Stadium getreten. Der Beschluß, daß eine Formel ausgearbeitet werde, die das Bekenntnis der Partei zum Grundfatzte deS nationalen König-tumi festlegt, bedeutet weder den Ausschluß be« stimmtet Personen von der KönigSwahl ebensowenig aber auch ihr« Beschränkung aus einen bestimmten Anwärter. Bekanntlich vertreten die Legilimisten den Standpunkt, daß Karl IV. rechtmäßiger König von Ungarn sei und daß deshalb «ine Neuwahl nur formale Bedeutung hab« bezw. nur aus Karl IV. fallen könne. Der vorerwähnte Beschluß soll e» nun den Legitimisten ermöglichen, unter Aufrechterhaltung ihre» grundsätzlichen Standpunkte» den gegebenen Verhältnissen Rechnung zu trigen. In RegierungSkreisen wird darauf hingewiesen, daß die Mitteilungen des Minister? Szabo, betreffend den Widerstand der Entente gegen die Rückkehr König Karls, nicht in dem Sinne auszusagen sei, als ob die Entente die Wahl Karl» IV. vnhindern wolle; dagegen hat aber nunmehr auch Millerand sich zu der «uffaffung bekannt, daß der künftig« König von Ungarn auf seinem Haupie keine andere Kione mit der Ungarns vereinigen dürfe. Di« Wahl Karl» IV. sei all» möglich, allerdings nur unter der auch von der Mehrheit der ungarischen Nationalversammlung gestellten Bedingung, daß er vorher aus alle Thronansprüche in den anderen Nachsolgestaaten verzichte; sei er zu diesem Verzichte nicht bereit, dann käme die« einer Ablehnung der ungerischen Krone von seiner Seite gleich. Soweit die Auffassung in jenen Kreisen, die von dem Grafen Bkihlen und den Ministern Ru-binek und Szabo geführt werden. Daß di» legiti-mistisch-karlistische Gruppe sich mit Gewalt dieser Auffassung widersetzen werde, ist möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich; immerhin bliebe auch bann noch die Personensrage zu lösen, daß heißt zu ent« scheiden, ob nach streng legitimistischem Prinzipe al« nächster Anwärter der älteste Sohn Karls IV. oder der Erzherzog Josef In Aussicht genommen wird. Die Stimmnng ist für letzteren günstiger, da er außer jedem Zusammenhange mit der Bevölkerung der anderen Nachsolgestaaten die sicherste Gewähr für die fernere Beschränkung aus die ungarische Krone zu bieten scheint. DaS Gerücht, daß die ungarische Abordnung, «velch: zur Zeit zum Zwecke wirtschaftlicher und politischer Verhandlungen in Warschau weilt, auch den^Austrag habe, di« polnisch«» Regierungskreise über di« Möglichkeit einer Personalunion zwischen Polen und Ungarn zu sondieren, wird al« unbe-gründet bezeichnet, nichtsdestoweniger aber eifrig kolportiert. _ Politische Rundschau. Intand. Aus der verfassunggebenden Versammlung. , Die Konstituante, welche nach dem ursprüng-lichen Entwürfe der Minister sür die Konstituante Nummer 99 Markovi« hätte eröffnen sollen, hat sich selber er-öffnet. Der Abgeordnete Dr. Milan Rojc, welcher der demokratischen Partei angehört, erhob stch von seinem Sitze und schlug ohne weitere Formalitäten Nikolaus Pai f als älteste» Mitglied der Ler-, sammlung zum provisorischen Präsidenten vor. Die» ser Vorschlag wurde mit lautem Beifall einstimmig angenommen und Nikolaus Pas c bestieg den Präsi-dentenstahl. Er dankte für die Wahl und hielt an die Abgeordneten eine der Bedeutung des Tage» an-gemessene Ansprache. Darauf wurde di« 6:yunz ge-schloffen. So vollzog sich die Eröffnung der Sonsti-tuanic am 12. Dezember in schlichter und wü'diger Weise. — Am 18. Dezember würd« zunächst die Wahl de» BeglaubigungSailSjchusse« vorgenommen. Die radikale, demokratische und kommunistische Partei legten je eine Liste vor. Darauf würd« i» die Erörterung über die Geschäftsordnung eingegangen. Die Vertreter der kommunisbshen Partei, de« jugoslawischen Klub«, der republikanischen Paitei und der mulelmauischen Gruppe lehn?«» die Ge'chäst«. ordnung alS ung«>«tzl>chab und sprachen sich vor allem gegen den GelübniSzwang au». ES würd« hing«-wiesen, daß die Geschäftsordnung schon am Vortage durchbrochen worden fei, da die Konstituante nicht vom Minister Markooic eröffnet wurde. Ja seiner Erwiderung gab Ministerpräsident Dr. Vesnic der Verwunderung darüber Ausdruck, daß auch solch« Parteien, welch« als staatSe. hallend gelten un» die kommunistischen Grundsätze ablehnen, in der For-derung nach einer neuen Geschäftsordnung mit der kommunistischen Partei Hand in Hand gehen. Der Wortlaut der Gelöbnisformel. Sobald der Beglaubi^augsausschuß die Man-date der Abgeordnelen richiig befunden hat, wird die »erfassunggebende Versammlung in einer eigen« dazu einberufenen Sitzuag die sogenannte Beglau-bigung«debatte vornehmen. Hiebet wird im Sinne der GeichäftSordnung jeder cin;(ln« Abgeordnet^ ein Gelöbnis mit folgendem Wortlaute ablege» müffen : .Ich (Name) schwöre beim alleinigen Gott« und bei allem, waS mir nach dem Gesetze am heiligsten und auf dieser Erde am teuersten ist, daß ich bei meiner Abgeordnetcntätigkeit stetS die Wohlsahrt de« König«, der Nation un» der Einheit deS Staate» naH meinem W ssen und Können vor Augen hoben werde.' Klauseln oder Vorbehalte sind nicht zulässig. Die Abgeordneten können, insolange sie die Ange-lobung nicht leisten, ihr Mandat nicht «»«üben. Absetzung des Kroatischen Bonus Dr. Laginja. Al« erste» Opfer der Agramer Rede de» Stephan Radis ist der kroatische Banu» Dr. Laginj» aus der Strecke geblieben. Er war vom Minister» rate nach Belgrad geladen worden, um über die Baucrnversammiung am 8. Dezember Bericht zu erstatten und sein passive« Verhalten gegenüber de? Herausforderungen de» Stephan Radi! zu recht-fertigen. Der Lanu» erklärte, daß er keinen Anlaß hab«, sich zu verantworten, wtil er sich bewußt fei, am 8. Dezember seine Pflicht voll un» ganz erfüllt zu habe», und daß er freiwillig nicht von seinem Pisten zurückzutreten gedenk«, weil er den Anschein vermeiden wolle, als ob er sich schuldig sähle. Der Ministerrat beschloß über Antrag deS Ministerpräsidenten Dr. VeSnii mit Stimmenmehrheit, den Lanus Dr. Laginja seine« Amte» zu entheben und ihn im Rang« «ine» Minister» zur Berfögung zu stellen. Rücktritt des «isenbahnministers Dr. Koroüec. Der Klu\> d«r Allslowenischen und Kroatischen Volk»partei hat in einer gemeinsamen Sitzung be^ schlössen, den Eisenbahnminister Dr. Korv«ec zum Rücktritt von seinem Posten aufzusordern. Die Äb-geordneten lehnen die vom Ministerrate beschlossene Geschäftsordnung all ungesetzlich ab. w«il si« ohne Zustimmung de» Parlamentsausschusses al« Verordnimg verlautbart wurde, und sind der Meinung, daß zur Klärung der Lage der Rücktritt der Gesamt-regierung notwendig sei. Dr. Koroscc hat dieser Aufforderung entsprochen und den Ministerpräsidenten Dr. Vesnii schriftlich von seiner Demission ver-ständig». In parlamentarischen Kreisen hat der Be-schluh der beiden Parteien einen tiefen Eindruck erzeugt, weil darin die Absicht erkannt wird, den Kamps' gegen die z«ntralistisch« Politik mit all«n verfügbaren Mitteln aufzunehmen. Austritt der Allslowenischen Volkspartei aus der Laibacher Landesregierung. Wie der Laibache Slooencc meldet, hat der Landespräsideut Dr. Brejc dem Ministerpräsidenten Dr. VeSnic sein Mandat zur Versügung gestellt. Nummer 99 Stile 3 Seinem Beispiele haben sich die Landessekretär, Dr. Verstov« k (Unterricht un» Kultus). Jng. Dusan Sernec (öffentliche Arbeiten) und Jakob Jan (Land-»oir|d)slfO angeschlossen. Die Benannten versehen ihre Geschäfte bis zu einer weiteren Bersügung der Zentralregierung weiter. Da« zitierte Parteiorgan erklärt, daß diese Funktionäre infolge der Demission ihres Parteiobmanne» Dr. Koro« c ihren Rücktritt angeboren haben. Für di« Autonomie Sloweniens. Nach der Entrollunq deS ^roßkroatischen Banner« durch Stephan Radii erheben nun die separatistischen Parteien im dreinamigen Königreiche nacheinander kühn daS Haupt. Da» Präsidium der «llslowmischen Bolk-partei hat beschlossen, den vom demokratische ' Minister Dr. Markooik auSgearbei-teten BerjassungSentwurf abzulehnen und alle Ab» geordneten zur strengsten Einhaltung deB autono-mistischen Wahlprogrammes aufzufordern. Der Parteiklnb dürfe keiner Regiernng«kvmbination bei-treten, welche sich nicht auf den Boden der Selb» ständigkeit Sloweniens stellen würde. Die Zweiteilung Sloweniens. Zur Zeit der Wahlbewegung tauchte unter den steirischen D.mokraten aus einmal der Plan einer Zweiteilung Sloweniens auf, wonach Kram da« eine und Steiermark mit Prekiaurje da» andere Ver-waliungSgebiet bil»en solle. Wir bezeichneten diese» Projekt al« Wahlmanöver der demokratiichen Partei, welche die klerikale Parole „Lo» von Belgrad mit dem .^eldgeschrei „Los von La'bach!' zu über-tönen versuche. Eine gewisse Presse kränkte sich darod und bizichtigte un« do»ha>ter Verdrehung der Tatsachen. Doch, siehe da, im SlovenSki Naro» vom 12. Dezember meldet sich Dr. Dinko Puc zu diesem Kapitel zu Worte und lägt sich, wie folgt, ver-nehmen: Wir dürfen nicht vergess«», daß sich Slo-wenien in einem AaSnahmszustanoe b findet. Än der exponiertesten Seile »eS Staate« liegend, ringium von Feinden umgeben, ist e« infolge der Kärntner Abstimmung und d»S Vertrage» von Rapallo ein Torso g.wordeu. Heute spüren wir die Folgen dieser Ereignisse noch nicht, ader in ein'gen Jahren werden wir alle unsere Kräfte an'pannen müssen, um un« zu behaupten und un« nicht neuerding« nnter da« Joch de« fremden Kapital« zu beugen. Eine gc«einsame Verwaltung der slowtittjchcn G-biete wird sich alS zweckmäßiger empfehlen, weil es leichter ist. nach einem ctnkpuUcheu Plant vorzugehen. al« zuvor erst da« Einvernehmen zwischen zwei Häuptern zu pflegen. Auch die ftrage der Applo»i>lo»>erung wäre in einer gemeinsamen Verwalt»ng«ei»heit leichter zu regeln. Am wichtigsten ericheini nurad.r die Rücksicht aus unsere uncrlöiten Gegenden. Wenn «S zu einer Zweiteilung käme, so würden wir wieder, wie unter »cm alten Oesterreich, Krainer und Steirer werden und auf Kä-nten und daS Küsten-land vergessen, so wie wir seinerzeit auf die Prek> murjaner und die venezianischen Slowenen vergessen haben. — Es ist ein bitterer WrrmuiStropjen, den Dr. Dinko Puc mit dem Hinwei« auf die uner-listen Brüder der gewissen zweiteilung«degeisterten parteigleichen Presse zu schlucken gibt. Bei flüchtigem Urteil wäre man zur Annahme geneigt, daß sich der krainische und der steirtsche Flügel »er slowenischen Dreimünnerpartei in einer grundsätzlichen AuScin» andersetzung desehden, doch deutet der Unistand, daß diese AuSsührungeu j.tzt nach den Wahlen er-scheine», darauf hin, daß die Parleiprejse den Befehl erhallen hat einen verschleierten Rückzug anzutreten. Der steirifche Mohr hat seine Schuldigkeit eben nicht getan, er hat rot gewählt, deshalb sputet sich die Partei, die autanomistische Maske abzuwerfen. E« ist wenig wahrscheinlich, »aß der einuchtSvollere Teil der demokratisch»» Wählerschaft in Steiermark auf die Dauer an dieser Ticktack-Takük Gefallen finden wird. Die neue Adriabahn. In dem italienisch jugoslawischen HondelSver-trage, der zu Eanla Margherita abgeschlossen wor. den ist, wurde unter anderem der Bau einer Eisen- bahn von einem adriatischen Hasen qaer durch ganz Jugoslawien bi» zum Schwarzen Meere mit gemein-samen Kräften vereinbart. Ferner wurde seswesetzl, daß sich italienische« Kapital bei der Erschließung der jugoslawischen Kohlenselder und Bergwerke be-teiligen wird, während anderseits aus die Versorgung der italienischen Industrie mit Rohstoffe» Bedacht genommen werden soll. Die Handelsvertragsverhandlungen mit Deutschland. Der deutsche Gesandte in Belgrad Minister von Kehler arbeitet an der Borbereitung von Handelsvertragsverhandlungen zwischen Jugoslawien und Deutschland. DaS statistische Material über die H andelSbeziehungen Deutschlands mit Serbien wird jetzt gesichtet und durch das statistische Material aus den Gebieten der ehemaligen Monarchie ergänzt. Man erwartet in Belgrad die deutschen Unter« Händler für die nächste Zeit. Ausland. Der neue deutfchSfterreichische Bundespräfident. Nach vier ergebnislosen Wahlqänge» wurde der keiner Partei ungehörige Dr. Michael Hainisch mit 129 gegen 85 Glimmen, welche aus den sozial-demokratischen Kandidaten fielen, zum Bande«» Präsidenten der d^utschösterreichische» Republik ge-wählt. In seiner ersten Ansprach? stellte er die Liebe zur Heimat und zum deutschen Volke neben-einander als die beiden g'vßen Gesichtspunkte hin. die sür die Gesamlpolltik Deutschisterreich« richtung-gebend sein müssen. Dr. Michael Hainisch saßt, wie auS seinen Schriften hervorgeht, daS deutsche Problem durchaus von der nationalw'.rtschaftlichen Seite ans und steht in dieser Beziehung dem Dr. Stein-wender ziemlich nahe, ohne selbst Agrarier im land-läufigen Sinne zu sein. Er steht über den Parteien al« ein aufrechter Mann, ist aber mit allen durch gemeinsame Anschauungen in Einzelsragen verbunden. So ist seine Wahl gewissermaßen der Ausdruck der innerpolüijchen Machtverhältnisse, eine Reaktion auf die Zersplitterung des deutschösterreichischen Volks-kirper« durch den Parteigeist. Eine Probesbstimmung in U:lgarn. Die unzatischen Regierungsparteien haben sich in eiuer namentlichen Äbst'mmuug mit vier Fünfteln Mehiheit fl»r o»c W.ederausrichlung der Monarchie mit Erzherzog Josef als König ausgesprochen. Die Regierung bereuet e>ne No!« vor, i» welcher sie diele« Ergebnis der Abstimmung der Botschafter» kouserenz in Paris un^rdreiten wird. Die deutsche Waffenadlieferunz. Nach amilich-u britische«, Aufstellungen hat Deutschland b'Sber folgende W^fsenmen^en abgeliefert: Geschütze: 39 59), von denen 27.650 zerstört Ivorsen sind; Grabenmörser: 6199, davon 5399 zerstört; Maschinengewehre: 63.199, davon 48.399 zerstört; Gewehrt: 2,534.900, davon 2,206.40) zerstört; Patronen: 405 Millionen, davon 170 Millionen vernichtet; Granaten: 32 Millionen, davon 18 Millionen vernichtet. Ja den letzten fünf Monaten sind Im besonderen 11.090 Geschütze vernichtet worden, anderseits wurden 6000 Geschütze im Ent-stehungSzustand zerstört. Der Wiederaufbau in Belgien. Nach einer Statistik der landivirtschastlichen Gesellschaft Belgiens sin» VON 39 099 Hektar Land der ehemaligen Kampfzone 53.090 Hektar Ackerland wieder bestellt worden. Die kleine Entente und Bulgarien. Eine Bestätigung der Meldung, daß die Kom-Mission des Völkerbundes »ich für die Ausnahme Bulgarien« entschieden habe und die kleine Entente deshalb mit dem Austritte drohe, liegt noch nicht vor, doch gilt sie als glaubhaft. Im Zusammen» hange damit ist die Meldung serbischer Blätter von Interesse, wonach die Entlassung von 1599 bulga-rischen Offizieren, die in diesen Tagen hätte statt- finden sollen, auf einen unbestimmten Zeitpunkt ver-schoben wurde. Allgemein herrscht dre Ansicht vor, daß Bulgarien von den Großmächten die Bewil, ligung erhalten werde, seine Armee nicht zu ver-mindern, und zwar unter dem Borwande, daß dieS große Erschütterungen im Lande hervorrusen könnte; wahrscheinlich aber ist. daß die Entente mit der bulgarischen Armee rechnen will, wenn Griechenland Beschlüsse fassen sollte, die die Zustimmung der Ententemächte nicht erhalten könnten. Der rumä-nische Gesandte in B-lgra» hat übrigens der Bel-grader Regierung den bevorstehenden Besuch deS rumänische» Außenministers Take Jonescu ange-kündigt, der in der zweiten Halste de« Monates Dezember erfolgen soll. Zu gleicher Zeit erwartet man in Belgrad angeblich auch den Besuch bc8 bulgarischen Ministerpräsidenten StambuliSki. Aus Stadt und Zand. Der Geburtstag des Thronfolger-Regenten Alexander am 17. Dezember wird an allen Volks- und Mittelschulen in Slowenien in würdiger Weiie gefeiert werden. Die Schuljugend nimmt an der Schulmesse teil, wobei da« Danklied und die «vtaatShymne gesungen wird. Nach dem Gottesdienste wird in den Schulen die Bedeutung dcS TageS dargelegt. Der übrige Tag ist schulfrei. Evangelische Gemeinde. Anläßlich de« GeburtStageS Sr. königlichen Hoheit de» Prinzregenten Alexander finde» in der evangelischen EhnstuSkirche am Freitag, dem 17. Dezember, vor-mritagS 10 Uhr, ei» FestgotteSdienst statt. Münzgeld In Belgrad ist eine größere Menge von Hartgeld aus Wien eingetroffen. ES ist Kleingeld zu 5, 10 nnd 25 Para. Die Münzen zu ö und lO Para bestehen zu 93# auS Zink nnd zu 2% auS Kupfer. Die Stücke zu 25 Para dagegen auS 25% Nickel und 75# Kupfer. Der Wert der Münze ist auf der eine» Seile in arabischen Ziffern angegeben, recht« und links davon steht da» Wort Para in cyrillischer und lateinischer Schrift. Privat-Personen müssen die Stücke zu 5, 19 und 25 Para bis zum B trage van 5 bezw. 10 bezw. 25 Dinar annehme». Nach einer Verordnung des FiaanzministerS wird das neue Hartgeld sogleich im Verkehr gesetzt werden. Einziehung der Ein. Zwei- und gehntrronen Banknoten Die Korrespondenz Herzog meldet anS Belgrad: Mit 1. Jänner 1921 wir» daS letzte noch im Umlauf befindliche Geld, daS aus Aliisterreich stammt, eingezogen werden. ES sind die« die Noten zu 1 Krone. 2 Kronen uns 10 Krone?. Der Umtausch wird erfolgen, so-bald daS aus Wien angekommene Kleingeld zur Ausgabe gelangt. Räch dem 1. Jänner 1921 werden keine alten Noten an den Staaiskasien angenommen. Die Einfuhr von Kronennoten. Der Finanzminister hat gestattet, daß Sronennoten der öfterrtichisch-uttgarischen Brnk eingeführt werden dürsen, wenn ste mit dem österreichische» oder un-garischen Stempel versehen sind. Alle anders ge-stempelten oder nicht gestempelten Banknoten dürfen bei Strafe nicht eingeführt werden. Das Laibacher Post- und Tel«-graphenamt ersucht alle jene, die von ihren Angehörigen in Amerika von der Abfindung eines GeldbriefeS verständigt wurden, sie mögen daS be-treffende Schreiben zum Behufe der weiteren Unter-suchung an« Postamt einsenden. Die Postv-rwaltung macht aber das Publikum darauf aufmerksam, daß sie nach der Postordnung sür den Inhalt der Briefe keine Haftung trägt, sondern daß die manipulierenden Beamten selber für den gesamten Scha»en verant» wortlich sind. Ein Beitrag zur Zeitgeschichte. „Wir erwähnen die Deutschiümler von Videm, daß sie nie wieder in unserem slowenischen Dorse schwäbeln, > denn jetzt sind wir nicht mehr in Oesterreich, sondern in Jugoslawien. Deutschiümler, erinnert euch, daß euch eine slowenische Mutter geboren hat! — Die »Gemse Verlanget überall nur die echte »Gemse Gemsenseife Erste Marburger Seifenfabrik (vormals C. Bros), Maribor. ®füf 4 (Stifter Aeitunq Nummer 99 Videmer Burschen/' (SlovenSki Narod vom 11. Dezember 1920, Seite 3, Spalte I.) Wölfe und Wildschweine im Gott' scheer Bezirke. Wie der Gcnossensäiafter berietet, machen sich in den Gemeinden de» Goltscheer Hin-terlande» die Wölfe besonder» empfindlich bemerkbar. Die Hunde seien wedn auf der Landstraße, noch bei den Hundcställen vor ihnen sicher. Sine Unmenge v»n Schafen sei diesen Räubern bereits zum Opfer ge-fallen und ganz» Reviere feien vom Rehwild entblößt. Auch die Wildschweine vermehren sich in unheimlicher Weife. Sie fallen über die Aecker her und vernichten in einer einzigen Nacht auf manche» Feldern die halbe Ernte. Die Jagd aus Schwarzwild sei in dem unübersichtlichen Terrain ungemein schwer, doch scheine e« sich seit dem letzten Schneefall in mildere Lagen zurückgezogen zu haben. Pfarrerwahl in Belgrad. Die evange. lisch- Gemeinde in Belgrad hat wie da» Neusaher Deutsche Volksblatt berichtet, den derzeitigen Laibacher evangelischen Pfarrer L'c. theoT. Dr. Erwin Schnei, der einstimmig zum Pfarrer berufen. Die Wahl ist bereit» rechtskräftig un.> so dürfte die verwaiste Gemeinde bald einen ständigen Hirten bekommen. In den letz'en Jahren besorg«« der Semliner evan-gelische Pfarrer Samüel Schumacher die Pastori» sierung und den Religionsunterricht in Belzrad. Die fiedenbürgische guckerproduk-tion wird sich in die>em Zahle aus etwa 400 Waggon» belaufen. Verkäuferin der deutschen u. slowenischen Sprache in Wort und Schrift mächtig, wird für eine Bäckerei gesucht. Jene Bewerberinnen, welche schon in einer grösseren Bäckerei in Stellung waren, werden bevorzugt. Anträge mit Ge-baltsansprflchen ». Zeugnisabschriften unter „Bäckerei 26598* an die Verwaltung des Blattes erbeten. Köchin für Alles der slowenischen u. deutschen Sprache mächtig, wird zu kleinem Haushalte aufzunehmen gesucht. Reflektiert wird auf eine bessere Kraft. Eintritt per I. Jänner 1921. Anträge unter „Ljubljana 26612" an die Verwaltung dieses Blattes. Student wird in ganze Verpflegung aufgenommen. Prtd grofijo Nr. 4 (Schulgasse). LRhtgraner Hut mit schmaler Krempe wurde Samstag bei der Liedertafel im Hotel Union gegen dunkelgrünen Hut umgetauscht. Angaben an die Verwaltung des Blattes erbeten. . teeo» Passendes Weihnachtsgeschenk! Fast neuer, grosser, weicher, sehr eleganter Damen-Reisepelz mit Opossum gefflttert, fflr lleise, Schlitten und Auto; untere Breite des Pelzes 3 Meter, Länge 1 */4 Meter Villa Jo§t, Laibacberstrasse Nr. 14. 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