^)v 11^,4 Pr«num«ratlon»preie: Im Comptoir «anzj. ^^. I.»ll . N- l», halbj. fl, 550. Fill die Zustellung ins Hau« " ^ » halbj. 5>N lr. Mit bei Post ganzi, fi. l5>, hall',, ? 5<>, Freitag, 4. Juli. Insertioilsgebiil! Fill lleine Injnate bi« ,u ^ s^^/^ 4 ZeUen 25 lr.. «löhne pn geile « tr.; bti °'"' Der Theil, den sie in Pierre ilie ver^ö! ^"^'""' achmoen hatte, war von don ailsaebes ^ ', "^'"' Der Bruch war in Lon-daß d K tt tw7. ?' ""b es war uicht anfgefallen, morden war.'Renard solcher Sach wa^ und "." "" ^"W Liebhaber den vierten Tb i^is"3 5- ?" einem Verkauf kanm haben w de ^Sic ä. '"?"'^" ^"^ erhalten Kästchen qclmen^^ '^'"""3 nnwührt in dem ketten hatte d er si^ "'^"" "hr- "lte Kette besaß. '^ "'" "'""""' d"ß er dicsc die ei?H.^'^'^" bedanken anfraffend, setzte Alexa wie i^" ^"Z" Wieder ein nnd ordnete alles so. ""d qab den'^'"li ^""" "^chluß s" das Kästchen Nl?5 Schlüssel an Mrs. Matthews zurück, ^agte'^. ^?/,^ 6le nnn thnn, Miß Strange?" U" die Haushälterin leise. ' Wortes?„""'de ^" ^cig."' anspannen lassen," ant-laubn z ^ ruhlg, „da Mrs. Ingestre mir die Er-Mr Dnl.^eben hat, und in das Dorf fahren, haben ^- '""ß gleich wissen, was wir entdeckt '»n e. werden, hoffe ich, mit mir fahren?" «werden Sie an Mylord schreiben?" „Nein. Ich werde über die Sache das strengste Schweigen beobachten, was auch Sie thun müssen. Ich werde alles in Mr. Daltons Hände legen." Mrs. Matthews versprach zu schweigen und erklärte sich bereit, Alexa nach dcm Dorfe zu begleiten. Der Wagen wurdc bestellt, und eine Viertelstunde später fuhren Alcxa und Mrs. Matthews dem Dorfe Mont Heiou zu. Im Gasthanse zn Mont Heron hielt der Wagen, nnd Alcxa und Mrs. Matthews sticgeu aus. Die erstere machte einige Einkäufe an Wolle, Papier und dergleichen und ging dann zur Post. «„-. «LUM)alb gehen Sie nicht direkt zu Mr. Dalton, Miß Strange?" fragte die Haushälterin, sich wuu-dcrnd ubcr die ihr ganz zwecklos erscheinenden Wege „Weil wir nicht vorsichtig genug sein können, um jeden Verdacht zu vermeiden," (Mtioortetc Alexa. „Wir haben es mit einem Manne zu thnn, welcher voll Argwohn nnd gänzlich gewissenlos ist. Renard tann jeden Augenblick zurückkehren und dann den Klitscher über meine Gänge befragen. Ich wünsche aber uicht, daß er zu früh Verdacht schöpft. Wir sind nun ganz aus des Kutschers Gesichtskreis, und da sind wir beim Pfarrhaus." Sie traten ins Hans. Mr. Dalton war zu Hause, und sie wurdeu in seiu Arbeitszimmer geführt. Er begrüßte Alexa mit einer tiefen Verbengnng und einem wohlwollenden Lächeln. Das Mädchen erzählte kurz und faßlich, welche wichtige Entdeckung sie heute gemacht, und der Pastor hörte aufmerksam nnd mit steigender Verwunderung zu. „Das wirft allerdings neues Licht in das Geheimnis!" rief er, als Alcxa mit ihrer Erzählnng zn Ende war. „Miß Strange, Sie haben da ein großes Werk vollbracht. Die Wichtigkeit diefcr Entdeckung ist nicht zu unterschätzen." Alcxa zitterte vor Aufregung. „Habe ich so viel entdeckt, daß RenardS Ver-haftnng bewirkt werden taun?" fragte sie. „Wenn nicht, so habe ich noch mehr zu sagen." „Lassen Sie es mich hören. Sie können auf meine Verschwiegenheit rechnen. Miß Strange. Os wird das Beste sein, mir alles anzuvertrauen." „Und ich will schwören, niemandem etwas zu sagen!" rief Mrs. Matthews. „Wenn Hoffnung vorhanden ist, Lord Stratford Herons Namen wieder herzustellen, werde ich alles thun, was in meinen Kräften steht." „Sie können sich ans Mrs. Matthews verlassen, Miß Strange." sagte Mr. Dalton. „Ich bürge für ihre Verschwiegenheit." So bernhigt, erzählte Alexa von ihrer Entdeckung in der Grlist der alten Kapelle. ..Die Sache ist vollkommen klar!" rief Mrs. Matthews. „Trotz aller Beweise gegen ihn war Lord Stratford Heiun unschuldig, und Pierre Nenard ist der Mörder!" „Die Sache ist für mich gleichfalls klar," erklärte Mr. Dalton. „Nach der vermißten Juwelen-sammlung des ermordeten Marquis ist niemals genau geforscht worden. Man glaubte, der Marquis hätte sich ihrer kmz vor seiner Ermordung entledigt oder Lord Stratford Heron habe sie versteckt, damit angenommen werden solle, der Mord sei von Einbrechern verübt. Daß sie im Besitz seines Dieners sind, der ihn haßte und geschworen hatte, sich für die Mißhandlung zu rächen, sowie die Thatsache inbetreff der Uhrkette werden wesentlich dazu beitragen, Pierre Renard des Mordes zu überführen." „Genügen sie nicht allein?" fragte Alexa ängstlich. „Die Beweise gegen ihn berechtigen mich, ihn unter Aufsicht zu stellen," erwiderte Mr. Dalton. «Ich 1296 auf die numerische Stärke und Gruppierung der Frac-tionen bauen wir auf die unabweisbare Nothwendigkeit, von der auch die Regierung sicherlich durchdrungen ist, das Parlament nicht mehr zum Tummelplatze staatsrechtlicher oder confessioneller Turniere zu machen. Es ist Zeit, daß endlich an die Kräftigung unferer finanzpolitischen und wirthschaftlichen Zustände gedacht werde, daß die Reichsvertretung nicht einer Mühle gleiche, deren Klappern man wol hört, aus der jedoch kein Mehl zu holen ist. Es ist Zeit, daß man mit den Verrenkungen und Ausrenkungen der Verfassung aufhört und endlich den Völkern des Reiches die Muße gönnt, an ihrer Aufrichtung zu arbeiten. Es ist zwar in hohem Maße wahrscheinlich, daß von actionslustigen Elementen der klerikalen und conservative« Gruppen Versuche ausgehen werden, die Verfassung nach rechts zu schrauben, ebenso wie die unruhigen und thaten-lüsternen Geister der Linken auf den Parteitagen den Entschluß ausgesprochen haben, die Verfassung nach links zu zerren, um bei diesem Anlasse das Institut der Delegationen aus den Fugen zu ziehen. Wir denken jedoch, daß an der Verfassung überhaupt nicht mehr gezerrt werden darf. Sie bedarf keiner Wunderkuren mehr. Sie könnte vielleicht nicht viele derselben mehr überdauern. Wenn deshalb die ultramontanen Streiter oder föderalistischen Heißsporne in ihrem Uebernluthe den Versuch machen sollten, dcn Staat zu einer retrograde« Bewegung zu zwingen, ihn zu einem Rückschritte zu bemüssigen, dann werden sie hoffentlich eine entschiedene und entschlossene Abwehr aller provocieren, welche das Reich den Qualen und Gefahren solch muthwilliger Experimente nicht aussetzen wollen. Auf eine gleich wirksame Abwehr müssen aber auch alle jene Tendenzen stoßen, welche an den Grundlagen und der Säule der dualistischen Verfassung rütteln, uns in politische uud wirtschaftliche Kämpfe mit Ungarn verwickeln möchten, und wir find überzeugt, bei der Zurückweisung eines jeden solchen Anpralles die Regierung in erster Linie zu sehen. Wir erwarten, daß endlich die Ueberzeugung und der Wille zur Geltung gelangen, daß die Verfassung keinen Ballen mehr abgeben dürfe, welcher bald nach rechts und bald wieder nach links geworfen wird, vielmehr daß sie zu jener Ruhe gelange, in der allein sie ein Segen für die Völker, ein Schirm für die wirthschaft-liche und intellectuelle Entwicklung aller im Reiche vereinten Nationen werden kann. Wir glauben wol mit Recht annehmen zu können, daß, wenngleich es viele Fragen gibt, bezüglich welcher die Parteien und ihre Führer differieren, andererseits auch solche in reichem Maße vorhanden sind, in denen ein gemeinsames Interesse all diejenigen umschlingt, welche das Gedeihen des Vaterlandes wünschen. Ae-reits ist die Erkenntnis allgemeni, daß ohne eine, wenigstens successive Bewältigung des Deficits, ohne Hebung der Einnahmsquellen des Staates, ohne Belebung der Production, ohne Durchführung umfassender Ersparnisse in den Zweigen der öffentlichen Verwaltung mcht allein der Parlamentarismus, sondern auch das Staatswesen einer trüben Epoche entgegeneilt. Hier muß Abhilfe geschaffen oder wenigstens ernsthaft angebahnt werden. Jeder, welcher den Gang der Genesung unterbrechen, die Partei- oder Ver- werde mich selbstverständlich mit Scotland - Yard in Verbindung setzen und überhaupt die geeigneten Schritte in der Sache thun. Mrs. Matthews, Ihnen liegt als Haushältenn des Schlosses das Engagement des Dienstpersonals ob. Ich werde Ihnen morgen einen Mann schicken, für den Sie irgend eine Beschäftigung finden muffen. Er wlrd auf Pierre Renard acht haben, wenn er zurückkommt." „Ich verstehe, Sir," sagte Mrs. Matthews, „und will den Mann engagieren, den Sie mir schicken; es wird sich schon Beschäftigung für ihn finden. Aber Renard wird nicht so schnell zurückkehren." „Um so besser. Der Mann kann sich bis dahin orientieren." „Ich dachte," sagte Alexa, „daß genug entdeckt worden wäre, um Renards Verhaftung zu bewirken und Lord Stratfords Ehre wiederherzustellen." „Nicht genug, um Lord Stratford Heron von der Theilnahme an dem Verbrechen zu befreien." erwiderte Mr. Dalton ernst. „Da Lord Stratford sich so viele Stunden im Garten des Schlosses aushielt. !st es sonderbar, daß ihn niemand gesehen hatte. Es waren dreißig Dienstboten im Hause, und von diesen hätte ihn doch Einer sehen müssen. Ich begreife Ihren Enthusiasmus in dieser Sache, Miß Strange. Wenn die Ehre des edlen Namens der Montherons wiederhergestellt wird, ist der Marquis Ihnen so tief verschuldet, daß er es nie gut zu machen im stände ist." „Diese Ehre soll wieder hergestellt werden!" rief Alexa in leidenschaftlichem Ton, und eine glühende Nöthe bedeckte ihr Gesicht. „Ich habe einen guten Anfang gemacht, wie Sie sagen, Mr. Dalton, und ich werde nicht eher ruhen, bis ich einen vollständigen Erfolg errungen habe!" (Fortsetzung folgt.) fassungswirren neuerdings entfesseln wollte, Wäre ein Störefried, ob er nun unter der schwarzen Fahne oder jener des Grazer Fortschrittes das Kriegsgeschrei erheben wollte. Die unaufschiebbare Wiederaufrichtung des Staatswesens aus der Zerrüttung, in welche es wirthschaftliche Kalamitäten, innere Wirren und sonstige Bedrängnisse brachten, an denen wir ja nie Mangel litten, bedarf des inneren Friedens. Wer dieses Ziel aufrichtig anstrebt, wird ohne Zweifel bereitwillig in den Dienst desselben treten, und all' diejenigen, welche bereit sein werden, die Hetze auf die bestehenden Einrichtungen des Staates, von welcher Seite immer sie inszeniert werden sollte, abzuwehren und aus der Verfassung, anstatt einer Mensur für die Parteien, eine ruhige Wohnstätte zu inachen, können der Stabilisierung der inneren Verhältnisse und der wirthschaftlichen Genesung die wesentlichsten Dienste leisten." Aus Bosnien - Herzegowina. Häufige Waldbrände, welche in der jüngsten Zeit große Verheerungen anrichteten, veranlaßten die Landesregierung in Bosnien und der Herzegowina, ihr Augenmerk dieser Erschminng zuzuwenden. Als Entstehungsursache dieser Waldbrände wird theils die Sorglosigkeit der Bewohner angeführt, welche durch Verlassen der Kochfeuer das Weitcrgreifen derselben ermöglichen, theils das Feuer oft absichtlich legen, um den als herrenlos betrachteten Wald streckenweise auszuroden und dadurch Grund zum Anbaue zu gewinnen. Die Behörden wurden daher angewiesen, eine derartige sträfliche Verwüstung der Waldungen, insbesondere der Staatsforste. mit aller Strenge hintanzuhalten und den unterstehenden Gemeinden zu bedeuten, daß sie bei eigener Verantwortung und Ersatzpflicht alles anfzubieten haben, nm derlei Vorkommnisse hintanzuhalten, daß sie eventuell die Schuldigen zu eruieren und der Behörde behufs gesetzlicher Bestrafung namhaft zu machen haben. Der Stand und die Bewegung der Rinderpest, welche in einzelnen Bezirken und Kreisen der occnpier-ten Länder herrscht, wurden von mehreren hiezu r>er> pflichteten Behörden an die Landesregierung nicht mit der wünschenswerthcn Genauigkeit bekannt gegeben. Dieselbe hat nun den Behörden mit Berufung auf den Erlaß vom 7. Mai 187!) den Auftrag ertheilt, genaue Rapporte so lange einzusenden, bis dic Seuche im betreffenden Amtsbereiche erloschen ist. Die Seuche kann erst dann als erloschen betrachtet werden, wenn seit dem letzten Todes-, Tödtungs- oder Genesungsfalle und nach vorgenommener Desmfection der Stallungen 21 Tage verflossen sind. Der Ausbruch jeder Seuche ist sofort nach Serajewo telegrafisch anzuzeigen. Zur Bekämpfung der Rotz-Wurmkrankheit wurde eme populäre Belehrung über die Erscheinungen dieser Krankheit an die Dzemat.Paschas zur Mittheilung an die Bevölkerung versendet. Zur Beschaffung der erforderlichen Geldmittel für den Bau eines öffentlichen Spitales sammt einer Irrenabtheilung hat sich, wie die ..Bosn. Korr." meldet, in Serajewo ein Comite gebildet, an dessen Spitze der Bürgermeister Mustafa Bcg Fazly Pasii steht und das die Erreichung des gedachten Zweckes durch Arran-gieruug von Bällen, Konzerten und Theatervorstellungen anstrebt. — Am 22. v. M, wanderte aus Serajewu eine größere Anzahl Israelite», darunter viele Frauen, nach Jerusalem aus. Preußische Ministertrisis. Die Entscheidung über das Demissionsgesnch des preußischen Finanzministers Hobrecht steht noch aus; es ist noch sehr die Frage, ob der Kaiser dasselbe aenehmigen wird, da mit dem Ausscheiden des Fiimnz-ministers auch das Tabaksteuergesetz gefährdet wäre. Daß der Rücktritt Falks und Fried entHals nicht unmittelbar bevorsteht, trotzdem die betreffenden Demi sionsgesuche eingereicht sein sollen, wird allgemein angenommen. Ist die Zollkrisis zu Ende geführt worden und das Compromiß, welches die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" von nenem und sehr energisch vertheidigt, eine Thatsache, so wird ein gründlicher Ministerwechsel allerdings kaum ausbleiben. Die Berliner ..Nat.-Ztg." schreibt diesbezüglich: „Der Finanzminister Herr Hobrecht hat sein Entlassungsgesuch bei Sr. Majestät dem Kömg eingereicht. Eine Entscheidung über die Annahme des Gesuches kann nach der Natur der Sache und der Art des Geschäftsganges in den nächsten Tagen nicht erwartet werden. Inzwischen hat Herr Hobrecht auch heute morgens der Sitzung der Tarifkommissiou nicht mehr beigewohnt. Ueber die unmittelbare Veranlassung der Eingabe dieses Entlassungsgesuches haben wir die umlaufende Meinung gleichfalls bereits Samstag gemeldet; es heißt jetzt, daß der Reichskanzler noch einige Tage vor dem Zustandekommen des klerikal-conserva-tiven Kompromisses das Franckenstein'sche Ainendement dem Finanzminister gegenüber vollständig abgelehnt hatte und Herr Hobrecht erst in der Kommission von dem Zustandekommen dieses Compromisses hörte. Die Differenzen greifen aber sicher noch weiter in die Ver- gangenheit zurück und haben auf der Tribüne des Reichstages ihre genügende Andeutung gefunden. Auch hat die Presse damals nicht verfehlt, hierauf hinzuweisen. Was die vorliegenden Fragen betrifft, so ieht man die Aussichten des Tabalgesetzes als durch den Rücktritt des Finanzministers wesentlich gemindert an; von mancher Seite erblickt man sogar in dem Rücktritt das Signal des Falles des Tabakgesetzes. Das Gerücht, daß noch andere Minister ihre Entlassung gefordert hätten, ist seit Samstag stark verbreitet. Wie selbstverständlich, wird dabei der Cultusminister in erster Linie genannt; so weit wir unterrichtet sind, ist das Gerücht jetzt ebensowenig begründet, als bei den zahllosen anderen Gelegenheiten. Die Schwierigkeiten der Stellung des Cultusministers sind aber so bekannt und offenliegend, daß man daran fortwährend Gerüchte knüpfen kann, ohne daß dns Publikum irgend das Gefühl des Unwahrscheinlichen dabei hat. Der landwirthschaftliche Minister ist bekanntlich von agrarischer Seite gleichfalls auf heftige Weise bedrängt, und es ist leicht zu berechnen, daß dieser ausgezeichnete Beamte, über dessen vorzügliches Wirken nur Eine Stimme der Anerkennung im Lande herrscht — die stimmführenden agrarischen Agitatoren natürlich ausgenommen — dem Drang der Situation alls die Dauer nicht widerstehen kann. Von einem Minister' rath, einer Ministersolidarität zu sprechen, ist übrigens etwas ganz Antiquiertes." Vorgänge in Frankreich. Wie aus Paris berichtet wird, fand daselbst am 30. v. M. die Veröffentlichung des Testaments des kaiserlichen Prinzen in einer Versammlung der bona-partistischen Führer statt. Der Inhalt dieses Schrift-tückes entspricht den Mittheilungen, welche bereits hierüber ins Publikum gelangt sind. Das seiner Mutter gewidmete Codicill spricht mit einer Autorität, welche dem jungen Prinzen weder durch die Tradition seines Hauses noch durch das Gewicht seiner Persönlichkeit zusteht, sich in den unzweideutigsten Ausdrücken über die „Pflichten unfcres Hauses" aus. deren Vertretung er dcm ältesten Sohne des Prinzen Napoleon überträgt. Es scheint aber, daß durch diese letztwilligc Verfügung des kaiserlichen Prinzen die Verlegenheiten der Partei noch größer werden als vorher, da Prinz Ie-rüme Napoleon, nunmehr Chef der Dynastie, als politischer Leiter der Partei unmöglich umgangen werden kann. Rouher full beabsichtigen, sich in das Privatleben zurückzuziehen, und Cassagnac stränbt sich gegen die Anerkennung des Prinzen, gegen den er schon seit Jahren die bitterste Feindschaft zur Schau trägt. Cassagnac wäre immer noch, wie aus einer vou ihm im „Pays" veröffentlichten Erklärung hervorgeht, für die sofortige Anerkennung dcs jungen Prinzen Victor als Prätendenten. Ob er, nachdem er selbst eingestanden, daß unter allen Umständen eine Entscheidung sofort getroffen werden muß, feinen Groll dennoch in sich verzehren und den Prinzen Napoleon anerkennen werde, ist nach dem, was über dcn Verlauf der Parlei-versammlung vorliegt, noch mehr als zweifelhaft. Mit jedem Tage stellt es sich übrigens deutlicher heraus, daß die Bonapartisten aus sich selbst der bestehenden Regierung allerdings noch hie und da empfindliche Verlegenheiten, schwerlich aber mehr ernste Gefahren werden bereiten können. Die oben erwähnte bemerkenswerthe Erklärung Cassagnacs im „Pays" lautet: „Es gilt jetzt zu handeln ! Morgen um 10 Uhr tritt die Partei des Appells an das Volk zusammen, und Herr Rouhcr wird uns den letzten Willen des kaiserlichen Prinzen mittheilen. Ich für meine Person kannte diesen letzten Willen schon lange, mußte mich aber bisher auf einige knrze Anspülungen beschränken. Ich durste mich nicht zu bestimmt äußern und Partei ergreifen, so lange nicht unsere Gruppe sich berathen und in aller Form einen Beschluß gefaßt hatte. Jetzt müssen wir jedoch aus dem Dunkel und der Ungewißheit uns befreien, in wclche nnserc Trancr uns versetzt hatte. Man muß wissen, wer fortan der Träger der politischen Rechte Napoleons 1., Napoleons UI. und des kaiserlichen Prinzen ist. Wer ist unser Prätendent? Wer ist unser Kaiser? Meine Memuug kennt man; aber es handelt sich nicht um mich, sondern um die Meinung unserer Gruppe. Man kann die Partei nicht länger ohuc Fahne, ohne anerkanntes Oberhaupt, ohne Führung lassen. An dieses Werk der Neugestaltung und Reorganisierung werden wir morgen herantreten. Ich werde dazu meine gewohnte Hingebung und die vollkommenste Selbstverleugnung mitbringen. Ich werde die Zurückhaltung beobachten, welche mir mcin Verhältnis zum Prinzel« Icrüme Napoleon auferlegt; ich werde zur Geltung zu brmgen suchen, was meines Erachtcns das Heil meiner Partei, das Beste für Frankreich nnd zugleich der letzte Wunsch des kaiserlichen Prinzen ist. Sobald ich diese Pflicht erfüllt haben werde, werde ich vor meinem Gewissen Primen, ob ich mich der Entscheidung, welche die Partei treffen wird, anschließen soll. Eines ist aber gewiß: diese Entscheidung muß sofort getroffen werden. Eine Partei wie die ünsrige darf sich nicht länger fragen, welches ihre neue Bestimmung ist." Die „Franz. Korr." begleitet diese Auslassungen mit dem Commentar: Cassagnac sehe voraus, daß die 1297 Ilnpmalisten nicht, wie er und der kaiserliche Prinz wünschten, den Prinzen Victor, sondern den Prinzen A lA" sun« Kaiser ausrufen werden, und er werde Ncy Meßiich in den Willen der Partei fügen. ^ >l V«-athung des Ferry'schen Gesetzes über die Freiheit des höheren Unterrichts ist in den letzten 4agen wesentlich gefördert worden. Am Samstag be-Motz das Abgeordnetenhaus die Generaldebatte und votierte ,mt 306 gegen 150 Stimmen das Eintreten in die Spezialdiscussiun; Montag wurde der Gegenantrag Bardoux. welcher für den Staat die Verleihung der Grade wieder zurücknimmt, die Congrega« nonsschule aber bestehen lassen wollte, mit einer fast evenjo starken Majorität, 350 gegen 170 Stimmen, verworfen nnd die Dringlichkeit für die Ferry/sche Erläge beschlossen, die hernach in einer einzigen "stmg erledigt werden kann; der Hauptkampf wird M) noch um den tz 7 entspinnen, der von deu Con-gregatlulieil handelt; die Opposition ist indessen aus-Ms los. Wle es scheint, wären übrigens dle Iesmteu n)rc Uinversttäteu preiszugeben bereit gewesen, wenn man ihnen ihre Mittelschulen gelassen hätte. Die ta-ho lfchcu Ulliversitäteil stellen sich nämlich als ein ,n ^^< ^"'^. verunglücktes Geschäft heraus. Sie a - .. "m ''..^sichtigten Zweck zunächst durch die gcunge Anzahl ihrer Zögling,, die vollends uubedeu-«. k!" '"^' «5'U das zu votierende Gesetz sie des ^ n ' "l?"^"lc nnd des Namens von Uni-^n Ä s/^'^^/'""l"dtt. Die zur Begründung vwrren ^ "s7'^^'"^lcn und den ärmsten Dorf-b l^ä n ^^^"pitalien sind als v rloren zu ei i. !m ' Dle Deckuiig unheilbarer Deficite mühte ''^,. "^n zwecklose und geradezu ruinlerel.dell Ver-o .l.? ^l)r zu Jahr steigern. Ein einträgliches, in b b n i!^ politischer Aeziehui'g daiitbares Geschüft ilm.. ..^> ^ ^ klerikalen Secuudärschuleii und die üs , i ^Ä?^" Erzichuiigshäilfer. Durch sie becin, rN i.? n Ä^"^'^ '"'" ii""dczu unglaublich be. Nächtlichen Thnl der mittleren und höheren suaar freisinnigen Bourgeoisie, welche ihne ür Söhn anvertraut. Jene Anstalten sind auch mechanisch od techmsch vortreftllche Vorbereilnngsfchulen, aus 'welche, die Ichnwl ihre Zoglmgc an die Militärschule von ^"^^"<^ polytechnische Schule, an dle IMer Handlungsschule u. s. w. abliefern. Einigen Vertretern des mkm Centrums wurde, wie es heißt, der Ver-rV^"' Die bischöfliche und überhaupt tle-l H., ss^^7.?nehmigt die Abschaffung der katho-und des bezüglichen Gesetzes, n, . °" bie padagogi.che Industrie der Congrega-ttw ck6 be« Secundärschulen, wie sie fich feit 1850 wed Vs ^/"°^ bereichert hat, nicht gerührt w s.'s^ ' "" V"^' "icht darail zu denken, daß em folcher Conipromiß Aussiäitcu bütle. Tagesneuiglieiten. ^- (Für dieOffiziere der Occupatious-^."7') Wie die ,N. fr. Pr.« mittheilt, hat das ^eich.krlegsmlms ernmi bewilligt, daß für das im Occu-Patmnsgebiet befindliche Osfizierscorps Eß- und Trink. """"' "'lche von den dortigen Verpsiegsmagaziueu °?d/N7 '"^" ^'"en, Uniforniicrnngs. Gegen-chmallv^^'«5^7 und Schreibmaterialien auf der ^bab^^ und anfderMili- ärar s^,^ als Militärgut, mittelst tre2 n ^^7"e .der Tragthiere aber au den be-Do Ves.sl .'" ^stenlos befördert werden können, di T, n ^ " bezeichneten Gegeiistände ,nuß durch TraM, ^'"/7"'^"^" acschehen' Colli. welche a,^ wichk^''j'^ort werden müssen, dürfen das Ge! 10?) ^is^^ " Nllugramm, die übrigen jenes von« nur ^ u?'''''^'''^^ "bersteigen. Getränkfäßchcn dürfen b?s^3?^'?' Der Transport vom Aufgabsortc v rfr Ht>n '"^k"'"' ist in der für Zivil-Güter-veN!""^" ""^"' Nche zu vern.itteln und zu der Wiener Festzugs. upcrntheate - «..n.!"n ^ ^""""' "stand für das Hos-wclche bei dem ^ ^'^ """ Kostü.nen n.ld Geschirren, zeit verwendet H? ""' ^"^ ^"' ^^"""' ^' kmintl^)^laenannto M ^"' in letzterer Zeit be-hat am ^?/ ^'"'" Gemeindernth Dr. Ätandl i?m l^ Nu^/"^'^swahl' bei welcher dates in d>. fs '^' ^ch dnrch Erhalt eines Man-tieren ,^ f?"^'^ Meinung wieder zn rehabili-Aus it ^^"5 '^' dcm Miene? Bürgermeister seinen ^"Mt us ,m Gemeinderathe angezeigt. Szegediner O,^^^ ''^ ^" U"terbringnng der Veru.. V "^achlosen werden über Austraq der Rc. wobn^.1"" "' a'ba"t. die auch für den Winter be-'"it Crful f t s"' ^'^ Entwasserungsarbcitcn werden hat 1 ^.^' b^000ste Hase.) Prinz Louis Nuhan letzten ^ ^'"W'cner ..Iagdzeitung" erzählt, i» der d2r ^ ^^dsnlsun den 50.000stcn Hafen geschossen. In ^ ^yat emc Zahl, die selbst der glücklichste Waidmanu lelten erreichen dürfte. ^n s^ (Internationale Eisenbahnstat isti t,) Klim?^. ^"ll tagt seit dem 27. Juni die fachlnännifchc ""'lWwn für dic illtcruationale Eisenbahilstatistik, Ocstcr- I reich ist dabei vertreten durch die Herren Professor Brachelli, Eduard Mannheimer und Dr. Hasenohr!, sämmtlich aus Wien. — (Sensationeller Raubmord in St. Petersburg.) Ueber den in St. Petersburg von einem jungen Gardefähnrich Namens Landsbcrg verübten Raubmord an dem Rentier Wlassoss und dessen Haushälterin bringen dortige Blätter nähere Mittheilungen. Lands-bcrg war dem Wlassoff 5000 Rubel fchuldig und hatte versprochen, diese Schuld an einem bestimmten Tage zu berichtigen. Er kam zu Wlassoff. wußte die Haushälterin um Limonade wegzuschicken und stürzte, sowie sie fort war. auf Wlassoff los. der mit dem Rücken zu ihm gekehrt stand nnd aus der Commode die verhängnisvollen Schulddocumente hervorzuziehen sich anschickte. Laiids-berg stieß mit dem Jagdmesser zu. sein Opfer schrie laut auf — da. da regte sich nicht etwas auf der Treppe? Landsberg zog den geladenen Revolver aus seiner Rocktasche hervor, bereit, sich sofort zu entleiben, falls cine Störung in seinem blutigen Plane eintreten sollte. Nein, es war nichts gewesen; er hörte dnrch die Außenthürc, die er halb geöffnet hatte, mchts mehr auf der Treppe; er schul' den Thürhalen znrück. Er suchte sein Opfer wieder auf,- es hatte ausgeathmct. Des zweiten Opfers harrend, schritt Landsbcrg im Zimmer auf und ab. Die Glucke tönt; Landsberg öffnete die Thür; die Haushälterin bringt die Limonade. Kaum hat die nichts Böses ahnende Frau das rückerhaltcne Geldstück auf den Tifch gelegt, und kaum macht sie sich daran, die Flasche zu entkorken, als sie. von einem wuchtigen Hiebe auf die Schläfe betäubt, durch das fchncidigc Jagdmesser entseelt wird. Landsberg ist nun allein bei zwei Ermordeten; ja. sie, sind todt; er überzeugt sich selbst davon, Landsbcrg schreitet zur Commode, zieht das Portefeuille hervor, in welchem sein Schuldschein sich befindet, nnd steckt cö ein. Dann sucht er fich auS den im Schiebfachc der Commudc liegenden Packetcn das dickste aus und steckt es ein. Nun kann er gehen; doch nein, zuvor gehts noch an ein Händcwafchen. an ein Verbinden der blutenden Hand. Und Landsbcrg geht so ruhig und so sicher davon, als ub nichts, gar nichts geschehen sei; er geht zu Fuhc zum tanrischen Garten hin und schleudert die Werkzeuge, dlc ihn verrathen tonnten, vun sich ill den Kanal. Der Verbrecher wurde schon am nächsten Tage eruiert und cstgenommcn. Er ist sei»er That geständig und wurde josort aus dem Militärverbande ausgcstoßcn. Die von 'hm entwendeten Werthpapicre fa»d man iu seiner Wohnung vor. — (Trauuug auf telegrafischem Wege.) Der „Sentinel" von Milwaukee berichtet über eine jüngst vollzogene Trannngsccrcmonie. die sich von jener Stadt bis nach Owatonna in Minnesuta erstreckte, wo der Bräutigam durch Geschäfte zurückgehalten wurde. Derselbe wüuschtc. daß fein Bruder, ein Geistlicher, den Trauungsact vuruehmc. Da aber letzterer nicht länger in Milwaukee bleiben konnte, so begab er sich mit der Braut und einer Allzahl Freunde ins Telegrafenamt zu Milwaukee und sendete telegrafisch die auf die Ehe. fchlicßung bezügliche wesentliche Frage an den Bräutigam ab. der anf dieselbe im Tclegrafenamtc zn Owatonna wartete. Nachdem er die übliche Antwort und ebenso die persönliche Znstimmuug der Braut erhalten hatte, legte er den Traming an ihren Finger und erklärte die beiden einander als Mann und Wcio angctrmlt. In einem Briefe an den „Sentinel" legt nun ein Advokat dar. daß das geltende Recht die Anwesenheit beider am Orte der Ehc-Abschliehnng voraussetze und anordne, daß die beiderseitigen Erklärungen iu Gegenwart des Pric stcrs abzngeben feien. Er meint daher, die Dame und den Herrn daran erinnern zu füllen, daß fic noch nicht genügend getraut seien. fokales. — (Reichsrathswahl des trainischcn Großgrundbesitzes.) Die gestern vurmittags in Laibach von d-n Wählern des traimschen Großgrundbesitzes vorgenommene Wahl zweier Vertreter im Reichs-ralhc ging unter nngcwüli>,lich zahlreicher Betheiligung vor sich. indem vun den 112 stimmberechtigten Mitgliedern dieser Curie U4 Persönlich oder dnrch Voll. »lachten am Wahlacte thcilnahmcn. Gewählt wurden mit 6(1 Stimmen die beiden Kandidaten der verfassungstreuen Partei, die Herren: Laudcsausschnß-Stelluertretcr Bcuno Freiherr v. Tausscrcr und Sectiunschef Josef Freiherr v. Schwegel, nachdem dieselben in einer tngsvorher stlitt« gefnntu'nen Wllhlbcsprechnna. das ihnen von der Vcr-fassunggpartli vorgelegte Programm volliichl'ltlich accep-ticrt halten. Die vun der nationalen Fraction ausgestellten Kandidaten : Landcsvcrthcidigungsmiuister Freiherr v. Horst und Fürst Windischgrätz. blieben mit Ü'l Stimmen in der Minorität, Ein Stimmzellcl lautete auf leinen der genannten vier Kandidaten. Nnch Vornahme der Wnhl gab Herr Otto Baron Apfaltrcrn einen Protest gegen die vom Landcspräsidium erfolgte Abweisung der vom Freiherrn Rudolf v. Apfaltrern eingebrachten Reclamation gegen die Anfnaymc der geistlichen Nutznießer in die Wählerliste zu Protokoll. Mit dein gestrigen Wahluctc sind die Rcichsraths« Wahlen in K'rain vollendet. Dieselben haben bekanntlich eine sehr wesentliche Stimmeuverschicbung zu Ungunsten der verfassungstreuen Partei zur Folge gehabt, indem letztere von ihren bisher innegehabten sechs Mandaten im ganzen vier an die nationale Partei verloren hat und gegenwärtig blos im Besitze der beiden Mandate des Groß« grundbesitzes ist. In gleichem Maße gestärkt ging die nationale Partei aus dem Wahltamftfe hervor, deren Mandate sich von vier auf acht vermehrten. Die zehn Abgeordneten, durch welche Krain im neuen Reichsrathe vertreten sein wird, sind demnach folgende: Freiherr v. Taufferer. Freiherr v. Schweges. Ritter v. Schneid-Treuenseld, Graf Mar-ghcri. Dr. Pollutar, Graf Hohenwart, Graf Barbo. Carl Klun. Adolf Obrcza und Wilhelm Pfeifer. Von denselben gehörten blos drei — die Herren Graf Hohen-wart. Graf Barbo und Wilhelm Pfeifer — dem letzten Reichsrathe an, die übrigen sieben sind neu gewählt und waren bis auf einen (Grafen Margheri), der kurze Zeit dem letzten indirekt gewählten Abgeordnetcichause als Mitglied angehörte, bisher noch niemals in der Reichs-vcrtretung. Von den zehn Abgeordneten sind sechs (die Herren: Baron Tauffrrcr, Dr. Potlukar, Graf Barbo, Carl Am,. Adolf Obreza und Wilhelm Pfeifer) zugleich Mitglieder des trainifchen Landtages. Die Vertreter Krams im letzten Reichsrathe waren — außer den oben genannten wiedergewählten drei Abgeordneten — die Herren: Dr. Suppan. Carl Deschmann. Dr. Adolf Schaffer, Gustav Graf Thurn. Ritter v. Langer-Podgoro. Martiu Hotschcwar und Dr. Razlag. — (Vertagung der Gemcinderaths» sitzung.) Die für heute, den 4. d.M.. anberaumt ge» wcsene Sitzung des Laibacher Gemeinderathes ist vorläufig abgesagt worden. — (Prüfungsergebnis.) Die an der k. l. Lehrerinncnbildungsanstalt in Laibach Montag den Iten d. M, unter dem Vorsitze des Herrn Landesschulinspel-tors Raimund Pirtcr begonnene mündliche Reifeprüfung, der sich sämmtliche Zöglinge des vierten Jahrganges dieser Anstalt unterzogen, wurde vorgestern abends be-cndct. Das Ergebnis der Prüfnng ist folgendes: Drei Zöglinge — die Fräulein Marie Kobilca. Marianne Frciin v. Rcchbach und Alfonse Schusterschitz — erhielten ein Zeugnis der Reifc „mit Auszeichnung", zwei wurden auf ein Jahr und zwei auf zwei Monate reprobiert, alle übrigen wurden für „reif" erklärt. Eine Externistin aus Klagcnfurt war nach dem schriftlichen Examen von dem Prüsnngsactr zurückgetreten. In den übrigen drei Jahrgängen der LehrerinnenbiloungSanstalt finden die Iahrcsprüfungcn Samstag den b. b. Vi. im ersten. Montag den 7. im zweiten und Dinstag den 8. d. M. im dritten statt. — (Barmherzige Schwestern.) Mit Beginn des nächsten Monates werden die hiesigcu barmherzigen Schwestern, einer Mittheilung der „Novice" zufolge, auch im Laibacher Kinoersvitale die Hausführung i und Pflege übernehmen. — (Zum Raubmordversuch in Vifchof-lack.) Die Art und Weise, in welcher der unglückliche Bezirlsrichter von Lack. Herr Dr. Adalbert Krau», das Opfer des geschilderten räuberischen Ueberfalles geworden ist. scheint noch nicht zweifellos festgestellt zu fein nnd wird wol erst im weitern Verlaufe der gericht« lichen Erhebungen constatiert werden können. Wie uns nämlich im Widersprüche mit der in uuserm gestrigen Blatte veröffentlichten Darstellung unseres Lacker Gewährsmannes von zweiter Seite aus Lack mitgetheilt wird. vermuthet man daselbst, daß Dr. Kraus nicht schon vor dem Schlußthurc, sondern erst oben in seiner Wohnung überfallen worden sei. Als er gegen halb 11 Uhr in seine Wohnung kam, full er dieselbe zu seinem Befremden offen gefunden und beim ersten Schritte über die Schwelle vun dem im Zimmer versteckten Räuber ahnnngslos den Schlag erhalten haben, der ihn sofort bewußtlos niederstreckte. Das Geld. das Dr, Kraus bei sich trug. sowie seine Uhr soll der Thäter gleichfalls geraubt haben. Ferner wird erzählt — rvlktu i-ßferrimu», ^ daß Dr. Kraus deu Unglücksabend mit einem am felbrn Tage in Lack zu Gaste anwesenden Freund im Gasthansc verbracht nnd letzteren vor dem Auseinander-gehen dringend eingeladen habe. die Nacht statt im Gast-Hofe bei ihm im Schlosse zu verbringen, was derselbe jedoch mit dem Bemerken dantend ablehnte, daß ihm der Weg hinauf in der Nacht zu weit und unbequem sei. Wer weih, welche Wcndmig — zum Besseren oder zum Schlechteren — die traurige Affaire im Falle der Annahme dieser Einladung genommen hätte? — Im Befinden dc? schwerverwnndeten Bezirlsrichters war, so weit nnscrc letzten Nachrichten reichen, im Laufe des gestrigen Vormittags leine erhebliche Veränderung eingetreten und das Bewußtsein zumeist noch vorhanden. — (Kinder als Brandstifter.) Durch die Unvorsichtigkeit zweier Kinder, eines fünfjährigen und eines dreijährigen Knaben, welche ohne Aufsicht unweit eines Stalles, in dessen Nähe Heu und Stroh herumlagen, mit Zündhölzchen spielten, tam am 26. v. M. gegen halb 12 Uhr mittags in der Ortschaft Weltöberg, im politifchcn Bezirlc Tschcrncmbl, ein Brano zum Ausbrnchr. dem das Wohnhaus und drei dazu gehörige Stallgebäude dcS dortigen Grundbesitzers Ivan Ivani? zum Opfer fielen. Auch ein Kalb und zwei Schweine sind mit verbrannt. Der verunglückte Besitzer war nicht feucrucrsichert und erleidet durch den Brand einen auf 870 fl. bezifferte» Schaden. 1298 — (Todesfall.) Heute morgens verschied in Laibach die Mutter des Herrn Magistratsrathes Perona, Frau Anna Perona, Hausbesitzerin, im 77. Lebensjahre. — (Tabalverlag.) Wegen Verleihung des k. k. Tabaldistriltsverlaa.es in Rudolfswerth wurde eine öffentliche Concurrenzausschreidung erlassen, deren nähere Bedingungen in unserem heutigen Amtsblatte Verlautbart sind. Schriftliche Offerte der Bewerber sind bis längstens 17. d. M. beim Präsidium der k. k. Finanzdirection in Laibach zu überreichen. — (Valvasor.) Die 60. Lieferung der Valvasor-schen Chronik, das erste Heft des 14. Buches enthaltend, gelangte vorgestern zur Ausgabe. — (Literarisches.) „Durch die Sternenwelt oder die Wunder des Himmelsraumes" betitelt sich das neueste interessante Werk des Naturforschers Ferdinand Siegmund, das soeben mit dem Erscheinen der 20. Lieferung (k 30 kr.) vollständig geworden ist. (A. Hart-lebens Verlag in Wien.) Ferd. Sicgmund, der Verfasser der großen „Illustrierten Naturgeschichte der drei Reiche", des geologischen Wertes „Untergegangene Welten" ic. :c., hat es unternommen, eine gemeinfaßliche, populär-wissenschaftliche Darstellung der Astronomie für Leser aller Stände, einen zuverlässigen Führer zu geben, der uns mit dem Wunderbau des Himmels, mit Sonne, Mond und Sternen, Kometen und wie die Erscheinungen alle heißen mögen, die hoch über uns in den Lüften schweben, bekannt macht. Es ist jedenfalls eine schöne Sache, sich auch mit diesen bisher noch weniger bekannten Naturwundern bekannt zu machen, was jetzt um so leichter geschehen kann. als dieses oben genannte Werk in ungemein frischer und lebendiger Form alles bunt vorspiegelt, ohne daß wir uns dabei langweilen würden. Ansprechender Inhalt, hübscher Druck und sonstige geschmackvolle Ausstattung vereinigen sich in diesem Werke Würdig mit den zahlreichen Illustrationen. Farbendruckbildern und übersichtliche» Sternkarten, welche den« lehrreichen Texte erklärend zur Seite stehen. Neueste Post. vriginal'Telegramine der „Laib. Zeitung." Wien, 3. Juli. Die „Wiener Zeitung" meldet, daß der Kaiser den Legationsrath Grafen Kheuenhüller-Metsch mit den Functionen eines diplomatischen Agenten und Generalkonsuls im Fürstcnthume Bulgarien betraut hat. Der Großgrundbesitz in Böhmen wählte nach der Compromißliste 10 Conservative und 13 Liberale, worunter die Minister Mannsfeld und Pretis nahezu einstimmig. Versailles, 3. Juli. Der Senat stimmte der Rückverlegung der Kammern nach Paris mit 159 gegen 107 Stimmen zu. — Testalie beantragte die Wiederherstellung des Eides für Offiziere und Soldaten. — Die Kammer nahm jenen Artikel der Ferry'schen Unterrichtsgesetze, welcher die Verleihung der Grade an den Staat zurückgibt, an. — Im Prozesse gegen Cassagnac wegen eines Artikels gegen die Regierung wurde Cas-fagnac. der sich selbst vertheidigte, vom Assisenhofe freigesprochen. Rom, 3. Juli. Die Kammer, das Mahlsteuergesetz berathend, beschloß mit 251 gegen 159 Stimmen die einfache Tagesordnung über alle Anträge. Nachdem Depretis erklärt hatte, in der Annahme der einfachen Tagesordnung ein Mißtrauensvotum zu erblicken, verlangte er infolge der Abstimmung die Vertagung der Debatte, um dem Könige zu berichten. Trieft, 2. Juli. Bei der heutigen Wahl der Städtegruppe m Istrien wurde Dr. Vidulich mit überwiegender Majorität, in Gürz Graf Franz Coroniui nahezu einstimmig wiedergewählt. Die am 4. d. M. stattfindenden Hanoelskammenoahlen in Rovigno und Görz sind auf die vollzogene Wahl ohne Einfluß. Graz, 2. Juli. Die Reichsrathswahlen in den steierischen Landgemeinden ergaben folgendes Resultat: in Graz Josef Schmidbauer, in Brück Alois Posch, in Iudenburg Anton Bärenfeind, in Hartberg Fürst Alois Liechtenstein, in Fclobach Fürst Alfred Liechtenstein, in Leibnitz Alois Karlon, in Marburg Herm. Baron Goedel - Lannoy, m Pettau Mich. Herrmann, in Cilli Dr. Iofef Vosnjak. Linz, 2. Juli. Die Handels- und Gewerbekammer wählte heute Schaup zum Reichsrathsabgeordneten. Prag, 2. Juli. (Presse.) Se. Majestät der Kaiser soll am 3. September in Prag ankommen. Der Kronprinz wird wahrend der Anwesenheit des Kaisers drei Manöver kommandieren. Prag, 2. Juli. (Presse.) Graf Taaffe wird morgen hier erwartet, um an den Großgrundbesitzer - Wahlen theilzunehmen. Prag, 2. Juli. Bei der heutigen Reichsrathswahl der böhmischen Handelskammern wurden gewählt: in Prag: die bisherigen Abgeordneten Dormitzer und Schwab; in Reichenberg: Kammerpräsident Siegnmud und der bisherige Abgeordnete Peez; in Pilsen: Fürth ; in Eger: Dr. v. Plener. Pest. 2. Inli. (Presse.) Das Befinden des Ministers Wenckheim hat sich wesentlich verschlimmert. Der Graf befindet sich in voller Auflösung. Das Schlimmste taun jeden Moment eintreten. - Die Vroder Eisenbahnbrücke und die Verbindungsbahn wurden vom Kriegsministerium der Verwaltung der ungarischen Staatsbahnen übergeben. Serajewo, 2. Juli. Hofrath Rotky ist gestern mittags von hier abgereist. Die Beamten und Notablen von Serajrwo, mit Mustapha Bcg und Fazly Pascha an der Spitze, gaben ihm bis Ilidsche das Geleite. Paris, 2. Juli. (N. fr. Pr.) Die Westmächte protestierten nicht formell gegen die Annullierung des Fermaus von 1873, weil ihnen dazu eine rechtliche Handhabe fehlt; sie beauftragten jedoch ihve Gesandten, den Ministern der Pforte mündlich vorzustellen, der Sultan müsse seiner direkten Einflußnahme auf Egyp-ten entsagen. Konstantinopel, 2. Inli. (N. Wr. Tagbl.) Der Sultan überschickte 3000 türkische Goldlircs dem aus der Verbannung zurückgekehrten Mahmud Nedim Pascha und erlaubte ihm, eine Anzahl Tscherkessen in seinem Konak zur persönlichen Sicherheit zu halten. Die jungtürtische Partei agitiert in heftiger Weise gegen Mahmud Nedim und droht niit einem gcgen den Sultan felbst gerichteten Schritte, falls dieser den Ex.Vez,er abermals recativicren sollte. Auch englische Einflüsse sind in dieser Richtung thätig. Telegrafischer Wechselkurs vom 3. Juli. Papier'Rente —. K. t. Münz' Dukaten 5 49. — 20 - Franken . Stücke 9-21°/,,. - - 100«z»eichsmart 5690. Wien, 3. Juli, 2'/, Uhr nachmittags. (Schlusjlurss,) Krcditacticn 268—. 18N0cr Lose 127 25. 18'i4cr Lose 15» . österreichische Rente in Papier 67 32. Staatsbahn 278 75.. Nordbahn 221' , 20-Franlcnslücfe 9 2»'/,, uugar. Kreditnctie» 254'25. österreichische ssraiicobnnl —'—. österreichische Analolianl 126 80 Lombarde» 87 50. Uuiuubanl 87 25, Lloydactien 582 —. türkische Lose 21 7.°>. Communnl'Anlehen 113<»0. Egyptische —. Goldreute78 45. ungarische 17 7 O. fchwach bewölkt 0 00 !> ., l!lb. 733 72 4-168 windstill heiter Vonnittags trübe, nachmittags Aufheiterung. Das Taues, mitte! der Wanne ^. 18 0", um 3 0" unter dem Normale Verantwortlicher Redacteur: Ottomnr ÄambeVg^ ^M'Kn^rickt UM"' 2-Juli, '(1 Ilbr,, Nie Vörsc war. obwol die Kapitalsanlage sich noch nicht bedeutend fühlbar machte, doch sehr guter Stimmung und haussierte lanasam <^Vl^»^ll«/l. zwar, aber mit entschieden hervortretender Tendenz. ____________________ ' "' «tld W«t Papierrente........6690 67 — Silberrente........6840 68 50 Goldrente .........77'80 77 90 Lose, 1854........ 116- N? . I860........ 127 - 12? 25 . I860 (zu 100 fi.) . . . 128 75 129 25 , 18S4........ 157 - 157 50 Una. Priimien.Unl..... 102 75 10325 Kredit-L.......... 168— 169 ^ Uubolfs-i!.........16 75 17 — Prämienaul, der Stadt Wien 113'- 113 25 Vonau-Rca.ulierungs.Lose . . 10850 1087^ Domänen»Pfandbriefe . . . 143- 143 25 Oesterr. Schahfchcinc 1861 rück« zahlbar......... 101 - 101 25 Oesterr. Schahscheine 1882 rück« zahlbar........ 100 70 100 90 Ungarische Goldrente .... 93 60 93 65 Ungarische EisenbahN'AnIeihe . I11-— 11150 Ungarische Eisenbahn«Anleihe, Lumulativstüäe...... 11050 111 — Ungarische Schatzanw. vom I. 1874..........-- - '- Anlehen der Stadtgemeinde Wien in Ä. V. ..... 9925 9975 Held Ware Vrnn»entlaftnn«S'Dbll«ati«ue». Vöhmen.........102- 103- Niederösterreich......104 7.'. 10525 Galizicn.........8925 8975 Siebenbürgen.......83 25 84 25 Temeser Banal......84— 84b0 Ungarn..........86 - 8650 «lctleu von Vanlen Anglo.öslerr. Vanl..... 126 - 12625 Kreditanstalt ....... 2«4'70 264 80 Depositeubank....... 174 17ll - Kreditanstalt, ungar..... 253 50 253 75 Oesterreichisch, ungarische Bank 821 - 8^l3 Uniunbaut ........8675 8? — Aerlehrsbans......' N6 75 117 25 Wiener Nankverein..... 121— 121'50 Actlen vsu Tranepsrt Unterneh» munden. «eld Wale Alföld'Vahn .......I«i6 136 50 DonaU'Dampsschiss..Oesellschaft 571' 572 -Elisabeth-Westbahn.....178 25 179 75 «e!b Wo« Fcrdinands-Nordbahn. . . .22l0—2220 — Franz'Ioscph-Ällhn .... 14575 I46-. Gal.Karl.^udwig.Nabn oi. 03 - 103 50 Ungarische Nordostbahn . . 127— 12750 Wiener Lramwal,'(Ycsells.l,aft 187 50 188 — Pfandbriefe. Allg.öst. Vodenlreditanst.(i.Gd.) 115 25 115 50 „ ' „ liA.^V.) 100 - 100 25 Ocstcrrcichisch ° ungarische Vanl 10140 10150 Una. Aodenlrcdit-Inst. (Ä. , . . . 72^-, 72 25 Staatsbahn 1. «eld 91 50. W„re —'-. Nachtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrente «6-90 bis 67- . Silberrente 6340 bls t)tjl»0. Voldrente 78 — bis 78 10. Kredit 264 75 bis 265- . Analo 126— bis 12625. London 11595 bis 11615. Napoleons 922 bis 322'/,. Silber 100 — bis 100- -.