Mbacher IMm. Nr. 184. fi. ü, halbl N. e> «) Kür die .^uficll»», !n» Hau» bald, s>« ll Mtt sfs P»st „an,i, sl. ,,->, h,ilk>,, fi 7 5« Freitag, 20, Juli. Just»», o«»«tbU h»: y»r Ne<>« 3«!e»««e bl« z» Wifdnyolnnge» p». Ztür 3 li. 1877. Aültlicher Theil. 3e. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom I I. Juli d. I. dem Bürgermeister Bartholomäus Nußdorfer zu Ebersteln l'l Kürnten inAnerkennung seines vieljährigen verdienst, lichen Wirkens das goldene Verdic«sllreuz allergnüdigst zu verleihen geruht. Nichtamtlicher Theil. Die militiirijche Lage im Nallau. Dcr Balkan-Uebergang derRussen bleibt ^s Ereignis der Woche. Derselbe gewinnt umsomehr Bedeutung, als eö sich allen einlaufenden Meldungen zufolge nicht blos um einen lecken Zug russischrr Eclai« ^urs, sondern um die Operation eines ansehnlichen ^orftö handelt, dem die Aufgabe zugefallen ist. wirksam >'e zweite Hauptstadt des türkischen ReicheS z„ bedrohen. <>on comp^tenter militärischer Seite erhält die ..Pol. «r»rr." die folgenden, für die Veurtheiluug d r militü. r'schen Situation auf dem bulgarischen Kriegsschauplatze werthvollen Betrachtungen: Durch das Vordringen eines Nrmeecorps nach Ienl Saghra haben die Russrn entschieden einen strate-glschen Erfolg davongetragen. Sie sind dadurch nlchl nur Herren aller Gallanübcrgänge zwischen SUvno und Ka> zanlil geworden, da schon das Erscheinen überlegener fnndlichcr Kräfte im Rücken dieser Ucbergänge die Be> sllhllngen derselben zum Rückzüge veranlassen dürfte, sondern sie haben auch die ^ückc zwischen dem linken Flügel der Türken und dem Gros ihrer Armee erweitert, welche mit dem Ucbcrfchrciten dcr Donau bei Sistovo begon« "e.l. und bedrohen von Ieni Saghra aus den Rücken dlejes Gro« ln verhängnisvoller Weise. Die Russen haben die zweite große Vertheidigung« Barriere der Tür. len durchbrochen, sie stehen auf der sogenannten ..inneren ^lnle" und können, insoferne sie mit dcr bisherigen Ge» lchicklichklil operieren, nunmehr Abdul Kerim Pascha zwingen, sich entweder mit verkehrter Front zu schlagen, oder — sich in sein FestungSvlereck einschließen zu lassen. Alle diese Vortheile, welche die Russen durch den in "itde stehenden strategischen Erfolg erlangt haben, wür« ^n sich indessen als wcrthloS herausstellen, wenn eS den Russen nicht gelänge, sich auch taktisch ihrcm Geg. ner überlegen zu erweisen. Das Verhältnis der Kräfte der gegen einander operierenden Armeen ist wol zur Genüge bekannt; man «nnt nicht nur die Stärke der Eorps, ihre Komman-oanten und so ziemlich die Oertllchkeiten. in welchen sie sich befinden oder be»«gen, sondern auch die Daten, welche die Journale von ihren Berichterstattern dies» bezüglich erhallen, dringen noch tiefer in die Details der betreffenden Heeresoerhällnisse ein. Bon letzteren ist allerdings vieles mit Vorsicht aufzunehmcn, einmal, weil es nicht immer der Wahrheit entspricht, writers aber, weil je nach den subjeclivcn Sympathien für einen oder den anderen der kriegführenden Theile die Thatsachen nur allzu oft im Sinne der erwähnten Neigun» gen corriglert werden. Zur eingehenden Würdigung der russischen Offcnsivnperationen gegen Icnl Saghra er» scheint es demnach unerläßlich, die am Balkan operie-renden Kräfte neuerlich sich gegenwärtig zu halten. Die Türken haben in dem Dreiecke Rustschul» Turtukai.Schumla etwas über 100,000 Mann. in dem Dreiecke Silistria.Medschidieh.Varna gegen 50,000 Mann. am linken Flügel bei Widdin, Nisch, Sofia und in den Ballanpässen bis Kazanlil ungefähr 70,000 Mann, die aus Albanien kommenden Verstärkungen mit inbegrissen. Endlich bei Ndrianopel und auf dem Wege dahin 10,(100 Mann. Die gcsammlc türkische Streitmacht beträgt un» gefähr 2W.000 Mann. von welchen 150.000 Mann im Flstungsviereckc stehen. Die Corps dcS linken Flügels haben von Widdin und Nisch bis Icni Saghra und Tirnovo fünfzehn starke Märsche, welche sie bei den besten Chausseen und unbelästigt vom Feinde nicht vor 20 Tagen zurücklegen können. Auf sie ist demnach zu» nächst nicht zn rechnen. Das Eorps von Adriaiwpcl m»ß diesen wichtigen Punkt und die Straße nach Kon» slanlinopel sicher». ES verbleiben also nur die Truppen t>es 3rstungsviercckes, welche bis gegen Ende dieses Monates entscheidend eingreifen könnten. Von diesen sind für die vier Festungen und für die Donaustrecke Si-listria.Rllslschul je I0,e Weise die Feindschaft der Mollie« zuzog, sonntt bti jeder Gelegenheit seine« Todes gewärtig sein. Die Mörder zur Veranlwortung zu ziehen oder sie zu btstrafen. blieb unmöglich; denn die Molly Maauire ebensowol als die vorhergegangene Vuckshol.GeseNschast war eine Verbindung, die einen specifisch nationalen irischtn Kharaller besah, nur Irländer als Mitglieder ausnahm und, wie sie in der That ein Wiederaufleben dcr berüchtigte'. „Vanomänner" Alt»Irland« auf ame-rilanischem V ^den war — sogar der Name «Molly Maguire" trat ichon im vorigen Jahrhundert in Irland auf — so ourdl aach die nlue amerikanisch« „Molly Maauire'Cicstllschaft" von der gesummten irländischen Bevüllen'ng als eine religiöse und patriotische Verbin, duna angesehen, deren Ausgabe c» war, nach angestammter irischer Sille mit Meuchelmord, Steinen und Knütteln den Kampf gegen die verhaßte sächsische Nasse zu führen. Die irische Bevölkerung in diesen Kohlenregio» nen ist aber außerordentlich zahlreich, indem. Dank solchen Vllbrüdcrungen. jcde Concurrenz anderer Naliona-lilältn und Individuen, e« mühte denn sein, bah sie in organisierter und verlheldlauna«fähiger Masse sich ein» zufühien und zu behaupte» verständen, unmöglich rüchle, dah d«r Minifterrach in Abwesenheit des Her« zog« D^cazes auf das Datum vom 14. Oktober für die allgemeinen Wahlen zurückgekommen wäre, nicht Notiz nehmen mögen; es wird uns aber jetzt bestätigt, daß es Herrn v. Kourlou in dem gestrigen Conseil gelungen wäre, Herrn v. Mac Mahon für dieses Datum zu gewinnen, worauf sich General Verthaut und Herr von VrogUe de« Nachmittag« einer nach dem andern in« Elysöe begehen hallen, um dem Marschall noch einmal die Nachchcile tines so langen Aufschubs darzulegen. Der Marschall soll durch diese Vorstellungen wieder in seinem Entschlüsse stark erschüttert sein, zumal er oern Herzog Dücazes vor acht Tagen beinahe fest versprochen hatte, die Wahlen schon für die «rsten Tage des September auszuschreibcn. Morgen soll nun der Herzog Dscazes wieder von dem Präsidenten der Republik gehört wer< den. Ihm allein liegt es ob, dem Herrn v. Mac Mahon bestimmt zu erklären, daß Frankreich einer grausamen Demüthigung ausgesetzt wäre, wenn die Wahlen erst im Oktober vor sich gingen. Der Herzog D6cazeS weiß, daß wir hier nicht in den Wind sprechen und versteht, «as wir sagen wollen." In einem legitimistischen Blatt von Toulouse — de« «Echo de la Provence" — richtet der Senator von Franc lieu an den Minister des Innern ein offene« Schreiben, in welchem es heißt: „Sie haben zu Präfecten fast ausschließlich Männer gewählt, die zu allem entschlossen sind, um uns unter das Kaiserreich und unter die Herrschaft der brutalen Gewalt zurückzuführen, deren Erfolg doch niemals von Dauer ist. Glauben Sie, daß ein solches Verfahren die Kraft besitzt, alle wahren Katholiken und alle wahren Royalisten um den Präsidenten der Republik zu scharen? Ich begreife vollkommen, daß man sich zu so extremen Mitteln entschließt, wenn man um jeden Preis siegen will; aber dann dürfen Sie auch nicht mehr versichern, daß die Achtung vor den bestehenden Institutionen die unwandelbare Grundlage Ihrer Politik ist. Der Wider-spruch ist zu schreiend, als daß man Ihr Wort ernst nehmen könnte. Ich glaube Ihnen im Namen aller wahren Royalistcn und aller wahren Katholiken sagen zu können, daß wir die Republik noch dem Kaiserreich vorziehen, weil die Republik im besten Zuge ist, ihr eigenes Verdamnmngsurtheil zu sprechen, während in den Augen der Unzähligen, welche Furcht haben oder nicht vor sich blicken wollen, das Kaiserreich als eine schützende Zufluchtsstätte erscheint, da es doch in Wahrheit nur ein Trugbild der Erhaltung ist, den tiefen Ab> gründ verhüllend, in den es uns schon dreimal gelockt hat. Binnen heute und drei Monaten wird es dem Ge< spenst des Kaiserreiches schon gelungen sein, alle wahren Freunde des Vaterlandes gegel< Sie zu vereinigen. Ich wiederhole Ihnen, Herr Minister, Sie sind leine Retter und werden auch niemals Retter sein. Diese Erwägungen machen u»ü in unserem Wahlverlehr mit Ihnen das größte Mißtrauen zur Pflicht, und wenn Sie darauf bestehen, die offiziellen Kandidaturen des Kaiserreiches wieder aufleben zu lassen und die Kandidaten selber be< zeichnen zu wollen, statt sie in jedem Departement von einem aus Vertretern aller conservative» Schal lierungcn bestehenden Centralcomitü auswählen zu lassen, so wird es meines Erachtens für jeden Katholiken und jeden Royalisten auf das dringendste geboten sein, Sie mit allen Waffen zu bekämpfen." > Neueren Meldungen zufolge wird sich Herr Thiers im August, wenn die politischen Umstände es gestatten, auf einige Zeit nach Dieppe begeben, wo der italienische Botschafter General Cialdiui gleichfalls zu einem mehrwöchentlichen Aufenthalte eintrifft. Politische Uebersicht. Laibach, 10. Juli. Gegenwärtig befinden sich fünf österreichische Minister auf Urlaub, und zwar Baron Wasser und de Pretl« tu Wartender^, Dr. Glaser ln Gasten,, Graf Mannsfttd in Ostende und Dr. Unger in Vllde«. Die Geschäfte de« Ministers des Innern besorgt der Mmi« sterpräsioenl Fürst Uuersverg, welcher in dringenden Hallen auch den Finanzmiliister vertritt. Die Leitung seines Ressorts führl Barvi, Prelis von Warlenberg aus. Der Iustizminister wird durch den UnlerrlchlSminister v. Slremayr und der Ackcrbaumlmslcr durch den Han< delsmimster Ehlumecly vertreten. Von deutschen Blätter,, wird gemeldet, daß die Befestigungen Slrahburgs um ein vierzehntes Fort oer» stärkt werden sollen. Die Errichtung olsselben soll sofort in Angriff a.t!,ommcn werden. Die Festsetzung des Tages, an welchem in Frank« reich die Neuwahlen für das Abgeordnetenhaus stattfinden sollen, bleibt bis zur Rücklehr des Herzogs D6. cazes, der seinen Aufenthalt in Salins um einige Tage verlängert hat. in der Schwebe. Desto eifriger sind die reaktionären Organe beschäftigt, sich gegenseitig zu befehden. Der bonaparlislische „Ordre" droht den Roya« isten mit der Aufstellung eigener Kandidaten. Inzwischen hat der bekannte Bonapartist Tristan Lambert noch vor dem Erscheinen der offiziellen Liste sich in dem Wahl-bezirke Fontaincbleau als einziger von der Regierung patronisierter Kandidat vorgestellt und dabei die offene Versicherung abgegeben, daß er nach Ablauf des Sep-lcnnats mit allen Kräften für die Wiederherstellung dcS Kaiserreiches eintreten werde. Im royalistischen ttager herrscht über diese Enuntialion eine ungeheuere Aufregung, so daß Herr o. Fourtou sich gezwungen sah, das bereits erwähnte telegrafische Rundschreiben an die Präfccten zu erlassen. In italienischen Regierungskreisen werden die Journal Meldungen über die Intentionen Ilaliens, in die Orienlfrage activ einzugreifen, in Abrede gestellt. Das italienische Kabinett denkt keineswegs daran, eine active Haltung einzunehmen, welche Ilalle» von den andern neutralen Staaten zu trennen vermöchte. Die englische Presse bemäch! igt sich bereits in ein-gehender Weije des für sie hochinteressanten poliiischen Stoffes, den der Balkan.Ueberaang der Russen ihr ver< schafft has. Der „Standmd" erklärt, Eiland wcrde einer Bedrohung Konstantmopel« geaenüber nicht passiv bleiben und eine Besetzung desselben nie zugeben. „Daily Telegraph" meint, das Interesse Englands und der anderen Mächte erheische es, dem weilcrn Vortninaen der Russen gegen den Bosporus entschiede" ent^egeuzuire'en. Auch nur eine zeitweilige Besetzung Konsta, lil'opcl« durch die Russen würde ein tödllichcr Schlag für England sein. Die ..Agenrc Russe" bezeichnet die Meldungen über angeblich von den Russen begangene Grausamkeiten als unbegründet. Die Diszipliu in der russischen Armee wird strenge gchandhubt. Das russische Mensch lichtcilsgefühl weist jene Beschuldigungen zurück. Die türkische Bevölkerung ist in vielen occupicrlen Orten, namentlich m Balal, verblieben und wird von den Rus' sen auf vollkommen gleichem Fuße mit den Christen behandelt. Vcven und Eigenthum ccr Muselmänner wer« den ebenso geachtet wie jeneS der Christe,,. — Die .Pol. Korr." dementiert ii, entschiedenster Weise die Versionen über die augeblichcn Bemühungen Rußlands das serbische Gebiet, wenn auch nur als Verpfl^östraßs. in sein Kriegsoperationsterrain ciuzubezichcu, sowie auch Meldungen eines Wiener VlalleS, ein höherer rus« sischer Offizier werde in ciuer Speziallommission in Wien erwartet oder sei bereits dort eingctiuffen. Bei den Ergäüz»ngswahlen in Serbien sind dic Führer der Raoicalcn: Voaosaljcoii. MilovanoviV, der Chef der konservativen: Miljutin Garaäanin, und der Großgrundbesitzer Topuzovic durchgcfallcn. Das M<"^ sterium sicgte in l8 WalMjirle.,, die Opposition ln l7. Dlc wiedergewählten Oppositionellen werd«n wahrscheinlich ihre Demission crncucrn. Die Rcgicru"g verfüg über 108 Stimmen. Die griechische Kammer wurde nicht geschlossen, sondern bleibt der auswärtigen Verhältnisse w,gcn bis September beisammen. —Sämmtliche Reservisten, Extra-Reservisten, Urlauber, Freiwillige und Nalionalgarden wurden einberufen. Das Hauplquartier des Fürsten von Montenegro wurde nach Sliolje, ein halbes Kilometer von Nilsit enlscrnt. verlegt. Vorgestern wurde der Feld-tclegraf nach Planica expediert. Heule müssen die letzte" Beurlaubten bei ihren Bataillonen eintreffen. In einer offiziellen Kundmachung der türkischen Regierung an die Beoülterun,, Ko»stai,linopels. die er-folg!« Ueberschreilung des Balkans bei Ha!m Vinyls durch die Russm mittheilend, ermähn! die Regierung da« Voll zur Unterstützung der Armee und zu ruhlger Ot' «ndere Leute wurden bestellt, diese Vollstrecker auf ge Helmen Wegen zum Orte der That hin zu geleiten, ihnen das Opfer kenntlich zu machen un) nach geschehener That ihr sofortiges Entkommen zu sichern. Auf diese Weise und der unbedingten Sympathie der gesummten irischen Bevölkerung sicher, während die anderen Elemente, zum nicht geringen Theile deutschplnnsyloanische Gauern, unter sich nicht zur Abwehr verbunden und uneins waren, übte die Molly Maguire eine Reihe von Jahren so' gar in politischer Beziehung einen so großen Einfluß au«, daß sie ihre Führer in den Besitz wichtiger N«. waltung«« und Richterstellen zu bringen imstande war. Franklin V. Gowen, der Präsident der Reading Eisen bahn- und Kohlengtsellschaft, dessen Energie hauptsächlich die Verfolgung der Molly Magulre zu danken ist, behauptet, daß der gegenwärtige Gouverneur Pcnnsyloa niens, Hartranft, selbst solchen Beziehungen durchaus nicht fremd gewesen sei. Die fünf großen Eisenbahn« und Kohlenbau'Gesell-schaften, denen fast die sämmtlichen Bergwerke dieses Distriktes gehören und unter denen die Philadelphia, und Reading-Eompagnie die bedeutendste, hatten nämlich geraume Zeit der Schreckensherrschaft der Molly Maguire ruhig zugesehen und sich durch Erhöhung des Preises der Hartlohlen, auf welche sie ein Monopol besitzen, für die der Mollywirthschaft entspringende Steigerung der För-derungslosten mehr als entschädigt. Nach der Geschäfts-lrisis von 1873 aber fiel der allgemeine Bedarf an Kohlen so sehr, daß die hohen Preise des Monopols nicht länger mit Portheil aufrechterhalten werden konnten. Dies zwang die Gesellschaften, ihre Interessen gegen die Molly Maguire energischer als bisher zu vertreten. Sie errichteten eine starke Bergwerks.Polizei auf eigene Kosten und schmuggelten mehrere Geheimpolizisten in den Orden ein, denen es gelang, die innere Organisa lion desselben zu ergründen. Eincr von diesen Geheimpolizisten, Mr. Parlan, der im Jahre 1874 eintrat, schwang sich sogar zu einem Sitze im Eenlralausschusse der Molly Magnlre auf. Die ganze, fast militärische Verfassung des OrdenS, der seine regelmäßigen Parolen und Erkennungszeichen, höhere und niedere Offiziere, Rathsocrsammlungen mit Macht über Tod und Leben besaß, wurde allmälig enthüllt. Als genügende Beweise gesammelt waren, begann die gerichtliche Verfolgung unter der persönlichen Anleitung des fchon genannten Präsidenten der Reading.Eisenbahn, Gowen, der selbst zur Unterstützung des Staatsanwalts als Advokat fun» gierte. Indem er von vorneherein behauptete, daß er die Beweise in Händen habe, daß die Staalsregicrung dem Treiben der Mollies bisher aus politischen Rück« sichten unthätig zugesehen, erregte dieser „Eisenbahn-und Kohlenlüing" das Aufsehen des Publikums in weitesten Kreisen, und ist es wol hauptsächlich diesem entschiedenen Auftreten zu danken, daß die Prozesse diesmal nicht, wie bei früheren Anläufen, schon in den ersten Stadien durch laue Verfolgung seitcus d?r Behörden, Einschüchterung der Geschwornen und Zeugen und endliche humane Milde seitens des Gouverneurs abermals zur bloßen Farce wurden, sondern in einer Reihe von Verurlheilungen und endlich am 21. Juni 1877 — in der ersten Voll« streckung von Todesurtheilen gegen die Mordgesellschaft gipfelten. Die gleichzeitige Hinrichtung von elf i" verschiedenen Prozessen wegen Mordes (zu verschiedene" Zeiten) von drei Werkmeistern, einem Polizisten m'd zwei anderen Bürgern Verurlhcillen war zweifelsohne vom Gouverneur Hartranft, der sich seinerzeit vor mlU-mehr einem Jahre durch die Bemerkungen GowenS sel»r getroffen fühlte, des moralischen oder theatralischen Effectes halber angesetzt worden. Wie es scheint, ist die ktzc Wirkung in höherem Maße eingetreten als die erstere-Nicht nur gingen die Vcrurlheiltcn allcsamml festen Schrittes in den Tod, nicht nur bezeugte ihnen die ae-sammte irische Bevölkerung lheils bei der H!nrichlu»!1' namentlich aber bci den am 21. Juni stattfindende» Begrübnissen die allgemeinste Sympathie, nicht nur wm< den bci diesen Gelegenheiten von den Anve, wandten dcr ..Märtyrer" offen Eide dcr Blutrache geschworen, so"' dern der Beweis, daß die letzteren nicht e lle Wortt, blieb nicht aus. Schon von demselben Tage, dem 2-i" meldet dcr Telegraf von zwei neuen Mordthaten durch die Molly Magulres, und zu gleicher Zeit von de"' geheimnisvollen Verschwinden in schon oft dagewesen^ Weise von noch zwei anderen Zeugen, die in den letz"" zu der Hinrichtung führenden Prozessen wichtige gravierende Aussagen gemacht hallen. Nichlsdeslowcnigcr beweist die Thatsache, daß es am Tage der Hinrichl""« selbst nlcht. wie man befürchtet halle, zu einem "ns' stände gekommen war, zu dessen Bekämpfung M'l'l' lompagnlen in Bereitschaft gehalten worden waren, daß dle Molly Maguire-Verbrüderung immerhin etwa» ew' gcschüchtert worden ist. 1347 duld. Ein weiterer Aufruf fordert dlt Waffenfähigen auf, ihren Vrüdern baldigst ins Feld zuHilfe zu cilen, um den eindringenden Feind zurückzuwerfen. Das Ml« «lsterium und das Serasllerat haben sich in Permanenz erklärt, das letztere stchl in fortwährender Verbindung mit den Corpllbmmandanten. Der Saatcnftand in Oesterreich - Ungarn. Das l. t.Ackerbau-Mlnisterium veröffentlicht soeben „ach dem Stande Ende Juni 1877 auf Grund eingehender authentischer Nrlatlonm nachstehenden Verich'. über den Saalcnstand in beiden Rcichshiilslen: Dic Tempcraiur erhielt fich in der zweitcn Iuni< Hälfte jedcnfaUs auf einer der Jahreszeit angemessenen Hilhe und erreichte d«« Tages häufig fehr hohe Hitze. Mde; des Nachts aber trat meistens eine beträchtliche Abkühlung ein, so daß die Thaubildung fehr befördert wurde. In der Mhe von ttancut wurden sogar, übri. «ms sehr schwache, Nachtreife in der dritten Iuniwochc beobachtet. Trockenheit war zwar vorherrschend, doch stellten sich mit einziger Ausnahme des größeren Theiles Von Böhmen, welcher trocken blieb, beinahe überall einige oder doch wenigstens je ein ausgiebiger Gewitterregen oder mehrere Strichregen cln. so daß also mit der er, wähnten Ausnahme der Willcrungsgang im allgemeinen vorwiegend nützlich war. Die Mehrzahl der übrigens sel-tenen Niederschlage fiel in die letzte Iunlwoche; Hagel wird nur aus Istrlen und wcnigen Gegenden Ungarns yemeldel. Weizen hat bei sehr günstiger Witterung größten. «Heils verblüht, hat volle «ehren und entwickelt schöne Körner, nur in Westaalizlen, Schlesien und dem Nord runde Vöhmens blüht er noch; dagegen bleicht er sich »Hon in dln wärmeren Pagen der in Beziehung auf die «Monarchie mittleren Zone, wo er etwa zu Anfang der zweiten Iuliwoche schnittreif sein wird. In den südlichen theilen der ungarischen Ebene, in »roazien. in Istrlen und in Dalmazien steht seine Ernte zu Anfang Juli be. vor. Der Weizen läßt beinahe überall eine sehr gute. m vielen Gegenden Böhmens und Ungarns eine vor. zugllche und selbst in jcnen Gegenden, in welchen über seinen Sland ein Tadel ausgesprochen wirb, immerhin noch eine gute oder gut mittlere Ernte erwarten. Jene tadelnden Aeußerungen beziehen sich auf Nolhreife in Unlcrstelermarl, auf Rost in Krain, auf Brand in Nlederüslerrelch, auf ^'agerfrucht in OberVsterreich, auf die genannten Uebelstände in einzelnen Gegenden Ungarns und auf lurze «lehren im Neulraer Comltate. Der Roggenschnitt hat schon zu Anfang der vierten Iunlwoche begonnen und ist nun beinahe schon vollendet in Südlirol und manchen Gegenden Ungarns, eine gute Schültung gerechnet «erden, »»«nahmen !'Nd zwar in Beziehung auf den Ertrag im Geströh °.3 ,'""' namentlich gibt es in Gallzien viele Nog. Welder mit schütterem, lückenhaftem Stande, selten ""« werden die Ausnahmtn in Beziehung auf die Schulung sein, so daß nun auch in Galizlen eine gul.miltlere nVn !«"?" ^°sgcn erwartet wcrden darf. Im allgemei. " dürfte zwar die Roggcnernte immerhin etwas hinter rr anzuhoffenden Weizmernte zurückstehen, in einzelnen ü3. . « ""' so namentlich in Nieoeröslcrreich, letztere ""rlreffen. Es läßt sich bereits mit ziemlicher Sicher-^ l behauplen. daß der Körnererlrag des Roggens im ""gemeinen "'«t nur in Beziehung auf Quantität, fon. 'ln auch in Beziehung auf Qualität befriedigen werde, iiub s " berste und Hafer lauten die Nachrichten nr^, vtrschiedm; da nämlich, wenn die ganze Mun. ten3 ^"^ ^^"bl wird, die Anbauzeit m!t bedeu- c>,.nl" Unterbrechungen von Mitte Februar bl« Mille ^''"' ««dauert halte, fo bczichen sich diese Nachrichten thtll« V^ ""^ ^" ^and von Gerste und Hafer, sa,..? ""' l>le Gerstenernle. sondern auch auf die oer. ">'" Extwicklungssladien dieser Kulturen. ehemol! ^rsltncrnle ist in Dalmazlen unb in dem hat in ^""^ »rößlenlhcils bereits eingeheimst und Eben! l Übrigen Theilen der großen ungarischen Elidtlrll^ '" Kroazien. Kr a in. G0rz. Istrlen und lNalltl, ls.'?°" ^^ mehreren Tagen begonnen; in Dal. sind »«« '" 6ut mitlel ausgefallen; die übrigen Ernten fall« «l« "°^ nicht genau geschäht, weiden jedoch jeden. Atrien l "^frledigend" oder „ziemlich gut", die in Natcr n,l >?" "^ ""'^" bezeichnet. Bezüglich der Va. Von den ^" ^"^ Qualität der Körner hervorgehoben. Katen l, u^ ^" 3elde stehenden Gerste, und Hafer. lptlchtnd ^ ^' i^^^ gebauten grvhlenthell« enl« obly^ . entwickelt nnd versprechen eine immerhin — zufritdtnVn^gs w dem Maße wie die Winterungen - ll^tnds unk ^ ^"^' Ausnahmen mlt beinahe durch. "btsrltdlgendem Stande kommen ziemlich zahl« reich in Vvhmen, Mähren und Niederüstcrreich vor. wo die Dürre denfelben bereits geschadet hat. Bezüglich der zahlreichen spät gebauten Saaten gilt im Gegentheile als Regel, daß dieselben durch die Dürre bereits gelitten haben, ebenso wie obige AuS» nahmen, während ausnahmsweise auch durchaus unversehrte hoffnungsvolle junge Saaten vorkommen, namentlich in den eigentlichen Alpenlimdern und in Un> gärn. Der durch die Dürrc verursachte Schaden macht sich hauptsächlich dadurch geltend, daß die Saaten nicht entsprechend ausschießcn konnten oder können, mithin kurz im Stroh bleiben, und kleine Achrcil, häufig mit leichten Körnern, zeigen oder bekommen. In schr vielen Füllen ist jedoch der Schaden noch nicht nachweisbar, sondcru wird nur mit Grund be^ fürchtet, wenn die Dürre noch writers anhalten sollte. Jedenfalls wird die Ernte der noch iu der Entwicklung begriffenen Sommersaaten im allgemeinen nicht nur bedeutend hinler jener der Wintersaaten zurückbleiben, sondern auch die Qualification der schon vollzogenen und der in» Zuge befindlichen Gerstcnernteu kaum crrei. chcn, so daß für die ganze Monarchie nur im eintreten-den besseren Fallc eine Grrstcmrnlc über dem Mittel und eine Miltclcrntc vom Hafer erwartet werden kann. __________________(Schluß lolat.)_______^^^^_ Mgesnemgkeiten. — < Die Wiener medizinische Facultllt) Keine Facullät der Welt hat einen so namhostcn unb erfreulichen Vesuch auszuweisen, wie die medizinische Faculläl der Wiener Unlvcrsitä!. nichl nur au« ollen Provinzen der üsterreichifch-ungllrischen Mon» archie, sondern aus ollen Gegenden der Well. Männer von Rang und Würden, wie Hosrülhe und Ploscssoren au« Rußland, Pro, sessylen au« England, Schweiz. Schweden unb Amcrlla, haben »l« eifrige Hörer die Vorlesnngcn und Kliuilcn fleißig besucht. Wäh> rend z. V. die Verliuer Universität von 261. Ore>f«waldl von 222, Leipzig von 361. Götlingen von 122, Vreslau von 177, llöing«» berg von 126, Vonn von 118, Erlangen von 121, Wllrzbulg von 431, und von den inländischen Universitäten Innsbluck von 02, Vraz von 101, Kralau von 181, Prag von 320, Pest von 600 Studierenden der Medizin besucht waren, steht die Wie» ncr Faculltll mit '.»06 obenan, darunter au« Nordamerila t^hi' c»go, Ülnclnnali, Lulisornien, Michigan, Philadelphia. Uirginia)b4, «u« Vrafilitn «, au« Konstauliuopel 4, au» Dllnemorl 1, an« DmlschlKnb 3«. au« llngland li!°nb°n, Birmingham) ^0, au« Fianlrcich 2. au« Glirchinlaild 12, au« Japan 1, au« Irland li, au« Norwegen 5, au« vtumanien b. au« Rußland (P«ler«burg. Vloslau) 8, aus Vcholtland 7, «»«« der Schweiz 18 Hilrel sich blsandtn. .. (Die Cesellschllst der Musilireundt in Wien) vtriiffentlichl den Vcricht über das «den beendigte Schul» jähr 1876 b!« 1877 be« Lonservatorlum« lllr Musil und darstellende Kunst, Da« 81 Seilen staile Heft gibt ein Übersichtliche» Vilb von der Thätigkeit, welche in dem genannten Zeitraum »n dieser musitalischen Hochschule geherrscht hat. Bon den zahlreichen, llar gruppierten Daten hebe» wir hier einige hervor, welche aus den l'ehllürper und die Frequentanlcn der Anstalt «ezug hoben. Da« Institut wird vom Präsidenten Mich«. Finanzminifier Varon Hosmann), zwei Stellvertretern, 14 DirecliorKmilgliedern und dem Oeneralselrelilr (Zellner) geleitel. Der Unterricht in allen Zwei. grn der Musil uud darstellenden Kunst wirb von 47 ordentlichen, 6 außerordentlichen Lehrern und eincm Supplenlrn ertheilt. Unter» richt il> Vesang und verschiedenen Musikinstrumenten haben genoss n 074 Schiller. Die beiden Jahrgange der Schauspielschule zählten 42 Zöglinge, in Summe 710 Schüler beiderlei Geschlechte«. Der weitau« grvßle Theil der Schiller gehütl den beiden Neich«, Hälften an, aber auch Deutschland. Italien, Rnhland. die Tütlei ,mb Walachei sind unter denselben vertreten. In »>escr stattlichen «»zahl von Schülern sind auch jene !<« inbessriffen. welche die von verschiedenen Vrllndern gestifteten Freipläye genießen. Der Verichl ze,gt deutlich, bah da« Vertrauen, welche« da« lunst. sinnige Publilum in diese« Institut seht, ein gerechtfertigte« ist. — (Eine Polai-Kolonit.) Dem Kongreß der Vereinigten Staaten wurde unlängst eine Vill mitelbreilet und von diesem an 5a« Com><6 filr Marinl'Nugelegeuheilen gewiesen, deren Zweck e« ist, eine Subsidie von üO,0(X) Dollar« zu erlangen sllr die Orllndung einer 400 englische Weilen vom Nordpol eulsen,» lt» Kolonie zu bem Vehuse. mil Muhe da« z„ vollbelngen. wa« der englischen ^lordpol^fpcdilion nicht gelungen ist. Der Urheber be« Projlllce, da« die Unlciftuhuug sämmtlicher wlssrnschastlicher Gesellschaslen der Union sowie der Mitglieder ^ von ihren Wählern angewiesen worden, slli d,e Vill z< — (Hunde»«u«ftellung in U l m) vei Gelegen-heil de« Münster Jubiläum« fand in Ulm eine s
unb Uu«lande eine henliche Nu«w»hl hallen, und e« wurden auch demgemäß bedeutende Abschlüsse grmachl. Den höchsten Prei« von 800 M2il erzielte Herr Illg von Stuttgart für eine prächtige deutsche Doggc Sehr interessant war eine Gruppe der berührn»?« Ulmer Tiger» doggcn, die vor nichl langer Zeit al« »««aeflorben erachtet n>!ü: den, nun aocr durch da« Velbienfi bei Herrn Ooe,fi in Ului ^,n neuem Leben erwacht sind unb nach allen Weltgegenden Liebhabe« finden, ferner grimmige Vullboggen. zierliche Pmlscher. iNallen» sängcr, Mösse, Vologneser u. s. ». sowie edle Jagdhunde, vor denen da« Publilum bewundernd stand. Es wurden erste u»d zwcüe Preise in Gold j°w«e Diplome vertheil«; »l« Plei»lichlel waren die hervorragenden Hundelenner thätig: Oberamle-Thili arzl Dr. Schwanz, Lemtnlfllblilan! Kreltenbelger, beide au« lNm , Peter Müller an« Wien, Hermann Werner au« Stuttgart, d,e ihr mühsames Nml in der unpartliischeften Weise und mit vitl Geschick au«llblen. fokales. — lvelde «.) Se. Elcellenz del Herr Minister Dr. Una. el »st am 17. b. in Vad Velde« eingettofsen unb hat daselbst im „Hotel Mallntt" Wohnung genommen, — (Personalveränberungen an den Lai» bacher Mittelschulen.) Der Gymnasialprosessor in Vörz, Mallhlln« Voduöel, unb der Supplcnt vertrage» bezUglich der yilischal'schcu Kaserne; 2.) über die Veseyung e»u Kanzleidierlersstellt; 8.) llber die Ves^tzllng euis' GebNi ,n der S'cherhsllbwache. U. venchlc der Polizeiseclion: I.) «der den selbständigen »nlrag de» Gemeinderathe» Joses Re» gali auf Erbauung von Malllhülten in del Schulallee; 2.) llve» die Vervollständig ^asserverfolgung «n t'aiboch: ?>) »i:^! den ltlsolg der - ^eu um Vlselliguilg dli Veilü störmlgen auf dlt Ulenelftlaht durch Waßgoliverschiebungen der Südbahn; 4) über zwei Vorlommmsst in der städtischen San«' tälspolizei'Agcude. III. Verichle ber F i n a n z s e c'lon: 1. llbel den Lrfolg der Petition nm Vclsehung der Stadt Laidach »n« der drillen in die zwelte M»litärzin«'T»r!f»llassl, 2) übel da« Gesuch um emen Veitrag zu dem zu begründenden Pension«f«nd, für l. l. Telegrafistinnen. — (K«lino'K»nzett,) Gestern »bend« fanb die erst« Soiibc der ungarischen N a l i « n » l l » p ll l e be« il> i!l>jo« aus Oedenburg im K » s i n o g ar l e n statt Dot Präcision und echt ungarische» Feuer elecutierle, Übrigen« zum großen Theile auch au« nichlungarischen P,ecen bestehende Pro gramm der Kapelle fand seitens des sehr zahlreich erschienenen Publilum« stürmischen Veisall, nnb muhte fast ^ Darausgaben erwcllttt weiden. Im Leiter der (5 ^ Munczi, lernten wir einen virtuosen Geiger lennen, del j"» Instrument mit Meisterschaft handhabt. Heute veranstalte» die K°» pell, im ltastnogarlen ihr zweite« ltonzerl; dasselbe versprich» nach be« gestrigen glänzenden Erfolge gleichfoll« fehr anl besnch» zu werben — (viert, alle) Mor« zertierl di, ungarische Vlalion^ Schreiner« vierhalle -bach viel Absah gefunden hat, ist am 17. d. M. im Alter von 37 Jahren in Graz gestorben. — (Ein Feind der Lan d w i r t hscha f t.) Der au« »merila eingeschleppte, die Karloffeldistrille Europa'» bedrohende Tollorad«.Käfer ,st nuumihr berell« schon in Mllhlheim am Rhein nächst «öln aufgelrlte«. Da« hohe l. l. Ackerbau. Ministerium hat, da seilen« der deutschen Vehilrden die umfassendsten Verlilgungsmaßregeln und Prllvenlivvorlehrungen gegen diesen gesllrchtelen Feind der Landwirthschast getroffen woibei, find, behus« eingihendei Information eine Kommission an Ort und Stelle entsendet, einstweilen jcdoch die betreffenden Vehälden angewirsen, da« etwaige Vorkommen diese« Inseltes in Oesteo reich mit aller Sorgfalt zu überwachen, bei tonftatierung de« Schldling« die »bsperrung der inficierten Grundstück: zu ver, anlassln und dieselben in gleicher Weis,, wie die« in Deutschland geschehen ist, mit leicht brennbaren Gegenständen, wie Strsh, Dllrrlaub, trockenes sieisig. Hobeispilnne «., überhäufen, diese »it Petroleum begilßen u«d durch Feuer vollständig abräumen zu lassen. <3« wird übrigen« binnen lurzem vom Ackerbau« Ministerium eine Flugschrift, enthaltend die Abbildung und eine turze Veschreibung d^« Lollorado-Kilfer« sowie de» Verfahren« zu dessen Verlilgung, behufs Verlheiluug an die landwirthschafl lichen Gesellschaften und Vereine, an die politischen Vchürben und durch Vermittlung de« Ministeriums sür Cultus und Unterricht «n die Volksschulen hinausgegeben werden. - (Räuberischer Uebersall auf zwei «rbei« terinnen.) »l« die in der Nähe von Laidach als Schnitterin in Verwendung gestandene Taglühnerin Ursula Slubic «u« Malilonz am 8. d. M. gegen 10 Uhr vormittag» nach gethaner »rbett mit lh«m erworbenln Lohne von Laibach in ,hr Htlmatsdorf ging, wurde sie um Kreuzwege in der Waldung Ierje he, Iavor »ächft Lalbach von einem bi« nun noch mchl eruierten Vaganten, der bis dahin nebe» dem Wege lauernd ge: legen war, räuberisch Überfallen. Indem der Strolch >hr schnell die jcharj geschliffene Sichel entriß, packle er sie gleichzeitig beim Handgelenle u»o drohte, »hr ullc Finger abzuschneiden, soserne sie ihm nlcht ihr Geld ausliefere, wobei er ihr auch wirtlich zwei Finger »hl« Hund lcicht verletzte. Dle tllchreckle Dirne übergab dem drohenden Vaganten ihre ganze Varfch^ft im Betrage vou 2 fi. 20 lr, und cnlftah, worauf sich auch letzterer sofort enl» lernte. — n ganz glticher staubanfall wurde tagsvoiher iu derselben Waldung und oftrzllicht Obduktion entscheiden, ob Josef Ololis eine« gewaltsamen Todes gestorben ist «der nur zufällig verunglückte. Da zu vermuthen war, daß Josef Ololli von fremder H«nd in« Wasser geworfen wurde, so wurden vom Vezirlsgerichte Laa« schon am 11. d. M. die genannten zwei Vegleitvr in Ve» Wahrungshaft genommen. — (Regional,Getreide, und Nein marl t.) Der landwirlhschaflliche Verein de« Zalaer Lomilale« ersucht uns, bhuf« eventueller Vtlh?iligung aus K r a i » belanntzugelicu, daß er, aufgemuntert durch den vorjährigen günstigen Erfolg, im Einvernehmen mit dem Groß.Kanizsaer Hand:l«ftande die Abhaltimg eines Regional'Gelreide- und Weinmarlte« beschlossen hat, wel» cher am 23, August zu Groß-Kanizsa stattfinden wird, Für denselben sind folgende Veftimmungen festgesetzt: Der zweite Ge. lreide, und Weinmarlt wird am 23. August 1877 in den Räum« lichteiten de« Hotels zum „Goldenen Hirschen" stallfinden. Der Markt wird am oben anberaumlen Tage morgens 9 Uhr mittelst Glockenzeichen eröffnet, und dauert bi« 5 Uhr abends desselben Tage«. Vei Eröffnung de« Marlle« wird da« Plilfidium des lllndnnrlhschasllichen Vereines über da« Resultat der diesjährigen Ernte Mittheilung machen. In den Nachmiltagsstundeu wird die Registrierung der gemachlen Abschlüsse durch da« Selretariat vor« genommen. Im Interesse des Verkehr« wird bestimmt, daß all« Abschlüsse, die an diesem Marlle gemacht werden, unter Ve« rufung auf die Usance» der Pester Waren» und Lfsellenbülse geschehen ; in Streitfällen ist da« mit G. A. II vom Jahre 1870 bestätigte Schiedsgericht der beregleu Värse competent. DaS Lnllöt zum Getreide» und Weinmarlt zusammen wird sür jede Person auf 1 st. ö. W. festgesetzt; für Tifche, welche brim Eomilu in voraus bestellt werden können, ist eine Gebür von 4 fl. v. W. zu entrichten. Diejenigen Theilnehmer, welche Weiuproben brhufs Verlauf zu Ausstellung bringen, werden ersucht, von jeder Sorte je 4 Flaschen zu mindesten« 05 Liter unler Veischluß ein:« Verzeichnisse«, welches den Namen de« Einsender«, den Jahrgang, den Provuctionsart, den Lagerplatz, so auch Galtung, die Quallläl, Quantum und Preis des zum Verlaufe bestimmten Weine« ent> halten muh — spätestens bi« 19. August um so sicherer an da« Comilö franco einsenden zu wollen, weil die Verzeichnisse in Druck gelegt und unler die P. T. Marltbesuchei vertheilt werden. Auf der Flaschen.Vignetle ist der Name dc« Gebirge«, der Jahrgang und der Preis des Weines zu verzeichnen. C« wird oajllr gesorgt sein, daß der Wein eines jeden Ausftellers abgesondert und durch den Verkäufer oder dessen Vevollmächliglcn den Käufern präsentiert werden lann. Die Ausstellung und lllillrbringul'g der em» gesandten Wiinproben wird durch den Verein kostenfrei besorgt; die eingesandten Flaschen mit dem »erbleibenden Inhalte gehen in d»s Eigenthum de« Verein« über. Die verschiedenen Vahn» Verwaltungen haben für die Theilnehmer eine Fahrprris.Ermätzj. gung bewilligt, die hlezu erforderlichen Li'gitimalio»«larlln sind unler gleichzeitiger Lösung der Eintciltslarlen bei dem gescrligien Comil6 zu beziehen. Briefe und Sendungen sind zn abrefsiereu: An da« «lomili des Nagy-ilanizsaer Getreide- und Weiiimarkle« ,u Nagy-Kanizsa. — (SUdbahn.) Die direkten Züge von Wien ins Pnsler-Thal und nach Tirol via Graz und Molbura. werden vom 2l)sttn Juli an auch in Dälsach. der Uusbruchstalion nach Htillgcndlut und zum Grahglotlntl, anhalltn. <3le,ch;t,llg wird «ine »y.Uei« Berlehiölillichlciulig auch uit voller Bestimmtheit erklären, dah auch diese Meldung einer thatsächlichen Begründung vollinhaltlich entbehrt. Die .Politische Korrespondenz" bringt ein Tele» gramm aus Äularcst vom 19. d. M., wornach die Tür« len Tschernawoda v:rbrannlen und sich dann nach Sill» stria zurückzogen; de Russen hätten Tschernawoda beseht und sich der Eisenbahn bemächtigt. Konstantiuopel, 19. Juli. Uodul Kerim wurde seines Kümmanoos enthoben und durch Osman Pascha «rsetzt; der Kriegsminister wurde seine« Post-nS gleich, falls enthoben. ______ Paris, 18. Juli, 12 Uhr nachts. (Presse.) Das „Pariser Börsenblatt" enthält folgendes Telegramm auS Pera von heute abends: „Gavfet Pascha wurde gestürzt. Die nächsten 48 Stunden werben einen den Frieden anstrebenden Schritt der Pforte bei den neutralen Mäch« ten bringen." Vularest, 17. Juli. (N. fr. Pr.) Ernste Her-Würfnisse zwischen dem Zaren und dem Großfürsten Nikolaus wurden durch die fnrmelle Ordre erledigt, die Infanterie insolange nicht welter denn bis Tirnovo vorzuschieben, als bis Rustschul vollständig eingeschlossen isl. Die mill« tärische Situation der Russen ist eine höchst unerquickliche, da sie nirgends an die Türlen herankommen können. Die Annahme von Niloftolis war offenbar von den Türken, welche die Festung nicht zu hallen vermochten, vorhergesehen; sie ließen daher auch lein Material zurück. DaS ttand ist von den Russen nur schlecht besetzt. So konnte es geschehen, daß vorgestern herumstrei» fende Baschi'Bozuls zwei Kilometer von Sistovo einen feindlichen Offizier aufhoben. Frische Truppcnnachschübe werden mit größter Beschleunigung in dcr Richtung nach Rustschul entsendet. Eine große Concenlrierung der Tür» len findet bei Razgrad statt; eine Schlacht ist nahe bevorstehend. Die Hitze ist enorm; viele Soldaten fallen ihr zum Opfer. Wegen Unzulänglichkeit der Transportmittel ist die Fortschaffung der Verwundeten bcinahe unmöglich. Telegrafischer Wechselkurs vom I'.». Juli Papier - RlNte 62-05. — Silber - Rente 67 60. — Gold' » Rente 74 35 — I860« Staats-Anlehen 1l4 -. - Vanl-NclieN l 805'—. - «rebit-Aclicn 151-30, — Vondon 121 «5 — Silber 109 50. — K. t. Müuz-DutaltN 5 i»6. - «apoleousd'or !j <.»4'. - KX1 Neichsmart 0! 35. Wien, II) Juli. Zwei llyr nachmiltag«, (Gchluhlnrsl.) «redltaclien 151 50, l«6()er i.'o>e N4 25, 1tt54er ^^133^-, österreichische Rente ,n Papier 62 10, staatsbahü 241- -, '/lord» bahn 186-50, 20« Franlensts«cle i>'i>5, ung»r,!che «ceditactieN 143 50, öfterreich,fche Francubanl — —, üfterreichischc «»qlobolll 6875, Lombarden 7075, llui?ndanl 50—. austlo-ormxalische Oa»t——, Lloydactitn 317 -, ailftro-otlomanischc >vanl '- , 'littische Lose 14—, Kammunal - ^nlehe,, 9175. Egyptischt — —. Goldrente 74 30. Angekommene Fremde. «Im 1'.». Juli. , Hotel Ttadt Wien. Rilclll, Hummel. Werlheimer. Schneeinonn, » «reilenjelo, «flt.. Wien. — >illi,z<:, Polo. > Vannbach, Kfm, l Verlin. Schlechan, Ver^direllur, Grohliffoiül,. — Kruns» Ksm., Siosol. — Hellel»gruber, Direllor dc« Vlindenillsl!l>.>'s, i!in,. — Gras Vetler, Genelalmajor, Gra,, - Grosjmann, Inspeüor, Wien. — Seih, Handelsmann, yieulapela. Schall und Rolh. Kül'telfcld. - Pollal. Kfm., Trieft. — Falur, 0b^-gyml'llsilllproslssor, Fiume. Hotel Elefant, «eumnun. Advola». samm« Frau, Vnliap'st ^ Plvsen,, Piwal. Ndrlsb»«. — striedmanl,. Kfm.. «?<"' ^ Koprivl,, Sagor. — Mnrssel, <3ic>lila>ch- Ielovscl Marlin, i!a!bach. Vsren. Pfauluhen Johann, zillmburg. — Pauschlh M'chall' ^'llibach. Vlshren. HUnigmann, Rechnungsfeldwebel, Laibach. — Hoieval/ Pfarrer, llnterlcain. Loltoziehling vom 18. Äuli: Prag: 11 3 50 0l jl'. Meteorologische Beobachtungen in Laibach^. - -ß D zß , :^ i3 7U.M«. 735.« -^lv« SO. schwach fast heiter ,." 19. 2 „3t. 733.,41^2,-4 SW. schwach bewölkt ^'"« 9 ,. «b.j 73l4? >17.< ! wilidstill bewölkt ^" Morgen« lheilweise heiter, die Alpen klar; tagsllber wech' sslnbe Newülliing; abend« lrilbe, Mondhof. Nachts cilllgt D<"^ »erschlage mit starken Regengüssen, Da« Tagesmiltel der WillMl ->-17 5", um 19' unter dem '/iormale. Verantwortlicher Redacteur: OltomarVamberg ^ Äöl^l^d^H!. Wle», 18. Juli. (l Uhr.) In «ahnpapieren weniger leohaft al« gestern kultivierte die Speculation heute mehr die Fond«, wobei sie eine ungeminderte Festigkeit bekunde«. ^ Papierrente........ 6210 6220 SUbernnte........ S7 70 S? 90 G,ldre»tl......... 7430 7440 <,s«. 183«........ 337 - 929- , IW4........ 109 — 103 50 , I860........ N4 25 1,4 50 . 19S0 EÜnftel) .... 122 85 122 50 , 18«4........ 132 7b 183 — ling. Prämien«»«!...... 7b - 75 25 «redi«»L.......... 160 2b 160 50 Rudolf««»......... 1335 13b0 Pr»»ien»nlthell der Stadt Wien 917b 98 — Donau.«t«nlilrun,««<«sl . . 104 2k» 1U4b0 DomäneN'PfHHdbriefe .... 142— — — Oefterreichische Schatzscheine . . 100- - 100 25 Un«. Eisenbahn.»»!..... 9825 9850 Ung. Schahbsn« vo» I. 1874 1U100 102 -»ulehen d. Stadtgemeiude Wien i» V. V......... 9S 25 96 7b Gr«ndenll«ft«>»«»-V»li««N«»e». V»hm«.......... 103 - 103-b« Aiederüfternich....... 103 — - — Oaliz,en.......... 84 25 54 7b ««ld ware Viebenbürge».......7370 7420 lemeser Vanal......74 50 75 5« Ungarn..........7590 76 40 Nctie» »on V«nl«u. «nglo'lfterr. Vanl .... 89 — ß9 zzb Kreditanstalt........ 1li0 2b 15075 Depositenbank....... 124 — 125 ._ Kreditanstalt, nngar..... )48 14825 E«t«mpt,.Al,stall...... 680 — 693 — ««tionoloaul....... 79g ^ 79^ ^ Oesierr. vanlgestllsch«ft . . . —^ , .^. Unlonbanl ........ bN- hy 25 Verlehrsbanl ....... 79-50 «0 - Wiener Vanlverein..... 56 — h? ._ Netten von Transport-Unternehmungen. »lf»Ib.«ahn........,04 - loh _ Donau.Dawpschiff.. »ese»fchaft 337 — 340 ^ «lis«beth.Weftd°l)n.....1442b 144 by Ferdinand«l««,rdbahn . . . I»6i—Itt5b — Franz - Joseph - Nahn ... 122 12250 Gallzische »arl.öudwlg.Vihn . 225 75 22k, - Kaschau-Oderberger Vahn . . 89 . 89 50 Lemberg-Hzernowitzer Vahn . 117- 118 - kloyd.Oesellsch....... 34b ^ 84« .- OeNerr. siordwestbahn .... 109 25 109 si0 siubolf««V°hn .... uz-, iiisi^) Gt°at«bahn........ ^4, 25 241 75 sUdbahn......... 717b 7225 Theiß'Vahn........ 185— 185 50 Ungar.-galiz. Verl,iudung«bahn 83 - 83 50 Ungarische ^iordoftnahn . . 98 b0 99 Wiener tramway.«,!,asch. ^ «8 25 98 75 Pfandbriefe. «llg. ilst. Vodeulredilanft. («.Gold) I0K 2b 106 50 - ^ ^ (i.V.'V.j X8- 88 25 9lat,cnalbant ......;^05 9^,^ Ung.«odtnlredit:InfiilutlV.»V.) 89 90 Rill) Prlsritsts-ebligaiionen. «lisabelh-V. I. «m. . . 93 50 »4>. Ferd.-Nordb. in Silber . . ls)y — l09b!j Franz-Ioseph-Vahn .... 9025 9050 ««ld «va«c «al. ltarl.Ludwiq-V.. 1. ^ Slebenblltgei Vahn. NO 50 ^ ?" Ttaalsbahn 1. «m..... 158 «5«'" sildbahi: 5 3«/....... ,,,5/) ,12^ b',. . . . . 9325 !,3'5" Btldbahn, Van«...... —- - '"" Tevljen. »uf deutsche PlllHe.....60 75 60'^ i!°ndon, kurze Sicht .... lUl^. l2ti<,a«'l Vrinalnolieruna »,l>^ n>, — M»r, ^-^« ««chtr««: u» l Uhr 30 VNnnten n«rit«il: Papierrentt 62 05 bi« 82 15 Silderrentl 67 70 di« 67 8) Ooldrenle 74 20 l.i« ?H ^ » ^. ,V/> "'V. ---------- '------- bi« 69 25. Lo»b«n I«ltt bi« 12510 ««p«l«n« 3 96 °i< 9 96'/. SUb«r 109 4) l»<« ,09«) ««»«nlt 74^0 h.« 7440 ««»it 150 - bi« ,50 25. ,ngl° 69 ^ "'