Nr. 91. Vräl»umer»tion«P»eie: I» Lomptolr ganzj. fl. 11, halb!- st. 5'50. Für dle Zustellung «n« H«u? halbj, 5N lr. Vti! der Post g<,n,j, fl, l5. hnlbl- fl, 7 !>n. Montag, 21. April. In>««tlon«g«b«l: Fllr lltlne Insnatt b!» ,n « Z«ll«n ^5lr,. größtl« per Z«!lt 8 tr,, bei «st««n lllllderbclungen pcr.^i!le 3 lr. 1884. Amtlicher Theil. Se. f. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 15. April d. I. den Oberlandesgerichtsrath in Wien Anton Kleibel zum Hofrathe des Obersten Gerichtshofes allergnädigst zu ernennen geruht. __________ Prazük m. p. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 16. April d. I. den Landesgerichlsrath in Brunn Joseph Kwiech zum Rathe des mährisch - schlesischen Oberlandesgerichtes allergnädigst zu ernennen geruht. Prazäk m. p. Se. k. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 15. April d. I. den Landesgerichtsrath bei dem Landesgerichte in Graz Edmund Schrey Edlen v. Redlwerth zum Rathe des Oberlandesgerichtes in Graz allergnädigst zu ernennen geruht. Prazükm. p. Nichtamtlicher Theil. Neise des durchlauchtigsten Kronprinzenpaares. Constantinopel, 15. April. (Das Programm), welches anlässlich des Aufenthaltes des durchlauchtigsten Kronprinzenpaares in Constantinopel entworfen wurde, lautet: Freitag. 16. April: Selamlik um 12 Uhr. Empfang der Colonie, des diplomatischen Corps, Hoftafel beim Sultan. Samstag, 19. April: Ausflug nach Scutari, ^«e durchlauchtigste Kronprinzessin besucht den Harem des Sultans. Abends Diner beim Botschafter Baron Malice. Sonntag, 20. April: Anwohnung der heiligen Messe in der Botschaftskapelle in Pera. — Ausflug nach den Prinzen-Inseln. — Ritt um die Mauern Stambuls. c>. Montag, 21. April. Ausflug nach Bujukdere. Frühstück im Sommerpalais der Botschaft. Fahrt nach vem Belgrader Walde. Hoftafel beim Sultan. „ Dienstag, 22. April. Besichtigung des Seras-l «rates. — Besuch bei den tanzenden Derwischen. — ^schied vom Sultan. — Ausflug nach Brussa und °°n da über Mudania nach Varna. 5 5 « . (Die Adresse der österreichisch-unga-Aschen Colonie) an Ihre k. u. l. Hoheiten, welche ^ 18. April übergeben wurde, lautet: „Eu. k. und k. Hoheiten! Die Kunde von der Ankunft Eu. k. u. k. Hoheiten haben die hier weilenden Oesterreicher und Ungarn mit unendlichem Jubel vernommen. Unsere Herzen überströmen, indem es uns heute vergönnt ist, Euere k. und k. Hoheiten in der Blüte der Jugend und Gesundheit zu erblicken. In eben diesem Saale wurde uns das Glück zu« theil. Sr. Majestät unserem allergnädigsten Kaiser und König unsere allerunterthänigste Huldigung darzubrin« gen, und mil eben denselben Gefühlen der unbegrenzten Anhänglichkeit an das Allerhöchste Kaiserhaus nahen wir heute in tiefster Ehrfurcht dem vielgeliebten Sohne und Erben unseres allergnädigsten Monarchen sowie der durchlauchtigsten Kronprinzessin und bitten höchst-dieselben, den Ausdluck unserer unwandelbaren Treue und Ergebenheit gnädigst entgegenzunehmen. Möge der Allmächtige Eu. k. u. k. Hoheiten mit der Fülle seiner Gnaden überschütten, möge sein Schutz und Segen über Ihnen walten zum Glücke Ihrer durchlauchtigsten Eltern und der getreuen Völker Oesterreich'Ungarus. Hoch lebe der durchlauchtigste Kronprinz, hoch lebe die durchlauchtigste Kronprinzessin." . * . (Empfang des durchlauchtigsten Krön-Prinzenpaares in Orsova.) Der Bahnhof in Orsova war mit Fahnen, Wappen, Tannenreisig und exotischen Blumen auf das reichste geschmückt. Durch bengalisches Licht und das in der Nähe massenhaft angezündete Reisig erschien die Bahnhofshalle feenhaft beleuchtet. Auf Anregung des Stuhlrichters waren die umliegenden Bergspitzeu durch angezündete Holzstöße beleuchtet. Auch die Türken in dem nahen Ada-kaleh hatten auf der gegen Orfova gerichteten Insel« spitze ein Freudenfeuer angezündet. Die Stadt Orsova wollte ein Bouquet aus Theerosen Ihrer k. und k. Hoheit der Kronprinzessin durch den Bürgermeister überreichen lassen. Nachdem aber keinerlei Empfang stattfand, übernahm Obersthofmeister Graf Vombelles das Bouquet und überbrachte dafür den herzlichsten Dauk der Kronprinzessin. (Empfang in Constantinopel.) Die „Mi-ramar" mit dem durchlauchtigsten Kronprinzen« paare an Bord hatte sich nach glücklich zurückgelegter Seereise am 17. April morgens nach 8 Uhr bis auf fünf Seemeilen dem Eingänge des Bosporus genähert, wo eine kleine Flottille ihrer Ankunft harrte. An Bord eines kaif. türkischen Dampfschiffes befand sich die zur Begrüßung der hohen Reisenden entsendete Mis« sion Sr. Majestät des Sultans, bestehend aus dem Marschall Mukhtar Pascha, dem Liva (Generalmajor) Achmed Pascha, dem Ceremonienmeister Ibrahim Bey, einem der Adjutanten des Sultans und mehreren Offi« eieren und Beamten. Auf dem Stationsschiffe ..Taurus" befanden sich der k. und k. österreichisch>ungarische Botschafter Baron Calice mit dem ersten Dragoman der Botfchaft und dem Consulatspersonale. Sowohl die Mission, von welcher die Genannten dem Kronprinzenpaare für die Dauer des Aufenthaltes in Constantinopel zugetheilt bleiben, wie auch der Botschafter begaben sich zur Begrüßung der höchsten Herrschaften an Bord der „Miramar" und kehrten nach beendetem Empfange wieder auf ihre Schiffe zurück; nur Baron Calice verblieb auf der ..Miramar". Dann pafsierte die Jacht unter den Klängen der Vollshymne mehrere Lloyd-Schiffe, auf denen die österreichisch-ungarische Colonie, die Beamten der Lloyd« Gesellschaft, die Schuljugend und mehrere Musikkapellen dem Kronftrinzenpaare zur Begrüßung entgegengefahren waren. Sämmtliche Schiffe gaben dann im Kielwasser der „Miramar" das Geleite bis zur Echelle von Dolma-Bagtsche. Bei der Einfahrt in den Hafen, die um 9 Uhr erfolgte, ertönte von den Küstenbatterien der Salut von 21 Kanonenschüssen. welche Sr. Majestät dem Sultan das Nahen der hohen Gäste verkündeten. Sämmtliche ottomanischen Kriegsschiffe hissten die große Flaggengala. Bei der Ankunft in Constantinopel wurde das Kronprinzenpaar ehrfurchtsvoll von dem Großvezier Said Pascha, dem Minister des Aeußern Nsstm Pascha und dem Oberst - Ceremonienmeister an Bord der ,Miramar" begrüßt, worauf die Ausschiffung in Gala-kails und die Landung bei der Echelle vou Dolma-Bagtsche erfolgte. Eine daselbst aufgestellte Militär-abtheilung leistete die militärischen Ehren, worauf das hohe Kronprinzenpaar den prachtvollen vierspännigen Galawagen , der höchstdasselbe nach Mdiz - Kiosk brachte, bestieg, während die Suite und Dienerschaft in zweispännigen Hofwagen folgte. Von der Höhe von Mdiz, wo abermals eine Militärabtheilung aufgestellt war, deren Musikkapelle die Vollshymne intonierte, bis in das Innere der Enceinte von Mdiz«Kiosl begleiteten Hofbeamte in Gala-Uniform den Wagen der k. und k. Hoheiten an beiden Seiten zu Fuß. Se. Majestät der Sultan empfieng die hohen Gäste in herzlichster Weise in den eigenen Empfangs« appartements von Mdiz, bot der durchlauchtigsten Kronprinzessin den Arm und erkundigte sich nach dem Befinden Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin. Sodann fanden die gegenseitigen Vorstellungen der Suiten statt und wurden Erfrischungen verabreicht. Nach einem Aufenthalte von 15 Minuten Jemlleton. Vom alten Gisenberglmu zu Weißenfels. '" Beitrag zur Cultur« und Vergwerlsgeschichte von Kram. Von Dr. Gerhardt Rautner in Wien. . Von den vielen an Naturschönheiten reichen Punk« ^ü Krams nimmt jenes Gebiet Obertrains an der Urnlner Grenze, in dem sich der Markt Weißenfels mit '"nen berühmten Weißenfelser Seen befindet, bekannt, is? "nen hervorragenden Rang ein. Aber Weihenfels h "A nur für den Touristen und den Naturfreund h " Interesse, es ist durch seiue Eisenwerke insbeson« H^nuch für den Landesbewohner von industrieller lHWgteit, und dürfte ein kleiner Beitrag zur Ge-^Me des Eisenbergbaues jener Gegend, welcher über-aufk " b" bemerkenswerten Episode eines Bauern« h"' "ndez in Verbindung steht, den Lesern deS hei-" »Hen Blattes nicht unwillkommen sein. Dieser nu,, 9 entstammt einer alten chronikartigen Aufzeich« H? ? "us der Mitte des vorigen Jahrhunderts, deren ren V" "Hl genannt, aber offenbar unter den höhe-»uck , ".""isbeamten jener Zeit zu suchen ist. Wenn Eleni ^"' unbekannten Verfasser öfter sagenhafte eitwp s 5 "°ch der Sitte jener Zeit der Darstellung Nebm t wurden, so können wir im Grunde doch an-Ets?' dass er seine Mittheilung keineswegs auf b«,'^"ngen, sondern auf ihm wohl auch actenmähig "nnt gewordene Thatsachen stützt, und wir erhalten damit neben dem Berichte über die Gründung des genannten Bergbaues auch ein Culturbild, das für den Geschichtbfreund nicht ohne Wert sein dürfte. Um den freundlichen Leser nicht zu ermüden, erfolgt die Wiedergabe in wesentlich gekürzter Form, jedoch mit möglichster Beibehaltung der alterlhümlichen Darstellungsweise. Unweit des Schlosses Weißenfels liegt eine fchon ins Herzogthum Kärnten gehörige Herrschaft, fo sich Latschach nennt und dem Freiherrn v. Böll und Tris« segg gehörig ist, und weil damals die Kärntner und Kramer Grenze noch nicht wie heute reguliert war, weshalb es auch zwischen Adel und Unterthanen öfter zu Reibereien gekommen, so geschah es, dass die Bauern der Herrschaft Latschach öfter in die benachbarten Krai-ner Berge kamen, um daselbst Kalk zu brennen, den sie in Villach verkauften. Das Gebiet, in welches sie auf diese Art kamen, gehörte dem Freiherrn Konrad v. Schmidhofen und wurden ihm von seinen Unter» thanen diese Uebergriffe öfter angezeigt. Daraufhin er-widerte er gewöhnlich: „Wir müssen nachbarlich leben, lasst sie nur machen, es thut leinen Schaden, denn Steine und Holz habe ich ja ohnedies genug. Thut," sprach er zu seinen Unterthanen, ..dasselbe und führt den Kalk statt nach V'llach, nach Klagenfurt zum Verkaufe, wo er einen noch besseren Absah haben wird." - Die« dauerte von Anno 1685 bis 1688 und gieng alles ganz friedlich zu; im letztgenannten Jahre aber begab es sich, dass die Schmi^hofen'schen Unterthanen zwischen Ankenstein und Weißensels einige neue Kalk- öfen anlegen wollten, und als sie an den gewählten Punkt kamen, fanden sie 18 Völlische Unterthanen, welche daselbst schon Kalköfen gebaut hatten, obgleich das Territorium nicht ihrer Herrschaft zugehölte, ja diese wiedersetzten sich sogar den Krämern und wollten ihnen auf rechtmäßigem Grunde nicht zu brennen gestatten, es kam von Worten bald zu Schlägen und wurden die Bauern derartig erbittert, dass sie mit Hacken. Schaufeln und Krampen viele verwundeten, ja fünf Mann auf dem Platze todtgeschlagen wurden. Nach langem halsstarrigen Raufen erst zogen sich die Bölllschen weichend nach Latschach zurück und verliehen das Schmidhofen'sche Territorium. Darauf aber brach in der ganzen Gegend der Lärm los, es rüsteten sich sowohl die angrenzenden Kärntner wie die Krainer Dorfschaften zum Kampfe gegen einander und das Ganze hatte völlig den Anschein einer Landesempörung. Man schickte nun die Pfleger und Verwalter und andere Beamte zu ihnen, um sie in Güte zu persua-dieren. sich zu beruhigen und die Waffen abzulegen, mit der Drohung, wenn sie nicht Gehorsam leisten wollten, würde dies zu ihrem Unglücke ausschlagen. Allein es war dies vergebens, die Bauern wollten nichts als Rache und drohten, dass, wenn man sie nicht gewähren ließe, die eigenen Herren vor ihnen nicht sicher wären. Die Rotten der Aufrührer vermehrten sich täglich, so dass von beiden Seiten schon über 10000 Bauern beisammen waren. Bei diesem Zustande der Dinge mussten endlich die Landeshauptmannschaften beider Länder d,e ernstesten Vorkehrungen treffen, um die immer welter um sich greifende Flamme deS Aufruhrs zu löschen. Laibacher Zeitung Nr. 91 772 21. April 1884. verabschiedete sich das durchlauchtigste Kronprinzenpaar. Se. Majestät der Sultan bot der durchlauchtigsten Kronprinzessin abermals den Arm und geleitete die hohen Gäste bis zum Perron. Nach beendetem Empfange wurde das durchlauchtigste Kronprinzenpaar und Gefolge in feierlicher Weise in die sür sie eingerichteten Appartements geleitet, wo das Botschaftsperfonal höchstdieselben erwartete. Unmittelbar darauf machte Se. Majestät der Sultan den höchsten Herrschaften seinen Gegenbesuch und verweilte in vertraulichem Gespräche längere Zeit bei höchstdenselben. Die Feierlichkeiten hatten die Zeit bis Mittag in Anspruch genommen, worauf das Dejeuner in den Appartements eingenommen wurde. Der Nachmittag, von 2 Uhr angefangen, wurde von dem hohen Paare be« reits zu einer Fahrt nach Stambul benlitzt. Die Ausfahrt fand in den Prachtcarossen des Sultans, deren Kutscher goldgesticktes rothes Costiim trugen, durch den Bazar Sophia statt, woselbst der Kronprinz mehrere Einkäufe machte. Später begab sich das Kronprinzenpaar in die Moschee Aja Sophia. Beim Eintritts in dieselbe wurden Pantoffel angezogen. Die Moschee war von vielen andächtigen Türken gefüllt. Ein blinder Ulema hielt eben eine Predigt. Der Befuch der Mofchee, deren Gallerten das hohe Paar ebenfalls besichtigte, dauerte fast eine Stunde. Die alte Irenen« Kirche, nun als Waffenmuseum verwendet, fowie die Schahkammer im alten Serail, welche hierauf besichtigt wurden, erregten das lebhafteste Interesse der hohen Besucher, welche sich nach einiger Zeit in den malerischen Cypreffenhainen des Eski«Seraj ergiengen und erst um (!>/, Uhr die Rundfahrt nach den Höhen von Mdiz antraten. Die angesammelte Menschenmenge begrüßte das erlauchte Paar mit lebhaften, sympathischen Zurufen. Das Diner fand in den Appartements von Iildiz statt, worauf sich die höchsten Herrschaften, die sich des besten Wohlseins erfreuen, der Ermüdung durch die, wenn auch angenehm zurückgelegte, jedoch lange und anstrengende Reise Rechnung tragend, zeitlich zurückzogen. Das Gebäude, welches Ihre k. und k. Hoheiten im Mdiz-Kiosk bewohnen, ist mit wahrhaft orientalischer Pracht eingerichtet. Es ist in französisch-maurischem Phantasiestile ausgeführt und umfasst zweiundzwanzig Räume. Ueber sine breite, weiße Marmortreppe gelangt man in ein weitläufiges Vestibule, wo zwei Riesenvasen aus Lapislazuli mit Henkel, Sockel und Deckel aus Silber stehen. Außerdem befindet sich daselbst ein großer japanischer Schirm, Waffentrophäen und eine kostbare metallene Standuhr mit einem Zifferblatte nach türkischer Stundenrechnung. Inmitten des weiten Vestibule steigt eine große hölzerne Doppeltreppe mit einem Olasgeländer zum ersten Stockwerke empor, wo die Wohnung des Kronprinzenpaares sich befindet. Im Empfangssalon des Kronprinzen sieht man mehrere Bilder, darunter in elegantem Nahmen eine Photographie der Kronprinzessin, auf den Tischen prächtige Elfenbeinschnitzereien. Den Boden bedecken die herrlichsten Teppiche, darunter einige von seltener Schönheit mit grauem Untergrunde und wunderbarem Dessin, Geschenke des Emirs von Bokhara für den Sultan. Inland. (Oesterreichische B odencre dit-Anstalt.) Die österreichische Bodencredit-Nnstalt in Wien hielt am 17. d. M. ihre (19.) ordentliche Generalversammlung. Der Gouverneur. Sectionschef Dr. Josef Freiherr von Bezecny, eröffnete dieselbe mit Constatierung der Anwesenheit von 38 Actionären in Vertretung von 20 164 Actien mit 304 Stimmen, sohin der Beschluss fähigkeit. Der für das Geschäftsjahr 1883 crstatlele Bericht des Gouverneurs erwähnt, dass die während des Jahres 1883 bestandenen Verhältnisse der Administration weder Gelegenheit zu irgend welchen größeren finanziellen TranLactionen geboten noch auch eine lebhaftere Thätigkeit in den beiden Zweigen des laufenden Geschäftes der Anstalt gestattet ' haben. We,m auch dem Hypothekargeschäste im verflossenen Jahre zum erstenmale die volle Wirkung der durchgeführten Pfandbrief-Conversion zustatten kam, so hat andererseits die von der Regierung zu Beginn des Iahrrs eingebrachte Rentensteuer^Vorlaae den Absatz und Cnr« der Pfandbriefe und infolge dessen auch die Entwicklung des Darlehensgeschäftes in ungünstiger Weise be« einstufst. Das einzige Consortial-Engagemcnt der Anstalt, die Participation an den vom Reichs'Finanzmiinste-rium im Jahre 1882 erworbenen Franz-Iosefbahn-Actien, erfuhr im vorigen Jahre keine V^ränderunss. Der gefammte aus der Gebarung des Jahres 1883 nach Abzug aller Spesen, Lasten und Steuern resultierende Reingewinn beträgt laut Rechnungsabschluss 1572 537 st.'in Gold. Nach Abzug des zur Bezahlung der fünfprocentigen Actienzinsen, respective einer Dividende von 10 Francs per Actie, gegen den Coupon Nr. 27 erforderlichen Betrages von 480000 ft. verbleiben 1092 537 ft. in Gold, für welche der Verwaltungsrath folgende Verwendung vorschlägt: Die Dotierung des ordentlichen Reservefonds mit dem statutenmäßigen Maximum von 20 Procent, das ist 207 814 ft.; die Bezahlung der dem Gouverneur, den Directoren und den Beamten der Anstalt sowie dem Verwaltungsrathe zukommenden zehnprocentigen Tantieme mit 103 907 ft.; die Vertheilung einer Super-dividende von 6 ft. in Gold, respective 15 Francs per Actie gegen den Coupon Nr. 28 mit 720000 ft. und den Vortrag des Restes von 60 814 ft. auf den Gewinn des laufenden Jahres. Dr. Johann Baron Haimberger erstattet den Ve. richt der Rechnung2-Censoren, aus deren Antrag dcr pro 1883 vorgelegte Rechnungsabschluss genehmigt und dem Verwaltungsralhe ohne Debatte einhellig das Absolntorium ertheilt wird. In derselben Wrise werden die Anträge, betreffend die Verwendung des Reingewinnes, angenommen. Die ausscheidenden Verwaltungsräthe Otto Graf Chotel, Friedrich Freiherr von Mayr, Alexander Freiherr von Wartberg in Wien, Charles Malet in Paris fowie der Cenfor Dr. Johann Freiherr von Haimberger wurden wieder zur Function bernfen. Dem aus dem Verwaltungsralhe ausgetretenen Louis Freiherrn von Haber-LinLberg, welcher dem Institute seit dessen Gründung angehört halte, votierte die Versammlung für dessen ersprießliche Wirksamkeit den Dank. (Der Stand der Repetiergewehr-Frage.) Wie wir der „P. C." entnehmen, wird die Armee trommel befindlichen Nepetmschieber untergebracht ist. Das Vierte Modell ist dus bekannte ältere System Spitalsky, welches jedoch insofern« vervollkommnet wurde, als der ins technisch-administrative Militär-Comite commandierte und seit mehreren Jahren in dcr Armee-Schützenschule als Lehrer wirkende Hauptmann des 33. Il'.fanterie.Regimenles, K. Kromai, an demselben eine geänderte Drehvorrichtung der Magaziostrommel angebracht hat. Das fünfte System endlich ist ein englisches und wurde von L. A. Bertlelt, Präsidenten der Spencer-ArmsCompany, und C. M. Spencer erfunden. Dieses Repetiergewehr hat einen Blockverschluss -^ mit horizontaler Bewegung des Blocks — in sinnreicher Verbindung mit einem Hammerschloss und einem nach System Lee ansteckbaren Magazin. Das kastenförmige Verschlussgchänse befindet sich zwischen Vordcrschaft und Kolben. Das Oeffnen und Schließen des Verschlusses sowie das Spannen des Hammers wird durch Vor- nnd Zurückschieben eines Schiebers bewirkt, wel-cher den Vorderschaft umfasst. Auch ist die Waffenfabriks.Gcsellschaft in Steyr jetzt am Werke, einen Einzellader mit Kolbenverschluss und einem nach dem System Lee abnehmbaren Magazin von fünf Patronen, d^r schon voriges Jahr die Olientierungsvcrsuche im technisch-administrativen Militär-Comite durchgemacht hat, zu vervollkommnen, um nochmals als sehr beachtenswerte Concurrentin aufzutreten. Die Modelle, welche in der Aunee-Schützenschule als die besten sich bewähren, sind noch keineswegs als endgiltig angenommen zu betrachten. Es wird vielmehr eine größere Anzahl von Gewehren der als das beste erkannten Systeme vorher noch einigen Truppen-körpern für längere Zeit zur praktischen Erprobung hinausgegeben, und erst von den Relationen der Truppencommandanten ist es abhängig, ob das eine oder andere System endgiltig angenommen oder ob wieder ein neues System erprobt werden foll. Zu diesem Ende wurde das Kürassier-Regiment Graf Harrach von Klagenfurt aus beordert, in zwei Colonnen an den Schauplatz dieser Ereignisse aufzubrechen, eine Colonne sollte nach Latschach, die andere nach Maria-Elend marschieren. Von Kram aus musste da« Infanterie-Regiment Nigrelli in zwei Colonnen, die eine nach Weihenfels, die andere bloß bis Würzen marschieren. Es wurde Veranstaltung getroffen, dass beide Regimenter zu gleicher Zeit an den angewiesenen Orten eintrafen, wodurch die rebellischen Bauern in die Mitte eingeschlossen waren. Man ernannte nun zwei Commissarien, von Seite Kärntens den Freiherrn von Gabelhofen und von Seite Krains den Freiherrn von Wollwitsch, welche den aufständischen Bauern vortragen mussten, dass sie sich entschließen sollten, die Waffen niederzulegen und die Rädelsführer des Aufstandes auszuliefern, fönst stände ihnen bevor, zusam-mengehauen zu werden und sie hätten auf keine weitere kaiserliche oder landesfürstliche Gnade zu hoffen. Auf diesen Vortrag verlangten die Bauern eine Stunde Bedenkzeit, um berathschlagen zn können, welche chnen auch zugestanden wurde, doch ließ man die Regimenter noch weiter vorrücken, so dass die Bauern ganz enge emaeschlosftn waren. Nach Verlauf der Stunde ^! 3« " Kärntner Bauern einen Ansschuss von sechs Mann an die Commissarien. welcher sich vernehmen Hetz: „dass sie sich «M nicht weigerten, die Waffen niederzulegen und zurückzukehren, sie wussten aber nicht, wen man unter dem Namen Rädelsführer verstünde, die sie ausliefern sollten, denn sie wären ohne Aufhetzung selbst zusammengegangen, um ihr Recht zu beschützen, da sie dcr angegriffene Theil seien." (Schluss folgt.) Jean Loup, der Irrsinnige von Mareille. Roman nach Emile Nichebourg von Max von Wcißenthurn. (14. Fortsetzung.) 2. Capitel. Zohanna. ..Jacques, kennst du diesen Bettler?" fragte das junge Mädchen, sich an den Geliebten schmiegend. «Ja, Johanna, ich kenne ihn; ich habe ihn schon zu wiederholtenmalen gesehen. Zwei- oder dreimal im Jahre kommt er nach Mareille. Man sagt, er sei einst ein reicher Landmann gewesen, doch das Unglück hat ihn heimgesucht, und jetzt in seinen alten Tagen muss er am Bettelsack daher wandeln!" „Wie traurig! Hast du bemerkt, wie bewegt er war, wie sonderbar er mich angesehen?" ..Ja, er hat den Blick nicht von dir gewandt!" «Es war, als habe er mir irgend etwas zu sagen! Er ist aus Blaincourt, sagst du?" ^>a." Das junge Mädchen seufzte aus tiefster Brust. „Du denkst an deine Mutter?" fragte Jacques. «Ja, an sie, die auch in Blaincourt gelebt nnd die ich nicht gekannt, da sie starb, als sie mir das Leben gab. Ach, wie häufig gedenke ich ihrer! Wie ich sie geliebt haben würde! Ich weiß nichts von ihr, nicht einmal ihren Namen! Mein Vater antwortet mir stets ausweichend, wenn ich über die Verblichene Fragen stelle. Er umarmt mich voll Herzlichkeit, er wird traurig, seine Augen fiillen sich mit Thränen. Man sagt mir nicht alles, Jacques, ich fühle, dufs irgend etwas vor mir geheimgehalten wird. Aber was kann meine Mutter gelhan haben, dass man sich scheut, zu mir von ihr zu sprechen? Der alte Bettler hat sie gekannt. Sobald ich ihn wiedersehe, werde ich ihn befragen. Doch nun lass uns nicht mehr an trübe Dinge denken. Du bist gekommen, um meinen Vater zU sprechen, nicht wahr?" „Ja. Johanna! Du weißt, dass ich um die Bewilligung nachsuchte, in das Regiment einzutreten,.'" welchem dein Vater gedient. Nun, gestern erhielt icv die Zusage — und — und bin deshalb heute ge-kommen, um dir und dem Vater Lebewohl zu sage». Johanna schrak zusammen. «Das ist etwas rasch gekommen," sprach sie "' bleichend. „Doch — die Pflicht geht allem vor. A" bist Soldat, du gehörst dem Vaterlande an. D" t"> würdig, ihm zu dienen, denn dein Herz ist edel. Z"?« in Frieden. Johanna wird deiner Rückkehr harre"' «Ich danke dir, mein geliebtes Mädchen. A> werde ich nicht in Verzweiflung Mareille verlas^' Die Zukunft liegt rosig vor mir, sie gehört uns be>oe an. Si'ben Jahre Dienstzeit währen lange, dock^ sagt das, wenn endlich das Glück meiner harrt? In diesem Augenblicke ließ sich das lautt. f"" dige Bellen eines Hundes vernehmen. „Das ist Fidele, der Vater kommt!" Jacques Valllant's hohe Gestalt wurde am l5>" gange des Gartens sichtbar. , Die sechzehn Jahre, welche verflossen, seit w' ihn zuletzt gekhen. hatten den braven Capitän l"" verändert. Nur in den Haaren zeigten sich "' ' Silberfäden. ^, Die jungen L.ule verließen die Laube, ""^ „, Vater entgegenzueilen, Fidele fprang mit ftötM Bellen auf sie zu. Lailmcher Zeitung Nr. 91 773 21. April 1884. Tagesnemgkeiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie der ..Osservatore Triestino" mitlheilt, der Gemeinde Pau» ljnauo zur Erweiterung des Friedhofes und zur Er. richtung einer Todtentapclle 200 st., ferner, wie die «Brüimer Zeitung" meldet, fünf durch Feuer verunglückten Insassen von Scbranic eine Unterstützung von 100 st. zu spenden geruht. Se. k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Feldmarschall Erzherzog Albrecht hat dem Pensions-vereine der Lehrer der städtischen Volks- und Bürger« schulen in Wien 30 st. gespendet. — (Zum Unfälle des Herrn Grafen Meran,) Das Befinden Sr. Excellenz des Herrn Franz Grafen Mcran ist bereits ein vollständig befriedigendes. Die Kopfwunden sind zwar noch immer verbunden, doch gestatten sie dem Herrn Grafen bereits, sich am Schreibtische zu beschäftigen. Der Kutscher Gawrilowitsch ist von semen Verletzungen hergestellt und thut bereits Dienst. In dem Befinden des Bedienten Triebl ist eine kleine Besserung eingetreten, doch ist dle Gefahr für denselben noch immer nicht beseitigt. — (Vie Osterreise.) Der Disponent eines großen Bankhauses war diesmal fest entschlossen. der „Tretmühle" zu entfliehen. Den Votsatz, zn verreisen, hatte er schon am Palmsonntag gefasst, und er freute sich derart über seine ausgezeichnete Idee, dass er es zwar nicht „in alle Rinden" einschnitt, wie der indiscrete „Ungeduldige" in den Müllerliederil — Baumfrevel Wird schwer gestraft —, auch zum „Aussäen" des bezüglichen Entschlusses „in jedes frische Beet mit Kressen, samcn. der es rasch verräth", war die Jahreszeit noch nicht weit genug vorgeschritten, aber er erzählte es jedermann, und sogar der Briefträger musste davon Kenntnis erhalten: „Sie, ich verreise über Ostern — bringen Sie mir meine Briefe nicht ins Comptoir, sondern in N'eine Wohnung. Schleifmühlgasse!" — Ostersonntag, Die nicht beurlaubte Comptoirwelt saß verdrossen an den Pulten und gähnte, des Briefträgers und der Hnndrrte von Briefen harrend, nach deren Erledigung erst der Feiertag beginnt. Die Scheeren klappern immer unge« dttldiger, die jungen Herren werden immer unruhiger — der Briefträger kommt nicht. Man telegraphiert an die Correspondents, mau schickt zur Post. um zu fragen, °b Plötzlich alle Eisenbahnen um Wien zu striken be« gönnen. Die Correspondentcn betheuern elektrisch, dass ste die Briefe abgeschickt haben, die Post stellt den Eisen-bahnen das schönste Sittenzeugniö aus Verzweifelt sperrt man das Comptoir. Ostermontag. Wieder kein "rief, nur der jüngste Comptoirist bekommt einen rosenfarbenen und flüchtet damit auf den Corridor, durch ein donnerndes ..Halt!" eines College« auf daS tiefste er« schreckt, das aber nicht ihm galt, fondern dem Blicf-tlüger. «Kriegen wir denn gar keinen Brief mehr?" — «Me hab' ich's in die Schleifmühlgassen tragen!" Das "äthsel war gelöst und am Ostermontag gab's massen« hafte Arbeit. — (Kampf mit einem Tobsüchtige n.) Die Vewohner eines Haufes in der Breitengasse in Wien Aurden diesertage durch folgeuden Vorfall in starke Aufregung versetzt: Im zweiten Stockwerke des Hof- . „Ah, du bist da, Jacques!" rief der Capitän. ,"kNl jungen Manne die Hand entgegenstreckend. „Welche Überraschung, dich hier zu finden, in meiner Abwesenheit Johanna Gesellschaft leistend!" Das junge Mädchen bot dem Vater die Stirn zuniKuss. ^. ..Vater, Jacques ist gekommen, weil er dir eine ?Mge Mitlheilung zu machen hat. Als er dich nicht !"nd. wollte er sich nicht wieder entfernen, ohne mich °°Mißt zu haben!" c "Aud ist ein Gutenmorgengruß alles, was er dir Ue>a«t?" lächelte der Vater. ^. ..Nein, lieber Vater. Er sagte mir auch, dass er ""ch liebe!" »Wie, er hätte es gewagt?" «Ja, mein Vater!" »Und deine Antwort?" «Dass ich seine Neigung erwidere l" y »Und all dies so ohne Umstände — nun, das ß"Ue ich gelungen! — So also — Junge — solche ^""che machst du?" wandte Capitän Vaillant sich A^lnd an den jungen Mann. „Während ich in aller l, ^lenruhe spazieren gehe und den Lauf des Flusses Pan?^' kommt Jacques Grandin, mein schlaues ^"lyenkind, in aller Seelenruhe daher und raubt mir "^ Töchterchen!" f.. Tief erröthend bis unter die Haarwurzeln ent' rich. ^ Johanna, um den Frühstückslisch herzu-Ges^' D" Capitän sah ihr sinnend nach und sein >M wlnde ernst und ernster, jlltia ""L^Uks Grandin," wandte er sich an den lei»," """' "ber Himmel ist mein Zeuge, dass ich dvck'V anderen mein Kind lieber anvertraue als dir, «in? n l ich sie in deine Arme führe, habe ich dir Hu»,.^tlMung zu machen, von der Johanna's ganze " ""N abhängt. Aber ich muss es dir sagen, selbst tractes des Hauses wohnt der 33jährige Baumeister Hans Schnuparek. ein gebürtiger Agramer, Dieser wurde nun gegen 3 Uhr morgens plötzlich von Tobsucht befallen, begann derart zu lärmen, dass sämmtliche Bewohner des Hauses aus dem Schlafe geweckt wurden. Der Kranke bedrohte seine Umgebung, die sich vergeblich bemüht hatte, ihn zu beruhigen, und als man daran gieng, ihn zu fesseln, eilte er in ein Zimmer und verschloss die Thüre von innen. Sich selbst überlassen, begann nun der Irre ein Werk der Zerstörung. Er demolierte alles, was ihm unter die Hände kam, zertrümmerte sämmtliche Fensterscheiben, warf Sessel, Gläser, Bilder, sowie andere Zimmergeräthschl>ften in den Hof« räum hinab und begleitete dieses Z^rstörungswerk mit einem fürchterlichen Geschrei, Um dieser peinlichen Scene ein Ende zu machen, sah man sich genöthigt, die Hilfe des Polizeicommissariates am Neubau in Anspruch zu nehmen. Der diensthabende Polizeicommissär mit einigen Sicherheitswachmännern und Amtsdienern eilte in das Haus, um sich des Wahnsinnigen zu bemächtigen. Vorerst versuchte man durch gütliches Zureden und durch Versprechungen Herrn Schnuparck zu bewegen, die Jim-merthüre zu öffnen, doch dies war ein vergeblich Bemühen. Der Kranke tobte in dem Zimmer fort, zer» trümmerte, was noch ganz geblieben, und man musste jeden Augenblick befürchten, dass er in seinem Wahne auf das Pflaster sich hinabstürzen werde. Mittlerweile war fast eine halbe Stnnde verstrichen, und da man die Aussichtslosigkeit auf Erfolg einsah, wurde auf telegraphischem Wege die Central-Feuerwehr um Unterstützung angegangen. Exerciermeister Knoch mit acht handfesten Löschmänneru fuhr mit dem Rettungswagen an Ort und Stelle ab und traf dort nach Verlauf von kaum fünf Minuten an. Fünf Löschmänner spannten im Hofraume unterhalb der Fenster das Sprungtuch, um Schnuparek. falls er sich auf das Pflaster stürzen sollte, aufzufangen, Herr Knoch, vom Polizeicommissär. dm übrigen drei Löschmännern und mehreren Sicherheitswachmännern begleitet, begab sich in das zweite Stockwerk hinauf vor die Wohnungsthure des Baumeisters. Dieser wollte nicht öffnen, tobte hingegen fort und rumorte derart, dass selbst die Bewohner der benachbarten Häuser erwachten. Die Aufregung wuchs von Minute zu Minute und erreichte ihren Culminationspunkt. als es im Zimmer plötzlich aufflammte. Der Kranke hatte sein Bett in Brand gesteckt. Nun war ein längeres Warten nicht mehr rathsam 5 auf Commando des Herrn Knoch wurde die Thüre mit Hacken aufgesprengt. Feuerwehr- und Wachmänner stürzten ins Zimmer, und nach einem minutenlangen Kampfe mit dem Irren ward dieser überwältigt und gefesselt. Das brennende Bett konnte bald gelöscht werden. Die Feuerwehr rückte hierauf ab und unmittelbar darauf erfolgte die Uebertragung Schnu< parel's in die psychiatrische Klinik des allgemeinen Kran» kenhauses. — (Bosna-Bahn.) Die Uebersiedlung der Direction der Bosna-Bahn von Dervent nach der Landeshauptstadt Sarajevo ist eine beschlossene Thatsache und wird kommenden Herbst erfolgen. Das Kriegsministerium hat noch vor dem bittlichen Einschreiten deö Gemeinderathes von Sarajevo die Bewilligung zur Verlegung der Direction nach Sarajevo ertheilt und behufs Er-bamig eines für den zahlreichen Beamteustand geeigneten Gebäudes das Nöthige veranlasst. auf die Gefahr hin, Johanna's Glück zu zerstören. Was dir bis jetzt ein Geheimnis war, du musst es wissen! Johanna ist nicht die, wofür du sie hältst — sie ist nicht meine Tochter!" Ein Ruf der Ueberraschung kam über Jacques Grandin's Lippen. „Johanna — nicht deine Tochter?" rief er aus. ..Wie wäre das möglich?" ..höre mich an," erwiderte der Capitän. «Ich will dir alles erklären." Und so viel er selbst davon wusste, erzählte nun der Alte dem voll Theilnahme lauschenden jungen Manne, was sich in der Nacht des 8. Novembers 1853 in Vlainconrt zugetragen hatte. Als er seinen Bericht beendet, fragte Jacques: „Wurden die Mörder niemals entdeckt?" «Nein. Man that das Möglichste, aber es gelang niemals, den Schleier des Geheimnisvollen zu lüften. Und deshalb soll Johanna nichts davon erfahren!" „Sei ruhig, du mein zweit-r Vater. Was du mir anvertrautest, ich werde es im tiefinnersten Her-ze>isschrein zu verwahren wissen. Ueberdies steht Io< Hanna und mir eine andere große Prüfung bevor. Ich habe meine Eintheilung zum Regiment bekommen und muss morgen Mareille verlassen." Jacques Vaillant schüttelte feinem Pathenkinde kräftig die Hand. „Gehe mit Gott!" sagte er. „Johanna wird deiner Rückkehr warten." In diesem Augenblick erschien die Haushälterin und meldete, dass das Gabelfrühstück bereit fei und das Fräulein die Herren erwarte. Zwei Stunden später verlieh der junge Mann das Haus Jacques Vaillant's. (Fortsetzung folgt.) — (AuS dem Gerichtssaale — 27 Jahre Trafilmädel) Indes wir armen Menschen mürrisch durchs Leben schleichen und nur uoch darüber stauuen, dass uns der Muth geblieben, etwas zu wünschen, gibt es begnadete Wesen, den ein gütigeres Geschick die Lnst und Kraft zu phantastisch-kühnen Wünschen im reichsten Maße zugetheilt hat. Fräulein Francisca Klobouönik ist seit 27 Jahren Trafikmädel in Wien. und wenn der Duft der Havannablüte auch nicht imstande ist, die rollenden Jahre in ihrem Laufe zu hemmen, so erhält er doch die Menschen in beneidenswerter Frische, woraus zweierlei folgt: erstens, dass die genannte Dame eine der liebenswürdigsten Schwärmerinnen ist. die je den Gerichtssaal betreten haben, und zweitens, dass die vielen jungen und hübschen Trafikmädel unserer Bekanntschaft schelmische Heuchlerinnen sind, wenn sie behaupten, dass der jüngste Mann ihnen lieber ist, als die älteste Ha-vannn-Cigarre — Fräulein Kloboucnik also ist jung geblieben. Der Zeitungsausträger eines Wiener Blattes hatte sie, da sie ihn des Diebstahls von 5 fl. beschuldigte, „einen dummen Knochen", eine „verrückte Gredl" und eine „blöde Nocken" genannt, und als sie am Mittwoch dem Angeklagten gegenüber vor dem Bezirksgerichte stand, that sie den heißen Wunsch: «Ich möchte zu unserem Herrgott bitten, dass er ein Wunder wirkt und dass ihm (mit dem Regenschirm auf den Angeklagten zeigend) die fünf Gulden aus der Nase herauswachsen, damit es die ganze Welt sieht!" Dies hätte das Verfahren zweifellos abgekürzt; aber das Wunder blieb aus, und da sämmtliche Zeugen zu Gunsten des Angeklagten Johann Scha« chinger aussagten, wurde derselbe freigesprochen. — (Wetterbericht.) Die meteorologische Een-tralanstalt versendet unterm 17. d. M. folgenden, höchst erfreulichen Bericht: „Nach im Laufe des heutigen Tages an die k. k. Centralanstalt für Meteorologie eingelang« ten Berichten ist über dem ganzen Norden unferes Continents der Lustdruck bei andauerndem Sinken der Tem« peratur noch im Steigen; da gleichzeitig auch über England das Barometer hoch bleibt und daselbst eine lebhafte östliche Luftströmung herrscht, ist auch in unseren Gegenden eine weitere Wärme-Abnahmc zu erwarten. In ganz Norddeutschland herrscheu heute morgens bereits starke bls stürmische Nordwinde, und meldet: Sylt steifen Nordost Schnee — 0.4". Kopenhagen Nordost — 2.8°. Hamburg Nordwind Schnee — 1,6". Danzig Nordsturm Schnee —0.9". Memel Nordsturm Schnee —2.2«. Berlin -j-0.8". München Nordost Sturm -i-1.9". Pe« tersburg — 7.2°. Uleaburg —9.2". Moskau Schneefall und — 3,0° Celsius Morgentemperatur. Da in unseren Gegenden noch weiter Nord« bis Ostwinde zu gewärtigen sind, so ist, wenn nicht stärkere Niederschläge und eine lebhaftere Bewegung in der Atmosphäre eintreten, die Frostgefahr für die Culturen in ganz Mitteleuropa eine sehr bedeutende." — So weit musste es kommen! Jetzt dürfen wir nach den warmen, sonnigen Wintertageu noch froh sein, wenn der Mai kommt „in Sturm und Negen'." — (Eine Hochzeit mit Hindernissen.) Die Kirche Saint Sulpice in Paris war am 13. April der Schauplatz eines außerordentlichen Vorfalles. Ein Artillerie-Capitän feierte seine Hochzeit und wollte ge« rade mit seiner Braut und ihrem Gefolge in die Kirche treten, als sich ein Mann im Sammtrock vor die Thüre stellte und den Zug nicht durchlassen wollte, da er selbst das junge Mädchen heiraten wolle; er liebe sie schon lange u. s. w. Als man den jungen Menschen, den man für einen schlechten Spaßmacher hielt, nun entfernen wollte, zog derselbe ein langes Messer heivor und drohte, den ersten, der in die Kirche dringen wolle, niederzustechen. Es wurde nun Polizei geholt, und vor den Commissär geführt, gab das Individuum an, dass er Teissöore heiße und ein gewesener Commissionär sei. Da er viel Geld besitze, habe er ein hübsches Mädchen heiraten wollen und habe sich deshalb vor die Kirche gestellt, da ihm die Braut gefallen habe. Er erzählte darauf, dass er sich einen Palast von Gold bauen uud glänzende Feste geben wolle, wozu er alle Officiere einladen würde u. s. w. Man sah jetzt, dass man es mit einem Wahnsinnigen zu thun habe, nnd schickte ihn einstweilen in das Krankenzimmer der Präfectur. Dann begab man sich in das von ihm angezeigte Domicil in der Nue de Vaugirard, und dort fand man in einer Dachstube, welche bloß mit einem schlechten Tisch, zwei defecten Stühlen und einem eisernen Bett möbliert war, eine Summe von mehr alS 40000 Francs in Gold. die theils im Kamin, theils in der Matratze und in irdenen Töpfen versteckt waren. Es waren TeMdre's Ersparungen während seiner 30jährigen Diestleistung als Commissionär und dazu eine kleine von ihm gemachte Erbschaft. Man wusste im Hause gar nicht, dass er so reich sei. man hielt ihn für einen Un< glücklichen und brachte ihm von allen Seiten zu essen. Das Geld wurde bis zu seiner Heilung bei Gericht deponiert. — (Vom Theater.) Aus Paris wird ge, meldet: Marie Colombier wurde als Verfasserin des Scandalromans „Sarah Barnum" wegen Verletzung der Sittlichkeit in Anklagestand versetzt; ebenso jedoch auch der Verleger und Drucker deS als Antwort darauf er« schienenen. nicht minder scandalösen Romanes „Marie Pigeonnier", dessen Autor unbekannt ist. Lssibacher Zeltung Nr. 91 774 21. April 1884. Ein Kabel'Telegramm meldet aus Boston das Erfreulichste von den Amerika-Reisenden der Wiener Hofofter. Flau Materna, Scaria und Winkelmann haben dort bereits zwei Concerte, in denen Fragmente aus dem „Tannhäuser", „Siegfried" und den „Meister« fingern" zum Vortrage lamen, mit brillantem Erfolge gegeben. — (Gelüste dienender Geister.) Wollen Sie wissen, meine Damen, was sich Ihre Domestiken er« träumen? Sie sollen es erfahren. Es war in dem Monate Nftril 1871 des Communewahnsinnes in Paris. Die Bediensteten eines vornehmen Hauses hielten in den Appartements ihrer Herrschaft, welche es für gut befunden, die Realisierung anarchistischer Ideen fern von Paris abzuwarten, ein Festessen. „Ich," sagte der Kutscher, einen Gleichberechtigungskümmel schlürfend, „werde nur mehr echte Havanna rauchen, 1^8 i)6t,il.3 raucht nur der Pöbel." „Ich," fetzte die gnädige Frau Köchin, die eine Haüt'Sauterne entkorkte, hinzu, „werde mir eine Equipage halten, und du, Zuö?" „O, ich," gab Mademoiselle Ioii, welche, wie alle Kammerkatzen, das Glück hat weit niedlicher zu sein, als die Hausfrau, zurück, „ich würde Madame als Kammerzofe nehmen. Aber die Arme hat dazu zu wenig Chic!" — (Nie verlegen) ist der Redacteur des „Illioniser Advertiser». Hat er Mangel an Stoff, so druckt er Capitel der Bibel ab und ist bis zur Stunde schon bis zum Neuen Testament gekommen. Die europäischen College« find besser daran. Die Lächerlichkeiten der Mitbürger geben Stoff genug. — (Die Seestadt Vrüffel.) Die Idee, Brüssel zum Meereshafen zu machen, indem man die Schelde bis zur Stadt führt und die Brabanter Canäle umgestaltet, findet in Belgien immer mehr Boden und Anhänger; zahllose Versammlungen finden statt. Der Kosten» betrag ist auf 47 Millionen Francs veranschlagt. Die Negierung hat zwar ihre Sympathie ausgesprochen, aber einen bestimmten Befchluss nicht gefasst. Locales. Se. t. und k. Apostolische Majestät haben das in der Iahresausstcllung der Künstlergenossenschaft ausgestellte Bild des Malers Alfred Zoff, eil, Motiv bei Pontafel darstellend, anzukaufen geruht. — (Gemeindewahlen.) Heule finden die Ge-nielnderaths-Ersatzwahlen für den dritten Wahlkörper statt. Der „5lü,ro<1ni volilni oädor" empfiehlt znr Wahl die Herren: Felix Nolli. Johann Po-kivalnik, Jakob Okrbinec, Ignaz V alentinkic' und Iofef Geba. — (Der Verein der Aerzte) in Kram hält am nächsten Donnerstag, den 24. April, eine Monats-fitzung ab mit folgendem Programme: ^. Innere Angelegenheiten (darunter Wahl der Delegierten für den VI. österreichischen Aerzte«Vereinstag in Brunn, weshalb unbedingt die Gegenwart von mindestens 12 Mitgliedern erforderlich ist). — Z. Vorträge: 1.) Dr. Schuster: über Kindernährmittel; 2.) Secun dararzt Dr. Kotzmuth: Vorstellung eines interessanten Krankheitsfalles; 3.) klin. Assistent Dr. Gregorlc: über Hasse's 1'688arjum oeduizivum. — (Dervierteundlehte Kammermusikabend der philharmonischen Gesellschaft) am 20. April. ES war ein glücklicher Gedanke. Rubin-stein's Quartett in 1^-I)ur wieder auf das Programm zu setzen, denn diese echte Perle moderner Streichmusik verträgt schon eine wiederholte Vorführug. Die Ausführung war diesesmal wo möglich noch gerundeter und temperamentvoller, als jene am zweiten Kammermusikabend, und von geradezu zündender Wirkung. Die zweite Nummer bildete Joachim Raff's Trio in Omoii. 0p. 102, Einzelne Schönheiten lassen sich dem Werke nicht absprechen, der dritte Satz ist von ein» schmeichelnder Weichheit, fast zu viel Weichheit; der letzte Satz jedoch fällt gewaltig ab und erinnert stellenweise fast an das Ofterettenhafte. Raff war zwischen Rubinstein und Beethoven etwas ungünstig gebettet. Die Aufführung jedoch von Seite aller drei Herren war eine tadellofe. Den Schluss bildete Beethovens herrliches Septett in V8-Vul'. Die Ausführung war von Seite aller sieben Herren Mitwirkenden eine concertante und der Erfolg ein verdienter und nachhaltiger. Nur die Klangfarbe des Horns war stellenweise nicht rein genug. Lauter und wiederholt stürmischer Beifall galt allen Mitwirkenden dieses Abends, der die heurige Kammcrmufiksaison auf das würdigste abschloss. Der Löwenantheil jedoch des Beifallz gevürt Herrn Gerstner-, dessen selbstlose, kunstbegeisterte, von musikalischer Tüchtigkeit und geläu-tertem Geschmack geleitete Hingebung an die Durchfüh-lung semer künstlerischen Aufgabe im Vereine mit Herrn Zöhrer d,e Fortexistenz unserer schönen Kammermusik-abende hauptsächlich ermöglichte. Es war übrigens eine schöne Auswahl edler und bester Mnstl, welche uns ,n der abgelaufenen Saison arboten wurde: 6 Streichquartette (Beethoven. Mozart Lxwdn Rubinstein, W.H.Veit und A. Mughardt); 3 Trios (N. Schumann, R. Volkmann und I Raff); i Sonate (Mendelssohn) und Beethoven's Septett. Wir können nur mit dem Wunsche schließen, es möge der Eifer der Herren nicht erlahmen und dieses ,chöne und feine Kunstgenre uns auch für die kommende Saison erhalten bleiben. Ist doch die Kammermusik, wenn man im Besitze solcher Künstler ist, wie es unsere Mitwirkenden sind. das einzige Kunstgenre, an welches wir auch in der kleinen Provinzhauptstadt den strengen Maßstab der Beurtheilung anlegen dürfen, während wir bei allen übrigen Kunsterscheinungen, sei es im Theater, sei es auch im Concertsaale, häufig nur den relativen Maßstab „für unsere Verhältnisse" anzulegen bemils-siget sind. Der Aufführung wohnte eine sehr kleine, aber an» dächtige Gemeinde bei. — (Vermisst) wird der 16jährige Schuhmacher« lehrling Franz Kalic, ein kleiner, buckliger Mensch, der sich vor acht Tagen von seinem Lehrherrn ohne jede besondere Veranlassung entfernte und bis heute nicht zurückgekehrt ist. Der besorgte Vater bittet um dessen Anhaltung. —er— — (Gefundene Gegenstände.) In Laibach wurden vom 1. November bis 15. April 1884 folgende Gegenstände gefunden: Ein Fächer, eine Barschaft von mehr als 6 st., ein Portemonnaie mit 10 kr. und einem Färberzeichen, eine Pferdedecke, eine Barschaft von 1 fl. 20 kr,, ein Betrag von 1 fl., eine Tafche mit einer Bar« fchaft von 2 fl, 23 kr., ein wollenes Tüchel, zwei Schlüssel, ein Paar Augengläser, ein Wechsel über 20 fl., eine leere Cigarrentasche, ein Federmesser, ein Betrag von 5fl, ein Zwicker, ein schwarzer Hut, zwei Schlüssel, eine Barschaft von 3 st., ein weißes Tüchel und ein Rosenkranz, Die Verlustträger können ihre Ansprüche binnen Jahresfrist beim hiesigen Stadtmagistrate geltend machen. — (Langfinger.) Dem in der Floriansgasse wohnhaften Tifchler Franz K. wurden aus einem versperrten Schubladkllsten zwei Ringe und andere Gegen« stände im Gesammtwerte von 16 fl. gestohlen. Einige Tage später überzeugte sich auch die ebendort wohnhafte Cäcilia P. von der Fingerfertigkeit eines unbekannten Strolches, denn aus ihrer verfperrten Truhe waren Gegenstände im Werte von einigen Gulden verschwunden. — 61 — — (Todt aufgefunden.) Samstag früh wurde der Taglühner Heinrich Ursic auS Laibach bei einer Heuschupfe in Nudnik todt aufgefunden. Am Abend vorher hatte er in einer Brantweinschenke in Hühnerdorf noch gezecht und dürfte, in der Abficht, dort zu übernachten , beim Ersteigen des Heubodens gestürzt sein. —6r— — (Kein Wein!) Sonst ist gewöhnlich die Tirade „Wein, Weib und Gesang" Veranlassung zu Meinungsverschiedenheiten unter den stärkeren Theilen der Schöpfung. Rabbi Ben«Akiba hat entschieden Un< recht mit seinem längst unmodern gewordenen Spruche von Allesschondagewesenem, dies lehrt die folgende Ge< fchichte. Einige Burschen von AberZe, denen die linden Lüfte Italiens die Kehle ausgetrocknet, beschlossen, sich bei einem Grundbesitzer des Ortes ungebeten zu Gaste zu laden. Sie lamen vor dessen Behausung, um bort eine Transscription von: „Raus mit dem Nass aus dem Fass in Glas" zu improvisieren. Doch der biedere Landmann, dem die Worte: «Böse Menschen haben keine Lieder" nicht gleich einfielen, erfasste Zorn, Wuth und Leidenschaft. Er machte die ungastliche Hausthür mit dem Donnerwetter auf: „Den ihr suchet, ist nicht versteuert." Ncspectvoll zog sich die raunende Rotte zurück, doch ihr Zorn kehrte sich gegen den intellektuellen Urheber des „Wein"zuges. Es regnete auf ihn Püffe, hagelte Steine, und der Umstand, als diese Berührungen wenigstens sichtbare Merkmale und Folgen nach sich gezogen haben, dürfte der Gefchichte ein minder freundliches Ende bereiten, als der Anfang hoffen ließ. Es heißt § 412 St. G.: Arrest von 3 Tagen b<3 0 Monaten. — (Landschaftliches Theater.) Auch die gestrige zweite Aufführung des Volksstückes ..Baron Franz Trenk" füllte das Haus in allen Räumen. Die Beneficianten, Fräulein Petrinska und Herr Danilo, wurden durch lebhafteu Applaus und schöne Kranz» spenden ausgezeichnet. —6r— — (Druckfehler.) Nachdem wir fchon oft für die Streiche, die uns der llobold im Setzerkasten gespielt hat, persönlich verantwortlich gemacht wurden, bleibt uns nichts übrig, als denen, die es nicht wissen sollten, zu erklären, dass es in einer Notiz im lc:alen Theile es nicht heißen soll: Og,v 267000 fl). Gold «4358000 fl. (- 7000 fl.). Devisen 15076000 fl. (— 287000 fl.). Portefeuille 125588000 fl. (4- 5 151000 fl.), Lombard 22940000 fl. (> 315 000 fl.), Hypothekar-Darlehen 88 228 000 fl. (^ 8000 fl.). Pfandbriefumlauf 86 828 000 fl. (-»- 65 000 fl.) Laibach, 13. April. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: 4 Wagen mit Getreide, 12 Wagen und 3 Schiffe mit Holz (30 Cubilmeter). Durchschnitts'Preise. fi.l ll, fi. lr, st^, ll. fl. lr. Weizen pr.heltollt. 7^6 8,32. Vutter pr. Kilo . —85—!— Korn „ 5 85 6 27, Eier pr. Stück . . — 2------- Gerste « 4l?1 5 55^ Milch ftr. Liter .— 8------- Hafer „ 3, 9 3! 18 Rindfleisch pr.Kilo - 64------ halbfrucht . —,— 6 67 Kalbfleisch . —58------- Heiden „ 5 53 5 60 Schweinefleisch „ — ?0------ Hirse . 5 53 5 4? Schöpsenfleisch -40------- Kukuruz „ 5 20 5 55 vähndcl pr, Stuck — 50 ------ Erdäpfel 100 Kilo 2.77-------! Tauben „ 18 - Linsen pr. Heltolil. 8------- Heu 100 Kilo . . 2 23 - Erbsen . 9-------5>troh ., . . 187 - — Fisolen . 10-----------Holz, hartes, pr. ------- Rindsschmalz Kilo - 97------ Klafter 7 20------- Schweineschmalz „ — 86-------— welches, „ 4^50------ Speck, frisch „ — 58-------Wein, roth.. 100Llt.------24 — — i'.fräuchfrt „ —72— ^ —wciszrv „ ------20^ Verstorbene. Den 19. April. Franz Pclko. Schuhmacher, 34 I, Polanastraszc Nr. 17, Tubcrculofe, — Anton Medic. Messners-söhn, 1 Tag, Wiencrstraßc Nr. 30, Lebcnsschwäche. Den 20. April. Maria Bcvc, Inwohnerin, 76»/« I. Petersstrasic Nr. 8, Lungenentzündung. — Ioscf Hauser, Eisenbahn - Condlictemssuhn. 20 Mon.. Bahnhofgasse Nr. 28, Auszehrung. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. K;Z W zz ? ^ M 7'U.Mg7^721.30 ^874 NO? schwach ^bewölkt ^ 19. 2 „ N. 722,75 ^-11.0 NO. schwach bewölkt «/'-n ^ 9 „ Ab. 725.53 ^- 8.9 NO. schwach bewölkt """^, 7U.Mg.! 726.26 ^ 7,4 NO. schwach bewölkt ! i^ 20. 2 .. N. , 726.12 ^. 9.6 NO. schwach bewölkt «j/'"« 9 „ Ab.! 727.94 ^. 7,2 NO. schwach bewölkt ^^" Den 19. Rcgenwetter anhaltend mit geringer Unterbrechung, um 4 Uhr nachmittags Regenbogen ln NO. Den 20. vormit' tags etwas Sonnenschein, nachmittags Regen. Mittags gegen 2 Uhr schwaches Gewitter in Nord, um 4 Uhr Regenbogen-Das Tagesmittel der Wärme an beiden Tagen -j- 9,4« unv -j- 8,1", beziehungsweise gleich und um 1,4° unter dem Nor> male.________________ Für die Redaction verantwortlich: Ottomar Bamberg- W Allen Freunden und Verwandten, die W W uns ihre tröstende Theilnahme an dem Ver- W W lnste unserer lieben Aanna in so über- W W reichem Maße bewiesen, sagen wir unseren W W tiefgefühltesten Dant. W > Familie Trinker. W W Wenn etwas den namenlosen Schmerz tief- W ^ gebeugter Eltern über den Verlust einer einzigen « « heißgeliebten Tochter lindern kann, so ist cs die « ^ vielseitige rührende Theilnahme, welche uns von ^ « so vielen thcilnchmendcn Verwandten, Freunden M « und Bekannten dargebracht wurde. . W ^ Die vielen Beweise aufrichtigsten Mitleids. d>e ^ M zartesten Zeichen edlen Mitgefühls, endlich die zahl- M M reichen nnd seilen schönen Kranzspenden haben « ^ unseren betrübten Herzen wohlgethan, und w>r ^ ^ könnm zwar nur mit schwachen Worten, aber desto ^ M herzlicher danken für die grohc Betheiligung, "'^ W « welcher der theueren Verstorbenen die lchte Eyre ^ ^ erwiesen wurde. W W Rudolfs wert am 18. April 1884. > W Die trauernden Eltern W ns Ämlkblalt M Üaibacher Zeituna Nr.9l. Montag, den 21. Mril 1884. (1646-1) Käjulenftiftnn«. Nr. 2106. . Von dem k. l. Üandesgerichte in Laibach wird plannt licgcben, dass aus der Adjutenstiftung °es Hcrrn Erasmus Grasen v. Uichtcnberg für "«gehende Staatsbeamte aus adeliqcn Familien, "u° zwar fiir Auöcultanten und Conceptspral-l'canten ein Adjutum im jährlichen Betrage "°n 700 fl. ö. W. zu verleihen ist, dessen Vetrag, wen« ein Bewerber glaublich darthun sollte, °a>s seinc Eltern, ohne sich wehe zu thun, nicht vermögen, ihm ein,.' Beihilfe auch nur von 100 fl. ?" geben. oder. wmn er elternlos ist, dass die nnilmiftc seines Vermögens ,'icht einmal 100 st. "reichen, im Fallc der Zulänglichleit des St.'f» lungsfonds auf jährliche 800 st. erhöht werden lann. Zur Erlangung des Adjutums sind vor» zugswcise Verwandte des Stifters, dann Söhne l?,.!"", ^^^ ^^ Herzugthums Krain, in deren ls/" ""8 ung auch Söhne aus dem Adel der -"aclibarlandcr Steiermarl und Kärntcn und in °"'".l ^inanglung aus allen übrigen deutsch, ^llilalidischen Krvnländcrn berufen. Söhne aus ,,"" landstllndischcii Adel sind dem übrigen Adel "No Auscultanten deu Conccptsftralticanten vor. zuziehen. . Die Bewerber haben ihre mit den Zeug» "Men über die vollendeten Ncchtsstudien, mit °kn Anstcllungsdccretcn und mit den Ausweisen Kr ihre allfälligc Verwandtschaft, über ihren s^el und Landmannschaft belegten Gesuche durch 'yle vorgesetzten Behörden r, . ^ bis 25. Mai 1884 "" diescnl l. l. Landesgerichte als Verleihungs« "ryörde zu überreichen. K. l. Landesgericht Laibach, am b. April 1884. (1653-1) LekrerfteNe. Nr. 210. An der einclassigen Volksschule in Ambrus ist die Lehrerstelle mit dem Iahresgehalte von 450 fl. sammt Naturalwohnuug in Erledigung gekommen. Bewerber um diesen Posten haben ihre documeuticrtcn Gesuche im vora/schriebenen Wege bis 20. Mai l. I. an den gefertigten k. k. Bezirksschulrat!) zu über-reichen. K. k. Bezirlsschulrath Nubolfswert, am 16. April 1684. Der k. l. Bezirlshauptmann als Vorsitzender: Elel l». i>. (1625^2) Nr. 6837. Hezirkz-Bebammenslelle. Die Bezirks-Hcbammenstelle für die Gc< incinde Krcsnizmiteincr jährlichen Nemuncration von 26 fl, 85 lr. nnd die Bezirls-Hebammenstellc fiir die (Äemcindc Moräutsch mit einer jährlichen Remuneration von 31 st. 50 lr. aus der Bezirks-casse bis zur Dauer des Bestandes derselben werden zur Wiederbesetzung ausgeschrieben. Die Bewerberinnen haben ihre mit dem Zeuguisse der Hebammen-Lchranstalt versehenen Gesuche bis Ende April l. I. anhcr vorzulegen. Littai am 14. April 1884. Der l. t. Bezirkshauptmann: Grill m. p. (1642—1) Hnnäma«imn8. Nr. 1172. Von dem l. k. Bezirksgerichte Seisenberg wird hiemit bekannt gemacht, dass die Erhe« bungen zur Anlegung eines neuen Grundbuches für die Catastralgemciude Schwürz (Aviröe) am 7. Mai 1884, vormittags9 Uhr, in der Gerichtslanzlei beginnen und sohin fortgesetzt werden, wobei alle Personen, welche an der Ermittlung der Besitzverhältnisse ein rechtliches Interesse haben, erscheinen und alles zur Aufklärung sowie zur Wahrung ihrer Rechte Geeignete vorbringen lönnen. K. t. Bezirksgericht Seisenberg, den 18ten April 1884._______________________^. (1640- 1) ckunämaHun«. Nr. 2579. Vom l. l. Bezirksgerichte Littai wird bekannt gemacht, dass die auf Grundlage der zum Zwecke der Anlegung eines neuen Grundbuches fiir die Catastralgcmeiude Nos«biichcl gepflogenen Erhebungen verfassten Vcsihbua.cn nebst den berichtigte» Verzeichnissen der Liegen-schuften, der Catastralmappen-Copie und den Erhebungsftrotolollen in der dicsgcrichtlichen Kanzlei bis zum 5. Mai 1664 zur allgemeinen Einsicht aufliegen werden, an welchem Tage auch über allsällige Einwendungen die weiteren Erhebungen gepflogen werden. Die Ucbertragung anwrtisierbarer Privat« forderuugen wird unterbleiben, wenn der Ver« pflichtete noch vor der Verfassung der Grund« buchscinlagcn darum ansucht. K. l. Bezirksgericht Littai am 17. «pril 1834. (1601—3) KunllmaHung. Nr. 2055. Vom l. l. Bezirksgerichte Gottschee wird der Beginn der Localeihcbungen zum Behufe der Anlegung eines neuen Grundbuches für die Steuergemeindc Taubeubrunu auf den 28. April 1884. vormittags 8 Uhr. festgesetzt, wovon alle jene Personen, welche an der Ermittlung der Besitzverhältnisse ein rechtliches Interesse haben, mit dem verständigt werden, dass sie am obigen und den folgenden Tagen in dieser Gerichtslanzlci erscheinen und alles zur Aufklärung sowie zur Wahruug ihrer Rechte Geeignete vorbringen lönnen. K. l. Bezirksgericht Gottschee am 10ten April 1884. (1610-3) HunämaHung. Nr. 2522. Vom l. k. Bezirksgerichte Littai wird hiemit bekannt gemacht, dass der Beginn der Erhebungen zum Zwecke der Anlegung eines neuen Grundbuches für die Cataftralgemeinde Kosca auf den 28. April 1884. Vormittags 8 Uhr, in der diesgcrichtlichen Amts-lanzlei festgesetzt wuroe. Alle jene Personen, welche an der Ermittlung der Äesitzverhaltnisse ein rechtliches Interesse haben, werden eingeladen, vom obigen Tage an sich Hieramts einzuftnden und alles zur Aufklä' rung und Wahrung ihrer Rechte Geeignete vorzubringen. K. l. Bezirksgericht Littai am 16. April 1884. Änzeiaeblall. Mehrere 1000 Gulden sind gegen pupillarmässige Sicher-stellung zu vergeben. ^ Anfrage in der Kanzlei des k. k. Jptars Herrn JT. Gogola in ^¦^ifoacli. (1662) 2—1 (onTi) št. 415. Objava. z tusodnim odlokom od dne 25ega ^gusta 1883, št. 9307, na 16. janu-drn?u 1884r doloèena tretja eks. realna ra^ba se preloži na dan Sß • 2' JuliJa 1884 Lldl.žanjem kraja, èasa inprejšnjega ^"•tka. ünftCi' kr* okraJn<> sodišèe v Metliki L A6. januvarija 1884. (1636—1) Št. 8220. Objava. K eks. prodaji zemljišèa Štefana Ivca iz Malin žt. 503 na danes nij došel nobeden kupec. C. kr. okrajno sodišèe v Metliki dn6 8. aprila 1884. (1614—2) Nr. 1419. Executive Realitäten-Versteigerung. Ueber Ansuchen des Josef Pungersii! von Strit Nr. 19 ist die executive Ver-steigerung der dem Franz Lisec von Orle gehörigen, gerichtlich auf 2670 fl. geschätz« ten Realität Urb.-Nr. 12>/z/L aä Herrschaft Ructcnstein bewilliget und hlezu eine Feilbietungs-Tagsatzung auf den 7. Mal 1884, vormittags von 9 bis 12 Uhr, hiergerlchts mit dem Anhange angeordnet worden, dass die Pfandrealität bei dieser Feilbietung auch unter demselben hintangegeben werden wird. K. l. Bezirksgericht Gurlfeld, am 22. Februar 1884. (1482—3) Nr. 4674. Bekanntmachung. Vom k. k. städt.-deleg. Bezirksgerichte in Laibach wird hiemit bekannt gemacht: Es sei in der Rechtssache des Franz Treun, Mehlhändlers in Laibach (durch Dr. Sajovic), gegen den Verlass des Io-hann Peternel, gewesenen Milhlknecht in Salloch, Mo. 90 fl. 7 kr. f. Ll. Herr Advocat Dr. Franz Munda in Laibach als Curator »ä tmuo aowm bestellt worden. Laibach am 6. März 1884. (1483—3) Nr. 4261. Bekanntmachung. Vom k. k. stadt.-deleg. Bezirksgerichte Laibach wurde für den Verlass des Herrn Ludwig Semen, k.k. pensionierten Vezirks-richters, in der Executionssache des Spar-und Vorschussconsortiums deL Ersten allg. Veamtenvereines in Laibach gegen ihn pcto. 300 fl. s. A. Herr Dr. Anton Pfefferer, Advocat in Laibach, zum Curator aä aetum bestellt und ihm das Mobiliar« executionsgesuch mit Bescheid vom 3ten März 1884, Z. 4261. übermittelt. Laibach am 3. März 1884. (1617—2) Nr. 2530. Bekanntmachung. Vom l. k. Bezirksgerichte Gurlfeld wird bekannt gemacht, dass das k. l. Krels-gericht in Rudolfswert mit Beschluss vom l 8. März 1884, Z. 327, über Marcus Kelcher. Grundbesitzer von Gurtfeld, die Curatel ob Wahnsinnes verhängt hat und dass demselben Herr Anton Iugovlc Von Gurlfeld zum Curator bestellt wurde. K. l. Bezirksgericht Gurlfeld, am 4. April 1884^_________ _______ (1365-2) "Nr. 1099. Erecutive Feilbietungen. In der Erecutionssache der Frnu Hess (durch Herrn Anton Prosenil von Mütt-ling) wird bei dem gefertigten Bezirksgerichte zur Fellbietung der dem Johann Zlogar von Kraöenvrch Nr. 12 gehörigen, auf 905 fl. geschätzten Realität nä Steuergemeinde Radovina Extr.-Nr. 84 am 24. Mai, 25. Juni und 25. Juli 1884, jedesmal vormittags 10 Uhr, unter den Üblichen Modalitäten geschritten. K, l. Bezirksgericht Mottling, am 1. Februar 1884.