Vereinigte ^3W^ 3 aibach er Z ei tHMA Nro. 65. Freitag d^n 6. August i8ig. I ll n l a n d. I l l y r r e n. Angekomnienc Schisse in Trieit vom 17. bis 29. Iuly. -<«^as Dampfboot Caroline, von Venedig in 11 Stunden mit?H Reisenden. Die osterr. Brigantine, derMilnareser, von 266T., Capir. Franz Bonacich, von Brazzaund Trau in i3 Tagen slcer), auf R. von Ioh. Coradini. — Die österr. Brigantine Hyazinthe, von it)5T., Capit. Rocco Caime,'ronLivl>rno in 17 Tagen, mit verschiedenen Waaren, anf R. von Gra-ziadio Mincvbi. Das ionische Trab^coll-V die Mutier der Gnaden, vsn 4gT., von Malcha in 26 Tagen , mit gesponnener Baumwolle und Zimmtrinde, auf N. von Sanson Bianchini. Österreich. Wien, den 1. A::g:lsi. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserinn von Österreich werden nebst Ihrer l'aiserl. Hoy. der Er^her» zoginn Caroline, Morgen Vormittags in dem kaiserl. Lustschlofse zu Schönbrunn erwartet. Die höchsten sächsischen Herrschaften werden am 11. d. dort eintreffen. (Wdr<) Se. k. k. aoosiol. Majestät haben Allerhöchst-ihrem wirklichen Kainmerer, Nied. Osterr. Obersten-Landrichter und 3ani)rechts'Prasidenten,Erasmus Grafen von Lichtenberg,die wirkliche geheime Rathswür-de zu verleihen geruhet, in welcher Eigenschaft derselbe verflossenen Donnerstag am 29. Julius, den gewohnlichen Diensteid in die Hände Sr. kaisers. Hoheit des durchlauchtigsten Hrn. Erzherzogs Ludwig, als Stellvertreter Sr. Majestät, abgelegt hat. (W. Z.) Klagen fürt den 1. August. - Vorgestern den> 3c>. d. gegen 9 Uhr Vormittag sind II. MM. der Kaiser, die Kaiserinn, und I. k. Hoh. die Prinzessiun Karoline sammt Gefolge im erwünschtesten Wohlseyn unter dem Donner der Kanonen hier angekommen. Höchstdieselben wurden am Schlage des Wagens vor dem Posthaust von den hier befindlichen hohen Civil - und Militärbehörden, ehrfurchtsvoll empfangen, und haben nach gewechselten Pferden Hochführe fernere Reise über St. Veit und Friesach allwo II. MM. zu übernachten geruhten, nach Wien fortgesetzt. (Klag. Z.) A u s l a n d. Italien. Königreich beider Sicilieli. Nachrichten aus Catania vom /;. d. M. zufolge, wurde in der dortigen Stadt und Gegend in dcr Nacht vom 1. auf den 2. d. M. ei'ne sehr heftige Erd'erschütrerung verspürt. I,: Ehiaromonte war das Erdbeben am stärksten. Der Ätna war fortwahrend in Eruption begriffen, dn aber von einem so starken Rauch und dichten Qualin begleitet ist, daß mkn das Feuer fast gar incht sieht. (Osirr. B.) 253 W^f ^Deutschland. - In der Sitzung der zweiten Kammer vom 17. Iuly, wo man den Bericht über den Hof'Erat de-battirte, wurden die Anträge der, Commission mit »venigen Abweichungen genehmigt. Die für den Groß-herzog und seinen Hofstaat im Budget ausgeworfen« Summe von 725/000 fi., so wie die Appanagcn-Erhohung des Markgrafen Leopold, als präsumti» ven Regierungsnachfolgcr, von 9000 si. auf /,0/aaa fi., wurde unbedingt und ohne irgend einen Wider« spruch von Seite der Kammer angenommen. Dagegen erlitt die Appanage der verwitweten Groschcrzo, ginn, die auf 120,000 st. festgesetzt war, eine ?^erzuin-derung von 20,000 fi.; eben so wurde die fur die drey Töchter derselben ausgeworfene Summe von 3o/oc>0 si. auf die Hälfte reduoirt. Die Frau Großherzo-ginn/ welche/ mit Inbegriff Ihrer drei Prinzessinnen/ nachdem Budget 160,000 fi. erhalten sollco,. bekommt jetzt daher nilr 115,000 fi. Die ?lppana-ge der verwitweten Frau MarLgräsinn, die seit dein Jahre 160L auf 120,000 fi. jahrlich festgesetzt war, wurde, nach dem Antrage der Commission, auf 100,000 fi. herabgesetzt, obgleich mehrere Deputir-te, so wie Di? RegierungscomMiffaricn, lebh,'ft dagegen sprachen.—Noch nie war wohl der Andrang der Zuschauer so groß, als in dieser Sitzung. Be-merkenswecth ist, das; das weibliche Geschlecht so zahlreich die landständizchen Verhandlungen besucht. Ein großer Theil der ZuschaueV besteht gewöhnlich aus Frauenzimmern, welche an den ernsten Gegsn< ständen aufmerksamenAnthcil nebmen. Inder nächsten Sitzung wird der Commissionsbericht über den .Hof- Pensionsetat debaitirt. Der Oberforstineister von W., welcher das drohende Billet an den Vicepräsidenten der zweicen Kammer schrieb, hat eilüge Tage Hausarrest erhalten. , , .- (Wdr.) Öffentlichen Nachrichten zufolge, harren sich, ehe die zweire Kammer der badenschen Ständeversammlung die Verminderung von 20,000 fi. in dem Etat, der verwitweten Frau Martgräsinn votirte, ci-.-nige Mitglieder der Buogeccommüsion nach Bruch-lal verfügt, um Ihrer Hoheir den Antrag der Kam- mer zu eröffnen. H:chstdl?sel!?e erwiederte: »Sie sey langst gewohnt, dem Staate und dem allgemeinen Wohl jedes Opfer zu dringen, welches für dieselben als zuträglich erachtet werde." (Östr. S.) Der Großherzog von Weimar war am 19, Abends von Ems zu Carlsruhe eingetroffen, und tvird bei Sr. lönigl. Hoheit dem Großherzog einige Tage verweilen. Vor einigen Tagen war zu Tübingen an deö schwarzen Tafcl(dem gewöhnlichen Orre der acade-mischen Bekanntmachungen) eine Aufförderung an sämmtliche Studierende von Seiten des Rectorat? a:nts angeschlagen, sich vor allen, ohne Genehmigung'der akademischen Behörden vorgenommen, auffallenden Neuerungen zu hüten. Was unter diesen Neuerungen verstanden sey, war darin nicht genauer gesagt. Die beiden in Frcibnrg arretirten Studenten heißen Wieland und Müller. (Ostr. Beob.) Ein Schreiben aus Wiesbaden in öffentlichen Blättern erzählt: .,Allc Maßregeln konnten nicht verhindern, daß L»ning seinen Vorsatz, seinen Tod in: Kerker zu finden, zur Ausführung brachte. Anfangs schien er entschlossen, sich durch Hunger umzubringen, allein es gelang ihm nicht. Am. 17. Juli Absndi fand er unvermerkt ein Mittel, ein Gll^ in Scü« cken zu treten, und mit einem derselben sich eins Pulsader ^ öffnen. .Während das Blut aus dei Wunde stromrc, hielt er die Hand in, Bette unter der Decke verborgen, so daß di? Sache erst bemerkt worden zu sepn scheint, als das Blut schon in solcher Men« ge ailsgeströmt war, daß es sich einen Weg zum Fußboden bahnte. Ungewiß, ob die Eröffnung einer Pulsader, bei der Sorgfalt, mit der er bewacht.' Murde, lange genug verborgen bleiben könnte, um den sichern Tod zur Folge zuhaben, hatte Löning meh" rere Siucke Glas verschluckt—Als der Wächter, bei dem Anblick des vom Lager desDelinquenten adsti ö-mendes Flures/Lärm inachre uno um öulfe rief^ lag ko-ning bereits m heftlgenConvulsionen ; aller angewandte nnd noch ehe der Tag anbrach/ war er verich^de«." (O,u. Beob.) 267 Frankfurter Blatter melden aus Mannheim vom 19. Juli! „Gestern Abends kannn 7 Schiffe mit 2400 Auswanderern, meistens aus der Schweitz, die nach Südamerika gehen, auf dem Rhein hieran. Sie haben einen Führer, und werden auf Kostendes Königs von Portugal! bis nach Brasilien verpflegt. Unter denselben befinden sich Leute von hohem Alter, auch Jünglinge und Mädchen, viele Kinder, eine Mengs Professionistcn, einige Ärzte, ein Geistlicher, mehrere Landcconomen,Gärtnermit allen Gattungen europaischen Gescms, Weinreben in Scheiben u. dgl. m. Alle sind guten Muths, und lassen sich zuni Zeitvertreibe mir dem WohMange der Musik auf ihrer Fahrt beleben. Es sollen sich sehr. wohlhabende Familien, aber auch Bettler, darunter befinden. Es wäre zu wünschen, das; dieser Wanderung mehr Gute? blühen möge, als jener vor zwei Jahren nach Nordamerika, welche, wie man weiß, großtentheils sehr unglücklich aussiel'" (Ostr. Beob.) Preußen. Die allgemeine Zeitung enthalt Folgendes: Durch e:n anonymes Schreiben aus Berlin wird die Redac» tlcn d>!r allgemeinen Zeitung, im Nahmen eines an» geblichen Vereins mehrerer Männer daselbst, zur Auf-nahme nachstehenden Artikels aufgefodert: „Berlin, »,5). Inlius. Mit beruhigender Genugthuung ge« wahrt jcier wohl denkende rechtliche Mann die in Folge eingegangener Aufklarungen über das Beste« h?n geheimer revolutionärer Bündnisse von Seite der Regierung'feit- Kuczcm ergriffenen Maßregeln. Denn nichr tiefbeobachtender Menschenkenner brauchte man zu seyn, nur absichtslos seinen geraden Weg zu gehen/ und um sich zu schauen, um in dem düstern scheinheiligen Wesen cynischer Schwarzbündner,, die unter der Maske derber Bravheit und einer affec-tirten unpolirten Geradheit, die bare Schelmerei) verschleyerten, böse Absicht zu sinden, und auis Wi' derlichste davon berührt zu werden. Wer bemerkte nicht mit Abscheu das systematisch üboroachte, jesuitisch vorbereitete Anlocken, Aneignen und Benutzen des harmlosem Alters, das leicht eiuen heuchlerischen Schein für die beste Sache nimnn, und mit unge- messenerIntoleranz denA'sund im imaginären Feind bekämpfend, sich wiülZ einem vorgespiegelten hohen Ziele zum Opfer weiht?! Wer sah nicht m^r klarem Auge und trübem Sinn dieses sträfliche Unter«? graben einer hoffnungsvollen Generation, und dann das Befördern dieser nichtswürdigen Umtriebe durch stillschweigendes Gewährenlassen und scheinbar unbefangene Theilnahme einiger höher Gestellten sogar ? Darum dürfte es an der Zeit seyn, vor allem einige Cathsder und manche Kanzel zu reinigen von einem den Umsturz des Bestehenden zum Ziele sich setzenden Dogma, und ihre (Gemeinden, zusammen gesetzt aus zuhörenden Betrogenen, welche durch das Verführerische einer fließenden Suade befangen, dem Nachtschmetterlinge gleich, die Flamme suchten, deren Wirkung sie nicht begriffen, oder aus theilnehmenden Betrügern, die die Rolle zuführender Kuppe ler gespielt, künftig bosscr zu berachen durch echt würdige Priester der Weltweisheit und Religion. Nur aus dem Reinigen dieser Quelle alles weithin drohenden Übels, lebr die Hoffnung wieder' auf,' in unserer Jugend nichtdie angefachte Ambition : Deutsche Bursche, und als solche Werkzeuge einer verbrecherischen Tendenz zu werden, fortlodern zusehen, sondern das reine Bestreben, gelehrige Schüler A der Schule des Wahren und Guten, treue bescheidene Sohne und Bürger, und als solche die kraftigste Stütze des befreiten Vaterlandes zu bleiben." (W. Z.) In derNachtvom i5. auf den 16. d.M. wurden, die Papiere des Turnlehrers Salomon zu Erfurt m Beschlag genommen. In der nämlichen Nacht, wo man den Dr. Iahn nach der Festung Spandaü brachte, ward auch eil» Freund desselben verhaftet, so wie bald darauf der Sohn eines Kaufmanns, der schon früher einmahl verhaftet, aber nach einigen Tagen wieder losgelassen war. (Ostrr. B.) Frankreich. Ein Journal will wissen, Graf Decazes werde an des Herzogs von Richelieu Stelle erster Kammer-Herr wcvden.— Nach demselben Blatt sollen die Ge- VA« ner'^e Grouchy, Clauzel und Lefevre - Desnouettes Erlaubniß erhalten haben, sich in den Niederlanden aufzuhalten. (Her Herzog von Richelieu war zuParis anbelangt.) Nach Versicherung des Journal de Paris werden zu Toulou ein Schiff von ^4 Kanonen und zwei Fregatten ausgerüstet, und sollen sich/ nebst den Kriegsschiffen von Nochcfort, nach Gibraltar begeben , um in Verbindung mir einer englischen Es-cadro den Ocean von den süd-unerikanischen Insurgen-t?ntape'.'n zu reinigen. Kürzlich gerieth zu Paris ein junger Offizier mit einem Fiaker in Streit, und schlug ihn mit sei-ncr Reitpeit che. Ber Kncscher verlangte von dem Ossizier Genugthuung, die wegen des Unterschiedes des Standüs, vcrwcügert wird; nun reißt der Kutscher seine Weste auf, und zeigt dem erstaunten Of' , sizier das Kreutz der Ehrenlegion. Der Offizier mußte sich stellen, und zahlte mit seinem Leben die Beleidigung, die er dem Ritter der Ehrenlegion in-eognito zugefügt hatte. ' (Ostrr. B.) Großbritannien. ^Die ^llmtriebe der Reformatoren '.vcrden von Tage zu Tage bedenklicher. Zum Bcweis dessen diene Folgenlos ^ „Die Versammlung am 5. zu Black-hurn befand aus üooa Personen, von denen aber nur i5o zu den eigentlichen Reformatoren gchvren. Ihre Redner sind Leute aus den niedrigsten Volks-„tlassen. Es erschien unter andern auf der Redner-bühue auch eine Deputarlon der Frauengescllscharr und brachte eine Fr?iheitsbappe>, und eine Adresse an die Versammlung. Letztere wurde verlesen, und es bewies stcy auö derselben, daß die Weiber, die MilgÜcder dieser Gesellschaft sind / sich verbind'.iH .machen, ihren Kindern den Haß gegen die bürgerliche und religiöse Tyrannei einzuprägen. Diese Neider haben sich unter die Redner gemischt, und siyd biö zum Ende der VersammIlU'.g gegenwärtig geblieben. Die wärmsten Theilnehmn'dieser Verei-Nl„gU!ig slud vie voll Padiham ltnd Burnley, die mit dicken Knitteln bewaffnet waren. Eine achlmigs--würdige Zeitung von Leeds sagt, man habe zu^Man-chescer seit einiger Zeit eine Sonntagsschule errichtet, um die Kinder in dem Haffe gegen Könige und Priester zu unterrichten. Die Oberen dieser Schule gs-hören zu den Reformatoren, die ihre Partei dadurch zu vermehren hoffen, daß sie die Kinder abhalten, am Sonntage zu beten, und ihnen dafür Grundsa^e der Untreue und des Iacobinismus einprägen. Die Whccleers Chrouik von Manchester zeigt an, daß ein zu den Reformatoren gehörendes Weib unter den Arbeitern von Leigh und der dortigen Gegend ihre Grundsätze auszubreiten suchte. Ein Theil ihrer Sendung bestai-.d darin, daß sie die Art, wic eins rev^lurion^'e Pike verfertiget werden müsse, schrgenau Äügad. Diese für hterli^e Waffe h,it man seir einiger Zeit in der Gegend von Manchester eilige-füh'.r." (Ösir..Beob.) A^if den Vorschlag de-j Kai'^lc'^ der Schadkanr-mcr hat das Hüls der Geineinen in seiner Sitzung vom ,2< d. , eine Summe von 5o>ooa Pf Sterl. bewilligt, um von der Regierung für brodlosi Arbeiter verwendet zu werden, die sich auf dem Vor-gebirg der guten Hoffnung niederlassen wollen. Am l2. d. M. hielr der Herzog von York im Hydepart Heerschau über die Grenadiere der Garde, welcher der Herzog von Wellington und andere Generals beiwohnten. Es wurde ein Versuch mi! ncil-en Flinreubatterien , von der Erfindung des Hauptmann Stak, gemacht, der vollkommen gelungen ist. Diebeiden Prinzen von dossen- Philippschal haben am 10. d. das kleine Theater der englischen Opera besucht. Wahrend der Vorstellung: Friedrich der Große, erlosch plötzlich die Gasbeleuchtung, welche das Tbeater erhellte, und die Acteurs-wurden in die tl'efsteDunbelheit gehüllt, ivas dem; ein allgemeines Lachen zur Folge hatte, das erst dann aufhörte, a!s die Lichter wieder erschienen^______ (Wdr.) Wechsel- Cours in Wien vom 5i. Iuly 161H. Convcntionsmünze von Hundert 247 3^4 Gedruckt bey ISnaz At 0 9 s Edlen von Kleinmay ^