p,Ä»Iklo<— S9./«»,>g,ng 2S2 Il/lonUg cl«n 21. O.^iodGf 192S MGtdMg» V«»W>>d«g «6 ^«^öme^AHß! ^ßirtdoe, »)vüii«v» >tl«« 4. MD M W K«UA»pr«l»O: /^dkol«», manatl. N vi»». ru»tsll«O 24 vi,,, ^urel» f^o»! mons pt»«> IMiMb« Ks» k?>>Dv^Z>t>ss» Iii >WI» KLoKpoiW d«K»tOKG» Mi'.i!>!i^^^i:i:!! W RS l»i»» i0t ö« adrig« moiwü. HS vt«. vnttlnumm«? « dl» z vi Mariborer KeUuM tNontagsAusgabe Vrovokateure an der Arbeit Do< Echo der Iuftiflzierung Vladimir Sortans — Die faichiftische Vreffe wütet noch immer — Sin notwendige« Dementi von jugottawifcher Seite Die vtLdtedundtagung E P l i t, 20. Oktober. Gestern nachmittags setzte t>er ge^schäft?-führende Ausschuß der Jugoslawlsc^'n StSötebunides seine Berawngen fort. Es wurde der Beschluß gefaßt, an den Ministerpräsidenten mit dem Ersuchen heranzutreten, in Hinkunft vezitgltch aller die Stüdte und deren Finanzpolitik tangierenden Fragen mit dem Städtebund rechtzeitig in Filhlung zu treten, da der Städtebund loyal mitzuwir ken sich bereit erklärt. SUt^kdonold in Montreal TU. Lonbon, A>. j^ktober. ll)ie Besprechungen zwischen Premiermini fter Macdonald mit dem kanadischen Ministerpräsidenten Mackenzie King, sind so gut wie abgeschlossen, lieber daS Ergebnis der Besprechungen find keine Details verlaut-vart worden. Macdonvld reist heute von Ot-vawa nach Montreal zurück. Di: AeINmmuno de« . TU. London, 20. Oktober. Wie „Daily Chxoniele" von einem Sach-vevständiigen ^ Fragen der Lustschissahrt erfährt, ist das neue Riesenluftschifs R l0l nicht, wie ursprünglich geplant wurde, für Handel?zwecke bestimmt, eS soll vielmehr als Mutterschiff für Flugzeuge Verwenidung finden. Denrnächst würden vollkommen gehebn die ^Startversuche mit fünf Flugzeugen be-gop'äen werden. Kurze Nachrichten B e r l i n, 19. Okisber. Tie für heute angeküirdigte Entsendung einer Weltraumrakete bei GreifSwaldk an der Ostsee ist auf unbestimmte Zeit verleA worden. Die inzwischen von Prof. Oberth angestellten Versuche haben sich als gelungen erwiesen. » BrÄfsel, IS. Mober Ter italienische Thronfolger Prmz U m-berto wird dieser ^ge w Brüssel eintreffen, wo die Verlobung mit der Prinzessin Maria Jose stattfinden wird. Mo S ia u, 1ö. Oktober. Der ehemalige Pariser Sowjetbotschafter R a k o v S k i, welc!^r unlängst gemsia-sam mit Trotzki um die Wiederaufnahme in die kommunistische Partei angesucht hat, ist in Savatow mretiei^ und nach Baranul in Sibirim beportiert worden. Baranul Usgt bei Tomsk. p. Wichtig für Erwerbfteuerpss' ^tige. Von 1v. bis LS. d. liegen das Verzeichnis 'der Erwerbsteuerpflichtigen, sowie die festgesetzten Gteuergrundlagen am Stadtm'ni^istrat während der Amtsstunden zur Einsicht auf. Die Sitzungen des SteuerauSschusieS f'"den vom L9. d. bis lö. Novemiber, ^d^mal um 6 Uhr, statt. Zagreb, SN. Oktober. Während der im Zusammenhange mit der gerechtigkeitswidrigen Justisizierung vior-tans in Pola ftattsindenden Manifestationen und Demonstrationen, sind auch in Zagreb wie anderSwo verdächtig« Elemente ausgetaucht, die durch ihr provozierendes Treiben der spontanen Sntrtistung liber den Polaer Justizmord eine ganz andere und für Jugoslawien nicht gerade erwünschte Richtung geben wollten. Nur der Borsicht der Manisestan ten sowie der Umsicht der Sicherheitsorgane war es zu verdanken, dah die Agent-Provo-kateure nicht auf ihre Rechnung lamen.Alle An zeichen lassen nun darauf schliefxen, daß eS sich in diesem Falle nicht um die Kommuni-nisten handelt, die sonst jede halbwegs turbulente Massenszene allzugern? sür ihre dun. klen Ziele verwenden, vielmehr um Leute, die ein großes Interesse daran hatten, dafj die Manis^ationen und Demonstrationen die zulSßigen Grenzen tiberschreiten. Das geht auch aus der Tatsache hervor, daß die italienis,^ Presse in ihren Nerii^ten iiber die Demonstrationen in Jugoslawien in Zeder Zeile den Wunsch als den Vater des Ne-dankenS erraten läßt. Welcher Taktik sich die se provokatorischen Elemente bedienen, geht daraus hervor, das, in Zagreb und anderen Städten die Nachricht ausgesprengt wurde, der italienische Aonzul in Gplit sei durch sugoflawische Demostranten getötet worden. Diese vollständig aus den Fingern gezogene Version ist natlirlich behördlicherseits ans das entschiedenste dementiert worden. Gleichzeitig wird die Bevölkerung ausgesordert, ille Verbreiter solcher beunruhigender Anmeldungen, sosort den SicherheitsbehSrd-' inzu-zeigen. » R o m, 20. Oktober. „Giornale d'Jtalia" besaßt sich an erster Stelle mit der Chronik sämtlicher Manifestationen und Protestkundgebungen im Zusammenhange mit der ^ustisiziernng des vom Polaer Tribunal zum Tol>e verurteil» ten Vladimir G o r t a u. Hieb<'i versucht das zitierte Blatt mit der „Politila" zu polemisieren. CS lehnt den Vorwurf der übereilten UrteilSvollstreckniig mit dem Hinweis darauf ab, daß der Kall ja vor einem Ausnahmsgericht verhandelt wurde und dessen Bestimmungen die Durchführung der Todesstrafe innerhalb von LS Stunden vorsehen. Das Blatt will aber nicht eingestehen, daß die ganze Prozeßmaterie iiberhaupt nur vor einem gewöhnlichen Gericht k^ätte verhandelt werden sollen. „Giornale d'Italia" stellt serner sest, daß Gortan seine Hchnld selbst einbekannt habe und daher kein Zwei» fel zulässig sei. Zum Schlüsse wimmelt eS in der Polemik von schwersten Berlinmdun- düngen gegen Jugoslawien. » Mailand, ZV. Mover. Der „Eorierre della Gera" vom 18. d. polemisiert in seiner Provinzausgabe mit dem „Manö^ster Guardian", welcher das Schma^rteil von Pola ablehnt. Gleichzeitig werden dem naiven italienischen Lesern die unglaublichsten Dinge aus ,'^ug'»slawien serviert. So heißt es beispielsweise, am 2Z. August d. I. seien in Zagreb drei Mazedo-nier verhastet worden. Gleich nach ihr« Verhaftung seien sie am Vlirogoj vor drei slisch ausgehobene Gräber gestellt und rieder gemacht worden. Ihr Berichterstatter ist von offizieller Seite ermächtigt, diese handgreis» li^ Lüge der italienischen Prcjse energisch zu dementieren. In Zagrelir Journalisten, kreisen ist der Antrag gestellt wordzu, alle italienischen Korrespondent in ^npostaniien wegen falscher Berichterstattung dem Ehren-gericht der Internationalen Journalisten-föderation zu übergeben. Bern, 20. Okt'o5er. Der „Bund" verössentlicht einen Leitartikel, der den Justizmord von Pola zum Thema hat. Das Blatt stbllt sest, daß die Erschiefzung Gortans in Jugoslatnien ungeheure Erregung hervorgerufen hat. Italien versuche durch derlei Manjjver das Interesse des italienisi!^n Volkes von seinen innen» politischen Problemen auf andere Angslege« heiten abzulenken. RkvolverWllffe auf einen französischen Varlamentarier Der Abgeordnete Paul D u in o n t, welcher der Louis Marin-Gruppe angehört, ist heute in feinem Wahlkreis das Opfer eines Anschlages geworden. Ter öOikhrige Ernest A r a p i n, der sich unter «^inem nichtigen Borwande an den Abgeordnete^i heranpirfch te, zog pli>hlich einen Revolver und schv^ mehrere Male auf den Abgeordneten, wel- TU. P a r i s, 20. Oktober^ cher verletzt zu Aoden sank. Der Anschlag ist mit Vorbedacht veriibt worden, da sich Tra-pin schon einige Tage vorher erkundigt hatte, wa«in Dnmont in seinen Wahlkreis ?o'.n-mneten Stelle und wartete. Gegen Mitternacht er-fchien am Kreuzweg eine dunkle Figur und stellte sich in das Mondlicht. Geheimnisvolle Zauberformeln murmelnd, zog er ein Stück Pergament aus der Tasche und vevsch?^'b sich dem Teufel, indem er sich die Haut aufritzte, eine Feder in das Blut tauchte 'lnd seinen Namm auf das Pergaments setzte! Sogar intelligente Menschen sind von dem Glau^n an die Macht der TeuselSverschrei-bung besessen. (Sin bekannter Pariser Finanz mann hat den !>^lf, sich dem Teusel verschrieben zu halben, wodurch man sein unge-wi^hnlicheS Glück in Spekulationen erklär.m will. Allerdings ist dieser Bankier Mitglied einer okkulten Gesellschaft, die schwarze Messen veranstaltet. Gin Bäcker aus einer Pariser Borst.!dt hat vor kurzem einen Bekannten verklagt. Er behauptet, daß der Bekannte ein Teufels schüler sei und ihm die Sahne verhext habe — sie ist an einem Oktobertag plötzlich sauer geworden! . . . Ehemänner, denen das Malheur passiert, von ihren Frauen betrogen zu werden, iven-den sich oft an das Gericht, mit der Behaulp-tung, der Teufel habe die Frauen vom Pfade der Tugend abgelockt! Prozesse um magische Zirkel, Zauberformeln usw. gehören, so sonderbar es auch klingen mag. zu einer alltäglichen Erscheinung in Frankreich. Der allzutachtlge Berficherungsagent Seit geraumer Zeit erregte in der Umgegend von Prag eine sich häufende Anzahl von Todesfällen Aufsehen, die ansch-inend alle auf ein bösartiges Matten« nnd Darm-leiden zurückzuführen waren. Man glaubte schon, daß die Brunnen jener Gegend verseucht seien oder daß sich sonst irg>^?rdwie in den öffentlich feilgehaltenen Nahrungsmitteln, wie Milch, Obst und dergleichen Anstek-kungsstoffe befänden. Doch waren alle dieS-bezüglic^n Nachforschungen erfolglos. Endlich fiel es dem ZkreiSarzt auf, daß die Opfer der vermeintlichen Epidemie fast alle ältere Leute waren, und er stellte in weiteren Nachforschungen feft, daß alle die von der Krankheit Betroffenen kurze Zeit vor ihrem Mleben eine ziemlich hohe Lebensversicherung al>geschlossen hatten. Er verfolgte diese Spuren und fand endlich auch den Älgenten, der die betreffenden Versicherungen abgeschlossen hatte. Er bestellte diesen nun zu einem Freunde, der angeblich darauf wartete« seinen Vater zu beer!^n, und wurde ungesehen Zeuge, wie der Agent nun den Freund zu der Versicherung zu überreden versuchte. Dabei brachte er denn auch ein weißes Pulver zum Vorschein, das, wie er sagte, beim Abschluß der Versicherung mitgeliefert wer-de und die Auszahlung der Prämie beschleunigen könne. Voraussetzung sei natürlich, daß der Tlaent einen Teil von der Versiche- i^Marlöorcr Aclkung" Nuniiner S3?. Vionlag, dea LI. Oktober 10LV. LrIcaltuvKen beginnen meistens n»lt einenz bcknupsen. ^ber andere, ernstere Erkrankungen können tolgen. Da kelken Aspirin- radletten 6ie eine vokItLtige Wirkung dei allen Lrkültungskrvnk-Kelten ausül)en un6 vei-teren Qefakren vort)eugen. Verl»»^«» 5ie nur diau - veIH-roten Qa-ranUe-marke! run-gssumme erhciltc. Der Freund ginq zum Schein ouf die Vorschl5^e de? Agenten ein. Im entscheidenden Moinent erschien der Arzt und beschlaannbmte da? Vulver, '"'ili-rend zwe: Polizisten den sich lieftic; wehren-den Ac^enten abführten. Dns Pulver, d?-^, wie der allzu tüchtiqe Assent so qeschmcick wll erklärt hatte, die Aiis^^ahlunq der Versicherung beschleunigen sc'Nte, envies sich als eine Mischung von Pflan.'.l'ngist und feingeniah« lenem Glas; es wurde den Opfei-n nach .ind nach beigebracht und bewirkte ihren Tod infolge ruhrähnlicl^er Erscheinungen. Lokales Mari bor, 20. Okwle'.'. Antiitalienische Demonstrationen. Samstag abends kanl es in den Etraszen der Draustadt im .Zusammenhange mit dem Iustitzmord von Pola zu lauten a-ntiitalie, Nischen Stra^endemonstrationen, denen aber vor der Polizei bald ein Endc bereitet wur» de. Geheimnisvoller Leichenfund. In der Totenkammer des ??riedhoses von Nadvanse wurde ^Tamstag fri'ih, wahre-'d der Dachreparatur, eine in Papier gewickelte .^inderleiche, der l^r Z^etrag tion Dinar scheiib-teilunfl flberfslbrte den Blutenden in ''^a? Kranken^ ans. Messerstecherei. Im Laufe der vergangenen Nacht gerieten in der Nachbargemeinde ?tuden''i niehrere Vurschen in einen C^treit, i^l dessen Vcrsanf es ouch zu Dällichkeiten kani. wobei der sährige Arbeiter T^ranz v s ni a j e r Stichwunden am kliiicken und der Slscibrige Anton Kakat Verlesniugen an der Vrnst erlitten. Die Nettungsabteiliing brachte bei« de ins Allgemeine rankenhaus. Unfall. Heute nachmittags erlitt der i«, der l^Zozd« na ulica wohnhafte Maurer Josef Lctonja beim Fällen eines Naiiines eine Fraktur des rechten Oberschenkels. Die Nettlingsabteilung brachte ihn ins Spital. Bei der l)eutigen flroszen Svengali-Bor» pellttnfl werden zn l^shreu der aii'^Iändischen l^'liste die vier besten Medinins prämiiert Die Direktion hat aus diflem Anlas, zw>'i prächtige Dauben- und zwei ^''i'rrenpreise gestiftet. Jury ist das Publikum. Dle BkMrburg ArbeiklosenunkerftützWXg auch skr Bettler! Die zerluln^testen und selbst nach russl« schen Begriffen grauenhaftesten Gestalten will ein russischer Forschungsreisender ln KalAan, der Hauptstadt der „roten" Mongolei gesehen haben. Die Bettler dieser alten mongolischen Handelsstadt sind straff organisiert und eine eigene Form von „Arbeits-losmunterstützung" ist eingeführt, die nicht nur in jedem Europäer Entsetzen wachruft, sondern auch unter den einheimrschen mon-golischen Kaufleuten wie die Pest gefürchtet wikd. Sie wohnen zunächst alle, die gesamten Bettler von Kalgian und Umgebung in einer Burg, einem (Gemäuer, ruimnhast zer fallen und verwittert, das sich außerhalb der Stadt erhebt und an dessen Stelle früher einmal eine mongolische Zn>ingburg gestanden haben mag. Dort finden sich am Abend alle diejenigen Stra^enbettler ein, die tagsüber ihrem traurigen Gewerbe nachgegangen sind. Ihrem Führer, dem „Bettler!önig" von Kalgan und Umgebung und Beherrscher der Burg wird auf Heller und Pfennig alles abgeliefert, was im Laufe des Tages „ver- dient" wurde. Dieser verteilt es dann gleichmäßig an alle Mitglieder der Bettlerinnung Die Bettlerburg ist gefürchtet und verrufen in Aalgan und der niederste Mongole macht einen weiten Bogen um sie herum, wenn ihn sein Weg dort vorbeiführt. Vor der Nachtruhe wird dem Bettlerköni^ über die Erlebnisse des Tages Bericht erstattet und wehe dem Kaufmann oder sonstigen Einwohner von Kalgall,-der hartherzig genug ivar. einen Bettler abzuioelsen. Furchtbar wird an ihm Rache genommen. Ost ist es geschehen, daß tagsdarauf vor seiner Schwelle dle Leiche eines Bettlers gefunden wurde, mit Aussatz behaftet oder die Merkmale der Pest am entblößten Körper. So grauenhast ist dereil Anblick und so gefürchtet die Strafe, daß das Haus eines solchen Hartherzigen von der ganzen BevAlkerung wie der böse Geist gefürchtet nd gemieden wird. Deshalb entrichten viele moilgolischen Kaufleute ihren monatlichen Beitrag an den Bettlerkönig, um vor dessen Rache geschützt zn «ein. Z>ie Slljlltitht sls Stllllheslllllt Das Ende der Roma«ttk von Trelna Green Von N. G a l k i n. Es gab eine Zeit, da der Name Äretna Green in der ganzen Welt einen eigeilen Klang hatte. Heute, im Zeitalter des Radio und des Flugzeuges, hat dieser Name von seiuem ursprüuglichen Glanz viel eingebüs^t. Und nur die Tatsache, dasj das englische l^^e-setz ein für allemal mit der Romantik 'lon Gretna Green Schluß machen will, ruft die seutimeutale Vergangenheit der Schmiede, die über 150 Jahre als Standesamt gedient hat, in Erinnerung. Gretna Green ist ein Dorf in der schottischen Grafschaft Dumfries, unweit der Stadt Carlisle, dich an der englischen Greuze. ^n Schottland galt bis heute noch das atte kanonische Recht, nach dem jede Eheerklärung zweier Personen als vollkommen gült!ge Ehe erscheint. Im alten England waren heimliche Ehen ohne Erlaubnis der Eltern, die damals notwendig war, eine große Mode. Im Jahre liöJ erttärte der sogenannte Hard-wicks-Akt alle heimlichen Ehen sür ungültig. Andererseits galten die im Auslände geschlossenen Ehen für gültig, wenn sie nur nach den dort herrschenden Geseken gültig waren. Nun eilten alle englischen Paare, die in England Hindernisse für ikire eheliche Ver bind^unfl fanden, nach Schottland, unl dort vor einem Friedensrichter ihre Eheschließung zu erklären, worauf dieser die Nam'm der Ehegatten in ein Register eintrug. Ein Friedensrichter, der zugleich Schmied w.vr, Iose'^h Paislev. wurde der erste „Ehe-schmied" von Gretna Green. Paisley starb im Jahre Z8l4 im Alter von 80 Iahren als reicher Mann. Er hatte sich durch seine Tä« tigkeit ein recht nettes Vermögen erworben. Denn .Honorare von 3lX) Pfund und noch mehr waren keine Seltenheit. Zu Anfang des w. Jahrhunderts setzte eine wahre Hausse in den Eheschlies^ungen von Gretna Green ein. An einen: Tage wurden luanchnkal 4s1 bis ül) Ehen geschlossen. So mancher englische Aristokrat hat sich hier „sür eivig" gebunden. Der erste Eheschmied von t^retna Green mußte sogar mit ein'r ^l'onkurrenz känrpfcn; denn ein ehemaliger Weberarbeiter David Langh, sowie ein Wirts Hausbesitzer John Linton erklärten, daß jle gleichsalls ans Grund einseitiger Erklärungen von Brautleuten Elien registrieren würden. Im Gegensatz zu Paislev Pflegten die beiden Herren sc>gar Ebeverträge zusammen zustellen, nmhrend sich der Schmied von Gretna ^reen nur mit der Ausstellung eines Trauscheines l>egnügte. Der Trctuschein, der auf die Namen Penc-lope Schmitkj und K'arl Ferdinand Bourbon, Prinz von Sizilien und Kapna lautet, rr^» zählt eiueu Lebensroman. Die Ehe zwischen Penelope Sinith und dem Prinzen von Sizilien war seinerzeit das Tagesgespräch in ganz Europa — nieinand wußte, lvoher '^ie l'ildschöne jnnge Dame staulnite. Man vermutete, sie sei aus Amerika aekoninien. Im Mai 1833 ging Prinz Äarl Ferdinand, ein jüngerer Bruher des .^'öuigs Ferdinand 2. von Nea!pel, die Ehe uiit der schienen Unbekannten ein. Da der königliche Bruder die Braut von vorneherein für unebenbürtig erklärte, wurde das junge Paar in Rom unter anderem Namen getraut. Von dort reisten die NeuvermÄ)lten nach Madrid, wo die Schwest.'r des Prinzen als Kl^nigin regierte. Auch hier standen Hindernisse zu einer gesetzlichen Verbindung im We ge. Der Prinz und seine ihnr „ungesetzlich angetraute" Geinahlin begaben sich nach Pa ris, wo sie vl>n der Existenz von Gretna Green erfuhren. Das Paar flüchtete nach Schottland nnd suchte nun das Dorf auf, wo jede Verbindung legalisiert werden konnte. Die Londoner Gesellschaft ivollte aber auch diese Eheschließung nicht anerkennen, und erst durch eine nach Ueberwindung unzähliger Schwierigkeiten stattgefundene Trauung in der St. Gwrgskirche in London wurden die Eheleute endlich als solche anerkannt. Ueber das weitere Loben des Ehepaares ist ivenig bekannt, da Neapels Thron bald zu-samuienstürzte, wonach auch der Prinz Bour bon aus dem öffentlic^n Leben verschwand. Nicht iveniger romantisch ist die Geschichte der Eheschließung zwischen dem Gra'en Westmoreland und Sara Child, der Tochter des bekannten Gründers der Child-Bank. Man dürfte annehmen, daß der Bankier mit der Verheiratung seiner Tochter an den Ber treter eines der ältesten Geschlechter Englands zufrieden sein könnte. Nichts von alle-deni. Der Bankier erklärte dein Bräuticpul kurzweg: „Ihr Blut, Mylord, ist gut, mein Geld ist aber mehr wert!" Der Bankier glaubte Grund zu haben, den Grafen einer Verbindung nur des Geldes wegen zu verdachtigen. Ter Graf entführte seine Braut, indem er die Karosse, in der sich die Schiene befand, überfiel. Die jungen Leute flüchteten nach Gretna Green, wo die Vermählung stattfand. Eine Enkelin des Ehepaares sollte sonderbarerweise dasselbe Schicksal erleben. Lady Maud Villiers wurde von ihren Eltern „stan desgeinäß" verlobt^ verliebte sich aber in einen ebenso schönen wie armen Seeinann, der auf den einfachen Namen Ibbeston hörte. Die Elteru, die die Eheschließung ihrer eigenen Eltern verMen hatten, verweigerten ihr Einverständnis, worauf dem jungen Paar nichts anderes übrig blieb, als dzm Belspiel der Großeltern der Braut zu sol-gen und ihre Ehe in Gretna Green zu registrieren. Mr. Meston hatte das Unglück, seine Eltern in jungen Iahren zn verlieren, lvahrend er als alter Manu starb. Ein bekanuter englischer Stantsinalln, der Gouverneur von Neu-Seeland, Edward Geb bon Wakefield, hat sich gleichfalls in Gretna Green verheiratet, und hat sich dal»ei so^ar de" Betruges schnldia acii^acht. Er verliebte sich in Miß Ellen Turner, die Schülerin einer aristl>kratlschess Pension in Liverpool. Wake-field erschien in der Pension mit einem gefälschten Brief des Vaters des jungen Mädchens, um sie abzitholea und sie angeblich nach Hause zu bringen. Mit List lockte er das jung« Mädchen nach Gretna Green und überredete sie, sich dort, als seine Frau registrieren zu lassen. Am 1. Jänner 1357 wurde in England das Gesetz veröffentlicht,' daS die Gültigkeit einer Gretna-Green-Ehe vim dem Umstand abhängig machte, daß die Brautleute minöc-stenS 12 Tage vor ihrer Eheschließung in Schottland gelebt haben müssen. Man hoffte, daß innerhalb dieser Zeit die entführten Mädchen eingeholt sein könnten! Der heutige Inhaber deS historischen Schmiedelokals ist ein gewisser Mr. Richard Rennison, der die Trauung vor einem Amboß vollzieht. Runmehr soll aber auch die Eheschließung nach der Frist von 12 Tagen für vollständig ungültig erklärt iverden! Nadio Mantag. 21. Oktober. Ljub.ljana 12.30 Uhr: Reproduzierte Musik. — 13: Zeitangabe, reproduzierte Mu sik und Börsenberichte. — 13.30: Tagesnachrichten. — 17: Nachmittagskonzert. — 19.30 Serbokroatisch. — 20: Romantische Musik. — 22: Nachrichten und Zeitangabe. — B e-ograd 17.30: Schallplattenmusik. 19.30 Französisch. — 20: Kammermusik. 21.4Ü: Abendkonzert. — Wien 1k.i)0: Musikalische Kinderstunde. — 16: Nachnnttagskonzert — 20: ViolinVonzert. — 22: Abondkonzert. — Graz 19.10: Kabarett-Abend^ — 21.20 Konzert. — Bresla 19.05: Schallplatten konzert. — 20.30: Ludwig-Hardt-Abend. — 21.20: Musik der Zeit. _ 22.30: Berliner Uebertragung. — Brünn 17.30: Deutsche Sendung. — 19.05: Slawisches Stündchen. — 20 und 22.15: Zigeunermusik. — Da« ventry 17.15: Leichte Musik. — 22.50: Kammermusik. — 24: Tanzmusik. — Stult g a r t 20: Frankfurter Uebertragung. 21.30: Frankfurter Uebertragung. — 22.45i Frankfurter Uebertragung. — Frankfurt 19.35: Englisch. — 20: I. Andreje.vS Drama „Der Gedanke". — 21.30: Konzert. —. 22.45: Literarisch'musikalisck)e Veranstaltung. -- B e r r i n 13: Unterhaltungskonzert. — 20: Orchesterkonzert. — 22.30: Tanz musik. — Langenberg 17.30: Vesper-konzert. — 19.15: Span'.sche Unterhaltuilst. — 20: Koppel-Abend. — Anschließend: Krn-zertübertragung. — Prag 10.30: Konzert. ^ 17.30: Deutsche Sendung. — 19.05: SllZ-wakisches Stündc!^n. — Mailand 16.30 Kinderlieder. — 17: Nachmittagskonzert. —-20.30: Operettenübertragung. — 22.55: Kon zert. — München 17.30: Klavierkonzert. — 19: Unterhaltungsmusik. — 20: Konzert. — Budapest 19.25: Gala konzert. 22.30: Jazz. — W a r s ib a u 20.30: Operettenübertragung. ^ 23: Tanzmusik. ^ Paris 20.20: Synchhoniekonzert. Doppeltes Pech. . „Kommen Sie mit zum Rennen?" „Nein, auf den Rennplätzen habe ich zu schlechte Erfahrungen gemacht. Belm vorletzten Mal habe ich auf .Trotzkopf' gesetzt» und da ist der Gaul ausgebrochen durchgegangen. Und beim letzten Mal habe ich auf 'Hanlbal' gesetzt..." „Na, was wollen Sie denn, .Hannibak hat doch gesiegt!" „Ja, aber da ist mir der Buchmacher durchgegangen!" m. viM «la, lÄ jM« unlseÄnDt ««d 6t« lUZer «V« ?ort»ck>M, in Vt». »en»ci»«a vtHA« I^enatnl» »eiuMeU I» ße»» «ewliar k«m äl« MMr. Vo« «I»en,»eta ..VI« Vorkwsen 5lv «l» pivdrti«» ts vo« «ts t» ». tk., ^»»»trvt« Si/TZ. 0l« Um. »cd«» IZß »«tt Zö /»dr«n «uk lkremvebi««« d«5t«VI«^ !» »» ««I lDontag, den 21. ^ltvver 5oo?t vom 5onntsg Abschluß der Fußba». ftaatsmeisterfchaft B. S. A. schlSßk Sajduk Heute wurde hier das letzte Spiel der dies jährig Wettkämpfe um die jugoslawische Fußballmeisterschaft zur Erledigung gebracht. Es standm sich der „Be ograde r SPo rt k l u b" und „H a j d u k" gegenüber; wiewohl ,^ajduk" mit 1:2 (0:1) geschlagen wurde, geiht trotzdem der Meistertitel 1923-39 in den.Besitz „Hajduks" über, da die Mann-! S P l l t, A). Oktober. schaft zwei Punkte mehr aufzuweisen Hai', als der BSK. Das Spiel, welchem ü'ier 5000 Zuschauer beiwohnten, wurde vom Wiener Schiedsrichter G ö b e l in der 15. Minute für eine Minute zum Zeichen der Trauer anläßlich der letzten Ereignisse in Pola, unterbrochen. Die ausgebilkbene Nevanche Zwei Monal« Spieloerb»t skr »»Moribvr" Das für heute, angekündi^gte Herausfor-derungsspiel „R a piü" — „Maribo r" wurde im letzten Msment abgesagt, da „MariSor" heute vormittag vom Untecver-Vand in Kenntnis gesetzt wurde, dah seine Mannschaft wegen unberechtigten Antrittes eines Reservespielers in einem bereits vor M a r i b o r, 20. Oktober. Wochen erledigten Meisterschaftsspiel für zwei Monate gesperrt wurdi?. De^leic^n wurde auch das Erösfnungsspiel um ^n Jugendpskal sogar während des Spieles beim Stand 2:0 abgebrochen und auf ^inen späteren Zeitpunkt anfqescboben. Dle „Sisenbaftner' in Ltvben Vom „Sporiverein Donawitz^* mik 2.Z (0:<) knapp geschlagen Die „E i s c n b a h n e r" weilten heute in Leoben und trugen bei dieser Gelegenheit ein Gastspiel gegen den dortigen zurzeit überaus spielstarken „Sportverein D o n a w i tz" aus. welcher sich vor kurzem mit dem bekannten „Deutschen Sportverein" fusionierte und so einen überaus starken Gegner abgab. Die Eisenbahner standen daher vor einem üherraschend schweren Etanidipunkt, dies umso mehr, als sic von der langen Reise stark mltgenoinmen schienen, was sich während des ganzen Spielverlaufes stark bemerkbar machte. Die erlittene knappe 2:3 f0:1)-Niederlage ist daher sehr verständlich. Die Heimischen kämpften Leoben,^ 20." Oktober. mit aus^ergewöbnlichem Elan und war?n auch zeitiveise klar überlegen. In der Mannschaft der Eisenbahner waren wieder F r a n g e und N o n j a k in d?r Deckung sowie Pe zd i 6 e k und K o n-r a d im Sturm die besten Leute. Die übrigen spielten weit unter ihrer sonstigen Form und leistetn sich zum ?^eil auch glatte Versager. Die Tore für die Gäste erzielten Ba önik und.'»> e l l e r, welcher die-Z-mal am rechten Msiael tätig war. Dem Wettkampf, welcher von .einem Leobne? Schiedsrichter ausgezeichnet geleitet wurde, wclhnten gegen 9^ fk's'e'sterte Zuschauer bei. Grazer Handballer In Moribor Der vrazer Sporlklub schlSgl die ..Stsenbahner" nach einem hochstehenden Spiel mit 10:3 (S:21 Maribor, 20. Oktober. und Uebersicht zurückzuführen ist. ^)lber tro^i dieser Mängel bedeutet der Aufgang dieses ersten internationalen Treffens ein voller Erfolg für die Veranstalter. Crsvriegli'Hes leisteten die heimischen Decker und Verteidiger, die, obwohl technisch sehr schwach, immer wieder erfolgreich die Bemühungen der Gegner zunichte inachen konnten. Hervorragend agierte auch der junge Torhüter. Das Spiel selbst verlief von der eisten bis zur letzten Minute überaus spannend und hatte überdies in Schiedsrichter ^^'^ng. K o u d e t k a einen korrekten und regelkundigen Spielleiter. Leider licf, der Besuch viel zu wünschen iibrig. Der heutige Erstauftritt einer auswärn-gen HandbaNmannschaft brachte nicht nur ein in allen Belangen hochstehendes Spiel, sondern gestaltete sich überhaupt zu einer mächtigen Propagandaveranstaltung sür den heimischen tzerrenhandballsport. Der Vrazer Sportklub, dessen Team sich zurzeit in der steirischen Meisterschaft an zweiter Stelle befindet, führte heute ein Spiel vor, «elches in jeder Hinsicht vollendet war und «teilte so den heimischen Alfabetschlitzen eine ßvar kostspielige, aber nützliche Lektion. Dies At in erster Linie von den famosen Stür-Wern, die zeitweise durch ihre verblüsfende Nnllführung sowie außergewöbnliche Schuf; ftzrtigkeit in den Reihen der Zuschauer di-rekt Aufsehen erregen konnten. Insbesondere im Feld führten die Gäste ein Zusamlnen-spiel vor. welches bis ins kleinste Detail vollendet erschien. Die flinken Stürmer fanden aber auch in den unermüdlichen Deckern kräftige Nnterstützer, die aber trotzdem auch defensiv sich hervorragend schlugen. Verteidigung und Goalmann waren trotz ihrer seltenen Ruhe verläßliche Stützen der Mann schaft. Die Eisenbahner, denen in mannigfacher 5»!nsicht das heutige Gastspiel eine Offenbu-rung bedeutete, scl?lugen sich wider Erwar-ten ausgezeichnet, ja noch mekir. sie konn-tl>,l das Treffen lange Z?:t hiildurch offen halten und fo^ar i^fter gefährlich werden, dies besonders als B r u n f l i ck e r Pli^tz« lich am Sturm auftauchte. Brunflicler war es auch, der fast sämtliche Aktionen einleitete und auch mit restloser Aufopferung durchführte. Leider fa«d er in den übrigen Ge-nofsen nicht immer das nötige Verständnis, Aliherrensplel „Rl^id" schlägt die Eisenbahner mit k:1. Maribpr, 2V. Oktoler. Am „Z^elezniear"»Platz fertigten hsu:e die tüchtigen Alt.'jerren „Rapids" die alte Gar-de der Eisenbahner in einem Freundschaftsspiel überlegen mit 6:1 (4:1) ab. Auswärtige Splele LjMjan«: Meisterschaft: „Primorje" — „Svoboda" 10:v (4:0), HernieZ—Jadcan 5:1 (1:0), Grasika—Slavija 3:0 (1:0), Na-takar—Reka f>:2 (4:1). Prag: Viktoria-^iikov—Sparta 3:1 (2:1); Slavia—<)ech. itarlin 3:1 (2:1), D. F. C.— Moravska Slavia 9:2 (4:lZ), Kladno—Te-Plitzer F. C. 3:1 (1:1). Nürnberg: Niirnl^ra C. — A. S. 2!. Nürnbpv»' 1:l> Wie»: Meisterschaft der ersten Liga: Austria—F. A. C. 3:0 (2:0), Admira—Vien na 3:0 (1:0), Rapid—Tportklub S:1 (3:1), Hakoah — Wacker 1:0 (1:0). Bitdapest: Ferentvaros—Hungaria 4:0 (1:0), 3. Bezirk—Balstia 1:0 (0:0), Mspest— Nemzeti d:0 (0:0), Ujpest—Ofner 33 0.0. HaZk Meister des Zagreber Unteroerbandes. Z a g r e b, 20. Oktober. .Heute fand hier das Endspiel um die Meisterschaft des Zagreber Fußballunterverbandes statt, in n>el^n „H a Z k" einen glatten Sieg über den Sportklub „Q a k o-v e c" feierte. K:0 (2:0) lautete das Resultat. Deutschland — Finnland 4 : V. A l t o n a, 20. Oktober. Heute gelangte hier ein Fußballänderkampf zwischen D^tschland und Finnland zum Austrag. Die Datschen siegten nach einem überlegenen Spiel verdient mit 4:0 (0:0). Die österreichische Amateursuhballmeistsr. schaft. .Heute wurden in Wien und Innsbruck die bei.den Semifinales um die Bundesländermeisterschaft von Oesterreich ausgetragen. In Wien siegte der Grazer Athletiksportiüib über Ottakringer Sportklub mit 3:2, während in Innsbruck der dortige A. (5. gegen Lustenau 07 mit 6:1 siegreich blieb. Das Finale sieht kommenden Sonntag den Innsbrucker und den Grazer A. C. als Gegner. KiN Paris - Montparnasse, Oktober. Kiki, das berühmteste aller Malermodelle, hat ihre Memoiren geschrieben: denn „man wird so langsam alt!" pflegt sie in der Angst lHrer achtundzwanzig Jahre zu sagen, und wer etwas zu erMhlen hat, er 'zähle es gleich. Kiki hat ungeheuer viel zu erzählen: von ihrer Mutter, die genau so tat wie ihre Tanten, nämlich, sie zogen eines Tages nach Paris und ließen all die Kinder bei der Grofzmutter. Mit Kwölf Iah' ren wurde es der kleinen Kiki im Prooinz-nest zu dumm; übrigens N)ar gerade Krieg, und da ließ sich doch in der verängstigten Weltstadt allerlei anfangen. Kiki nähte zerrissenes Schuhzeug wieder zusammen und tat sich auch bei den Flugzeugen um. Dann trat an sie daS Schicksal heran. In Wahrheit hatte sie ihm bereits ein wenig geholfen: denn da sie sich die Wimpern und die Brauen mit abgebranntem Zündholz schwarz zu malen Pflegte, als solches noch gar nicht für sittlich galt, erhielt sie ihren Abschied und begegnete noch am gleichen Abend einem berühmten, inzwischen verstorbenen Bildhauer. Seit dieser Stunde war sie „Kiki von Montparnasse". Hochadel in der Sippe ^er Bohemiens, Königin der Modelle. Sie wird inorgen schon ihren Platz im Louvre haben. Dann stehen die späteren Geschlechter vor einer lächelnden Joconde, deren Rätsel niemand mehr zu entziffern »veiß. Denn ihre Memoiren haben !"eniz Au^cht, der Nachwelt erhalten zu bleibö.i: es gibt davon nur wenige Exemplare, und die sind alle auf Luruspapier gedruckt, ivas ihnen ein baldiges Ende bei den Boucsui-nisten an der Seine sichert. Genau so ist es Kikis Bildern ergangen, die im „Sac're du Printemps" ausgestellt waren: der Grund dafür rst, daß eS die K'ünstler nicht mögen, wenn ihre Modelle allzu berühmt werden. Am liebsten würden sie das Urbild gleich nachher vernichten: zumal tvenn es so reizend ist wie Kiki. "^rum weiß auch das Mo-dell zu berichten: daß fast alle, denen sie stand, schlechter Laune waren. Modigliani zum Beispiel grunzte und knurrte beständig; Kiki kam aus den Aengsten gar nicht heraus. Utrillo wollte ihr nie erlcruben, das Mld zu schauen; als ihr dieS trotzdem einmal heimlich gelang, sah sie auf der Leinwand nichts als ein Wochenendhättsck>cn. Nicht viel besser erging es ihr bei Ki?s'ng und Per Krvgh. Der lustigste von allen war Foujita. j^ki liebte ihn trotz seiner Häuö-lichkl.it sehr. '^üc Mki.aibt es nuc einen einzigen Fleck (krde, auf dem sich überhaupt leben läßt: natürlich Montparnasse. Genauer: die kleine Strecke zwischen der „Coupole" und deni „Jockey", hundert Meter lang. zn>anz'g breit. Alles übrige kümmert sie nicht. Tie Straßenkreuzung, Vavin genannt, ist das Herz der Welt. Wer die Nächte im „Dome'^ nicht kennt, weiß nicht, was srohes, freies, ungebundenes, unbesorgtes Leben ist. Da at met, da lebt man. Der Aermste ist dort reicher als Rothschild in seinem Palast. „Da sind die Menschen gut wie Brot." Kiki ist ein Naturkind geblieben, im Geist und im Körper. Als ihr der Verleger daZ fertige Buch übersandte, geriet sie in fürchterliche Wut. Denn anstatt des Französisch, wie man es spricht Kiki schrieb: „Je sui", statt je suis, und „un tablo" statt tabloau — waren sämtliche Fehler fein ausgemerzt, und das arme Mädel kannte ihr Werk gar nicht mehr wieder. „Sie haben mich zu ei. Trem Feuerwehrmann (pompier) gemacht,* rief sie verzweifelt aus. Das ist der ärgste Schimpf, dem man einem Maler von dem Montpmmasse antun kann. Es ist das Ende aller Kunst: reif zu sein für die Akademie. „Meine Akademie ist mein Körper", sagt Kiki sehr richtig. Und sie weiß: unter der Kuppel werden sie grün vor Neid. Wie va< ersie Ei« ln die Tropen kam Heute, im Zeitalter der elektrischen Eis-, Kühl- und Gefriermafchinen, in dem ^ener Bewohner der heißen Zone in der Lage ist, sich einen eiskalten „Drink" herzustellen und seine Borräte srischzuhalte»:, ist der Name des Mannes ganH in Vergessenheit geraten, der als erster den Versand von Eis in Blökken nach den Tropen ins Leben rief. ES war ein Amerikaner, namens Friderik Tudor. Schon in früher Jugend hatte er sich auf der Farm seines Vaters zu Saugies in Masia-chusetts mit der Frage besch^äftigt, wie man Eisblöcke am besten schneien und lagern könne. Als L2jähriger, so erMhlt die „New-Nork Times", wandte er sein Kapital von 5000 Dollar dazu an, um das erste Eisschiff nach Südamerika zu schicken. Seine Freunde hielten ihn sür verrückt und die Seeleute wollten mit dieser „gefährlichen" Ladung nicht fahren. Erst, nachdem er erklärt hatte, daß er selbst mit diesem Schiffe fahren wollte, gelang es ihm, eine Mannschaft zusammenzustellen. Die Reise verlief günstig, und sein Erfolg machte ihn bekannt, fodaß er im Jahre 18l)5, als auf der Insel Martinique eine Fieberepidenrie ausbrach, die Eisbe-schasfung erhielt. Der Krieg im Jahre 1312 wirkte sehr störend auf sein Gesc^ft ein, und erst im Jahre 1315 konnte er es wieder in vollem Umfange aufnehmen. Sehr schwer war es vor allem, die Unwissenheit und das Mißtrauen der (Eingeborenen zu überwinden, welche das Eis in der brennenden Sonne liegen ließen und sich dann für betrogen hisl^ ten, wenn es zerschmolz; und die auch oft nicht wußten, wie sie das Eis abtransportieren sollten. Um diesem Mangel abzuhelfen^ lieftrte Tudor auch noch Decken für einen Dollar das Stück. Einen wesentlichen Aufschwung nahm sein Geschäft, als dic: britis sche Regierung ihm das V^nopol für Eislieferungen ü^trug und sie von jc^m Zoll befreite. Der Höhepunkt seiner Tätigkeit wurde aber erreicht, als ihn die englische Regierung im Jahre lM3 mit Eislisssrun-gen für Indien boaitftragte. Das Eis kam in Kallkutta fast ohne Verlust an, und von jenem Tage an konnte Tudor kaum so viel (Ksschisfe laden, als von ihm für Indien, Ehina und Japan angefordert wurt^n. Zu Nahant an der Küste b^satz er ein Landhaus, das auf halber Felsenhöhe weit über die See blickte. Hier lebte er mit Borliebe, und das einsame „Tudor-Haus" ermnert noch heute an diesen klugen und tatkräftigen Kaufmain. bll,l) iit ^ie vomektm»^ cleutscli« D»s ölskN «äe» guten Osellzekislt, kür uncl «liöne und 5pacht, daran zweiftlte er nicht. Er ging zum Fenster und sah hinunter. Kaum sechs Meter unter ihm breitete sich ein schön angelegtes Beet aus leuchtenden roten Geranien aus, wie gemacht, um himinterzu-springen. Vielleicht käme t^eser Weg später I^i einer Flucht in Betracht. Fürs erste aber wollte er den Rat des Dieners befolgen und ein Bad nehmen. Prachwoll frisch zog er sich nach dem Bade wieder an. Ohne er sich die Ursache erklären konnte, sagte er sich, daß trotz deS Mißlingens seines bisherigen Planes, die Kriminalpolizlei in die Rue de Cambre zu bringen und Prinzessin WarenSki verhaften AU lassen, sein« Gac^ gut stand. Leise vor sich hinpfeisend, kehrte er in das Schlafzimmer zurück. Am Ende des Bettes stand ein Mann von ungewöhnlicher Größe und athletischem Körperbau. Dieser Mann war zweifellos Mark-ham Gros. Eine Welle starker Lebenskraft ging von diesem Manne aus, die zweifellos .von seiner robusten Gesunid^it herrichrte. Er trug einen ziemlich starken schwarzen Schnurrbart, der dem Ausdruck seines Gesichtes verstürkte Energie gab. „Ah, Herr Mitchell." wandte er sich an d-icsen in liebenswürdigem Tone. „Sehr l'r« freut, Sie als meinen GM begrüßen zu können. Hat Ihnen das Bad wohlgetan?" „Ich spreche wohl mit Herrn Markham GwS?" „Ganz recht. Wir machen vielleicht unter ungewöl^lichen und nicht gerade erfreulichen Uniständen miteinander Bekanntschaft, Herr Mitchell, doch hoffe ich, wird diese Bekanntschaft nicht durch unerfreuliche Zwischen fälle b^inträchtigt werden." Frank verbeugte sich spAttl.sch. „Sie sind außerordentlich liebenswürdig, Herr GroS. Ich bitte Sie also, zur Sache zu kommen." „Gut also, wir werden miteinander im Augenblick einig sein. Nichts ist vorteilhafter im Verkehr zwischen uns als Harmonie und Uebereins^mmung. Ich muß Sie aber um Geduld bitten. ^ Augenblick kann ich Ih« nen noch keinen positiven Vorschlag machen, da ich den ganzen Tag durch andere Gesch'if-te gebunden war und erst vor wenigen Stunden erflchr, daß ich daS Vergnügen ha- ben würde, Sie in meinem Hause zu beherbergen.* Frank erwiderte nichts, denn er hatte nichts AU sagen. Je weniger er sprach, desto mehr würde Gros reden; selbst ein so raf-finierter Halunke konnte sich vielleicht im Eifer des Gespräches etwas entschlüpfen lassen, was er für sich behalten wollte. „Sie sehen abgespannt aus, Herr Mitchell. Die letzten zwei, drei Tage waren jedenfalls für Sie sHr anstrengend." „Gan^ im Gegenteil." zwang sich Frank zu einer lächelnden Antwort. „Nein? Das. freut mich. Wer gleichlvc>hl sehen Sie wirMch müde aus. Auf die Tiener ist heutzutage kein Verlaß mehr. Nicht wahr, Herr Mitchell?" „Auf die Diener?" wiederholte Frank. „Wie meinen Tie das?" „Nun, ich meine den Bedientm, der Sie herauf in Ihr Zimmer führte." „Ich verstehe nicht." „Ein vergeßlicher Bursche. Ich sagte ihm ausdrücklich, er möge Ihnen mitteilen, daß ich wünsche, daß Sie sich nach dem Bade sofort zur Ruhe begeben. Er hat augenscheinlich den Auftrag nicht ausgerichtet.^ „Wieso?" Gros lachte wie über einen guten Witz, den er machte. „Wieso? Nun, ganz einfach, lveil Sie nicht im Bett liegen." „Ich muß Ihnen entgegnen, daß Ihr Diener sohr wohl inir den Auftrag übermittelte." Mit einem Schlage wechselte Gros sein Benehmen. Seine dichten, schwarzzn Augenbrauen zogen sich zu sammen. Auf der Stirn schwoll die Ader des IÄhAvrns; sein Atnn streckte sich drohend vor. „Sie gehorchen nicht," preßte er iv^tsnd hervor. „Sie tun es auf eigene Gefci^r. Lassen Sie sich sagen, Herr Mitchell, daß noch niemand mir mehr als einmal !!«n Gehorsam verweigert hat. Mein Wort ist hier Gesetz. Verstehen Sie mich?" „Bollkommen. Herr GrvS," lächelte Frank „Sagen Sie, verlieren Sie immer so schnell I)ie Selbstbeherrschung?" Diese trockene und ruhige Antwort vertrug Markham Gros schon gar nicht. „Sie sind verrückt. Wenn Sie es nic'/t lvSren, würden Sie nicht wagen, mir gegnKarb»>»W»IeI, Limmer 4 äle Veretelxem»^ ^l«vl>e'»cden (Züter 8t. l-menren unä keitlmL. nSckst ^idls-valä. 8telelm«uir. 8l»tlon Vlvs der (Zr«rK0tI«cker vakn 8t»tt. ver ve«itr umf>8»t: Becker................ee« 18 Neirtir ^ie»en............19 ^^tten 0 8 .. Vsetäen..........„24 V^ilcjanxen...........7.? vHuile» mit Öedilu6en . . . 0 S .. 14273 ^uesmmen. . cc» 136 V Iiekt»r ^dkx»d« tm xnnien oiler zxeteilt. /^euöerst ssllnitixe KIlmatlicde VerkS>tnIs5e. «leene .lexicl u. ?'»ciielel, V«8»erkr»ft. 8Hxe. relekl. ttoIrdestSnäe. /^incle»txedvt nur 8 33 461'— mitkln vtikiick se!» tenste Oelexendeit. MNere8 «lurck I»?. vßkm»? In Vsnn 0u «In« v«IcI»>j?»I-«uns m»«k« KI«? «»I« Seit vana »ueks» Du eine V«,cti>i«I«un«? klevll «edon unil kein«. Veidslb Nnäait vu Ireln«? t?ntve«ncke St«N« finden. 0l> varto»t »I»o »etiün »eäul^iir. vwlleledt uairellulill». eventuell vef?velkeli. ds?l,»tval,r,cli«lnllcl, »ul d«»>«r« ?eltea. o»II> »er »rdeltet. »ela k'orNcommen tlnclet. Lalelio ?r »n« «lerer nielit »lllrevleien Xlio »ucke nickt veiter. es l»t «ekslle um lecke ^lnut«. vi oli-oelil» »elt t>llon»t«n keloe »tinileüt«. Xomme enckilcll ?ur Vernualt unä d«-»cklktire viel» »eldit. >V«r» KlelniLkelt von vi«. 316?.-. un«l die« nlelit »ut elnm»I. Nln>rk»ren li»»t vo «I»nn »ofort tilr viel, unck ve'ne I'emIIIv eine »ttn^iie ve-ickZitleunir uo^ lSieNciien Ver6len»t. .. ^ Im Verl»uke von elnieen 1'»?en lcknnst vu dei iin, unrnti-oltilcli »uk einer Illelnen I^a»cliino eine lelciite unä »cliüns I1i,>i»!ii erl'i'ien, mittel» voloker vu «olelenä ilelieli In veinem Limmer vln. iA1-.l50 ver-«ljenen k»ii»»t. >Venn vlr velne Xnirel'vrlxen ?IK»t im ttloiniien vorke Kei S—Mamillen betrieben vercken. vvil vu eine« dilliiren Artikel er7.eu«e«» »nn»t. llenn ?rov. lcleli. v»m». Herr o^er v»uer kl^iclimkki? ven prel» «ll»»er kleinen I^a^ckino l>»»t vu vir. wenn nlclit lrtl> lier. »der In Z—4 V^oeliea vercllent un^ vean Vii nur ein t,iljet>?n ee. 5l:lilelct dl,t. ls»nn»t vu im evelten ^onat dereit, eine rvoite ^»,-iilne I» velnen vetrled einstellen. In veutsclil»nck li»don »icli ckurck cllo k^rivrnun« un^l i»»ci>en »kle und «e-lelilellt »>nd. V»» lr»nn»t vu »ucl, errelcdenl vle ^»»elllne llo»tet fr»nlco tn» I1ao5 «vliokert suk vln. ZlSo.— ^amt unenteeltllelivm I^nterriellt. I?In ll»iu «eliftriee» vuoli mit lliuitrvtionen kostet »ep»r»t VIn. >2—. vorio vu »lie» >VI»»en»ver«e Nn. lze»t. Metried der Niuilnduitrie. Nnndliadune der ^n^ciilne. keckin«ln>»ie. kerinn der /Arbeit, venckelsunir de» kl^»teri»l». «cute V«rv«r» tun? der er-eu«rnl»v. 0r»ti5lcur»e K«I der Oeneralvertretun?. Lrlesnun» der N»u»In«Io»trI« Im elxenen N»u»e u«v.) V^lr v«r»'ot'ern vlr »eliriltllol,. dav Vu e» nlolit dere««', vlr»t. veiiii vn d!e»vn lsieliten verut erereifit. vle Isr»tell«r verden vlcli beetllrmea und ver»lll nlelit. d»e die profe,»ion lZro» bedeutet. ftdne Öeld icld^ e» lrein de^cliakt und nkne VVorkreiir lcein tZeverd». Vvln eriter Scl,ritt »oll nun »ein. ein NNeblein lu beitellen. velelie» vir »lle nvtlrvo Xutllliirun»en ?id». Vu erl>»lt»t e^ eeiren Vnrelniendune von VIner IZ.— bei der Oener»lvertretun«r nnd l^ledefloeo der deuticl»«» ^^sücklnenladrllc ^lkt 0«» »«Zriuert« I.^ IZ. p«r ^>cl,n»l>me viic« n>cli« l-eiiekvi't. Im vriele »oll W»«l«r ll»lä. nocl» Krlefm»rlren eln»reiendai »ertlen. Vor»ntvortunir vlrd nur fllr mlt» tel» po»tanvel»oli» elnikv»»ndt« lZetrleo lldernomme». Abgeschlossens Zweizimmerwohnung sucht kinderloses, reines, ruhiges Ehepaar. Antr^e unter „2 Personen" an die Berw. 14S0Z 7zimmerige Wohnung m. Dienst boten- und Badezimmer, für Kanzlei, Advokaten oder Aerzte geeignet, im „^cherbaumh^" zu vergeben. Ansr. Scherbaum, Grajski trg 7/1. 13412 lZrüv«?« D<«ng« ^srldorßks tkksrns Juriliav» uUe» 4. ?«I. 2024 Xoni»vntl«»«I»on V5i»t«n N« ««I»on ctle oe?te I^onütisckrUt Luroo»«^ ^enn ntekt, »o verlt>ns?en 5l» noctl Ireut« ein ptodenumm«k 6es ll»3 jecl«, (lei clte VLI-I" »ut ein »konnlert vller sein Abonnement um ein veslttnxekl ßßl'AlIl 4 l/ c»ltol Xl) 4 tknclvelstHrkerrobre) «dtltt? ^»dresudonnement: l)in un(t I)in Hv'— lük ?yrto der pftiniie ^uscttiilten »us8clllieljllct^ »n (i ti >Vjen, I.. -'e^l u I-.'. 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