M »4 Mttwoch den 25. Aeömar 1874 llll. Iahrga«H Di« »M^rtnr>«i gettung" «ischeint jid«» S»nntag> Mittwoch unt Areilag. Preise — für M-rburzi ganzjährig S ü.^iialbjährig l si., »ierteljihrig 1 si.iO kr! sIr S»fteIl»»t _int Hau» monatlich 10 kr. — mit Postversendilnk: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 ff., v»ertetiährtg Z fl. JnsertionSgebiIhr 6 kr. pr. Zeile. Z«r Lthtt oo» dtr Staatshohkit gtgeaübtr der Kirche. Dik Angriffe und HeKereien der klerikalen Partei gegea die Gesetze >n Sachen der Kirche und gegen die Bttordnunt^«n in Ausrechthaltung der staatliche» Veivalt veranlassen einen Griff in die Gesch'chlt zu ihun und daran zu erinnern, daß wir elne energische Handhabung dir Staats-Hoheitsrechte gegenüber den steten Uebergriffen der Hierarchie in säst sämmtlichen europäischen Blättern der Geschichte verzeichnet siiden. Auch die «»wih gut katholischen Fürslen ouS dem Hause Habtburg —- nicht blos Joseph II., sondern die bigotten Ferdinande — wachten eifersüchtig über das HochheitSrecht deS Staates gegenüber der Kirche. Selbst die siomme Maria Theresia, jene große giirstin, ivelche unsere Ultramontanen doch lvoh! ichtveriich als eine Berfolgerin der katholischen Kirche darstellen »vollen, übte dieses staatliche Recht. Als 174b der Erzbischos einen Hirtenbiies durch den Truck vervielfältigen und damit zugleich eine päpstliche Bulle unv Cncyclica, FtZstenord-nungen enthaltend, veröffentlichen ließ, lvurdelhm dieses in den schärfsten Ausdrücken verwielen und hinzugefügt, die Kaiserin „würde sich nicht enl-brechen können, im Wiederholunt^Ssalle solche Mittel zu ergreifen, die der landesfürsttichen Ho-h it zukommen und die Umstände der Sache er. heischen dürften"; den Buchdruckern wurde unter „NiedirtegungihkeS Gewerbes- verböten, delariige geistliche Schriftstücke sür die Zukunst ohne vor^ gängige Erlaubniß der Negierung zu drucke«. Dui^ch Hosdekret vom 7. Mai 1744 wurde sogar angeordnet, in den Breviarien der Geistlichen die „nachtheilige Leklion Gregors VIl." von d-r Macht des PapsteS Fürsten abzusetzen, mit weißem Papier zu überkleben und künftig nicht mehr zu drucke». Der Tadcl der von StaatSwegen erlas» seuen kirchlichen Verordnungen durch die Welt-und Kloster-Geisjlichen wurde als „Verbrechen" bezeichnet u s sollten „auf daS erspiegelndste mit Absetzung der Obern von ihrer Wülde ohne allen llnterschied, au-d, beschaffenen Umständen nach, mit einer noch «Mpfin0l«chcrrn Ahnvung bestraft werden"; Diejenigen, tvelche dawiderhandelste soll zur Unterlinl-tuttg der Schulmeister verwend.'t werden; voiu 11. April 1773 : Perozt von Proz ssionen, welche über Nacht c^u^bleibkit. Die Wieoer Wtcr über die Aeilichaltilug des Zeitongsstempeis. Die Abstimmurg deS Abgeordnetenhauses über den Gesktzkntwurf, betreffend die Aufhebung des Zeitungsileinpels hat in der Prrfse einkt» seltenen Sturm hsrvorjierufen. Die Wieiier Plaiter, welche die Nachricht von der Be bchaltung zuerst empfange«', waren auch die erst'N in der Verurtheilung. regierunj^sfreundlichste Blatt. die ..N'Ue Freie Pr.sse" ivurde koafiSz'rt und die „Tigespiesse", ivelche ebelifalls de» RegierungS» kreisen sehr nahe g'standen, erlag dem gleichen Schicksale. Die „Presi<", welcher brkar'vte Gründe selbst in dilser LebtnSsroge den peielichsten Zwang auserlegen, kann nicht umhin, den 20. Februar als einen unglückl>ch-n Tag zu verzeichnen und Aeuilleto«. Dil ZMider-Wuyeii. Bo» H. Schmid. (Fortsetzung.) Für daS Erslere sprach, daß der Fremde nicht bloS einfacher Wilderer, foudern ein ittaub« und Mordschütze war. der dem Geholfen an's Leben gegangen war, und überdies ein Ausländer, der, tvenn er jagen wollte, doch drüben bleiben sollte in seintM Tirol; denn dieSseitS der blau« wtißen Psähle gab eS Leute genug, die Lust und Geschick besaßen, um nachzuhelf-n, wenn irgendwo der Gemsenstand gar zu s.hr überhand zunehmen drohte. Der Umstand, daß der Jag» seine Un. schlüssigkeit Nicht zu bemerken schien U'>d zu reden sortsuhr, überhob ihn det weiteren Zweifelt. .Wenn mich die Kugel nit g'worfen hätte", sagte er, „hätte der Hallunk' den Vorsprung nit bekommen, und die Kugel hätte mir auch nichls anhaben können, ivenn Du Mir dos Amuiet gegeben hätlft, das ich Dir schon neulich abtausen wollte". Marll beugte sich über daS Köhlens,uer. TS lvar nicht zu unterscheiden, ob oie Rölhe, die sein Angesicht übeiflog, von der Vlulh desselben lterstammte oder von innerer Erregung. „Ich haii' eS Euch schon gesagt", erwiederle er leichthin, „daS ist kein A n.ulet Mach' mir nichtS weiß l" rief der Jäger, der nicht so leicht zu beruhigen war. „Worum thälst Du dann das Lederb'Uterl so um den Hals tragen? Du willst eS nur ntt sagen, und ich weiß wohl, warum — Hab' eS ost schon sagen wollen: Wenn man ein Amulet beredet, dann verliert eS seinr Krast". „Ja, das Hab' ich ouch schon gehört", ries der Kohlenbrenner drein. „Nit bereden darf man so ltwaS und uit auS der Hand geben. Mein V^ter selig hat mir oft erzählt von einem seiner Kameraden, vom Franzl am Ort; der hat auch ein solchlS Amulet gehabt und ist auch ein Holz» knccht gewesen wie Du und ist Jahr für Jaljr iM Wald gesessen und ist ihm nie waS zu Lei^ geschehen! DaS hat gemacht, er !jat einen ange» öhl'leteu Georgitholer auf der Brust getrogen, ein solcher ist gut sür AlleS, für Hieb und Slich, sür Feuer und Waffer — aber einmal da hat ein Freui^d von ihm eine Flodsahrt nach Wien gemacht und hat nit auSg'laff'n mlt Zureden, bis er ihm den Thaler geliehei» h^t. Er ist auch glücklich wledergekoml,ikn; ivie aber der Franzl wieder zur Holzarbeit Hivaus ist und hat den Thaler umgehabt, da haben'S einen großen Tan, nenbauai umgeschlagen, iqnd eh' sie ihn recht ge- faßt hoben Mit der Schling, zum Niederreißet», ist der Baum unversehens gebrochen, hat dea Franzl im Niederstürzen Mit den Testen gepackt und über tine Wand hinuntergeschnevt, so hoch wie ein Kirchtburm, daß man ihn unteu Hütt' mit einem Velen zusammenkehren können. Der Thaler aber ist verschwunden gewesen!" „Ich alaub' Nil an solche Sachen", lächle Martl. „Die alten Weiber, wenn s' beisammen sitzen und nichts Gescheiter S zu thua haben, Hecken solche Geschichten aus. Bon mir auS kanns aber auch wahr sein, ich versteh' mich nit d'rauf; daS aber weiß ich ganz g'wiß, daß daS, werS ich da umhängen Hab', keia solchcS Amulet ist. DaS ij't nur für EinS gut: für die gachen (jähen) ftie« genden Hitze», die mich manchmal übergeh'n". „Das sind Ausreden", rief der Zäger wieder. ^Und wenn lS das Nicht ii't, kann ich mir doch einbilden, lvaS Du damit im Sinn hast. Dat Ding in dem Beutel siebt aus wie Blei, fast wie eine vom Schuß plattgedrückte Kugel. Die soll Dir einen sichern Schoß machen — hast gewiß auch schon gehört von dem großen Schießen und richtest Dich darauf ein, ein BesteS davon zu tragen l" „Von einem Schießeir?" sagte Martl ouf-horchend. ^Ich hat;' n>5 davon gehört; seit dem AuSivärtS bin ich wilder da heroben in der Waldarbeit; ich let»' wie ein Eiosi'del und erfahr' die Nnbehaltunii einer „erdrükkendkn und ungerechten Steuerdelaftun^^" zu beflagev. Auch daS „Fremdknblatt" bciont, daß sich „liar nichts für Vit Aufrtchtd.zltung oitskr auS der Zeit der äl^^stkn Reaktion herrührknden Zeüun^ssteuer ft'ltend machkn labt und daß man halte glauben jollen, eine Ab^^lZbe, die ebenso dkücke«id und hemmend wie odiosen Ussprun,iS ist, wäre von dem direkt gkwählten ParlamkNie oufzul)rden j^ewesen." Uns da< jüngste Kind ministtrieller L^iune, da« „Nkue Wiener Blatl", flickt zwar zunächst den litichtidknen Veilchen des „Schomer Israrl" etivaS am Z^Ut^e, richtet aber dann an die Regierung unv den ReichSratd folgend, Mahnung: „Wollt ihr e'nk g sunde, ehrlich?, anständii^e und anszFj'htne Presse haben, wollt ikzr die Allianz dr» ji'druckten Worlcs und dan, das bisher nicht nur si»r die Rtgitiunfl, sondern auch !ür die Männer des linken Zeutlums todesmuthig durch Dick und Dünn geqans^en, das ,Neue Aremdenblatt", Hütte dem d'rrkt ftewäljltcn AbMrdneteohause auch ein alöß res Berständuiß dessen zugemuthet. was der Bedeutung und dem Interesse einer freien Presse tulsprichl, und richtet a» die Adtesse j'Nkr Ko-tcrle. ivelcher der Antra,, Fuz' erl^g, folgende, wenn auch nicht schmeichelhasie, so doch durchivegs zutreffend, Bemeitungev: „Die offenen Akinde sind es nicht, wbt es so M'tnche, die m»t sch.el n Augen dte Erfol^ie und dei, Alisichivung. drn moralischrn Aufschwung der Wilner Iouruallslen lieobachtrn. E» sind daS dikselti n Leute, die am ehest n bereit sind, von vrm Nu^ n d,» Plvbliz'sl'l zu piofii'len, dl jatZlauö jahrria manches Rtdatlion?'VureciU in Arispruch nkhaien ut>d die im End-, wenn sie sich dem Au^^e der Kritik entzogen gl>ui)en, die Nast lumpsen. wenn von Journalisten die Rede lt'/' .... „D>e Wiener Prelle h^t sich walzr-lich um LitieralikmuS u-d Frnhctt mehr Ber-dieilste ertvord n als irgend emer Derjkni,,en, dir h Ule lve^weisend von it)r sprrchin. Sie tzit nicht tiloö fl'strltlen und gerungen sur die ^^>ersatsun.<, sie tlal für die Abgr0ldl>etcn gtd.tchl und ge.'r-ti'llet, und M'incher Duhrndairnsch, d»r i»» Pail.tMente mit titier Lliedt l^ffekr macht, maßt aus dits» Wirkung velzi<1)tfn, wenn ,r n cht auö Wiener Iouinoten das Muierial hi sur schöpsen könnt,. Die K^'pazitätcu de« Abgeordnetendause^ IN allen Ähre", aber die l^rsahrung ist unbe-st> ellbar, daß dlthkl daS Ao.jeorduetenhaus «veli »ichls von dtk W'lt, wenn uit diemalen iv,r ln' HeimgarlkN zn mir komm«. Wo 'st denn das Tchi'ßtn V Weni.'s nit gar zu weil weg ist und zu eiicr gerecht?« Zeit, nachizcr könntS schon scin, daß lch schauen thät'. ob meiue Büchj'das Treffen noch nit verlernt hat". ..Der Herr Forstgehilj' meint gtwiß das große Schießrn", sagte der Aohlrnbrrnner, „das ln der Stadl München drinncn 'geb.n tvird. Hab' auch schon davon reden höl'n; ist ja em groß-mältitigeS Ausschrcibett lierauSgctommsN ous der Slk,dt. Die Vürger g'ti.n d.,s Schießen dem j^onig zu seiner silbernen Hochzeit, und bnm Oktolzers.st, da >rirt>'s ti^hallen, und daS Okto-dklstst soll so schön heucl lveroen, tvi.'s noch gar niwolS Nicht geivestn ist ; jedes iAtrichl im ganjen Land schickt stlne L ut' ijin und leine belter» Schüßen, und IN Länggril^s >st jchon die Red' dl)von g^ldkstN, alle Bucb'n woUeu sich zusam-mevlhun und eiti Hauptmann ivählel,, und dann vlittii ander alS Vtrgjchiißkn hjncjnzieh'u in die Sladl". „VaS Du ttlt Älies lvcihl, Kohlenblenner lies Aialil >n srkudiger Errrgung. „B'im Oklo-b.rstst a so? Iuhe, dalln ist's l^ou gelviß, duv dr Flvß.imartl lit dabei fth!t! Wen« ich jedrn T'>t, Uli, line Eti^nb' länger urb'it', wcrd ich b K Michaeli tjiad' seriig; d.inn liab' ich auch Zeit zl für die Presse stimmte. So hat er sich vor Anj^riffen geivalirt und die Zirkel der Ne.,ie' rung auch nicht gestölt. De" peinlichsten Ciadrack machte es, daß tcincr d-r Parteisührn engem Zusammenhange ttandtn, stimmten für die Aush buN t des Ze tun,»s^ llempets, zivei andere Ati^ze^sdnete lsrarliiisver ftoiiselsion enifernien sich aus dem Hause, um an der Avstimm^Ntl nicht theijzuuehm n. Wir wöchten die Atempel-'ttitter, die nicht uater dem Zeichen o,» K«e.-zes dienen, darauf aufme-ksam machen, dag ohne die Anftrengurigen der Presse ihnen zu kli.iem Parlamen'.e der Zutritt eröffn't wori?en wäre, j» daß sie in geivillen Tagen sich IN gewissen Straßen nicht sehen lassen dürften, vie Presse hat die lKmanzipatian der Juden er- 1 3uhe! Das soll wieder amal eine Vaudl'geben I" rief er in einer Anivandlung seiner früheren ge« ivöhnlichen Lustigkeit, gr'sf in die Cither und sang, indem er eine übermülhig luslige Weise dazu ipiclte: .,A T'sangl, das klingt, Und a Glocken, die hallt ; Aber da» Schönst' ist tzalt doch, Wenn der StuK'n recht t:»allt." In den in das Lied sich anreihendeii Jodler fiel der Kohlenbrenner mi! einer ticfen, nicht eben sehr rein klingenden Stimme ein; der Jäger konnte es Nicht, er hatte eine rauhe Kehle, als ob er nach dem Bauernspi^üchwort einen Kapuziner s.,mmt Kutte verschluckt hätte. ES währte nicht lange, so wurlie der Gesang noch vollsiim» miger; denn erst auS der Entfernung, dann immer näher kommend, tönte eine frische Weiber-stimme kräftig dareln. Einen Augenblick später ktM eine Bauerndirne den AelSsteiz herab mit einer hohen KrnLe aus t'em Rucken, eine dralle und skstgebaule Gestalt, weicher die ansehnliche Last die sie trug, nicht eben vul Beschwerde zu machen schiere. „Grus)' Gott bei'nander!" sagte sie, ind m lU 11 h an den Zaun leljnie und ihre Bürde darauf ruhen ließ. „Weil's gar so alert hergeht muß ich schon auch etn bisset einkehr'n und ausschnaufen l" mögllcht, hu sie vom gelben W-ck und Von jeder andern Schwach befreit. Man hat immer be» hauptet, daß die Israeliten revolutionär seien; nun, die Israeliten im österreichischen Abgeord-nktenhause sind sehr konservativ, sind auf Kosten d r Pflicht der Dankbarkeit sogar reaktionär geworden." Während sich diese Blätter mehr mit den Abgeordneten b schäftigen, widmet die „Morgen-post" ihre Bemerkungen der Regierung und meint: „Die Herren Minister sind in ihrem Inner» gerade so gut von der Ungerechtigkeit und Kultur« ividrigkeit des ZeitungSstn ihren Sarg geschlagen. Ihre fortwährende Rachgiebtgkeit gegenüber reaklionären Etnslüfterungen, heute bezüglich der Jesmten, morgen bezüglich der Presse, bereitet ihnen ein sicheres Ende. Auf der schiefen Ebene, auf der sie stehen, gibt e» keinen Halt." M't unverhohlener Schadenfreude endlich begrüßt das „Baterlans" den reaktionären Beschluß dts Hauses. „Das war" — ruft eS frohlockend aits — .vorauszusehen. Denn unsere ge-genlvärtige liberale Regierung liebt kein Abweichen von der bureaukratischen Schablone. Auch die verfassungstreuen Herien Abgeordneten glanben, sobald sie einmal ihr Mandat erlan^tt haben, der Presse nicht mehr zu bedürfen. Die beantragte Maßregel ivaee ja in erstcr l^teihe jenen Blättern zugute gckommeti, ivelche nicht Von Erpressungen U 'd Börsengeschäften l.bei, sondern auf Abonnenten rcflektitei^. lind hätte das in daS System nicht g'pijit. Daher war d.e Ablehnung, wie gesagt» vorauszusehen. Alleia »vir zweis'ln, daß die Majorität de« Reichsrathes fich durch diesen Beschlap neue Lorbeer» errungen hat. Die Presse und auch das politisch aufgeklärte Publttua» haben n'uerdings Gelegenheit gehabt, ihre Freunde im Reichttatt? kennen zu lernen." Zur cheschichte des Hages Die Kult ^ rsteuer bleibt — in Oesterreich. Müllen wir den Begkiff unserer Preßsreih'it b.stimmen, so sind die Merkmale desselben noch immer: Kaution, Zeitungsstempel, Pflichtexemplar, Verbot deS ,freie» Berkauss. Kanfistalion und obj ktiVeS Verfuhren. Pflicht der preßfleuudlichen „Das »vollen wir hoffen", sagte der Kohlen^ brennrr. ivährend Martl, um alS Hausherr di Ehre d.S HauseS zu wahren, seinem neuen Gast das Glas mit dem Kronawitlwasser anbot. „Wo gehst noch hin so spat, Madl? Ich mein' ich M Dir schler kennen". „Freilich, wie wirst mich nit kennen, Kohlen-brenner-Geilt?" sa^ite die Dirne tachend. „Bist ja alleweil' um die nämlichen We^z' herumgewesen, wo ich daheim bin, — weißt wohl, wo'S beim Llichbauern 'nauf,»eht zum Friedl in der Point." „Bist Du etwa gar die Pointnerkalhl?" sagte der Kohlenbrenner. „Fallt mir schon wieder ein, weil ich Dich jetzt wi der anschau . . . Wir hab'n uns halt ein Bissel stark verwachsen, alle zwei; wir können uns alle zwei nimmer recht darauf besinnen, wie lang eS her ist, daß wir jung gewesen sind. Wo bist jetzt, Kathl, und was treibst?" „Waö werd' ich treiben l ertviederte die Dtrne. „Ich bin Sennerin droben auf der Brett'nalm. vir Graseiei ist Heuer so schön und gut, daß wir gar nit g'nug auSrühren und Butter machen können, und iveil der Abend so schön ist. so Hab' ich gedenkt, ich will Nit bis auf den Samstag warten uno will heut noch abtrag-n". (Fortsetzung solgt.) ReichtrathSabgeordoetkN ist, den Augriff, tvtlcher diesmal abgeschlagen worbeii, zu ermueru, jsbald eS die GeschäftSordllUng erlaubt. Die Erklärung, welche der Bischof von Gtraßburg btzüglich deS granfsurter Beitrages im deutschen Reichstage abgegeben, ha! in Frankreich verbliifft. Diese Anerkennung der Liuverltidung kam »»erwartet, ungeahnt. Den ultramontaven Abgeordneten muß die bindende Weisung im leKten Augenblicke zugegangen sein; die Parteizachl in diesem L.'ger ist aber eine so strenge, daß der Nilcksicht auf Rom jede andere, somit auch die national-staatliche Frag« untergeordnet wird. DasBerfahren derMagyaren gegen die Siebenbiirger Sachjen ist wahrhast asiatisch. Zur politischen Berwiriung und zam wirthschaftlichen lSlend fehlte als dritter im Bunde nur noch die Wuth deS NationalhasseS und wenn dieser Haß alle nichtmas^yarischen Stämme Ungarns gegkn die herrschendea und bedrückenden Magyaren Vereint, so hat die letzte Gewaltthal der Regierung dies bewirkt. Vermischte Stachrichten. (Aus dem Voranschläge Rußlands für 1874.) Nach diesem Boranschlag t»etragco die Ausgaben öS6 Millionen Rubel, darunter siir den Hosstaai 8, sür die Staats, schuld 93, si:r das Heer 170, für den Unterricht 13 Mtlllonen. (HeerweseninDeutschla nd. Bor-an styl ag für 1875.) Die Militärverwaltung Deutschlands beansprucht für 1875 10S. 106.698 Thaler — 13,637.327 Thiler mehr alS 1873. (Tesundhettspflege. Zur Warnung für unsere Leserinnen.) Wie das ^Berliner Tagblalt" berichtet, fingen in der Famtlie eines Bkrliner Rentiers die l!eiden Töchter an zu klänkeln. Nicht, daß ihr Zustand besorgniß« erregend tvurve, aber die ewigen Klagen übe« Kopfweh und Drücken über den Augen waren wo!zl geeignet, Störung in das sonst so gemüthliche und heitere gamllienlrd,n zu bringen. Drr Vater bot alles aus, seinen Kindern die frühere Laune wieder zu geben, umsonst! Nachdem der Arzl uutersucht, beobachtet und eine kurze Zeit Medikamente verordnet hattk, erklärte er vem Vater rund heraus, etn medizinisches Mittel zur Hebung der Krankheit besitze er tticht, und er sti fest überzeugt, daß ^er Kopsschmerz der Damen sich stetig steigeru werde nnd ihnen ihr späteres Leben zur Last macheu werde, sallS sie sich vicht entlchlössrn, ein natürliches Medika^-.ent gegen daS Uebel au-zuwendln, uämlich den Wust von salschen Zöpfen, Haaren und selbst etelerregknden Materialien ab» zulegen, mit denen sie die längste Zeit ihret jung-sräultchtN Ltl»ens das Haupt schmückten. Der verständige Doktor fügte noch hinzu, daß die Damen, wenn sie immer wüßten, was sie auf ihrem Kopfe herumtrügen, dies bald lassen tvürden; seiner Meinung nach hätten die seit Jahren über-Hand nehmenden Kopfkrankheiten beim weiblichen Geschlecht zumeist ihren Grund in der angeregten Berunjirrung des Kopses. Ob im gegebenen Falle die Borstellungen des g'ängstigten V terö vermocht haben, seiner Töchter Begt,js< üiier Geschmack und Schönheit in veiständigere Bahnen einzulenken, das konnte das Blatt leider noch nicht erfahren, möchte es abtr sast bezweifeln, angesichts der häufigen Beispiele, wo sUbst köl-perliche Schmerzea und stete Unbehagen standhast ertragen werden, wenn eS gilt, die allmächtige Mode — und tväre sie noch so widerlich — anzubeteri. (Pettenkoser über die Cholera.) Professor Pettenkoscr (München) hat in der Strafanstalt zu Lausen höchst inleressante Wahr-nehmungen gkmachl, mit deren Ordnung, Prüfung und Brrwerlhung er jetzt lieschäsligt isl. Die Senkgrubcn enisplachen allen Ansordernngen, die Lilstung der Säle ivar nicht schlechter und unzureichender als zu anderen Zeiten, die Kost von derselben Qualilät wie ssi^st und doch dezi. Wirte die Krankheit die Schaar der Sträflinge in erschrecklichek Weise. Aber die Erkrankungen erfolgten nicht im ganzen Hauie. nur in gewissen Sälen; letztere lagen auffallenderweise alle übereinander. In dkn Sälen auf einem andern Flügel des Gebäudes war kaum eine leichte Erkrankung. Interessant dürfte eS sein, zu erfahren, wie lange sich Pettenkofer die Zeit denkt, innerhalb deren an dem insijirten Menschen die Cholera wahrnehmbar werd v kann. Wie es heißt, setzt Pettenkofer diesen Termin auf 6 biS 8 Tt^ge. So lange wenigstens brauchte die Klzolera bei Sträflingen, die aus der Gefangenschaft Laufen anscheinend vollkommen gesund, nach Rebdors (ebenfalls eine Strafanstalt) tranSportirt wurden, biS sie dort bemerkbar auftrat. Auf die AuSschwefelung )er Wohnräume scheint Pettenkofer im Augenblick größeren Werth zu legen, als auf öie Desinfektion der Aborte; in ihr ^tlliubt er ein werthvoll's Schutzmittel gegen die Krankheit empfehlen zu können. Die Theorie vom Grundwaffer hält er nach wie vor aufrecht. Auch die Erfahrung, daß die klimatischen Verhältnisse auf da« Äeigen und Fallen i»er Verhältnisse keinen i^tnstuß üben, zählt zu den Resultaten, welche die Wissenschaft aus den beiden letzten Epidemien in München zu verzeichnen hat. Pettenkofer wird seine Anschauun-gen und die Resultate seiner Beobachtungen dem nächst der Oesskntlichkeit unterbreiten. (Taubstumme in Steiermark.) Unfer Heimatland zählt ungefähr dreitausend Taubstumme, darunter dreihundert bildungsfähige Kinder im Alter von sechs biS zwölf Iuhren. Marburger Berichte. (Schadenfeuer.) In Z erberg, Bezirk Marburg, ist der Maierhof deS Grundkisitzers Ignaz Marco abgebrannt. D>S Feuer entstand durch Unvorsichtigkeit der Inivohnkrin Migda, lena KleiiS. Der Schaden beträgt 6i»0 fl. (B e w a s f n e t e G a u n e r.) Beim Winzer des GemeindevoisteherS von Platjh (N. Kremenz) stiegen kü'zlich metzrkre Gauner durchs Dachfenster ein und stuhlen auf dem Dachboden die Kleidung der Winz^rKtochter. Hierauf drangen die Thätec durchs BorhauS in dkN Keller, wo sie tranken und mehrere gefiillte Flaschen einslecktin. Der Winzer, dnrch den Lärm geweckt, ging um nachzusehen ; da die Strolche aber mit Waffen ver-s Heu waren, so feuerte einer seine Pistole aus den Winzer ab und traf denselben inS Glsicht, wo» rauf die Bande eatfloh. Dem Verletzten wurden durch dm Arzt sieben gehackte Bleistücke auS d^n Wunden gezogen. (Einbrecher.) Auf der Besitzung deS Barons Lkjariki in Podizraz. Gemeinde Plutsch, wurde am 19. Februar NachtS daS unbewohnte Herrenhaus erbrochen und eine Menge Kle.der, Bettzeug, Wäsche, Waffen, Eßbestecke, Geschirr, Leuchter . . . gestohlen. Die Thät^r, sünf oder stchS an der Zahl, hatten das Eisengitter eincs Fensters ausgewogen und Thüren, Kästen und Tischladen aufgesprengt. Der Gesammtschaden wlrd aus 2000 fl. bcrechn.t. (Berichtigung.) Im Artiter Straßen in Marburg gesorgt wird. Samstag den 2l. d. M. zwischen 7 und 8 Uhr Abends fuhr ei» Wagen von der Schmikt»erer-allee durch d,e Pfarrhofgasse und bei der Ausmündung derselben auf den Domplatz versank ein Pferd plötzlich mit beiden Vorderfüßen bis über die Knie in d,u Boden; kaum hatte es sich herausgearbeitete versar^k eS mit beiden Hinter-füßen. Aus der Untersuchung der Stelle konnte man schließen, daß wahrscheinlich die GaSleitttng reparirt und hicrauf die Erde nur lose darüber geschütitt ward. Wäre der Wagen nicht, wie es geschah, im Schritt, sondern im Trab g'faheen, so Hütte das Pferd unbedingt beide Vorderfüße gebrochen. Eine solche Nachlässigkeit ist bedauernswürdig. Noch bedailernSwürdiger aber ist eS. daß am Montag Abend mehrere Herren den oligenannten Platz bestätigten und der Boden noch so weich war, daß man l'/, Schuh tief einsank. Der Einsender überläßt die Beurtheilung dieses Leichtsinns, mit tvelchem die Iostandth^ltung der Str.'ßea selbst in der innern Stadt gehandhabt wird, dem Publikum. „mrHelllerub«." Dem iioetiveretirteiivov wsiQvr Ilei>sillalliu6 <1e8 (FL.8ttig.useg „2ur (katliliausiwk) äie IiiiÜjeke maedsvä, ied, miell iu msiuem Ilntvrnvdweu äurcli xütißell öesueli uvtvrstüt^eu voUsQ. Ausser unten notirtien (Ivträvlceu verä« ioti dvi meinem ßutev V/illeu rinä äsv er-v^ordeaev Isaelileviiiitiiisseu xe^ss Ileivs Z^üde scdeueQ, aued äureli gute Xiielie unä auk'-morksams öeäieuunA 6ie sedr Aeedrteu (Fästs zukrieäen stsllev. 14L Wt desvlläsrvr 1678sr Lkväberxor .....pr 1873vr Rotkvsill vou (rvoodit« 1369«r Lt. kstsrsr...... 1868«r Ltaätdsrxsr..... fl»solivn«oin -! reise üdor 6is