Nr. 3. Mittwoch am 4. Jänner 1803. Die „kalbacher Zeitung" erscheint, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, täglich, und lostet sammt den Beilagen im Comptoir ganzjährig 11 fl., halb-jiihrtg 5 st. 00 lr., mit Hreuzvand im Comptoir ganzj. 12 st., haldj. 6 si. Mr die Zustellung in's Haus find halbj. 00 kr. mchr zu entrichten. Mlt der Post portosrel ganzl., unter Kreuzband und ge, brucltcr Adresse 1b st., halbj. 7 st. 50 lr. InserllaNÄgcdlllir filr eiiic Garmond - Spallenzeili, ober den Namn derselben, ist fitr lmalige Einjchal» tung C lr., für 2malige8 lr., fllr 3malige 10 lr. n. s. w. Zu diesen Gebilhren ist noch der Insertions-Stempel pcr 30 lr. für eine jedesmalige Einschaltung hinzsll zu rechnen. Inserate bis 10 Zeilen losten l st. 90 lr. ftlr 3 Mal, 1 fi. 40 lr. ftlr 2 Mal und »0 lr. sur ! Mal (mit Inbegriff be« InsertionSftempels). ^3aibaäU Zeitung. /llnllicher TYM -3c. k. k. Apostolische Majestät haben an dcn gr.-or. Patriarchen und Metropoliten von Karlowitz Samncl Ma«ircvic nnd an dcn bisherigen gr.lllschafl auf dcr Spur, welche uutcr dcm Name,, Oomiww oontllil0 uil/ionaitt V0i»(iw dic Auslegung fyslcmallsch betrieb. Daoscllic lhciltc sich in zwei Abthcilungcu, nämlich die geistige» Leiter und crclu» livcn Organe. Letztere wurden meist aus dcr dem Arbcilcrstandc angehörenden Klasse dcr hiesigen Bc< völtcluug gewählt und standen unter der Diktatur eiucs Lcitcrs des Comitnlo, welcher eine unbedingte Autorität ülicr dieselben ausübte. Im Sommer dieses Jahres gelang cS dcn Bc-mühungcn dcr hiesigen SichcrhcilSorgauc sich dcr gci« stigcn Leiter dcS Eomilato versichern und dieselben dem ill St. Giorgio tagenden Militärgerichte zu über. geben. Seit der Verhaftung dcr erwähnten Personell hörte die frühere revolutionäre Thätigkeit wie mit cincm Schlage auf, dic aufreizenden Protlamc vcr» slummlcn uud Niemand fand sich mehr, welcher im Namen des Eomitato die früher so häufigen Pro-llame zn veröffentlichen wagte. Mittlerweile wurde vom Militärgerichte die Untersuchung gegen die Vcr> hafteten fortgeführt, da sich aber im Laufe dcrfclbcn herausstellte, daß die von ihnen begangenen Vcrbre» chcn nicht in dic Kategorie jcncr gehörten, welche nach dcn bestehenden Gesetzen dcr Kompetenz dcr Militär' gcrichtc zustanden, so wurden die Älitglicdcr des Eomilato nntcr dcr Anllagc dcö Hochvcirathcs dcu zlisländigen Zioilgcrichlcn übcrgcbeu, welche nun dcn Prozeß führen. Im November gclaug cS anch, der Erclutivorganc des (^ftiuitiiw vlü^w habhaft zn werden und fclbc vor Gericht zu stellen, so daß nun über 30 Personen wegen ihrer hochvcrrälhcrischcn Umtriebe sich in Untersuchung befinden. Die früher so sorgfältig gemiedcucu öffentlichen UntcrhaltuugS» und VcrguüguugSortc werden jetzt fleißig besucht, die Theater sind überfüllt und seit einiger Zeit haben wir anch die herrlichsten Tage, so daß sowohl Fremde als auch Diejenigen, welche sich vor dcu ominösen Prophczcihnngcu des Herrn dc la Drome geflüchtet hatten, schaarciiwcisc dcr Dogcustadt zuströmen. Ueber dcn Stand dcr imeruiilcu Polen zn Qlmütz macht die „Olmützcr Ztg." folgende Anga» bcn: „Dcr Sland der Internirttn betrug Ansang« Augnst 800 Köpfe. Hicvon ließen fich 313 zum mexikanischen Frciwilligenlorps anwerben und es blieben 484 übrig. Dnrch die Auflassung dcr Inter« nirungSortc Tellsch uud Iglau wurden 224 Polen hierorts eiugcbracht, wodurch die Zahl dcr Interuir« ten auf dic Ziffer 711 anwuchs. Nachdem von dic-sen ungefähr 80 von dcr Erlaubniß, in die Heimat zurückzukehren, Gebrauch gemacht, so beträgt der gegenwärtige Stand der intcrni'ltcn Polcn im Momente die Zahl ßon K30 Köpfen. Mau schreibt dcr „Pr." aus Pest, 31. Dez..-..Dic Verhaflung dcS Technikers Isidor K. erregt hier in aUcn Krciscn daS größte Aufsehen. Derselbe wurde am 20. d. ,'u früher Morgenstunde bei seinem Vater, dem Groß-Tllbllllrafilantcn it., anö dem Bette geholt und dcm Militärgerichte in der Kallblascrnc übergeben. Dcr Verhaftete ist Hörer des dritten Iahrgnngeö dcr Technik, und war stctS als einer dcr besten Studenten bekannt. Anßcr K. wnrde jedoch niemand verhaftet, und ist die Nachricht, daß scchs Studenten dasselbe Schicksal betroffen, als irrig zu bezeichnen. Die Ursache dieser Vc>Haftung soll, wic Einige sagen, cinc entdeckte Korrespondenz mit der Emigration iu Italien, wie Andere wissen wollen, ci»i aufacflmdciics Pasquill gegen eine anaeschcuc Petsönlichkcit sciu. Sämmtliche Schulbücher und son-stigcn Schriften K.'s, ferner die in der Schule selbst in dcr Bank von ihm zurnckgclasscncn Bnchcr wurden mitgenommen." Tarnow, 20. Dezember. Dem „Wdr." wird von hier geschrieben: „Aus ganz sicherer Qnclle kann ich Ihnen berichten, daß das t, t. Finanzminisllrium nebst dcn Kamcralgütcin iu Gali;icn die dem Tar-nowcr Domkapitel gehörenden Güter, lind zwar dic Heilschaftcu Uszcw uud Trzciaua mit 11 Ortjchafteli, wclchc die Dotation der Tarnowrr Domherren — dann die Herrschaften Tynicc und Warzyce mit 1^ Ortschaften, wclchc die Dotation des Tarnowcr Bi. schofe bilden, im Lanfe des IahrcS 180.^) im öffrut« lichen Lizitalionswcste zu veräußern Willens ist, und die entsprechenden Vorarbeiten bcreilS eingeleitet wnr< dcn. Die Tarnower Donlhcrlcn haben hingegen Schritte gemacht, um sich von dcr holzen Rrgicruna, die Rückstellung dcr besagten Güter Tlzciana und Uszcw zu ihrer Dotation zu erbitten. Als Anlaß zu dieser Veräußerung dicut dem Fiuanzminislclium daS bisherige schr geringe Erlrägniß besagter Gültr, die übcrdicß sehr fern von einander liegen. Bei der Gründung des Tarnowcr BisthumS wurden jcnc und noch andere Güter demselben überlassen, die Verwaltung blieb aber in ararischcn Hände», obschon zu wiederholten Malen nnd zuletzt unter Bischof Piszlcl Schritte gcthau wurden, damit das Domkapitel die Verwaltung in cigcnc Regie übcrnchme." Man schreibt ans Paris vom 30. v, M.: „Sie werden sich die hier gegen die Enlyllila herrschende Stimmung am besten veranschaulichr» können, wenn Sie vernehmen, daß dcr „Eouslitulionucl" einen zweiten Artikel im Auftrage des Kaisers selbst brachte, weil ihm dcr crstc nicht energisch genug erschien. Prinz Napoleon hat dein Kaiser ncralhcn, dcn päpstlichen Erlaß als Plalat drucken uud allenthalben anschlagen zu lassen. Dcr Kaiser erwiderte, dieß könne allen« falls nur durch dcn „Monitcur" geschehen, dcr ohne« dicß an dcn Straßenecken angeheftet werde. Man TO nennt in gouvernementalcn Kreisen die Encyklika 1e äernier mot cl« lioino (das letzte Wort Roms); jede der achtzig Thesen führe eine Kompagnie Franzosen uon Rom weg. Gestern fand eine intime Soiree bei der Kaiserin Statt; Fürst Mettcrnich und Baron Budberg waren geladen." Warschau, 30. Dezember. Ein mysteriöses Ereigniß macht hier viel Aufsehen. Der Innler eincS Leibgardchußarcnregimcnts, Wladimir Sabanin, fuhr in einem Miethwagen mit dem Indcnmädchen Ro-salia Landstein, welche er bereits seit mehreren Monaten kannte, den ganzen Tag von einem Bclusti» guugsortc zum andern und machte schließlich einen AuSsiug in daS Jägerhaus zu Lazienki. Als hier der Kutscher den Wagcnschlag öffnete, fand er die Passa< giere todt; beide waren erschossen. Im Wagen lagen zwei Revolver, von welchen der eine entladen, der andere unberührt war. Aus den bei den Leichen go fnndcncn Briefen und anderen Erhebungen geht her» vor, daß ein unglückliches Licbesvcrhältniß beide junge Wesen zum Selbstmord veranlaßt hat. Der Kutscher gab an, daß er wohl zwei Detonationen ans dem Wagen vcruommcu, aber theils durch das Geräusche des schnellen Fahrens, theils dnrch die Verhüllung seines Pelzes verhindert war, den Vorfall besonders zu beachten. Athen, 26. Dezember. Die gegenwärtige Mi» nistcrlrisis ist zunächst dadurch herbeigeführt, daß der Kömg den bekannten KalergiS zu feinem Obcrstall' mcistcr ernannt hat, ohne sich bezüglich dieser wich« tigcn Ernennung mit seinen Ministern zu berathen. Das Ministerium ist der Ansicht, daß ein Mann von so prononzirtcr politischer Stellung, wie Kalcr-gis, nicht ciucn Posten in der numittclbarcn Nähe des Königs hätte erhallen sollen, ohne vorher die berufenen Nathgcber der Krone darüber zu hören. Gleichzeitig dringt man jctzt von allen Seiten anf die Entfernung des Grafen Spönnet. König Giorgios aber erklärt, er werde sich nicht von dem Grafen trennen, oder das Laud mit ihm verlassen! Indessen soll wenigstens dafür gesorgt werden, den Grafen Sponnck seiner exzeptionellen Stellung am Hofe zn entheben und ihm einen solchen Posten zn verleihen, der es ihm möglich macht, in Athen zn verbleiben, ohne als ostensibler Rathgcbcr des jungen Königs zn erscheinen. Es soll ihm nämlich der Posten eines dänischen Gesandten übertragen werden. Lokal- un> ProvinM-Nachrichten. Laibach, 4. Jänner. Laut einem amtlichen Ausweise sind inuerhalb fünf Jahren in Kram nicht weniger als 35.900 Steuerpfändnngcn vorgekommen — in der That eine Bedenken erregende Zahl. Noch höher beziffern sich die Steucrcxekntionen in Steiermark, dasselbe halte sogar den höchsten Status unter allen Ländern der Monarchie, nämlich 216.000 Exekutionen und Straf» boten. — Gestern ist die erste Nummer des „Triglav" erschienen. — Der „Laibacher Tnrn verein" hält nächsten Freitag im Fischer'schen Salon seine Gene» ralveisammlling, in welcher die Neuwahl des Turn« rallies voracuommeu wird. — Nächsten Sonntag gibt die Sch ü tz eu g csell» schaft ihre erste Unterhaltung im Saale der Schieß« statte, wvbci auch die statutenmäßige Wahl der Direktion für 1865 vorgenommen wird. Es ist zu wünschen, daß die Betheiligung der Mitglieder an der Wahl eine zahlreichere sein wird, als in den letzten Jahren; die so rege gewordene Theilnahme läßt solches anch erwarten. Die Vorlegung des NcchnungsbcrichtcS fiudct cbcufalls au diesem Abende Stalt. — Morgen Donnerstag am 5. d. M. Abcuds um 6 Uhr findet wieder eine Monatsuerfammluug des Steno grap henu c rein s hier Statt. — AuS Gottschcc geht uns die erfrcnlichc Nachricht zu, daß die Bildung eines Männergcsang» ucrciuS dort eben im Zngc sei und sehr viel Anklang finde. ^. Neustadtl, 1. Jänner. In dem Vcrichle vom 28. Dezember u. I. aus Ncustadtl geschah eine würdige Erwähnung des am h. Ehristtage im hiesigen Easino stattgcfllndcncn ChristbaumfeslcS, welches vom Herrn Krciskommissär Josef Wagner und dessen Frau Gcmalin veranstaltet wurde. Dieses Arrangement verdient umsomchr die gebührende öffentliche Aner» lcnnung, als ihm von einer gewissen Seite mit Uu< recht tendenziöse Absichten unterstellt wnrden. Wir können aber versichern, daß Herr Wagner der Manu ist, der sich in uneigennütziger Weise die Fördcrnng des geselligen Lebens in nnscrcr Stadt sehr angelegen sein läßt; und in der That hat dieses in der Zeit« periode seines Hierseins und insbesondere seit dem er dem Easino-Vereine als Direktor vorsteht, ciucn erfreulichen Aufschwnng gcnommcn. Denn sein Stre-bcn geht vorzüglich dahin, die verschiedenen Klassen der hiesigen Bevölkerung, welche sich bis jctzt mchr oder weniger schroff gegenüberstanden, in geselligen Kreisen näher aneinander zn bringen. Diese schöne Idee brachte er durch das Inslcbcnrnfcn der Mnsil. tränzchcn, welche regelmäßig an jcdem Donnerstage der Advent« und Fastenzeit im Easino . Saale statt« finden uud von einer zahlreichen gewühlten Gesellschaft besucht werden, zur Ausführung. Wie aber jede neue Schöpfung Widersacher findet, so ist es anch hier der Fall, und wir können nicht umhin, Herrn Wagner als Easin0'Dircltor anf einige Mißgriffe in Easino < Angelegenheiten aufmerksam zn machen, damit nicht durch dicselbcu seine anertcnncns» werthen Verdienste paralysirt werden. Neulich lasen wir im Beschwcrdcbnchc des Easino'S, daß beim be« sprochcncn Ehristbanmfcslc, „mehreren Damcn, Frauen und Töchter» uon Easino»Mitgliedern der Eingang in den Casinv'Saal durch das Lcselabiuct verweigert, während diese Gunst audcrn Personen, Mitgliedern und Nichtmitglicdcrn answndSlos gestattet wurde", worauf die Frage folgt, ol, „diese Insolenz ein Aus« fluß der Konsequenzen der neueren Gcsclligkcilsacra für Nenstadll sei?" Obschon wir diese Rüge nur für den Ausbruch eines momentanen AergcrS ansehen, so können wir sie doch nicht für ga„z ungegründct halten, zumal sie die Unterschrift eines hochgestellten Beamten trägt, dessen Eharaktcr für die Nichtigkeit dcS Geschriebenen bürgt. Thatsache aber ist cS, daß die erwähnte Ge-vorzngung stattfand. ES liegt daher im Interesse des Easino-Vercins uud insbesondere der Direktion, dergleichen Ucbclstände z» beseitigen, nm sich uicht uuaugcnchmcn Beschwer» den auszusetzen uud Partciuugeu, denen man gerade begegnen will, hcrvorznrnfcn. — Bezüglich der vom Hcrru Baron Marenzi herausgegebenen „Zwölf Fragmente über Geologie" nnd die in Wiener Blättern darüber enthaltenen irri» gen Mitthcilnngcn, erhält die „Tr. Ztg." eine Zu» schrift, der wir Folgendes entnehmen: „Die t". l. n. »ö. Statthaltcrei wurde vom Verfasser der Fragmente nicht um die Unterstützuug durch ihrcu wcltli- ' chcu Arm, zur Vcrbrcituug derselben, sonder», ganz einfach uur um die Vcrlhcilnng einiger an sie gesandten Exemplare an die Bildnngsanstaltcn und an die regeren Professoren derselben, sowie au nalurwis-scuschaftliche Vcrciuc dcS eigenen Statthaltereibczirkcs ersucht, wie dieß auch vou viclcu anderen Seiten, zum Zwecke der Bcrcicheruug der Vücherscnnmlungen dieser Anstalten, durch Gescheute geschieht, und immer anch dankbar anerkannt wird. Die Zusendung an den Alpeuucrcin ist daher im änßcrsten Falle nnr ein Irr« thnm in der Person dcS Beschenkten, welcher durch die Rückseudnng au die n. - ö. Statthaltcrci leicht zn berichtigen gewesen wäre. Die Bezeichnung „rcallio« näre Geologie" ist eine ganz irrthümliche, da die Fragmente anf jcdem ihrer Blätter den Beweis der sie leitenden freiesten Forschung liefern, und ebenso bei den Haaren herbeigezogen ist der Ausdrnck „Eu« cyklika" in Miniatnr." Denn es ist in den sammt» lichen Blättern der Fragmente von der Moral und den Sitten (der Herren Geologen) leine Sylbe ent« halten, uud noch viel wcuigcr werde» Andersdenkende darin mit gegenwärtigen oder zntünfligcn Strafen bedroht. Wir hoffen, den Lcscru dnrch diese Bench» lignngeu die Ueberzeugung cinzuftöscn, daß die Frag« mcnlc eine ganz harmlose Schrift seieu, welche die freie Forschung nicht im geringsten zu beeinträchtigen unternimmt, uud daß es demnach ganz unbegründet wätc, wenn man der Vcrbrcilnug derselben, ihrer allfälligcn Unbequemlichkeit wegen, durch Vcrdäch» liguugeu oder Eutstclluugen ihres IuhaltcS noch fcr« ncr entgegentreten wollte." — Einem Schreiben dcS Vorstandes der Kla-gen fürt er Liedertafel znfolgc hat dieselbe die Koni-positiou uuscrcs Ehormcistcrö A. Ncdvcd, „des Sängers Gebet", Solo mit Brmnmstimmen, znr Auf« führuug gebracht und sehr viel Beifall damit gccrntct. — DaS Sängcrfcst, welches im abgelaufenen Sommer in Klageufurt stattgcfuuden, ergab nach der „Klagenfurtcr Ztg." folgende Einnahmen: Snbslribirt wurden an Beiträgen 1863 fl. 20 kr.; dcr Gemeindet rath widmete 300 fl., das Eoncerterträgniß belief sich auf 1068 fl. 10 kr. Vou dcr Gcsammtsumme der Ein» nahmen pr. 3245 st. 20 kr. blieb nach Abzug dcr nothwendigen AnSlagcn ein Nctlocrträgniß von 403 fl. 80 kr., wovon 300 fl. an den Armcnfoud uud 103 fl. 80 kr. als lhcilwciscr Ersatz für die durch das Sängcrfcst verursachten MchrauSgobeu dcs Männcrgcsang« verein« dcr Kasse derselben zugewendet wurden. — Aus Nauu, 31. Dezember, wird dcr „T. P." folgender Brief eines Ingcnicnrs mitgetheilt, welcher abermals einen bedeutenden Eisenbahnunglücks-fall meldet: „Gcstcru fuhr ich mit einem Schotter-zuge von Rakovpotol gegen Karlstadt ab. In einer Viertelstunde darauf sah ich ciucu Schotterzug entge-gcnbrauscn, ich sprang ab, nnd im nächsten Angen-blicke waren die Züge zusammengestoßen. Ich blieb glücklicherweise unversehrt, währcud ich, nachdem ich Feuilleton. Adrlatisches Inselleben. (Schluß.) Dcr Wunsch, den engen und flachen MecrcSarm, der Lussiu von Eherson trennt, zu durchfoischcn, führte den Professor nach dem Norden der Insel. Hier lernen wir daS muutcre und ciufache Leben dcr Bewohnerschaft von Ncrcfinc kennen, einem fröhlichen Dörfchen am Meer in anmuthiger Landschaft, mit freundlichen, wohlgcmuthcten Menschen. Wenige Schritte von seiner Wohnung lag ein offener Platz, anf ihm unter alten Maulbccrbänmen ein Brunnen, der Schatz von Ncrcsinr. Da traf sich das ganze Dorf: vor Sonncnanfgang schon kamen die entfernt wohnenden Frauen und Mädchen mit ihren Kupfer-gcfaßen auf dem Kopf, um Wasser zu schöpfen, und plauderten; von 8 und i) Uhr ab ward es stiller uud der Platz währcud dcs Sonnenbrandes fast verödet, dann aber strömte es wieder oon allen Seiten hinzn, man schwatzte und scherzte, nnd ein aller fideler Kauz, der mit einer wahren Stentorstimme gebrochene eng» lische uud frauzösischc Brocken hincinschlcudertc, war der Vater dcr Dorfbörse. Neresinc liegt an dem schmalstcn Punkte der Meerenge, die hier überbrückt ist, die Stadt Osscro am Fuße des gleichnamigen Berges, dcr den Norden der Insel beherrscht. Einen größeren Gegensatz, als dieses Osscro und Neresme kann es auf so kurze Ent« fcrnuug kaum geben. Es ist, als ob eine böse Fee über Ossero ihren Fluch ausgesprochen hätte! Unter lauter Trümmern nud wüsten Plätzen spärliche Häuser, die sich mühsam zu ein Paar Straßen zusammcn-ordncn, und gegen welche eine stattliche Kirche und ein großer Palast einen grellen Kontrast bilden. Alles verlangt hier nach dem Segen des heiligen Gaudcn» tius, dcr einst an dieser Stätte als Bischof thronte, und dessen Bildsäule »och an dem Eingänge dcr Kirche prangt; aber in irdischen Dingen scheint sich dieser Segen nicht bestätigen zu wollen. ES mag sein, daß die Steine dcs Monte Osscro, in dessen Höhle dcr Heilige als Einsiedler gelebt, alle giftigen Thiere vertreiben. Aber wahr ist, daß, so weit dcr Abcndschattcn dieses BcrgcS fällt, das Fieber auf Lussin, wie auf Ehcrso seine Geißel über die elcudc Bevölkerung schwingt. Ans dem flachen Meere steigt diese Plage auf, das hier einer unter Wasser gesetzten Wiese gleicht, und dessen Ausdünstungen uuter dem glüheudcu Souncnstrahl noch durch die steilen uud hohen Bergwände erhöht werden. Sie hat den nntcr dcr Herrschaft dcs Marknölöwcn noch blühcudcn Ort, nachdem er durch die Kämpfe mit den Genuesern hart gelitten, allmälich so entvölkert, daß er jctzt wohl nicht mchr als 15)0 Menschen zählt. Ein Paar letzte Ansflügc lehren uns den Garten nnd den Weinberg dcr Insel kennen. Jener, der fruchtbarste Theil von Lussiu, ist die ciuzige zusam» mcnhä'ngcndc Ebene. Hier finden sich Felder, Pferde, Rinder, alles Dinge, die man sonst auf Lusfiu vergeblich sucht. Das Grün dcr Weingärten, der Myrten, des Lorbeers, Epheu und Erdbeerbäumc fassen dic kleine Besitzung angenehm ein, während untcn gegen das Meer hin sich Olivcnpflanzungcn lind Feigen ausbreiten. Das Mobilar dcS Hauses war nicht für viele Personen eingerichtet und Vor-rathe waren nicht vorhanden. ?lbcr dic fröhlichen Menschen anf Lussin wissen sich zu helfen; aus Brettern und Maisstrohsäckcn werden Tafel und Sitze improvisirt, ein Picknick aus Schinkcu, Makaroui, Frittolc und Pasta frola zusammengesetzt nnd zuletzt bei trefflichem MuSlatwcin ein lustiger Rcimkampf gehalten. — Dcr Weinberg von Lussiu aber ist die kleine Insel Sanscgo. Dcr fcinc Dilnvial» oder Alluvialsand dieser Insel, auf Höhen und Schluchten uon Nummulitcntalk sich ablagernd, bildet einen prächtigen Boden für den Wcmstock, dessen Reben alle Höhen und Terrassen der Insel bedecken. Dcr Verfasser besuchte die Insel zur Zeit dcr Weinlese und gibt ein lebhaftes Bild von dem Treiben nnd Getümmel. Wie Amcifen zogen die Fraucu und Männer mit ihren Körben anf dem Kopf in ganzen Reihen bergauf, bergab; uutcn landete Barte anf Barke nud auf dem schmalcu Vorlande, das die Straße der Ortschaft einnimmt, arbeiteten nntcr freiem Himmel die Keltern dcs Bischofes von Vcglia. Denn diesem Prälaten, dcr allerdings auch alle Grundabgabcn dcr Insel zu zahlen hat, fließt ein Vicrttl dcs ganzen Wciucrtragcs von Sanscgo zu. Pon allcu Seiten eilten die Bewohner, ihr Dcpntat Trauben in die Keltern zn schütten. Sie sind die einfachsten von der Welt; in einem großen, aus starken, senkrechten Rohr» stäbcn gebildeten Behälter drücken zwei Männer, wacker mit den Füßen stampfend, den Rebensaft aus. RR mich vom Schrecken erholt hatte, zwei Leichen und 20 schwer Verwundete und arg Verstümmelte (?), von denen wahrscheinlich die Hälfte nicht aufkommen wird, zählte. Die Ursache des Zusammenstoßes ist noch nicht ^enan ermittelt. Soviel ist jedoch gewiß, daß das Unglück um ein bcdcnlcndcs geringer ausgefallen wm c, wenn der dichte Nebel die Züge gegenseitig hätte gewahr werden lassen." — Am Gymnasium zu Marburg sind zwei Lehrcrstellcn zu besetzen, n. z. eine fiir Latein und Griechisch, die zweite für deutsche Sprache, Gco« graphic und Geschichte. Gehalt 840 ft., eventuell i)45 fl., Kompctt-nzttrmin 15. Februar 1865. — Laut telegraphischer Anzeige dcS Handelsgerichtes zu Graz werden daselbst falsche Banknoten zu 100 fl. verausgabt. Dic beanständeten Falsifikate sind gelungene freie Handzcichnungcn mit ersichtlichem Wasserdruck, der jedoch durch Nadirungcn auf der Rückseite gemacht zu sein scheint. Die Schrift ist täu-schend mil Tnsch nachgemacht. (Theater.) Frau Klerr - Ealliano trat gestern wieder in der Burleske „Adam nnd Eva" und in dem Vaudeville „List und Phlegma" ans, und erntete wohlucrdicntcn Beifall. Ihr Spiel, so wie ihre Erscheinung überhaupt bildet leider nur einen oft allzu grellen Gegensatz zu dru Mitwirkcudcu, uulcr dcueu nur Herr Blumla ch u c r erwähnt zu werden verdient, bei dem wir aber anch die rapide Abnahme der Stimmmittel bcdaucru. Was Klanglosigkcit der Stimme betrifft, so steht Herr N ißl, der sonst ein tüchtiger Schauspieler ist, obcu an; sein Gesang gestern hätte wohl besser nntcrblcibcn können. Im Ganzen ' war die Aufführung der beiden Stücke — Dank dem netten Spiel des Gastes — ziemlich gut; das Publi» kum schien befriedigt, denn es war in heilerer Stim-mnng und applandirtc lebhaft, Wiener Nachrichten. AVien, 3. Jänner. DaS k. l. Kricgsministcrium hat mit der Zirkular'Vnolduuug vom 18. Dezember v. I. für die der Maunschaft vom Feldwebel und den gleichgestellten Chargen abwärts auf dem Durchzugc vou dem Qnarlierträgcr rcglcmcnlmäßig gebührende Kostpor-tioii, geschlossen, daß zufolge Vereinbarung mit dem k. k, Staalsininistcrinm, der königl. nngarischcn, lö. nigl. sicbcnbürgischcn uud königl. kroatisch^slavonisch. dalmatinischen Hoflanzlci, dann dem k. t. Ministe, rinm der Finanzen auf die Zeit vom 1. Jänner bis Ende Dezember 1865 in den uachucrzcichuctcu Län» dcrn folgende Vergütung vom Mililär-Acrar zu leisten und zwar in Nicdcröstcrrcich siebzehn, Obcröstcr« reich vierzehn, Salzburg sechszehn, Sleiermark fünfzehn, Tirol uud Vorarlberg neunzehn, Böhmen sechs« zehn, Mähren fünfzehn uud fünf Zehntel, Schlesien vierzehn nnd fünf Zehntel, im Krakauer Vcrwallnngs« gebiete zehn, Lembcrgcr nenn nnd fünf Zehntel, in der Bnlowina sieben, Krain vierzehn, Kärnlcn vierzehn und fünf Zehntel, im Küstcnlandc siebzehn und fünf Zehntel, in Dalmaticn zwölf, in dem lom» bardisch-vcnctianischcn Königreiche achtzehn, in Ungarn und Bannt rilf, Kroatien nnd Slavonien zwölf nnd fünf Zch»lcl, nnd in Siebenbürgen mit nenn Ncn< lrcnzcrn für die Portion zu vcircchncn sei. Die so bearbeiteten Trauben kommen in einen andern eben so einfach koustruirten BclMtcr auö spiral vcr-lnmdcncli Schifflaucll lind werdcu cilicr von kräftigen Armen gclicmdlialitcu Presse unterworfen; durch die Zwlfchenräuinc der Windungen fließt der Most iu die Wannen und Butten ab, Alles auf offener Straße iln dichtesten Gedränge. Die Ernte liefert im Durchschnitt 1800 Varile, das Barilc zu 45 Voccali, deren eins etwa einem Wiener Maß gleichkommt. Heitere Lust belebte das Voltsgctümmcl uud die ciu-zclncn Gesellschaften; alle Munterkeit des flnvischcn Stammes wurde laut und vereinte sich mit ilalicni-scher Nccklust, nud noch ans der Rückfahrt tönten ans dem dickten Kreise, der an dem niedrigen Borde der Barke Platz gesunde», die Gondolicrlicdcr von Neapel und Venedig weit über das Nicer: ^lui6 o' 0 pluoiclo, Vento 8i <^ro Zcorcllli- l:l i tridoli ^,1 munnliro, Olio Vcl eunt,lui(1o (Ion armoiÜH: Vieni I^uein, vieni ^uci:»,. Dr. Grube hat es nicht verschmäht, ein Paar dieser Lieder, auch ein slavisches, mit ihren Melodien ""tcr seine Mccrgcwürmc aufzunehmen. Man wird " ihn, Dank wissen; es ist ein freundlicher Schluß "ls hübschen Bildes, daS er uns von seinem Aufcnt-halte auf Lussin gezeichnet hat. (Tr. Z.) — Professor Oppolzcr hat, wie die „Wiener Medizinische Presse" meldet, nachd'em dic vorjährige Preisanfgabc (über Pericarditis) dnrch leine der ein-gesandten Arbeiten entsprechend gelöst wurde, einen neuen Preis von 300 fl. für die beste Originalarbcit über ein beliebiges Kapitel der internen Medizin ausgeschrieben. Konturrircn löunc alle Sludircnden der Medizin an der hiesigen Universität. Preisrichter sind die klinischen Assistenten Dr. E. Nollett, Dr. I. Schnitzlcr und Dr. L. Schrötter, an selche die Ar» Veiten bis 15. Oktober d. I. einzusenden sind. — Bei der am 2. Jänner 1865 stattgcfnnde-ncn Zichnng der Kreditlose wurden nachstehende Serien gehoben: 406, 012, 1000, 1038, 1121, 1463, 1501, 1821, 1879, 2051, 22W, 2538, 2830, 2861, 3458, 3989. Gcwinnslc: S. 1879 Nr. 87 gewinnt 250.0(0 fi., Serie 1879 Nr. 72 gew. 40.000 si., S. 406 Nr. 44 gcw. 20,000 fi, S. 1879 Nr. 81 gcw, 5000 fi, S. 2051 Nr. 20 gew. 5000 fi., S. 912 Nr. 58 gew. 2500 fl., S. 3458 Nr. 24 gew. 2500 fi., S. 2051 Nr. 72 gew. 1500 ft., S. 3989 Nr. 22 gew. 1500 fi., S. 406 Nr. 03 gew. 1500 fi., S. 2051 Nr. 76 gew. 1000 fl., S. 1000 Nr. 42 gew, 1000 fl., S. 2830 Nr. 49 gew. 1000 fl., S. 2051 Nr. 94 gew. 400 fi. — Bei der Vcrlosnng der alteren Staatsschuld wurde Serie 279 gezogen. — Bei der Verlosnng der Mailand-Como-Rcutcnschcinc wurde Serie 13 gczogcu. Treffer cutfallcu: Nr. 68 gew. 20,000 ft., Nr. 1436 gew. 5000 fl., Nr. 178 gew. 2000 fi., Nr. 27, 2689 gew. je 8sX) si., Nr. 109 1341 gew. je 500 fl., Nr. 656, 1086, 1817, 350l, gew. je 300 fl.; 695, 2517, 3085,3l80, 3251, 3318 gew. je 2(X)fl. — Bei der Verlos, des Anlchcns der Wicn-Glogg-nitzcr Gesellschaft vom Jahre 1845 wurdeu gezogen: Nr. 916, 766, 242, 896, 177, 88, 294, 374, 733. 518, 526, 530 gew. je 1000 fl.; Nr. 27, 28. 97, 98, 85, 86, 81, 82, 469, 470, 461,462, 335,336 gew. jc 500 fl.; Nr. 333, 334 gew. je 400 fl.; Nr. 861, 870, 851, 860, 1851, I860 gew. jc 100 fl. — Bei der 4. Verlosung dcö Anlchcns der Wicn-Gloggnitzer Eisenbahngcsellschaft vom Jahre 1849 wurden gezogen: Nr. 1662, 1319, 1693, 1370, 1136, 1796, 1«53, 1675, 1725, 1610, 1075, 1411, 1280, 1238, 1431, 1083 gew. jc 1000 fl.; Nr. 909, 910, 737, 738, 713, 714, 721, 722, 857, 858, 569, 570, 925, 926, 795, 796 gcw jc500ft; Nr. 693,694 gew. je 400 fl. —Beider 2l. Verlosung der Serien des Lotto-Anlchcns vom Jahre 1854 wurden gezogen Nr. 64, 793, 893, 740, 1125, 1011, 1404, 1660, 1744, 1285, 2214, 2182, 2300, 2869, 2385, 3244, 3432, 3049, 3701, 3l9l. Vermischte Nachrichten. Aus Ngram schreibt man dem „P. Ll." unterm 27. v. M.: „Der gegenwärtig als Kaplan in Zengg domizilircnde Herr Slarics hat in der Stccherlunst beinahe Unerhörtes geleistet. Auf cincn ganz kleinen Kirschcnkcrn hat er in einem Zcitranm von 15 Tagen das griechische „Vater Unser", Ave Maria" und den „Glauben" mit einem einfachen Grcnzniesscr Wort für Wort gestochen. Diese drei Gebete cuthal. ten 293 Worte, welche der Naturluustlcr mit der Eyriliza vollständig in zwei Exemplaren auf dcu Kern gebracht. Das eine der beiden Exemplare befindet sich beim greisen Zcuggcr Bischof Ozcgovics, und das andere bei dem beim hiesigen Landcsgcncrallommando in Verwendung stehenden Hanptmanu Klista. Obwohl die Bnchstaben mit dem freien Auge laum wahrgenommen werden können, so wird man dnrch dic Anwendung cincs Vergrößerungsglases um so augcuchmer überrascht, alle 293 W^rtc auf ciuem so kleinen Raum wic der Kern ist, vollständig ciuacsto« chcn lesen zu können. Dieses außerordentliche Kunststück, welches ich persönlich in Angcuschciu genommen, verdient einen der chreuvollslcn Plätze bei jeder Ausstellung und in jedem Museum." — Ein selbst dcu Parisern neues Schauspiel bot am 28. Dezember die Seine dar. Etwas nach 10 Uhr Morgens schwammen plötzlich Tausende und Tausende vou Rallen ans Eisschollen die Seine hinab. An den Bogen dcS Pont Ncnf fanden jedoch viele ihren Tod, die Eisschollen zerschellten dort, und die Ratten wnrdcn zertrümmert oder ertranken; der Rest derselben fand am Pont des Arts uud am Pont Royal auf die nämliche Weise den Tod. Eine Rat» tcnjagd, welche dnrch die Mairic in den Eloalcn, wohin sich alle Rallen in Folge der Kälte geflüchtet, stattgefunden, war die Ursache dazn, daß die Ratten die so gefährliche und für sie so unglückliche Wasser» fahrt angestellt hatten. Von allen Seiten umringt, nnd nach der Seine zugetrieben, wnßlcn die armen nnterndischen Bewohner der französischen Hauptstadt zuletzt lein anderes Rctlnngsmittcl mehr, als durch den großcu Ansgang der Eloalcu, der sich oberhalb des Pont au Chaugc befindet, die Eisschollen der Seme zu gewinnen, wo sie aber unter dem Hohn und Gelächter der grausame» Pariser den Wassertet» starben. Ueucke Nachrichten und Telegramm. Pest, 2. Jänner. (Pr.) Die ungarische Hof-kanzlci hat den Ofcncr Slatthaltcrciratt, lelegiaphisch verständigt, daft dic Justiz-Organisation sanktiouirt worden sei. Der Stallhallcrciralh hat sofort die Einleitnng zur Durchführung zu treffen. Berlin, 2. Jänner. Prinz Friedrich Karl lfrü'he« rcr kommandircndcr General in Schleswig) reist morgen nach Wien ab. Turin, 1. Jänner. Der König hat, indem er die Parlaments-Kommission empfing, derselben empfohlen, die Arbeiten zu beschleunigen, und die Hoff« nung ausgedrückt, daß die Geschicke Italiens bald erfüllt scin werden. PariS, 2. Jänner. Der heutige „Moniteur" veröffentlicht den Wortlaut der Antwort dcS Kuisers ans den Glückwunsch deS diplomatischen EorpS beim gestrigen Empfange, wic folgt: „Dic Glückwünsche des diplomatischen Corps, dessen Organ zu sein Sie die Güte haben, rühren Mich lebhaft. Ich wünsche, daß die Eintracht unter Uns zn herrschen fortfahre. Seien Sie überzeugt, daß Ich alles aufbieten werde, daß Meine Bczichungcn zn dcu fremden Mächten stets von der Achtung sür das Recht und von der Liebe für den Frieden und Gerechtigkeit beseelt seien." Der Erzbischof von Paris drückte dem Kaiser, „welcher die Erhaltung und Entwicklung der moralischen nnd religiösen Interessen in Frankreich begünstigt, und die Fahne dieses letzteren so hoch hält", der Kaiserin, „welche Anmnth .md Güte neben der Kraft und Gerechtigkeit auf dem Throuc wallcu läßt", und dem laiserl. Prinzen, „der edlen Hoffnnng anf die Zukunft", seine Wünsche aus. Der Kaiser antwortete, er danke für die im Namen des Clcrus von Paris ausgedrückten Gefühle, so wie für die vom Erzbischofe sür ihu selbst zum Himmel gesendeten Segenswünsche. Der Kaiser sagte: „Ich freue Mich, Mci«e Bestrebungen sür die Wahrnng der religiös:» Interessen von dem Prälaten gewürdigt zu sehen, welcher der Pariser Diözese vorsteht. Ich ersuche Sie, für Mich, für die Kaiserin und den kaiserlichen Prinzen zu beten." Paris, 3. Jänner. Der hcntigc „Monitcur" enthält ein tais. Dekret, welches den Prinzen Napo» lcon zum Mitglied nnd Vizepräsidenten des Geheim-rathcs ernennt. Vern, 2. Jänner. Die Antwort Badens an den Bundcsraih begrüßt freudig die Allssicht ans einen Handelsvertrag mit der Schweiz und sagt, Baden werde im Eiverständuissc mit Württemberg und Gaicrn den Zcitpnnkt für die Eröffnung der Unterhandlungen vorschlagen. Tuez, 3l. Dezember. Nachrichten anS Mcl-bonrne vom 25. November zufolge bereiten die Stämme NcufcclandS, welche noch in der Insurrektion begriffen sind, cincn neucu Kamps vor. New.Aork, ^- Dezember, Nachmittags. Die Unionsflottc ist vor Wilmington angelangt. -- Hood hat ciuc Brücke über den Tennessee geschlagen; General Thomas verfolgt ihn. General Sherman steht noch vor Savannah. Lincoln befiehlt eine Konskrip. tion von 300.000 Mann. Markt» nnd Geschäftsbericht. Neustadt!, 2. Jänner. (Wochcnmarkt - Prei sc.) Weizen pr. Mctzen si. 4.— ; Korn fi. 2.60; Gerste fl. 2.-; Hafer fi. 1.40; Halbfrllcht ft. 3.— ; Heiden fl. 8.40; Hirse fl. —.— ; Kuturutz fi. 2.60; Erdäpfel fl. 1.70; Linsen si. 4.80; Erbsen ft. 4.16; Fisolen fl. 4.30; Rindsschmalz pr. Pfund kr. 43; Schweineschmalz lr. 40; Speck, frisch kr. 30; dctto geräuchert kr. 35; Butter kr. 45; Eier pr. Stück lr. U; Milch pr. Maß tr. 10-Rindfleisch pr. Pfund lr. 19; Kalbfleisch lr. 26; Schwciucflcisch lr. 20; Schöpsenfleisch tr. —; Hgh,,,' del pr. Stück kr. 20; Taubcu tr. —; Heu pr. Htr. fl. 2.— , Stroh fl. 1.— ; Holz hartes, pr. Klafter fl. 6.20, dctto weiches fl. —.—; Wein, rother, pr. Eimer fl. 5.— , detto weißer fl. 4.— (neuer). Cheater. Hcntc Mittwoch: Der virbeSzauber, Ovrrrttc in 1 Äkt, von Adolf Mnlier. Der Vhrgeij in der Küche, Posse in 1 Alt. Morgen Donnerstag: Zum Vortheile der Schauspielerin Frau Zicglcr zum eisten Male: Der 2V a ldmii l l er, Vollsslück iu 4 Alten. Verantwortlicher Redakteur: Ignaz v. Kleinmayr. Druck und Verlag von Ignaz v. Kleinmayr S Fedor Bamberg in Laibach. OH Telegraphische Effekten- und Wechsel-Kurse an der t. k. öffentlichen Bül'se in Wien Dcn 3 Iänner 5'/» M.tattiqueS 72.— 18«0-er Anl.iht N4.70 5'/. Nat.-'.inlch. «0,— Silber . . . l1>.50 Bankaktie» . 781. London . . 114.80 Kreditaktiln . 175.60 K. l. Dukaten 5,47 Fremden-Anzeige 1>?M 2. Jänner. Stadt Wien. Dic Hcrrc»,: Griiuaucr, Ha>!drll'>»a,ln, von Gotischer. — Vcst, k. k. Acamle, V. Obcrlaibach. Elephant. Tic Henc»: ^oquh, .ltanfinau», von Trieft. — Htß, l. l. Licut»»a»t, von Ädclsl.crg — Bo» gcl, Privat, vo« Ttra, — Papay, .Nurschmild, vc»n Kl^gcüfilrt — Vl^ml aus Obcrlrain. Baierischer Hof. Herr Sina, Privat, von Tricst. Mohren. Hcrr Ha^in, Uiscnbahn-Vcamtc, von Graz ^2479-3)' Nr. 4767. 2. uud 3. erekutive Fcilbietung. Vom glfeltisstcn k. k. Vczilkoamte als (Yericht. wird in, Nachlianqc zum dicsämtlichln Geilte vom 14. Oklobcr V. I, Z 3llN. bekannt gemacht: Es wcrre l'ci kcm Umsiaur's. als zu der mit rem Vrschci^c vom 4, Ok tober d. I.. Z. 3611. >'uf bcule an^e. ordneien ersten Fcill'ictlllist der dcm A>'° dreas Podjrd ycvöii^en Nealüalsn lei» Kailfilisligfi crschlenen ist. z«» der auf den 17. Jänner »nd 16. Februar 1865 ongeordnelcu Feilbielnnq geschrillt». ss. k. Vl^illölimt Krainbnrg. als Ge richt, am 17. Dezember 1864. "(2480^3) ' Nr. 4755. 2. und 3. crekutive Fellbietung. Im N,'chl.'(Nl^c zum diesgerichlllcheu Geilte vom 24 Scplemlier o. I.. Z. 3472, wild bekannt gemacht, d.'ß I.'c, dcm Umstände, als z»r ersten Feübis. lllng ocrdcm Tdeooor ^aplN» vou Ärain-bürg gsl'öiigcl, Rcaliialen kein Kaufi». stlger tlschieilen ist. zn der auf den 14 Jänner li»d 15. Februar 1865 angeordnellu Fsill'isllln^ mil dcm vori g,n AudlNi^c qeschrillcn werden wiso. K. k 'Vc^sköliml KrmulmrH. al<< Gc-lichl, am 16. Dezember 1864. (2481-3) Nr. 4480. ! Erekutive Feilbiewng. Vou dem l. k. Pezlrkeamte ^'"tat. als Gericht, wild binnit dekanut ^lMlicht^: Ee> sci ilder das Anstichen des Franz Nosiua Ulii, i.'cökovc, ll^cn Iodann Hmrekar in Prosel dei Kleiul^sttemiy wegen, anö dem gerichllichen Vergleiche uom 12. Jänner 1864. Z. 145. schul« oiger 105 N. öst. W. c 8. l?., in die ereklltive öffeutliche Verstelqerlli'^ dcr rcm ^cßlern gehöiigen. im Grnurl'lichc der Herrschaft Slaltcuega. >>»!> D^n>iuical> Nrb.'Nr. 100 uorlommeliden Mlihluiühle. Hümmerschmicdc sammt Feld- lind Haus< realilät im gerichilich erliobenen Schä^ ^un,;Swcrll)c von 1093 st. ö>). W. gc-williget, uud zur Vornahme derselben die drei Feilbiclmigstagsahmigci!, „„d zwar, auf den 31. Jänner. 28. Februar und 31. März 1865. jedesmal VormiilcigS nm 10 Uhr, in dcr Gerichtökauzlcl mit dcm Anhabe bestimmt lvoiden. dast die feilzubilllude Nealiiät nnr bei dcr lchien Feilbielun^ auch un< ter dem Schählin^swerlb, au dcn Meist» l'ietcudsll diullNi^csseben wcr^e. Das Schaynnqsprotok^Il, rer Grnnd. ^'uchöl-rtr^kl mW rie ^«zil^lioi <em als mir zn boichü^cn. da je^c sonstige Zahlull^ als null »N5 nichtig ^ll betrachten ist. Laibach am 1. Iäuner 1865. Maria Schwann. Ein schönes Saus sammt der darin beftndli chen Waareuhalldluug mit oder ohne Waarenlager nnd den dazn stehörigeu H <3ar- ten wird in dcr Stadt Gurkfeld in Unterkrain aus freier Hand binnen 6 Wochen zu verkaufen gesucht. Das Nähere ist im Comptoir dieser Zeitung zu erfragen. 6ut Hei«! i „Laibacher Turnverein." "<)le I'. 's. Mitglieder des „Vaibacher Turnvereins" werden zn dcr ! Freitag dcn li. d. M., , l» Uhr Vormittag, im F i sch e r'schcn Talon, (Sternallec) stall« findenden t>!lgi^'l»r!gcn Hauptversalumlung hicmit cingclliden. Tagesordnung: Vortlag dcs Nechcnschaftödcrichlcö ^- Neuwahl dcö Tuimalhcs — AllfäUige Anträge dcr Mitglieder. Laibach am 3, Jänner 1865. (22-1) Dm' I'ni'nrtltli. Am 8. Jänner d. I. findet in den Lokalitäten des bür- ! gerlichen Schutzenvereines , eine Allcndnnterhllltung mit Spiel und Tanz ^ Statt. ! -"^^ ' >,">^?',-,.—- — Auch wird dem Vereine der Rechnunqs-Bericht für ! 1864 vorgelegt, und die statutenmäßige Wahl der Direk- ' tion für I8W. Inhalt: Gcnealossic dcs durchlauchtigsten Kaiserhauses. -^ Dic Minister dcs Kaiscrthnms Oesterreich. -- K. k. politische nnd ^inan'^Behörden. - ss. f. Commuuicatiouö-Austaltcu. — K. k. MmUan-Bchürdcn. -- 5i. k. Gcrichtobchördcn. ^ kirchliches. — Unterrichte-Anstalten. - Volksschulen. — Volk^vcrtrc^ tung. — Communal-Behörden. — Ocffcntlichc Institute, Anstalten uud Vereine. — Aduocatcn in ?ailiach uud am Vandc. — K. t. )lutarc in ^aibach uud am Vnudc. — Uebersicht dcr Ncihcufolssc dcr dcu k. k. Notarcu in ^aibach als (Berichts-(5ommissärc zli^cwicscncu Geschäfte. — Acr',tc iu Vailiach. ^ Wundärzte in Vaibach. — Zahnarzt. — Thicrarzt. — Wegweiser zu dcu Häuseru in Vnibach. — Pfarr Eiuthciluun in ^ailiach. — Votcu in Laibach. — Fcucrsiqnalc in ^aibnch. — Kurzer Frcmdcuführcr durch Laibach.......Vcr^cichuisi dcr protolollirtcu 7virlncn. — Jahr- und Vichmärttc in Krain. — Jahr- uud Pichmärttc iu andcrn Provinzen. — Alphabetisches Vcr;cichuisi dcr stcinpclpstichtincn Urllindcn und Nechtsncschaftc. — Bricfpost. - «äxprcsibricfc. ^ ^ahrpost. — (^cldvcrscndnnq durch dic l. k. Postanstatt mittelst Auwcisuugcu. — Eiuführunc; dcr Postuachnahmc im iuncru üstcrr. Bcrtchrc. — Post-(üonrsc. — Verzeichnis; derjenigen Ortc, wohin von Laibach aus dic Äricftaxc für dcu cinfachcu Brief mit 5 uud W tr. cutfallt. — i^ahrplau dcr k. t. priv. Südbahu. — Tclcgrafthcn-Tarif. - Intcrcsscn-Tafcl. -Uebersicht dcs ueucn und dcö im Umlaufe bcfiudlichcn alten Ocldcs. Mün;-Vcrglcichuugs-Tabcllc. Personen-Index. - Veränderungen während dcs Drnckcs. — Berichtigungen. __ der Reichhaltigkeit und Zweckmäßigkeit dieses Handlmchec, kann sich Jedermann aus dem vorstehenden Inhalte überzeugen, und da ein "^"" Schema des Herzogthumö Krain schon mehrere Jahre nicht erschienen ist, glaubten die Verleger einem allgemeinen Wunsche des Publikums durcl, Herausgabe obigen Handbuches zuvorzukommen.