Nr. 71. Pränumcral ionsprei« : Im Lomptoil ganzj. fi. >l, l>,lb<. fi. 5'5><>. Fill bie ^ufiellui'», i^S Hau« halbi. s,«> lr. Wlil der Poft «anzj. fi. IN, haldj. st, ? 50. Dinstag, 28. März. InsrilioXglbiibl: ftü« llein« Ins««»« bi» »„ » Zeilen »5 »l,. 8»öhels pl. SeUe S tr.; bei 5tte«> lvitdllholun e« pr. >je!l< >« ,,. 1^7«. Amtlicher Theil. Se. t. und l. Apostolische Majestät haben nut Allerhöchster Entschließung vom 18. März d. I. dem Eiscnbahn-Vaudireclor Rudolf Maneaa in Bukarest in Anerkennung seineö verdienstlichen Wirkens das Ritter lreuz des Franz Joseph-Ordens allcrgnüdigst zn ocr« leihen geruht. Der Iustizministcr hat den, Bczirksrichter Karl Kandl berger die angesnchte Vcrsctzuug vou Winllern nach Stain; bewilligt. Der Iustizministcr hat den Gcrichtsadjuucten bei dem Landesgerichte in Graz Joseph Mülle rct z»m Bezirtsrichter in Eibischwald ernannt. Der Iustizministrr hat den Auscultanten Dr. Oskar Millanich zum Bezirksgerichtsadjuncten in Stainz ernannt. ^^ ^ Dell 24. Mäl, 1376 wutben in der t, l. Hl-s' und Staats, druckslei iu Wicn dir ilalitinschr, döhmischc, ftolinschr, rnth>insche, slovelliichs, lroatische uud roinauischr Nusgabc dc« am 1. ssc-bruar 1tt?6 voililufiq blos in dcr driltschr» Auöqa! l erschic»ic!ieu »I Stiickes deS NcichKl1!-schb!,McS u„?ftcii»I'.'n u„d vcrjlndtt. DaSselbs N'thtM ulltrr N>. 7 die Verordnung des Insti^mix'stei'um« vom 3. Jänner 1876, brttlfflnd d^n ^lstinn ter -'Iml^uirlsamlrit brr Vr-zirl?gerichte Eipel »nd Bähmisch slalitz in Bl>l,m>u; 3lr. U dic Ku»dl»achlmg der Ministeli^n der Finau^n u»d d?s Handels vom I^i, Iiiuner ^76, be«rcfi,l>d dir Llrichlmiu ein.? Ktrn'i- »»d qrrichüichru T^positcü', dann Zoll°, Hufni- und i/ssllni<ä!«c>liurö i» Zaravecchia; Nr. 9 die Kundmuchmig d.l> Finnü^ninisi.llutti^ uom 18 Iiin-ncr 187«!, dltrrffcud die Eluchmoq lilitl» slcucr:. yrricht-lichcn D^pclsltnl.- und Zullnuik? in Littavccchia, bann die Vcstelluüj; deS ölnleramlcs >» ^^siua als Nebenzoll' und Salzuerschleißaüit; 3tr. 10 dic zllmdmachnnss deS ssinan^nlinissnium« vom 2<>, III»-uer 187»;, detressrnd die, Auslassnng des Äieb^n^llamll'««, zugleich Hase»- „.«b Tecsanilälsiici^ulle ;n Porlo V»so »nd Uedellrastliün ssliniuillcher Ancnde» desssllien an dao Vlebein li llnml rrslcr Klasse ;n Ecruiqim»», lWs. Z<«. Nr. «9 vom 24. M<«,z,1 NichtaMlichn Tlml. Iourualstimmcn. In der letzten Sitzung deö nieder österreichischen Landtages gelangte eine Note des Slalthal' ters an deil Landcsausschlist zur Verlesung, in welcher die Regierung ihren Bedenken gegen dns cunstante Steigen der GrinclndcUlnlagrn Ausdruck gibt. Davau wurde die erneuerte Mahnung zur Eiuschränkuug der Gemeindc-Ulnlagen geknüpft. In dieser Note erblickten die Abge- ordneten Kopp und Granitsch eine Rüge und einen Versuch, die Gemcinde.Autonomie einzuschränken, wes» halb die Statthaltcrcinotc dem Gemeinde Ausschüsse zur Vorberathnng zugewiesen wurde, obwol der Statthalter selbst sich gegen die Auffassuug verwahrt hatte, daß da» mit ein Tadel gegen den Landtag und dessen autonome Organe ausgesprochen werden sollte. Fast sämmtliche österreichischen Blätter besprechen die durch diesen Zwischcnfall wieder in den Vordergrund getretene principielle Frage der gegenwärtigen Gemeinde, verwaltuug. Die Neue freie Presse, welche auf diesen lntercssautcn Gegenstand noch zurückzukommen verspricht, meint, dasi die Erscheinung des constanlen Slcigcns der Ocmeinde-Umlagtn sowol, als aller Zuschläge zu deu directcn Steuern eugc mit uuserem Vcrwaltuugssystcme zusammenhänge, dessen Reform ja langst gefordert und im Reichsrathc schon berathen wird. So lange der Wir-tu!',gs- und Psiichtenlrcis der Gemeinde:«, nicht ringe» schränkt wird. so lauge werden Mahnungen zur Vcr^ Minderung der Umlagen wenig fruchten, weil ja die Kosten der autonomen Verwaltung nicht anders zu decken sind. Die Presse betont, daß jedes Wort in der mahnenden Zuschrift der Regierung wahr sei. Die Finanznoth der Gemeinden grassiere gegenwärtig beinahe auf dem ganzen Continents und habe in den durch die fortschrittliche Eutwicklüng hervorgerufenen Unsummen von Bcdürfuisscu ihren Enlstchungögrund. Keinesfalls dürfe zur Behebung des Uebels eine heroische Kur angewendet werden, wenn man nicht das ilind mit dem Bade verschütten will. Das Blatt empfiehlt als Mittel zur langsamen Heilung: Vermeidung kostspieliger Ucber> eilungcn, strcugcrc Uebcrwachuug bei Vcrwendnng der Commnualumlagen und, um eine derartige Controlc zu ermöglichen, die Bildung großer Gcmeinixlörpcr, die Znsammcnlsgnng zn grüßen Velwallungsgemeinden und die säst vlillMildige Absorption dcr Orlögeineiuden. Die Tuncöpvcssc l>bt hcrum-, das; nur eine der ssreihcil drr Gcmrindc:« w o l) lstesin n t c Regierung mil diesem Mahnrufe hervortreten konnte. Denn ci»e aulo° nomiefrindliche Regierung hätte eö bei der heutigeu Geimmdewirthschäft so lauge bewenden lassen, bis das Volt selbst die kostspielige Selbstsländigleit der Gemeinden von sich geworfen. Das Blatt empfiehlt als Nr« medur eiue nicht zu weit gehende Entlastung drr Land gemeinden von den drückenden Verwaltungsagenden und strammere Unterordnung dcr Gemeinde nnter die Staatsgewalt uud betont schließlich, daß die Reform der politischen Verwaltung in diesem Sinne von anerkannten Fortschrittsmännfrn befürwortet wird. DaS Frcmdenblatt sieht in der diesbezüglichen Debatte im Landtage einen sprechenden Beweis, daß die Gemeindeverhältnisse sehr reformbedürftig seien. Demnach sei es sachlicher, anstatt sich in gegenseitigen Recrimina-lionen zu erschöpfen, kräftige Anstrengungen zu machen, um die beklagten Uebelstände zu beseitigen. Das Tagblatt insinuiert der Finanzverwaltung die Absicht, daß sie den Steuerträger gegen andere Ansprüche schützen wolle, um desto leichter die Befriedigung der eigenen Ansprüche zu erlangen. Die Mahnuug, die Regierung an die Landtage gerichtet, werde ihr mit verstärktem Echo zurückschallen. Reduction um Reduction. Thunlichstc Einschränkung um thunlichste Einschränkung. Die Nummer des „Vaterland" vom 23. d. wurde coufisciert. Das allgemeine Zunehmen der Gcmeilldc-Umlagen hat bekanntlich Se. Excellenz den Herrn Statthalter von Nicdcriisterreich zu einem an den niederöster-rcichischcn Landtag gerichteten Erlasse veranlaßt, in welchem derselbe auf das Bedauerliche dieser Erschei« uung hinweist. Wie auö deu von uns oben veröffentlichten Iournalstimmen zu entnehmen ist, hat dieser Erlaß im Landtage leider eine Deutung gefunden, die mit den eigentlichen Intentionen dieses nur im wohl meinenden Sinnr abgegebenen Mementos im Widersprüche steht. Denn was in demselben gesagt wurde, ist ja längst Gemeingut aller Kreise, und niemand wird es dem Ministerium verdenken können, wenn es seinen Mahnruf zu möglichster Sparsamkeit im Laufe jeder Landtagssession wiederholt. Es ist dies ohnehin die einzige Ingcrenz, die dasselbe auf diesem Gebiete ansüwn kann, denn sobald einmal Landtag und Landci die Nothwendigkeit einer solchen Bewilligung üi^.u,,^ haben, so würde es der Regierung schlecht anstehen, jene Nothwendigkeit lcugueu zu wolleu. Das Ucbel, welches hier abgewehrt werden soll, sitzt tiefer, als daß man es mit solchen formalen Acten einer Bewilligung oder Nichlbewilliaimg aufhalttn tonnte; in der Frage der steigenden Höhe der GcmrindeUilUagrn findet die Frane der Vcrwaltunasrefmm ihreu prägi!a,l<(steil Ausdruck, in ihr liegt aber auch fllr die parlamentarischen Kreise die ernste Mahnung, tiefer Frage ernstlich ins Auge zu blicken. Sie ist nicht erst seit gestern an die parlame,,. tarischc Tagesordnung gestellt, schon seit Jahren mirsi sie ventiliert, die besten Kräfte drr Verfassungsparlei haben ihre Nothwendigkeit anerkannt, und selbst der Führer der früheren Autouomisteupartei, v. Kaisersfeld, ist an der Hand der praktischen Erfahrungen dazn ge' kommen, selbständig eine Rcihc von Vorschlägen zur Reform der politischen Verwaltung zu formulieren. Was hier dem Einzelnen gelang, wird in um so höherem Grade dem Gros der Verfafsuugspartei ge- Feuilleton. Ein Justizmord. Nomml von I. Vlrnhardl. (Fortsetzn»«.) Vldoc befreite sich von dem Verzweifelnde!» und schob ihu zurück: „Und doch werden S!e dort sterbt,,", sagte er, ,."ich» nur dafür, daß Sie Ihre Wohlthäterin gelobtet und beraubt haben, sondern auch für die Ermortmnq der Mitschuldigen Ihrer Ve,brechen, Ihrer Gtllcbie», Sabine Ligniöres, der Schwiegertochter der Madame ^l^troUes. Sie h^t vor ihrem Tode dem Otvlch'c cin offenes Bekenntnis abgelegt. Riland fiel auf seinen Sitz zurück. ..O, dann ist alles dahin, dann bin ich occloren!" üchzte er. „So ist es, Herr Marquis, seine menschliche Macht lann Sje dcm verdiente» Schicksal entziehen, sctt Sie 'N Meine Hände gefallen sind." ,.O, mein Gott! mein Gott!" stöhnte der Elende, ble Hcinke fallend, „acfangcl,. veru theilt, gerichtet wer» "n! Nicht fliehen können, sterben durch Hcnlershand!" Vldoc sagte mit schwernn Ernste: ..Ich halte ge,chworm, daß Sie so enden sollten, "nt> halle meinen Schwur!" Roland sank dcm Unerbittlichen zu Füßen. H. >Ui,d warum dieser fürchterliche Haß gegen u ich? A«s ich gethal,, hat Sie nicht betroffen. Noch einmal barmen Sic sich! lasscn Sic mich fliehen!" Dic kräftige Hand dts Polizeispions zoo. ihn vom Tcppich empor. „Junger Mann", versetzte er, „ich könnte Ihnen sagen, daß es mein.' Pflicht, jeden, der dcm Gesetz durch cinc verbrecherische Thal velfallen, nachzustellen und daß ich diese Pflicht, so lange ich mein Amt l'ellrioc, stet«« gewissenhaft erfüllt habe. Ich löim'c hinzufügen, daß dcr arme IacaM Lcbrun, dcr statt Ihrer hingerichict wor^ den, einst mein W°ffe"gcfährtc war, der mir im lkampfc mit den österreichische«,, Hussaren da? Leben rettete. Abcr es gibt noch ctwaS andere Was? was?" jammerte drr Mörder. Vidoc sah nach der Uhr. E<, bleibt nni^lioch eine Vierlelslulide, bevor dic iwrcn vom Gericht hier e.schcmen", sagte er. ..Die Hcit genügt für da«, was ^e noch höre:, sollen. Eö ist eine lurzc Geschichte auS 5tl, glücklichen Tagen meiner Ilme.'d, cin galautcS Abenteuer, welches Sie, einen modernen Kavalier, wahrscheinlich interessieren wird." Er hielt einen Moment innc, dann fuhr er fort: Es war in den ersten Zeiten drr Republik, welche die Welt erzittern machte, als ich von meinem feurigen Blntc getrieben, in einem Alter von siebzehn Jahren, mich den siegreichen Heeren meines Vaterlandes anschloß. So kam ich nach den Niederlanden, wo der Kampf mit den gcacu uns verbündeten deutsche» Truppen am heftigsten wüthete. Ich war cm robuster, tapferer Bursche, der dem Tode kühn ins Auge fah und sich auszuzeichnen strebte. Das Glück wollte uur anfangs wol. Ich wuroc bald Unteroffizier und dann zum Qnartirrmcistcr befördert Aber meine Carriere wurde durch einen Ba ionmtstich den ich von einen, ungarischen Soldaten erhielt, plötzlich unterbrochen. Unser Regiment mußte nach dem Süden Deutschlands marschieren. In der Stadt Brüssel nun bcfaudeu sich viele Emigrierte, die vor der Guillotine geflohen waren. Unter diesen be» fand sich auch ein Mann, der dort unter dem Titel eines Barons von Pr^Saint'Pol lebte. Der Zufall wollte, daß ich, als meine Wunde schon ziemlich geheilt war, auf eiuem Spazicrgangc mit diesem H,-rrn bekannt und von lhm eingeladen wurde. Ich nahm diese Ei> ladung mit Begnüge,, au und besuchte ihn eineS Tages. Me„, erster Bl.ck stcl auf eine juuge, schöne Dame, die nur der alte reiche, aber fehr häßliche Baron als seine Gcmalln vorstellte. Sie scheu und mich in sie sterblich verwben, war das Wert eines Augenblickes. Bon n„n an kam ich fast alle Tage ln dies Haus nnd brachte, von mcmem glühenden Herzen getrieben, der Baronin meine Huldiguugcu dar. Um kurz zu sei»: meine Liebe fand Erhörung, uud ich glaubte damals der glücklichste unter allen Sterblichen zu sein. Aber mit dieser Liebe zu der reizenden Angelica theilte sich noch eine andere Leidenschaft, die des Spieles. Die Zeit, wo ich nicht bei mcincr Angebeteten war, darunter ganze Nächte, brachte ich in den dortigen Spielhäuscrn zu. In einer dieser unheilvollen Nächte verlor ich auf mein Ehren-wort fünfzig LouiSd'or im Ecart6 an cinrn Unteroffizier meiner Compagnie, der gleichfalls verwundet in Brüssel zurückgeblieben, aber wie ich schon geheilt war Vm nächsten Morgen wollte es das Unglück daß ich dic Ordre empfing, mich in vierundzwanzig'Stunden wieder zu nuincm Regimente zu begeben. Wie konnte ich "un d,e Stadt verlassen, ohne meine bezahlen Von dem, der mir diese Summe ab» won neu, hatte lch leine Zahlungsfrist u crwaNen d m er 554 lingen müssen, wenn sie das Thema nur einmal ernst, haft angreift und es nicht mit Resolutionen an die Regierung bewenden laßt, deren Initiative auf diesem Gebiete durch die mannigfaltigsten und mitunter schwerwiegenden Rücksichten gehemmt ist. Wenn daher die Commission des niederösterreichischen Landtages die Note des Statthalters sachlich und nicht persönlich auffaßt und sich durch dieselbe zu einer eigenen kräftigen Initia» tive bestimmt findet, dann wird dieselbe dem Regierungs-erlasse die allein richtige Deutung gegeben haben. Man könnte die Note einem Warnungssiguale vergleichen, dem nachzukommen die Sache der parlamentarischen Vertre« tungstörper ist. Das „Wie" muß diesen überlassen bleiben._____________________________________________ Rußland. Einem Berichte der „K. Z,", die den politischen Zuständen Rußlands eine sehr eingehende Würdigung schenkt, entnehmen wir nachstehende, sehr interessante Charakterisierung des daselbst herrschenden Alt» und Iungrussenlhums. Während die gemäßigtem nationalen Altrussen in der Umkehr zur slavischen Vorzeit das einzige Heil für Rußland sehen, sich aber ohne Schilderhebung gegen die gegenwärtigen Zustände passiv verhalten, die Radikalen dieser Partei aber offenen Krieg gegen das Bestehende predigen, ist das Iungrussenthum, wie die «K. Z." schreibt, in seiner Tendenz und seinen Zielen von jenen vollkommen verschieden. Das Programm einer neuen Zukunft in der Tasche, werfen die Iungrussen alles Bestehende als veraltet ohne Umstände über Bord, wäh> rend sie jedoch ihrem revolutionären, socialdemokratischen Anstreben nur sehr vorsichtig Ausdruck geben, bcschrän» lm sie sich nicht wie die nationalen Altrussen darauf, gegen den überwiegenden Einfluß des deutschen Elements im Lande zu Felde zu ziehen, sondern ihre Angriffe sind offen gegen Deutschland, alles Deutsche, die deutsche Kultur überhaupt gerichtet; sie bekennen ihre Sympa» thien für Frankreich, haben mit der Commune gelieb« äugelt, sind mit Einem Worte — geschworene Germa» nophagen. Und man glaube ja nicht, daß dic Partei in dieser letzten Beziehung schwach vertreten sei; sie ist zahlreicher, verbreiteter und findet im Lande ein größeres Echo, als man sich lu Deutschland träumen läßt. Dieses offene, feindselige Auftreten gegen Deutschland mach'e sich zar Zeit des Krimtrieges geltend, erreichte beim Ausbruche des deutsch-französischen Krieges seinen Höhepunkt und ist nach den Erfolgen Deutschlands und desjcn Machtcntfaltung wol bedeutend verstummt — abcr keineswegs auS dem Programm Iungiußlands ge> strichen. Diese Stimmung der Iungrussen gegen Deutsch land charakterisiert die Tendenz der ganzen Partei. Ein gewisser Neid über die Erfolge Deutschlands so wie daS plötzliche Umschlagen der im russischen Volle so zu sagen vererbten Ueberzeugung von der politische» Abhängigkeit Deutschlands von Rußland mögen die Stimmung gegen Deutschland trotz der fremdlichen Politik der Regierung uud der hochherzigen Theilnahme des Czaren bei einem Theile des Voltes beeinflußt haben — was war natür» licher als das! Etwas anderes ist eS mit den Jung. russen. Bei diesen war es weder Neid noch Mißgunst an und für sich, selbst nicht die Furcht vor dem drohen' den Gespenst des Militarismus, das sie in Preußens Machtentfallung zu erblicken wähnten, — ein richtiger Instinct ließ sie vielmehr in Deutschland, als dem Ver< treter der Humanität, dem Träger humaner Kultur und, in seiner Erstarkung als Nation, zugleich als dem Bürgen des europäischen Friedens einen natürlichen Feind sehen, vor welchem alle ihre sanguinischen Erwartungen, alle ihre Hoffnungen auf die Verwirklichung ihrer Utopien in Rauch aufgingen; — daher ihre An« griffe, ihr Haß und daher ihre enthusiastische Hingabe an ein russisch-französisches Bündnis. Man hat sich hehlte in Rußland mit dem Gedan» len versöhnt, die Deutschen als eine einige, mächtige Nation zu sehen; der wirtlich gebildete und besonnene Theil der Russen folgt mit aufrichtiger Theilnahme dem Kampfe von welthistorischer Bedeutung, welchen das junge deutsche Reich gegen die Anmaßungen Roms aufgenommen. Die Russen haben die Ueberzeugung gewvli-nen, daß die Deutschen — nicht, wie es die Organe des Iungrussenthums in der Presse aufsprachen, — be» rauscht von ihren Erfolgen, in Berlerlerwulh als eroberungssüchtiges Volt auftreten würden, sondern vielmehr, der Commune und den Gelüsten der Socialdemokratie einen Damm entgegensetzend, den Frieden Europas gewährleisten. Auch im Hinblick auf die Sympathien, welche Alt-und Iungrussen für die Stammverwandten auf der Balkan-Halbinsel und an der unteren Donau hegen, sind Ansichten und Erwartungen himmclwlit von ein»' ander verschieden. Während die nationalen Altrussen, Panslavisten und alle, welche unter dem Banner die>er Partei wirken, in dem traditionellen Erbe Konstantine pels die Verwirklichung ihrer Träume von eincm großen, vereinigten, halb Europa nmfassenoen Slavenreiche und dessen welthistorischer Mission sehen, verhält sich die große Masse der Sektierer in Rußland bei dieser Frage nur in so fern theilnehmend, als sie unter jenen slavischen Völkerschaften leine geringe Anzahl von Glauben«' genossen zählen und denselben näher stehen, als die Be< tenner der orthodoxen Kirche. Wir müssen hier auch dem Umstände Rechnung tragen, daß die Apostel der „alten" Kirche im 12. Jahrhundert aus dem Süden nach Ruß. land gekommen und die Wiege des Scktiererthums nicht in Rußland, sondern in Bulgarien und an der Donau zu suchen ist. Es hat bei diesem gemeinschaftlichen Bunde des Glaubens seit den frühesten Zeiten einen Verkehr zwischen den russischen Altgläubigen und jenen Slaven gegeben; dieser meist geheim gehaltene Verkehr war nicht ohue politische Tendenz und hat eben dieser Trag weite wegen die Regierung noch vor wenigen Jahren zu energischen Maßregeln gegen die Sektierer veranlaßt. Die Iungrussen sehen auf die Zustände in der Türkei und den slavischen Provinzen mit ganz anderen «ngen als die Altrussen. Bei dieser Partei, mag sie ulich den Schild deS Nationalen herauskehren, handelt es sich in der Thal um ganz andere Dinge; es ist derselben nicht um eine Vergrößerung der Macht Rußlands zu thu,,; die Iungrussen tragen sich mit der Idee einer Socialdemokratie, die, wie sie wiihnm, hier den geeignetsten Boden finden dürste; uno daß sie in dieser Idee nicht allein stehen, beweisen uns die Freischärler, welche i» den Reihen der Aufständischen lmupfen. Die russische Regierung mag ihrerseits, so sehr dieselbe auch geneigt sein dürfte, das Erbe anzutreten, doch ein gewisses Be» denken tragen, bei so heillosen Zuständen, bei der Roh» helt, Demoralisation und Anarchie, die in jenen slavi» schm Ländern herrschen, Elemente mit in den Kanf zu nehmen, welche dem eigenen Daheim gefährlich werden dürften.___________________________________________ Ueber den griechischen Minister-Proceß, der nun schon so lange die Gemüther in ganz Griechen« land in Bewegung erhält und auch die Aufmerksamkeit dcr übrigen politischen Kreise Europa's — allerdings nicht zum Vortheile Griechenlands — in Anspruch nimmt, bringt die „Pol. Corr." neuerdings weitere Details aus Athen. Wie ihr dortiger Correspondent schreibt, dürfte bald das Zeugenverhör und damit das Beweis-verfahren geschlossen werden, worauf sofort die Ange< llagten das Wort zu ihrer Rechtfertigung erhalten. Viele der von den Angeklagten^ berufenen Entlastungszeugen sind gar nicht vor dem Gerichie erschienen. Dic Auge' llagten und ihre Vertreter verzichteten auch meist auf die zwangsweise Vorführnüg derselben. Nur bezüglich dec» von dem angeklagten Erminister Valafsopulos vorgeladenen Secretärs des Königs, Kaliinislis, schien die Vertheidigung bis zum letzten Augenblicke geneigt, emeu Beschluß des Gcnchthofcs auf zwangsweise Vorführung dieses Zeugen zu provocieren. Die Aussage dcsseldcn schien ihr von einer bcsoudereu Wichtigkeit. Die Anllag: halte nämlich behauptet, daß Valassopulos, nach cm er bereits das vom Könige signierte Ernennungsdecrct des ErzbischofS AverlioS in Händen hatte, dasselbe dennoch dem Ernannten nicht früher autigefolgl habe, bis ihm nicht auch hiefür abermals ein neuer Gcldbelraq ausbezahlt wurde. Der Sccrelür des Königs sollte mm durch seine Aussage diese Behauptung wider!egcn; er sollte die von dem angeklagten Valassopuloö als unbestritten hingestellt: Thatsache constatiercn, daß er vom Könige selbst dem Minister dcu Auftrag übcrbracht hatte, das figuierle Decret dem Erzbischofe Aoertioö bis auf weiteren Befehl nicht auszuhändigen. Da die Vertheidigung, wie erwähnt, auf die Einvernehmung des königlichen Secretärs nicht verzichten zu tonnen glaubte, ertheilte der Präsident dcn öffentlichen Anklägern daS Wort zur Stellung ihrer diesbezüglichen Anträge. Herr Philimon plaidiertc nun gegen die zwangsweise Vorführung dieses Zeuge» ; er führte aus, daß die Hc< zichnngm des Königs zu seinen Ministern heilig seien und keinen Gegenstand einer gerichtlichen Untersuchung abgeben tömmi. Dcr König sei für alles unverantwortlich; die Minister tragen in allen Fällen die Verantwortlichkeit, und von dieser könne sie selbst ein Auftrag des Königs nicht entbinden. S:lbst wenn der Zeuge belrä'li-acn sollte, daß in der That der erwähnte Austrag dcS Königs an den Minister erflossen sei, würde dies dem Minister nichts helfen, denn ein solcher Auftrag mußte als nicht ergangen betrachtet werden. Es sehe daher nicht ein, wie die Vernehmung des Scccctärs des Königs als solchen auch nur zugelassen werden könne. Eil^: Beschlußfassung hierüber blieb indessen den« Gcrichlsiaulc eriparl, dcuil nach diesen AuScioandersetzun^ gen der Antlägcr crllären die Vertheidiger plötzlich, daß es ihnen niemals beigesellen wäre, die zwangsweise Vorführung des Zccrctärs des Königs zu fordern; sie vcr-zichlcn überhaupt auf dcsscn Einvernehmung. Zur lriegmschen Action Scrlncns. In einem wiener Briefe dcr Times findet sich ein zusammenfassender Bericht über die Bemühungen des ö st e r r e i ch i s ch « u n li a r i s ch c n und des r u s-sischen Gcneralconsuls in Belgrad, de>, Fürsten Milan zur Innchaltung einer correct friedlichen Haltung zu" veranlassen. „Während dcr Fürst von Montenegro" heißt cS dort, „auf die erste Aufforderung hin nicht nur versprochen hat, dem Pacificationswerle keine Hindernisse in den Weg zu legen, sondern sogar seine Bereitwillig» leit zur Mitwirkung an ocn.selbcn erliärlc, tonnte Fürst Milan von Serbien nicht allein zur Abgabe eines war ein hartherziger Mensch. Konnte ich nicht zahlen, so war ich in den Augen meines Regiments entehrt. Aber eS war mir ja noch eine Hoffnuug geblieben. Ich eilte zu meiner schönen Freundin. Sie hatte bereits von meiner Abreise gehört und war untröstlich. Ich vermischte erst meine Thänen mit dcn ihrigen und wagte eS dann, ihr mein Unglück im Spiele zu vertrauen, in der Erwartung, daß sie mir hclfcn würde. Abcr es kam anders als ich hoffte. Kaum hatte sie mein Geständnis gehört, als ihre Augen plötzlich wicdcr trocken wurden. Der rühreude Ausdruck ihrer schönen Züge machte einem harten, einem eisigen Platz. Mich stolz anblickend, sagte sie: „„Mein Herr, ich glaubte, daß Ihre Neigung aus derselben Quelle wie die mcinigc flöße; ich glaubte, daß Ihnen nichts schmerzlicher sein würde, als von einer Frau zu scheiden, welche den letzten Tropfen ihres Blutes für Sie zu opfern bereit war. Aber, wie ich höre, handelt es sich nicht um mein Blut, sondern um Geld. Es ist gut. Ich habe mich getäuscht. Verzeihen Sie meine» Irrthum und kommen wir zum Ende."" Sie nahm eine ans Stahl gearbeitete Cassette vom Tische, öffnete sie, nahm ihre Juwelen heraus uud ließ dann eine Feder springen, die einen doppelten Boden des Kästchens bloßlegte. „Angelica, was wollen Sie thun?" rief ich. Sie antwortete mir kalt: ..„Etwas ganz na-türUches, mein Herr, ich will einem Landsmanne helfen, der van diesem Augenblicke an nur noch mein Freuud ist. Hier sind die fünfzig Louisd'or. Wenn Sie eines Tages glücklich im Spiele sind, mögen Sie das Geld meinem Gatten zurückzahlen."" Zwölfl«, K»pil«l. Der Abschluß deS Dramas. Während Viboc die letzten Worte sprach, war er aufgestanden und halte die früher bei der gerichtlichen Untersuchung erwähnte Stahlcasetle, die noch auf einem der Tische des Zimmers stand, in die Hand genommen, sie aufgemacht und, die Bewegung seiner einstigen Gc-liebten nachahmend, auf die darin befindliche Feder gedrückt. Der doppelte Boden halte sich gezeigt. Abcr das untere Fach der Caselle war nicht leer. Es lag ein Versiegeltes Papier darin. Der erstaunte Detective nahm es heraus und las die Aufschrift. Sie lautete: „Nach meinem Ableben zu öffnen von meinen Kin> dern und Jacques Lebrun, oder in Ermangelung dieser Personen von demjenigen, der es finden wird, mit der Bitte, den Inhalt denen mitzutheilen, di: es wissen müssen." Vidoc brach daS Siegel. „Die Handschrift Angelicas", sagte er einen Blick auf feinen Gefangenen werfend. „Hören Sie, Roland: die Handschrift der von Ihnen ermordeten Madame Mazerolles, der Frau, welche mich liebte und deren wat> rer Name mir erst bekannt wurde am Morgen des 3. Jänner 1823." Roland bewegte sich nicht von der Stelle. Er hatte maschinenmäßig zugehört, ohne etwas zu verstehen. Der Polizeispion entfaltete das Papier und las, was ihn nach und nach mit Entsetzen erfüllte, welches den starken, unbeugsamen Mann zu vernichten drohte. DaS furchtbare Geheimnis, daS diese Schrift cnt. hielt, bestand in folgendem: Der junge Mann, dcr unter dem Namen Roland aus dem Pachlhofe Grandchamp in der Nähe von ScnS erzogen worden, dort seine Jugend verlebt hallc und für dcn Palhen dcr Madame Mazerolles galt, war deren Sohn, die Frucht eines illegitime" Vcrhältmsscs zwischen dieser Dame und einem jungen Soldaien der Republik, während sie sich mit ihrem ältlichen Gemal unter frem< dem Namen mB'üsscl aufgehallen. Diesen jungen Soldaten, der sich ihr gleichfalls unter einem angenommenen Namen vorychcllt, hatte sie später nie wiedergesehen. Da sie legitime Löhne besaß, so hatte sie auch nach dem Ableben ihres Gcmals Rolano nicht als ihren Sohn anerkennen dürfen. Abcr um mütterlich für ihn zu sorgen, hatte sie ihn nach P.irls kommen lassen mit dcr Alisicht, wenn er ihren Wüujch:n entspreche, ihm die Tochtcr ihres wackeren Intendanten zur Gattin zu geben und beider Glück zu begründen. Diese wohlgemeinte Absicht war aber durch seine schlechte Aufführung vereitelt worden, so daß sie, um ihü in der Schule des Lebens und Leidens zu bessern, sich von ihm losgesagt und er sich auS Verzweiflung nach dcn Colonien begeben hatte, um do t Dienste im Militär zu nehmen. Schließlich verpflichtete sie in diesem Document ihre Erben, Alexander und Charles Mazerolles, dem besagten Roland hunderttausend Franken auszuzahlen, mit welcher Summe sie lh" dotiert hatte, wenn er gebessert auS den Colonlen zurückkehren würde. Das Document schloß mit dcn Worten: „Bessere dich, mein Sohn Roland, und mache dlcy des Namens deines Vaters, deS Marquis von Samt Roteau würdig, der, obgleich er die Leidenschaft des Spiels besaß, doch ein wackerer Edelmann und et" 555 solchen Versprechen« nicht bewogen werden, sondern scheint sogar durch Wort und That den Lindruck hervorrufen zu wollen, daß er sich zu einer gegenteiligen Handlungs. Welse bestimmt fühle. Wie Sie wissen, stattete Fürst Wrede, der österreichische Generalconsul, sofort nach seiner Rüstehr von Wien dem Fürsten Milan einen Vesuch ab, um ihn von dem Stand der Dinge zu unterrichten und die Hoffnung und Erwartung seiner Regierung auszudrücken, daß er Frieden halten und jeder Einmischung fernbleiben werde. Die hierauf ertheilte Antwort war eine ausweichende und wurde hier für so ungenügend erachtet, daß der Generalconsul neuerliche Weisungen erhielt, den Fürsten zu besuchen und eine bestimmtere Antwort zu verlangen. Dieser Schritt vonseite de« österreichischen GeneralconsulS wurde durch die Vertreter Rußlands und Deutschlands in Bel. grnd gleichmaßig unterstützt, und ersterer suchte noch überdies dadurch auf den Fürsten einzuwirken, daß er ihm vorstellte, wie er auf leinerlel Unterstützung vonseile Rußlands rechnen könne, das angesichts Europas für den Frieden sein Wort verpfändet habe. Doch alldies führte blos zu einer Wiederholung der ersten Antwort, daß dcr Fürst betreffs der zukünftige« Haltung Serbiens leine bindende Zusicherung m«chen lönnc. In Befolgung seiner Instructionen halte jedoch Fürst Nrede, am 17. März abermals eine Audienz bei dem Fürsten, um ihm noch einmal die Nothwendigkeit z» Gemüthe zu führen, die auf Friedenstiftung gerichteten Nemühungen der Pforte nicht durch einen übereilten und unüberlegten Schritt zu hemmen und nicht den Argwohn der Türkei auf der einen, die Hoffnungen der Insurgenten auf der andern Seite durch augenfällige lriegerische Vorbereitungen zu erwecken. Die Sprache, welche Fürst Wrede führte, ließ an Deutlichkeit und Entschiedenheit nichts zu wünschen übrig, und der Fürst konnte, nachdem er die Verlesung der Instructionen an> Lehiirt, keinen Zweifel darüber hegen, daß, wenn er den ihm ertheilten Rath verwerfe, er auf seine eigene Gefahr handle, und daß, wenn das Glück sich gegen ihn erkläre, tr nicht darauf rechnen dürfe, daß er bei den Mächten Schutz für sich und sein ttand finden und diese ihn wieder ln die Stellung einsctzen würden, die er so un. bedacht preisgegeben. Gleichzeitig wurde ihm zu verstehen gegeben, daß, wenn dieser freundschaftlichen, vertraulichen Mittheilung «ine Folge gegeben würde, er fich gefaßt machen müsse, °aß er eine officielle und möglicherweise collective Auf. mderung der Mächte, Frieden zu hallen, empfangen l"nne. Diese Vorstellungen scheinen ihre Wirtuugeu Nclhan zu haben, und anstatt, wie im früheren Falle, tne ausweichende Antwort zu ertheilen, suchle cr um A" Frist von einigen Tagen nach, um sich mit seinen ""Mistern berathen zu können. Mehr als durch irgend s°"st etwas schien er durch die Hallung MonlenegroS beunruhigt zu sein; er glaube, daß es doppeltes Spiel spiele gegen jedermann; cr schenke seinen friedlichen Zusicheruugen kleinen Glauben, die ihn, blos darauf berechnet schienen, zu sehen, welche Vortheile für Monte, negro durch eine Intervention der Mächte als Belohnung für sein gute« Bclragen erlangt werden löniüen, währen^, wenn auf diesem Wege nichts zu erlangen sei, Monlenegro sicherlich ebenfalls in die Action eintreten würde. Im Interesse seiner eigenen Sicherheit könne er daher nicht zurückbleiben, wofern er nicht auf irgend einen diplomatischen Erfolg von seiner Seite hinweisen tonne. Er müsse sich daher sür alle Eventualitäten bereit hatten. DleS müsse er umsomehr thun, als tagtäglich Be-richte von der Grenze einträfen, welche von Bewegungen der türkischen Truppen gegen dieselbe und der Erbauung von Forts und Erdwerlen daselbst zu melden wüßten. Die Instructionen deS österreichisch.ungarischen General» consuls waren »u und für sich darauf berechnet, ihn wegen irgend eines Angriffes seitens der Türkei zu be. ruhigen; von der Grenzbevüllerung aber, welche im Falle einer türkischen Invasion als zumeist gefährdet erscheint und übertriebene Berichte über türkische Kriegsoorleh. rungen einschickt, wird ein Gegendruck ausgeübt. So tft es im letzten Herbste gewesen, wo Telegramm auf Telegramm nach Belgrad gesendet wurde, um die Gefahr einer türkischen Invasion als unmittelbar bevorstehend zu schildern, und die dann als Anlaß odn doch minde. stens als Vorwand dienten, serbische Streitlräfte an der Grenze zusammenzuziehen. Sofort nach der Besprechung mit dem österreichisch, ungarischen Generalconsul hatte der Fürst den russi. schen Generalconsul zu sich in den Palast entboten und fragte diesen, ob er irgend welche Kenntnis habe von dem just zuvor von seinem Eollegen unternommenen Schritte, und welche Meinung er und seine Regierung davon hätten. Es wurde ihm erwidert, daß der ösler. reichisch.ungarische Generalconsul seinen russischen Collegln von dem Schritt, den er zu thun gedenke, unterrichtet habe, un'o daß, was die Anschauungen der russischen Regierung betreffe, der russische Gcneralconsul dem Fürsten bereits eröffnet habe, daß Rußland vollständig die von Oesterreich lund^egebei.en Ansichten theile, und es deS Czars Wunsch fei, daß Fürst Milan sich danach richte. In der That wird von der österreichisch'ungari. schcn Regierung kein Schritt unternommen, und ist keiner erfolgt, ohne zuvor die russische Regierung davon ver. ständigt zu haben; und so war der letzteren auch die zweite Abmahnung, welche dem Fürsten von Oesterreich zu geben beabsichtigt wurde, vollständig bekannt. Die paar Tage Bedenkzeit, wenn sie nicht sür den angedeuteten Zweck verlangt wurden, werden den Fürsten in die Lage versehen, durch directe Anfrage in St. Petersburg sich volle Gewißheit in diesem Punkte zu verschaffen, und dies wird, wie man erwartet, der Sache die gehosfle Wendung zum Besseren geben." Politische Uebersicht. Uaidach, 27. März. Die Generaldebatte über den Gesetzentwurf bezüglich dcr Regelung dcs Königsbodens ist auch in der letzten Sitzung ocö ungarischen Abgeordnetenhauses von» 23. d. M. nicht beendet worden. So verschieden und ausführlich aber auch die Verfechter der gegensätzlichen Anschauungen für diese eintraten, so wurde doch die Discussion beiderseitig in jencm ruhigen und maßvollen Ton geführt, der darthut, daß sich dic Rcbner bei ihrcn Anscinandersetzungcn nicht so schr von persönlichen Stimmungen als von sachlichen Erwägungen leiten lassen. Ueber die Schließung der laufenden Reichs» tagsscssion meldet die „Pester Korrespondenz", daß an maßgebender Stelle in dcr That gewünscht wird, diese Session am 27. d. zu schlichen und die zweite Session am 28. zu eröffnen. Im Nothfalle würde das Par-lament auch am Sonntag verhandeln, u,n die in der laufenden Session zu erledigenden Materien bis zum Montag erschöpfen zu können. tapferer Soldat war. Das ist der Wunsch deiner armen Autter, die am Rande deS Grabes den Segen des All« Mächtigen auf dich herabfleht." Das Papier eatsanl der Hand dcS Detectives. E< war, als wenn diese unerwartete Entdeckung °lle seine Kräfte gelähmt halte. Er drückte beide Hände "n seine Stirn und blieb so mehrere Minuten wie be. y"bt auf dem Sopha sitzen. Ein dumpfes, banges schien drang aus seiner Brust hervor. Derjenige, den " bisher unerbittlich Verfolgs, der Mörder Angelica's, llü?» ^ ^" eigener Sohn, ein Verbrecher an dem Hei» Mn, was es auf dieser Erde gibt, denn er halte vand an die Frau, welch: ihn geboren, gelegt! H», "ie Verzweiflung Rolands bildete einen schrecklichen d« ? "^ b" Erstarrung seines VatelS. Er hatte, lttra e ^ ^"l gelesen, gehört und verstanden. Er tM- a "il zuckenden Händen sein Haar; seine Augen httv". rhaft; ""s s«inem Munde klang e« schrecklich bli ^!?' "kin Schöpfer l erbarme dich mein! erbarme ^"«n! Wehe! wehe! Es war die eigene Mutter z ^°hnl" "^ lelbstl Wehe über den verfluchten K «bln m» "Ulpfes Geräusch drang von der Straße nach ^kwt l ^"e das Rollen eines Wagens, der vor ^i°b,° "c, ^' man hörte Gewehrkolben auf das ^Pflaster niederstoßen. Ttint 3^ize!spion richtete sich wankend empor. — ^ ll,r?n ^ schlugen an einander, seine Augen traten ^ der ^°^" hervor. Mit einer Stimme, die wie ^tlte^. "eft des Grabes kommend erllang, mur. ,O, mein Gott! sie sind es! sie kommen! die Stunde ist dal" „Wer kommt?" stieß Roland entsetzt hervor. ,DaS Gericht, die Iustizpersonen. meine Agenten." „Also leine Rettung! leine Rettung! Aber sie sollen mich nicht feige finden!" ^. . ^. Er sprang empor und stürzte nach der Thür. Der Polizelspion vertrat ihm rasch den Weg und hielt ihn an, indem er mit einer Donnerstimme rief: ..Wohin willst du, Unglücklicher?" Ich will dein Werk besorgen, Vater, ich will mich den Häschern des Gerichts ausliefern " Nein, nein! bleib! bleib! ich befehle es dir!" versetzte Vidoc. ..Noch steht eS in meiner Macht, dich ^" " Kannst du mich auch vor den Furien retten, Vater die den Multermördcr verfolgen werden?" rief Roland. «Nie, laß mich sterben! Ich sürchte den Tod jetzt nicht mehr!" Aber Unglücklicher, verglß nicht, daß du mein Sohn" bist/ Ich will nicht, daß du auf dem Schaffol mdest. v rhüllt mit dem schwarzen Schleier des Mutter. Mörders, dem man «" der Ekecution d.e Faust vom Arme trennt. Sieh dorthin! dort ,st em Ausgang. Vidoc wies auf die Thür der kleinen Treppe, die am Fußende des Bettes sich befand. Suche nach oben zu gelangen m,d das Dach zu erreichen. Ich werde Sorgt tragen, daß man dich nicht verfolgt. Ist das Haus wieder leer, so steige wieder herab Du wirst mich bann hier finden, und es soll dir nicht °n Mitteln fehlen. Paris und Franlre.ch zu ver. lassen." ^... (Schluß folgt.) Das „Journal Officlel" veröffentlicht die erste Serie der vielfach angelündigten Veränderungen ln dem Personal der höheren Verwaltung in Frankreich. Gänzlich entlassen werden nur fünf Präfeclen. Vier treten in den Pensionsstand und drei werden zur Disposition gestellt. In die auf dicse Art erledigten Posten rücken lheilweise bisherige Präfeclen und Unterpräfecten auf, so z. V. auch der vielgenannte Marquis v. Nadaillac, welcher von den Niederpyrenäen nach TourS avanciert, theils lehren einfach Präfeclen des ThierS'schen Regimes auf ihre Posten zurück. Unter den letzteren befinden sich sogar einige, die von der Regierung vom 4. September in die Verwaltung berufen worden waren. Die republi» lanische Presse erklärt sich denn auch mit dieser ersten Abschlagszahlung leidlich zufrieden. Der »TempS" findet, daß sie unstreitig von einem liberalen Geiste eingegeben sei, wenngleich freilich andere Prüfecten geschont worden wären, deren Verbleiben im Amte unmöglich sei. Nament-lich gilt dies von dem Prüfeclen von Saooyen, Herrn FournöS, über dessen Verbleiben im Amte die savoyischen Deputierten die Regierung interpellieren werden. Das Ministerium kann freilich antworten, baß die Gillig. erllärung der savoyischen Wahlen im Senate hiefür bestimmend gewesen sei. In einigen Tagen soll übrigens ein neuer Präfectenschub stattfinden, wobei wol die Wünsche der Savoyer Berücksichtigung finden werden. Der neuen ^age in Frankreich sind übrigens nicht nur die monarchistischen Verwaltungsbeamten zum Opfer gefallen, auch auf republikanischer Seite ist eine Absetzung erfolgt, die niemand Geringeren als Gambe tt a, den ehemaligen Führer der Linken, getroffen hat. Man weiß, daß sich daS linke Centrum und die republikanische Linke gegen jede Fusion der republicani» schen Gruppen, die mit der Dictatur Gambetta's gleich« bedeutend gewesen wäre, entschieden ausgesprochen haben. Nun vergrößert letzterer seine Niederlage noch selbst, indem er bei der Fusion beharrt. Die von ihm allein noch geführte republicanische Union (äußerste Linke) hielt am 22. d. einc Versammlung ab, in welcher nach einer Rede Oambetta'ö beschlossen wurde, vorläufig leine gesonderte Gruppe zu constituieren, um die Möglichkeit ciner Verschmelzung aller republicanischm Fraction?« offen zu halten. Hiczu sind vorläufig aber gar leine Aussichten vorhanden. DaS englische Unterhaus nahm am 24. d. die Titclbill in driller Lesung bei lebhafter Debatte mit 20!< gegen 134 Stimmen an. DiSraeli vertheidigte die Bill gegen die Angrisse Gladstones und anderer Redner; er betonte, die indischen Unterthanen würden in der An, nahm: deS Titels „Kaiserin von Indien" zu einem Heilpunlte, wo die russische Grenze nahe an die britischen Besitzungen in Indien vorgerückt sei, die feierliche Ei> llärmia Englands erblicken, die Integrität des indischen KaiferreicheS aufrecht zu erhallen. Wir man versichert, Hal die spanische Regierung anläßlich des an den Erzbischof von Toledo gerichteten, die Verfassung tadelnden päpstlichen Breve eine energische Depesche an den spanischen Botschafter beim päpst» lichen Stuhle gerichtet. — In Beantwortung einer in der spanischen Dcftntiertenkanimer gestellten Interpellation inbctreff dcr Aufhebung der Fucroö von Biscaya und Navarra erklärt Canovas, daß die konstitutionelle Einheit unverzüglich in Kraft treten werde, doch werde dic Regierung die die genannten Provinzen berührenden inneren Verwaltungsfragen nicht lösen, ohne letztere darüber zn hören. Hagesnemgkeilen. -^ (Ihre Majestät die Kaiserin.) Die ,,Si»d» deulsche Presse" meldet: Ihre Majestät die Kaifelin von Oester-reich wird auf NUerhüchstihrer NUckceisc vo» England Anfangs dieser Woche in München eintreffen und «och zweitägigem Nus-enthalle die Reise nach Wie» fortsetzen. — ( Vergislung.) Dcr Gcneral.Inspeclor der Wechsel, sriligen Lcbm«oetsicherm,g?.Gesellschaft „Palria", Herr Iul>n« Gustav i.'°bort.Wlon«ly, ehemal« Megieruugs-Slcttliir brim Co«, sulat in Aleiunorien. hat sich in seiner Wohnung im „Hotel Te-gcllhofs" iu Ni.u nüllel« Tyanlali vergislel. Uullt seinen Pupie-rm befand sich ciu Zrllel fol^nden Inhalts: „Ich mag „ichl länger leben. Ich bin zu erbärmlich für diese Well. Mögen m,r dic Menschm verzeihen, damit nnr Gott verzrche." Uebel d„« Motiv dr« Selbstmorde« ist Nähere« noch uicht belannl. — (Flucht der Holländerin Marlu«) Die i» Linz interniertt Amazone Fräulein Johanna Marlu«, die Oe, fllhltin i'jubobralic'. ist am 22. d. au« i!iuz entflohen. stern hier eingelangten Nachrichten zufolge, soll die sür da« heu» rige Frühjahr projectierte neue Orär« äs d»t»i1!s auch mehrere unser Heimatland näher bnUhrende Dislocations-Veränderungen zufolge haben, indem da» 7. und 19., somit unsere beiden heimischen Iägerbataillone, angeblich schen Anfangs Mai d. I. nach D » lm » tien abzugehen und dafür das gegenwärtig in Petlau liegende 8. Iägerbataillon nach Rudolfswerthin Gar-nifon zu kommen habe. Außerdem hätte das gegenwärtig in Laibach liegende Herzog vonSach s«n«Meini ng en 46 Inf.-Reg. wieder nach Trie ft, von woher es seinerzeit nach Laibach gekommen war. abzurücken und »n dtsfen Stelle das Inf>«eg Erzherzog Leopold Nr. 53 in Laibach einzurücken. ^ — (Gem«inder«th««Er«llnzung«wahl.) Vei der gestern vormittag fiattgefundenen Wahl des III. Wahl« lvrpers waren von 330 Wahlberechtigten 265 Wähler erschienen. Gewählt wurden die Herren: Horal mit 164, Iurkii mit 152, Kljun mit 152 und «egall mit 150 Stimmen. Von den «landidaten der verfassungstreuen Partei blieben die Herren Gvajz mit 113, Polegegg mit 109, Achlschin mit 108 und Habit mit 106 Stimmen in der Minorität. — (Schwere körperliche Beschädigung) Zwi. fchen den zwei Privatdienern zweier hiesiger Militär« entstand in der Nacht vom 24. zum 25. d. ein heftiger Streit, wobei der eine durch mehrere in den Hals verfehle Stichwunden fchwer ver> letzt wurde. Die gerichtliche Untersuchung »egen diefes Vorfalles wurde eingeleitet. — (Erfroren.) Abermals wird «in Erfrierung«fall au« Innerlrain gemeldet. Derselbe betrifft den 63jährigen Knecht Anton Prevc de« jubilierten FNrst Windischgrätz'fchen Forstmeister« Anton v. Vitdange. welcher am Morgen de« 21. d. M. wenige Schritte von der von Mauniz nach Melsberg durch den Wald führenden Nezirtsstraße von einem «ach Planina gehend?», beim FUrster Emil Vurda in Mauniz bedienfteten Knaben erfroren am Vooen liegend und mit Schnee bedeckt aufgefunden wurde. Obwol der Knabe gleich nach diesem Funde eiligst nach dem circa 20 Minuten entfernten Orte Mauniz zunlcllehrte und von dort Hilfe requirierte, lonni« der Verunglückte doch nicht mehr zum Leben rlictgerufen werden. Derselbe war von seinem Dienstgeber tagsvorher um 7 Uhr frllh behufs Zahlung der Steuern zum l. l. Steueramtt nach Loilsch geschickt rrorbeu, hatte daselbst seine Geschäfte anftanbslo« verrichtet, zog e« «ach Veendigung derselben jedoch vor, da« Geld, welche« ihm seilt Dienstherr zur Vezahlung der Rückfahrt gegeben hatte, lieber zu vertrinken und den Heimweg dafür zu Fuß anzutreten. Offenbar mußte derselbe nun berauscht gewesen und hiednrch vom Wege abgeirrt sein, wobei ihn sodann vermuthlich infolge eine« Falle« das Unglück ereilte. — (Jahr, und Viehm»rlle.)Im Monate April v. I. finden ill unserem Nachbarlande Käruten nachstehende Jahr- und Viehmärlte stall: am 1. in Tarvis; am 3. iu Eisen-lllppel. Stift Griffe«. Pulling (Lavantthal). Malestig bei Villach und Hermagor; am 4. in Eberstein; am ?. in Sl. Andrä; am 8 in Külschach; am 10. in Pußarnih; am II, in Wintlern; am 18. in Sl. Paul (Lavantlhal), Feld, Nosegg und Rennweg; am 19. in Villach; am 24. in Guteuftein, St. Veit, St. George», Schiefling und Präbl im Lavantlhale, Egg bei Hermagor, Stein» selb, Milstatt und M°o«burg; am 25. in Wols«berg und Vtauthen. — (Theater.) Mit einem echten, vollgiltigen Erfolge scheint e« der Theaterleilung beschieden zu fein, die heurige Theater» saison zu beschließen Denn al« cinen solchen im besten Sinne be« Worte« müssen wir die gestern an unserer Vllhne zum erstenmale in Scene gegangene Ttrau ß'sche Operette „Der Ear» neval in U°m" bezeichnen, welche sich eine« feit langem nicht erlebten durchschlagenden Eifolqc« erfreute und — wa« uns mehr gill al« die« — denselben auch im vollsten Maße verdiente. Ist e« fchon an und für sich eine Seltenheit. wl„n man untci dem Wnste von Operetten, den die neuere Zeit produciert, aus» nahmsweife einmal eine findet, deren Libretto wenigsten« im aller« bescheidensten Maße jene Anforderungen erfüllt, dir man auch im Otliiete der Komik an Witz und Vernunft zu stellen berechtigt ist, so muß eS um so angenehmer berühren, einer Novität d«ese« Genre«, wie der vorliegenden, zu begegnen, in welcher sich einer äußerst ansprechenden, lieblichen Musik gleichzeitig ein Libretto zugesellt, da« wir den besten anreihen können, die un« aus diesem Felde überhaupt vorgekommen sind. — Ein junge« Mäd« chen, da« auf die versprochene Rückkehr seine« Geliebten — eines berühmten Maler» — vergeben« wartet und denselben endlich selbst aufzusuchen sich entschließt, wandert in der Verkleidung eine« Slluoyardenlnabtn nach Rom, dem Mekka aller Maler, und ist fo glücklich, den Geliebten alsbald daselbst zu finden. Unerkannt tritt Marie bei dem Maler als Schüler ein und umgibt den, selben von da an als warnender Schuhgeist in den vielen tollen Liebt«streichen, in die der Künstlerlcichlstnn de« Geliebten den« selben verwickelt. Endlich, in einem Momente, wo die Untreue einer Geliebleu denselben eben in eine melanchollsche Stimmung versetzt halle, beschließt dieselbe die Situation auszunützen und zu einem entscheidenden Schlage zu verwerthen. Mit Hilfe ihrer Malertunst, die sie inzwischen selbst gelernt, ruft sie dem Gelltbten durch eine Reihe fchnell entworfener Porträt« all' die Frauen» gestalten iu« Gedächtnis, die er in letzterer Zeit gcliebt zu haben wähnte, uud die ihn trotzdem treulos hiutergaugen hallen, bis sie ihn endlich — in die richtige, sehnsuchtsvolle Stimmung nach wahrer Liebe verseht — in wenigen Strich,» ihr eigenes Porträt als da« deS einzigen Wesens, da« ihn wahrhaft und uneigennützig geliebt halte, vor Augen rust. Die Folge davon ist nalüllich eine Eilenuuugsscene unter beiderseitiger Versöhnung und glücklicher Wiedervereinigung filr immer. Dies iu wenigen Worten der Hauptinhalt der Operette, der sich, wie m?n sieht, zwar keines» »vegS durch Originalität, dafür jedoch d»rch eine vernünftige und anziehende, ja wir möchten fast sagen, poetisch angehauchte Handlung oorlheilhaft auszeichnet. Damit übrigen« auch der Komik ihr Recht werde, die in der Operette trotz alledem sogar wciian« vorwiegt, wie dies ja auch nur recht und billig ifl, läuft außer« dem als komische Figur auch noch ein junger Ehemann aus dem berühmten Geschlechte der Grafen Francoui-Corni einher, deren hiflorifcheS, von den Ahnen ererbtes Pech: von ihren Gcmaliunen stets betrogen z« werden, sich selbstoerslänolich auch an dem vor» liegenden letzten Sprossen diese« Geschlechtes getreulich erfüllt und im Laufe be« Nbeudes unter immerwährendem, auch äußerlich sichtbarem Wachsen seiner Hörner, die derselbe al« Emblem seines Wappens stets an seiner Kopsneoeckung trägt, wiederholt zu einigen recht launigen Scenen führt. — Der mnfilalifche Theil der Operette steht dem Libretto in jeder Hinsicht ebenbürtig zur Seite und birgt unter seinen zahlreichen Solo» und Ensemblenummern, von denen insdesonders letztere mit großer Sorgfalt ausgearbeitet sind, eine Reihe der lieblichsten Motive. Ein Theil derselben ist übrigen« auch dem hiesigen Publikum bereits sehr wohl bekannt, da dieselben — zu einer Quadrille zusammengestellt — sich im Laufe de« heurigen Faschings wieder, holt iu unseren Vallsäleu hören ließen. -- Mit vollster An« erlennung müssen wir übrigens auch de« Unßerst sorgfältigen Studiums gedenken, welches der Inscenieruug der geoachlen Operette uonsrite aller mitwirkende!, und leitenden Kräfte zuge« wendll wurde, und dem wir es daher auch einzig und allein zu verdanken haben, daß u»s die Novität gleich am nsten Abende in präcisester Weise vorgeführt wurde. Nächst dem Herren Kapell. Meister Kutschera und Regisseur T h a ll er, denen hiebe, für ihre erfolgreiche Mühe unstreitig das gväßte Verdienst gcbilhrt, schulden wir diese Alierlenmulg auch allen Solisten, wie namcnt' lich den Dameu Frau Paul manu (Gräfin Falcon»), Frilulem Nllegri (Marie) und dm Herren Schimmer (Arthur Vleyl), Thaller (Graf Falconi) und S < ci » berger (Naphacli) sowie endlich auch Fräulein Wecber und om übrigen Milglie» der» oes EhorS, die sich an diesem Äbendeihi er Allsgaben durchweg« mit Fleiß und Aufmerksamkeit entledigt halte» uud so denselben durch vereintes Zusammemvnte» zu einem der gelungensten im Laufe der heurige.« Saison gestalteten. DaSiuallen scint»RäumcngtfilllteHaus nahm sowol die Operette selbst, wie auch deren AufMiruna. in freundlichster Weise ans und spendete allen Genannten sür «hre durchwegs lobenswerlhen Leistungen reichlichen und wohlverdieu» ttll Veifall. Wir sind überzeugt, daß sich die Novität, zu dcrcn Acquisition wir die Theatelleitum, ülnigen« nur beglückwünschen können, und der wir für dic zugleich auch sehr aostNndisse Aus« stattuna. derselben unsere Anerkennung außsprechen, noch mehrerer recht gut besuchter Häuser erfreuen dürfte und lüumll unserersells uur jedem den Besuch derselben wärmsten« anempfehlen. - (Neue illustrierte Zeitung.) Nr. l3 bringt folgende Illustrationen: Ferdinand Freiligrath. — Da« Mllltalhal in Kärnten. Nach einer Photographie gezeichnet von I. I. Kirchner. — Da« Octogou der neuen Radialstraße in Budapest. Noch der Natur gezeichnet. Die Feucrweihe in Ti> rol. Nach eiixr Oliginal«ivt>z G>.az. — Krainz, Gonobih. — Andri, Fiume. — Gil°la>"' Trieft. — Starre, Vcsiher, Stein. — Novak, Uuterlrain. Hstel Europa. Unger, Marburg. — Vister. Priv., Klagenf»"- — Nolli, Spengler, Cilli. — Dr. Namorsch, Arzt, Vell«»«"' — Dooruil, Besitzer, Munlmborf. Mohren. Stein, Kfm., Szigetuar. — Vual, KunsihHn»!"' Wien. ^. Theater. Heute: Zum zweiten male: Der Larneval in Row- ^ mische Oper in 3 Acten von Joses Vraun. Meteorologische Beobachtungen in Laibach^ ^ "i B- N^ ° ^k :Z' 7U. Mg. 728.5. -i-4.« SW. schwach! bewollt > ^ 27. 2 „ N. 730 l? ^-13.« SW. mäßigt heiler ^«" 9 „ Ab. 731.S, -j- 7.« SW. schwach! sierneuhell ! Morgens trübe, ganz bewüllt, gegen Mittag Aufh^ittruN^ Sonnenschein, Nbendroth, sternenhell. Das Tagesmittcl derbem peratur ->-^»5°, um 2 7' llbcr dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ottomar Vamverg^. Gefertigte geben im tiefsten Schmerze die Knnbe von dem Ableben ihre« innigstgeliebten Bruder«, respective Schwagers und Oulel«, Herru Nudolf Traun, Kausmannes, welcher heute vormittags 9 Uhr nach längerem Leide», versehen mit den heil. Sterbesakramenten, im 60stell Lebensjahre selig im Herrn entschlafe« ist. Die Hlllle de« lheurcu Geschiedenen wirb Samstag, den 25. d. M., nachmittag« 4 Uhr, im allgemeinen Kranksuhause, wohin dieselbe der Nufbahrung wege» Übertragen wurde, feierlichst eingefeguet, nach deM Stelnftld.Fritdhofe Überfuhrt und im eigene» Grade zur Erde bestallet. Die heiligen Seelenmessen werden Montag, de» 27. d. M., 8 Uhr frllh, in der Psarrlirche St. Andl» gelesen. Graz den 23. März 1876. Karl ithern. l. l. Oberfinanzrath i. R.. al« Schwager« vouise Traun geb. Pejlial, °l« Schwägerin. Vr« Ialsb Trauu in Klagen^nt. August Traun, Ka»!' mann in Laibach. Nnua Khern geb. Traun, Ignül Trau«, Privatier, al« Geschwister. Karl Trau", Kaufmann in Lilli. Ludwig Traun, Obcrpräfect v»ll V1 Silberrente < ' ' ' ?Zl Zi^ «"" ;yz .......^^i " 1«W........Hl - HI Lb ' I860 ,u 100 ft. ... N7 b0 118 - I I8b4 ........ l51t»0 1V2 ^ D««llneu-Pf«ndbriefe .... I»b - 13k» «5 Pr»»»en0 Un,»rn l '°ll"°« l. . 7k. 80 76 40 »om»».»tt,uUlrung««Lof« . . 10250 104 — U«g. »iiendahn.Anl..... 9V90 10010 U»G. Prau.itu.Nnl...... 7U bV 74 «ilnn »«wmnual. «nlehw . V1 — 91 lb «v«« «lföld«V°hn........,,y_. n,.^ Karl-Ludwig.Vahn.....IH9 — 189 50 Donau.Dampschifi.,Gesellschaft 885— d»7 — Elisabtth-Wefibahn.....1bb__ 1t>5 t>0 «ilisalieth.Pahn (Linz-Vudweifer Strecke).........—-— — ^. Ferdinande-Nordbahn . . . 1780— 18^0 — ßrauz. Joseph - »°hn .... 1N0- 1v0b0 temb..«zern..I»ssy'V»hn . . 127»— 127-KO Lloyd.Oesellsch........336— 3l«-— Olsterr. »lordweftblchu .... 184 — 1V4 2b ^, . ««id w«« «udolfe-Vahn....... 1,7- 117 25 ktaatsbahn........ 378— 279-- Sudbahn......... 105- ifth 25 Theiß-Bahn........ 198 - 194'— Ungarische Nordoftbahn . . . 107 50 108- Ungarische Oftbahn..... 89 — 39-b0 Tramway-Gefellsch...... 101 50 103 50 van«esel«sch«fte«. «llg. Ufterr. Vaugesellschaft . . -»- —-— Wiener Vaugesellschaft..... 19 b0 20 — Pfandbriefe. Nllg. »sterr. Vodmeredit . . . 101 — 101 50 dto. in 88 Iahuu 8950 897b Nationalbanl il. N..... W9b 970b Uug. Bodencredit...... hg ^ 86 lb Prwritste«. Elisabeth.-«. 1. «m. .... —-— 88'— »erd.-Nordb.-V....... 100 7b 101 — Franz-Ioseph-V....... 89 50 8975 «al. Karl.Luowia«V., I.«m. . 93 7b 84 — oesterr. «»rblveft.«..... 86— 86 b0 ^ ----.-------------------«i^«°^ SiebenbNrger....... 6» 50 ^ Staalsvahu........ 14bb« "^,.. Subbahn 5 5»/....... 1097b "^ b'/....... Sl ^ ^.^ Südbahn. Von»...... -^ ß4'^ Nng. Oftöahn....... 64-tw Prlvstlofe. ^ ,«g.^