Lmllllcher Zeitung. Nr. 277. Pt 5!! ! meratlon « pIei» : Im Comptoir ganzj. fl. il, daltzj. ss. 5.50. ffüi die Anstellung ins Hau« haldl. ,',u li. Mit der P°st ganzj. si. 15, halbj. ft. ?.5N. Dienstag, 5. December Insert« onög ei» ühr dis 10 Zeilen: Imal 6U lt., «m.80li., 3m. 1 sl.; sonst pr.^eile lm. «lr., Lm.«?, , 8m. lO lr. u. s. w. Iüjl'rtionZftcmpel jedesni. 30li. 1868. Aiutlichci Theil. <-3e. k. und k. Apostuliscbc Majestät haben mit Allerhöchster Entschlicßnng vom 14. November d. I, über Antrag des Reichskanzlers, Ministers des kaiserlichen Hauses nnd des Acußcrn, den Viccconsnl in Niostar 5konrad Wassitsch zum Consul in Constautinopcl und an dessen Stelle den Gencralconsulatskanzlcr in Beirut Paul Rcglia zum Vicceonsul in Mostar, ferner den Vice-consul in Tultscha Lnigi Viscovich znin Consul in Brindisi und an dessen Stelle den Gencralconsulats-kauzlcr in Siuyrua Friedrich Pcrtazzi zum Viccconsnl in Tnltscha allergnädigst zu ernenneu geruht. Sc. k. und t. Apuslolische Vi^jcslät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 22. November d. I. die erledige Slcllc dcs Directors des k. k. niineralogischen Eabincts dem bisherigen crslcn Cnstos dieses Cabinets Dr. Gustau Tschcrmack nllergnädigst zu verleihen geruht. Sc. k. und k. Apostolische Majestät haben den Bandes- und Titular-Oberlaudcsgerichtsrath Dr. Eduard Ritter u. Viszt zum Oberstaatsanwälte bei dem Wiener Obcrlanoesgerichtc allcrguäd'.gst zu ernennen geruht. Herbst >». ,». Sc. k. und k. Apostolische Majestät habcu mit Allerhöchster Entschließung vom 24. ^toucmbcr d. I. die Wiener ^andesgerichtsräthc mit dein Rang und Charakter von Obcrlandesgcrichtsrälhcn Heinrich Wögcrcr, Anton Hcrlth mid Heinrich Ficihcrrn von Eschenbnrg, ferner den Wicm-i- ^nndcc<^crichtsra. Nichtanltlichcr Theil. , Zum Dl'Plschcllwcchstl lwr dcr Schlllcht dli Wien, 28. November. In den letzten Tagen war in allen Blättern eine dcr „Neuen Freien Presse" zugesandte, die Kricgscrcig-nissc des Jahres I80l» betreffende Erklärung des l. k. Gcncralstabcs zn lesen, ans welche wir ihrer besonderen Wichtigkeit wegen noch einmal zurückkommen. Diese Erklärung war gegen einen Artikel jcncs Blattes gerichtet, welcher den jüngst in die Öffentlichkeit getretenen III. Band österreichischer Feldzugögcschichtc des Jahres 18 betraf und in welchem nnlcr anderem die Vchauptnng anfgcstcllt ward, daß bei Köuiggrätz eine Schlackt zn liefern nicht in der Abficht des österreichischen Feldherrn gelegen hätte, derselbe aber durch einen höheren Befehl dazu gezwungen worden sei. Wenn dem so wäre, so entfiele wohl einer dcr hauptsächlichsten Vorwürfe, welche dcr österreichischen Armcclcitnng gemacht werden. — Die vom k. k, Gene-ralstabc hcransgcgcbcnc Fcldzngsgcschichtc spricht aber. so offen und klar sie die Vorgänge dieser vcrhängniß-vollen Schlacht schildert, nichts ans, was zn der Anf-fassnng berechtigte, daß ans das Armcccommando in jenen Tagen irgend ein Zwang ausgeübt worden wäre, und es ist wohl von Wichtigkeit, dies zn conslatircn. Eine bekannte Thatsache isl, daß die Rapporte vom Kriegsschauplätze nur sehr spärlich in Wien ciutrafcn. Das Armcecommando war sehr vorsichtig; von dcm Gc-fcchtc bei Wysokow konnte man sich, nach den darüber eingegangenen Telegrammen, »nr eine höchst unklare Vorstellung machen, über die Tags darauf bei den Corps Gablcnz uud Erzherzog Leopold stattgehabten Gefechte war dcr Rapport gleichfalls derart, daß man dieselben nnr für unbedeutend nnd von geringer Wirkung anf die Schlagfcrtigkcit dieser beiden Co,Ps'halten konnte; man mnßtc daher nach allcn vom Armcccommaudo eingelangten Mcldnngcn voraussctzcn, daß die Armcc, wenn auch unter stampfen, im Marsche gegen eine starke Position sei, in dcr Fcldzeugmeist.'r Bcncdck die Absicht hatte, es zn cin^m entscheidenden Kampfe kommen zu lufscu, Uebcr dic Dctailkämpfc bei Tchwcinschädel und Königinhof am 29. Juni. dann über das Trcffeu bei Iicin langten in Wien keine Meldungen ein, obgleich öftere Berichte von der Armcclciliiiig verlangt worden waren. Da traf am .W. Inni Morgens cineMclonug ein. aus welcher zn crfehcu war, daß dic Armcc zum Rück-5»a.c gcacn Köni, eine!« ge-, naucrcu Vcricht als bisher über den Zustand des Hccres zu erstatten, und aus diesem ging hervor, daß mit Ans-nahmc von zwci Coips alle übrigen bcrc>ts bedeutend gclittcn hatte» uud daß bei dcm Znstandc, i» dein sich die Armee bcfmid, allcs zu dcfürcl,ci' erklärt, daß dic dcidcu Wici,cr Tclcg!amnn' iü sciocm Wcikc vol! inhall lich aus^ gcnommci! woidc» scic»; cc< aicbt somit in diesem Punllc cine vcrschwicgenc Dcpcschc dlirchlnis nicht und das UuMck dcs Iahlcö l806 ist duhcr nni c,u Geheimnis; ärmer! Fcldzcugmeistcr Bcncdck erhielt auf scinc lttztc Vtcl< dung lcincn weiteren Vcfehl. Es stand ihn, ^lso, wie a»s all' dem vorigen unwiderle^lich llar ist, dic volle Freiheit z», nach seinem Ermesse» za handeln. Am 2. Juli kamcn beschwichtigende Tclcgraunne in Wie» an: „Es kann sich alles noch besser gestalten" MuMon. Noise» und Abl'ntlucr cincr Schachtel Donl'ons. Das Ladcnfränlcin, eine schönc Dame in seidenem ^cwandc, Nlit Spitzcnmanchctlcu, nahm das Kästchen l>nd füllte cs mit dcn feinsten Siraudiu'schcn Bonbous. ^in vornehmer Herr hatte cS bestellt, nnd kam auch au bcmsclbcu Nachmittage, nm cs abznholcu. „Eiufach aber clcgant" hatlc cr gesagt, nnd machte ihr jetzt ein Comftli->Ncnt über ihren gutcu Geschmack. Das Kästchen, blau ^nit Silbcr, war so zierlich und zart, daß cs als Brant-ücschcnk dicnen konnte. Der Herr öffnete cs und schaulc ^N'.cin: roscnrothc ^iqucurbonbons bildctcn die Einfassung, eingemachte Veilchen, das Allcrfcinste uud Aller-"cnestc aus der Siraudiu'schcu Officiu, lagen wie ein ^ouqnct in dcr Äiitte, und rings buntfarbige Etcrnchcn '5 Zuckcrgnß, Ananas- nnd Vanille duftend . . . Der '^crr musterte all' die schönen Sachen als Kenner, machte "°ch cinc leichte Handbcweguua,, wie wcuu cr clwas, fast w'c ciu Papicrchc°n, in das Kästchen hineingelegt hätte, "ud schloß dann schnell dcn Deckel. Das ^adcnfränlcin wickelte ciu rosa Scidcnband darnm uud schlug cs dann !'' blendendes Atlasftapier, das in prächtigen vettern dic fresst dcs berühmten Hanses trng. Der Herr legte ein ^ldsiück auf dcn Marmortisch 'nnd ging mit scinem Wbarcn Packet davon. ^. Er ciltc dnrch dic Ruc dc la Paix, am Grand-votcl vorüber, in die Ehansscc d'Antin, wo cr in cin I?ttlichcs Haus trat und am Eingänge dcr crslcn Etagc Igelte. Ein Kammermädchen öffnete und begrüßte ihn s,^ vertraulichem Lächeln, welches lächeln sie übrigens l"l jeden Besucher hatte. „Ist Madame allein?" fragte der Herr hastig. „Für den Angenblick allein," cntgcancle die ^ose verschmitzt, „aber sie hat schon viele Bestich,.- erhalten." Der Herr trat vor einen Spicgcl, fuhr mit dcr Hand dnrch sein parfümirtcs Haar, zupfte an scincr Cravatte und an seinem blitzende» Uhrgchängc anf dcr blauen Samintwcstc und wa,f ci»cn prüfenden und zn^ lilcich wohlgefällige» Blick ans feine ganze Fignr. Er war cin statllichcr Äiau», iu den bcstc» Iahrc», über« ans elegant gcklcidct, vom kunstgerecht gescheitelten Wir> bcl bis zur gl^nzlederucn Zchc; ein Heiratscai'didat (cs ar vielleicht cincr?) halte nicht schmucker ausschcn können. Die Kammcrjnnl,fcr öffnete dic Thür des Boudoirs und ließ ihn cintrttcu. Dic Damc ruhtc in iwchläsjigcl^ ut'cr hübscher Lagc auf einer (Illx'üil! lmiu»»'. ^ic war cinc jli»gc Witw?, was man leicht an dcu Trancrtleidern crkcnncn kon»tr, die ihr vortrefflich stan» den — abcr cinc von jcncn „nntlösllichcn" Witwen, oic kaum das Code dcs Traue>jahlcs abwaltcu lönncn, nm in den Armen eines neue» Gallen dcn Verlust des ersten zu vergessen, Dauci war sie schön und reich. Es schlle ihr mithin nicht an Verehrern und Prätendenten. „Madame," saglc unser Adonis mit sanftcr uud ltw^s t'ewcgtcr Stimme, indem cr ihr das Kästchen höflich übcrrcichlc, „cs ist morgen ^ienjahrstag li»d Sie wcrdcn aus dem ucrflosscncu Iahrc nur das Hcitelc nnd nicht das Timuigc hinüberuehmen. Anch ich bringe Ihnen mcin tlc,»cs Geschenk. Es ist nicht viel; aber >ch lcgtc mein Hclz mit hinein." „Dc:- Tausend !" lachte die Dlunc, — „Ihl- Hc»z in diesem icäslchen? Und noch dazu Bonbous von Siraudiu, dic fcinsttn in ganz Paris!" „Es ist, wic ich sage," cntgcgmlc der Anbeter, „und Sie müssen nur erlauben, nach einigen Tagen wieder- znkommen, um so erfahren, wic Sic dcn Inhalt meines Käslchcns gcfundcn habcn." „Schr gern", scherzte dic Witwe weiter. „Aber hoffentlich ist Ihr Herz nicht zn groß; denn sonst bliebe gar kein PIlitz für die Bonbons." Sic reichte ihm dann ihre schönc Hand, aus dic cs so viclc Bewerber abgc-sehc», zum Knssc Dcr Freund cmpsahl sich und ging um ciuc süße Hoffnung rcichcr uach Hause. Glcich darauf trat ciu Fräulein in das Aondoir, cinc Cousine dcr Witwe, ci» hübsches juugcs Älädchcn, und lcgtc ciucn Vcilchcnstrauß auf dcn Gucridou von Rosen holz. „iUil'ci, Clarissa", sagte dic Damc. „Dcinc Blumen sind mir lieber als die langweiligen Bonbons. Dies hicr ist dic zwciunddrcißigstc Schachtcl," fügtc sie lachend hinzu, und zcigtc auf das Siraudin'sche Kästchen, „dic ich in diesen drci Tagcil erhalten habe, und morgen wird wohl noch cin Dutzcnd ankommen. Nimm cs, wcnn du willst.- ich schcnke cs dir gern. Ich habe nicht einmal ^ust hineinzuschaueu. Es ist immer dasselbe d.N'M." Clarissa kam hochucrgnügt nach Hause, ihr kleines Vcilchcn-Vonquct hattc ihr ciu schönes Gescheut eingetragen. Sie cilte damit zn ihrer Muttcr. ..Kind," sagtc dicsc schr ernst, „du weißt, was dir dcr Arzt diescn Morgen empfohlen hat: saftiges Fleisch, Bouillon und wenig Gcmüsc. ^und vor allcm wedcr buchen noch Znckerwcrk. Sei artig nnd folgsam nnd machenden albernen Kasten gar nicht auf. AlleS. was von Siraudiu kommt, ist dupftclt gefährlich, ocnn scine Bonbons sind schwer Wic Alci. Ich kanfc dir auch dc» blaucn Sammtgürtcl, um dcn du mich gestern gcbc-lcn hast." ..Wie dn willst, Mama", cutacgnctc dic Tochter, 2048 — berichtete der Gcueralstaböchef Feldmarschalllieutcuaut Baron Hcnikstciu. Feldzeugmcistcr Bcncdck selbst telcgraphirte am nämlichen Tage: „Ich hoffe keinen weiteren Rückzug nothwendig zn haben." Das österreichische Ocschichtswcrt schließt aus diesen Telegrammen, daß u'.ittlcrwcilc im Hauptquartier eine ruhigere Anffasfung der Lage eingetreten sei nnd man sich auch znr Annahinc 'einer Schlacht anf dem Terrain vor der Elbe, wo die Armee stund, entschlossen habe. In der That, welch' anderer Schluß war denn auch mö>>lich? Wenn man sich nicht uunckzichen will, wahrend der Feind vorrückt, mnß >uc>u zn», Schlagen entschlossen sein. Es ist wahr, dic sonderbare Unthätigfeit am 2. Inli möchte beinahe zweifeln lassen, daß es dem Armeecommando mit dem Cntschlnssc, es vor der Elbe anf eine Schlacht ankommen zn lassen, Ernst war. Man sandte den Train zwar über die Clbc zurück; diese Maßregel wäre aber auch lici einem Rückzüge nothwendig gewesen; man gab Befehl znr Verschalung der Position, waS jedoch anch znr Sicherung des Rückzuges hätte geschehen können; man that sonst nichts. als daß man durch Patrouillen die Bcwcgnngcu dcs Feindes rcco-gnoscirtc. Bei einer Vcrsammlnng sämmtlicher Corps-commandantcn im Hauptquartier ließ der Armcccom-mandant kein Wort fallen, daß er eine Schlacht beabsichtige; er sprach nur vom Ruhen in der Position. Eine Disposition zur Schlacht erging erst nm l i Uhr Nachts, als kein Zweifel mehr bestand, daß man den Feind hart vor sich habe, nnd anch die Möglichkeit gcschwnndcn war, ohne Kampf über die Clbc zurückgehen zn können. Wir fragen nun aber, ist d>c Sorglosigkeit im Laufe des ganzen 2. Inli nicht der schlagendste Beweis dafür, daß man sich im'Handeln durch ans nicht gebunden fühlte? Hätte das Armeccommando einer äußeren Nüthi-gung zn gehorchen gehabt, dann hätte cs nothwendig eine ganz andere Thätigkeit entfalten und wohl schon im Lanfc des Tages, nicht aber erst in der Nacht nnd erst, als zahlreiche Meldungen das Herannahen des Feindes beknndetcn, in Hast dic Disposition für den Kampf treffen müffcn. 57. Sitzung des Herrenhauses vom 28. November. In der gestrigen Sitznng des Hcrrcnhanses wurde, ohne daß die Sitznng besonders bemcrkcnswcrthe Mo» mente geboten hätte, das Wchrgcsctz conform den Beschlusse» dcs Abgeordnetenhauses erledigt. In der heutigen Sitzung wild die Specialdc-battc fortgesetzt. Dic §§ 42—51 werden ohne Dcbutle angenommen. Bei § 52, wclchcr dic Bcstinnnnug enthält, daß anch für die mit Bcibchalt dc^ Peusions^Gehaltes nnd dcs Militär-Charnclcrs pcnsionirten Officicrc und Beamten rückfichllich dcr Vcrehclichung die allgemeinen Gefetze und Vorschriften gelten, cvgrcift das Wort Freib. v, Mcrtens. Dicfc Gcstimmnng enthalte eine eingreifende Veränderung im bisherigen Militär-Heirats^Normalc. Sonderbarer Weise ist da« Amcn-dement von einer Scjtc (Abg. Grcutcr) rzcslcllt worden, „aber dann mußt du mir anch erlauben, n>it dem Käst' chcn anzufangen, was mir beliebt." „Recht gern, und waS?" „Die gutc Clisc hat dic halbe Nacht an meinem Ballklcide gearbeitet nnd war diesen Morgen fo müde, daß sic fast einschlief, als sic mich frifirte. Sic wird fich freuen, wenn ich ihr dic Bonbons gebe." ,.THn' das, mein Kind," sagte die Mntter, nnd Clarissa schenkte daö Kästchen ihrem zlammcrinädchcn. Clisc war eine treue, ehrliche Person, nicht ebcn häßlich, nnd dabei eine echte Pariserin. Als solche liebte fic über alles in dcr Welt dic stolze, glorreiche französische Arme, und zwar in einem ihrer nobelsten Repräsentanten. Ihr Vetter Carl dicntc als Corporal im zweiten Jäger-Regiment, drittes Bataillon, vierte Compagnie, und feitdem cr auancirt war, hatten sie fich mit Cinwilligung ihrer ältern verlobt, nnd zwar schon seit ziemlich langer Zeit. Aber fur die Heirat unter nahen Verwandten ist Dispens ans Ram nöthig, und der Weg nach Rom, obgleich fo viclc dahin fuhren, ist sehr weit. Unterdessen hatten die beiden jungen Leute einander recht lieb und bauten Lnftschösscr für dic Zn-tunft. Diesem Corporal gnb Clisc daS Kästchen. Der Corporal dankte seinem Schatz sür daö schöuc Geschenk, das cr freilich nicht nach seinem ganzen Werthe zu wnr-dlgen wußte, obwohl ihm Clisc gesagt hatte, daß Bon-lionS m dcr Schachtel seien, und noch dazu so feine, wie fein General sie nicht besser essen könne. Ader anf dem Wege nach der Caserne raifouirtc unser Soldat anders: WaS thue ich mit den Vonbons, sagte cr zu sich selber, — Leckereien für Kinder! Mir wäre eine Pfeife und ein Paket Tabak licvcr gewesen. Ich bringe den Kasten dcr Frau meines Wachtmeisters. Man mus; sich aut mit seinen Vorgesetzten stellen, man taun nicht wissen .... (Schluß folgt.) von dcr man es gerade nicht erwartet hatte, denn selbs das Concordat hat das Miliiär-Heirats'Normale unangefochten gelassen. Da es nnznlüssig sei, eineil Abän-dcrungs-Anlrag einzubringen, spricht Redner nnr den Wuusch aus, daß die Rcgicnmg M>tttl finden möge. nm dcu üblen Folgen, welch: durch dieses Amendcmcnt entstehen tonnten, vorzubeugen. tz 52 wird hierauf unuerändctt angenommen, ebcn-so die lctzlen W 53—55. Dic vom Grafen Wickenburg übcneichtc Petition dcr Tcchuitcr um Zngcständniß dcr Begünstigungen, wie sie für Uniucrsitätshörcr stutunt wurden, miid mit der Bcimrlung mmcr cllthobcn blci-bcn) meldet sich zum Worlc: R'ttcr v. Schmerling. Er hätte eine Acschrän-kling dicfer Bestimmung, welche nnr ein uugercchticrtig-tcs Privilegium ausrccht erhaltc, qcwünscht. Gewiß entspreche dicscr Artikel auch den Anschauungen dcr Rc-^icrnug nicht, und es hat dicsrlbc duich Aufnahme des Artikels wahlschcinlich nur dem Wunsche dcö Kricgö-ininistcrs cnsprochcu, in dessca Interesse cs gclc^cn sci, dc» durch di^sc Taxcn ziemlich hoch angelaufeücn Militär.Stclluerlrctungs - Foud in seiucu Händen zu bc-haltc». Vci rcr Naschhcit, mit welcher das Adgeordiiclen» haus das Gcsrtz erledigte, wurde auf eiuc solche Ab-ülldcrung lcidcr l>!inc Rücksicht gcnomincn. Redner will, da die nnucräi'dcrtc Allnahmc des Gesctzcö dringend gcbotcn sci, nun auch lmnn Antrag stcücn, glaubt über hervorheben zu müssen, daß, wie überhaupt nnzclie Bestimmungen dcs Gesctzcs in Zukunft abwandert werden löimcu, dieser Artlicl später abgcändctt werden nuisse. Dies werde um so leichter geschehen können, als mit dcr Aushcbuug ciucs solchen auf ciue rcine Gcldlcistnug sich stützcudcu Prioilegiuuls anch keine Rechtsverletzung eintrete, wenn mau deu Betreffenden, dcn von ihucn entrichteten Betrag zurückzahle. Freiherr v. Szicmonovicz unterstützt die Ansichten des Vorredners. Minister Tnaffc bcmcrkt dagegen, daß dic Regierung aus Gruud dcr bisher geltenden Gesetze, welche diesfalls keine Vcschräntuug enthalten, dic Taxe auch fur „kaum geborene" Kinder annehmen durftc. Ucbri-gcus habe sich die Regierung zur Aufnahme dicscs Artikels deshalb vcrpflichtct gcfunocn, wcil in den über den Taxcrlag ansgcstcllten Qnittnngcn ausdrücklich die Bc-freiung von jedem Militärdienste zugcstaudcu wurdc. Durch dicscu Vertrag haben dic Bctrcffendcn eiueu Pri< vatrechtstitcl und nicht ein Privilegium erhalten. Der Artikel 4 wird hicranf angenommen, eben fo Artikel 5. Zu Artikel 5 <^lnfhcbnng der körperlichen Züchtignng uud dcr Kettcnstrafe) bemerkt die Commission, daß sie dic Aushebung dicscr Strafen anch als Disci-pliuarftrasen noch nicht für zulässig haltc. Rcgieruugörath Arndts sprach sich für dic vollc Anshebuug aus. Äiinistcr Bcrgcr erklärt, daß dicscr Artikel uur einen allgemeinen Grundsatz aufstelle, dessen weitere Aus-führnng der Praxis vorbehalten bleibt. Ucbrigcnö sci dic Anshebnng dicscr Strafen als Diöciplinarslrafen anch mit unserer' biehcrigcn strafrechtlichen legislative im Widersprnch und werde dahcr dic Kcttcnslrafc ans diesem Grnndc wic im Interesse des Dienstes als Diöci-plinarstrafc aufrecht erhalte > werden. Artikel 6 und 8 wcrdcn hierauf unvcräudcrt und sodauu das gauze Gcsetz in dritter Lesung einstimmig angcuommeu. Nachdem noch Gras Hcrberstcin nnd Graf Brandis zu Dclcqirtcn gewühlt werden, wird die Sitzung um '/.1 Uhr geschissen. Ans den Delegationen. Pest, 27. November. In dcr hentigen Sitznng dcs Subcomitl> dcr Reichsrathsdelegation für das Kriegsbudget wurdc sür die Titel 20, 21 und 22 eine Pauschal' summe von 25 Millionen bewilligt uud ein Vircment zwischen diesen drei Titeln uud Titel 4 (Trupftcukörftcr uud allgcmciuc Truppcnauslagcn) in Anbetracht der großen Strcichuug bci dem letzteren Titcl zugestanden, Titel 2!i und die Bedeckung wurdcu nach ocm Voranschlag au-gcnonumn. Dcr Kriegsminister crtlürtc. daß cr mit dcm von dcm Snbcomit'' bewilligten Budget nicht auskommen köuuc, ohne dic Schlagfertigkcit dcr Armcc in Frage zu stellen uud eine gänzliche Desorganisation herbeizuführen, da ohnedies die Preise für die Trnppenucrpflcgung tief nntcr dcm gegenwärtigen Stand angesetzt sind. Anf dic von Seiten dcs Subcomit«' crhobcnc Ein-wendnng, daß nach der Aeußerung des Ministers Giskra alle Montursmagazinc überfüllt sind, daß also nicht neue Monturcu angeschafft zu werden brauchen, fagte dcr Kriegsminister, er mache sich crbötig, dcn Ministe des Innern in dcn Montursmagazincn hcrumzuführci uud ihn zu überzeugen, daß dic Magazine zwar vol sind, aber mit im Jahre 18ü(i unbranchbar gewordene! Montnrsstnckcn. Dic für diesen Titcl verlaugtc Summ reiche eben hin, um die Soldaten nicht in lumpen gc klcidct zu sehen. Wenn die Delegation dcn Abstrich dci Subcomitt: annehmen würde, würde ihm nichts übrn bleibcn, als im künftigen Iahrc mit cincm Nachtrags creditc zu kommen. Die ungar ischeDclcg at ion hat sich geeinigt im Ordinarinm dcs Kriegsbudget zwei Millionen zl streichen, jedoch nicht als Pauschalnbstrich, sondern an' einzelne Titcl vertheilt. Pest, 28. November. Das Militärsubeomit«'' des Finanzaus-schnffcs der Reichs ra th sdelcga li on behandelte in dcr heutigen Sitznng das Cxtraordinarinm deö Bndgct? des Kricgsministerinms nnd bewilligte hicfüi dcn Betrag von 4.183.000 fl. 2,402.000 fi. wnrden gestrichen. Vlorgcn hält der Finanzausschuß zwei Plcnarsitznugcn. In dcr hentigcn Sitznng der nngari scheu Delegation wnrdc das Budget dcs gemeinsamen Fi° nanzministcrinms ganz gleichlantcnd mit dem diesbezüglichen Beschlusse dcr Neichsrathsdclcgation angenommen. Blos über dic von der Reichsrathsdclcgatiocu gestrichene Post von 70.000 si. für eventuelle Pensionen im Ministerium des Aeußcrn wurdc noch kcin definitiver Cnt< schlnß gefaßt, Die Militärscction überreichte des Referat über das Ordinarium der Landarmee. Der „Pcstcr Lloyd" mcldct, die Pensions frage habe eine Wendung gcuommen, die zu einer Cabinctötrisis führen könnte. Cin großer Theil dcr Dcak-Partci wollc dic Pcufioucn für Nadasdy, Geringer. Ozcgovich. Audreasky. Forgach, Zichy, Privizcr u. f. w. nicht bewilligen nnd würde Dcak feinen ganzen Cinflnß anfbictcn müssen, nm einem Conflicte der Dcak-Partei mit dcm Äiinistcrium zn begegnen. Wnssen-Neuue in Nom. Sc. Heiligkeit dcr Papst hat am 19. November in Bcglcitnng dcs Prowaffenministers in Rom dic im großen Hof dcs Bclvcdere anfgcstclltcn, von französischen Katholiken für die päpstliche Armec gcspcndctcn Ambn-lanzcn uud Geschütze besichtigt. Cmpfangcn wnrdc Sc. Heiligkeit von cincr Dcpntatiou, bcstchcnd ans dem Oberstlieutenant de Charcttc, dcm Caplan des Znavcnrcgimcnts, zwci Repräsentanten dcr katholischen Coiilit, s nnd von i päpstlichen Generalen nnd Officicrcn. Cine an ihn gerichtete Adrcfsc beantwortete der h. Vater — wic das „G. di Rmna" mittheilt — ungefähr in folgender Weifc: Cr danke allen für die ihm dargebrachten Bcwcifc der Liebe, Treue nnd Crgcbcnheit; auch iuinittcn von Kriegs-» Werkzeugen sci er cin Priester dcs Friedens, aber nnch cin Priester dcs Gottes, der Gott der Hccrschaarcn g» nannt wcrdc, ni^mandcln die Vertheidigung nnd Auf-rcrhthaltnng dcr cigcncu Rcchtc wchrc nnd vielmehr mit scincm allmächtigen Arm dic Unterdrückten vor den Fallstricken dcr im Finstern schleichenden Feinde wahre nnd sic stärke. Von diesem Standpunkte aus habe er nnr Worte des Lobes und dcr Bcwnndcrnng für die allwärts stattfindende Cinignng zur Vertheidigung dcr gchciligtcn Rcchtc dcs Stellucrtrctcrs Christi, dcr dcr Vertheidiger dcr Gcrcchtigkcit nnd Wahrheit, dcr Beschützer der Gc rcchtsair,c der ganzcn Welt sei. Er hosfc, daß mit dcm Beistände jener Waffen, vor allem aber mit dcm Schutze dcs höchsten Gottes dic Feinde in der Ausführung ihm' Plänc und auf ihrem Zuge gegen dcn Vatican gchcmmt werden würden, da — wic er hinzufügte — !>i Dmi^ M) no!»l5, qm8 eonwli no«? Er wünsche, daß der Friede nicht mchr auf Crdcn gestört werde; cr wüuschc allen jenen unvergänglichen Frieden, dcr sich nur im Himmel findc, wo cs wcdcr Kriege, noch Ausstände, noch wic immer geartete Ruhestörungen gebe. Nach dicscr Ansprache wurdc dcr aftostolifche Scgc» ertheilt uud die Bcfichtignug der ausgestellten Gege"' stände vorgenommen, worauf dcr General Proministcl' dic Chrc hatte, dic mit ucucn Rcmingtou-Gcwchren vcr-schcncn Soldaten vorzustellcu. Die Gewehre sind cbe»' falls Geschenke französischer, belgischer, holländischer u>'^ englischer Katholiken. Gejieireich. Pest, 28. November. (Sitzung dcö Uutcr' Hauses.. Die Gencral-Dcbattc über das Natio»"^ tätcn-Gesctz wurdc fortgesetzt und geschlossen. Nacli^ Tiöza in ciucr von allgcmciucin Vcifallc begleiteten ^V für Dcak's Gesetzentwurf gcsprochcu hattc, fprachcn'^. mchrcrc Vcrtrctcr der Nationalitäten für das M>"^.' täts'Claborat. Dcak hielt kciuc Echlußrcdc, sondern f^' dcrtc blos znr Abstimmung auf. Bci dcr Abstim""^ wnrdc das Claborat der Ccntral-Section einstimmig ^^ gclchnt, das Minoritäts-Claborat bei namentlicher " ' slimmuug mit 207 gegen 24 Stimmen gleichfalls aW,^ lchnt uud hierauf Dcak's Claborat mit großer M"! ^ tät angenommen. Heute wird die Deal - ParM ^ Confcrcnz über dic Augclcgcuheit dcr gemcinfamcn ^ sioncn abhalten. 2049 Ausland. Vukarcst, 27. Nuucmdcr. (T I) ion rc d e) Der Fürst erüffucle heute die itamiucrsesjiuu mit eiucr ThiuU' rede, welche dic Zustände dcs Landes im Iuncrn so wie fcinc Beziehungen nach aufzcn vortrefflich nennt; dir Finanzen sind blüheud, dic Zcit del' Aulciheu ist vorüber. Dic Conuntinicatiunc'mittll des Luudcs hake» seit cmcm Jahre cinci, größcrm Aufschwung genommen, als in dcu lctztcu dreißig Jahren. Duich die Potirung der Eiscubahncu habe sich die außerordentlich.' Session die größten Verdienste ci^ixbcn. Bezüglich dcr uus> luärtigcu Polilil machen dic Pariser Tractate so wic die ^agc dcs lindes die strcugste Nculralität zur Pflicht, welcher die N g^ui'g auch stets entsprochen hat. Als Äcwcis der guten Beziehungen mit dem Auslaudc werden die Conue„lic>ncn mit der österreichisch-ungarischen Monarchie nnd mit Nn^lan^ angeführt. Mit Rußland wnrdcu auch wc.jcu Aufhclling dcr Consularjunsdictiou Uulcrhandluugcu dcgouucn. Der Fürst hossl, daß auch die anderen Mächie duich cin gleichcö Verfahren einen gleichen Acwciö dcs Wohlivollens für iltnmänicn qclieu ivcrdeu. Schließlich criuahüt die Vledc zur Eintracht und zuul Ausgcucn dcr P^ltcizwistigteiten. Pcra, 27. November. (Vulgaris ch e K i r ch c.) Heule sa>,d ciuc Versammlung des l'ohcu griechischen Cleruö stau, lim üb^r die iViage der bulgciiischcu Kirche zu liilathcn. Hagesueuigkeiten. Ueber dcu Wassersturz in VZicliczka wild dcr „Pr." aus 5krakau, 26. November, geschrieben: Vor allem muß conslalirt »vertun, daß dei Wasscrausbruch lediglich in dcn Salinen selbst statlsand, und sonach dic eigentliche Stadt autzerbalb dem Bereiche der Gcfahc liegt. Am äußerslol Ausgange cincs 120 zllafter langen und ilbel 100 ^lajtci licf gelcgcncn Coiritols, dcr nur a» der ent g''gi'ngllrßtci, Seite mit einem großen Salzschachte in Verbindung sieht, wann die ÄergllUte seit ungefähr acht Ta» gen M't Ausweisen der Elde beschäftigt, woselbst sie in Folge hühccen Auftrages Kalisalz suchten und demselben bl-reits auf die Spur lameu. Wahrend des Grabens cnl-dccklen sie li„e kleine Süßw'sscrciuille: elsreut ob'dieses Funde«, machten sie der Saluicndirectio» die Anzüge hie-von, ohne r.l Quelle weile!,,' Ausmeitsamteit zu schellten, zum°l da >>l den Salzgruden seit Jahren bereits mehrere derartige Qiclltn besteben. Von Donnerstag, das ist dem Tage, an lcm sie zueist den Erguß der Quelle wahrnahmen, bis letzten Montag behielt das Wasser den normalen Stand, alS jedoch die Albeiter Montag Früh wieder a» die Albeit gingen, begann die erwähnte Quelle mit der Kraft cines Wassc>lfc>IIes plötzlicb so gewallig zu sprudeln, daß lie erschrockene,, Ae.gleute vor dem enlfcffellen Ele-mente zurückweichen mußte". Das Wasser ergoß sich hie» lauf iu vllllen Strömen, und niigcnds anschalten: ta dcr lange Corlinor glücklicher Wcise leine Seitenau«gänge hat, brach es sich mit ungeheurer Rapidilät längs des Corrioors Nabn die Arbeiter immer vor sich berlrcide»d. Man ver-fuchteln der Eile du«ch lünstlichc Dämme dem Wasser Ein-b^lt zll gebilteN, aber alle A>,s!rena.ungcn blieben sruchtlos. Der vom Wasser bcnil? cllci^tc Ausgang des Corridorö qrenzt an einen gtohen Salzschachl, der, durch unlericdische Pfelre,Eisenbahn'mit d^n Salinen velbu»dc». als der wichtigste Punlt der ganzen Salzgrulien bltrachUt weron. muhi l sajl alle Handw^lke ihre Ve.treler finden; in d.m linem Win-t^l wir» grhobrlt, in ocm anoercn geschmiedet, hier wird Erde aufworfln, dort wcrren Salzsücle verladen und soitgcschafst, die in verschiedene Gruppen gllheillen Veam-le>, rrlheiltN dcn mit dem Wcrjen nnlS Dammrs beschäl ligtcn Atb.ilfl» ihre Vefehle, welche das Echo der liesig bohcn Gewölk.' dumpf wiederholt, und über alle tmsc Cin^ zelhilten domm'xt del Anbltcl des grausig schäumenden Nasses: der Corridor, so weit das Auge reicht, in Wasser, daunnlu die bis aus's Hemd entlleidrtlu A'bciter. Der Collioor ist 8' b>.it uno 10' hock Der Wusserstand im Corriror hat biö jetzt 2" (nalinlich in dcr ga.izcn Lü-'ge) erreicht. Iedm Augl'i'blicl lummcn "cue Ingenieure und Nass.>ibaubeamte an^ Krala», um die in dru ^alincn be» schästigten Beamten zu uülersliltzf». Die Einwohner der oberirdischen Stadt leben in gtöh> ter Angst und es flocken „ui: Handel und Veltrhr. Dec Gemcii.devolsland hat sogar das Finanzministerium um die Absnldung cincr ligencn Commission allgegange». Am 24. d. langte» in Williczka der Acrawclt5hauplmani! und Here Aalczat aus Lcmbelg an, um Mittel zur Abwendung der Gifahr ausfindig zu machen. Laut der letzten Telegramme ist dies leider bis jeht! nicht gelungen. So launt »ine Meldung aus .ltralau, 27. November: Dei Wasselandrang in den Salinen wird immer slärler. Dcr Franz.Ioscphs-Schacht elschcint start glsährdet. Die Katastrophe dloht einen sehr trautigen Ausgang zu nehmen. Ein Telegramm aus Kralau, 28. November meldet i Ein soeben vou cinem Fachmanne an den „Ezas" einge.-Iai,gter Aölicht aus Wieliczta schildert den Wasserslaud in den Salinen als höchst gefährlich. Das Wasser steigt 160 .«uliiksuh in der Minute und hat bereits die Dämme durchbrochen. Die Verzweiflung d,r Beamten ist grenzenlos. Bald wird der Zutiilt zu den S-ilinen unmöglich sein. — Se. Majestät der Kaiser und König habcu dem katholischen Gesellenoeltine ir> Wien eine» Iahresunter-ftiltzungsbeitca^ von 100 sl. allctgnädigst zu bewillige» geruht. — (Gegen Eise ub aI) n u n fälle.) Die Gcne-raliuspection für ösleireichische Eiseübahuen hat, wie die „Ot>. C.'" meldet, eine Couietenz mit den Vertretern del gröberen Bahnen anberaumt, um zu berathen, in welcher Weise die Signalisiiungsvorsämften namentlich in der Rich» lung zu vervollständige» wärj>' „ach dem Cap dcr gute» Hoffnung fortgesetzt. — (Hohes Aller.) Im Alter von 120 Jahren starb am 4. l>. M. in Washington ein Farbiger, Namens Moles Smith. Er war sltthec ein Stlaue und mit großer Deutlichkeit wußte er sich mancher Einzelheiten aus der ersten !1ievolul!un zu erinnern. Er hinterläßt eine Frau, welche 115 Jahre alt ist. — (Die verwitwete Baronin Iameo Nothschild) bezieht nach dem Testament ihres Gemahls eine jährliche N.nte von 2 Millionen Francs. — (Ein grobes Unglück) fa»d in den Kohlen-bergwcltcn bci Emigan statt, b^i welchem 57 Menschenleben ^u liellagen sind. Vocale s. — (Die vom krai Nischen Leh lertage gc sab ten Beschlüsse) wurden am 18. o.M. von der k. t, Landesregierung dem Vernebmen »ach th»ilweise dahin erledigt, dah der Bildung cinlö Lehrelveieins für Krain mit vem Sitze in Laibach kein g,s,tzliches Hinderüih im Wege stehe, und daß die weiteren Bilchlnsse über Wiederciiifühiung oer Schlilprümie», liti.r Violliispielilnleirichl i» der Lehrer' bildl>»g!<^nstc>lt: l!ber ei» Schnlleseküch für landlvirldschllft-lichnl und gewerOlichs« Untcriicht, Uül, über die Vero-'sserlnia. der Loge der Echullrhrer von der La»oesr^gierung in Ver-bandlung glnommeii und die Erledigungen darüber dem Cllini!^ nachträglich zukommen werden. — (Con curse.) Conccpt^piakticaittenslelle bei der k. t. Finanzprocuratur in Laibach. Vezug lb0 fl, Gesuche binnen drei Nocken linzmeichen. Besitzer dcs juridischen Doctorats habeu den Vorzug. — Ingenieureslellen eister oder zwcitcr Clossc, resp. Bauadju»llensllUeu im Staats-baudicilste in Obcriislertcicb. Gl'balt 1100, 1000 cventulll 800 oder 700 fl. Msuche bis Ende d. I. bei der dortigen Statlhalterti. — Eine Gefangenaussehersstelle mit dem Gehalt von 202 sl. 50 kl. und eine DienersgehilsenstcUe mit dem G.Halt von 226 fl. 80 kr. beim Landcsgerichte zu Laibach. Gesuche binnen 14 Tagen beim Lanvesgerichts-Präsidium. — (P o lizei bericht.) Am 20. d. bot cin Baische linem T'ödlcr ei» mit N. A. »l gezeichnetes Leintuch zum Verlaufe. Der T'bdler fand dcu Verlaufsanbot bedenllicl', iordeite die ^luw.senhcit des Eigenlhilmers, woraus sich der Bulsche nnlcr Mctlassul'g de« Lelulucheö mit der Aeußenina eiüscrntc, er werde de,nfelbe» sogleich hclbclsührcu, jedoch nicht wieder erschien, daher das Leintuch unzweifelhaft von einem Diebstahle herruhit. — Ein vor mehreren Wochcn seinem Meister nach Verilütreuung einer Barschaft und Pfand« zettclil cntwichenel 10jähliger Echuflellehrjuu^e wurde am 2»i, d. hier eingebracht. — In einem Hause in Hühner-dors wurden bei einer Hausdurchsuchung aln 25. d. Nachts li'1 Pfund leine Drucksocten, die aus einem kaiserlichen Amtc entwendet wurde,,, vorgesu»dc„. Die gllichlliche Untetsuchuüg wurde eingeleitet. — Eine Näherin, die 47 Stück zum schlingen in Arbeit elhallcne Kop,tüch.'l veluntreut hat, wurde diessalls der Gerichtsbehörde augezeigt. — Einc Bäuerin entwendete am 28.d. in einem hiesigen Vnlaufsgewülbe 1 Paar Stlümpfe. Man fand »ach ihrer Anhallung in ihrem Korbe uc.scbiedcnc Klämerwaale,,, die reu gepflogenen Clhebmigcn zufolge aus hieroltigen Vcrkausögcwö>bcn enlwendct wurden, daher sie der Gerichlöbehürde eingeliefert ward. — Einrm Grcis;lcr wurde aus seinem Voryaufe ein Sact mit Fisolen entwendet. Zwei TaaMner wurden als der That verdächtig dlm Gerichte nde'sttllt. — Ei»cm Grundbesitzer wurden aus einem Vm'hauje 18 mit N. .1. gezcichücte Säcke, einem Fuhimann rom Wagen cinc weihe Kotze, einem LcdciHändler vom Nags« 3 Säcke und 20 Pfund Fleisch entwendet; 1l Pfund von dicstM Fleische wuiden am 28. o. Nachts in eincm Vorhuuse auf^cfunbctl. — Ein Grundbesitzer wurde in einem Vellaufsgcwülbe wegen Verausgabung einer sal-schcn 10 si.-Äanll'otc beanfländct. — Eine I>,woh,nlin ! entwendete in einem Perlaufsgewölbe 6 wollene Tüchcl, wurde auf der That betreten und in gerichtliche Untersuchung gezogen. — Dcr vom LandeZacrichte in Klagensutt wegen Verbrechens des Todtschlages u»d der öffentlichen Gewaltthätigkeit steckbrieflich vcrfolgle Josef rette Johann Strul.l aus Slap, Bezirk Tollrmin, wurde am 29. d. hier zu Stande gebracht. — (Balsam aus H e r z e n s w un d en) betitelt sich «i»e soeben !„ zweiter Austage im Ignaz u. Klein-mayr o^, Fedor Bamdrrg'schen Verlage erschienene Gedichtsammlung von Alfred u. Ruling, deren Erlös für die Votwlirch? in Wie» bestimmt ist. Der Auswahl der Gedicht, fowie 2em Vorworte, dcr Einleitung und drin An-hange ist Originalität nicht abzusprechen, und mau wird sich bei näherer Ansicht für den Herrn Verfasser, der auch seine Biographie mittheilt, interessiren. Dcr Pieis isl in Anbetracht der hübschen Ausstattung fehl billig. — (Dcr der Josef-Karl Ä l ci g ewer l sch a st zugehörig gewesene Bleibergbau) St. Marein, ncbst Zugchör wurde bci der gestern Mittag um 1 Uhr ab« geschlossenen «ft'cutiven Feilbiclung von dem Ndvocaten Dc' Oslar Pongraz in Laibach um den Meistbot don 205 st. »r'lslnden. — (Tb ea tr r n ach l< ch t.) Sicherem Vernehmen nach beabsichtigt Fräulein Caroline Arthur in nHchslet Zeit unsere Stadt zu besuchen und in liner Reibe von Voistellungeu zu gastiren. Wil hoffen, dah dem Fraultin, dessen vorzügliche Leistungen in Bauernseld's „aus der Gesellschaft/' im Bcnediflchsl, „Asctenblodrl" und in mehre° len anderen Schau» und Lustspielen hier noch lange nicht vergessen sind, lein Hinderniß sich in den Weg stellen wird: dem Piiblicum werden dadurch sicher einige genußreiche Abendc, und Herrn Zöllner cbtnsoviele volle Häuser bereitet werden. — (Theater.) Eö ist ganz begreiflich, daß dcr Stoff eines Schauspiels, wie dcr de« „Pächters r>on Osiraud" eben so ^veuig geeignet ist, dcw Pnblilum nicht zu langweilen, geschwrige dcuu zu unterhalten, wie die Schauspieler ;u cincr frischen Darstel-liing zu lluimircu. Dic gestrige ^lnffilhvuug obcn crwähuteu Schaustilckcs war zudem cine mehr als mattc. Nur Herr Verg-mann faßte dic Rolle dcs geraden, ehrlichen Pächter« Rugrr Lambert gut auf und stellte sie auch recht bvcw dar. Auch Frl. Snlms (Lomsou Duval) spielte recht herzig, das Fräulein war besondcrs alö sic schluollcnd ihv warm schlagendes Hcr; ucrlanllt ineinte, recht lieb. Herr Stcfau (Ravinot) genügte. Herr Franz rliuö (Alfred) glaubte seiucu Schmerz durch ansiallende Stcifhrit ausdrücken zu töuuen und litt ncbstdcm rbcu fo wie Frl, Mahr an störcndcr Gcdächtuißschwächc. Frl u Stesany (Hclcnc) wcinlc vicl, abcr nicht gul. Doch uurrwähi't ti>»ncu wir dic^mal nnmöglich jcmand lassm, dcr sich um dic gcstrigc Pur-stelluug schr u^rdicnt gemacht hat — rö ist der Souffle ur, der »lnnchcnl Darsteller das Sprechen beinahe ersparte. Das Haus war schwach besucht und zeichnete Hcnu Bergma»» und Frl. S o l in c< dxrch »whlverdienleu Heruorrus »nii«. V e richt übcr die am 28, November d. I. stattgehabte wissen» fchaftliche Versammlung dcs Vereins dcr Aerzte in Kram zu Laibach. Obmann: Plos,sjor Schiffer. — Schriftführer: P>osrssol Valenta. — Gegenwärtig: 7 Mitglieder. Nach Verlesung und Genehmigung des letzten Sitzung«-ftrototolls theilt der Obmann mit, daß die Herren: V^ilts-arzt Dr. P e sl o t n i l in Tscherncmbl und Oberarzt Dr. Unlerlugauei dem Vereine als Mitglieder beigrtreten snen. und daß Herr Dr. G a u st r r s.'ine Viuschilie: „Ueber den Entwurf einer Apothetenoionuug" eingeschickt habe. worauf zu de» wissenschaftlichen Vortragen glschiilten wurde. T>s. Schisfer und Bezirlswundarzt Veß crzllhlte» inleüssante F.7lle aus ihrer Praxis. Hierans anlangten äußerst >»te< cssante Mitlh?l!uugc» vom Director Dr. Gregoric aus dem unter seiner Lei» lung flehenden lüniglichen allgemeinen Krantenhause zü Palrac zur Verlesung, darunter ein i" Gcnesung ausgehender Fall von Laiyngotomie lind ri» Fall voa spontaner Helz^ betstuüg. Dl. Valenta endlich dcmonstsirte eine tlllzlich an dcr hiesigen Gebärklinit beobachtete Mißgeburt, bei welcher die beiden Vorderarme fehlten und die Hände der« artig geformt waren, das; mau selbe für Füße hallen tonnte. — („Kari n t hia.") Die seit Juli sistiit gewesene „Karinthia" elschcint unter der ncnen Redaction der Herren I. Canavol und A. 3t. v. Gallenslriu. und sollen die noch fehlenden Monatshefte dcs 58. Jahrganges dieser Zeitschrift so viel als möglich nachgeliefert weiden. Neueste M. Pest, :'>0. November. Dcr NcichSruthScmKschui) erledigte das Ordinarmm dcs Militärctatö und bewil< llglc iwcr 4'^ Millionen mehr alö das Subcomil^' antrug. Dic Resolution, die Gcdahrttugsrcsultalc seien der nächstcu Delegation vorzulegen uud dieselbe rechtzeitig einzulaufen, wurde augeuommel,. Pcst, 28. November. In der heutigen Couferenz der Deak-Pavtci bezüglich der Pensioucn. wurde beschloß scu. diejenigen, welche als gciueiusan, betrachtet wcrdcn, ohue writers zu bewilligen; die Pensiouen fiir spcciflsch Uttganschc gewesene Beamte» nur fiir daö künftige ^ahr ftüssig zu mcichen uud dcu Finanzminisler zu bcauftra- 2050 gen, hinsichtlich der Regelung dieser Frage einen Gesetzentwurf dem nächsten Reichstage vorzulegen. In der Eon-fcrenz wurde ferner beschlossen, die vom Reichsralhe an dem Wehrgcsctzc gemachten Modificationcn anzunehmen. Telegraphische Wechsclcourse. uom 30, Noucmbcr. 5pcrc. Metalliqnes 58.75. — üvcrc. M^talliPie^ mi< Mai- und NoUember-Zinfcn <>0. — 5pcrc, Natlonal-Anlelieu <>4,00, - 18ii»>er Staattillnlchcn 90,90. - Bautactien 678. — Creditaclien 239.40. - London 117,70 — Silber 110.50. — K. t. Ducaten 5.5'',, Kandel und Wolkswirthschajtüches. ttaibachcr (Geschäftsbericht uom ^8, November. Das Gctreidcgeschäft erlitt in dieser Woche eine tleiur Steigerung >m Preise, welche sich namentlich br> ^^ei;en schirerer Qucllililt, Korn, Buchweizen und Hirse geltend machte; dieselbe beträgt zwischen 10 — 15) Krenzer ; die, Calamitnl mit drin Tran?-port auf den miM'ischen Bahii-Siationen danert fort, nnd ist auf ein halbwegs promptes Eintreffen der gesanflen Waare nicht ^i rechnen. Der Umsatz mochte dicsc Woche riica 7000 Mrften Weizen b'lragen haben, wovon dai» meiste in Mnllerhändc ging- Weizen ungar. 83'84pfd sl. 4,70-.1,75,. 85. 8'lpfd fl. 5-5.10. 87-88pfd fl. 5 50-5.00, spil)bran0iger 84psd. Qualllät, 88 Pfd. zugewogen, fl. 4.80-4.90, heimischer 82 bis 83p - 3.70, heimisches fl. 3,40, Gerste m,gar. 73-74pfd fl, 300, 75 -76pfd. fl. 3.70 bis fl, 3.75, Fultergerstc nach Qualität fl. 2,45—570, heimische 72—73pfd, st. 3,30-3.40. Hafer nngnr. 47-48pfd. fl. 2.1! 2,15. 49 - 5)0Pfd. fl. 2.15, heimische Gcbirgöwaare .'X)-51psd. fl. 2.15), Murast-Hafer 36-40pfd. Qnalilä't, zngewogcn pr. Viei,er Ctr. fl. 3 <>0 bis fi 3.70. Haidc jälirlge nngar. 07-l!8pfd, fl. 3, 09psd. st. 3.15). Mais jähriger Banaler 52pfd, fl 3.20, schwerer Cüiquan-lin 80pfd. fl 3,8", heilnische nenc Waare fl. 2,80, nener nngar, Insulaner 83vfd, Qualität fl. 3. Hirsc fl. 2.5)0-2.00. Hirseb rein fl 4.5, >-4.00. Fisolen sind momentan flau. da die Nachslage ;,i den Iiishrr bestandenen Preisen nachgelassen hat; lnihe gelten durchschnittlich fl 4,90, grüne fl, 4,75, . 4,80, edle Sorten fl, 5,.—5)30, gemischte Waare je unch gefälligem Sortiment fl. 4.25-4.5)0. Klecsamen ist sehr matt. Mit unserer 1807er Saat sind wir zu theuer nnd die 1808er ist zu schU'ach. Mmincll gilt 1867er sannnt Sack, sporco für netto fl. 27, 1808er sammt Sack fl. 23'/,—24, halbgercntcrt ohne Sack wird l» erster Hand mit fl. 18—18'/, gezahlt. Zwetschken sind ziemlich vernachlässigt, da die nördlich gelegenen Suduahn-Slalioncn billiger abgeben n»d filr Trieft wenig Nachfrage ist. Mi! fl 4.80 sammt Faß lann innn hier taufen, ab Sleinbrnck lauft mau mm Unlerlinin Vn lÄuldeii dil' ligcr. Für 1^0?cr ^welschteu ist gar leine ^iuchfrage und ist davon ein«: Pnlie von!20 Clr. zum Preise von fl. 3'/. franco Bahnhof Stockeran sammt Fas; verlaust worden, Kümmel lostet fl. 23 pr Ctr. ohur Sack. In (Ära; tanst mau prima Waare mit fl. 22'/, sammt Sack, Leim fehlt; für das wenige, was ankommt, bewilligt man fl, 24, besonders schöne Tischlerwaare fl. 24',. Birnen sehr schöne fl. 3'.. pr. Ctr, Packung apftarte. .Nrainl'lN'g, 30, November. Auf dein heutigen Marlle sind erschienen: 47 Wagen mit Getreide nnd 10 Wagen mit hol; 210 Stilck Schweines 14 -20 lr. pr. Pfd.). 10 Wägen mit Speck, Durchschnitt 6 - Preise. ^I^ 1st- ! tt. Weizen pr. Metzen 4 90 Butter pr. Pfund . ! — 34 .'lorn „ 3 50 Eier pr. Stück . . — 2l Gerste „ - - Milch Pr. Mafz . — 1'» Hafer „ 1 80 Rindfleisch pr. Pfd. — 2" Halbfrucht .. - — Kalbfleisch „ — 22 Heiden ,. 2 50 Schweinefleisch „ — 20 Hirse „ 2 40 Schöpsenfleisch „ —, 15 jlnlurntz ,. 3 20 Hähudcl pr, Stuck — 24 Erdäpfel „ 1 40 Tanbeu „ — 10 linsen „ -. -. Heu pr. Zenlner . — — Erbsen ,. — — Stroh „ . — - - Fisolen „ 5 10 Holz, Halles, pr. Älsl, 5 90 Rinbelschmalz pr. Pfd. — 40 — weichet«, ,. 4 - Schweineschmalz „ — 34 Nein, rother, pr, dinier 0 — Speck, frisch. ,. -3! - weißer „ - — Speck, geräuchert, Pfd. — 40 Nnftekommeue Fremde. Am 28. November, Vtadt Wicn. Die Herreu: Ruppe, Haudelöm., uon Unterlack. — Coprtti, von Pordcuone. - Zacchi, von Bctluno Ldwilh und Proßinagg, Ht'anfl., von Wie», — Vonasini, Kaufm,, vou Trieft. Die Frauen: Schniderschitz, Private, uon Illir. Feistriz. . Wutscher, Kausmann^gatlin, von ^Vt, Bartholmr. Elefant, Die Herren: Scabar, von Trieft, - Baron Neu- gcbauer. -- Ganuz;oli, von Castrluouu. — Pesaric, vou Cilli, - Frau Rider, Private, von Wien, Baierischer Hof. Tie Herren: Ticfnitzcr, k. l. Lieutenant, uon Graz. - Dr. Augcliui, Obcrstabs-Arzt, vou Nagusa. Htaiser von Vesterrcich. Herr Uiilzar, von Gottgab. ^^ll'.lirlilliiNjchl'. 3z<;ü0achllUlgell i,l l!niliach. « " ^ ^ ^ " D- 3 ,3 « L "«.^. 6Ü, Mg! 320^7 -i- 1.» O.s. schwach^ ganz bew. 30. 2 „ N.' , 327.0/. , > 3.» O. s. schwach ganz bew. 0,uo 10,, Ab, ! 327 3>! ! -j- 2.2 windstill ganz bew. ^ Wollcndeckcc geschlossen. Tic Wege beginnen auözntrockncn, Die Schneedeck in der Ebene größtcniheilö geschmolzen. Ruhige Lust. Das Tagesmitlcl der Wärme ->-2,3", um 1,9° über dem Normale. Rcbcr Kalasirnl-Vermessung und Vrund-buchsreftlln. Voin Kammcrrath .Otto zu Weincgg. 1. In Nr. 218 des „Ungarischen ^loyd" wird über die Katastral-Vermessung deniertt, daß solche dcu Staat jährlich eine halbe Million dulden koslc, die davon Heinis gesuchten Oemeindcu zu schweren Nol'ollcisluügcn zwinge nnd doch den: Staate und Bürger nicht das mindeste nütze, daß, wenn auch einmal eine Zahl Berincssungs-nnd Neuisionslieamten angestellt, dies doch keine Recht' fcrtigung für die nutzlose B^auSgaliung so dcdcnteudcr Summen sei; man haue wenigstens die Verfügung lrcsfcn können, daß dei der Berincssuüg die Eigcnthuin^grenzcn statt nach dem factischen Besitze, nach dem ilicchtopunkte anfgenoinmen, daß ferner Commassation, i)lc.glilirung nnd Scgregirling durch das Permcssnngspcrsonalc ausgeführt wüvdcn, die dadnrch gewouucne Einnahme hätte die itosteu des Instituts oedentend verringert nnd die verbesserte Thätigkeit hätte Resultate geschaffen, die für die Znknnft nutzbar wären. Änf das Gesagte kann man wohl daS Sprichwort anwenden: es ist leicht zn tadeln, aber dcsser inachen ist schwer. ! (Ks laßt sich von der kürzlich in Krain oorgenoni-mcnen Kalaftrnl» Vermessung wie uon derjenigen in lln» gärn uorgeilommencn ein erheblicher Nutzcu, welcher mit den großen Koslen derselben nur in einigem Verhältniß stände, freilich schwer erkennen. Denn da sich bei der vorgenommenen Vcruicssuug oder eigentlich Revision der frühere», etwa vor 40 Iahreu vorgcuomincncn Vermessung heiansgcstellt hat, daß diese vorzüglich war, so sind eigentliche Gerichtignna.cn derselben wohl sehr selten vorgekommen nnd die Veränderung des itatastcrS bci der jetzigen Revision hat sich hauptsächlich ans die Vor kommenheittn in Vcrändernngcn der l^nltnr nnd Vcr-ändcrnngcn des Besitzstandes beschränkt. Was die (5ultnrvcrändcrnngcn betrifft, so entspricht es zwar einem richtigen Bcstcucrnngöprincip, ein Object nach seinem Nntzcn zu besteuern, allein wenn cö zugleich der Staatsweishcit entspricht, Cnlluruerbcsscrnngcn zn begünstigen, so kann man auch demjenigen, welcher mit Kostenaufwand ein Grundstück in einen einträglicheren Zustand gebracht hat, den Nutzen vou solchem noch längere Zcit ungeschmälert fortbeziehen lassen, gerade so, wie mau nnch das Aancn dnrch daS Zngeslänomß cincr vieljährigcn Steuerfreiheit begünstigt. Noch nicht in das Kataster eingetragene Veränderungen im Besitzstande können, da Verkäufe nnd Täusche auf die darüber ausgefertigten Urlnnocn einzntragcn find, eigentlich nnr dnrch einseitige Oeeupationcn vorgekommen sein. Die Äestciicrnng dieses occupirtcn Eigcnthulns alsbald dem Oecupantcn zuzuweisen, liegt wohl nicht im Staatöintcresse, sondern nur im Interesse desjenigen, welcher einen ihm entzogenen Besitz versteuert. Fragt man diesen aber nm seine Einwilligung in das Ab- und Znschrciben desselben in dem Kataster, so wird derselbe wohl selten solches wünschen, weil ihm dann die Möglichkeit znr Wiedererlangung seines Besitzes erschwert erscheint. Der Ansicht, daß die Geometer die Eigenthums-grenzen statt nach dem factischcn Besitze, nach dem RcchtSpunttc hätten anfnchmcn sollen, ist doch wohl nur dahin beizustimmen, daß die Geometer im Falle erlangter Ueberzeugung von einer Grenzverrücknng Hütten bemüht sein sollen, die nach der früheren Vermessung bestandene Grenze wieder herzustellen. Denn die Geometer sind keine Richter, es lann bei ihnen nicht die Fähigkeit angenommen werden, den Rechlovuntt zn erkennen, es steht ihnen nicht die Macht zu, ihn dnrch Ullnndcn oder Zcngcnabhör zn ermitteln. Ihre Thätigkeit hätte nur auf das Zustandebringen einer gütlichen Vereinbarung sich beschränken können. Diese ihnen aber anheimzustellen, ja ihnen zur Pflicht zu macheu, hätte ihre Ver-messungsaufgabe wohl kaum verzögern können, es würde dann wohl in den meisten Fällen dnrch geeignete Vorstellungen die Herstellung der früheren Grenze wieder zn erlangen gewesen sein, nnd dics hätte nicht allein im Interesse des verletzten EigcnthümerS, sondern anch im Interesse des Staates gelegen, wcil dnrch die jetzige Vcrfahrungswch'e jedem tnnd geworden ist, daß Cingriffc in fremdes Eigcnthnm ohne weitere daS Resultat haben, den Besitz zugeschrieben zn crhalteu, so da!) für die Zu< kunft sehr zu befürchten ist, daß Grenzuerrückuugen und Eingriffe in das nachbarliche Eigenthum sehr oft vor-tommcu werden. Habm die Gconictcr wiillich sogar die Instrneliun gehabt, solche Eingriffe nicht einmal dem verletzte» Eig'enlhüincr kund zn gebe», damit keine Processe dadnrch entstehen und die Gerichte nicht dnrch solche belästigt werden (!?), so könnte man ans gleichem Grunde auch die Polizei instruircu, uon keinem Mobilar-dicbstahl dcu gestohlenen clwas merken zu lassen, damit dieser nicht veranlaßt werde, daS Gericht durch dcn Antrag ans eine Untersuchung zu belästigen. Der hein^ lichc Entzug uon ^and ist gewiß ebenso zn ahnden, wie der Diebstahl oder der heimliche Entzug einer beweglichen Sache. Der erstere hat aber auch dcu besoudercn Nachtheil, daß bei häufigen Vorkommenhciten dadnrch wieder eine Vcrmcssnngsrevision veranlaßt werden kann, welche den Staat große Summen kostet. Die dcu Gcomctcrn zu ertheilende Instrnction für dcn Fall, wenn die Ein' willigung znr Herstellung der frühercn Gre»^ nicht zu erlangen sei, die Grenze nach dem faetischcn ^csitze aufzunehmen, war aber nicht in anderer Weise zn ertheilen, nnd eine solche hal'cn anch Ixi den in Deutschland vorgekommenen Kalasttal-Vermessungcn die Geometer gehabt. Die Ansicht, daß Eommassalion, Regnlirnng nnd Scgrcgiruug dnrch das iiatastral - Vcrmessungspcrsonale auszuführcu gewesen seien, lann gewiß keinen Beifall finden, da dergleichen Arbeiten von so bedeutendem Umfange sind, daß sie neben einer Katnstral-Vermessung, ohne solche sehr zu verzögern, nicht vorgenommen werden können, da sie ferner stets eine Vereinbarung der einzelnen Belhciligten, ja im Falle einer nicht erzielten Vcrcinbarnng ein Zwangsgesetz voraussetze»!, da sie fcrncr nur im Interesse der einzelnen Vctheiligtcn geschehen würdcn und endlich ein Antrag auf dereu Vornähme nnr in einzelnen wenigen Fällen hätte erwartet werden können. Com-massationcn oder Consolioationcu der Grundstücke können nnr in Gemarkungen mit sehr parcellirtcm Besitze gewünscht werden, uud wenn solche Gemarkungen in Deutsch-land auch sehr häufig vorkommen, so sind doch hier Con-solioationen selten beantragt worden, Mehl' sind daselbst Gcmarluugsregnlirnngcn vorgekommen, indem hierbei die Feldwege so angelegt worden sind, daß von solchen jeder anf sciu Grundstück gclangcu tonnte, wodnrch dcn vielen, wegen Fahrtgcrcchligleitcn entstehenden Processen vorgebeugt wordcu ist. Scgregirung oder Be- nnd Cut-wässcruugsanlagcu können in einzelnen Staaten Deutschlands, wenn kcine Vereinbarung zu erzielen isl, gegen die Widerstrebenden auf den Grund eines ZwangSgc-sctzcö durchgesetzt werden. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz v. K l e i n m a y r. Mrscndcricht. ^ien, 28. November. Der Effectcumarlt erfuhr heute eiueu fithlbareu Rückschlag. Ällc Papiere stellte» fich billiger, während auch Devisen nnd Vnlntru malter schloss"'-(3eld abondaut. Geschäft bedeutend. Veffentliche Bchnld. k. des Staates (fnr 100 fl.) Geld Waare In U. W. z» 5>p.70 55.K0 dctto v. >V 1«W .... 00.40 01.60 detto rückzahlbar (?) , , . <.,<;.— W.50 Sllber-Auleheü vou 18,!4 . . 70.— 70.50 SNbcraul. IWl) (ssrcö.) riMzahlb m 37 I. zu 5» pEt. sür 100 si, ' 4 _. 74 59 Nat.-Nnl. mit Iaü..Coup. zn 5"/^ ^',«0 l:/w .«>". s. " " ^pr,-E°np. „ 5 „ ' Schlesien .... „ 5 „ 88.50 8!».— Stetcrmarl ... „ 5 „ 58.- 89. - UnLa:::.....„ " .. 77. 77.50 Temcscr-Vanat . . „ 5 „ ?(!.— 70.50 Croatien und Slavuuleu „ 5 „ 78.— 79. - Gallien .... „5 „ <>8.— «8.5,0 Siebcnbilrgen ... „ 5 „ 72.50 72.75 Älilouina .... „5 „ <)850 U9.— Uug. ,n. d. V.-E. 18Ü7 „ 5 „ 70.- 70.50 Tcm.V.!N.d,V.-C. 1867,, 5 « 75.-- 75,50 Actic« (pr. Stück) Nalionalbanl...... 682.— 684.— Kaiser sscroinandö-Nordbahn zu 1000 si CM, . , . 1995.—1998 — Hrcdit-Auswil z.i 200 fl. i). W 238.40 238.60 Hi.» Fr . . / . . 297.40 297.60 Kais. Wl. Bahil ^u 20c ^. alb.aufij.W.vcrloSl,.5„ 93,25 93.40 Ung.Vod.-Creb.-Aust. ;n57. „ 91.-- 91.75 Nllg. üsi Aoden-Credit-'.'!nstal> , verlaübar ,11 5"/^ in Silber ' 105.75 106 — dto.in33I.rttckz,zu5pCt.ino.W. 80.- 86 25 Ä^sc' (pr. Stücl.) Ercd.-Ä.f.H,u.G.z.100fl.».W. 143.75 14425 Don.-Dmpfsch-G.z.100fl.EM 93.25 93,75 Sladtaem. Ofen „ 40 „ ö. W, 32.50 33 - Estcchazy zu 40 si. CM. 100.- 170.- Salm « 40 „ „ . 41.— 42.— Geld W""° Palssy zn 40 si, EM. 31.50 3Z-^ Clary „ 40 „ .. . 35 50 36-" St. Genoii! „ 40 „ « . 33,50 34.^ Wmdischgratz „ 20 „ „ . 22— ^"" Waldstriii „ 20 „ „ . 21,50 22-" Kegleuich „ 10 „ „ . 14.50 15A Rudolf-Stiftung 10 „ .. . ,3.50 14^ Wechsel (3 Mon,) Augsburg für 100 si, südd. W. 98,80 99-la ssraulfurt a.M. 100 fl. delto 9!'.10 99^ Hamburg. ,ilr 100 Marl Bnnlo «7,10 8?.c>" London für 10 Pf. Sterling . 118 70 H"-" Paris für 100 Franlii . ." . 47.— ^^ (Fours drr Geldsovte«; Gelb W°a" K. Münz-Ducaw'. . 5 fl. 00 lr. 5 fl.