LmlmcherOIeitllllg. Nr. 4. Pränuiuerationsplei«: 3m Lomptotl ganzj. fi. i>, halbj. fi. ^.5<». ssilr dicZustcllung in« Hau« halbj.5 ss.z sonfi pr.^ene lm. «li., »m.ttlr., 3». l0 lr. u. I. w. Inscrtir,!>>ficmprl jede»!». »>i l». 1888. Amtlicher Theil. 3c. k. k. Apostolische Majestät halicn mit Attcr^ höchstein Eabinetsschreiben vom 31. December v. I. den k. l. Kä'nincrcr und Obersten dcS Dragoner»RcgimenlS Alexander Prinz von Hessen Nr. 6 Eonstantin Grafen Th n n » H ohcn ste i n znm Obcrsthofmcistcr bei Sr. t. Hohcit dcni hochwürdigst-dnrchlanchtigstcn Hcrrn Erz« herzog Wilheln, nllcrgnädigst zn ernennen geruht. Se. k. t. Apostolische Majestät haben mit Aller» höchster Entfchlicßllng voin 13. December v. I. die Wiederwahl dcS Fideiis Terftinz znm Präsidenten der lrninerischen Vandwirthschastsgcscllschaft allergnädigft zn bewilligen geruht. Heute wird i» dsulschem und zunlcich slovcinschc», T^'!c Gefctz- nnd Bcrordnungs-Blatt für das Her- zogthnm Kraiu. I. Stück. Jahrgang I80>!. Iiihalls-Usw'sicht.- Ku»d!l>achii»g dcr k. l. 5'cmdesr'gi'nmn ftlr Krain vom ^1. De- ociisssmd die Fcstschuiig dcr Militärbcf»c!l!l!g<,larc pr° I«W. Vom "sZ'."'"^^"""-^^ f»r Knun. f , 9?'' ^ ^?"1'^ in Wien sind in. Wege dcS gcgaug^u °''^"" "achstehende Beträge ein- Vom Pfarr- und Geincindeanttc ^«et « fl <»(' tr ., Pfarramtc Zaier .... ' > ^_ ,. Pfarramtc Ncuniarktl . . . . n " ,->() " daher im Ganzen . . . ^i st. 4s) ^ Nichtamtlicher Theil. /rchcillichr ErrungcnschFtcn in der Session drs östcrrcichijchcn Ucichgrathü von 18ll7. " lii. Wien, Ende December. So bleiben denn dic dnrch o>c ?Mruar - Verfassung geschaffenen indirccten Wahlen aus Grnppcn dnrch die Einzellandtage, wobei auch scr- ner dem Kaiser die Anordnung dircctcr Wahlen (jedoch cvenfalls nach Grnppcn) für den Fall vorbehalten büibt, ^/"^/""dlag dic Vornahme dcr Wahlen verweigert. "m /lbgcordnctcnhausc ist nnnmehr die Wahl seines ^n,l0cnlcn und seiner Piccpräsidcnlen unbedingt an. Mngestcllt, und die jährliche Einberufn»«. dcs Reiche nuhs verfassungsmäßig zugesagt (^ <1 nnd 10). Dcr "Mlnugtlreis des Reichsraths ist in I'I Uutcrabthci^ Ulngcn dcö Art. 1 l mchr aufgezählt als bczcichnct, u»d Ml folgeuden Artikel bcstinimt, das; allc übrigen in jcnc l4 itategorien nicht gehörende» Gegenstände dcr Gesetz- «eming m die Compclcnz dcr Einzrllandlage fullcn. Man ' ' no!!! ^'""6 f^gcrn, daß — im Cwmdgcdanfc» dcö »I, ?,tt ^"1"ls""gegesetzeH ..- der Ncich^ralh, welchem !i« .. ' ^"^ "U'incrativ die Acfugnissc zugetheilt siud, taa. ^ 7^' "" ^chunmlung von Dclcgatcn dcr Vand. an>, !/>> «."' Wirknngslrcis lediglich dlirch die vor. beschränkt ist, so, daß allerdings ?lludt^ , . ^'"-' """" ihnen znfiele. Doch ist den en M i^^«f^lircn für den ilteich.rath gewählt im l,öl^ ^' "theilen (i^ Ui), u»d ""itert '"I '"cist der frühere gleich kommen. Das "nnde,,,/d Ve?, ,a nncn riesenhaften Fortschritt der parlamentarische» M^ Wenübcr den bisherige» Bestimmungen der Fcbrnav ^lfassnng, nach welchen nnr nene Steuern oder Steuer, erhohnngcn dc.i rcich^räthlichcn Eonsenscs bedurften die de?^'^''?"' ^l»shcb»ng aber unter der Cogui.ion ^ "^""'"unn liar nicht stand. Ist sodann in dem ^^c -,u dcm W.rkungskrcift des Neichsrathe die Fest« »rlluug der Voranschläge dcS E!aa««hai!i l'czeichnctc Kreis dcr legislativen Vcfng« nissc dcS Ncichsraths, nnd die Wirksamkeit seiner Eon» trolc fest verbürgt dnrch eine scharf betonte effective Verantwortlichkeit dcr Minister und sämmtlicher Bc< amlcu. Wie im Staatsbudget und bei dcr Prüfnng der Fiuanzgcbahruna., so ist in Bc;ug auf die Staatsschulden, das StaatSvcrmögen, dic Monopole uud Regalien, das Bank« und Münzwescu, dic Zo samer Wcise die Gesetzgebung über die innere Einrichtung der öffentlichen Bücher, über Real- n»d poly» tcchnifchc Schulen, und endlich über dic PropmalionS« rechte. Grnudbüchcr, technische Schnlcn nnd Bräunt-wein'Ansschauk sind dcr lcgislatorischcn Thätigkeit der Landtage rcscruirt. logisch vollkommen gerechtfertigt, obwohl in sonstigen VcrfafflingSgcsctzcn selten vorkommend, ist der Satz: daß, wcuu in ciuem Finanzgcsctz oder in, ,.Rc-erntcngcsctz" die bcidcn Häuser des RcichsratheS „trotz" (ungeachtet) wiederholter Verathnng sich über die Ziffer nicht einigen können, dic kleinere Ziffer als bewilligt gilt (i< l'l). Dic Vefngniß dcr Rcgicrnng, znr Zeit wo dcr Rcichsrath nicht versammelt ist, in Fällen drin-gender Nothwendigkeit gesetzliche Anordnungen im Ver» ordulingswegc zu erlassen, ist (tz 14) dahin beschränkt, daß solche leine Aenderung dcs Staatsgrnndgcsctzes „bc-zwccken," keine dauernde Bclnstuug des Staatsschatzes und leine Veräußerung von Staatsgut bctrcffcu dürfcn. Ist innerhalb vicr Wochcn nach Zilsnmmcntrilt dcs N'cichsraths ciit solches Provisorisches'Gcsctz dem Abgc» ordneicnhansc nicht vorgelegt worden, oder erhält das-selbe die Genehmigung eincs dcr bcidcn Häuser nicht, so erlischt die Gesetzeskraft >>'m» nnr 203 Mitglieder zählt, so ist für diese« die Diffcrcuz schr uubcdcutcud. Acndcrnngcn in den seitherigen oder in dcn neuen Grundgesetzen bedürfe» einer Zweidrittelmehrheit, wic auch im Fcbrnarslatnt vorgeschrieben war. Die Immunität der Rcichsraths-mitglicdcr ist verbürgt; »bcr ihre Abstiininungen dürfcn sie niemals, über Rcdcn uud Acußcrungcu im Hanse inir vou diesem znr Verantwortung gczogcn werden. Ohne Znstimmung des betreffenden Hauses darf kein Mitglied während dcr Dauer der Session verhaftet oder gerichtlich verfolgt wcrdcn, es sei denn bei Ergreifung auf frischer That, und auch dann hat das Hans zn entscheiden, ob die Verhaftung oder die Untersuchung fortgesetzt werden darf. Dieselbe Besugnih steht dcm Hanse bei seinen: Znsammcntritt in Bezug ans mittlerweile verhaftete oder in Untersuchung gezogene Mitglic^ der zu. Die Minister sind berechtigt, au allen Bcra-tungen dcr bcidcn Häuser theilzunchmen, uud müssen ans Verlangen jedesmal gehört werden. Doch lann auch jedes Haus dic Auwcseuheil !xr Miuislcr vcrlana/n, ist berechtigt sie zn interpelliren, die Bcrwaltungspnnlte der Regierung seiner Prüfung zu uuterziehen, von derselben über Petitionen Auskunft zn verlangen, Commissionen zu ernennen, denen von dcn Ministerien die „erforderliche Information" zu geben ist; endlich seinen Ansichten in Form von Adressen und Resolutionen Ausdruck zu geben (tz 21). Die Sitzungen beider HKnser des ReichSrathS sind öffentlich. Scharf präcisirt ist die Verantwortlichkeit dcr M!< nister und Departements-Ehefs durch das betreffende Gesetz vom Inli 1kli7. Jeder Rcgicrnngsact dcs Kai-scrs bedarf zu sciucr Gültigkeit der Gegenzeichnung cincs Ministers, nnd diese können vom Ncichsrnlh znr Vrr-antwortnng gezogen werden „für allc Handlungen oder Untcrlassuugcn wodnrch sie vorsätzlich oder ans grober Fahrlässigkeit (also selbst wegen <'ü!i»!' lniü) die Ver» fassnng der nn Rcichsrath vertretenen Königreiche und Bänder, die ^andcsordnnng cincs derselben oder ein anderes Gcsctz verletzen." Jedes der beidcn Hanscr besitzt daS Nccht dcr Anklage. Fällt dcr Gegenstand dcr Anklage nutcr das allgemeine Strafgesetz, so ist der Staats» gcrichtshof znständig. Zn diesem TtaatSgcrichtshof wählt jedes dcr bcidcn Häuser zwölf „unabhängige, gesctztnn-digc Staatsbürger" außerhalb dcS Rcichsraths für die Dauer von sechs Jahren. Das Gesetz hat das Anklage-verfahren, die Rccusalion oder die Ansloosung dcr Rich» tcr bis ans zwölf geregelt, nnd zugleich die Oeffenllich-keit nnd Mündlichleit der Hauptverhandlung ansgcsprc" chcn. Dic Stimmgebung bcr Richter ist geheim, der Spruch auf Schuldig oder Nichtschnldig zu fällen; für den ersten Fall mit zwei Dritteln der. Stimmen. Die Vernrthcilung hat die Entfernung des Vcrurthciltcn aus dcm Rath dcr Krone, je nach dcm Spruch auch auS dcm Staatsdienste znr Folge; selbst die Bestimmungen dc« 3trafgcs-tzbuchs sind von dem Slaalsgcrichtshof aus den Angeklagten anzuwenden; endlich hat cr auf Ersatzleistung zu crkenucn, wenn Betrag nnd i'crson mit Zuverlässig'-kcit bestimmt werden lönncn. Gegen das Urtheil dcs SlaatsacrichtShofs ist lein Rechtsmittel znlässig, nnd kann selbst die lnudccu dic Lage versetzt, seine Kräfte zu wcckcn und zu verwerlhen, dcr „ererbten Ucbclslände" sich zu cntäußcin — wäre für jetzt nud noch a»f la»ac hin der Kricg ci» so uncr-mcßlichcs Unaluck, daß rin solcher nnr nntcruommen l u'crdeu könnlc, wenl, Exiftl'üzl'^diufillüaeu auf dcm Sftirlc 24 stehen." Aber an diese freilich darf kein Staat, der sich nicht selbst aufgibt, rühren lassen. Zu einem Vcrthcidi» guugSkriegc, für scine Lcbcusiutercsscn geführt, rechnet das Reich, das soeben allen seinen Bürgern politische nnd religiöse Freiheiten und Befugnisse gewährt, wie sie derzeit — Belgien und die Niederlande ausgeuom-mm, — kein anderer Staat auf dem Continente von Europa besitzt, auf die patriotische Oftferwilligkeit der Bevölkerungen. Um politischer Combinationen, oder gar um des sogenannten „Prestige" willen wird dagegen diese Opferbercitwilligkcit eben so wenig in Anspruch genom-men werden, wie zur Wiedereinbringung der Verluste an Macht und Einfluß, die allerdings die Fehler einer kurz« sichtigen Politik verschuldet habeu, nun aber zu den voll« endeten Thatsachen gehören. Daß dies die letzten Gedanken der gegenwärtig maß« gcbcndcn österreichischen Politik seicu, ist für Icdcu, der sehen und verstehen will, kcin Geheimniß. Aber und abermals ist cS ausgesprochen worden, und nur das Ucbclwollcn kann jetzt noch jenes Mißtrauen gegen österreichische „Hintergedanken" einstoßen, welches die Zumu» thung erhebt, aufrichtig allen Ansprüchcu au Deutschland oder Italien zu entsagen und im Sinne jener „Hinter» gcdankcn" gar an ein mit Frankreich vereinbartes Ueber« einkommen glauben machen will. Nnr der Verdruß dcS Fchlschlagcns der auf den Zerfall der österreichischen Monarchie gegründeten Sue« cnlationen kann solche aberwitzige Aufstellungen erklärlich machen, — wir hätten fast gesagt — entschuldigen. Leider slimmt der Verdruß nicht versöhnlicher, uud somit darf die Staatölcnluug Oesterreichs sich nicht der Illu» sion hingeben, daß die wundcrglcich gelungene Wicdcr-nufrichtuug der in ihren Grundfesten erschütterten Mon-archie die Zahl ihrer Feinde verringert, oder dieselben versöhnt habe. Diese Illusion wäre eine gefährliche, und änßcrste unausgesetzte Wachsamkeit ist darnm Vonnöthen — eine Wachsamkeit, die auch darauf gerichtet sein muß, wo möglich jclcr Verwicklung iu Europa die Spitze abzubrechen, weil bei Oesterreichs Lage kaum ein Conflict ansbrcchcn könnte, in welchen Oesterreich hineinzuziehen soudcrlich schwierig wäre. Diese, wcuu auch nüchterne und ernste Erwägung wird in diesen Tagen, wo eine der denkwürdigsten Epochen in der an Wcchsclfällcn so reichen Geschichte Oesterreichs abschließt, und insbesondere für das Königreich Ungarn eine ncuc Geschichte anhebt, nicht überflüssig erscheinen. Der Freude und Genugthuung geschieht wahrlich damit kein Eintrag, mit welcher hüben und drüben jeder Pa-triot die kaiserlichen Handschreiben gelesen hat, gerichtet nn den Freiherrn von Benst nnd an den Grafen An» drassy. _______ Gutachten über die ReoraMisiruna. der Landes-Gebäranstalt und die Reform, rcsp< Aufhclmi^ dcr Laiides'Findclallstalt. Abgegeben vom Vereine der Aerzte in Krain. Verfaßt vom Berichterstatter Dr. Moriz G a u st e r. (Fortsetzung.) Protestantische uud katholische Länder find aus man» nigfachcu Grüuden in dieser Frage nicht mit größerer Sicherheit zn vergleichen. Hierzn tritt noch eine zweite Erschwerung, wenn Nordländer mit Südländern in eine Parcllcle gestellt werden. Hier gibt es in Zucht und Entwicklung, in psychologischer nnd theilwcise auch in physischer Hinsicht so tiefgreifende Unterschiede, daß statistische Parallelen sehr nnsichcr werden. Wir lcuncn die vorsorgliche (^csetzgcbnng des a. preußischen Landrcchtcs bezüglich der nnchelichcn Kinder gcnan; wir erinnern, daß, trotzdem dort die Gemeinden für die unvermögenden Eltern eines unehelichen Kindes einzutreten verpflichtet sind, doch Anstalten — Waisen» anstalten dort iu dcr richtigen Anffassnng ihrer schönsten nnd innersten Bedeutung genannt, 120 an dcr Zahl, mit zn Hilfe genommen wcrdcu müssen, welche sich theils aus privater Mildthätigkeit, theils ans Coucurreuz von Kreisen herausbildeten und ciu organisches Glied der bezüglichen Armenpflege sind. Und trotz allcdem ver» nimmt man in Preußen gerade in neuester Zeit ge« wichtige Stimmen für Errichtung zweckmäßiger Fiudel-anstalteu. Dcr Kindsmord und die Wegleguug scheinen iibri« gens dort nicht so selten zu sein. Nach Nollheim kamen iu einem Jahre im Bereiche des Kammcrgcrichtes Berlin 38 KindeSmordc uud 108 verheimlichte Schwangcrschaf- ^ ten vor. Trotzdem Preußen keine Iindelanstalt hat, sind die bezüglichen Vcrbrcchcnszahlcn uud die Zahl dcr uu-, ehelichen Kinder iu den vcrschicdcuen Gebietcu sehr vcr- > schieden, und letztere ist im Gauzeu nicht uuerheblich. ! Euglauo besitzt zwei eigentliche Findelanstaltcn, eine, iu London mit Privatcharaktcr und eine Staatsanstalt^ in Irland; viele uneheliche Kinder werden aber in den! ArbcitShiinsern verpflegt, so wnrden nach Guroff in den ^ Jahren 18l9—1823 4608 uucheliche Kinder in selbe aufgenommen. ! Außerdem gibt es in England noch viele Privat-Waisenaustaltcn, so in London allein bei 20, von denen cin Theil auch uneheliche Kinder aufnimmt, nnd viele Schulen, iu dcncu arme Kinder Kost uud Kleidung erhalten. Iu England ist Kindcsmoro und KindeSwegicgung selten, sie sind in Vondon bei der dort vorhandenen Fin« delanstalt nahezu eben so selten, trotz dcr Verhältnisse einer Großstadt, als am Lande. ES ist wahr, daß iu dem au Findclanstaltcn reichen Frankreich Kindcsmord nud Kindcrwcglcgiiug häufig siud. Die Kosten für die Fiudclvcrpfleguug sind dort sehr groß. Aber in Frankreich sind sociale Verhältnisse nnd Anschauungen, welche sich bei uns uicht wicdcr findcn; nicht das Vorhandenfein zahlreicher Findelanstalten hat darauf Einfluß, fondcrn sicher dieselben socialen Gebrechen, und jene Sitten und Gewohnheiten, welche überhaupt iu Frankreich die Zahl der Verbrechen zu einer bedeutenden machen. Wir erinnern übrigens au die Erfahrung, welche mau diesbezüglich in Belgien nach Guroff im Jahre 1823 machte. — Iu mchrcrcu Städten schaffte man die an sich verwerfliche Winde ab, um sich die von auswärts gebrachten Kinder fern zu halteu. Die Folge war ciuc Vcrmchruug dcr Kiudsmorde, große Aufregung darüber im Pubticum, so daß der frühere Zustand hergestellt werden ninßtc. DicS berichtet cin Forscher, welcher entschieden für umfasfcude Reform dcr Fiildclaustaltcu plaidirte und ein sehr hartes Urtheil über die bestehenden fällte. Der Kiudsmord steht selbst iu jetziger Zeit, wo die Anschauung über deu Fall eines Mädchens viel milder ist, wo man sie mcht mehr von Amtswegcu öffentlich brandmarken darf, wo dcr erste christliche Satz: „Habe Mitleid mit dein Gefallenen," im wahren Vcrstäuduiß echter Humanität zur Geltuug sich riugt, uoch iu eiuiger Beziehung zur Fiuocl'instalt. DieS lehrt sür Krain die interessante und für die vorliegende Frage wichtige Arbeit nnscrcS geehrten Mitgliedes nnd Sccretärs Dr. Valenta über den Kindsmord in Kram. Unter 74 in den Jahren 1335 bis inclusive I860 vom k. k. LandcSgcrichte Laibach ucrurthciltcn Kindsmür-derinnen warcu 44'^ pCt. im elterlichen Hause, vou wo sie sich, ohue ihre Schande den Angehörigen aufzudecken, uicht leicht entfernen konutcu. — Von allen Kindsmörderinnen war keine in Laibach gebürtig, und nur sieben mal ist der Kindsmoro in Laibach ausgeübt worden. Von den Motiven des KiudSmorocs ergaben sich bei den Erstgebärenden als häufigstes die Schande, bei den Mchrgcbäreudcu als häufigstes die Nothlage. Aus diesen Daten scheint uus hervorzugehen, daß die Findcüulstalt nicht ohne Werth für Vermiudcruug des Kindsmordes ist, daß sie aber eben darum einen geringeren Einfluß ausübe, weil sie für manche Gebärende zu entfernt ist nnd weil bei dcr Aufnahme ocr sogcuann» ten Gasscngeburten zn strenge vorgegangen wird, waS dem Wcscu dcr Findclanstalt entschieden widerspricht. Die Ucbcrraschung von der Gcbnrt wird von dcr An» stalt in der Rcgcl nur zngcgcbcn, weun die Geburt auf der Reise ins GebärhanS stattfindet. Iu jcnen Fällen, wo daS Motiv dcS Mordes die Scham nnd die Furcht vor cen Augehörigen ist, zeigt sich für unsere Verhältnisse dic Findclanstalt ohne Werth, da ja eben nicht das heimlich gcbornc Kind in die Anstalt abgegeben werden kann, die Schwangere aber, ohne sich deu Ihrigen zu entdecken, nicht für läugcre Zcit sich vom Hause entfernen kann. — Ein Motiv gegen bic Findelanstaltcn, das sich zwar nicht im AnSschußberichtc ansgesprochcn, aber doch angedeutet fiudet, ist der Satz: „Fiudclanstalten erzeugen Findelkinder." Es werden für Vermehrung dcr Find» lingc durch die Findelanstaltcn wahrhaft auffüllige Datcu uou dcu Gcgncrn dcr Findclanstaltcn angeführt. Wollhcim hat statistisch bewiesen, daß obiger S^itz unrichtig ist. Wir finden Länder ohne Findclanstalten mit 12 (Sachsen). 11 (Hessen), 7 (Prcußeu) unehelichen Kindern aus 100 Geburten, während in Ländern mit Fiudelanstalten uiedrigerc Zahlcu vorkommen. In Frankreich, dem so reich mit Findelanstalten dotirtcn Lande, müßte überall die Zahl der unehelichen uud der Fiudelkiuder hoch sciu. Sie ist aber sehr verschieden nach den einzelnen Departements, uud daS Verhältniß dcr Findelkinder zu dcn Einwohnern schwankte dort in dcn Jahren 1824 bis 1834 zwischen 1:43 bis 1:4779. Balbagge berechnete iu dcn dreißiger Jahren iu Frankreich 69'7 uueheliche Kinder auf 1000 eheliche, in Prenßen 76'4 auf 1000. Nach Wappäus sind in Preußcu 721 Norwegcu 8'77 ^. , , , . . ^. . , Vaiern 20 54^ diese Läuder haben keme Findet-England 6 67 anstaltcu Haunover 10 771 Oesterreich 11 21 Frankreich 7-17 Belgien 8'15 / diese Länder haben Findelanstalten Schweden 8 64 Dänemark 11321 Percente aller lebend Geborenen unehelich. Sämmtliche Zahlen stammcu aus den Dcccnnien 40 und 50 dieses Iahrhundcrtes uud betreffeu größtculhcilS ciue zehnjährige Periode. Dcr Satz, daß Fiudelaustalten die Sittcnlosigkeit bezüglich der nuehelichcn Geburten steigern, ist somit nicht richtig. Die Vermehrung dcr unehclicheu Geburteu liegt vielmehr in ganz anderen Factoren, hanptsächlich in der immer schweren Familiengründung. DaS zweite Motiv des Ausschußberichtes gcgeu die ssiudclanstalt ist große Mortalität dcr Findclanstaltcn und das körperliche uud geistige Sicchthum der Find-linge in deu Anstalten. Anch der Statistik dcr Mortalität dcr Findelanstaltcu gegenüber bedarf es zum richtigen Urtheile der größten Objcctivität. Man vergesse nie, daß die Mortalität der unehelichen Kinder an sich bedeutend größer ist, als der ehelichen, daß alle Mittel, welche die Geschwächte anwendet, nm ihreu Zustaud vor dcr Welt zu verbergen, alle die Seelen-qnalcn, die Affcctc uud DepressiouSzuständc dcS Gc-müthcS, welche die schamvolle Vernnglücktc erduldet, daß alle die rücksichtslose Iguoriruug dcS schwangern Znstandes bei frechen und schamlosen Schwangeren, daß endlich die den eigenen Zustaud vollständig uuberücksich-tigcndc Arbeitsleistung so vieler unehelicher Mütter gcung dcr ursächlichen Momente bieten, nm der Frucht iu der hciklichsten Periode der Eutwickluug, dcr Jutrautericn, dcu Keim der Schwäche ciuzupftauzeu, dcu Stempel des SiechthumS aufzudrücken. Daß die Mortalität der Findlinge innerhalb dcr meisten Anstaltcu sehr groß, ja theil-weise erschrcckcud groß ist, wer wollte das leugnen? Wird man aber die Nothwendigkeit von Irreu-austalteu vcrwerfeu, weil iu unzweckmäßigen oder schlecht geleiteten Anstalten daS Percent der Unheilbarkcit ciu riesiges ist? WaS Fehler der Organisation einerseits, des Systemes andererseits ist, daS schiebe man dem Wesen der Sache nicht in die Schuhe. Die Mortalität in Finoelaustalteu ist häufig größer, als die Mortalität der uuchclichen Kinder überhaupt, weil — die Fiudclanstalten schlecht sind, uicht aber well cS Fiudclanstalten gibt. Wir kennen übrigens wohl die Zahlen der Morta-lität dcr Findlinge, wir kennen abcr nicht specialisirt die Zahlen der Mortalität dcr in Armenfürsorge und bei Kostparteien verpflegten unehelichen Kinder, wie Melzer in seinem Werke über das Findelwcsen Oesler- ^ reichS ganz richtig bemerkt. 1 Daß übrigcuS dic Mortalität der Findlinge in der ! Landuerpflegnng hicrlands keine übermäßig große ist, mag aus folgenden, dem vorigen politischen Bezirke ! Stein entuommeuen Zahlcu ersichtlich werden: Vom Jahre 1856 m'S inclusive 1866 sind in sclbcn 508 Lai-bacher uud Tricstcr Findliugc zur Privatpflcge über-bracht wordeu; die Triester Fiudlinge nach weiter Ncisc, oft im Winter und öfters schon kränklich, auS dcr Anstalt heransa.ea.cbcn. — Vou diesen 508 Kiuocru sind im selben Zeiträume 178 Kiudcr,- d. l. 35 pCt. gestorben. Bcdeukcu wir, daß uach Wollheim die allgemeine Kindcrstcrblichkcit bi< 10 Iahrc in Enropa 44 pEt. beträgt, so ist daS obige Verhältniß kein ungünstiges. Ucbrigcns machen wir darauf aufmerksam, daß uach Melzcr dic Kindcrsterblichkcit eine größere ist, als iu Krain. Mau hat aber auch die Findlinge als die Recrutcn dcr moralischcu und geistigen Vcrkommcuhcit, dcr per- i manentcu revolutionären Opposition gegen Sitteugcsctz uud sociale Orduung geschildert. — Auch dicse Schilderung muß als cine schr subjective Anschannnn. bezeichnet werden, da uneheliche Kinder iu Folge des mangelnde,, wohlthätigen Einflusses dcS Familienlebens, in Folge dcr Noth und dcS Elcuds, in dcm sie häufig auf» wachsen, durch die Ideen verbitterter Opposition gegen dic Gesellschaft, welche dcr mütterliche Einfluß ihucn häufig einimpft, welche abcr auch dcr Maugcl au wahrhaft humanem Mitleide, au christlicher Emftfiudung von Scitc so mancher Gcscllschaftskrcise uud so vieler Mcu-schcn in sclbcn cbcn so oft großzieht, ob dcö nicht scl-tcucn Einflusses deS Lasters, dcm sic die Gesellschaft zu entreißen unterließ, oftmals in ihrem ganzen Lcbcn uud Thuu dcu Stempel dcS Conflictes ihreS DascinS gegcn-über Sitlcngcsctz und socialer Anschanuug au dcr Stirue tragen uud häufig, relativ sogar schr häusig, iu dcn Vcrbrcchcrlisten erscheinen — so ist cS begreiflich, daß anch uuchelichc Kiudcr, dic Fiudlingc siud, oft nntcr den Verbrechern sich befinden, allein dies ist dnrchwcgs nicht so anfzufasseu, daß sie vorwiegend zum Verbrechen, zur moralischen Verkommenheit sich neigen. Frankreich hat man in dieser Richtung als Haupt-beleg gegen die Findliugc aufgeführt, uud gerade über Fraulrcich berichtet eiu unbefangener uud genauer Forscher G. v. Gerando: „Iu Frankreich ist die Zahl der wegen Verbrechen oder Vcrgehcu Augcklagtcu uuter den Erwachseucu, welche aus deu Fiudclhäuscru hervor-gegaugeu sind, uutcrhalb dcr DurchschuittSzcchl dcr in dcr gauzcu Bevölkerung genommenen Angeklagten. Mau findet anch weniger verdorbene Mädchen uutcr dcn in Findclhäuscru erzogenen, als cS deren iu dcr großen Masse gibt." Auch dort, wo lciue Fiudelhäuser siud, ragcu die uuehclichcn Kinder nntcr den Zahlen der Angeklagte" hervor. Aus dcr Thatsache, daß uucheliche Kiuder vorwiegend zur Unsittlichkcit nnd dem Vcrbrccheu ueigc", scheiut uns nnr die Ausforderung als logische Folge hervorzugehen, die uuehelichcu Kinder, so weit möglich ist, deu Eiuflusseu zu eutrücken, welche sie zu Verbrecher" oder Unsittlichen machen. In Krain dürften die Findlinge übrigens lein bedeutendes Eontiugent zu den Verbrechern stellen. 25 Das dritte Motiv für Aufhebung der Finbclanstalt im ^andc ist die übermäßige Belastung des Bandes. Die übermäßige Belastung, welche die Ungerechtigkeit in sich schließt, daß der arme Fainiliciwatcr seinen ^ Kindern laum Brot verschaffen kann, während er für die Kinder oft vermöglichcr ältern seinen im Schweiße seines Angesichtes erworbenen Kreuzer hergeben muß, wird vollständig zugegeben. UnS aber ist fie kein Motiv gegen die Findelanstalt an sich, sondern gegen die bestehende Organisation der Findclanstalt. Die Findelanstalt lostet dem Lande zn viel, könnten aber nicht die humanitär geforderten Re-snllntc mit weniger, nnd zwar mit viel weniger Kosten erreicht werden? Diese Frage ist zu vcntiliren uud dieS zu thun werden wir uns später erlauben. UebrigcnS siud die Findclanstaltcn Schntzanstalten für die an ihrer Erzeugung unschnldigen Kinder, und find in erster Linie nicht für die Geschwächten errichtet; daß diesen die Anstalt zu Gulc tommt, ist eine Com sequenz, welche mit dem Schutze dcS KiudcS in väterlichem Znsammenhangc steht. Es scheint nnS daher nicht in erster Linie die Un^ sittlichkcit, der Leichtsinn, die erfahrnngslosc oder Gc» müthSschwächc dcr Mntter, sondern daS Unglüch das crbarmungswcrthc Schicksal der unschuldigen Kinder in Betracht zn ziehen, für die, so weit sie cincS ansrcichcn» den Schützes oder einer genügenden Pflege bedürfen, die Armenpflege cinstcheu muß. Wir lucrden in der Folge nnsere diesbezüglichen Ansichten und Ueberzeugungen dar» legen. DaS vierte Motiv gegen die Findclanslalt ist, daß dnrch dieselbe dcr Vater seiner gesetzlichen Pflicht, für das uneheliche Kind zn sorgen, enthoben wird, was einen Widerspruch gcgeu daS bürgerl. Gesetzbuch in sich schließt. Die Unstatthafligkcit dieses Widerspruches gcgcuüber dem Gesetze in uuscrcr Zeit geben wir vollständig zn und betonen, daß durch die bisherige Orgauisatiou dcr Iiudclanstaltcn leider auch dem Kinde scinc Ansprüche auf der Mutter Gut zn Nichte gemacht werden (ij 75>4 des a. b. G. A.); sic verlieren durch das gegenwärtige SMlll lhr mit den chclichcn Kindern gleiches Erbrecht nns das srcl vcrerMchc vermögen dcr Mutter. 'iachdcm wir sonach die Bcgrüuduug dcS hohen '> audtagMschlusseö objectiv kritisch durchgesprochen und von vornherein unscrn Standpunkt nnd nnscrc rechtliche Anschannng in dicfer Frage dargclcgt haben, erlaubcu wir »ns zu unseren positiven Anträgen übcrzngchen. (^-orlsl'tznng soll',«.) ^ ^jH ^ ^ l, ^ i. (i/.' Wien, 2. Jänner. (E h r e n b ü rgcrrc cht.) In dcr Sitznng des Ollmntzcr SladlvcrordnctcncollcginmS am .'^. v. M. wurde auf Antrna des Dr. W^ndcll'lüh Sr. Excellenz dcm Hcrrn vlcichstanzlcr Frciyerrn von Äcust das Ehvcubnrgcrrccht dcr königlichen Hanplstndt Oluintz verliehen. - - Untcr dcn zahlreichen Ncujahrö. telegra'.unicn, welche Sr. Excellenz dein Herrn Reichs, kanzler Frcih. v. Vcnst zukamen, bcfiudct sich eins auc« Kronstadt, worin Sr. Erccllcnz die Verleihung dcs Ehrcnbürgerrcchls dieser Stadt notificirt wird. /" '!- Jänner. (Dementi.) Die „Wr. Abdpst." schreibt: In dcn jüngsten Tagen beschäftigten sich mehrere Wiener Iourunlc mit dcr nugcbiichcu Znrücklcgung dcS NamcnS „Kohary" von Scitc dcr in Oesterreich domicicircndcn Vinic dcS herzoglichen Hauscs Sachse u< ^ o b u r g . G otha , und brachten dieselbe in cincr Wcije mit Sr. lönigl. Hoheit, dcm iu Wicu domicilircudcn prluzen August von Sachscu. ,^"!t'älluuistcrium ist erst uach erfolgter Acti-^'"Z^^'!""n Ministeriums zn gcwürtigcu. Ueber ^., ^''^ ^ ""'"' MiuisM'S ohne Portefeuille Dr. rV,s.^^' !"""^', ''"ß derselbe unter andcr»! anch bc-,!-./'' ^n Insllznnnis.cr Dr. H^'st in dcr Instiz. "sou zn nntcr.tntzen, und soll sich dic Thätialcit dcö Dr. Bcrgcr zunächst auf dcu civile ch ichcl Al dic ^.^rstr^7 "' '"" '^^"uw Theil d!estr ^ Prag, 3. Jänner. (Die Präger Coucor» date «Adresse), welche dcm Erzbisclwf bereits über-Nlcht wurde, zählt trotz weitgehender Bcciuflufsuuncu nur ?41 Untcrschriftcn. Schvnberss, i). Jänner. (Eh r e n b urge r r c ch t.) ^n zdcr hcutigcu Ocmcindc-AuSschußsitzung wurde dein ^lciclMinzlcr Frcihcrrn von Venst und dcm Minister ^s Iuneru Dr. Gislra das Ehrcubürgcrrccht dcr ^tadt Mährisch-Schüuberg einstimmig vcrlichcn. -— Dic ^«hrisch.Trübaucr Gcmcindc- Repräsentanz beschloß in '"'"' hcutigcu Sitzuug einstimmig, dem Frciherru von Vcnst und Dr. Giskra daS Ehreublirgerrecht zu ver-lcihcu. Vriinn, 4. Inuncr. (Die feudalen Herren» Hans-Mitglieder) werden ihre Sitze im Herren-Hanse wieder einnehmen, vorher soll eine Erklärnng veröffentlicht werden, daß dic Pflicht dcr Loyalität sie dnzn bewege. Die morgige Festlichkeit zu Ehren Giskra'S wird sich ungcmcin großartig gcslaltcu, alle Krcisc der Bevölkerung werden sich bcthciligcu. — ( Ehrenbürgcrrc ch t.) Nach einem Tclc« gramm dcr „Presse" wurde iu dcr gestrigen Gemcindc» rathssitznng von Troppau Sr. Excellenz dcm Herrn Reichskanzler Freihcrrn v. Bcnst das Ehrcnbürgcrrccht dcr Landeshauptstadt Troppau verliehen. Pest, 3. Iänncr. (Dic Einbernfung dcr Delegationcu) dürfte, wie dcr „Ungarische Lloyd" vernimmt, zwischen dem U'. und 15. d. M. erfolgen, nnd fchon in dcn nächsten Tagcn begibt sich dcr Qnästor KovacS nach Wien, nm die Instandsetzung der Bcra-lhnngSsälc in dem Gebäude der ungarischen Hofkanzlci zn überwachen. Die Vcrathnng dürfte sechs bis acht Wochen dancrn. Znm Präsidenten soll ein Abgeordneter, lcin Magnat gewählt wcrden. Die ungarischen Dcle» girtcn gchcn, wie dasselbe Vlait vernimmt, mit dcn friedlichsten Absichten nach Wien: sie wollcn für ein möglichst knappcö Militärbudget stimmcn. Müllcheu , 3. Jänner. (I n der Abgcord ' n ctcnkam mer) wnrdc der Antrag dcS AnöschusscS, gcgcu dic Erhöhuug des StaudcSgchaltcS der Miuistcr vou .'»Ml) auf 60W Gulden anSdrücklichc Verwahrung einznlcgcn, mit 5)3 gcgcn 44 Stimmcn angenommen. Florenz, 3. Jänner. (Das Portefeuille deö A e u ß c r n) ^wnrdc Visconti »Vcnosta angeboten, wenn er annähme, würde Mrnabrca das Innere über-nchlncn und die Krise beendigt sein, Pariö, 3. Jänner. (Die Confcrenz vertagt.) Dic „Patric" bringt eine Depesche aus London, welche meldet, daß in Folge der letzlcn Besprechungen die Vertagung dcr eingeleiteten Unterhandlungen über daS Eonfcrcnzprojcct im gemeinsamen Einvcruchmen be-schlössen wurde. — 4. Iäuuer. (Eine Uc b erciutuuft z w i. s ch eu Fraulrei ch u ud Italic u) ist dcm Abschluß ganz nahe. Es wird durch dieselbe die Scptei!iber>Eon-ucutiou crucucrt. Eiuc )ic»lralitätS'Erllärung Italiens wird erfolgen, sobald das H)iiuislcrinnl wieder gcbildct ist. Die ncuc Couvcutiou wird cincr europäischen Eon-fcrcnz vorgelegt. Sobald letztere sich versammelt, vcr< lasfen dic franz. Truppen dcn Kirchenstaat. (N. W. Tgbl.) Madrid, 2. Jänner. (Bci d cr A o rc ß dcb a t l c in der D ep n t irt c n ka m mc r) bcalückwünschle 9io-cedal dic Küuigi» und die Ncgicruua wegcu der Thron, rede, hauptsächlich wegcu der Kuudgcbuugcu dcrsclbcn übcr dic römische Frage; er lobtc die Rcgicruug wcgcn ihrcr energischen Haltnng gcgcnübcr dcr Rcuolntion. Dcr ^iiuisler dc5 Inucrn hielt sodann cinc mit großem Bci» snllc aufgenommene Rede, welche die Einmülhigkcit dcr Kamuu'r iu dcr römischcu uud audcrcu Fragcu constatirt. Hieranf wurde die Adresse mit allen gcgcn drei Stimmen angenommen. Vriissel, 3. Iänncr. (D cr Koni g) rciSt in dcr nächslcn Woche nach Wicn ab, uin dcr Beisetzung weiland Sr. Majestät dcü KaiscrS Niaj,imilian bci» znwohncn. Vriissel, 1. Iäuncr. (^c cncS Mini st crin m.) Es wird als authentisch betrachtet, daß dcr Abgeordnete Pirmcz das Ministerium dcs Innern, dcr Abgeordnete Iamar das Ministerium für Bautcu, dcr srühcrc Mi» nistcr für öffentliche Arbeiten van dcr Stichelei, das Ministerium dcs Acußcrn nud Gcucral Rcnard daS Mini-stcrinm deö Krieges übcrnchincn. Alustcrdaill, 3. Iänncr. (K a m m c r.) Dcr „SlaatScourant" vcröffcnllicht cine Vcrordnuug, welchc die Wahlcu für die Kammer auf dcu 22. Iüuncr und den Zusammentritt dcrselbcn auf dcu 25. Februar festsetzt. (5onslautiuvpcl, 3. Jänner. (Eonfliet ,n i t Rußl a ud.) Bricfc auS Eauca mclocn ^ Einc türkische Frcgattc traf bei Armyro cinc russische Corvcttc, welche-ohuc Erlaubniß Vorräthc ausschiffte, daher dic Blocadc brach. Dcr Eommauoaut dcr Eorvettc erbot sich, dic Ausschiffung cinznsttlleu und sodann die Ordres dcS russischen Eousuis abzuwarten. Der türkische Admiral willigte ein. Lissabon, 3. Iänncr. (Die Demission des Ministeriums) erfolgte wcgcu au mchrcrcu Puuk> ten deS Königreiches gcgcn die ncncn Stcnern stattgcfnn-dcner Manifcstationcn. Die Session dcr Eortce wurde in Abwesenheit des KönigS eröffnet. Athe»», 1. Iänncr. (DaS n c n e Eabinct) ist wie folgt zusaumicngcsctzl: MoraitiniS Präfidcut, Spiro MilioS Krieg, BannopuloS Fiuanzcn, SucchiniS Marine, ValaoritiS Acußcrcs, Mcffincfiö Inneres. Mgesnemglieilen. — (?Illri höchste Spende.) 5r. MajesUt der Kaisci haben dl>i durch Fl»cr vsllingllicltl'» Älwohnern drs Ölte« Dalow i» Böhmen ei»r Uittersttlhimg vui, 5><>0 sl. nllsrgi'^digs! zu bewillig?» geruh». — ( DaS Neichsfina nzmi,! iste rium) hat auf Grund deS 12. ungalischen Gese^artit-ls vom Jahre 1867 und d-5 Gfs?l;cs vom 31. Dsslmber 18 07, betreffend die allen Ländetn der 5st»rl(!chischen Monarchie gemeinsamen Nng legenhellen — am 1. Jänner 1868 seine Amtsthätigkeit angctr!. — sP kl s o >i aln a ch l i chte „, ) Se. (5rcflll'nz der Herr Reich?lanzler wird, durch ein leichte«? Unwohlsein abgehall!'!!, der Einladung nach Brunn kaum Folge leisten kbmien. -— Der Vorstand des Journalisten- und Schlifl« sttllervereinS „Concordia" hat in seiner letzten Sitzung Ve. Eicellenz dcn Herrn 3te i ch sla n zle r zum Ehrenmilgliede der „Concordia" ernannt. — (Der Sarg des Kaisers Ma f.) Der Sarg, welcher die slerblichen Ucberrcste des Kaisers von Mexico birgt, wird bei seiner Ankunft in Wien mit einem prilch-tigen Lorbeeilranz geschmückt werden i die diei Vänber des« salben zieren lostbar geflickte Inschriften. Aus dem einen Vcmde sind die Worte: „D^m unvergeßlichen Vruber," auf dem zweiten „Dem Helden," auf dem dritten „Dem treuen Christen" gestickt. Das Ganze ist eine Spende der erlauchten Vsilber des verstorbenen Kmsc?s. Der Lordcer stammt au? dcn GlwilchshNliiern von Miramare. — (Staatshand buch fur da« Jahr 1868.) Man theilt der „Wr. Eoir." mit, daß die Herausgabc des Slaalöhandbuchls silr 1806, welche schon zu Ende I8U7 slatlfioden solllc, durch die in Aussicht stehende Bildung des c>Kleithc>»ischen Ministeriums eine Verzögerung eilitlen halte. Nunmehr wild aber an der Vollendung dieses unenlbehilichen Handbuches ra^ch gearoeilet und ist besien Heraus^adc von Teile dcl Hof» und Elaalsdrucl^ei baloigst zu elwarlen. — (Das Comit^ zur Errichtung de« Ma^ z-im ili a .!-Den km als ), welches sick schon bli der erst,n Nachricht von dem furchtbare', Schicksale, das de!> durch» lemchlisssicn .sfail>r von Mexico, Mcijimilian I. getroffen, in Trie st gebildlt halte, erlaßt in der „Tr. It.i." einen neucr--üchsn Aufiuf zu freiwilligen Äeitiüa/n. 6ö heibt in rein Ausrufe: Mitvingl-r! Es gill, das A,identen eines g:oh» herzigen Fürsten, der erhabenen Entschlüsse», evelmüthigen 3losichten zum Opf^r si,l, buich ein dauerhaftes Werk zu ehren i eil gilt einem von allen civilisntcn Nationen bcwum derlen und bellagtcn Flirstcn, der unsere Sladt mit so ilini-gor Litbe bevorzugt? nnd sich durch die wohlthätigste Frii-gibi^leit so ville Ansplilche alif ihre Danlbailcit erwarl»' cö gUl ein Well, daü jem,! Gefühlen der Äewu,idrrur,g, des Echmcrzss und dcr Danlljalleit, wovon jeder gute Trie« slinei, der ein edles Herz in del Brust trügt, durchdrungen sein muß, auch für alle Zulun st Ausdruck veileihen soll; es gilt endlich ein Wnk, da5 anch den brNd>rlichen Kümmel unsells erhabenen Monarchen lindeni und ihm, wie der ganzc» taisnlichen Familie willkunimsn slin und zum Trost« gcreichen wird. — (Die Eruption des Vesuv.) Am 20. De» cemlier dauerte der Austnuch noch mit ungcschwächter ,ssiast fort und die Elschültsrungs» wurden zsiiwlilig sogcir in Nea» p.l verspürt. Die Ergüsse der Lava st„d beträchtlicher, als scil dcm Äcgion d:r diesmalig-n Eruplion; sie ftiehl'N in lleinen Feueidüchen ab, d!e eine vorzugsweise östliche Rich, lung einschlagen. Das prachtvolle Schauspiel lockt zahlreiche Vlsuchcr von nah und fern an. Nur wenigen mutoigr,! uiio ausdauernden Vergstrigern gelingt es jedoch, ans un^e» bahntem Pfade du,ch ?ljche und Schnee bi? znm Eruptions« lcgcl vorzndtiügen, in dessen Nähe sich bereits ein zweiter Kcgcl gl'bildel hat. ^ o c a! e s. — (Der im Samstags blatte erwähnte Einbruch bei Herrn Eduard Pour) hat, wie man uns mittheilt, nicht in der Mchlnieberlage an der Wicmr-straße vi,>>':» vi», dem Spitale, sondern in dem Getlcicc» inagazixc an der Klagensullersttahe nächst der Maulh stall« gefunden. ^^ (Cv ü eu r se.) Im Sprengel des Grazer Ober« landeSgerichtes sind mehrere Auscullantlnstrllen zu besetzen, n, z. sür Krain 1 adjulirte uno ü nichtabjutirlt', für Sllili-inai! 7 nichtadjutirle uno fi!r ^arütrü I adjulirte und riiie nichladjulirls. Aewelbungen nlüssoi bis 15. d.M. einge» icicht werde». — Die StrUc dcs Äezittöwnüdaizles in Nippach ist erledigt. Compttenzgesuchc sind bis 31. d. M. beim Äeziil^amte Adcl?bl,lg anzuklingen. — (Evangelische Gemeinde.) V»i der gestern AbeodK im Locale des He^rn Fischer von Seite des Pre><-dytcriums zum B^slcn des Orgelsondes veianstalteten Tom« bola halten sich die Mitglieder der kleinen Gemeinde zum« lick zahlnich ei,'gefunden. Nach lurzem Veisammensein zrigte sich bald die glNN'Nhlichc und traulich? Elimmung, die in dicsen K>eisen wohl nie slhlt. — Nach beendigUm Sp!,l nahm d^r gllhtte Vorsteher Herr Dr. Nock da« Wort »no gab dai Nlsull.it bllannt: dasseldc war sehr glinstig aus» gesall,n, denn circa 50 st. waien obgsnannlcm Foodc zu« gesk'fse». Er danlt« daher dl'n ?lnro^se»0en fllr dit,' sreund» " liche und zahlc«ichs Theilnahme. Hieraus begab sich dir hntcr gkstimmle Vüsammlung zu einem Sonpll, um nach Veendi-gung dessclben diese Ilcine Fesllichlcil durch ein Tänzchen zu l beschließen. ! — (Gefahr s handle sich j.hl blos darnm, daS P^ell die neue Vah» (von Villach) ii b e r l'aibach nach Tnest 26 zu leiten, zu beseitigen. Die gegen letzteres sprechenden Gründe haben wir schon früher einmal angedeutet. Selbst die ZInhHnger der Pcmtebabahn werden zugeben müssen, dah . die Preoil-Lime im Vergleiche mit der Villach-Laibacher Bahn wenigstens das kleinere Uebel ist, und sollten deshalb ihre Bestrebungen mit jenen der Freunde des Prebil vereinigen. Vor allem wäre aber zu wünschen, dah man bald vom Worte zur Tliat schreite und den Beweis liefere, datz Trieft dort, wo es sich um seine Lebensinteressen handelt, auch zu materiellen Opfern bereit ist." (Sollte man nicht dai Gleich« auch von Laib ach erwarten l0n»en?) — (Der außergewöhnliche Schnecfall) der letzten Tage hatte zwar leine «igenlliche Communications« ftörung zur Folge, denn die Trottoirs wurden frei gemacht und wir hören von Innern Unfälle, wohl aber verlauten nicht unberechtigte Klagen über da« Liegenbleiben der Schnee« mafsen in der Mille der Straßen und die Unebenheit der Tloltoirswegt. Wir wisscn nicht, ob das Gerücht begründet ist, nach welchem in der Sladtcasse ein der Schneefiuth entgegengesetzter Zustand belischen soll, nümlich eine nicht ge» »ingere Ebbe. So viel ist sicher, datz Schneeschaufeln und Wegführen ein sehr lostspieliges Ding ist, und dah, was nicht heute geschieht, noch morgen geschehen tann. Uebrigens wär« bei dem foltdauernden Schneefalle die Arbeit und die Auslage voraussichtlich verdoppelt worden, so daß wir glauben, es werde für die dermalige Magistiatbleitung nicht fchwer sein, ihr Vorgehen zu rechtfertigen. — (Theater.) Die Tannhüuserparodie füllte gestern das Hau« einiqermahcn, ohne jedoch einen durchgreifenden ' Irsolg zu erzielen. Herr Müller als Landgraf Purzel entwickelte viel Laune und trug zur Etheiterung de« Publi« cums den gröhlen Theil bei. Auch Herrn Krehl (Wolflam) müssen wir wegen seines drastischen Spiels und der gelun» genen ('esangelomil erwähnen. Herr Kr oh et al« Schafhirt bewähre sich wie immer al« routinirl»r Schauspieler. Fiau P od Horsln-Keller al» Elisabeth war in ihrem Spiel voll der ihr eigenen frischen Laune, welche sie stets gern gesehen macht. Von einer Wiederholung der Parodie, an welcher auch die charakteristische Musil, von unserm Orchester unter der bemahlten Leitung deö Herrn Müller recht gut executnt, gefiel, würden wir uns mehr Erfolg versprechen, wenn wir vorher noch das Original zu sehen belämen, waö bei den vorhandenen Opernlrästen wohl nicht unausführbar wäre. Monatsversammlunss des historischen und des Musealvereins vom 3. Jänner. , (Schluß.) Die natuihislonschen Vortrage eröffnete Verghauvlmann Trinker mit Vorweisung einer schönen Vleiglanzstufe vom Bergbaue in Knapouöe. Der dortige Bleiglanz zeichnet sich durch große Reinheit au», er ist von der gewöhnlichen Bei» mengung de« Schwefel» und Kupferkiese« und der Zinkblende, die fönst die Bleierze zu begleiten pflegen, vollkommen frei: daher ist es auch erklärlich, daß die Ausbringung in der Hütte von Knapouöe 65 pCt. am Reinvroducte abwirft, während der Verhüttunzsproceh bei anderen Vleibergbauen einen viel größern Verlust ausweiset. In Knapouäe kommen auch schöne Zwillings« und Drillingsbildungen von Vergtivstallen vor, an deren unterem Ende die einfach» Gestalt de« heragonalen Pri«ma'« er» scheint, während das obere Ende duich cenlnsugale Intwicke» lung d«r einzelnen Pyramidcnsiächen sich zu abgesonderten Klystallbildungen gestallet und einem mit mehreren vorsprin» genden Ecklhürmchen versehenen Kristallgebilde gleicht. Der Vortragende demonstrirte die Gesetzmäßigkeit dieser Bildung an ModelldurchschniMn der bezüglichen Krystallgestalt. Writer« legte Vergh,iuptmann Trinler eine prächtige Bergllystalldrusc von Knapouse vor, die ihm vom Herrn Handelsmann Kham für da« Museum überlassen worden war. (linzklne Klystallflächen dieser Druse zeigen die schöne Erscheinung des Opalisiren«, die nach Trinker» Erklärung der Unterbrechung der KrvstaUmasse durch Auflagerung milro» slopischer Krystalle und der hiedurch erfolgten Faibenwandlung des Lichte«, welches von einer Unzahl von KrustaUflüchen refleclirt wird, zuzuschreiben ist. Custos Deschmann gab hierauf eine Uebersicht der meteorologischen Verhältnisse de» Jahre» 1867. Zum Schlüsse knüpfte derselbe an die Vorweisung einer von I. Iuzel, Markscheider in Sagor, gemachten Sendung einer sehr instructive!, und in vielen Eremvlaren vertretenen Suite fossiler Fische aus »em Sagorer Kohlenflöze einen längeren Vorlrag über versllinerte Fischresle, die bisher in Krain aufgefunden wurden, wobei die Anschauungen des lrainischen Chronisten Valvasor über die hierland» nicht selten vorkommenden Haisischzähne, auch Schlangenzunge» genannt, eingehend besprochen und die einzelnen Locali« täten von derlei Funden angeführt wurden, unter denen jene von Komen auf dem Karste durch des Wiener Ichthyo» logen Heckel musterhafte Beschreibung und Abbildung der Komcner fossilen Zische, unter denen ^lluiolumpllu.', ^i'l^l i einer der merkwürdigsten ist, eine grohe Berühmtheit erlangt bat. 3ll« Beleg für die im Vortrage angeführten Thatsachen wurden gut erhaltene Vxemplare von Fifchoersteinerungen au» Krain uno von mehreren anderen renommirten Locali» täten in Europa vorgewiesen. Die beiden genannten Vortrüge werden wir gelegentlich in diesen Blättern wiedergeben. Neu bligetreten sind dem Musealvereine: Se. Durch« taucht Fürst Lothar Metlernich, die Professoren Va» lenta, Konschegg, Lanoelregierungsconcipist Alfons Pavich v. Pfauen thal, Primararzt Dr. Friedrich Keesbacher. Handel und WlkswirUchaWches. Handelspolitisches. Wenn sich die definitive Regelung der handelspolitischen Verhältnisse zwischen Oesterreich und drin deutschen Zollverein nuch immer uerzogcrt. so ist dies weder von Oesterreich noch von Preußen verschuldet. Die preußische Negic-ruug hat vielmehr alles, was sic vermochte, gethan, um die ^,'ö« sung der Wciuzollfrage und dir Moglichlei!, des Eintrittes der vcldcn Mecklenburg in dm Zolluerciu hcrbcizusUhrc» ; sic ließ sogar die nrsprilnglich an Frankreich gestellte Forderung gewisser besonderer Zollbegünstigungen falle». Die drei ^Icegierungrn haben sich auch über die Herabschung des Wcinzullcs auf 2',, Thaler geeinigt. Die weitere Verzögerung ist lediglich dadurch veranlaßt, daß Frankreich, nachdem Preußen seine Ansprnchc fallen ließ, iniu seinerseits mit ucucn Forderungen hervorgetreten ist. Indessen steht zu erwarten, daß den Bemlihuugln Oesterreichs es gelingen werde, die französische Regierung zu bewege,,, auch ihrerseits ihre Ansprüche fallen zu lassen. Einer Erklärung aus Paris über diesen Punlt wird in aller Kürze entgegengesehen. Fallt dieselbe günstig aus, so wird die Abreise, des Scclionöchess von Deprelis, als Bevollmächtigter fiir den Abschluß des nelien Vertrages in Berlin bereits angekündigt, erfolgen tonnen. Verlosung. l(5 reditlo s ?.) V?i der am 2. Iäuucr vor-genommcucn Verlosung des Prämicn-AnlehenS der Lrcditaustalt wurden nachstehende 14 Serien gezogen, und zwar: Nr, 14? 260 717 740 920 95)1 1^53 1363 1383 223« 2255 2278 3036 und Nr. 3452. Aus oblgcn verlosten 14 Serien wurden nach-fteheude 5)0 größere Treffer gezogen, und zwar fiel der Hanpltref» fer von 250.000 fl. ü. W. aus 'Vene 717 Grwiun-Nnmmcr 1 ; dcr zweite Treffer von H0 000 fl u. W. auf Seric 227« Nr. !>2; der dritte Treffer von 20.000 fl. ö. N. auf Serie 1363 Nr. 12; ferner gewinnen S. 1363 Nr. '.»5 nud S. 2236 Nr. 84 je 3000 ft, o. W.; S 5'5l Nr. 6 und S. 223'i Nr. 9« jc 2^00 fl. ü. W.; S. 920 Nr. 79, S. 1253 Nr. 5» nnd S. 3452 Nr. 93 je li500 fl. 8 und Nr 76, S, !>20 Nr. 30 uud Nr. 85, S. 951 Nr. 52 und Nr. 80. S 12^3 Nr. 9, S. 1363 Nr. 2^ uud Nr. 31, S. 1383 Nr. 8, 43 und Nr. 66, S. 2236 Nr. 51 und Nr. «4, S. 2255 Nr. 79 82 und Nr, 89, S. 22/8 Nr. 23, 43. "2 uud Nr. 1',0. S. 3036 Nr. 4, 34. 61. 75, uud Nr. 91, endlich S. 3452 Nr. 24 uud Nr. 56 gewinnen je 400 fl. ü. W, Auf alle übrigeu in obige» verlosten 14 Serien enthaltenen, hier nicht besonders aufgeführten 1350 Gewinn-Nnnimern eiitsällt dcr l geringste Gewinn von je 165 fl. 0, W. Telessraphen-Gcbühr. Tie R<-a.ieruua. beabsichtigt, wie da» „N. W. T." vernimmt, eiue Herabsetzung dcr Telegrapheil-Gcbühr derart, daß siir jedes Tclcgramiu vuu zwanzig Worten innerhalb dcr cisleithauijcheu Läuder nicht mehr als 50 lr. zu bezahlen wären. Die Theuerung der Hadern und der diesjährige Erutesegen. Ieue betriebsamen Staatsbürger, die sonst die Mission übernehmen, alö bescheidene ^umrcnsammlcr die Absällc in dcu läudlichtli Hanshalliiugeu nutzl'ringei'd zu verwerthen, haben heuer, besonders i» Ungarn, einc viel lohnendere Beschäftigung gefunden und daher cmch ihren cigcullichen Erwerb arg vernachlässigt. Die Verladung uud Versendung der riesigen Gc» trcidemasscu hat nämlich nicht nur die sämmilichcn Traui'port-Anstaltcn in Anspruch gellommen, sondern auch dic sonst dispoui» blen Arbeitskräfte erwiesen sich als iinznrcichcnd, und so fanden denn auch i'cule, die in sonstigen Jahren als Lumpensammler eine sehr bescheidene Existenz gesunden, eiue fehr lohueudc Beschäftigung. Die Folge davon ist, dasi sich eiu empfindlichsr Mangel au Hadern herausstellt, ein Mangel, oer scincrssits wieder rinc Verthcuerung dcr Pavicrprsiso herbrigeführt hat Dieser Hadern-mangcl wird wohl uicht laugc anhallcu, abcr momentan wird er sehr empfindlich. vaibach, 4. Jänner. Auf dem heutigen Marlte sind er, schienen: 10 Wagen und 2 Schiffe (26 Klafter) mit Holz. Mtl.. Mg,.. Hlt.. sng,.. st. Ir. st. lr. st. ,l. st. lr. Weize» pr. Metzeu------ 7 40 Butter pr. Pfund - 45____ Korn „ -------4 52 Eier pr, Slllä — Speck, frisch, „ — ,3 -1. windstill ^Schncc^ 6. 2 „ N. 324.V8 - 0.1 windstill ' Schnee ^"« 10,. Ab. 325.«« -0« windstill 5 Schnee ^"" Seit dem 4. Vormittag aichnllcndrr Ichn«s'all Am 5 Nachmittag und Abend« schneit eö sehr dicht und arMoclia Die Mächiigleit des Schne:« belrägt 2 Schuh. Große Vercelirsstürun-geu Vctt dem Jahre 1862. dessen Jänner sehr schneereich war. ist lem s° bedeutender ^chucefall uurgelmnmcu. Das mittlere Tagcsmtttcl der Wärme ist am 4. um 0 8" müer. am 5 nnd 6. llin 1.0 nud 1.6° ober dem vieljährigen Normalmittel — Dic Dohle hat sich am 5. wieder hier eingestellt. N?rllntN^rllichsr Redacteur: Iqna, v. Kltlnmahr Allsllldermg. Ich ersuche Jedermann, drr eS bezeugen lanu, daß ,sierr Hueber da« lügenhafte Keucht: „ich hiitte den vor zwei Jahren anf was mnuer für e.ne Weise in die Laibach gefallenen „nd vern». ^«'als^nge'^f^ret?..'"''^^ " """"""" "">' "'^ Jakob Pozhiwamlit, HauObesttzer u. Fleischhauc.-. Erwiderung. Äuf die Nussordenlng des Herrn Gastgebers und Stadt' '^^5 2°lol, Pozhiwannig finde ich mich verpflichtet, meiuer >HH>c Rechuuug zu tragen und zn erwidern, dasz ich mir von einem courstrendeu Gerede sprach, wovon ich aber nicht dcr AussPreng er, sondern nnr der Hiirer n> a r. Hueber. Nnl'spnlll'sislit 'Uzien, 3. Jänner. Die Börse verkehrte auch heute in giinstlger Stimmung und Fonds und Actien erfuhren neuerdings und zum Theil nicht unbedeutende Aufbrsicrunaeu KMtsllllNllUil. während Devisen zur gestrigen Notiz mehr Nehmer als Gcbcr schloffen. Geld flüssig. Geschäft sehr träge. 51^ ^"!oe„clungeu. Oeffentliche Schuld. X. des Staates (fiir 100 fl) Geld Waare In ij. W. zu 5p<5t. filr 100 fl. 52.90 b3 10 In üsterr. Währung steuerfrei 57 40 57.50 '/, Stcucranl. in ü. W. v. I. 1864 zu 5pEt. rückzahlbar . 88.50 89.— '/, Etcueraulchen in äst. W. . 8b.5O ^6.— Silber-Anlehcn von 1864 . . 71.50 72.-Silberaul. 1865 (Frcs,) rilckzahlb. in 37 Jahr. zu 5 pEt. 100 st. 77,50 78.50 Nat.-Anl. mit Iän.«Eoup. zu 5"/„ 65.30 65 4<» „ „ « Npr.-Eouft. „ 5 „ 65.— 65.10 Metalliques . . . . „ 5 „ 5<».— 56.20 detto mit Mai-Coup. „ 5 „ 5810 58.30 detto......, 4j„ 49.75 50 — Mt Verlos, v. 1.1839 . . . 149.-. 149 .'.0 „ „ „ ,. 1854 ... 72— 73.-. „ „ „ „ 1860 zu 500 fl. 83.30 83,40 „ „ „ „ 1860 „100,, 92.- 92,50 „ „ „ 1864 „100,. 75 !0 75 20 Homo-Rentensch, zu 42 L. »u»t. 18— 19.- Domain?'! 5pcrc in Silber 104.75 10.5.25 ». der Kronländer (für 100 ft.) Or.-Lntl.-Oblig. Niederüsterreich . j» 5"/« 29.- 90,— Geld Waare Oberoslerreich . . zu 5'/. 87.-- «8.— Salzburg .... „ 5 „ 86.50 8?.5s> Böhmen .... „ 5 „ 91.50 92.- Mähren .... „ 5 „ ^«,50 ^9.50 Schlesien .... „ 5 „ 86.59 87..',() Steiermart ... „ 5 „ 88.— 89.— Ungarn...../, 5 „ 69.25 69.75 Tcmcser-Vanat . . „ 5 „ 69.-- 69.5^> Eroatieu uud Slavonien „ 5 „ 69.50 70.- Galizien .... „ 5 „ 63.50 64.— Siebenbürgen ... /, 5 „ 64.25 64.75 Bulovina .... „ 5 „ 53.— 64,— llug. m. d. V.-C. 1867 „ 5 „ 66.50 67... Tem.V.m.d.V.-E. 1867,, 5 „ 65.-0 66.- Actien (Pr. Stück). Nalionalbanl (ohne Dividende) 689.— 690 — K.Ferb.-Nordb.zu lOOO fl. ö. W. 1697.- 1700 -Kredit-Anstalt ju 200 fl. ö. W. 183.40 183.60 N.ü.Escom.-Ges.zu500fl.cj.W. 6^0.- 623.— S.-E.-G.zu200fi.EM.o.5ft0Fr. ii42 30 24^50 Kais. Elis. Bahn zu 200 ft. ) fl. 109.— 109 50 üemberger Ecrnowitzer Nctien . 167.-- KH.— Pfandbriefe (für 100 fl.) National- j bant auf ^ verl°Sbar zu 5'/. 97.10 97.30 C. M. 1 Nationalb.aufij.W verlosb.5„ 92.50 92.70 Ung.Bud.-Cred.-Nnst. zu5'/, „ 90.- 90.50 Nllg. üst. BodtN-Ercdit-?lnftall vcrlosbar zu 5'/» in Silber 1'>3.— 104. - Uos» (pr. StUck.) Ered.-A.f.H.u.G.z.100fl.ü.W. 127.- 127.50 Don.-DmPfsch.-G.z.100fl. 87.— ><8.- Stadtgem. Ofen „ 40 „ ii. W. 24.75 25.25 Esterhazy zu 40 fl. EM. 117.— 119.— Salm „ 40 „ „ . «150 32. - Pallssy « 40 « « . 24.25 24.75 Geld Waare Elary z« 40 fl, TM. 26- 27.- St. (»enois „ 40 ,. „ . 25.— 25.50 Windischgräh „ 20 „ „ . 16..")0 I7..'>0 Waldste,» „ 20 „ „ . 20.75 21 25' Kegleuich „ 1() „ „ . 14.5s) 15 .. Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 13,50 14. - Wechsel. (3 Monate.) Augsburg für 100 fl sildd. W. 101.70 102.^ ssranlfurta.M 100 st. dctto 101.80 102 1^ Hamburg, filr 100 Marl Banlo 90 25 90,6« London für 10 Pf, Sterling . 121 80 I2xi X' Pari« fttr 100 Franl« . . . 48.40 4«,^5 <5ours der Geldsorten Geld Waare K. Münz-Ducaten 5 fl. 79 lr. 5 ft. 80 lr. Napoleonsb'or . . 9 „ 72 „ n „' ?Zz „ Rnss. Imperial« . 10 „ - „ 10 „ 5 „ Vereinsthaler . . 1 „ 79 „ 1 , 79j., Silber . . 119 „ 50 „ 120 „ Krainische Grundcut1llNunge»Obliglltloueu, Pli« vatuotlNlng: 87 Oeld, 9