m. des k. k. Staats - Gymnasiums in ^Oy«V*— Veröffentlicht von der Direktion am Schlüsse des Studienjahres JA ARBURG. Druck von Eduard Janschitz. des k. k. Staats - Gymnasiums Veröffentlicht von der Direktion am Schlüsse des Studienjahres ^AARBURG. Druck Ton Eduard Janscliitz. Inhalt : 1. Philipp II., König von Makedonien, wird Herr der Griechen. Von Franz Voregger. 2. Etymologische Tafeln nach Curtius und Miklosich. Zusammengestellt von Jos. Šuman. 3. Tabellarische Uebersicht der^egelmässigen Tempusbildung im Griechischen. (Abdruck einiger von den Schülern der IV. Klasse im I. Semester gemachter Arbeiten.) Von Josef Suman. 4. Schulnachrichten. Vom Direktor. ■jf uno ’JtìAfXlljj König von Makedonien, wird Herr der Griechen. Jü'ie ältesten Wohnsitze der Makedonier waren im gebirgigen Theile des Riugbeckens, das seine Gewässer dem Thermaischen Meerbusen zusendet. Auf den Niederungen am Meere hausten von der Halbinsel Chalkidike bis zum Flusse Haliakmon die Bottiaeer, welche ihren Ursprung von Kreta herleiteten, und südwestlich von diesen die Pi eri er, ein durch frühe Kultur ausgezeichneter Volksstamm. Ihrer Abstammung nach waren die Makedonier Hellenen. Denn dieses behaupteten nicht nur sie selbst, indem sie ihren Stammvater für einen Sohn des Lykaon, des Ahnen der Palasgischen Arlcader, hielten, sondern auch Herodot bezeugt, die Dorier wären ursprünglich Makedonier gewesen, hätten sich aber von ihren Stammbrüdern losgelöst und südlichere Wohnsitze aufgesucht. Viel gewichtvollere Beweise für die Hellenische Abstammung der Makedonier als diese dem Gebiete der Sage entnommenen sind die Thatsachen, dass die wenigen Ueberreste der Makedonischen Sprache Griechische Stämme zeigen, dass die Sitten der Makedonier fast dieselben waren, wie wir sie in der Griechischen Heroenzeit finden, und dass ihr öffentliches Leben in vielen Dingen mit dem Altgriechischen völlig übereinstimmte. Wenn sie dennoch von den übrigen Griechen als Barbaren angesehen wurden, so hatte dieses seinen Grund darin, dass sie wegen der für den Verkehr höchst ungünstigen geographischen Verhältnisse ihres Landes auf der Bahn der Kultur mit denselben nicht gleichen Schritt halten konnten. Dazu kam noch der Umstand, dass, nachdem die thatkräftigsten Stämme ihre Heimat verlassen hatten und *■ nach Süden gezogen waren, die zurückgebliebenen sich der mächtigen Gränz-nachbaren nicht mehr erwehren konnten. Die gefährlichsten von diesen waren die räuberischen Illyrier, welche von Westen her durch die Pinduspässe in die Makedonischen Thäler eindrangen und, indem sie sich dort festsetzten, durch Mischung die ursprüngliche Uebereinstimmung mit den Hellenen trübten und den Volkscharakter veränderten. Aber auf demselben Wege, auf welchem so viel Unglück nach Makedonien gedrungen war, kam auch Rettung. Nach mehrfachen Versuchen der Jonier an den Illyrischen Küsten Niederlassungen zu gründen hatten die Korinther mit besonderem Geschicke diese Gegenden kolonisiert und nicht nur mit dem Innern des Landes Verbindungen angeknüpft, sondern dieselben sogar bis nach Makedonien hinüber erweitert. Diesen Umstand benützten die Temeniden, Nachkommen jenes Enkels des Herakles, welcher die Heraklidendynastie zu Argos im Peloponnes gegründet hatte, um heimatlichen Wirren aus dem Wege zu gehen und in der ersten 1* Heimat der Dorier Einfluss zu gewinnen. Dieses Streben der Temeniden wurde vom besten Erfolge gekrönt, indem sie das dem Erlöschen nahe gebrachte Griechentum wieder zu beleben und zu kräftigen wussten, was sie besonders dadurch erreichten, dass sie eine leichtere Verbindung der einzelnen Stämme herstellten, die Makedonische Gränze im Osten bis zur Ebene Emathia vorschoben und das sehr vortheilhaft gelegene Edessa zur Hauptstadt erhoben. Für diese Verdienste wurden die Temeniden von den Makedoniern mit der königlichen Würde ausgezeichnet. Als erster König von Makedonien wird Perdikkas genannt (um das Jahr 700 vor Gh.). Von der richtigen Erkenntniss geleitet, dass Makedonien ohne unmittelbare Verbindung mit dem Meere eine unbedeutende Rolle spielen werde, machte er es sich zur Hauptaufgabe die Ebene zwischen den Flüssen Ludias und Haliakmon zu erobern. Dadurch erwuchsen ihm nicht nur Kämpfe mit den Bottiaeern und Pieriern, sondern es wurden auch die Illyrier, von diesen aufgereizt, wieder gefährlich. Ja diese entwickelten eine solche Macht, dass Makedonien alle seine Absichten auf den Osten aufgeben musste um sich des Westens zu erwehren. Erst der König Amyntas I. (540—499) konnte sein Augenmerk wieder nach den östlichen Küsten richten. Bottiaea und Pierien wurden unterworfen, ein grösser Theil der Einwohner vertrieben und Fremde, namentlich Athener angesiedelt, wodurch sich der König die Freundschaft der Griechen erwarb. Dieses gelang besonders seinem Sohne Alexander (498—454), indem er bei dem Ausbruche der Perserkriege mit den Griechen gemeine Sache machte und auch dann, als er zum Anschlüsse an die Perser gezwungen worden war, sich Griechenland noch immer so nützlich erwies, dass er den Beinamen Philhellen erhielt. Aber bei seiner unablässigen Thätigkeit die Gränzen Makedoniens immer mehr zu erweitern und dieses in den Kreis der Mittelmeerstaaten einzuführen musste er gewahr werden, dass sein Verhältnis zu Griechenland nicht immer freundlich sein könne. Nach der Wahl Pydna’s zur Hauptstadt war ihm schon die Nähe der freien Griechenstadt Methone höchst unangenehm, aber vollends gehemmt sah er sich in seinen Plänen durch die grosse Zahl Griechischer Städte zwischen dem Thermaisclien Meerbusen uud der Mündung des Strymon, welche sich nach den Perserkriegen an Athen angeschlossen hatten und mit diesem eine einheitliche Macht bildeten, mit der sich das an Kultur viel tiefer stehende Makedonien nicht messen konnte. Deshalb gab er vorläufig seine Eroberungspläne auf, war aber in der Befestigung der Ordnung im Innern um so thätiger und scheute kein Mittel die Bildung der Makedonier zu heben und sie den Griechen ebenbürtig zu machen. Makedonien im Innern geordnet und durch Bildung gehoben, das war seine Heberzeugung, müsste jetzt schon neben den Griechen bestehen können und würde bei der politischen Zerrissenheit dieser bald Gelegenheit finden seine Macht gegen die lästige Nachbarschaft noch zu erweitern. — Doch ein «tätiger Fortschritt war Makedonien nicht gegönnt. Das grösste Hinderniss war der Mangel einer festen Erbfolge. Thronstreitigkeiten und Königsmord brachten es mehr als einmal an den Rand des Verderbens. Da konnte keine gerade und offene Politik, die ihrer Mittel und Zwecke gewiss war, sich ausbilden. Um bei inneru Spaltungen den Ausschlag zu geben wurde Griechische Einmischung angerufen und um der darauf entstandenen lästigen Abhängigkeit los zu werden wurde Wortbrüchigkeit und schlaue Falschheit angewandt. Zu einer seltenen Meisterschaft in diesen Eigenschaften brachte es Alexanders unberechtigter Nachfolger Perdikkas II. (436 — 413). Nachdem er durch die Hülfe Athens den Thron bestiegen hatte, schloss er mit allen Mächten von politischer Bedeutung Bündnisse, betrog sie aber alle nacheinander ohne von einer nachhaltig gezüchtigt zu werden. Nach ihm bahnte sich Archelaos (413—399), Sohn einer Sklavin, welche ihn dem Perdikkas geboren hatte, mit blutigem Verbrechen den Weg zum Throne. Als er auf demselben sicher zu sein glaubte, zeigte er sich als einen gebornen Herrscher, welcher mit fester Besonnenheit grosse Ziele verfolgte. Er führte das von seinen Vorgängern oft versuchte und wieder gehemmte Unternehmen das Makedonische Volk bleibend auf eine höhere Stufe der Kultur zu erheben und den übrigen Griechen näher zu stellen durch. Er legte Strassen und Festungswerke an, ermunterte Ackerbau und Handel, gründete Städte, von denen er Bella in Emathia zur Hauptstadt erhob, und sorgte für die Sicherung des Eigentums. Vor allem war es ihm darum zu thun die hervorragendsten Griechischen Zeitgenossen in seine Nähe zu ziehen und seine Hauptstadt zum Mittelpunkt Hellenischer Bildung zu machen. Die ausgezeichneten Verdienste dieses Königs hätten nach seinem gewaltsamen Ende Makedonien beinahe den Untergang gebracht. Die reichbegüterten, stolzen Adelsgeschlechter sahen ihre Macht in dem Verhältnisse sinken, in welchem sich Griechische Bildung hob. Daher hielten sie die Barbarei für ihre stärkste Bundesgenossin, lehnten sich gegen das königliche Philhellenentum auf, erregten Aufstände und trugen kein Bedenken fremde Völker ins Land zu rufen. —Nach zehnjährigen furchtbaren Kämpfen gelang es doch wieder einem Prinzen des königlichen Hauses, Amyntas II. (389—369), einem Urenkel Alexanders I., mit Griechischer Hülfe den Thron zu besteigen um die Politik des Königs Archelaos fortzusetzen. Nach seinem Tode trat wieder eine unheilvolle Verwirrung ein. Seine Gemahlin Eurydike, welche schon ihm selbst nach dem Leben getrachtet hatte, wollte jetzt ihren Buhlen Ptolemaeus auf den Thron erheben. Dem widersetzten sich ihre Söhne, welche sie dem Amyntas geboren batte, Alexander, Perdikkas und Philipp, der nachher so berühmt gewordene König Philipp II. Der daraus entstandene Streit veranlasst^ unter anderen Staaten auch Theben, welches zu derselben Zeit unter Epaminondas’ Führung mit gewaltiger Energie nach Norden und Süden seinen Einfluss ausdehnte, sich in die Angelegenheiten Makedoniens zu mischen. Sein Feldherr Pelopidas setzte Alexander auf den Thron und führte den jungen Philipp als Geisel mit sich nach Theben. Schon nach einer einjährigen Regierung fiel Alexander durch Ptolemaeus und dieser nach drei Jahren durch Perdikkas III., welcher nicht lange nach seiner Thronbesteigung seinen Bruder Philipp aus Theben zurückrief und ihm ein eigenes Fürstentum gab. Aber auch Perdikkas’ kräftige und von Athen unterstützte Regierung war von keiner langen Dauer, denn die nicht enden wollenden Gräuel in der königlichen Familie hatten eine Empörung gegen die Dynastie der Temeniden zur Reife gebracht, welche jetzt mit furchtbarer Gewalt losbrach und die Erbfeinde Makedoniens, die Illyrier, wieder ins Land rief. Perdikkas eilte ihnen schnell und mit Muth entgegen, allein in einer blutigen Schlacht fiel er sammt dem grössten Theile seiner treuen Makedonier. — Diesem Unglücke schien der Untergang Makedoniens folgen zu müssen: Der rechtmässige Thronerbe war noch ein Kind und von allen Seiten traten Prätendenten auf um jetzt ihre Ansprüche in Geltung zu bringen, jeder im Bunde mit einer auswärtigen Macht, die er für die geleisteten Dienste mit Ländertheilen entschädigen wollte. Erst Pausanias, der Führer der Lynkesten, eines ehrsüchtigen und unruhigen Geschlechtes im Westen Makedoniens, begleitet von Thrakischen Hülfstruppen, dann ein gewisser Argäus, von den Athenern unterstützt, ferner Archelaos, ein Stiefbruder des erschlagenen Königs ; endlich erhoben sich die Paeonier, nördlich von der Lynkestis hausend, um die Griechische Kultur, in der sie ihre grösste Feindin sahen, und den ganzen Temenidenstamm auszurotten und einen ihrer Häuptlinge auf den Thron zu erheben. Noch einer hatte sich gleich im Anfänge der allgemeinen Verwirrung den Thron zum Ziele seiner Wünsche gesetzt; das war der jüngste von den drei Söhnen des Amyntas, der schon genannte Philipp II. (350—336). Geräuschlos verschaffte er sich die Mittel zur Erreichung seines Zieles, so dass man unter dem wüsten Lärmen der Uebrigen seiner vergass. Er war erst dreiundzwanzig Jahre alt, aber an Schärfe des Verstandes, angeborner Klugheit und Abhärtung des Körpers allen Makedoniern überlegen. Er hatte in Theben, der damaligen Hochschule für Politik und Kriegskunst, an der Seite des Epaminondas Staaten und Individuen auffassen und beurtheilen, aus Kleinem Grosses schaffen und Ziele verfolgen gelernt, zu deren Erreichung jeder Edle und Thatkräftige sich anschliesseu musste. Ein besonderes Glück war es für ihn, dass er Gelegenheit hatte in seinem Fürstentum eine praktische Vorschule durchzumachen. In diesem bewährte er sich so sehr, dass er auf einmal wie durch Zauber als kompakte Macht aus der Verborgenheit hervortrat und Thron und Land von ihren Feinden befreite. Bei einer persönlichen Zusammenkunft brachte er den Thrakischen König Kotys zu dem Entschlüsse sich von Pausanias loszusagen, worauf dieser mit keinem Worte mehr erwähnt wird. Argäus hatte ein Söldnerheer nach Edessa geführt und die Bürger aufgefordert ihn als König aufzunehmen und damit ihre Stadt wieder zur Residenz der Könige von Makedonien zu machen. Als er ohne Gehör zu finden den Rückmarsch antrat, wurde er von Philipp überfallen und vernichtet. Auch Archelaos musste für seine Thronansprüche mit dem Leben büssen. Nachdem noch die Paeonier durch Geschenke zum Rückzuge veranlasst worden waren, nahm Philipp den königlichen Namen an ohne sich weiter an die Ansprüche seines unmündigen Neffen zu kehren. Weit entfernt jetzt mit der Erringung des Thrones zufrieden zu sein, war Philipp vielmehr zunächst darauf bedacht denselben vor künftigen Erschütterungen zu sichern. Zuerst ging sein Bemühen dahin mit den Athenern, welche als Bundesgenossen des Argäus seine Feinde waren, Frieden und Freundschaft zu schliesseu. Dieses gelang ihm dadurch, dass er versprach ihnen zum Besitze von Amphipolis, woran ihnen sehr viel gelegen war, zu verhelfen. So von seinen stärksten Feinden befreit ging er den Paeoniern entgegen, mit denen er sich nur vorläufig abgefunden hatte, und griff nach ihrer vollständigen Demüthigung die Illyrier an, welche einem stätigen Gedeihen Makedoniens besonders hinderlich gewesen waren, indem sie bei dessen fortdauernden Thronstreitigkeiten und Parteikämpfen verheerende Eintälle machten, sich mit den Feinden des regierenden Hauses verbanden und dadurch bewirkten, dass das unglückliche Land unaufhörlich zwischen Hellenismus und Barbarentum hin und herschwankte. Es kam zu einer mörderischen Schlacht, in welcher die Illyrier, die seit Perdikkas’ Niederlage noch immer westliche Theile Makedoniens besetzt hielten, unter ihrem streitbaren Fürsten Bardylis, der aus einem Kohlenbrenner König geworden war, völlig geschlagen wurden. Philipp folgte den Fliehenden über das Gebirge bis an den See Lychnitis, unterwarf das Gränzland seiner Herrschaft und versicherte sich damit der Pässe nach Westen. Alle diese Erfolge verdankte Philipp der Kriegskunst, welche er in Griechenland erlernt hatte. Vor allem war es ihm darum zu thun sich mit der Thebanischen Taktik vertraut zu machen, welche darin bestand, dass nach begonnenem Kampfe der Angriff plötzlich auf einen Punkt der feindlichen Linie konzentriert wurde. Auch war es ihm in Theben klar geworden, von welcher hohen politischen Bedeutung eine zweckmässige Heeresreform sei. Deshalb widmete er von dem Augenblicke an, als er einen selbstständigen Wirkungskreis erhalten hatte, der Ordnung des Heerwesens die grösste Aufmerksamkeit und gründete darauf die Macht, welche ihn zum Herrn Griechenlands machte und seinem Sohn Alexander die Weltherrschaft verschaffte. Er führte die allgemeine Wehrpflicht ein, gab die Waffen und zahlte Sold. Er schuf aus dem Volke die unwiderstehliche Makedonische Phalanx, eine engverbundene eiserne Masse, welche auch als Masse wirkte. An diese schlossen sich Truppen loserer Organisation an, unter welchen besonders die Bogenschützen, grösstentheils aus Bergbewohnern bestehend, sich eines weitverbreiteten Rufes erfreuten. Zum Baue von Kriegsmaschinen wusste Philipp die bedeutendsten Techniker seiner Zeit zu gewinnen. Sein Lieblingskind war aber seine Reiterei. Sie bestand aus den Söhnen des Adels, welche als Pagen in den Dienst des Königs traten und unter seiner unmittelbaren Zucht herangebildet wurden um zu den ersten Stellen im Heere aufzusteigen. Während also die Bürger, Bauern und Hirten Makedoniens, das bis dahin nur eine lockere Gruppe von Gebirgskantoncn bildete, zu einem Volke zusammenwuchsen, sich als Glieder eines Ganzen fühlen und Einern Willen gehorchen lernten, wurde aus der fast unabhängigen und widersetzlichen Landaristokratie eine völlig militärische Hofaristokratie, welche Ansehen und Gewinn nur von der Gunst des Königs erwarten konnte und deshalb seine Stütze wurde. — Nachdem Philipp aus dem Kampfe mit inneren und äusseren Feinden siegreich hervorgegangen war und sich eine Armee geschaffen hatte, mit deren Vortrefflichkeit sich keine seiner Zeit messen konnte, gieng er zum Angriffe über um die Seeküste zu gewinnen und der Griechischen Nachbarstädte Herr zu werden. Die Mächte, welche bekämpft werden mussten, waren Amphipolis, Olynth und Athen mit seinem Seehunde. Den Kampf mit allen drei aufzunehmen hielt Philipp für zu gewagt ; daher liess er seine Absichten nicht merken und suchte die Gegner zu trennen und gegenseitiges Misstrauen unter ihnen hervorzurufen, was ihm so vollständig gelang, dass einer gegen den anderen seinen Plänen förderlich wurde. Zuerst gieng er auf Amphipolis los. Diese Stadt war von den Athenern zur Zeit des Perikies, der die Gefahren ahnte, welche für Athen erwachsen müssten, wenn sich im Hinterlande kräftige Staaten bildeten, an der Strymon-mündung gegründet worden und hätte der Mittelpunkt des nördlichen Koloniallandes sein und den nördlichen Volksstämmen als mächtige Meereskönigin entgegenstehen sollen. Sie gedieh auch gleich im Anfänge vortrefflich, allein in gänzlicher Verkennung ihrer Aufgabe und dem Griechischen Partikularismus huldigend fiel sie schon im zwölften Jahre ah, kehrte ihre Macht gegen die Mutterstadt und verband sich mit den Feinden derselben. Alle Anstrengungen der Athener sie wieder zu erobern waren vergebens. Aus diesem feindlichen Verhältnisse zwischen Amphipolis und Athen wusste Philipp Nutzen zu ziehen. Er hatte sich die Athener schon früher, wie oben erwähnt wurde, durch das Versprechen diese Stadt in ihre Gewalt zu bringen zu Freunden gemacht, allein es mussten noch andere Aufgaben gelöst werden, bevor er die Küste zum Schauplatze seiner Thaten machen konnte. Jetzt nachdem er sein väterliches Reich aufgerichtet und den seinen Gegnern abgerungenen Boden mit festen Gränzen umzogen hatte, rückte er mit einem starken Heere vor Amphipolis und schickte um alle Missdeutung zu beseitigen eine Gesandtschaft nach Athen, welche erklärte, der König gehe nun an die Erfüllung seines in Bezug auf Amphipolis gemachten Versprechens, die Stadt sei sowol seine als der Athener Feindin, nachdem sie gedemüthigt wäre, möchten sie sie als Unterpfand seiner Freundschaft aus seiner Hand nehmen. Gleichzeitig schickten aber auch die Amphipoliten aus Furcht vor der Rache Philipps, weil sie ihn bei einer nicht mehr bekannten Gelegenheit schwer beleidigt hatten, Gesandte nach Athen mit der Bitte um Schutz und der Erklärung, sie seien bereit ihre so beharrlich verfochtene Unabhängigkeit zu Gunsten der Athener aufzugeben. Diese waren ganz erstaunt darüber die Stadt, welche sie mit den grössten Opfern an Geld und Blut nicht hatten zurückerobern können, jetzt von zwei Seiten angeboten zu sehen. Bei ruhiger Erwägung der Sachlage hätten sie nicht zweifeln können, aus welchen Händen sie dieselbe nehmen sollten, allein die verderblichste Feindin der Staaten, die Rachepolitik, trieb sie sich dieselbe von Philipp schenken zu lassen. Das war für Philipp ein Triumph und ein günstiges Vorzeichen für seine weiteren Unternehmungen. Amphipolis wurde schnell angegriffen und erobert (357), ungeachtet die Bürger den heldenmüthigsten Widerstand leisteten. — Dieses Erreigniss rief in Olynth, das bisher ruhig zugesehen hatte, grosse Bestürzung hervor, weil man sich nicht zum Glauben erheben konnte, dass Philipp die mit so grossen Opfern eroberte Stadt den Athenern übergeben und abziehen werde. Als sie deshalb Athen ein Biinclniss gegen Philipp antrugen, wurden sie sehr beleidigend zurückgewiesen, zumal da die Athener glaubten, dass, wenn auch Philipp eine Entschädigung für seine Opfer verlangen sollte, sie durch einen Austausch gegen Pydna, das sie schon seit langem in ihren Händen hatten und an dessen Wiedergewinnung Philipp sehr viel gelegen war, in den Besitz von Amphipolis gelangen würden. Diese Zurückweisung war für Philipp ein Sieg, welchen er dazu zu benutzen verstand die Olynthier auf seine Seite zu ziehen und mit ihnen ein Bündniss zu schliessen. Jetzt warf er seine Maske ab : er vereinigte Amphipolis mit Makedonien, rückte schnell vor Pydna und eroberte es. Gleichzeitig überliess er den Olynthi er n die Stadt Anthemus, welche von ihnen schon lange in Anspruch genommen wurde, und bald darauf auch Potidaea, die bedeutendste Stütze der Attischen Macht in Thrakien, das er plötzlich überfiel und, bevor die Athener zu Hülfe kommen konnten, erstürmte. Nun sahen sich die Athener auf einmal ohne Krieg der werthvollsten Stellungen beraubt, Hessen ihren Zorn in hochfahrenden Volksbeschlüssen und Schmäh-reden aus und schwuren an dem Könige für seine Wortbrüchigkeit sich furchtbar zu rächen. Philipp wurde dadurch nicht im mindesten bange, er wusste nur zu gut, dass die Athener, weil sie eben der Bundesgenossenkrieg in Anspruch nahm, nicht im Stande waren zur Wiedereroberung ihrer verlornen Besitzungen eine Armee nach dem Norden zu schicken. Der Besitz von Amphipolis war für Philipp besonders auch deshalb wichtig, weil es ihm als Stützpunkt für seine Unternehmungen gegen Osten diente, da ihm Gelegenheit geboten wurde an der Thrakischen Küste eine überaus werthvolle Eroberung zu machen. Nicht weit von der Strymonmündung erhebt sich das Hochgebirge Pangaeon, das zu jener Zeit in seinem Innern die reichsten Schätze barg. Wegen dieser wurden von mehreren Mächten nacheinander Versuche gemacht in der Nähe Niederlassungen anzulegen, die aber ohne Erfolg blieben, bis es endlich den Athenern gelang Krenides zu gründen (370). Allein auch diese Kolonie hatte keinen Bestand. Von den Thrakern hart bedrängt rief sie, weil ihr Athen, das mit dem Bundesgenossenkrieg vollauf beschäftigt war, nicht helfen konnte, Philipp zu Hülfe. Mit Freude ergriff er die Gelegenheit in das Pangaeongebirge vorzudringen um sich der dortigen Gold- und Silbergruben zu bemächtigen. Er jagte die Thraker in die Flucht, vereinigte alles Land bis an den Nestus mit Makedonien, gründete auf dem Nordabhange des Gebirges das stark befestigte Philippi und machte es zum Mittelpunkte des ganzen Bergdistriktes, der ihm bald einen jährlichen Reingewinn von drei Millionen Gulden abwarf. Nun hatte Philipp die Mittel in der Hand eine Flotte zu bauen, die für die Ausführung seiner Pläne unumgänglich nothwendig war. Zudem war auch die Gegend sehr günstig und Material im Ueberfluss vorhanden. Während er aber Vorbereitungen zum Baue traf und eine Reform des Münzwesens in Angriff nahm, auf die er ein eben so grosses Gewicht legte als auf die Heeresreform, trat der Thrakische König Kersobleptes mit den Fürsten der Illyrier und Paeonier ins Einverständniss um den Uebergriffen des jungen Königs Einhalt zu thun. Aber bevor sie noch gerüstet waren, erhielt Philipp von ihren Absichten Kunde, griff sie sofort einzeln an und besiegte sie. An die Küste zurückgekehrt wandte er sich gegen Methone, welches sich an den Attischen Seebund angeschlossen hatte und den Feinden des Königs zum Stützpunkte diente. Nach hartnäckiger Vcrtheidigung — Philipp verlor hier durch einen Schuss das rechte Auge — mussten sich die Bürger, da von Athen die erwartete Hülfe nicht eintraf, ergeben. Sie erhielten freien Abzug mit einem Gewände, die Stadt wurde geplündert und zerstört und das Gebiet mit Makedonien vereinigt (353). Jetzt war die ganze Küste vom Olympus bis zum Nestus mit Ausnahme der Chalkidischen Städte Philipp unterworfen. Schon früher hatte er gegen Westen weit über den Pindus hinaus seinen Einfluss erweitert. Die Illyrier waren nämlich für Epirus dieselbe Landplage wie für Makedonien. Es war daher nichts natürlicher, als dass die Epiroten, sobald sie sahen, mit welchen Schlägen Philipp die Illyrischen Raubhorden vor sich hertrieb, sich in ihrer Noth um die Bundesgenossenschaft desselben bewarben um den gemeinsamen Feind unschädlich zu machen. Eine Folge dieser Annäherung war, dass Arybbas, der Fürst der Molosser, des mächtigsten Volksstammes in Epirus, seine Nichte Olympias Philipp zur Frau gab (358 oder 357), eine Verbindung, die dieser zu gelegener Zeit zu verwerthen wusste. Nach der Zerstörung von Methone hatte Philipp freie Hand sich in die Angelegenheiten Griechenlands zu mischen und er säumte nicht dies zu thun. Die Verhältnisse lagen hier für seine Absichten höchst günstig. Thebens Grösse war mit Epaminondas begraben worden, Athen war erst todesmüde aus dem Bundesgenossenkriege herausgekommen und Sparta, zwar von Theben niedergeworfen, aber nicht völlig gelähmt, liess von seiner selbstsüchtigen und verderblichen Politik nicht ab die übrigen Griechen nach Kräften zu misshandeln und für fremde Einmischung ein weites Feld zu schaffen. Die kleinen Republiken waren nur Tummelplätze und Brutstätten ewiger Fehden, wodurch die engen Bande, welche den Einzelnen mit dem Ganzen verknüpften, aufgelöst wurden und die darauf beruhenden Tugenden verschwanden. An ihre Stelle trat der schamloseste Egoismus, der bei seiner Sorge um sich selbst für die Leiden des Vaterlandes unempfindlich war und von Genusssucht und Geldgier getrieben sich dem Golde der Feinde des Vaterlandes dienstbar machte. Eine neue Landplage waren die erst vor kurzem aufgekommenen Söldner. Das ungestrafte Treiben dieses Raubgesindels und seiner Hauptleute in freien Griechischen Staaten drängte selbst die meisten der wenigen Männer von Altgriechischem Freiheitssinne zur Heberzeugung, dass die Griechischen Republiken ihre Lebensfähigkeit verloren hätten und nur von einem erblichen mul constitutionellen Herrscher Rettung zu hoffen wäre. Zu dieser Heberzeugung war bei seinem Studium der Griechischen Frage auch Philipp gekommen, aber iür den Mann, der die Macht und Fähigkeit hätte über die Griechen zu herrschen, hielt er sich selbst. Er hatte seinen Thron befestigt, die Glänzen erweitert und gesichert und mit der Reorganisation des Heeres, mit dem sich jetzt keines an Kriegsübung und Tüchtigkeit vergleichen konnte, eine Verfassungsänderung verbunden, die im wahrhaft nationalen Sinne vorgenommen die Nation kräftig entwickelte und ihr Nationalgefühl hob. Durch seine Reform des Münzwesens war Makedonien in den Weltverkehr eingeführt worden. Philipp war von schöner, kräftiger Gestalt, früh gereift in den Wirren seiner Heimat und Griechenlands, von schneller Auffassung und grösser Beredsamkeit. Unermüdlich warf er sich in den Krieg, drängte den Feind überall in die Verteidigung und von ungeduldiger Leidenschaft frei wartete er auf den richtigen Zeitpunkt für die Entscheidung. War dieser gekommen, so hatte er seine Lust daran den Gefahren ins Angesicht zu schauen. Mit diesen Eigenschaften verband er die tiefste Kenntniss der menschlichen Natur und Verhältnisse, Liebe zu den Wissenschaften und die grösste Achtung vor ausgezeichneten Talenten, eine wahrhaft königliche Grossmut und seltene Freundlichkeit. Selbst sein Privatleben bildete einen Gegensatz gegen die Gemeinheit der gewinnsüchtigen und sophistischen Griechischen Staatsmänner. Von den Fehlern Philipps fand seine völlige Gleichgiltigkeit über die Beschaffenheit der Mittel zur Erreichung seiner Ziele den grössten Tadel. Er verstand es wie Niemand schlechte Bürger fremder Staaten auszuspüren und sie zum Verderben ihres Vaterlandes sich dienstbar zu machen. Er wusste, wenn ihm offene Gewalt zu gefährlich schien, auch wol mit dem Mantel der Frömmigkeit umhüllt als Rächer irgend eines religiösen Frevels oder als Beschützer eines bedrohten Rechtes in fremdes Gebiet, auf das er es abgesehen hatte, sich einzuschleichen und darin festzusetzen und trug kein Bedenken durch heilige Eide die Feinde sorglos zu machen um sie im nächsten Augenblicke zu überfallen und zu vernichten. Zunächst war es Philipp darum zu thun sich in die innern Angelegenheiten Thessaliens, des Uebergangslandes nach Griechenland, zu mischen und hier festen Fuss zu fassen. Die Gelegenheit fand sich bald. Die Tyrannen von Pherae hatten seit langer Zeit das Ziel verfolgt das alte Adelsregiment, die Quelle unaufhörlicher Streitigkeiten, zu beseitigen, die Volkskraft zu vereinigen und die Führerschaft der Hellenen zu erkämpfen, bevor sich diese durch innere Fehden aufgerieben hätten und in die Abhängigkeit von Persien versunken wären. Hierin landen sie in einem grossen Theile des Adels den heftigsten Widerstand, welcher von Theben auf das kräftigste unterstützt wurde. Nach dem Tode des Epaminondas von den Thebanern verlassen fand der Adel unerwartet einen Bundesgenossen an einem in der Regentenfamilie ausgebrochenen Streite, dessen Opfer der durch seine Grausamkeit berüchtigte Tyrann Alexander wurde. Seine Mörder waren die Brüder seiner Gattin, Tisiphonos, Lykophron und Pcitholaos. Sic liessen sich Anfangs als Tyrannenmörder feiern, nahmen aber später den Kampf gegen den Adel mit grösstem Nachdrucke wieder auf. Dieser rief Philipp zu Hülfe, welcher nicht säumte mit Heeresmacht herbeizueilen. Er trat zwar als Befreier auf, liess aber die Tyrannis zu Pherae bestehen und wusste im geheimen die vorhandenen Unruhen so zu nähren, dass seine Intervention noch lange noth-wendig zu sein schien. Er hatte aber nicht nöthig lange zu intervenieren, denn der Phokische oder dritte heilige Krieg (356—346) gab ihm bald die willkommene Gelegenheit sich selbst zum Herrn Thessaliens zu machen. Die Phokier waren seit der Schlacht bei Leuktra verpflichtet den Thebanern Heeresfolge zu leisten, hatten aber dieselbe noch zu Lebzeiten des Epaminondas gegen die Spartaner verweigert mit der Behauptung nur dann Truppen stellen zu müssen, wenn Theben angegriffen würde. Wegen dieses Trotzes wollten die Thebaner sie nach der Schlacht bei Mantinea züchtigen, hielten sich aber noch für zu erschöpft um dies allein mit Nachdruck thun zu können. Deshalb suchten sie durch die Stimme des Delphischen Gottes, der schon längst zur politischen Maschine geworden war, sich die Mitwirkung des Amphiktyonenbundes zu verschaffen. Eine passende Gelegenheit war bei den verwickelten GränzVerhältnissen des heiligen Landes bald gefunden. Die Tempelbehörde musste erklären, die Phokier hätten sich an Ländereien des Gottes vergriffen. Sofort wurde vom Käthe der Ampliiktyonen den Phokiern geboten das bezeichnete Gebiet zu räumen und ihnen für den Frevel eine schwere Geldbusse auferlegt. Da die Phokier diese weder zahlen wollten noch konnten, wurden sie mit dem Banne belegt und ihr Land für ein dem Gotte verfallenes erklärt. Jetzt erhoben sie sich wie ein Mann zum Widerstande gegen dieses Amphiktyonengericht und wählten Philomelos von Ledon, einen der reichsten und angesehensten Männer des Landes, zum Feldherrn und Onomarchos, ebenfalls einem reichen Hause entsprossen, zu seinem Amtsgenossen. Man rechnete um so sicherer auf einen günstigen Erfolg, als man nicht ohne mächtige Bundesgenossen den Krieg führen zu müssen glaubte. Vor allem vertraute man auf die altbefreundeten Spartaner, welche von demselben Ampliiktyonengerichte wegen der ungerechten Besetzung der Burg von Theben zu einer unerschwinglichen Geldbusse verurtheilt worden waren. Deshalb reiste Philomelos nach Sparta. Er fand hier zwar die freundlichste Aufnahme und Billigung seiner Pläne, erhielt aber die gewünschte Unterstützung nicht, weil die Spartaner die Verwickelung im Norden zunächst zur Erkämpfung ihrer verlorenen Stellung im Peloponnes benützen wollten. Doch war seine Reise nicht ganz ohne Erfolg : Archidamos gewährte ihm eine Geldunterstützung von fünfzehn Talenten und wies ihm Söldner zu. Nach Hause zurückgekehrt fiel er schnell über die Stadt und den Tempel von Delphi her, bemächtigte sich der Tempelschätze, warb Söldner, die aus ganz Griechenland herbeieilten ohne sich um den Religionsfrevel zu kümmern, der ihnen reichen Lohn einbrachte, und jagte die mit voller Hast zum Entsätze des Heiligtums heranrückenden Lokrer in die Flucht. Jetzt erst beriefen die Thebaner, welche durch die Entschlossenheit und Thatkraft des Phokischen Volkes ausser Fassung gebracht worden waren, eine Ampliiktyonenversammlung nach Thermopylae, auf welcher der sogenannte dritte heilige Krieg beschlossen wurde um die Phokier als Tempelräuber zu bestrafen. Dieser Beschluss brachte ganz Boeotien, alle Völkerschaften um das Pindus- und Oetagebirge, die Lokrer und Thessaler, welche von Alters her gegen die Phokier feindlich gesinnt waren, unter die Waffen. Um die Vereinigung so zahlreicher Feinde, namentlich der Thebaner und Thessaler, zu verhindern drang Philomelos nach Lokris vor, schlug die durch Thebanische Hülfstruppen verstärkten Lokrer uud trieb 6000 herbeieilende Thessaler zurück, wurde aber, als er vor der heranrückenden Hauptmacht der Thebaner zurückwich, zur Schlacht gezwungen, geschlagen und auf der Flucht in die Schluchten des Parnassos gedrängt. Hier verlor er fast sein ganzes Heer und sah sich selbst genüthigt, um nicht in die Hände der Feinde zu gerathen, sich von einem Felsen in den Abgrund zu stürzen (354). Nun hielten die Thebaner und ihre Verbündeten die Sache der Phokier für verloren, ja diese selbst waren der Meinung, dass man den unglücklichen Krieg aufgeben und sich mit den Feinden verständigen müsse. Aber Onomarchos dachte anders. Er hatte den Rest des geschlagenen Heeres nach Delphi geführt uud verwegene Männer, die aus dem Kriege Nutzen zu ziehen hofften, für sich gewonnen, mit deren Hülfe und auf seine Söldner gestützt er dasPhokische Volk dahin zu bringen wusste, dass es die Fortsetzung des Krieges beschloss. Jetzt wurde er zum unumschränkten Feldhauptmauue gewählt und ihm sein Bruder Phayllos zur Seite gegeben. Seine erste That nach der Wahl war, dass er nach freiem Belieben in den Tempelschatz griff, den Philomelos noch nach Möglichkeit geschont hatte, reiche Geschenke an die Wortführer befreundeter Staaten sandte und den Sold für die Miettrappen erhöhte. Da konnte man die rasche Wirkung des Geldes sehen; In kurzer Zeit sah sich Onomarchos an der Spitze eines Heeres, welches stärker und besser gerüstet dastand, als das des gefallenen Philomelos gewesen war. Für seine nächste Aufgabe hielt er es sich Bundesgenossen zu erwerben und richtete sofort sein Augenmerk vor allem nach Thessalien, um in diesem Lande selbst gegen den Erbfeind der Phokier, den Adel, ein Gegengewicht zu schaffen und sich den Rücken frei zu machen. Hier hatte, wie schon oben bemerkt wurde, Philipp bei seiner ersten Intervention die Macht der Tyrannen von Pherae zwar beschränkt, aber nicht beseitigt. Als er nach Makedonien zurückgekehrt war, setzte Lykophron in Gemeinschaft mit seinem jüngeren Bruder Peitholaos — sein älterer Bruder Tisiphonos war gestorben — die alte Politik von Pherae, so weit es ihm möglich war, fort. Es ist leicht begreiflich, dass er, als ihm Onomarchos seine starke Hand entgegenstreckte, hastig darnach griff und aus einer so mächtigen Bundesgenossenschaft Nutzen zu ziehen suchte. Nachdem Onomarchos noch mit Athen und Sparta in enge Verbindung getreten war, gieng er rasch auf seine Feinde los. Die Thebaner hatten schon vor längerer Zeit durch grosse Geldsummen bewogen dem Persischen Statthalter in Kleinasien, Artabazos, Hülfstruppen versprochen um ihm bei seiner Empörung gegen den Grosskönig beizustehen. Nach dem Untergänge des Philomelos und seines Heeres hatten sie geglaubt die weitere Züchtigung der Phokier ohne Schaden auf eine ihnen gelegenere Zeit verschieben und endlich das dem Artabazos gegebene Versprechen erfüllen zu können, weshalb ihr bester Feldherr, Pammenes, mit einer ansehnlichen Truppenmacht nach Asien geschickt worden war. Auf einmal sahen sie sich in ihrem eigenen Lande nicht mehr sicher. Denn nachdem Onomarchos nach der Besetzung von Thermopylae mit beispielloser Energie die Verbindung mit Lykophron hergestellt, die Lokrer von Amphissa unterworfen und die Dorische Tetrapolis verwüstet hatte, drang er nach Boeotien vor und eroberte das wichtige Orchomenos. Mit Bangen sahen die aristokratischen Familien Thessaliens, wie mit der Macht des Onomarchos die Lykophrons wuchs. Deshalb baten sie wieder den König von Makedonien um Hülfe, welcher mit grösster Bereitwilligkeit und Schnelligkeit ihren Bitten entsprach. Als er vor Pherae rückte, stiess er auf die vereinigte Macht Lykophrons und Phayllos’, welchen Onomarchos auf des Tyrannen Hülfsgesuch mit 7000 Mann nach Thessalien geschickt hatte. Er griff beide Gegner an und schlug sie in einem entscheidenden Treffen. Weil Onomarchos seine Verbindung mit Pherae für eine Sache von höchster Wichtigkeit hielt, so eilte er jetzt selbst mit seiner ganzen Heeresmacht von Boeotien nach Thessalien. Voll Erbitterung warf er sich auf die Makedonier und brachte ihnen zwei so vollständige Niederlagen bei, dass Philipp nur Trümmer seines Heeres nach Makedonien rettete. Als Onomarchos hierauf sich wieder nach Boeotien gewendet, einen Vortlieil nach dem ändern erkämpft und Koroneia durch Verrath in seine Gewalt gebracht hatte, da hielt er sich für überzeugt, dass er und das Phokische Volk zu grossen Dingen berufen seien, ja er betrachtete sich schon als den künftigen Herrscher eines grossen Theiles des Griechischen Festlandes. Allein mitten in seiner freudigsten Stimmung wurde er durch die Nachricht überrascht, dass Philipp stärker als zuvor wieder in Thessalien stehe. Abermals folgte er dem Hülferuf Lykophrons, erlitt aber eine vollständige Niederlage und wurde auf der Flucht von seinen eigenen Leuten getödtet (Frühjahr 352). Die Erbitterung gegen ihn war so gross, dass selbst sein Leichnam von den Siegern ans Kreuz geschlagen wurde. Die nächste Folge dieser Niederlage der Phokier war, dass Lyko-phron Pherae räumte und mit seinen Söldnern nach Phokis zog, wo schon Phayllos an die Stelle seines Bruders Onomarchos getreten war und durch Verdoppelung des Soldes neue Söldnerhaufen herbeilockte. Gern wäre Philipp dem Tyrannen gefolgt um die Tempelräuber in ihrem eigenen Lande aufzusuchen und dort festen Fuss zu fassen, allein die Athener hielten die Ther-mopylen besetzt. Diese waren erschreckt durch die Erfolge des Königs in Thessalien, den sie schon als einen sehr unheimlichen Nachbar in ihrem Koloniallande kennen gelernt hatten, herbeigeeilt um die Pforten zum eigentlichen Griechenland zu verschliessen. Mit Gewalt durchzubrechen wagte Philipp nicht, denn er besorgte, dass die Erinnerung an die herrlichen Thaten, deren Schauplatz die Thermopylen gewesen waren, noch immer ganz Hellas zu einem Waffenbündnisse gegen ihn vereinigen und zu einer nationalen Politik erheben könnte. Bei der grimmigen Wutli, womit die Griechen fortfuhren sich gegenseitig zu zerfleischen, müsste, das war seine Heberzeugung, noch die Zeit kommen, wo sie ihn selbst durch die jetzt verschlossenen Thermopylen führen würden. Für den Augenblick war er höchlich zufrieden von den Thebanern und ihren Bundesgenossen als Rächer des gefeiertsten Heiligtums der Hellenen und von den Thessalern als Bringer der Freiheit gepriesen zu werden. Doch stellte es sich nur zu bald heraus, dass die Freiheit, welche aus Philipps Händen kam, von der wahren Freiheit doch etwas ver- schieden sei. Die Thessaler waren zwar von ihren Tyrannen in Pherae für immer befreit, ja sie erhielten sogar verlorene Pässe und Landstriche, welche sie schmerzlich vermissten, wieder zurück, Philipp legte aber Besatzungen in die bedeutendsten Thessalischen Festungen, bewog durch seine vollendete diplomatische Kunst das Thessalische Volk zu der vor Alters gebräuchlich gewesenen Eintheilung des Landes in vier selbstständige Distrikte zurückzukehren und brachte die einzelnen Landschaften dahin, dass sie Verfassungen annahmen, wodurch sie an das Makedonische Reich geknüpft wurden und sich ihm endlich zur Heeresfolge verpflichteten. Von diesem Augenblicke an betrachtete sich Philipp als Herrn von Thessalien und richtete sein ferneres Verfahren gegen die Thessaler, wiewolmit grösster Vorsicht und Behutsamkeit, darnach ein. Als Philipp von Thessalien aus noch auf der Insel Euboea Verbindungen angeknüpft hatte, eilte er im Herbste 352 nach Thrakien, wo unter mehreren Häuptlingen Streitigkeiten ausgebrochen waren. Das war denn wieder ein Feld nach seinem Wunsche. Indem er sich zum Beschützer der Schwächern aufwarf, vertrieb er die Stärkeren und machte so das Land von sich abhängig. Nachdem er bis an das Schwarze Meer vorgedrungen war und mit mehreren Seestädten Freuudschaftsverträge geschlossen hatte, kehrte er zurück und griff nach der Seite des Adriatischen Meeres weiter vor. Es ist schon gesagt worden, dass Philipps Gattin Olympias die Nichte des Molosser-Fürsten Arybbas war. Nach der Vermählung war es Philipp gestattet worden ihren einzigen Bruder Alexander, der noch ein Knabe war, mit sich an seinen Hof zu nehmen, wo er ihn mit der liebevollsten Nachsicht erziehen Hess. Jetzt war der Knabe zum kräftigen Jüngling herangereift und Philipp erklärte ihn für den rechtmässigen Fürsten der Molosser. Sofort vertrieb er Arybbas, setzte seinen jungen Schwager auf den Thron und bewirkte durch ihn, dass sich nicht nur ganz Epirus seinen Anordnungen fügte, sondern sein Einfluss auch in Illyrien und Akarnanien Boden gewann. Nun glaubte er mit Zuversicht an die Ausführung eines schon längst entworfenen Hauptplanes gehen zu dürfen. Dieser Plan war die Unterwerfung von Olynth, der wichtigsten Stadt auf der Halbinsel Chalkidike. Olynth, eine Ansiedelung der Bottiaeer, war am innersten Winkel des Toronäischen Meerbusens gelegen. Nachdem es in den Perserkriegen vom Heere des Xerxes sehr hart mitgenommen worden war, wurde es von Chalkidiern besetzt, welche Ankömmlinge aller Nationalitäten freundlich unter sich auf-nahmen. Von nun an nahm die Stadt einen mächtigen Aufschwung, weil nordische Volkskraft und Griechische Bildung in wunderbarer Harmonie zusammen wirkten. Freilich hatte sie auch viel der Politik der Makedonischen Könige zu verdanken, die durch ihre Macht die Griechischen Grossstaaten von den nordischen Gewässern fernhalten wollten. Durch die Unterstützung derselben zum Centrum der ganzen Halbinsel Chalkidike geworden rüstete sie ein ansehnliches Heer aus, machte die benachbarten Thrakerstämme von sich abhängig und dehnte ihre Herrschaft selbst über einen grossen Theil des untern Makedoniens aus, während Thron Streitigkeiten und Bürgerkriege dieses Land verwirrten. Jetzt fühlte sie sich als Herrin des Nordens und suchte zur Sicherung der Zukunft mit Griechischen Staaten ersten Ranges in Verbindung zu treten. Allein dieser raschen Machtentwicklung sollte bald ein Ende gemacht werden. Die Chalkidischen Städte Apollonia und Akanthus schickten (383) Gesandte nach Sparta um Hülfe gegen Olynth zu bitten, welches keine selbstständige Gemeinde neben sich dulde und sein Gebiet immer mehr erweitere. Dieses Hülfsgesuch unterstützte König Amyntas II. von Makedonien nach Kräften und schnell entsprachen ihm die Spartaner. Sie schritten dem Scheine nach als Vollstrecker des Antalkidischen Friedens ein, hielten aber ihre Intervention für eine günstige Gelegenheit ihre Oberhoheit über Mittel- und Nordgriechenland wieder herzustellen. Aber erst nach einem dreijährigen Kriege (382—379) konnten sie die Olynthier zwingen ihre Eroberungen aufzugeben und sich ihrer Symmachie anzuschliessen, wogegen diesen ihre Unabhängigkeit gewahrt blieb. Der Krieg mit Theben (378—362) erlaubte Sparta nicht aus seiner an der Thrakischen Küste errungenen Stellung Nutzen zu ziehen. Als daher Athen mit seinem Seebunde dort die Rolle der Spartaner übernehmen wollte, da raffte sich Olynth wieder zum energischesten Widerstande auf und erhob sich in kurzer Zeit so mächtig, dass selbst König Perdikkas III. von Makedonien um seinen Thron besorgt wurde. Deshalb schloss er sich an Athen an um die Olynthier abermals zu demüthigen. Kaum war dieses Ziel erreicht, so sagte er sich von seinen Verbündeten wieder los, worauf diese ein Unglück nach dem ändern erlitten und endlich das traurige Schauspiel im Norden mit der Verurtheilung ihres Heerführers Kallisthenes schlossen, während Olynth wieder als mächtiger Vorort der umliegenden Griechenstädte dastand. Wie Philipp die Olynthier auf seine Seite zog, ist schon erwähnt worden. Dieser Anschluss war aber auch eine Quelle des Wolstandes für sie, denn die Gnade des Königs strömte sofort nicht allein auf die Vorsteher der Bürgerschaft, sondern auf die ganze Gemeinde über. Es ist daher nicht zu wundern, dass sich die Olynthier glücklicher und sicherer als je zuvor fühlten und sich der Ueberzeugung hingaben, dass Philipp sehr viel daran gelegen sei sie als dankschuldige Nachbaren zu haben, die selbst Sparta mit Makedonien vereint so lange Widerstand geleistet und Athen mit seinen Bundesgenossen aus dem Felde geschlagen hätten. Dieser Zustand des Gedeihens sollte aber nicht von zu langer Dauer sein. So sehr sich die Olynthier Anfangs über das Glück ihres Wolthäters gefreut hatten, so wurde ihnen doch unheimlich zu Muthe, als sie sahen, wie er die Thrakische Küste unterwarf, Thessalien von sich abhängig machte und den Griechischen Städten mitspielte. Schwere Sorgen ergriffen die Freunde der Freiheit, da sie einerseits sich selbst gestehen mussten, dass Makedonien bei seinem jetzigen Bestände die Halbinsel Ghalkidike nicht leicht entbehren könne, anderseits inne wurden, dass die königliche Gnade gegen Olynth noch andere Dinge wünsche als das Wolbefinden desselben. Denn hatten sie seit langem nur gehört, dass Philipps Goldstücke Wegmacher für seine nachrückende Phalanx seien, so konnten sie jetzt mit eigenen Augen sehen, wie mitten unter ihnen eine mächtige Partei den Boden für den König zurecht machte. Deshalb rafften sich alle Bürger von altem Freiheitssinne auf, beschlossen ihre Unabhängigkeit zu schützen und sahen sich nach Bundesgenossen um. Allein zu ihrem Schrecken mussten sie sich sagen, dass bei der heillosen Verwirrung in Griechenlnnd nur eine Verbindung mit Athen für sie wertvoll sei, mit dem sie sich aber in Folge des Bündnisses mit Philipp im Kriegszustände befanden. Sie schickten daher Gesandte nach Athen um zuerst den Kriegszustand aufzuheben (352). Die Athener zeigten sich darüber hoch erfreut und wollten noch einen Schritt weiter gehen, nämlich Vereinbarungen treffen zum gemeinsamen Kriege gegen Makedonien, was aber von den Gesandten vorläufig noch abgelehnt wurde. Diese Vorgänge waren Philipp unerwünscht, weil er es noch nicht an der Zeit hielt die Olynthische Frage zu lösen. Deshalb schickte er auf seinem zweiten Rückwege aus Thrakien (351) eine Gesandtschaft nach Olynth um ein freundnachbarliches Verhältniss wieder herzustellen. Als ihm dies einigermassen gelungen war, zog er nach Epirus gegen Arybbas aus. Sein Verfahren gegen diesen Fürsten versetzte die Olynthi er wieder in Aufregung. Sofort baten sie Athen um Hülfstruppen um ihr Gebiet zu decken (350). Noch immer heuchelte Philipp Freundschaft, weil seine Söldlinge in Olynth fortfuhren ihn zu versichern, dass sich die Annexion der Halbinsel an Makedonien ohne Waffengewalt vollziehen werde. Als sich die Versicherungen als trügerisch erwiesen, warf er die Maske der Freundschaft ab und suchte schnell einen Vorwand zur Eröffnung der Feindseligkeiten. Dieser liess sich auch leicht finden. Ein Stiefbruder Philipps hatte sich nach Olynth geflüchtet ; der König verlangte seine Auslieferung und, da diese verweigert wurde, war der Krieg entschieden (349). Sogleich rückten die Makedonier in Chalkidike ein und eine dritte Gesandtschaft eilte von Olynth nach Athen um sich über ein gemeinsames Vorgehen zu verständigen. Die Athener zeigten sich zur Hülfesendung geneigt, waren aber sehr saumselig, weil die Furcht vor dem Allgewaltigen ihre Gemüther beherrschte. Da trat Demosthenes, damals Mitglied des Rathes, auf um seinen Mitbürgern die schwere Bedeutung des Augenblickes und die Pflichten, die sie jetzt zu erfüllen hätten, ans Herz zu legen. Aber so schwungvoll und nachdrücklich er gesprochen hatte, die Athener thaten doch alles nur halb. Chares, welcher mit zweitausend Mann Soldtruppen und dreissig Schiffen abgesandt wurde, kam nicht einmal nach Olynth, weil er aus Mangel an Geld in anderen Gegenden Streifzüge machte nnd so umherzog, dass die Athener selbst nicht wussten, wo er war, und ihn aufsuchen lassen mussten. Eine zweite stärkere Hülfesendung, unter Ckaridemos, ebenfalls aus Söldnern bestehend, vereinigte sich zwar mit den Olyntliiern, benahm sich aber so zügellos, dass sie diesen nur neue Lasten und Gefahren brachte. Unterdessen war die Bcdrängniss der Olynthier aufs höchste gestiegen. Trotz der Schlaffheit ihrer Bundesgenossen schickten sie noch einmal nach Athen und baten inständigst um ein Ileer von Bürgern. Es wurde zwar sofort ein solches ausgerüstet, aber ehe es zur Stelle war, erfüllten sich die Geschicke Olynths (348). Philipp hatte 349 den Krieg mit Glück eröffnet, als ihn unerwartete Ereignisse nach Thessalien riefen. Von dort 348 auf den Kriegsschauplatz zurückgekehrt nahm er rasch eine feindliche Stadt nach der ändern meist ohne Kampf, da sich um Geld überall Verräther finden liessen. Um so blutiger wüthete der Krieg um die Mauern Olynths. Die Stadt hatte eine sehr feste Lage, ein vortrefflich organisiertes Heer von zehntausend Bürgern und an Apollonides einen unvergleichlichen Reitergeneral. Zudem stand sie in ununterbrochener Verbindung mit der See und den Athenischen Kriegsschiffen. Als Philipp schon ungewöhnlich viele Leute verloren hatte und das Ende des Kampfes noch in weiter Ferne zu liegen schien, gelang es den Creaturen des Königs in der Stadt Apollonides beim Volke zu verdächtigen. Die Folge davon war, dass er verbannt wurde und statt seiner Philipps Söldlinge Lasthenes und Euthykrates die Führung der Reiterei erhielten. Diese liessen sich einer Verabredung gemäss bei einem Ausfälle überfallen und bahnten bei dieser Gelegenheit den Makedoniern den Weg in die Stadt. Das Schicksal Olynths war jetzt schrecklich. Es wurde geplündert und zerstört und die Einwohner zu Sklaven gemacht. Mit ihm verschwanden zweiunddreissig gewerbfleissige Griechenstädte vom Erdboden und Chalkidike wurde zu Makedonien geschlagen. Die Ursachen dieser beispiellosen Strenge mögen wol folgende gewesen sein: Philipp war wegen seiner grossen Verluste höchst erbittert; er fürchtete, Olynth mit seinen zahlreichen Bundesstädten an die Ferse Makedoniens geheftet könnte wegen seiner Macht und seines stolzen Bewusstseins einer grossen Vergangenheit ihm bei der Verfolgung seiner weiteren Pläne eben so gefährlich werden, als es schon mehreren Königen Makedoniens gewesen war ; der Brand der Chal-kidischen Städte sollte als Warnungszeichen hinüberleuchten nach Hellas, wo die Stimme eines Mannes nicht ohne Erfolg mächtig erscholl um alle Hellenen zum ernsten Kampfe zu rufen gegen den Feind der Griechischen Freiheit. Dieser Mann war der schon genannte Demosthenes. Demosthenes wurde im Jahre 384 v. Chr. zu Athen geboren. Sein Vater war ein reicher Waffenfabrikant. Wegen seines häuslichen Glückes, seiner redlichen Thätigkeit und Opferwilligkeit im Interesse des Gemeinwesens genoss er unter seinen Mitbürgern das grösste Ansehen. Schon sieben Jahre nach der Geburt seines einzigen Sohnes fiel er in eine schwere Krankheit. Da er bald einsah, dass an eine Genesung nicht mehr zu denken sei, ordnete er bei vollem Bewusstsein auf das genaueste die Verhältnisse des Hauses. Er bestellte die nächsten Verwandten zu Vormündern und bedachte sie mit ansehnlichen Legaten in der Meinung, dass die Bande der Verwandtschaft und reicher Lohn für die Mühewaltung sie ihre heiligsten Versicherungen nicht vergessen lassen würden. Hierin aber täuschte er sich gänzlich. Kaum war er gestorben, so eigneten sich die Vormünder alle ihnen gewährten Vortlieile zu, zeigten sich aber in den daran geknüpften Verpflichtungen so gewissenlos, dass der grösste Th eil des Mündelgutes verloren gieng. Die Klagen der Mutter und der ehrlichen Freunde wussten sie durch die nichtswürdigsten Intriguen wirkungslos zu machen. Unterdessen besuchte Demosthenes die angemessenen Schulen. Als er so weit entwickelt war, dass er die Schmach des Vaterhauses begriff, da fasste er den unabänderlichen Entschluss sein eigener Sachwalter zu werden und den Frevel der Vormünder zu strafen. Für die wirksamsten Mittel zur Erreichung dieses Zieles hielt er Rechtskenntniss und Beredsamkeit, deren Macht er schon früh kennen gelernt hatte. Deshalb erwählte er den Isaeos, den ausgezeichnetsten Rechtsbeistand und Kenner des Privatrechtes zu seinem Lehrer und scheute trotz seiner körperlichen Schwächlichkeit keine Anstrengung um mit den entsprechenden Kenntnissen ausgerüstet auf dem Kampfplatze zu erscheinen. Kaum mündig geworden machte er seinen Vormündern den Prozess, aber erst nach sechsjährigem Ringen, als es ihm gelungen war alle ihre krummen Wege und Lügen und alle Kniffe ihrer Rechtsbeistände zu Schanden zu machen, konnte er ihre Verurtheilung durchsetzen, worauf ihm ein grösser Theil seines Erbgutes ersetzt wurde. Hatten Demosthenes diese ärgerlichen Prozesse den schönsten Theil seines Lebens gekostet, so hat er doch das an Kenntnissen Erworbene praktisch anwenden geleint, Zutrauen zu sich selbst und der guten Sache gewonnen und aus dem Kampfe jene Kraft geschöpft, die ihn auf der betretenen Bahn ungeachtet mannigfaltiger Hindernisse der Natur bis zur vollendeten Kunst führte. Diese wendete er zuerst als Sachwalter an, einerseits um Recht gegen Unrecht zu schützen, das schon von seiner frühester Jugend an der Gegenstand seines bittersten Hasses war, andererseits um den Verlust des väterlichen Vermögens wieder auszugleichen. Die Advokatenpraxis führte ihn in alle Verhältnisse des Lebens ein und bot ihm die beste Gelegenheit die sozialen Uebelstände gründlich kennen zu lernen. Weil diese mit den politischen Zuständen eng zusammenhingen, so konnte er sich schon in seinen gerichtlichen Reden nicht enthalten auf das politische Feld hinüber zu greifen, um unwürdigen Trägern der Gewalt und ihren Handlangern auf den Leib zu rücken und die Bürgerschaft aus der Leichtfertigkeit herauszureissen, mit der sie die Finanzen des Staates verwahrlosen liess und in Betreff auswärtiger Verhältnisse Beschlüsse von grösster Tragweite genehmigte. Doch nicht lauge fühlte sich Demosthenes in der Advokatenpraxis befriedigt. Sein Geist trieb ihn den Schäden des öffentlichen Lebens auf den Grund zu gehen, was ihm nur möglich wurde, wenn er sich an der Leitung des Staates betheiligte und die Volksgemeinde beriet. Und Athen hatte einen redlichen und einsichtsvollen Berather mehr als je zuvor nöthig. Schon seit dem Peloponnesischen Kriege hatte die Bürgerschaft nicht mehr zum Genüsse eines dauernden Glückes gelangen können. Von dem Unglücke, das dieser Krieg im Uebermasse über Athen gebracht hatte, war besonders das bejammernswert, dass unzählige Bürger von echt republikanischer Gesinnung und viele Familien, in welchen diese die sorgfältigste Pflege gefunden hatte, theils vom Schwerte tlieils von Krankheiten hingerafft worden waren. Das Zuströmen neuer Menschen, denen an der Ausgleichung der furchtbaren Schäden wenig oder gar nichts gelegen war, konnte die frühere feste 2* Haltung der Bürgerschaft nicht nur nicht wieder herstellen, sondern trug nur dazu bei, dass das Leben immer unstäter wurde. Noch unheimlicher und zeiTütteter sah es in Athen aus, als die Lehren der Sophistik, deren Kernpunkt in dem Satze Ausdruck fand, dass der Mensch das Mass aller Dinge sei, allgemeinen Anklang gefunden hatten. Sie beseitigten die Religion, das kräftigste aller Verbindungsmittel; sie zerstörten die Ehrfurcht vor den Gesetzen, die Liebe zur Heimat und die Scheu vor Unredlichkeit; sie lehrten die Jugend ihrem Eigenwillen folgen und die Worte des einsichtsvollen Alters verhöhnen. Die herrlichen Anlagen des Attischen Volkes schlugen ins Gegen-theil um und die fähigsten Köpfe wurden die schlimmsten Feinde des Vaterlandes. Widersprüche gegen die bestehenden Ordnungen, Parteisucht, Gewinnsucht, Betrug, Gesetzmacherei und Prozesssucht erhoben sich zu Mächten, welche den Staat beständig beherrschten. Von diesen fand ihn auch Demosthenes misshandelt. Nachdem er schon als Rechtsanwalt nicht gesäumt hatte sie gelegentlich anzugreifen, erklärte er ihnen, als er anfieng seine Kräfte der Leitung des Staates zu widmen, sofort den Krieg. Schon in seinen ersten Staatsreden (354—352) sagte er seinen Mitbürgern ohne Rücksicht die bittere Wahrheit, dass die innern Zustände faul seien und deshalb auch nicht erlaubten eine gesunde äussere Politik zu treiben. Zugleich entwarf er ein Programm, wornach dem kranken Gemeinwesen zu helfen wäre : Die Grundfesten des Staates, die Gesetze und Gerichte, die Gottesfurcht, Mässigung und Sittlichkeit müssten wieder hergestellt und heilig gehalten werden, Athen müsse wieder vortreten und als Hort der Gesetzmässigkeit und Wächter der Griechischen Freiheit die kleinen Staaten um sich sammeln, das Verhältnis zu Theben, auf dem wegen seiner masslossen Herrschsucht und unmenschlichen Verwüstung alter Städte ein wohlverdienter Hass ruhte, müsse ein freundnachbarliches werden. Der letzte Punkt war hauptsächlich in Hinblick auf Makedonien ins Programm aufgenommen worden. Demosthenes hatte nämlich Philipp schon von allem Anfänge an aufmerksam beobachtet und namentlich nach dessen Annexion von Amphipolis, der der Kriegszustand mit Athen folgte, wiederholt auf die Tücke und Eroberungssucht des Königs hingewiesen und seine Mitbürger zur energischen Kriegführung aufgefordert. Allein dieses sein Bemühen zeigte sich wirkungslos, denn die Athener waren in Folge ihrer Entartung entnervt und dem Kriege abhold und gaben sich dem Wolieben hin. Dabei vergassen sie für das Gemeinwesen zu sorgen und jeder dachte nur auf sich und seinen Vortheil. Ueppigkeit und Prachtliebe stiegen immer mehr und, da die Mittel dazu nur zu oft nicht ausreichten, machten sich selbst die angesehensten Männer arger Betrügereien und schmählicher Verkäuflichkeit schuldig. An der Spitze des Staates stand Eubulos, ein Staatsmann, dem das Wolleben der Bürger über alles gieng und der die erforderlichen Mittel für dasselbe herbeizuschaffen für seine wichtigste Aufgabe hielt. Er verfolgte jeden mit dem bittersten Hasse, welcher die allgemeine Sorglosigkeit stören wollte, und wusste es zu hintertreiben, dass der Ernst der Lage eingehend erörtert wurde, Als sich der Krieg schon sechs Jahre hingeschleppt und Philipp unterdessen seine Herrschaft und Bundesgenossenschaft von den Thermopylen bis Byzanz ausgedehnt hatte, da drängte sich die Makedonische Frage mit Gewalt in den Vordergrund. Bei einer Berathung über dieselbe erhob sich Demosthenes und hielt seine erste Philippika (351). Es war ihm darum zu thun der Bürgerschaft die Gefährlichkeit Philipps vor die Augen zu stellen, sie aus ihrer Schlaffheit herauszureissen, das herrschende Regierungssystem zu brechen und Massregeln vorzuschlagen um den so lange hingeschleppten Krieg zu einem glücklichen Ende zu führen. Hatte sich Demosthenes durch diese Rede die grimmigste Feindschaft der Machthaber zugezogen, so war es ihm doch gelungen seine Mitbürger einigermassen aus ihrer Sorglosigkeit aufzuscheuchen. Sofort verstärkten sie ihre Flotte, verwüsteten durch Soldtruppen selbst die Küsten Makedoniens und versetzten seine Hüten in Blokade, wodurch Philipp ein empfindlicher Schaden zugefügt wurde. Aber auch so Hess sich ein siegreiches Ende des Krieges nicht erwarten, denn Makedoniens Stärke beruhte auf seiner Landmacht, vor der die ausgeschifften zügellosen Söldner reissaus nahmen, sobald sie ihrer ansichtig wurden. Daher waren die Athener hoch erfreut, als die Olynthischen Gesandten erschienen und um ein Bünduiss gegen Philipp baten. Schnell entsprachen sie den Bitten der Olynthier in der Hoffnung, durch ihre mächtige Bundesgenossenschaft zum Siege zu gelangen, au dem sie auf sich allein angewiesen schon verzweifelten. Dabei sprachen sie den Gesandten Mutli zu und hielten die feurigsten Reden, wie sie jetzt den tückischen König züchtigen würden. Dazu hatte es aber noch seine Wege. Als nämlich die Athener zur That schreiten wollten, fehlte es gänzlich an Geld, denn nach einem Volksbeschluss mussten schon seit langem die Heberschüsse der öffentlichen Einnahmen für Festlichkeiten verwendet werden, so dass die Kriegskasse ganz leer war. Diese musste aber auch leer bleiben, weil schon auf den blossen Antrag der Vergeudung ein Ende zu machen und die Heberschüsse wieder der Kriegskasse zuzuführen die Todesstrafe gesetzt war. Da von freiwilligen Opfern niemand etwas wissen wollte und man auf dem Punkte stand nicht nur die günstigste Gelegenheit zu einer siegreichen Kriegführung unbenützt vorübergehen zu lassen, sondern auch an den Olyuthiern einen Verrath zu begehen, da konnte sich Demosthenes trotz der drohenden Gefahren nicht enthalten seine Stimme zu erheben. In drei Reden, die Olyn-tischen genannt, sagte er seinen Mitbürgern, was ihn seine richtige Auffassung der Lage der Dinge und sein Patriotismus zu sagen zwang. Gegen Philipp und für die Olynthier brauchte er im allgemeinen nicht zu reden, denn der Krieg war längst im Gange und die Hülfeleistung ohne Widerspruch beschlossen worden, aber seine Absicht war die Athener zur richtigen Erkenntniss der Gefahr, die ihnen von Philipp drohte, und der Mittel hinzuleiten ihr zu begegnen, sie zur raschen That zu vermögen und eine Reform der Finanzverwaltung durchzusetzen, ohne welche die Kriegführung nur Schimpf und Schande bringe, Die Olynthischen Reden rufen also nicht nur zum energi- sehen Kampfe mit dem auswärtigen, sondern auch mit dem inneren Feinde, der zerrüttenden Staatsverwaltung der Eubulos. Dass sie den ersten Zweck nicht erreichten, zeigten bald die Rauchsäulen, welche aus den geplünderten Städten der Chalkidike emporwirbelten. Es ist schon darauf hingewiesen worden, dass Philipps unmenschliches Verfahren gegen Chalkidike unter anderem auch das erreichen wollte, dass die in Griechenland, namentlich in Athen um sich greifende Erbitterung gegen ihn sich in Furcht verwandle. Hierin hatte er sich getäuscht, denn die meisten von denjenigen, in welchen das Gefühl für Ehre und Vaterland nicht gänzlich erloschen war, rafften sich auf und schlossen sich an Demosthenes an und machten die Stellung des Eubulos wankend. Um nicht zu fallen näherte sich dieser der Politik des Demosthenes. Nun musste Philipp befürchten, dass sich in Griechenland ein festes Centrum bilde, das die einander bekämpfenden Parteien versöhnen und anziehen und seinen Händen die Interventionspolitik entwinden könnte, die er jetzt am allerwenigsten entbehren zu können glaubte. Daher hielt er es für das beste mit Athen Frieden zu schliessen, nicht um ihn ehrlich zu halten, sondern um durch ihn das zu gewinnen, wornach mit bewaffneter Hand zu greifen ihm gefährlich schien, nämlich die Thermopylen und den Hellespont. Er wartete nur auf eine günstige Gelegenheit seiner erheuchelten Sehnsucht nach Frieden Ausdruck zu geben. Diese liess nicht lange auf sich warten. In Olynth waren viele Athener gefangen worden. Für diese traten die Angehörigen als Schutzflehende auf und baten die Bürgerschaft sich ihrer Sache anzunehmen. Den Bitten wurde sofort entsprochen und der Schauspieler Aristodemos als Gesandter an Philipp geschickt. Der König nahm ihn sehr freundlich auf und liess die Gefangenen ohne Lösegeld frei. Zugleich äusserte er sein höchstes Bedauern mit den Athenern in Kriegszustand zu sein und erklärte nichts sehnlicher zu wünschen als mit ihnen Frieden zu schliessen. Nach Athen zurückgekehrt konnte Aristodemos Philipp nicht genug loben und berichtete dem Rathe von dessen Wunsche die Feindschaft mit den Athenern in Frieden und Bundesgenossenschaft zu verwandeln. Aber auch bei diesen war die Aufregung einer ruhigen Ueberlegung gewichen, denn Demosthenes hatte ihnen begreiflich gemacht, dass sie jetzt, nachdem Olynth gefallen wäre, bei der Unzulänglichkeit der Rüstung nicht die Macht hätten ihre überseeischen Besitzungen im Norden vor den Makedoniern zu schützen ; giengen diese verloren, so verschlösse sich der Hellespont, wodurch ihnen, da sie nur von dort die nothwendigsten Lebensbedürfnisse beziehen könnten, der Todesstoss versetzt würde. Daher wurde der Antrag des Philokrates, man sollte Philipp durch eine Gesandtschaft auffordern Bevollmächtigte nach Athen zu schicken um wegen der Friedensbedingungen zu unterhandeln fast einstimmig angenommen. Im Februar 346 erschienen eilf Gesandte, darunter Philokrates als Antragsteller, der Redner Aischines und Demosthenes in Pella, der Residenz des Königs. Philipp war über das Erscheinen der Gesandtschaft hoch erfreut, nicht minder auch darüber, dass in ihr alle Parteien in Athen vertreten und die Mehrzahl Männer waren, von welchen er wusste, dass schon der blosse Anblick des Geldes ihnen das Herz vor Freuden hüpfen machte. Obwol die Gesandten keine bestimmten Friedensbedingungen mitbrachten, was ja auch nicht der Zweck ihrer Reise war, so konnte Philipp doch aus ihren Beden entnehmen, dass nur dann an einen Friedensschluss zu denken sei, wenn er den Athenern Amphipolis herausgebe, wozu er sich ja verpflichtet habe, und für den gegenwärtigen Besitzstand Bürgschaft leiste. Der König erklärte offen, dass ihm die Sorge für das Wol seines Reiches die Herausgabe von Amphipolis nicht gestatte, aber die Bürgschaft für den gegenwärtigen Besitzstand sei er gerne bereit als Friedensbasis anzunehmen und Bevollmächtigte nach Athen zu schicken. Dabei setzte er mit süssen Worten auseinander, welche Vortheile für die Athener, wenn der Friede und die Bundesgenossenschaft zu Stande kämen, in Aussicht ständen. Die Athenischen Gesandten kehrten nach Athen zurück und die Philipps folgten ihnen mit der königlichen Botschaft im April nach. Die Botschaft lautete sehr huldvoll. Bezüglich des Friedens sprach sich der König dahin aus, dass er ihn unter den Bedingungen wünsche, dass beide Staaten mit ihren beiderseitigen Bundesgenossen sich den gegenwärtigen Besitzstand verbürgten und Waffenhülfe gegen jede Anfeindung gelobten. Die Athener waren damit nicht zufrieden, sondern erhoben lebhaften Widerspruch, da sie Philipp den Besitz alles dessen bestätigen sollten, was er ihnen genommen hatte. Aber vollends zum Sturme steigerte sich der Widerspruch, als Philokrates mit der Klausel herausrückte, dass auf zwei ihrer Bundesgenossen, die Stadt Halos am Pagasaeischen Meerbusen, mit der Philipp im Kriege war, und die Phokier der Friede nicht ausgedehnt werden sollte. Am schärfsten sprach Demosthenes dagegen. Als aber auch die Makedonischen Gesandten erklärten auf der Klausel des Philokrates bestehen zu müssen, da stand das ganze Friedenswerk auf dem Punkte zu scheitern. Jetzt griff Aiscbines ein und suchte mit aller Kraft seiner einschmeichelnden Beredsamkeit zu beweisen, dass die Klausel bedeutungslos und am allerwenigsten wert wäre, dass ihretwegen der Friede nicht zu Stande käme. Seine Worte wollten nicht wirken. Erst als die Klausel in so weit fallen gelassen wurde, dass die Halier und Phokier nicht ausdrücklich aus dem Vortrage ausgeschlossen wurden, und Eubulos erklärte, die Athener hätten jetzt zu wählen, ob sie sofort in den Peiraieus hinabziehen, die Schiffe besteigen, Kriegssteuer zahlen und auf die Festgelder verzichten oder den Frieden annehmen wollten, wurde der Friede genehmigt und beschworen. Der Eid Philipps musste auf sein Verlangen von einer Athenischen Gesandtschaft in Pella entgegengenommen werden. Dazu wählten die Athener dieselben Männer, welche die erste Gesandtschaft gebildet halten. Nicht ohne Grund suchte Demosthenes die Abreise zu beschleunigen. Denn während in Athen unterhandelt wurde und die Athener an nichts weniger als an den Krieg dachten, griff Philipp den Thrakischen König Kersobleptcs, ihren Bundesgenossen, an, dessen Reich au ihre überseeischen Besitzungen gränzte. Um ihn zu retten drang Demosthenes darauf zur Abnahme des Eides nicht erst nach Pella zu gehen, sondern ins königliche Heerlager zu eilen. Allein seine Amtsgeuossen standen schon längst im Solde Philipps. Sie verzögerten die Abreise so lange als möglich ; auf der Heise selbst brachten sie his Pella, wohin man in fünf Tagen kommen konnte, über drei Wochen zu. Hier warteten sie mehrere Wochen, bis der König nach der Besiegung des Kerso-hleptes und der Eroberung mehrerer Athenischer Festungen zurückkehrte. Dieser erklärte jetzt bestimmt, dass er auf der Ausschliessung der Phokier vom Frieden bestehen müsse, in Bezug auf Thrakien sprach er sich dahin aus, dass der Friede für ihn erst durch die Beschwörung bindend werde, was er vorher erobere, müsse ihm bleiben. Damit erklärten sich alle Gesandten mit Ausnahme des Demosthenes einverstanden. Aber noch immer zögerte Philipp mit der Eidesleistung. Er lud die Gesandten ein ihn nach Halos zu begleiten, unter der Vorspiegelung ihre Vermittlung zur Verständigung mit der Stadt in Anspruch nehmen zu wollen, in Wahrheit war es ihm darum zu thun sie so lange zurückzuhalten, bis sein Heer, dem er schon den Befehl gegeben hatte nach Thessalien zu marschieren, schlagfertig vor den Tliermo-pylen stände. Als dieses bewerkstelligt war, leistete er in Plierae den Eid, worauf die Gesandten nach Athen zurückkehrten. Demosthenes erstattete sogleich Bericht. Er enthüllte den Verrath seiner Amtsgenossen in seiner ganzen Abscheulichkeit und wie er ihnen allein machtlos gegenübergestanden sei. Namentlich setzte er auseinander, dass der König durch ihre Schuld mit voller Heeresmacht vor den Thermopylen stehe um in Griechenland einzufallen. Dagegen behauptete Aischiues, dass für die Ehre und das Wol des Vaterlandes aufs beste gesorgt worden und dass das Heranrücken des Königs an die Thermopylen Athen nicht nur nicht nachtheilig, sondern von grösstem Nutzen sei, da er es mit den Phokiern wol meine, es aber auf die Thebaner abgesehen habe. Schliesslich setzte er hinzu, das Beste von allem, was die Athener vom König zu erwarten hätten, könne er noch nicht aussprechen, sie würden cs übrigens in Kürze mit eigenen Augen sehen. Von der ganzen Bede des Aischiues machte besonders das einen mächtigen Eindruck, was er in Bezug auf die Thebaner sagte, denn die Athener vergassen bei dem Gedanken, dass Theben, gegen das sie vom bittersten Hasse erfüllt waren, gezüchtigt würde, vor Freude für den Augenblick alles übrige. Als Demosthenes wieder sprechen wollte, wurde er überschrieen und verhöhnt. Doch hatten seine Worte einen Stachel zurückgelassen. Zu ihrer Beruhigung schickten die Athener eine Gesandtschaft an Philipp um ihn zu beobachten. Allein diese erfuhr schon unterwegs, dass Phokis verloren sei; sie kehrte um und brachte die Schreckenskunde nach Athen. Es ist schon gesagt worden, dass Phayllos Onomarchos’ Nachfolger im Gommando des Phokischen Heeres wurde. Er schuf sich durch nochmalige Beraubung des Delphischen Gottes ein neues Heer und es gelang ihm auch Ilülfstruppen aus Athen, Sparta und Achaia zu erhalten. Er konnte zwar den Ihebaucrn und ihren Verbündeten im offenen Felde nicht Stand halten, lügte ihnen aber durch kühne Märsche giessen Schaden zu. Als er im zweiten Jahre seines Commandos an der Schwindsucht gestorben war, trat Phalaikos, der Sohn des Ouomarchos, an seine Stelle. Dieser liess, da ihn Geldmangel in die äusserste Verlegenheit setzte, schon den Boden des Delphischen Tempels nach versteckten Reichthümern durchwiihlen und erfocht gleich im Anfänge grosse Vortheile über die Thebauer. Weil er dadurch iibermütbig wurde, gebieterisch gegen seine Landsleute verfuhr und die Bundesgenossen beleidigte, wurde er abgesetzt. Allein es gelang ihm das Gommando wieder zu erhalten. Kaum war dies geschehen, so baten die The-baner den Makedonischen König um Hülfe. Da die Phokier voraussahen, dass Philipp nicht säumen werde die Bitte zu erfüllen, forderten sie die Athener auf die Festungen Nikaia, Thronion und Alponos zu besetzen, welche in der Nähe der Thermopylen lagen. Diese giengen darauf ein, aber Phalaikos, der gerade die genannten Festungen besetzt hielt, weigerte sich dieselben auszuliefern. Das geschah um die Zeit, als die Athener mit Philipp die Friedensunterhandlungen eröffneten. Nach dem Friedensschlüsse wollten die Spartaner, welche tausend Mann stark in Phokis standen, die Besetzung der Thermopylen übernehmen, allein Philipp bewog durch glänzende Versprechungen ihren König Archidamos III. nach Hause zu ziehen. Darauf trat Philipp mit Phalaikos in Unterhandlung. Es war gar nicht schwer den Tempelräuber auch zum Verräther an seinem Vaterlande zu machen. Er übergab die Festungen Philipp und zog mit seinem Heere in den Peloponnes. Sofort rückte der König durch die Thermopylen vor und drang in Phokis ein. Das arme Land leistete keinen Widerstand, weil ihm Philipp seine vorgeblich freundliche Gesinnung hatte aussprechen lassen. Allein es hatte nur zu bald Gelegenheit zu sehen, wie viel das Wort des Königs wert sei. Denn dieser vereinigte sich jetzt mit den Thebanern und berief die Versammlung der Amphiktyonen um über die Phokier Gericht zu halten und die Angelegenheiten des Delphischen Heiligtums von neuem zu ordnen. Hierauf eilte eine Athenische Gesandtschaft herbei, nicht um an der Versammlung Theil zu nehmen, sondern um die Interessen Athens wahrzunehmen und zu Gunsten der Phokier zu vermitteln. Ihr Bemühen hatte aber geringen Erfolg. Das Schicksal der Phokier war furchtbar : Diejenigen, welche die Flucht ergriffen hatten, wurden verflucht und für vogelfrei erklärt, die übrigen mussten, nachdem die Städte des Landes, zweiundzwanzig an der Zahl, zerstört waren, sich in Dörfern niederlassen und jährlich fünfzig Talente nach Delphi zahlen, bis sie den geraubten Tempelschatz wieder ersetzt hätten. Sie verloren überdies Sitz und Stimme in der Amphiktyonenversammlung und ihre Stelle wurde mit der Vorfrage bei dem Orakel, die bisher ein Ehrenrecht der Athener war, Philipp ein geräumt, der zugleich mit den Boeotiern und Thessalern den Vorsitz bei den Pythischen Spielen erhielt. Dieser Ausgang des Phokischen Krieges war also jenes „Beste von allem“, das die Athener nach den süssen Worten des Aischines bald mit eigenen Augen sehen sollten. Voll Entrüstung über ihre Täuschung wollten sie zu den Waffen greifen um wenigstens die Aufnahme Philipps in die Am-phiktyonie rückgängig zu machen, Aber Demosthenes, der stets mit Besonnenheit die Sachlage beurtheilte, trat auf um für die Erhaltung des mit Philipp geschlossenen Friedens zu reden (Rede vom Frieden, im Herbst 340). Er zeigte seinen Mitbürgern, wie thöricht und verderblich es wäre wegen einer Sache, die gegenwärtig keine Bedeutung mehr hätte, einen Krieg anzufangen, der eine Verbindung mehrerer Staaten gegen sie veranlassen könnte. Diesmal fand er keinen Widerspruch : Der Friede blieb erhalten. Durch die Unterwerfung der Phokier und durch die Stellung, welche Philipp in Folge derselben bei deii Griechischen Staaten erhalten hatte, war im Grunde sein Uebergewicht über Griechenland schon entschieden. Er war nicht nur der mächtige König Makedoniens, sondern auch Mitglied des Griechischen Staatenbundes, Pholcis folgte seinem Willen, die Boeotier waren seine Bundesgenossen und Athen hatte eine solche Demüthigung hinnehmen müssen, dass es lange Zeit nöthig zu haben schien um sich wieder aufzuraffen. Der Peloponnes war seit dem Kriege mit Theben noch immer nicht zur Ruhe gekommen. Unbekümmert um das, was ausserhalb ihrer Halbinsel vorgieng, sahen sich Sparta und die seinem Einflüsse entzogenen Staaten stets als Feinde an und verwendeten ihre ganze Aufmerksamkeit darauf Gelegenheiten auszuspüren sich gegenseitig zu schaden. Dennoch wollte Philipp nicht mit Waffengewalt zum Ziele eilen. Er fürchtete dadurch die Griechische Kultur verwüsten zu müssen, welche Makedonien aus seiner Niedrigkeit emporgehoben und so mächtig gemacht hatte und die einzige Bürgschaft für sein künftiges Gedeihen sein konnte. Von der Interventionspolitik, die ihm bisher unvergleichliche Dienste geleistet hatte, hoffte er auch seinen letzten Wunsch in Bezug auf Griechenland erfüllt zu sehen. Im Spätherbst 346 kehrte Philipp nach Makedonien zurück, nachdem er in Phokis Soldtruppen zurückgelassen und die Festungen besetzt hatte, welche die Thermopylen beherrschten. Sein Augenmerk richtete er dann auf Thrakien um dort seine Macht zu erweitern und zu befestigen. Auch griff der nimmer ruhende Mann wieder nach Westen vor, unterwarf einen beträchtlichen Theil von lllyrien und traf in Epirus Vorbereitungen um Herr des Jonischen und Korinthischen Meeres zu werden. Dabei liess er Griechenland nicht aus den Augen. Er suchte neue Bundesgenossen zu gewinnen und Verbindungen selbstständiger Staaten zu hintertreiben. Mit besonderer Freude blickte er nach dem Peloponnes. Dort hatte Phalaikos mit seinem Raubgesindel eine heillose Verwirrung angerichtet. Die Folge davon war, dass Elis unter den Einfluss Philipps kam. Noch fester wurde seine Stellung im Peloponnes, als ihm Theben die Beschützung der von ihm gebildeten Staaten übergab. Um Athen zu umgarnen, aus dem allein noch eine Gefahr für ihn hervorgehen könnte, verschaffte er sich durch Geld die aristokratische Partei in Megaris und suchte seinen Einfluss in Euboia zu verstärken. Mit den Athenern selbst gab er sich den Anschein einen ewigen Frieden bewahren zu wollen. Auch befanden sie sich in einem Zustande, der ihm für seine Pläne höchst erwünscht sein musste. Der Mehrzahl derselben war Ruhe und Friede um jeden Preis recht, damit ihnen der Genuss der Feste ungeschmälert bleibe. Ihr würdiges Haupt war Eubulos, Viele sahen in Philipp den von der Vorsehung geschickten Mann, welcher die unversöhnlichen Republiken einigen und gegen ihren Erbfeind, die Perser, ins Feld führen werde. Dieser politischen Richtung war besonders Isokrates zugethan. Nicht wenige Bürger standen im Solde Makedoniens. Schon zur Zeit des Falles von Amphipolis hatte Makedonisches Gold in Athen seine wunderbare Anziehungskraft gezeigt. Während der Friedensunterhandlungen waren die Verräther zu solcher Macht herangewachsen, dass sie sich nicht scheuten ihren Wolstand, den sie Philipp zu verdanken hatten, offen zur Schau zu tragen. Der unverschämteste unter ihnen und gewissermassen ihr Führer war Philokrates. Eine kleine und rastlos thätige Partei bildeten die Patrioten mit Demosthenes an der Spitze. Sie sah in Philipp den gebornen Feind Hellenischer Selbstständigkeit und suchte, je mächtiger er wurde, desto eifriger die Kräfte des Widerstandes zu wecken und zu organisiren. Den Frieden hielt sie nur für eine Zeit der Vorbereitung zum Kriege und Hess kein Mittel unversucht um der nichtswürdigen Friedenspartei die Leitung der Geschäfte zu entziehen. Zunächst brachte sie es durch ihr Drängen dahin, dass das Gerichtswesen verbessert, dass nach allgemeiner Prüfung der Bürgerlisten die Stadt von gesinnungslosen und unzuverlässigen Fremdlingen gereinigt, heilsame Neuerungen in Betreff der Volksversammlung eingeführt und Makedonische Parteigänger wie Philokrates und Aischines zur Verantwortung gezogen wurden. Trotz dieser Mühen die innere Lage zu verbessern Hess diese Patriotenpartei Philipp nie aus den Augen und verfolgte ihn auf allen seinen geraden und krummen Wegen. Im Jahre 344 gieng Demosthenes als Führer einer Gesandtschaft in den Peloponnes. In Volksversammlungen zu Messene und Argos suchte er den Peloponnesiern über die Politik Philipps die Augen zu öffnen, sie zur Eintracht zu ermahnen und zu warnen sich von dem tückischen König keine Gnaden erweisen zu lassen. Der Beifall und die Bewunderung, die seine Worte hervorriefen, Hessen auf einen durchgreifenden Erfolg schliessen. Allein fast hätte es ins Gegentheil umgeschlagen. Kaum hatte nämlich Demosthenes die Halbinsel verlassen, so verschlossen die Peloponnesier wieder ihre Augen gegen die drohenden Gefahren und schenkten den Lügen der Makedonischen Parteigänger Glauben, Athen habe sich im Geheimen mit den Spartanern verbunden um den ganzen Peloponnes wieder unter Spartas Joch zu beugen. Ja es kam sogar eine Gesandtschaft der Peloponnesischen Kleinstaaten nach Athen um über die Beziehungen der Stadt zu Sparta Aufklärung zu verlangen. In einer Volksversammlung, in welcher darüber berathen wurde, welche Antwort man ertheilen sollte, hielt Demonthenes Angesichts der fremden Gesandten seine zweite Philippika (344). Was ihm durch seine Reden im Peloponnes nicht gelungen war, das gelang ihm durch diese Rede, nämlich die Halbinsel zu beruhigen und Philipp die Gelegenheit zu entreissen einzuschreiten. Dieser Erfolg des Demosthenes war Philipp höchst unangenehm und da die Athener um dieselbe Zeit auch Megaris dem Makedonischen Netze entrissen, so konnte sich der König nicht mehr enthalten eine Gesandtschaft nach Athen zu schicken um sich zu rechtfertigen und über seine Verdlich- tigungen Beschwerde zu führen. Auch liess er eine Revision der Friedensverträge anbieten um allen Misshelligkeiten ein Ende zu machen. Die darauf folgenden Erörterungen führten nicht nur zu keiner Verständigung, sondern steigerten sogar die gegenseitige Spannung der Art, dass der Friede über kurz oder lang ein Ende nehmen zu müssen schien. Und wirklich entbrannte der Krieg bald, aber nicht in Griechenland, sondern im Thrakischen Chersonnes. Der Thrakische Chersonnes war die wertvollste der überseeischen Besitzungen der Athener, nicht nur weil er ein fruchtbares Land war, sondern auch weil er die Seestrassen beherrschte, welche für den Athenischen Handel die wichtigsten waren. Daher schenkten ihm die Athener stets die grösste Aufmerksamkeit und wachten mit besonderer Sorgfalt für seine Sicherheit, als Philipp im Hinterlande sich immer mehr festsetzte. "Während der letzten Unterhandlungen bezüglich der Revision der Friedensverträge erachteten sie es für notwendig neue Pflanzbürger nach dem Chersonnes zu schicken um dort ihre Macht zu verstärken. Die Führung dieser wurde Diopeithes, einem Manne von seltenem Feldherrntalent und erprobter Tapferkeit, anvertraut. Diopeithes war aber nicht damit zufrieden den Chersonnes zu schützen, sondern verschaffte sich durch Kaperei Geld, warb Truppen und machte Streifzüge in die Makedonischen Besitzungen Thrakiens. Als Philipp darüber Beschwerde erhob und Genugthuung verlangte und hierin von seinen Söldlingen in Athen kräftigst unterstützt wurde, trat Demosthenes vor die Bürgerschaft und hielt seine Rede über den Chersonnes (341). Diopeithes’ Streifzüge hält er in Betracht der Friedensverletzungen, die sich Philipp von allem Anfänge an hatte zu Schulden kommen lassen, nur für eine Nebensache, dagegen stellt er seinen Mitbürgern den Ernst der Lage vor die Augen und fordert sie auf Vermögenssteuer zu entrichten, die Streitmacht zu verstärken, Gesandte nach allen Hellenischen Staaten abzuordnen um zu belehren und zu warnen und die bestochenen Leiter öffentlicher Angelegenheiten zur Strafe zu ziehen und aller Orten zu hassen. Die Folge dieser Rede war, dass Diopeithes nicht zurückberufen wurde und Philipps Parteigänger eine schwere Niederlage erlitten. Da aber die Athener von der Entrichtung einer Vermögenssteuer und Abordnung von Gesandtschaften nichts wissen und sich mit dem Gedanken sich von der süssen Gewohnheit des Friedens lossagen zu müssen nicht vertraut machen wollten, hielt Demosthenes wenige Wochen nach der Rede über den Chersonnes die dritte Philippika, die gewaltigste und durchgreifendste aller seiner Volksreden. Sie enthält das Programm, dessen Ausführung allein Griechenland von der unersättlichen Eroberungssucht Philipps retten könnte: es müsse mit aller Kraft zum Kriege gerüstet und ein Hellenischer Bund zu gemeinsamer Gegenwehr gegen den König gebildet werden. Diese Rede war endlich im Stande die Athener zu klarer Erkennt-niss zu leiten und fest zu machen in dem Willen das Rechte und Pflichtgemässe zu tliun. Die Eubulospartei zog sich jetzt zurück und die Leitung der Geschäfte gieng entschieden auf Demosthenes und seine Freunde über. Nach diesen Erfolgen richtete Demosthenes seine Sorge hauptsächlich da- rauf Gesandtschaften abzuordnen um die gegen Philipp immer mehr um sich greifende Erbitterung zur Gründung eines nationalen Bundes zu benützen. Er selbst reiste nach Byzanz, welches jetzt der wichtigste Punkt der nördlichen Meere war. Die Stadt war im Bundesgenossenkriege ein selbstständiger Seestaat geworden, hatte mehrere Seeplätze am Pontos und an der Propontis und stand in Verbindung mit Perinth, welches sowol seiner Lage als auch seiner Streitmacht wegen von höchster Bedeutung war. Daher hatten sich die Byzantiner der grössten Zuvorkommenheit Philipps zu erfreuen und liessen sich zu einem Bündniss mit ihm verlocken. Als er hierauf zur Unterwerfung angrenzender Thrakischer Fürstentümer Hülfe forderte, weigerten sie sich dieselbe zu leisten, weil sie die Nachbarschaft der Fürsten für minder gefährlich hielten als die Philipps. Aus dieser Weigerung entstand eine grosse Spannung zwischen dem König und den Byzantinern. Während dieselbe noch im Steigen begriffen war, kam Demosthenes nach Byzanz und brachte ohne grosse Mühe zwischen dieser Stadt und Athen ein Bündniss zu Stande (341). Von gleichem Erfolge waren die Gesandtschaften nach Chios und Rhodos gekrönt und selbst der Perserkönig Hess sich, obwol er den Vorschlag des Athenischen Gesandten Ephialtes ein Bündniss mit Athen zu schliessen zurückwies, doch insoweit gewinnen, dass er für Diopeithes um ihn bei der Vertheidigung des Chersonnes zu unterstützen Subsidien flüssig machen Hess. Es ist schon gesagt worden, dass Philipp in Epirus Vorbereitungen getroffen hatte um sich zum Herrn des Jonischen und Korinthischen Meeres zu machen. Daher konnte nichts natürlicher sein, als dass die Staaten Korinth, Achaia, Akarnanien, Leukas und Kerkyra, welche seinen Verlockungen widerstanden und deswegen sich von ihm bedroht sahen, sich eng an Athen anschlossen, als dieses zum Kampfe gegen den gemeinsamen Feind rief. Im Jahre 340 wurde Euboia von Philipps Einfluss befreit und die ganze Halbinsel trat mit Athen in Verbindung. Alle diese Erfolge erzielte die Demosthenische Politik, während Philipp in Thrakien thätig war (342—340). Der König führte die Eroberung des Binnenlandes zu Ende und verwendete alle seine Sorgfalt darauf es aus der Barbarei herauszureissen und zur Kultur emporzuheben. Für den notwendigen Abschluss seiner Thrakischen Eroberungen hielt er die Vereinigung der Griechischen Seestädte mit dem Festlande. Anfangs suchte er sie, namentlich Byzanz, wie schon erwähnt worden, durch Bündnisse in sein Netz zu locken. Als ihm dies nicht gelang, gieng er mit Waffengewalt auf sie los. Zuerst berannte er Perinth, allein der Muth der Einwohner und Hülfe von Persien und Byzanz machten alle seine Anstrengungen zu Schanden. Plötzlich zog er von Perinth ab und wandte sich nach Byzanz um es zu überrumpeln, weil er glaubte, dass es, da es einen grossen Theil seiner Streitmacht den Perinthiern zu Hülfe geschickt hatte, nicht im Stande sein werde kräftigen Widerstand zu leisten. Doch es waren die Athener mit ihren Bundesgenossen zur Stelle um die Stadt zu schützen. Auf dem Zuge nach Byzanz war Philipp durch Attisches Gebiet gezogen, Als die Athener deswegen Rechenschaft forderten, erwiederte er, dass er der herausgeforderte sei, und stellte Bedingungen, von deren Annahme die Erhaltung des Friedens abhänge. Die Athener antworteten damit, dass sie die Friedenssäulen umstürzten und sich ganz der Leitung des Demosthenes hingaben, wodurch dem siebenjährigen Scheinfrieden ein Ende gemacht wurde. Als Philipp alle Anstrengungen Byzanz einzunehmen erfolglos sah, zog er ab und machte einen Einfall in die untern Donaugegenden, nicht so sehr um die dortigen Nomadenstämme zu bekämpfen, als vielmehr um die grosse Wasserstrasse der Donau kennen zu lernen. Mit reicher Beute beladen wurde er auf dem Rückmärsche von den Tribaliern, welche im heutigen Serbien wohnten, überfallen, der Beute beraubt und schwer verwundet. Unter den Athenern und ihren Bundesgenossen herrschte unterdessen die höchste Begeisterung. Sie dachten schon daran Philipp in seinem eigenen Lande aufzusuchen und zu züchtigen für das Unglück, das er über so viele Griechen gebracht habe. Deshalb nahmen sie auch die Anträge des Demosthenes die Flotte neu zu organisieren und eine unabhängige Kriegskasse zu bilden an und scheuten weder Mühe noch Geld die alte Flottenmacht wieder herzustellen, wodurch ihre Vorfahren unüberwindlich waren. Je mehr sich aber die Athener aufrafften, desto mehr musste Philipp befürchten von seinem Ziele, dem er schon ziemlich nahe zu sein glaubte, zurückgedrängt zu werden. Der Versuch Athen durch Verschliessung der nördlichen Handelsstrassen den Todesstoss zu versetzen war ihm misslungen und hatte ihn noch dazu um einen guten Theil seines Kriegsruhmes gebracht, er musste also die Stadt selbst angreifen und zwar zu Lande, da er ihr zur See nicht gewachsen war. Auch das war schwierig ohne als Feind aller Griechen zu erscheinen und einen Nationalkrieg zu entzünden. Und in der That stand Griechenland einer allgemeinen Erhebung näher als je zuvor: Athen war das Haupt einer mächtigen Bundesgenossenschaft, die sich zur Bekämpfung Philipps gebildet hatte ; die Thessaler hatten schon wiederholt V ersuche gemacht die harte Bedrückung der Makedonier wieder los zu werden ; am erbittertsten waren die Thebaner, weil ihr starker Bundesgenosse von dem, was er während des Pho-kischen Krieges ihnen versprochen, nichts gehalten, ihnen den Schutz der Pelo-ponnesischen Kleinstaaten gegen Sparta entzogen und die festen Plätze bei den Thermopylen besetzt hatte. Es galt also eine Gelegenheit ausfindig zu machen in Griechenland einzurücken ohne für einen gemeinsamen Feind angesehen zu werden. Ueber diese Schwierigkeiten half Philipp der elende Aischines hinweg. In der Friedensrede hat Demosthenes die Bedeutungslosigkeit der Delphischen Amphiktyonie einen Schatten genannt. In diesen Schatten hatte er zum Unglücke Griechenlands nur flüchtige Blicke geworfen und deswegen nicht bemerkt, wie hier der verrätherische Plan entworfen wurde die Makedonier herbeizuziehen. Nachdem alle Vorbereitungen dazu getroffen waren, brachte Aischines das Werk der Knechtung Griechenlands in Fluss. Er klagte nämlich auf einer Versammlung der Amphiktyonen die Lokrer von Amphissa an den dem Apollo geheiligten Bezirk von Kirrlia angebaut zu haben. Sogleich begaben sich die Amphiktyonen in Begleitung der Bürger von Delphi in den bezeichueten Bezirk um ihn zu verwüsten, allein sie wurden von den Amphissaeern tiberfallen und entgiengen nur mit Mühe der Rachgier und Wut derselben. Nun beschlossen sie in einer Versammlung, welcher auf Demosthenes Antrag die Athenischen Gesandten nicht beiwohnen durften, die Amphissaer zu bestrafen, zogen ein Heer zusammen und liessen das Gebiet von Amphissa besetzen. Hierauf wurde der Stadt die Bezahlung einer unerschwinglichen Geldsumme auferlegt, allein diese verweigerte die Zahlung und jagte diejenigen, welche den Beschluss der Am-phiktyonen billigten, aus dem Lande. Kaum war dieses geschehen, so baten die Amphiktyonen Philipp ihnen und dem Gotte beizustehen und Amphissa zu ztichtigen. Schnell eilte er als Beschützer Apollos und der Amphyktionen herbei, vertrieb die Einwohner von Amphissa und zerstörte die Stadt (Spätherbst 339). Hierauf zog er nach Phokis und besetzte Elatea, weichesauf der Strasse von Thermopylae nach Boeotien lag und deswegen für Boeotien eine grosse militärische Wichtigkeit hatte. Als sich Philipp gegen Amphissa wandte, hatten viele geglaubt, er werde nach Bestrafung der Stadt nach Makedonien zurückkehren. Erst die Besetzung Elateas enthüllte seinen Kriegsplan. Die Nachricht davon erfüllte Theben, welches im Bunde mit Amphissa gewesen war, und Athen mit Furcht und Schrecken. Namentlich war in letzterer Stadt die Bestürzung so allgemein, dass selbst die Strategen keinen Rath wussten. Da erhob sich Demosthenes und trieb seine Mitbürger zu einem raschen, kriegerischen Entschluss. Es wurde sogleich ein Sicherheitsausschuss von zehn Männer niedergesetzt, welche mit den Strategen zusammen das Wol des Staates nach bestem Ermessen wahrnehmen sollten, und Demosthenes an die Spitze desselben berufen. Auf seinen Rath wurde hierauf beschlossen die ganze Jugend gegen Philipp auszuschicken und Theben zur Theilnahme am Kampfe gegen den Makedonischen König aufzufordern. Er selbst eilte als Gesandter nach Theben. Dort fand er bereits Abgeordnete Philipps, welche einBündniss mit Athen hintertreiben, die Thebaner wieder an die Seite Philipps ziehen oder wenigstens den Durchmarsch nach Attika erwirken sollten. Allein er wusste die Thebaner mit so gewaltigen Worten zum Kampfe für die Freiheit zu entflammen, dass sie den alten Groll gegen Athen vergassen, Philipps Verlockungen zurückwiesen und sich mit den Athenern verbanden. Gleichzeitig eilten die Athenischen Bundesgenossen herbei um mit Athen und Theben vereint den Entscheidungskampf für Hellenische Selbsständigkeit wider die Macht der Makedonier mitzukämpfen. Nachdem sich das Griechische Bundesheer bei Theben vereinigt hatte, zog es dem heranrückenden König entgegen. Bei Chaeronea kam es im August 338 zur Hauptschlacht. Die Griechen kämpften Anfangs glücklich. Die Athener, welche den linken Flügel bildeten, trieben unter Chares und Lysikles die ihnen gegenüberstehenden Makedonier zurück und schon rief Stratokies an ihrer Spitze siegesfroh: Lasst uns die Feinde bis Makedonien jagen. Auch die Thebaner, von Theagenes geführt, hatten auf der anderen Seite die Schlacht mit Nachdruck eröffnet. Aber plötzlich gelang es Alexander, Philipps Sohn, ihre Reihen zu durchbrochen, worauf einer nach dem ändern hinsank. Heber ihre Leichenreihen drang er dem Mitteltreffen, welches die Athenischen Bundesgenossen bildeten, in die Seite und zwang es zu einer verwirrten Flucht. Jetzt gieng auch der rechte Flügel der Makedonier, welcher zurückgewichen war, unter Philipps Führung wieder zum Angriff über und brachte den Athenern eine schmähliche Niederlage bei. Die Schlacht war also auf allen Seiten für die Hellenen verloren. Alle Männer, welche dem Rufe der bedrängten Freiheit gefolgt waren, lagen theils hingestreckt auf den Feldern von Chaeronea, theils irrten sie auf der Flucht herum, ihr Vaterland bejammernd und den Verräthern fluchend: Griechenland lag zu den Füssen Philipps. nach Curtius und Miklosich, zusammengestellt von Prof. Š u m a n. Den Verhältnissen des Druckendes gemäss wurde die cyrillische Schläft bis auf die specifischen Vocale lateinisch umschrieben. Der griechische, lateinische, sanskritische und germanische Text wurde zur Bequemlichkeit aus dem Werke „Grundzüge der griechischen Etymologie von Georg Curtius Leipzig, erster Theil 1858, zweiter Theil 1862, abgedruckt und die im genannten Buche fortlaufenden Nummern der Wortfamilien beibehalten. Die den slavischen Wurzeln und Verben heigegebenen Zahlen bedeuten die Verbalclasse und Gruppe, in welche die Wurzelverba und Verba nach der Eintheilung von Miklosich gehören. 22. W. FeXx t/.x-m ziehe, ófoij, ób/.ó-g Zug, f/.x-rj-0-uó-g das Ziehen. Slav. W. vlik I. trahere, sumere, rapere, vli.kL tlxa traho, usi. vlečem, IV. vlačiti, componirt mit ohi-, po-, si-, pri-, oti-, za-, na-, pri-, prtob-, z. B. obltkx aus ob-vltkx I., oblači IV., oblačaj* V. 1. induo, sivltkajm s» exuor, nsl. slečem, slačim exuo; oblaki nubes Wolke, oblačtni nubilus, oblačije nubes; povlaka involucrum ; obltklo, oblačilo, oblača, nsl. obleka, obleč f. vestis ; nsl. brano-vlek, vlačenca, vlačuga ; vlaka occatio ; vlak rete, tractus. Hieher gehört auch vliki, nsl. volk, lit. vilkas, goth. vulfs, gr. Ivxog, lat. lupus, skr. vrkas lupus und aratrum, eigentlich der Zerreisser, vgl. Curtius Nr. 89. Die Steigerung von 1 zu lt und la bespricht Miklosich in der vergleichenden Grammatik I. p. 139, c. d. 30. xahd Hütte, Vorrathskammer, Vogelbauer, xcdtó-g, xnhd-s (St. xnhad) Häuschen, Dem. xalldto-v. Skr. khala-s, khala-m Tenne, Scheuer, cala Haus, Cidara-m Vogelbauer. Lat. cella. Slav. W. klep II, V. 2. ; 1. sonare, pulsare, 2. claudere 3. calumniari. Klepljx klepati tundere, si-klen&ti aus si-klep-nm-ti claudere, sikle-pati V. 1. tundere; zaklopi, zaklepi claustrum, podildepi statera, poklepi, poklopi cooperculum, klepsca tendicula ; kltk f. cella, sielie §. 82 Bildung der Nomina im Altsl. von Miklosich, über den Ausfall des p und die Verlängerung des Stammvokales vgl. Gr. III. §. 145, 146; kltkka, kltkca, nsl. klet cella, nsl. kletka Vogelhaus, priklet Vorkeller, Vorhaus, asl. prtkltti porticus, sikltkniki syncellus, domesticus; kltšta forceps aus kitka, klitja Gr. I. p. 186, 2 und §. 78 Bild. d. N., nsl. klešč Zecke ist mit dem Suffix ti.i gebildet, kltštiti premere; serb. zaklop vectis, zaklopac operculum ; asi. klepalo campanae genus, oklopi nei>i adj. sermonis, facundus, rationalis, n sl. solemnis ; sloviti IV. loqui, poslovica proverbium, slovhce vocabula, basno — slovi. /toOo'/.óyog, bl*doslovi. hqoolóyog, beslovhin uloyog rationis expers, dvojeslovi, dialogus, prikoslovr, contradicens, zlatoslovt aurea verba habens, bogoslovi (ho/.óyog, russ. pustoslovi. blatero, nsl. blagoslov benedictio, russ. pereslavlk colloquium ; slavij, croat. slavaj, slavulj, nsl. slavic, slavček luscinia, eig. sonans, wie stru-na chorda von der älteren W. stru f. sru skr. cru audire, s. die Wurzeln des Altsl. v. Miklosich Denkschr. d. k. Akad. d.W. ph. CI. VIII. 1857 ; slava gloria s. Gr. I. p. 146, 13 und Bild. d. N. §. 5, III. Kl. a, 3; slavi als zweites Glied in zusammengesetzten Personennamen wie Vašteslavi, gr. -xkijg, slavi,nt clarus, slaviti IV. celebrare, prislovxti valde clarus, prtslov&tosth magna gloria, beslavhni inglorius ; poslu ti - iij«; I. audire, sluti, qui audivit; nsl. slut m. suspicio, imam ga na slutu ; serb. slut praedictio, sluta ominator, slutiti ominari ; asl. slutije gloria, poslutije fama; skuš«; skušati III. 2, seltener slu saj«; III. 1. audire; prov. russ. sluhi auditus, asl. slulrr, auditus, sluho imma auris pars, posluhi testis nsl. auditus, poslušati V.l. audire, obedire ; slušimi., poslu šhlivi, slušatelt; poslušistvo testimonium, poslušalište auditorium ; osluha inobedientia, prisluha, prislušati, oslušati sa, nsl. odslišati repulsam dare ; slu-ga §. 157 B. d. N. cliens servus, služiti IV, služtba, služhbhni, služmiki, služi.m., si,služiti simul servire, russ. vusluga meritum nsl. zasluga; za-, do-, odslužim etb. Miklosich B. d. N. §. 152 vermuthet sehr sinnreich, dass auch člov-iki let. cilveks homo mit slu Zusammenhänge, — člu, klu, slu (kloniti, stoniti), vgl. das Homerische uv&Qwnoi avdijevtig, (fnooTttg'), Odyssee E 334 sttvxoOta, ?ì n oh fitv eijv ßooriig avä^etroa wird avSr/Big das stehende Epitheton des Menschen sogar im Gegensätze zur Gottheit angewendet, obwol es ursprünglich nur den Gegensatz zur stummen Thierwelt ausdrückt, vgl. Cicero : homo ratione et oratione praeditus est; clovilti wäre demnach der Redende, vgl. Mannus Tacitus Germ. 2, man, Mensch, m«;žt> der Deckende. človtki : Slov-tnini = goth, tliiuda ahd. diot adj. diotisk i&vixtög : Deutsch. Ebenso ist es denkbar, dass sich uho auris aus sluho (die Loser deutsch dialectisch) abgeschliffen habe, wie dieses Mild. B. d. N. § 178 vermuthet und wofür Curtius in im* für znam* N. 446 ein Analogon gibt. 64. W. xoF, xo. — s-xo-fitv fiaOóut&u (Hesych.), xo-é-oi, xowiar merke, Kó-mv, ìtvoGxóog Opferschauer. Skr. k’hav-i-s (f. skavi-s) Glanz, khav (f. kav) apparere, kav-i-s Weiser, Dichter. — Lat. cav-e-o, cau-tus. Goth. skav-ja schaue, skau-s vorsichtig, skau-n-s schön (vgl. ästhetisch : nirrOnrnnKi). Slav. W. ču I. intelligere; čuj« čuti I. noscere, ču-v-i sensus, cuvi.ni> qui sentiri potest, čuvbstvo, čujstvo sensus, čuvati V. 1. audire, servare, nsl. čuvati se cavere, čuvaj custos; ču-do miraculum § 115 B. d. N. nach dem Hören so genannt wie divo nach dem Sehen, čuditi sa IV. mirari, čudeshnt, čudi.ni>, čudotvoriti; čutije sensus, nsl. čut m. und f., čutje, čuvstvo sensus, občutiti, občutek, občutljiv etc.; Parallelformen mit št f. č sind študo miraculum, štutiti -št«', -tisi IV. sentire, oštutiti, oštuštati sentire, oštutiti s«t in mentem redire; čudi, f. ne- quitia, študh f. mos, serb. croat. čud f. indoles, nsl. čuden wunderlich und garstig. 68 b. W. xnn xón-z-a (Part. Pf. Hom. xs-xon-mg) haue, schlage, ermüde, xón-jia Einschnitt, xo^-t/Hauen, xon-sig Meissei, xón-a.vo-v,y.on-ì-g Messer, Schwert, xón-i-g Schwätzer, xón-o-g Ermüdung, xon-iu-co bin sniide, xoni-^-oa ermüde, xcocp-6-g stumpf, stumm, taub, xdn-oiv Kapaun. Ahd. houw-an hauen (?), goth. hanf-s verstümmelt. Slav. W. kop V. 2. mit der Variente skop bedeutet: 1. scindere caedere ; kopije, kopište hasta, kopijaniki, armatus, kopijniki hastatus, kopij ce jaculum; nsl. kopiti castrare, kopun Kapaun, asl. und nsl. skopiti IV., skopljati V. 1, skapljati V. 1. evirare, skophci. m. svvovyog pol. klruss. skop, čeh. skopec vervex nhd. Schöps ; kop-uto (2mal kopato) ungula ahd. huof Huf, nsl kopito auch formula calcei Schusterleisten ; kopanja mensura quaedam, serb. eine hölzerne Schüssel, nsl. die Schale: rakova, polževa, kostanjeva kopanja und Trog vgl. körnig, korr.ito und irxacpog. 2. Bedeutung fodere. kop-DÄiti II, koponxti, kopati V. 1., nsl. auch V. 2. kopljem kopati fodere, nsl. kop f. asl. koph das Graben : ob prvi kopi imajo kopači globoko kopati, kopači. m. vinitor, okopi, vallum, prekopi, fossa, Verba composita mit o-, po-, za-, od-, pr-K-, im nsl. auch mit na-, iz-, pod-, pro-, z. B. okopati, okapati, zakopavati. Die erste und zweite Bedeutung verbinden, resp. trennen sich durch die Specialität der Hauait, wie man hier zu Lande deutsch sagt: Fleischhauer und im Weingarten hauen. Hi eh er zu vergleichen sind die griech. Worte rrxetmeo grabe, axnnävti Grabscheit, axcin-tzo-g, -/An-no-g Graben, s. Curtius N. 109. 3. Bedeutung cadere. kapati V. 2. und 1. stillare, kanati II. aus kap-nati, kaplja gutta asl. auch grumus, nsl. kap m. stillicidium Traufe. — Die dritte Bedeutung ist das intransitivum oder passivum zu den beiden ersten Bedeutungen, wie etTTt)v: mrtj(7a, yiyvofia i: ytlvnuat, sto: sisto, falle : fälle, cado : caedo, tv findrzm : HQdTzco zi, ßccD.co werfe : ßdlho falle, vgl. Curtius N. 637, II. p. 60, wo Skr. galàmi träufele und galanas träufelnd mit ßciM.w verglichen wird, vgl. pasti pad* cadere mit psditi pellere. 85. W. htx. — e-lax-o-v, Xs-Xax-ct, la-rrx-m krache, lärme, lax-e-QÓ-g lärmend, lax invici krächzend. Skr. lap, lap-a-mi loquor, queror, vi-lap-à-mi lamentor, lap-a-na-m os (Im nsl. heisst lape f. pl. Maul und lapati (trivial) reden). Lat. loqu-o-r, loquax, delica (explana Attius Ribb. Trag. 1). Damit vergleicht C. die slav. W. rek I. loqui, Miki, vergleicht slav. rek mit skr. rč canere ; rekm resti I. loqui, ruči. f. verbum, nsl. auch res, vgl. čeli. véc res : vestati loqui (serb. večati, ero at. viče consilium, nsl. ot-vet-nik patronus, ob-(v)etati polhceri), nhd. Sache : sagen ; roki. praestitutum tempus, nsl. terminus, omen, čeh. annus, vgl. gadati ominari: godu xainóg, godina croat. anni spatium, čeh. horae spatium ; ručeviti, rivisti,, dobro-r tki, mnogo-rsčivi verbosus, visoko-rnčije jactantia ; im,s reki. nsl. namreč, rekiše id est; besporokaj, bes-priroči.iiT,, besporoči.irr, irreprehensibilis ; virešti sa polliceri; dorešti, doricati, doroki vituperatio ; zarečenije sponsio, zaročim, conveniens, zaroki, èptodo; ; izrešti I, izricati V. 1. eloqui; narešti I, uaricati V. 1. 2., naroki compellatio, naročiti constitutus, insignis, naročhni. celeber, narnkanije lamentatio, nsl. narekavica praefica, narekovati VI. svadere, serb. narok fortuna, bulg. narač-nice fatidicae ; otresti, otročhni excusatus, ot-roki. puer, in-faus, peresti I., poroki, vituperatio, poreklo serb. poreklo und podrijetlo cognomen; priroki. cognomen, vituperatio ; pmrnkati contradicere ; prorešti, proricanije über den Vocal s. Gr. I. p. 134, 135, proricateli. m., prerokovati, proroln. propheta, proročica, proročh, proročiški, ; siricanije syllaba, stroki, terminus, nsl. den sreči, rok si dati diem dicere, si.ročiti sa pacisci ; uzroki f. vizroki causa ; urešti definire, uročim, definitus, uroki sententia, supplicatio, pensio, hung. sl. örek heres, nsl. urok, uroki incantatio, ureči, uročiti, viirčati fascinare. Das im nsl. gleichlautende porok obses hat einen nasalen Stammvokal und entspricht dem asi. pouki. ; por&ki, poraka, poračiti, poračati, z ar «.citi, nsl. zaroki sponsalia, izračati, pripoimčevati, priporočati, raka, obračh, obrače-niki., obračenica, obračati etc. gehören zurW. rak pruss. rankan colligere, capere. 86. W. ha. — ì.clx-og, lax-i-q Fetzen, lax-t-««J-»* zerissen, Xaxxa-i Loch, Lache. Lat. lac-er, lacer-o, lac-in-ia, lac-us, lacu-na. Ahd. lacha? 540. Xé%-Qio-?, Adv. Uy-oiq, bom. hx-Qi-qi-g quer, schräg, J.ó|o-s- quer krumm, tiyi; nhcyiog (Hesycli.) Lat. lic-inu-s krummgehörnt, Licinius, ob-lìquu-s, li-mu-s schief, schräg, ltixu-s verrenkt, lux-are ver-renken. Slav. W. lak I., 11. flectere ; lak«, lasti flectere, nsl. uleknoti se flecti, locati se brachia porrigere, leknoti se terreri; lacatiV. 2, illaquearo, occultare; L;ki. arcus (über die Steigerung des Stammvoc. s. Gr. p. 142, 7), nsl. lok, ločeč, locen, locnat, serb. nebeški luk ; laka sinus, vgl. Bucht zu goth. biugan, serb. luka portus. Dann bedeutet, wie es scheint, laka auch eine territoriale Biegung nach unten : Niederung, denn nur so dürften sich die Bedeutungen pratum, lucus, palus vereinigen lassen, im nsl. ist loka eine Wiese in der Niederung, höher gelegene Wiesen haben andere Namen, damit verbindet sich das Sumpfige, — ilo? palus, vgl. äyxog ; für lacus, lacuna, Lache haben wir das Wort mlaka; lakota, lakoti. f., lakosth f. hamus. Die Bedeutung des Krummen wird übertragen auf das Falsche, vgl. krivi curvus et malus, krivica culpa, crimen; daher laki curvus et pravus, lakoči. m. errans, astutus, lakovati machinari, lakavi, lrt.kavi.ni, improbus, laka, malitia ; — zalačije palus ; izlakavhstvovati VI. vitiare; nalašti I., nalacati tendere, nsl. nalecam se pogibeli objicio me periculo, nalekovati strele ; oblaki. umbo sellae nsl. fornix ; otilacati sa V. 1. recusare ; »tàciti, otilačati separare ; polaknati II. tendere, polačati V. 1. statuere (de laqueo), polačh f. laqueus ; prolacanije dolores puerperae vergi, silei&viai II. 19, 119 u. C. 527; prulacati V. 2. circumvolvere ; pri>lakavi valde astutus, prr,lakovati decipere; razlaki, razlaka separatio, razločiti IV., razlačati V. 1. separare ; salasti, sdiscati avvdmsiv, splačati incurvare, silaki, siala, inflexus, nsl. slok, slokast macer ; silakovati improbe agere ; ulaknati II. curvare, ulakovati VI. fallere, ulačiti IV. separare. Im nsl. sind nach dem Vorbilde von raz-, ot-, u-lačiti noch gebildet izločiti secernere und določiti decernere mit den dazu gehörigen Ableitungen. Durch diese Zusammenstellung soll nicht gesagt sein, dass im Griechischen und in den übrigen Sprachen die Wortfamilien unter Nr. 540 und 86 zusammengehören. Die Zusammengehörigkeit der slav. Wortfamilie, wo laka im Sinne von palus, pratum, lucus schwerlich auszuscheiden sein wird, mit N. 540 bleibt unangefochten. Zu laka stellt Mikl. mhd. lenke, ebenso Förstemann Germania 15 p. 405. Zu slaki stellt Förstemann Germ., 15. p. 402 mhd. slank als entlehnt? — 92. W. fivx. — «Tto-uvflvjM schnäuze, nvx-rrjn Nase, fiv£n Schleim. — MvxdXij ? Mvy.Tjvi] ? Skr. mule' munk'-à-mi abjicio, effundo. Lat. ìnimg-o, mùcu-s Schleim, mucère kahnig sein, mùcor Schimmel, mùcèdo Schleim. Slav. W. mek II, mok II. kleinruss. I. madefieri ; moča palus nsl. res fluida; nsl. inočer, močver palus, močviren, moč varen adj., močerad und čomorad Molch ; močiti madefacere, nsl. mingere vol krvavo moči, moči. f. urina ; mokri humidus, moknati madefieri, na-mekna-ti, na-mok-nati II. madefieri ; namočiti IV. humectare, macerare, nsl. auch namakati V. 2. ; izmokriti, omočiti, omokati, omakati V. 1., omokriti IV., omočati, omačati, omočevati, humectare ; nsl. mela ornokne hier zu Lande : das Mehl wird moket ; omoči-telh tinctor ; pomočiti, pomakati, pomačati ; nsl. podmokel humidus, razmoknxti humectari ; razmokk, razmočiti, si,močiti, umočiti, umakati, umačati, im nsl. noch Composita mit za-, pri-, pro- ; premakati intrans.: krnica premaka lässt durchsickern. Förstemann, Germania 15. p. 402 vergleicht mit inoltri, altn. miukr (weich, sanft, öfters au den Begriff des Fliessenden streifend). 103. W. nhx 7Z/.EX-M flechte, rii.i-j-ua, m.ox-ii Geflecht, nkóxa-fio-g Locke, Sl-nlaŠ (nlax-q) Doppelgewand. Skr. prk', prk'-na—mi misceo conjungo? Lat. plec-t-o, am-plec-t-or, plic-o, du-plex, umbr. tribrieu Dreifachheit. Goth. flah-t-om Dat. Pl. aityiiam, fal-th-a mvocto, ahd. flihtu, flahs Flachs. Slav. W. plet I., entstanden aus plek-t, k vor t ist abgefallen, vergl. p»th: skr. pankti; pleta plesti I. plectere ; plettnikt canistrum, pleteniki corbis, pletenica canistrum; plenica catena, cincinnus, velamen, nsl. incunabula; pletina textura ; plet* m., pioti sepes; pleti f. flagellum, restis; pletbci. m. qui flectit, plitati V. 1. flectere; vipletenije, vtpktanije tfinloxtj implicatio, vi,plitati V. 1. implicare, zapletina nlomov cirrus, zaplitanije implicatio, naplitati plicare ; oplota, oploti. sepes, oplesti L, opktati, oplitati V. 1. implicare ; opleti na?; opletinja tugurium, priplesti I., pripktati V. 1., pripletenije annexio; priploti vallum; rasplest! I, raspletenije replicatio; siplesti I, si,plitati, si-pktati V. 1. connectere, si.plctenije avunloxri, S7.plet7.ki, connexio ; plešte, russ. plečo humerus, erstere Form könnte bieher gestellt werden, allein plečo setzt ein Etymon piek voraus. 112 rrxi-ii Schatten, gxici-qo? schattig, rrxicé-co beschatte, axid-g (Stamm trxiaS') Schattendach. Skr. k'hàjà für skàjà Schatten, Schimmer. Mhd. schi-me, sche-me Schatten Schein. Im Slav. entspricht der W. ski hier die Lautgruppe sti, und wird gesteigert zu sti; st-imi. m., tnuja und sr.ni. f. axid, nsl. tenja und senca, ersteres ist der von einem Körper geworfene Schatten, letzteres der Schatten als Gegensatz zu einer der Sonnenbeleuchtung ausgesetzten Lage ; asi. obisrniti IV., obi.-srnjati V. 1. obumbrare, nsl. obsena Beschattung, Bezauberung; nsl. stenj ellychnium Docht, stenj za na rane Charpie nitje ; serh. sjen umbra, sjenica die Laube, ceh. sin atrium, pol. podsionek, nsl. podstenje, podsenje ist der gedeckte Gang vor dem Hause, dürfte demnach auch hieher gehören, asi. prrdi.srnije locus ante tentorium, prtdistnhnt qui ante tentorium est. Hieher stellt Miklosich scharfsinnig auch trio corpus, dessen erste Bedeutung ist : imago, quae umbra efficitur. 113. W. cot, (Txtv-ìì Kleidung, axtv~oq Gerätli, axtvä-gm rüste — crxv-r-og, xv-z-oq Haut. Skr. sku sku-nö-mi tego. Lat. ob-scù-ru-s, scù-tu-m, cu-ti-s. Altn. sky nubes, ahd. skiu-ra receptaculum, ags. hud Haut. Im Slav., asl. sku-ti extrema vestis, fimbria, amictus, serb. skut limbus ; štiti scutum. -— Lit. scu-ra Feli. 134 b. W. ylvtp y).vq-oi höhle aus gravire, ylvq-nvo-g Schnitzmesser, ylvn-TTj-g Schnitzer.— Lat glùb-o schäle, glü-ma Hülse. ■— Asl. dlib-s-ti dlib-x scalpere, nsl. dolbem, golbem; asl. dlato ylvqttor scalprum, nsl. dleto, gletvo ist von der ursprünglichen und kürzeren W. dl findere abzuleiten. Für den Wechsel der Lautgruppe dl mit gl vgl. dien : glen, dlačje: glaöje, dann tl mit kl in potle : pökle. Miklosich vergl. zu dlibsti ags. dilfan. Dem adj. dliboki profundus entsprechen die Formen gliboki, gl*-boki, im nsl. globeti III. 2. immergi, wozu Mikl. ahd. klioban vergleicht. — Dem lit. lübas Rinde und dem lat. liber Bast entspricht nsl. lub Bast und gehört nicht zur Wortfamilie der W. dlib. Nach §. 38 Bild. d. N. gehört auch dhbrh f. vallis hieher, welches für dlibrh steht. Ob in ähnlicher Weise duplh cavus und seine zahlreichen die Höhlungen bezeichnenden verwandten Worte hieher gehören, ist mir nicht klar. Miklosich vergleicht duplh mit lit. dubti excavare, dubus cavus, Förstemann Gr. 15. 402 dubus und duplh mit goth. diups tief. Mit yXvqai glubo vergleicht Forst. Gr. 14. 305. goth. kliuba, (ahd. klioban). 138. W. yoagi ygeiq-m ritze, schreibe, ypaep-i? Schrift, yQaq-i-s Griffel, 7PLinie, yrtda-ua Schriftzeichen. Goth. grab-a oxùnrw, groba Grube. Slav. W. greb 1. scabere, pectere, remigare. greh» greti, nsl. inf grebsti, serb. grepsti ; grebi, grobi fovea, sepulcrum; groblja, grobište, grolunica, serb. groblje ; grebhch remex, greblo, greblja remus, nsl. greblja, grebljica rutabulum, über dieVerbindung der Bedeutungen vgl. veslo remus und veslica batillum N. 169 und Homer Odyssee 11. v. 128, 23 v. 275 wo man im Binnenlande die Ruderschaufel für eine Getreideschaufel ansieht, vgl. der See, die See (ursp. Ein Wort). grebenh m. pecten, carmen, izgrebh f., izgrebije trama, stupa, ogrebe-nati V. 1. pectere, serb. ogreb, ogrebnica der Flachs der beim Raufen an der Raufe hängen bleibt, ogrebati, grobulje pecten foenarius; sigrebije quisquiliae sordes, vgl. Gurt. 114; zagrebx inf. auch zagresti defodere; zagrebi agger, Zagreb ; izgreti effodere ; nagrobhui qui in sepulcro fit; ogrtbati scabere, nsl sneg, koruzo, bučele ogrebajo ; pogreti I„ pogribati, pogribati V. 1. sepelire, pogrebi sepultura, klruss. auch cella; pogrebeniki, pogrebhniki, panis subcineritius ; pogrebitelh, pogrtbatelh funerator, pogrenije sepultura; prigrobije officium funebre ; prigren&ti II. corripere ; nsl. grebenica, grobati, graba, grabica. Im nsl. ist das verbum in der II. CI. üblich von ogrnoti, zagrnoti, razgrnoti, preginoti in der Bedeutung tegere und ist das Etymon so weit vergessen, dass man in dieser Bedeutung das Wort fortbildet zu ogrinjati, razgrinjati, ogrinjalo, dem serb. ogrnuti zagrnuti entsprechen die Imperfectiva ogrtati zagrtati, gehören also nicht hieher. Die Redensarten putice grebó und listje grabiti grabljati, sneg ogrebati und seno «grabiti srb. sij eno «grabiti, ferner die Werkzeuge grebeni und grablje berühren sich so nahe, dass man grabiti und seine Derivata hieher zu ziehen geneigt sein möchte, indess Miklosich vergleicht grabiti mit goth. greipan ahd. grifan, greifen. 155. W. are/ irrsy-co decke, mty-ij, ztyrj, aziyog, riyog Dach, axty-uvó-g bedeckt, mty-vó-g dicht. Skr. stliag, sthag-à-mi tego, occulo. Lat. teg-o, tec-tum, teg-i-men, teg-ula. Altn. tliek Dach, ahd. dak-ju decke. Slav. W. steg tegere ; o-steg-r., ostegin. m., ostegnu f. vestis, osteži. £, osteža chlamys, na-steg-nu f. sandalium ; pro v. russ. po-steg-okuica funiculi genus, nsl. stog-la lori genus ; lit. stog-as tectum ; stogi, acervus, usi. stog horreum Harpfe, Heuschober, ebenso serb.; dann: debel močan in rogovilast kol, na kterega se seno in žito sklada, darum neukreten kot stog, konj se stoži bäumt sich ; stožanje Thürstock, stožaj cardo ; asi. stežen. cardo, nsl. stožer cardo, vrata na stežaj (stržaj) odpreti angelweit, russ. na stežh ; čeli. stežeje cardo, serb. stežer, stožer der Baum in der Mitte der Tenne, um die dreschenden Pferde daran zu binden V. St. Karadžic, ček stožar Fehmstange. 161 W. qlty opiUj'-w, yhy-t-fr-a brenne, leuchte, (plty-fici, rpkyportj Braud, cpfoy-vQo-g brennend, cp/.ug (St. qloy) Flamme. Skr. bhràg' bhràg'-è fulgeo, splendeo, bbràg', bharg-as Glanz Lat. fulg-e-o, ful-gur, ful-men, ful-vu-s, llag-ra-re, fla-vu-s, flam-ma, Hamen Priester. Goth. bairh-t-s à'fj).og, at-bairht-ja imcjaivw, ahd. blichu splendeo, (nhd. blitzen). Slav. W. bkg, daraus bli.zg, bli.sk; bksn&ti (aus bli.sk-iin.-ti) II. aazninztiv coruscare, bkski, blnski. splendor, nsl. auch radius ; bliskati, bliskati sa V.l. micare, blnskovati sa VI. splendere ; bli.stuti III. 2. fulgore arüßstv (Thema blhsk, sk in st vor »), bli.štati sa III. 2. nitere ; blistati V. 1. effulgere, bli-stanije liilgur, iz blistati V. 1. effulgere; brizgi, diluculum hat noch das skr. r bewahrt, hieher rechnet Miklosich auch brtza betula, ahd. bircha, nsl. breza betula und vacca maculis albis sparsa. 1 «.stati sa nsl. lesnoti, leščati se, leskati, lesketati, lestenec, podlesk stellt Miki. zu Skr. W. ardž ardž-una albus, gr. àoyó-g Curtius Nr. 121. 162. W. (pQvy cpQvy-co dörre, cpni’>y-avo-v dürres Holz, ynvy-t-zno-v Rust, cpovn-TÓ-g geröstet, Feuerbrand. Skr. blirg', bhrag'g', bhrg'-ä-mi, bharg'-a-mi frigo, asso. Lat. frig-o röste, brate. Slav. W. pri.g frigere, poln. pierzg sie II. bersten, prag prov, russ. L assare, poln. II. sitire; prtga, pri.žina novella tritici grana, russ. perga Blüthenstaub, poi. pierzga Stopfwachs, nsl. prga Oehlkuchen; pražiti IV. frigere pregelu, nsl. pražiti, pržiti frigere, prežati siccare, prežati se (glavine) ; pržolica, prazeli, prazelci, pražole, bržole pl. Rostbraten ; praži.mu collyra ; Čeh. prabnouti, pol. prazyó pregeln ; pragnqc sitire (vgl. goth. thaurstei sitis cum thairsan arefieri) ; hieher gehört wahrscheinlich auch prägt liinen und Praga, vgl. sin bei 112 und stog bei 155, ferner a'iO-ca, uiOnvaa, aedes bei Nr. 302. (Mild.) In Skr. bhrdž littera initialis non quadrat, confi bltha Nr. 562. 166. W. «j; «V/ «7Z"m schnüre, würge, àyy-óvrj Erhengen, dyy-i, dyy-ov nahe, dy-vv-fiat, dy-o-nui, dy-tv-ca bin geängstet, betrübt, dy-og Angst, Betrüb-niss, ay-ö-og Last, dy-O-o-jiai bin belastet, geängstet. Skr. ah-u-s eng, Drangsal, all as, ah-a-ti-s Angst, agh-a-m Debel, Sünde. Lat. ang-o, ang-us-tus, ang-or, ang-ina Bräune, Angitia (ital. Göttin), auxiu-s. Goth. aggv-ja, ga-aggv-ja beenge, aggv-u-s eng, ahd. angu-st Augst. Slav. W. vaz II. III. 2. prehendi V. 2. ligare ; važa vaz ati V. 2. ligare, nsl. vežem vezati V. 2, naveznoti komu kaj II; vez fi ligamen, vezelje Waldrebe, vezilo ligamen ; veznoti, oznoti stecken bleiben ; vaza, vaza, aza tortura, ligamen, vinculum, usi. oza career ; vazanica ligamen ; vaziga nervus piscium ; vAziki, aziki angustus ; vazi.nh m. ligamen j vaziti III. 2. prehendi ; vaslo ligamen ; vasti I. firmare (vezeni, acu pictus) ; va že, aže funiculus, važoplethci,, ažeplethCh restio; vazli, a,zli. ligamen, vinculum, fascia, amuletum, nsl. nodus ; vazi vinculum ; vazhniki, ažmiki aziniki captivus; ažika consanguineus ; ažište, ažistvije fun is ; ažhnica, azi,-nica, azilište, azilimica carcer; azina, azosti., azota angustiae; aziti IV. arctare, azmeni, m. rò axtvóv fretum ; jaza morbus, quia angimur, nsl. ira und Reit-bank vgl. klišta ; gažbica vimen nsl. gož fi, goža ein Band bei Holzgeräthen, das g scheint hier wie sonst j und v einen Spiranten Charakter zu haben, vgl. gasmica mit asinina, vasmica; vivazati V. 2., zavazati V. 2.; zavazeuijo carcer; nsl. zavez; nava-zati V. 2., navasica, naasica, uaazi amuletum ; naazhnica amuleta conficiens ; obazati (f. obi-vaz-a-ti) V. 2, ob.»zovati VI, obszalo čeli. obäslo, obazauije, ob.Aza, ob.Azi. f. res ligatae, sarcinae ; obažati V. I. coarctare, obazi ligamen; nsl. odvez ; povAzati V. 2., povAzika, povazi ligamen ; nsl. podvez ; privezati V. 2. privAZOvati VI., privAza, privasi, privAska, privazi, priaza, priazi; privAzati V. 2-, privezovati VI, pnvAzika ; privAslo fasciculus ; pri-vaza corrigia nsl. Ueberband; nsl. pretvezom-sti alio loco ligare ; prtaziki praeangustus ; razvažati V. 2., razvAzanije solutio ; sivAza, sivaza, siaza carcer, vinculum ; sivazati V. 1. u. 2., sivAzli.ce, svAzlce, sivazi, sivazi, siazi vinculum; sivaz'uvati V. 1., sivAzimiki, sivazi,-niki, sivAZhüh m., sivazi,m. m. vinctus, sivazi,ni adj. vinctus ; sivAZ.iti III. 2. haerere ; sivaslo vinculum; siažati V. 1. siaziti IV. conprimere, siaženije n. comprimere ; siažiki consanguineus ; siažtniki, siaziniki socius captivitatis, siazati V. I. consanguineum esse; sazimi, m. captivus, nsl, sužen richtiger sožen servus, sažimica captiva, sazimi,stvo captivitas ; uvAzati V. II. ligare, uvasIo diadema, uvAznati 11. coronare und prehendi, uv Asti 1. coronare. ’ C 177. W. oni, gehe, ffti%o-g, atollo-? Reihe, rmyno-fim schreite einher. Skr. stigh (unbelegt) ascendere. Lat. ve-stig-iu-m, fa-stig-iu-m (?). Goth. steig-a avaßairm, staig a Steig, ahd. steg-a ascensus, semita, mhd. steig-el steil (Steg, vgl. mcrog Pfad mit Lat. pon(t)-s, Slav. pati, Gurt. 349) Slav.W. stiig stig ire; do-stig-ns-ti II. iyixvii&at; do-stig-m dostištiI. venire, destinati V. I. u. 2. assequi vgl. do-iti, do-tešti ; ustignxti venire, na. stignsti consequi, postigi occupatio, postignxti, ispostignxti, postigati, posti-zati, sistign*ti assequi, dostizanije, dostiženije, dostižhni, dostižimi, nepo-stignomi etc. ; sthgda, stbgna platea, nsl. stegna Triebweg; sthza, sthzica, nsl. steza, stezda semita ; stega prov. russ. via 208 und 564. W. ig, eì-/il (aeoi. è'fi-fu) — fu/n, 3. d. èrr-ri, ev-su-rw Wohlsein, istvi>ni sufficiens; prisxthstvije n. adesse, croat. prisutstvovati VI. adesse; prisxstije praesentia; otisathstvije absentia; otisx-thstvovati VI. abesse : visxthstvovati VI. inesse, visxsthni adj.; prT8Lsti.ni> supernaturalis, prusxsthstviti sa IV, prismšthstvljati sa V. 1. supernaturalem esse ; isti 1. qui vere est, 2. idem, 3 ille, 4. principalis, 5. genuinus, 6. insitus, 7. purus, 8. vehemens Miki. Lex., nsl. auch, wenn ich nicht irre, in: bašti jeste (f. jestn wie slovenski f. slovinhsku) je : ja wohl, est ist der Fall. Mikl. leitet isti Bild. d. N. §. 74 unmittelbar vom Stamme jes ab durch die Anfügung des Suffixes ti, vgl. ir-tóg. istivi verus, istovi, istinhniki ; istina, istovina veritas, vgl. das philosophische Ontologie; istinovatiVI., istinhstvovati VI.; istovr., istim.no, istim.ni; vere, neistovi insanus; jestvije natura ; jesthstvo ovvia; jesthstvovanije inagl-ig; jesthstvoslovhch m. physiologus ; jesthstvum, naturalis ; bcsprt.stnene continuo erklärt Mikl. Bild. d. N. §. 136, dass es aus bezi prusmene entstand, welches aus pri-jes-ma im Sinne von pristati cessare zu stehen scheine. 216. W. ma i-mrjr stellte mich, l'-arrj-fii stelle, aru-aig Stellung, Stand, Aufstand, ara-alv Ständer, Seitenbalken, arà-fivo-g Krug, i-aró-g Webebaum, rrrn-fimv Aufzug, urrj-lrj Säule, (rta-tr^ Gewicht. Skr. sthà ti-shthä-mi (zend. hi-ctà-mi) sto, consisto, sthi-ti-s status, stha-la-m locus, stha-vi-s Weber Lat sta st-o, si-st-o, sta-ti-m, sta-ti-o, Stà-tor, sta-tu-s sta-tu-o, statua, stà-men Aufzug, sta-bu-lum, sta-bi-li-s. Ahd. stà-m, goth. stan-da stehe, stath-s Stelle, ahd. stedi Statte. Slav. W. sta II. V. 4., sti III. 2. (in der Conj. wird i zu oj gesteigert) consistere, stare; sta-ti I. sta-nx sta-neši II., sta-nx-ti stanx II., stoja-ti stoj-x IH. 2. consistere, stare; staj m. mansio (aus sta-j-i); staj adv. statim; sta-j-a casa, deversorium ; stajati V. 4. consistere, devertere, superesse; nes tajati usi. deesse; stajanije statio; sta-v-i compages, statera ; sta-v-a articulus, dp/io»1/«, staviti IV. statuere, slavati V.l. consistere, stavilo statera ; stavi,ci, m. scutella; sta-do grex, ahd. stuat grex equorum, sta-da f. grex, stadi, gregatim, sistadastvovati, stadhstvovati gregatim pasci; stajnija stabulum, sta-li fortis, stalosti, fortitudo ; sta-mem (?) azufirog ; 225. sta-na, sti-na (Wurzel sti als Nebenform zu sta und die Grundlage für alle mit stoj anlautenden Worte wird gesteigert zu i Gr. I. p. 136, 4, a, Suffix: na §. 49 Bil. d. N.) Felswand, saxum, murus, stinije scopuli, st mati moenibus conclusus; stimi ca cimex (wie ahd. uuantlüs ; Wentel, Wanze); stmaniki caementarius ; sttnani praeruptus ; pndistmije rtooztt-/j,aua propugnaculum ; pristini] e mumimentum nu- QUTSÌ-/_l, ostati,m., ostatimi, ultimus, ostajati V. 4. manere ; ostoja obsidio, ostojati III. 2. obsidere ; podi.stava basis, hung. sl. podstat i substantia; podi,stavi, basis, torcular; podi>stati, -na subjacere ; postava depositum, textus, materia, čeh. licium, nsl. statura, lex, postavitiIV., postavljati V.l. statuere, postavljenije collocatio; postavi, toros, lignum e quo stamina dependuntur, tela, fascia, serb. linteum, russ. textura, postavi,ni, textorius; postavi,ci, m. tela; postanije origo, postati, -na oriri ; postati, f. pars nsl. series ahd. stat ags. stede; postojanije statio, postojani.ni, stabilis, firmus, postojani.stvo, postojati III. 2. stare; pristavati V. I. venire; pristaviti IV., pristavljati juxta collocare, pristavljenije; pristavi magistratus quidam, pristavimiki. curator; nsl. pristava villa; pristavhništvo tutella; pristavhstvo oeconomia; pristalimi, m. advena; pristanije, pristanište portus; pristatelimiki assistens, pristatelimica; pristati -n«, pristajati V. 1., pristojati III. 2. adstare; pristaviti IV. mivtiv sedare, [istccti&wcci transponere; pristaviti für pridi staviti constituere; pristavljati V. I. transponere, pristavljenije; pristanije cessatio, pristani, f. bezi. - ni sine intermissione, continuo, nsl. prestando navffig, prestam abgestanden, pristati, -n«", naveoOui, pnstatije intermissio, pristajati V. 4. cessare; pristojanije n. stare coram, pristajati III. 2. adesse, assistere; pridi,staviti IV. apponere, pridi,stavljati V. I., pridi,stanije praefectura ; pridistateli, qui adstat, pridi,stateli,nica; pridi,stati, -nL praesse ; pridi,-statijc praesidis dignitas, pridistajati praesse; pndistojanije excellentia; pridistojati adesse ; rastaviti IV., rastavljati V. I. separare, rastanijc n. separari ; instati, -na; s» discedere, nsl. rastanek discessus, rastajati s» V. 4. distare, rastojati III, 2. distare, rastojanije intervallum ; sostavi compositio, articulus, modus, elementum, sestaviti IV. componere, sestavljati V. 1. sestavljevati VI.; si.stavi.nike advocatus ; sestavhne adj. ; sestani,ke m. convenire, sestanx.ti, sestati, -n» II., sestajati V. 4. convenire ; sestateke quae quis moriens reliquit ; sestojne avaratiy.(iv ; sestojati III. 2. consistere ; ustave finis, terminus regula, definitio, sententia, decretum, vinculum, requies, intervallum, ustaviti IV. xuO-iardvcu, ustavljati V. I., ustavljeni je, usta- vi,ne adj. ; ustameniti IV. constituere vgl. stamene, ustamenjati V. I., usta-in enjenij e; ustanoviti IV. arcere, vgl. stane, ustati, -n» cessare, stare, ustaja-nije n. cessare, ustojati III. 2. stare, valere. 219. W. rjTtucf, arefiß azspLcp-vlo-v ausgepresste Olive oder Traube, d-aTtfifj-yi unerschütterlich, ungekeltert, artii-ßa erschüttern, misshandeln, ffToßi-co, crtoßd£-(o schimpfe. Skr. stambh stabh-nò-mi, stabh-nä-mi fulcio, innitor, offendo, stambh-a-s postis. Ahd. stam truncus, stamph pilum (Stam-pille, Stem-pel), stamphón stampfen. Slav. W. steh, sthb firmare ; nsl. steber, als. stob ore columna ; serb. stobor aula, vere septimentum ; prov. russ. zastebka Knopf ; sti,bli, m., stob-lhci. m. caudex, stoblije stipula, sti,blo caulis, caudex, nsl. steblo culmus, croat. stablo arbor ; im Lex. vergleicht Mikl. bei sti,blo auch nhd. Stamm aus stafn, ahd. stif steif, lit. staibai, lat. tibia, gr. ancpQos, und weist auf den Zusammenhang mit N. 233 hin. 224. W. creqp (f. aren) crzttp-co kränze, UTtii-iiu, arécp-og, azécp-nro-g Kranz, o-rff(i-dvtj Umkranzung, Rand. Skr. sthà-p-ajà-mi colloco, fundo. Lat. stipa-re, stipatores, stipulari, stapia Steigbügel. Ahd. stif-t, mhd. staf-e, stapfe, ahd. stifulèn folcire, mhd. understivel fulcrum. Slav. W. step, stop, poln. sta p II. ; stepeni, ßdtrig gradus, ags. stapan, and. stefna gradi; stepenimi, adj.; stopa vestigium, planta pedis, gradus ; st * p a pedica, mortarium, nsl. Stampfe, pl. Stampfmühle ; stipalo vestigium, planta pedis ; stopati V. 1. incedere ; stop en i> m. vestigium ; stopiti IV. incedere c. ags. stapan ; stopanije, stopljenije gressus ; vestopiti IV. ascendere, Vi.sto.pati V. I. ingredi ; zastopanije tutela, zastopati V. I. opitulari, zastopiteli, tutor, zastx.piti IV. protegere, zastople-nije, zastopovati, zastopi. tutela, zastopniki., zastopimica patrona ; istopati V. 1. istopiti egredi, nastopati V. 1. calcare, ingredi, nastopiti IV. calcare, obi.stx.pati V. 1. circumdare, obi.stx.piti IV. cingere, obesto-plenije n. circumdare ; podi.stx.piti IV. subire ; postopi. gressus ; postx.pi.ki. vestigium; postopiti, postopati procedere ; pristx.pati, pristopiti, pristopljenije, pristopovati, pristopi, accessus, pristx.pi.n i. adj. ; pr r.stx.pi., prestopati, prestopiti transgredi, prestopljenije, prestopovati, prestx.pi.ka, prestx.pi.niki., prestx.pi.ni, adj. ; ras tope intervallum, rastxpiti sa, rastxpati sa dissolvi, separari; sistxpi m., sxstspljenije n. congredi, sistapati, sistapiti; ustapati cedere, ust&piti. Das slavische stipiti treten correspondirt in der Bedeutung vielfach mit stati stehen, wesslialb Miklosicli in der Leipziger-Ausgabe der Radices ling. sl. dasselbe zu stati gestellt haben dürfte, es mit skr. stà-p-ajà;mi zusammenhaltend. In den in den Denkschr. d. Ak. veröffentlichten Wurzeln d. Altsl. werden die Wurzeln steb (steber), sttb (sthblo), step (stepenh), st&p (st&pa, stxpiti) mit skr. stabh stambh und weiters mit slav. stli»b (stliba columna), stkp (stHpt columna) verglichen. Vielleicht könnten stap und sta durch das Wort sta-p-t stapia Steigbügel vermittelt werden. 226. W. criy (Tz/f-M steche, ariy-jia, irny-firj Stich, Punkt, Mahl, anx-Tgefleckt. Skr. tig' tèg'ajà-mi schärfe, tig-ma-s, stechend, scharf, tik-ta-s bitter, teg'a-s Schärfe, Eifer. Lat. di-sting-u-o (ào-r/^w), in-stinc-tu-s, in-stiga-re, sti-mulus, sti-lu-s. Goth. stigg-a, ahd. sting-u, stihh-u steche, goth. stik-s atiyfir/, stak-s erahd. stachila Stachel, stihhil Stichel. Hiemit scheint verglichen werden zu können die Slav. W. tik II. nsl. auch III. stecken; tik-n*-tiv II. figere, pungere pulsare, praecipitare, suffocare; nsl. tečim, tečati III. 2. haerere; tik praep. juxta; croat. ticati palpare; croat. serb. taklja, trklja pedamentum; russ. tlcath trudere, tknuti. pungere; tiknxtije fixio; tiki comparatio: radosti, bezu tka; ti.ki.nn> adj. iooì aequalis, croat. takmen aequalis, serb. utakmice, takati se ludere par impar; tikimhni aequalis, ti.k7.mina paritas, tikimiti aequiparare; serb. takmiti, utakmiti aequare; tikimežh, ttktmežije pactum; tT.ki.ma, ti.ki.mo solum; tičhniki aequalis; ttčij* solum, gde tičiju quam primum; t-f.ci.niti IV. comparare, tičhno pari modo, tičhnomtrhnt adj. iaófiezQo?, tičhni. similis, tičknjavati V. 1.; tukanije offendiculum; tukati V. 2. pungere, tangere, ki nas tukahu qui ad nos pertinebant; twcati V. 2. pertinere, vere tangere; twkrt, tikri., tikra speculum, tikati adsimulare V. 1. ; tičhka, tučhka, točhka, nsl. točka punctum vgl. pungere : punctum, serb. dotaci se I. tangere ; zatwkati V. 1. 2. obtutare, nsl. zatika Pfropf; istiknxti effodere, ferire, sculpere, figere, nsl. isteknoti oči; istukam sculptus, istukanije sculptura, istukati V. I. sculpere; natikati V. 2. premere, implere; natakniti imponere; natukati incutere; natučh; otitaknati extrudere, oti.tukati trudere, hieher dürfte nsl. otika Pflugreute zu stellen sein; otukati V. 1. obturare; potika rixa, pugna, kleinruss. potička, čeh. putka; potiknovenije n. figere, potiknxti II. figere, impingere, laedere, slovak. potka Nasenstüber; potuka-teknica quae incitat, potukati V. 1. pulsare, figere, implere impingere, potukilivi facile impingens; potuka,?; pritakniti II. figere, offendere, allidere, consistere, — sa conferii, pritiki annulus, fibula; pritiča parabola, nsl. priča testis, pričkati se rixari, opričen praesens, pričevanje n. testari; croat. pritač f. adagium, pričica fabula, priča impedimentum, serb. priča proverbium, narratio ; pritičevati aivhreo&ai designare, priti.či.niki, proverbiorum scriptor, pritičhni adj., pritlehni: parabolice, priti,či.stvovati VI.; pritiikanije offensio, priti,ikati V. 1; offendere, causam deferre, comparare, priti,icati V. 2., pritucati, pritučiti comparare ; pratika offendiculum, pratiknovati VI. offendere, pratiknovenije, prr,-tiknxti II. offendere, l)(‘spn;ti.knoveni,iii, offensione carens ; nsl. preteknoti (lunjak na plužnem gredeljnu), živinče je preteknjeno (lačno) ; pratikn Atije n. offendere, prttičenije offendiculum, pratiikanije offendiculum, cavillatio, praticateli. qui offendit, prt,ti,iItati V. I. offendere, — sa implicari ; nsl. pod-teknoti, podtikati se, spod — anstossen ; sitiknati IL mzavräv componere ; si,ti.či,nik-r. aemulus, sitičhniti conferre, sitičhnica aemula, si.ti.či,ni, adj. aemulus, sitičhnjavati V. I. f. tenuitas, subtilitas, ti.m.kosth, thnhkota subtilitas, tsnidco, ti.ui.er. minutim, ti.m.čati V. 1. attenuare, tam,čina tenuitas, tbnhčiti IV. minuere, ti.m.čica vestis aestiva ; ti.ni. f. lorum, ti.tu,iit. adj. lori, teneto, tenoto, tonoto rete, laqueus, decipula lat. tenus gr. révav skr. tan-tri restis, tonotr. rete ; tati va chorda ; Composita werden mit is (ìzt.)- obi.-, pr*-, st.- und u- gebildet ; tag tagnxti II. trahere, tendere, tago gen. -Lese lorum, tagosth f. onus, indignatio, penuria ; tagosthm. gravis ; tagota onus ; tagliti IV. trahere, tendere, bulg. teglilo, statera; russ. taglo pondus ; tagati sa rixari, tagaridivi, laboriosus ; tagotiti IV. gravare, -sa ßuQt-lv, tagotovati VI. gravare, tagotbna gravis ; taga labor, in Unterkrain frumentum, serb. tractus, opus, pondus und sementis, vgl. das Homerische sQy av&gmamv Odys. 6, 249 ; taža judicium, lis, pugna, rixa, onus, nsl. pondus, opera ; tažava pondus ; tažakr. agricola, tažanije agricultura, labor, tažarh m. agricola, tažateli., tažatelbnika, tažatela-stvo, tažati III. 2. opus lacere, tažela gravis : taženije extensio, tažestb onus, tažesthm. gravis ; tažeta, tažina onus, tažiti IV. trahere, tažb f. onus ; tažhba lis, tažhbivi. jurgiosus, tažbbhnik* qui rixatur, tažbko graviter, taži.ka gravis ; tažanika agricola, tažhM. angustus, tnži.cr. graviter, taž sciti IV. gravidam reddere ; tazanije obtrectatio, accusatio, tazati V. 2. obtrectare, exigere, disceptare, rixari, luere ; zatagnxti conprimere, cohibere, nsl. zatezati (besede) ; zatagotiti IV. librare; istagn«.ti extendere ; istažanije cultura, istažati III. 2. colere, arare ; istažbniki. inquirens; istazavanije inquisitio, istažanije quaestio ; istazatels inquirens ; istazatelhstvo quaestio, istazati V. 1. 2. scrutari, istazovati VI. ahetr petere, natazati sa requirere ; obatagaeavati V. 1. gravare, onerare, oIn,fagociti IV. oln,tažanije; oba-tazati V. 1. tendere ; otatagnsti II. producere, -sa elongari; ot-r,tažati III. 2. portare, -sa contendere; otatazati V. 1. tendere, -sa abstinere ; otagovati VI. otagotiti IV., otagotuvati V. 1., otagoštati V. 1., otagi-čavati V. l., otagičati V. 1., otagičenije n., otagičivati V. I., otagičiti IV., otažati V. I. gravare ; otaživi. ; o tažiti sa IV. gravari; etaži. ; otažhčati V. 1., otažhčenije ; otažsčiti gravidam reddere ; otazati intendere, tollere; otazovati VI. scrutari ; (otaštevati V.l.); nsl. otezati ponderare, otezalo statera ; polaga pondus, polagati V. I. trahere, potagn&ti II. valere, wiegen ; serb. poteg pertica, russ. potagi, lorum ; potažati III. 2. operali, servire ; po-tažina ; potažsba violentia, rumor ; potažhbhni, ; potažhniki. actor; potazanije n. actio, pacisci, debacchari, gloriari ; potazatelh qui inquirit, potažati V. 1. 2. dilatare, valere, agere, accussare, calumniari ; pritagati V. 1., p ritagli «ti II., pritažati attrahere; pritažavati acquirere, pritažanije possessio, opes, lucrum, pritažati V. 1 III. 2. acquirere; pritaževati VI., pritaženije aggravatio, pritažim pritaži.sthni gravis; p ruta guaiti II. extendere ; prttažanije n., pritažati III. 2. vergere, pritaženije praepondcratio ; pntaži. adj. iudecl. vergens ; pntazati V. i. cingere, praeponderare, usi. pretezavica pandiculatio ; rastagn&ti distrahere, imponere, crucifigere, rastagn&tije distractio; rastagT., rastažati V. 1.; rastazati sa V. ‘2. rixari ; rastagm rastašti I. Tsbsip tendere ; rastezavica pandiculatio ; sitagati V. 1. fibula connectere, si.tagliti sa conferri, sistagnxti II. avvttiitv tendere, contrahere, stringere, comprimere, sitagn&tije n. constringere, sitaza judicium, disceptatio, sitažavati acquirere, condere ; sidažanica xtij/idnov, possessiuncula, sitažanije possessio, sitazatek possessor, sitažatelhstvo lucrum, sitažati III. 2. acquirere, luere, sitsžiniki arbiter pacis ; sitazanije disputatio, sitazatek disputator, sitazatekni disputans, sitazati sa disputare ; sitazati V. 2. 1. constringere, —sa cometari, sitazovati disputare ; utagati V. 1. posse, ritagliati II., posse, otium habere, praestare, differre, nsl. vtegnoti ; utagotivati V. i. gravare, utažanije vis, utažati III. 2. operari, uta-žiti IV., utažhčiti gravare; tag — taga afflictio, angor, nsl. togota, togoten, togotnež ; taglivi angore plenus; tagovati VI. anxium esse, tagosth f. angpr, tagi fortis, tažati V. 1. vexare ; taženije angor, tažiti IV. urgere, anxium esse, aegre terre ; nsl. toži se mi, tožba querela ; istažati V. 1. affligere, potagi ànuirtiaii mendicitas, russ. potugi vectigal, pondus ; potaženije querela, potažiti I V. lugere, ss queri ; pritažati V. 1. molestum esse, nocere, pritažati IV., pritaži.ni gravis ; sitaga conjunctio, sitagi lignum quod inter juncturas aedificiorum, est, sitažavati V. 1. affligere, sitažanije afflictio, sitažatekui qui affligit, sitažati V. 1. molestum esse, affligere, affligi, sitaženije vexatio, angustia, indignatio, sitaživi moestus, sitažiti IV. affligere, perturbare ; utažiti IV. (sensus dubius). Heber die Steigerung von ,\ zu a s. Gr. I. p. 142, 7. 239. W. TtQ ztio-co, TQv-co, rni-ß-u, zov-^-o) reibe, zto-ijr (St. ztQtz) zart, zi-zQu-M, zs-zQaiv a zerreibe, durchbohre, ziq-s-m bohre, drechsle, ztQ-e-iQov Bohrer, zóoo-g Meissei, zon<’>-■; durchdringend, idjwo-,' Zirkel, Dreheisen, zoq--tv-co schnitze, zov-jza Loch. Skr. tar-una-s zart, jugendlich. Lat. ter-o, ter-e(t)-s, ter-e-bra, trib-ula, tribulare, sabin. terentu-m molle, Terentius. Ags. thra-v-an torquere, ahd. drà-j-au tornare, gotli. thair-ko Loch, Oehr (zQVfiaXia). 236. W. rt?., zcr.l, zkij-na dulden, zula-^ (St. zahtv), nolv-zla-g, zala-ó->s, rii;-iioii’ (St. rhjuor) elend zdl-arzo-r Wage, Gewicht, d-zdlctvzo-i gleich-wiegend, gleich, zdl-uQo -g Korb, ztla-ficoV Tragriemen, Träger, ról-pa Kraft zu tragen und zu wagen, zolpd-co trage, wage, Tiiv-zalo->•. Skr. tul tóla-mi tollo, tul-j-à-mi, tùia-mi pondero, tul-à libra, tul-ja-s similis, tólana-m ponderatio. Altlat. tul-o, te-tul-i, lat. tul-i, (t)là-tu-s, toll-o, Subst. toll-o, tolleno, tolerare. Gotb. tbul-a àvé/num, us-thul-ain-s Geduld, ahd. dolèm, dultu dulde. Slav. W. tr I., trn I., tra I., tl III. 1. terere, absumere ; trü, treši, trati I. rn Ißt iv terere, abstergere, conterere; nsl. terica, terilja Brechlerin; tren pot, tir, russ tornila, via trita; trlica cippus, malleus stuparius ; trača Hantuch ; traki, fascia nsl. Band, Strahi ; bulg. tor treske, zrel gnoj ; serb. tor stabulum, crates; russ. tora, zatora turba, vgl. ljudi je bilo, da se jo vse trlo ; poln. tarka Raspel; tram, spina skr. trna, gotb. thaurnus §. 47 Bild. d. E.; tratijo tritura, trenije n. secare ; trajati durare vgl. teliti; trizna certamen §. 61 Bild. d. N., trizma certamen, triznište vgl. nsl. torišče, trizno lucta, triznovati IV. pugnare, trizi,niki. athletha ; poln. vtora periculum ; vxs-tirati V. I. abstergere ; nsl. zator, ti si moj zator (pernicies), zatirati V. l. destruere, zatrati I. destruere ; serb. istrti fricare ; istren pilom ; istirati V. I. comminuere ; istor damnum ; istr uii I. exterere; natrv nsl. semita in montibus ; natirati V.l. tergere ; nsl. otre der beim Hecheln herabfallende Flachs ; otiravati abstergere, o tirateli, ni abstergendo inserviens ; otirati V.l. abstergere, o trati 1. abstergere ; potirati V.l. delere, potrati I. conterere ; pro-s-tiralo exsiccatio ; protirati secare ; protoriti impendere, protora sumptus, proton.no sumptuose, nsl. foriti dispergere ; pratira-nije n. serra secare, pratirati ; pratrana, pratrauista n. pi. mortarium, prt-trati I., prr.tridi I. serra seccare, pra.tratijo fissio ; prr,traiti I V. pellere, nsl. tirati, pretirano ; rastirati V. 1. fricare, rastrr.fi I. conterere ; si.tirati confringere, st-trenij e contritio, stirati I. conterere, confringere ; utirati V. 1. abstergere ; utrati I., nsl. utor Nutb. Mit dentaler Erweiterung tratiti absumere, destruere, stiratiti impendere, utrata jactura, utraštati V. 1. jacturam facere ; mit gutturaler Erweiterung tri-h-tti. minutim §. 109 Bild. d. N., troha mica, trošiti IV. impendere, consumere, dissipare, nsl. strohneti, strohljiv, strošek, strošiti. tra rov —; trtiti I. to iß tir terere, conterere ; zatruvalo instrumentum quo teritur, zatrti ti I. destruere; is traiti I. conterere, istratije contritio, otrati I. abstergere, corrumpere; russ. otitivt pars in qua aliquid abruptum est; potravati vuoto ißt iv fricare, potrati I., potrti vati V. 1. atterere, prid ruti 1. findere, rastrati I. frangere, rastravati V. E, sitrati I. conterere, utravati V. 1. terere ; tra TQv—; trati trova und trajal, absumere, croat. confringere, serb. intoxicare ; traviti IV. (Gr. I. p. 145. 10, b.) absumere, vesci ; nsl. traviti in-toxicare ; travilo toxicum ; croat. traviti verliebt machen; serb. traviti, trovati intoxicare ; trava gramen das Nährende, travica, travimi, travnima, travniki. ; istruii I. perdere; mitrati, •• traja - trova I., natroviti IV. nutrire, alere ; otruti - uja - ova I. veneno interficere euphemistisch abfüttern vgl. jadi. venenum ; oliava, otre vi. venenum ; nsl. otravna nemoč morbus contagiosus; otraviti IV. veneno interficere, otravhuiki, oliavi.nica, otravhčij m,, otravi.ni. adj. ; nsl. o trovati confringere, russ. dial. otruti. veneno interficere ; potrava cibus, poln. Grummet ; potraviti consumere, potrati I. (sensus dubius); potrutbni via trita; rastravati V. 1. rumpere, rastruti I. rumpere, rastriva jactura; si,traviti consumere, čeli. strava cibus, strava epulum funebre ; si.truti praes, sitrujis und sitrov* perdere, sitruti eversio. tratiti laedere, trudi labor, certamen scheinen dentale, trupi, truplo, trupati, razstrupati, potrupiti labiale Fortbildungen der Wurzelform tra darzustellen. tl, eine Abart von tr, tl-n-ti, tl-t-j-&, ješi III. 1. corrumpi nsl. glimmen, ist also das Passivum zu treti, die Passivität der Bedeutung wird durch den Yerbalclassencharakter n hervorgebracht, Gr. III. §. 193, vgl. venumdo und veneo, perdo und pereo, und Bopp, Vergl. Gramm. III. §. 739 ; tliti IV. corrumpere, tlja corruptio, tltnije corruptio, tl mi, in., tli.ni> corruptibilis, tlitelh qui corrumpit, tliteluiT. ad corrumpendum aptus, tlivt qui facile cori'umpitur; istliti IV. perdere, istinti corrumpi, istli.li corruptus, istltnije corruptio, istituì.in. corruptus, istljati V. 1. corrumpere, istljenije; potliti perdere, profitti III. 1. corrumpi, rastlitije corruptio, rastltvati coiTumpi, rastltnije corruptio, rastltti III. 1. corrumpi, rastljavati V. I. corrumpere, sitltnije corruptio, sttltti III. 1. corrumpi ; toliti IV. placare, compescere das Causale zu triptti ferre, goth. thulan tolerare, ahd. doljan, dolen, ags. tholjan, and. thola, nsl. toliti otroka, utoliti IV. arcere, suadere, mitigare, utoljevati V. 1. compescere ; utoljenije n. sedare, nsl. tolažba, tolažiti; tuli pharetra müsste nach Gr. I. 142, e und 145, 10, a gebildet sein, nsl. tul, tulec ; prituliti IV. accomodare, zatuliti abscondere, prov. russ. zatulje portus, poln. tulio applicare vergleicht Mild. Wurz. d. Altsl. mit skr. tul-levare. tlo pavimentum nsl. tlo, tla pavimentum nserb. Tenne und nsl. tir, russ. tornilo, via trita, srb. tor stabulum, nsl. torišče spatium scheinen sich in der Bedeutung des Getretenen, Gestampften zu berühren, wie tla-k mit tlačiti, tolči, vgl. ('dur; Ilias 20, 496 und Curtius N. 527, dann 344 pavimentum: pavio, ebenso tori turba und tlipa turba, wenn letzteres eine labiale Erweiterung der Wurzel tl darstellt. (Wird fortgesetzt.) Corrigenda: p. 37 Z. 21 1. Variante f. Variente. p. 39 Z. 16 1. pobicati f. polacati. p. 42 Z. 20 1. (pliy-s-V-ca f. ylty-t-O-a. p. 42 Z. 36 1. cp(ivy-g-TQov f. yQvy-s-TQO-v. p. 42 Z. 44, 45 ist prežati bis (glavine) zu streichen. p. 45 Z. 18 1. munimentum f. mumimentum. p. 47 Z. 36 1. zastxpljenije f. zasLiplcnije. p. 47 Z. 40 1. obisttipljenije f. obistoxplenije, p. 48 Z. 33 1. obturare f. obtutare. Tabellarische üebersicht der regelmässigen Tempusbildung im Griechischen. Abdruck einiger Schülerarbeiten vom 1. Semester der IV. Classe, als Beitrag zur Methodik des griechischen Sprachunterrichtes mitgetheilt von Prof. Suman. Praesens, Imperfect, Activi, Medii (Passivi) Verbalstamm, Verbalclasse Starker Aorist Activi, Medii K‘-cn, yqi-ogca^ è-yqi-ov, è-yqi-óggv aoxe-a, aoxs-ogai aoxdì, adxovgai goxs-ov, gaxs-oggv goxovv, gdxovggv nsib-co, zisib-ogcu s-nsib-ov, i-ntib-ougv 4. cp&sig-M, cp&siq-ogui, s-cp&siq-ov, i-cp&siq-óggv zi-Og-gt, zi-bs-gai è-zt-bg-v, i-zi-Ot-ggv Xeirt-a, Xsin-ogai e-Xsm- ov, è-Xsm-óggv SÉ-co, dovgai tdovv, sdov-ggv (sösov) èx-nXgaa-co, ix-nXgaa-ogui è^-s-nXgca-ov, Hg-s-nXgad-óggv ay-co, ay-ogca gy-ov, gy-óggv xogl^-oa, xouìg-ogai è-xógi£-ov, i-xogif-óugv TlEfin-CO, rtSgjI-Ogai è-ÌTSptZ-OV, S-7TCU71- ÓurjV yoi I. salben a <7X6 1. iiben m& II. überreden, Med. folgen, intr. vertrauen cpxtiQ IV. d. verderben Os I. gi, ponere (Schulaufgabe.) {tavudQ- or, Oavgiifogai -Oavgaö IV. b. i-Oavuapov, i-O-avga^-oggv] bewundern Xm II. verlassen 8s I. binden n'kay (nXgy) IV. a. schlagen, ix — erschrecken (ly I. agere xogiö IV. b. bringen nsgn I. schicken smib-ov s-nibo-ggv (bindevocallos) Dual s-bs-zov pl. s-Os-gtv Med. vollst, i-bs-ggv s-Xm-ov è-Xm-óggv Schwach. Aorist, Activi, Medii Futurum (F) Activi, Medii Starkes Perfect. Plusquamperf. Activi Schw. Perfect, Plusquamperf. Activi vyay-ov gy-ay-óggv Ttgctaa co, nqcara- ogai s-nqadd ov, smqado-oggv àyysXX-co, dyysXX-ogai gyyéXX-ov, gyytXX-óggv ngay IV. a. handeln ciyysX IV. c. verkünden gyysX-ov gyytX-óggv s-ög-aa s-äg-ddggv sg-é-nXgy^ ca * o r, sg-e-nXgy- aaggv s-yqi-da s’yqi-dciggv goxg-da gaxg-aaggv H-aeil&j-aa i-nsi[&]-dccggv « cpbsiq-a i-cpbsiq-aggv e-thgxa, sing. gy—oa. ay_dco ,T, gy—daggv ,Y ay—ogai i-x6gi[ö]-da xogi[d]-É-cn i-xogi[ö]ddggv (-opiir 7ZÌ-p-7tXrj-pi, ni-p-nXa-pai i-nipnXij-r, t-mpnXd-prjv ni p-nnt]-p<,7ii-p-7iQU-pca è-7iip7iQT)-v, è-mgngdprjv bindevocallos i’p«io, ina-pai (lied. act.) i’pto r/oa-or, ijoci-pijv r/pwr ipQiòptu (Pass. Bed.) TlQbiprjV rpt Ài I. lieben bindevocallos l-GZTj'V p irp III. werfen òpvy IV. a. graben ìa I. lassen do 1. pi. geben ffcpaX IV. c. wanken machen ■/.on III. httuen Dual u. pi. bindevocallos t-do-zor, e-do-p Med. vollst, è-dó-pyv (e-ocpaX-ov ì-oqaX-óprp) é 1. pt. sende I. ackern ir/Erp I. nähren nXa, f. Praes. u. Imprf. I. pi., nt.Tjä (nXrpho) I. f. d. übr. Formen, füllen i riga, f. Praes. tč. i ImpVf. 1. pi., ; I Tzorjä (nprjüw) I.\ f. d. übr. Formen, I brennen io « 1. I f.d. übr. Formen] mit a erweitert \ Dual, pl. bindevocallos si-zov, ti-ptv Die beiden Verbal-adjectiva Anmerkungen, zum Theile reproductiv t-ziXt-GO. i-TtXt-nnprp’ ztXi-Gat und ZtXcò T(XÉ-GOpal u. zsXovpai Ts-T éXt-xa Ì-Tl-TtXÌ-XttV Tc-xtXi-Gopai TirhXixiòg i.Gopai zs-TtXtG-pni Ì.-Th-Tt'/.ÌG-UTjV i-ztXiG-Itr^ ■■ TtXsa&tj-aogat zeXea-zóg zeXtG ziog ziXog (St. rtXeg) Ende, ,,Ziel“, zéXXco, rsXeib>, zéXtiog, TiXtvzy, ttXtvzdco, TtXtvzaìog ; tiXtz-q Weihe, ztXtG-zrig, ztXtG-zì]niov, zd riXiazripiaTelesterien. S-GZTj GU arrj-Gm Dval, pi. t'GTTj-Xa è(e'll-GTTj-X(IV t é~(T7YlX^_(T0ò (t-OTCt-pat i-Gzd-ÖTjV GZad-ìj-GOpCU Gzazog Gzd-Gig Stand, Aufstand, Gza-zixóg , , • i / /■ / \ Cii i *7 i-GTTj'GCtpyr GTij-aopai bindevocallos t-Gra-Tor t-GTCl-pll', t-Gia-Gctr t-GTyxlouai SO-QlCf— (TOUCH (Ò’QMf còg 8(70UCCI t-Gzd-prjv) aza-ztog statisch, Gzczzixij (zixvrl) Potatili, aza-Trpp Geivicht, Stater; Grazila setze fest, GzaziGrixóg statistisch, GxaziGzixri Statistik ; gtci-piv Ständer, Grij-Xtj Säule. — Lat. sta-re, sta-tim, sta-tuo, sta-tua. — Deutsch : stehe, Stand, Stelle, Stätte. — Slav. sta-ti. so-picp _oa ,, , 1p , fp-Qicp—GaprjV .. V piqp_(TM .. 'P Qiqi—Gopcu sp-pup-a ig-picp-tir eò-pip-pai , ,t,<5p) ip-nip-prjv ( ip-pirf-rjv ià-óiq-rhjv QKfi&ij-oopat pin-zóg (qp) (UTl-reog (, Qtipig, pippa, Qt7i-7j Wurf. , 5 wp V%—GK , T, bipv^Gaprjr , . 1 opejf—'X w t > / s OQV/_GOpCU òp-cópvpa òi)Q- xé-xocp-ct é-xe-xóijp-i/y è-GcpnX-xrt i'GcpdX-xiti’ è(TCfia).XCC g 8(70licci , XV XS-X07T La OUCCl xexocfcòg èuouai SGquzX-ptzi i-GcpdX-ptjV xtxop-pai (tz) i-XS-XÓp-ptjV (n) è-GqidX'tjv i xotr.tjr GcpaXìjGopai xomj-aopai xon.zóg xon-xèog GcpdX-pa Fehltritt, d-acpceX-ijg sicher, aqaX-tpog unsicher. — Lat. fall-o, fal-sus falsch, fall-ax, fallacia. — Deutsch : fallen. xóp-pa Komma Einschnitt, xonf Hauen, xon-ig Messer, Slav. kopje. i.(fiXrj-Gci i.cptXrj-Gciurp’ qiXrj-Gbì cfiXrj-Gopai Tie-qtiXri-xa i-Tn-rfiXij-xiiv 7T8-q>lll]-(70UCCI TTsqihrjxcòg sao/iai Tze-yiXrj-pcu i-rzs-cfiXrpp^v i-qiiXrj-itilv qnXr/thj- Gopai qp iXij-zóg (fiXrj-réog qiiXog lieb, q tXo-Goq in Streben nach Weisheit, qpiXia Liebe, cpilgpa Kuss, ipiXijzcop. ij-xa, sing. tJ-(7to Tj-Gopctl it-xa ti-xiti’ sixcog 8(70ucci ti. pai ti'-pyv hi-{tìjV PXìj-aopai i-zóg è ztog tiara eile, strebe nach etivas, wünsche. V Tipo-aa ijpo-oäprg' àpÓ-Gb) do ó-Gopai (ctp-rpo-xa d(ij)p-r;po-xtir) àp-ripo-pai à(i])g-TiQÓ-pt}v r’pó-&t]>’ dpodij.Gopui doo-zijpAckersmann, dpo-zogAckern dpo-zpov Pflug, upovpa Ackerland. Lat. ara-re, ara-tor, ara-trum, ara-tio. — Slav. ora-ti, ora-lo, ora-tar, ora-e. „ pi E-irpscp—Ga (r) V XI) , (dtp(cp_GKurir (t) ,, , W T7-pi(jp_cn» (t) ' / xp &giQ8Cf LGOUUl) (t) ' TBZQOCftog 8G0HCU ri.xtpap-pai (z) (qp) i-zt-itpug-pTjV Ir) (qp) i-zpdcp ìjv i.&pecp Ptp (r) {XptTfzóg (r) (ss) Ppen-Zhog (r) (riv (») 7zXijGitij-Gopcu (TtXrjG-rog) v>) r TrXrjG-rtog (») TiXi-cng, TtXrj-pijg voll; TtXrj-ävg, nXrr äog Menge. Lat. im-ple-o, plen-us. — Deutsch : füllen, voll. — Slav. poln, polniti. j č-TTorfi}] Ga I i-7tpr][&Vff(ipi]i , ^p([l>].(7to Ttprfidj-Gopca rti-nprfM-xct Ì-7lt-7ipÌj[(X]-XEl 7TE-nprf\>)-aopni > TifTtprjXMg eoo pai ti i- nptjG-pai '(#) i-TTt nprpr-prp («>) i-TZprjG-Ihjr (S) 7tpriG&Ti-Gopa.i 7ipì]-dwv Brand, ndrjo-z-sp Blitz, Sturm, Tzprj-paivw blase heftig, 7rQrjGig, Tzgijapct. — Slav. pai-iti, pla-men, pe-pel, pal-ež, za-pal. rjonodprjv u. ripaGGciprp (ep. ijpUG.pCU (Bed. activi ipKG-&rp (Bed. activa ipCtG&li-GOpai (Bed. activj ÌQKG-zÓg «pro? Liebe, ioanxog erotisch, tnrta-zr'g Liebhaber, inuzeivóg lieblich. Jahresbericht. 'a g Z" 2) > O ß ra 53“ o rti p rti ö 02 oo (M 00 bo co 02 C/2 L-Z bo O) O '« c c ed -- ODd 03-03 « U .2 O 5 > a o^r N -'*«>.2 o CO in co rt co "c« ^ s-a o >-> "rt Ph H ài § >> rt P* a -a bo Ji rt Id 52; bo C rt "rt g 'do «M rt r* "rt a I rt Trt CO S* «V rrt ^ rtPH 2 rt j -rt 22 ■43 o rt m a L a ^ rrt 9 ■+2 S Ž 22 "rt m S O) do 2 2r rrt 9 -ti -P* *2 rt s» o M 'o Ä 42 o 3 0> d) 'C p O O rtC -rt o co -♦-* M L. 5 CO cd ’« Of CM .s« <0 5 CO a .«r : o rt Ì-3 <1 00 i >; cd 03 " CO h o > 9 co 0.2 s-g, .2 rt O0 00 jd o rt Oj 2 > mi in rt rt bJD rt rrt rrt rt 3 bo rt 3 -rt < Trt rt 3 bo rt rrt ’th rt rt rrt N S- r—1 03 a 03 /5 Q= aJ- 03 s co * CD 3 rrt rt 3 rrt « S —s ®o* S (M Q, 'ti 02 §J2 r^-Z rt .£ rt 'H 0- '2 rt 03 £ fl 03 72 « ju rt bo -o -3 L- Ö X 03 „ M rt C S Cd :0 s rt« 03 43 rti O 03 cd *2 > 'rt cS r—J a .S J'S r ? L. 2 O Z s I • ■So g rt rQ 2 rt rt S g.'3 M cd C E O m ' CQ g»M " S-S, 9 3 g ryK» N Jjl-Š S (fl 9 bc 2 o ö rt c 9 St. Tempus- und Moduslehre. eingeübt an entsprechenden Stücken d. Uebungs buches. Elemente der Prosodie und Metrik. Cäsars B. G. I IV. Monatlich 2 schriftliche Arbeiten. 4 St. Wiederholung der Verba auf CO, die Verba auf Ul und die der übrigen Klassen, eingeübt an den Stücken des Uebungsbuches, Vokabel -lernen, ausgew. Griech. Lesestücke d. Uebungsb. Monatl. 2 schriftl. Arb. 3 St. Wiederholung der Grammatik, Lesen. Erklären. Memorieren und Vorträge ausgewälter Lesestücke, das wichtigste aus der Lehre von den Geschäftsaufsätzen und die ( Grundzüge der deutschen 1 Metrik. Monatlich 2 schriftliche Arbeiten. V. 27 2 St. Allgemeine katholische : Glaubenslehre. 6 St. Livius XXI. und ein Teil des XXII. Buches, Auswal aus Ovid, Wiederholung der Grammatik. Wöchentlich 1 Stunde grammatisch-stilistische Uebungen. monatlich 2 schriftliche Arbeiten. 5. St. Xenophon : Aus der Chrestomathie 5 Abschn. der Kyropädie. Homer : Ilias si. Wöchentlich 1 Grammatikstuiide(Casus-lehre, eingeübt an den betreffenden Stücken des Elementarbuches u. Wiederhol. d. Forrnenl.) Monatl. 2 schriftl. Arbeiten. 2 St. Lesen und Erklären ausgew. Stücke des Lese-buciiei«, Vorträge memorierter Stücke, Elemente der | Metrik und Poetik und epische Dichtung nach dem Lesebuche. Monatlich 2 schriftliche Arbeiten. I VI. 26 2 St. , Die besondere katholische Glaubenslehre. (> St. Vergil : Ecloge VII und IX. Aeneis I. Sallust : BellumJugurthinum. Wiederholung der Prosodie und Metri k. Wöchentlich 1 Stunde grammatisch-stilistische Uebungeu. monatlich 2 schriftliche Arbeiten. 5St. Homer : Ilias /£. //. (”) I Herodot VII. Wöchentlich 1 St. Wiederh. d Formen- u. Casuslehre, Erklär, u. Einübung der Lehro über die Präposit., Fürwort., Arten d. Verba, Zeiten und Modi. Monatlich 2 schriftl. Arb. 3 St. Lesen und Erklären ’iusgew. Stücke des Lese-| buches, Vorträge memorier-1 ter Stücke. Abschluss der, Poetik, didakt. u. dramat. Dicht., die pros. Formen, aie wicht. Erschein, d. ält.| Litteraturperioden nach dem Lesebuche. Monatlich | 2 schriftliche Arbeiten, i 1 VII. 27 ! 2. St. Katholische Sittenlehre. js St. Vergil : Aeneis III. und i Episoden aus X. und XI. iCicero : Oratio pro lege Manilia. Wiederholung der Prosodie und Metrik. Wöchentlich 1 Stunde grammatisch - stilistische Uebun-;gen, monatlich 2 schriftliche Arbeiten. 4 St. Demosthenes : Die 3 Olynth. Reden und die Rede über den Frieden. Homer: Odyssee l. X. Alle 14 Tage 1 St. gram.-st il ist Uebungen unter Wiederh. ausgew. Partien der Formen- u. Satzlehre Mon.l od. 2 schriftl. Arb ;> St. Die wichtigsten Erscheinungen der deutschen Litteratur von Luther bis zum Tode Lessings nach dem Lesebuche. Göthes Hermann und Dorothea, freie Verträge, Monatlich 2 schriftliche Arbeiten. ! VIII. 27 (28) 5 St. Auswal aus Horazena Oden, Epoden, Satiren und à Episteln. Tacitus: Agricola ,, , . , . und Annalen I. Geschichte Zehent, i.-h 1 Stunde gram-der christli- ,„^tisch-stil isti sehe Uebun-chen Kirche, ^^n, monatlich 2 schriftliche Arbeiten. 5 St. Platon : Apologie und Kr ito n. Homer: llia* 1 Z. 2'. T. T. Alle 1 1 Tago 1 Stunde giammai. -! stilistische Uebungen, monatlich 1 schriftl. Arb 1 3 St. Die wichtisten Erscheinungen in der Litteratur des 17. und 18. Jahrhunderts nach dem Lesebuche, Göthes Egmont, freie Vorträge. Monatlich 2 schriftliche Arbeiten. plan. Lehrgegenstände. Slovenisehe Sprache. Geschichte und Geographie. Mathematik. Naturwissen- schaften. ’hil. Pro-pädeutik. 3 St. Formenlehre, Lesen, Erklären, Wiedererzälen, Memorieren und Vorträge ausgew. Lesestücke. Monatlich 2 schriftliche Arb. 3 St. Das wichtigste aus| der mathematischen und physikalischen Geographie und die politische Geographie. Versuche im Kartenzeichnen. 3 St. Arithmetik : Das Zalen-gebäude, die 4 Spezies, Teilbarkeit, gemeine und Dezimalbrüche. Geometrie: Linien, Winkel. Dreiecke, Parallelogramme, ihre Eigenschaften und Konstruktion. 2 St- Zoologie: Säugethiere, Insekten, Spinnen, Krebse, Würmer, Weich - — 3 St. Formenlehre und dabei ausführlichere Behandlung desZeitwortes, Lesen, Erklären, Wiedererzälen, Memorieren und Vorträge ausgew. Lesestücke, Monatlich 2 schriftliche Arb. •1 St. Alte Geschichte bis •176 nach Chr. Alte nnd neueGeographie v. Asien, Afrika, Süd- und Westeuropa. Uebungen im Kartenzeichnen. 3 St. Arithmetik: Verhältnisse und Proportionen, Zweisatz, einfache Regeldetri, Wälsche Praktik, Münz-, Mass- und Gewichtskunde. Geometrie : Umfangs- und Inhaltsberechnung geradliniger Figuren, Verwandlung undTeilung derselb., Aelinlichkeitd. Dreiecke. 2 St. 1. Semester: Zoologie: Vögel, Amphibien. Fische. II.Semester : Botanik. — 2 St. Wiederholung 1 der Formenlehre, ! Lesen, Erklären, Wiedererzälen. Me-1 morieren und Vorträge uusgew. Lese-! stücke. Monatlich i 2 schriftliche Arb. 3 St. Gesch. des Mittelalt. mit Hervorhebung der Oesterr. Gesch. Allgem. Geographie von Europa, spezielle Geographie der Schweiz, der südwestlichen, westlichen und nördlichen Länder Europas, Uebungen im Kartenzeichnen. 3 St. Arithmetik: Die t Spezies in Buchstaben, Klammern, Potenzieren, Quadrat- und Kubikwurzeln. Geometrie : Der Kreis mit den Konstruktionen in ihm und um ihn, Inh.ilts-und Umfangshereciinungeu, Grundeigenschaften und Konstruktionen der Parabel, Ellipse und Hyperbel. 2 St. I. Semester: Minerà-* logie: IL Semester: Allgemeine Eigenschaften der Körper, Wärmelehre, Chemie. — 1 2 St. Die Hauptpunkte der Satzlehre ; und die Lehre von der Wortbildung, Lesen, Erklären und Vorträge ausgew. ! Lesestücke. Monatl. ! 2 schriftliche Arb. 3 St. Geschichte der Neuzeit mit Hervorhebung der Oesterr. Geschichte. Geographie Deutschlands nnd bei der Entdeckungsperiode jene von Amerika nnd Australien. Oesterr. Vaterlandskunde, Kartenzeichnen. 3 St. Arithmetik: Zusammengesetzte Verhältnisse und Proportionen nebst ihrer Anwendung, Gleichungen des ersten Grades mit einer und mehreren Unbekannt. Geometrie : Lage der Linien und Ebenen im Raume, Berechnung der Oberfläche und des Inhaltes der Körper. 3 St- Mechanik, Akustik, Magnetismus, Elektrizität, Optik, Grundlehren der Astronomie. — 2 St. Lesen und Er-! klären ausgewälter Stücke d. Lesebücher, Vorträge memorierter Stücke, Uebersetzun-gen ins Slovenisehe aus Ovid. Monatlich l oder 2 schriftl. Arb. 1 St. Geschichte des Altertums; die oriental. Staaten, Griechenland, Makedonien und das Komische Reich bis Augustus. Geographie des alten Asien, Afrika und südlichen Europa. t St Arithmetik: Zalensystem, die 4 Rechnungsarten mit positiven und negativen Zalen, Teilbarkeit, gemeine, Dezimal- und Kettenbrüche, Verhältnisse und Proportionen. Geometrie : Longimetrie und Planimetrie. 2 St. I. Semester : Mineralogie in enger Verbindung mit Geologie. II. Semester: Botanik in Verbindung mit Paläontologie. — 2 St. Lesen und Erklären ausgewälter Stücked Lesebücher, Vorträge memor. Stücke, Uebersetzun-gen ins Slovenisehe aus Vergil, Monatlich 1 oder 2 schriftliche Arbeiten. 3 St. Geschichte der Römer und des Mittelaltern bis Heinrich I. Geographie des Römischen Reiches. 3 St. Arithmetik : Verhältnisse und Proportionen, Potenzen und Wurzeln, Logarithmen, Gleichungen des ersten Grades mit einer und mehreren Unbekannt. Geometrie : Ausmessen des Kreises, Grundeigenschaften und Konstruktionen der Parabel. Ellipse und Hyperbel, Stereometrie, Goniometrie und Auflösung der rechtwinkligen Dreiecke. 2 St. Zoologie in Verbindung mit Paläontologie. — ! 2 St. Lesen und Erklären ausgewälter Stücke d. Lesebücher u. Schillers Wallen-stein, Uebersetz. der Demosth. Rede über d. Frieden ins Slov., Litteraturgesch. von Trubar an,freieVortr. Mou. 1 od. 2 sehr. Arb. 3 St. Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit von Gregor VII. bin zum Ausgange des dreißigjährigen Krieges mit besonderer Hervorhebung der Oesterreichischen Geschichte. 3 St. Arithm. : Gleich, d. 1. Grad. mit 1 u mehr. Unbek. nebst Ansatz, unbest. Gleich quadrat, u. höh. Gleich., die sich auf quad z'irückffthren lassen, Exponentialgleich. arithm. u. geom. Progress, nebst Anw. aul die Zinseszinsrech , Permut. u. Kombin Geom.: Oberfläche u. Inhaltsberechn, d Körp.t Grundeigensch.u. Konstrukt. d.Par. Ellipse u. Hyperbel, Anw. d. Alg. auf d Geom. analyt. Darst. d. Ger., d. Kreises, d 3 St. Allgemeine Eigenschaften undUnterschiede der Körper, chemische Verbindungen um Zerlegungen, Statik und Dynamik. 2 St. Allge meine j 2 St. Altsloven. For-nienl., Lesen u. Erklären uusg. Stücke aus der Altsloven. i Chrestomathie und den Lesebüchern, Ue-berblick der Litteraturgesch.,freieVortr. Monatlich 1 oder 2 schriftliche Arb. 3 St. Geschichte der Neuzeit vom Westpliäli-schen Frieden bis zum Wiener Kongresse mit besonderer Hervorhebung der Oesterr. Geschichte, Oesterr. Vaterlands- Par., Eli. u.IIyp. Im I. Semester 1, im 11. 2 St. Zusammenfassende Wiederholung des mathematischen Unterrichtes und Uebungen im Lösen von Problemen. 3 St. Magnetismus, Elektrizität, Wellenlehre und Akustik, Optik. Aerostatik und das wichtigste aus der Wärmelehre. 2 St. Empiri-; Psycho-i B. Freie Lehrgegenstfinde. 1. Slovenische Sprache für Schüler Deutscher Muttersprache und zwar für die Schüler des Untergymnasiums in vier, für die des Obergymnasiums in zwei Abteilungen. I. und II. Klasse, je 3 Stunden : Formenlehre, Vokabellernen, liebersetzen. III. Klasse, 2 Stunden: Formenlehre, Vokabellernen, Anfang der Satzlehre, Uebersetzen. IV. Klasse, 2 Stunden: Schluss der Formen-und Fortsetzung der Satzlehre, Vokabellernen, Uebersetzen, Sprechübungen. V. und VI. Klasse (Separatkurs I), 2 Stunden : Wiederholung der Formen -und Schluss der Satzlehre, Uebersetzung aus dem Slovenischen ins Deutsche und umgekehrt. VII. und VIII. Klasse (Separatkurs II), 2 Stunden : Wiederholung der Grammatik, Uebersetzung aus dem Slovenischen ins Deutsche und umgekehrt. 2. Französische Sprache. Untere Abteilung, 2 Stunden : Formenlehre, Lektion 1—60. Obere Abteilung, 2 Stunden : Zweiter Teil der Formenlehre und elementare Satzlehre, Lektion 61 bis zu Ende. Lesen und Uebersetzen der im Lehrbuche enthaltenen Lesestücke. 3. Steiermärkische Geschichte, 2 Stunden : Geographie, Statistik und Geschichte des Landes. Dieser Unterricht wurde vom Dezember bis Mitte Juli erteilt. 4. Gesang, 2 Abteilungen zu je 2 Stunden. Die erste Abteilung umfasst die Anfänger, die zweite die schon geübten Sopranisten und Altisten und den gesummten vierstimmigen Chor. Anfangsgründe, Treffiibungen, Lieder und Messen für gemischten Chor. 5. Zeichnen in 4 Abteilungen, die erste und zweite zu je 3, die dritte und vierte zu je 2 Stunden. Geometrisches Zeichnen: Nachbilden mehrseitiger gerad- und krummliniger Figuren mit Benützung geometrischer Figuren, für die erste Klasse nach Hillardts System mit dem Punktennetze, für die zweite mit Anwendung des Zirkels und Transporteurs. Freihandzeichnen : Zeichnen nach Vorlagen (der Anfang mit Contouren), enthaltend Arabesken, Blumen, Teile des menschlichen Körpers, besonders Köpfe, Zeichnen von Landschaften verbunden mit der Erklärung der Perspektive und Schattiren der gezeichneten Gegenstände (zum Teil nach Vorlagen) als Vorunterricht zum Naturzeichnen. 6. Stenographie. Erste Abteilung, 2 Stunden: Wortbildung, Wortkürzung und Leseübungen. Zweite Abteilung, 2 Stunden : Lehre von den Form-, Klang- und gemischten Kürzungen, Wiederholung aus der Wortbildungslehre, praktische Uebungen im Schnellschreiben und Uebertragung von gekürzten Reden. 7. Turnen in 4 Abteilungen zu je 2 Stunden : Ordnungs-, Frei- und Gerät- übungen. Für den Unterricht in den Freigegenständen bezogen die betreffenden Lehrer Remunerationen aus dem Studienfonde. C. Lehr-, HUlfs- und UebungsbUcher. Religion: Regensburger Katechismus (I.); Dr. J. A. Frenzls Liturgik (II.); Fischers Geschichte der göttlichen Offenbarung des alten Bundes (III. IV.); Siemers Geschichte der christlichen Kirche (IV.) ; Dr. Martins Lehrbuch der katholischen Glaubens- und Sittenlehre (V. — VII.) ; Dr. J. Fesslers Geschichte der Kirche Christi (VIII.). Lateinische Sprache: Dr. F. Schultzens kleine Lateinische Sprachlehre (I.—VIII.) ; K. F. Süpfles Aufgaben zu Lateinischen Stilübungen 1. und 2. Teil (V.—VIII.); L. Vielhabers Uebungsbücher zum liebersetzen, ins Latein (III. IV.) ; desselben Verfassers Uebungsbuch zur Einübung der Formenlehre und Elementar-Syntax 1. Heft (I.); J. A. Rožeks Lateinisches Lesebuch für die untern Gymnasialklassen 2. Teil (II.) ; Ellendt-Seyfferts Materialien zum Uebersetzen aus dem Lateinischen ins Deutsche (III.) ; Caesar de bello Gallico ed. Teubner oder Doberenz und Kraner-Ditten-berger (IV.); Livius ed. Teubner oder W. Weissenborn und Ovid ed. C. J. Grysar (IV. V.); Sallust ed. Teubner oder R. Jacobs (VI.); Cicero ed. Teubner oder K. Halm (VII.); Vergil ed. Teubner oder Th. Ladewig (VI. VII); Horaz ed. C. J. Grysar oder Oden und Epoden ed. C. W. Nauck, Satiren und Episteln ed. G. T. A. Krüger und Tacitus ed. Teubner oder Annalen ed. Nipperdey (VIII.). Griechische Sprache: Dr.G.Curtius’ Griech.Schulgrammatik(III.—VIII.); Dr. K. Schenkls Griechisches Elementarbuch (III.—V.) und Chrestomathie aus Xenophon (V.); Homer ed. Teubner oder Fäsi, La Roche und Ameis (V.—VIII.) ; Herodot ed. Teubner oder Stein und Abicht (VI ) ; Demosthenes ed. Teubner oder Westermann (VII.) ; Platon ed. Teubner oder Cron (VIII.). Deutsche Sprache: F. Bauers Grundzüge der Neuhochdeutschen Grammatik (I.—IV.) ; Neumann-Gehlens Deutsche Lesebücher (I.—IV); A. Eggers Lehr- und Lesebücher (V.—VIII.) ; Göthes Hermann und Dorothea (VII.) und Egmont (VIII.), Textabdruck oder die bei Cotta erschienenen Schulausgaben fnit Anmerkungen. Slovenische Sprache: a) Für Slovenen: Janežič’ Slovenska slovnica (I.—VIII.) und Cvetnik für Unter- (1. II.), für Obergymnasien (V.—VIII.); Miklosichs Lesebücher für Obergymnasien (V.—VIII.) und Chrestomathia palaeoslo-venica (VIII.); Bleiweisens Lesebücher (III. IV.); Schillers Wallenstein in der Uebersetzung von Cegnar (VII.) ; Süpfles 1. Teil (V.). b) Für Deutsche: Janežič’ Slovenišches Sprach- und Uebungsbuch (I.—VIII.); Miklosichs Lesebücher für die V. (V. VI.) und VII. Klasse (VII. VIII.) ; Süpfles 2. Teil (VII. VIII ). Geschichte: Gindelys Lehrbuch der allgemeinen Geschichte für die unteren Klassen der Mittelschulen (I.—IV.); Pützens Grundriss der Geschichte und Geographie (V.—VIII.). Geographie und Statistik: D. Grüns Geographie (I.); Dr. V. Kluns Leitfaden für den geographischen Unterricht (II.—IV.) ; Dr. E. Hannaks Oesterreichische Vaterlandskunde für die mittleren und höheren Klassen der Mittelschulen (IV. VIII.); Atlanten von Kozenn, Stieler (I.—VIII.) und Kiepert (II. V. VI.). Mathematik: Dr. Fr. Močniks Lehrbücher für das Unter- (I.—IV.) und Obergymnasium (V.—VIII.) ; Vegas logarithmisch-trigonometrisches Handbuch (VI.—VIII.). Physik: Piskos Lehrbuch der Physik (III. IV.); Dr. S. Šubic’ Physik für Obergymnasien (VII. VIII.). Naturgeschichte: Pokornys illustrierte Naturgeschichte der drei Reiche (I.—III.); Bills Botanik und Fellöckers Mineralogie (V.); Giebels Zoologie (VI.). Philosophische Propädeutik: Dr. G. A. Lindners Lehrbücher der formalen Logik (VII.) und empirischen Psychologie (VIII.). Französische Sprache: Dr. K. Ploetzens Elementar - Grammatik der Französischen Sprache. Steiermärkische Geschichte: R. Reichels kurzer Abriss der Steierischen Landesgeschichte, Geblers Geschichte Steiermarks und Tombergers Heimatskunde des Herzogtums Steiermark (IV.). Stenographie: H. Rätzschens kurzer Lehrgang der Stenographie nach Gabelsbergers System. D. Themen. a. Zu Deutschen Aufsätzen. V. Klasse: 1. Die Unannehmlichkeiten des Herbstes. 2. Welche Verhältnisse begünstigten die Entwickelung der Schifffahrt und des Seehandels bei den Phöniziern? 3. Der heroische Vers der Griechen, Römer, Franzosen und Deutschen. 4. Was bedeutet das Papier in unserer Zeit? 5. Die Tempelanlagen im Aegyptischen Theben. 6. Die Römische Gesandtschaft unter der Führung des Q. Fabius im Jahre 218 v. Chr. (nach Livius XXI, 18 ff.) 7. Die Bedeutung der Jüdischen Feste. 8. Die Mythe von der Gründung des Ackerbaues (nach Schillers Gedicht : „Das Eleusische Fest"). 9. Die menschliche Hand. 10. Ein Spaziergang beim Erwachen des Frühlings. (Eine Schilderung ) 11. Prosaische Erzälung des Inhaltes des ersten Gesanges von Wielands Oberon. 12. Alexander der Grosse und Hannibal. Historische Parallele. 13. Die Ursachen und die Vorteile der Griechischen Kolonisation. 14. Senne und Matrose. Schildernde Parallele. 15. Hund und Katze. Charakterparallele aus dem Thierleben. 16. Die Verkehrsmittel der Gegenwart, ihre Bedeutung und ihr Nutzen. 17. Der Kampf mit dem Drachen, erzält nach Schillers gleichnamigem Gedichte. VI. Klasse. 1. Siegfrids Tod. (Nach dem Nibelungenlied). 2. Selbstbiographie. 3. Die neunte Ekloge Vergils. 4. Wie reist man mit Nutzen? 5. a) Der Auszug des Plebs auf den heiligen Berg oder b) L. Quinctius Cincinnatus oder c) Marcius Coriolanus. 6. Welche Gründe veranlassten Servius Tullius eine neue Verfassung zu geben und in wieferne unterschied sich diese von der früheren? 7. Ein Seesturm. (Eine Schilderung nach Vergils Aeneide I.) 8. Glaukos und Diomedes. (Nach Homer.) 9. Die sozialen Zustände im Römischen Staate zur Zeit des Auftretens der Gracchen. 10. Zwei Arpinaten, die Retter des Römischen Staates. 11. Das Thierepos Reinhart Fuchs. 12. a) L. Cornelius Sulla oder b) Cn. Pompejus. 13. Gedankengang der Einleitung zu Sallusts Bellum Jugurthinum. 14. Gedankengang der Chrie Döderleins über den Ausspruch Goethes : „Es ist zu wünschen, dass die klassische Litteratur die Grundlage aller höheren Bildung bleibe“. 15. Gedankengang der Rede Adherbals im Römischen Senate. (Nach Sallust.) 16. Das Forsthaus. (Eine Beschreibung.) 17. Mohammed. VII. Klass e. A. Themen, welche von der ganzen Klasse bearbeitet wurden : 1. Die Sachsenkriege Karls des Grossen, deren Ursachen und Folgen. 2. Die Auswanderung von ihrer Lichtseite betrachtet. 3. Inwiefern sind Heinrich I. und Otto I. als die Gründer des Deutschen Reiches anzusehen? 4. Welchen Nutzen gewährt die Führung eines Tagebuches ? 5. Inwieweit macht uns Goethe im ersten Gesänge der Dichtung Hermann und Dorothea mit dem Schauplatze und den handelnden Personen bekannt ? 6. Gedankengang der ersten Olynthischen Rede des Demosthenes. 7. Martin Opitz. 8. Welche Vorzüge rühmt Sallust an den Römern der Vorzeit? 9. Klopstock. 10. Wie kommt es, dass so viele mit ihrem Stande unzufrieden sind? 11. a) Wie beurteilt Klopstock in seiner Abschiedsrede die epischen Dichter der verschiedenen Nationen? oder b) Karl IV. als Deutscher Kaiser und als König von Böhmen oder c) der Charakter der Hussitenkriege. 12. Der Wirt zum goldenen Löwen, sein Haus und seine Familie. 13. Wie sucht Cicero zu beweisen, dass Pompejus die zur Führung des Mithridatischen Krieges geeignetste Persönlichkeit sei? (Nach Ciceros Rede pro lege Manilia.) 14. Die Normannen als Entdecker und Staatengründer. 15. Gedankengang der Demosthenischen Rede über den Frieden. 16. Ueber die Ursachen unseres Interesses an Robinsonaden. 17. Welchen Einfluss übte die Erfindung des Schiesspulvers auf die politischen Verhältnisse aus? B. Themen, welche von einzelnen Schülern der Klasse bearbeitet wurden • 1. Alkibiades. 2. Perikies. 3. Die Solonische Verfassung. 4. Die Reformen der beiden Gracchen. 5. Tu ne cede malis, sed contra audentior ito. 6. Alfred der Grosse. 7. Rudolf von Habsburg. 8. Rüdigers Tod. 9. Der Charakter Hagens. 10. Was bewegt den Max in Schillers Wallenstein den Tod zu suchen ? 11. Warum gelang trotz der Ermordung Caesars die Wieder- 5* Herstellung der Republik nicht ? 12. Welche Rolle spielt das Mittelmeer in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit ? 13. Luthers Einfluss auf die Entwickelung der Deutschen Litteratur. 14. Wie kommt es, dass die Verdienste grösser Männer meist erst nach ihrem Tode anerkannt werden ? 15. Welche Charakterzüge Egmonts sind aus seinem Gespräch mit dem Secretar zu entnehmen ? 16. Der Charakter Leicesters in Schillers Maria Stuart, 17. Der Charakter des Apothekers in Goethe’s Hermann und Dorothea. C. Reden und Vorträge: Themistokles. Alkibiades. Perikies. Ti. Gracchus. Herodot und sein Werk. Ciceros Verdienste um den Römischen Staat und die Römische Litteratur. Otto der Grosse. Alfred der Grosse. Friedrich Barbarossa. Rudolf von Habsburg. Heinrich IV. von Frankreich. Peter der Grosse. Shakespeare. Rede des Alkibiades für die Sicilische Expedition und Gegenrede des Nikias. Kreuzzugspredigt Bernhards von Clairveaux. Rede gehalten bei der Einweihung des Hermannsdenkmalesj. VIII. Klasse. A. Themen, welche von der ganzen Klasse bearbeitet wurden: 1. Inhalt und Gedankengang der ersten Satire des Horaz 2. Der Apotheker in Goethes Hermann und Dorothea. (Eine Charakterschilderung.) 3. Wie verteidigt sich Sokrates gegen die Anklagen des Meletos ? (Nach Platons Apologie.) 4. Mit des Geschickes Mächten ist kein ew’ger Bund zu flechten. (Eine Chrie.) 5. a) Gustav Adolf in Deutschland oder b) Maria Stuart in Schottland oder c) der Kampf Karls I. von England mit dem Parlamente. C. Heber den Wert der öffentlichen Meinung. 7. Sokrates’ Abschied von seinen Richtern. (Nach Platon.) 8. Wielands Bedeutung für die Deutsche Litteratur' 9. Warum fand das Christentum leichter bei den Griechen und Römern Eingang als bei den Juden? 10. Warum durften die Bildhauer den Laokoon nicht schreiend darstellen i (Nach Leasings Laokoon.) 11. Leasings Hainburgische Dramaturgie in ihrer Bedeutung für die Deutsche Litteratur. 12. a) Wie beurteilt Lessing Voltaires Semiramis ? (Nach der Hamburgischen Dramaturgie) oder b) Gedanken über die Anwendung der Dampf kraft und der Elektrizität in der modernen Kriegführung. 13. a) Domitians Verhalten gegenüber den Erfolgen Agricolas oder • b) Durch welche Motive suchen Agricola und Calgacus ihre Truppen zu begeistern? (Nach Tacitus Agricola.) 14. Warum ist Italien das Land unserer Sehnsucht? 15. Wie kamen die Herzogtümer Oesterreich und Steiermark an das Habsburgische Haus? 16. Euch ihr Götter gehöret der Kaufmann, Güter zu suchen Geht er, doch an sein Schiff knüpfet das Gute sich an. (Maturitätsprüfungsaufsatz.) B. Themen, welche von einzelnen Schülern der Klasse bearbeitet wurden : 1. Der Wirt zum goldenen Löwen. (Nach Goethe.) 2. Maria Stuart. 3. Die Auswanderung von ihrer Lichtseite betrachtet. 4. Die Schlachten von Marathon und Tours, eine Parallele. 5. Wie soll der Schauspieler Sentenzen vortragen ? (Nach Lessings Hamburgischer Dramaturgie.) C. Reden und Vorträge: Karl V. Zriny. Gustav Adolf. Friedrich der Grosse. Washington. Die Ursachen der Französischen Revolution. Die Deutschen Landsknechte. Reden Hannibals und Scipios vor der Schlacht am Ticinus. (Nach Livius.) Ein Portugiese fordert seine Landsleute zum Abfalle von Spanien auf. Anmerkung: Die Themen zu den Reden und Vorträgen in der VII. und VIII. Klasse wurden teils vom Fachlehrer gegeben und den Schülern zur Auswal überlassen, teils von diesen selbst gewält. t>. Zu Slovenistiien Aufsätzen. V. Klasse. 1. Začetek in razvoj historike pri Grkih. 2. Bratev na spodnjem štirskem. 3. Hanibalova mlada leta in jegov značaj. 4. O začetku šolskega leta. (V podobi pisma.) 5. Cir in Astiag. (Prosto po Ksenotontu.) 6. Kako je to, da so Feničanje tako imenitni v zgodovini ? 7. Pismo mladenča do nekega prijatelja, v kterem popisuje svoj domači kraj. 8. Kako se delajo ledniki ? 9. Naj starejši izdelki grškega slovstva. 10. Bitva pri Trebiji. (Po Liviju.) 11. Ovidijevo življenje. (Po 10. el. 4. knj, „Tristium".) 12. Orfej in Evridika. (Povest po Ovidiju.) 13. Starim ljudem imamo spoštovanje skazati. VI. Klasse. 1. Kratek popis mojih najzanimivejših prigodkov v preteklih vakan-cijah. 2. Vergilij, njegovo življenje in glavni spisi. 3. Kakove lastnosti razlo. čujejo prvotne životinje od naj razvitejših živali ? 4. Misli mladenča o prestopu v novo leto. 5. Kteri so bili vzroki, da Pir Rimljancev ni zmogel. 6. Življenje in dela Salustijeva. 7. Kratek pregled Rimskega zgodovinarstva. 8. Značaj Salustijev. 9. Štirikratni prevodi prvih bukev Vergilijeve Enejide. VIL Klasse. 1. Glavni členi Mahomedove vere. 2. Zasluge Karla Velikega v oziru na prosvečenje in poduk ljudstev j emu podvrženih. 3. Kteri za povestnico evropskih držav imenitni prigodki so se za časov Karolin go v vršili. 4. Kakove lastnosti pripisujejo Valenštajnovi vojaki svojemu vojvodi? 5. Naj se razložijo glavne moči pri jednostavnih mašinah. 6. Prevod iz Abrahama a St. Clara. 7. „Nič trdno, stanovitno ne stoji, I vse razpada, koder vere ni“. Pokažite resnico tega izreka na Grški zgodovini za dobe Demostcnove. 8. Kako je prišlo, da je Demosten sodržavljanom nasvetovati mogel mir z Filipom? 9. „Biti slovenske krvi bodi Slovencu ponos". Značaj slovenski. 10. Kako je to, da ljudje zaslugo slavnih mož dosti krat še le po smrti jihovi cenijo? 11. Popotvanjc, brati, je naše življenje. 12. Govori od učencev o razvih predmetih izdelavi in v šoli govorjeni. VIII. Klasse. 1. Pomen, začetek in razvitek latinske satire. 2. Kako je prišlo, da je občno mnenje Sokrata tožilo in obsodilo? 3. Vojvodski prestol na Koroškem; vstanovitev koroških vojvod in pomen te vstanovitve za slovensko zgodovino. 4. Povej nam Sokrates, zakaj se pečaš z rečmi, ktere te spravijo v smrtno nevarnost ? 5. Pomen in važnost Češkega v tridesetletni vojski. 6. Pokažite puhlost povsodniškega načela : „Ubi bene, ibi patria". 7. Kornelij Scipion nagovarja vojake pred bitvijo pri Ticinu. 8. Zvon spremljevavec človeškega življenja. 9. Ciril in Metod; jujno življenje in jujne zasluge za slovenstvo. 10. Ščit Ahilov. 11. Razna imena, domovina in imenitnost staroslo-venščine. 13. Pokažite iz zgodovine resnico izreka : „Concordia parvae res crescunt, discordia maximae dilabuntur“. 13. Zakaj se učimo zgodovine ? (Spis za dozrelni izpit.) 14. Govori od učencev o raznih predmetih izdelani in v šoli govorjeni. IV. Vermehrung der Lehrmittel. A. Bibliothek. a. Geschenke. 1. Geschenke des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht: a) Ulomci svetega Pisma obojega uvj età staroslovenskim jezikom von Ivan Berčič. 1. Bd. b) Oesterreichische Geschichte für das Volk. 1.—6. 9. 11. 12. 14.—17. Bd. c) Germania. Vierteljahrsschrift für Deutsche Altertumskunde. Neue Reihe. IV. Jahrg. 2.—4. Heft. V. Jahrg. 1. und 2. Heft, d) Gedichte von Adolf Ritter von Tschabuschnigg. 3. Aufl. 1 Bd. e) Jahresbericht des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht für 1871. 1 Bd. f) Kroatisch-Deutsches Wörterbuch für Schullehrer von Fabian Hauszer. 1 Bd. g) Wörterbuch der Littauischen Sprache von Friedrich Kurschat. 3 Lieferungen- h) Ethnographie der Oesterreichischen Monarchie von Karl Freiherrn von Czörnig. 3 Bde. i) Statistisches Jahrbuch der Oesterreichischen Monarchie für die Jahre 1863 und 1864. 2 Bde. j) Statistisches Handbüchlein für die Oesterreichische Monarchie für die Jahre 1861.1865—1868. 5 Hefte, k) Industrie-Statistik für die Oesterreichische Monarchie für die Jahre 1856— 1858. 3 Hefte. 1) Das Oesterreichische Budget für 1862 von K. Freiherrn von Czörnig. 6 Hfte. m) Oesterreichische botanische Zeitschrift. 22. Jahrg. 1.—6. Hft. 2. Geschenke der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien: a) Archiv für Kunde Oesterreichischer Geschichtsquellen. 1. Bandes 2 —6. Hft. 2. Bd. b) Archiv für Oesterreichische Geschichte. 43. Bd. 2. Hft. 45. 46. Bd. 47. Bds 1. Hft. c) Almanach der kais. Akademie der Wissenschaften. Jahrg. 1871. d) Sitzungsberichte der kais. Akademie der Wissenschaften. Philos.-histor. Klasse. 1. Bd. 2. Bds 1. 2. 4. 5. Hft. 3. Bd. 8. Bd 66. Bds 2. und 3. Hft. 67. Bd. 68. Bds 1. Hft, e) Mathem.-naturwissenschaftliche Klasse. L—3. Bd. 8. Bd. 62. Bds 1. Abtlg. 3.-5. Hft. 2. Abtlg. 62. Bds 4. und 5 Hft. 63. Bd. Z. Geschenk der k. k. Zentral-Kommis-sion für Erfors chung und Erhaltung der Baudenkmale: Mitteilungen. 16. Jahrgang, Juli — Dezember. 17. Jahrgang, Jänner — August 4. Geschenke des historischen Vereines für Steiermark: a) Beiträge zur Kunde Steiermärkischer Geschichtsquellen. 8. Jahrg. 1 Bd. b) Mitteilungen dieses Vereines. 19. Heft. 5. Geschenk des F. B. La vanter Konsistoriums: Personalstand des Bistumes Lavant im Jahre 1872. 1 Hft. 6. Geschenk des Herrn Gymn.-Professors Alois Siess in Linz: Preis der Gerechtigkeit und der Menschenliebe vom Verfasser der Henriade. l.Bdch. 7. Geschenk des Herrn Anton Fr. Reibenschuh, Professors der k. k. Oberrealschule in Marburg: Der Wartburgkrieg herausgegeben, geordnet, übersetzt und erläutert von Karl Simrock. 1 Bd. 8. Geschenk des Herrn Gymn.-Professors J oh. Pajk: J. Pajka izbrani spisi. I. zvezek. 2 Exemplare. 9. Geschenk des Herrn Gymn.-Professors Karl R. Rieck in Wien: Aufgaben aus der Arithmetik und den Elementen der Algebra für Untergymnasien von Parthe. 1 Hft. 10. Geschenk des Herrn Verfassers, Gymn.-Professors in Wien: Lehrbuch der vergleichenden Erdbeschreibung für die unteren und mittleren Klassen der Gymnasien, Realschulen und verwandten Lehranstalten von Gus t. Herr. 1. Kursus. 1 Heft. 11. Geschenk des Herrn Verfassers, k. k-Telegraphen-Am tsleiters in Marburg: Der Morse-Telegraph von Johann Kral. 1 Bd. 12. Geschenke des Herrn J. C. Hofrichter, k. k. Notars in Windischgraz: a) Verhandlungen des historischen Vereines von Oberpfalz und Regensburg. 27. Bd. b) Die Kronprinz Rudolfsbahn im Bereiche von Steiermark und Kärnten von J. C. Hofrichter. 1 Hft. c) Beiträge zur Geschichte des Nassauischen Altertumsvereines und biographische Mitteilungen über dessen Gründer und Förderer von Dr. Karl Schwartz. 11. Bd. d) Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung. 5. Bds 2. Hft. e) Chronik der Pfarre Maria-Rast in Untersteier von J. C. Hofrichter. 1 Hft. f) Lebensbilder aus der Vergangenheit. Als Beitrag zu einem Ehrenspiegel der Steiermark, besonders der Stadt Marburg von J. C. Hofrichter. 1 Hft. 13. Geschenke des Herrn Dr. C. Senior in Graz: a) 8 Hefte der Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Vereines für Steiermark, b) 15 Hefte der Veröffentlichungen der Matica Slovenska in Laibach, c) Mitteilungen des historischen Vereines für Steiermark 8. Jahrg. 1 Hft. d) Beiträge zur Kunde Steiermärkischer Geschichtsquellen. 1 Bd. 14. Geschenke des Herrn Eduard Janschitz in Marburg: a) Andreas Reyheri lexicon Latino-Germanicum. Leipzig und Frankfurt 1686. 1 Folioband. b) Der politische katholische Passagier von Johann Josef Pockh. 10. T. Augsburg 1722. c) Schematismus für Steiermark und Kärnten für das Jahr 1808. 1 Bd. d) Der Triumph der christlichen Religion. 1. T. 15. Geschenk des Comites der Grazer Ausstellung vom J. 1870: Amtlicher Bericht über die im Jahre 1870 in Graz abgehaltene landwirtschaftliche und Industrie- Ausstellung. 1. Lieferung: Die Erzeugnisse des Bergbaues und Hüttenwesens. 16. Geschenke der Beckschen Universitäts-Buchhandlung (Alfr. Holder) in Wien: a) Leitfaden der Zoologie von Dr. Johann N. Woldrich. 2. und 3. Teil, b) Lehrbuch der Geschichte des Mittelalters für die unteren Klassen der Mittelschulen von Dr. E. Hannak. 1 Bd. c) Aufgaben zum Ueber-setzen ins Lateinische zur Einübung der Syntax von Leopold Vielhaber 2. Aufl. 1. Hit. d) Lehrbuch der Deutschen Sprache von Edwart Hermann. 4. Aufl. 1 Bd. e) Deutsches Lehr- und Lesebuch für höhere Lehranstalten von Alois Egger. 3. T. 1. Bd. 17. Geschenk der F. Tempskyschen Verlagshandlung in Prag: Geographie von Oesterreich-Ungarn. Bearbeitet von Anton Steinhäuser. 18. Geschenk der Ferdinand Schöninghschen Buchhandlung in Paderborn: Lateinisches Lesebuch für Quarta, beziehungsweise Tertia Deutscher und Oesterreichischer Gymnasien von Anton Schwarz. 1 Hit. 19. Geschenke des Herrn Franz Achatz in Klein: a) Vier Predigten von Ehrhard Schultz. 3 Hfte. b) Steuererleichterung, Ziel der Bauern. Wurf von Achaz. 1 Hit. 20. Geschenke des Oktavaners J. Kröll: a) Lehrbuch der Weltgeschichte für Gymnasien und höhere Bürgerschulen von Th. B. Welter. 1. T. b) Der Herr der Inseln von Walter Scott. Deutsch von Beinhold Jachmann. 21. Geschenke des Quintaners Franz Jurtela: a) Der Strandfischer von Franz Hoflmann. 1 Hit. b) Die Geschwister von Julius Hoffmanu. 1 Hit. c) Zvon, lepoznanski list. Leto 1870. 1 Bd. 22. Geschenk des Quintaners Albert Šubic: Aus dem Hauptquartiere und Feldleben des Vater Radetzky von F. J. A. Schneidawind. 1 Bd. 23. Geschenke des Quartaners Johann Kral: a) Darstellung des grossen Feldmanövers bei Pesth am 24. und 25. September 1852. 1 Hit. b) Karte der Umgebung von Ofen, c) Plan von Sebastopol, d) Plan von Mailand. 24. Geschenk des Quartaners Ferdinand Schreithofer: Länder und Leute. Schildernde Reiseberichte, Bilder und Szenen aus der Erd- und Völkerkunde. 1 Bd. 25. Geschenk des Sekundaners Ernest Leske: Der Seelsorger oder das praktische Christentum zum zeitlichen und ewigen Heile. Eine Erzälung von Eduard von Arnbach 1 Hft. 26. Geschenke Slovenischer Schüler des Gymnasiums: a) Letopis Matice Slovenske za 1871. 1 Bd. b) Schoedler: Kniga prirode. III. snopič. b. Ankauf. 1. Franz Hochegger: Sehulkalender für die Österreichischen Gymnasien, Realgymnasien und Realschulen im Schuljahre 1871/72. 1 Heft. 2. Johann E. Dassenbacher: Jahrbuch der Unterrichtsanstalten der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. 5. Jahrgang. 1 Hft. 3. Dr. Ed. Mushacke: Deutscher Università- und Sehulkalender auf die Zeit vom 1. Oktober 1871 bis 31. März 1873. 2 Hfte. 4. K. A. J. Hoffmanu und Dr. Ch.F. A. Schuster: Neuhochdeutsche Elementar-Grammatik. 8. Aufl. 1 Bd. ö. Jakob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. IV. Bds 5. Lief., IV. Bds 2. Abtlg 5. Lief., V. Bds 11. Lief. 6. Ernst von Seydlitz: a) Kleine Schulgeo-graphie. 13. Aufl. 1 Hft. b) Schulgeographie. 13. Aufl. 1 Bd. 7. Orts-Repertorium des Herzogtumes Steiermark. Auf Grundlage der Volkszälung vom 31. Dezember 1871 bearbeitet von der k. k. statistischen Zentral-Kommission. 1 Hft. 8. Cb. Beck: Fahrten und Abenteuer zu Land und zur See. 8. Aufl. 1 Bd. 9. Karte der Oesterreichischen und Ungarischen Eisenbahnen der Gegenwart und Zukunft. 10. Dr. Georg Weber: Allgemeine Weltgeschichte. 9. Bds 2. Hälfte sammt Register für den 5.—8. Band. 11. Dr. J. B. Weiss: Lehrbuch der Weltgeschichte. 5. Bd. 12. Dr. J. F. Hessler und Dr. Fr. J. Pisko: Lehrbuch der technischen Physik. 3. Aufl. 2 Bde. 13. Dr. Moriz Willkomm: Führer ins Reich der Deutschen Pflanzen. 1 Bd. 14. Veröffentlichungen der zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien: a) Verhandlungen XXI. Bd. b) Die unseren Kulturpflanzen schädlichen Insekten von Gustav Künstler, c) Ueber die Weizenverwüsterin Chlorops taeniopus Meig. und die Mittel zu ihrer Bekämpfung von Dr. Max Nowicki. d) Die Grundlagen des Vogelschutzgesetzes voe Georg Ritter v. Frauenfel d. 15. Konversations-Lexikon von F. A. Brockhaus. 11. Aufl. 15 Bde. 16. Dr. Fr. Zarnke: Litterarisches Zentralblatt. Jahrg. 1872. 17. Zeitschrift für die Oesterreichischen Gymnasien. Jahrg. 1872. 18. A. Fleckeisen und H. Masins: Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik. J. 1872. 19. Dr. A. Kuhn: Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung auf dem Gebiete des Deutschen, Griechischen und Lateinischen. Neue Folge. 1. Bd. 20. H. v. Sybel: Historische Zeitschrift. Jahrg. 1872. 21. Mitteilungen der geographischen Gesellschaft in Wien. Jahrg. 1872. 22. Natur und Offenbarung. Jahrg. 1872. 23. Illustrierte Deutsche Monatshefte von Westermann. Jahrg. 1872. 24. Daheim. Jahrg. 1872. 25. Hoffmanns Deutscher Jugendfreund, Jahrg. 1872. 26. Deutsche Jugendblätter. Jahrg. 1872. 27. Besednik. Jahrg. 1872. Anmerkung. Zur zweckdienlichem Verwertung des Bücherschatzes der Bibliothek für die Schüler des Obergymnasiums wurden an jedem Mittwoch, Sonn- und Feiertage Lesestunden im Gymnasium unter der Aufsicht dès Direktors gehalten, wobei der Sextaner Ludwig Lederhas sehr anerkennenswerte Dienste als Amanuensis leistete. Für die Verleihung von Büchern der Schülerbibliothek an die Schüler der vier obem Klassen zur Hauslektüre ist die Lehranstalt den Herren Professoren J. Majciger^J. Schall er und R. Reichel zu grossem Danke verpflichtet. Die Verleihung von Büchern der Jugendbibliothek an die Schüler der vier unteren Klassen zu demselben Zwecke besorgte der Direktor, ebenso die Instandhaltung der Bibliothek. Ueber die Lehrmittel für den geographischen Unterricht führte der Herr Professor J. Schall er die Aufsicht. B. Physikalisches Kabinet. (Unter der Obhut des Herrn Gymn.-Lehrers Dr. Andreas Wretschko.) a) Geschenk. Geschenk des Quartaners Johann Kral: Eine Daniellsche Batterie mit vier Elementen nebst vier Reservediaphragmen. b) Ankauf. 1. Eine Gauginsche Tangentenboussofe. 2. Drei verschieden lauge Magnetstäbe, davon einer über 1' lang. 3. Wallastons Kryophor, 2 Stücke. 4. Maximum- und Minimumthermometer mit einem Quecksilber- und Weingeistthermometer. C. Naturalien-Kabinet. (Unter der Obhut des Herrn Gymn.-Lehrers Franz Standfest.) a. Geschenke. 1. Geschenk des Naturalienhändlers Herrn Plat o w : a) Ein grösser Nautilus, b) Zwei Korallen. 2. Geschenk des Herrn Joh. H. Rössner zu Altendorf in Mähren durch die Vermittlung des Herrn Ruprecht, Beamten der h. o. Maschinenwerkstätte der Südbahngesellschaft: 32 Stück Mineralien. 3. Geschenk des Herrn Magisters der Chirurgie Felix Ferk: 12 Stück Quecksilbererze. 4. Geschenke des Herrn Photographen H. Krappek: a) 7 Stück Gesteine, b) 1 Saturnia pyri. 5. Geschenk des Herrn Karl Ritters von Neupauer, k. k. Kreisingenieurs: 8 Stück Abendfalter. 6. Geschenk des Herrn Johann Ulrich: Ein ausgestopftes Exemplar von Falco tinunculus. 7. Geschenk des Herrn Mathias Löschnigg: 1 Falco milvus. 8. Geschenk des Sextaners Karl Heider und des Quartaners Adolf H ei d er : Ein kleiner ausgestopfter Haifisch. 9. Geschenk des Primaners K a list o Matschnik: a) 1 Scorpio Europaeus, b) Eine Schachtel Käfer. 10. Geschenk des Primaners Karl P ankert : 2 Stalaktiten. 11. Geschenke des Primaners Julius Verständig: a) 10 Stück Käfer, b) 1 kleine Krabbe. b) Ankauf. 1. Accipenser sturio. 2. Asteria« aurantiacus. 3. Raia clavata. 4. Zeus faber. 5. Teredo. 6. Stellaria. D. Musikaliensammlung. (Unter der Obhut des Herrn Gesanglehrers Johann Jocha.) Von dem Quartaner Ferdinand Schreithofer, dem Tertianer Ferdinand Staudinger und dem Primaner Franz Pauk ert wurden zehn Hefte weltliche Lieder enthaltend abgeschrieben. "V. Unterstützung der* Solitile v. A. Von der Entrichtung des Schulgeldes waren befreit : Im I. Semester unter 258*) Schülern 100. _____________________, U. » , 250**) „ 126. *) Diese Zal umfasst jene Schüler, welche zur Zeit der Einhebung des Schulgeldes der Lehranstalt noch angehörten. **) Unter dieser Zal sind sowol jene Schüler begriffen, welche nach Bezalung des Schulgeldes ausgetreten sind, als auch diejenigen, welchen die Sistierung der Schul-geldzalung vom hochlöbl. Landesschulrate bis zum Schlüsse des Semesters bewilligt wurde. B. S ti pendiaten. Klasse. Namen der Stiftlinge. , 1 Benennung Betrag dev Stiftungen • fl. kr. n. Jamerneg Josef II. Josef Kostanj ovetzsches Stipendium 95 — Jurkovič Ferdinand Martin Kautschitschsches „ 43 61 „ Slavinec Josef II. Katharina Jagrowitschsches „ 42 — Velca Matthäus 3. Platz der IV. Franziska Freiin von Schwitzenschen Stiftung . . . 115 71 m. Hvalic Blasius I. Franz Zwetkosches Stipendium . . 52 — Pelz Julius III. Otto Freiherr v. Billoisches Stipend. 88 99 IV. Bezjak Anton I. Josef Kostanjovetzsches „ 95 — Perko Franz Andreas Schamperlsches Konviktsfonds- Stipendium 48 86'/, n Schreithofer Ferdinand. I. Josef Pichlersches Stipendium . . 70 50 n Sovič Johann I. Gregor Plochlsches „ 144 36 n Vrečko Josef III. Kaspar Moffrinsches „ 42 65 V. Babič Andreas I. Katharina Jagrowitschsches Stipend. 43 86'/g B Belec Karl Mathias Krambergersches „ 113 50 B Dominkuš Georg II. Gregor Plochlsches „ 144 36 B Gajšek Matthäus III. Franz Zwetkosches „ 52 — Jurtela Franz VH. „ 52 Kukula Richard Andreas Schamperlsches „ 31 28 B Lasbacher Josef Martin Verschitzsches „ 67 75 Yg B Missia Anton V. Franz Zwetkosches „ 52 Sabin Georg Johann Augustin Flämisches „ 71 18 Va VI. Lederhas Ludwig Alois Mannersches „ 61 50 Pichler Josef VI. Franz Zwetkosches „ 52 B Sketa Johann II. Kaspar Doblersches „ 32 87 B Šket Andreas IV. Franz Zwetkosches „ 52 VH. Auditor Alois H. Albelsches Seminar „ 70 Hoffmann Josef 2. Platz der V. Franziska Freiin von Schwitzenschen Stiftung . . . 121 48 n Postružnik Anton IV. von Anna, Königin von Polen, ge- stiftetes Konviktsfonds-Stipend. 200 — Sket Jakob II. Franz Zwetkosches Stipendium 52 — VIII. Feuš Franz I. von Anna, Königin von Polen, ge- stiftetes Konviktsfonds-Stipend. 200 — Kroll Jakob Peter Margintersches Konviktsfonds- Stipendium 22 56 Ve Summe . 2331 4 Y. C. Die Andreas Kautschitschsche Studentenstiftung, bestehend in der von dem hochw. Herrn Canonicus, Dom- und Stadtpfarrer Georg Matiašič gegebenen vollständigen Versorgung, genossen die Schüler Alois Zaplata und Franz Wachschitz *) der V. Klasse. D. Die Zinsen der Andreas Kautschitsc hschen Stiftung von 5 fl. 99 '/, kr. wurden der Absicht des Stifters gemäss auf Anschaffung von Schreib- und Zeichnungserfordernissen für Schüler der sechs uutern Klassen verwendet. E. Mit den für 1871/72 fälligen Zinsen der Anton Hummerschen Stiftung im Betrage von 5 fl. 25 kr. wurde der aus Marburg gebürtige Schüler der IV. Klasse Gustav Mileritsch beteilt. *) Letzterer nur bis zu seinem am 4. April d. J. erfolgten Austritte aus dem Gymnasium, F. Aua der Ringaufachen Stiftung wurden an dürftige Gymnasialschüler in Krankheitsfällen Arzneimittel im Werte von 15 fl. 86 kr. verabreicht. G. In die Kasse des Vereines zur Unterstützung dürftiger Schüler des Gymnasiums haben als Jahresbeiträge oder als Gaben der Wolthätigkeit für 1871/72 eingezalt : Se. Gnaden, der hochwürdigste Herr Fürstbischof von Lavant Dr. Jakob Maximilian Stepischnegg. Der hochwürdige Herr Franz Sorcio, infulierter Dompropst „ „ „ Canonicus Senior Mathias Pa ck, Mitglied des k. k. Steie märkischen Landesschulrates ..... Der hochwürdige Herr Canonicus Georg Matiašič, Dom- und Stadtpfarrer „ „ „ Ignaz Orožen, Direktor des Diözesan-Priesterhauses » „ „ Mathias Modrinjak .... non Franz Kosar Herr Anton Magditsch, Dr. der Medizin in Friedau „ Michael Specht 1, gräfl. Henkelscher Werksarzt in Schwanberg „ Johann Kral, k. k. Telegraphen-Amtsvorstand „ Adolf Lang, k. k. Landes-Schulinspektor in Wien, Ritter des Franz Jose Ordens ....... „ Martin Valenčak, k. k. Gymnasiallehrer, Gründer der südslavischen Aka demie in Agram und der Matica Slovenska in Laibach, lebenslängliche Mitglied des Hermagoras-Vereines in Klageniürt „ Franz Voregger, k. k. Gvmnasial-Professor .... „ Johann Pajk, „ „ .... „ Josef Schall er, „ „ Rudolf Reichel, „ „ „ Johann Gutscher, „ Gymnasial-Direkter .... „ Dr. Ferdinand Duchatsch, Hof- und Gerichtsadvokat, Mitglied des Gemeinde- und Stadtsi hulrates von Marburg, unter dem Titel : „Ein wider eine hoehgeborne Partei im Rekurswege ersiegter Expensarsbetrag“ Ebenderselbe als Jahresbeitrag ...... Frl. Aloisia und Frl. Josefa Stachel, Realitätenbesitzerinnen Der hochwürdige Herr Philipp Jakob Bohinc. Alumnats-Spiritual „ „ „ Martin Kovačič. Professor der Theologie Herr Alois Edler von Feyrer, Gutsbesitzer ..... „ Max Freiherr von Rast, Gutsbesitzer, Mitglied des h. Steiermärkischen Landtages ........ „ Josef Röckenzaun, Dr. der Medizin und Realitätenbesitzer Ein ungenannt bleiben wollender Wolthäter .... Frau Maria Schmiderer, Realitätenbesitzerin .... „ Franziska Delago, „ .... Herr Franz Oehm, Realitätenbesitzer ..... » Dr. Franz Radey, k. k. Notar und Realitätenbesitzer » Karl Lang, k. k. Finanz-Bezirkskommissär .... „ Josef Wundsam, Handelsmann ..... „ Dr. Johann Kotzmuth, Hof- und Gerichtsadvokat, Mitglied des Gemeinde und Stadtrates von Marburg. ..... » » Matthäus Kotzmuth, Hot- und Gerichtsadvokat in Graz „ Michael Marco, Notariats-Konzipient, Mitglied des Gemeinde- und Stadt-schulrates sowie des Bezirksausschusses von Marburg „ Dr. Matthäus Reiser, k. k. Notar und Bürgermeister von Marburg Herr Johann Girstmayr sen., Realitätenbesitzer .... „ Johann Wellner, Viertelvorsteher und Realitätenbesitzer „ Karl Reuter, Handelsmann, Mitglied des h. Steiermärkischen Landtages, des h. Hauses der Abgeordneten und der Bezirks-Vertretung von Marburg sowie Vice-Bürgermeister von Marburg Frau Josefine Freiin von Lanoy Herr Friedrich Leyrer, Buchhändler, Realitätenbesitzer, Mitglied des Gemeinde-und Stadtrates von Marburg ..... „ Eduard Janschitz, Druckerei- und Realitätenbesitzer, Mitglied des Gemeinderat es von Marburg und der Grazer Handelskammer . „ Karl Bitterl Edler von Tessenberg, k. k. Hauptmann in Pension „ Dr. Anton Wibmer, Hof- und Gerichtsadvokat Frau Agnes lirulletz, Haus- und Realitätenbesitzerin Herr Mathias Löschnigg, Realitätenbesitzer .... fl. kr. 29 10 2 2 2 2 2 5 96 10 19 5 5 5 5 — 2 — 2 ____ 5 — 2 — 2 ____ 8 — Fürtrag , . 197 o o fl. kr. Uebertrag 197 6 Herr Alois Edler von Kriehuber, Gutsbesitzer und Mitglied des Stadtschulrates von Marburg . . . ■ - 5 25 Frau Josefa Kollegger, k. k. Notarswitwe und Realitätenbesitzerin . .1 — Herr Anton Hohl, Handelsmann, Realitätenbesitzer und Mitglied des Gemeinderates von Marburg . . - - - - .3 — „ Friedrich Edler von Kriehuber, Expeditor der Südbahn . . 2 10 „ Josef Noss, Apotheker und Hausbesitzer . . • ■ • „ David Hart mann, Realitätenbesitzer und Mitglied der Bezirksvertretung von Marburg „ Ferdinand Graf Br an dis, k. k. Kämmerer und Gutsbesitzer Frau Aloisia Altmann, Realitätenbesitzerin . . . - Herr Dr. Franz Rupnik, frei resignierter Hof- und Gerichtsadvokat und Realitätenbesitzer . . . . - • ■ „ Bartholomäus Ritter v. Carneri, Gutsbesitzer, Mitglied des h. Steierm. Landtages, des h. Hauses der Abgeordneten und der reichsrätlichen Delegation ........ Erlös aus dem Verkaufe von Exemplaren des Werkchens: ..Lebensbilder aus der Vergangenheit“, welche dem Vereine von dem Herrn Verfasser J. C. Hofrichter, k. k. Notar in Windiscligraz, zum Geschenke gemacht wurden ......... Ertrag einer unter den Schülern des Gymnasiums vorgenommenen Sammlung*) 44 54 Summe . 272 95 Rechnungsabschluss N. 15 ddo. 31. Juli 1872. Die Einname des Vereines in der Zeit vom 21. Juli 1871 bis einschliesslich 31. Juli 1872 besteht: 1) Aus den oben ausgewiesenen Jahresbeiträgen der Vereinsmitglieder und den Spenden der Wolthäter ....... 272 95 2) Aus den Interessen der dem Vereine gehörigen Kreditpapiere . . . 112 78 3) Aus dem Barverlage, der laut des Rechnungsabschlusses Nr. 14 ddo. 20. Juli 1871 verblieben war ....... 274 35 4) Aus einem zum Ankaufe von Kreditpapieren aus der Sparkasse behobenen Be- trage von ......... 100 — Summe . 760 8 Die Ausgabe für Vereinszwecke in der Zeit vom 21. Juli 1871 bis einschliesslich 31. Juli 1872 beträgt: 1) In der Unterstützung würdiger und dürftiger Schüler des Gymnasiums a) durch Bestellung von Freitischen ...... 135 74 b) durch Unterstützung mit Lehrbüchern und Schreibrequisiten . . 57 65 c) durch Verabfolgung von Kleidungsstücken und B targeld**) . . 17 70 2) In der Bezalung von Drucksorten . . . . . 16 50 3) In Regieauslagen (Bezalung von Postporto und Entlohnung von Dienstleistungen.) 3 25 4) Im Ankauf von Obligationen der 5% einheitlichen Staatsschuld im Nenn- werte von 300 fl. Oe. W. ...... 197 39 Summe . 428 23 Es verbleibt also mit 31. Juli 1872 ein Barverlag von .... 331 85 Ausserdem besitzt der Verein eine Sparkasseeinlage von 50 fl., Staatsschuldverschreibungen im Nennwerte von 2800 fl. Oe. W. und Steiermärkische Grundentlastungs-Obligationen im Nennwerte von 150 fl C. M. H. Zu besonderem Danke sind viele Schüler des Gymnasiums den Herren Aerzten und Doktoren der Medizin Marburgs für deren bereitwillige und unentgeltliche Hülfeleistung in Krankheitsfällen verpflichtet. I. Dem Unterstützungsvereine spendeten neue Lehrbücher die Herren Buchhändler Friedrich Leyrer im Werte von d fl. 57 kr. und Eduard Ferii nz im Werte von 7 fl. 96 kr., letzterer überdies eine Schachtel Stahlfedern und 51 Federhalter; bereits gebrauchte Lehrbücher spendeten die Herren Professoren Josef Sch aller (3Bücher) und *) Die Schüler der I. Klasse spendeten 7 fl. 85 kr., die der II. Klasse 4 fl. 8 kr., die der III. blasse 5 fl. 55 kr., die der IV. Klasse 5 fl. 82 kr., die der V. Klasse 3 fl. 50 kr., die der VI. Klasse 4 fl. 60 kr., die der VII. Klasse 4 fl. 54 kr. und die der VIII. Klasse 3 fl. 60 kr. **) Gelddarlehen auf kurze Zeit (eine andere Art der Unterstützung) wurden würdigen Schülern im Betrage von 116 fl. 61 kr. gewährt, meist gegen ratenweise Rückzalung. Karl B. Rieck in Wien (1 Buch), ferner die Schüler Jakob Kroll (2 Bücher), Franz Jurtela (1 Buch), Albert Šubic (5 Bücher) und der einstmalige Schüler des Marburger Gymnasiums Karl Zelinka, jetzt Schüler des Innsbrucker Gymnasiums (4 Bücher). K. Die Zal der Freitische, welche mittellosen Schülern der Lehranstalt teils aus den Mitteln des Unterstützungs-Vereines, teils von edelherzigen Freunden der studierenden Jugend gewährt wurden, betrug 308 in der Woche. Für alle wie immer gearteten Wolthaten, welche den Schülern des Gymnasiums gespendet worden sind, spricht der Berichterstatter im Namen der gütigst Bedachten hie-mit den gebührenden innigsten Dank aus. VI. Chronik. 1871. Das Schuljahr 1871/72 wurde am 2. Oktober mit dem vom hochwürdigen Herrn Canonicus Senior Mathias Pack zelebrierten heiligen Geistamte eröffnet, nachdem am 28., 29., 30. September und am 1. Oktober die Aufname der Schüler stattgefunden hatte. Aus dem Lehrkörper, der im Schuljahre 1870/71 an der Lehranstalt gewirkt hatte, schieden mit Schluss jenes Schuljahres oder während der Ferien die Herren Professor Karl R. Rieck, Gymnasiallehrer Alois Sie ss und Supplent Anton Š a n t e 1 und traten die Herren Dr. Andreas Wretschko und Martin Valenčak in denselben ein. Prof. K. Rieck wurde vom Gemeinderate der Stadt Wien eine Lehrstelle am Kommunal-Realgymnasium zu Maria Hilf in Wien und dem Gymnasiallehrer Alois Siess eine Lehrstelle am Staats-Gymnasium in Linz verliehen, während die weitere Verwendung des Herrn Anton Š a n t e 1 dadurch entbehrlich wurde, dass die von ihm supplierte Lehrstelle dem Herrn Dr. Andreas Wretschko, supplierendem Lehrer am k. k. Staats-Real- und Obergymnasium auf der Landstrasse in Wien, durch den hohen Ministerial-Erlass vom 11. Juli 1871 Z. 4251 verliehen wurde. Eine erledigte philologische Lehrstelle erhielt Herr Martin Valenčak, wirklicher Lehrer an der k. k. Staats-Realschule in Görz, durch den hohen Ministerial-Erlass vom 1. August 1871 Z. 3720. Herr Prof. Karl Rieck wirkte seit dem Schuljahre 1856/57 am Marburger Gymnasium. Derselbe erzielte durch sein gediegenes Wissen, wovon zalreiche Aufsätze in unseren Programmen sowie in verschiedenen Zeitschriften Belege geben, durch seine praktische Lehrweise, insbesondere durch Ausflüge, welche er zum Zwecke des Botanisierens mit den Schülern unternahm, günstige Unterrichtserfolge und erwarb sich durch seinen offenen Charakter, durch sein wahrhaft kollegiales Benehmen, durch die liebevolle Behandlung der Jugend und durch die uneigennützige Bereitwilligkeit jedermann mit Rat und That an die Hand zu gehen die Liebe und Achtung aller, so dass ihn die Lehranstalt nur mit tiefem Bedauern scheiden sah. Ausser der Schule war er bestrebt Wissen und Können, namentlich durch wissenschaftliche Vorträge, in immer weitere Kreise zu bringen und Gemeinnütziges nach Kräften zu fördern ohne sich durch Hindernisse oder Verkennung seiner Absichten davon ahhalten zu lassen. Deshalb wurden ihm auch bei seinem Abschiede von Marburg die verschiedensten Beweise der lebhaftesten Sympathie von allen Seiten entgegengebracht. v Wenn die Herren Alois Siess und Anton Santel auch nur ein Jahr lang an der Lehranstalt thätig gewesen sind, so wird ihnen dieselbe dennoch für den Eifer, mit dem sie allen ihren Pflichten nachkamen, für den humanen Ernst, mit dem sie die Jugend behandelten, und für die Freundlichkeit und Geradheit, die sie im Verkehre mit ihren Kollegen bewiesen, stets ein ehrenvolles Andenken bewahren. Bei Beginn des Schuljahres traten die Herren Franz Standfest, Anton Tau ss und Josef Prav die als supplierende Lehrer in den Lehrkörper ein und wurden als solche durch den Erlass des k. k. Steiermärkischen Landesschulrates vom 26. Oktober 1871 Z. 5589 bestätigt und die für Herrn Josef Pravdič vorläufig auf die Dauer des I. Semesters beschränkte Bestellung durch den Erlass des k k. Landesschulrates vom 29. Februar 1872 Z. 1115 auch auf das II. Semester ausgedehnt. Herr Standfest aber wurde durch den hohen Ministerial-Erlass vom 11. Juni 1872 Z. 5350 zum wirklichen Lehrer am Marburger Gymnasium ernannt. Weil Herr Prof. Johann Pajk auf sein Ansuchen vom hohen Ministerium mit Erlass vom 16. September 1871 Z. 10716 die Bewilligung erhalten hatte, dass er zum Behufe literarischer Arbeiten im Schuljahre 1871/2 nur durch sechs Stunden in der Woche Slovenischen Unterricht zu erteilen habe, weil Herrn Prof. Rudolf Reichel auch für das heurige Schuljahr die Supplierung des Französischen Unterrichtes an der hierortigen k. k. Oberrealschule übertragen worden war und weil Herr Gymnasiallehrer Martin Valenčak wegen seiner Kränklichkeit nicht das volle wöchentliche Stundenmass übernehmen konnte, was durch den Erlass des k. k. Landesschulrates vom 14. Dezember 1871 Z. 6513 auch anerkannt wurde, so bemühte sich der Gefertigte zur Vermeidung der Ueberbürdung einzelner Lehrer noch eine supplierende Lehrkraft zu gewinnen. Da ihm dies nicht gelang, so war noch im Monate Oktober eine Abänderung der ersten Fächer- und Stundenverteilung notwendig. Durch den hohen Ministerial-Erlass vom 20. Februar 1872 Z. 1383 wurde dem wirklichen Lehrer am k. k. Staats-Real- und Obergymnasium in Rudolfswert, Herrn Georg Margesin, eine philologische Lehrstelle am Marburger und dem Herrn Prof. Johann Pajk eine Lehrstelle am dortigen Gymnasium, ferner durch den hohen Ministerial-Erlass vom 26. Februar 1872 Z. 767 dem Herrn Prof. Josef Šum an eine philologische Lehrstelle am k. k. Staats-Real- und Obergymnasium in Ried verliehen und durch die hohen Ministerial-Erlässe vom 12. März 1872 Z. 2521 und 16. März 1872 Z. 2876 angeordnet, dass für die Dauer des H. Semesters Herr Margesin am Rudolfswerter und die Herren Pajk und Šum an am Marburger Gymnasium zu verbleiben hätten, wobei jedoch der vorhin erwähnte teilweise Urlaub des Herrn Prof. Johann Pajk zum Behufe der Vollendung seiner literarischen Arbeiten in einen vollständigen verwandelt wurde. Zu gleicher Zeit wurde durch den Erlass des k. k. Landesschulrates vom 16. März 1872 Z. 1774 der geprüfte Lehramtskandidat Herr Anton Edler von Leclair für die Dauer des II. Semesters zum Supplenten am Marburger Gymnasium bestellt. Durch die Beurlaubung des Herrn Prof. Pajk und den Eintritt des Herrn Supplenten A. von Leclair wurde die dritte Fächer- und Stundenverteilung notwendig, welche aber nach kurzem Bestehen abermals geändert werden musste, weil dem supplierenden Lehrer Herrn Johann Po lanec durch den hohen Ministerial-Erlass vom 28. März 1872 Z. 3073 eine philologische Lehrstelle am Staats-Real- und Obergymnasium zu Rudolfswert verliehen wurde, wohin er alsbald abzugehen hatte. Herr Polanec wirkte seit Beginn des Schuljahres 1869/70 an der Lehranstalt und war vorzugsweise mit dem Unterrichte in der Slovenischen Sprache für Schüler beider Nationalitäten betraut, in dem er bei seiner guten Fachkenntnis, bei der sorgfältigen Auswal und genauen Korrektur der schriftlichen Arbeiten recht befriedigende Erfolge erzielte. Wegen seines bescheidenen Auftretens und verträglichen Benehmens wird er allen, die ihn kennen, in liebevollem Andenken bleiben. Durch den Abgang des Herrn Polanec erhielten fast alle Lehrer der Sprachfächer Ueberstunden und der Direktor das Maximum seiner Stunden-zal (8), wozu er am 20. Juni, weil Herr Gymnasiallehrer Martin Valenčak sich krank meldete und von diesem Tage an bis zum Ende des Schuljahres keinen Unterricht mehr erteilte, deii Lateinunterricht in der VI. Klasse mit sechs Stunden wöchentlich übernahm, während den Slovenischen Unterricht die Herren Majciger, Suma 11 und Pravdič besorgten. Aus dieser Darlegung ist' ersichtlich, wie ungünstig für das Gedeihen des Unterrichtes die Verhältnisse waren, indem die Schüler jeder Klasse mit Ausname der VIII in einem oder mehreren Gegenständen mindestens einmal, im Slovenischen aber einige Klassen sogar dreimal die Lehrer wechselten. Wenn dessenungeachtet der Erfolg des Unterrichtes ein verhältnismässig recht günstiger ist, wie die am Ende befindlichen statistischen Ausweise zeigen, und das Lehr- und Lernziel erreicht wurde, so war dies einerseits nur durch den Pflichteifer, die Bereitwilligkeit zu Supplierungen und das Zusammenwirken aller Lehrer, anderseits durch den lobenswerten Fleiss der bei weitem überwiegenden Mehrzal der Schüler möglich. Mit Schluss des Schuljahres verliess die Lehranstalt der supplierende Lehrer Herr Anton Edler von Leclair, welcher sich trotz der kurzen Zeit seiner Amtswirksamkeit durch sein umfassendes Fach- und allgemeines Wissen, durch die taktvolle Behandlung der Jugend und durch sein biederes, charakterfestes, jedem Scheine abholdes Auftreten die allgemeine Achtung erworben hatte. Durch den Erlass des k. k. Steierm. Landesschulrates vom 23. Oktober 1871 Z. 4498 wurde der Zeichenlehrer Herr Josef Reitter für das Schuljahr 1871/72 bestätigt, durch den hohen Ministeri al-Erlass vom 20. März lb72 Z. 2910 dem Turnlehrer Herrn Rudolf Markl und durch jenen vom 26. Mai 1872 Z. 5575 dem Gesanglehrer Herrn Johann Joch a die Dispens von den betreffenden Lehramtsprüfungen erteilt. Vom 2. bis 7. Oktober wurden die Ueber- und Aufnamsprüfuugen abgehalten. Am 4. Oktober begierig die Lehranstalt die gottesdienstliche Feier des Namensfestes Seiner k. und k. Apostolischen Majestät und am 19. November die des Namensfestes Ihrer Majestät der Kaiserin. Am 14. October betheiligten sich Lehrer und Schüler an dem Leichenbegängnisse des jubilierten Herrn Gymnasial-Professors Lorenz Hribar, welcher einst am Marburger Gymnasium als Lehrer thätig gewesen war. Am 31. Dezember fand eine kirchliche Feier des Jahresschlusses statt. 1872. Am 19. Jänner nahmen Lehrer und Schüler am Leichenbegängnisse des jubilierten Herrn Hauptschul-Direktors Kaspar Wiederhofer teil. Am 10. Februar wurde xdas I. Semester geschlossen. Am 16. Februar begann das II. Semester, in welchem auf Grund des Erlasses des k. k. Steierm. Landesschulrates vom 18. Jänner 1872 Z. 6130, welcher gestattete die schwächeren Schüler dei- VIII. Klasse zu einer zweiten Mathematikstunde in der Woche heranzuziehen, in dieser Klasse die wöchentliche Stundenzal um eine vermehrt wurde, weil alle Schüler derselben sich bereit erklärten dieser zweiten Mathematikstunde beiwohnen zu wollen. Am 11., 12.. 13. März und am 16. Juli unterzog der Herr Landes-Schulinspektor Dr.MathiasWretschko den mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht einer eingehenden Inspektion. Am 24, 25. und 26. März wurden die österlichen Exerzitien abgehalten, an deren Schlüsse die Schüler die heiligen Busssakramente empfiengen. Ausserdem empfiengen sie dieselben zu Anfang und zu Ende des Schuljahres. Am 31. Mai wohnten jene Mitglieder des Lehrkörpers, welche an diesem Tage von 8 bis 9 Uhr keinen Unterricht zu erteilen hatten, in der Domkirche dem von Sr. F. B. Gnaden für Ihre kais Hoheit die durchlauchtigste Frau Erzherzogin Sophie zelebrierten Todtenainte bei. Vom 3. ’nis 8. Juni wurden die Schriftlichen Maturitätsprüfungen ab- gehalten. Das Ergebnis der mündlichen Prüfung, welche am 2. August beginnt, wird, wenn möglich, am Schlüsse dieses Berichtes mitgeteilt werden. Am 7. Juli faiul die' gemeinsame Prüfung der Turnschület dés Gymnasiums. der Realschule und Lehrerbildungsanstalt statt, wobei insbesondere die Freiübungen mit solcher Präzision ausgeführt wurden, dass sie allgemeinen Beifall erweckten und die Abgeordneten der Grazer Turnvereine, welche zur Gründungsfeier des Marburger Turnvereines gekommen waren und der Prüfung beiwohnten,' erklärten, dass sie selbe noch nicht so exakt hätten ausführen sehen. Dieses Lob spricht um so mehr für die vorzügliche Unterrichtsweise des Herrn Turnlehrers 11. Mar kl, als er nur vier Gesammtproben hatte vornehmen können. Am 13. Juli wurde die Prüfung aus der Steiermärkischen Geschichte v rgenommen, welche der hochwürdige Herr Canonicus Senior Mathias Pack und der Herr Landtagsabgeordnete Max Freiherr von Rast mit ihrer Gegenwart beehrten. Am Unterrichte in diesem Freigegenstande hatten bis zum Schlüsse 24 Schüler der IV. Klasse teilgenommen, um die vom hohen Lan-desaussclxusse für die vorzüglichsten Leistungen in diesem Studium gespendeten zwei silbernen Preismedaillen bewarben sich die Schüler Rudolf Bratschko, Franz Perko, Georg Rola, Ferdinand Schreithofer, Franz Schuster und Matthäus 8uhač. Die vorzüglichsten Leistungen waren die der Schüler Bratschko und Rola, welchen daher auch die beiden Preismedaillen zuerkannt wurden. Weil Franz Perko fast gleiches Wissen bekundete, so wurde ihm als Anerkennung seines erfolgreichen Studiums ein Exemplar des Werkes von Dr. Fr. X. Hlubek: „Ein treues Bild des Her-zogtumes Steiermark“ gespendet, dessen netter Einband vom Herrn Landtagsabgeordneten M. Freiherrn von Rast bestritten wurde. An diese Prüfung schloss sich jene aus der Stenographie an, au der Schüler beider Abteilungen dieses Unterrichtes y sich beteiligten und welche von den beiden Fachlehrern, den Herren J. Šuman und F. Standfest, vorgenommen wurde. Die vorzüglichsten Leistungen wiesen die Schüler Karl Hofstätter (VII. Kl.) der zweiten und Josef Pichler (VI. Kl.) der ersten Abteilung auf, wofür sie mit Preisen, welche der Herr Gymnasiallehrer Franz Standfest und der Direktor spendeten, beteilt wurden. Vom 11. bis 22. Juli und in einer oder der ändern Klasse, wo es noch nötig war, auch in einzelnen Stunden der folgenden Tage wurden die Versetzungsprüfungen abgehalten. Vom H3, bis. 27. Juli wurde die Klassifikation vorgenommeu. Die Vorzugsklasse erhielten: Ozim Anton, Lang Florian, Oreskovic Johann, Ro-schanz Adolf, Babnik Johann, Poch Alexander, KadlikJosef, Ilešič Josef und Majcen Josef der I.; Sirie Stefan, Velca Matthäus, Kaisersberger Anton, Ritter von Neupauer Karl und Stander Johann der II.; Gutscher Johann, Hvalič Blasius, Kermek Philipp und Pelz Julius der III.; Bratschko Rudolf, Brumen Anton, Heider Adolf, Philipe viel, Edler von Philippsberg Eugen, Kocmut Julian, Subae Matthäus, Vohl Johann und Rola Georg der IV.; Jurtela Franz, Kukula Richard, Vedernjak Franz, Gajšek Matthäus, Missia Anton, Vuk Mathias, Las-bacher Josef, Belec Karl und Bedijanič Martin der V. ; Lederhasj Ludwig, Pichler Josef, Heider Karl, Ferk Ernest, Koch Maximilian, Majcen Ferdinand und Regholetz Ferdinand der VI.; Sket Jakob, Postružnik Anton und Auditor Alois der VII.; Schmirmaul Mathias, Feuš Franz und Fekonja Andreas der MH Klasse. Am 31. Juli zelebiiite der hochwürdige Herr Canonicus Senior Mathias Pack-rnm Schüsse des-Schuljahres das feierliche Dankamt; nach dem-: selben fand die Verteilung dtr Zeugnisse und die Entlassung der Schüler stätt. VH. Statisti Va. Lchrpersonale. S O ll U 1 © r. ! Kategorie. Geistliche, Weltpriester. I Weltliche. Kl Klasse. 1 Schüler bei Beginn des Schuljahres. Oeffentliche Schüler mit Ende des II. Semesters. Muttersprache Religions- bekenntnis Oeffentliche Privatisten Im ganzen Schulgeld zalende Vom Schulgelde befreite Stipendisten Repetenten der am Schlüsse des II. ; Semesters an der Lehran-anstalt befindlichen öffentlichen Schüler. Direktor. 1 i. 47 42 24 ■) 20 3 Deutsch. 89 Katholisch 1 des latein. ; Wirkliche n. 38 — 36 20') 17 4 2 Slove- Ititus. 243 Lehrer. — 9 m. 36 _ 34 19') 17 2 I nisch. 151 Evangelisrh der Augs- Religions- IV. 42 39 16 23 5 3 Čechisch. 1 burger Konfess. 2 lehrer. i — V. 45 — 40 19 21 9 2 Kroatisch. 1 i Supplenten. i 3 VI. 25 2 24 10*) 14 4 1 Magya- Nebenlehrer. — 3 VII. 20 1 18 9 9 4 1 risch. 8 VIII. 13 — ; 2 7 5 2 1 266 3 16 '•45 124 log 30 14 045 245 269 ') Darunter 2, welche nach Bezalung des Schulgeldes ausgetreten sind, und 2, denen die Sistierung der Schulgeldzalung bis zum Schlüsse des Semesters vom hochlöbl. Landesschulrate bewilligt worden ist. ') Darunter 1, welcher nach Bezalung des Schulgeldes ausgetreten ist. ') Darunter 2, welche nach Bezalung des Schulgeldes ausgetreten sind. 4) Darunter 1, dem die Sistierung der Schulgeldzalung bis zum Schlüsse des Seme- sters vom hochlöbl. Landesschulrate bewilligt worden ist. Ergebnis der Klassifikation vom II. Semester. a) Allgemeine Klassifikation. E s erhielten Klasse. Vorzugs- klasse. Erste Klasse. Zweite Klasse. Dritte Klasse. . i Erlaubnis zu Zeugnis. je*ner_ Ueber4 6 j prufung. I. 9 24 6 3 - ! 4 1 II. 5 25 6 _ - 6 III. 4 22 7 1 — 6 1 i iv. 8 24 4 1 2 1 4 1 V. 9 19 9 1 2 6 VI. 7 16 1 _ 1 VII. 3 14 — 1 — i VIII. 8 7 2 — - 1 2 ! Summe, 48 161 85 6 6 j 27 b) Klassifikation nach den Leistungen in den obligaten Lehr- gegenständen. Klasse. Noten. ' ai u