Vereinigte Laib a ch c r Z e i tM^ g. Nr». 9. ^M^ Freitag den?y. I a n n e r 1819. Inland- I l l y r i e n. Adclsberg am 25. Ian:ier i3ig. ^Dn der von ^5r. Q?a;cstat mit wahrer vaterlicher .s^uld zur Ausrottung des sogenaunren 6^n^>. lit v» Nbels hierorts errich^ten Heilanstalt sind seit il.5. Müi bisdl. Dece^'^r i3,tt auöd ,n Hezir^Adüls-berg 39, P>°eln2o5, Senosei-sch i5, H.^sdor)^, Schneebcrg I<>, Loü'a/2, ^rz^d?^^«! 6, u'd ans oe.u Neustad^r Zrc^Z^ , z^sa^uns^ 2g^ Personen ausgenommen, davon. 55.) als uotll>,'A.men ge-hejlt ent'^zfel, wor!.e^, l weiblichen G^chsechtö i^ durch hinzu getrett^nv Wassersucht gestorben, und 23 sind üls crank im Spiral räckvcrdlicbel»/ dic mit den Neuankommenden nnt ^ller Socgfalt gepsi^t werden, und dem Staate ein dankbares ges«:nde^ Menschengeschlecht versprechen, welches Aottcs reichen Segen für die großmüthigen Aufopferungende) allerbesten Monarchen erflehen wird. Angekommene Schisse zu Triest am 21. und 22. Jänner. Das Dampfboot Karolme, das türkische Schiff St. Niclas von ^.atraffo mit Rosinen und Oh!, die' türkische Brigantine gleich-s Namens eben daher mit ^osiaen, Öyl und Lemsamen nebst andern Fahrzeugen mit und ohne Fracht. O st e r r e i ch. , Wien, den 2,. Jänner. Gestern Nachmittags nach , Uhr starb allhier, nach einer kurzen Krankheit, Se. Eminenz Hv. Ma- ria Thaddaus Graf vo»-» und zu Trauttntansdorf-Weinöber^j :c. der heik römischen Kirche Cardinal ^ Prm?^, Großrttu^ des österreichisch: kaiserl. Leopold »Ordens, Mrst- Erzbischof von Olm'itz/ Graf der bohlllisyen Kapelle, und k. k. wirkl. geheimer Räch, i.n acht und fünfzigsten Jahre seines Alters. (Oster. Beob.) A^n 2^. Fur Ihre Majestät die KoniZM!, Ma. ri.: Isabe.a Franciska von Spanien, gcb)rne ko-igl. Pc:n-,35i ü! von P^rtuZaÄ, Brasilien und 2ll-garb^i, lst vecm'>gc all-rböchster AnZrdnung, geistern osn 22. Ian.ier die Hoftrauer angezogen worden, u.'id'lvird durch i3 Tage bis einschließig 6. Februar ,5» j mit sHlge^^er Abwechslung getragen: Hie c.sten aht^Tage, d. i. voin 22. bis ein« schließig 2c). Fänger, erscheinen die allerhöchste« und h'>hstö> Herrschaften, die k/k. gshec.ne^ Ratbe, Kamnerer uud Truchse^e in shivaczen glatten Hlei-d>?rn, mit seidenem gleichfarbigem Unterfuncr, mit augllaufenen Deg^n und Schnallen; die andern zehn Tage, d. i. vom 5). Jänner bis einsHlicßig 9. Fe^ bruai-, in eco^hnter Kleidu?:g mit Manchetten v->n Spitzen, gefacbten D.'gen und Schnallen. Die allerhöchsten und höchsten Frauen und die Daneu erscheinen die ersten acht Tage im schwarzen Gros de Tour, mit sHvarzem Konfputze und Gar-nituren^dann mic schwarzen Schnucke: die'auderu zehn Tage in voriger Kleidung, mit Kopfputze und Gar.nturen von Spitzen oder Blondes u-id echtem Schmucke. Se. k. k. Majestät haben ein von Salomon Pergamenter überreichtes und verfertigtes Kalleidos-k»p, welches für Manufactur- Arbeiter u^d Desseins- . 35 Zeichner deßwegen nützlich seyn dürfte, weil darin vielfältige Bilder nach Willkühr hervorgebracht, fesi gehalten und wlcdcrhohlt werden können, in Gnaden anzunehmen, und dem Verfertiger ein Geschenk huldreichst zu verleihen geruhet. Ee. k. k. Majestät haben vermöge allerhöchster Entschließung vom 17. d. M. dem ersten Custos und Directors-Adjunctcn im k. k. Münz- und Antiten-Cabinette, Anton Ctembüchel, die daselbst durch das Ableben des verdienstvollen Abb8 Frai,z 9 er eine an sich beschrankte Kunstfertigkeit, die sonst nur Kleines und Untergeordnetes hervor bringt, zu dem Höchsten in der Ku >st nur unbeschreiblicher Geduld und einsichtsvoller Gescllcklichleit verwendet, theils, daß er ein kostbares Gemählde, welches schon langst beinahe der Zerstörung hingegeben war, auf einige Zeiten erhalten hat. Die genannte Zeitschrift enthalt hierüber eine ausführliche Nachricht. ^W. Z.) A u s l a n d. F r a n k r e i ch. Der (ebemaliae Senator) Graf Beauharnois, Vater der verwitweten Frau Großher^oginn von Baden, war am 10. d. M., in Folge einer langen und schmerzhaften Krankheit, zu Paris mi Tods abgegangen, (östr. Bcob.) Der König arbeitete am 9. Jan. mit dem Marquis D essolle. Der Moniteur schreibt: „Der bekannte Abbe Forbinde Ianson, der im Sommer des Jahrs 1817 eine Reise nach dem gelobten Lande angetreten hatte, befindet sich seit einigen Tagen wieder zu Taris. Auf dem Wegs dahin hatte er sich bei Tunis ausschiffen lassen, und ungefehr auf der nemlich?n Stelle, wo Ludwig der Heilige verschied, eine Mezfe gelesen. Von dcrt begab er sich nach Griechenland, Konstan-tinopel und Kleinasien. Nach ftincr Ankunft in dem gclobcen Lande las er Messen zu Bethlehem, Naza-reth und an den Ufern des Jordans. Allenthalben machte e» viele Proselytsn. Aufsein..',,- Rükreise such-td er zu Konstantinopcl die Rechte der Geistlichen der katholischen Kirche, welche durch die schismatischen Griechen von der Bewachung der heiligen Or« te verdrängt worden wären, geltend zu machen. T ie disfuliigen llnt'.rh^l'.dlungen werden noch fortgesellt, und werden, wie man zu hoffen Ursache hat, einen glücklichen Erfolg haben." (Allg. Z.) G r 0 si b r i t a n n i e n. Al«'' Se. k. H. der Erzherzog Maximilian von Österreich-Este, die Echiff^werfte in Plymouth besuchte, nahn) er alle auf den Schiffsbau Bezug,habende Arbeiten in Augenschein, und schlug an einem Schiffe, das eben ausgebessert wurde, sVlbst einen Nagel ein. D^m Arbeiter, desscn Hammer er dazu genommen hatten, gab er mit dem Hammer eine Banrno« von einem ^fund. „Bei Gott, ricf <,r a::^ das heißt, den Nagel auf den Kopf getroffen! Wolle:, El'), lönigl. Hoheit es nicht noch ein M^l versuchen?^ Der Erzherzog wollte auch mit der Taucherglocke auf den Meeresgrund hinabsteigen, und stollte sich demzufolge mit Hrn. Smith und vier He'rn von seinem Gefolge unter dieselbe. Da letzten das Untertauchen nicht behagte so wurde die Glocke wieder heraufgezogen. Nachdem dieses geschehen war, senkte sich der Erzherzog abermals, allein von Hr i. Smith begleitet, in die Tiefe des Meeres und.verweilte über drei Viertelstunden unter dem Wasser. Die Auflösung des ans Frankreich zurückgekehrten Heeres liefert den Werbern für E udamcrika eine sehr große Anzahl Soldaten; mehrere Tausende von . 36 - brotlosen Handarbeitern/ welche sich ebenfalls wollten anwerben lassen, wurden deßhalb abgewiesen. Bisher waren es n'.u- Offiziers, die nach 'Amerika gingen; jetzt sino rs Soldaten, und zwar so zahlreich, daß man wählen kann. Für England, sagt ein Londoner Blatt, ist diese Auswanderung seiner diensts^sen Soldaten eine wahre Wohlthat; denn bei der grojw! Nahrungslosigleit so vieler Klassen waren vo^: diestm neuen Zuwachs müssiger und rüstiger Men-!chen di^ grasten Unordnungen zu befürchten gewesen, :md wirklich hatten Mord und Diebstahl sehr übn Hand genommen. (Ostr. Bsob.) ' Die Gemahlinnen aller vicr lönigl. Prinzen, welche sichdermahlen auf d?in Continente besinden, solleN gesegneten Leibes seyn. Einige englische Zeitungen äußern bey diesen Anlas; die Hoffnung, daß die ^rü'.zessinnen sich gegen die Zeit ihrer Entbindung nach London verfügen werden; denn ev^en^ waren die britischen Gesetze über die Geburt eincs Kindes äußerst strenge, und zweytenv sey es auch unschicklich, ,^ daß der ttylthmaßiiche Thronte dss grosibvittanni-schen Reiches in einem alcen deutschen Schlosse das Licht der Welt erblicke! ! - sWdr.) "Uö Irland »rar d-e ^^chrichc von dem duv^h einen Schlagsii'si erfolgtil: T-d? ^ Generals Mon-tague Matyew, MIcglicd ^des Parliaments für die Grafschaft Ti,pperavy eingelaufen. Er^cr einer der eiftigsien Vertheidiger der Sache der irländischen Katholiken. Die Stadt Edüibnrg' ernch^t ans cinc^i ihrer schönsten Platze, St. And^ew'^ Squar?, dcm berühmten Lord Viscount Mclvi^s, einem Zebl^rner. E chott-lander, ein Monument, nach Art-der trojanischen Säule, mit der colossalen Statue des verdienten Lords auf der Spitze. In Edinburg hat sich am 3o. v. M. ein emp^-, render Vorfall ereignet. Ein junger Mensch von 2/5 Iahrcn, der eines Raubes wegen zum Tode verur-t^il: worden war, sollte auf öffentlichem Platze hin-öerichtet werden. Schon schwebte er zwischen Him-lnel und Erde, als das in ungewöhnlicher Menge versammelte Voll die Polizei und die anwesenden Ma» glsiratspcvsoncn mit Steinen angriff und zur Flucht zwang. Eine.r aus der Menge erkletterte de« Galgen und schnitt den fatalen Strick ,.ab. Dieß war das Signal zu cmcm allgemeinen Sturme auf das Schasset. Der unglückliche Verbrecher wurde, noch halb lebend, von mehreren Steinwürfen, die ihn mitgetroffen hatten, verlelzc, den Händen der Henker entrissen > von der tobenden Volksmenge durch mehrer« Straßen geschleppt, endlich von hinzngekom-menem Militär und der verstärkten Polizeiwache dem Pebel mit Gewalt wieder abgenommen und,so, halb todt, aus mehreren Wundon blutend und durch den, Kampf um seinen Besitz auf oas Grausamste verstümmelt, auf das Schaffor zurüFgeschleppt und zum zweiten Male aufgehängt. Der Vorfall scheint durch eine große Nachlässigkeit von Seite des Henkers bei der Ere-cution veranlaßt, und dadurch das^olk so aufgebracht worden zu seyn. Zuvörderst hatte sich schon die Exe-cuticn länger als gewöhnlich verzögert. Endlich wird der aczne -Mensch gehenkt, aber der Strick ist zu lang und er reicht mit den Fußzehen zappelnd auf die Bretter des Schdfotts. Keme Anstc.lt, den Strick zu verkürzen, um der Qual ein Ende zu machen. Das Volk wird unwillig, und wirft mit Steinen nach den Sheriffs und ^'olizeibedienten, welche nebst dem Henker die Flucht nehmen. Einer vom Tobel schneidet den Strick ab, und fühllos, anscheinend todt, fällt der Gchängle aufs Schafott. Da kem Mensch sich um ihn bekümmert, so nimmt das Volk den Körper, tvägt ihn weg, und bringt ihn ins Leben zurück. Nun erscheinen Truppen U"d setzen nach. Der schon ein Mal Gehenkte wird wieder ergriffen, nach dem-Galgen geführt, zum zweiten Mal gehenkt, und quäk sich wieder geraume Zeit, bis er todt ist! Die Morning-Chconicle erzählt, 2o.d Sidmouth habe dem GeneralÄourga^d dasPorteseuille zurückstelle, lassen, welches man ihm bei seiner Verhaftung wegnahm. D,i es aber geöffnet gewesen, so habe es der General nicht anders als in Gegenwart einer obrigkeitlichen Person, die dessen Zustand constatirte, annehmen wollm. sOstr. Beob.) Spanisches Amerika. Buenos-Ayres hat sich durch die Suprematie', die es noch mit weniger Schonung, als in Chili, über die Städte in den Provinzen ausübt, sehr vicle F«n. — 'Z7 — d? zugezogen. In Cordova ist dir Un^ufr^denheit noch nicht völlig gedampft, uno :n der ...:tcldc Santa Fe ist sie neuerdings ifi offenen Aufstand ansge-, bvochon. U>n die Empörer zum Gcyorsam zurückzuführen, ist der oberste Director Willens, 5aoo Mann von der Besatzung von Buenos - Ayres (die sich zu Anfang Septembers auf 65oo Mann belief) gegen Santa Fe abzuschicken. Die Milizen des siachol: Bandes, welches die Provinz Buenos-Ayres bildet, wurden auf 16,000 Ma.u« geschätzt. Die zu Buenos-Ayrss ansässigen englischen Handelsleute waren bei der g?:>,vungenen Anleihe mit i5«.,l)Q0 Piastern ^ angeschlagen. Der Commodore Bowles, Befehlshaber der dortigen englischen Station, hat gegen dicse Ausiage orotestirt, und wenn dsrakif bestanden werden sollte/ so dürfte die Rhede von Buenos-Apres von det^'.glischcn Escadre .vielleicht in Bloladsstand erklärt werden. Co-mmodore Bowles hat einen seiner Offiziere an Bord eines eben rücksegclnden Kauffahrteischiffes/ wahrscheinlich mir Nachrichten, die sich auf diesen Gegenstand beziehen, nach England abgefertiget. Der Morning-Chronicle zufolge, laßt die Re-.gierung ron Buc^os-Äyv^s in de^i. vereinigten Sraa-ten vier Dampffregatten bauen, wie man sie in den vereinigten Staaten zur Vertheidigung der Hafen gebraucht/ um sie an der Mündung des Plata, wo die heftige Strömung den Bewegungen, der Kriegs« schisse sehr hinderlich ist, rreutzen 'zu lassen. 'Jede dieser Fregatten wird 28.'56pfü.nder und Ofen zum Glkhendmachen der Kugeln am Bord habcn. " Dieselbe Zeitung, versichert dasi nicht der bekannte 3ord Cochwne, em anderer Ofßzier, dessen Name ebenfalls mit E. anfan;e / in Margarita MgekolN-men sey, und den Pesehl über die Flotte der' Republik Venezuela erhalten habe. Lord Cochrane ft) uach Chili gegangen, von wo man bald von ihm hören werde. Dagegen wico in allen Berichten v)n St. Thomas u. s. w. fortwährend' und bestirnt Lord Cockrane als Brion's Nachfolger ge, in<'.r. 'Die Seemacht der Insur.encen ist, seit^e n die ^, ^ch:f- fer>. hinzugekommen, so stark, daß man einem ernsten Angriff auf la Guayra oder Puerto Cabello ent- gegenfthen darf. Mit der spanischen Expedition gegen die Nieder^ laffung der französischen Ausgewanderten inZder Provinz T>ras scheint es wivclich Ernst geworden zu seyn. Zwei Spanier, welche zu Ende Oc^obcrs vom Tri-nid ad - Flusse in Natchitochcs angekommen waren, er,^hlren, daß obgedachte Expedicion, 5oo Mann stark, unter ComMando des Don Juan de Castane-da, zu Altascosits eingetroffen war. Zweihundert Mann hatten sich des von dem i^neral <'allemand errichteten Forts bemächtiget, Castaneda hatte eiil Fahrzeug mit Parlemenrar - Flagge na h Gaiveston gesendet; bei Abgang ohgedachcsr-Sv.v.il'r war ab'-.' noch teine Ri^antwort eingelau^cn, ?lndererseirs schei.v ie Regicril'-.g der vereidigten Sr.ia.'iM. r>o^l ^iordamsrita ent, ,>l.>ssen zu seyn, das Land z vischen dem Sabine - u.'ld Trinidad-Hlasse (welches sis bekanntlich als mit Louisiana verkauft in Ansprilch -ummt) durch, ein bedeucende-s Corps, welches bei dem Fort B.'.ton-R»llge zusammengezogen wicd, besetzen zu lassen. - 2:us Ä?obile wird unterm 2a. Octoüer gemeldet, daß nach Briefen aus Havannah vom 6. Oct. die Verhandlungen wegen Florida für jetzt b-ee.'N igt sind, ^)ensacoia bestimmt an Spanien zurückgegeben wird, und dem^folge der neuernannte Gouverneur, Don Mariano Colonga mit 2c»o Mann Besatzung unver? züZliä) nach Ptinsacola abschei: soll. (Ostr. Beob.) R u ß l a n d.' ^ Das jetzige Königreich Pohlen enthalt 21Z1 Quadratmeilen, ^3» Stadtc, 22 6yH Dörfer und eine Bevölkerung von 2,7.)2,Z24 Menschen, n!im(iH 2,5ic)/33c> Christen und 2i2,g/^ Juden. Vor dem Jahre i656 enthielt das ehemalige Königreich Poh-len »6 Millionen Einwohner. (Ostr. Beob.) Wechsel < Cours in W i e n vom 2^. Jänner i8i<). Conventwnsmünze von Hundert 254 5>6 Gedruckt bey .Ignaz Aioys Edlen vo.^ Kleinmayr.