VrS«umrratio»s - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . 6 fl. 40 kr. Halbjährig , , 4 „ 2» „ vierteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich... — „ 70 „ Mit der Post: Ganzjährig...............12 fl. halbjährig............... 6 ^«rtrljiihrig............ 3 Laibacher Redaktion Bahnhosgafle Nr. 132. ^ Zustellung inS Ha»S ''"elj. 25 kr., monatt. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. Tagblatt Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. 4- Expeditions- L Inserat Bureau: Tongreßplatz Nr. 81 Handlung von Jg. v. mayr L Fed. Bambe^^..«..Z Jnsertions-reise: Für die einspaltige Petitzeile L 4 kr, bei wiederholter Einschaltung L S kr. Anzeigen bis 5 Zeilen 20 kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 178. Samstag, S. August 1876. Morgen: Verklärung Jesu. Montag: Cajetan. 9. Jahrgang. Zur orientalischen Frage. Die diplomatischen Agenten der Großmächte waren bis heule noch nicht imstande, die Jnsurreciion in den südilavischen Ländern niedcrzuwersen, dem Kriege zwischen Serbien-Montenegro und der Türkei ein Ende zu machen und die orientalische Frage zur Befriedigung aller interessierten The le zu lösen. Gerüchte tauchien auf, daß die Nichtinlcrveittiou der Mächte wol im Principe festgehalten, aber die Mediation nicht aufgegeben, sondern demnächst ausgeführt werde. Die signalisierte Mediation ist jedoch bisher noch nicht in Angriff genommen worden, oder ist vielleicht schon gescheitert. Diese Mediation sollte nicht von den bekannten drei Großmächten — Oesterreich, Rußland und Deutschland — sondern .von sämmtlichen europäischen Mächten unter, "vmnien werden. Diese Mediation setzt ein vollständiges Einverständnis der Mächte voraus, jedoch die Standpunkte der letzteren find zu verschieden, als daß eine gemeinsame, einverständliche diplomatische Action, begleitet von günstigen Erfolgen, denkbar wäre. . rden bespielsweise Rußland und England sich auf uner und derselben Stelle eines Sinnes zusammen-lwden? Nach Ansicht der mit einfachem, natürlichem Menschenverstände begabten Sterblichen dürften ln? E sich eher vermählen, als Ruß- "d und England eines und desselben Weges in er orientalischen Frage mit einander gehen. Jn- solange die europäischen Mächte im Principe uneinig sind, ist an eine schnelle und gesunde Lösung der orientalischen Frage nicht zu denk?u. Es ist offenes Geheimnis, daß Rußland und England in der orientalischen Angelegenheit abgesonderte Zwecke verfolgen; auch zwischen Oesterreich und Rußland liegt nicht alles sonnenklar auf, die russische Politik spinnt ihre feinen Fäden so schlau, daß Oesterreich auf der Hut sein muß, nicht vom Netz des diplomatischen Taschenspielers an der eisi. gen Newa umgarnt und in dasselbe eingeschlossen zu werden. Eine erst nach dem Kriege beginnende Mediation würde die zwischen den Mächten bestehenden Gegensätze ohne..Zweifel zum lauten Ausdrucke brin> gen. Für den Fall, als die Insurgenten siegen, würden diese eine slavische Staatenbildung verlangen, welche vonseite Oesterreich« mit Entschieden-heit verhindert werden müßte; würden die Türken siegen, so blieben die geschlagenen slavischen Vasallenstaaten noch fort des russischen Protectorates und dessen ausgiebiger materieller Unterstützung sicher. In beiden Fällen würde zwischen Oesterreich und Rußland eine unüberschreitbare Kluft sich öffnen, denn Rußland hat zu deutlich seine Sympathien für Serbien bekanntgegeben. Die Diplomatie dürfte sich vielleicht bestimmt finden, vie Entscheidung des Streites zwischen Herrn und Vasallen den beiderseitigen Waffen selbst zu überlassen ; Vermittler zwischen streitenden Parteien spielten nicht immer glückliche Rollen. Das Project über eine auf die Tagesordnung gesetzte Annexion Bosniens vonseite Oesterreichs dürfte bereits g,ä acta gelegt worden zu sein. Auch das Project von dem Zusammentritte eines EongresseS zur Lösung der orientalischen Frage findet bei den Großmächten nicht einstimmigen Anklang; Berlin soll dasselbe bereits in bestimmter Form abgelehnt haben in der Besorgnis, daß bei diesem Eongresse auch andere Fragen heikler Natur zur Sprache kommen und für das weitere Bestehen des Drei-Kaiser-Bündnisses ernste Gefahren erwachsen könnten. Dieser Congreß hättte sich mit nichts weniger, als mit Angelegenheiten Serbiens, Bosniens, der Herzegowina, Rumäniens, Bulgariens, der Türkei, Griechenlands, Montenegros, Albaniens und noch anderer Staaten zu beschäftigen. Die orientalische Frage muß, sie wird gelöst werden; die Gährung, in welcher die türkischen Vasallenstaaten sich befinden, wird sich klären; der heftige Siurm, der in diesen Ländern wüthel, dürfte sich denn doch bald legen und dann, wenn Ruhe eingetreten, wird die Lösung wichtiger Frage» im Einvernehmen mit den interessierten Staaten ernst in Angriff genommen und durchgeführt werden können. Ein neues Manifest. Wir find heule in der Lage, mit einer neuen Kundgebung aus den infurgierten Vasallenstaaten des türkischen Reiches dienen zu können. Die Führer der nationalen Bewegung in der Herzegowina Aeuissetoil, Coeur-Dame. Novelle von Fr. Willibald Wulss (Fortsetzung.! Der ehrliche Brunner, welcher bisher ein stnm-w», aber nichtsdestoweniger tief erschütterter Heuae ver Un,e-«dung zwischen Vater und Tochter gewe. »"war, trat jetzt zu dem weinenden Mädchen und m usterte ihr zu, daß das Zimmer, welches er zum Aufenthalte der Flüchtlinge bestimmt hatte, in Ordnung gebracht sei. ^ Luise machte ihren Vater mit den Worten des Alschlers bekannt. Mit ihrer Hilfe richtete sich der ^r»f empor, und auf Brunners Arm gestützt, schritt von seiner Tochter gefolgt, die Treppe hinan, welche nach dem obern Stockwerk führte. ^ Es war ein kleines, enges Zimmer, in welches «runner seine Gäste brachte. Wie er sagte, gab es w ganzen Hause kein besseres Gemach. Ein armer A^^er hatte dasselbe bis vor wenigen Tagen wohnt und alles mögliche gethan, um sich gegen st»n r ^^ter zu schützen, so hatte er die Fen-Ivrgsältig mit Papierstreifen verklebt und mit dicken, wollenen Vorhängen verhüllt. Das Sonnenlicht drang selbst an Hellen Tagen nur spärlich in die Stube, und so waren die Bewohner derselben stets gezwungen, Licht zu brennen. Das Meublement war noch ziemlich wohl erhalten, obwol die meisten Stücke schon deutliche Spuren von Altersschwäche an sich trugen. Die Frau des Handwerkers hatte die Stube so gut, als es eben gehen wollte, hergerichtet. Ein Helles Feuer loderte im Ofen und verbreitete eine behagliche Wärme. An der Wand waren zwei Betten aufgeschlagen, deren Hauptbestand-theile zerrissene Decken und Strohsäcke bildeten. Erschöpft sank der Gras auf eines derselben und bedeckte sein verstörtes Antlitz mit den Händen, indem er dumpfe, unverständliche Laute auöstieß, welche von seinem tiefen Seelenleiden zeugten. Thurneck hatte noch vor wenigen Jahren für einen begüterten Mann gegolten. Die Herrschaft Thurneck, welche er von seinem Vater geerbt, denn er war dessen einziger Sohn, lag in dem schönsten Theile der Rheinprovinz. Schon als Jüngling hatte er ein unstäteS, leichtsinniges Leben geführt und somit den Grundstein zu seinen späteren Verirrungen gelegt. Der alte Graf, welcher seinen Sahn, das einzige Geschenk seiner theuren und schon früh verstorbenen Gattin, abgöttisch liebte, ließ dem wilden, leidenschaftlichen Naturell desselben ungehindert die Zügel schießen. Kopfüber stürzte sich der Jüngling in den Strudel rauschender Vergnügungen. Falsche, heuchlerische Freunde, welche aus niedrigem Eigennutz seiner Eitelkeit schmeichelten, beförderten die unselige Verblendung. So gerieth der junge Graf bald auf einen Irrweg. Zu spät erkannte sein Vater, daß er sich durch seine Liebe habe verleiten laffen, die gefährlichen Thorheiten seines Sohnes zu begünstigen, statt sie auszurotten. Er suchte seine Schwäche wieder gut zu machen, indem er den kaum vierundzwanzigjährigen Jüngling mit der einzigen Tochter einer angesehenen, obschon armen adeligen Familie verheiratete. Anfangs gefiel dem jugendlichen Rou6 das hübsche, einfache Mädchen, er verließ die Genossen seines wilden Treibens und zog sich von allen Vergnügungen zurück, nur seiner Gattin lebend, welche ihm im zweiten Jahre ihrer Ehe eine Tochter geboren hatte. Bald aber erwachte der Hang zu seinem früheren ungezügelten Leben wieder, er entriß sich den Armen seines Weibes und kehrte zu seinen Freunden zurück, welche sich aufs neue seiner bemächtigten und jede bessere Regung in ihm erstickten. Der Gram um den Sohn, der unaufhaltsam dem Untergang zueilte, stürzte den alten Grafen ins Grab. und in Bosnien richteten im Juli 1876 an die englische Nation folgende« Schriftstück: „Brüder Engländer! Ein Jahr ist um, seit das >erbische Volk in dieser Gegend sich erhoben hat, um das türkische Joch abzuschütteln. Die heilige Sache, für die wir kämpfen, ließ es nicht zu, daß wir zugrunde gehen, und wir werden nicht zugrunde gehen. Der gegen wärtige Moment ist für uns von entscheidender Bedeutung. Wir wollen für die Freiheit kämpfen, und wenn nölhig, bis auf den letzten Mann sterben. Wir bitten euch, hört uns am Vorabende der entscheidenden Ereignisse an. Wir verlangen von euch weder Brod, noch Waffen, noch Geld; was wir von euch verlangen, ist: Gerechtigkeit, die ihr uns gewähren müßt. Wir verlangen von euch, ihr sollt uns die Rechnungen mit unserm Erzfeinde begleichen lassen. Ihr seid schon so lange frei, daß ihr gar nicht mehr das Wort „Sklave" versteht. Daher vergaßt ihr auf uns, die wir in der Sklaverei seufzen. Ein Ekel, möchte euch ergreifen beim Anhören aller türkischen Greuel. Es ist unglaublich, was ein Unmensch thun kann, und wir leiden die Herrschaft der Unmenschen s>:it 50(1 Jahren! Was möchtet ihr Engländer thun, wenn jemand euere Familie antasten sollte? Wenn ihr in ewiger Furcht leben müßtet, ein Türke könne sich an euern Weibern und Töchtern vergreifen, der sie zuerst mal. traitieren und dann in eurer Gegenwart schänden könnte? Oder wenn man englische Eltern zwingen sollte, die eigenen gebratenen Kinder zu essen? Welchen Abscheu möchtet ihr empfinden? Der Serbe duldet aber dies alles seit fünfhundert Jahren! Weder sein Leben noch sein Eigenthum ist sicher. Die Türken entehren seine Familie, zwingen ihn, die ge> bratenen Kinder zu essen, hauen ihm Hände und Füße ab und pfählen ihn! Der Engländer würde es nicht dulden, weil er sich seiner Menschenwürde bewußt ist; der Serbe duldet, weil er als Rajah verlassen ist! Die serbische Mutter weiß nie, ob sie in Ruhe gebären wird, denn oft metzeln die Türken die schwängern Frauen nieder. Euch dürften solche Unthaten unglaublich erscheinen, und der Serbe muß sie erdulden! Eure Consuln werden euch dies bestätigen. Wir streben danach, in der Kultur unsere Brüder in Serbien zu erreichen. Wir wollen als ein ar-beitsames, fortschrittliches, friedliches Volk leben. Der Türke läßt uns aber nicht einmal das Haupt erheben. Wir säen, die Türken aber ernten; wir arbeiten, die Türken aber genießen die Früchte un. Der Tod seines Vaters schreckte ihn aus seinem Leichtsinn. Zum erftenmale fühlte er wahrhafte Reue, aber er war schon zu sehr an ein ungebundene«, freies Leben gewöhnt, als daß eine solche Umwandlung hätte längere Zeit dauern können. Das Vermögen, welches sein Vater ihm hinterlassen hatte, gab ihm jetzt die Mittel erst recht an die Hand, seiner Neigung zum Spiele zu sröhnen, und er gebrauchte diese Mittel in reichem Maße. Schon ein Jahr nach dem Tode seines Vaters schloß auch seine Gattin nach einer zehnjährigen kummervollen Ehe die Augen. Jetzt war Thurneck vollkommen frei, und er machte von dieser Freiheit auch den umfassendsten Gebrauch. Noch zehn Jahre genügten, um sein ganzes Vermögen hinwegzuraffen und ihn zum Bettler zu machen. Im Anfänge gelang eS ihm, seinen Ruin zu verbergen, er hoffte immer noch wiederzugewin-nen, was er verloren hatte, aber diese trügerische Hoffnung brachte ihn vollends ins Verderben. Heim, lich mußte er entfliehen aus dem Schlöffe seiner Väter, um seinen Gläubigern zu entgehen, welche mit Verhaftung und Gefängnis drohten, wenn er seine Verpflichtungen nicht einlösen würde. Das Hazardspiel und der Umgang mit Menschen, dir serer Arbeit, indem sie uns kaum die Knochen übrig lassen. Was that die türkische Regierung, die d^ch Pflichten uns gegenüber hat? Sie gestattete, lluS zu entehren, zu vergewaltigen, zu morden. Dem Türken war alles erlaubt, wir könnten nur trauern und weinen. Kann ein Engländer uns verargen, daß wir u S erhoben haben, um unsere Ehre und unser Leben zu schützen? Das Bischen Freiheit, das wir errungen, kostete uns Blut genug. Es that uns wehe, daß die freien Engländer, statt uns zu schützen, unsern Erzfeind unterstützen, damit derselbe uns weiter tyrannisiere. In der Türkei verabscheut man jetzt den englischen Namen! Der Ehrift erzittert beim bloßen Anhören dieses Namens, weil der Engländer de» Türken hilft, unsere Ketten fester an die Füße zu-fchmieden. Wir erinnern uns wohl der That-sache, wie die englischen SchiffScapitäne die um Hilfe weinenden Frauen und Kinder der Kretenser im Stiche ließen. Die Eapiläne entschuldigten ihre Weigerung, tue Unglücklichen auszuuehmen, mit erhaltenen Befehlen, die Kretenser ihrem Schicksale zu überlassen. Diesen Schmerz fühlt der Rajah noch! Ihr sagt, ihr fürchtet das ehrgeizige Rußland! Wir verstehen politische Jntriguen nicht; wir sind den Brüdern Russen dankbar, die uns ihre Sympathien schenken. Wir lieben Rußland, weil es uns unterstützt. Thut das Gleiche — und unsere Neigung gehört euch! Es heißt, ihr seid Christen! Wann habt ihr euere christlichen Gefühle bewiesen? Christen treten aus kleinlichen Interessen nicht mit Füßen alles das, was dem Christen das Heiligste ist. An Reformen glauben wir absolut nicht. Abdul Medschid erließ 1839 den Halti-Scherif — und unsere Lage verschlimmerte sich. Sein Hat von 1855 war ebenfalls ein Spaß. Abdul Aziz versprach be-ständig Reformen, während die Paschas uns die Haut über die Ohren zogen. Die Worte Mnrads finden daher keinen Glauben. Selbst den Willen des Sultans und seiner Minister vorausgesetzt, uns Reformen zu geben, haben wir nicht« Gutes zu erwarten. Sultan wie Minister sind machtlos! Die unbezahlte Polizei macht sich von uns bezahlt, sie dringt in unsere Häuser, becaubl uns 'und entehrt unsere Frauen. Die Paschas haben das Land verwüstet, das Volk zur Verzweiflung getrieben. Die Reformen sind nur Sand, in die Augen Europa'S gestreut. Engländer! Was möchtet ihr an unserer Stelle thun! Möchtet ihr nach alledem den Türken und ihren Versprechungen Glauben schenken? Und möchtet ihr nach so vielen Erfolgen die Waffen niederlegen? Möchtet ihr in die Milte der Miffethäter, Räuber und Mörder zurückkehren? Gewiß nicht! Auch wir ihn jetzt mit Geringschätzung von sich stießen, nachdem sie ihn beraubt, hatten ihn ruiniert. Von seiner jetzt neunzehnjährigen Tochter begleitet, die keinen Augenblick aufgehört, ihren Vater, trotz feiner Verirrungen, zu lieben, und durchaus darauf bestanden hatte, sein Schicksal zu theilen, entfloh er aus Aachen, wo er vergeblich einen jener falschen Freunde um Schutz und Hilfe gebeten hatte. Als einen unglücklichen, obdachlosen Flüchtling finden wir ihn im Hause de« armen Tischlers, welcher früher in seinem Dienste gestanden und ihm aus früheren Zeiten her für erwiesene Wohlthaten Dank schuldete. Daß Brunner sich dessen erinnerte, hat der Empfang, den er seinem Wohlthäter zutheil werden ließ, zur Genüge bewiesen. Die Thränen traten dem ehrlichen Handwerker in die Augen, als er den Grafen, den er als einen reichen, stolzen Edelmann gekannt, in einem solchen Zustande erblickte und gewahrte, mit welcher Resignation die in Glanz und Reichthum auferzogene Grafentochter den furchtbaren Wechsel ihres Schicksal« ertrug. Bi» gegen Mitternacht blieb Brunner im Gemache der Flüchtlinge und überlegte mit ihnen, wie es am leichtesten gelingen könnte, sie verborgen zu halte», bi» die Nachforschungen aufgehört haben würden. werden eher alle sterben, als in das alte Joch zurück» kehren. Die Leiden übertreffen alle Vorstellung. Sollten wir als Opfer eurer eigensüchtigen Politik fallen, so werden wir wenigstens für eine große, heilige Sache fallen. Gott ist mächtig, er wird un-rächen!" Politische Rundschau. Laibach, 5. August. Zuland. Die österreichische Regierung bereitet eine Collectiv-Vertretung Oesterreichs und Ungarn» auf der pariser W eltausste llu ng im Jahre 1878 vor. Zum AuSstellungs-Commissär soll Gras Edmund Zichy ausersehen sein. Zuverlässigen Berichten gemäß wird die Auf« lösung des galizischen Landtages alli 25. d. M. erfolgen. Die Neuwahlen sollen Ende Oktober stattfinden. In Ragusa steht man dem baldigen Uebertritte Mukhlar Pascha's und seiner arg zusammengeschmolzenen Armee auf österreichische« Ge» biet entgegen. Mukhtar Pascha war nach den letzten Kämpfen bei Bilek auf Trebinje abgedrängt worden unk. ist in diesem Orte derart cerniert, daß er nicht an einen Durchbruch gegen Norden hin denken kann. Ebensowenig ist er imstande, in dem von allen Lebensmitteln entblößten Orte sich noch länger zu behaupten. Wenn nicht eine ganz unvorhergesehene Wendung eintritt, wird er zu einer CapitU» lation mil den Montenegrinern oder zum Uebertritte auf österreichisches Gebiet genöthigt sein. Die „Pol. Corr." schreibt: „Die aus Semlin stammende Nachricht eines wiener Blattes von der angeblichen Bildung einer ö ster r ei ch i sch e n Frei« willizen-Legion in Belgrad glauben wir gleich jener kürzlich aufgetauchten konstantinopler Meldung über die angebliche Bildung einer ungarischen Legion, als in die Kategorie der Erfindungen gehörend, bezeichnen zu dürfen. Analogen Charakters dürste auch die Meldung über den angeblich in Bukarest gefaßten Beschluß sein, der Pforte für die Erledigung der daselbst angemeldeten Forderungen einen Termin zu stellen." Im kroatischen Landtage interpellierte Makanec betreffs Vorlage eines Gesetzentwurfes über Regelung des Regierungsrechtes, Verord-nungen zu erlassen. Der Gesetzentwurf über die Reorganisation der kreutzer LandwirthschaftS-Schule wurde nach langer Debatte als Grundlage für die Special-Debatte angenommen. Ausland. Die französische Kammer berieth am 3. d. über das Kriegs-Budget. Fortsetzung iu der Beilage. -WA Der Graf nahm nur geringen Antheil an den Berathungen, er schien so ermüdet und erschöpft, daß er sich kaum aufrecht erhalten konnte. A» seiner Stelle führte die Comtefse das Wort, und Brunner hatte auf's neue Gelegenheit, den Mol? zu bewundern, den Luise, angesichts der drohenden Gefahr, zur Schau trug. Wie sie es schon an! der Flucht gethan hatte, so hörte sie auch jetzt te>« nen Moment auf, ihrem gebeugten Vater Trost ein» zusprechen und ihn auf;urichten, wenn ec sich seiner Verzweiflung überlassen wollte. Das Resultat der Berathung war, daß d't Flüchtlinge sich einige Tage im Hause des Tischler» versteckt halten sollten. Bis dahin hoffte Brunner eine günstige Gelegenheit ausgekundfchaftet zu habe"' um beide unerkannt aus der Stadt fortzuschassen und über die nahegelegene Grenze zu bringen, Thurneck sicher sein durfte vor den Nachforschungen seiner Verfolger. IV. Mehrere Tage waren vergangen. Trotzd^ sich der alte Spieler, Waldheim'S ehemaliger D» ner, die erdenklichste Mühe gegeben hatte, das Be steck des Grafen aufzufinden, so war e» ihm »o« bi« jetzt noch nicht einmal gelungen, eine Spur v Flüchtlinge zu entdecken. Beilage zum „Latvacher Tagblatt" «r. 178 dom 5. August 187K. Dr Solle (Bonapartist) tadelte den Bericht der' Budgetcommission und sagte, daß die Armee über den Institutionen stehe. Präsident Grovy tadelte diese Sprache als verfassungswidrig. Gambetta replicierle auf die Rede Drsolle'S und griff in hef. tiger Weise das Kaiserreich an. Mehrere Kapitel des KriegS-BudgetS wurden angenommen. Der Sessionsschluß beider Kammern wurde für den 12. August festgesetzt. Holland drückte gegenüber der rumänischen Regierung gleichfalls den Wunsch aus, eine Handels-Convention abzuschließen. Der „Pol. Corr." wird aus Petersburg be-richtet, daß General Jgnatieff fast regelmäßig jedes Jahr um diese Zeit Urlaub nehme und daß er diesmal den Anlaß benützt habe, um dem Kaiser Alexander persönlich über die Lage in der Türkei Bericht zu erstatten. In Konstantinvpel soll nach der Abreise des Botschafters folgendes Extrablatt verbreitet worden fein: „Zur Freude der Gläubigen! Jgnatieff ist abberufen worden und Gortschakoff verabschiedet. Rußland hat sich verpflichten müssen, uns zur Schadloshaltung für alle durch seine Haltung in letzter Zeit verursachten Verluste sofort 400.000,000 LivreS zu bezahlen!" Aus Pankova wird der „Temesv. Ztg." be-richtet, e« sei ernstlich von der bevorstehenden Abdankung Milans die Rede; die Fürstin Nathalie biete in diesem Sinne alles auf, um ihren Gemal aus einer unhaltbar gewordenen Situation zu retten. In Bosnien circuliert angeblich eine Petition für den Anschluß an Oesterreich. An der Spitze soll der Name des griechischen Metropoliten von Serajevo stehen. Der „P. Lloyd" citiett ein Schreiben, welches der König von Griechenland an seinen Minister Präsidenten gerichtet hat und worin der König räth, das beste wäre, wenn Griechenland vorerst üicht rüste und durchaus neutral verbleibe. Er habe mit Earl Derby und Mr. DiSraeli Besprechungen ge habt, aus welchen er die Ueberzeugung schöpfe, es sei von der Freundschaft mit England mehr zu er warten, als von einem Zusammengehen mit den Slaven. Uebrigens habe sich auch die Pforte als Entgelt für die Neutralität zu weitgehenden Conces-sionen veranlaßt gesehen, für deren Durchführung England garantiere. Das Schreiben hat in Athen angeblich einen tiefen Eindruck gemacht. Eine ei-geniliche Entscheidung über die Haltung Griechenland» werde erst nach Rückkehr des Königs getroffen werden. Das Ministerium sandte dem König das Decret, welches die Eröffnung der Kammer für den 18. Seplember anordnet, zur Unterschrift nach Petersburg. Vom Kriegsschauplätze. Am 29 v. M. haben die Milizen von Bihke l>ie über den Balkan von Risovac marschierten 25 Räuber getödtet und mehr als 20 Hütten, die mit Lebensmitteln für die Rebellen angefüllt waren, verbrannt, ein mit Cartouchen beladenes Pferd, einige militärische Objecte und 100 Ochsen erbeutet. Die türkischen Truppen haben von neuem den erwähnten Balkan von Risovac mit vier Colonnen cerniert, wobei mehr als 20 Insurgenten getödtet und viele Waffen erbeutet wurden. In der Nacht vom 1. d. gigen halb 9 Uhr haben die Serben die türkischen Befestigungen auf den Bergen um Klein-Zvornik angegriffen, wurden nach einem mehrstündigen Gefechte aber zurückgeworfen. Die Verbindung zwischen R a g us a und T r e -bin je ist abgeschnitten. Mukhtar Pascha cerniert. Horvatovic lockle eine türkische Abtheilung an der serbischen Grenze bei KnjaZevac aus guten Positionen und schlug sie. Drei NizamS-Bataillone wurde» vollständig vernichtet. 170 Tscherkessen wurde» gefangen. Unter den am Timok gefallenen Türken wurden angeblich englische Offiziere gefunden. 2000 Freiwillige der Drina-Ärmee find in Bosnien Ungebrochen. In der Schlacht bei Vuüjidol sind gefallen: zwei türkische Paschas, zwei Oberste, zwei Kaima-kams, sechs Bataillons-Chefs und sechzig Offiziere. Die Montenegriner verfolgten Mukhtar Pascha bis vor Trebinje, welche Veste sie belagern. 700 Ora-hovtaner und Zatrepkaner aus Albanien haben sich der montenegrinischen Armee angeschlossen. Es sind dies Katholiken, welche früher gegen die Montenegriner kämpften. General Fadejeff soll in Belgrad ringe-troffen und ohne Aufenthalt nach dem Hauptquartier weiter gereist sein. Man behauptet, daß er anstelle TschernajeffS den Oberbefehl übernimmt. Andere Gerüchte besagen, daß sich die serbische Armee überhaupt in keinen ernstlichen Kampf mehr eiulaffen, sondern in befestigten Stellungen ausharren wird, bis die von russischer Seite eingeleiteten Unterhandlungen zu einer Intervention der Mächte behufs Herstellung des Friedens führen. RistiL soll dem Fürsten erklärt haben, daß er, falls der Kampf noch einen Monat fortgesetzt würde, den Eintritt Rumä niens und Griechenlands in die Action verbürgen könne. Wenn gegen seinen Rath ein voreiliger (!) und schimpflicher Friede geschlossen werden sollte, gedenke er für,immer ins Ausland zu gehen und seinen serbischen Bürgerrechten zu entsagen. Zur Tagesgeschichte. — Installation des pragervürgermei-sters. Bei der am 3. d. M. stattgefundenen Präsentation des neuen Bürgermeisters betonte derselbe, daß er es als strengste Pflicht ansehe, den Wünschen und Bedürfnissen beider Nationalitäten gleichmäßig gerecht zu werden. Er würde es als höchstes Glück betrachten, wenn in seiner Amtsperiode die frühere nationale Eintracht hergestellt würde. — Katholisch. politischeBereine. In Böhmen erfreuen sich die Sechserl-Lomödien, so bezeichnet man die Wanderversammlungen dieser Vereine, weil der Zutritt zu denselben gegen 6 Neukreuzer gestattet wird — eines zahlreichen Besuches. Die klerikalen Feudalen spielen gewöhnlich die Hauptrollen, der Klerus sitzt im Sousstenr-kasten. Bei den Vorstellungen in Schüttenhofen und Weg-städtl wurde Großartiges geleistet. Die feindlichen Expectora-tionen aus den Liberalismus wurden mit bengalischem Feuer beleuchtet. — Der gefangene Osman Pascha ist ein Ungar und heißt Farkas, recte Wolf. OSman Pascha kämpfte im Jahre 1848/49 in de» Reihen der Honved-Armee, nnd damals magyaristerte.er seinen Familiennamen Wolf in „Farkas«. Er socht unter dem Lommando BemS und avancierte zum Oberlieutenant. Mit dem berühmten General trat auch Farkas anf türkisches Gebiet über und wurde Muselmann. Seine ausgezeichneten Sprachkenntniffe ver» schafften ihm bald eine Stelle als Professor an der Militär-akademie in Konstantinvpel. Im Krimkri^ge hatte der zum Bey avancierte Osman die wichtige Aufgabe inne, die Lor-r-fpondeuz zwischen der türkischen, englischen und franzvst. scheu Armee zu führen; nach dem großen Feldzuge wurde Osman Bey zum Pascha ernannt. — Ueber die Dynastie Osman reproduciert die „Augsb. Allg. Ztg." eine ihr aus Konstantinopel zugekommene Lorrespondenz: „Ueber die am 11. Mai d. I. ausgeführte Demonstration der Sostas waren schon vorher dem Sultan Abdul Aziz unbestimmte Gerüchte zu Ohren gekommen, und derselbe befahl, den Prinzen Mnrad (sowie dessen Bruder) einznfperren. Fünfundzwanzig Tage dauerte die strenge Einzelhaft, während welcher Zeit Mnrad unter beständiger Todesfurcht fas« gar nicht schlief und durch übermäßigen Genuß alkoholischer Getränke seine Angst zn verscheuchen suchte. Unmittelbar darauf fand der Thronwechsel statt, und diesem solgte ebenso rasch der Briefwechsel mit seinem Oheim und der Selbstmord des letzteren, sowie wenige Tage später der Mord der beiden Minister. Diese Schlag auf Schlag erfolgenden Katastrophen übten einen nachtheiligen Einfluß aus das Gemüth des Sultans ans, und na-mentlich erschütterte ihn der Selbstmord seines OheimS, denn er sühlte sofort heraus, daß man ihn für den Mörder seines Oheims halten würde. Jnsvlge aller dieser gewaltigen Er-ILütternngen stellten sich bei ihm Hallncinationen ei», die sich dadurch äußerten, daß er sich beständig von Mördern Es war am Morgen eines der letzten Tage des Novembermonats. Eia plötzlich eingetretenes Thauwetter hatte dem Schneesturme, welcher eine ganze Woche hindurch fast unaufhörlich gewüthet, ein Ende gemacht und die weiße Decke, welche während dieser ganzen Zeit die Straßen und Häuser der cingehüllt halte, verschwinden lassen. Die Sonne blickte nicht mehr verstohlen und von düsteren Wolken verhüll wie an den verflossenen Tagen, hernieder, sie stand jetzt in ihrem vollen Glanze am Himmel und schien überall neue« Leben, neue Rea-samkeit hervorzurufen. Auf einer der Brücken, welche über den Fluß füh. ren, der die Stadt durchfchnitt, wälzte sich die vielgestaltige Woge des Lebens mit dumpfem Getöse auf und ab während die Fluten des Stromes, von den Ketten des Eises befreit, unter den Bögen der Brücke hinbrausten. Lange schon hatten zwei Männer, auf das Ei-sengeländer gestützt, zugesehen, wie sich eine Eisscholle nach der anderen auflöste. Das Auge des einen verweilte mit sichtbarem Interesse bei dem Kampfe de« Eises mit den Wogen; sein Gefährte aber ließ den Blick von einem Ort zum anderen schweifen, als suche er einen unterhaltenden Gegen, stand, um die Langeweile zu verscheuchen, an der « unverkennbar litt. „Wir warten vergeblich," sagte er endlich in > dem Tone getäuschter Erwartung, indem er sich zu seinem Begleiter wandte. „Er wird nicht kommen." „Glaubst du?" „Die bestimmte Stunde ist verflossen. Es lohnt nicht der Mühe, seiner noch länger zu harren." „Du irrst, die Uhr ist noch nicht zehn." „Soeben hat es elf geschlagen." versetzte der erste wieder. „So laß uns gehen." „Wohin?« „Nach dem Caf6 Torelli," war die Antwort. Der eine der beiden Männer war der uns bekannte Baron Waldh'im und der andere, dessen flüchtige Bekanntschaft wir gemacht haben, als fein jetziger Begleiter sich zu der Generalin von Sim> mern begeben wollte, hieß Arthur von HochfelSund gehörte einer vornehmen adeligen Familie an. „Sage mir, Waldheim, kennst du den Freiherrn von Asseburg genau?" fragte der letztere, während sie über die Brücke schritten. Waldheim verneinte die Frage. „Wo hast du seine Bekanntschaft gemacht?" ,,J>n Haufe meiner Cousine?" „Er soll ein kolossales Vermögen und bedeutende Güter in Thüringen besitzen." .Es thut mir leid, darüber keine Auskunft geben zu können," bemerkte Waldheim. „Alles, was ich weiß, ist, daß er Empfehlungen mit hierhergebracht an den Minister-Präsidenten. Außerdem hat er einen unbeschränkten Credit bei einem unserer ersten Financiers." ,DaS sagt genug. Hast du noch nicht daran gedacht, ihn, in unfern Spielclub einzuführen. Wir können solche Landjunker brauchen." .Fostins, lento," lachte Waldheim. „Erst muß ich wissen, wie eS aussieht um den Verstand und die Erfahrungen des jungen Freiherrn, dann wird sich das weitere schon finden." „Bravo, du gehst sicher, rief HochfelS. „Laß uns nur nicht zu lange warten." Sie hatten das Ende der Brücke erreicht, als der Baron plötzlich stehen blieb und auf das jenseitige Ufer deutete. „Was hältst du von der Gestalt auf jenem Hügel an dem Ufer des Flusses?" fragte er. „So viel ich in der Entfernung bemerken kann, knieet ein Mann an dem bezeichnten Orte, das Antlitz dem Flusse zugewrndet." „Erscheint dir seine Stellung nicht räthselhaft?" (Fortsetzung solgt.) umgeben glaubte. Dank einer sehr zweckmäßigen Behandlung seines Arztes, hat aber dieser Zustand schon seit mehreren Wochen aufgehvrt; Murad besuchte die Moschee, besaßt sich mit den StaatsgeschSsten, er liest die ihm zur Unterschrift vorgelegten Documente, er liest die Zeitungen, ja er spielt schon wieder aus seinem Piano; er gebraucht Seebäder, macht Spaziergänge und Excurstonen aus dem Bosporus, kurz, von seiner ganzen Krankheit ist in diesem Augenblick« nichts weiter übrig, als eine gewisse physische und moralische Schwache, die sich aber bei zweckmäßiger Behandlung spätestens binnen einem Monate ganz verlieren wird. Von einer Gehirnerweichung ist keine Rede; noch viel weniger kann von einer Regentschast oder wol gar von einem abermaligen Thronwechsel mittelst Abdankung zugunsten des Prinzen Hamid die Rede sein. Letzterer ist geisteskrank und leidet an Versolgnngswahnsinn; der nächste Bruder ist ganz geisteskrank, die folgenden sind alle schwindsüchtig und einer derselben gehl seiner Auflösung mit raschen Schritten entgegen. Auch der Sohn des verstorbenen Sultans Abdul Aziz, der Prinz AnssnfJzzedin, ist rhachitisch und schwindsüchtig; kurz, die ganze Familie bietet das Phänomen einer durch übermäßige Exceffe der Väter und dnrch schwindsüchtige Tscherkefsenmütter erzeugten Generation dar; ein Symbol des von ihnen beherrschten Reiches." Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (In der nächsten Schwnrgerichtssitzung in Rudolsswerth) werden die Herrn Preisgerichts-Präsident Jenniker als Vorsitzender und L. G. R. Dr. Bojska al« Vertreter des Erstgenannten fungiere». — (Die Militärmnsikkapelle) wird, den Wünschen deS Publikums sreundlichst nachkommend, wieder in die schattigen Räume des Lasinogartens einziehen. Morgen abends findet in demselben ein großes Loncert statt, bei welchem die vorzügliche Regimentsmusik mit neuen Pro-grammnummern austreten wird. — (Beim Bestkegelscheiben) zum Besten des hiesigen Buchdrucker-UuterstützungssondeS wurden bis gestern abends nahezu 1060 Serien geschoben. Auch in den solgenden Tagen dürste sich die Theilnahme zu einer recht lebhaften gestalten. — (Rechtfertigung.) Unsere heurige 172. Num-mer bringt eine Notiz über einen in Möttnig im Bezirke Stein vorgekommenen Fall verweigerter ärztlicher Hilse; dieser Fall erfuhr auch im „Slovenski Narod» und in der grazer „Tagespost" nähere Besprechung. Soeben kommt uns vom Beziikswuudarzte Herrn Franz Saurau aus Stein eine längere Rechtsertignngsschrist zu, der wir sol-gendes entnehmen: Saurau nahm am 24. v. M. im Jmps-stationsorte Möttnig die Jmpsnng vor; in der zweiten Nachmittagsstunde wurde er von einem Manne ansgcfordert, bei dessen! Sohne einen Knochenbrnch am linken Oberarm einzurichten. Saurau leistete diesem Ruse allsogleich Folge, exlendierte den gebrochenen Arm, legte den Nothverband an, verordnet« kalte Umschläge und erinnerte, man möge den im nahen Franz domicilierenden mvttniger Gemeindearzt rufen lassen. Saurau lehnte eine» weiteren Rns zur nochmaligen Hilfeleistung ab. Saurau motivierte seine Ablehnung damit, daß er einerseits weder ordentliche Verbandstücke, noch die etwa nothwendigen chirurgischen Instrumente bei sich habe, andererseits, daß er sich nicht mehr länger in Möttnig anshalten könne, indem er in dem nahezu zwei Vollen von Möttnig entfernt gelegenen Orte Obertuchein die angesagte Impfung vornehmen und längstens bis vier Uhr nachmittags dort eintresfen müsse; überdies habe er bei dem verunglückten Knaben da- Nöthigste gethan und bei diesem Acte seine Bereitwilligkeit und Fähigkeiten zur Vor-nähme derartiger Operationen nachgewiesen. Saurau weist die in die Oeffentlichkeit geworfene böswillige Nachricht einer Renitenz zurück, kann jedoch die Bemerkung nicht unter-drücken, daß die Landbevölkerung die zufällige Anwesenheit eines Jmpfarztes in einer Gemeinde gar so gerne benützt, um die Kosten der Beiziehung eines sremden Arztes zu er. sparen. Der praktische Arzt, namentlich der Jmpfarzt, wird aus dem flachen Lande, wenn er zum Besuche eines ihn requirierenden «ranken oder zur Vornahme der Jmpsnng erscheint,-in der Regel von zehn, mehr oder weniger an seine Ankunft wartenden anderen Parteien in Anspruch ge» nommen und empsängt, weil er ohnehin wegen des Jmpf-gefchäftes im Orte erschien, sür die nebst der Jmpsung ge- leisteten chirurgischen Verrichtungen kein? oder eine nur sehr geringe Entlohnung. Sanrau müsse den ihm in öffentlichen Blättern gemachten Borwurs einer Unbereitwilligkeit im Falle Möttnig aus öffentlichen Rücksichten sür die Impfung ernstlich znrückweisen. — (Der Badeort Töpliz bei Rudolsswerth) zählt Heuer bereits 500 Gäste und Passanten. Möge sich die dortige Bewohnerschaft anfraffen und de» Kurgästen allen möglichen Comfort biete». Straßen, Äar-tenanlagen und Quartiere lassen dort vieles zu wünschen übrig. — (Aus den Sommerfrischen.) Mit deni gestrigen triester Mittags-Postznge sind bei 40 Gäste in Laibach angekommen, und begaben sich dieselben in verschiedene Sommerfrischen Oberkrains. Im nachbarlichen Kärnten zieht das romantische Gailthal Touristen und Sommer-Parteien an, namentlich werden Kötschach, Manthen, die Plecken zahlreich besucht. — (Ans dem Amts blatte.) Kundmachungen, betrefsend die: I. Besetzung einer Jngenienrstelle beim krai-nischen Staatsbaudienste; 2. Besetzung einer Staatsanwalts-Snbstitutenstrlle in Graz; 3. Anlegung neuer Grundbücher in Wurzen, Radmaunsdors und Sanabor; 4. Eigenthumsansprüche an bisher nicht bestellbare Fahrpostsendungen; 5. Besetzung einer Oberstaatsanwalt-Vertreterstelle in Graz; 6. Besetzung der Bezirksrichterstelle in Großlaschiz; 7. Lieferung von Weizen, Korn und Kukuruz für die Bergve» waltuug iu Jdria; 8. Verleihung einer Lichtenberg'schen Beamtenstiftung; 9. Lieferung von Scheiterholz für das hiesige Postamt; 10. Lieferung vou Heu sür die Militär-Nationen Laibach, Vir, Kraxen, Stein und Miilikendors; 11. Schießübungen in der Umgebung Laibachs; 12. Besetzung einer Kanzlisteiistelle beim Bezirksgerichte Gottschee; 13. Veräußerung von Emballagen in der hiesigen Tabak-sabrik; 14. Lieserung von Halinatnch für Strafanstalten. — (Polizeidirection in Graz.) Das Land Krain, beziehungsweise dessen Landeshauptstadt, steht mit der Landeshauptstadt der nachbarlichen Steiermark in so sreqnenter Berührung, daß es erwünscht sein dürste, den Wirkungskreis der in Graz ausgestellten k. k. Polizeidirection kennen zu lernen. Zu den Agenden dieser Behörde gehören: I. Alle Angelegenheiten, welche Gesahren für den Monarchen, das kaiserliche Haus, sür den Rechtsbestand des Staates überhaupt, dann die öffentliche Sicherheit nnd innere Ruhe zum Gegenstände habm. 2. Das Meldungs- und Fremden, wesen, Paßangelegenheiten. 3. Preßpolizei. 4. Versamm-lnngs- und Bereinsweseu unter Vorbehalt der Inanspruchnahme der Mitwirkung der Gemeinde behufs Ausübung der im Gesetze begründeten behördlichen Aussicht über VereinS-nnd sonstige Versammlungen. 5. Theater-Angelegenheiten. 6. Ertheilnng von Bewilligungen zu allen össentlichen (deklamatorischen, musikalischen rc.) Produktionen und Schaustellungen, Genehmigung der vorzulegenden. Programme und Texte, Bewilligung von Maskenbällen. 7. Handhabung des WafsenpatenteS, Ausstellung von Waffenpässen, Waffen- und Mnnitions-Geleitfcheiuen. 8. Ueberwachnng des Eisenbahnbetriebes. 9. Das polizeiliche Strasrecht innerhalb dieses Wirkungskreises, insbesondere auch rücksichtlich der im tz II der kaiserlichen Verordnung vom 20. April 1854 bezeich-neten demonstrativen Handlungen. 10. Fällung von Abschaffungs-Erkenntnissen nach § 2, Aliuea 5, des Gesetzes vom 27. Juli 1871 gegen Personen, welche in dem Geltungsgebiete dieses Gesetzes nicht heimatsberechtigt sind. II. Polizeiliche Amtshandlungen nach den Bestimmungen der Strafprozeß-Ordnung rücksichtlich einer Reihe von Verbrechen, Vergehen und Uebertretnngen, Unterstittznng der Strafgerichte nnd Staatsanwaltfchaften. 12. Redaction und Herausgabe des „Polizei-Anzeigers." — (Für M ü h l b e f i tz e r.) Der Verband österr. Müller in Wien fchreibt aus Len 23. August eine Generalversammlung aus, in welcher viele die Interessen der Müller berührende Fragen zur Erörterung kommen werden. Herr Ulrich wird über die Ausstellung in Philadelphia berichten. — (Ueber die Lage der Südbahn) schreibt die „Lemaine FinanciLre": „Man hegt im allgemeinen den Glauben, daß der baseler Vertrag die Verzinsung der Süd-bahn-Obligationen vollständig sichere und außerdem sür die Aclieu eine Dividende ermögliche, welche anfänglich ans 8 bis 10 Francs geschätzt wnrde. Die „Times" dagegen geht so weit, die Meinung ^»isznsprechen, daß nicht allein die Actien vorläufig gar keine Dividende zu erwarten haben, sondern nicht einmal das Erfordernis für die Obligationen sichergestellt sei Wie man sicht, besteht zwischen den allgemeinen Anschauungen und deneu des großen englischen Or-gans eine sehr bedeutende Differenz Wir werden der „Times" nicht durch das Zifferu-Detail folgen, sondern uns an die faktischen Schlußfolgerungen derselben halten. DaS Rai-sonnement der „Times" ist sehr einsach: Die italienische Regierung kaust die italienischen Linien für einen Preis, welcher kapitalisiert 613'/. Millionen Francs ausmacht. Sie bezahlt dieses Kapital an die Gesellschast, indem sie der letzteren eine Annuität von Brutto 33'16 Millionen Francs oder Netto 29'/^ Millionen zuweist. Nun betrngen die Netto-Einnahmen des italienischen Netzes im Jahre 187b 32 2 Millionen Francs, also 2 7 Millionen Francs niehr als jene Annuität, welches Netlo-Erträguis nicht genllgte, MN die Ersordernisse der Obligationen zu decken. Umsoweniger wird eine Einnahme von 29',,^ Millionen zu diesem Zwecke hinreichen. Dies wäre sehr richtig, wenn nicht die Prämissen falsch wären. Die italienische Regierung zahlt nemlich nicht ein Kapital von 613 252 Millionen Francs sür das oberitalienische Netz, sonder» ein Kapital von 752 375 Millionen. Die oberwähnte Summe von 613 252 Millionen repräsentiert den Kansschilling der Linien selbst; nebstbei bezahlt die Regierung sür das Material einen Nettobetrag von 139 123 Millionen in italienischer Rente, sonach beträgt die ganze Zahlung 752 375 Millionen Francs an Kapital. Aber die „Times" vergißt nicht allein das Materiale. Da sie über die Einnahmen und Ausgaben des Jahres 1875 Betrachtungen ansiellt, sollte sie auch erwähne», daß die ersten Be-triebSeinrichtungeu, welche provisorisch zu Lasten der Gesell-chust gingen, »ach Artikel 14 der baseler Lo»ve»tio» ersetzt werde» sollen. Die Südbahm Gesellschaft wird dasür einen Betrag von etwa 26 Millionen zu erkalten haben. Diese beiden von der „Times" nicht gewürdigten Dinge repräsentieren ein Kapital von 165'/, Millionen, welches einem Zinsenertrage von 8 863 Millionen Francs entspräche. Die-es Kapital ist in italienischer Rente zu bezahlen, und wer-de,z von demselben die durch die Compagnie an die Mailänder Sparkasse schuldenden 26 Millionen abgezogen. Fügt man den verbleibenden Zinsenertrag an die oberwäbnte sestgesetzte Annuität, so erhält man die Summe von 38'/, Millionen als diejenige Revenue, welche die baseler Convention an die Stelle deS Reinertrages des italienischen Netzes gesetzt hat. Zwischen diesen 38'/, Millionen und den von der „Times" erwähnten 29'/, Millionen befindet sich wie man sieht, eine bedeutende Differenz. Nach diesen Richtigstellungen dürften die Schlußfolgerungen genau das Entgegengesetzte ergeben von den Resultaten, zu denen die „Ti-pies" gelangten. Im Jahre 1875 trug das italienische Ney netto 32 Millionen ein. Die Südbahn.Gesellschaft konnte ihre Auslagen nur dadurch decken, daß sie ans der außerordentlichen Reserve 4 Millionen Francs entnahm. Dank der baseler Convention wird anstelle der Einkünfte anS dem italienischen Netze hinfort ein Einkommen von 38'/, Millionen treten, was 6'/, Millionen mehr ansmacht, als iw vorigen Jahr eingenommen wurde. Hienach erscheint die Südbahn-Gesellschast vollständig in der Lage, ihre Auslagen zu bestreiten." — („Der B aza r",) berliner illustrierte Damenzeitung, bringt in der soeben erschienenen Nummer 15 sammt Beilage: ») 2 Anzüge aus Mull; — 9 verschiedene Toiletten sür Damen (mit Schnitt); — Spitzen und Bordnren in Weißstickerei und Häkelarbeit; — Wäschegegenstände sür Erwachsene (42 Abbild.) mit Schnitt; — Kleidchen sür Babys und Kinder bis zu 10 Jahren (mit Schnitt); — Taschen zur Garnitur von Kleidern; — Etagöre mit Bambrequin; — Dessins in Kreuzstichstickerei; — Monogramme in Weißstickerei ; — Wandtasche mit Knbpsarbeit; — 6ravs.tte in point-Isvs n. s. w.; — Kinderstieselchen (mit Schnitt). d) Denkmal der Königin Luise von Enke; — Lionel Altist, aus dem Dänischen (Schluß); — Ein Baumwolleu-Ball von Dehn; — Frl. Baronesse (Schluß); „Blindekuh" von H. Schütze; — Modebericht von V. v. G.; — Plandereie«! — Wirthschaftsplandereien (mit Abbild.); — Räthsel; Correspondenz. — Abonnements besorgt die Buchhandlung von Kleinmayr L Bamberg in Laibach. — (Die Reblaus.) Die Dnrchforfchnng der Wein« gärten in der Gegend von Klosterneuburg in Niederöster-reich wegen des Auftretens der klr^IIoxara v-rstatrix ist f^ Heuer beendigt und das Gesammtergebnis derselben dahin ausgefallen, daß in einzelnen Rieden der Gemeinden sterneuburg, Weidling unk Nußdorf seit dem vorigen Jahre eine bedeutende Weiterverbreirung des gefährlichen JnsectS beobachtet würde und daher m t dessen Vertilgung an den inficierten Weinstöcken und theilweiser Ausrodung vorgegangen werden muß. Die Jnficierung erstreckt sich auf ein Gebiet von beiläufig 40 Joch, wo sie jedoch zum Theil nur sporadisch austritt. Man kann daher mit der Ausrodung und Schwefelung auch in beschränkterem Maße das Auskommenzu finden hoffen. Da aber jetzt die Zeit des Flüggewerdens des Jufecls herünnabt, so wird mit den zu seiner Bekämpfung bisher erprobten Verfügungen ohne Verzug vorgegaugen. — (Die Landescommiss > on für Pferde-iucht in Krain) hat heute in Sello im Beisein des Vertreters des Ackerbauministeriums, Oberst v. K a d i s ch, folgende Hengste zur «usmusterung beantragt: I. „kiktro-, Fuchs; 8. „Sxglavx-, Rothschimmel; 3. „Oristsno-, Rapp; 4. lixkt«, Braun, welche nach späterer Bekanntgabe zum liciiationsweisen Verkaufe gelangen werden und end-lich 5. „kioeolo*, Braun, welcher als Dienstpserd zur Benützung kommt. — (Aus den flovenischen Blättern.) „Slo-veuski Narod" betrachtet in seinem Artikel „Der südslavische Krieg als Ausklärer" den Krieg Serbien-Montcnegro's mit der Türkei als ein Förderungsmittel ,ur Verbreitung des nationalen slavischen Bewußtseins unter der slovenischen Be-völkernng, und konstatiert, daß diese Verbreitung bereits erfreuliche Fortschritte gemacht hat. Wir Lanken dem „Slo-venski Narod" für die eminente Definition des Begriffes „Krieg"; wir erblickten bisher in dem Worte „Krieg" ein Erbstück der Barbarei, eine Störung des civilisatorische» Fortschrittes, eine Schattenseite des IS. Jahrhundertes. Wir Deutsche erblicken in diesem Kriege ein Förderungsmittel zur Steigerung des unter den kriegführenden Parteien ohnehin bestehenden hochgradigen Haffes, ein Mittel zur Näh-rnng blutiger Feindschaft, eine Schädigung der geistigen und volkswinhschastlichen Kultur, ein Verbrechen gegen die moderne Zeit, welche die Entscheidung wichtiger Fragen den Waffen des Geistes und nicht jenen aus tödtendem Eisen überlassen sollte. — „Slovenec" bestieg wieder einmal den Richter-sluhl Solons des Weisen; er constaiiert (?) in dem Artikel „Prenßenthum und Turkophilismus aus dem Lande", daß die Mehrzahl der Türkenfreunde auf dem flachen Lande unter den Staatsbeamten zu finden fei und es nur wenige unabhängige Personen gäbe, welche mit den Türken sympathisiere». Wir finden in dem Umstande, daß der Staatsbeamte mit den Türken sympathisiert, keine auffällige Erscheinung. Der Staatsbeamte neigt sich ,n der Siegel jederzeit jener Seite zu, die auf legalem Bode» steht; er kann und darf nicht jenem Lager sich beigesellen, in welchem In» surrection und Revolution gepredigt, in welchem mit den Massen in der Hand gegen eine legal herrschende Staatsgewalt gekämpft wird; in der Brust des Staatsbeamten soll das Recht jederzeit eine heilige Stätte finden; er kann, «r bars der Jnsurrectwi, keine Sympathien entgegenbringe». — Die „Novice" veröffentlichen in ihrer heurigen 31. Nummer unter dem Stichworte „Die Gleichberechtigung aus den Eisenbahnen" eine Petition an die Generaldirectio» der Rudolssbah», in welchem Schriftstücke Beschwerde gesührt wird, daß die Eisenbahn-Conducteure die Namen der ober-krainischen Stationen Lengenfeld, Kronau und Ratschach nur in deutscher, und nicht auch in slovenischer Sprache aus-rusen. „Novice" fragt: „Sind die Eisenbahnen in den slovenischen Landestheilen etwa auch dazu berufen, Propaganda lür da» iein wird, insolange wird man nur zerstören und nicht bauen." Der Liberalismus ist es, der für die „goldene Freiheit" kämpst und d,e Uuduldsamteit der Klerikale» be-kämpft; der Liberalismus ist es, der den Agitationen der Ultramontanen mit der Leuchte der Aufklärung in der Hand entgegentrilt; der Liberalismus >st es, der die nnberewtigte, unzeitgemäße Herrschaft der Klerikalen stürzt und neue Burgen baut, aus deren Zinnen das Banner der geistigen Kultur und Volksanfklarung weht und die Fahne der falschen Propheten in de» Staub getreten wirb. — Die „Danica" bricht die Lanze süc die Berechtigung zu Sammlungen sür verwundete Insurgenten, sür verschiedene Missionen und den Gesangene» in Vatican. Wir wollen Sammlungen nicht hindernd entgegentreten, wenn es gilt, wirkliche Hu-manitätszwecke zu unterstützen, müssen jedoch Auswanderungen von heimatlichen Gelder», die augenscheinlich nationale.,, klencalen und Oppositiouszwecken dienen, offen und sre> verdammen. Das Land Rrain braucht das heimatliche Geld zu eigenen der Unterstützung sehr bedürftigen reellen Zwecke». Die Vertretung landwirtschaftlicher Interessen. Ein landwirthschastlicher Verein in Böhme» beabsichtigt, mit einer Petition wegen Errichtung von Äckerbau-Kammern vor den Reichsrath zu treten. Inder „Wiener landwirthschaftlichen Zeitung" erhebt sich eine Fachstimme gegen die Errichtung solcher Kammern in solgenden Ausführungen: „Die Petenten sind der Ansicht, daß die Landwirthschaft keineswegs in gleicher Weise sich der Vertretung ihrer Interessen erfreue, als wie Handel und Industrie, welche in den Handels- und Gewerbekammer» eine fpecielle in den politischen Körperschaften eine viel ausreichendere Bert«, tung hätte». Wer sich der malten Debatte», der geringen Erfolge erinnert, welche bis jetzt verzeichnet werden konnten, wenn es sich in Landtagen und im Reichsrathe um landwirth-schaftliche Angelegenheiten handelte, wird sich der Meinung, daß der Ackerbau bisher elwas stiefmütterlich behandelt wurde, nicht ganz entziehen können; Industrie und Handel, Fabriken, Eisenbahnen und Börse sührten b>sher das große Wort; für sie waren alle «affen offen; um ihrer willen wurde ganze Sessionen lang getagt, und wenn nöthig, auch geilachtet. Die Petenten um die Ackerbaukammern glauben nun, die Leiden, von welchen die Landwirthschaft bedrückt ist, durch den Bestand und daS Wirken solcher Kammern um vieles gemildert würden; ja man gibt sich der Hoffnung hin, dal mit Errichtung derselben die gesammle Landwirthschaft einen neuen Aufschwung nehmen möchte. In der betreffenden Petition wird einiger Hauptaufgaben Erwähnung getkin welche seit langer Zeit der Lösung harren und die man mit Hilfe der benannten Kammern lösen will und wird auch der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß man den Uebeln, an welchen die Landwirthschaft krankt, hiedurch schematisch begegnen wird. In der Gesuchsbegründung heißt es, daß die Nothwendigkeit vorliegt, solche Kulturen einzuführen, deren Früchte leichter der allgemeinen Concurrenz begegnen können; um dies zu erreichen, ist eine gründliche Veränderung der landwirthschaftlichen Lreditverhältniffe äußerst dringlich. Die Zusammenlegung der Grundstücke muß durch, geführt, Bewässerungsanlagen sollen geschaffen werden; die Ausiorstungsjrage, der lauüwirthschastliche Unterricht, die Hebung der Rindviehzucht sind Thätigkeitskreise, welche die Ackerbaukammern lebhaft beschäftigen und die Fragen einer gedeilichen Lösung zusühren werden. Also wirklich sollten das alles die Kammern imstande sein? Oder sind dieselben hiezu überhaupt nothwmdig? Habe» wir keine Jntereffenv-rtretungskörper, in denen wir unsere Angelegenheiten zur Sprache bringen könnten, §hne uns in unfruchtbare Bemühungen nach Ackerbaukammern zu verlieren, hierum unsere Kräste zu vergeuden? Wie sich die Anhänger dieser Kammern die Schaffung billiger Creditverhältnisse denken; welches die besonderen Kulturanlagen sind, die wirklich keiner Concurrenz begegnen follten; ob vielleicht eine neue Auflage der chinesischen Mauer geplant ist; in welcher Weise Sie Ackerbaukammern einen erfolgreicheren Einfluß auf die Schaffung der erwähnten Gesetze haben sollten, als wie von anderen Seiten mögliche Petitionen haben könnten, ist nicht näher angegeben und daher schwer glaublich. Oder sollte der Sinn für landwirth-schastlichen Jnterefsenfchutz seitens der Kammermitglieder größer und höher ausgedildet sein, als jener, dessen sich unsere landwirthschaftlichen Vertreter im Reichsrathe, in den Landtagen mehr oder weniger erfreuen ? Wie die landwirthfchaftUche Unterrichtsfrage früher und besser durch die Ackerbaukammern gelöst werden könnte, wo 'ie doch die landwirthschaftlichen Vereine, Bezirks- und Ge-meindeschulräthe, die betreffenden Vertretungen fchon längst hätten theilweise lösen können; wie überhaupt dem leit-meritzer Bezirksverein die Zusammensetzung dieser noch etwas lustigen Institution vorschwedt; welche Rechte Liese Kammern nach oben, welche nach unten haben soll; wie ihre Vertretung nach außen sein wird, ihre Betheiligung bei der Zusammensetzung der gesetzgebenden Körper rc., diese Aufklärungen mögen wol alle im Präsidententische beS laud-wirthschaftlicheil Vereines zu Leimeritz schlummern, erwartend den Tag, wo ein allgemeiner Rus nach einem neuen bureaukratischen Körper das L^nd durchbraust, und die Landwirthe in dem so rubrikreichen Steuerbüchlein auch einen „Ackerbaukammer-Zuschlag" finden werden. Vor allem möchten wir die Ansicht, daß die Landwirth-ichast keine Interessenvertretung habe, dahin modificiecen, daß sie gegenwärtig wol keine genügende Vertretung habe, in Zukunft aber dieselbe in höherem Maße auch ohne Acker-baukammern wird haben können, wenn die Landwirthe eS nur wollen. Bieten sich den anderen Zweigen der Urproduktion, dem Wald- und Bergbau, mehr Gelegenheiten einer größeren und besseren Interessenvertretung als dem Ackerbau? Oder haben Gewerbe, Industrie und Handel ihre Er-solge nur mit und durch Vermittlung der beschränkten Handelskammern erreicht, oder nicht infolge der eigenen Rührigkeit der besseren Vertretung im Reichsrathe? (Fortsetzung folgt.) Witterung. Laib ich, 5. August. Morgennebel nach 6 Uhr verschwindend, heißer Tag, heiter. Wärme: morgens 7 Uhr -j- 180°, nachmittag-2 Uhr -s- 28 7» 6. (1875 ->- 16 7'. 1874 4- 17 8« 6.) Barometer im Fallen, 739 33 ran». DaS gestrige LageS-mittel der Wärme -j- 22 2°, um 2-4° über dem Normal». Verstorbene. Den 3. August Johann Skoinik, Zwänzling^ 40 I., Zwaugsarbeitshaus Nr. 47, Tuberculose. Den 4. August. Simon Lukinovii, DrahtfabrikS-arbeiter, SO I., Stadt Nr. 54, Entkräftung infolge von Krämpfen. — Antonia Novak, SchneiderSkind, 1»/, I.. Krakau-Vorstadt Nr. 27, Fraifen mit Atrophie. Telegramme. Belgrad, 4. August. (Osficiell.) Gestern Angriff der Türken auf Knjazevac. Die Armee steht bei Trasibaba. Das türkische Centrum wurde eine Meile zurückgedrängt. Horvatovii! griff gestern die Türken an, der Kampf dauert noch heute fort. Die Serben nahmen die türkischen Schanzen bei Mra-mor und drangen bei Nisch in das türkische Lager ein. Lelrgraphischer Lursdericht am 5. August. Papier-Rente 86' Silber-Rente 69 — — IX.",-, StaatS-Lnle-en 111'50. — vankactien 857.— Lredit 144 60 — London 124 35. — Silber >01-75. — K. k. Münz-dukatrn 5'89, — 20-Franc» Stücke 9 87. — >00 ReickS' mark 60 90. ^d.SNS'8 lermagazm, Graz, Steugasse 3, 2. Stock. 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Eltern, welche ihre Töchter nach Laibach in eine gebildete Familie unter sorgsältige Obhut geben wollen, mögen sich gefälligst an die Administration des „Laibacher Tagbl." wenden. ,428) 3-1 Eim Liiück t. t. WsMz- W UmS-MjMU ltoklinarkt 7 Ii<»I>Iiunrkt 7. Dreschmaschine mit Strohschüttler ist zu ver-kaufen. Anfrage bei >»«««»». (429) 2—1 Voi'iiiU,!« in Imibuvli >ie> v. »- »<: G'««!. »nci in »Ilen kul.I>- uncl Kun»ltiui il>unj;en. (xl'08868 der VVicitt'l' kin^8tr»886. Vollenüstsr »usgsdsuter Vlie». ganze Zimmereinrichtung ist aus freier Hand zu verkaufen. Näheres im Hause Nr. 214, Herrengasse, beim Hausmeister. (425) 3 2 «-i Xai-ingsn L Ka86ti Pergament-Papier zum Absteinsieden. 1 Bogen 20 kr. (390) 8 Mieäer j (409) 3-1 liir bei ^ 7. I^LibLed. << 20000000000000 o< Lanraster-Litienwasser, > gewährt der Haut eine natürliche weiße Farbe, 1 > macht sie fein, verhindert zu frühe Falten und I ' macht Runzeln verschwinden. ^ 1 Flasche ! fl. ö. W. N bi Apotheker, Wienerslraße, Laibach. 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Isnx, 14 Lentim kocli, in künstlerisi'.ken künbsmd oioßgnt gvbunclvn, Preis 4 II. 0»8 rier»vb8ts unä «vkönste knäenken an ilie Xskerstallt. 1 »MM III <148) 12 8 vsttsn, IlauxtxlatL 168, MLl1)?'8ek68 llaus. dcaturltche inerakwäjl M voxsn t'ost an^volsnn kr^noo LLO aus^vLrts. Fttlluna 4. Vpsrn NIng, 8taät-8sits. 8. Xolo«rat-King, 8tlt«1t-8sit6. 12. Stuben-King 8ta.ät-8oits. Druck von Jg. v. Kleinmavr L Fed. Bambera. , Verleger Ottomar Bamberg. Für die ReLaction verantwortlich: Franz Müller.