Nr. 228. Freitag, 7. Oktober 1887. 1UV. Iahrganss. —______________________ - ^/v>' 3nM^7?/'??^^!?V. .^ll ^V'l'^b)'".^ "anzjähri» fi, 1K. halbjährig sl. 7.5.0, Im Comptoir: I Die „Vaibachcr Zeiwn«^ erscheint l»«lich mit «usnahmc ber Eon«, und sseitlt«« Umtlicher Weil. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 28. September d. I. dem "tltgliede der Section Innsbruck des Tiroler Landes culwrrathes, Großgrundbesitzer Robert Ritter vou "lalfcr' Auerhei m in Aucr in Anerkennunq seiner ersprießlichen gemeinniitzigen Wirksamkeit das Ritterkreuz °es Franz-Joseph-Ordens allergnädigst zu verleihen geruht. Se. f. und k. Apostolische Majestät haben mit 'lUerhöchstcr Entschließung vom 24. September d.I.dem ^ndesgerichtsrathe in Innsbruck Dr. Joseph Daum 'Me, den Titel und Charakter eines Oberlandes-genchtsrathes allergnädigst zu verleihen geruht. Prazäk m. p. Mchtamtlicher Mil, Die Marbnrger «Südsteirische Post. bringt in 'yrcr jüngsten Nummer an leitender Stelle einen bemerkenswerten Artikel, den wir unseren Lesern nicht vorenthalten zu sollen glauben. Der Artikel hat folgenden Wortla.lt: Unlängst ist wieder einmal die Er- Mung einer Universität zur journalistischen Discus-imn gebracht worden. Nachdem das Triester Blatt "most, elne slovenische Universität in Laibach für me Svenen gefordert, ist diese Angelegenheit in der N^.'Ä?^ Allgemeinen Zeitnng. mit Gründen der ""6 wissenschaftlichen und literarischen >"Nll,lHten bekämpft worden. Sodann kam «Slovenski /carod» mit einem Leitartikel und behauptete die Schad. lMe,t emer slovenischcu Universität. Die Slovenen mujLttn ,m slavischen Geiste erzogen nnd bis zur hoch-Nen Bildungsstufe in diesem Geiste geführt werden, sie "/lsten deshalb die Sprache des größten Slavenstam« /H...". "^"' lernen und auf einer russischen Uni-uerMt akademisch gebildet werden. Wir waren schon genöthigt hervorzuheben, dass '"'. in Lmbach zu oft die Gefühlspolitik für zweck-^ .?V. v"' ^'^ "'üssen auch heute wieder der realen pontlk das Wort reden. Dem poetisch begeisterten Slo. 'nen muss es herrlich erscheinen, seine» Sohn von der ^ege ms zum Ende der Uuiversitätsstudicn im rein slavischen Geiste erzogen zu sehen nnd dnrch weitere Ausmalung dieses Ideals in dichterischen Wolkeugebil. den die Slovenen. frei von deutschem und italienischem Geiste, als selbständiges Culturvolk, oder doch als die höheren Cnltursphären mit den Russen theilend, sich vorzustellen. Der Dichter kann dieses Ideal besingen, der Politiker muss es als nie erreichbar bei Seite schieben. Die Slovcnen sind seit dem Bestände des Dualismus in Oesterreich genöthigt — auch die Kroaten sind in geringerem Maße in dieser Lage — die Uni-verMtsbilduug in deutscher Sprache zu suchen. Der Politiker darf nur Erreichbares auf sein Programm setzen. So köuncn die Slovenen in Bezug auf akademische Vorträge in slovenischer Sprache mehr kaum erhoffen, als Vorträge über praktische juristische Fächer an der Grazer und vielleicht auch Wiener Universität, dann praktische Uebungen in slovemsclM Vortragen für Mittelschullchrer. Hat der Staat die sloveuische Am-tiernng bei den Gerichten und politischen Behörden zugelassen und befohlen. so muss er auch dafür sorgen, dass die Aneignuug der slovenischen Amtssprache nicht bloß dem Prioatstudium der angehenden Beamten überlassen werde, wie bisher. Das' Gleiche gilt in Bezug auf die slovenische Unterrichtssprache an Mittelschulen. Dann kommt wohl für den Politiker zn berücksichtigen, dass die Söhne der Slovenen bei ihrem Volke selbst Beamte. Lehrer, Aerzte werden sollen. Und dazn ist eine Ausbildung nothwendig, mit der man in den slovenischen Ländern sich nützlich macheu kann. Wir leben neben und mit den Deutschen, auch in Kram. Praktische Erwägnngen haben die Slovenen zu oft nicht befolgt, und wohl nicht zn ihrem Besten. Mau nat seinerzeit das Schlagwort von dem vereinigten Slovemen in die Welt geschickt. Ja, ein schönes Ideal.' Aber cm Ideal, dessen Versetzung auf ein politisches Programm die Gegner, kaum nothwendig, erbittert und nns feindlicher gesinnt gemacht hat. ' «Das absolut ^li?^ - Heilbringende durch das zeitlich uud ört-lich Richtige und Gute zu verwirklichen», ist die Idee der Politik ullch Stem. Diesen Satz sollen die Redac-teure des «Slovensti Narod oft erwägen. Dann wer-den ste wohl finden, doss nicht einmal ein geeinigtes Slovemen, eme russische Uuiversitätsbildung aber schon gar nicht m ein politische Programm der Slooenen gehurt. Vor etwa drei Iah«« hat der «Sloveuski Narod. wohl nach unserer Uebeneuauua den richtigen Standpunkt der slovenischen Politiker bezeichnet. Es ist der Standpunkt der geltenden Slaatsgrundgesehe, ins. besondere des Artikel» 19 derselben. Durch Einnahme dieses Standpunktes treten die Sloveneu mit ihren politischen Gegnern auf den von diesen selbst geschaffenen Rechtboden, und die politischen Vortheile, welche die Slovenen seit dem Bestände der Staatsgllmdgesche überhaupt errungen haben, sind vom Standpunkte der geltenden Gesetze aus erfochten worden. Leider hat man einen hochverdienten Mann vieler Erfahrungen und Verdienste auf dem Felde praktischer Politik als zu argen Opportunisten des maßgebenden Einflusses auf den «Slovrnski Narod» entkleidet und ergeht sich seitdem zu viel in unerreichbaren Idealen. Dem Dichter ist nach Schiller von der Erde nichts zugefallen, weil er, statt bei der Theilung mitzuthun, bei Zeus weilte, und Angäon verlor die Riesenkraft, wenn er die Erde nicht berührte. Auch die Slovenen müssen auf reale Politik denken, und ein politisches Tageblatt darf nicht auf Unerreichbares seine Politik stützen, soll dasselbe und seine Partei ernst genommen werden wollen. Da machen es unsere untersteierischen Gegner besser. Die Cillicr «Deutsche Wacht, empfahl jüngst den dentschen Studierenden, sich das Slovenische in Wort und Schrift anzueiguen, «um in keiner Bezie» hung den slovenischen College« nachzustehen». Ins Gemeinverständliche übersetzt, heißt das: Die Söhne unserer (der «Deutschen Wacht») Parteigenossen können in Unterstciermarl und überhaupt den von Slovenen bewohnten Gegenden keine Anstellungen finden, weil sie nicht Slovenisch können. Man hat im deutschen Lager erwartet, dass nach einer Generation das steie« rische Unterland germanisiert sein werde und hat seine Söhne nicht Slovcnisch lernen lassen wollen, während die Slovl'ncn schon in der Volksschule Deutsch lernen müssen. Jetzt sollen diese Söhne von Deutschen Beamte werdrn, nnd die Sloveneu — reden noch immer Slo« venisch und haben sogar theilweise slovenische Amtie« rung erwirkt! Die deutschen Studenten waren «fesch», tranken und punkten, während der slooenische Eollega neben allen anderen Lchrgegenständen auch Slovenisch «büffelte» — und jetzt muss man alle möglichen Wege suchen, um den «fefchcn Kerl» unterzubringen, was aber doch nicht immer geht. — Man dachte nach und fand, dass man mit wichtigen Thatsachen in seiner Feuilleton. Im Reiche der Töne. ^„f^.^ die bewegliche Quecksilbersäule vor meinem ""Mr m ihrem gläsernen Röhrlei» auf 30. Dreißig ^lad Hitze im Schatten! Ha. ^ 'st Mittag. Todtcustille. Der Pan. der große ss"N lst nicht todt, aber er schläft. Diese Ruhe -^ es noch so paradox — ist eine Orgie des Ohres! ^>. ^'"'" kmmeu sich auch negativer Freuden EF'- Ist der Schlaf nicht ein Tod im Leben, ein sa^n - ""er Empfindungen und Gefühle? Und H5 wir nicht: «Ach, könnt ich nur schlafen!. Oder: ^e gut hab ich geschlafen!. Vielleicht auch: «Ah, das. "" erquickender Schlaf!. So schließe,, wir Gre,i!^ ^"9?. wir legen die durch Tasten au-'vir s. n '^""^ ^" ^'^ '" ^'" bequemere Stellung, friert 3 " ""b manchmal — die Nase zu . . . mm "das Ohr seine Olgie der Ruhe. Z'Mln/r"'^' Keine Fliege, die summend durch's im Gr.s ä^A' kein pickender Holzwurm — so ist's wohl zllsamn, ' ^ ^""e. Ich sch^ Epen. Romaue, Dramen Zlln, N- ber Flug der Phantasie ist uugehindert. ^men^ cl 6 nur Phantastenflug; Epen. Romane, ^Uk'ii S,,"'ch'""'de" wieder; sie haben keine Feder, ^tlaasl,^' ""' Dw6"' keiue Leihbibliothek, keine Regisseur, keinen Acteur. keine ^ Da 5 nT"^?' in Aeweguug gesetzt. l ^"brr is, "/'!? H.""d "nter dem Haubthor! Der ^ ist. al/^l"! Mm, Gcdanklnganq ist gestört. ^'"k'" <,et,„« '^ 5""' im Weltmeere schwimmende soffen, gestoßen hätten und nun ganz an- dere Richtungen verfolgten. Ich sage mir: «Gewiss ein Bettler, den der Portier abgewiesen! Oder — und ciue seltene Unruhe befällt mich — ein Besuch, der dich störeu will?. Da muss ich meine bequeme Lage ändern, den Knoten meiner Cravatte corrccter ziehen; vielleicht ist es der Briefträger, in dessen Händen die finsteren und die heiteren Lose'liegen! er bringt mir eine Novelle zurück, eiu gedrucktes Feuilleton oder eine Todesnachricht. Ach, die Liebesbriefe, die Einladungen zu Schäferstündchen kommen ja so selten oder gar nicht mehr. Oder ist es die Liebste selbst, die scheuen Fußes an der Thür vorüderstrcicht, fürchtend, de», Arbeiter, der nur ein Träumer ist, zu stören. Ich harre. Ich zittere am ganzen Körper; der Nngstschu'eih bricht mir m:f der Stirne aus, so nervös bin ich. wenn ich bei der Hmmeruua. meiner Eprn, Dramen und Rumane. di<^ ich alle in Luftschlösser, Chawlix d'Espagm' verlege, gestört werde. Ah! ich leg.» mich zurück. Dü' Polster schwellen mir entgegen. Träumen wir weiter. Ich «'riuuere mich, in Heidelberg Cullegien bei Heluchol; i>l^t uud sonderbarerweise auch besucht zu haben. Meiu Geist nimmt eine «wissenschaftliche» Richtung, zu,,, Glück eine populär-wiffm-fchaftliche. Ist es nicht eines vou den alltäglichen Wundern, die uns keine mehr sind, weil sie uns zu vertraut ge-wordeu. dass da unten eine Luftwelle, in Bewegung gesetzt, zu mir herauf, heran, in die abgeschlosseneu vier Wände meines dritten Stockes dringt? Die Wissenschaft sagt mir, der Gegenstand meiner/unserer Empfin-dung, u sei st>ts ciue Bewegmig. die sich auf die Nerven unserer Sinnesorgane überträgt und durch dieselben zum Gehirn fortgepflanzt wird. Die Verschiedenheit der Eiuwirkuug zwischen einem Ton uud einer Farbe vermag die ehrwürdige Matrone Wissenschaft, die hier noch eine jungfränliche Unerfahrenheit an den Tag legt, nicht zu erklären. Ein tönender fester Körper vibriert. Eine klingende Saite zittert. Wenn du nun bedenkst, dass jeder Ton einen Nerv in dir erzittern lässt, dass du vielleicht seit 30. 40, 75 Jahren allerlei «Lärm» hörst: das Ge° schrei deiner Geschwister, deiner Schulcollegen, das Gerassel, Gepolter, Getöse, Gerufe in einer Grußstadt, das Durcheinander der Wagenmafsen, der Tramways, der Eisenbahnen, denen du dich oft 24 Stunden hinter einander anvertraust; dass du Millionen Conversationen geführt, dich gestritten, Wagner'sche Trilogien, den «Parsifal» in Vayreuth, Niemann in Berlin, Reich-mann in Wien, die Krauß in Paris, die Wilt in London, Vibrio und Faure in Petersburg, die Lucca und die Patti überall gehört, mit der dazu gehörigem Orchesterbcgleitung; wenn du vielleicht den Kanonendonner von 1864—1886 mit angehört, indem du dich als Muss Soldat oder Schlachtenbummler auf die vri schicdcueu Felder begabst, wo Lorbeer und Schläge so nah bei einander wachsen — wenn — nem die Periode ist lana a/nun, und du musst zitternd gestehen, dass das menschliche Trommelfell ein Fell ist. da« sehr lanae aeaerbt werden kann, bis du weich, das heißt taub bist! Und da sei gar zugegeben, dass Tramways und Wagner noch keme 75 Jahre er> stierm. Immerhin aber wirst du zetzt emstmunen. wenn wiederhole: Die absolute Ruhe in der Welt der Töne ist die Orgie des Ohres! Aber wenn man aür Smne verschlösse, rastlos arbeitet die TmbildunMast. Dai l'aibacher Zeitung Nr. 228. 1874 7. Oltolicr 1887. Politik zu rechnen unterlassen. Jetzt soll der Fehler verbessert werden. Die obige Kundgebung der «Deutschen Wacht» ist ein pater p6«!3.vi ihrer Politiker, eine Mahnung an die Parteigenossen zur realen Politik. Falls die Mahnung der «Deutschen Wacht», die Söhne der Deutschen in Südsteiermart mögen vollkommen Slovenisch lernen, praktische Folgen hätte, könnte sie die Gegnerschaft zwischen Deutschen und Slovenen mir vermindern, und deshalb begrüßen wir sie. Für die Slovenen aber ist in ihrer Politik Realismus dringendst geboten, und wir hoffen, dass diese Zeilen in der Redaction des «Slovenski Narod» nicht anders werden gedeutet wer den, als wie der Ausdruck der innersten Ueberzeugung eines warm fühlenden, aber kühl abwägenden slooeni-schen Patrioten. Politische Uebersicht. (Zur Situatio n.) Die herannahende politische Saison fördert ganz ungewohnte Erscheinungen zntage. Die «Neue freie Presse» empfindet es schmerzlich, dass in dem ganzen Mittelschulrummel so viel von Herrn von Gautsch nnd so wenig vom Grafen Taaffe die Rede sei; ja, es verursacht ihr ordentlich patriotische Beklemmungen, dass in dem Lärm der letzten Monate der Name des Ministerpräsidenten so wenig in den Vordergrund getreten sei. Schon diese ängstliche Fürsorge um das politische Ansehen des Cabinetschefs muss uns in den Spalten eines Oppositionsorgans schier wundernehmen; vollends überrascht wird man aber durch das Bekenntnis desselben Blattes, dass Graf Taaffe «schon vermöge seiner Stellung über den Parteien mit olympischem Oleichmuth und der ent« sprechenden Verachtung für das politische Kleinzeug, das da auf dem Boden kriecht», gewappnet ist. Der Herr Ministerpräsident erhält da von dem leitenden Oppositionsblatte ein Compliment, das ihm von dieser Seite gewiss unerwartet kommt. (Parlamentarisches.) Nächsten Dienstag, vor der Sitzung des Abgeordnetenhauses, halten sowohl der deutsche als der deutsch österreichische Club ihre ersten Sitzungen ab. Gegenstand der Verhandlungen ist die Tagesordnung der ersten Sitzung. (Ein Veitrag zur böhmischen Frage.) Der Abgeordnete Dr. v. Plener hielt diesertage in Eger eine Rede, in welcher er u. a. erklärte, dass eine Ve» söhnung zwischen den Deutschen nnd Czechen in Vöh» men erst dann möglich sei, wenn die deutsche Sprache als Staatssprache anerkannt sein werde. Auf diese Rede des Herrn v. Plener entgegnet die «Politik» : So wünschenswert auch dem czechischen Volke das Abkommen mit den Deutschen erscheint, so befindet sich dock Dr. v. Pleuer in einem gewaltigen Irrthum, weun er vermeint, dass der Preis mit der Anerkennung der Staatssprache je bezahlt werden könnte. Er müsste diesen Irrthum bald genug abschwören, wofern es ihm um die Verständigung in Böhmen ernstlich zu thun ist. (Inspection sreise des Unterrichts' ministers.) Der Unterrichtsminister besichtigte in Ezernowitz die erzbischöfliche Residenz, das Seminar und die theologische Facultät der Universität in eingehendster Weise. Nach mehreren Besuchen und Empfängen erfolgte die Abreise nach Lemberg vorgestern um Z Uhr nach« mittags. (Staatseisenbahnrath.) Wie verlautet, wird der Staatseisenbahnrath erst in der zweiten Hälfte dieses Monats zur Herbstsession sich versammeln. Als Mitglieder des ständigen Comites sind Herr Professor Lorenz Ritter von Stein und der Neichsraths-Abgcord-uete Dr. Ruß in Aussicht genommen. (Galizien.) Die Lemberger Handelskammer wählte in engerer Wahl den Candidaten der Gewerbe-section, den Schneidermeister Niemczylwwski, mit dreizehn gegen zwölf Stimmen, welche auf den Secretär der Kammer, Vodynski, entfielen, in den Reichsrath. (Ungarisches Vicinalbahngesetz.) Der ungarische Communicationsminister wird dem Reichstage sofort nach crfolgter Coustituieruug deu Gesetzentwurf über die Vicinalbahnen, sowie eine ganze Reihe von Vorlagen über die in deu letzten Monaten erfolgten Concessionierunqen von Vicinalbahneu unterbreite!'. (Zur Lage iu Kroatien.) Sämmtliche Agramer Blätter besprechen die jüugste, gegen die Re> gierung gerichtete Manifestation des Agramer Gemeinde-rathes. Während die regierungsfreundlichen Blätter dieselbe als Ueberschreitung der Competenz, als «Coup» und «Wahlmanöver» der Unabhängiqkeitspartei bezeichnen, wodurch bewiesen werden sollte, dass Kroatien noch nicht ganz in das Lager des Grafen Khuen-. He-dervary übergegangen sei, messen die oppositionellen Blätter der Sache eiue politische Bedeutung bei. Die Repräsentation soll den suspendierten Bürgermeister Ba-doviuac zum Autor haben. Oberbürgermeister Sieber sistierte die Ausführung des Beschlusses, welcher die Auflösung des Gemeinderathes zur Folge haben dürfte. (Die Wahlen in Bulgarien.) Nach einer Zuschrift der «Pol. Corr.» von bulgarischer Quelle aus Sofia enthält das Wahlcircular Caukovs an seine Freunde, außer einem allgemeinen, für die Oeffentlich-keit bestimmten Theile, in welchem er die Parole der Wahlenthaltung ausgibt, auch uoch Einzelweisungen, die in geradem Gegensahe zu dem Losungsworte stehen, indem Cankov die Aufstellung von Caudidaten an meh< reren Punkten empfiehlt, wo er. wie in Braca, Pleoua uud an anderen Orten, das Terrain zu beherrschen glaubt. Auch Nadoslavov empfiehlt seinen Freunden Wahlenthaltuug. um, wie er angibt, die Schwierigkeiten der Regierung nicht zu vermehren. Die Opposition gibt das Schlagwurt aus, dass die Beschlüsse des nächsteu Sobranje für sie nicht bindend sein werden. (In Russland) hat eine Bestimmung deö Unterrichtsministers Deljanov große Aufregimg und Erbitterung hervorgerufen. Diese Bestimmung schließt die Söhne unbemittelter und den niederen Ständen angehörender Leute von dem Besuch der Gymnasien aus und gibt deu Director?» derselben das Recht, solche junge Leute zurück und an dieKreisschnlen zu verweisen, damit sie dort eine dem Beruf und der socialen Stellung ihrer Eltern entsprechende Vilduug erhalten. Da aber jene Verfügung so unklar gefasst ist, dass sie den Gymnasial-Directorcn eigentlich unumschränkte Gemalt über Annahme oder Zurückweisung von Schüleru gibt, so hat sie schon massenhafte Beschwerden hervorgerufen, nnd a.is allen Gymuasialstädten laufen Klagen gegen die Willkür der Gymnasial'Directoren ein. (Die Affaire von Raon.) Die meisteu Pariser Blätter sehen den Zwischeufall von Raon schon für erledigt au uud besprechen ihn mit Ruhe und Anerkennung für die eulgegenkommeude Haltung Deutsch- lands. Dabei wird allerdings vorausgesetzt, dass die Bestrafung Kauffmanns und eventuelle officielle Mt-schuldiguugeu wegen der diesseits behaupteten Grenz' Verätzung die bereits angebotene Genugthuung vervollständigen werden. (Die französischen Kammern) werde», wie aus Paris gemeldet wird, für den 25. d. ^-^ einer außerordentlichen Session einberufen weiden. M' ordentliche Sessiou beginnt verfassungsmäßig am zweck» ^ Dienstag des Jänner._________ ^ > Tageslielligleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Ovazer Morgenpost, mittheilt, dem OrltzschnlrM Sommereben im politischen Bezirke Deutsch LandMlg zum Schulerweiterungsbaue eine Unterstützung von z ^00 fl. allergnäoigst zu spenden geruht. —- (Herzogin Thyra von Cumberland Das Befinden der Herzogin von Cumberland h^ sich erfreulicherweise so günstig gestaltet, dass die M' gäbe von Bulletins nunmehr eingestellt werden kan^ Mitte Oktober wird die Uebersiedlung der Herzogin ai der Privatheilanstalt des Professors Leidesdorf in da« herzogliche Schloss in Penzing stattfinden. — (Verein von Waldfreunden.) Ander kürzlich in Wien stattgefundenen Vorbesprechung wegt" Bildung eitles solchen Vereines betheiligten sich Vertrete der Hygiene, des Thierschutzes und der Touristik, ^as' dieser Vorbesprechung zustande gekommene Programm de Vereines ist in kurzen Worten: Förderung der Erhaltu"» bestehender und Wiederherstellung verschwundener Wälder thnnlichste Ausdehnung von Baumpflanzungen, Schutz ^ Quellen, deren Existenz so wesentlich an die Existenz^ Wälder gebunden ist; Verschönerung und Assanierung "e Städte durch hygienisch-natürliche (nicht ausschlie^ architektonische) Vaumftflanzungen :e. Als erste Tha'tig«' haben die Gründer dieses gemeinnützigen, mit einer o wichtigsten Cnlturfragen sich beschäftigenden Venines Anregung zur Pflanzung von Gedächtnisbänmen aiiläW^ des Kaiserjubiläums 188« ans die Tagesordnung geseß' und hoffen dieselben, hiebei von allen Patrioten "" Naturfreunden unterstützt zu werden. .^ — (Dr. Holubs erster Vor trag) ^ 10. d. M. findet im großen Mnsikuereinssaale in ^tt der erste Vortrag des Dr. Holub nach seiner N'M^ aus Afrika statt. Dem Vortrage, der sich überaus '"' tercssant gestalten dürfte, werden auch Frau Rosa H^ ' die Gattin des Forschers, sowie die zurückgekehrt Diener beiwohnen. Das Erträgnis des Vorlrages, ^ das Holub-Comile veranstaltet, ist der von dem Fo^cY zu veranstaltenden großen afrikanischen Ausstellung 6 widmet. . .. — (Ein rother See.) Aus Castro OiovanM ^ Sicilien, einer in der Provinz Caltanisetta ö^legk Stadt, die auf der Stelle des antiken, durch seinen ^ ruscnlt bekannten Enna steht, wird gemeldet, da" ^ dort befindliche See sich ganz roth gefärbt habe. ^ . fand vier todte Aale, deren jeder sieben Kilogramm ^ "^ auf, und ebenso hat der See eine große Menge ". „s kleiner Fische ausgeworfen. Der See verbreitet ^ eine weite Entfernung hin einen üblen Geruch. Tne ^ wohner des Sees wollen wissen, der Vlitz habe 1"'^^, denselben eingeschlagen, und führen darauf die ganzk scheinung zurück. ^ Auge schließen, schließt die Welt nicht aus! Im Gegentheil. Hinter den gesenkten Lidern malst du dir zaube« rischcr die Diuge, als sie fiud. Und wenn sich der Mensch, der stets etwas Odysseus ist, das Ohr mit Wachs verstopft, das lockende Sireuenlicd der Realität dringt doch durch und zn ihm. Das Ohr ist, physisch genommen, besser daran als das Äuge. 36 000 Schwingungen in der Secunde werden von ihm kaum noch als Tonempfindungen gewahrt. Der Sehnerv wird erst dann angeregt, wenn er mindestens etwa 60 Billionen mal in dieser Zeit erschüttert ward. Wenn man die Odyssee des Auges während seiner Lebenszeit in Zahlen erzählen wollte! Als der Witten-berger Profefsorssolm Ernst Florenz Friedrich Chladin die Schwingungsformen und Tollverhältnisse der Körper studierte und dabei die Entdeckung machte, dass Sand, auf eine Glas- oder Metallplatte gestreut, die mau mit einem Violinbogen streicht, gewisse geometrische Figureu bildet, erregte der Fund großes Aufsehen. Der französifche Imperator rief: «Chladin lässt die Töne sehen!» Mir zeigen die Töne die Außenwelt. Ich bin so vertraut mit den Geräuschen meiner Umgebung, wie jener gallische Feuilletonist mit deu «Oi>! lie l^ri^». Er schrieb ein Buch über die Rufe und Schreie der französischen Metropole, da er. ich glaube, es war schon im Jahre 1865, damals alle anderen Stoffe erschöpft wähnte. Und doch sind seit 20 Jahren noch ein paar Bücher geschrieben worden. «OK«, Ie viti-ißr!» «1^6 'nouri-on pour 168 p'li!« oi'noaux.» «1^6 cika^Llas cis ^untainebisau» so schreien sie an der Seine ihre Ware ans! . . . Der Hund bellt. Ich schliche die Augen und sehe den ganzen Vorgang an meiner Hausthüre. Ein eigenthümlich melancholisches Glöcklein von eiuer matten Moll'Klaugfarbe tönt an. Gleich darauf ein dumpfes Rollen. Ein Pfiff. Ich weiß. es ist der Eiscnbahnzug. der jetzt zwischen blühenden Russkastanien. Fliederbüschen, den Tannen- und Fichteu- und Buchenwaldes-saum entlang die Städter in die lieblichen Sommerfrischen bringt. Der Mann fährt morgens in die Stadt und abends zu Frau und Kind. Wie er begrüßt wird! Nie die junge Frau, das jüngste iM«? im Arm, den anderen freien nm ihn schlingt und das Blondhäuptchcn sich nun um seinen Hals nestelt. Der Kaufman» reist iu Geschäften in die P»o« uinz, aus dieser iu die Hauptstadt. Der Herr Major aus seiner Garnisoulstadt zur Frühlings - Parade, die fette Amme aus ihrem Heimatsneste zu der Familie des Herrn geheimen Commercieuraths .. . Schon sind die Dampfwolkeu in der Ferne verzogen ... wie ein flatterndes Band schwebt's noch am Smmnelhimmel. Zwei Reisende sehen es spät im Dämmern auf den lichtgrüuen Wiesen liegen. Sie streiten sich. «Es ,st aufsteigender Nebel.» «Nein! Es ist ja Iuliglut und hat seit 14 Tagen nicht geregnet!» Sie sehen mit den Augen und sind blind. Ich sehe besser mit dem Ohre. — Eine Trommel rasselt. Taktschritt. Ich schließe die Augen und sehe Regimenter, frisch, leicht, buntfarbig, heil und gesund ins Freie marschieren. Eine Kirchenglocke! Aus nah uud feru strömen die Menschen herzu. Sie wulleu eiu geistiges Bad nehmen uach der aufreibenden Schmiede-Arbeit iu der russigen, dampf- und kohlenerfüllten Werlstälte des realistischen Jahrhunderts. Die Orgel tönt. Psalmen werden gesungen. Der Prediger besteigt die Kanzel und spricht goldene Worte in offene, weiche Herzen. ^r . kündet das Euangeliilm der allgemeinen MenschcnU er behauptet, dass alle Menschen vor Gott gleich ! ^ der nur Eine Unterscheidung mache. Er spricht es ^ dass der Gerechteste der sei. der am meisten v"' .^, und verzeihe. Er segnet die Gemeinde und schew ^^ den göttlichen Frieden — üo, nn.^ii ox!! ^? ^M Brüder und Schwestern, gereinigter Seele, ^lau ^, Herzeus wallen die Beter in ihr Heim. den ^ tigeu Almosen streuend. ^zß, Ein Hammer klingt auf einen Stein. IH ^ jst es ist ein Arbeiter, der das Pflaster ausbessert. ^^ ein vernünftiger Mensch. Er fühlt, dass seine W'iu auch eiuer lösen muss. . ^ s» Es ist nun ganz dunkel geworden. 3^ ^ »lil lange still in meiner Einsamkeit geträumt, da, ^, die Zeit zerrann, wie die zwischen den 3^"':H sie gleitende Silberwelle eines Waldstromes. Hab '^ ;H verloren? Ich weiß nicht! Ich weiß nur. ^^. nur in meinen vier Wänden die ganze Welt z„ ieren kann, besser, schöner, edler — billiger, als Wirklichkeit ist! „)llt' Keiu Laut. — Wie friedlich, einsam.-- ^z verloren... Es klopft! «Herein!» -^ ^s , ^s dunkel. «Wer da?» rufe ich. -Lieber Via»"- jch Essen steht auf dem Tisch, die Kinder warten >^ ^ dachte, du seiest ausgegangen!» — «^nW- K essest, sehr weit. Aber ich bin gar nicht müde. -"" ^»' sagst du. steht auf dem Tisch. Die K«nd" So komm!» ,,,. «^ als b'k Die Wirklichkeit ist doch — noch scho"" constluierte Welt! . .„,>,,, K- Alfred Fr.ednia" ^ »llcher Zeitunll Nr. 228. 1875 7. Oktober 1887. — (Ueberbiirdung des Geistes.) Den schädlichen Einfluss geistiger Ueberbürbung auf die körperliche Entwicklung belegte Lagneau in seinem Vortrage vor der französischen Akademie unter anderem durch die statistische Thatsache, dass von 100N «Vacheliers» (junge Leute mit absolvierten Gymnasialstudien) nur 425, zum Militärdienste befähigt gefunden und 575 zurückgestellt oder ganz untauglich erklärt wurden, während von W0U jungen Leuten überhaupt in Frankreich 540 tauglich und 460 — also um 115 oder ein Viertel weniger — zurückgestellt oder ganz untauglich erklärt wurden. Der eingehende Bericht einer Commission, welche von der Akademie znr Prüfung der Ueberbürdungsfrage gewählt worden, schließt mit dem Votum, «dass die Akademie der Medicin die Aufmerksamkeit der Behörden auf die schweren krankhaften Folgewirkungen der intellectuellen Ueberbürdling und der sitzenden Lebensweise in den Schulen, Lyceen ?c. hinlenke, und dass in den gegenwärtig herrschenden Systemen und Methoden des Unter» richtes bedeutende Reformen nothwendig seien». — (Das erste parlamentarische Duell) in Budapest ist im Anzüge. Der ehemalige antisemitische Deputierte Geza Racz sendete seine Cartellträger zum Abgeordneten Nela Komjathy wegen einer Erklärung des letzteren über Racz. — (Patriotische Spende.) Aus Anlass des Allerhöchsten Namensfestes Sr. Majestät des Kaisers hat Herr Leopold Freiherr von Lilienthal in Graz 1200 Gulden zur gleichen Vertheilung an zwölf wohlthätige Institute in Steiermart gewidmet. — (Li-Fong-Pao.) Aus Tientsin wird gemeldet, dass der ehemalige chinesische Gesandte für Berlin und Wien, Li - Fnng - Pao, plötzlich gestorben ist. Derselbe war bekanntlich vor drei Jahren bei der Kaiserin« Negentin in Ungnade gefallen und lebte seit jener Zeit als Verbaunter in erstgenannter Stadt. — (Trinlwasserleitu ng in Mera n.) Aus Reran, 5. Oktober, wird telegraphiert: Gestern hat hier, von schönstem Wetter begünstigt, die feierliche Eröffnung der mit einem Kostenaufwande von einer Viertelmillion Gulden erbauten neuen städtischen Trinlwasserleitnng stattgefunden, an welcher Vertreter der Statthalterei nnd des Landesausschilsses, sämmtliche Behörden, das Ofsiciers-corps nnd viele Gäste, darunter die Professoren Dräsche und Oertel, theilnahmen. — (Funde in Pompeji.) Bei den Allsgrabungsarbeiten in Pompeji wnrde in, Anfang des Scp» tember eine hölzerne Kiste aufgefunden, welche eine voll» ständige Garuitur chirurgischer Instrumente enthält, von denen viele den noch hellte im Gebrauche befindlichen ähulich seheu. — (Ein Methusalem.) In Scutari bei Con-stantinupel starb am vergangenen Dienstag der pensionierte Artilleriemajor Mustapha im Alter von 110 Jahren. Derselbe war als Jüngling von sechzehn Jahren in die türtische Armee eingetreten, in der er dann bis zum jüngsten russisch-türkischen Kriege verblieb. Sein Körper war über und über mit Wuuden bedeckt. — (Selbstmord einer Operettensän-8er in.) In Arad erschoss sich vorgestern die Operetten-fiingerin Len ke-S pan yi. Dieselbe halte zu einem Kollegen eine heftige Leidenschaft gefasst, die aber uu-erwidcrt blieb. — (Der Friedensstifter.) Herr (auf der Straße): Was rauft's denn so, Buben. Das kann ich nicht zugeben. — Erster Schuljunge: Der Karl hat mir sieben Ohrfcig'n geben! — Karl: Und der Hansi mir achte! — Herr: So? Na dann muss halt der Karl dem Hansi noch drei und der Hansi dem Karl noch zwei geben, dass sich's ausgleicht. Aber nachher müsst ihr Ruh' halten, sonst komm ich über euch! Herbstliches Scheiden. In der neuesti'n Nummer des «Deutschen Dichtcrheim» finden wir das nachfolgende stimmungsvolle Gedicht, das sicherlich auch den Veifall unserer Leser finden wird, Herbstliches Scheiden. Herbst war's, als von dir aus immer Scheidend ich ins Weite gieng: ^ Träumend auf der lchten Nose Saß der letzte Schmetterling. Auf dem Wanderslug 'aen Süden Sang ein Vogel, eh' er schied, Unterm lchten Grün der Linde Rastend, noch scin letztes Lied. Und im letzten Zevhyrhauche, Welcher strich dnrchs stille Thal, Küssten Schmetterling und Nose Flüsternd sich zum letztenmal. Dann entsanken ihr die Blätter, Ihm die Schwingen, nnb der West, Wie des Sommers letzter Seufzer, Schwieg ersterbend im Geäst. Und der Nord begann zu blasen, Wirbelte mit wildem Braus Nosenblätter, Falterschwingen Dnrch des herbstes ödes HauS. Und von meinem eig'nen Herzen F'rl die letzte Blüte sacht: Herbstgrsühl in tiefster Seele, Schritt ich weiter in die Nacht. Robert Hamerling. Local- und Prouinzial-Nachrichten. — (Des Kaisers Na mensfest.) Ans Gurt« feld berichtet man uns: Das Namensscst Sr. Majestät des Kaisers wurde in der Stadt Gurtfeld in glänzender Weife begangen. Beim Tagesanbrüche wurden sämmtliche öffentliche sowie auch viele Privathäuser mit kaiserlichen Fahnen beflaggt. Um 9 Uhr fand in der hiesigen, hübsch decorierten Pfarrkirche ein Hochamt statt, welches der hochw. Herr Vicar I. Knaus celcbrierte. Den Kirchengesang besorgte der Gesanglehrer und Leiter des Chores Verr Johann R olt mit seinen gutgeschulten Sängerinnen. Am Hochamte betheiligten sich folgende Honeratioren der Stadt Gurkfeld: Der Bezirtshmlfttmann Heinrich Weig-l e,n m,t sämmtlichen Politischen und Steucramtsbeamten, der BezirksrichterGregorin mit sämmtlichen Beamten des l. l. Bezirksgerichtes, der Postmeister Au hetz mit dem gesammten Postpersonalc - ferner die Gemeindevertretung mit dem Bürgermeister Wilhelm Pfeifer an «7..?!"^'?" Lehrkörper der hiesigen Bürger- und Volksschule^ das Bezirks-Gendarmeriecommando sowie die F.nanzwllchllbtheilung, eine Deputation des hiesigen uniformierten Bürgercorps und der hiesigen Feuerwehr. Die Klrche war von Gläubigen dicht beseht — (Rudolfzbahn in Liquidation) Der Verwaltungsrath der Rudolfsbahn, welcher seitens der General-Direction der österreichischen Stantsbahnen eine Zuschrift erhalten hat, wonach dieselbe unter Hinweis auf die durchgeführte Conversion der Prioritäten von dem Uebernahmsrechte des Staates Gebrauch macht, hielt über diesen Gegenstand am letzten Sonntag eine Sitzung, deren Ergebnis in dem Liquidations-Neschlusse der Rudolfsbahn bestand. Die Verwaltung delegierte gleichzeitig ein Liqui-dati,nscomitö, welchem der bisherige Präsident Graf Pro-kesch-Osten, ferner die Herren Graf Amadei, Julius Herz und Dr. Ritter von Gerl angehören. Nunmehr wird der dreimonatliche Convocations-Termin für die Gläubiger ausgeschrieben werden, insofern eine bloße Formalität, als die Rlldolfsbahn keine schwebenden Schulden besitzt, worauf die sechsmonatliche Umtauschfrist der Actien in Staatsschuldverschreibungen beginnt, — (Volts lieber aus Kr a in.) Bei Johann Andre in Offenbach am Main, der durch die Gefälligkeit einer Laibacher Musikhandlung in den seltenen Besitz sämmtlicher «Gerlica»-Hefte gelangte, erscheint als nächste Piece in diesem Herbste «Das Seelied von Vetoes» l2'Il,'5l. wies der also Angegangene den Bedrängten ""ch iMer^cht^."' ^^ diese Unterredung führten, 'h vk?n°bm^^^^^'^ den Lauscher spielen. Was "°W. hörte ,ch im Vorübergehe,. Und im Grunde, was gleng mich das Zwiegespräch Fremder an/ Ich gleng weiter bis auf die Terrasse, wo ich, auf das Meer blickend, stand als ich mit einemmale zwcl Schüsse rasch hintereinander fallen hörte. Ohne mich zu besinnen, begab ich mich in der Richtung, woher die Schüsse an mein Ohr gedrungen waren, eilig auf die Suche.» «Und es kreuzte niemand ihren Weg?» forschte der Polizist. «Nein, niemand. Der Mond beleuchtete alles mit hellem Lichte. So sah ich diesen Unglücklichen hier am Boden liegen. Noch rathlos was zu thun. beugte ich mich über ihn. um zu sehen, ob er wirklich schon todt sei. als ich auch andere Schritte nahen hörte. Das übrige wissen Sie!» «Seltsam,» sprach der inauirierende Beamte, «zwei Schüsse hörten Sie fallen?» «Zwei Schüsse, die sich allerdings fast wie ein einziger anhörten.» «So kann nur eiu Duell in Rede kommen.» «Wer sollte der Duellant sein?» «Der Verdacht spricht stark gegen Sie selbst, mein Herr!» «Ich habe doch erklärt dass ich den jungen Mann gar nicht kannte!» Inzwischen wareu noch mehrere Organe der öffent« lichen Sicherheit hinzugetreten. «Wenn Sie nicht der Duellant sind, wo befindet sich jener dann?» fragte der Beamte weiter. «Wie follte ich das wissen? Ueberdics gestatten Sie mir den Eiuwurf — siud Sic denn ganz sicher, dass es sich um ein Duell gehandelt hat? Ich sagte bereits, und mancher, der sich heute Abend in den Spielsälen ausgehalten, lann es mir bestätigen, dass der arme junge Mann hier arge Verluste hatte. Kann es sich folglich nicht um einen Selbstmord handeln?» Der Beamte beugte sich nieder und unterfuchte die Leiche. «Es sind zwei Wunden nachweisbar.» sprach er in geschäftsmäßig trockenem Tone. «die eine in der Brust, die andere unfern der Stirn. Selbstmörder können sich in der Regel uicht zweimal treffen!» Den Revolver den steifen Fingern des Todten entnehmend, blickte er denselben prüfend an und sprach, zu den Umstehenden emporsehend: «Nur eine Kugel ist abgefeuert worden, die andern Läufe sind noch geladen!» «Wenn es sich um ein Duell handelte.» wendete Lord Shelborne ein, «so tonnte doch dieser arme Teufel nicht beide Schüfst in sich haben!» «Hs sieht auch vielmehr danach aus, als ob hier ein Mord zu constatieren sei.» meinte der Polizist. «Tragen Sie einen Revolver bei sich?» wendete er sich an Karl. «Ja! Wenn ich reise, pflege ich denselben stets bei mir zu haben.» Der Beamte verlangte die Waffe zu sehen. «Ah. zwei Läufe siud abgeschossen!» rief er. nach-dem er dieselbe geprüft. «Barmherziger Gott, Sie wollen doch mcht gar andeuten, dass ich irgendwie mit dieser Angelegenheit verwoben sei?» rief Karl erschrocken, und der Mann des Gesetzes entgegnete mit auserlesener Höflichkeit: «Gewiss nicht — aber ich kann nicht umhin zu bemerken, dass die Umstände seltsam sind. Zwei Schüsse wurden gehört, in dem Körper befinden sich zwei Wunden. Sie tragen einen Revolver ba sich. und derselbe hat zwei leere Läuse. Man sindtt Sie allein bei der ^aibllcher Zeitung Nr. 228. 1876 ?. Oltobcr 16«?. — (Virchow in Krain.) Der gefeierte Mediciner und Urgeschichtsforscher Geheimrath Dr. Virchow aus Berlin, welchem als Theilnehmer des hygienischen Congresses in Wien seitens Sr. kais. Hoheit unseres Kronprinzen und anderer hoher Persönlichkeiten sowie auch der Fachgenossen die achtungsvollste Aufmerksamkeit erwiesen wurde, hat nach Schluss des Congresses mit noch anderen Hygienikern den Ausflug nach Abbazia unternommen. Von da machte er einen Abstecher nach Trieft, um die von Dr. Marchesetti in St. Lucia im Tolmeinischen und in den Karstgrotten gemachten prähistorischen, im U,i36o civico verwahrten Funde in Augenschein zu nehmen. Auf der Rückreise von Trieft verweilte derselbe gestern vormittags in der Adelsberger Grotte, von wo er die hiesige Museumsleitung von seinem Vorhaben avisierte, den ihm nach der Ankunft in Laibach noch zur Verfügung stehenden Nachmittag zum Besuche des Museums zu benutzen. Der trotz seiner 66 Jahre noch immer sehr rüstige, durch anspruchslose, schlichte Einfachheit jedermann einnehmende Gelehrte wurde durch Custos Deschmann vom Bahnhose in das Ru-dolfinum geleitet, wo er bis nach 8 Uhr verweilte und sich mit den wichtigsten Details der dort befindlichen archäologischen Objecte Krains mit größtem Interesse befasste. Insbesondere fielen dem genauen Kenner der vorhandenen Sammlungen aus der Pfahlbauzeit in Europa die mit großer Eleganz ornamentierten schönen Gefäße aus dem Laibacher Pfahlbau auf, die er als einzig in ihrer Art bezeichnete. Nicht minder sprach er sich anerkennend über die reichlich ausgestatteten Sammlungen der Gräberfelder von Watsch, St. Margarethen, Nassenfuß, Hof u. s. w. aus. Beim Abschiede erklärte derselbe, dass die in Krain gewonnenen, sehr angenehmen Eindrücke und Belehrungen ihm stets unvergesslich sein werden; zugleich versprach er, aus seiner Sammlung einige Fragmente der für die sogenannten Wendenfriedhöfe in den Elbegegenden charakteristischen Thonurnen, von denen nichts Analoges sich in den hiesigen Sammlungen befindet, dem Landesmuseum zusenden zu wollen. Heute setzte Virchow seine Reise nach Klagenfurt zur Besichtigung des dortigen Rudolftnums fort, von wo er direct nach Berlin zurückkehren wird. — (Der lrainische Lehrer-Pensi o ns-ver, in) hielt gestern um 9 Uhr vormittags im hiesigen Magistratssaale seine diesjährige Generalversammlung in Anwesenheit von 30 Mitgliedern ab. Der Versammlung präsidierte der hochw. Herr Propst Dr. Iarc, welcher zunächst den günstigen Stand des Vereinsvermögens con« statierte. Der Verein zählte im abgelaufenen Jahre neunundsechzig Mitglieder. Das Vereinsvermögen betrug in Barem 1971 st. 26 kr., in Staatsobligationen 44 550 st. Die Einnahmen betrugen 2624 st. 2 kr. An Unterstützungen an Lehrerswitwen und -Waisen, an Unter< stühungen und Darlehen an Vereinsmitglieder wurden 2489 fl. 49 kr. verausgabt. Das Vereinsvermögen hat sich im abgelaufenen Vereinsjahre um 800 fl. vermehrt. Der Verein besteht nun, wie dem Berichte des unermüdlich thätigen Secretärs und Cassiers Herrn Matthäus Mocnik zu entnehmen ist, seit 17 Jahren und wurde durch den verstorbenen Domherrn und Schulinspector Georg Iavasnil und den verstorbenen Normal« schuldirector, Ehrendomherrn Legat gegründet, und durch den hochw. Herrn Propst Dr. Iarc seit seinem Bestehen in bewährter uneigennützigster Weise geleitet. Ein hervorragend thätiges Mitglied des Vereins ist seit Leiche. Ls erübrigt mir deshalb nichts, als Sie zu bitten, mir zu folgen!» Karl war wie vom Donner gerührt; einen Mo» ment überwältigte ihn die Kette der Beweisführung, welch? man in so unglaublich kurzer Zeit gegen ihn gc« schmiedet hatte. Im Geiste sah er sich bereits vor den Schranken des Gerichts, und die Blicke von Tausenden ruhten auf ihm und harrten des Urtheilsspruches, der das «Schuldig» über ihn fällen musste. Und vor ihm auf tauchte ein wunderbar schönes Mädchenantlitz, aus dessen Zügen ein so tiefer Schmerz sprach nnd aus welchem die Augen ihn so verzweistungövoll ansahen, dass sein Herz sich krampfhaft zusammenzog und eine Starre über ihn kam. welche ihn unempfänglich machte gegen das, was um ihn her vorgieng. «Das ist alles thörichter Unsinn!» rüttelte Lord Shclborne's Stimme ihn auf. «Aber ich glaube, es ist deine Pflicht, der erhaltenen Aufforderung nachzukom^ men, und sei es anch nur. um der Form zu genügen. Ich werde dich begleiten! Komm, Hargrave, es soll schon bald alles in Ordnung sein! Er legte seinen Arm in jenen Karls und erweckte dadurch den jungen Mann vollends aus der Lethargie, in welche er verfallen war. «Gewiss werde ich der Aufforderung Folqe leisten, mich zu dem nächsten Polizel.Commissariat zu begeben, denn ob nun dieser unselige Jüngling das Opfer eines Mordes oder eines Selbstmordes geworden, ich habe für meine eigenc Unschuld einen Beweis, der sich wühl nicht in Abrede stellen lässt. Nur rathe ich Ihnen, wenn es sich um eiucn Mord handelt, lassen Sir sich nicht den wirtlich Schuldign entgehen durch absolnt irriqe Annahmen!» (Forts, folgt.) der Gründnng desselben Herr Vezirksschulinspector, Uebungsschullehrer Gerkmann, welchem der Verein zu großem Danke verpflichtet ist. Mehreren Witwen und Waisen sowie in finanziellen Nöthen befindlichen Vereinsmitgliedern wurden namhafte Unterstützungen bewilligt. Zum Vereinsobmann wurde per Acclamation wieder Propst Dr. Iarc gewählt, zum Cassier und Secretär Herr Matthäus Mocnit, in den Ausschuss die Herren: Johann Borstnil, Barthelmä Cencic, Franz G o-vekar, Andreas Praprotnik, Franz Prapro tnil, Simon Puncah und Johann Tom sic. In den Rech-nungs-Revisionsausschuss wurden gewählt die Herren: Belär, Humer und Kovsca. — (Licenzierung vonHengsten.) Auf Grund des Landesgesetzes vom 13. Februar 1685 macht die k. k. Landesregierung für Krain allgemein kund, dass die Hengstenbesitzer jene Hengste, welche sie in der nächsten Beschälperiode zum Belegen fremder Stuten zu verwenden beabsichtigen, bei der politischen Bezirksbehörde, in deren Sprengel der Standort des Hengstes liegt, längstens bis zum 1. Dezember l. I. anzumelden haben. Die Anmeldung kann schriftlich oder mündlich geschehen, und ist bei derselben der Vor< und Zuname, dann der Wohnsitz des Hengstenbesitzers, ferner die Abstammung, das Alter und die Farbe sowie der Standort des Hengstes anzugeben. Hengste im allgemeinen unter vier Jahren und nonsche Hengste unter drei Jahren werden nicht licenziert. Wo und wann die Körungs-Commission die angemeldeten Hengste untersuchen und licenzieren wird, wird seinerzeit bekanntgegeben werden. — (Zudrang zu den juridischen Studien.) Zu den vorgestern begonnenen Staatsprüfungen aus den rechtshistorischen Fächern, welche an der juridischen Facultät der Wiener Universität unter dem Präsidium des Sectionschefs Dr. Karl Freih. von Lemayer gehalten werden, haben sich nicht weniger als 306 Can< didaten gemeldet; infolge dieses Zudranges mussten drei Commissionen gebildet werden, deren eine der Präsident Lemayer und deren zwei andere die Professoren Pfaff und Zhishman leiten. Nachdem im Juli bereits mehr als 250 Candidaten sich zur Prüfung meldeten und dieselbe auch ablegten, so mag man sich vorstellen, wie groß die Zahl der Themis-Iünger ist, die nach Absolvierung ihrer Studien auf eine staatliche Anstellung oder auf einen Concipientenposten hoffen. — (Ernennungen.) Die Thierärzte Anton Zgaga in Stein und Karl Lesar in Tschernembl wurden zu k. k. Nezirks-Thierärzten in Dalmatien, nnd zwar der erstere für Sebenico, der letztere für Metlovic ernannt. — («Narodna Sola».) Die diesjährige Generalversammlung des Vereines «Narodna Oola» fand vorgestern in Anwesenheit von mehr als fünfzig Mitgliedern statt. Der Vereinsobmann, Landtagsabgeordneter Lehrer F. Stegnar, erstattete den Rechenschaftsbericht für das 15. Vereinsjahr. Die Einnahmen betrugen 1438 fl. 17 kr., die Ausgaben für a» arme Volksschüler-und Schülerinnen vertheilte Lehrmittel 1228 sl. 79 kr. Das Vereinsvermögen beträgt 524 fl. 38 kr. In den Vereinsausschuss wurden gewählt die Herren: Felix Stegnar (Obmann), Andreas Zumer (Obmannstellvertreter), Matthäus Mocnit (Cassier), Franz Gove-kar (Secretär); außerdem die Herren: Anton Funtek, Heinrich Podkrajsek, Andreas Praprotnil, Franz Praprotnik und Johann Tom sic. Die Rechnungs-revisoren constatierten, dass die Vereinsrechnungen in vollster Ordnung sich befinden. Der Vereinsobmann hob schließlich die gedeihliche Thätigkeit des Vereins im Interesse des Volksschulwesens hervor und erbat sich die weitere rege Unterstützung der Vereinsmitglieder. — (Gemeindewahl.) Bei der Neuwahl des Gemeindevorstandes der Ortsgemeinde Weinberg wur» den Martin Tomc von Seitendorf zum Gemeindevorsteher, Valentin Malneric von Krupp und Johann Stariha von Berstouc zu Gemeinderäthen gewählt. — (Todesfall.) In Treffen ist vorgestern der Adjunct des dortigen k. l. Bezirksgerichtes Herr Josef Rozina im Alter von 38 Jahren gestorben. — (Stritars Werte.) Von den im Verlage der Firma Kleinmayr ck Bamberg in Laibach erscheinenden gesammelten Werken Stritars ist soeben das 16. Bändchen zur Ausgabe gelangt. Dasselbe enthält die Fortsetzung des Romans «<;<)8M Wroaolnki». — (Unglücksfall.) Der 33 Jahre alte, an Epilepsie leidende Augustin Ievnitar aus Kresnitz-poljane fiel diesertage. vermuthlich bei einem epileptischen Anfalle, in den Slatnabach und ertrank, bevor ihm Hilfe gebracht werden konnte. — (Der Conducteur.) Von Waldheims Ausgabe des officiellen Conrsbuches, das wegen der Vollständigkeit und Genauigkeit seiner Angaben schon längst in weiten Kreisen des besten Ruses und der größten Beliebtheit sich erfreut, ist soeben der Oktoberband zur Ausgabe gelangt. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Tricst, 6. Oktober. Die «Triester Zeitung, meldet. dass die in Pola ankernde Dacht «Greif, demnächst in Armierung treten nnd nach Miramar gehen werde, da es wahrscheinlich sei, dass die Kaiserin eimge Tage in Miramar zubringen werde. Lemberg, 6. Oktober. Unterrichtsminister Doctor von Gautsch ist gestern abends hier eingetroffen und wurde von den Vertretern sämmtlicher Behörden, der Universität nnd Schulen begrüßt. Der Bürgermeister hielt eine Ansprache; heute um 8 Uhr morgens begann der Minister bereits die Inspicieruugen. Berlin, 6. Oktober. Die «Norddeutsch? allgemeine Zeitung, sagt, die Zusammenkunft Crispi's mit Bismarck ergab die volle Uebereinstimmung der beiden Staatsmänner in der Entschlossenheit, gemeinsam nm Oesterreich-Ungarn den Frieden zu erhalten, einen eulopäischen Krieg womöglich zn verhindern, und falls nothwendig, gemeinsam abzuwehren. Diese Aufgabe stl keiner schwebenden Detailfrage untergeordnet, auch nicht der Ausfluss vorübergehender persönlicher Stimmungen, sondern das Ergebnis der Gcsammtintrrefsen beider Völker, welche nach der Herstellung der national Einheit sich dcr Pflege der damit errungener M" widmen wollen. Paris, 6. Oktober. Einem Telegramme zufolge, welches dem Maimeminister aus Mozambique Mrgan-gen, wurden die Beziehungen Mischen Lemyre und der dortigen Regierung wieder ausgenommen. .., London, 6. Oktober. Kronprinzessin Stefanie w heute morgens von Jersey nach Paris abgereist. London, tt. Oktober. Nach einem Renter-Tele-gramme aus Cooktown vom 5. d. M. ist der deutsche Kreuzer «Adler» mit König Malietoa daselbst ""' gekommen Malietoa wurde auf den «Albatroß» 9^ bracht, welcher, wie es heißt, nach Neu»Gninea M"' Dublin, 0. Oktober. Der Gemeinderath nahm g^ stern eine Resolution an, nach welcher sich der Loro' Mayor Sullivan zu der Gerichtsverhandlung, welch heute in der gegen ihn und O'Brien anhängigen A^ klagesache stattfindet, in voller Amtstracht begeben so", begleitet von den Aldermen und den Gemeindebeamten, welche ebenfalls in voller Amtstracht erscheinen. Sofia, li. Oktober. Prinz Ferdinand empfteng ge stern Radoslavov. welcher ihn seiner Treue und M benheit versicherte. Madrid, li. Oktober. Die an der algierisch'"^ rokkanischen Grenze concentrierten französischen Trupps erhielten Befehl, sich zum Einmärsche in Marokko vr reit zu halten. Angekommene Fremde. Am 5. Oktober. Hotel Stadt Wien. Weiler, Kaufm.. Wien. - Maußer, P"' vatier. Urfahr. - TschoN. Kaufm., und Gerlitz, «chrer. A"' — Petlowih, Kaufm.. Paratschin. — Dr. von P"°" Stabsarzt, sainmt Familie, Hermcmnstadt. — Achatz, -^ .^t, sammt ssrau, sseisttih, — von ssolalowsly, Be,',i,ls°TH'""^ sammt ssrau. Krainburg. — von Gaszer, Privatier, !"' Sühn. (Mrz. . ^ Hotcl Elefant. Outtmann, Kaufmann. Verliu. - Schurz, v".^ mann, s. Frau, Wirn. — Klufutar. Bachrr, Wcstcn, HA«a>l-Kaufleute, Wien. - Zulal, Pioscssor, Troppau. -^ Zglier, tichitsch, Oberlandcsgerichtsrath. s. Tochter, Graz. -" ^ De-.^nlfmann, Kanischa. -- Grebcnc. Lehrer, St. Loreuz- -^ ^ bclal, Lehrer, St, Marrin. — Kosar. Pfarrer. Dobrovll. Zimmcrmann, Besitzer, Rosegg. - Moliue. ssavnlal'l, . ^ marltl. — Adelmann, Freisinger, Schrpih, Privatiers. „, — Sartogo, Kaufmann, Udine. — Gajsel, Caseticr, 1- " Fiumr. Hotel Vairischer Hof. Hünigmann, Kaufm., Gotischer. ^< Gasthof Siidbahuhof. Schreiber, Reisender, Augsburg. /^ ^ Inlschek, Reisender, Nien. — Nachod, Reisender, ^Aei"' Arlo. Wcinhändler, Agram. — Knasliö, Lehrer, St. ^" ,^; — Rataic ssrauciöca, Private, Treffen. — SaSch. ^ehrtt, Gercar und Potolar, Lehrer, Nassenfuf,. — Gehvaucr,^ ,^, Terzise. — Palic, Besitzer, Oberlrain. — Mau, " ^>-, Krainburg. — Rossi Maria, Rcstaurateurin, jamnu P°la. ^. .,„ Oloh< Gasthof Kaiser von Oesterreich. Schuppler. Vautechmler, pmdel. — Jan, Polorn, Lehrer. Wrjach. ,,. Ahr^ Gasthof Sternwarte. Rozman. Traun. Doliner. IegM, Oberlrain. — Lavrencic, Besitzer, Oberfcld. Lottoziehung vom 5. Oktober. Brunn: 77 44 88 2568^^ ^leteörologijchc ? U, Mq. 734.75 U.8 MW. > tend. Das Tagesmittel der Wärme 11,1°, «m ^, ^^ Normale. ^ ___________^—-A-^—^ Verantwortlicher Redacteur: N. NagU . ^^« Maßstab 1:75 (XX). Preis per Blatt 50 tt " TaM auf Leinwand gespannt 8U ". , Msts Ja., u. MmmM H Fell. Kamber^ ^mka,l in Aalibach. 1877 Course an der Wiener Börse vom 6. Oktober 1887. Naä. dm, gellen Co««^«« O»eld War- StualsNnlehen. ^7"'"Nl' ....... »I 10 8,-80 !^" ?> ^taat«°,e ' ',50 fi^ ,»<<->b,»., 7s> »«^'.^7" ?""»« l>00 „ ,35 2«, I.x, »iU »««! '"'""'° - - !"" X '«7?k,««.25 '°m°'.N«n.?«sch.ne! ' ver^l. '^'^' "l!»erl. No«e,nente, sleueisre! , «8 10 W 30 "«!! «"olblcnle <»/, , . , , »9 ,,,> 99 l>b ' «l!>!>:l>..Anl.,«c»sl,ö.W.e. ^<».h,^^5 » >.(Ung.Qstb»hn) -.------------ ' „ « „ vom I. 18?« . 114 - 114 ?n I« ,/>«lmen «l„l.kwasl.ll. W. 123—l»»f0 '"»"'"<« »t,'ose 4°/o ,00 !I, . . '»»«oll!«!«! ^rnndentl. . Obligationen Ml ,«o ft L,M.) 5'/ "^«^"rcichische . . . ,09 »0i09>l. ^',""l!che und slavonische . ,04 «5.IUS «5 °^» NlbciibUsssjsch«..... i04 2<,l05- Velb A'afe 5°/, Temel« «anal .... l04'50 — -K»^ ungalNcht......104.^104.75, Nndere öffentl. Nnlehen. Tonau >M«g.«eose b»/„ 10« sl. . II970I2N »5. dto. «nltibe I«78, fi«u«sle« . ,0» 7b 1b« «k Nnl^l>>!« d, klablgcmculdt witN ,05 — 105 b<» Nnlehcn d, Stadlsstmeinbe Wien (Eildei und Gold) , . . . -^ ^- ^ — Vln^ü-n.Anl.detobt^cmwltn »«»S0I30- Pfandbriefe lfllr ,00 fi.) Onnncr, allg,öftert.4°/,Oolt>. 12b — I«s?b d»o, in 5.0 . , 4>/, "/<> 101 50I0X - d,o, in f><> , , 4«/„ . »? l>0 »8 — llc>. ^tamien.Echuldvelschr,»°/, 10« 25 ,l>2'75 c^eft Hvpolbelclibanl >t»j.5>/,°/» ,0! — ,02 — c^i^.'UN!,, Vunt Verl. 4'/,«/» . . 102-- 102 4'^ dtr, , <°, . »S-e0100- l»ll. „ 4°/„ , . »S'»b100- !!«>,, l'.Nft Bote>,cr,bll.«ct!enses. n, ^ i„ I. i«i>» v(ll, »'/,'/» —'--------'-^ Priorilält'.Obliliatiyne» lflll !,!<> si,) ^lüabüth . Weftbahn 1, «tmisfion —--------— Ne»bl!>and«!«3iolbbah,! in k ilbei I00>l»l<)1 — i^ranz«!,'!cs«!t)ahn.....—-----------. Oalizischc il.„!» l'libwi.i'Vahn Em. i«»l »00 fl. G. 4V,"/o - 10« »0 ion»»« Oefter», Nrrbwrfibnhn , , ,I0«40!0?'^ Sta»t»dahn 1. «misfion . .!89-«o<)- S!!dl»ahn k »°/„.....,45 — ,45 5« Ung.'galiz. »ahn . . . , 99 «0 »!»'»l» Diverse liose (Per Vti«l), Liedillose 100 fi......1/8 50179 — onllu.Dampflch. il«> st, . H« «) — — vaibachel Plämien»«lnleh.«U fi. « l>0 2» KV Ofrner ^'osc 40 49 7?> PalN».l.'c>sc 40 fi..... «,30 45-25, Nöthen Kt«uz, ofi^ts.v. «oft. 17 »<> ,? so Vtud«I<.t!oIc IU fi..... ,9 Zu ,„ 7U Valm»l!osc 4N N...... <,,_>. „, 5« St.>Venoi««z.'ost 4<) fl, . . h« »b «0 75 walbsiciN'Losc ^0 sl. , . , «, 50 4, 2t> Vinblschgläh Lose «» sl. . . bo - 50 00 «anl.Uctie« !cr..Anft,,Oeft,!l0(!fl.S.«»°/o,41 K0 242 — ft. s.Hand, u.V, l«l»sl.!z,8z 30l!U« KV «rebilbllnl, «Ug, Ung, »U«fl, . 2«».'<>28c» l!> Dcpositenbanl, Ullg. 2U0 sl. . 17«.— 177».. ccmvte.O«l ^ileberöst.üoofl.btl» — 570 — ^>.po'.l>»,'l<:nb., öst.^0ull.^b°/l,«.! —-----------— Handel!,., öst. ^w sl. V.üU«/» V.Ill? 3l<2»7.«l» Oesterr.'Ung. Vant , . . yhL —M< - Ulnuudanl iiuu >!.....ziO'70211,— Vsrssbri't'anl, All.,, ,l,, f!, .>150'bc» 1« - Netl«, ftvn Transport« l^ili ti>eh«nnge». «lbltcht.Vahn »oo fl. Sllbn —'----------- «llsold.ssium.-Vahn «on fi. «ilb, >«» — i»2 50 »usfig'Iepl. «ifenb. wofl sv» —,-! —,— Vöhm, stolbbah» ,5o sl. . ,?? zb,7y.»b _ weftbahn 200 sl, . . ,«»0 —«»1 -»uschtiehraber Eift. «»0 fl. TM 774—77?'— » ..Z,)»oosl.V —,--------— Dui'Vobenbachtr«.»V.»00sl,V. —>—____ Llisabeth-Vohn »l»0 fl. «Vi. . —_____— , ^inz»Vudwti« »uo fl. . — — — — „ El»b.»Til,Ill, e« »5.7» Kranz'Iosef'Bahn lwo sl. Silber —,--------— Nüusnrchen>«arcsl,r«isb,»00fl.<ö, —.--------— «ali, ««l«Ludwlg.V.««>sl. «lVt »1? b0 »17 7l> Vra».«efI»cher«..^.«vsI,«.lV —.---------- «ahlenbkla.Eisenl'ahn lau fl. —- - — — «alchan>Oderb.«!senb.«»0ll.G,! — — —- . i!emberg»E»crnowitz»Iassv «iseu-^ bahU'Vefelljchüsl «oll fl, ö. w.«,«5o«,4 — eioyb, öft.-ung., Tli«ftü0l»jl,—^74 zo Prag^Iuiei 5>« >l. Silb. „.. 21,75 «udols.^apu 3l>0 fl. Silber iks»?!, i»7 l5 Siebc.,!'ili,^, «ilscüt. »00 fl, z ——> — — '7!^>-,!s>^ ! . !! ,..... il, ü, W, ze»18(!2l2^l> l Gel!» ! w»«-« «übbahll »00 fl. «llber . , .! »» ,0 «» «0 SütxNorbl',.»erb..«.»00fl.»M ,57 — I5?»b0 Tr»mway»»es., wr. 170fl. 0. W. 2«, b» »» — , Wr., nen ion fl, b« — üu l»0 Tl»n»Port l»t — IndnftrieNctie» (per Stüll). Vgybi und Hindbera, Visen» und Slahl'Inb in Wlcn 100 fl. . — — — — «ilcnbahnw-^'eih«. I, 8U fl. 4«»,, »s — «b» „«tlbrmühl", Papiers, u. V,.G, «4X5 «4'7i Monlan»>sesellsch., öfterr»»!«!«« l»4 5o 2t — Präger Visen.Iile.-Hes, «Uu fl. «17,— »»» — Salgo.Tarj. «tiscnraff. ,0« fl , ,7» —1»0 — Tllfailer ltohlenlv »Vls, 70 fl. , — - -'-«vassens,,«.. Oeft, in V, l00 fl, «0 - >«» — Devise» Deulfche Plätze......61 4« «» ll» London.........l>5«l»1>0/5 Pari» .........4,4,^ 4» 5V »«lute». 2>ucal«7!........ 5,« 5,5 »0»yt> 4» «> f>« Italienische Vaülliotcn ^lN0 i'irs) 4«»^ 4^ ,<^ Papier'Mubel t>! ^ü^ i .,. ^ n„