Nummer 38. Pettau. den 19. September 1897. VIII. Jahrgang erscheint jeden Sonntag. Prei« für PeUou mit Zustellung in« Hau»: vierteljährig fl. l.Lv. halbjährig fl. 2.40. ganzjährig fl 4.80, mit Postsendung im Inland«: vierteljährig fl. 1.40. halbjährig fl. S.öv. ganzjährig fl. b.6v. — Einzelne Nummern lv kr. Schriftleiter: I»s»f Feltner, «llerheilizengasse 14. — «erwaltung »d «erlag: W. Blanke, v»chhi»»l»«,, H-upiplatz Rr. S. Handschriften werden nicht zurückgestellt. Ankündigungen billigst berechnet. — Beiträge sind erwünscht und wollen längsten« bi« Freitag jeder Woche eingesandt werden. Der Gastwirthe-Berbandstag in Pettau. Nach dem im Vorjahre auf dem Verbands-taqe i» Marburg gefaßten Beschlusse wurde der VerbandStag deS Sleiermärkischen Gaslwirthe-Ver-bände« am Dienstag, 14. d.. in Pettau abgehalten. Der VerbandStag war trotz deS seit Tagen herrschenden recht zweifelhaften Wetters sehr gut besucht und es mögen außer anderen Gästen wohl an 120 bis 130 Mitglieder des Verbandes im Easinosaale anwesend gewesen sein, als die Ver-sammlung eröffnet wurde. Gekommen waren außerdem noch die Herren Reichsrathsabgeordneten Professor Dr. Hoffmann-Wellenhof. Franz Girst-mayr und der HandelSkammerroth Herr Beyfnß au» Wien, Herr Vicebürgermeister Franz Kailer von Petlou alS Vertreter der Sladt an Stelle de« erst von einem Krankenurlanbe zurückgekehrten Bürgermeisters Herrn Josef Ornig und eine Anzahl von GenosfenschaftSvorftehern ans Steiermark. Der Obmann der Gastwirthegenoffenschaft vou Pettau. Herr Easstier Jgnaz Roßmaun, mit den llbligen Herren des ComitSS hatten die ankommenden Gäste empfangen und niachten die HonneurS. Anwesend waren ferner der Vorsteher und Delegirte der Grazer Gastwirthegenosjeujchast, Herr Klammler. der Vorsteher des Grazer Kellner-vereine«, Herr O. Peßl, der Vorsteher der Grazer Fachschule für Kellner, Herr Jnnerhoser. dann die Herren Bittner, Bürstiuger. Fara und Kühn vom Mag nicht! von I fftlinrt. Oortfefmg) Die Wirlschasterin hotte eine Reihe böser Zage. Dolly wollte niemand sehen, sie weigerte sich, irgend elwciS zu sich zu nehmen, sie weigerte sich, irgend ein TrofteSwort zu hören, sie weigerte sich, den Arzt zu empfangen. Kein Zureden half und auch nicht das verzweifelte Weinen der treuen Seele Anna, die bereit« völlig verzagt war. In ihrer Seelenangst um das ihr tief ins Herz gewachsene Kind schickte sie um den alten Pfarrer »ach Heidenstein und der würdigt Mann zögerte nicht zu kommen. Länger alö zwei Stunde» war er mit Dolly allein und tief erschüttert sagte er zu Herrn von Eschenbach: .Sie muß fort von hier, sonst wird sie gemüthskrank. Schreibe» Sie Ihrer Schwägerin, Herr von Eschenbach; Frauen verstehen sich leichter auf solche Dinge. Einen anderen Rath weiß ich nicht." — Der Gutsherr schüttelte den Kvpf. „Meine Schwägerin ist die letzte, a» die ich schreiben würde I" sayte er zornig „Sie hat alle« ver-schuldet. Wie kommt sie dazu, dass ihr der Mensch diesen Brief schreiben konnte?" Der Psarrer machte eine abwehrende Geste. ..Das scheint mir gleichgiitig zu sein. Herr von Eschenbach) jedenfalls hat sie Herrn Rvhrbach zur Zeit gekannt, als fein Vater vernngliickte und dem Briefe noch wollte sie helfen, hat aber vergessen, diesem Briefe ihre Adresse beizufügen. Das« Herr Rohrbach diese Adresse selbst nicht kannte, beweist. GehilfenauSschusse. Al« Ehrengäste waren die Herren HandelSkammerräthe Sindhuber und Grei-feneder erschienen, die übrigens sich sehr lebhaft an den folgenden Verhandlungen betheiligten. Der Vorsitzende, Verbandsvorstand Herr Josef Ledam. eröffnete um 10 Uhr vormittags die Versammlung, erklärte dieselbe für beschluß-fähig, begrüßte die Versanimelten und stellte die beide» Abgeordnete», de» Vertreter der Stadt Pettau und de» erschienenen Wiener Handels-kammerrath Beyfuß. vor. (Beifall.) Sohin er-theilte er da« Wort Herrn Vicebürgermeister Fr. Kaiser aus Pettau. Herr Kaiser begrüßte die Ver-sammelte» mit ivarmen Worten. Er dankte dafür, dass Pettau die Ehre habe, den VerbandStag de« steiermärkische» Gastwirtb« Verbandes in seinen Mauern abgehalten zu sehen, und wünschte den nun folqeoden Verhandlungen ein gedeihliche« Re» sultat zum Besten de« Verbandes und zum Besten jedes Einzelnen. Sr versicherte die Herren, dass die Bestrebungen des Verband«» für die Hebung de« Gastwirthegewerbet in Pettau. wo die Mehr-zahl der Bürger dein Haiidels- uud Gewerbe-stand« angehöre, voll gewürdigt werden und das» wenn die Herren morgen sich die Weinberge an-fehen, sie die Überzeugung gewinnen werden, das« auch die Wein Producenten der fteirischen Weinban-bezuke eine schwere Zeit durchzumachen haben. Da sei eS nun wohl begreiflich, dass die gemeinsame Noth auch gemeinsame gegenseitige Sympathien wachrufe, das» der Producent alle Bestrebungen znr Hebung der wirthschastlichen Interessen der dass feine Bekanntschaft mit Frau von Wald-Hause» keine intime gewesen sein konnte, denn Verliebte wissen einander zu finden." Endlich schrieb der Gutsherr doch, aber es kam keine Antwort und fein Stolz bäumte sich auf dagegen, feine Schwägerin selber aufzusuchen. Er befahl der Haushälterin seine und DollyS Koffer für eine längere Reise zu packen. AlS Frau Anna ihren Liebling davon verständigte, lachte diese bitter auf, aber sie sagte weder Ja noch Nein. Herr von Eschenbach traf feine Ver-fügunge» für ei», längere Abwesenheit. Auf Frau Anna konnte er sich verlassen, im übrigen follte sie sich nach den brieflichen Weisungen halten, die er ihr regelmäßig zusenden würde. Der Tag der Abreise wurde festgesetzt, da« nächste Reiseziel war Venedig, dann sollte eS weiter gehen durch Ober-italien nach der Riviera. Dolly war vollständig theilnahmSlo» gegen alle«, auf jede Frage gab sie nur einsilbige Antworten oder etn müde« „Danke, ich will nicht" Endlich war der Tag der Abreise gekommen; ein Feiertag, ein Marientag. der in der Pfarre festlich begangen wurde, war der Vortag. Mit dem Mittag»,nge de» nächsten Tage« wollte Herr von Eschenbach mit seinem Kinde fort. Dolly war zur Kirche gegangen, in» Dorf hinüber. AlS der Gottesdienst z» Ende war, nahm sie den Weg die Wörtschach entlang zurück. Diesen Weg hatte Ernst damals genommen, als er von ihr gegangen war. Bittere Thränen netzten ihre bleichen, eingefallenen Wang-n, al« sie daran dachte, e« war der erste und einzige Tag deS Glücke«, da« ihr im Leben beschieden gewesen Käufer mit lebhafter Theilnahme begrüße. (Beifall.) Herr Jgnaz Roßmann. Vorsteher der Gastwirthegenosfenschaft in Pettau. begrüßte die Anwesenden herzlich und bat. mit Dem. wa« den Herren während ihre« Aufenthaltes in Pettau geboten werden konnte, freundlich vorlieb zu nehmen. Er dankte für da« zahlreiche Erscheine» und sprach die Hoffnung au«, dass die VerHand-lungen fruchtbringend sei» werden. (Beifall.) Schließlich wird der Rechenschaftsbericht vor-gelesen. Au» demselben ergibt sich, dass der Ver-ba»d 10 Ehrenmitglieder, 11 Genossenschaften und 169 Einzelmilglieder umfasse. Die Einnahme» des Vereines pro »896 betrugen 602 fl. 50 kr., die Ausgaben 596 fl. 94 kr. und blieb somit Ende 1896 ei» Cassarest von 5 fl. 56 kr. In Bezug auf die Thätigkeit des Verbandes in ge-»erblicher Hinsicht sei geschehen. waS geschehen konnte, aber e« liege noch ein weites Feld der Thätigkeit brach; diese« zu bebauen, bedürfe eS aber der allseitigen Unterstützung des Verbandes feiten« der Gastgrwerbelreibenden und e« dürfen kleine Opfer nicht gescheut werden, ivenn man da« Ziel erreicheit wolle. Dann erstattet der Revisor Herr Handels« kammerrath Sindhuber Bericht über die Eassere-Vision, der zur Kenntnis genommen und sohin dem Eajsier Herrzi Reinschmidt da« Abiolniorium ertheilt wird. Über Antrag au« der Versammlung wird die Ergänzung»wahl für den Ausschuß über Vorschlag und mittelst Zurufs einstimmig angenommen. Die war. Das Glück hatte ihr Vater zerstört, dürfte sie ihn Haffen, ihm fluchen deswegen? Da» Kind dem Vater? Ein Schauer rieselte durch ihre Seele. Sie blieb stehen uud schaute starr in die schmutziggelben Wellen de« Flusse«. Wäre e« nicht am besten, allem ein Ende zu machen? Konnte sie diese« Leben ertragen, ein Leben, in deni jeder einzelne Tag ihr Herz mit neuer Bitternis erfüllte? Jeder eine Anklage gegen de» eigenen Vater enthielt? Sie lehnte sich an einen der alten morschen Weidenstämme, die schief über das User gegen den Fluß hinausgewachsen waren, unter denen daS Waffer der Wörtschach gurgelte, in den Höhlungen deS tief unterwaschenen Ufer». Schwerer und schwerer lehnte sie sich gegen den morschen Stamm und hörte nicht da« unheimliche Knistern de» Bodens unter ihren Füßen, nicht das Glucksen des Wassers und fühlte nicht, wie der Stamm sich langsam hinüberneigte. „Dn. geh weg. fällst ja in« Wasser!" Die Stimme des Eretin« war eS. die sie vernahm, aber sie regte sich nicht. „Geh weg! Was sagt der Lehrer, wannst dersausst?" gröhlte er zornig nnd zwei Arme rissen sie so unsanft zurück, das« sie zu Boden siel. Jetzt knackte e«, barst, polterte, ein Aufplätlcheru und ein Stück Ufer rollte in den Fl»ß, die Weide lag niedergebrochen mit der struppigen .Krone im Wasser. „S>xt, ich hab'« g'sagt! Jetzt wärst hin! Du. weißt, i« wohl a Sünd! ja. i« eine. Sei nit gar verzagt. Er kommt wohl der Lehrer, hat Dich ja gern! Bist ja sein Schatz! Gelt ja!" So redete der blöde Bursche ihr zu, nachdem er ihr geholfen hatte, sich vom Boden zu erheben. Und sie stand da. vorgxnommeneu ErgänzungSwahlen ergaben fol- > gendeß Resultat? ») «i>»schus;mitzlied«r au» Graz: 1. Johann | ißwnbl, 2. A. Wi»dpraHtlvaer. 3 Otto Peßl; d) Ersatzmänner au« Graz: Anton Seiner. I^noz Äaach; c) Ausschußmitglieder aus der Provinz: l. Aeuhold. Umgebvng Graz, 2 FuchS, Froh». leWsn, S. Jguaz Roßmann. Pettau; 6) Ersatz-mä'nner auS der Provinz: 1. Anton Korb. Dona-witz. 2. Ludwig Vallentschag. Eilli; zu Rech-nungSrevisoren die Herren: Sindhuber und Kra-vella. Bei der Wahl dr» Vorortes für den nächsten VerbandStag entspinnt sich eine lebhaste Debatte. Herr Brandl ichlägt Leoben vor. Herr Vallentschag Eilli. Angenommen wird ei» Vermittlung«-Vorschlag, den VerbandStag im Jahre >898. in Leoben. im folgenden Jahre darauf in Eilli ab» zuhalten. Zur Prämiining von Gehilsen und Gehil-sinnen, welche zehn Jahre und »och länger i» einem Geschäfte dienen, sind acht vorgeschlagen, von welchen fünf anwesend sind. Die Prämien bestehen in schön gearbeiteten silbernen Medaillen in EtuiS. Nach einer herzlichen Ansprach« de» Vor-sitzenden werden die zu Prämiirenden eingeladen, die Medaille in Empfang zu nehmen. Prämiirt wurden: Herr L Foggenhuber, Oberkellner .Drei Raben"; Thomas Mansredini. Lohndiener „Hotel Florian"; Frl. Anna Schwarz. Köchin, Frau Stumm, Herr Hermann Hanich. Küchenchef „Erzherzog Johann"; Karl Spnller. Schankburfche. de» übrigen und zwar Herrn Franz Jngrisch .Erzherzog". Frl. Koch. Rmdermann. iverden die Prämien zugestellt. Die Decorirten werde» vom Obmanne de« Grazer Kellnervereine«. der dem VerbandSpräsidenten für die Auszeichnung der Gehilfen dankt, beglückwünscht. ebenso vom Vor-steh« der Grazer Gastwirthegenossenschaft Klamm-Irr. Der Vertreter der Grazer Gehilfenschaft dankt im Namen der Gehilsen für die soeben bethätigte warme Antheilnahme des Verbände«, conftatirt. dass zwischen Shess und Gehilfen eine daS In« tereffe beider fördernde erfreuliche Eintracht herrscht und bittet, der Verbarid wolle die Wünsche der Gehilfenschaft in Erwägung ziehe» und darüber Beschlüsse fassen. Er als Delegirter habe den Auftrag, diese Wünsche vorzutragen nnd zwar: 1. Erhöhung der Lehrzeit aus drei Jahre. 2. Die Forderung eine» dreijährigen GeschästSpraxiS ehe die Anstellung al» Zihl- oder Oberkellner erfolgt. 3. Die Gewährung einet Ruhetage» innerhalb eine» gewissen Zeiträume» der Arbeit. Diese An-träge gelangen später zur Verhandlung. Die Verhandlungen. welche vo» 10 Uhr vormittag» biS halb 3 Uhr nachmittag« gedauert hatten, wurden mit einer Dankrede de» Vorsitzen-den an die Versammelten geschlossen. Die Theil-nehmer begaben sich dann in verschiedene Gast» hänser zum Mittagessen. Für halb 4 Uhr wurde der Besuch der großen Kellereien der Weinaroß-handlungSfirmen C. Fürst und Söhne, Franz Kaiser uud Joses Kravagua angesagt. Ein Besuch dev Kellereien der Pettauer Wcingroßhaudluugsfirinen ist nicht nur für den Fachniann, fondern auch für den Laien interessant. Der Keller der Firma E. Fürst & Söhne gleicht einer Stadt mit geradlinige» Haupt». Neben, und Seitengassen, in denen die riesigen Stückfässer die Häuser bilden, sorgfältig nummerirt und nach gleicher Größe rangirt. Am Ende der einen Haupt-traße, breit genug, dass sich der Zug der Gäste, e» war eine schier endlose Reihe, neben der einen Fässerzeile hin und neben der anderen zurückbe-wegen konnte, senkt sich der Estrich um eine Stufe. Dort liegt in einem eigenen Gewölbe ein qewal-tiqer Riefe, gegen welchen alle anderen Stückfässer, clbst jene die ein Mann mit erhobener Hand nicht bis zum oberen Bodenrande erreichen sann, Zwerge sind, der Riese ist voll, au« dcr fest ver-wahrten Thüre sickert tropfenweise sein Inhalt. >er gemessene Eintausendfünfzig Eimer hält, so das« ein launiger Besucher die Bemerkung machte: „Wenn da« Fasserl jetzt auseinandergeht. dersauf'n ma Alle!" — Die Firma lies« den Besucher» zu ihren den Keller beleuchten. Ans jedem Faßrand tand eine Kerze, Lampen erhellten die Füllräume und die Wegkreuzungen. Ein prächtige« Faß mit ovalem schön geschnitztem Boden fiel allen auf und einer der jungen Söhne, die wie ihr Vater in der allerliebenSwürdigsten Weise Eiceronedienste thaten, erklärte eifrig: .Diese» Faß gehört Mama!" — Mama'» Faß birgt einen besonder« guten Tropfen. Der Rundgang dauerte mächtig lange und doch gieng man ohne Aufenthalt. Dieser wurde erst in einem zum Büffet improvisirten Vorraum genommen, der, mit Blumen nnd Blatt-pflanzen geziert, zwei lange reichgedeckte Tafeln zeigte, mit den appetitlichsten Dingen ausgestattet. die Hände vor dem Gesichte nnd weinte bitterlich. Der Eretin allein hatte Mitleid mit ihr und er bewies es ihr so theilnehmeud und herzlich, wie niemand auf der weiten Welt. Um diese Zeit war«, das« der Gutsherr von Eschenbach verschiedene Schriften ordnete in den Fächern nnd Schubladen seine« Schreibtische«. Eorrespondenzen, Rechnungen. Bestellungen. No-tizen uud andere die Wirtschaft betreffend« Papiere sichtete er und legte sie beiseite, um sie mit sich zu nehmen. Ein Bündel Privatbriefe von Dolly. al« sie noch in der Anstalt gewesen, von seiner Schwägerin, von seinem Neffen und von andere», mit denen er in Eorrefpondenz gestanden hatte. Mechanisch legte er sie »ach den ver-schiedenen Schriftzügcn der Absender in einzelne Päckchen zusammen. Verbrennen wollte er sie später einmal, für jetzt sollten sie in ein eigene« Fach der untersten Schublade. Noch ein Päckchen lag da mit einem vergilbten Bande umwunden. E« waren Briefe seiner verstorbenen Frau. Er drückte einen Kuß darauf und versperrte sie in ein Geheimfach. Da lag noch eine alte Zeitung, eine Nummer der „Presse." Er zog sie au« der Schublade, zwei drei Briefe fielen heran«, al» er da« Blatt auseinanderschlug. Eine Notiz war umrändert mit Blaustift. ES war die Notiz von dem Selbstmorde des Oberste» Fischer von Rohr bach. Sein Gesicht verfinsterte sich und ingrimmig murmelte er: „Da, da sind die Beweise! Es sol Dir schwer werden. Bursche, mir Gegenbeweise zu liefern!" Er hob die Briefe, welche im ge falteten Blatte gelegen und zu Boden gefallen waren, auf und schob sie wieder iu die Zeitung Er kannte den Inhalt dieser Briefe; eS war die Bitte de» Obersten um ein Darlehen, der Dank für dasselbe und eine abermalige Bitte noch eine Zeitlang zu gedulden und da« Versprechen auf Ehrenwort, das« da« Darlehen zurückbezahlt würde. Er wußte sogar, dos» in letzterem Briefumschläge auch der Schuldschein über 9000 fl. und die Verpfändung de« Ehrenworte« lag. Wenige Tage später war die Notiz vom Selbst-morde in der Zeitung gestanden. Damal« hatte er sofort seinem RechtSsreunde geschrieben, au« dem Nachlasse de« Obersten Fischer wenigsten« einen Theil de« Gelde« zu retten, aber zur Ant. wort erhalten, das» dieser Nachlaß nicht einmal hinreiche, die vielen Gericht»- und Exeeution»-kosten au» den zahlreichen Schuldklagen gegen den Verstorbenen zu decken. Sogar seinen al» Ein« jährig-Freiwilliger dienenden Sohn habe der Ver-storbene kurz vor seinem Ende großjährig erklären lassen, um dessen mütterliche» Erbtheil beheben zu können. Wohin diese» Gelb gerathen sei, wisse man nicht, offenbar habe e» Oberst Fischer eben fall» auf der Börse verspielt. .Ja Bursche, schwer soll'» Dir werden. Deinen lieben Herrn Papa, der mir mein Geld abschwindelte, rein zu waschen!" brummte der Gutsherr zähneknirschend und warf die Zeitung mit den Briefen, die noch alle in den vorsichtig geöffneten Eouvert» stackeu, verächtlich in die offene Schublade zurück und schritt einige Male hastig im Zimmer auf und nieder. Al» er seine Beschäftigung wieder aufnehmen wollte, gewahrte er unter anderen weggeworfenen Briefumschlägen und sonstigen wertlosen Papieren noch einen Um< mit Flaschen besetzt, welche die beste» Marken enthielte» und deren Zahl in die Hunderte gieng. Wohl dem. der da über einen Durst verfügte wie der alte „Rodensteiner" weinseligen Andenken». Aber selbst die berufensten Vertreter de» ehren-vestku Gewerbes der Gastwirthe schüttelten nach dem ersten Rundgange bedenklich die Ktyfc ob der Folgen, denn wie Milch fleußt der Iertzsalemer Jahrgang 1869 und seine übrigen Brüder au» den Stadtbergen. der Kollos und den Windischen Büheln durch die Kehle, aber wenn der Kopf auch klar bleibt, vor der Kellerthüre versagen die Beine und der geradeste Weg ivaudelt sich in eine Scrpentinenftraße. Die Firma .Franz Kaiser" hatte dcr bereit» vorgeschrittenen Zeit wegen, e» war 6 Uhr abend» als die VerbandSmitglieder anrückten, nur zwei Keller geöffnet, die übrigen zu besuchen mangelte eS an Zeit. Auch hier läge» in langen Reihen die mächtige» Stklckfäffer, deren oberer Rand nur auf einer Leiter erreicht werde» kann. Und was sie bergen an edlem Naß. davon standen auf der langen im Comptoir gedeckten Tafel herrliche Proben in malerischen Gruppen, zwischen den Bergen gehäuften Delikatessen, zwischen einem Riesenhnchen, kaltem Fasan und anderen Dingen, bei deren An-blick der Gourmand verständnisinnig Zunge uud Gaumen prüft. Sind ja die Pettauer Bürger bekannt al» gastfreundlich und so ein Kellerbefuch gibt ihnen willkommene Gelegenheit, den alten Ruf glänzend zu rechtfertigen, hüben und drüben machte» die Hausfrauen die Honneur» an den reichbestellten Tafeln und die Hausherren wurden nicht inüde, stets wieder auf die besondere Güte einer anderen Marke aufmerksam zu mache». Dabei aber vergieng die Zeit rasch und end-lich war ja noch die Festtafel zu absolvieren, die um 8 Uhr beginnen sollte Wer sich noch stark genug dazu fühlte, einen dritten Kellerbefuch zu machen, gieng de» Wege» zum VolkSgarten hinan» und trat in die Kellerei der Firma .Josef Kra-vagna' ein, die nach Abstieg über wenige Stufen von der Straße au» da« gastliche Thor geöffnet hielt und da» durch Reflector-Lampen erleuchtete' hohe und außergewöhnlich breit gespannte Gewblbe in seiner ganzen Ausdehnung sehen lies». Auch hier war die Tafel gedeckt für jeden Eintretenden. Aber wenn noch eine Festtafel im schlag mit der ihm bekannten und verhaßten groß-zügigen Schrift de» einstigen Freunde» und Kameraden, der ihn so schmählich hintergangen hatte. Er hob ihn auf. nicht» sollte an seinen Beweisen fehlen und wollte ihn zu de» anderen in die Zeitung schieben, aber jäh ließ er den Umschlag fallen, al» sei er glühend und seine Finger davon verbrannt worden, starr heftete sein Blick auf der Adresse. Der Unischlag war nicht aufgeschnitten! Diesen «rief hatte er niemals ge-lesen! Der Schweiß trat ihm auf die Stirne und mechanisch öffnete er da« Couvert. Ein Brief lag darinnen und dem Briefe war ein Schein bei-gelegt, der aussah, wie ein fremdländische» Lotterie-Lo». Vor den Augen de» Gutsherrn be-gann e» zu flimmern. Da» Papier war ein Depotschein der Hamburger Handelsbank Über achtzehntausend Mars, zahlbar an den Überbringer de» Depotscheine». Dcr Gutsherr wankte nnd sank stöhnend in den Armstnhl neben dem Schreibtische. Wie lange er so faß, völlig geistesabwesend, da» wußte er nicht. Er fühlte sich elend und hilflo». Endlich, endlich, kain ei» Mensch, der ihm ein Gla« Wasser reichte. Seine Tochter Dolly stand neben ihm und ließ ihn trinken. .Wa« ist Dir. Papa! Warum klingelst Du nicht, wenn Dir unwohl ist?" Nicht ein Hauch von Theilnahme klang au« ihren Worten. Verzweifelt hob er seine Blicke; da stand feine Dolly, sein Herzblatt, sein Wild-fang mit bleichen Wangen nnd theilnahmSloseu Blicken. Hintergrnde winkt, muß sich selbst der wackerste Ijecher einige Reserve auferlegen. Der Festsaal enthielt 3 Reihen von Tischen, die mittlere Reihe war al« Festtafel gedeckt, der freie Raum an der oberen Stirnwand enthielt die lange Etagere mit den autgestellten Flaschenweinen. Der Saal bot ein ungemnn anziehende« Bild froher Festetstimmung und auch die auf der Veranda sitzenden Herren und Domen au» der Stadt bewunderten da« vorzügliche Arrangement d«r Taf.l, an welcher die Festgäste platzgenommen hatten. Neben dem Vorsitzenden, Herrn Ledam, faßen dcr Bürgermeister von Pettau. Herr Josef Ornig, erst von seinem Kranken Urlaube zurückge-kehrt, der Vertreter der k. k. Bezirkshauptmann-schuft, Herr OberEommisfär Franz Bouvard de EhiUelet einerfeit«. Herr Bürgermeister-Stellver-treter Franz Kaiser, dann die beiden Reich»rath»-Abgeordneten Hm Prof. Dr. Hotmann v. Wellen-Hof und Herr Franz Girstmayr anderseits. Nach dem dritten Gange erhob sich der Borsitzend« de« Verbände« und brachte einen Trinkspruch au«, der in ein dreifache« Hoch aus den Kaiser auiklang. Die Musik spielte die Voik»hym»c. die stehend onge-hört wurde und am Schlüsse einen Beifallssturm erregte. Nachher sprach Herr Bürgermeister Ornig, in launigen Worten dem Verbände Blühen und Gedeihen wünschend. Damit war eine lange Reihe von Toaste» eröffnet, unter denen die der Herren Abgeordneten Hvsman» von Wellenhos, der auf den deutschen Gewerbestand trank, der Herren Peßl, Klammler, Strafchill. Bittner. hervorzuheben sind. Alle Redner anzuführen ist nicht gut möglich. Allgemach enlwickelte sich eine sestesfrohe Stimmung, die bei dem Marsch« .O Du mein Österreich" ihren Höhepunkt erreichte. Einstimmig war da« Lob der Gäste über ihre Aufnahme in P«ttau, über die Gastlichkeit der .Kcllerherren", da« von Frau Anna Fritzer beigestellte Menu und die vorzüglichen Leistungen der Musik unter Leitung des Herrn Ludwig Schachenhvfer. einstimmig die lebhafte Anerkennung für den Obmann der Gastgetverbe Genossenschaft in Peltau. Herrn Gemeinderath Jgna» Roßmann und der Herren vom Eomitü für das so vor-trefflich gelungene Arrangement de« ganzen Feste«, welche« sich bi« tief in d«n Morgen hinein au«-dehnte. .Dolly I Dolly, mein Kind I Verzeihe mir. ich bin in dieser Stnnd« schwerer gestraft, al« irgend ein Mensch auf der Welt, der ein bittere» Unrccht that, während er doch im Rechte zu sei» glaubte I Mein arme», arme« Kind! E« ist schrecklich." stöhnte er, seinen Kopf mit beiden Händen fassend. ,Wa» grämst Du Dich meinetwegen? Wa» liegt denn an mir? Laß e« doch gut sein. Wenn Tante Marianne ältere Ansprüche an Ernst geltend machte, so kannst Du ja auch nicht» da-für, daf« sie nach Efchenbach kam und — Ernst — Tyränen erstickten ihre Stimme. Und dieser brennende Schmerz feinet Kinde», diese stumme Seelenp«in seiner Dolly. gab ihm mit einem Male feinen ganzen Muth zurück, s-ine Tochter zum nächsten Diva» führend, erzählte er ihr alle«, alle«, wa» sich seit d«m Abende im Parke, während sie krank lag, ereignet hatte. Alle», alle«, wie jemand, der sich beeilt, eine schwere Last von feinen Schultern zu werfen. .E« ist entsetzlich. Papal Entsetzlich, dos« gerade Ernst der Sohn de« ungetreuen Freunde« ist. der Dich betrog. Aber ich kann Einst nicht verdammen, dof« er seinen todten Bater verthei» digt. Ich hätte et auch gethan und wärest Du auch tausendmal schuldig", sagte sie leise schluchzend. .Ich kann ihn nicht verdammen." .Nein Dolly! Nein! Er that reckt damit! Er hätte recht gethan, wenn er mich sofort ge> fordert hätte, denn ich war im Unrecht Ich habe den Todten beschimpft, trotzdem er ein Ehrenmann war I" stöhnte der Gutsherr. .Dort, am Schreib-tische liegt der Bewei» seiner Ehrenhastigkeit. den ich damals, offenbar in der ungeheuren Am 15. b. M. machten eine Anzahl Mit-glieder Ausflüge in die Weingärten de« Herrn Franz Kaiser, von welchen sie vollauf befriedigt erst spät abend» heimkehrten. Und wenn man den Mitgliedern Glauben schenken darf und diese habe» doch allein ein richtige» Urtheil darüber, so war der Berband»tag de» Steiermärkifchen Gastwirthe-Verbände« am 14. September d. I. in Pettau einer der schönsten und gelungensten. Personalnachrichten. (€ntro«tti,gnt.) Da»Amt«blattvoml3.d. M. publizirt unter anderen Ernennungen im Stande der richterlichen Beamten de« Grazer Oberlande»-aericht«sprengel« folgende: Zu Lande«gericht»-Räthen: Herr vezirk«richtcr Dr. Jgnaz Pevetz in Pettau, Herr Bezirttrichter Anton Liebifch in Friedau, beide für Marburg. Zu Lande«gericht«-räthen al« Bezirk«gerichl«-Borsteher Herr Be-zirk»richter Adolf Meixner in Rohitfch auf feinem Dienstposten. Zum BezirkSrichtcr: Herr Dr. Ioh. Pre»ker in Pettau für Friedau. Versetzt wurden: Der BezirkSrichter Dr. Josef Fraidl von Ober-bürg nach Pettau. Zu EtaatSanwalt-Substituten wurden unter anderen auch ernannt: Die Ge-richt«-Adjunkten: Dr. Rudolf Paltauf für Mar-bürg und Dr. Franz Koüevar Edl. v. Ronden-heim für Eilli. Der Stadtschulroth hat in seiner Sitzung vom 17. September d. I. die an der siebenelassigen städtischen Mädchenvolksfchnle i» Pettau wirkende Supplentin Fräulein Helene Pifchinger zur provisorischen Unterlehrerin ernannt. Pettaner Wochenbericht. (Concert im Dolkegnrten.) Heute findet ein Conzert der vollständigen Kapelle de« Pettauer Musik-Vereine« unter persönlicher Leitung de« Herrn «apellmeister« L. Schachenhoser in der Schweizcrhau«restauration im VolkSgarten mit ausgewähltem Programme statt. Für vorzügliche Speisen und Getränke ist Vorsorge getroffen. Da» Nähere besagen die Anschlagzettel. (Eio Lehrer Veteran.) Am 14. d. M. starb der p«»sionirt« Lehrer Herr Josef Oberhäuser im Alter von Sl Jahren. .DeS Menschen Leben währt Aufregung über den Verlust meine» Gelde«, alle» Gelde», wa» ich besaß, entweder zu den anderen Schreibe» da» Obersten warf, ohue et auch nur anzusehen, weil e» ja doch nicht« mehr nütze war. nach seinem Tode aber e» mit andere» Eorresponden»n vennengle. Ob e» mit den anderen Briefen de» Obersten in dem Zeitung«-blatte log und nun herausfiel oder unter den übrigen Briefen, das weiß ich nicht. Begreifst Du nun. wa« ich jetzt empfinde! Oh Dolly. rathe, rothe, oder ich werde —" »Stille Papa! Da« Einzige, was Du al« Ehrenmann thun wirst, thun mußt. ist. Dein Un-recht offen ein^ugestehen!" rief Dolly mit blitzenden Augen und eilte an den Schreibtisch, den Brief entfaltend und laut lesend: .Lieber Eschenbach! Ich will al« ehrlicher Mann sterben und mein verpfändete« Ehrenwort einlösen. Das» e« auf diese Art geschieht, hat feine Gründe: würden die Hyänen, die mich in den Klanen Haben. diese« Geld bei mir wittern, so hülfen Deine Ansprüche darauf wenig, denn sie würden e« auf Grund eine» Dutzend gerichtlicher Urtheile sofort mit Beschlag belegen. De»halb habe ich die Summe aus diese Art für Dich gerettet. Wa« ich anderen wirklich schuldete, habe ich wenigsten« schon drei-fach zurückgezahlt, ober sie sind eben unersättlich. Ich danke Dir für Deine Bereitwilligkeit mir zu helseii; hätte ich sie früber in Anspruch genommen, wäre ich möglicherweise nicht dort, wo ich jetzt bi», falsche Scham hat mich abgehalten, so lange ich noch eine» anderen AuSweg sah; später mußte e? doch sein, aber diese« später war eben zu spät. Wenn Du mir einen Dienst erweisen willst, nimm Dich meine« armen Jungen an, er wird Dir« siebzig und wen» e« hoch geht achtzig Jahre; wa« darüber, ist eine Gnade de« Herrn!" sagt der Prediger und an dem Verstorbenen hat sich diese Gnade erfüllt! Mit einer seltene» Verehrung hiengen ganze Generationen an dem Manne, der einst ihr Lehrer gewesen. Siebzigjährige Greise und Greisinnen waren seine Schüler und wenn sie von ihm reden, geschieht e« mit einer Liebe und Verehrung, deren sich selten ein Mensch vonfeite seiner Mitmenschen erfreut. Großeltern, Eltern und Enkel, die heute zum Theile fchon wieder Eltern sind, bewahren dem verstorbenen Lehrer ein innige« Gedenken, denn wie Einer hatte er feinen Beruf geübt mit liebevollem Ernste und wie Wenige hat er sich die Dankbarkeit derer ge-sichert, deren Jugendbildner er gewesen ivar durch ein ganze« Menschenalter. Wo er sich zeigte, da zogen Greise in Verehrung den Hut vor ihrem einstigen Lehrer und Frauen, die längst die Mittag«-linie ihre« Leben» überschritten hatten, grüßten den alten Herrn mit einem ehrsurchtSvollen „Küs»' die Hand I Denn e» war ihr einstiger Lehrer. Und die lebende Generation bereitete diesem seltenen Manne, dessen Wort Milde, deffen Blick Güte war. zu seinem 7b. Geburtstage eine Ovation, eine Ehrung, die der Dankbarkeit und Liebe ent-sprungen, zu einem Feste sich gestaltete, bei welchem die .Schülerinnen" ihren Töchter» und Enkelinnen sagten: .Ich bin auch zu ihm in die Schule ge-gangen!" — Richt vielen ist ein so hohes Alter befchieden, wenige aber unter diese» wenigen ward eine so allgemeine Verehrung zutheil! Und fo gilt von ihm mehr al» von irgend einem andere» da» Wort: .Nach gethaner Arbeit ist g»t ruhen!" Redlich hatte er feine Arbeit gethan durch ein Menschenalter uud so ward ihm die Liebe und Verehrung feiner Schüler ein Kissen, auf dem er viele, viele Jahre lang zufrieden ausruhen konnte von langer, redlicher Arbeit nnd Mühe. Und da ihn der TodeSengel nun hinüberholte dorthin, wo er Rechenschaft zu gebe» hat von seinem Thun, mag der Herr deS Leben» ihm wohl zugerufen haben: .Gehe ein du frommer und getreuer Knecht in die ewigen Freuden, die ich den Ge-rechten vom Anbeginne a» bereitet habe! Hier aber hat er sich ei» Denkmal geletzt, dauernder alt Erz und Stein, ei» dankbare« Andenken! Da» Begräbnis de» Verstorbenen am 16. d. M. war ein einziger Beweis de» Vorgesagten. Ein Pracht- danken, wie ich r» Dir im voraus danke. Und wenn e» nöthig sein sollte, zeuge für mich, das» ich ein ehrlicher Kerl war. Adieu! Dem dankbarer Kamerad." — An der Pforte de» Pfarrhauset von Heiden-stein stand d«r alte würdige Pfarrherr und hielt beide Hände de« Gut»fräuleiu» von Eschenbach fest. .E» ist gut. wa» Sie thun, mein Kind." sagte er ernst, .aber ich kenne die Welt besser al« Sie und zweifle an den Erfolg ihre» Beginnen«. Ihr Vater ist gut, seine Gesinnung ist nobel, aber der Zorn hat ihn zu einer großen Ungerecht-fertigkeit gegen Rohrhach. der doch unter dem g«-wallsamen Tod seine« Vater« am meisten gelitten hat, verleitet. Wird er jemal« die Beleidigung vergrffen können?" .Ich werde ihn darum bitten, Hochwürden. Ein Weib vermag viele«", entgegnete Dolly zuversichtlich. .Gut, gut. meine Tochter. Et ist meine Pflicht al» Diener de» Herrn, der da gebot, feinen Feinden zu verzeihen. Ich will selbst in die Stadt fahren uud mit Rohrbach reden", nickte der Pfarrer gedankenvoll. .Da» heißt, wenn ich ihn treffe." Dolly hörte die letzten Worte nicht, sie bestiea ihren Wagen nnd dem Pfarrer zu-nickend, fuhr sie »ach Stallegg hinüber, um mit ihrem Vetter Rücksprache zu pflegen. Rittmeister von Waldhausen hörte ihren Bericht ruhig an, dann sagte er hart: .Ich werde thun, wa» Du verlangst. Base Dolly und um Deinetwegen wünsche ich, das« Rohrbach sich mit der Entfchul-digung de» Onkel» begnügt. Ich, da» gestehe ich offen, thäte et nicht. Dolly!" voller Kranz mit weißen. schwarzgerändetten Band-schleiseu mit der Widmung: Die dankbaren Schüler ihrem Lehrer", ei» anderer prächtiger Kram mit schwarzer Baudfchleife »»d der Widmung: .Stadt» gemeinde Pettan" i» silbernen Letter», bekundeten die allgemeine Theilnahme in pietätvoller Weise. Andere Kranze von einzelnen Schülern, von den Lehranstalten. von Freunden nnd Verehrern deS Todten, ergänzten diese Theilnahme, die sich weit über die Grenzen der couvcnüonclle» Form der Pietät zn einer allgemeinen öffentlichen Trauer-knudgebung erhob. (vag jcucruicljrfrst in friedau) verlief »ach einem übereinstimmenden Urtheile der Theil-nehnier aufS beste. Die Stadt hatte Flaggen« schmuck angelegt und minniglich trug frohe Festes-stimituing zur Schau. Der Empfang der Geiste war ein »»gemei« herzlicher. Unsere freiwillige Feuerwehr, welche mit der Kapelle deS Pettauer Mnfik-AereineS in die Nachbarstadt zog. wnrde au, Bahnhöfe von den Feuerwehren von Friedau nnd Groß-So»»tag in warmer kameradschaftlicher Weife empfange» und unter den Klängen schneidig gespielter Manche und dröhnender Salutschüsse erfolgte der Einzug, dem eine zahlreiche Schaar fröhliche« Geleite gab. Gr»ß um Gruß wurde getauscht am Wege und herzliche Zurnfe ein-pfingen de» Zng auf dem Haxptplatze. wo sofort die Schul Übung dcr Frieda»» Feuerwehr abgehalten wnrde, die. musterhaft geleitet und stramm durchgeführt, Zeugnis von der tüchtigen Ausbildung der Friedauer Feuerwehr gab. Nach dcr Übung versammelten sich die Fenerwehren im Geme»id.hause zu den Berathungen, die bis 6 Uhr dauerten. Auf die Versammlung folgte iodanu der heitere The>l des Festes, die Liedertafel. Die Liedertafel veranstaltete der Friedaner Männer-gesangvernn i» Verbindung mit dem Tamenchore. nnd hatte sich nicht nur de« Besuche« der deutschen Gesellschaft Frieda»«, sondern anch zahlreicher Gäste aus der Umgebung zn erfreuen. Durch die Ungunst des Wetters konnte leider der Garten nicht benutzt werden. eS muhten die Jniienräumc dcr Cvitkvviö'fchen Gastwirtschaft in Anspruch ge-uomiuen werden, welche aber nicht alle fassen lviinten, welche erschiene» wäre» uud sich somit niaiichc mit dem gartenseitigen Hausflur zufrieden gebt« mußten. Mit lebhaften Heilrufen begrüßt, erschien der wackere Mäunergesangvercin, um mit dem Bollgesange ..Grüß Gott int grünen Steirer-land' von R. Wagner die Liedertafel zu er-öffnen, welcher eine beifällige Aufnahme fand. Die gemischten Vollgelänge „Meine Muttersprache" von Engelaberg, ferner.Frohsinn" von Gumbert „Udo!" rief si: erschrocken. ,,E« ist mein Vater." „Desto schlimmer, Dolly! Er ljätte daran denken sollen, al« er unS nachhanfe fuhr und Deinen Rath unbeachtet ließ, fo das« Du um ein Haar zu Tode gerädert wurdest! Er hätte daran denken sollen, al« er nach Rohrbach schoß und ohne da« Dazwischentrete» de« CretinS heute vor dem Strasrichter stünde! Er hätte daran denke» solle», al« er de» Todten beschimpfte und dessen Lohn, der fo lange al« willkommener Gast unter seinem Dache geweilt hatte, tödtlich be-leidigte! Du bist verständig genug, um zu wisse», dass sich ein Mann, dem solche« widerfuhr, nicht mit einer einfache» Entschuldigung zufrieden gibt." „Ach. Du meinst also, das« sich Ernst mit Papa schlagen müsse?" rief Dolly zurücktretend. „Ich meine gar nicht«, ich weiß nur, wa« ich in solchem Falle thäte." „Tann danke ich für Deine Vermittlung." Und ohne den Vetter eine« Blicke« zu würdigen, fuhr sie nach Eschenbach zurück. Mehrere Tage vergienge», ohne das« Dolly irgend einen praktischen Erfolg ihrer Schritte ge-wahrte. Am vierten Tage erhielt dcr Gutsherr einen Brief, der ihn zwang, nach der Stadt zu fahren. E« handle sich um eine Vorstellung, sagte er Dolly, die ihn frug, weshalb er einen Salon-anzug einpacken lasse. Er benützte den Nachteilzug. ?!l« Tolly am Morgen in sein Arbeitszimmer — 4 — nnd die Beigabe Stolch» „Nachtzauber" entfesselte» Beifallsstürme. Wir müssen aber der großen Stütze» deS Chores, der Damen Kauet (Sopran) und Seutschar (Alt) lobend gedenken und ihre» Eifer, de» sie der Sache widmen, dankend anerkennen. Als Vollgefänge reihten sich an „Der träumende See" von R. Schnman», „Wohin mit der Freud" von Fr. Silcher, „Du einzig eine Sleiermark" von SteySkal, „Der Lindenbaum" von Fr. Schubert und „Viktringer-Marsch" von Th. »oschat, welche sämmtlich in recht lobenswerter Weise unter der Leitung de« verdienstvollen Ehormeisters Herrn Rauschl ge-sungen wurde»: wir müssen auch ganz besonder« Herrn Stammen« diScrete Elavierbegleituug er» wähnen. Die Zwischenpausen wurden von der MusikvereinScapelle au» Pettau unter der Leitung de« Eapellmeister« Herrn Ludwig Schachenhofer in bekannt vorzüglicher Weife ausgefüllt und ernteten die Vorträge wohlverdiente Anerkennung. (Erweiterung der städtischen Mädchen-Volksschule.) Der k. k. LaudeS-Schiilrath hat mit dem Erlasse vom 11. September 1897 Zl. 6661 verfügt, das« a» dcr städtischen Mädchenvolk«-schule eine Parallel-Classe als aufsteigende siebente Classe errichtet werde, in welcher der Unterricht bereit« mit Anfang de« lausenden Schuljahre« 1897/98 zu beginne» habe. E« ist da» ein neuer Erfolg unserer so ausgesprochen schulfreundliche» Stadtgemeindcvertretung und des Stadtschulrathes, der sicher von viele» Familie» umso lebhafter be-grüßt werden wird, al« ihnen dadurch die Mög-iichkeit geboten wird, auch ihren Töchtern eine erweiterte Schulbildung zu ermöglichen, die in der 8. Classe, welche voraussichtlich in absehbarer Zeit auch noch zur Errichtung gelangt, dann einen ge-rundeten Abschluß erhält, welcher der Ausbildung an einer Bürgerschule ziemlich nahe kommt. (Kaufmännische Fortbildungsschule in pettau.) Ans dem Jahresberichte der kausmäu»ischen Fort» bildungSschnle de« HandelSgremiumS i» Pettau ist zu entnehmen, dass im Schuljahre 1896/97 diese Fortbildungsschule von 37 Schülern besucht war. von welchen am Schlüsse dcS Schuljahre« 33 verblieben waren, von welchen ivieder 23 das Lehrziel erreichten. An Lehrkräften standen 3 in Verwendung und zwar Herr Joh. Kaspar, Buch-Halter der Gemciiide-Sparcasse, Schulleiter und zugleich Vorstand dcr 3. Classe, dann die Lehrer an der städt. Knabenvolksschule Herr W. Frisch Vorstand der I.Classe und Herr Mühlbauer Fr.. Vorstand der 2. Classe. Dcr Unterricht wurde lehrplanmäßig am Sonntag. Dienstag und Frei-tag jeder Woche durch 2 Stunden ertheilt. Im gieng, fand sie einen von ihrem Vater an den Pfarrer von Heidenstein gerichteten Brief auf feinem Schreibtisch liegen. Er hatte offenbar ver-gefsen, den Brief abzufenden, daher schickte sie Poldl damit »ach Heidenstein. Mit Poldl aber kam auch der Pfarrer; i» furchtbarer Aufregung frug er nach den Gutsherrn und als Dolly er-schrocken antwortete, dass Papa in die Stadt ge-fahren fei, faltete der kwürdige alte Herr die Hände und betete. „Was gibt'«, Hochwürden!" rief Dolly in höchster Angst. „Was ist'« mit Papa?" Draußen rollte ein Wagen und hielt an der Freitreppe. Herr von Eschenbach stieg auS und trat bald darauf ins Zimmer. „Was ist ge-schehen, Papa? WaS thatest Tu in der Stadt?" rief Dolly in höchster Aufregung. Herr von Eschenbach wechselte einen Blick mit dem Pfarrer und zuckte die Schultern Dann antwortete er tiefernst: „Meine Schuld hab' ich gesühnt, Dolly! Er bestand daraus." „Du hast Dich mit Herrn von Rohrbach geschlagen?" rief sie entsetzt. „Ich mußte wohl, da cr al« Beleidigter darauf bestand! Zum Glücke ist er nur leicht verwundet und wir sind versöhnt geschieden." Dolly streckte sich hoch anf und ihre Augen glühten. „Versöhnt? Ach, hören Sie. Hochwürden, sie schiede» versöhnt! Und wen» D» oder er jetzt todt läge, müßte ich ebenfalls versöhnt sein?" „E« ist zum Glücke nicht der Fall und ich habe Herrn von Rohrbach Laufe des Schuljahre» wurde die Schule vom Direktor der Handelsakademie. Herrn Arthur Edl. v. Schmied infpizirt. Die Schulichlußfeier und öffentliche Prüfung fand am 25. Juli d. I. statt und wurde» dabei die zwei beste» Schüler der 3. Classe, M. Wratschko und G. Heckel, vom Handelsgremium mit Prämien betheilt. Der regel-mässige Unterricht pro 1897/98 beginnt heute Sonntag den 19. September. (Hauptversammlung.) Die Ortsgruppe Pettau de» deutsche» SchulvereireS hält morgen das ist Montag den 20. September d. I. um 8 Uhr bend« im Hotel Osterberger ihre ordentliche Hauptversammlung mit nachstehender TageSord-nung: 1. Verlesung de« Berichte« über die letzte orden'liche Jahresversammlung. 2. Bericht über den Stand der Ortsgruppe im Jahre 1896 und Geldgebahru»g«nachwei«. 3. Neuwahl de« Gruppen» Vorstände«. 4. Wahl der Abgeordneten zur .Haupt» Versammlung, b. Allsällige Anträge. Da die. nicht zum Heile de« herrlichsten aller Vereine der Deutschen Österreich« im Vorjahre aufgetauchten Meinungsverschiedenheiten betreffend der Aufnahme von Mitgliedern nunmehr beigelegt sind, indem die Aufnahme von Mitgliedern nunmehr auS-schließlich den Ortsgruppen überlassen bleibt, so ist e« umsomehr Pflicht der einzelnen Mitglieder, zur Hauptversammlung zu erscheinen. (Feuerdrreitschast der freiwilligen Feuerwehr) Für die laufende Woche hält der I. Zug und die I. Rotte Feuerbereitscbaft. ZugSführer Lorentschitich, Rottführer Martschitsch und acht Mann. Fenermeldunge» sind auf der Central-station i» der SicherhcitSwachstube im RathhauS zu machen. (Marktbericht ans tvindifch-Feistritz.) Freitag den 24. September l. I. gelangt hier ei» großer Rindviehmarkt zur Abhaltung, bei welchem ein Bichauftrieb von etwa 1600 Stück zu erwarten ist. Die stets unseren Markt be-suchenden P. T. Viehhändler werde» daher ihren Bedarf an Viey vollkommen decken können. Wie soll ein Weingarten gedüngt werden? Bottrag bei Herrn Edm Schmidi, Borstand der landw-chem, LandeS-Bcrsuch«station beim Marburg» Wenidautag am 27. Juni 1H97. „Sehr geehrte Versammlung I Nachdem nun die Zeit so weit vorgeschritten ist. will ich Ihre Geduld nicht lange in Anspruch nehmen; nur 10 Minuten, bitte, wollen Sie Ihre Aufmerksamkeit einem Gegenstände widmen, welcher einer der wichtigste» für den modernen gesagt, das« ich gegen seine Bewerbung um Dich nicht« mehr einwende» würde. Du kannst ihm also ruhig schreiben, wann er kommen soll." „Da« muthest Du mir zu. Papa? Mir. Deiner Tochter? Ich soll ihn schreiben? Ihm, dessen Haß gegen Dich größer war, als seine Liebe zu mir? Nein, niemals!" „Aber meine Tochter, Sie höre» ja. dass Ihr Vater sich mit ihm versöhnte." sagte der Pfarrer milde. „Gott hat eS nicht zugelassen, dass ein Unglück geschah. „Wollen Sie nicht ebenfalls Nachsicht üben?" „Nein! Ich will nicht! Hatte er Rachsicht mit Papa, der feine Schuld, als er sie erkannte, ehrlich eingestanden und nm Verzeihung gebeten hat? Nein! Er that eS nicht! Er richtete die TodeSwaffe kaltblütig auf die Brust meine« Vater«, unbekümmert darum, das« sein Schuß mich, die er zu liebe» vorgibt, zur Waise machen könne. Nein, hochwürdiger Herr! Mein Bäte: hat ihm die Hand gereicht zur Versöhnung, das mag Ehrenpflicht gewesen fein! Aber diese Hand!" sie hielt ihre Rechte wie zum Schwüre erhoben, „diese Hand wird sich niemals freiwillig in die de» Herrn von Rohrbach legen. Niemals, denn ich will nicht!" Ob sie diesen Schwur wohl halten wird? Ende. Mjnbau ist. Ich werde ja hoffentlich im Laufe brt Feste« Gelegenheit habe», im persönlichen Verkehre Einzelheiten bespreche» und ausführlicher behandeln zu können. Ich verzichte deshalb. Ihnen die Gründe für die Nothwendigkeit einer richtigen Weingartendüngung anzufShren, noch will ich Ihnen eine Übersicht geben über die Fehler, welch« bisher beim Dünge» der Weinberge gemacht wurden und wende mich gleich dem eigentlichen Gegenstände selbst zu. nämlich der Frage: Wie soll ein Weingarten gedüngt werden? Al« »n» umgänglich »ochweudig wird sich natürlich immer die Verwendung von Stallmist herausstelle»; den» die bodenlockernde. bodenwärmende und wasser-haltende Eigenschaft desselben kann durch kein andere« Mittel verdrängt werde». Da aber in den seltensten Fällen die benöthigte Menge auch nur annäherd vorhanden ist. so müssen wir den Mangel auszugleichen knche» durch Äeigabe von künstlichen Düngemitteln. welche außerdem noch den Vortheil Harn'«, das« sie lehr rasch wirken, so dass dcr Erfolg sehr bald zu seh«» ist. AlS solche Beidünger komme» für un» in Betracht: DaS SuperphoSphat und daS Thoma«-mehl al» Ersatzmittel- für dir mangelnde PhoS-phorsäure, da« schwefelsaure Kali für die fehlen, den Kaliverbindungr» und da» schwefelsaure Ammon und der Ehilifalpeter al» Stickstoffdünger. I» den meisten Fallen werden wir als Er> satzmitlel für PhoSphorsäure die ThomaSschlacke wähle», nnr in de» ganz schweren, bündigen Lehmböden wird da» SuperphoSphat mehr Vor-theile gewahren, denn die ThomaSschlacke ist im Verhältnis zu ihrem Wirk»ng«werthe viel bitiger als das SuperphoSphat; sie behält im Boden ihren Wirkungswerth sehr lange Zeit und wird uur je nach dem Verbrauche der Pflauze auS dem Boden herausgenommen, deshalb kann man von ihr eine große Menge während deS RigolenS dem Boden einverleiben. Wenn dann die Rebenwurzeln in tiefere Bodenschichten kommen, finden sie reich-lich Borrath. Roch ein anderer Umstand macht die Thoma«-schlackt werlhvoll und da» ist ihr Gehalt an Äd-kalk, von dem sie 30—40*/, enthält. Eine groye Anzahl unserer steinjchen Böden ist dringend der Kalkdüngung bedürstig; geben wir dieselbe nicht, so ist jede andere Düngung nutzlos. Streuen wir nur Thomasschlackenmehl au«, so geben wir diesen Böden eine Kalkdüngung und die Ernährung der Rebe kann ordnungsmäßig vor sich gehen. In den schwere» Böden, zumal wenn sie kalkreich sind, werden wir dagegen gern da« SuperphoSphat nehmen, weil eS leichter eindringt und raschere Wirkung zeigt alS daS Thomas-mehl. Als Kalidünger nannte ich Ihnen da« schwefelsaure Kali und nicht den vielgerühmten Kainit. Ich kann nicht unterlaffen. Sie vor der Anwendung von Kainit auf da« ernstlichste zu warnen, denn er besitzt eine ziemliche Menge für die Pflanze werthloser Nebenbestandtheile und solche Salze, welch« die Pflanze schädigen. Diese sammeln sich nach und nach im Boten an und können nach einiger Zeit sich sehr unangenehm bemerkbar machen. Zudem zeigt der Kainit nicht den geringsten Vorzug, nicht einmal im Preise. Da« schwefelsaure Kali ist viermal so wirksam al» Somit- sie sparen somit bei seinem Bezüge dreiviertel der Transportkosten, sei es nun Bahn-frucht oder Zufuhr. Sie erhalten eS i» Bezug aus seine Wirksamkeit ebenso billig, meist aber noch billiger al« Kainit, dessen Bezug übrigen» mit ziemlich umständlichen finanzbehördlichen Be-dingungen verbunden ist. Au« diese» Gründen wiederhole ich meine Warnung vor dem Ankaufe von Kainit nicht nur für den Weingarten, sondern ebenso für die Wiese. Die Stickstoffdünger, welche für un» in Be-tracht komme», sind, wie schon erwähnt, da» schwefelsaure Ammon nnd der Ehilisalpeter. Da« erstere wird vom Boden festgehalten und nur »ach und nach verbraucht, der Ehilisalpeter da-gegen kann durch Regenwasser sehr leicht au« dem Boden ausgewaschen und in die tieferen Erd- schichten gespült werden. Wir könne» deshalb da» schwefelsaure Ammon ganz gut schon im Herbste geben, ohne Verluste befürchten zu müssen. Wollen wir aber mit Ehilisalpeter dünge», so darf da« nur im Frühjahr geschehe»; man gibt dann kurz vor dem AuSbruch der Blätter den einen Theil und 3—4 Wochen später die andere Hälfte. Von den genannte» Düngemitteln dürfen wir nicht nur eine« oder da« andere anwenden, wenn wir einen vollen Erfolg erzielen wollen, sondern nur gemischt und zwar im richtigen Ver-Hältnisse. Die Art der Mischung wird sich na 1 uf den verschiedenen Bodenarten etwa« abändern; au jeden Fall werden Sie gut thun, sich vorher Rath bei einer Versuchsstation zu holen, die ja stet« bereit sind, denselben in au»sührlicher Welse zu ertheilen. Die Unterbringung der Düngemittel geschieht am besten im Herbste in Verbindung mit einer Herbfthaue. Am einfachsten macht man die Sache so. das» man den gut mit Eompost. oder trockener Erde, oder Torfmull und ähnlichem gemischten Kunstdünger von einer Person zwischen den Reihen breitwürsig ausstreuen und unmittelbar darauf die Haue machen läßt. Die Bottheile der Herbsthaue sind Ihnen gewiß Allen bekannt, so das» ich darüber kein Wort zu verlieren brauche. Wo die Anwendung der Herbsthaue nicht durchführbar ist, da bringe man die Düngemittel mit.der ersten Frühjahrshaue unter. Nicht empfehlenSwerth ist da» Anbringen von Löchern zwischen den Rebe» zum Zwecke, die Düngemittel in diese zu geben, um sie durch den Regen vertheilen zu lasse», denn diese Vertheil»» geht nur sehr, sehr langsam vor sich; da si aber die Wurzeln der Rebe ganz gleichmäßig im Boden vertheilen, so ist e» umso besser, je gleich-mäßiger man streut und somit die Wahrscheinlich-keit erhöht, das« alle Wurzeln zu dem Dünger gelangen. Die Frage, ob man gleich b«im Neusetzen der Reben größere Mengen Kunstdünger anwenden soll, ist im Großen nnd Ganz«n zu verneinen. Nur beim Rigolen de« Boden« ist e«. wie schon erwähnt, günstig, wenn man größere Mengen (12 q pro ha) ThomaSschlacke gleichmäßig vertheilt. weil man den Reben auf diese Weise eine Borrathsdüngung schafft. Beim Setzen aber Kunstdünaer zu geben, ist nicht anzurathen. weil ja die Rebe im ersten Jahre hauptsächlich Wurzeln zu bilden hat nnd die« auf Kosten der vorhandenen Reservestoffe thut; zu einer eigentlichen Nahrungsaufnahme au« dem Boden kommt sie im ersten Jahre ge-wöhnlich nicht. Man sorge also beim Setzen der Reben nur für eine ordentliche Beigabe von richtig verrottttem Mist und Eompost und gebe erst im solgenden Herbste eine Düngung für da« nächste Jahr. Über die Vortheile der Gründüngung, welche darin besteht, dass man zwischen den Reben stick-stoffsammelnd« Pflanzen, wie Wicken. Kleearten u. dgl., anbaut und diese dann zur richtigen Zeit untergräbt, geben die Ansichten noch etwa« au»-einander. Ich für meinen Theil und sehr viele diesbezügliche Beobachter reden ihr in dieser Form nicht das Wort. Allerding» wird ja dem Boden durch da» Einbringen von sehr viel Pflanzenmasse eine große Lockerung und Düngung zutheil; allein daS Wachsthum der Wicken u. £ w. geht entschieden auf Kosten der Reben und besonders in trockenen Jahren wird man da» kräftigere Wachsen deS WeinstockeS im folgenden Jahre mit einem größeren Verlust im vorhergehenden bezahlen müssen. EtwaS ganz anderes ist eS dagegen, ein Rebstack, welche« man im folgenden Jahre neu besetze» will, grün zu düngen; hier ist die Me-thode entschieden am Platze. Noch ans etwas möchte ich mir erlauben, aufmerksam zu mache» und da« ist die Frage: Wie kauft man am beste» und zuverlässigsten den Kunstdünger ein? Die Beantwortung ist nicht schwer. Am beste» nämlich ans genossenschaftlichem Wege, indem sich eine Anzahl Theilnehmcr auS einer Gegend zusammenfinden und gemeinsam ein größere« Quantum bei einer soliden Handlung bestellen. Die Bestellung hat so zu erfolgen, das« mau sich den Gehalt jede« einzelnen Düngemittel» garantieren läßt und gleich nach Empfang der are eine richtig gezogene Probe an eine Ver-suchSstation zur Nachprüfung einsendet. Ergibt sich ein Mindergehalt, so muß er von der liefernden Firma vergütet werden. Die Kosten für die Nach-Untersuchung sind so gering, das« sie gar nicht in Betracht kommen. Da aber leider, sehr leider, bei unseren Landwirthen der genossenschaftliche Sinn noch wenig au«aeprägt ist, hat der hohe steiermärkische LandeSauSschuß unsere Versuchsstation mit der Durchführung dieser Düngemittel-Bestellung be-auftragt und seit 1 */, Jahren, da diese Einführung besteht, ist sie in steigendem Maße in Anspruch ge- uommen worden. Alljährlich zweimal, im Frühjahr und im Herbste werde» durch die strnifch«» Zei die Landwirthr eingeladen, ihre» Kunstdünger! darf bei un» anzumelden. Ist eine Waggonladung angemeldet. so erfolgt die Gestellung bei der unter gleichen Umständen billigst liefernden Firma. Na' der Aukunft erfolgt die Pr^-beziehung und glei. darauf die Vertheilung. gleich am Bahnhose selbst' Den auswärtigen Bestellern wird das gewünschte Quantum per Bahn zugesandt. Von Zeit zu Zeit erkundigten wir uns bei den VersuchSanstellern über die erzielte» Resultate und sind in der angenehme» Lage, Ihnen be-richten zu können, dass dieselben sehr befriedigend ausgefallen find und dass über die Wirkung de« Kunstdünger«, soweit sie nicht durch Elementar» schäden gestört wurde, ausnahmslos im günstigsten Sinne berichtet wurde. Möge Sie. verehtte Herren, das Beispiel er-muntern, ebenfalls eine» Versuch anzustellen; Sie werden eS nicht zu bereuen habe». Wenden Sie sich mit Vertrauen an eine Versuchsstation, welche stet« bemüht sein wird. Sie in der richtigen Weis« schriftlich oder mündlich anzuleiten und Ihnen jede gewünschte Auskunft ausführlich zu ertheilen. Der Erfolg wird hoffentlich nicht ausbleiben." (Uagetheiltes L»b) ernten die Weine der Continental Bodega Company von Seite der ärztlichen AuioritStm aller Länder. Prof. Dr Leopold Schenk in Wien bestätigt, das« diese Weine bei Reconvole« Mi Jaknnft pflrithoftu. 75u»gc»b» 4 iBolk«.«u»zabe). 806. mit einem Titelbild«: „?efct«< Pvrtrlt Kneipp'«.' Prei« geh. 60 Pf. Jtueflaß« B (seine illustrirtc >nl-qab«). 172 S. mit 76 Origiral-Ill«-fUationen im Texte sowie rin«m Titelbilde und Umschlag in fi. Farbendruck. Prei« geh. M. , «leg. gebd. M. 2.40. 1 >« toi rtrtf« treuen >nt»a>n Rnupjr» », Hallt» Bmnrt ffi«n»(ilre» cafafilt (HMilMa I Iitrpi eine« nennt Hntar>an »neiw» »n» »«. ir« «rann ffl«ri»(»[fm» cnUfctr vilchl»!» l»M sin narr 11$ «Uni ton oUlin Taufen»?», »eich« »nrch «artt» III» (Hat «Scher $ctlitn| ant »ilnn». bail erlanitra. hochwillkommene» Anden!»» an km reim UiMfchnftom», «in deichet»««» lltnarlfcht» renfmal, da» ein tuf«Miala|laid<< ?»» Uk-rr M« GHl nn«nntl»l:«r zeugtet! tan»»'» al» lUtitsA, als VriejlR. al» Int an» »cheillftelei. Obre innen ftnOut gut Handel lad f mutet un» »adlretch» Interessante, nach t.i»nle Siniesd'tte» un» Toten, ftrnle Itlt tilrleal neae un» tut,» Wach ait|niM »niffralhchtt 3ui Bbre (ilnen 9ir»u| ant H«n»e nnd «ntitlt «>• ■ enl| Ic Ne»linnn> tnlbHIt. £ er ev 3 CL a 3 er Die SUPPCNmMAGG! SuppenwS^e Maggl ist einzig in ihrer 8rt, um augenblicklich jede Suppe und jede schwache Bouillon überraschend gut und kräftig zu mache» venige Tropfen genügen. 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KoIIenz & Neffe, Pettau, Haveloks aus echt steirischem Loden, bester Sorte. Barantlrt wasserdicht. Danksagung. Außer Stande, allen Herren und Damen, welche in warmer Pietät für meine verstorbene Gattin und Theilnahme für meine nun mutter-bösen Ainder, der tsiche der Ver-ewioiten atif ihretü legten Wege zur ewigen Ruhe das Geleite gaben, einzeln zu danken, bitte ich, auf diesem Wege meinen und meiner Ainder tiefstgefühlten Dank für diesen g Akt der Menschenliebe entgegen zu nehmen. A. F. Hickl, Pettau empfiehlt sein gut sortirtes Lager an fertigen Wiener Herren- und Knaben-Kleidern, sowie Wlnter-ÜbflrziBhBrn und besonders seine echten, wasserdichten Wettermäntel zu fl. 10.60. C1 a v i e r-N iederlage und Leib-Anstalt von BERTHA VOLCKMAR •Uatlkh ,a»rilfte ClavIarMkwI. 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Er lächelte zufrieden. — und die Hauptsache dabei: Karl, die,er statte Sausewind, der nun seinen Abschied genommen hatte, um,ein Gut zu bewirtschaften, dieser Don Juan, bekam eine reiche nrau, mit dereu Geld er seine arg zerrütteten Verhältnisse wieder ngeln konnte, er bekam eine grau, die ihn an» Haus feffeln würde. Irin prächtiger Gedanke war e» gewesen, diese beiden Mensche» für einander zu bestimmen. Ueber Karl hatte er ja noch ein Machtwort zu sprechen, der mußte ihn, als das Oberhaupt der gamilie, respek-nreen. Ra. und die Junge Witwe, die er seit zwei Iahren kannte, arren erster Gatte sein Kriegskamerad gewesen, die hatte sich ja »inen Eheplänen nicht verschlossen. O. es mußte alles ganz glatt «chen. Und lustig mußte sich.die Ausführung deS Plane» gestalten, denn die beiden Leutchen kanuten einander noch gar nicht, nicht einmal den Namen wußten sie, er nicht den ihrigen, sie nicht den nuien, und sie hatten sich noch niemals im Leben gesehen. Der alle Herr lachte laut auf. Er hatte jedem der beiden Beteiligten magt: Hört mal, ich habe eine gute Partie, eine sehr gute, — >>>r kennt mich ja zur Genüge, — also kommt dann und wann abends zum Thee zu mir, da könnt ihr euch kennen lernen, unv dann wird sich alle» Weitere schon von selbst machen. Und beide naete» zugesagt. Der alte Herr that ein paar tiefe Züge, stieß den Rauch her-a»s nnd lächelte wieder zufrieden und stillvergnügt. Mit einem-mal aber richtete er sich auf, sah auf die Uhr und nun zog sich »nie Stirn in Falten. . »Warum kommen sie den» nicht?" Jetzt wartete er schon eine ganze Stnnde nnd noch immer war niemand 3o> »um Teufel, wollte man ihn denn zum besten halten? Run ist er wirklich böse. Er wirft die Cigarre in den Aschen-l'fclur, legt die Hände ans den Rücken zusammen uud geht mit «u>«en Schritten unruhig hin und her. So etwas war ihm noch nicht vorgekommen. Bon Minute zu Minnte steigert sich diese Nervosität uud endlich kann er nicht mehr an sich halten, er muß jemand haben, an dem er seinen Zorn anslaffen kann. Er schellt also. Ein Diener tritt ein und bleibt an der Thür stehen. .Sind die Briefe, die ich Ihnen gestern gab, auch an ihre Adressen gekommen?" .Zu Befehl, Herr Baron, alles genau besorgt; ich selbst habe »S gethan." Der alte Herr unterdrückt seine Ansregung uud winkt dauu dem Diener zu, da» er gehe» könne. .Verzeihen der Herr Baron —' .Na, was giebts denn wieder?" » .Heute um sieben Uhr sind zwei Briefe abgegeben worden, die ich leider ..." Der Diener stockt. .Aha, wieder mal was verbummelt." wettert der Baron jetzt loS. .Eine heillose Wirtschaft ist das jetzt! Wo sind die Briefe? Her damit!" Inzwischen hat der Diener die Briefe hervorgezogen und über-reicht sie nun dem ergrimmten Herrn. .Gut!' Als der alte Herr allein war, setzt er den Kneifer auf und las die Adressen, doch kunm halte er einen Blick daran» geworfen, als er zusammenzuckte. Ihm ahnte Fürchterliches. denn die beiden Briefe waren von seinen bis jetzt vergebens erwarteten Gästen. S^it zitternden Händen riß er den Umschlag ab, zuerst von dem Brie» seines Neffen, dann las er: .Lieber Onkel, ich kann leider Deinem Wunsche nicht nachkommen nnd die für mich bestimmte Dame heiraten, denn ich werde mich, so arm ich anch bin, nicht verkaufen. Da ich Dir dies bester schreiben wie sagen kann, so wähle ich das erstere. Nur zn gnt weiß ich. daß Tu mein Bestem willst, aber Deinen Wunsch zn erfüllen, ist mir einfach unmöglich, denn ich werde, so leichtsinnig ich auch bin, nur die Frau heiraten, die ich liebe. Und somit kann ich denn heute abend nicht erscheinen, und damit Du auch siehst, daß es mir ernst ist. so will ich Dir alle weiteren Annäherungsversuche unmöglich mache», indeni ich noch heute abend abreise auf unbestimmte Zeit. Verzeihe nnd be-halte lieb Deinen dankbaren Neffen Karl." Der alte Herr warf den Brief hin, »ahm den Kneifer ab nnd ließ sich in seine» Sorge»stuhl falle». „Da» hatte mir gerade ge-fehlt! O, dieser eigensinnige Junge! — Na. warte, mein vttrsch-chen, komm Du mir nur wieder nach Moos!? Verzweifelt dreht, er die Bartspitzen in die Höhe. Endlich schnitt er den anderen Brief ans nnd las nun anch diesen: .Mein werter Frennd. es thut mir aufrichtig leid, aber ich kann zu Ihrem Vorschlag doch nicht Ja sagen. Sie dürfen mir das nicht Übel deuten, dazu kennen wir n»s ja schon zn gnt nnd auch zu lange. Je mehr ich mir die Sache überlege, desto mehr sehe ich anch ein, daß ich meine Hand dazu doch nicht bieten kann. Ihr Herr Neffe, wie Sie mir ja selbst sagten, ist stott und leicht-lebig, und ich glaube kaum, daß ich die Fähigkeiten besitze, einen solchen Mann an den hänslichen Herd z». feffeln nnd dämm ist es wohl bester, wir laste» die»* Projekt fallen. Ich bin noch jung genug und kann am Ende ja anch warten, bis ich selbst den rechte» Mann finde. Sie zürnen mir deshalb wohl nicht, wen» ich heute abend nicht zu Ihnen komme, nnd wenn ich, um einer mündlichen Auseinandersetzung aus dem Wege zu gehe», mich noch heut abend auf mein Gut zurückziehe. Natürlich mir für einige Zeit. Also ans Wiedersehen, lieber Freund, und bis dahin meinen besten Gruß. Dora von Luttnitz." Also gestohen waren sie a»le beide. Na, und nun sitzen sie draußen irgendwo aus de», Lande, der eine im Norden, der axdere im Süden, sind allein, langweile» sich, sitzen mitten im tiefsten Weitage zur IDettauer Teiturrg Verlag von A Blaut« t« P»lt«u». HÜ Schnee, abgeschlossen von aller Welt, einsam und allein aus solchem alten Raubnest — und nur, nm sich nicht zu begegnen. Na. und ich alter Projektriiinachrr stehe da mit langer Nase. Es ist, um in» der Haut zu fahren. Na, das soll mir aber eine Warnung sein — einmal und nie wieder. Er schellte wieder, und wieder kam der unglückliche Diener herein. .Meinen Pelz nnd dann den Wagen, ich will in den Klub." .Entschuldigen der Herr Baron — aber ich habe ja schon ge-deckt - stotterte der Diener ,To decke» Sie wieder ab." « » Im Schlosse Luttnitz herrschte große Aufregung. Eben war ei» Telegramm dcr Baronin angekommen, worin dem Schloßver-ivalter Befehl erteilt wnrde, sofort den rechten Flügel in Ordnung zu bringen, in wenigen Stunden werde sie. die Baronin, mit vier Personen ankomme» nnd für einige Zeit Aufenthalt hier nehmen. Der Benvalter, ein im Dienst ergrauter Beamter, verlor sast seine (Geistesgegenwart, so überraschte ihn diese Neuigkeit. .Mitten im Winter kommt die Baronin hierher? EI, da mnß envaS Außer» ordentliches geschehen sein!" so kombinierte der alte Mann, aber eine nähere Erklärung fand er nicht. Nun ging's an die Arbeit. Es wurde schnell gelüftet, geklopft, gebürstet und gefegt, immer Trepp' ans, Trepp' ab. Da« ganze Personal war auf den Beinen — hier neue Gardinen, dort frische Vorhänge, Portieren wurden angesteckt, die Teppiche gelegt, dann dir Zimmer geheizt, au» dem Gewächshans schaffte man Palmen in den Borsaal. Dann wurden von grünen Tannenreisern schnell ein paar Gewinde hergestellt; die kamen über die Thür. Die Treib-Häuser mußten die besten Blumen hergeben, denn die Baronin liebte Blumen in ihren Zimmern, nnd so waren viele Hände be-schästigt, um in aller Eile einen freundlichen Empfang vorzn-beteiten. Und da. mit einenimal, während die Leute noch bei der Arbeit waren, fuhr die Frau Baronin schon in den «chloßhos ein. Aber die Baronin lächelte dem Benvalter freundlich zn, schüt-telte ihm die Hand, dankte ihm und allen anderen für den ge-planten herzlichen Empfang, nnd dann eilte sie ihren Gemächern zu. Und oben erholte sie sich rasch von den Strapazen der Reise. Lisa von Geinmingen, eine Waise und eine alte Schulfreundin der Baronin, war anch mitgekommen, um der Schloßherrin Ge-sellschait zu leisten. Die beiden Damen waren jetzt im blauen Salon, dem Lieb-lingSraum Dora«, und während die Baronin sich'S in ihrem weichen Polster behaglich sein ließ, stand Lisa am Fenster und blickte hinanS ans die vom Mondlicht beschienenen endlosen Schiieeslächen. Das lag da vor ihr, wie ein riesiges, weißes Tuch, kalt nnd starr, leb« los, nnd wie ein leiser Seufzer entrang es sich ihrer jüngen Brnst. .Run, Schah, Du stöhnst doch nicht gar?" begann Dora, »oder packt Dich schon jetzt daS Heimweh nach der großen Stadt?" .Heimweh ist es wohl nicht, aber es kommt mir hier alles so entsetzlich öde vor." .O, daran gewohnt man sich sehr bald, sage ich Dir, in acht Tagen hast Du die Stadt vergesse»." .Glaub's kaum. Sieh nur diese endlosen Schneeflächen. Mich fröstelt'S bei dem Anblicke." .Ich aber liebe die Einsamkeit. Hier kommt man wieder zu sich selbst, hier kann man Rast halten. Hier kann man sich wieder als Mensch siihlen, denn hier ist man ja allein, allein mit wenigen lieben Freunden, .allein mit der Natur. C, Du sollst dies Lebe» erst keime» lernen! Diese einsamen Schlittenfahrten. Wen» Dn so dahinsansest über den knisternden Schnee nnd ringsherum ei» ewiges funkeln und Glitzern uud ringsherum Ruhe, wunderbar heilige Stille, und über uns die klare, blaue Lust — o, ich sage Dir. da erst fühlt man, wie schön, wie herrlich die Welt ist!" Dora war ausgestanden, zu der Freu»di» a»S Fenster getreten nnd hatte diese umfaßt. .Und Sand anfs Herz, Dora, darum, allein nur darum bist Du hierher gekommen?" .Schelm, Dn!" lachte die Baronin auf. .mußt Du de»» wirk-lich mein Geheininis erforschen?" .Also hatte ich doch recht?" — Lisa legte den Arm um die Freundin — .so beichte." Dir beiden gingen Arm in Arm zn de» Sesseln, dort ließen sie sich nieder, eine Sekunde noch schwieg Dora nnd schallte wie träumend in die Glut des Kamin», dann blickte sie auf, schalk-haft und neckisch. .Run ja, Du sollst es wissen!" begann sie. .ich b'n geflohen, so plötzlich, ohne alle Borbereitung, weil.. .Weil — ? Du zögerst--" .Weil man mich heirate» wollte. Ist da» nicht köstlich?' .Aber D» bist doch Herrin Deiner Hand nnd Deines Willens," entgegnete Lisa. .Ganz recht, aber da ist der alte Baron von Wnlffen, ei» 3 timus meines seligen Gatten. Du kennst ihn wohl auch?" Lisa nickte. .Ja, ich entsinne mich." .Nun denke Dir, dieser alte Herr hat es sich in den Kops (i setzt, mich wieder uuter die Haube zu bringen. Du staunst? rV mein Kind, ich that daS zuerst auch, aber was der alte Handen, sich einmal vorgenommen hat, das führt er auch durch. Stil unterbrich mich nicht, erst sollst Du alles wiffe». Also, der wi mich verheiraten, und zwar mit seinem Neffen, einem Mann, dn ich nie gesehen habe, dessen Name» ich nicht einmal kenne, vi> dem er mir aber gesagt hat. daß er ei» stotter Bursche gewese! daß er fast sein ganzes Geld dnrchgebracht habe, und daß er n», heiraten müsse, um sein Gut übernehme» zn könne» Ich sül,.> mich zu diesem RettnugSwerk nicht berufen nnd schrieb dem alt, Herrn das." Lisa schwieg uud sah iu die Kaminglut, dann frug sie, was di, Freundin von dem Heiratskandidaten wiffe. .Nichts! Der Baron sagte mir nur. daß er irgendwo. ii glaube am Rhein, bisher al« Offizier gestanden, daß er eben seiini: Abschied genommen habe, und nun heut abend zurückkomme, »i in ein paar Tagen nach seinem Gnt weiterzureiseu.". »Nun werde» wir uns . r ver' >zen, uns vergraben in (Si und Schnee und ausharren, 's d 've Herr Better wieder so> ist, eine heitere Aussicht!" .Aber, ich sagte doch, SRin neu, daß wir uns hier ga» prächtig unterhalten en." .Wir allein? zwei uen? — i.a, das kann nett werden!" .Erlaube, wir haben auch niännliche Unterhaltung, da» hei«', wir werden sie habe». Der neue Hauslehrer Kurt» kommt nort. heute abend, ich habe schon einen Schlitten zur Station geschickt, der ihn abholen soll." .Pah, ein Lehrer," schmollte Lisa, .wenn'» noch ein Lieutc nant wäre!" .Oh, der Doktor ist mir sehr warm empfohlen." .Wie, Du kennst ihn noch gar nicht?" .Aber nein." .Na, da bi» ich aber wirklich begierig," scherzte Lisa weiter .wenn'S nur kein Bücherwurm ist!" .Hoffen wir das beste. Still, fährt da nicht ein Schlitten an? den Hof?" Im Nil waren beide am Fenster. »Er ist e» wirklich schon!" jubelte Lisa ans. .Aber er steck' so in seinen» Pelz, daß man nur die Nasenspitze erkennen kau» • • Unten im Schloßhof war Karl von Galten eingefahren. Sc' bald der Schlitten hielt, stellte er die Frage, wer der Besitzer de Schlaffes sei. .Die Fran Baronin erwarten den Herrn Doktm bereits," sagte der Diener, der Karl durch das Bestibül geleitete ..Den Herrn Doktor?" fragte Karl erstaunt. „Ja. aber ick muß die gnädige Frau —" „Gewiß, Herr Doktor, sofort — nur bitte, möchten Sie iiirtr erst ein wenig Toilette machen? Ihre Zimmer liegen dort." Karl wußte nicht, was er dazu sagen sollte. Ohne Zweifel Inu hier ein Irrtum vor. Aber er war nun einmal hier und bediirsi« eines Uuterfchlupf». Er trat also in die ihm angewiesenen Zimmer und mach: Toilette, so gut es ging, um dann bei der Herrin des Schlöffe sich zu entschuldigen. „Na, dies Gesicht, das mir di« Gnädige machen wird, daran' freue ich mich schon jetzt," lachte er, während er sich von den Strn pazen der Reife erholte. „Es ist aber anch zu toll, daß ich da Telegramm an meinen Verwalter verbummeln mußte. Irnmr spielt mir mein Leichtsinn Streiche. Hatte ich nun nicht dies, Kutscher an der Station gesunden, so wäre mir nicht» übrig ,k blieben, als die fünf Meilen nach meinem Gute zu Fuß zurück zulegen. Wie ich das bei dem Schnee hätte ausführen fallen, ma unser Hergott wiffen." Es wurde geklopft nnd der Diener r schien wieder „Weitn der Herr Doktor nun so weit sind, dar läßt die gnädige Iran bitten." K«ri nickte nnd der Diener ging voran. Als der Reisende in den Salon trat, fand er die beiden Dame die ihm einen leksen Ausruf der Ueberrafchung entlockten. Bei waren schön und anmntig. „Seien Sie mir willkommen, Herr Doktor Müller," bega> Dora, „Fräulein von Gemmingen." Karl verbeugte sich. „Verzeihung, meine Gnädigste!" sagte > „aber um von vornherein einen Irrtum aufzuklären: Ich bin nie' der Doktor Müller." „Ah!" kam e» nun von den Lippen der beiden Damen. „Karl von Saiten," fuhr er fort, „der durch einen Znsall die Lage kommt, Ihre Gastfreundschaft in Auspruch nehmen müssen." -♦-4 151 .''Mi y ' «► ?Uly» Weiter t» Rolhcnb»rg fl. ». Iflnbtr. |«lt Z((t.) 152 Immer erstaunter worden die Gesichter der beiden Damen; Dora aber beherrschte sich und bat den Fremden, Plav zu nehmen. Nachdem man sich niedergelassen hatt«, begann Karl zu er» zählen: „Mein Gut Waldeck liegt fünf Meilen von hier, ich wollte heute dahin, hatte den Nachtzug benutzt und erwartete nun meinen Kutscher an der Station, aber ich wartete vergebens, denn ich hatte bai Telegramm an meinen Verwalter nicht abgeschickt. Im Dränge der Geschäfte, die mich erst heute abend in die Stadt führten, mub ich ti wohl Überfehen haben. Ich kam also an, war der einzige Passagier, der an der Etation den Zug verlieb, und fand meinen Wagen nicht. Da erst entdeckte ich meinen Irrtum. WaS nun beginnen? In dem kleinen Stationsgebäude fand ich kein Unterkommen, tm kalten Wartesaal zu verweilen bis der Tag anbrach, be» hagte mir auch nicht und so blieb mir denn nicht« andere» tlbrtg, als die fünf Meilen zu Fuß zurückzulegen. Da eben, als ich gehen will, tritt ein Kutscher zu mir — Ihr Kutscher, gnädige Frau — er fragt mich, ob ich der Serr sei, der nach Luttnitz wolle. Dieser Name klang meinem Ohr völlig fremd, denn ich war seit drei Jahren nicht tn diese Gegend gekommen, und auch früher habe ich die» fen Namen nie gehört.' »Dies ist leicht erklärlich/ warf Dora ein, .die» Gut hieß früher .Karolinen» thal' vor »wei Jahren, al« mein Mann sich hier ansiedelte, erst da wurde d«r Ramen»w«chsel vorgenommen, ich bitte, fahren Sie fort.' Karl sah die Dame an: immer mehr bewunderte er ihren Liebreiz, sie war ein» fach entzückend. »Na, ich mache also keine Umstände und steige in den Schlitten. Die Haupt-fache war mir, nur erst unter Dach zu kommen, alle« andere würde sich dann schon arrangieren lassen. So bin ich denn mit Ihrem Fuhrwerk hierhergekommen und bitte zuerst um Verzeihung und dann um die Erlaubnis, mit demselben Gefährt jetzt in meine Heimat übersiedeln zu dürfen ^ denn wie «ch von dem Kutscher herausgebracht hab«, liegt mein Gut nur wenige Meilen von hier.' Damit erhob er stch und «achte eine Bewegung nach der Thlir hin. .Gern. Herr von Galten. Bitte, verfügen Sie über da» Fuhr-werf, bevor Sie aber fortfahren, werden Sie doch gestatten, tat lch Sie bitte, »um Abendessen unser Gast »u sei».' («mit f.iit) nc\ u/r/, / X» -> r ein .Darf Ich «t- einstweile» »it ttu|U ■■ttrtallniV* r julcl ii : »lauft, hin so b«i lM«a gaa«ra Sog Blatptni !* Bester IBcvtl«. ©ras: ,«l« Ich mich um X>tin« Hand bewarb, glaubn i* bestimmt, »Ixe ffrau mit bescheidene« «»spräche» z« bekomme»?» — (Braun; ,JJun, habe ich etwa Deinen Antrag nicht an«e«o»mn 7* Kitt» »reahische» Irinkrecht. «« bestanb boxt», baft ein jeder «rnife der »Ine» Dentschen zngetrunte». unb Im v«ch«r Ml auf den «rund a«l«ri hatte, «lebe. von srisch«m »»fange», ober wen, er flch befle» w«I,»rt» de» «ops verlieren sollte. „ entstanb an» folgender Veranlassung T(» wäre« von gl»henbem Hass» gegn Ihre freiabn vebriinger erfüllt, »nd weil sie oft ber Uebermacht welch»» »übten. »ahnen fl» zur Lift Ihr, Anflicht, »nd mischten »Ist in die V»ch»r b«r Deutschen. Um diese» ,» v». hüten, soll der Hochmeister b«* fcwtschmCrb, -f Siegsried »an Feuchtwon,en, diese« »«setz gegedea hab««. ?p»ter fl«l blos» Ursache weg, zam Scher» aber »«hielt man bi» »ew-hnheit bei. L, «i. D»«»fer. g«»„,s»,l«! .Heu- ilt wieder gar alcht« genieß»«!' — Btrt: .2t, find et«* »erwiihnt i heirate» »e «inmai und kommen Sie »ach zwei wonaten wieder' , » ko»»«r .Rft^tin tst »l.e gar luftig nah hübsche ktodt, ll«gt hoch, Horns einer Crttn ti« tl«f Ihol. darin bat «äffet Tauber genan.t. hero»f!n|t - Du» fl» «ft ein fruchtbar»» «öd». b«t «ri« «ob »orn genug trägt «nd da» »*f. Cd bericht« «»aftian »klnfter i« seiner »°»»ogra»hit vom Jahre 1644. 6c gar luftig «ab friedlich ist e, nun auch ,u Zeiten «ebastian «»»st«, nicht immer w «-tzt»»ur, htro«. i,°ng»n R-thnbnrg war |«H«t ei«e seht streit»«« »wdl. »erging doch »um «eis»iei lndem Zeitrot» ».« 1400 bt« U60 Mb einige» Jahr ahne «dsagebeitf, A«hbe «nd Utbetfall. Oft fl»b bt» Rith««bnrg»r au» biesen btsimbtrt uatrr lh»«« Blrjtr-»«ift« Heinrich r-vpler «der e« tft bn alte« «elchiftobt anch recht schlimm SySSUK? f" ^"wmft- im brriUajahrlgr. »ei«»., dessen etfu fen«. sich ttijwrist I« den ttsluern Wothrtiburgl abhielte» «uftav «bolf selbst la«ert» IMiat «ii s«inem Heere In ftothoataia. da» mit ««f sei« Betreib?» bet der evangelisch«« «acht an»harrt» «ab 16*1 d«m Lechjlaer «unb» bet-S» »»p-«»« »SSI taite Mi «tobt bo«« M« ben ftaifeHtch,* ix. Ia«rrt, l»lst»t» obtr tapfern «(betftoab, Hl »Ultz. »u ber «chl^chi bei Lei»,«« j»rßckk»hrenb. bn v«la^r«rn »» Hilf« ha D«b anch bo «och woll-tea bi« '«Ps»rn »»rger vn «vbi», «tch» »relßig «tnnbn wnrbe txujtnm ««»mpft. «ab «ft al« d.rch »|B»„ glockselige. Zasall der W.7d«tan. i« bl.Laft fi», «.» babarch ei.e «resch» gelegt wird«, bi« «ich» mehr ,« haltn war. erfol,«, bi« llebergabe ber Stab», bo« ber ei« alte« »olkllieb berichtet: Sä; Seialgaag Neiaer »«alle aab Ri»rc. Qia Nein« Kanäle «ab KSHren bo« •chrant im» Schlamm »» rtiaign, wirb b« «ipsel ei.e« «obelhol^anme» darchg»j»gn. «a. ll^i be» «asser «»erst ei«, »ng«st»»ft, Al.sche du,». Ich^aua^ n wetch« ^a nts»«chnb lan«« »iN»fo»«a »«festigt ist. «ttelft dies«, vi„d. sabn« zieht mao ba«, ei«» «triit b»rch. an wcl 4«» »»«et»«den bnrch^zogen wird U« >««tft, .«» «trt.n. G«w4ch»h^ui^7 «a» »ist»e«t«a,a v«r«n«»n. W»h«»g»»»is» t" 5T!*11»!?' *• '■ ***** «»»lichk.it baich bU fftng» uib»«a»«i w«rbn «an», lach, m ~ ^ ^ ... wo« bi» «efter oaft»|labn, M» mit h.ii«, Pottasch«. od«r «obolbsaao, °d«r »I« einer «dkvch««, p»« »trmutd udtr von ^»(ättern, mit «oew-fler ob« heize» «eifenwoss« b«goU»n »„ o^9" M» «awifn nach, lab«» »aa eine gesättigte Lb!»»a "»b "«t'-lch» »b« eobo ia «öfter an,gi»,t. od»r »in m,U ortift« ».misch von Z«ck«r ««b Pottasche aatftrnt. »er Z«««r lotst die «meisen oa. Wt davon fressen a b kerbe. Die gleiche« »inst» »mich:,, «i« gut »«rrleden»« »«misch oa« «treazncker «ab H«f». (ttx Oetmicm.) «k^iichoa. «tlberrttsel. »ÄLR« b«nl Bert u bU> den »ie Vnfano«-bnchftoden b«, iich» t<« jrtnntWTKn «tu. n WtlR eraebn In anderer «rihni» s°l«e den Kamen ein«« BUMIngMIdi» «er» bMn »en t» Ichctt ».«Her. Wirfei. 8m hoUe, aa. &»3i«ir. HomiaiM. SatJarMo« Ia betr Regel scheint 8« lein b«m «in» Ich»nN»»., Zchiat, doch sarbl»» mirftMlt m» -chter «nid. »an» sind«. «. «oot. ]L «BfUf.n« solGt ta ----' MI IM, I «tl»d«ra nn mif «acht. ------1 »el>«ch unb »eschrel. «(( ob da« Helf unUnnlg )e(. »« war erlsluCt auf Wer «tiind' An »ISndern, in.» ieber kn»nt' — f. ». ^«"kere AUuftrotion zeigt do» «.bringn der lillh'sche» »eltn In bi» ^taot und otf letzte verzweifelte Gegenwehr der tapfere« NothendReger. «. «aslßfa»« b«« «no^raam»» «» urlzn fhtararr: _S-se Iteis» fr-taw «bette); Och, Mi «echte ■•(•»kalte«. «»rantwartlich» ■ebofttn M »rnst «[»Ist«, atOnxn von »««>»,r * «teilt«» I« Centtoart