Lllibacher Zeitung. Nr. 18. PränumelationSpiei«: Im 2°mpt°ir0 o'^t 1a Mix" vorzuführen. Die Wahl dcS MarsfcldcS ist eine sehr glückliche, außer den zahlreichen Straßen, die die Eommunieation begünstigen, läßt sich die schöne Wasserstraße der Seine nach allen Richtungen hin ansbcntcn, nud es wird je» den, der Paris nur seit Monaten nicht gesehen, überraschen, wenn er einen großen Theil des alten Ehaillot imd des stcileu Troeadcro vergebens suchen wird. Zwei Ricscnstraßen durchschneiden diesen alten Theil von Pa-ris, nm cinc dircctc Vcrbindnng der Ehainps Elysecs zum Pont dc Jena, dem vi^-vi» sich die Hanptfa»/ade der Exposition befindet, herzustellen. Von den Hohen dcö alten Troeadcro ans betrachtet, erscheint das Gc-bände als kolossaler Cirque und verschwindet die majestätische Höhe iu dem Ricsenkrcisc. Seit einigen Tagen erst ist dem Pnblienm gegen Entrichtung eines Entree von ciucm Franc der Zutritt in das abgesperrte Marsfcld gestattet nnd das eigentliche Vorspiel der Exposition hat somit begonnen. Die Arbeiten sind bereits weit fortgeschritten, nach Außen ist das Gebäude vollcudet, aber der innere Nanm sieht noch sehr vorweltlich ans. Nur die uördliche Seite dcS der speeicll Pariser uud französischen Ausstellung überhaupt zugetheilten Eentrnms ist bis jetzt abgegrenzt und geht mau bereits au die Parcellirnng; im übrigen gleicht das Gebäude noch immer einem Ehaos, nud lassen sich heute die verschiedenen Abtheilungen in dem der iuternationalen Ansstellnng zugewieseuen Nanm nur schwer erkennen. Unzählige Schienenwege sind auf dein Marsfelde bereits angelegt, lim die ankommenden Objcete rafch nud gefahrlos ihren Plätzen znzuführcn, uud mit jedem Tage cutsteigcu dort der Erde theils ncne Annexe des Hauptgebäudes nud jene Massen herrlicher Pavillons einzelner Aussteller. Eiueu imposanten Anblick bietet ein bereits vollendeter kolossaler Leuchtthurm, derselbe ist ans Felscu gebaut uud schon jetzt unter Wasser gesetzt. Anch eine kleine Kirche, die dazn bestimmt ist, die ausgestellten Kirchcngcräthc aufzunehmen, gewährt einen äußerst frcnnd-lichcu Anblick. Die großen Gartenanlagcn sind bereits abgegrenzt und werden dieselben ciucu reizenden Rahmen bilden. Der diesmal sich mehr als soust hier gcltcud machende Winter wirkt störend auf die Arbcitcu; besonders die Parkanlagen leiden, doch dürfte bereits im nächsten Mio natc die Natur am Decorirnngswerle Hand anlegen, ,md sieht man hier mit Bestimmtheit der Vollendung des Ganzen für die letzten Märztagc entgegen. Der Kaiser bcsncht sehr oft in Veglcituug des kaiscrlicheu Priuzcn den Ausstellungsraum, um sich persönlich von dein Gange der Arbeiten zn überzeugen; der für seine Ansstcllnng — Artilleriewesen -^ bestimmte Pavillon ist bcrcitö nach Anßcn vollendet. Oesterreich. Wien, 19. Jänner. Die ,,Wr. Abdpst." schreibt: Ein hiesiges Blatt knüpft an cinc Angabc des „P. Ll." über die unmittelbar bevorstehende Ernennung des nn^ garischen Ministers eine dctaillirte Darlegung der Grundsätze, anf deren Basis angeblich die Ansgleichsverhnnd-lnngcn mit Ungarn zum Abschluß gebracht sein sollen. Die kaiserliche Regierung ist in diesem Angenblicke nicht in der Lage, eingehende Mittheilungen in der betreffenden Angelegenheit zn machen, mnß aber unr so viel bemerken, daß die Ansführnngcn des hiesigen Mattes nichts weiter als Eombinationcu siud, welche der richtigcu Grundlage entliefen. — Dasselbe Blatt schreibt: Die in der „Morgcnpost" vom 19. d. M. enthaltene, der „Lcitha" entnommene Notiz, nach welcher bei dem Eut-wurfe der Reorganisirnng der Anchhaltnngcu die Dis-ponibilität der Bcamtcu uicht verfügt wnrdc, „weil sonst das ganze Elaborat vom Staatsrathc aus Erfparuugs-rücksichtcu uicht befürwortet wordcu wäre" — siud wir iu der Lage als uuwahr zu bczcichucn. — Gcrüchlwcisc verlautet, daß demnächst die zn Gencraliuajoreu :ul ilonore^ cruauuteu Prinzen Württemberg nnd Eobnrg von Sr. Viajcstät zn Regimcntö-Inhabcrn ernannt werden dürften nnd daß die betreffenden Regimenter den Namcu der ncncn Inhaber führen werden. _____ Ausland. München, 19. Jänner. (Sitzung der Abgeordnetenkammer.) Die Behandlung des Adrcß-nutrages wird anf die nächste Sitznng vertagt, in Folge einer im Namen der Regierung abgegebenen Erklärung des Fürsten Hoheulohc über die Politik dcr Äcegierung. Der Minister erklärt: Nach Anflösung des BuudeS liud dem Austritte Oesterreichs ans demselben sei die Stel-luug der Mittelstaalen gefährdet. Es sei die Erhaltung Dentschlands, die Einignng aller deutschen Stamme an-znstrcbcn; soweit dies aber unmöglich, des größten Theiles derselben, nntcr einheitlicher Eentralgcwalt uut parlamcn« tarischcr Vertretung. Dies sei jetzt für Baieru nicht nnmittclbar erreichbar. Prenßcn habe die Äcainlinie anerkannt. Dies sei zn beklagen, aber die Folge sei nicht zu bestreiteu, daß Preußen die Südstaatcn eventuell zn< rückWeisen müsse. Bei dein vorherrschenden Eiuheits-drangc sei cs mit der Würde Baierus nnvcreinbar, den bedingungslosen Eintritt in den norddcntschen Bund nach» znsuchen. Anderseits sei die venerische 8tcgicrnng fest entschlossen, jedem schritte gegen die blindcsmäßigc Ei« nignng Dclitschlands entgegenzutreten. Äaiern wird keinem Südwcststaatcubnndc unter dem Protektorate einer Frcmdmacht beitreten, eben so wenig einem Südstaaten« bundc uuter der Führuug Oesterreichs, wo das deutsche Element augenscheinlich in den Hintergrnnd trete. Ich würde, sagt der Minister, cs mit Freuden begrüßen, wenn Oesterreich als östliche Grenzmark der deutschen Eivili-sntion wieder erstarkte, von neuem sich kräftigte. Ein Südwcstbuud würde die Kluft zwischcu Süddcutschlaud und Norddcutschland erweitern. Abcr Aaicrus Stcllnng sei nicht blos cinc negative, sonst müsse eine Isolirung folgen. Baicrn bedürfe einer Stütze, der Anlehnnng an eine Großmacht. Dies könne nnr Preußen sein. Die Bnndcsgcnossenschaft mit Prcnßen sei Baicrns Anfgabc. Dies Verhältniß bringe die Untcrordnnng des Heeres im Kriegsfalle mit sich und erheische cinc cutsprcchendc Hcc-resnmändcrnng. Wirksamer sei cs, wcun sich die süd-westdentschen Staaten ebenmäßig reorganisiren würden; dahin sei Baiern bemüht, nm Süddeutschlaudö An-uäheruug an Norddcntschland anznbahncn. 5inzgefaßt: Die Zielpunkte der baierischcn Regierung sind die An» bahnnug eines Vcrfnssungsbündnisscs nnt den übrigeu dcutscheu Staaten, sobald und so weit dies nnter Wah. rung der Souveränctät Aaierns nnd der Unabhängigkeit des Landes möglich ist; bis zur Erreichung dieses Zieles aber die Schaffung einer achtunggebietenden Macht durch eine entsprechende Hecresorganisation nnd dnrch Ausbau der inneren Staatscinrichtung auf freiheitlicher Grundlage. Wenn dies gelingt, wird unser Äündniß gcsncht werden, wir haben nicht nöthig uns darnach nm-znschcn. Wir werden im Stande sein, in der wichtigen Frage der Reorganisation dcö Zollvereins cinc den Lau« ocsiutcrcsseu eutsprcchcudc Lösuug zu erzielcu. Augsburg, 18. Jänner. Die .Mg. Ztg." schreibt: Iu den letzten vierzehn Tagcn sind nns, auf unsere wiederholte Einladung an das Pnblicum zn freundlichen Beisteuern fur das R ü ckcrt-Den km al, nicht weniger als drei — Gedichte, Lobgcdichtc auf Nük< kcrt, znm Abdrnck in die Allg. Ztg. eingelaufen, das letzte (em an sich ganz passables) gestern dnrch die Angs-bnrger ^tadtpost mit eiuer auouymcu Zuschrift, welche uüt den Worten anhebt: Nehmen Sie das Beigelegte (nämlich das Gedicht) als den ersten, wenn anch nngc-nügendcn Erfolg Ihres edlen dankwürdigcn Anfrnfs u. s. w." Abgesehen davon, daß wir, im täglichen Ueber, drang der Prosa, für rhythmische Einlagen nnr selten Raum habeu, gestehen wir, daß unS — nnd ohne Zweifel anch dein Eomitö in Eobnrg — für obigen Zweck jedweder gemünzte Beitrag, uud wär' es auch nur eiu bescheidenes Gnldcnstück ans den weiland süddcntschen Trias.Länderu, willkommener ist, als das allcrfcinste Rückert'Huldigungs.Earmcn. Schöne Gedichte hat Rük-!lcrt selbst zu vielen Hnudcrtcu gemacht, uud cbcu darum ^ soll ihm ja ciu Denkmal gesetzt werden. Im heidnischen , Alterthum war cs gebräuchlich, den Göttern ihre eigenen Gaben zu opfern; aber, wie Rückcrt sich für keinen Gott hielt, so sind wir andern keine Heiden, sondern Ehristcn, und zwar Ehristeu des neunzehnten Jahrhunderts, in welchen alles bar bezahlt werden muß, anch die Dichtcr-Monumcntc. Also, verehrte Leser, für Rückcrt lieber landläufige Münze, als bcfchriebcucs Papier — cS wären denn gute Banknoten! Floren;, 13. Jänner. I in P roec f; P crsano ist nnnmchr der Antrag des Staatsprocnrators auf Versetzung des Admirals iu dcu Anklagestand au dcu Sc< uat gelangt. Ani 22. wird dcr Scnat als Anllagckam-mer entscheiden, ob dem Antrage Folge zn geben sei; fällt seine Entscheidung iu bejahendem Sinuc aus, so wird die öffentliche Verhandlung im Lansc des Monats ^ Fcbrnar statfinden. Ueber den Ausgang ist cs schwer anch ^ nur Vermnthnngcn anzustellen. Sehr wenige sind von der Unschuld dcö Admirals überzeugt; weitaus die mei-steu, und uamcutlich die ganzc Äiarinc, legt ihm Fehler nnd Versäumnisse zur Last, die nnr in Feigheit ihren ^ Grund haben können. Viele sagen, daß Pcrsano Strafe verdient habe und daß sciuc Acstvafnng im Interesse der Flotte erfordert werde. Aber sie sprccheu sich zu-gleich dahiu aus, daß dcr ^cuat uicht dcr eigentliche ' Gerichtshof sei, uud daß eine Entscheidung bezüglich rein militärischer Vergehen, gefällt dnrch einen rein politischen Gerichtshof, nicht die Antorität haben könne, welche einer Vcrurthcilung durch Fachmäuuer beiwohne. Um nnr eines der Momente anzuführen, in welchem man dcu Beweis dcr Schuld findet: Nach Vceudiguug der Schlacht von Lissa, als die österreichischen Schisse sich in der Nähe dcr Insel Lissa gesammelt hatten, war dcr Gcneralstabschcf Persano's, d'Amico, der Ansicht, daß mau die Oestcrrcichcr ans's Neue auzugrcifcu habe, da mau uoch immer ungleich stärker sci. Als er diesen Rath dein Admiral ertheilte, fertigte dieser ihn mit den Worten ab: ,,(.'0ii8ig!i<> cii ru^/zo!" (Rath eincS Knaben.) Nom, 11. Jänner. (Das römische Nation a l c o m i t 6) hat cine Proclamation ddo. 7. Jänner veröffentlicht, worin cs im Namen feiner Würde nnd seines Programms die Verantwortlichkeit für die Pctar- des Vacchns zn den Römern. Als man die Vaechaua-lim in Rom ans politischen Gründen verboten hatte, vcrcmstaltctc man als Ersatz dem Saturuus, zu Ehrcu die Saturualicu-Fcicr, welche von einem einzigen Tage allmälig bis auf sieben ansgcdehnt ward nnd vom 17ten bis 23. December, gerade in den kürzesten Tagen stattfand, wo die geschäftslosc Elasse des Volkes, wie dies andererseits anch gerade in den hcißcstcn Tagcn dcr Fall ist, die meiste Unterhaltung fordert. Als dann später das heidnische Rom seine alten Gebräuche dcr ncnen christlichen Staatsrcligion anzupassen begann nnd das Geburtsfcst des Erlösers iu die Zeit des kürzesten Tages verlegte, da wurden die Saturnalien nicht anfgchobcn, sondern nur anf den folgenden Monat, anf die Tage, dic dcn großen Fasten vorangehen, anfgeschoben. So sind aus dcu Bacchanalien oder Libcralieu nicht nnr die Sa-turualicu späterer Zeitcu, soudcru auch die Narrcufestc beS Mittelaltcrö und dic Earncvals- nnd Faschiugö-Lust-barkcitcn uuscrer hcutigeu Tage hcrvorgegaugeu. So hat sich iu Rom seit Jahrtausenden wohl dcr Name dieses Schauspiels, niemals aber der Iuhalt des Stückes geändert, welches immerfort anf derselben Bühne, nnr mit wechselnden Eonlisscn, spielt. Dieselbe Ansgclassenhcit und Ueppigkeit dcr Frcndc, wie zur Zeit der Baecha-ualicn entbindet sich noch jetzt jährlich einmal des Zwanges dcr strengen Gesetze nnd der Aufsicht des uoch strengeren Polizcimcisters nnd bricht anf Straßen uud Plätzcu öffentlich hervor, fich dcn mnthwilligstcn Lanucn überlassend. Montesquieu hat dcn Satz aufgestellt, das; dcr Hang zur Trunkcnhcit immer mit dcr Kälte uud Feuchtigkeit des Klima'S im Verhältniß stehe uud vom Acqua- tor nach den beiden Polen hin zunehme. Für den Bewohner nördlicher Klimata ist der Gcnnß erwärmender nnd anregender Getränke zuuächst ciu durch das kalte uud rauhe Wetter gebotenes Bedürfuiß; dem Bedürfniß eines Genusses aber, woriu dieser anch bestehen möge, folgt sehr bald die Bcfricdignng desselben, wenn sie dem Menschen irgend möglich ist, nnd ans dieser wiederum geht cbcn so rasch die Unmäßigkeit hervor, zumal bei ciucm Mcuschcu vou allgemeiner Rohhcit. Was aber in dieser Bezichnng für einzelne Individuen gilt, gilt anch für ganzc Völker, nnd der Satz von Montesquieu findet dnrch manche Veobachtnngcn in alter wie ucucr Hcit seine Vcstätiguug. Dic feinen Griechen waren bei U)rcr großen Liebe zur Gabe des Bacchus uüchtcrucr und mäßiger, als die nördlicher wohnenden Aarbareu. Die Thracier uud Maecdouicr wareu uotorischc Sauf. bolde, nnd die Byzantiner, Illyricr, Parther nnd Sey. ten fuchten, wic Plininö berichtet, eine gro^c Ehre in dcr Tapferkeit des Trinkens. Die Byzantiner vertheidigten ihre Stadtmauer uicht eher gegen dcn Fcind, als bis die Weinfchänken hinauf verlegt warcu. Vou dcu Parthcrn hat Jemand einmal mit Recht bemerkt, cs dürstete sie nm so mehr, je mehr sie tränken, nnd der Ans' druck „scytisch trinken'' bcdcntctc bei dcn Alten nichts audcrcs als „saufcu." Heute beobachten wir, daß fast alle füdlichcu Nationen Enropa's fich im allgemeinen dnrch ihre Mäßigkeit im Geuuß geistiger Getränke auszeichnen, während alle nordischen Völker viel nnd gern trinken nnd sehr leicht dem Laster dcr Trnnksncht vcrsallcn. Unscrc ganzc vaterländische Geschichte wird von der Wcinlicbc durchdrungen; wir gliedern sie fogar nach dcu Perioden dcr Zechknnst. Bücher find über dic dcntsche National-ucignng znm Trnntc geschrieben worden nnd alte Sprichwörter nennen nnscrc Trinklnst als das dcntschc Na-tionallastcr in derselben Weise, wic etwa die Dieberei als das spanische, dcn Betrng als das italienische, die Eitelkeit als das französische:c. In keinem Lande wird auch so sehr als in Deutschland für die Ungcmischthcit des Weines, für die Reinheit der Zechknnst, für die Aufrechterhaltung dcr Trinlkönigrcichc nnd^alten Zcchfitteu Sorge getragen. Schon feit Eäfar nnd Taeitns stehen wir im Rufe dcr Virtuosität als Zecher. Unmäßigkeit im Trinken ist ein altnationalcs Laster dcr Teutonen, entstanden in dcn ranhcn Wäldern und feuchten Sümpfen des Vaterlandes, nnd noch in nnscrcn Tagcn gchört zn dcn Tngcndcn dcr ganzen germanischen Race Mäßigkeit nicht. So ist dcr nuS stammverwandte John Bull in seinem ucbligcu Old-England ciu tapferer Zecher; es ist ihm sogar cigcuthümlich, dcn wahren Werth uud die Qualität jedes Wciuc« fast ausschließlich nach dessen geistiger Stärke zu schätzcu, wic ihm denn überhaupt schwache Getränke aller Art ein Gräucl sind. Je allo-holrcichcr, je kratzender der Wein ist, nmsomchr mnndct cr dcm cchtcn Englishman, dem die feinste Sorte kaum über Brandy geht. Wahrhast erschreckend ist die Trunksucht dcö schöucu Geschlechtes iu England. Eiu triM-kcncs Wcib, welches „in den volkbclcbtcn Gassen wälzt dcn uugchcurcu Brand," oder sich mit einer ander" schönen, glcichgcsinntcn Seele öffentlich prügelt, ist cin zn dcn täglichen Vorkommnissen des Londoner Lebens gehöriges Schanspicl, und daö Laster steigt nicht ""l in die Tiefen dcr Iwiis nnd rmdlio Kou808 hinab, s^/ dcrn anch zu dcn Höhen dcr Salons hinauf. Eine vc>r' 115 dcucxplosiou am 5. d. zurückweist. Es wird dcr Verdacht vielmehr auf die päpstliche Polizei selbst zurückgeworfen (ein alter Kniff dcr NcvolutiouSpartci). Es folgen dann Ermahnungen zu einer auderu Art von Demonstration, durch cinc ernste Haltung in Gegenwart dcr Fremden (namentlich dcr Zuavcu), und durch Vcrmeidnng dcr Theilnahme au Festen uud Freud«,, welche mit der ?agc cincS unterdrückten VolkcS nicht im Einklang stehen. «Paris, I«. Jänner. Eine gestern vou dcr Libcrte gebrachte Nachricht, wonach die Aufhebung der Adrcß-dedattc neuerdings im Miuisterrath zur Sprache gebracht worden sei, ist zwar nicht durchaus richtig, insofern auS verläßlicher Quelle verlautet daß dcr Ministcrrath sich seit mehreren Monaten nicht mehr mit dieser Frage be-schäftigt habe, dagegen schciut die Anregung derselben in den wiederholten 'Besprechungen verbürgt, welche der Kaiser an diesen letzten Tagen mit den Herren Ronhcr, WalcwSki nnd Vnitry hate. Der StaatSmiuistcr hält an dieser Gelegenheit zur Bethätigung seiner rhetorischen Fähigkeiten fest, uud auch Graf WalcwSli ist kciu gründ, sätzlichcr Gegner der fraglichcu Debatte, wenngleich er deren mancherlei Nachtheile nicht in Abrede stellt. Nach allem scheint cS, daß das Collegium übereingekommen ist, die Sache für die nächste Session uoch beim Alten zu belassen, vorbehaltlich cineö ZurückkommeuS auf dieselbe je uach Verlauf lind Ergebniß dcr bevorstehenden Dis. cussiou, für welche eine erhebliche Anzahl vou Abgcord-ucten ihre Reden schon fix und fertig hat. In dem allabendlich geöffneten Salon des Herrn Thiers finden sich die politischen Notabilitäten von Paris, die Haupt« fachlichsten Mitglieder dcr Opposition nnd einige der drittcu Partei zusammen, um dcu parlamentarischen Fcld« zugSvlau zu besprechen. Der Hausherr, aufrecht vor dem Kamin stehend, behandelt mit der ihm eigenen Ungezwungenheit in Ton uud Form seiner Ideen die bren» nendcn TagcSfragen uud bildet stclS dcu Mittelpunkt dcr Unterhaltung. Bor einigen Tagen erklärte er, jene LcbcnScpochc erreicht zn haben, in welcher mau die Prin» cipicn über die Regierung stelle. Herr Thiers erachtet die alte Verfassung Enropa's für definitiv zerstört; jcdc Nation sci Herrin ihrer Vestimmuugcu geworden, aber nicht alle hätten bereits ihre wahre Bahn gefunden: Frankreichs Aufgabe sci: über seiner Freiheit und seinem Ruhme zu wachen. Er werde daher im gesetzgebenden Körper cinc liberale und patriotische Politik anempfehlen, welche die Winde uud die Stärke dcö LandcS erhöhe, seine friedlichen Eroberuugeu befestige uud daSsclbc stets zur Vertheidigung der nationalen Interessen bereit halte. Dieser letztere Punkt implicirt daS Votnm des Herrn Thiers zu Gunsten dcr HccrcSreform, welches er in diesem ^inu abgeben zn wollen anch schon mehrmals ausdrücklich augclündigt hat. Immer vou ucucm taucht die Nachricht auf: die Regierung beabsichtige das bc< treffende Project ganz zurückzuziehen, das gegenwärtige System beizubehalten uud von den Kammern einzig dic Erhöhung dcs IahrcScoutiugcutS anf 150,000 Mann zu ucrlaugcu, doch wird die Richtigleit oicscr Vchauptuugvou officiöscr Seite uu't allcr Entschiedenheit be» stritten. Jedenfalls ist die Gcncralsitznug deS StaatSrathcS behufs der gcsammtcu Vorlage auf morgen anbcranmt, mau glaubt jedoch, daß wahrscheinlich cinc zwcitc nothwendig sein wird, welche dauu am nächsten Monlagc stattfinden würde. Der StaatSrath hat übrigcuS in dicscu letzten Wochcu ciuc musterhafte Thätigkeit cut« wickelt, deuu er hat die Prüfuug dcS Budgets biö auf dic bcidcu Ministerien dcs Handels und dcr Justiz be« cudigt. Da dicsclbcu verhältnißmäßig nicht sehr bedeu« tend sind, so ist cS möglich, daß die Berathung mit AuSgaug dieser Wochc bccudigt sciu wird, worauf bauu das EiubcrnfuugSdccrct dcr Kammern nicht mchr lange anf sich würdc wartcu lassen. Eine Wicdcrcrncnuuug deS Grafcu Walcwski zlim Präsidcuteu ist uicht vou uötheu, da seit dcr kurz uach Beschluß dcr lctztcn Scs-siou erfolgten Erncucruug seines Viaudats noch kein Jahr verstrichen ist. Hastesueuigkeitm. — (Zur Pariser Au sftellun g) gelangen meh-rcre Prachtstücke, ausgeführt im Auftrage Sr. Mc>je!lät des Kaisers, darunter das „Mlssale Nomanum", ein Meisterwerk moderner Miniaturmalerei, durchgeführt von der l. Akademie der bildenden Künste, und daö Glaösensler, wclckcs Se. Ma> jeslüt für die Giablirche der Lothiingcr in Nancy in der Anstalt für Glasmalerei bei Geylinq nach den Carlons uon Führich, Schmidt und Klein haben anfertigen lassen. Der Secretär des österreichischen Museum?, Dr. Thaa, der in Paris als Kanzleidireclor bci dem Vertreter Oesterreichs Mi« nisterialrath v. Schiffer sungirt, gehl heute nach Paris. — (Ovation für Tegctthof.) Die Triester Nheder und Kaufleute bcabsichliqen über Anregung deS Baron NevolteNa, dem Admiral Tegethosf bei seiner Äilcllehr nach Europa ein werlhvolles Geschenk zu überreichen. Wie man von Trieft her schreibt, sinden daselbst in dieser Ange» legcnhrit unter den angesrhe:>stcn Mitgliedern des Handels» standeS bereit« Besprechungen statt. — (Judolphsbahn.) 3lus Klagenfurt wird geschrieben, es sei von den Concesfionürrn der Nudolphsbalm an das dortige Filial'Comit^ acdachler Bahn die erfreuliche Nachricht gelangt, das, der Handclsminislcr Varon Wnller?--torf die Autsicht eröffnet hade, daß dcr vom Filial-Comity petirle sofortige Bau der Flilg'elbahn ^lagenfurt--Launsdorf' Mosel hinsichtlich der Strecke Kl a ge n fu r t ° Et. V eit gleichzeitig mit dem Baue der Hauplbcihn in Angriff gc-nommen wrrde. — Die Concessionäre haben da) Präsidium im Consortium dcr Conccssionürc bis zur Co»stituirung der Actien Gesellschaft dem bisherigen Vorschcnden des Cenlial-Comil^ö, Fürsten Joseph ColloredoMannef^ld, übertragen, rann zum Generaldircclar des Unternehmens den bisherigen General «Sccretär Georg Aichinger ernannt uud die Stelle des d.r Direction unterstehenden Bauinspcclors dem Ober-Ingenieur Franz Kazba verliehen. — (Brenner - VaH n.) Die Lröffnung der Brenner-Äahn ist im Juni 18L7 zu erwarten, und laßt sich au« der Hcrsttllung dieser wichtigen Vcrbi»dung zwischen Teutsch« land und Italien einer auherordentlichen Zunahme des Vcr-lehrs entgegensehen. Tie Cinrichlung von Schnellzügen wird es ermöglichen, das; Reisende, welche um 5 Ubr früh München verlassen, uoch am Abend in Venedig und Mailand eintreffen. — (Ho he 2 Alt«r.) Seit vielen Jahren besucht den Grazer Mattt eine Geschirrhändlerin aus Tirol, welche nunmehr das 107. Jahr überschritten hat und sich demungs« achtet ciner seltenen Nüsligleit und Gesundhnt erfreut. — (Schmuggler.) Italienische Blatter berichten, daß am 5. d. M. an der tirolischen Grenze von val Nonchi, ostlich von Ala, die 8 Mann slarle italienische F i nan zwa cha dthe ilu ng von Ghiazza eine Schmugglcrbande von 20 Mann angriff und ihr 20 Colli Ealz und Tabal abnahm. Des andern Tages griff dieselbe Abtheilung abermals cinen Schwärm Schmuggler an, es sollen an 90 Mann gcwcsen sein, und nahm ihnen 59 !Colli, ebenfalls Salz und Tabcik, ab. Ein Schmuggler soll ^bei diesem Zusammenstoße gelobtet, drei verwundet und zwei g/fangcn worden sein. — (Der Marcusplal, in Venedig) war am 15. b. durch den vom Sciroeco herbeigeführten heftigen ^ Regen völlig überschwemmt, so dah er mit der anstoßenden Piazzetla drei Stunden lang den Anblick eines groben See's darbot. Sämmtliche prächtig? KauflHoen dcr Procuratien standen buchstablich unter Wasser. — (Das österreichische Museum für Kunst und Industrie in Wien) wurde im Laufe deS uer« flossenen, in mehrfacher Beziehung ungünstigen Jahres von 101.733 Personen besucht: wüdrend der 32 Monate des Bestehens der Anstalt betrug der Besuch 277.002 Personen. Selbst das South-Kensington-Museum in London wies wäh« rend der drei ersten Jahre seines Bestehens leinen stärkeren Besuch auf, obwohl die Sammlungen desselben um vieles reicher, die Bevölkerung Londons viermal stärler als die Wiens ist und ein ganz anderer Fremdenverkehr mit in Rechnung gebracht wilden muh. — (üin Filllenhcer.) Dem „Courrier de« Vo«> gtS" schreibt man aus Spinal, dah am Montag und Dienstag (14. und 15.) bort der erste Schnee siel, man aber gleichzeitig ein höchst interessantes Schauspiel s^h. Mil« liarden von Vögeln flogen in einer Ausdehnung von met> rcren Kilometern über die Vorstadt Saint Michel nach Silo« Westen. Die grohe Carauane kam aus den Ardennen und hlsland ans Vuchsinlen, welche einer Wolle von Heuschrecken glichen. Am ersten Tage dauerte dcr Zug ohne die geringste Unterbrechung 51 Minuten, am folgenden Tage war er viel reicher, begann 6 Uhr 30 Minuten lu:d endigte erst 8 Uhr 25 Minuten. Locales. — (Liederbuch fllr die Jugend.) Soeben ist in Wien erschienen und im Wege des Schulbücherverschlcißes auch hier zu haben: „Lieder für die Jugend, insbesondere sür Knaben- unv Mädchenschulen," componirt und heraus« gegeben von Anton Nedvöd, I. l. Musitlchrer. Durch dieses Liederbuch, welches 30 Originalliedcr und die Volks« Hymne, und zwar in drei unter einander gereihten Noteu-zeilen, jedes sowohl ein», als auch zwei- und dreistimmig gcscht, enthält, ist einem wirklichen Bedürfnisse ab« geholfen worden, um so mehr, als den Liedern, welche sich großenlheils durch ganz vorzügliche Sangbarleit der Melodien und leichte Faßlichkeit derselben mit Vermeidung jeder Verlünstelung auszeichne», durchwegs sloveuische Texte (den vorgeschriebenen Schullcschüchern entnommen) unterlegt sind, daher die Sammlung hauptsächlich den Volksschulen am Lande von nicht zu unterschakcndem Nutzen sein wird. Herr Nedv«'-d hat nch durch dicsc musikalische Arbeit, die er dem Vernehmen nach fortsetzen wird, den Anspruch anf den vorzüglichen Danl und die Anerkennung jedes Patrioten und wahren Freundes unserer Jugend erworben, dic ihm auch sicherlich nicht fehlen werden. Neueste Post. Wicu, 21. Iäuncr. DaS „Frdbl." schreibt: Dem Pcruchmcu uach sind die ciulciteuocn Schritte zur A usciuaudcrsctz uug z w ischeu Ocstcrrcich uud Prcußeu betreffs ciucr N c a. c l u u a. der Diöccsaugrcuz cu bcrcitS iiu Gauge. Äckaimr-lich umfaßt ciucrscitS daö BiSthum Areslau auch das österreichische Schlcsicu, wahrcud dcr preußische Kreis uchmc Lady, die bctruukeu ist, ihre cigcucn Fenster einschlägt nnd dcu Polizei - Sergeanten mit Fäustcu ataquirt, ist uichts ucucs unter der Sonne, Daß übri-gcuS dic Trunkenheit nirgends anf der bewohnten Erde fehle, ist schon dem Plinins aufgefallen, welcher in fei-ucr Naturgeschichte bcmcrlt, daß da, wo lein Wein wachse, cine wuudcrbarc Anlage zum ^astcr dein Wien. schcn dic Idee eingeflößt habe, sich mit flüssig gcmach. tem Koru zll bcrauschcu, welches mau sogar uuvcrmischt triulc. Noch jctzt ncuncn wir wohl das Bier flüssiges Brot, weuu auch zwei Maß davou uur so viel Eiweiß cuthalteu, wie ciuc Drcicrscmmcl. Iu der That ist der mcuschlichc ErfindungSgeist in dcu Gcgcndcu, wo das Klima dcm Wciuball ungünstig war, sehr früh auf die Gerste als Ersatz der Nebe vcrfallcu. Schou die Iudcr bereiteten Gcrstcuwcin, auch dic.ftispauicr und Gallicr; ebenso ucrstlludcn dic Egyptcr daSÄicrbraucu, vou ihueu lcrutcu dlc Istaclileu die Kuust uud brachtcu sie nach Kauaan Der gcmzc Norden Europa'S bereitete sich Bier, uud dlc Vcldcuschaft der alteu Tcutoucu für dasselbe l,t bclauut. Namentlich sind cö dic wciuloseu Gc-gcndcu der gculaßigtcu Zouc, dic vicl Bicr producircu uud für welche dlcs getrau! uou solcher Acdcutung ist, daß daS geringste AnsMagcn scincs Preises stellenweise dic Bürgerruhc bedroht. Daß freilich oei dcr größtcu AuSbrcituug dcS Äiergcnnsscs — »tag sic imincrhiu auch iil die Weingegenden hiucingeschchcn — Gambri-nus dcu Bacchus gauz verdrängen könnte, ist nimmer zu befürchten. So lange aber der Wciu besungen wordcn ist, so lauge hat auch dic Truulcuhcit ihrcu theils crustcu, U)cilö huiuoristischeu Tadel cmftfaugcu. Schou dcr wcisc Thcoguis, welcher nicht viel Wciu vcrtragcu kouutc, elfcrt in Distichen gegeu daS lästige imiucrwährcudc Zutriukcu beim Lommcnt; cr hättc ciu SokratcS sein müsfcn, um iu dicscr Vczichnng allcö lcistcu zu kouucu, was nur immcr vou ihm vcrlaugt ward. Der gricchischc Eomilcr EubuloS schildert dic sich stci-gcrudc Wirkung von zchu verschicdeucn Hiischkcsscln: dcr crstc bcwirttc Gesundheit, der zweite ^'ust uud Viebc, der dritte Schlaf, dcr vierte AuSgclasscuhcit, dcr fünftc Geschrei, dcr sechste Neckerei, dcr siebente Schlägerei, dcr achte Zcugcuaufrufc, der ucuutc Zorn, dcr zehnte cndlich Nascrci. 'Nur die drei crstcn iirügc wärcu für verständige Vcute, die dauu uach ^ause gingcu. Achu-lichc Stufcufolgcu iu dcn Wirkungen des WciucS stud vou Audcrcn aufgestellt wordcn, z. Ä. daß der cr,ic Trunk den Durst lösche, der zwc.tc wllkllchcS ^ergu.l-gcu gcwährc, dcr dritte zur AuSgekcheuhelt, dcr vierte zur Trunkenheit, dcr füuftc zum Zorn, dcr sechste zum Sicchthum führe:c Was audcrcS kauil auch jcncöGlcichmß bcdcntcn worin dcr Satan am crstcn Wciustock ciu ^amm cincu Löwen und ein Schwciu schlachtete und dic Pflanze mit dem Blute dieser Thicre düngte, als daß dcu Triuker daS crstc GlnS zum ^amm, das zwcitc zum Vöwcn, das dritte zum Schwein mache? Wcuu jedoch dcr Wciu einerseits die ^cidcuschaftcu deS Muschcu wachruft uud ihn selbst bis zum Thiere zu cruicdrigcn vermag, so erhebt er lhu auch andererseits, befähigt ihn zur Erfassung höherer ^ebcnStcudcu' zcu, ^uacht ihu frcigcbig, liberal, humau. Dcr dargc-rcichtc Becher war chcdem ciu Symbol dcr Gastfreuud< schnft; uud selbst dcr Geizige ist im Staude, von sciucu Gütcru dcil Tabal uud dcu Wciu mitzuthcilcn, wcil beide dic Geselligkeit fördern, die fclbst ihm uucutbchr' lich ist. Dcr Wciu macht fcruer vertraulich uud ist uoch jetzt ciu Symbol der Verbrüderung uud Eiutracht. Beim Wcinc darfst du denken, waö du willst, und saa.cn> !waS du denkst; dcr Platz ciucö Gclagcs ist dcr frcicste uud aufgeklärteste dcr Wclt. Dahcr habcu Despoten uud Hicrarchcu, welche dic Völker iu Schlaf uud Dumm-hcit crhaltcu wollten, den Wciu verboten. Es blüht dagegen dic Zukunft zu dcu Zcitcu dcS uatioualcn Gc« mciuwcscus" uud GcmciugefühlcS, wo Freiheit uud Aufklärung Mgemeiugütcr dcS VolkcS siud, wo dcs prcußi' scheu Ministers v. Nochow ^chrc vom dummcu Ilutcr-thaiieuverstaud ihrc Geltung vcrlicrt uud kciuc Kasten Nccht, Htacht oder Weisheit voraus haben. Dcr Wein ist endlich cin Wahrsager, dcr Vater dcs FrcimnthcS, nnd dcckt die gchcimstcu Faltcu dcs Hcrzcns auf, weshalb ihn dic Gricchcu dcu Acfrcicuocu, dcu Bauden^ löscndcii uanntcu. Dic Perser soltcu sich dahcr seiner bcdicucu, um iil pciulichcu Fällcu die Wahrheit zu cr-forschcn; und dicsc Atcthodc, dcm Vcrbrcchcr das Ge-stäudniß abzulockeu, führt weit fichcrcr zuui Ziclc, als jcdc Art Tortur, vor dcr dic Menschheit schaudert. Der Wciu erweckt ^chlimmcS uur iu gcmciucn uud vcrdcrb-tcu Meuschcn. Deshalb siugt dcr weise Mirza Schassy das schöuc, wcuu auch ctwaS hiulcnde Glcichuiß: In Gemeinheit tief versunken Liegt dcr Thor, vom Nausch bemeistert - Wenn er trintt, wird er bctrnnlcn, Trinlen wir, sind wir begeistert, Sprühen hohe WiiMfnnlcn, Neden. wie mit Engclzungcn, Und von Gluth sind wir durchdrungen, Und von Schönheit sind wir trnnlen. Denn es gleicht der Wein dem Negcn, Der im Schmnlze selbst zu Schmus wirb, Doch auf gutem Acker Segen Bringt und Jedermann zu Null wird. 114 Lcobschntz znv Diüccsc Olinütz und dic preußische Graf-schaft Glatz zuv Diöccsc Prag N^i^rt, und dicsc Sachlage crlcichlctt auWlschcinlich riii Avrangcnlcnt, wclchcö dcn Sftrcngcl dl!r bctrcffcndcu Visthümcr nach dcn Tcvri-torialgrcnzcu abvundcn wnrdc. Auch auf dcul siuanzicllcn Gcbiltc schciucn die Schnucviglcitcii nicht schr cvlMich, insofcrn di^ bcdcutcndcu Acsitzung^n, wclchc daö Vv^-lancr Visthnm anf ustcrvcichischliil Gcbictc hat, mit Ans« nähme der Hcvrschast Znckinautcl, welche vom Vi^thum Brcslau erobert worden, ciltwcdcr als Dotation für daS ssan^c Biöthnm vcrlichcn odcr durch besondcrcprivatrechtlichc Titel fürdaciscldc crwordcn sind. Die Frage, ob nach erfulgtcr AiMinnndcrsctznng das österreichische Schlesien zu dcm Sprengel bon Krakau nnd Olmütz zu schlagen odcr zn einem besonderen Suffragmi-BiSthum aufgerichtet wcr» den würde, steht erst iu M'itcr ^inic der Erwägung und hat jedenfalls selbstverständlich mit den internal!» nalcn Verhandlungen nichts zli schaffen. Die „Politik"' vom 20. d. M. meldet: Sc. Majestät der Kaiser hat am gestrigen Tage dic Creirnng eincS ungarischen Ministeriums und die Ernennung der Herren Forgach, Dcak, Scilycy nnd Cötvös zu Mini steril unterzeichnet. — Die uugarisch-laiserlicheu Vcamten des Commuuicationswescus sollen durch Ungarn erseht wer« den. — Wir vcrnchincn gleichzeitig, daß sowohl der künftige Reichs rath als auch die Landtage ihre Präsidenten, bcz i ch nugswc i sc Land-m a r s ch alle, n n s ihre r Ät ittesclbst zu N' ä h l c n haben werden. Der „Levant Herald" meldet vom 11., das Ab-bcrufnugsschrciben des Pfortcn - Gcsaudtcn in Athen sei von den Ministern des Snltans bereits unterzeichnet und werde an Photiadi Vey abgehen, sobald griechische Flibnstier, nnd wäre ihre .Hahl auch noch so gering, das Gebiet der Pforte neuerdings' verletzen. (Gleichzeitig folge die Kriegserklärung an Hellas. Bis zum 10. hatte die Pforte auf ihr Rundschreiben uoch keine Antwort erhalten; das griechische Cabinet bereitet, wie die „France" mittheilt, eine Ge» gcnuote vor. Telegramme. Verlin, 20. Jänner. Heute fand eine Krönuugs-uud Ordcnsfcstfeicr statt; nach crfolgter Proclamirnug der neuen Ordensernennungen wnrde ein Gottesdienst abgehalten. Vci der Tafel brachte der König einen Toast auf die Armee und das gcsammtc Vaterland aus. Paris, 20. Iäuucr. (Verspätet eingelangt.) Der „Monitcnr" veröffentlicht folgendes Schreiben des KaiscrS au den Staatsminister Nouher: „Seit mehreren Jahren fragt man, ob unsere Institutionen ihre Grenzen der Vervollkommnung erreicht haben, odcr ob neue Verbesserungen eingeführt werden sollen. Daher die bedauerliche Ungewißheit, welche anfhörcu muß! Bis jetzt mußten Sie mit Muth iu mciuem Namen kämpfen, um ungelegene Forderungen zurückzuweisen uud lim mir znr entsprechenden Zeit die Initiative zu nütz-licheu Reformen zu lassen. Hcnte halte ich cs für möglich , dcn Iustitutioncu des 'Kaiserreiches all die Entwicklung, deren sie fähig sind, uud dcn öffentlichen Freiheiten ciuc nenc Erweiterung zu geben, ohne die Gewalt, welche die Nation mir anvertraut hat, bloßzustclleu. Der Plau, den ich mir vorgezcichnct habe, besteht dariu, dic Unvollfommcnhciten , welche die Zeit dargcthan hat,, zu verbessern uud den mit unseren Sitten verciubarlichcn^ Fortschritt zn gewähren; denn Regieren heißt: die cr-worbcuc Ersahrnng benutzen und für die Bedürfnisse der Zukuuft Vorsorge treffeu." Der Kaiser sagt weiter: „D ic Adrcßd cb nt tc hat uicht zil dcm gewünschten Resultate geführt; sie hat oft unnütz die öffentliche Meinung leidenschaftlich erregt und zu un-fruchtbarcu Debatten Aulaß gegeben." Der Kaiser glanbt, cr könne sie durch das Iutcrpellationsrccht ersetzen. Eiuc weitere Abänderung ist dic Entscuduug der Minister in den Senat uud iu die Kannner. Außerdem werden die Prcßuergchcn ansschlicßlich den Znchtvolizcigcrichten zugewiesen werden und das Vcrsammlungsrechl wird innerhalb der vou der öffentlichen Sicherheit erheischten Grcn» zen geregelt wcrdcn. Der Kaiser schließt das Schreiben mit folgenden Worten: „Ich habe im verflossenen Jahre gesagt, daß Mciuc Regierung sich auf eiucm festen Boden bewegen wolle, der fähig ist, die Gewalt uud die Freiheit zu crtrageu. Durch die Maßnahmen, welche Ich eben anzeige, verwirklichen sich meine Worte, Ich erschüttere nicht dcn Boden, welchen 15 Jahre dcr Ruhe und dcr Wohlfahrt befestigt haben; Ich befestige ihn noch mehr, indem Ich Mciuc Beziehungen zu dcn gro-ßcu öffentlichen Staatsgewalten inniger gestalte, indem Ich durch das Gesetz den Bürgern neue Garantien sichere; indem Ich endlich die K rönung dcSGeb ä n -d e ö vollende, welches durch dcn Nationalwillcu errichtet wurde." Alle Minister haben ihre Demission gegeben. Dcm kaiserlichen Schreiben folgt ein kaiserliches Dccrct, welches die Aenderungen im Siuuc dcr vou dcr „Franec" veröffentlichten Audcutnugeu verfügt. Die Adresse wird durch das Recht dcr Interpellation ersetzt, welche letztere mittelst Zustimmung von zwei Commissionen im Senat und von" vicr Commissionen im gesetzgebenden Körper erfolgt. Die Kammer wird entweder die einfache Tagesordnung odcr die Verweisung au die Regierung ootiren, indem sie die Aufmerksamkeit dieser lctztcrn auf dcu Gegenstand dcr Interpellation lcnkt. Icdcr Minister kann durch Special-Delegation des Kaisers mit dcr Vertretung der Rcgicrnug vor dcn Kammern bcauflragt wcrdcn. Vriissel, 19. Jänner. Dic Rcpräsentautcnkammcr beschloß mit 55) gegen 43 Stimmen die Beibehaltung der Todesstrafe. Die Minister des Innern nnd dcr öffentlichen Arbeiten stimmten dafür. Lelearaphisck, Wecl,sflco»rse vom Ll. Jänner. 5plrc. Metnlliqnea 58.25. — f,pnc. Metalliques mit Mai' nud Noucmbcr-Zinsen f>2,<'>().— bpere. Nal!0»al Änle!)cnl>3.8s'. — Haul» actim 721. — Hreditacticn 15!>.?s>. — 18l!ssiher, von Paqcml;. Elepliant. DieHerrei': Lconcidelli, Handclsin,, nnd Klein, uon driest, — Svoliodn, Apotheker, von Ora;, — Cäslir, Privalicr, von Wien. - Podboj, l. l, Beamter, von Treffrn -^ Gal-er, Rl'atiläteubes., von Mavlinrg. Mvlivcn. Knrizer, Ingenieur, von Steinbrilck. Am 20. Jänner. Stadt Wien. Die Herren: Zunder, WcrlSarzt, von Ibria. — Knecht nnd Glas, Kansl., von Wien. — Kalischn!^ Post' meistcr, Polal, Vlalli Peter n»d Malli Leopold, Lederer, und Polat, Kauf»'., von Ncumculll. — Tschinlcl, Fabrieant, von LichtsüN'ald. Elevbant. M^lly, Handllm., von Kramb»^. — Pagalschnig, Ahacic, lind Pollal. Handel,, Vtlili, ^'ederfabncant, und Dcn, Gntöbes,, von Ncnmarltl. — Prisler, Großhändler, nnd Stern, Wcinhändler, von Agram, — Nn,^icka, nnd Deutsch, Handriel,, von Wnva^din, — Pogl, Haudclöni., von Alba. — Naglic, Hand^l^m,. von Lack, '- Drtt'la, Gnt^liesi^cr, und Mlni, l. t. Pol,zcioliercom!iiissär. von Wavtcnberci. — Pitler und Schwurz, Hnndeli«!,, vc>n Gra;. — Ncrlheinistein, Iugcnienr, von St. Pelcr, - Scher;, Haudcl^m., von Karlsladt. — ^iolli, Spl'iiglerincisler, von Olicilmlwch.— Spil^lob, Handels!,!., und ssrau'Malliassi, Private, von Wien. .Nciiscr vuu Vcsterrcicl^. Hnr Ctanzcr, von Neunmrltl, Vaierischcr »lif. ^osincr, Handel?m, lind Fabrik, Ochsen-Händler, von Trust. — Eleito, von Wippach. Molivcil. Pnnlschcrt, Haudcl^ni., von Tvi^_____________ Theater. H cnte Dicn <; tal^ den 2 2. Ittnntr: Fa,lst (Margarethe). Große Oper in 5 Acten von Gonnod. Morgen 3 , «.3 -ll "8 7! ?-'3 °6'U. Mc,. 32.'! «'< — 2.z» O. schwach ^ trilbe « 2l. 2 „ N.' 383,5? - 1a Oschwach trilbc "'^ 10.. Ab. ^28,«!, —2« ! windstill trübe ! "'ll>c>l ^ Taqülier die Wolkendecke gleichförmig geschlossen, ^ormiltag dilnne Schneeflocken. Nachnultag nässeltc 'c^siart. Glatleisbildnng. Vcrantwortlichrr Nedaelcnr: Iqua, t,. K I e i u m a u r Eingesendet. Das CentrabComiti: für dic Landtagswahlcn in Kraln hat in der im Nedoulenscwlc am 15. Jänner abgehaltenen Plcnarucrsammlnng die von seinem engeren Anoschusse vor» a/lcgtc Caudidatenlislc angenommen und den Vcschlnf; gefaßt, dcn Wahlbercchligtcn der einzelnen Wahlbezirke die bctrcffcn-dcn Candidate» mit dem nachfolgenden Aufrufe vorzuschlagen : Trainer! In einigen Tagen schreitet Ihr zur Nenwahl dcr Ab» geordneten far die nächste scch?i^hnge Landtagsperiode. Erwöget daher die hohe Dichtigkeit dicscs Wahlactcs, cnvägct auch dic dcm Wahlrechte entsprechende Verpflichtung, in dcn Landlag nur solche Männcr Enres Vertrauens zu entsenden, wclchc die C'igiumg und dcn Willen haben, dein Wohle des Vaterlandes, dcm Heile Oesterreichs jh^ v^ll^ >ssraft zn widmen. Die gcislige und materielle Wohlfahrt unseres Heimatlandes allseilig zn fördern, die verfassungsmäßigen Rechte zu wahren nnd zu lrafligen, zum Ausgleiche und zur Einigung aller Voller Ocstcrrcichö milzuwirten, ist der Landtag berufen. Wollet Ihr zur glücklichen Lösung dieser Aufgabe bei« tragen, so wä'hlet Männer ve:i erprodlcr Nedlichlcit, leiser Erfahrung, gesundem, selbständigem Urlheil und thatkräftigem Willen. Nicht in Worten, sondern im gemeinnützigen Wirlcn beurkundet sich der cchle Patriotismus. Zur Entzweiung des Volles, zu de„en Beherrschung durch einseitigen Partei« oder Kastengeist dictct der wahre Vollsfreund niemals die Hand. Das warme Herz für unser Vott und seine Nechtc suchet nur bei jenen Männern, denen die allgemeine WM, fahrt und lein Sonderintcresse als Leitstern ihrcZ Wirkens dient. Einzelne Manner Eures Vertrauens habt Ihr in den verschiedenen Wirkungskreisen des öffentlichen Lebens bereitS erprobt. Auch den früheren Landtag beseelte ein redliches Stre« brn; sein Wirken scheuet daher wahrlich leine Verdächtigung. Der Erleichterung und gerechten Verthcilung dcr Lasten, dcr Wiedererlangung unseres Landesucrmögcnö, einem um« sichtigen Haushalte mit den Landeseintünflen sei auch in Zukunft die größte Sorgfalt zugewendet. Wir erkennen dcn großen Werth dcr deutschen Sprache für unser Hennallaud, doch fern steht unü dcr Gcdanle, dem Volke das kostbare Gut der Muttersprache beeinträchtigen, oder gar das Land .Nrain im Deutschlhum untergehen zu lassen. Das Necht der Familie, die Wünsche der Bevölkerung, der allgemeine Verkehr, die Erleichterung der weiteren Ausbildung, erheischen, daß ein in Kram gleichfalls heimatbercä?.-tigtes Element nicht verkümmere oder ausgeschlossen werde. Kramer! Erwöget, daß der Landlag der besten Kiaft» bedarf, daß nicht die überwiegende Beeinflussung einiger Wenigen, fondern nur die in Eintracht wirkende Vettretnüg sämmtlicher Landesinteressen bei gleichmäßiger Vertheiluna der Arbeitskräfte dauernd Ersprießliches schaffen könne. Darum wählet nach Eurer besten Einsicht, frei von jeder Bevormundung. Jedoch einig und uicht zersplittert sei die Wahl: es verharre nicht jeder Einzelne bei seiner Anschauung, der er« wünschte Erfolg ist sonst nicht zu erreichen. Zur Erzielung der nülhigen Einigung haben viele Wahler iu Laibach ein Central > Wahl > Comit6 gebildet und nach reifer Elwügung mit Berücksichtigung der vielseitig ihnen zugekommenen Wünsche Candidate» für die Wahlen in Krain aufgestellt. Wühlrr im Lande! die Ihr unsere Gesinnung theilet, vereiniget die Stimmen in Eurem Wahlbezirke auf jene Männer, die wir Euch vorschlagen. Für die ländlichen Wahlbezirke. I. Uni gebung Laibachs, Oberlaibach: 1. Vincenz Seunig, Nealitä'tenbcschcr in Laibach. 2. Georg Savaschnig, Domherr in Laibach. II. Stein und Egg ob Podpetsch: Dr. Moriz Gausler, Dislrictsphysiker iu Stein. III. Kr a in burg, Neumarltl, Lack.- 1. Josef Derbilfch, Aezirlshanptmann in Krainburg (vertrat bisher diesen Bezirk). 2. Eduard Urbantschilsch, Herrschaftsbcsil,cr und Bürgermeister in Höslein. IV. Nadmannsdorf und Kronau' Tr. Franz Eupantschit'ch, Aouocat in Laibach. V. Adelsbcrg, Plan ina, Eeuosetsch, Laaö, F e i st r i z : 1. Johann Dc!leva, Nealitätenbesiber in Vritof. 2. Andreas Garzarolli von Thurnlack, Nealitütenbesitzer iu AdelZberg. VI. Wippach und Idria: Alois Mullej. Bezirlcuorstehel in Oberlaibach (vertrat bisher diesen Bezirk). VII. Nudolfs werth, L a n d st r a ß, Gurlfeld.-Franz Victor Langer von Podgoro, Herrschasttbescher in Poganitz und Bürgermeister. VIII. Treffeu, Sittich, Seisenberg, Nas! en. fuß, Littai, Weichsel st ein: 1. Dr. Johann Eledl, Advocat in illudolfswerth (ver< trat bisher diesen Bezirk). 2. Anton Vöhm, Nealitätcnbescher in Neudcgg. ^ar Ponaratz, Dr. ^ranz Tllpantschilscl,, .^crd. Mal'r, Iolmnn Manfier, Josef Pa»,cvl, Leopold Bnroer, Ferd. «ndwia, Franz Rudesch, Fra»z Htromcr.