Nr. 222. P»H»u«tl«t<»n«ylli<: I» lvmplolr «anzl. fi. »>. halb, fi. 5 5«. Nür ble Zustellun, «n» H«u« halbj. 50 li. vi,l b«l V°ft ,an,l. st. ll, h,Ibj. fi. ? bo. Freitag, 28. September. I»l«ll!o,»,ebübl: fflir Net« Ins««»«« bi« ,» 4 Zeilen »5 l,., ,röß«« pi. j^eil« « l»., bei öftne» w«b«chol»n>e, p». Zeill l ll. »877 Mit ». Oktober beginnt ein neue« Abonnement auf die jMmöucfzer Zeitung". Der Pränumerations.Prei« beträgt für die Zeit vom 1. bi« Ende Ollober: Mit Post unter Schleifen.....I fl. 25 kr. Mr Laibach ins Haus zugestellt . . . 1 .. — „ >5m Eomptoir abgeholt......— „ 92 „ Für die Zeit vom 1. Oktober bis Ende Dezember: Mit Post unter Schleifen.....3 fl. 7b kr. Mr Laibach ins Haus zugestellt . . . 3 .. — „ >!m Comptoir abgeholt......2 .. 75 .. Amtliche! Theil. ode. l. und t. Apostolifche Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome dem l. l. Obersten deS Ruhestandes Emil IablonSty den Adelstand aUrrgnädigst zu verleihen geruht. Se. l. und t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchstem Handschreiben vom 22. September d. I. dem Obcringenieur der Kaiserin Elisabethbahn Victor Schützen hoffer in Anerkennung seines verdienstlichen Wirkens das goldene Verdienstkreuz mit der Krone aller» gnädigst zu verleihen geruht. «m 2«. Htptember 1877 wurde in d« l. l. Hof- und StaatS« druclerei iu Wien da« XXXI. StUll dt« NeichsgestlMalteS. vor. lausig blo« in der deutschen Au«gabe, ausgegeben und versendet Dasselbe enthält unter Nr. 83 t»>e itunbmuchung deS Handelsmiuiftenums vom 22, August 1877, belrchenb die »banberung einiger VeNimlnungtii der lundtu der t. l. priv. mährischen <2«>,,t»al)n Vom 6 December 18U9. R. V. «l. Nr. 11 ex 1870, und vom 11. Oeptember l8?l, R. G. Bl, Nr. 11b; Nr. 84 die Berordnuüg des HaubtlsunmsltliulN« oom 30, August 1877. beNefsend die in Nbilnderung der Verordnung lwm 4. Februar 1871 (9t. 0. »l. Nr. 8) verlllgle Vorlage von Stallou«. und OlUckenpllinen an da« Nelche-ltriegomini: fterium; ^lr. 85 die Kundmachung de» Finanzministeriums vom 1. k.p« tember 187? wegen Zusammenlegung de« t. l. Ansagepustln« Pi^no d» Fuqozza m,t dem gleichnamigen lün. itallenischen Noisoposten auf Nalieuiichem Äeviele; Nr. 86 d,e Verordnung dls Milüslerium» sllr Landesvertheibi: gung, de« »cleroauininistermm« und de« Minifterlum« dre Inneiu vom 3. September l877, womit eme in der Milu» fterialverordnung vom l. August 1873 (R. V. V». 3tr. 135) tnlhalteut ÄolljUg«otstimmung zum Pierdeftelluug«>clehi »°m 16. April 1873 (R. O. Vl. Nr. 7?) »bgeiiuoett w,rd; Nr. 87 die Kundmachung de« Finanzministeriums oom 1b Sep» tember 18/7. betlefsend die Auflassung de« l. l. Nebenzoll» amte» erster «lllfsc Zuckmanlel in Preußisch»Ziegelchal« (Stadt), Llrichlung eines Neoenzollamle« erster itlasse in Nilla«dorf und Umwandlung de« itonlrollamle» zu Zuck» manltl in ein Nebenzollamt erster Klasse; Feuilleton. Gin Frauenleben. siltenromau au» einer Großstadt. Von Franz «wald. (Fortsetzung.) . Minnie starrle den Sprecher halb bewußtlos an. Nie volle Ueberzeugung der Gefahr, in welcher fie ,^A' 8°b ihr auch eine für ihre Jahre ungewohn« "yt Ruhe und Selbstbeherrschung zurück, sinx ."Mwer Darr." sagte sie ernst. ..ich glaube. Sie "o lranl, Sie sprechen im Fieber. Ich bilte Sie. mich >°'°rt nach Hause zu geleiten, wenn ich Sie nicht für "tlnen Feind halten soll." lu» ?^ Worte brachten eine ganz entgegengesetzte Wir» br°I > "' "^ Minnie erwartet hatie. Mlster Darr lllti3 '^ "" ^"les. höhnisch!« Lachen aus und halte »el,?» >!' "" "it eisernen Ringen d«s zarte Hand. ^" de« Wachens umschlossen. ^ er "^/""^' bei Ihrem Leben — leinen Laut!" zischle l°ndtl"n ^.. ," " mit keinem Fieberkranken zu thun. seinen P?1n """" Menschet., der fest entschlossen ist. °l>ne Widerre!" ""^gen. Sie werden mich begleiten, iu berubiaen '.""b zwar jetzt gleich. Um Sie aber bissen Gchrit'e ««' ^ ^>»"" d" Verstcheruug. daß S.e ^ "' «it ber«u«n werden." Minnie schwankte. Im nächsten Augenblick wäre Ne zu Voden gesunken, wenn nicht Mister Darr fie in seinen Armen aufgefangen halte. Aber gleichzeitig er tönte ein gellender Aufschrei von seinen Lippen, und da« bewußtlose Mädchen mit sich niederreißend, stürzte er auf die Erde nieder, die weiße Schneedecke mit seinem Vlute färbend. Lin paar Minuten vergingen, ohne daß sich irgend etwas rührte. Der Hieb halte getroffen, Mister Darr regte sich nicht, und auch Minnie lag noch bewußtlos. Als dann alle« still blieb, trat ein Mann heran und, beugte sich über den Leblosen — cr gab lein Leben«, zeichen von stä,. Vehulsam hob er da« junge Mädchen empor — es war leine große Last fur ihi,. — noch einmal stand er lauschend mit angehaltenem Athem, und dann schlug er einen Eeilenpfad ein. Dcr Pfad schlän. gelte sich wol eine halbe Smndc durch da« Tannenholz und endete dann auf der Chaussee. Ein paar gellende Pfiffe ertönien, und unmittelbar darauf jagte eine. so weit sich dies in der Dämmerung erlennen ließ, elegante Equipage dahcr. mit zwei schönen Pferden bespannt. Eine dicht vermummte Gestalt blickte au« dem Wagenfenster, und dann öffnete sich der Schlag. Nl« Minnie's Vewußtsein zurückkehrte, fühlte fie sich emporgehoben und dann an welche, warme Polster gllehnl. Dann wurde der Wagenschlag geschlossen, und fort ging es ln sausendem Galopp. — Mitternacht war nahe. ale Mister Darr die Augen öffnete. 2r fühlte sich jeder Fähigleit beraubt, ein Glied zu rühren. Nur unklar erinnerte er fich des Vorganges, und als aUmülig das Gedächtnis z»rücklehrtt. sah er den Gchnee ringsum roth gefärbt mit seinem Blute. Er wollte um Hilfe rufen, aber er brachte leinen ^aut über seine Lippen, und voll Entsetzen und furcht schloß er abermals die Augen und verlor da« Vewußlseln. Nennte» Capitel. Entsagung. Herr von Guidenot und Elarissa hatten fich in« zwischen gefunden, aber nur, um sich zu trennen. „Nein, Elarissa, ich haöe leinen Anspruch mehr auf Glück. Ich danle Ihnen für Ihr Mitleid, aber ich darf das Geschenk Ihrer Liebe nicht annehmen. Bor einigen Tagen noch Hütten mir Ihre Worte Hoffnung gegeben, daß nach langen Jahren des Schmerzes und der Entsagung mir ein neues Glück erblühen lönne. Das Schicksal zürnt mir. Es zeigt mir den Weg der Pflicht." E« war Herr von Ouldenot, der diese Worte sprach. Mit verschränkten Almen stand er vor Ela< rissa von DllShosen. welche in einem Sessel zusamme". gelauert, das Anllih mit beiden Händen bedecks, die oer» zweifelnden Worte anhörte. _ . „ „O sprechen Sie nicht ln diesem A"^^, fie. ..ich lann es nicht ertrage,.. Noch A ^/„la Hoffnung verloren, daß Sie Ihr "«>, ^" »leder finden." Nr. 88 die Kundmachung de« Handel«miniftmum« vom 17. Sep. tember 1677, womit nachträgliche Vestimmungm zu der N.chordnung und dem «ichaebltrenlarise vom >9, Dezember 1872 (3t O. Vl. Nr. I7l) verofjentl,cht »erben. lWr. Ztg. «r, 220 ,om 26. September 1877.) Nichtamtliä)ei Theil. Parlamentarisches. Zu der vom Abg. Graf Eoronlni auf den 25. d. M. einberufenen Velsarnmlung der „Anhänger einer oertragsfreundlichen Zollpolitik' waren erschienen: Aus dem llnlen Centrum die Abgeordneten: Winller. Fluck. Doblhoff, Kallir, Plno. Handel. Kochan?w«li und Ljubissa; aus dem Klub der Linken die Abgeordneten: Vidullch, Ausftih. Vrestel. Granilsch, Tomaszczut. Schü rer. Earner,, Teuschl. Pauer, Slraoi; au« dem gor«, schritlsllub die Abgeordneten: Furtmüller, Hammer. Purgstall, Wallerslirchen. Coronini- aus dem neuen Fortschrilstlub die Abgeordneten: «Mauer. Ofner. «laas. v. Hofer. Groß. Wegscheider. Göllerlch, Dürrn berger. Dmstl. ferner die Abgeordneten: Schönerer, Mieroszewsli, Vincenlini und Pfeifer. Abg. Graf Eoronlnl eröffnete die Versammlung mit dem Bemerken, daß er mit Rücksicht auf die leb haften Agitationen der SchuhMner fich veranlaßt q«. sehen habe. die freie Vereinigung von Anhängern einer verlragefrcundllchtn Zollpolitik zu einer Versammlung einzuberufen. Er wirb hierauf mil Acclamation zum Ob mann wiedergewählt. Abg. Dr. Granitsch bemerkt, daß es derzeit nicht angezeigt se>. mehr als eine beobachiende Stellung ein« zunehmen. Eine Manifestation tonnte nur gegen Aglla. lionen gerichtet sein. welche fich auße, halb dc« Parlament« abgespielt haben und auf welche man im Parlamente n'chl anlworlen solle. Auch sli die Gefahr vorhanden, daß, wenn man eine parlamentarische Manifestation zu» gm'slen des Freihandel« veranstaltet, die Vertrag««,Hand-lungei, mit Deutschland beeinflußt werden. Dadurch wür« den w,r uns einerseil« in die Gefahr begeben, den Ver» trag. dessen Zusl^otlommen wir wünschen, überhaupt zum Schellern ^> bringen, andererseits oie Verantwor« tung für da« etwaige Scheitern auf uns l»den. Abg. Schaup besorgt, daß dle Gefahr eine« Schel-lern« der Verhandlungen deshalb vorhanden sei, weil die SchuhMner eine solche Pless.on auf die Regierung üben, daß dieselbe sich immer mehr und mehr dem autonomen Zolltarife zuneige. Um einer solchen Gefahr zu beg:,!« nen, müsse man mit irgend einer zweckentsprechenden lion vorgehen. Abg. Walterslirchen besorgt ebenfalls eine Tendenz zum autonomen Zolltarif und beantragt eine Resolution des Inhalts, daß Concessionen Ungarns beim Zolltarife, welche im Interesse einzelner Industriezweige liegen, nicht geeignet seien, den Gegenstand von Gegen-concessionen Oesterreichs auf anderen Gebieten zu bildm. Abg. Teufchl spricht sich für eine blos beobachtende Haltung aus und erachtet die Resolution Walter«, lirchen nicht für opportun. Aba. Dinstl wünscht ebenfalls eine Vertagung jedes Veschlusses, weil die Informationen über den Stand der Verhandlungen noch mangelhaft seien. Die Abgeordneten Nuspitz. Tomaszczut und Kallir sprechen sich gleichfalls für eine blos beovach« tende Haltung aus, wobei Abg. Tom as zc zu l bemerkt, daß schon das Zusammentreten der vertragsfreundlichen Abgeordneten eine Demonstration sei. i Abg. Varon Waltrrslirchen erklärt fich damit einverstanden, daß die Abstimmung über seine Resolu» tion vertagt werde. Hierauf wird die Versammlung geschlossen, mit dem ausgesprochenen Wunsche, daß regelmäßige Versamm» lungen stattfinden, damit man den» Lause der Verhand» lungen folge. Es wird dem Obmanne (ioronini die Einberufung der nächsten Versammlung überlassen. Vom Kriegsjchauplatze. Die gelungene Expedition Ifzi Pascha's nach Plewna hat den Schwerpunkt der strategischen Situation auf dem bulgarischen Hiriegsschauplatze abermals nach den Ufern deS Widflusses verlegt. Eine der Merkwürdig« leiten dieses eigenthümlichm Krieges dürfte es demnach auch sein, daß die Entscheidung des Feldzuges auf einem Theile des Kriegsschauplatzes erfolgen dürfte, welcher von ^er Natur aus die geringste Bedeutung hat. Nach den letzten Niederlagen bei Plewna. welche einerseits die Ohnmacht der Russen gegenüber Osman Pascha, gleich, zeitig aber auch daö momentane Unvermögen des letz» leren, selbst zur Offensive zu schreiten, conslatierl haben, wendeten sich alle Blicke nach Osten, wo die türkische Hauplarmee unter Mehemcd Mi bereit schien, die Iantra, die letzte Vertheidigungslinie der Russen, zu forcieren und diese dadurch zum Rückzüge an die Donau zu zwingen. Auch lm russischen Lager wurde die Gefahr, welche von dieser Seile drohte, ihrem vollen Umfange nach erlannt und eiligst Berstürlllngen nach der Ianlra dirigiert, um den Zarcwilsch in die Lage zu versehen, bis zum Eintreffen der Garde der Armee Mchemeo Ali's gegenüber sich zu behaupten. Mittlerweile sind die Ereignisse an der Ianlra theil« durch den mihglücklen Ängrlff Mehemed Ali'« bei Zcrlowna. theil« durch die Ungunst der W'llerung wieder in den Hinlergrund getreten. Da plötzlich erhebt sich bei Plewna nun schon zum drittenmal! ln diesem tjeldzuge ein drohende« Gespenst. Osman Pascha, dem der russische Gmeralstab binnen lurzem da« Lebe,»«lichl auszublasen hoffe, mdem man ihn aushungern wollte, ist plötzlich zu neuen Thaten befähigt. Ein mindesten« 15,000 Mann narles Armeecorp« mit bedeutenden Munition«, und Prooianloorrälhen ist am Sonntag trotz der Versuche der russischen Kavallerie, dasselbe daran zu verhindern, in Plewna eingerückt. Als unmilltlbare 1828 Folge dieser Thalsache kann die Herstellung der Tele« grafenlinie nach Sophia und die Freiheit der Verbindungen der Armee von Plewna betrachtet werden. Die 20 Bataillone Infanterie, welche Osman am Sonntag er» hallen hat, dürften auch vollständig genügen, die Lücken, welche die nun seit Wochen währenden Kämpfe in die Rtihen seiner tapferen Truppen gerissen haben, auszufüllen. Da ferner Hatli Pascha mit einer andern Division eine Aufnahmestellung bei Karadagh auf der Straße nach Orhanie bezogen hat, so werden immer neue Verstär» tungen zu Osman Pascha stoßen und demselben ermög« lichen, im geeigneten Augenblicke zur Offensive überzu-gehen. Die Armee Osman Pascha's steht demnach bei Plcwna abermals so drohend da, wie vor den ersten Angriffen der Russen, und ist es daher begreiflich, daß der russische Oeneralstab abermals mit großer Besorg» nis auf den Feldherrn bllckt, der nur wenige Tage« mürsche von den Donaubrücken bei N,lopolis und St« ftowa steht und mit der ganzen Schwere seiner durch das Kriegsglück potenzierten Macht auf die rechte Flanke der russischen Arm« drückt. Fast scheint es — meint die „N. fr. Pr.", der wir diese Betrachtung entnehmen, — als wenn die Entscheidung des diesjährigen Feldzuges auf derselben Stelle ausgefochten werden sollte, von wo der erste vernichtende Schlag gegen das russische Waffenglück geführt wurde. Mit 5e,n Aushungern der Armee von Plewna ist es nun vorbei und der russische Armee-Oberlommandant wird seine ganze Aufmerksamkeit darauf zu richten haben, um Osman Pascha zu verhindern, die Offensive zu ergreifen. In der Thal verlautet bereits, daß zwei Garde-Divisionen, welche demnächst in Bulgarien einrücken sollen, sich gegen Plewna und nur eine gegen die Iantra wenden sollen. Mit den bisher dort eingetroffenen Verstärkungen wird die russischrumänische Armee dann nicht weniger als 24 Infanterie« und 12 Kavallerie-Divisionen auf dem Donau'Kriegsschauplatze vereinigt haben, welche sich wie folgt vertheilen: vor Plewna 9 Infanterie» und 5 Kavallerie Divisionen, östlich der Iantra gegen Mehcmed Ali 9 Infanterie« und 4 Kavallerie-Divisionen, im Balkan 3 Infanterie- und 1 Kavallerie-Division und in der Dobruoscha 3 Infanterie- und 2 Kavallerie-Divisionen. Da man jedoch nach den bisherigen riesigen Verlusten die Infanterie-Division mit höchstens 8000 Mann annehmen kann, so werden selbst nach vollständigem Eintreffen dcr Garde, worauf vor Mitte Oktober nicht zu rechnen ist, vor Plewna und au der Iantra kaum mehr als je 80.000 Mann, im Balkan 30,000 Mann und in der Dobrudscha ebenfalls 30,000 Mann conceutriert sein. Da die mobilen türkischen Streitkräfte unter Osman, Mehemed Ali und Suleiman Pascha selbst den so verstärkten Russen noch immer gewachsen sind und die Operationen in Bulgarien mit Anfang November eingestellt weroen müssen, so ist nicht leicht zu ersehen, welche Vortheile das russische Armeetommando überhaupt noch durch die Heranziehung der Garde nach Bul« garten erzielen will. Eine Fortführung des Krieges bis in die Wintermonate hinein könnte die Vernichtung der russischen Armee herbeiführen. — Ueber die Situation des russischen Heeres in Bulgarien schreibt man der «Allgemeinen Zeltung" aus Bukarest, 19. September: «Das entscheidende Ergebnis der September-Schlachten tritt jetzt ans Licht. Bisher kannte man nur die Fahl der Verwundeten, welche die Ambulanzen vom Schlachtfelde aufgelesen, und annähernd die Zahl dcr Todten. Heute weiß man, daß auch zahlreiche Gefangene in die Hände der Türken gefallen sind. Der Ver» lust der Russen, welche mit etwa 100,000 Mann die «Sie ist verloren, Clarissa," entgegnete er düster, „der Tod dieses Darr hüllt die ganze Sache in ein un. durchdringliches Dunkel. Er allein konnte Licht geben — er hat mein Kind, mein armes Kind, nicht von seiner Seite gelassen, und darum lkbe ich dm Menschen, und wäre er der größte Schurke gewesen." „Aber wie, Alex, ist alles möglich? Und wer kann ein Interesse daran haben, Ihnen Ihr Kind zu entreißen?" fragte Clarissa. „Mir mein Kind zu entreißen, daran hat niemand Interesse, Clarissa, aber die Erbin meiner Güter verschwinden zu lassen, das kann nur Ein Mensch in der weiten Welt wünschen. O, ich blicke in einen Abgrund, der mich schaudern läßt." ..Und was gedenken Sie zu thun, Alex?" »Ich weih es kaum, Clarissa, meine Gedanken verwirren sich. Zunächst will ich den Rath meiner ^ouswt, der Frau Fürstin von Reaensheim, befolgen. - . i't einflußreich genug, mir volle Freiheit auszu« !? <^. ?'" ^ bereits heute morgens abgereist. Vor ihrer Rucklehr kann ich nichts unternehmen, aber dann — nut offenem Visier." „Gestatten Sie mir noch eine Frage, auf wen richtet sich Ihr Verdacht? Sie sagten mir nie von Verwandten?" „Sie werden es früh genug erfahren, Clarissa. Mir steht ein schwerer Kampf bevor. Der blutige Schatten meines unglücklichen Weibes dringt zürnend an mich heran und fordert Rache, und ich — Clarissa, türkischen Stellungen angriffen, beziffert sich in runder Summe auf 25,000 Mann. Bon der 12,000 Mann starken Brigade Skobeleffs sind nach der eigenen An« gäbe dieses Generals nur 4000 übrig geblieben. Die Rumänen haben von ihren 26,000 Mann starken zwei Divisionen 5000 Mann verloren. Die letzte Affaire von Plewna war verhältnismäßig die blutigste Schlacht unseres Jahrhunderts. Die deutsche Armee hat bei ihrem Angriffe auf die französischen Stellungen bei Gravelotte wol auch 25,000 Mann verloren, aber sie war 225,000 Mann stark, es wurde somit der neunte Mann der Gesammtstärle außer Gefecht gesetzt; die russische Armee dagegen hat von ihrer Gesammtstärle den vierten Mann verloren. Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir einige Bemerkungen fremder Offiziere über die Gardetruppen einzuschalten, welche gestern die Hauptstadt Rumäniens durchzogen haben. Die russische Garde hat nicht den Eindruck gemacht, welchen man von derselben erwartet hatte. Sie hat schöne Leute und noch schönere Pferde; aber die Soldaten entbehren der Accuratesst in Kleidung und Haltung, welche man bei europäischen Truppen zu sehen gewohnt ist. Die melan cholischen Gesänge des ersten Zuges jeder Escadron zum Takte der Cyrnbel und Querpfeife, mit welchen sie durch die Straßen der Hauptstadt marschierten, machten auf den Europäer einen eigenthümlichen Eindruck. Die Pferde sind bei jeder Escadron von ganz gleicher Farbe, lräflig, groß und von Rasse; aber sie waren von dem langen Marsche augenscheinlich ermüdet und würden, anstatt direkt auf den Kriegsschauplatz zu gehen, mindestens einer acht- bis zehntägigen Ruhe bedürfen, um bei einer Attaque einen kräftigen Choc ausführen zu lünnen. Was endlich die Garde>Artillerle betrifft, so erregte sie mehr Ver« als Bewunderung. Das Ma'erial scheint noch au« den Zelten Alexanders I. zu stammen, und es nicht da» ran zu denken, daß eine russische Feldbatterie auf große Distanzen den Kampf mit einer türkischen Batterie neuen Sistems aufnehmen könnte. Für kurze Distanzen bieten die langen und hochräderigen russischen Lafetten wiederum ein viel zu großes Zielobjelt. Diese Urtheile über eine einzelne russische Truppe führen von selbst zu Betrachtungen über die Gründe, aus welchen die Russen bei ihrem Angriffe auf die Türken nicht reüssieren lonn. ten, denn die Bewaffnung hat dabei leine unbedeutende Rolle gespielt." Die Kämpfe vor Plewna. (Vom Epezlalberichterttatter der „valbacher Ieltun«.") Griwiza, 14. September. Den gegebenen Dispositionen zufolge waren sämmtliche Truppen in dle ihnen zugewiesenen Stellungen zur gegebenen Stunde eingerückt. Die Angriffscolonne low' mandierle Oberst Boronescu, Kommandant der zweiten Brigade der 4. Division, dle Reserven standen unter dem Befehle des Commandeur« der 1. Brigade, Oberst Can-tllli. Zur Führung des Nrbeiterbataillons meldete sich Major Clll'dlano Popeacu freiwillig. Derselbe ist Par. lamcntsmitglied und als Reserr>e-Off!zitr dem Stäbe der 4. Division zügelheilt. Oberst Anghelescu injpicierlc im Laufe des Vormittags zu verschiedenen malen sämmtliche, für die Nctio-i b.stimuiten Truppen, um sich persönlich vom Vollzuge der getroffene,, Anordnungen zu überzeu gen. Trotz der äußerst ungünstigen Witterung war der Geist der Truppen ein vorzüglicher und berechtigte zu den schönsten Erwartungen. Um 10 Uhr vormittags wurde das Feuer der Batterien lhellweise eingestellt. Am äußersten llnlcn Flügel begann gegen Mittag ein lebhaftes Gewehrfeuer, von d.n russischen Batterien un-terstützt. Es naren Truppen des 9. Corps, welche in verachten Sie mich nicht — ich Thor träumte von neuem Liebesglück." „Nein", sagte das junge Mädchen sanft, indem sie an ihn herantrat und leise seinen Arm berührte, „Sie thun sich und mir unrecht. Besinnen Sie sich. Lassen Sie mich nicht umsonst Ihren Muth bewundert habe», mit welchem Sie ihrem grausamen Geschicke die Stirn boten. Ich bitte, theilen Sie mir alles mit!" „Niemals, Clarissa, Sie wenigstens sollen dem Zauberbann meines Unglücks fern bleiben. Vergeben Sie mir nur, daß ich mich an Sie heran gedrängt und vielleicht meine Schatten auf Ihren sonnigen Lebensweg geworfen habe. Und nun leben Sie wohl! Nur mit meinem Kinde sehen Sie mich wieder, sonst niemals l" Noch einmal preßte er ihre Hände an seine Lippen und dann war sie allein. Es war wenige Tage später, als der Fürstin von Rcgensheim Herr von Gmdenot gemeldet wurde. Ohne Zweifel hatte die Dame ihn bereits erwartet, denn das Zeichen von Ungeduld verschwand sofort von ihrer Stirn, als Herr von Guldenot eintrat. „Mein GoU, Alex, wie siehst du aus l" rief die Fürstin erschrocken. Er wehrte sie mit der Hand ab und fragte nur: ..Nun?" „Die Sache ist vollständig zu unserer Zufriedenheit ausgefallen", entgegnete die Fürstin. ..Ich dachte mir das gleich, man hat nicht die geringsten Schwierigkeiten gemacht." „Und was nun?" (Forts, folgt.) die Action getreten waren. Gegen halb 2 Uhr sing der Regen, welcher für einige Augenblicke nachgelassen halle, vom frischen an. Man sah nur wenig das vorliegende Terrain, da der Rauch der in der Action befindliche» Geschütze auf der Umgebung lagerte. Das Fort Orl-wiza beantwortete unser Arlilleriefeuer gar nicht. U«> 2 Uhr 30 Minuten ertheilt Oberst Anghelescu den Vat< terien den Befehl, ein violenteS Feuer gegen da« M' liche Objekt zu eröffnen. Es war eine halbe Stunde vor der zum Angriffe bestimmten Stunde. Endlich hat die bedeutungsvolle Stunde geschlagen. — Punkt 3 Uhr sehten sich die Angriffscolom'tn M't dem 2. Iägerbatalllou an der Töte, geführt von Maj°c Candiano Popescu, in Bewegung. Oberst Anghelescu nM seinem Stäbe wählte da« Plaleau oberhalb Griwiza als Aufstellungspunlt. Oberstlieutenant Voinescu, Chef dc« Generalstabes der 4. Division, ging mit der Haupl' Angriffscolonne vor, während der brave Hauptman" Oroza, welcher, gleich Oberstlieutenant Voinescu, 'chl" beim letzten Gefechte eine außerordentliche Bravour a" den Tag legte, dem Iägerbataillone folgte, um die Trup" pen, sobald selbe in den eigentlichen Kugelregen lomlnen» derart zu führen, daß die Verluste möglichst gering a"*' fallen. Nach 20 Minuten nahmen die Tüllen das Nah"' der Angrlffecolonne wahr. Ein Regen ool> Shrapn^ und Kleingewehrfeuer umsing die Töle. Um halb 4 UYl war der Kampf auf der ganzen Linie entbrannt, llns^ Artillerie stellte das Feuer ein, um nicht durch die eigt' nen Projetllle die bereits vor der Redoule angelang«" Truppen zu beschieß:«. Die 3. Division verhielt s" bis zum Augenblicke, als dle Truppen der 4. D"Dl' vor dem Objekte angelangt waren, oolllomme« P^',"' Man hörte zwar 1'/, Slundt vor den, Angriffes lebhafles Heuer am äußerste» rechten M^l, es !<^ sich jedoch nachträglich hcraus, daß die Türten vo» ^ ser Seile einen Offeusiosloß führten und dadurch ^ weitere Vordringen unmöglich mach.en Dit zum A"!^ bestimmten drei russischen Bataillone waren uin ^. 4 Uhr u»begreift«cherwe!,e »och nicht vorgegangen. 6, um diese Zeit erschien ein Galopm dc« G.nera!« ^ dener bei Ooeisl Angheltscu und frng an. ob dic ^' lonni jetzt vorgehen kann. Bis ma» dieselbe schl <^. zum Angriffe in Bewegung setzte und bis die>l> vor dem Objekte ankam, war es 5 Uhr glwordc« ^ die rumänischen Bataillone lhellweise decimierl. U"^ leibrochen kamen Verwundete aus erster ttinic. Dlewt' sten bewahrte« lalle« Blut und brachten sogar die W>' fen zurück. Oberstlieutenant Voine«cu verliert sein Pf"' und folgt zu Fuß den Optra«ionen. Das Pferd d" Haupimaims Groza halle bereits zwei Stre>fschussc ^ unserer Batterien war gezwungen, v!er Pilsen aus d!t «ction zu setzen, da die Brodwellringe gesprungen wall"' DaS Gelnaller des Kleingewehrs war um 5 Uhr > heftig, daß man nicht mehr die Intervalle zwischen b< einzelnen Schüssen zu unterscheiden vermochte. P^ Battenberg lurn um 5 Uhr vom lintcn russische" 3'" gel und theilte uns mit. daß die Russen leimn M<"" erzielten und enorm verloren haben. ^, Die Türken vertheidigten das Objekt mit "^ geheurer Zähigkeit, aber die braven Truppen dra"s immer weller vor und waren trotz der enormen Ver^ nicht zu erschüttern. Um b Uhr 20 Minuten n"^ dieselben gezwnngen, eine theilwelse Rückz>,gsben"s" auszuführen. Die dabei herrschende Ordnung war e musterhafte. Allmälig begann es dunkel zu werden. ^ Kampf währte aber dessenungeachtet fort. Um halb 6 u besuchle Fürst Karl mit seinem Stäbe die unm-itt"^ hinter der Feuerlinie aufgefahrenen Ambulanzen begab sich, nach Rücksprache mit dem DivisionslM"' danten, nach Poradim ins Hauptquartier. Oberst . ghelescu läßt in der rechten Flanke zur Deckung u"! ^ Truppen eine frische Nrtilleriesecllon auffahren, ".^ Fort Griwiza und Vutowa bestreicht und dle ^ tische Artillerie theilwelse zum Schweigen bringt. ^» ermuntert unsere braven Truppen nochmals, sie ^ ^ Kehrt, greifen die Positionen nochmals an. u"d ^/ einem weit in die kalte und regnerische Nacht ?'" .,, löi'enden Hurrah stürzen sich die Reste der üdr<« ^. bllebenen Bataillone zum driltenmale auf b"s "^ Abermals sausen die Shrapnels über die ^l ^ schon starl erschöpften Truppe hinweg, aber unerl" ^ l>ch gehen die Colonnen über die Leichen ihrer l^" ,<>> Kameraden vorwärts, und um 6 Uhr 15 ^^ abends sind die Türken aus dem Fort Griwiza vtt^ ^ welches gleich darauf durch Truppen deS 5. ^<"1"^ ^c 14. Dorobanzen-Regiments besetzt wird. El" ^ < d^ russischen Bataillone theilt sich ebenfalls in die «y ^ Tages und besetzt mit unserm 2. Iägerbataillo" '' ^ doute von dlr linken Flanke aus, während o'^c benannten Ablheilungen unter einem morde» is«e ^j des nur 400 Meter entfernten Forts B^lowa "° ^e. eindringen. Die braven Jäger erbeuteten l!" ^ In die vier Kanonen (Krupp), die im st"" « Ae blieben, lhcillcn sich die übrig«,, Truppenlörpr ^l waren theuer erlauft, aber vielleicht nie ehrlich" als diesmal. . . ..„e ^ Die junge rumänische Armee legte «' ^ s< blütigleit und eine Bravour an den Tag, M^ nie von den Soldaten erwartet hätte, deren ^. Theil vor einigen Wochen „och hinler dem V'" « ^ '" Oberst Anahclescu muh sich unendlich 9"^. ^e "" brave Truppen zu tommanoieren, wo "N" 1829 Soldaten mit unermüdlicher Aufopferung ihre Schul, o glelt thaten und selbst noch verwundet in der Action olleben wie Major Popcöcu der Artillerie, dem Slabe orr 4. Division zugetheilt, der, von einem Hufschlage lchwer conwsio.mrt. zu Pferde bleibt. Oberst Herlt, der "rtlUcnechef, war den ganzen Tag im Baltericfeuer und entlam, gleich Major Candiano, diesmal jeder Berwun. ouu« Dle Haltung der Truppe flößte mir eine un« tuollche Achtung ein, die Rumänen haben diesmal be. w'ejen. daß sie jeder Armee ebenbürtig sind, denn ein ^tucr w,c jenes, welches die Türken auS Fort Oriwiza oen Augre.fcrn entgegenschickten, erschüttert oft auch 5?> ? m l Truppen und bringt sie zum Weichen. "°Mt Anghelescu disponiert für die Nacht das Vor. 3?? °" weiervedivision, ^^^^ ^^^ ^ ^^^ vam'l.n ^« .' Dorobanzen-Negilnents und zwei Kom« ^ " bes .5. Linien.Regiments mit Hauptman Pounla ^" Hm.en^ '"ten, regneHen Nacht in den Ai'l?^ ^^"^ '"^ "och im Laufe der Nacht in die .""."lanzen, wo ich so manchen meiner Be-l« nien vlullg und verstümmelt wieder fand. Endlose IM von Verwundeten tamcn jeden Augenblick an, und MM) lange war das blutige Feld nicht geräumt, da die gurten die Blessierteuträger continuierlich anschössen und Me Hllfe, die man den Verwundeten bringen wollte, vereitelten. Niemand schlief die Nacht, übrigens halten wlr auch weder Dach noch Zelt und waren daher ge> Mmgen, die Regenmäntel als Decke benutzend, die we-'ugcn Stunden bis zum anbrechenden Morgen im Freien zuzubringen. Wir sollten aber nicht lauge ungestört d eiben, denn um 3 Uhr früh griffen die Türken die Position von neuem an, und nach zweistündigem blutl. gem Kampfe waren unsere Truppen gezwungen, das Hort zu verlassen. Die drei russischen Bataillone sand ich um 5 Uhr früh in einer kompletten Debandade sich nach Oriwiza zurückziehen, ohne mehr am Kampfe Uieilgcnommcn zu haben. Da trat im entscheidenden Momente das 13. Dorobanzen.Negiment in die Action und nach einem halbstündigen Ringen waren die Türlen abermals geworfen und die Fahne des 5. Regiments Vom Hauptmaim Pounta auf dein zerschossenen Para-pette aufgepflanzt worden. Ginen bedauerlichen Vorfall, von dessen Wahrheit ich mich persönlich überzeugte, lann ich nicht unerwähnt lassen. Die meisten der Schweroerwundeten, welche in unmittelbarer Nähe des Horts liegen blieben, wurden °°n den Türten mit Hacken verstümmelt. Ein Major wurde förmlich zerstückelt. Ich fand sowol Hacken as verstümmelte Leichen an Ort und Stelle. Dle Verluste auf unserer Seite belaufen sich °uf 10 todte Oifiziere und 300 Soldaten, 30 Osftzieri und 1200 Soldaten sind verwundet. Die drei russischen Bataillone hatten einen Tolalverlust von 480 Mann an Todten und Verwundeten. Die Türlen hatten trotz dcr gedeckten Stellung viel gelitten, denn der< Graben der Redoule, deren innerer Raum und die Glacis waren mit Leichen übersäet. Ihre Verwundeten brachten sie nach dem nur 400 Meter entfernten Fort Bulowa in Sicherheit. Politische Uebersicht. Laibach, 27. September. Der Ausschuß des österreichischen Abgeordne. tenhause« für die Ausgleichsvorlagen setzte gestern vormittags die Spezialdcbatte über da« Vanlstatut fort. In Walschtirol wählten vorgestern die Stüdte und Orte Trieut, CleS, Fondo, Mezzolombardo, Laols, Cavalese und Perginl den natlonal.liberalen Kandidaten Baron Giovanni Eianl mit 233 gegen 121 Stimmen, die auf den klerikalen Kandidaten Dr. FaS fielen, wie. der in den Rclchsralh. Das Resultat der Wahl aus der Slädtegruppe von Rooeredo liegt noch nicht vor. Sämmtliche ungarischen Journale besprechen den Wahrmann'schen Bericht über die Bantfrage. Die meisten erkennen die vorzügliche Redaction und die rückhaltlose Offenheit desselben an. Die oppositionellen Journale polemisieren gegen jenen Theil des Berichtes, welcher die derzeitige Unmöglichkeit dcr selbständigen Bank darlegt. Im kroatischen Landtage wurde vorgestern der ^omilöbericht über die Reglerungsvorlage betreffs der Grenze in der Generaldebatte, und in der Abendsitzung auch in der Spezialdebatte angenommen. Der Bericht enthält folgende fünf Resolutionen: Die Regierung möge oahin wirken, daß die ungarische Regierung die Grenz, oahnvorlage zurückziehe; das Grenzvermögen soll als aus< !chlleßlich der Grenze ungehöriger Inve»i!lonsfond betrachtet werden; die Regierung möge ihren Einfluß bei ^erwenouug desselben aufbieten; die Regierung mßge oahln wirken, daß die Semlin-Sisscl'Oguliner Bahn. "Ue ehestens gebaut werde; die Regieruug hat in der nächsten Landtagssrssion über ihr Vorgehen zu berichten. D.w.?". Präsident dcr aufgelösten französischen ^puilertenlümmer, Jules Gi6oy. hat die lkandida'ur wäbr^ "!"""' Pariser Arroodissement, welches fast trelen wu ^'!"" Ia^underls durch Thier« oer. näldst er»^' ^""iv angenommen. In seinem dem-wird «r ^'""°en Eirculaisa,re,den an seine Wähler er bereit s!i" ^""^men nach, gleichseitig erklären, daß '"» die Führung der vereinten Parteien der Linken anzunehmen, und daß er fich auf der Höh« der ihm anvertrauten «rohen Aufgabe zu befinden glaube. — Das Comil6 der soc "I, sUnf türkische Kriegsschiffe kreuzen wieder i^n^"° "" Küstendsche und machen Recogno«. derben ^m^ °"«bem «aulasus rüclgetehrlen Truppen Stellun zw'W" Basardschil und Dolusai eine befestigte Hagesnemgkeiten. — (Wiener Schulwesen.) Die Stadt Wien ist trotz ,hrer die gahl hundert weit ilberschreltenden Vürger- und «ollsschulen noch immer im Gedränge mit der Vchllleraufnahme, da noch ilberall Raummangel herrscht. Im zweiten Gemeinde-oez'tle Leopol dstadl, w° an und für sich der Andrang stet« am größten .ft. müssen heuer 27 neue «lassen eröffnet weiden, und noch lönnen nicht alle Schüler untergebracht werden. Heuer Me b.e «ollSschule für Knaben in der lle.nen Spcrlgasse Nr. 10 aufgelafsm werden. Da »bei bei Andrang in die erst am I7ten September neu eröffneten Vollsjchulen im .Vollert" und im „Sperl" ein Meterzentner gehoben weiden liinnte. — (Die Länge des österreichischen Eisen-bahnneves.) Die l. k. Veueralinspection der österreichischen Eisenbahnen hat eine sehr umfangreiche und mühevolle Arbeit zu Ende llefllhrt. deren Resultat wir in nachstehendem mittheilen. Dieselbe hat nämlich bei Gelegenheit der «linsührung des Meters maße« und der deshalb von den Bahnverwaltungen durchgesllhr. ten neuen „Stationierung" die Längen aller dem öffentlichen Verlehre Ubergebenen österreichischen Bahnen gründlich überprüft und definitiv festgestellt. Nach dieser Ermittlung betrug die Ve» sammllänge des vsterreichischen Vahnneheö (mit Ausfchluh der Schlepp» und Inbuftriebahmn) nm 30. Juni d. I. 10,74?' Kllom. 922 Meter, Diese i!änge vertheilte sich unter nick« m^-mc^r als 38 verschiedene Vesiher, nämlich t»ei Sta^iso? (die l. l. öfterreichifcke, die l0n. bairische nnd die lö», ji, ,,ts» Verwaltung), zwei ausländische Nctieiinessllschaften (d,e oberschlesi-scde und die rechte Odei.ttfer Vahn) und 33 theils rein cislei» thanifche, theils gemeinsame Nctiengeselljchaften. Die Länge der ausländischen Verwaltungen gehörigen Vahnen beti Me» ter. Die der tisleithanlschen und der in den Mei cern gelegenen Strecken der gemeinsamen Bahnen >0> .ler. Eine der österreichischen Bahnen, nämlich die Voru- ihn, hat einen Theil der ihr vom österreichischen Staate garantirten Linien «m »uslande (Schweiz und Liechtenstein) liegen. Uiechnet man diese 11,327 Meter lange Strecke hinzu, so beträgt die ge« fammte, der Oberaufsicht des l. l, Handelsministeriums unter, stehende Vahnlänge 10.76l.249 Meier. Von der erwähnten Ge. sammllänge des cisleithanischen VahnnelM von 10.749,922 Meter sind zweispurig 1511 Kilometer 160 Meter, ohne Unterschied (wenn ein und demselben Besitzer gehöiig), ob dieselben wirtlich alö zweispurige Vahnen je nur in einer Richtung oder aber vor. läufig wie zwei neben einander liegende einspurige «atmen be» sahren werden. In diesen 1511 106 Kilometer doppelspuriger Vahn sind selbstverständlich die i!üngen der AuSweichgeleile der einspurigen Nahnen nicht inbegiiffen. — (F a mil ilnft i flung.) Wie die „Vud. Kurr." ,o fähit, haden die drei Fonnl^nhäupter der gräflich Kaivlyi'schen Familie, die Vrasen Georg, slsfan >e«. und Alois Kurolyi, eine Fomililnstiftung errichtet. Es wuiden liämlich bestimmte Ei,!, lunfte du drei Grafen in der We,s? zu e'liel Süflung dlsignitrt, duß dlefelbtn binnen 20 Iuhren das Kapital cixir Million Guide, betragen. Die ginfen dieses »apital« werde« sodann für e»entu»ll verarmte würdigt Äiachlommen der ilasl>!y>'« verwendet werdin. U^l die Ob^raulstchl dieser Klifluiig wulde da» ul,gl.njche Ulilcr« richlsministcrium elsucht. Im FnUe die Famine einsten« uu«ftllbl, soll da« Kapital zu alla/Mlinen wohlihlitigln Zwccken oerwenbet weiden.— Glüf Otvlg lturvlyl llegl schwer llaul in liseolgo; sein Zusllllid ,st beso.gliiscrrtgend. — (General. Sa nilillsinspetlor der lltl-lifcheu «m bul llnze li.) Die ^W. M^d. W." erhält auf «e» learafijchcm Wrge au« tlonslaütüivpel d»e Milthnlung, daß >U»:on Muiidy zum Oen?cal's»»l!liltzi!,Ipel!or aller beweglichen und studllrn Ambulanzen des „Ruthen Hulbmunde»" einalint wor-brn ist. fokales. Uns dem l. l. UandeSschulrathe für »rain. üuszuz aus dtm Protololle über die ordentliche Sitzung des t. l. Kandesjchulrulhes sur itrain in ^aibach am 20. «ve ptember 1 677, un'tr dun Bor, sitze des Herrn l. l. ^andesplaji^enlen Rlller von Widm«««, in Unwe>enheit von jechs Mitgliedern. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Boi sitzenden tri^t dir Vchrlsiführer dle fell der letzten Sitzung erledigten G:schaslsstücke vor, deren Elledigun^ zur Kenntnis genommen wird. Herauf wlro zur Tagesordnung übergegangen. Ein Gymnasiallehrer w>rt> stabil erwart und ihm der Proftssorlilel verliehe«; einem Gyinnasialprosessor dle oitrleQlllliqlitnnalzulHse zuerlannl uno flussig geinacht. Elnem oerslilrlten Onsschulraihe wiro ble Dewil» ligung zur Veräußerung einer Schulsonds Obligation zur Heilreiluilg von Schulhelstelluilgslosten erlhelll. Da« uchen eines Orisichulrache« um Abschreibung des pro 1875 zu leistenden NormalschulfondS'Vei-trages wiro an den trainischcn ^a»desaus>chuh geleitel. Ein Pollsschulleyrer wird slrafwel>e, eilt andrer aus Dlenstesrucksichlen oerjctzi, einem ocllten ein jchlifl« licher Berw.is wegen Verletzung der Dilnslpfllchten ertheilt. Das Gesuch eines Realschülers um Vewilligung der Wiederholung der Klasse wird dem h. Unterrichtsministerium vorgelegt. Das Gesuch eines ehemaligen Realschülers um Auf-«ahme ln die Borbereitungstlassc der Vehrer-Äildungs-anstalt wird abgewisen. Remunerations- und Geldaushilfsgesuche werden erledigt. — ( Gurlfeld) Die vom lrainischen Reichsrath«. und Lanolllllsodgeoronelen h'nn Vt. Hotschewar bellilllillich ganz au« eigenen Milleln eibuulr und dem Schulbeziile GulljeId groß» müthig als Geschenk uberlafstüe neueVolle- und «nrgti-schule in Ourlfeld w'ib am 15. des nilchstcn Monates eioff. »et und ihrem Zwecke ubelgebe» wilden. Man crwaitlt au« diesem «lnlusse d°S Emlreffeu zuhlieicher F^l^äfl' l>, Gll'tfeld. — Nuch Se. Efc. der Heir Eullus» und Nnlerrichtsminift'r vou Stremayr hat Über Einladung d?« Herrn Holschewar sein pelsonliche« Ecscheinen in Vurlftlb in Aussicht gestclll. - Um den Uebergabsact der neuen, in muliificentestel Weise «usa/fl»!» lelen Volle» und Vlllgelschule, deren Triichtung ihrem Bciliherrn fur immtlwllhrende Zeilen einen der vordersten Pllltze in der Rcihe der lramischen Patrioten sichert, in möglichst solenner Wnse ,u feiern, richle.e H:rr Hotschewar »„her an die heimischen r»n. desspitzen auch an die philharmonische V e s e l l s ch a f t in i!»ib»ch, „die gefeierte K»llu,tiägerin im i'unde" ^ wie sich Herr Hotschrwur ansdrllckl - eiü rigeiiss ^aftssch^iben m>l dem Ersuchen, sich an der Feier corpora!,» zu l>el-F,stm.fs', worauf die Vchlußst""^«""« 1830 banlett folgen. VlUgllcherweise dürste abend« sodann noch ein« Liedertafel stattfinden. — («na st, si us Orün,) Die in Leipzig etscheiuende „kiterarische Korrespondenz" bringt soeben aus der Feder des hiesigen Schriftsteller« Herrn Peter v. stadlcs einen Veitlag zur «nastastu«-Orlln» Literatur unter dem Titel: „Nnaftasius Vllln und seine Welle." — (Freiwillige Feuerwehr.) Nl« unter-stützende Mitglieder der Laibacher freiwilligen Feuerwehr haben den Jahresbeitrag pro 1877 geleistet die Dameu: Frau Marie Obresa mit 5 ft., Frau Fanny Kotlnil mit 2 st.; — die Herren : Ritter o. Variboldi mit 10 st., Dr. E.Sl und Milusch mit ie 5 fl. — (Idri » ner Que cks il b e r.) Im Laufe de« letzten Mo« nates hat im Preise des Idrianer Quecksilber» abermals eine betracht» licht Ermäßigung platzgegl'ffen. Während dasselbe nämlich vor dieser Zeit per 100 llilo am Wiener Platze noch 24 Pfd. St. 5 sh. 6 Pence loftett und bald hierauf auf 22 Pfd. St. 3 sh. fiel, stellt sich der Preis, wie wir einer Notierung der «Presse" entnehmen, heute auf 21 3 Pfund Sterling. In österreichischem Gelde entspricht die« einem Pieis« uon 24« st. 36 lr. loc« Wieu. Die Flusche stellt sich auf 86 st. 7 lr. (gleich 7 6 Pfund Sterling). Der l. l. B«rgwttl««Prl,dultenvilfchle,h hillt an vier Plätzen (Wien, Trieft, Prag u,.d Ioria) Vorrälhe, und zeigt e« sich auch heuer, daß das Hauptquanlum von Trieft au« iu den Blilehr gelangt. Speziell von Wien bezieht namentlich Vaiern grUßere Quecksllbir'Quautltälen. — (Unser Tabalconsum.) Die Cinnahmeu für die im ersten Semester d. I. im allgemeinen Verschleiße in den im Meichsralhe vertretenen Ländern abgesetzten in- und aus» ländischen Tabalfabrilate und Zigarren betragen 27.426,746 st., jene desSpezialitätenverlaufes 845.581 fl., zusammen 28.272.327 st. Weiden hlezu noch die Ergebnisse des Verlaufes im Auslande mit 53,037 st. gerechnet, so ergiedt sich eme Gesammtsumme von 28.782,511 st., welche sich um 457,147 st. oder 15 Perz. niedriger herausstellt, als die Einnahmen in der gleichen Periode des Vorjahres. Eine geringere Einnahme zeigen Nleveiosterreich um 456,885 st., Mähren um 64,786 st., Kürnten um 29,191 ft., Küstenland um 22,861 st.. Schlesien um 12.014 st., Böhmen um 10,601 ft., Salzburg um 2189 ft.; mehr haben dagegen eingenommen: Tirol um 44,592 fi., Oberüsteirelch um 39,350 ft,, Krain um 12.235 st., Äulon»ina um 12,200 ft., Steiermarl um 10,066 ft., Dalmazien um 2682 si. und Valizien um 364 st. An iniändi' schen Zigarren wurden im allgemeinen Verschleiße von allen Sorten weniger abgesetzt, am meisten genuschte Ausländer um 22.235,593 Stück, feine Vlrglmer um 3.206,125 Stück, ordinäre Inländer um 2.746,320 Slück, Porloilco um 2.530.650 Stück, Haoanna'Britannica um 1.408,275 Stück, gemischte Virginier um 877,»00 Slück. Luba um 874.550 Stück u. s. w.; mehr dagegen wurden blos Virgimer um 1.773,350 Stück ab» gesetzt. Von den echten Havanna-Zigarren wurden im allgemeinen Verschleiße um 246,937 Stück und im spezialitätenoerlaufe um 46,416 Stück, daher zusammen um 293,403 Stück mehr vei> lauft. Der Verbrauch an schnupstabal hat »m allgemei» nen Verschleiße um 2 123 Kilogramm und im Spezialiläleuver« schleiße um 22 Kilogramm zugenommen. An Mauchtabat in Kassetten, Packele« und in ledigem Zustande wurden im ganzen um 54,107 Kilogramm weniger, dagegen an «auchlabal in Vriesen um 5.780,413 Stück (gleich 447,541 Kilogramm) mehr verschlissen. Der Blätterverlauf im Spezialitäten» verfchleiße hat um 241 Kilogramm abgenommen. — (Hochwasslr.) Nie wir neulich bereit« in Kürze meldeten, hat da« durch da« anhaltende Regenweller uud einen in den Gebirgen niedergegangenen Wollen bruch velursachte plötzliche Steigen der Sann an der Grenz« unseres Landes — bei Steindruck sowie auch in Lilli selbst — arge Ver-! Wüstungen angerichtet und in der letztgenannten Stadt insbesou« ^ d Einheimischen sowie die Kurgäste erfreuten, wieder ellennen milchte.^ Sie gleicht einem förmlichen Sand« und Schollerplatze; die schönen und zum Theil« kostspieligen Garleuaulagen sind theils weggerissen, theil« gunz niedergeworfen und die Wege förmlich unpafsierbar. D»e mit vieler Mühe hergestellten Anlagen etfcheinen hiermit auf einmal vernichtet und so Celb, Mühe und Zelt um» sonst verwendet. Wie bereit« telegrafisch gemeldet wurde, hat da« Hochwafser auch an der Vergfiurzstelle in Steindruck einen be> deutenden Schaden angerichtet, zugleich aber auch ein Hiubernis beseitigt, an dessen Wegschofsung seinerzeit so viel gearbeitet wurde. Die Vezirlsstrahe, die vom Vergsturze verschüttet uud sodann wieder hergestellt wurde, ist in einer btdeulenden Länge weg» geschwemmt. Än den mitten in der Sann stehengelassenen Erb. massen staute sich natürlich da« Hochwasser, wodurch Melictl's Otlfubril ein Meler hoch unter Nasser gesetzt wurde, welche« erst fiel, als da« Wasser mit einemmale den obbeschriebencn Crd-legel wegriß und mit sich schwemmte, wobei Vestanolheile der seinerzeit verschütteten Häuser zutage gefördert wurden. Die Vesorgni« eine« neuerlichen Absturzes war allgemein rege, und die Angst der Eisenbahnpassagiere in den mit der grüßten Langsam» leit an der gefährlichen Stelle dahinrollenden Zügen mag eben leine lleine gewefen sein. — Vezirlohauptmann Haa« ist fofort an Ort und Stelle in Steindruck erschienen und besichtigle den angerichteten Schaden." — (Reiserechnungen.) Ha« t. l. Finanzmintsterinm hat im Elnueinehmen mit dem l. l. Obersten Rechuungshofe und den übrigen betheiligten Centralstellen bestimmt, daß Veschwer, den der Veamten cder anderer im öffentlichen Dienste stehen» den Particularleger gegen die Adjustierung von Reise-rechnungen innerhalb einer Pcllclusivfrlft von vierzehn T a « gen, welche vom Tage der uon dem Rechl,ung«leger zu bestäli» genden Verständigung berechnet wirb, einzubringen sind. — (Eisenbahn-Agiozuschlag.) Vom 1. Olto-ber d. I. an wird der Agiozuschlag zu den hievon betroffenen Gebüren jener Vahnanstalten, welche zur Einhebung eine« Agio« zuschlage« berechtigt sind und von diesem Rechte Gebrauch machen, mit 5 Perzent berechnet. Hiedurch wird die bestehende thtilweise Erhebung eine« I5perz. Agiozuschlage« im Personen^, Gepäck» und Eilgut'Nerlehre der l. t, prio. Sllobahn, gesellschaft nicht berührt. Die zugunsten de» Publllum« be» stehenden Ausnahmen von der Lmhebung eine« Agiozuschlages überhaupt, sowie jeue bereit« publiciertell Ausnahmen, welche durch die Fixierung eines Maximal-Agiozuschlages für gewisse Actilel auf einigen Vahnen zur Einfühlung gelangten, bleiben unverändert. Neuljlc Post. (Orlginal'Telegramm der „ttaib. Zel lung.") Vudaptst, 27. September. Im Unterhaus', auf die verschiedenen Interpellationen antworiend, lennzeichnete Ministerpräsident TiSza die nur auf das Interesse der Monarchie bedachte neutrale österreichisch.ungarische Politik. Wegen Torpedolegung wurde bei der Türlei, sowie we-gen Zerstörung der Sulinamündung bei Rußland recla» miert. Die Türlei machte Zugeständnisse, Rußland versprach Wiederinstandsetzung der Sulinamündung nach dem Kriege. Bei Ausbruch de« Krieges versprach Rußland, Serbien nicht zum Operalionsterrain zu machen; die Türlei machte dieselbe Zusage. Im Falle der Theilnahme Serbiens am Kriege wird die Türlei nicht behindert werden. Oesterreich-Ungarn wird dann seinen Interessen gemäß handeln. Der Zweck des Drei-Kalser-Vündnisses war nicht eine Verpflichtung gegenüber concrete« Fragen, sondern das Uebereinlommen, im Interesse des europäischen Frie> dens bei auftauchenden Fragen im Einvernehmen (nicht gemeinschaftlich) vorzugehen. Die Thatsache, daß der «ritz lein europäischer geworden, sei theilweise auch dem Drei« «aiser-Bündnisse zuzuschreiben. Daraus, daß eine Regierung gegen die Ansicht zweier anderen in den Krieg ging, erwuchs der österrel« chisch-uilgarischen Regierung gegenüber der Orientfragc keinerlei Verpflichtung. Die bisherige RegierungSpolitil bekundet, daß eine Zerstückelung der Türlei niemals beabsichtigt war. Die Regierung reclamierte nicht wegen türkischer Grausamleiten im allgemeinen, sondern wegen Pardonierung Gefangener. Die Türkei versprach künftige Beobachtung. Unser Verhältnis zu Deutschland ist schon sehr lange ein g»,leS gewesen und ist auch heute sehr gut. Das Haus nahm alle Antworten zur Kenntnis. Elstowa, 25. September. (Presse.) Hier glaubt man, daß der Zar selnen Winleraufenthalt in SlstoM nehmen werdc. Die russischen Marine Offiziere «ach" Versuche, um die Donau für den Fall der Ueberwintl-rung mit elner großen Drahlsellfähre überbrücken z» können. Konstantlnopel, 26. September. Dle „«g««« Havas" schreibt: Da« Eintreffen der Verstärkungen und des Prooianltransporte« in Plewna, welche« am Sonntag erfolgte, wurde durch einen Ausfall Osman Paschas erleichtert. Die Russen, bei Schibnil zwischen zwei 3"" genommen, wurden in die Flucht geschlagen. Die tell' grafische Verbindung zwischen Plewna und Orhanle isl wieder hergestellt. — Die Lage im Schipla-Passe lsl unverändert. — Von Mehemed All wurde lewe Nach' richt publlciert. Ein Telegramm Ismail Pascha's vlB 19. d. M. berichtet über mehrere Gefechte, die in dtt Umgegend des eine Stunde vom russischen Lager bel Igbir entfernten Dorfes Hallali geliefert, und in welche die Russen jedesmal geschlagen wurden. Ein Telegramm au« Rustschul berichtet über ein am Samstag jenseit Kadiliüi gelieferte« Gefecht mit für die Türlen günstige" Ausgange. Budapest, 27. September. (Fruchlb 0 rse.) Prln>»' Weizen, 80 Kilo effectlo per Hetloltter wiegend, lostet 12fi. 40 tr. per Meterzentner; bessere Kauftust, MM' sorten unverändert; Usance.Weizen 11 fl. 10lr. telegiaftscher Wechsellmr» vom 27. September. Papier» Rente 64 40. - Silber» Nente 6695. — O°>l' Rente 74 45. — 1860er 3taal«.«n!ehen 111-20 Vanl»ilc!l"> 855. - Kredit - Actien 21150. - London 117 70. — S^" 1(14-45. — il. l. Münz - Dulaten 5 63. — 20-Franltn.SM' 9 43. — 100 Reichsmark 58 -. W,en. 27. September. 2 li„l „achmmage. ^ch>u Kreoltactieu 21150, »abOel kon 11125, »664« l»l 133" — —. Ooldrenle 74 50. Angekommene Kremde. »m 27. September. Hotel Ttadt Wien. Hecht. 5fm., und Lierscb, ssranlfurt. -Wondre. «els.; »ühnel, Kfm.; Wagner sammt Frau; ViolM uud Herman, Wien. — Ianijch, Forstmeister, Wippach. -" Gchlnt, Geschäftemann, Oagor. — Stampft, Vudweis. ^ Demmler, ilfm., Verlin. — Podjed, Lieutenant, Klagensurt. Hotel Vlesanl. Pelrovil, Hptm , Stein. — Deistnger. »'< schostacl. — Dr. Fer,antii, Gerichtsadjunct, Peltau. — Ditri«» Holsm., Wippach. — Vodir. Goriie. - »olmajer, Altlag. "^ Glühl, Pechalsch, Ueis.; Nesst. Privat; Schweiger, Holzlitferan«, und Nessi L, Wien. - jjarnil, Lehrer, Dornegg. - <»«" Elisabeth, Veamlensgaltin, Osterschlag. Kaiser von Oesterreich, «ilter v. itappus. Lteinbücbel. ^ Hellwig sammt Fiau, Wien. — Stramer, Pranlner, Pasc» lattl und Fischer, «lagenfurt. , Oiohreu. Preheger. Uaibach. — Podlrajsel. Nadmannsdols-- Filzi, Lehrer. Pisino.__________________________^^^ Theater. Heute taerader Tag): Ecfte« »uslretln der Frau Iosefine Fritzs^ Wagner: OiroslölOiroflil Komische Oper in 8 ."> 9 „ »b. 743,z » 3., O. schwach sternenhell Morgen« starler Reis, tagsüber größ'entheil« heiter, heMe' latter Ostwind. D°« T°ge«m,llel der Wärme ^- 5 3', uw ° unter dem Normale. ^^^^^ verantwortlicher Redacteurs O t« ° m » r Vamber ch im Verlaufe der gestrigen Abend« und der heutigen Vorbülje bemerlbar machten, hat si^ »<,st . . 108 75 104 25 D«mänen«Ps»HdbNt0 Ung. VilenbllliN'Nnl.....9750 98 — Ung. Gchatzbon« v«» I. 1878 101 — 10150 Anlehen d. Sladtgememde Wlm i» V. V.........9650 9S?b Gr»ndentl«ft»»»«»-Vhli«tl«»e«. V»H»«N..........- - I«» 25 «iedtröstemich.......1"- 104 50 ««lizien..........64-75 S5 Siebenbürge«.......7b 75 ?6 25 Temeser «anal......7550 7650 Ungarn..........76 75 77 2b Netle« v<» V«nle». «nglo.Ufierr. «»lll . . . 92 92 2.^ «.edltanNall....... 20250 202 75 Dlpnfitenbanl...... — —. ...^ llreditanftall, ungar.....184 50 185 — »«« »lfüld.Vahn........z,u . 114- V«u»n»D»mpschlss. . Ves»llsch»ft 354 — 356 — Vlisabeth.Weftaahn.....171 - 172- fterdiuaud«»^oldbllhn . . . 19U) -1930 - Vlld >ll«e . Franz - Joseph - Vahn . . . 130 - I8l — ^ G»l,zische «»rt«^««»»»«»»«^!, . 24450 24k» - , Haschau-Oderberger Vahn . . 104 - 105 — ! L>:mbtrg-30 Theitz'Vahn........183-184 — Ungar.'galiz. Verbindung«bahn 99 50 100 -Nuyarischt Nordaftauhn . . . 109— 1<0'— Wiener ^ramway.H seillch. . 1»'»me».Vahn "6^- "^ > sliebenbürger Nabn . ' '" ,^, ^ Gtllllt«bahn 1. Vm. 150 ^ i"^ «5u«,hu<,u » 8"/, . . ^'^ y<)25 «ßlldbahn, Van« . . . . "^ «evisen. ^ «uf deutsche Plätze..... 57^ ^. London, lnrze Sicht .... 1 ?^ ^«0 sondon. lange Sicht - > '!^ 4710 Pari«......... "^ «el»i«rte». «.lv «"" ft. bulatw .... »ft «8 lr. bft-' Nap°lt°n«d'«r . . 9 ^ 45 „ » " Deutsche «eich«- ^^ .„ ,h ^ banlnoten . . .58.05 . b8 - ^ ^ Vilberguldeu. . 104.80 .104.«" Kraluische «rundt°tl«Nnna«.0bll,<.tl«a«" Priuatnotierun« : Velb 90 —, l»«e ^, »redit^,3 - bi« 203 20 «°»l° ^°" «