PrällllMkrallou» - Prrisk: Für Laibach Ganz,ähr,g . . . >i fl. — kr. Halbjährig . . . Z „ — , Bierreljährig. . . i „ SV , Monatlich . . . — „ so , Mit ver Post: Ganzjährig . . . S fl. — kr. Halbjährig . . . « „ SV , Vierteljährig. . . L „ rs , Fär Zustellung ins Haus vierteljährig SS lr., monatlich S Ir. Einzelne Nummern 5 kr. Laibacher Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. 8 c L a k I i o«: öahndosgasie Nr. 1SL. Lkpeditioa und Juskrateu-üurell»: kongreßplatz Nr 81 kBuchhandlung von I. v. Lleinmapr L Y.Bamberg!. Zusertiourpreise: Fiir die einspaltige Petitzeile S kr. bei zweimaliger Einschaltung L s kr. dreimal L 7 kr. InsertionSstempel jedesmal SU kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 17. Samstag, 22. Jänner. Morgen: Maria Lerm. Montag: Timotheus. 1870. Nicht Majorisiren? Die Adreßdebatte im Abgeordnetenhause hat auch die krainischen Abgeordneten Toman und Svetec veranlaßt, gegen den Bestand der Verfassung eine Lanze einzulegen, eine Verfassung, an deren Zustandekommen beide mitgewirkt. Doch Konsequenz ist ein Ding, das nicht jedermann hat, obwohl der Politiker sie zuerst braucht, mit solchen Begriffen haben unsere zwei Herren in Wien schon lange gebrochen. Uebcr Tomans Rodomontaden und seine ungeheuerliche Idee von den Werndlgewehren haben wir schon gestern fast über die Gebühr Notiz genommen, doch scheinen uns Tomans Gaskognadcn pigmäenhaft und zur Heiterkeit anregend gegenüber den Behauptungen des Herrn Svetec, der den Ausspruch wagte, daß die Slovenen noch nie Gelegenheit gehabt hätten, die Deutschen zu majorisiren. Wo um alles in der Welt hat doch Herr Svetec die Stirne hergenommen zu so.einem Ausspruche? Hat er denn vergessen, daß es allen Nachdruckes von Seite der Regierung bedurfte, um den krainischen Landtag dazu zu vermögen, daß er die von ihm beschlossenen Gesetze auch in deutscher Sprache beschließe, obwohl cs dem krainischen Landtage ganz gut bekannt war, daß in Krain ein ganz deutscher Bezirk (Gottschee) cxistirt, daß in Laibach und den Städten und Märkten des Landes der Bürgerstand ein überwiegend deutscher ist, daß unser Großgrundbesitz, unser Adel in seiner eminenten Mehrheit deutsch ist? Ist das Majorisiren oder nicht? Hat Herr Svetec, als er jenen Satz aussprach, darauf vergessen, daß der Landtag von Krain sich nur durch die Furcht vor der Auslösung bestimmen ließ, die Protokolle auch in deutscher Sprache zu führen, und hat er, als er nachgegeben, nicht in einer dem Ansehen der Re- gierung hohnsprechenden, das Ansehen des Landtages selbst schädigenden Weise bei der Ausführung herum- genergelt und selbe illusorisch gemacht? Spricht das für Achtung vor Minoritäten? Hat Herr Svetec ganz vergessen darauf, daß Dr. BleiweiS zum so und so vielten male sein Sprachen; Wangsgesetz eingebracht, daß die Landtagsmajorität demselben zugestimmt? Ueberhaupt sind die beiden Parlaments - Siamesen ganz eigenthümlich in ihrer Haltung in Laibach und in Wien. In Laidach will man die Gemeinden unter Kuratel setzen und bevormundet die Gemeinde der Landeshauptstadt, in Wien überfließt man von Autonomie des Landes und der Gemeinden; in Laibach stellt man die Schule unter die Kaplanwirth-schaft, in Wien schmettert man der Freiheit Fanfaren zu; in Laibach verhöhnt man mit und ohne Hilfe der Galerie die Abgeordneten der gegenwärtigen Minorität und tritt das gute Recht mit Füßen, in Wien nimmt man die Heuchlermiene an und meint, man majorisirc nicht, man habe nicht einmal Gelegenheit dazu; in Laibach verthei-digel man fanatische Banernexzesse, in Wieu findet man die Werndlgewchre noch nicht an den Herzen aller Oesterreichcr erprobt. Wir aber sagen, eine solche Haltung von Abgeordneten hat zur unabweisiichen Folge, daß das Volk sich von ihnen abwendet. Mögen unsere Gegner sprechen, wir wünschen es, weil wir die Freiheit wünschen, wenn aber Gegner so sprechen, wie die Herren Toman und Svetec sprechen, und gerade jetzt wieder sprachen, dann überlassen wir dem Abgeordnetenhause die Besorgung der Rubrik: „Heiterkeit," „Unruhe" und „Unwillen," wir aber versagen den Herren, was der Poliiikcr auch von seinen Gegnern stets erstreben soll — die Achtung! Adreßdebatte un Abgeordnetenhause. Donnerstag, 20. Jänner. Abg. Peter Groß: Die Berathnng über dm Adreßentwurs sei nicht mit jener Rnhe geschehen, die vorausgesetzt werden sollte. In dem Entwürfe perhorres-ziren Sie jedes Experiment, daß Ihnen in den Folgen zweiselhast scheint. Aber der Reichsrath scheint ja selbst zu dem Experimente zu gehören, denn Gesetze ohne Kraft zu schaffen, ist keine Lösung unserer Aufgabe. Daher kann ick dem Entwürfe nicht zustimmen. Der Standpunkt scheint mir in einer Beziehung eine einseitige Dogmatisirung, in anderer die praktiscke Durchführung dieses Dogma's. Es ist nothwendig, daß eine Aenderung dieser Verfassung gemacht werde' Daß überall eine Verfassung, die nicht befriedigt, nur Störung herbeiführen wird, werden Sie ein-fehen. Ich glaube, daß das Mittel sich überlebt bat. Das konstitutionelle Leben kann da nicht gedeihen denn worin besteht dies? In dem freien Rechisleben der ihrer Rechte bewußten und solche ausübenden Völker. Abg. Kuranda: Die Geschichte wird dem Reichsrath das Zeuguiß geben, daß er in wenigen Jahren den Staat des Absolutismus in einen Staat der Freiheit umgewandelt hat, und die Deutschen waren es, die zumeist dabei die Initiative ergriffen. Dies Werk ist in so kurzer Zeit vollendet worden, weil wir eben nicht am provinziellen Standpunkte sesthalten. Unser Programm steht fest, es ist die Verfassung. Ihr Programm ist ein zersplittertes. Jeder hat ein anderes, wie sein Nachbar. Die Rede Gro-cholski's, dieses ruhigen, leidenschaftslosen Mannes, der selbst in unseren Reihen große Achtung besitzt' und verdient, hat uns das in seiner Rede gestern selbst gezeigt. Würden alle diese Wünsche realisirt werden, Jeuilleton. Der Schmuck. Original-Roman von Anton Heinrich. Lrster Weil. 8. Der Jude von Venedig. (Fortsetzung.) Oho, nur nicht gleich immer oben hinaus, Herr Kamerad. Sic sind es nicht, der morgen vor dem Kriegsgerichte erscheint, um vielleicht zu 20 Jahren Festung verurtheilt zu werden. — In diesem Augenblicke hätten aufmerksamere Ohren das heftige Rücken eines Stuhles in der anstoßenden Kabine vernehmen können. — Und es ist geradezu unmöglich, daß ich es werde, versetzte der Oberlieutenant in verächtlichem und gereiztem Tone. Auf diese plumpe Entgegnung erwiderte der Hauptmann: Das hat vielleicht auch Baron Eich- hart noch vor einem halben Jahre gedacht, und doch ist er jetzt angeklagt auf Leben und Tod. Halten mich Herr Hauptmann für fähig, ein Dieb zu werden? Erhitzen Sie sich nicht, Herr Oberlicutenont, antwortete der Hauptmann, ich wollte damit nur sagen, daß mir alle schwache, sterbliche Menschen sind, und daß Baron Eichhart — Ich möchte mich ausgenommen wissen, unterbrach ihn Fadi. Ansgenommen, entgegnete der Hauptmann verletzt, mit welchem Rechte? Gehören Sie vielleicht weniger zu uns übrigen Menschen? Oder halten Sie sich für gefeit gegen alle Anfechtungen? Dem blendenden Glanze eines Schmuckes von 5000 Pfund Sterling im Werthe widersteht ein ruhiger, leidenschaftsloser Mensch, aber der verliebte vielleicht nicht. — Und da sind wir bei einem heiklen Punkte, fiel Li-berano dem Hauptmann ins Wort. Ich kann mir nicht erklären, wie Eichhart in dem Momente, als er den Schmuck vor sich liegen sah, gerade an ftine Geliebte gedacht haben sollte. Und so vieles andere bleibt mir räthselhast, daß ich mich ganz bestimmt dem Glauben hingebe, es kann auch ein Unschuldiger vor das Kriegsgericht gestellt und selbst verurtheilt werden. Das, verchrtester Herr Kamerad, könnte auch Ihnen geschehen, obgleich Sie Oberlicutenant Baron Fadi sind, wie es ihrem Vorgänger, dem Ob-rlieutenant Baron Eichhart arriviret ist. ' Der unschuldig ? bemerkte Fadi spöttisch. — Ja wohl, vielleicht; ich sage mit Vorbehalt: vielleicht unschuldig. Denn warum reiste der Lord ab. obgleich er den Verlust seines Schatzes noch in Venedig bemerkte? Weil ihn Geschäfte von vielleicht größerer Bedeutung dazu zwangen. Das scheint mir sehr unwahrscheinlich. Und kann nicht das Mädchen, dem Eichhart die vielen Kostbarkeiten geschenkt haben soll, den Schmuck selbst gestohlen und den auf Eichhart gewälzten Verdacht benützt haben, denselben von sich fern zu halten? ^ Das mache man einen ändern glauben. Adele Lonelli ist eine eben so eminente Schönheit, ein so geistreiches Geschöpf, daß ich sehr wohl begreife, wie ein so exzentrischer Kopf, wie Oberlicutenant Eichhart, ihretwillen ein Verbrechen begehen und seinen Slammbaum beflecken konnte. So stritten die Männer noch einige Zeit hin und wieder. Da wurde es in der anstoßenden Kabine lebendig. Stille! Es hat uns jemand gehört, wahrscheinlich sogar belauscht, sprach der Hauptmann. (Fortsetzung folgt.) würde ein Kampf voll Leidenschaft entstehen, der noch viel gefährlicher in seinen Folgen, als die jetzigen wären. Was Galizien will, wissen wir aus der Resolution. Sie enthält Material, um uns zu verständigen , ganz anders ist es mit den Böhmen. Ihre Forderungen sind romantisch ausgeschmückt. Sie verlangen auf Grundlage des historischen Rechtes, dessen Kodex die Ferdinand'sche Landesordnuug ist, Selbstständigkeit. Bon Lobkowitz bis Thun haben die böhmischen Staatsmänner den Absolutismus gefördert. Es lieferte stets Beamte in Ueberfluß. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Daher können wir mit Recht sagen, das böhmische Recht ist eingeschlafen. Als Ungarn zu feinen Rechten kam, konnte es gleich fungiren. Böhmen hat aber nicht einmal einen Krönungseid. Das sonderbare czechische Staatsrecht müßte erst kon-stitnirt werden. Das ist nicht unsere Aufgabe, dies erst zu zimmern. Es hat ein Redner gesagt, wir sollen paktiren. So lange können wir nicht warten, bis die Czechen sich organisirt, bis der neue slovenische Staat aus dem Ei gekrochen ist. Bis der babilonische Thurm aufgebaut ist, dann hat vielleicht die Sündfluth manche Provinzen dahin geschwemmt, wo sie vielleicht nicht sein möchten. Oesterreich kann nur so lauge bestehen, als es eine konzentrirte Macht ist. In dem Momente, wo Sie Oesterreich schwächen, geht man über Oesterreich zur Tagesordnung, das Oesterreich, an dem den Herren aus Galizien so viel liegt. Dies ist unser Programm, Sie können es wohl bekämpfen, müssen ihm aber Achtung zollen. (Bravo auf der Linken.) Abg. Svctec. Mein Vorredner hielt soeben eine ziemlich lange Rede, die der Opposition die Spitze abbrechen soll. Er hat uns eine Vorlesung über das böhmische Staalsrecht gehalten, von einem flove-nischen Zukunftsstaate gesprochen und den Schluß gezogen, daß eine Verständigung nicht möglich ist. Der Abg. Knranda hätte sich diese Vorlesung ersparen können, denn wir wissen genau, aus welchem Grund der Ausgleich mit der österreichischen Opposition nicht gewollt wird. Man stellt den Föderalismus in einer Gestalt auf, welche gleichbedeutend ist mit Zersetzung, zieht daraus die extremsten Konsequenzen und wendet sie auf die Gegner an. Allein man ignorirt, daß cs föderalistische Formen gibt, welche bestehen, die Staaten blühend zu machen. Redner weist auf den norddeutschen Bund, auf die Schweiz hin; solche Staaten können unseren Neid errege». Man sagt immer: Wenn ein Ausgleich zu Stande kommt, werden die Deutschen von den Slaven beherrscht; man stellt die Alternative: „Wir müssen Hammer oder Ambos sein." Das ist eine der leichtfertigsten Verdrehungen der Sachlage. Wir können sehr gut neben einander stehen; auch wird es ebensowenig gelingen, Oesterreich zu koustituiren, indem man die Rechte der Deutschen erdrückt, als es bis jetzt gelungen durch Erdrücken der slavischen Rechte. Wir verlangen nur gleiches Recht, und wenn wir nur gleiches Recht verlangen, wie, frage ich, sollen dadurch die Rechte der Deutschen verletzt werden? Abg. Kaiserfeld: Der Streitpunkt ist schon mit viel Geist und leider mit viel Leidenschaft durch-gcfprochen worden, daß es kaum möglich ist, der Sache neue Gesichtspunkte abzugewinnen. Er wolle lieber Keime des Friedens in den Becher werfen, welcher mit Wermnth bis zum Rande gefüllt, uns seit zwei Tagen kredenzt wird. Die Ursache des Streites liegt nicht in der Verfassung, sie liegt in den Endzielen der Parteien, welche der Verfassung widerstreben, welche Sonderstellungen und den Föderativstaat verlangen. Der Föderativstaat aber ist keine Forderung des historischen Rechtes, im Gegentheile, er widerstrebt demselben. So wenig die Steiermark heute aus das Ottvkar'sche Testament, so wenig können sich die Czechen aus die »erneuerte Landesordnung berufen. Jenes historische Recht, das sich in seinem Entwicklungsgänge nicht bis in die Gegenwart durchgearbeitet hat, ist eben verloren, de»« der Staat kann nicht zum Objekt einer Beweisführung durch Urkunden und Pergamente dienen. Und darum werden wir den Prozeß, den wir jetzt mit de» verfassungsfeindlichen Gegnern führen, gewinnen, ja wir müssen ihn gewinnen, weil sonst alle Völker Oesterreichs die Kosten zahlen würden. Man hat gestern von der Influenz eines Staatsmannes, von einer Ncben-regierung gesprochen. Und in der That, es würde von einer großen politischen Beweglichkeit zeigen, wenn dasselbe gefährliche Experiment, gegen das die Deutschen schon einmal einmüthig auftraten (außerordentlicher Reichsrath), noch einmal von derselben Hand, die es einst beseitigen hals, wieder in Szene gesetzt werden wollte. Gegen den Föderalismus stehen wir mit den Ungarn im Bunde und die Verfassung stellt einen Vertrag vor, der nicht nur zwischen der Krone und dem Volke, sondern auch zwischen Oesterreich und Ungarn abgeschlossen worden. Den großen wirthschaftlichen Aufschwung der jüngsten Zeit möchte ich nicht aus einem Wunder, wohl aber daraus erklären, daß die Geschäftswelt zu der Meinung gekommen, es sei nun zu Ende mit den politischen Experimenten. Trotzdem die Deklaration der czechischm Abgeordneten die Unmöglichkeit eines Ausgleiches mit denselben klar gemacht hatte, demüthigte man sich dennoch nicht nur mit eiuem vergeblichen Entgegenkommen, sondern man verirrte sich so weit, die deutsche Verfassungspartei mürbe machen zu wollen, nachdem mit den Czechen nun einmal nichts auszurichten war. Diese schwächliche Ausgleichssucht hat uns den ersten parlamentarischen Ministerpräsidenten gekostet, den Frieden und die Einheit, die Kraft und die Energie des Ministeriums. Man ist so weit gegangen, uns eine farblose Adresse als vorgebliches Programm zu unterbreiten, die Krone ohne Vertretung zu lassen in einer bedeutungsvollen politischen Situation, uns zu einer ungebührlichen Parteinahme zu zwingen, ja ich möchte sagen: zur Uebernahme der Rechte der Krone. Scharf tadelt Redner die Veröffentlichung der Memoranden und übt eine vernichtende Kritik an jenem der Minorität. Eine ministerielle Staatsschrift, ruft er, ist es, welche die Machtlosigkeit und die Schwäche der Mittel, die der Regierung zu Gebote stehen, den Gegnern verräth, welche den Gegner» eine Seite zeigt, auf die sie hoffen können, eine Seite, welche aus dem Spiele der Parteien entfernt bleiben soll. Gibt es eine Partei außer der Verfassuugspartei, welche die Regierung übernehmen könnte, welche allen Parteien gerecht werde», alle befriedigen könnte? Wo ist der Staatsmann, der glauben könnte, wenn einmal die Verfassung zu Grunde grrichtet ist, sein „Wachauf!" könne sie wieder ins Leben zurückrufcu? Wenn Oesterreich kein leeres Wort sein soll, so müssen die Gegner auf den Boden der Verfassung treten, sie mögen die ihnen von hier aus freundschaftlich entgegengestreckte Hand ergreifen. Hier allein ist der Ort, wo man zur Verständigung und zum Frieden gelangen kann. Er hoffe aber nicht viel Gutes. Die Völker emanzipiren sich schwer von den Führern, »»d die Führer verlasse» niemals die einmal eingeschlagcne» Wege, auch wenn sie dieselben für falsch erkannt haben. Wenn die vertrauenslose Ungeduld, welche jeden Erfolg in seinem Beginne zerstört, wenn die gegenwärtig am Ruder stehenden Männer gestürzt sind, dann hat auch der letzte Akt des Drama's Oesterreich ausgespielt. (Langandauernder, lebhafter Beifall.) Prof. Greuter will ein Urtheil abgeben über die Situation, wie er sie auffasse als Deutscher, er kenne keine andere Frage. — Wenn die Minister Geduld haben müssen zum Beharren auf dem bisherigen Wege, welche Geduld müssen dann erst ihre Opfer haben! (Bravo. Heiterkeit.) Eine Frechheit sei es, die nationalen Parteien mit Waffengewalt niederdrncken zu wollen, auf diese Weise werde man ein Irland schaffen. (Bravo! von den Polen. Heiierkeit.) Redner zitirt Castelar, der gesagt habe, der Föderalismus sei die Regierungssorm für Kulturvölker, der Zentralismus für Barbaren. (Heiterkeit.) Nach dem ministeriellen Memorandum müßten die Deutschen entweder die Herren oder die Todtengräber Oesterreichs sein. — Man appellirte an den Hochverrath. (Oho.) Präsident: Ich bitte das keiner Partei hier im Hause zuzumuthen, daß sie an den Hochverrath appellire. Greuter: Die Gesetze der Logik zwingen mich, so zu sprechen. (Heiterkeit.) Präsident: So erkläre ich dies als parlamentarisch unstatthaft. Greuter: Gut! Das Memorandum der Majorität werde den Kaiser von Oesterreich zu eiuem Vasallen Rußlands machen. (Oho!) Präsident unterbricht. Greuter (das Memorandum in der Luft schwingend): Da steht's geschrieben. (Schallendes Gelächter.) Ich eile zum Schlüsse (stürmische Bravos). Ich glaub's Ihnen schon, daß Sie froh sind (schallende Heiterkeit). Redner weist sodann unter großer Heiterkeit aus den Protokollen vorjähriger Sitzungen Widersprüche zwischen den damaligen und heutigen Reden Kuranda's nach. — Redner erzählt ferner die bekannte Anekdote, wie ein Mann seine Frau zwingen wollte, ihm den Spruch: „Das Tischlein ist gedeckt" nach- zusagen. Der Mann mußte schließlich der Frau einen kostbaren Shawl schenke». Wie thener wird der Shawl sein, den wir denen schenken werden, welche uns dieses Sprüchlein nicht nachsagen wollen. (Heiterkeit.) Redner schließt mit der Warnung, auf dem Wege der Vergewaltigung fortzuschreiten. Schluß der Sitzung 3 Uhr. Nächste Sitzung Freitag. Politische Rundschau. Laibach, 22. Jänner. Wie die „N. Fr. Pr." schreibt, verhandelt das Ministerium über seine Neubildung, die in der That von einem bis ins einzelne dnrchgcarbeitetcn Programm begleitet sein wird. Diese Verhandlungen entziehen sich zur Zeit der öffentlichen Besprechung, zumal erst nach der Rückkehr Sr. Majestät die Angelegenheit in ein entscheidendes Stadium treten kann Einige Blätter stellen cs als ausgemacht dar, daß Fürst Adolph Auersperg die Präsidentschaft des Ministeriums übernimmt. Nach polnischen Blättern wurde Dr. Ziemial kow Ski nach Wien berufen, um hier für das Ministerium mit den polnischen Abgeordneten zu verhandeln. In der That ist derselbe eingetrofsen, und seinem Einflüsse schon wird die gemäßigte Haltung der polnischen Abgeordneten zuge-schrieben. Es heißt wieder, im Ministerium des Innern werde eine Abtheiluug für Galizien unter einem Polen als Sektionö-Chef errichtet werden. Mit Herrn v. Kaiserseld sind, wie das „W. Tgbl." hört, Unterhandlungen eingcleitet, welche dahin gerichtet sind, den Präsidenten des Abgeordnetenhauses zur Uebernahme des Ackerban-minifteriuiiis zu bewegen. Ungeachtet viele politische Gesinnungsgenossen Herrn v. Kaiserseld dringend ersuchten, dieses Portefeuille anzunehmen, ist von ihm bisher keine bestimmte zusichernde Eiklärung gegeben worden. Gerüchtweise verlautete im Abge-ordnetenhanse, Herr v. Kaiserseld dürfte dann zum Ministerpräsidenten vorgeschlagen werden, falls Fürst Carlos Auersperg an die Sitze der Regierung zu treten sich weigerte. Die Eindrücke derE x kommun ikations-bulle machen sich bereits in Italien bemerklich. Denn sür die Verletzung oder Entziehung des weltlichen Kircheneigenthuins erscheinen die Strafen der Hölle doch auch dem gemeinen Menschenverstände, wie er nun einmal in dieser Generation ist. bedenklich. Für die Sanktion dieser Bulle waren die Kardinale: Mattei, de Angelis, Asqnini, Rauscher, Reisach Barnabo, Panebianco, Bizarri besonders thätig. Lokal- und Provinzial-Angelegenheilen. Lokal-Chronik. — (Die Schießstattlokalitäten) sind auf Veranlassung der löbl. Sparkasse nun in sehr gelungener Weise restaurirt worden. Die Ausschmückung des großen Saales ist ganz neu und geschmackvoll von der Meisterhand Borofsky's ausgeführt, die Wände, in grau mit Goldleisten umrahmt, sind nach oben von einer hellgrünen Guirlande gekrönt, der Plafond ist geschmackvoll im Renaissancestile und in wohlthuender Farbenwahl ausgemalt. Reiche Draperien schmücken Orchester und Portale; auch alle Nebenlokalitäten sind mit Ausnahme des kleinen rolhen Saales neu gemalt. Das ganze macht einen freundlichen Eindruck, Laibach hat ein würdiges Lokale für die öffentliche Geselligkeit wieder gewonnen. Möge in die restaurirten Räume der alte Geist der ehemaligen Laibacher Gemüthlichkeit wieder einkehren, der einst hier waltete, mögen die schönen und heiteren Bürgerfeste, deren Zeuge die Schießstattlokalitäten so oft schon waren, wieder einkehren in die traulichen, freundlichen Räume. — (Die Turnerkneipe) findet heute Abends statt um 8, erst um 9 Uhr im Salon Fischer statt, um von dem Theaterbesuche nicht abzuhalten. — (Ein Hund als Die bsverräther.) Am vorvergangenen Sonntag Abends zwischen 9 und 10 wurden aus einem uuvcrsperrteu Zimmer ves Tapezierers Doberlet in der Kapuziner-Vorstadt Nr. 8, während ein Tapezierergehilfe darin schlief, die demselben gehörigen Kleidungsstücke im Werthe von 32 fl. entwendet. Der im anstoßenden Zimmer befindliche Lehrjunge und ein Tischlergeselle hörten Geräusch, kamen in das erste Zimmer nachsehen und entdeckten den Diebstahl. Sie gingen sogleich vor das Haus, trafen daselbst ein vorübergehendes Frauenzimmer, welches sie fragten, ob sie niemanden aus dem Hause heransgeheu geseheu habe. Diese erwiderte, daß sie zwei Männer mit weißen Hüten in einem Bündel etwas heranstragen sah, auch hätten die beiden einen fchwarzeu Hund bei sich gehabt. Es wurde sogleich die Anzeige beim Magistrat gemacht, und da cs bekannt war, daß die beiden sicherheitsgefährlichen Vaganten B. Sch. und M. B. aus Hühnerdorf beständig zusammen herumziehen und Sch. einen dunklen Hund mitzufUhren pflegt, wurde in deren Wohnung eine Durchsuchung Vorgenomnien und im Bette derselben zwei entwendete Röcke und 1 Leintuch, am Dachboden unter Holzbalken alle übrigen entwendeten Effekten entdeckt. Weder Sch. noch B. wurden zu Hause angetrossen und halten sich seit diesem Tage von der Stadt fern. — (Hnndswnth.) Heute wurde die in Laibach auffallend häufig in Anwendung kommende ma-gistratlichc Maßregel, die Hunde durch sechs Wochen an der Leine zu führen, bekannt gemacht, da ein Fall von Hnndswuth vorgekommen sein soll. — (Ein Namensverzeichniß der Volksschullehrer in Krain) ist soeben im Verlage des krainischen Lehrervereines in Laibach in sloveni-^ scher Sprache erschienen. Eine erwünschte Beigabe' dieses Büchleins wäre wohl der Ausweis über die Zahl der schulbesuchenden Kinder, nebst historischen Notizen über einzelne Schulen. Wir glauben die Erwartung aussprechen zu dürfen, daß der Bereinsvorstand durch eine solche Vervollständigung das Büchlein auch für diejenigen, welche nicht Fachmänner sind, bei künftigen Auflagen interessant machen werde. -—(Klingelbeutel für den Konzilspfennig.) Eine Korrespondenz der „Danica" aus Rom deutet auf die bedeutenden Konzilskosten hin; so geschah die Herstellung des Versammlungsortes mit einem Auswande von 300.000 fl., und der Lebensunterhalt der vielen armen Bischöfe soll dem Papste viele Auslagen verursachen. Der heilige Vater befindet sich in großer Geldverlegenheit und die Slovenen werden zu freiwilligen Spenden dringend aufgefordert. — (Zur Notiz über die Weinbauschule in Wipp ach,) die in dem „Tagblatt" vom 18. Februar enthalten ist, kommt uns vom Herrn Grafen Karl Lanthieri, Herrschaftsbesitzer in Wippach, folgende ausführlichere Mittheilung zu: Der Herr Graf überläßt das Schloß Slapp sammt Grundstücken ohne jedweden Pachtschilling für eine Weinbau-schule. Das Schloß liegt in Mitte des Dorfes Slapp, auf sehr guter Straße fährt man von Wippach in 10 Minuten dahin. Das Gebäude ist in sehr gutem Zustande, hat im ersten Stocke 11 Wohnzimmer, einige davon gemalt und parquettirt, zu ebener Erde 3 Wohnzimmer sammt einer großen Küche und Nebenlokalitäten, 1 Keller für 500 Eimer Wein, Preß-haus, 3 Stallungen nebst den nöthigen Heuböden. Mit dem Schloßgebäude in Verbindung ist ein schöner Garten und Acker von mehreren J ochen. Die anderen Grundparzellen, die zu Slapp gehören (bei 30 Joch), stellt der Herr Graf derart zur Verfügung, daß sich eine von Laibach zu entsendende Kommission nach Belieben das Geeignete und Nothwendige für die Schule auswähle. Slapp ist vor Wind geschützt; an den dortigen Lehnen ist die beste Weinlage im ganzen Wippacher Thale. — (Das Konzil nnddieWissenschaft.) Der Korrespondent der „Danica" aus Rom stellt eine lange Dauer des Konzils in Aussicht, denn es handelt sich beim Konzil nicht so sehr um Schaffung neuer Dogmen, da ja alle Glaubenswahrheiten der Kirche ohnehin schon längst erwiesen sind, sondern um die Eingrenzung und Unschädlichmachung jener Grundsätze, womit die heutige Weltweisheit nicht nur den Gebildeten, sondern auch das ungebildete Volk verleitet und unglücklich macht. Das Gift moderner Wissenschaft, meint „Danica," sei so versteckt und so mit Gelehrsamkeit ausgeschmückt, daß die Konzilsväter viel Zeit, Mühe nnd Gelehrsamkeit werden darauf verwenden müssen, um jene falschen und fein ausgeklügelten Grundsätze bei Seite zu schaffen und an deren Stelle ihre nicht miuder gelehrten und einzig wahren Prinzipien zu setzen. — Die „Tagespost" hat vor einiger Zeit in einer Korrespondenz aus Laibach, welcher auch wir die betreffende Notiz entlehnten, auf eine Predigt des hiesigen Dompfarrers, Herrn Josef Snpan, hingewiesen, welcher n. a. gesagt haben soll: „Glücklich seid Ihr, die Ihr nicht lesen könnt." Dieser Ausspruch hat den Herrn Dompfarrer nicht blos in Wien, sondern auch in Berlin berühmt gemacht. Die letzte Nummer des „Kladderadatsch" bringt nämlich einen humoristischen Leitartikel, welchem der obenerwähnte merkwürdige Satz als Motto vorangestellt ist. Aus dem Vereinsleben. Mnsealve»'sa»»»l»»ü am 19. d. M. (Schluß.) Wei-terS «heilte Kustos D e f ch m a n n eine Anschauung des Zoologen Karl Bogt über die Natur und weitere Entwicklungsfähigkeit des Olm es (kroteug rmMinsus) mt, welche im Abendblatte der „N. Fe Pr." vom 13. Jänner l. I. zu lesen war und die vollste Beachtung verdient. Der geseierte Naturforscher schreibt nämlich: „Die österreichische Monarchie besitzt allein auf der ganzen weiten Welt in den Hohlen von Krain ein Thier, ciueii Fischmolch, den bekann ten Proteus, der in den nnterüdischen Bächen und Seen wohnt, durch Kiemen uud Lungen zugleich athmet nud in seiner äußeren Form wie in seinem innern Bane einer langgestreckten Froschlarve ähnlich sieht. Niemand weiß, wie dieses Thier sich fortpflanzt, ja selbst wie es sich ernährt; niemand weiß, ob es nicht unter veränderten Verhältnissen sich zn einem anderen Thiere verwandeln könne. Und doch liegt diese Verinnthung nahe, denn ein ihm sehr nahe verwandtes Thier, das im Sec von Mexiko vorkommt, der Axolotl, der in seiner Larvenform sich ebensalls fortpflanzt nnd so hänfig ist. daß er wie andere Fische dort zn Markte gebracht wird, dieser Axolotl hat sich in Paris in einigen Exemplaren in eine Molchart nnigewandelt, die man ebenfalls ans Mexiko kannte, die aber kein Mensch vorher mit dem Axolotl in Verbindung zu bringen gedacht hatte. Der Proteus ist blind wie alle Höhlenthiere; er besitzt nur Rudimente vou Auge», die tief unter der Haut verborgen sind Welch' reiches Feld von Beobachtungen und Forschungen konnte ein gehörig eingerichtetes Aquarium bieten, in dem mau versuchte, dieses spezifisch österreichische Dunkelthier fort zupflanzen und nach nnd nach durch fottlanfende Genera tionen zu einem sehenden Thiere und einer definitiven Form nnizuwandeln!" Die Untersuchungen bezüglich der Nahrung desThieres lassen sich am besten an eben gefangenen Exemplaren an stellen und es wurden vom Vortragenden 6 Exemplare aus einer Wassergrotte bei Leitsch in der Lokalie Lchalna nächst Weixelburg oorgewiesen, die bei dem Transporte nach Laibach zn Grunde gingen und nachdem sie erst einen Tag in der Gefangenschaft sich befanden, ein erwünschtes Mate riale zur Untersuchung auf de» Inhalt des Magens und der Eingeweide boten. In dem Magen zweier dieser Olme waren noch zwei fast unversehrte Stücke des in einigen Wassergrotten Kraius vorkvmmenden Grottenkrebses (Iro-xloetmris Sedmiätii Or.) vorhanden, znr Vergleichung lagen Exemplare in Spiritus vor, die Messerschmied Hofs m a n n in der Knmpoler Grotte gesammelt hatte. Auch bei den übrigen Olmen waren in dem lichten Brei, der den Jnlialt der Gedärme bildete, unter dem Mikroskope Schalenreste jener Krebsenart deutlich unterscheidbar, nur in einem Exem- plare fanden sich Reste des Wasserflohes (vapdui» pulex) sehr häufig vor. Demnach dürste die W a f s e r g a r n e l e (0»mwLrus xulex) die anatogeste Nahrung sür gefangene Proteen sein, da der gedachte Grottenkrebs für Äqnarien-besitzer zu kostspielig und nicht so leicht beizuschaffen ist. Von den untersuchten 6 Olmen waren die beiden größten Weibchen mit vollkommen entwickelten Eierstöcken. Zum Schluffe wurde vom Musealkustos eine reichhaltige, mit den Originalbestimmungen des österreichischen Paläontologen Konstantin Ritter v. Ettingshausen versehene Sammlung von Sagorer Schiefern mit gut erhaltenen Pflanzenabdrücken oorgewiesen und besprochen. Sic kam dem Museum als Geschenk des Herrn Werksdirektors zu Sagor uud Vereinsmitgliedes Langer zu. Der Charakter dieser fossilen, aus der Tertiärepoche stammenden Flora ist von jenem der Jetztzeit völlig verschieden, das mächtige Sagorer Kohlenflötz verdankt sicherlich seine Entstehung den Baumstämmen, deren Blattabdrücke in Len Hangendschiefern sich erhalten haben. Besonders häufig kommt eine Ziprefsenart 6I^xiiostrol>u8 europaens Lr. vor, deren Früchte auch in den tertiären Gesteinen hinter dem Franziskaner-Garten in Stein nicht selten sind. Diese fossile Ziprefsenart steht zunächst dem nun in Japan wachsenden OlxpIiosU-olms Iietk!roi>I,)'liu8, der wahrscheinlich von jener tertiären Art abstammt. Ein zweites Nadelholz der Sagorer Flora ist Seyuoi», Ilai-ilti, Lnäl. In der Flora der Jetztzeit kommt diesem Nadelholze zunächst der Mammuthbauni (ZehuoiL ZiZLNteLl in Kalifornien, der riesigste Baum, Len man kennt, Herr Langer hatte zugleich einen verkalkten Baumstrunk aus dem Kohlenflötze eingesen Let mit wohl erhaltener Holzstruktur; bei BehauLlung Lesselben mit Salzsäure kann man Holzsplitter daraus präpa riren, die unter dem Mikroskope die für Nadelhölzer charak teristischen getüpfelten Zellen zeigen, und es dürfte jenes Stück wahrscheinlich zu einer der obangesiihrten Nadelholz arten gehören. Schon^ Professor Unger erwähnt des ver-kieselten Holzes ans Sagor, das er als ksuee SLZoriLns. bezeichnte. Außerdem sind sehr häufig die Blattabdrücke einer Feigeuart, 1'icu8 ^MriauL Lit., welche nebst mehre-ren ändern daselbst auftretenden Feigenarten in ihrer Blattbildung Len indischen nnd amerikanischen Arten zunächst stebt. Auch der tertiäre Kampferbaum (OwnL-moinuin i>olvm<>ri>Inim), mit dem jetzigen in China und Japan einheimischen Kampferbäume fast ganz überein stimmend, ist in den Sagorer Schiefern hänfig vertreten; von einer Fächerpalme (I'lLbellLria sa^oriang.) finden sich ebenfalls Reste vor. Als Bäume, die unseren jetzigen Waldbäumen nahe stehm, sind zu erwähnen trilolm-tuin, dem rothen Ahorne (^,, rulirum) Nordamerikas sehr ähnlich, eine Ulmenart (klituera Ilnxeri), eine Hainbuche (Oarpinus Heerii), eine Birkenart (Letula Dr^näruin), von der sich in den Schiefern die Kätzchenabdrücke sehr gut erhalten haben, n, a. m. Charakteristisch sllr die Sagorer Flora ist das Vorhandensein von Pflanzensormen, die nun mehr der Flora Neuhollands eigenthümlich sind, hieher ge hören einige Proteaceen, als Laulisia looxitoliri, vr^Lnärs, sagorianL n. a. m. Die näheren Details über die Sagorer Flora wird eine demnächst in Druck erscheinende Abhandlung des Professors Ettingshausen bringen. Das ihm zu Gebote stehmde, an Ort und Stelle von ihm selbst gesammelte Materiale umfaßt über 200 Pflanzcnarten, Prof. Ettingshausen be zeichnet die Sagorer Flora als oligoeen, sie kommt am nächsten der ebenfalls von ihm beschriebenen Flora von Knschlin bei Bilin in Böhmen, und hat viele Analogien mit der uiederrheinischen Braunkohlensormation, ferner mit der Brannkoblenflora der Schweiz, über welche letztere ein ausgezeichnetes, sehr populär gehaltenes Werk von Heer, betitelt: „die Urwelt der Schweiz" existirt. Zum Schluffe übergab der k. Bauingenieur Hausner siir das Museum eiu Stück wohlerhalteuer Mnschelversttine rungen, von einer Lokalität nächst der Ortschaft Borovo in Slavonien, I'/, Stunde von Verooitz entfernt. Die ver steineruugsfllbrende Schicht ist 6 bis II Zoll mächtig uns wird zur Straßeubeschotteruug verwendet. Als dem Musealvereine neu beigetretene Mitglieder wurden bekannt gegeben die Herren: 'Karl Bandisch, Eisen )ahnbeamter; Johann Ja ne sch, Realitätenbefitzer und Ledersabr.kant, und Karl Pitra, Supplent am hiesig n Gimnasinm. _____________ Wlltcrung. Laibach, 22, Jänner. Die einfärblge Wolkendecke anhaltend. Ruhige Lust Wärme: Moigens 6 Mir — 1.7-, Nachmittags 2 Ubr -0,1" (1869 - 6.8°, tM8 - 2,0"). Barometer 327.71"', im fallen. Das gestrige Tagesmittel der Wärme - 0,4°, um I 2« über dem Normale Der heutige Tag, St. Vinzenz, ist ein Lostaa sür den Weinbauer . Vinzenzen Sonnenschein, ______________Füllt die Fässer mit Wein.____________________ Aillzekomiiiene Fremde. Am 2l Jänner. s-'.,«>I«n1 Reisuiger, Agent, Wien. — Parth, Sänger ^"6 Goldzieher, Wen. — Basch, Wien, — Nittodini, Lailand. — Schönwald, Kfm., Wien. — Grün, Kfm. Wien — Engel, Privat, Veneing. Schlitz, Kfm., Wien, — Stoch, Kfm, Wien. — Joanc-vec, Kfm., Wien, — Gröll, Uhrmacher, Wien. — Kramer, Beamte, Wie». — Moritz, «fm. Kla genfurt, — Gorlani, Private, Triest. Marktbericht. Laibach, 22. Jänner. Auf dem bentigen Markte sind erschienen: 7 Wagen mit Getreide, 2 Wagen mit Hen und Stroh (Heu 25 Ztr., Stroh 17 Ztr.), 18 Wagen und 2 Schiffe (10 Master) mit Holz. vurchschnilts-prcisc. Mr.- Mg,.- Mkt- Mgz.- fl- kr. fl. kr. fl- kr. fl- kr. Weizen Pr. Mtz. 5 — 548 Butter, Pfund — 42 — Korn „ 3 10 3 28 Eier pr. Stück — > — Gerste „ 3 — 3 — Milch pr. Maß Rindfleisch, Psd. — 1" — Hafer 1 2 — — 22 — — Halbfrucht „ — — 3 72 Kalbfleisch — 23 — — Heiden „ 3 — 3 — Schweinefleisch „ — — — Hirse 3 — 2 Schöpsenfleisch „ — — — — Äukurutz „ — — 3 — Hähndel pr. L>t. — 90 — — Erdäpfel „ 2 — — — Landen „ — 1b — — Linsen „ 4 80 — — Heu pr. Zentner 1 — — — Erbsen „ 5 — — — Stroh „ — — — Fisolen ,, 5 — — — Holz, har., Klstr. — — 7 i)0 Rindschmalz,Pfd. — 51 — — — weich „ !i -)0 Schweineschm. „ — 42 — — Wein, rother, pr. I Speck, frisch „ — 30 — — Eimer - — — geräuch. „ — 42 — — — weißer, „ I- 10 Telegraphischer Wechselkours vom 22. Jänner. 5perz. Rente österr. Papier 60.40. — 5>perz. Rente österr. Silber 70.45. — 1860er Staatsanlehen 98.—- — Bankaktien 722. — Kreditaktien 258.40. — London 123 10. — Silber 120.75. — K. k. Dukaten 5.80',^. Gedenktafel über die am 2 6. Iänner 1 870 stattfindenden Lizitationen. I.Feilb., Sajc'schc Real., Dovsko, 6200 fl. 90 kr., BG. Egg. — 1. Feilb., Fließ'sche Real, Aich, 4957 fl. 20 kr., BG. Egg. — I.Feilb., Jencic'sche Real., Gmajna, 280 fl., BG. Gurkfeld. — I. Feilb., Kose'sche Real., Birkenberg, 510 fl., BG. Gurkfeld. Theater. Heute: Der Barbier von «evilla, große komische Oper in 3 Akten. Morgen findet eine slovenische Vorstellung statt. Wiener Börse vom 21. Jänner. Geld Ware Lperc. österr. Wadr. . — dto. Renle, Lst.Pa». üo.SS^ co.M dlo. dt». öst.in Silb. 70.»!, 70.4V Lo e von 18Ü4 ... 89.50 Lo e von 18S0, ganzem !>8.üi lu«.- ' ^ II8.LSII8.7S Prämiensch. v. 1864 . Srunüsntl.-odl. Steiermark zuS pCt., U2.50 93.50 »Lrnlen, Kram u. Küstenland 5 » 8«.— 94.— Ungarn . . zu5 , 78.LS 78.15 «roal. u. Slav. S , 8.1.50 84.— Siebenbürg. „ S , 75.— 75.50 Lotlsn. ! Viationalbaul . . . 72k.-7S4.- Crcditanstalt . . . 2IN.S0 r61.7o N. ö. Escomptc-Sel. !»».- 9üo.-Anglo-österr. Bank . »l«;.— »>« 50 Oest. Bodcnered.-A. . -94.— L»8.— Oest H>N>oth.-Ban! 85.— 87.- Steier. Eacomvt.-Bk. —l — Kail. gerd.-Nordb. . SI45 2147 Südbahn-Gesellsch. .248 L0Ü48 4N Kais. Elilabetb-^ayn. 184. -Larl-^ndwig-Babn LL7.75 Siebend. Eiiendabu .11:4.50165 — Lais. Kranz-ZosesSb. .^kS.LS 18» 75 Fünsk.-Barcier E.-«. 178 so 179 50 Lllöld.Fiuui. Bahn . I70.L5 I7,..7S ^ks.»avrl«ks. Nation. ö.W. verloSb. 92.S5 s." so Ung. Bod.-Lreditanst. 91. —! 91.2'. Allg.öst.Bod.-Credit. in? LS 107 so dto. rück». . 8X.7S 89 ^S Geld Ware Oest. Hypolh.-Bank. 88.— S8.S0 l'rlorttLts- Südb.-st. ö.W.) so.io 90.20 RudoIfSb.(S0»fl.ö.W.) 91.75 92.50 Franz-Jos. (soo st.S.) 93.— »3.40 Credit 100 fl. o. W. . 158.—158 2S Don.-DamPssch.-Ges. zu 100 fl. CM. . . 98.— ; 97.— Triester 100 fl. CM. .124.— 128.-dto. 50 fl. ö.W. . 83.50 S4.L0 Lsener . 40 fl. ö.W. 33.— »4.- Salin . „ 40 „ 42.— 43.— Palssy . „ 40 „ 3,>.S» 31.— Clarb . „ 40 „ 37.— 38.— St. Genois„ 4V „ 32.50 33.50 "vindischgrütz 20 „ 20.— 21.— Waldflein . ro . 21.50 22.5< Keglevich . 10 „ 15.— is.so Rudolssstist. 10 ö.W. 18.- 18.50 VV°s«>kssI<8Mon.) Auqsb. lOOfl.südd.W. Franks. It>0 fl. „ „ Sondon 10 PI. Sterl. Paris IVO Francs 2»-FrancSftiilk BereinSthalcr . Silber . . 102.81' 102.80 123 10 48.95 5.80> 9.85 1.82 120.75 Iie Liibacher KmechMuk übernimmt Gelder in laufende Reck NttNft (Oonto coi'i'6i>t) und vergütet bis auf Widerruf: bei 8tägiqer Kündiqnnq ^ ,,:r« „ 9^ ,, ,, Laibach, 12. Oktober 1869. Die Direktion. Im Hanse Nr. 235 am Hauptplatz, 3. Stock, ist eine VodMMK mit 4 Zimmern, 1 Kabinet, Sparherdküche :c. zu Georgi 1870 zu vergeben. Näheres im 1. Stock. 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