AMM IMm. Der Preis deS Blatte» beträgt: Für Marburg: Ganzjährig IS halbjährig K X, vierteljährig Z X, monat lich 1 iL. Bei Zustellung^ inS HauS monatlich 20 k mehr Mit Postversendung: Ganzjährig 14 k, halbjährig 7 K, vierteljährig 3 X 50 k Das Abonnement dauert bis zur schriftlichen Abbestellung Erscheint jede« DienStaa, Donnerstag und GamStag abends. iprechstnnde« deS Schriftleiters an allen Wochentagen vo 1—12 Uhr vorm. und von 5—tt Uhr nachm. Postgafse 4 >ie Verwaltung befindet sich: Postaasse 4. (Telephon-Nr. ^4 Einschaltungen werden im Berlage deS Blattes und von allen größeren Annoncen - Expeditionen entgegengenommen Inseratenpreis: Für die 5.nal gespaltene Zeile lS ti, - b Wiederholung bedeutender Nachlas;. — Tchluk für tzin^ schaltungen Dienstag, Donnerstag und Tamstai mittags _Die Einzelnummer kostet Ii) k._ Nr. 144 Dienstag, S. Dezember RSt^Ä 41. Jahrgang. Die Wirtschaststage der österreichischen Urejse. Von österreichischen ZeitungSherauSgebern wird gegenwärtig eine Aktion eingeleitet, welche die Lage des österreichischen ZeitungSwesenS heben soll. An dcis Handelsministerium wird eine Eingabe gerichtet werden, welche das be—rühmte österreichische System wieder einmal glänzend illustriert. Rudolf Keller hat einen Aussatz versaßt, der sich mit der Wirtschaftslage der österreichischen Presse besaßt, daraus hinweist, daß die Auflzebung des Zeitungsstempels allein keine Revolution auf dem Gebiete des ZeitungSwesenS hervorrufen konnte, da diese Erleichterung durch verschiedene andere Umstände wieder ausgehoben wurde und sodann übergeht zu dem Kapitel: Die österreichische Post und die Zeitungen. Die österreichische Post hat den teuersten Zeitungstarif aus der ganzen Welt. Für die zwei Kreuzer Porto, welche ein täglich zweimal erscheinendes Blatt zu bezahlen hat, kann man in anderen Ländern eine ganze Zeitung frei ins HauS gestellt erhalten. In Italien beträgt das Porto 0 5 Pfennig, in Dänemark 0 6. in Belgien und in der Schweiz 0 8, in Holland 0 9. in Portugal 11 und in Deutschland durchschnittlich 0 5 Pfennig pro Exemplar. Es ist schlimm genug, daß die Zei-tungen in Oesterreich zweimal bis fünfmal soviel Porto bezahlen müssen, als in anderen Ländern. Schlimmer jedoch ist eS, daß die schwer um ihre Existenz ringenden österreichischen Blätter in Oesterreich zwei- bis viermal so viel Porto bezahlen müssen, als ausländische Blätter in Oesterreich bezahlen. Die österreichische Post macht nämlich einen großen Unterschied zwischen österreichischen und ausländischen Blättern. Die (Nachdruck verboten.) Gine Lüge. Original-Roman von kiosee. 25. Fortsetzung. Ihr Gewissen kämpfte mit der Güte ihres Herzens, das ihr verbot, jetzt zu sprechen, jetzt sich anzuklagen, ihm die Schuld, die sie gegen den Beamten begangen, ihre Lüge, die sie dem Gatten gegenüber gesprochen, zu gestehen. Der Arzt hatte ihr strengstens anempfohlen, den Kranken vor jeder Erregung zu belvahren, der geringste Verdruß, Schrecken oder dergleichen könne die schlimmsten Folgen bringen. „Sie müssen ihn vor jeder Auf» regung schonen", hatte der Arzt gesagt. Wenn sie ihnl jetzt ihre Sünde bekannte, welche Verantwortung lastete dann auf ihr! — Vielleicht mußte sie sich dann seine Mörderin nennen. Nein, jetzt konnte, jetzt durste sie nicht sprechen, jetzt war eS zu spät. Ihre Hand lag zuckend in der seinen; dieselbe Hand hatte dem Mörder zur Flucht geleuchtet, und ihre Stirn, die nur den Kuß ihres Gatten Hütte empfangen sollen, sie hatte sich willig von dem Fremden berühren lassen, ja, nicht nur daS. wie ein elektrisches Fluiduin hatte eS dabei ihren Ki^rper durchrieselt, und selbst daran zu denken, ein-pfand sie jetzt noch wenig. Ulid doch war es Sünde! — Sie hatte sich redlich bemüht, den Gatten zu lieben, sollte sie jetzt in den letzten Stunden, in denen sich ihre Herzeu einander nälierten. ihn sich wieoer entfremden? — Was wurde damit genützt? was konnte damit erreicht werden? — Ich hätte ausländischen Blätter können durch die österreichische Post zum Originalpreise abonniert werden, die österreichischen aber nicht, die ausländischen Blätter dürfen unverpackt geliefert werden, die österreichischen müssen zusammengelegt und mit einer Schleise versehen werden, die ausländischen Blätter brauchen keine Adresse zu tragen, die österreichischen müssen eine Adresse und eine Marke tragen. Nach alledem wird es nicht mehr überraschen, wenn die ausländischen Blätter für die Beförderung viel we-Niger zahlen müssen, als die österreichischen. Die Eisenbahnen und die Zeitungen. In Deutschland und den übrigen Kulturländern hat man sich daran gewöhnt, daß Zeitungen in den schnellstfahrenden Expreß- und Ellzügen befördert werden. Die Leipziger Eisenbahnzüge und sogar die Berliner Eisenbahnzüge sind den Zeitungen so gut angepaßt, daß viele Leipziger, Dresdener und Ber-liner Morgenblätter früher nach Deutschböhmen kommen, als die Prager Blätter, fo daß der Gedanke, Prager Lokalblätter in Leipzig drucken zu lassen, schon in Erwägung gezogen worden ist und schließlich zur Herausgabe einer Provinzausgabe deutschböhmischer Blätter in Sachsen sühren wird, wenn die österreichische Regierung sich nicht doch endlich entschließt, zu Gunsten der Blätter das Post- und Eisenbahnwesen zu reorganisieren. Das „Prager Tagblatt" würde, wenn e« in Deutschböhmen 20.000 Postabonnenten besitzen würde, in Leipzig erscheinen können und billiger und schneller in Deutschböhmen eintreffen als von Prag aus. Die österreichische Post würde die Zeitungsballen unverpackt übernehmen, mit Schleifen und Adressen versehen und dafür nur etwa 60.000 Gulden jährlich berechnen, während das gleiche Blatt, wenn es im Jnlande hergestellt wird, die Expedition. Verpackung und Adressierung selbst besorgen muß und für Porto 14'^000 Gulden jährlich extra zu bezahlen hätte. DaS Morgenblatt. die Lüge vom meiner Brust gewälzt, mahnte das Gewissen. Du hättest dem armen Sterbenden den letzten Trost des Vertrauens, das er jetzt seinem Weibe entgegenbringt, geraubt, mahnte daS Herz. Jetzt zu sprechen, wäre roh. — Schweige und schleppe Deine Schuld weiter. Du kannst Dich nicht mehr entsündigen. Sie beugte sich über die Hand des Gattten und küßte sie. „Verzeihe mir. wenn ich Nicht immer war. wie ich hatte sein sollen, ich will Dir in Zukunft ein besseres Weib sein." Er drückte ihre Hand und schüttelte den Kopf, als wolle er ihr andeuten, dß es jetzt schon zu spät sei. Wieder bäumte sich daS Gen?issen in ihi^er Brust. O Gott! könnte ich doch noch zu ihin sprechen, könnte ich es ihm doch noch bekennen, daß ich den Flüchtling geführt, zur Freiheit des Todes. Ein paarmal liatte Liborius in seinen Phantasieen von Dem Mörder gesprochen. „Satan selbst muß ihm gel?olfen haben", murinelte er öfters. Und sie. die mit den peinlichsten Qualen diesen Reden lauschte, l^atte sich küssen lassen — hatte den Tod des Möi^ders init heißen Tränen beweint, hatte all ihre Blumen ihin nachgesandt, als das einzige LiebeSopfer. daö sie ihin bringen konnte, und hatte, ach! das eigene Leben in SelinsuchtS-träuinereien vergeudet. Sie belog und betrog den Gatten, der so vertrauensvoll noch sterbend ilire Hand gefaßt. Ach. d^iß die Kette, mit der die Lüge ihr Herz uinschlnieoete. sie nicht so inarterte! Eine ernste, melancholische Herdslstiininung herrschte in der Natur, dichte, graue Wolken hiiigen das gegenwärtig um 6 Uhr ausgegeben wird, würde in Prag von Leipzig ankommend, nur eine Stunde später, um 7 Uhr morgens, ausgegeben werden. In Nordböhmen wäre es natürlich früher erhältlich als die Prager Blätter, im Egerlande um einen halben Tag früher. Die Zeitungen, die um 3 Uhr fertig sind, müssen auf großen Hauptlinien bis nach Uhr vormittags auf Beförderung warten. Aehnliche Verhältnisse wie in Böhmen, herrschen in den Alpenländern, die von München aus viel leichter erreicht werden können, als von den inländischen Hauptstädten. In Tirol. Salzburg. Oberösterreich haben Münchener Blätter eine grizßere Verbreitung als inländische. Durch die Eisenbahn-sahrpläne, durch das billigere Porto für ausländische Zeitungen, durch die Abonnementbesorgung der österreichischen Post nur sür ausländische Blätter wird ein Gebiet dem Einflüsse der österreichischen Presse künstlich entzogen und Papier- und Druck-industrie künstlich und von Ztaarswegen geschädigt. Die Telephongebühren und die Zeitungen. Die Telcphongebühren sind in Teutschland im allgemeinen um drei Viertel billiger als in Oesterreich. die Telegraphengebühren sind wohl nominell gleich, die Zeitungen erhalten jedoch Vergünstigungen. indem man ihnen einen Telegraphendraht ganz oder auf Stunden vermietet. In den Abendstunden kostet ein Draht pro stunde von etwa 1500 Worten 20 Mark, oder etwa 1^'^ Pfennige per Wort (gegen 6 — 5 Pig. vro Bort in Oesterreich). Viel schlimmer als d e boh?^ Tele-graphengeliühren sind naturgemäß tie hohen Telephongebühren. die im Zusammenhang mit der Un-zuverlässigkeit des Korrespondenzbureaus die Zeitungen wucherisch belasten, so zwar, daß bei einem täglich zweimal erscheinenden Provinzblatt auf jeden Jahreöabonnenten zwei bis drei Kronen allein tief hernieder. Die Bäume waren sämtlich entlaubt, kein Vogel zwitscherte mehr in ihren Aesten. nur Scharen von Raben zogen hin und wieder an der Burg vorrüber. t)ocklen sich einige Momente auf die Bäume und flogen daiin mit gellendem Kreischen wieder fort. Der Boden des Gartens war mit nassen, schwarzbraunen, faulenden Blättern bedeckt, und die wenigen Astern und Georginen ließen, vom Reife verbrannt, trauernd ihre Köpschen zur Erde niederhängen. Melanie saß in der Krankennube. ihr Gemüt war schiver bedrückt. Sie sah in den düsteren Garten hinunter und horchte dein eintönigem Rauschen der ciin Uier anschlagenden Wogen zu. ..Welch' ein trauriger Llbend!'' seuizie sie. ..Ich wünschte, es wäre schon Morgen." ..'I'celaniemoch L:chr. lnehr Licht!'' bat Liborius. „NiMin mich in Deine Arme, mir wird so bang — so schn'ül." Sic spr^^ng emror. riß die Aensier aus und eilte zu it)m. Ein kaller Wind k^ililtc dic l^eiße Stirn des Kr^inken. er lächelte ihr dankbar zu und lviederholre den Wunsch: ..N'.min m:ch in Deine Arme." Sie setzte nch an sein Bett und umschlang ihn. Lling saß er so. o!.'ne sich zu bewegen, ^r rührte sich nicht, sie borte keinen Alhem. kein cheln. Iminer schiiierer und schi^crer wur)e die Lasr. so daß lkr deinal^e die Arine ^^u brechen drodien. ^le küßte seine '^tirn. — ihre L ppcn bcrü!?rten eine Leiche. -- Die nächsten Tage waren ^ür 'I'Ielanie. als ob sie iin Tr^niine wandle. Ihre unnalür'.iche 5iuhe. Telephonspesen entfallen. Im Durchschnitt wird das interUrbane Telephon in Deutschland etwa ein Viertel jener Gebühr kosten, die es bei uns kostet. In einzelnen Fällen aber ist daS Mißverhältnis noch größer, so beispielsweise zwischen Westerland und Berlin einerseits und Pilsen und Budweis andererseits: die preußische Strecke kostet 0'16 Psg. pro Kilometer und Einheit, die i)sterreichische 1-26 Psg., also mehr als I^/zM a l so viel! Immer und überall hat eS sich gezeigt, daß eine Herabsetzung der Portogebühren für das Aerar keinen Verlust bedeutet, weil der durch die Erleichterung befreite Verkehr naturgemäß wieder anschwillt und durch die Masse ersetzt, was im einzelnen scheinbar geopfert wurde. Die Lage der österreichischen Presse erfordert nach den hier geschilderten Beschwerden zunächst die Durchführung der nachstehenden Forderungen: 1. Gleichstellung der unabhängigen inländischen Zeitungen mit den ausländischen und osfii-ziösen Zeitungen im Postverkehr. 2. Postambulanzen in allen Schnellzügen. 3. Anpassung des Eisenbahnfahrplanes an Bedürfnisse deS Zeitungswesens. 4. Allgemeine Herabsetzung der Telephon* gebühren, oder besondere Nachlässe vom bisherigen Telephon- und Telegraphen-Tarif für die Zeitungen. 5. Aufhebung des Kolportage-Verbotes. Fotitifche Zlmschau. Antc^nd. Parlamentsferien. Wie aus Wien berichtet wird, soll der Reichsrat bis 19. Dezember beisammen bleiben. An diesem Tage beginnen die Weihnachtsferien, die mit dem 7. Jänner enden. In der Zeit bis Weihnachten sollen noch 15 Sitzungen abgehalten werden, auf deren Tagesordnung nicht weniger als 67 Dringlichkeitsanträge stehen. Von diesen sind 63 allein tschechischerseitS eingebracht. Zur deutsch-tschechischen,VerftSndigung.^ Nunmehr erklärt sich auch die „D. Wacht" („D. V.") ganz in unserem Sinne entschieden gegen das von den Konferenzlern in Aussicht gestellte Zugeständnis der inneren tschechischen Amtssprache, indem das genannte Blatt u. a. sagt: „Die alpenländischen Abgeordneten geben sich einer verhängnisvollen Täuschung hin, wenn sie meinen, daß mit dem Zugeständnis der inneren tschechischen Amtssprache der Frieden deS Reiches erkauft werben könne. Ganz abgesehen von den Tschechen, die einfach ihren Zielen um ein paar Stufen näher gekommen sind, liegt die Hauptgefahr für den Süden des Reiches darin, dciß daS abermalige Vorrücken der Tschechen mit Naturnotwendigkeit zu Zugeständnissen der Reiht totenbleiches Gesicht und ihre tränenlosen Augen machten den Doktor Graußa ernstlich um sie besorgt. Nach der Beerdigung kam er zu ihr und sagte: „Hochverehrte liebe Frau, nehmen Sie eS sich nicht allzusehr zu Herzen. Die lange Krankenwart hat Ihre Nerven gänzlich geschwächt. Zerstreuen Sie sich und fügen Sie sich in das Unabänderliche. Der Dahingeschiedene war ja ein sehr ehrenwerter, ein sehr braver Mann, aber er war für Sie doch zu alt. zu trocken. Er war ein Bücherwurm, der Sie nicht gehörig zu würdigen verstand." — „O, sagen Sie daS nicht!" schrie sie empört. „Er war zu gut. zu nachsichtig gegen mich. Ich bin ihm ein schlechtes, pflichtvergessenes Weib gewesen, das ihn betrogen, beschimpft, entehrt hat." Doktor Graußa sah sie groß an, fühlte rasch nach ihrem Puls und befahl ihr. sich sogleich zu Bette zu legen. Dann telegraphierte er an Oberst Hoch-gern und bat ihn, zu ftiner Tochter zu kommen, die sich in einem besorgniserregenden Zustande befinde. Am nächsten Tage war der Oberst in der Rauenburg. aber zu seinem freudigen Erstaunen lag seine Tochter nicht krank zu Bett, sondern ging wie sonst ihren HSusiichen Geschäften nach. „Gott sei Dank!" rief er. „Doktor Graußa erwartete mich am Bahnhofe und sagte mir. Du seiest jetzt wieder wohler. Ich hatte keine Ahnung davon, daß Du Frankenthal so . sehr geliebt hast. Ich glaubte im Gegenteil aus allen Deinen Briefen eine gewisse Unzufriedenheit herauszulesen. Ach Kind, ich war in banger Sorge um Äch!" aierung an die Windischen führen muß. Dies steht in einem Zusammenhang wie Ursache und Wirkung. Der tschechische Norden wird vom windischen Süden getreulich kopiert. Siehe die Frage der Aufschriften bei Eisenbahnstationen." — Wir haben diesen Standpunkt schon seit dem ersten Auftauchen der unglücklichen Konferenzleridee vertreten und freuen unS darüber, daß nunmehr auch an anderen Orten die Gefahr erkannt wird, welche für Untersteier aus dem Zugeständnisse der inneren tschechischen Amtssprache erwächst. Zur TerminhandelSsrage.! ^ Von der „Zentralstelle zur Wahrung der land.-und sorstw. Interessen" erhalten wir folgende Zeilen: Infolge der letzten, siegreichen agrarischen Abstimmung über den z 12 des Terminhandelgesetzent-Wurfes im Abgeordnetenhause hat die Börse für landwirtschaftliche Produkte in Wien kapituliert. Die Kammer der Wiener Produktenbörse hat nämlich in ihrer am 29. November l. I. abgehaltenen Plenar-versammlung auf Vorschlag deS Präsidiums einstimmig den Beschluß gefaßt, alle auf den börsenmäßigen Terminhandel bezughabenden Verkehrsbestimmungen (Usanzen) und Liquidationseinrichtungen mit 1. Mai 1903 freiwillig außer Kraft zu setzen und von diesem Zeitpunkte an die Notierungen über börsenmäßige Termingeschäfte im amtlichen KurSblatte einzustellen. Wenn demungeachtet unser Sieg in der Terminhandelsfrage sich zu keinem vollkommenen gestalten sollte, so werden diejenigen die Verantwortung zu tragen haben, die im letzten entscheidenden Momente ausgebrochen sind. Ausrctnb. — GeneralKitchener ist in Bombay angekommen und hat seinen neuen Posten als OberbesehlShaber der indisch-britischen Armee angetreten. — Der Versuch der venezuelanischen Aufständischen, von Kolumbien aus den Kampf gegen die Castro'sche Regierung wieder auszunehmen, ist gescheitert. Sie wurden in verschiedenen Gefechten von den Truppen Castrops geschlagen und zum Rückzüge über die kolumbische Grenze gezwungen. — In Marseille ist einAuSstand der Matrosen ausgebrochen. Bereits hat der Verband der Syndikate der französischen Seeleute erklären lassen, er würde den Generalausstand der Seeleute verkünden, falls die Forderungen der Streikenden in Marseille nicht bald die Genehmigung der Rheder finden würden. HagesueuigKeiten. (Petition um Abberufung eines windischen Priesters.) Die Gemeindevertretung der Gemeinde St. Stephan a. G. hat in ..Ich war Deiner Sorge gar nicht wert, Vater; denn ich war nicht die Melanie, die Du liebtest und ehrtest, sondern eine schwache Träumerin, die phantastischen Gedanken nachjagte und darüber die nächsten und ersten Pflichten der Gegenwart vergaß. Ich war nicht mehr wert, mich Deine Tochter zu nennen, denn Du suchtest mir Deinen Edelsinn, Deine Treue, Deine Wahrheitsliebe inS Gemüt zu pflanzen — und ich war schwach, feig und lügnerisch. Ich betrog den Gatten nicht nur in der Tat, sondern noch weit mehr in Gedanken. Ich duldete nicht nur den Kuß eineS fremden ManneS. sondern mein Herz jauchzte dabei in nie geahnter seliger Wonne auf. Ich vergaß die eigene Würde und folgte willenlos de^n beeinflußten Zauber — eines Verbrechers. Wirst Du, der in Ehren grau gewordene Soldat, es glauben, wenn ich Dir sage, daß Dein Kind es mit einem gemeinem Verbrecher hielt? Daß ich im eigenen Hause des Gatten ihm zur Flucht verhalf? Statt ihn zu sangen, wie ich eS so leicht hätte tun können, statt ihn dem gerechten Richter zu überliefern, riskierte ich selbst die eigene Ehre und floh mit ihm, mich ihm allein anvertrauend, in die Gruft und verhalf ihm so zur Flucht. Entschuldige Dein Kind nicht, daß es unüberlegt, im ersten Moment deS Schreckens handelte — nein; denn höre und staune über die gänzliche Gefangennahme meiner Seele, ich würde es heute, würde es in dieser Stunde wieder tun, ich würde ihn gegen Dich, gegen die ganze Welt verteidigen. Was Liebe ist, ich hatte es bis dahin nie gewußt." — (Fortsetzung folgt.) ihrer Sitzung vom 26. November beschlossen, beim Patronate deS CisterzienserstifteS Rein um Abbe^ rufung des Pater Benedikt Vi dar, eines S l o-Venen, von der Seelsorge in der Gemeinde vorstellig zu werden. Pater Vidar hat während der letzten Landtagswahlen eine so rege Agitation im klerikalen Sinne betrieben, daß sich die Gemeindevertretung aus Gründen der Erhaltung des Friedens in der Gemeinde zu diesem Schritte veranlaßt sah. — Jetzt können sich die Leute dort wenigstens einen schwachen Begriff davon machen, wie die windische AgitationSklerlsei erst in Untersteiermark arbeitet! (Auf dem Wege inSParlament) hat der Photograph „Oesterreichs Illustrierter Zeitung" unsere Herren Parlamentarier überrascht und, ob sie wollten oder nicht, aus seinen Platten festgehalten. DaS eben erschienene Hest 9 dieses einzigen großen österreichischen Familienblattes, das heute in jeder Beziehung die Konkurrenz mit den auländischen Blättern dieses Genres aufnehmen kann, bringt nun diese äußerst gelungenen, durch ihre Ungezwungenheit außerordentlich charakteristischen Aufnahmen, die gerade jetzt, wo wieder die Parlaikentsdebatten den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses bilden, besonders willkommen sein werden. Auch der übrige aktuelle Inhalt deS BlatteS ist reichhaltig und sehenswert. Neben den Porträts aller Persönlichkeiten, die im Laufe dieser Woche die Aufmerksamkeit auf auf sich lenkten, enthält dieses Heft daS Kaiserin Elisabeth'Denkmal in Monfalcone, die erste Tur-binendampsyacht der Welt, eine photographische Aufnahme einer Kriegertruppe deS Somali-VolkS-stammeS. sowie drei Reproduktionen deS fallenden „GatterhölzeS", eine Ansicht deS schon mit Eis bedeckten Donaukanals. (Einen interessantenBriefwechsel) teilen die „Münchener Neuesten Nachr." im folgenden mit: 1. Wohllöbliches Schultheißenamt in P. ersuche ich geziemend, zum BeHufe der Feststellung der Sterblichkeitsverhältnisse mir gefälligst mitteilen zu wollen, wieviel von den dortigen Einwohnern jährlich ungefähr sterben mögen. Mit Achtung zc. lc. R...... den 1. April. OberamtS- arzt Dr. S. — Auf Vorstehendes hat unterzeichnete Stelle zu bemerken, daß von den hiesigen Einwohnern, so viel bekannt, Kein er sterben mag. Sich damit zc. ?c. P....... den 3. April T. Schultheißenamt A. — 2. WohllöblicheS Schultheißenamt in P. scheint meine Anfrage in Betreff der Sterblichkeit mißverstanden zu haben. Ich wünschte eigentlich zu wissen, wie viele der dortigen Einwohner jährlich sterben können, worüber gefälliger Auskunft entgegensieht. R...... den 4. April. OberamtSarzt Dr. S. — Auf Vorstehendes hat das unterfertigte Schultheißenamt die Auskunft zu geben, daß von den hiesigen Einwohnern möglicherweise alle sterben können. Sich damit ?c. ?c. P...... den 7. April. T. Schultheißenamt A. — 3. WohllöblicheS Schultheißenamt in P. wolle gefl. einfach hierher berichten, wie viele der dortigen Einwohner im verflossenen Jahre gestorben sind. R...... den 8. April. OkieramtSarzt Dr. S. — In fraglicher Sache ist sich an daS I. Pfarramt dahier zu wenden, wo derlei Vorkommnisse aufgeschrieben werden. Sich damit :c. P...... den 10. April. T. Schultheißenamt A. — 4. Königliches Pfarramt in P. erlaube ich mir gefl. um Auskunft darüber zu bitten, wie viele der dortigen Einwohner im vorigen Jahre gestorben sind. Achtungsvoll zc. R...... den 11. April. OberamtSarzt Dr. S. — Im verfloffenen Jahre sind hier des TodeS verblichen 22 Seelen und 1 Leineweber. P...... den 12. April. T. Pfarramt M. D." (Zwei Minuten!) Wie kostbar die Zeit unseren Herren Ministern ist, bezeugt die Meldung eines kaufmännischen FachblatteS, welches mitteilt, daß die Audienz der Vertreter deS „Verbandes deutscher Kaufleute in Böhmen", welche in selbstverständlich wichtigen Angelegenheiten ihreS Standes vor dem Handelsminister in Reichenberg erschienen, knappe zwei Minuten währte! (Gratuliere!) Kennzeichnend für die börsenfreundliche Haltung deS ersten SektionSchess im Ackerbauministerium, Baron Beck, ist eS, daß er im Ausschüsse nach der börsenfreundlichen Rede des jüdischen Abg. Licht diesem einen Zettel zuschob, auf dem zu lesen stand: „Lichtvoll!" Gratuliere." Das sagt ein Beamter des Ackerbauministeriums ! ^ Higen-Aerichte. Die vahnhofverhSltttiff« von RadkerSburg. RadkerSburg, 29. November. Die Bezirksvertretung RadkerSburg hat in ihrer heute abgehaltenen Vollversammlung zu den aus unserem Bahnhofe herrschenden unerquicklichen Verhältnissen Stellung genommen und hierüber nachfolgende Entschließung einstimmig angenommen: „Schon zu wiederholten malen wurden in der Okffentlichkeit unsere höchst unzulänglichen, ja geradezu unwürdigen Bahnverhältnisse beleuchtet, ohne daß seitens der Betriebsleitung der k. k. priv. Südbahn auch nur die mindeste Abhilfe geschehen wäre. Ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, seien kurz nur nur solgende Mängel hervor-gehoben: Die ganze Bahnhofanlage der Station RadkerSburg erweiSt sich dem bedeutenden Personen-und dem nicht minder starken Frachtenverkehr gegenüber als völlig ungenügend, daS fahrende Publikum entbehrt jeder Rücksicht, indem eS bei einer Durchschnittszahl von mindestens 100 Personen pro Tag weder über entsprechende Warteräume, noch über einen gedeckten Bahnsteig verfügt, demnach den Unbilden jeden Wetters schonungslos ausgesetzt ist; die Personenwagen sind schechtester Qualität, bei den Frühzügen oft ungeheizt; die fortzuschaffenden Waren müssen oft tagelang, dem Verderben preisgegeben, im Freien liegen, da eS an genügenden Unterkunftsräumen und Betriebsmitteln zur Weiterbeförderung fehlt; dem Beamten- und Arbeiterpersonale ist es bei aller Anerkennung physisch unmöglich, die Arbeiten zu bewältigen, kurz Zustände, welche daS Einschreiten der Regierung als Aufsichtsbehörde herausfordern. Die Bezirksvertretung von RadkerSburg, welche seinerzeit bedeutende finanzielle Opfer für den Bahnbau leistete, fühlt sich demnach verpflichtet, im Interesse der Bevölkerung gegen diese unhaltbaren Zustände energisch zu protestieren und verlangt von der Staatsverwaltung, nachdem Beschwerden an die k. k. priv. Südbahn sich erfahrungsgemäß als fruchtlos erweisen, rasche und begründete Abhilfe." — In formeller Hinsicht beschließt die BezirSvertretung von RadkerSburg die Verfassung einer Denkschrift, welche unter Darlegung aller Schäden und Mängel den Vertretungskörpern und dem Elsenbahn-Ministerium, sowie dem StaatS-Eisenbahnrate zugemittelt werden wird. Die Theaterkrise in Graz. Graz, 29. November. In den weitesten Theaterkreisen — auch über die schwarzgelben Grenzpfähle hinaus — hat die unerwartete Kündigung deS Pachtvertrages, welchen Direktor Otto Purschian mit der Grazer Stadtgemeinde hatte, unliebsames Aufsehen erregt. Die Grazer Bühnen haben auf jedem Gebiete der dramatischen Kunst unter der Direktion Purschian einen derartigen Aufschwung genommen, daß man sie heute mit Recht den erstklassigen deutschen Kunstinstituten beizählen darf. Und nun wird der Mann, dem die Grazer bühnenliebende Welt dieS zu verdanken hat, gewissermaßen an die Lust gesetzt, weil er sich unterfangen hat, eine nach Anschauung der gemeinderätlichen Kreise etwas zu hohe Reiserechnung zu präsentieren. Man wird nicht weit fehlgehen, wenn man diese Reiserechnung nur als die willkommene Gelegenheit ansehen wird, um einer im Theater^Comit^ seit einiger Zeit Platz, greifenden Verstimmtheit gegen die Direktinn Purschian Ausdruck zu verleihen. Der Hauptgrund der Kündigung dürfte der Umstand sein, daß man sich in gemeinderätlichen Kreisen mit der Absicht trägt, die Theater in eigener Regie weiter zu führen und auf einen den Theaterkreisen entstammenden Direktor gänzlich zu verzichten. Ob damit in der Zukunft Erfolge erzielt werden können und nicht vielleicht das jetzige Niveau der gebotenen Kunstleistungen wieder herabgedrückt werden wird — welche Ansicht im Publikum stark verbreitet ist — muß die Zukunft lehren. Jedenfalls hat sowohl Künstlerschaft als Publikum bei der Erstaufführung von MaeterlinkS „M o n n a V a n n a" seinem Bedauern über die Kündigung PurschianS durch die diesem Künstler dargebrachten gewaltigen Ovationen beredten Ausdruck gegeben. Eine zwar vom Standpunkte Direktor PurschianS vollkommen begreifliche scharfe Erwiderung von der Rampe aus, welche aber im Interesse einer eventuellen Einrenkung deS Falles zu bedauern ist, hat den Konflikt zwischen Direktion und Gemeinde verschärst, und dürfte erst nach den Ge- meinderatSwahlen eine endgiltige KlSrung der Krise erfolgen. Leider sind mittlerweile unsere bedeutendsten und beliebtesten Bühnenkräfte anderweitig gebunden worden, so daß wir in der nächsten Spielsaison nicht nur mit ganz neuen Verhältnissen, sondern auch mit ganz neuen Kunstkrästen zu rechnen haben werden. Falls der Gemeinderat aus seiner Absicht der eigenen Regieführung bestehen bleibt, dürfte eS wohl höchste Zeit sein, sich nach tüchtigem Ersätze umzusehen, damit wir nicht nochmals jene theatralischen Kinderkrankheiten durchzumachen haben, welche uns an der Grazer Bühne seinerzeit nicht erspart geblieben sind. Aeußerst wunder nehmen muß es aber jeden in die hiesigen Theaterverhält' nisseEingeweihten,daß man Lieblinge deSPublikumS, welche sich gerne noch sür einige Zeit in Graz an Graz gebunden hätten, ziehen ließ, ohne mit denselben wegen Verbleibens unter einer neuen Theaterleitung auch nur zu verhandeln. Es wäre zu wünschen, daß sich dieses Versäumnis in der kommenden Spielsaison nicht bitter rächen mi^ge. Marburger Aachrichte». (Todesfall.) Heute ist hier Herr Josef Fiala, Gutsverwalter, im 79. Lebensjahre nach kurzem Leiden gestorben. Der Verblichene war Ehren-Obmann des „Erzherzog Friedrich"-Militär Veteranen» Vereines, Besitzer der Kriegsmedaille u. s. w. Das Leichenbegängnis des allseits geachteten biederen Mannes findet morgen um halb 4 Uhr von der Lei-chenhalle deS Stadtfriedhofes nach dem Brunndorfer Friedhofe statt, wo die Beisetzung ins Familiengrab erfolgt. (Marburger Turnverein,) Dem letzten Berichte über den Weihnachtsabend, welcher bekanntlich SamStag, den 6. Dezember im Kasino stattfindet, ist noch hinzuzufügen, daß diesesmal am Schlüsse des ernsteren Teiles außer verschiedenen Widmungen auch Tauschgeschenke zur Verteilung kommen werden. Und zwar auf folgende Weise: Jeder Besucher bringt ein passendes Geschenk und erhält dafür eine Nummer. Diese Nummern werden dann alle später von den dazu Berechtigten gezogen, so daß jeder, der ein Geschenk gebracht hat, durch das Ziehen einer Nummer ebenfalls wieder ein Gefchenk erhalten muß. Solche Geschenke, und auch mit Namen versehene Widmungen sind bis Samstag nachmittags beim Vereinsmitgliede Herrn Dereani, Pfarrhofgasse, abzugeben. Wie schon in der letzten Nummer dieses Blattes erwähnt, wird der Marburger Männergesangverein die Freundlichkeit haben, den Abend durch einige Gesangsvorträge zu verschönern. tZ. (Die Südbahnbeamten und die Angelegenheit der Gehalts- und Quartiergeld-Erhöhung.) Vorgestern nachmittags fand im Hotel Werhonig (Alte Bierquelle) eine von der Ortsgruppe Marburg des i>sterr. Eisenbahn-Beamtenvereines einberufene Versammlung statt, welche sich hauptsächlich mit der von allen Südbahnbeamten schon lange geforderten Gehaltsaufbesserung und mit der Frage der Quartiergeld-Erhöhung für Marburg befaßte. Die Versammlung. welche außerordentlich gut besucht war. und stellenweise einen sehr temperamentvollen Verlauf nahm, wurde geleitet vom Obmanne der Ortsgruppe. Herrn Beidl auS Unter-Drauburg, als Schriftführer amtete Herr Gersthofer. Der Borsitzende begrüßte die Erschienenen, darunter die Vertreter auswärtiger Ortsgruppen, den Vertreter der Personalkommission Herrn Meister aus Wien, den Schriftleiter der „Marburger Zeitung" u. s. w. und leitete die Versammlung mit gewählten Worten ein, worauf er Herrn Meister daS Wort erteilte. Derselbe wies auf die in Aussicht stehende Aktion zur Verstaatlichung von Pcivatbahnen hin, bezüglich welcher der Eisenbahnminister einer Abordnung von Bahnbeamten erklärte, sie werde nicht durchgeführt ohne Anhörung der Angestellten. In der letzten Hauptversammlung des Vereines wurde auch ein Komitee gewählt, welches sich mit der notwendigen Aenderung der Satzungen und der Gründung einer Krankenversicherung befaßt; doch sind die Vorbereitungsarbeiten zu letzterem Plane noch im embryonalen Zustande. Auf die Besprechung des kürzlich in Bruck a. M. stattgefundenen Eisenbahn-beamtentages übergehend, erwähnte der Redner, daß er mit noch einem Kollegen dem Hofrate Eger die Beschlüsse und Wünsche dieser Tagung vorgelegt habe. Leider war der Eindruck, den diese Abordnung bei dem Empfange erhielt, ein trost- loser. Der Bericht in „Bahn frei!" kann die gedrückte Stimmung, welche das Ergebnis diefeS Empfanges war, auch nicht annähernd wiedergeben. Hosrat Eger erklärte, daß. obwohl er die Berechtigung der Wünsche ver Bahnbeamten nicht verkenne, von einer Gehaltsaufbesserung im Hinblicke auf die Lage der Südbahn keine Rede sein lönne. (Bewegung.) Herr Meister kam dann auf die Legitimationssteuer (-Stempel) zu sprechen, kritisierte unter lebhafter Zustimmung daS Verhalten der beiden klerikalen Abgeordneten Wagner und Schrott anläßlich der F^hrkartensteuer-Debatte im Parlamente und wieS daraus hin, daß der Bahnbeamte nunmehr für seine Angehörigen außer der Fahrkartensteuer auch noch eine Legitimationssteuer (-Stempel) entrichten muß. wenn er fremde Bahnen benützen will. Am 1. Jänner 1903 wird jeder Bahnbeamte so viel mal 10 Kronen zahlen müssen, als er Angehörige besitzt. Eine diesbezügliche, um Abhilfe bittende Petition wird vom Vereine dem Abgeordnetenhause unterbreitet werden. Zum Schlüsse seiner Ausführungen verwies der Redner auf die bisherige Tätigkeit des Vereines, die noch viel mehr Erfolge haben könnte, wenn sich nicht soviele Beamte dem Vereine fernehalten würden. Einen ganz anderen Eindruck möchte eine Deputation machen, wenn hinter ihr die gesamte Bahnbeamtenschaft steht. Bei der Süvbahn seien die Organisationsverhältnisse noch am besten; von 2000 Beamten der Bahn gehören 1700 dem Vereine an. (Lebhafte Heilrufe.) Besonders gehindert wird daS geschlossene Vorgehen der Beamtenschast durch die Tschechen, welche in Böhmen einen eigenen tschechischen Elsen-bahn-Beamtenverein gegründet haben, welcher die Ausgabe hat, tschechischncztional zu wirken, deutsche Stationsnamen zu vertschechen, tschechische Beamte in deutsche Gegenden zu ziehen usw. (Entrüstung.) Mit einem warmen Appell an das gemeinsame Wirken der Beamtenschaft schloß der Redner seine Ausführungen unter brausenden Heilrufen. Herr Beidl befprach dcinn die P e n f i o n s fr a g e, die verschiedenen in dieser Angelegenheit eingeleiteten Aktionen, welche dem Pensionswesen zugute kamen. Diese günstigen Aenderungen konnten aber nur dadurch herbeigeführt werden, weil durch die Vereinsorganisation die richtigen, auf daS Wohl der Kollegen bedachten Männer in den Pensionsausschuß gewählt wurden und mit dem llsus gebrochen wurde, einfach die Abteilungsvorstände zu wählen. Das Wichtigste, was auf der Brucker Tagung verhandelt wurde, sei aber die Frage der Gehaltsaufbesserung gewesen, gegen welchen Antrag sich merkwürdigerweise die Ortsgruppe Graz gewendet habe. (Lebhafte Entrüstung und Rafe: „Hosrat" Burger!) Redner verlas sodann den betreffenden Antrag, welcher auf die schlechte Lage der Südbahn hinweist und sich demzufolge gegen die Forderung nach einer Gehaltsaufbesserung als einer unerfüllbaren wendet. Die Verlesung wurde durch zahlreiche. meist ironische Zwischenrufe unterbrochen. Schließlich baten die Herren Meister und Beidl. man möge den Antrag ruhig und sachlich behandeln, damit kein Zerwürfnis zwischen den beiden so nahe beisammen befindlichen Ortsgruppen entstehe. Nach einer längeren Debatte beantragte Herr Stationschef Beidl eine Entschließung, welche dahingeht, der Personalausschuß werde ersucht, nach wie vor auf der Forderung der Beamtenschaft zu bestehen, dem Hofrate Eger dieselbe wieder mit der Bitte vorzulegen, wenigstens die von ihm selbst versprochenen Zugeständnisse zu erfüllen. (Stürmischer, lange währender Beifall und Heilrufe.) Herr Adjunkt Heiden reich stellte fer-ners den Antrag, es mi)ge ausgesprochen werden, daß die außertourliche Beförderung mit Rücksicht auf die Bedürftigen, nicht bloß nach der Beliebtheit oder der Begünstigung erfolgen solle. Herr Meißl wendet sict) gegen die außertourlichen Beförderungen überhaupt; er spricht densellZen, als nur auf Günstlingswirtschast beruhend, jede Existenzberechtigung ab. Wtr wünschen eine Gehaltsaufbesserung von 400 K. für alle; eine außertourliche Beförderung einzelner ist ungerecht. Redner beantragt, über den Antrag der Ortsgruppe Graz, welcher der hiesigen Ortsgruppe zugesandt wurde, zur Tagesordnung überzugehen. W^rd einhellig angenommen. Herr Stationschef Beidl bespricht sodann die bisherigen Aktionen zur Erhöhung deS Quartiergeldes für Marburg und beantragt schließlich. eS sei ein Komitee zu wählen, welches sich mit der Quartiergeldsrage zu beschäftigen und eine an die Generaldirektion zu richtende Petition zu verfaffen hat. Herr Meißl begründete daS Verlangen nach Quarttergelderhöhung fürMarburq mit dem enormen Steigen der Lebensmittel- und Wohnungspreise. Adjunkt Heiden reich: „Sie kijnnen sich kein schöneres Beweisstück für die Notwendigkeit der Q.ucirtiergelderhlihung denken, als dasjenige, welches Jlinen jetzt vorgeführt wurde. Denn jetzt hat ein Hausherr gesprochen! (Stürmische Heiterkeit.) WaS sollen dann erst wir Parteien sagen? Die Preise, die Herr Meißl nannte, stammen schon aus dem Jahre 1860! Heute kostet der Speck 80 Kreuzer. Gestern hat meine Frau 2 Eier um 10 Kreuzer gekaust. Das ist historisch!" (Stürmische, lange währende Heiterkeit.) In daS Quartiergeldkomltee werden schließlich über Antrag des Herrn Ger st hofer folgende Herren gewählt: Meißl, Hauswirt. Krometz und Lang. Da Herr Krometz infolge Kränklichkeit sein Mandat als Obmannstellvertreter der Ortsgruppe nieder« gelegt hat. wird einstimmig und unter stürmischen Heilrusen Herr Meißl gewählt. Vorher hatte Herr Bli^schl beantragt. Herrn Hcidenreich zu wählen. Dieser lehnte jedoch mit dem Hinweise darauf ab, daß er Muskelschwund habe und ein früherer Funktionär infolge der Schreibarbeiten Mastdarmentzündung bekommen habe. (Stürmisches Gelächter.) Der Obmann erörterte sodann eingehend die beab' sichtigte Gründung einer eigenen Krankenversicherung und beantragte, die Versammlung mbge beschließen, die Ortsgruppe Marburg trete der Versicherung bei. Nachdem hiezu noch die Herren Hei den reich, Meister und Meißl gesprochen hatten, wurde der Antrag angenommen. Herr Meister hielt sodann eine Ansprache, in welcher er unter stürmischer Zustimmung Herrn StationS-chef Beidl als das Muster eineS bewährten Obmannes schilderte. Ueber Anregung des Redners wurde noch beschlossen, für einen Grabstein eines „vergessenen Nordwestbahners", welcher im Dienste verunglückte. 10 K. zu widmen. Hieraus wurde die Versammlung geschlossen. Lange aber lilieben noch die meisten bei einem fröhlichen Hospitium beisammen. (Leichenbegängnis.) Am Sonntag nachmittags halb 4 Uhr fand in der St. Magdalenakirche die feierliche Einsegnung deS verstorbenen Ehrendomherrn und DechantS ThomaS Roschanz statt. Nach derselben bewegte sich der Leichenzug, voran die Schulkinder der zur Pfarre gehi^rigen Schulen, dann der kath. Gesellenverein, eine Abteilung des Militär-Veteranen-VereineS „Erzherzog Friedrich", die Rothweiner Feuerwehr, der kath. Arbeiterverein, Klosterfrauen, die Südbahn-Werk-stättenkapelle, die Geistlichkeit, der Leichenwagen, welchem die Verwandten, dann zahlreiche Leidtragende folgten, zum kirchl. Friedhofe in Pobersch, wo die Beisetzung erfolgte. Viele hunderte Menschen waren bei der Kirche und auf dem Wege zum Friedhofe, um den Trauerzug zu sehen. (Ein frommer Meßner.) In St. Urban! bei Pettau wurde kürzlich eine „Mission" abgehalten, die einen gewaltigen (Lindruck auf die Pfarrkinder gemacht zu haben schien. Besonders der Meßner Pickl nahm sich die Worte eines der Missionäre, der da gesagt hatte: „Der Mensch soll nichts halb ausführen, er soll in jeder Beziehung vollkommen sein", zu Herzen. Gar fromm blickten seine Augen in der Kirche zum Pater hinauf, und er war auch gleich entschlossen, nichts mehr halb zu tun. Um sich ein ganzes, kein halbes Räuschchen antrinken zu ki^nnen, begab er sich in den Kaufmannsladen des Herrn Marinschek in Pettau und entwendete dort eine Tischlade, nichts weiter. Da er aber in diesem Augenblicke wieder daran dachte, der Mensch solle nichts halb tun, so nahm er auch die 50 X, welche sich in der Lade befanden mit und außerdem noch ein großes Bündel Schweinsborsten. Aber der fromme Meßner sah nur zu bald ein, daß er besser daran gewesen wäre, wenn er die Tat nur halb getan und die Schweinsborsten liegen gelassen hätte, denn diese wurden seine Verräter! Jetzt ist der „vollkommene" Meßner, welcher die Worte deS PaterS allzu materiell verstand, in der Lage jenes Holzdiebes, welcher unter der Anklage stand, Fichtenholz gestohlen zu haben, und sich damit rechtfertigen wollte, daß er sagte: ^Jch bin ein leidenschaftlicher Verehrer Schillers und der schrieb doch im Lied von der Glocke: „Nehmet Holz vom Fichtenstamme, doch recht trocken laßt eS sein..!" (Die Unsicherheit aus dem Lande und die Gendarmerie.) In letzterer Zeit mehren sich im Unterlande — und da haben wir vor allem den Bezirk Marburg im Auge — die Totschläge, Brandlegungen, Einbruchsdiebstähle u. s. w. in geradezu erschreckender Weise. Jeder Staatsbürger kann aber unbedingt verlangen, daß sein Eigentum und seine Person von der Staatsgewalt in entsprechender Weise geschützt werde. Der Grund dieser Unsicherheit liegt aber nicht etwa in einer Untätigkeit unserer Gendarmerie, welche ja auf dem Lande in erster Linie in Betracht kommt, im Gegenteil, diese Sicherheitsorgane entwickeln in allen Fällen eine gewiß lobenswerte und aufopfernde Tätigkeit. Der größte Teil unserer Gendarmeriemannschaft besteht aus Leuten, welche nicht länger als ein bis drei Jahre in der Gendarmerie dienen, und diese kurze Zeit genügt nicht, um ein tüchtiges Sicherheitsorgan heranzubilden. Wie jeder Laie begreifen muß, kann im Sicherheitsdienste nur ein langedienter. oiensterprobter Mann, der mit den Schlichen und Kniffen der Gauner vertraut geworden ist, etwas Zweckdienliches leisten. Und gerade seit den letzten Jahren kann man die Beobachtung machen, daß in unserer Gendarmerie die länger dienenden Leute immer seltener werden. An diesem Umstände tragen aber nur manche leitende Personen die Schuld. Kleinliche Bevormundung und verwerfliche Neckereien, falsch angebrachte Strenge und zu vieles Soldatenspielen vergällen den älteren Leuten das Verbleiben im Korps und leichtbegreiflich sind daher die Bemühungen der älteren Gendarmen, sich eine andere Existenz zu verschaffen. Wenn ein verhältnismäßig junger Offizier den altgedienten Mann, wie es zuweilen vorkommen soll, damit quält, daß er nicht stramm genug „Habt-Acht!" steht» die Brust nicht weit genug heraus gibt, oder ihm eine Strafe in Aussicht stellt, weil die Hosen schmutzig, das „J"tüpferl zu hoch steht oder ein Beistrich fehlt, so sind das gewiß keine angenehmen Dinge und zweifellos keine Aneiferung für längeres Dienen. Die Vermehrung der Gendarmerie genügt sicherlich allein nicht, man sorge vielmehr dafür, daß ältere und diensterprobte Leute aus den Posten sind und unterlasse die extremen Anforderungen, welche die länger dienenden Leute aus dem Korps vertreiben. Der Nutzen wird dem Lande und den Staatsbürgern zugute kommen. (Weihnachtsfeier deS ..Marburger Radfahrerklubs 1 887".) Äeser Klub veranstaltet am 21. Dezember l. I. im Kasino Kon-zertsaale eine Weihnachtsfeier mit Glückshafen. Der zu erhoffende Reinertrag wird den beiden heimischen Schutzvereineli Studentenküche und Knabenhort zugewendet. Für diese Feier hat der Marburger Rad-fahrerklub bereits eine gewählte BortragSordnung zusammengestellt und läßt sich in Anbetracht dessen sicher erwarten, daß sich dieser Abend recht genußreich gestalten und würdig seinen Vorgängern anschließen wird. (Verzeichnis der Spenden für Dir. Binders Grabstein.) A. I. Hoinig 2 K., A. Sedlatschek 2. Schützengesellschaft GambrinuShalle 43 27, Trinkler 1. Max Wolfram 5, Dr. Othmar Reiser in Wien 20. Ferdinand Kummer 3. Schla-rasfia 53. A. R. 10. Josef Urbaczek 10, Ungenannt 20, Dir. E. Schmid 5. A. Sommer 2, H. Reiser 10, Daniel Gruber 2, Karl Pirchan 2. Dr. Gaston Ritter v. Britto 10, E. V. 2, Dr. Turner 10, Julius Pfrimer 10, Wresounigg 2, A. Kracker 6, I. Frangesch 2, Konzerterträgnis am 4. Juni '!2, Konzerterträgnis am 2. August 154 60. Zusammen K. 458 87. (Vom Theater.) Morgen kommt auf mehrfachen Wunsch anstatt der angeknüdigten Operette „Fatinitza" der so beifällig aufgenommene Schwant „Sein Doppelgänger" noch einmal zur Aufführung. Hoffentlich finden sich zahlreichere Besucher ein, denn ein heiterer Abend ist verbürgt. — Am Donnerstag wird uns schon wieder eine Neuheit gebracht: DaS in Wien mit großem Ersolg gegebene Volksstück „Der Familienlump" von Oskar Franz, welches hoffentlich auch in Marburg nicht ausbleiben wird. — Am Sonntag-Nachmittag wird daS ausgezeichnete Lebensbild „DaS Vaterunser am Christabend" gegeben und machen wir schon heute auf die Vorstellung, in welcher Herr Lee eine Hauptrolle spielt, aufmerksam. (Gebt uns unsere deutschen Schulen wieder!) Immer mächtiger wird dieser Ruf im windischen Volke und vergebens bemühen sich die Pervaken, die Dämonen deS Volkes, diese wahre Stimme der Bevölkerung zu ersticken und sie nicht über die Gemarkungen dea Dorfes hinaus gelangen zu lassen. Die windische Bev!>lkerung ist von dem aufrichtigen Drange beseelt, mit den Deutschen deS Landes in Frieden und Eintracht zu leben, werden doch beide Stämme gluch stark unter der Notlage des Reiches gedrückt. Das einzige, was so mancher arme Teufel seinen Kindern hinterlassen kann, ist, daß er ihnen eine gute Schulbildung angedeihen läßt, daß er ihnen in dem hartem Kampfe umS Dasein eine gute Waffe, die deutsche Sprache, hinterläßt. Diese Wahrheit wird im Volke tief empfunden und weil es sich lichtet, weil dem Volke Männer erstehen, die den Mut haben, den Verführern des Volkes einen Strich durch die Rechnung zu machen, darum tobt sich in der slavischen Presse eine ohnmächtige Wut auS. Aus den Luttenberger Bezirk, in welchem zuerst laut und vernehmlich der Ruf nach deutschen Schulen erklang, folgt nun der St. Ma rein er. Wie aus Pristova im Bezirke St. Marein der „D. W." berichtet wurde, sind durch die beispiellose, absichtliche Vernachlässigung deS Unterrichtes in der deutschen Sprache an der dortigen zwei-, künftig dreiklassigen Schule die Gemüter der Bauern schon seit längerer Zeit aufgeregt. In der jüngsten OrtS-schulratSsitzung fanden nun die Eltern schulpflichtiger Kinder warme Vertreter, welche, ihre wohlberechtigten Wünsche würdigend, den Antrag auf eine bedeutende Erhöhung der deutschen Unterrichtsstunden einbrachten, welcher auch mit Mehrheit durchdrang. Dagegen stimmten nur der erzklerikale windische Oberlehrer Fran Zopf, der Pfarrgewaltige und der diesem OrtSschulrate als OrtSschulausseher aufgezwungene Lehrer StrmSek von St. Peter im Bärntal. Letzterer wollte der Mehrheit beibringen, daß die Kenntnis der deutschen Sprache für die Jugend überhaupt nicht notwendig sei (!) und daß diese sich mit der windischen Sprache genügend behelfen könne (!). Die bäuerlichen Mitglieder der Mehrheit erwiderten aber auf eine Weise, daß dieser dem OrtSschulrate aufgedrungene Funktionär noch lange daran denken wird und ihm. sowie seinen klerikal-rückichrittlichen Verbündeten wohl die Lust vergehen wird, mit den fortschrittlichen, deutschfreundlichen Bauern ferner anzubandeln. Die Gemeindevertretung, als auch der OrtSschulrat haben auf Grund der betreffenden Sitzungsbeschlüsse wohlbegründete Ansuchen an den Bezirksschulrat St. Marein um die Vermehrung der deutschen Unterrichtsstunden vorgelegt. — Jetzt werden die windischen Hetzer wieder über die slovenischen Bauern schimpfen, welche sich und die Zukunft ihrer Kinder nicht leichtfertig den volksverdummenden und dem Volke zum tiefen Schaden gereichenden Hetzern ausliefern wollen — die Bauernschaft aber wird diesen Hetzern entgegnen: „Warum habt denn Ihr deutsch gelernt, warum schickt denn Ihr Euere Kinder nach Graz in deutsche Unterrichtsanstalten"?! (Eröffnung des neuen chirurgischen Pavillons im allgem. Krankenhause.) Nächsten SamStag findet die Eröffnung deS nunmehr dollendeten neuen chirurgischen Pavillons unseres allgemeinen Krankenhauses statt. Derselbe ist in der Normalgröße erbaut worden, wie sie bei allen größeren Spitälern vorhanden ist und enthält einen Belegraum sür 170 Kranke. Die beiden Operationssäle — ein aseptischer und ein septischer — sind größer als die entsprechenden Räume im Grazer Krankenhause und mit allem Komfort eingerichtet. Der Gesamt-Belegraum unseres allgem. Krankenhauses gewährt nunmehr Platz für 3!S0 Kranke. (Auf den Schienen getötet.) Sonntag wurde in der Gemeinde LeiterSberg auf der Eisenbahnstrecke hinter dem Gasthause Kermek ein beiläufig 22 Jahre alter, dem Arbeiterstande ungehöriger Bursche von einer Maschine der RadkerS-burger Bahn, welche um 11 Uhr nachtS die Strecke passierte, Übersahren und getötet. Der Bursche, welcher, wie die Schneespuren zeigten, im trunkenen Zustande und ohne von einem Bahnbediensteten gesehen zu werden, längs der Strecke umhertorkelte, taumelte der einherfahrenden Maschine entgegen, erhielt — wie die verletzte Schädeldecke nachweist — einen furchtbaren Schlag oder Stoß auf den Kopf, wurde dann zur Seite geschleudert und vom Aschenkasten sodann einige Meter weit mitgeschleift, wobei ihm der linke Fuß mehrmals gebrochen wurde. In diesem Zustande blieb er liegen, bis er von dem Zugsführer eines später gekommenen ZugeS als Leiche entdeckt wurde. Die verstümmelte Leiche wurde als die eines Kartschowiner WinzersohneS, dessen Vater beim Herrn Dr. Leonhard bedienstet ist, agnosziert und in die hiesige Totenkammer gebracht. Die Leiche brachte man am Montag früh 3 Uhr in die Totenkammer deS StadtfriedhofeS, legte sie auf den Seziertisch und — unglaublich — dort lag sie noch heute mittags ohne Sarg. Bis da das nötige veranlaßt wird, geht die Leiche in Verwesung über und daS kann nicht nur für den Totengräber, sondern auch für die Umgebung nicht angenehm sein. Da müßte doch in irgendeiner Weise etwas geschehen, ohne abzuwarten, bis erhoben ist. wer hier einzuschreiten habe. — Wie wir nach, träglich erfahren, heißt der Ueberfahrene Ferdinand M u ch i t s ch. (Schadenfeuer bei Leutschach.)Am 28. d. M.. um halb 2 Uhr nachmittags, brach beim Grundbesitzer Michael NepoluSk vulgo Glanzer in Schloßberg auS bisher unbekannter Ursache Feuer auS und legte das Stallgebäude samt der mit Futter und Feldsrüchten gefüllten Scheune in Asche, wobei auch ein Schwein verbrannte. Nach Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr von Leut» Schach stanv diese im Zeiträume von wenigen Minuten vollkommen schlagfertig und mit allen ni^tigen Feuerlöschgeräten da und begab sich aus den nur einige Minuten entfernten Brandplatz. Durch daS rasche, entschlossene Eingreifen der wackeren Lösch-Männer blieb der Brand aus die genannten Gebäude beschränkt. Während der Löscharbeiten haben sich besonders die Herren Josef Paulitsch. Maurer. Meister in Leutschach. Peter Schipser. Bürger in Leutschach und Julius Gaube hervorgetan. (Vom Postdienste.) Der PostamtSprak-tikant Emil Praedica wurde von Cilli nach Steinbrück übersetzt. — Der Post-und Telegraphen-Expeditorin Marie Krainz in Rietzdorf a. d. Pack wurde die Postexpedientenstelle bei dem k. t. Postamte in Rietzdors a. d. Pack verliehen. (Schonzeit deS Wildes und der Wassertiere.) Im Monat Dezember sind in der Schonzeit: Haarwild: Gemswild vom 15. Dezember an; Federwild: Auer« und Birkhennen; Wassertiere: Bachforellen, Lachs und Flußkrebse. (Rauchfan gs euer.) Gestern abends kam in der Gambrinushalle ein Rauchsangfeuer zum Ausbruche, welches rasch eine große Menschenmenge in die Theatergasse lockte. Wie aus einem brennenden „Franziskerl" stieg ein brennender Funken-iaden zur HiLhe, oben sich zerteilend. Von der Feuerwehr waren rasch beiläufig 30 Mann mit dem Wehrhauprmanne Herrn Hotinek und zwei Geräten erschienen, um die nötigen Sicherungsmaß' regeln zu ergreifen. Nach einer Viertelstunde war jede Gefahr beseitigt. (Wilddiebereien zweier Familien.) Aus Schober wird uns mitgeteilt, daß dort der Gendarmerie-Postensührer Rafael Werchovnigg vom Posten Marburg mehrere Hausdurchsuchungen vornahm, die ein überraschendes Ergebnis hatten. Bei dem unter dem Verdachte deS WildernS gestandenen Besitzerssohn ThomgS RoSitsch wurden zwei Gewehre, tote Hasen. Hasenbälge zc. gefunden, woraus RoSitsch verhastet und dem KreiSgerichte eingeliefert wurde. An den Wilddiebstählen deS Thomas Ro^itsch nahmen auch der Vater und die Mutter desselben teil. Die weiteren Nachforschungen ergaben aber noch folgendes: RoSitsch hat eine Geliebte, die Ziehtochter seines Nachbars Franz Kohlberge r. namenS Maria Kovatschitsch. Zu dieser trug er regelmäßig daS erlegte Wild, weil die Besitzerin Anna Kohlberger das Wild gar so köstlich herzurichten versteht. Bei Kohlberger fand sich dann die ganze Gesellschaft zu sri>hlichen und billigen Wildschmauseceien zusammen. Leider wurde dieses uneigennützige, einträchtige Zusammenwirken von Wilddieb und Köchin durch ven Posten-sührer Werchovnigg grausam gestört; daS ganze Bandl wurde dem KreiSgerichte eingeliefert und für lange Zeit werden die ehrenfesten Familien Ro^itsch und Kahlberger aus daS Vergnügen billiger Wild-schmäuse verzichten müssen. (Wanderuntevricht sür Weinbau.) Zu der unter obiger Spitzmarke in der letzten Nr. gebrachten Notiz tragen wir noch nach, daß durch die Zuweisung von besonderen Wanderlehrbezirken sür die genannten 6 Fachorgane der bisherige Wirkungskreis der genannten Organe keine Einschränkung erleidet. Dem k. k. Weinbauinspektor, wie auch dem LandeS-Obst- und Weinbaukommissär bleibt eS unbenommen. Überall im Lande belehrend und helfend einzugreifen. Die genannten 6 Fachorgane werden auch in den ihnen zugewiesenen Wanderlehrbezirken künftig die Kontrolle in betreff der zur Wiederherstellung phhlloxerierter Weingärten gewährten unverzinslichen Darlehen auS StaatS-und Landesmitteln ausüben. AuS ZweckmäßigkeitS-gründen werden aber die Weinbauorgane die erwähnte Kontrolle dort, wo sie dieselbe bisher noch nicht hatten, erst mit dem DarlehenSjahrgange 1902 übernehmen, während die Kontrollierung hinsichtlich der nicht ausbezahlten Darlehen früherer Jahre noch von den bisherigen Kontrollorganen besorgt wird. Der Bezirksausschuß Marburg hat sämtliche Gemeinden, wo Welnban betrieben wird, v»n ob-erwähntem Erlasse mit dem Beifügen in Kenntnis gesetzt, daß sich die Gemeindevorsteher im Bedarfsfälle mit den für unseren Bezirk bestimmten Fachmännern (Gerichtsbezirk Marburg linkes Drau-user: Kommissär Stiegler; rechtes Drauufer: Franz Matiaschitz) direkte ins Einvernehmen setzen können. (Aus St. Leonhard i. W.-B.) wird dem ..Gospodar" geschrieben, daß im Bezirke von Deutschen das Gerücht verbreitet wurde, der „beim Vulke so beliebte" slovenische Arzt Dr. Tipliö wolle drn Markt wieder verlassen. „Das Volk" erkundigte sich sofort und erhielt vom Herrn Doktor die Versicherung, daß er hier bleibe und nur seine Gegner das Gerücht ausgesprengt haben. (Ein gewiß ganz neues Mittel. Reklame zu machen.) Der Schreiber habe auch schon manchen gesehen, der sich die feuchten Augen wischte und sagte: Wäre Dr. Tipliö nicht gewesen, deckte mich schon die kühle Erde! — Und da will „Gospodar" sich noch über ein Gerede ärgern, welches Gelegenheit bot, dem Herrn Doktor einen Dienstzu erweisen! — Weiterfindetim.Gospodar' ein Gasthaus im Hause des Herrn Politsch großes Lob. weil der Besitzer die Aufschrift nur slovenisch anbrachte und dort auch nur slovenisch gesprochen wird. Die deutschen Marktbewohner müssen ja nicht dahin gehen und so muß der Besitzer wohl selbst sehen, ob er die Rechnung nicht ohne den Wirt gemacht hat. Schaubühne. SamStag. den 29. und Sonntag, den 30. November wurde im hiesigen Stadttheater die bekannte und beliebte Operette „F a t i n i tz a" von Franz v. Supp6 ausgeführt. Jedesmal war das Haus vollkommen ausverkauft. Die Aufführung wurde beifällig aufgenommen. Bor 26 Jahren wurde „Fatinitza" vom talentvollen Kapellmeister des Wiener Karltheaters, der sich schon durch sein „Flotte Burschen" und „Die schöne Galathea" einen guten Namen als Komponist erwarb, zum erstenmal« dem Wiener Publikum vorgesührt. wurde sehr beifällig aufgenommen und beinahe ununterbrochen mehr als 150mal unter persönlicher Leitung des Meisters aufgeführt. Bald eroberte sie sich die Bühnen Deutschlands und deS Auslandes. Bis zum heutigen Tage bewahrt sie noch immer ihre alte Zugkraft wegen der sehr originellen Melodien und des von erprobten Händen verfaßten Textbuches. Die geschmackvoll vorgeführten Bilder aus dem Lagerleben, die sehr hübschen Szenen im Harem und das naive, sehr primitive und dabei doch komische Schattenspiel versetzten die Zuschauer in die rechte, beifallslustige Stimmung, die bis zum Schlüsse anhielt. ES wurde brav und gut gesungen und wo die Stimmittel nicht voll ausreichten, fand man im pointierten, guten Spiel Ersatz, den man gern und willig gelten ließ. Vollen Beifall und Lob erhielten die Damen Frl. Leo und Finaly. gut gefallen haben Frl.Jrmen. Ott und Frau Ovary. HerrnL a übe gelang die Figur des General Kantschukoff über alle Maßen. Herr Günther war ein drolliger, ausgelassener Reporter. Zu bedauern war, daß man den Text seiner Lieder, wegen des schnellen TempoS und seiner undeutlichen Aussprache beim besten Willen nicht ganz verstehen konnte. Besonderen Beifall fanden das reizende, gut gesungene Quartett im ersten Akte, die Duette (Leo und Flnaly), das Spiel deS Herrn Lee. die geschickte Inszenierung der Aktschlüsse und das populäre „Vorwäcs mit frischem Mut!" Die hübschen Kostüme und die gefälligen Dekorationen verdienen Erwähnung. Die Spiel- und Musikleiter haben ein qutes Stück Arbeit geleistet. Die Nachmittags-Vorstellung von ..Alt-Heivel-berg" war ebenfalls sehr gelungen. Das Haus war sehr gut besucht und wurden die Leistungen der Träger der Hauptrollen sehr beifällig aufgenommen. Herr Dedak erhielt einen hübschen Kranz und Frl. Payer eine zierliche Blumenspende. __________' —. Eingesendet. Das Stratzenelend in Marburg. In den letzten Tagen konnte man wieder einmal nichts weniger als erfreuliche Betrachtungen darüber anstellen, wie bei uns in Marburg sür die Straßenreinigung nach einem ausgiebigen Schneefall gesorgt wird. Der Schnee bleibt einfach liegen, man kümmert sich um ihn nicht, man straft den Schneefall scheinbar mit Verachtung. Der löbliche Stadtrat kann hier wohl nicht das SparMoment vorschützen, denn mehr Arbeit kostet es entschieden, wenn man wartet, bis der Schnee ganz hart gefroren. hart getreten und gefahren ist — und die steinharte Kruste dann aufgehackt werden muß. Und kommt dann, wie heute Dienstag. Thauwetter, dann muß man Storchenbeine haben, ivenn man durch diesen Morast waten will oder muß. Der Stadtrat gibt Verordnungen heraus, denen zufolge die Hausmeister verhalten sind, die Bürgersteige beim Eintreten von Glatteis zu bestreuen; wenn dies an gar vielen Orten nicht geschieht, so dürfte dies darauf zurückzuführen sein, daß die Hausmeister ja das schlechte Beispiel der Stavt vor Augen haben, welche ebenfalls ihrer Pflicht der Straßenreinigung nicht ordnungsmäßig nachkommt. Hauptverkthrsadern der Stadt waren heute mittag noch mit einer ausgiebigen, dicken Schichte von wässerigem Schnee und Morast bedeckt; wie es erst aber in den N,!bengassen aussieht, davon schweigt des Sängers Höflichkeit. Verstorvene in Marburg 22. November: Skofiö Franz, Inwohner, 84 Jahre, Po-berschstraße, Altersschwäche. November: Senekovitsch Johann. Hausbesitzer, 82 Jahre, Kärntnerstraße, Herbeutelwasftrsucht. — Hambrosch Alois, Arbeiterskind, 6 Monate, Kärntnerstraße, Enteritis. 25. November: Schrimpf Karl, ArbeiterSkind, ? Monate, Mühlgasse, Bronchialkatarrh. — Divorschak lSeorg, 34 Jahre, Poberschstraße, Tuberkulose. (Zum Einlassen von Parquetten) eignet sich vorzüglich Keil's Wzchspasta. Diese Pasta wird mittels Tuchlappens in den Boden eingerieben und hierauf leicht überbürstet. Die Parquetten erhalten hiedurch große Glätte und dauerhaften Glanz. Dosen zu 60 kr. sind in der Droguerie Max Wolfram in Marburg, Herrengasse 33, erhältlich. Südmärkische Volksbücherei. Kärntnerstraße Nr. 19, Hofgebäude. Benutzbar für jeden deutschen Stammesgenosien, der in Marbtlrg seinen ordentlichen Wohnsitz hat. Monatsbeitrag 20 Heller. Entlehngebühr für einen Band für 14 Tage 2 Heller. Bücherausgabe jeden Mittwoch und Samstag von 6 bis V28 Uhr abends. Beobachwngen « der mttirilogischt« Aatiiu drr zllodes-NIist' «ad MtiMuschllle ia Mirbari vom SamStag, den 22. bis einschließlich Freitag, den 28. November 1902. Z? Temperawr n. Gelstus Mtndrichtnttg « v « c» ^ « ZS Maximum Minimum Tag xs r» .V e L s» k »v « v in der I Luft am Boden "'s l am ! Boden Bewölkung Tagesmitt 'Z >»» 36 7 Uhr frü L L ! ^ ! ? t k» US 0 ZI s. D- ! .L ^ S! ! SamStag 744.8 -5.4 1.1 -2.2 -2.5 14 5.8 -5.6 .100 1 93 Sonntag 744.0 -6.2 -0.5 -4.8 -3.8 -0.4 4.8 -6.4 -3.4 93 — ! Montag 740.8 —6.6 -0.6 -4.2 -3.8 -0.2 4.0 —6.6 -9.2 90 _ ! > Dienstag 733.1 -6.3 -1.« -5.5 -4.5 -0.8 4.0 -6.5 -8.7 5 96 Sic, se. 0.5 ! Mittwoch 729.2 -3.4 -1.7 -2.6 -S.6 -1.6 -0.4 -5.4 -8.5 10 95 — «'.v, 7.4 Donnerst. 732.3 -1.4 0.4 -2.2 -1.1 0.6 2.0 —2.5 —3.8 10 93 «vv, «vv, _ Freitag 733.7 -3.0 0.3 -4.2 -2.3 0.3 2.7 -4.2 -8.4 7 93 SI>. Seite 6 Marburger Zeitung Nr. 144. 2. Dezember 1902. l!IS»lSf-IiiSlISsIiIllS Wll I.SjIli!lI8!!!l! vo» Berta Volckmar staatlich geprüfte Mmiklehrerin Marburg, obere Herrengasse 56, partcrre'JEocatitSten (gegenüber bem f. f. 6taat«gt}mnafium) empfiehlt in grösiter Auswahl neue freuäfaitige Mignon-, Stutz- u. 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Dezember um *^4 Uhr nachmittags in der Leichenhalle am Stadtfriedhofe, wohin derselbe der Aufbahrung wegen gebracht wurde, feierlichst eingesegnet und sodann auf dem Brunndorfer Friedhofe im Familiengrabe beigesetzt. Das heil. Requiem wird Donnerstag, den 4. Dezember um 10 Uhr in der Franziskaner-Pfarrkirche gelesen. Marburg, am 2. Dezember 1902. (Separate Parte werden für Marburg nicht aasgegeben. It. steierm. Leichenbestatturgs-Anstalt. mr Erbsen grün und gelb, Linsen, Fisolen, alles heurige Ware in bester Qual. bei 33-21 H. SIRK |iaflimi6Qrbi)ubr. Nur in Pobersch jedm Tag vom 1. Dczcmbcr an lA^ziiiijslnsWtr. bei Anton Buckel, Fraustaudnerstraße 171. ^^443 _ Mehrere sind in der neugebauten Ailla gegenüber derLandwehrkasernesogleich zu beziehen. Anfrage I..Sup»Qeo, Pfarrhofgasse 5. 3450 Gemischte 3447 Warenhandtung. Im Markte Nohitsch, wo denl-^ nächst die Eisenbahn gebaut wird, I ist eine gemischte Warenhandlung, i alter Posten, mitten am Hauptplatze zu verpachten. Anfragen 'an Karl Ferschnig in Rohitsch. Für die Beweise liebevoller Teilnahme anläßlich deS Todes des Herrn Iliomsg k08ek»n7, Vkrvllüowdvrrll vto. für die Kranzspenden und die überaus zahlreiche Beteili--gung an dem Leichenbegängnisse sprechen wir unseren innigsten Dank aus. Marburg, am 1. Dezember 1902. Die Familen Roslhllnz. Hllrtllcr ««i» Wmlirtchlsmtr. Ivetten-. I^amen-. Itinlier- caschenMn «e«e5te ve;5inK 6N1PÜ6ll1t IQ Ii0ellae1üen(! „^ur Lriektaude". IDaxiksagu-xig- Für die vielen Beweise von Teilnahme anlässlich des Ablebens des hoclnviirdigen Herrn Thomas Rozanc Ehrendomherrn, Jubelpriesters, f. b. Consistorlalratei, Besitzers des goldenen Verdienst kreuzes mit der Krone und der Ehrenmedaille für 40-Jährige treue Dienste, Vorstadtpfarrers undDechantes zu St. Magdalena in Marburg, sowie für die ungemein zahlreiche Beteiligung am Leichenbegängnisse sagen wir allen, besonders dem hochwürdigen Domkapitel, der hochwürdigen Geistlichkeit, den Spitzen der Behörden und Ämter, sowie allen anderen Leidtragenden unseren tiefgefühlten Dank. Marburg, am 1. Dezember 1902. Pfarrgeistlichkeit der Vorstadt-Pfarrkirche St. Magdalena. Teillen- roüU2lort I'ssoMallv Sölllkn KiiM pislilisii fUrXlieiknsvktsn feinstes ungarisches sehr trocken, bei 3324 Haiptlilatz. Kathansgtliiisde. Ä^S^NVIkA 1. Stock, sonns., 3 Zimmer s. Küche u. Zugehör v. I.Jänner zu vermieten. Mcllingerstr. 13. Schöne ebenerdige ini Hause Mellingerstraße N an kinderlose Partei sofort zu vermieten. 3454 ANTON BENDL Eisen- und Metallgiesserei und Appretur-Werkstätte, Marburg a. 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