agesbote fir Ilnterlieiermark. Pr.1numerationSpr«»s für Marburj,. V^ontitllch.....— ff. 70 tr »Litrttljahrig .... » „ t0 AnsteNunz monatlich . . . — 15 „ Einzelne Nimmern 4 kr. lvrga« der ttberale« Partei. Erscheint tSglich mit K»s«i»hme der 5o«n- «nd Feiertage. Manllseripte werden nicht zurück gtseadet. vl-MlIStzitß.....s « kr. P». Z«tle. .N R4?. Marburg, Donnerstag «. Ottober «8»«. Jahrgang Zar Fragt drr Staatsschuld an die Aationaltiao!». X Bekanntlich schuldet der Staat der Nationalbant einen Betrag von 80 Millionen Gulden, welcher demselben als Aequivalent für das Bank-priviltjuum auf dessen Dauer darlehensweise von jener üb«rlaffen lvurde. Als nun stiner Zeit die Finanzfragen zwischen Cisleithanien und Ungarn zur Austragung kamen, blitl) die Entschcidunil ob diese Schuld eine gemeinsame sei oder Cisleithanirn allein zur Last falle, ill SUSPLVS0, sie ist eS bi« heute. Mußte ja über Dr. BrestiS Inspiration die Nationalbank ihr Aktitnkapital. reduziren, damit die mit jenem Darlehen in Verbindung stehende Garantie deö 7^/^ Erträgnisses ebenfalls nicht zu einer prinzipiellen Entscheidung gelangen konnte. Die Nationalbant hat ihrerseits wiederholt vergebliche Schutte gethan, um endlich über daS Berhältniß ihreS Schuldners betreft gedachter 80 Millionen in'S Rune zu kommen, obgleich eS kcinem Zweifel unterliegen kann, daß jene Schuld eine gemeinsame für Oesterreich Ungar» sei. Wie gesatjt. diese Frage harrt schon seit ein paar Iahren vergeblich ihrer Entscheidung, indem die österreichische Regierung noch i,nmer den Zeitpunkt nicht für palend gefunden, den ungarischen Finanzminisler hinsichllich der Bankschuld zu einem entweder—oder, zu einem „Ja" oder „Nein" zu bkweg/n. Wie die Wiener Blätter berichten, soll sich inzwischen etwaS zugetragen haben, waS allerdings mindesten« als ein höchst sonderbarrr Borgang zu bezeichnen wäre. Am 1. Mai d. I. fand nämlich die durch Beschluß deS ReichSratheS geforderte Uebergabe der Berivaltung der Staatsschuld auS dem R s-sort des ReichS FinanzministeriumS in daS Res-fort der österreichischen Finanzverwaltung statt. Das Reichs'ginanzministeriuln war zu dieser Zeit, da Herr v. Lonyay die Erbschaft deS Baron Becke noch nicht angetteten hatte, nominell !N den Händen des Grafen Neust, thatsächlich aber dem Sek-tionS Chef v. Weninger (ungarischen Ursprunges) anvertraut. Nach einem Berichte d.r „Montags-Revue" nun soll Herr v. Weninger, als die Uebergabe erfolgte, einfach auf admininrativem Wege angeordnet haben. daß in die Bücher über die östel-reichische Staatsschuld einfach auch die 80Mil-lioneN'Staatsschnld an die Bank aufgenommen werde, und als nun die Staatsschulden-Kontrols-Kommission deS NcichSratl)eS vor etwa 14 T^^gen die Bücher unseres Ministeriums revidirt habe, sei entdeckt worden, daß in diesen Bücher» die 80 Millionen unter dem Dtel der konsolidirten Schuld Oesterreichs stehen. Die KonlrolS-Kommisjioa soll dagegen Herrn v. Lonyay eine Relnonstration vorgebracht, von dirsem aber die Antwort echalten haben, die Eintragung sei vor seinem Amtsantritte erfolgt, in den Büchern de< gemeinsamen Ministcriulnö sei die Schuld nicht enthalten, und er kümmere sich demgemäß auch nicht weiter um sie. Ob nun di.ser Borgang vollkotninen richtig ist oder nicht, mag nnerörteit blnben; ein s^hr gelvundeneS Dementl der offiziösen Korr.spondenz Warrens stellt das Thatsächliche kaum als unrichtig dar. nur will diescibe die gezagenen Lchlup-sorderuntl^n. als sci ein Präjudiz zu»n Nachtl)cile iöisleithiuiienö in dieser Frage geschafseli wvldeu. nicht zugest.ljeli. Insoferne hat sie auch recht, denn ein Akt von einem unberechtigten Dritten vorgenommen, kann nie Präjudiziren ; unberechtigt war Herr v. Weninger jedenfalls. Berfügungkn zu treffen, die fs»r die österreichischen Finanzen bklastend lvären. nachdem er nur Verwaltungsbeamter und zwar im gemeinsamen Finanzministerium war. dem auf Oesterreichs Finanzen keine Ingerenz zusteht. Ueber die Verbindlichkeit Oesterreichs und Ungarns gegen einander entscheiden nicht Geschäfts-bücher, sondern die geseßlichen Vereinbarungen, in welchen nichlS zu finden ist. waS den Wenin-ger'schen Vorgang rechtfertigen könnte. Seitens. der KonttolS-Kommiffion dagegen ist in den publizirten amtlichen Auslveisen seit dem Ausgleiche mit Ungarn regelmäßig hinsichtlich der StaatSfchuld an die Bank alle erforderliche Vorsicht beobachtet lvorden, und wen» man den letzten Ausweis nachschlägt, so findet man unter der konsolidirten Staatsschuld Nummer 48 ausdrücklich bemerkt eine Schuld von 80 Millionen an die Bank, hinsichtlich welcher der Zusatz gkMacht ist: „Die BeitragSquote der ungarischen Länder zur Zahlung dieser Kapitals- und Zinsen-schuld wird stiuerzeit zum Austrage gebracht werden." DaS genügt wohl, damit nicht aus einer ungerechtfertigten Verbuchung. welche Herr Weninger anordnet, eine ungerechle Schlußfolgerung hinsichtlich der Verbilldlichkeiten Oesterreichs gezogen wird. Wenn dieser Gegenstand, dcr lange genug in der Schwebe sia, befindet, endlich geordnet »vürde, könnte wirklich nicht schaden, zumal der Reichsrath in seiner letzten Sestion an daS Finanzministerium die Aufforderung gerichtet hat. die Angelegenheit dcr 80 Millionen Schuld mit Ungarn ehestens zu regeln. Aeitungsfchau DaS „Vaterland" kann lnit seinem Berichte über die Vorgänge in Rom vom Z0. September nicht fertig werden; es ist unS somit daS Objekt eines ResiimeS benommen. Die „Politik" kommentirt die zweite Adresse dls böhmischen Landtages, sie geht zu diesem Zlvecke auf das kaiserliche Reskript vom 25. August zurück, in welchem als Konzession die Revision der Beziehuugen BöhmeltS zum Ge-sammtrciche und die Wahlreforin in Aussicht gestellt lvurden. Seit dieser Zrit habe die Wienrr Regierung keine iv.iteren Zugeständnisse gemacht. Denn das bloße Einfügen der Worte „böhmisches Staatsreelzt" in irgend einer Regierungs-schrist sowie die Zusichelung der eventuellen Krö nun^ in Prag vermag die „Politik" und ihre Parteigenossen nicht als Konzessionen aufzufassen, sie können nicht Anlaß geben, von dem strikten Standpunkte, auf weichem man sich mit der De-kl.^ration gestellt, al,zugehen. Aus diesen ui»d verschiedenen anderen Grimdcu kann sich die „Po lttik" auch mit der zweite« Adresse nicht einverstanden erklären, anerk^nnensiverth sei einzig an ders l!»en die Cntschicdenhelt. mit iv^lcher die Rcichsrathübeschickung abgelehnt »vird. Die Krönung sei rin Recht Böhmens, dessen Ersüllung eine Pflicht der Krone, daher kein Zugeständnis sein könne. Die in der Adi^esse eiithallene Eiu-ladnng zu tveiteren Vtrhandlunge-, mit den» ge-genlvärtigen Landtage erschnnt der „Politik" ein zn iveit gchkndeö Zllgeständniß. (Wirklich ? Ann», der Red.), iveil ihre Konseqnetiz eine Anerkennung der je^ügen Lant'tagszusammnise^ung sei, und sotNit loivohl gegen die Deklaration als auch gegui jene t^rklärnng verstoße, ivklche bei der LandtagSeröffnung von den Nationalen und Feudalen abgegeben ivurde. Die „Politik" konstatirt auS dem Wortlaute dcr Adresse »veiter. daß der Landtag von «einem ursprünglichen Vorsatze abgegangen sei, sich n»»r als „vorbereitende Versammlung" für den eigentlichen, rechtmäßig zusammengesetzten Landtaq zu betrachten, indem eS in derselben heißt: „Sollte eS Ew. Majestät gefallen, andere „Vorschläge an unS gelangen zu lassen, so „wird der gegenwärtige Landtag „so sehr er überzeugt ist, daß als erste und „nothwendlgste Bedingung derWiederherstelung „fester ReehtSzustände das Zustandekommen „einer gerechten und vollberechtigten Vertretung „des Landes anzustreben wäre — selbst „in seiner gegenwärtigen ZusaM' „mensetzung solche Borschläge mit gebüh-„render Ehrfurcht entgegennehinen und in „ernste Erwägung ziehen." und knüpft daran den Wunsch, eS möge diese neuerliche Ko»»zession von Seite der Deklaranten dirsen und dem Baterlande nicht zum Schaden gereiche«. Die „Presse" hält die Ausschreibuna dl-rektcr Wahlen sür Böhmen gewiß, um die Wahl der Delegation zu ermöglichen, »veil auch Ungarn a»»f Regelung der finanziellen Verhältnisse drängt. Für die nächste Zeit stellte die „Presse" der Ver-fassungSpartei durch diese Maßregel eine Majo-rität in Aussicht, »velche jedoch nicht groß genug sein werde, um die Wahlreform in Angriff nehmen zu können. Zum Schlnße betont die „Presse", daß, wenn der böhmische Landtag bloß vertagt wird, der fernrrc Ztvcifel an dcr VersV.ssungStreue des MinisterimnS gerechtfertiilt wäre; tveil darans hervorgehe, daß die Zetteleien mit dem Landtage fortgesetzt werden sollen. Die „N. Fr. Presse" setzt auseinander, daß die franzüsische Regierung mit ihrem Programme keine Scholle hei»natllchcn BodenS abzu-treten eine Aufgabe übernommen habe, die n»cht durchführbar und ihren ei^^cnen Untergang invol-vire. Die „N. Fl. Presse" ist von dem Friedens-bedüisnisse der Männer an der Spitze der fran-zöstschen Regierung überzeugt, doch fürchten diese von den» fanatischen Volke beseitigt und durch Männcr ersetzt zu werdeii. ln deren Händen Frankreich sich in Anarchie auslösen würde. DaS u»»-glückliche Land »vird noch bedauern daß JuleS Favre den von Bismarcks proponirten Waffenstillstand zurücktvieö. denn jetzt müsse einem solchen die llel)ergabe von Paris varauSgehen; neue Ai-»neeii zit ort^anisir^n wird andererseits den Fraii-zosen keinesfalls gelingen. u,»d die Frifdensbeding-Nisse werden immer härter iveiden. Auch der „Wanderer" tadelt die französische Regiernng, weil sie '-.'^isinarck's Vorlchläge so brüske znrückwies. Das falsche Ehrgefühl habe Jules Favre irregeführt, der Waffenstillstand wärc nicht sch»n^chvoll geivesen. übrigens sei ja Frank-reich in den legten 20 Iahren durch die Unternehmungen Napoleons lU. z. B. gcgcn Mexiko, Ach,nach genug ausgeladen, u»n in diesem Punkte Nicht all zu zart fühlen zu dürfen. Das „N. W. Tagb la t t" brspricht die neueste Kalniiination, liach »velcher cin ungarischer Alt-konservativer. Gras Szeesen. berufen sein solt den Graien Beust als Reichskanzler abzulösen. Es iverdc durch üiese Kombination der Furcht Ungarns vor Rußland Ausdruck gegelien. sie be« deute ein von '^^enst perhorreszirtes Anlehnen an Deutschland. Das „N. W Tagblatt" konstatirt. daß die Reaktion uns nicht vor Rußland z»! schützen vermöchte, und daß. obgleich Beuft s Rolle ausgespielt, drr Tausch gegen einen ungarischen Altknservativen doch ein unvortheilhaster für Oesterreich wure. H^arlamentartsche». Wie Wir inspirirten Organen des Ministe« riums entnehmen, wäre diese» schlüffig geworden, deu ReichSrath biS Eude Oktober zu vertagen, in Böhmen hingegen den Landtag trotzdem der-srlbe die projektirte Adreffe annehmen wird, nicht aufzulösen, sondern denselben bloß zu vertagen und gleichzeitig direkte Wahlen für den Reichsrath auszuschreiben; auf dieje Weise sei den Wün-schen beider Fraktionen deS Ministeriums Genüge geleistet und nicht ein Ausscheiden Sr. Cxzelltnz de» Herrn AckerbauministerS zu befürchten. Ob dar-über große greude im Hause Oesterreich herrschen wird, wagen wir nicht zu entscheiden. Gutem Bernehmen nach beschloß der Klub der Deklaranten in Prag, dlc Adresse diesmal nicht durch eine Deputation zu den Stufen de» Throne» gelangen zu lassen, sondern die Ueber-mittlnng im geeigneten Wege dem Ermessen de» Oberstlandmarschalls zu überlaffen. Die Parteiorgane der staatsrechtlichen Opposition tonstatiren. daß lm Adrebau»schusse zwei Mitglieder für die ReichSralhS-Beschickung plai dirt haben; die Ablehnung geschah hierauf mit Stimmeneinhelligkeit, nachdem jene Zwei eine» Befferen belehrt wurden. Dolttlfche «eberficht. Znlaud. Zur Abwechslung haben wir neue Gerüchte über Minifterveranderungen zu verzeichnen. Gras Anton Szecsen soll berufen sein, als Minister de» Äußern den Grasen Beust zu ersetzen ; an-dererseilS soll Graf Andrassy für längere Zett auf „Urlaub" zn gehen gesonnen sein, um, wie der „Pester Lloyd" sich ausdrückt, von den Kämpfen der nächsten Zeit sich auch äußerlich entfernt zu halten. Wie dieseS Blatt die Simation auffaßt sollen in Wien zwei Strömuni^en gegeneinander arbeiten, die eine, welche den Grafen Beust für die Zukunft als nothwendig darzuftcllen sucht, und die politische La^^e sür Oesterleich niäit bedrohlich schildert, indem Rußland voll Friedensliebe, eine Annäherung an Preußen vor der Hand überflüssig sei; Graf Beust brauche daher den Rücksichten auf Preußen nicht geopfert zu werden. Die zweUe Ansicht verlangt in Anbetracht der zwar noch nicht deutlich sich manifeftirenden agreffiven Pläne Ruß-landS. deren Wirkung sich jedenfalls, wenn gleich erst nach Monaten äußern werde, den Ersatz Biust's durch eine P«rsönllchtcjt, welche einer An-näherung an Preußen förderlich wäre, wozu eben ein in der Wolle de» Konservatismus echt ,tesärb-ter Magyar, wie Graf Szccscn. am geeignetsten wäre. Als theilweisen Ersatz für die gemaßrrgelten Statthalter werden bezeichnet und zwar sür Tirol Graf Lodron, dermalen LandeSchef in Kärnten, ehemaliger LindeSgericht,Präsident in Graz; in Klagenfurt soll er durch den bisherigen Statthat-tereileitcr in Trient. Hofrath E^eSchi. der über den Verdacht deS Liberalismus erhaben ist. ersetzt werden. Nach Trient käme Herr Ales^mi. bisl)er Etatlhaltereileiter in Zara: der Statth.'lterposten von Mähren bliebe vor der Hand unbesetzt. Thier» wird sich auf seiner Rückreise von Petersburg einige Tage in Wien aushalten, seiner Ankunft sieht man für den 4. odcr 5. d. M entgegen. Seine Mission ist auch am Hofe deS ikzaren gescheitert, er soll die» bereits der fran-zösischen Regierung mitgethtilt haben; er wurde zwar Höftich ausgenommen, empsiug wohl von allen Seiten Beileidsbezeugunt^en. aber positive Zusagen ei lnngte er daselbst jo wenig wie in Lon don und Wien. Die Stadt Znaim ljat Poche zum Ehrenbürger ernannt, dte mährische Spark^s^e entsendete an denstlbeu eine Deputation, um da» Bedauern der Anstalt iiber dessen Scheiden al» Protektor auszudrücken. Ausland Hinsichtlich der zu'ii»fti„en politischen Ge-ftaltung Deutschland» lautet die in Berlin aus- gegebene Parole nunmehr leider dahin — kein deutsche» Parlament, einfach Beitritt zum nord-deutschen Bunde. In Cannstadt soll eine Rotab-lenversammlung diese» Programm einstimmig akzeptirt haben (!). Dr. Jakoby hat ein Schreiben an Bi»marck gerichtet, worin er an deffen Gerechtigkeitsgefühl oppellirt und Aufhebung seiner im Gesetze nicht begründeten Haft erwartet. Er scheint bis nun keine Antwort erhalten zuhaben. MtM findet in belgischen Blättern die Ber-muthung ausgesprochen. Preußen gedenke beim Friedensschlüsse die Abtretung Luxemburgs zu begehren. Nachrichten auS Tour» zu Foll^e scheint die sranzösische Regierung abzutviegeln und sür einen Frieden mit Opfern, die öffentliche Meinung vorzubereiten. lLin Glück für Frankreich wäre die Bestütit,unt'. dieser Angaben. Die Delegation des Kriegsministeriums hat in Tours General Lesort übernommen; Dumas der Aeltere soll schwer er» trankt darnieder liegen. In Rom scheint ?ine versöhnlichere Stimmung Platz zu greifen. Beweis dessen ist die Meldung, daß der Papst den italienische» Truppen die Besetzung der EngelSburg. im leoni nischen Stadttheile gelegen, gestattet hat. General Ea-dorna hat dem von ihm ernannten GemeindeauS-schuffe die Verwaltung dor Regierungsgeschäfte für die ganze Provinz übertragen, er führt den Namen provisorische Regiernngsgiunta sür die Provinz Rom; dieftlbe erließ bereits Verfügungen polizeilicher, gerichtlicher, handelspolitischer Art. z. B. Abschaffung der Zolllinie, Einführung der Gewerbefreiheit ze. Die italienische Preßgesetzgebung wurde jedoch nicht eingeführt. Marburger« «ud Provinzial' Ikaehrichte« Marburg. .6 Oktober. (Vom Kasino) Die Restauration ist, wie ivir hören, seit einigen Tagen gesperrt, ebenso die für Mitglieder bestimmte im ersten Stocke dcs Geländes, und soll erst in einigen Tagen wieder eröffnet iverden. Sehr sonderbar finden Ivir. daß Herr Gescheider. der neue Pächter, es einerseits nicht der Mühe ti)erth gefunden hat, von diesem Umstände den geivohnten Besuchern seine» Lokal's Mittheilung zu machen, und daß das Kafinokoinitee andererseits nicht so viel Rücksicht gegen die Mitglieder beobachten zu müssen glaubte, um seinerseits eine Bekaautgebung auf allgemein zugänglichem Wege diesfalls ergehen zu lassen. (Die Wahl in der Gemeinde Lei« tereverg.) Unter ungeivöhnlicher Betl»eiligung der Wählcr wurden am 4. Oktober zu Ausschüssen guvahlt vom II. Wahlkörper: Franz Woschnig, Franz Bindlechuer. Dr. Radey. Josef Purgay, JohannKaibitsch. Alois Lopitsch; zu Ersatzmännern: Jakob Ferk. Andrea» Gollob. Mathias Krengel; vom I. Wahlkörper die Herren: Äakob Purgai. Franz Pichler. Karl Scherbaum, Alois v. Kriehuber. Major Quirini. Stefan Mo hör; zu Ersatzmännern die Herren: Heinrich v. Gasteiger. Jakob Peternell, Joses Kermek. (Korn- und Rindschmalzeinkauf.) Die k. k. Salinen-Verwaltung Aussee kaust im Offertivege sür das Jahr 1871 3915 Metzen Korn und 159 Zentner Rindschmalz. Die näheren Bestimmungen enthält die Nr. 227 des Grazer Anzeigeblattes vom 5. Oktober d. Ä. (Entsprungen.) Vor einigen Tagen ist aus der Korrektionsanstalt zu Lankolvitz ein weiblicher Zwängling entsprungen und nicht mehr eingebracht tvorden. (Für Lehramtskandidaten.) Die schriftliche Prüfung der für allgemeine Volts und Bürgerschulen angeMtlveten Kandidaten findet am 10. Oktober 8 Uhr Morgens im Gebäude der Lehrerbildungsanstalt in Graz statt. (Sitzung de» GemeindcauSs chusseö.) Wie wir hören hat heute Nachmitta,;» eine jolche stlutgefunden; unsere» Wissens sind Gemeinde' auSschuß Sitzungen in der Regel öffentlich; eS wäre somit Pflicht de» Herrn Bürtjermeister-Stell v-rtreter» den Wälilein diese Thats.ichc auch gehörig bekuunt zn geben; es scheint derselbe sich noch immer nicht von den Strapatzen seiner Gra-zerfahrt erholt zu haben; daher wir für künftige Fälle hietnit seinem Gedächtniffe ettvaS nachge-Holsen haben wollen. G«richt«halle (Eine rabiate Wäscherin). Marie Azler, eine Wäscherin, hegte seit Langem gegen das Dienstmädchen Marie Maier glühenden Haß. Grund dieses Hasses »var, daß der Gatte der Wäscherin für das junge hübsche Mädchen mehr Ausmerksamkeit an den Tag legte, alS für die alternde Frau, und. was das Wichtigste, daß er sogar dem Mädchen wiederholt Geschenke machte, während sie. die Wäscherin, tüchtig arbeiten mußte, um sür sich und ihre Kinder den Lebensunterhalt zu eriverben. Als sie nun einmal mit ihrem Manne darob eine heftige Szene gehabt hatte und bald nachher Marie Maier im Hause die Treppe herabgeher» sah. ergriff sie vollWuth eine Flasche mit Bitriolöl und goß den Inhalt auf die Ahnungslose herab. Ihr Rachedurst war nun allerdin^ gestillt, denn die Verletzungen, welche Marie Maier erhalten, waren so starke, daß sie sich heute, drti Monate nach jenem Borfalle, noch i»n Rudolph»spitalc befindet und an Racken, Brust und Hal» größere Narben immerdar behalten ivird. E» sollte aber die Wäscherin die unangenehmen Konsequenzen ihrer Handlung»-weise empfinden. .Sie wurde vom Landesgerichte Wien de» Verbrechens der schiveren körperlichen Verletzung schuldig erklärt und zu zwei Jahren schweren KerkerS verurtheilt, doch auch zugleich dem Ober-LandeSgerichte zur weiteren Milderung der Strafe empfohlen. P. (Von der Strafanstalt Neudorf) berichten Wiener Blätter mehrere intereffante Daten über einige Mitglieder der dortigen Ber-brecherinnen-Koloni«'. Elisabeth Nagel, die am 23. Oktober 1868 vom Wiener Landesgerichte wegen Ermordung der Hausbesitzerin und DottorS-Wttwe Magdalena Treu zu lebenslänglichem schweren Kerker Verurtheilte. hat den heimtückischen Trotz, den sie während der Untersuchung»hast und Schlußverhandlung gezeigt, vollständig abgelegt. Nicht nur, daß über ihre Aufführung ke«ne Klage mehr ist. scheint sie nun in ihrer Einsamkeit daS von ihr verübte Verbrechen in seiner ganzen Größe zu ermessen und legt die aufrichtigste Reue an dcil Tag. erklärt oft unter Schluchzen, jede ihr auferlegte Buße dankbar anzunehmen, betet fleißig und hat aufgehört, sich den Tod zu wünschen, was sie früher öfters that. Mit ihren Zlllengenosiinncn spricht sie nur wenig. Ka-lharina Petersilka gehört gleichfalls zu den reuigen Sünderinnen. Sie bringt den größten Theil ihrer Haft in der Krankenabtheilung zu. Vielleicht ist e» diesem Umstände und auch ihrer Jugend zuzuschreiben. daß die Reue in ihr bald Einlaß gefunden. — Die dritte und wohl berühmteste aus dem Mörderinnen-Bunde ist Julie Ebewrnyi. Sie biloet den Gegensatz zu den beiden Erstge-nannten. Der Stolz ist ihr itiS Gefängniß gefolgt. sie behält ihn mit Konsequenz ihren Mitgefangenen gegenüber. Mit dem Gedanken an ihre Freilaffuug fort und fort beschäftigt, denkt sie auch nur an ihre Zukunft, von der sie ^rne spricht und erzählt. Kein Geständniß, keine Reue zeigt sich bei diesem verstockten Weibe. Tage verbringt sie in dumpfem Hinbrülen, dann macht sie ivieder eine heitere Miene. Es wird noch immer der Vermuthung Raum gegeben, daß sie schließlich, wenn sie ihre Täuschung bezüglich ihrer Freilaffuttg einsieht, in eine Geisteskrankheit ver. fallen wird. Der Hausordnung hat sich die Ebergenyi fügen gelernt, nachdem sie öfters ivegen Verletzung derselben hart büßen mnßte. Vermischte Ntachricht««. (Flucht de» Herzog» von Gramont.) Der Globe gibt folgende etivas romanhafte, aber, ivie er glaubt, vollkommen zuverlässige Darstellung von den Abknteuerii. welche dem ehemaligen französischen Minister des AuSivärtigen bei seiner Entivcichung au» Frankreich begegnet sind. Der Herzog hörte von der Kapitulation de» Kaiser» einen Tag srüher, (he die Nachricht in Pari» ver-öffentlicht ivurde. Er sah ein. daß er entfliehen müsse, va sich ohne Zweifel die Wuth de» Volke» gegen die Minister, als die Urheber des Krikges, wenden würde. Also begab er nch zu seinen Bankiers, um sich mit Geld und Werthpapieren zu versehen, erfuhr aber, daß der Geschäftstheilhaber. welcher seine Seschäfte besorgte, auf dem Lande war. Der Herzog folgte demselben und fand ihn damit beschäftigt, seine Werthsachen'im Garten zu ver» graben. Beide kehrten nach Pt^riS zurück, und der Herzog nahm das Gewünschte in Empfang. Am anderen Tage wurde die UnglückSnachricht Veröffentlicht, und der Minister entfloh. Er schickte einen Diener in seinem Wagen fort und entschlüpfte selbst durch eine Rebenthür auS dem Palais. Die Menge verfolgte den Wa,ien, fand aber natürlich nicht. waS sie suchte, und der Her-zog gelangte glücklich nach Calais. Bei seiner Ankunft daselbst entstand eine neue SchwierigteU. Er konnte daS Land nicht verlassen, ohne seinen Paß vorzuzeigen! es war einleuchtend, daß man solchergestalt seine Identität entdecken tvürde. und er lief die größte Gefahr, nach Paris zurückge-bracht zu werden, diesmal ohne Hoffnung auf Entrinnen. Jndeß mußte d^r Versuch gemacht werden. Er zeigte seinen Paß dem Beamten und erhielt zu seiner großen Erleichterung die Erlaub-niß, an Bord zu gehen. Sofort begab er fich in die Kajüte und schWe ernstliches Unwohlsein vor, um bester der Beobachtung zu entgehen. Räch »venigen Augenblicken indeß fühlte er eine ominöse Berührung an der Schulter und sah sich um. in der Ueberzeugung. daß er schon ein Gefangener sei. Bor ihm stand der Polizeibeamte dem er seinen Paß vorgewiesen hat. Derselbe sagte: „Sie haben mir einst zu meiner jetzigen Stellung verholfen; ich habe ihnen heute die Frei-heit, wenn nicht das Leben gerettet, wir sind nunmehr quitt"! Sprach's und entfernte fich. Der Herzog aber erreichte unangefochten die englische Küste. «efchSftSAett««g4 (SchwebendeStaatSschuld). MitEnde September 1870 befanden sich im Umlaufe; X. Räch den bei der priv. österr. Nationalbank ge-führten und geprüften Vormerkungen: 1. An Partial'Hypothekaranweisungen 70.488.832 ft. 40 kr. An zu StaatSnoten erklärten Ein« und güakulden-Banknoten 2.143.946 fl. ö. An auS der Mitsperre der Kommission erfolgten: 1. fürm lichen Staatsnoten: 335.728.903 fl. 2. Münz, scheinen zu 10 Reukreuzern 3,637 640 fl. 4ö kr. im Ganzen 411.999.321 fl. kr. (Wien. 3. Oktober Schlachtviehmarkt). Auftrieb g76ü Stück; der Preis variirte von 32 fl.—34 fl. 40 kr. pr. Zentner. (Wien 3. Oktober. Getreidebericht). Die Situation im Getreidegeschäfte hat fich heute nicht verändert, nur macht fich eine stärkere Nachfrage nach Gerste bemerkbar, die übrigen Artikel blliben auf den samstägigen Notirungen. Der Umsatz ist ziemlich bedeutend. Es ist uns nachstehender Ausruf ziige-gangen, welchen wir uns mit den Bemerken zu veröffentlichen beeilen, daß die Adminlftration des Blattes eingehende Spenden zu übernehmen, bekanntzugeben nnd ihrer Bestimmung zuzuführen bereit ist. Die Redaktion. Mitbürger! Eine furchtbare Katastrophe ist über den freundlichen Markt Ober-Dranburg in Kärnten hereingebrochen. Am 26. v. M. um halb 7 Uhr brach im Mittelpunkte des Marktes Feuer aus und binnen kurzer Zeit stand derselbe ganz in Mammen. Siebenundsiebzig Häuser nebst Nebengebäuden und alle bereits eingebrachten Feldsruchte. sowie viele Mobilien sind total verbrannt; im ganzen Orte sind nur zwei Häuser verschont geblieben; die neueingerichtete Kirche, sowie der Glockenthurm sind ganz ausgebrannt. Das Ailreißen der benachbarten Dächer, um dem wüthenden Elemente die Nahrung zu entziehen. erwies sich als fruchtlos; trotz Übermensch-ttcher Anstrengung der unter Führung ihrer In-gemcnre lurbcigeeilien Eisenbahn-Arbeiter breit»te der Brand sich immer U'ritcr auS. Spritzen kamen »vohl von allen Seiten herbei, so von LaaS, Bötschach und Lienz (Tiiol), allein theils kamen sie zu spät, theils konnten sie in den brennenden Ort nicht einfahren, weil die Draubrücke brannte, so daß die Löschmannschaft genöthigt war, die Brücke selbst zu löschen, um den fliehenden Einwohnern diesen AnSweg zu er-halten, da sie sonst in denglammen umgekommen wären. Einzelne Einwohner schafften ihre Habe in die Keller; bald aber brachen die Wölbungen durch und vernichteten den letzten Rest ihres Eigenthums. Das Elend der Eiri wohner ist greN' zenlos. Ohne Lebensmittel, ohne Bett, ohne warme Kleidung und bloS mit dem versehen, was sie bei Ausbruch de» Brandes aus dem Leibe trugen, kampiren die Unglücklichen des Nachts auf freiem Felde, ohne sich und die vielen kleinen Kinder vor den eifigen Nachtfrösten schützen zu können. Wohl hat sich in Greisenburg ein Komite gebildet, um daS Elend der Abgebrannten zu lindern, aber die Kräfte des Komites reichen nicht aus, die Roth von fast hundert Familien auch nur halbwegs zu beheben, nnd zudem steht der Winter vor der Thür. Es ergeht daher an edle Menschenfreunde die Bitte, sich der Unglücklichen anzunehmen und ihnen Unterstützung angedeihen zu lassen. Herr Dr. Max Schreiber, k. k. Notar ln Greifenbnrg, ist bereit, milde Gaben für die Abgebrannten in Empfang zu nehmen. Ober-Drauburg. 27. September 1870. Für das Komite: Franz Keller, Mediziner. Se«irßetp«. ImMldfchtoß. Eine Geschichte von Wilhelm Stade. lV. Aber freilich, sein AeußereS hatte sich unendlich verändert oder — verlebt, so daß ich auch jetzt noch in mir sprechen mußte: ja. Stirn und Au.^en mögen damals bei Oswald verheißen haben. das zu «Verden. waS sie sind! — Weiter aber vermochte ich nicht zu sehen. Im Zimmer trat unS seine Frau entgegen, die alsbald seine Freude über mein Erscheinen theilen mußte. Dann ging es zu Tisch und nach einer heiteren Plauderstunde in die Betten, deren wir Ankömmlinge so sehr bedurften, da «vir uns von der beschtverlichen Fahrt noch immer wie zerbrochen aesühlt. Am folgenden Morgen fanden wir uns in den schönen, wohnlichen Räumen bei de» freundlichen Menschen bereits tvie daheim. Und so ging denn unser Leben fort. Ich will keine Jagd schildern und auch keine Beschreibung von den Waldpartieeu machen, in die mich meine Wanderungen bald allein, bald mit den Genossen zusammen führten. Das alles war hier wie anderswo auch, und etwas Besonderes ließe sich davon schwerlich be-richten. Desto mehr möchte ich von dem ,chönen alten Hause sagen, in dem tvir lebten, dessen Wohnltchkeit und geschmackvolle Pracht man erst zu würdigen lernte, wenn man, wie ich. viele ähnliche Gebäude durchmustert nnd fich über die Anstrengungen verwundert hat, mit denen die Besitzer meistens aus den wohnlichsten Räumen die ödesten und unbehaglichsten Gelaffe geschaffen, oder geschmacklos und überladen hergestellt hatten, was mit Leichtigkeit auf's Würdigste einzurichten geivesen lväre. Hier war es so ganz anders. In der Pracht der GesellschaftSräume lvur kcine Ste fheit und Kälte, in dem Geschmack der Wohnzimmer keine Geiuchlheit. keine unnütze Ueberladung. Ob man an der Festtafel saß oder am täglichen Tisch, ob man bequem in kleiner Gesellig-ktil die Abendstnnden verplauderte, oder in der MenschensüUe und der lauten Lust der großen Iagdjieskllschaft' sich umherbewegte — dieselbe Ge-müthllchkeit blieb in mir, ivie ich sie auch aus allen Mienen las. die Heiterkeit und der freund- liche — Anstand, möchte ich sagen, waren im großen Kreise daheim, wie in einem der kleinsten Zirkel. Und unsere Wirthe zeigten fich überall gleich angenehm und gleich liebe nßwürdia. Um so mehr mußte mir auffallen, daß mit Ausnahme deS eigentlichen Jagdtages, wo Abends w den heimkehrendm Jägern fich auch eine große Zahl von Damen gesellte, die inzwischen den Männern und Bätern nachgekommen waren, in den weiten Räumen die tiefste Stille herrschte, nur die Hausbewohner zusammen waren. Man fuhr nicht aus, es kam kein Besuch, und wenn das auch theilweise durch die schlechte Befchasfenlieit der Wege erklärt wurde, so braucht man doch nur die Geselligkeit zu kennen, welche unter Gutsnachbarn zu herrschen pflegt, um eine solche wochmlange Einsamkeit auffällig zu finden. Wir waren so recht im Stande, diese Eigen-thümlichkeit zu bemerken, denn Oswald hatte uns nach dem Jagdtage so herzlich gebeten noch ei-nige Zeit zu bleiben, und seine Frau hatte diese Einladung so freundlich unterstützt, daß wir gerne nachgegeben hatten und gern einsam mit den Andern waren. Es waren genußreiche, schöne Tage, die wir dort weilten. Wir thaten Blicke in ein Familienleben, wie es nicht inniger und schöner gedacht werden kann. Wir lernten hier ein Dasein kennen, wie es sicher zu den beneidenswerthesten der Erde ge-hörte, und Menschen, wie ich fie nie liebenswer« ther Pfunden. Oswald war ein gediet^ener und gebildeter Mann, seine Gattin eine flhöne Hrau von der reichsten Weiblichkeit, milde und innig, geistvoll und hochgebildet. (Fortsetzung solgt.) Mach Schluß de« Blatt«. Soeben werden uns die Ramen jener Aus-steller ans Marburg und deren Umgebung mit Ausnahme jener aus der Gruppe der Industrie mitgetheilt, welche in Graz prämiirt wurden. Vit Mderue Medaille als Staatspreis erhielten die Herrn: v. Kodolitsch, Graf A. Brandis, Graf Meran, C. Schraml, I. u. R. Psrimer filr Weine. Frau Rosa Brandstätter für Seide; Frau v. Klotz erhält sttr Seide 20 fl. Silber als StaatSpreis. Ailbttne Gesellschasts-Medaille« die Herren: M. Wretzl, Rauscher, v. Carneri, v.Krie-huber ft^r Weine; die H. Auchmaan und Kuhn für Champagner, Lukeschitz 'sür landwirthschaftliche Kollektivausstellung, Tschol-nigg für Obst; nebstdem 25 fl. Silber als Staatspreis für Kleesamen. bronzene Sesellschafts - Medaillen fiir, Wein: Die Herren O.Reiser. Dr. Schleicher Pann Dr. Unger. Gs. F. Brandis. Gollob iN Witschein für Obst. Fr. Denike für Seide. Gesellschastsprus in Eeld: Frl. Oehl-wein für Seide 20 fl. Silber. Herr Major Hob bes. Fr.v. Hoffmann erhielten ehrenvolle Anerkennung. Für Böhmen wurden, wie wir der heutigen „Wiener Zeitung" entnehmen, auf Grund des ß. 7 oeS Staatsgrundgesetzes direkte Wahlen in dcn Reichsrath ausgeschrieben. Hriginat-Mwat Tetegramme. Uours. 6. Oktober. Keratly wurde vom Ministerium beauftragt, mit Grafen BiSmark die Friedensunterhand-lungen zu erneuern. Morenz, 6. Oktober. Samstag den 8. Oktober trifft hier die Deputation ein. welche das Resultat der Abstimmung der neuen Provinz zu Gunsten des Anschlusses an JtlUien dem Könige in feierlicher Audienz überreichen wird. Tours, 6. Oktolier. Tourichon hat daS Portefeulle deS MarineministeriumS zurückgelegt Crem ieuz dasselbe übernommen. Im Ministerium herrscht ll n e in igke it. die Ehanceu jenes TheileS desselben, welcher für den Friedensschluß plaidirt sind im Wachsen. (Die Depesche ist uns verstümmelt zugekommen.) WAten, ü. Oktober. (Tonr»bericht.) Die Börse war spärlich besucht und da» Geschäft bewegte sich in den evgsten Grenze», aber die Stimmung war ziemlich günstig. Aktien besserte» sich um '/^2, 8—5 st., Renten ü. Lose um '/..—'/.«V«' Fremde Wechsel und Tomptanten schloßen eher flauer. _______ Cosrs-Ctltgramm. 6. Oktober. Tinheitlichc Staatsschuld in Noten .... 06 7 detto detto in Silber .... LK 25 lS60er Staats-Anlel^enS-Loose......»l 7S vant.Aktien.............7N - Credit-Aktien ........... London.............l24 55 Silber..............^22 Napoleoud'orß......................^ K. k. Miinz Dutaten..................^ Stimmung: fest. G l n g e s a u d t. Ktillt Krankheit vermag der dtlikaten Nevs-legoiöro äu Larr^ zu lviderslehen und heilt dicselbe ohne Medizin und Kostcn alle Maj^en«, Nerven-, Brust.. Lungen-, Lcber-. Drüsen. Schleimhaut-. Alhem-, Blasen, und Rikrcnleiden. Tuberkulose. Schwindsucht, Asthma, Husten. Unverdavlichkeit. Verstopfung. Diarrhöen. Schlaflosigkeit, Schlvüche, Hämorrhoiden. Wassersucht. Fieber, Schlvin^l, Blutaussteigen. Ohrenbrattsen. Ucbelkeit und Cr-brechen selbst während der Schwangerschaft. Dia-bete». Melancholie. Abmagerung. Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72.000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zeugniß Seiner Heiligkeit deS Papstes. deK Hofmarschall Gcastu PluSkow. der Marquise de Brshan. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die RevaleSeiere l>ki Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Prei» im Mediciniren. Sertiktat vom Herrn Dr. Medizinä Josef »i»zlay. Szeleveny. Ungarn. 27. Mai 1867. «eine Fran. die mehrere Jahre an »ppetitlosig. teit, Schlaslofigteit. allgemeiner Schwäche und Schmerzen gelitten uttd alle Medikamente uud Bäder vergeben» versucht l,atte, ist durch Du Barry'» ttvvslosvierv gänzlich hergestellt worden und kann ich die^e» exzellente Rahrung». mittel jedem Leidenden besten» cmpselilen. Im tiefsten Dantgefilhl verbleibe ich »,it Achtung ergbeenster Diener Josef Vi»zlay, Arzt. In Nlechbüchsen von '/» Ps» sl 1 50.1 Pfd. fl. 2.Ü0. 2 Psd. fl. 4.50. 5 Psd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — Revslvsvivro eo!«tLo in Tablltten für 12 Tassen fl. 1.50. 24 Tasten fl. 2.50. 48 Tassen fl. 4.50; in Pulver fült 12 Tassen fl. l.50. 24 Tassen fl. 2.50, 48 Tassen fl. 4.50^ 120 Tassen fl. 10, 288 Tassen fl. 20. 57« Tassen fl. 3ü — Zu bezi hen durch Barry du Barry ^ l^o. in Wien, Gold schmiedgasse 8; in Marburg F. Kolletnig. Grazervorstadt, Tegetthoffstraße 10; in Pest Török; in Prag Ä. Fürst; in Preß burl, Pikztory; iu Klagenfurt P. Birnbach er; in Linz Haselmeycr; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranzmeyer und Grablowi Apotheke zutn Mohren. Murplah; in Lemberg Rottender; iu Klansen-bürg Kronstädter; und nach allen Gegenden gegen Baal oder Poltnachnalitne. Gingesandt. Gefertigter gibt bekantlt, daß er einen Pfandschein auf ein Ftwftel 1839er Loos zum Courswerthe von 234 fl. gefunden hat und fordert daher den Verlustträger auf, unter Angabe der Serie und der Nmnmer sein Eigen-tt»umsrecht geltend zu machen. Stadt-Theater in Marburg. Freitag, 7. Oktober: Drama in 5 Akten von A. S. Brachvogel. Nr. 264. Kundmachung. (704 In Folge einer besondereit Ermächtigung der hohen k.k.Landesschulbehiirde wird an dieser k. k. Lehrerbildungsanstalt der Termin für die Aufitahtne von LehrmntszöglLnge,l bis I». Oktober d. I erweitert. Von der Direktion der k. k. Lehrerbildungsanstalt. Großmartchallc in Wieil. behördlich bestellter Comtnifsionär in der städtischen GroHmarkthalle und Pächter der ganzen Fleifcbhalle daselbst, geschlachtete KSlber, Schweine, Schafe, Limmer, Ziegen und ftische» Rindfleisch, rohe «nd geräucherte Schinken, Galami, iiberhaupt alle Gattungen frisches und geräuchertes Aleisch besonders Kalb- und SchweLnt-Äeisch, alle Sorten unS hauptsächlich ./ettgäuse, Indiane (Truthühner) und Kapaune. Es werden aber auch obgenannte Fleifchwaaren (70S Derlei Commissionsfendungen werden auf Verlangen mit Geldvorfchüffen bis zum Werthe der Waare, franko Provision und Zinsen belehnt, und nach geschehenem Verkaufe sofort bar ausgeglichen. An meine Adresse gelangende Fleifchseildungen aus Galizien werden in (auf meine Kosten mit Eis gefüllte»:) Fleischwägen transportirt. Frachtbriefe, Versandt- und Verpackungsvorschrifte»t, dann sonstige Bedingniffe und Auskünfte werden auf Verlangen sofort llnd franko zugesendet. Briefe und Waaretlsendungen ersuche ich zu adressiren an - Wien, im Oktober 1870. Pensionäre. In einem seit 13 Jahren bestehenden Mlidchen-Jnstitute, welches sich des bestell Rufes erfteut ultd nur 2 Stunden von Wien entfernt ist, werden noch 2 bis 3 Kostzöglinge mlfgenommen. Pensionsbetrag 360 fl. jährlich. Näheres bei Fräulein Rofalie Baron in Wiener-Neustadt, mn Hauptplatz. (696 Nr. 79. Konkurs. (699 Die L ehrerstel l e in der Schulgemeiude Reif» ig am Bachern wird mit einein jährlichen Ginkommen von eirca 400 fl. nen besetzt und die Gesuchsteller haben ihre Gesuche, belegt mit den entsprechenden lvefähigungS-, Morali-täts- und bereits geleisteten DiensteSzenguiffen, bis längstens 20. d.M. hieramtS zu überreichen. VezirkSschulrath Mahrenberg am 8. Oktober 1870. Der Vorsitzende-Stellvertreter : Felt, Schmitt. Lsrröuklsiäsr uack in »«>»' grossor Au8«»»lil zu stannend killigen Preisf« 629 kei 8 Wasserstand deS DraufliißeS am 6. Oktober Morgen«: 1 Fuß 10" über dem Nullpunkte. HUH^ehrere Häuser in der Stadt und ^^den Lorstädteu, zwei Müter, zwei BanerngrSnde, zwei große Weingürten mit H^errenbäusern w der unmittelbaren Rühe von Marvurg werden unter billigen Zahlungs- bedingungetl verkauft. (^wei große Wiesen werden zu kaufen (^gesucht. /^in Schneiderlehrjunge wird sogleich ^L^in der Stadt aufgenommen. gn vergebe«: 3 Zimmer und Salon. Auskünfte hierüber lverden im Comptoir dieses Blattes ertheilt. Der Konkurs über das Vermögen des hiesigen Schneidermeisters Herrn Gustav Btndlechner wurde mit Bescheid des hochlöbl. k. k. Kreisgerichtes Cilli vom 2. September 1870, Z. 3022 aufgehoben. (705 Marbllrg am 4. Oktober 1870. Eisenbahn-Fahrordnung. Marburg. Personenzüge. Bon Wien nach Trieft: Ailtnnft 8 U. 8 M. Kriil» nnd 8 U. -It M. Abend«. Abfahrt 8 U. 20 M. Kriih nnd 8 U. M. Abend«. Bon Trieft nach Wien: Ankllnft 6 N. l9 M. Frül, und 6 lt. 55. M. Abend«, «bfalirt o U. »l M. Kriih nnd 7 U. 7 M. Abend«. ^Silzage.^ Bon Wien nach Trieft: Anknnst l Ul)r 59 Min. Rachmittag. Abfahrt S Uhr 2 Min. Rachmittag, Bon Trieft nach Wien: Ankunft Ä Uhr 37 Min. Rachmittag. Abfahrt 2 tlhr 4>) Min. Rachmittag. Gemischte Aüge. Bon Miirzznfchlag nach Adel«berg: Atttlmft 1 Uhr