für Vaterland, Kunst, Wilsenjchaft und geselliges Leben. ---- ---- Nedigirt von Johann Hladnik. «H^ ^k.5. Dinstag den 6. Juni. FD^O. Von vieser Zeitschllft erscheinei, wöchentlich zwei Nummern, Dinstag und Samstag. D»r Pl,is de« Blatt,s ist im Eomploil ganzjährig 3 fi. halb« jährig > fl. 30 kr. Durch die Post ganzjährig 5 si, , halbjährig 2 fl. L. M. Der Maskenball. Schwank uoit Dr. N. l»ttr6 volem'» ! k'g„ berg!" die Frau Amtsräthin zum Aufbruche mahnte. ! (Fortsetzung folgt.) ' Cerealien. Neben den Stürmen auf dem politischen Horizonte be-rührt die Eventualität der bevorstehenden Ernte zunächst die Weise unserer EMenz. Der Stand der Cerealien gibt gegenwärtig der Hoffnung Raum, daß die Natur mit einer Fülle von Producten aller Gattungen uns befcheeren werde. Sogar auf dem Moorgrunde, dessen Area vor wenig Jahren bloß zum Nahrungsstoffe eines simplen Gestrüppes diente, lassen die Vegetabilien im Allgemeinen wenig zu wünschen übrig. Gedankt sey es dem hiesigen Stadtmagistrate und der hohen Staatsverwaltung, indem sie durch ergiebige Geldopfer die Basis zur Urbarmachung des angeregten Areals legten. Unter den Cerealien auf dem Moorgrunde nehmen die Saaten im Cyclus des Franzenshofes, 25 Joch in der Ausdehnung, an Vortrefflichkeit einen der ersten Plätze ein, obwohl der Terrain bis vor kaum drei Jahren mit Birkenbäumen bewachsen war. Das auf dem gedachten Neubruche vom Unkraute total gereinigte Korn hat bereits die Höhe eines Reiters zu Pferde (?) erreicht, und schreitet sofort wonnentzückend in voller Blüthe der Reife zu. Das Areal, so wie auch die Art der Bebauung, diffe-riren nicht nur von den Collateral-Parzellen, sondern auch von der Hierlandes üblichen Modalität der Cultivirung überhaupt, durch das' Pflügen ohne Bildung der Püsinge, und durch das Abdossiren der Ufer Seitens der Abzugsgräben. Daß der Erlaufer des gedachten Frauzenshofes, Herr Peter Lülsdorf, Zuckerrafsineur :c., seit seines Besitz-thums in nicht vollen drei Jahren eine besondere Sorgfalt angewendet haben mußte, um seinen Moorgrund auf einen so hohen Culturstand zu bringen, und solchergestalt dem Boden ver-hältm'simäßlg weit mehr, als die Anrainer zu entlocken, ver.-steht sich von selbst. Die angeregte Cultur-Modalität möge nun die Aufmerksamkeit der Grundbesitzer zur Beurtheilung hinlenken, ob, und in wie weic die Methode des Herrn Lülsdorf, welche sich factisch als zweckentsprechend bewährt, im Interesse der Einzelnen und der Gesammtheit in Anwendung gebracht werden wolle? Laib ach am 2. Juni 1849. Hnton Marne. Die Magyaren in Debrecziu Die „Preßb. Zeitung" theilt nach den Angaben eines Arbeiters an der ungarischen Banknoteupresse über Debreczin Folgendes mit: »In zwei Stunden muß die Druckerei verpackt seyn!" So lautete der lakonische Befehl des Polizei-Ministers Madaräß,als die Hiobspost nach Pesth kam, dasi die kaiserliche Armee bereits vor Raab stehe. Und es geschah! Wenige Setzer, eine Masse Drucker, ledig und verheirather, Lehrlinge, Hausknechte u. s. w. bildeten den Train einer Netirade, die ein Mimacurbild der weil. französischen aus Rußland war. Mit Reisegeld wohl versehen — die ledigen Gehilfen bekamen 25 fl., die verehlichten 50 C. M. — ging's bald gut, bald schlecht, bald schnell, bald langsam, durch ellenhohen Koth und Sand nach dem Orte, der zur Walhalla der Magyaren erkoren war. Debreczin ist ein abscheuliches, aber großartiges Nest; an Ausdehnung vielleicht so groß wie Pesth, zählt es 60.000 Em-wohner, meistens Calviner, und ist das Paradies der Keper.-nekschneider und Csismenmacher. — Man fand sich Anfangs durchaus nicht behaglich in einer Stadt, deren Einrichtung nichts weniger als der Bequemlichkeit schmeichelte; allein Noth lehrt beten, und so fügte man sich auch ohne Murren in'S. Unabänderliche. Die Banknotenpresse ward schnell in Thätigkeit gesetzt, und lieferde täglich circa zwei Rieß; man kann annehmen, daß wöchentlich gegen 300.000 fi. Papiergeld fa-> bricirt wurden, und bis Ende März mögen ungefähr vier Millionen gedruckt, aber nicht ausgegeben worden seyn, denn es trat sehr hausig eine Stockung ein, und die Hunderter, ja selbst die Zehner und Fünfer wurden dann vom allezeit wohl-afsortirten Warenlager herabguiommen und —zerrissen. Ach! wir gingen manchmal schrecklich mit diesem Gelde um; wir benutzten es zu Fidibussen, machten spanische Cigarren dar-aus, verbrauchten es zu Knallkügelchen, Düten :c. Der Mißbrauch war wirklich großartig, und die Debrecziner Bürger - waren eben nicht sehr gut auf die Geldfabrication zu sprechen. ) Ward sodann wieder ein Mal ein bedeutender Transport »in's - Lager" (so nannte man has, yon den Kaiserlichen besetzte Ge-) biet) hmausgeschmuggelt, so gab's Jubel über Jubel,,Arbeit über Arbeit. Panischer Schrecken aber ergriff Alle, als uns 179 — ein Jude das gedruckte Verbot der ungarischen Noten brachte. Im ersten Momente war in Debreczin nicht Kreuzerswerth für Noten zu bekommen. Fluchen, Schimpfen, — öffentlich über die Schwärzgelben, heimlich aber, ganz heimlich über Herrn v. Kossuth und seinen Polizeiminister — waren an der Tagesordnung; Madaräß drohte mit Strafen, Kossuth haranguirte seine „Lieben," und versprach binnen Kurzem »österreichisches Geld" zu machen. Er machte jedoch keines (obwohl es in den auswärtigen Journalen behauptet wurde), denn der Graveur, der auf der Reise nach Debreczin begriffen war, wurde von den Kaiserlichen gefangen. Inzwischen wurde die Ungeduld der Bewohner mic Siegesnachtrichten beschwichtigt, und Kossuch ließ ein Mal eines Morgens »00 Kanonenschüsse abfeuern, zu Ehren eines Sieges, von dem nur e r wußte. — Herzlich lachen mußten wir oft über die Nachrichten, die wir durch Eingeschmuggelte über uns erhielten; so z. B. daß Madame Kossuch von einem Knäblein entbunden sey, und I0l Kanonen ihr zu Ehren abgefeuert wurden; dann: daß Kossuth dem Kaiser Ferdinand die Ci-villiste für ein Jahr übersandt habe. — Madaräß und K o s-s'uth lagen oft im Streite; der Zankapfel waren Zichy's Pretiosen. Jener schmückte all' seine Finger mit den kostbarsten Ringen; die Uhr, die er trug, die Kette, die Dose, die Busennadel — Alles war von Zichy. Dieß scheint vor Allem Frau v. Kossuth verdrossen zu haben, welche die Einfachheit ihres Gemals stets zu beanständen wußte; Kossuth aber war nicht zu bewegen, irgend einen Schmuck anzulegen, denn er war sich selbst genug. Sogar die Ehrenzeichen, die er von auswärtigen Vereinen erhielt, trug er selten; von dem ungarisch-deutschen Vereine in Newyork erhielt er einen reich mir Gold gestickten Attila und Kalpak (man schätzte das Geschenk auf 7000 Dollars), von dem polnisch-französischen Comitk in Lyon eine brillantene Busennadel, seine Frau aber eine goldene Halskette mit Medaillon von einem Frauenverein, an deren Spitze die unter dem Namen Georges Sand bekannte Mad. Dudevant stand, von der das Begleitungsschreiben in ungarischer (?) Sprache war; nur einen Ehren-sädel, den ihm die polnische Legion bei der Ernennung B e m's zum Obercommandanten und Gouverneur in Siebenbürgen als «schwache Anerkennung für seine Verdienste, die er sich um die europäische Freiheit erworben," darbrachte, tragt er, so oft er in die Sitzung der Nationalversammlung geht. __ Doch, damit ich den abgebrochenen Faden wieder ergreife: was Zichy's Pretiosen anbelangt, so wollte K o ssuty, daß sie alle auf den Altar des Vaterlandes niedergelegt werden; er war ungemem entrüstet, als er sah und hörte, daß „seine Freunde" sich solche theilweise angeeignet. Man darf Kossuth nicht alle Ehrlichkeit absprechen. „Wenn ich durch die Juwelen elnes Varerlandsvel rathers die Schuld desselben zu sühnen suche, und ihren Ertrag zum Gemeinwohle verwende, handle ich nach Pflicht und Gewissen," s^ach er zu Madaräß; »allein, wenn ich Privatgcbrauch davon mache, dann bin ich...." Hier schwieg Kossuty ; Mada r ä ß aber frug barsch: »Nun, was bin ich dann?" — „Ein Dieb!" entgegnete Kossuth gelassen, und seit der Stunde war der Sturz des Polizei- ministerS im Werke. Er wurde jedoch nicht, wie österr. Blatter schreiben, verhaftet, sondern dankte gezwungen »freiwillig» ab, wie dieß ja auch bei andern Ministern schon vorgekom--men ist. — Als Beweis, wie wenig es selbst dem Kern der magyarischen Nation um die Republik zu thun ist, mag hier angeführt welden, daß bei der Beschlußfassung der Absetzung des Kaisers nichts weniger als »ungebundener Jubel," wie ungarische Blatter schrieben, in Debreczin herrschte. Ja, Wiener Legionäre, Tyrolerjäger, Polen und solche Leute, die man in Ungarn vordem »Hergelaufene" nannte, jetzt aber mit dem Epithel »Brüder" beehrt, — diese, die überall und nirgends ein Vaterland haben, jubelten; allein der Debrecziner sagte leise, ganz leise: »l)e nkm.jli!" — doch gelang es immer der Ueberredungskunst, den erlöschenden Patriotismus auf's Neue anzufachen, und so stellte Debreczin seine ganze waffenfähige Mannschaft (10.000 Mann) dem Dictator zur Verfügung.— Wissen sie, daß Kossuth in Debreczin selbst ein Mal Schildwache gestanden hat?... Lassen sie sich erzählen: An einem grimmig kalten Abend geht er an einem Posten vorbei, und hört, wie dem armen Honvöd die Zähne klappern und Leib und Füße zittern. Er geht auf ihn zu, fragt: »Ist E.uch wohl kalt, Freund?"— »O sehr!" klapperte der Honovd. — »So laßt Euch ablösen!" — »O Herr, ich steh' schon drei Srun-den hier, und holt mich Niemand." — »Und wie lange sollt Ihr stehen?" — »Eine Stunde." — Wo sind denn Eure Leute?" __ »Dort'." antwortete der Honoöd, indem er auf einen Ort zeigte, woher Zigeunerklänge schallten. »Ah so,'." sprach K os-suth, nahm dem Honvöd das Gewehr ab, setzte seinen Czako auf, und gab ihm dafür seinen Kalpak, den Jedermann in Debreczin kannre. »So, nun geh' zu deinen Cameraden, und sage, daß Du abgelöst bist." Der Honvöd that, wie ihm befohlen ward; in der Thür der Kneipe sahen ihn zwei Of-ficiere. »Kerl, was machst Du? woher hast Du den Kalpak?" riefen sie erstaunt. »Von meinem Cameraden, der mich abgelöst hat," antwortere lächelnd der Honvöd. In zehn Minuten war Kossuth seines Postens entsetzt, der diensthabende Ofsicier aber mußte bis zum grauenden Morgen Schildwache stehen. Dieß war seine Strafe. — Sie sehen also: Kossuth weiß sich populär zu machen. Feuillet o n. Van Iellachich — Die »Agr. Ztg." theilt folgenden Zug von Ritterlichkeit und Herzensgüte des Banus mit: Während des Aufenthaltes in Essegg begab sich Se. Excellent am 21. Mai in den Garten des Grafen Pejacevic. Dort fand er einen Veteran-Wachtmeister vom Schwarzenberq-Uhla-nenregimente, Namens Basil Filiscanko; auf die Erkundigung über ihn, sagte Graf Pejacevic: es wäre der sehnlichste Wunsch dieses Wachtmeisters, vor seinem Tode noch Officier zu werden; der Ban nähert sich dem Wachtmeister mit den Worten: »Gott grüß' Sie, Herr Lieutenant!" Der Wachtmeister erwiederte: »Eller Excellenz! ich bin nur Wachtmeister." »Von heute an aber Lieutenant, melden Sie sich morgen bei mir. Adieu!" sagte der Ban. Tags darauf meldet sich der neue Lieutenant beim Ban, und dankt für die ihm zu Theil gewordene Gnade. Der Ban trat lächelnd zu ihm, und sagte: »Herr Lieutenant, Sie haben noch kein gol- 180 'denes Portepee; hier haben Sie einstweilen das Meinige!" 5 worauf der Ban das Portepee von seinem Säbel herunter- t nahm, und in Gegenwart vieler Anwesenden an den Säbel c des Veteranen eigenhändig befestigte« Der Alte zitterte so l heftig, daß er nicht im Stande war, das seidene Portepee , von seinem Säbel abzunehmen, bedankte sich nochmals für die Gnade, und sagte: »Ich habe das Glück gehabt, unter Ih- ! rem Vater zu dienen, der ein eben so biederer Mann war, j wie es Euer Ercellenz sind." ^ Bericht aus Komorn — Ein Kaufmann, der auf , der Reise von Pesth nach Wien sich in Komorn einige Tage , aufhielt, hat von den dortigen Einwohnern gehört, daß die , Festung zetzt beinahe ganz von Besatzung entblößt sey; in Abtheilungen ziehen sie mit Wagen auf's Land, und raffen , alleS zusammen, was ihnen von Nutzen zu seyn scheint, führen es unter Escorte in die Festung, und kehren wiederum, um ihre wilde Jagd fortzusetzen. Am 23. Mai haben sie in dem 4'/z Stunden von Komorn entfernten Budjan bedeutende Warenvorrähe, Kleidungsstücke und sonstige Effecten mitgenommen. In einem kleinen Orte bei Böös in der Schütt wohnt ein Israelit, der mit seinem Sohne ein kleine» Geschäft betreibt. Als die Schreckensnachricht von dem in der Nahe organisirten Landstürme zu ihm drang, wollte er sich mit seinem Sohne aus dem Orte entfernen; die Bauern hielten ihn zurück, und da er sich, trotz allem Zureden, dem Znge anzuschließen beharrlich weigerte, wurde der Sohn gewaltsam nach Komorn geschleppt. Der bestürzte Vater eÜte Hieher zum Ober-Commando der Armee, und erhielt nicht nur die mündliche Zusicherung einer vollkommenen Assistenz, sondern auch ein Schreiben an das Ortsgel icht, wo diese unerhörte Gewaltthat verübt wurde, mit der Drohung: wenn sie nicht gleich Anstalt treffen, daß der junge Mann unversehrt zurückgestellt werde, ihr Ort der Erde gleich gemacht wird. Das ' hat gewirkt; kaum waren 24 Stunden um, so war der Jüngling wieder zurückgekehrt. Aus dem Leben Lamartine's — erzählt das Journal »I^a ssmainy" folgende Anecdote: Vor beiläufig 25 Jahren überbrachte ein junger, schlanker, schöner Mann einem Buchhändler einen Band Gedichte mir dem Wunsche, er möge - die Herausgabe derselben veranstalten. Der Buchhändler bot dem jungen Poeten !00 Thaler für dieses Werk an, ohne die Gedichte noch gelesen zu haben. Getäuscht in seinen Erwartungen, behielt letzterer dennoch seinen Kaltsinn, er verlangte l500 Francs, und wollte von dieser Summe durchaus nicht abstehen. Der Buchhändler gab sie nicht. Aber zufällig wurde der junge Poet mir einem Abbe, Namens Genoude, bekannt und dieser kaufte ihm das Werk um Z500 Francs ab. Mehrere Wochen darauf bekam der überglückliche Poet eine Einladung zum Diner beim Redacteur des Journals ..^.a Ha«6lt6 6, indem ihm die Verlegenheit des jungen Schützlings Vergnügen machte, „derselbe, welcher Ihnen den Band Gedichte um 1500 Francs abgekauft, hat dafür 30.000 eingelöst. Das ist ganz einfach — hier ist der Nest der 30.000 Francs, er gehört Ihnen ..." Groß war die Verwunderung des Poeten. Unler den Banknoten lag die letzte Herausgabc seines Werkes, ein Prachtexemplar in elegantem Einbande, und auf dem Deckel stand mit goldenen Lettern: „Poetische Betrachtungen von Alphons Lamartine." Die Indnstrieritter in Paris — spielen eine bedeutsame Rolle. Ein Hr. G ... kehrte aus den Elyfeischen Feldern zurück, um entlang der Tuilerien zum Ponr-National zu gelangen, als plötzlich ein junger Mensch, der früher in einiger Entfernung hinter ihm ging, zu ihm trat, den rechten Arm um den Hals schlang und im freundschaftlichen Tone zu ihm sprach: „Wie spät du zurückkömmst, Adolph!" — „Sie irren sich, mein Herr," antwortete G ... und wollte noch einige Worte sagen, als zwei andere Männer hinzutraten, welche ihn so packten, daß er sich gar nicht rühren konnt,. Schnell kam noch der vierte Gauner hi,,zu und nahm dem Hrn. G. von der Kravate die goldene Vorstecknadel und aus den Taschen neben 30 Francs noch alles Ucbiige, was sich vorfand. Nach verübter That zogen sich die vier Gauner zurück, bis sie den Eintrachtsplatz erreichten. Hier wurde ein altes Weib in Manns-kleidern am Brückenkopf von ihnen angepackt, gräßlich mißhandelt, ihrer Ohrgehänge, ihres Ringes uud Geldes beraubt, und zuletzt ausgezogen. —Am 12. Mai um halb zwölf Uhr in der Nacht wurde ein Herr von einem Diebe bei der Kehle gepackt, seiner Weste, seiner Uhrkette und seines Geldes beraubt. In derselben Straße wurde wieder einem Andere» der Ueberrock uud die goldenen Hemdknöpfe gestohlen. Solche Dieb-stähle wiederholen sich in Paris fast jeden Tag. Gaunerei. — Dieser Tage ist in Pesth eine Gaunerei verübt worden, die denen der Pariser Meister kaum nachsteht. Es kam ein Frauenzimmer in einen Specereiladen und begehrte ein Pfund Kaffeh. Statt denselben mit der Tute in Empfang zu nehmen, bat sie, man solle ihn in den Topf schütten, welchen sie, mit der Schürze umgebe», in, Arm hielt, was denn auch geschah. Sie griff nun in den Sack, um zu bezahlen, bemerkte aber, daß sie kein Geld bei sich habc, sie wolle aber gleich solches holen, und so lange ihren Topf stehen lassen. Sie stellt also den Topf auf die Lade—kam aber nicht wieder. Als der Specereihandler seinen Kaffeh wieder ausleeren wollte, fand sich, daß auch nicht eine Bohne darin war, daß vielmehr der Topf keinen Boden hatte und so der Kaffeh aus diesem irdenen Trichter in die Schürze gelaufen war. Neuer Planet. — Der bekannte Astronom DeGas-paris in Neapel zeigt an, daß er, von der königl. Sternwarte in Capodimonte aus, einen neuen Stern neunter Größe, aus der Familie der zwischen dem Mars uud dem Jupiter befindlichen Asteroiden eindeckt habe, untei welchen dieser nunmehr der zehnte ist. Gegenwärtig bewegt sich dieser Stern so langsam, daß er bald als stationär angesehen werden dürfte, was dem Beobachter die Gelegenheit bot, bei der Kenntniß der Elongatian, die Zone seiner Bewegung zu erkennen. Herr De Gasparis verfolgt indessen beharrlich den Lauf des Gestirns, um die zur Auomittlung seiner Bahn nöthigen Beobachtungen z" sammeln. Papierkorb des Amüsanten. Abraham sprach zi, Loth: „Willst Du zur Rechten, so will ich zur Linken." „Hättest Du," sprach in einer Mädchenschule, als diese Stelle gelesen ward, ein achtjähriges Kind zur Nachbarin: „hättest Du das von Abraham geglaubt, daß er zur Linken ginge?" Verleger: Ignaz Alois Kleinmayr.