Mo. XI^IV. ^Zfv I 8 o F. Laibacher Zum 3? u t z e n u n d V e r g n ü g e n. Als Zugabe zur Edel v on Kleinmayerschen L albacher Zeitung. Blicke auf O ber-Itali cn. Fortsetzung. Traurig ist jetzt die Lage Veronas. Die Etfch, lvclche beyde Halsten der Stadt theilt, dient nun zur G:anze zweyer so ganz vctschirdcneil Staa-l<:>. Gelb und schwarz ist dao Gclandcr der brücke bis zu den« lcercn Miltclbogcn, von wo an der Anstrich sich an)ert, und wie bedeniend V nicht die Adwechslu^a dieses Farbctlsoiels. ,Dcr Bruder, der den Bruder jcns.lts besuchen will, findet von eilN'r Scile zur anoern vcrschl^-^e.ne Mnnze/verschlcdenc Benci.nunqcn dcl Zrvil-u.:d Milnärsicllen, und was woiil üych wickji-gcr lil, ganz entgegen gcfttzce Sy>icme de^ bch-dcn ^'.'s;icrullglN, Bili g zllht bicr das Amphitheater vor aÜcm ddefyt!>;e!tcAt, daß es allen oorhant'ellcn Gedäu-<,den glcichcr Art, die uns aus dem Alterthum übrig find, zt m Kommentar dienen kain., Die Ehre dieser Erneuerung g'bilhrt Veronas großem Lilterator Maflei, und d»r Eifer dieses würoi, gen Gelcdncn üdertras hier den der ftanzöstschen Rrgt^rung, 3»e disber die decretirte Räumung des Amphitheaters ik NisMrS von den elenden Hüllen, die es e,'Mellen, nur las.gsam und unvollständig ms Werk sehte. Dea größten Genuß bey dem Anblick der Neste bes Alterthums, gewal)ll die rege Phantaste l es Eehenden, die durch Reihen von IM Hundertel, zu dcr schönsten Epoche der Vorzeit sich erhebt. Von der schönen Po-rta dcl Pallio, die lange verschlossen, nun wieder zum AusZange öienet — und besser noch von dem Thurm der Kirche des heiligen Zcno üb, rsiehl man das Schlachtfeld, das den Namen Kray'ö, dessen Ruhm spätere V'vl-säl.'e nicht verdunkeln können — immer er-hedcil wird. — Noch war im Frühjahr 1795» dcr Klieg in Julien nicht wieder aufs neue er« ö>im't, und die von beyden Theilen getroffene Koi-venzion dcs WaftenstlUstandes bestimmte des« sin Aulknüdigung 24Stunden vor dem Ausdruch licuer Feindftlsgleitcn. Gcgcn Millernacht gab 01c frauzöstichr Lärmkanone das S-ignal des ge« clloeten^Stillstands, und Z Stunden spater er-fotglc^errurlers Angriff. Doch hutie diese Eile mcht d.c gchostte Wirkung. Hlap entschied an dcr Splyc cluigcr Kavallerie Regimenter den ^'eg, dcr, schnell und glüctlick benuht, auf alle Begfbenheiirn des kommenden Fcldzugs d?n ent« s5elde,.Ppen Einfluß hatte. Bekanntlich wsr die. > '0. .. "^^ bcr letzte, die festen KaiieUc auf o.n ^üböbcn rings um Veronelta, die nun wie ausgebrannte Vulkane in Trümmern liegen, bc. weisen dcn Wechsel des Glücks und trubcn den >"lm.' a,.i die säiöne Gegend. Dle alte Sala ocl Consiglio dcs Rathhauses tnit den Bildsäulen der großen Männer, dielen 3ii.hm der Vaterstadt erheben, P.llcgrinos Ka« ,pci!e in der Kirche des heil. Bernaldin, die go-thil'ckcn Mausoleen dcr ii'tztcn Herrscher des Ge« schlechls dcll^chcal^„uui> maychM andre^yas «rschöftlg 5er nnterlichlele Cicerone uns zeigt, nähern ««vermuthet MneU die Griechen, noch vor kurzem arm, exilirt in Hrcm eigenen Vaterlande, schienen nur zu e^i« stiren, um die Sclaven der Türken zu seyn, als sie chre Blicke auf das ihre Küsten bespülende Element und auf die von ihnen bewohnten In« ftln richteten. Auf einmal sahe man nun ganz Unbekannte Eilande aus der Dunkelheit hervor« gehen, und ihre Flaggen aufstecken, um in unsern Häfen Handel zu treiben. Von allen diesen insularischen Griechen waren die Bewohner der Insel Hydra die ersten, die man zu diesem Zweck auftreten sah. Diese Men« fchen, schwach, wie alle Anhänger, leiteten zit-zcrnd ihre Schiffe mit altcuropäischen Segeln, und wagten sich anfanglich nicht über ihren Archipelagus hinaus. Die noch furchtsamern Bc« wohncr der andern Inseln unterstanden sich kaum mit ihren gebrechlichen Fahrzeugen bis Constan» zu kommen; und der BosphoruS war das ihrer Schiff-Fahrt. Lambro *) bekannt durch seine kriegerische Un-durch seine Seeräubcreyen und durch die Vernichtung seiner Escadrllle der erste, der seinen Landöleuten in Betreff was sie werden könnten, die Augen öff-Sie waren Zeugen seiner Thaten; sie sa-wie er mit wenigen leichten Fahrzeugen der Macht trotzte, nun haben sie auch noch DMion ihm ein denkwürdiges Witzworl aufbehalten. Er sagte eines Tages: „Hatte ich die Fre- *) Ber ganze Name dieses merkwürdigen Griechen war Lambro Cazoni. Nuchdem er lange Zeit den Divan sehr beunruhigt halte, wurde er, so t»ie seine Anhänger in Griechenland, die sich unter dem Schuh Rußlanos, im oor« teHten russiscketürkischen Kriege gegen die Pforte aufgelehnt hatten, bey dem Friedensschluß auf die grausamste Welse aufgeopfert. Hatte die jetzige Marine der Griechen schon damals bestanden, so würde Lambro wahrscheinlich große Hinge ausgerichtet haden. gatte La Sybille *) «nte? meinem Commandv gehabt, so würde ich den Türken we D nd.mcllcll gesperrt haben/' Von dieftr Epoche an g^ occe Ach bey der ganzen griechischen Nation der bedanke, daß es nur aiiein die Marine ftp, wodurch sie hoffen könnte, sich der Nlitfrolü^'s der Türken zu entziehen. Man tan» vielmehr sagen: ein glücklicher Instinkt bcstnumte sie dlcse Parthie zu ergreifen. Einige Reisen dieser neuen Argonauten gäbe« ihnen einen Begriff von der Schiff.Fahrt, und aufgemuntert durch d.en Handelsgcwlun, so Nein er Anfangs auch war, wagien sie sich wcttcr, und erschienen in Frankreich in der Rcoolutions-Epoche mit Getllidc befrachtet. Dieß war der Anfang unermeßlicher Vortheile, die sie durch den Getrclde-Halldl'l in unsern lrüliscllgcnZcitell erwarben, so daß sie tich endlich öeii größten Spe-culalwncn ilbeilajiln ko»lilcn. Es war auch u« dlcser Epoche, «zls man zum erstenmal das Wort Millionär bey den Griechen hörte. In den vornehmsten Haudelsvlähcn der Levante entbanden nach u^d nach gr»echlschc Häuser, welche sich mit allen von oen Europäern oort getriebenen Handels-Zweigen befaßten. V,e Hy-driolen, oder wie sie andere nennen, die Idno« ten, sind nun in Betreff der ÄuSfuhr oer Lcbens-Mlttel die Küstenfahrer des Archipclags geworden; dabey haben sie ihre elenden Fahrzeuge, die zum Anfang ihrco W^ylstandes dienten, ausgegeben, und dafür große, mehr zu ihrem pro-lectirtcu Handel geeignete, Schiffe gekauft. M gleich Unterthanen der Psortc, so werden sie doch von den barbarischen Seeräubern nicht immer respcktirt; daher die Griechen jetzt ihre Schisse mit einer guten Artillerie und mit starker Besatzung versehen, tue, immer mehr in den Schiff' Fahrtskunde geübt, dereinst eine Masse von Seeleuten aufstellen werden, fähig alle Barbarcskell auszurotten. (Die Fortsetzung folgt.) *) Eine französische Fregatte, die damals zur BeschühunK des Handels im Archipelagus kreuzte. Französische Miszelle^», i Ein Schreiben von Toulouse von einem nicht Mten Datum drückt sich über die innern Verhalte Nisse und Äenkuugsart jener Gegenden ans eine An aus, die gewiß auch auf atte übrigen Provinzen Fran'leichs paßt, und charakteristisch genug ist, um hier einen Platz zu verdienen. „Wirleben ganz stllle weg, ohne an dem Noth-dürftigen Mangel zu leiden, m>d hierin sind wir fckr glücklich; denn wir sehen viele Leute vor uns, welche ehedem ein großes Vermögen besaßen und jetzt nichi sau zu essen haben. Man sieht dagegen die größte Verschwendung bey den Leuten, welche slch auf Kosteu des östcnllla>ea und des Privatvermögens bereichert haben, und nur sehr wenige zeigen sich großmüthig yoer nur gerecht gegen diejenigen, welche das Schlachtopfcr der Umstände gewoben sind. Äer Lebensunterhalt wird von Tag zu Tage schwieriger, weil die Lebensmiltel und aUeConsumlionsarlikcl immer mehr imPreise steigen, und dessen ungrachtcl herrscht hier eine Art von Verschwendung, worüber man sich weit weniger wunder« wurde, wenn man nicht wüßte, lvie groß die Anzahl der Armcn ist. Übrigens sey es Wcltclfer, sey csHadsuchl, jedcrman arbeitet mit einer Thätigkeit, welche durch nichts Mlnhlos gemacht werden kann, und es shcint, daß der Wunsch, Schätze aufzuhäufen, jedes andere Gefühl erstickt. — Wir haben Lebensmittcl im Nberfiuß, und doch sind sie sehr theuer, den Wein ausgl'noillmcn. Ungeachtet aller Vortheile un> des Gellujfeö eines so schonen Climas, giebt es doch oiclc Menschen, welche — minder schöne Länder beneiden. Andere suchen sich mit den Umstanden zu vergleichen, und sie thun sehr wohl daran; denn es ist Unsinn, stets zu wünschen, und niemals mildem, was man hat, zufrieden zu seyn. Ich wünsche indessen den Frieden, weil ich glaube, daß er für alle Menschen vortheilhaft ist, wenigstens für die guten, denn für die wenigen, welche der Krieg bereichert, interessi-re ich nuch nicht. — Der Frieden ist befon. ders auch darum so nöthig, weil es dem Ackerbau außerordentlich an Armen fehlt, indem die Con« scription mele Menschen aufrafft. Freylich ist sie noch nicht ganz fest eingefkyrt, weil viele jung« Leute sich verstecken. Man verlangt von einem Eyuscribirtcn nu, 5 Dienstjahre; freylich ade, tvrrd währendes Krieges kln MMed VewMA - Übrigens ist unsere Jugend äußerst wild, und wenn sie nicht durch strenge Polizcy «Aufsicht aufgehallen wurde, so könnte es leicht seyn, daß sie stchoft selbst untereinander in den Haaren läge. Gott behüte uns vor einer StaHtserschütterung; man würde abermals un Innern schreckliche Stöße erfahren. Die Vorsicht verbiethet mir, mich naher darüber auszulasten."--------- Es erhebt sich jetzt in der gelehrten Hauptstadt Frankreichs ein großer Streit über die wichtige Frage: ob es Moses oder Iosua gewesen, welcher der Sonne Stillstand gebothen. Das Bü«au der Longitüdes in seinem, der Regierung, für dasIahr »806 überreichten Tagebuch ist fur Moses. Hingegen erhebt sich gewaltigem AnhängerIosua's, welcher schlechterdings es nicht zugeben will, daß man seinem Patron den Ruhm dieses Wunders entreisse. Welche Fortschritte die Philosophie in Frankreich gemacht hat, beweiset folgendes im Mer-cure sehr gepriesenes Werk: I'rgils leiprl8 cje 5vi mäm«, coinpoz.^ en ttalie» par Is !>i. ^ ^. l^nlice l'rliUcdi et traäuit eu irancaiz «ur la z. eältion ect. Zum Beweie se, dap der Mrnsch sich verachien solle, dient folgendes Raisoanement: Der heilige Geist, der nicht irren kann, sagt, der Mensch ist nichts: — nun ist die Sünde etwas, das noch weit unter dem Nichts steht, folglich muß der Mensch, det schon Verachtung verdient, weil er nichts ist, Hoch well verachlungswürdigcr sepn, wett er ei« Sünder ist. — Hieraus zieht nun der Verfas« ser 80 Folgerungen, deren erste so lautet: Wer Verachtung verdient, ist nicht werth geachtet zu werden; denn Verachtung ist der Acktung cnt« gegen gesetzt, und wenn er Verachtung verdient^ so verliert er alles Recht auf Achtung sowohl als auf guten Ruf; man ist ihm weder Ehrerbic« thung, noch Lob, noch Verehrung schuldig." — Schriften ahnlichen Schlages werden gegenwar-lig in Frankreich häusig übersetzt, und es fchll auch nicht an Originalien, die sie an Erbarm« lichkcit noch weit übertreffen. Ein würdiges Sei« lenstück zu solchen philosophischen Producten ist^ die Nasenschneuzkunst, ein Gedicht in drey Ge, sangen von Grcllier Mitglied der medizinische, Gesellschaft in Paris. Der Verfasser vehandcl seinen wichtigen Oegenstand mit französischer Scharfsinn?. Der erste Gefang handelt von 5ez Nase, der z,?eyte vom Schnupftuche, und dt'l dritte vom Schnupftuche an der Nase. ^ Die französischen Blätter becifern sich jetzt um Rbie Wettc, nbcr Doktor Gatt und über das In- Meresse, das Deutschland an seinen Entdeckungen Wimmt, zu spotten. Schade nur, daß die Herren immer das Unglück haben, sich zu prostituiren, wenn sie von DeutMand sprechen. So ver» sichert das Journal dc l'Empire: Gall hab? bloß ^dem herzoglichen Zofe in Weimar seine Aufwar- Mklng machen wollen, habe aber den inständigsten 'Bitten der Craniomanen zu Jena und zu Gries- bach nicht widerstehen können. (Griesbach ist aber der' Name eines berühmten Professors zu Jena.) Pariser-Moden. Ein Hut vonOrgandie oder von Krepp, vorn mit Blumen verziert, und obcn mit uinen Bändern umflochten, ist die neueste C»issürc zum Staat. Zur halben Parüre trägt man Stroh? hüte mit großem Rand. manchmal mit einer Blume, immer aber mit Rosa- oder weißem Bcuch dckorirt. Roben von schwarzem Taffet tragt man zum Neglige'. Scaatsroben müssen gestickt oder we? nigstens mit Bändern garnirt seyn ; selbst Schürzen fangen wieder an zu figuriren. FlisirleGarnituren mit farbigem Saum sind nicht mehr so beliebt, man zieht große faltige Garnituren vor. Man stickt schwarze Schuhe mit Fleischsarbe,gclb, pistache, yder andern Modefarben. Theater°Anekdote. (Von der seltensten Art.) In der Stadt Brilou in Wesiphalen (sie gehör« te ehemals zu den Hanscestädlen) ereignete sich am Zo. August dieses Jahres auf denl dortigen Theater (auf welchem ohne Zwciscl eine wandernde Gesellschaft spielt) ein psychologisches Phänomen von sehr tragischer Art. Man gab an diesem Abende: „Abällino, oder der große Ban» dit, ein Trauerspiel vonZschoclc." — Ei„ junger Schauspieler, Namens Paul, mit nicht gemeinen Anlagen für die tragische Bühne begabt, spielte darin die Rolle des Nobile Parozzi, welcher stch bekanntlich im leyten Acte ftlbst ersticht. Die Handlung schien seine ganze (^eele zu beschäftigen; er brachte daherauck gleich Anfangs rme g:ößere Heftigkeit in scin Spiel, wic gc- lyöhnlicl', sem Msdruck war stäl-ker, und Me Action lebhafter. Der letzte Auftritt stimmte ihn zu einer Begeisterung , welche sichtbar stil'g ; aber in dem fatalen Augenblick, wo er stck und seine Mitverschworncn verrathen sah, verließ ihn das Bewustseyn Seiner selbst gänzlich. Der Unglückliche stieß sich das bey sich l)a^enl)cMesser, welches er statt eines Dolchs gebrauchte, bis ans,Heft in die Brust. Erst der Schmerz, nnd das aus dcrM unde häufig heroorspritzende Blut rissen ihn aus diesem theatralischen Taumel, der für ftin Leben fürchten laßt, obgleich zu feiner Rettung Alles, was nur die medizinische Kunst vermag, angewendet wird. Sonderbare Kritik. Der französische Arzt Galland war der erste, welcher die „Tausend und eine Nacht" in einer Überfetzung bekannt machte. Die im ersten Theil enthaltenen Erzählungen siengcn sich alle mit dem kefrgin «n: „Liebe Schwester, wenn du nicht schläsjt, so erzähle uns eines von den schönen Mäbrchen, die du weißt." Einige junge Leute fanden diese ewige Wie-6erhohlung so aogejäimackt. daß sie sich entschlossen, den Verfasser deßwegen auf eine drollige Art zu züchtigen. In einer kalten Wintrrnacht gieilgen sie — cincr um den andern >— nach seiner Wohnung, und pochten i>n aus dem Schlase. Galland lief im bloßen Hemde an oas Feister uno fragte, was man verlanget „Wem, Sie nicht schlafen," sagte der Untenstehende, ,,so erzählen Sie uns eines von den schönen Mahrchen, die Sie wissen." D>esePosse wlederhohlten sie cinigcmale, und Gallano land diese Kritik so treffend, daß er bey den Erzal), lungen dcr folgenden Bande dieWiederhohlung wegließ. D e r M e n s ch. Aus der Tiefe zu der höchsten Hohe Ringt verklärt der M'N feyfrk, , Zeigt die Bahn, die zim G.cnnß ünl wintt/ Bis das Herz, von allem Trug en.'chl.'yci^ ' In den Arm der cw'gett Llrbc sinkt l