LllitmcherWMtlllm. Nr. ,7«. Prä»» »iclal > ciüsp veiS : Im läeinvloir ssa»zj. st. n. I^xil'j. N. 5..NU. Für dic ZüftcKung ins Hn»o halbj. 50 lv. Mit dci Post stmizj. s>. l5>, halbj. st. ?.5><». Freitag, 29. Juli Inscrli onsgcbil hr bis K» Hcilc» : imal sl.; fcphs,^l^ns allcrgnädigst zu verleihen geruht. Se. k und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 16. Juli d. I. den "berlandesgerichtspräsidentcn in Innsbruck Johann Freiherr» v. Resti-Ferrari über seine Viltc in den bleibenden Ruhestand zu versetzen und bei diesem Anlasse ans besonderer Gnade die taxfreie Uebcrtragung seines Namens, FreiherrnstandeS und Wappens ans seinen Schwiegersohn, dcn Hauptmann Anton Julius Götter zu bewilligen geruht. Se. l. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 17. Juli d. I. dem Wiener Stadtpost-Inspector, PostamtSconlrolor Franz Haraschin in Anerkennung sclncr vieljährigcn, treuen und ersprießlichen Dienstleistung das goldene Vcrdicnst-lrcuz mit der Krone allcrgnädigst zu verleihen gcruht. Sc. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 20, Juli d. I. dcu Finanzrath der Finanzdirection in Czernowitz Jakob Sitora znm Finanzdircctor daselbst mit dcm Titel und Charakter ciues Oberfinanzrathcs allcrgnädiqst zu erneu» nen geruht. Holzgethan m. p. Heute wird i« deutschem und zugleich slovcnischcm Texte ansczegrbru uud versendet: ^andeSgesetzblatt fiir das Herzogthum Krain. XV. Stück. Jahrgang 1870. Inhalts-Uebersicht: "Uttdmachung der l. t. Lcmdcöressicnma. fiir Krain vom ?, Juli 1870, Z. 5170, ^lresftud die Modalitäten, welche bei der Uebernahme der, der m'l,v zur Euidcnzführliuss unch § I<;7 der Iustructiou zum "rhrgüschc ilbcrwicseimi Wrhrpftichlilicu in die Landwehr zu bcobachleu siud. 23 ^Uaß des l. l. Laudcspriisldculcu fl!r Kraiu vom 2. Juli 1870, l Z. 5023. ultrrffc»!) die Nurmeu filr die Arznciverschrciliuucilu der Aerzte, welche auf Nechuuug dc« Staatsschatzes oder ciucS ^'om Staate vrrwallrteii Foudcs ordiuircu. Laibach, dcn 29. Juli 1870. V°m l. l. Nedactiousbureau des Laudesgesetzblatteö für Kraiu. Nichtamtlicher Theil. CirculardcPsschc dcs Grafen Dcujl. Auf Gruud der Beschlüsse, welche in dcm unter Vorsitz Sr. Majestät dcs Kaisers abgehaltenen Mini-stcrrathc über die Stclluug Oesterreichs in dein Kriege zwischen Prcußeu und Frankreich gefaßt wurden, hat Sc. ^cellcnz der Reichskanzler Graf Bcust im allerhöchste« "uftrngc Sr. Majestät dcs Kaisers unter dem 20. l. M "achstchcndc, in der ,.Wr. Ztg." vom 27. d. M. im fl'anzö'sischcn Urtext veröffentlichte Depesche an die östcr-lclchisch-migarischcn Vertreter bei dcn auswärtigen Mächten gerichtet: Wien, 20. Juli 1870. As dic Frage der Candidalur dcs Prinzen von Aohcnzollcrn fiir dcn Thron Spaniens in einer der Ruhe Europa's so bedrohlichen Weise auflauchlc, war unscr Vauptaugenmert auf die Erhallung dcS Fricdcus gerichtet. Unsere Stimme ließ sich cbenso in Paris, wie in Berlin nnd in Madrid vernehme», um daselbst im Geiste der Versöhnung zu wirken. Wir konntcn nicht daran denken, nns zn Schiedsrichtern der so unverhofft erhobenen Differenzen aufzuwcrfcu, und es kam uns anch nicht zu, eiu Urlheil über den Wcrlh der beiderseits vorgebrachten Behauptungen auszusprechcn. Wir mußten uns darauf beschränkn, von der Aufrcchlhaltuug emer Candidalnr abzuralhc», gegen die sich schwere Bedenken erhoben. Ohne sich gegenseitig verständigt zu haben, bc-bcfolglcu die mcislcu Cabinctc eine analoge Haltung uud so hat sich die lais. uud königl. Regierung jeucn Beinüh-ungcn angeschlossen, welche von vcrschiedcncn Seiten uu-tcrnommcu wurden, um eine Beilegung der Differenzen herbeizuführen. Von dieser Aufgabe, der wir uns mit einen lebhaftem Eifer hingegeben hallen, ausschließlich in Anspruch gcuommcn uud zurückgehalten durch die Hoffnung, daß die Situation sich klären werde, haben wir bisher gezögert, nns über die Haltung auszusprechcn, die wir eiuzuuchmcn haben wü'rdcn, falls der Krieg zwischen dcn beiden Mächten, dic an dem so betlagcns-werthcn Conflicte bcthciliat find. unvermeidlich werden sollte. Hente müssen wir jedoch zu unserem großen Bc-daucru zugcstchcu, daß uuscre Acmühnngen. sowie die der andern Mächte keine Aussicht anf Erfolg haben. Weit entfernt, sich zu mildern, hat der Conflict sich nur gesteigert, so daß die entfesselten Leidenschaften dic Möglichkeit einer wirksamen Vermittelung nicht mehr voraussehen lassen. Die Kriegserklärung Frankreichs ist in Berlin übergeben worden, uud angesichts einer so entscheidenden Thatsache will ich nicht länger zögern, Sie über die Pflichten zu unterrichten, welche die Sorge für die Interessen und die Würde des Reichcö zu wachen der k. und l. Regierung auferlegen. Wenn es uns nicht möglich wir. Europa und uns selbst dic schmerzlichen Erschütterungen zu ersparen, welche die nnvclmeidlichc Rückwirkung dcs Zusammenstoßes zweier mächtigen Nationen sind, so wünschen wir mindestens die Folgen derselben abzuschwächen. Um die» scs Rcsnltat zu erzielen, muß die t. und l. Neaicruug bei dcn gegenwärtigen Verhältnissen eine passive Haltung beobachten, nnd dic Neutralität erscheint ihr somit gcbotcu. Diese Haltung aber schließt sicherlich nicht die Pflicht aus, für die Sicherheit der Monarchie zn wachen und ihre Interessen zu beschützen, indem man sich in die Lage versetzt, sie vor jeglicher eventuellen Gefahr zu bewahren. Wir schcn Länder, deren Neutralität durch internationale Verträge verbürgt ist, die aber nichtsdestoweniger beträchtliche Opfer nicht scheuen, um sich in Stand zu setze«, auf alle Ereignisse vorbereitet zu sein und sich selbst zu beschützen. Solche Beispiele dürfen nicht unbc> achtet bleiben, sie beweisen uns, wie allgemein die Ueberzeugung ist. daß es nicht hinreicht, neulral bleiben zu wollen, sondern daß nn>n auch in der Lage sein müsse, nöthigcnfalls seiner Unabhängigkeit Achtung verschaffen zu können. In der That, m so kritischen Auacnblickcu. wie die, in denen wir unS befinden, kann dic Schwäche ebenso wie die Leidenschaft Urfache der Gefahr für die Länder wie für die Regierungen werden. Das sind zwei Klippen, die eine Nation zu vermeiden trachten muß, um nicht aus der Bahn geworfen zn wcrdcu, welche ihr dic cigcncn Interessen vorzcichncn. Das österreichisch-ungarische Kaiserreich muß jeder Pression, wie jcbcm unbedachten Gefühle widerstehen, wenn es Herr scmcr Geschicke bleiben und nicht der Spiclball der Ereign,sse werden will. Der innigste Wunsch der l. und l. Regierung ,st es. die Monarchic von dcn Wcchsclfällcn fernzuhalten, denen ein großer Theil Europa's ausgesetzt sein dürste. Wir werden nicht aufhören, die Augen auf diesen Zweck gerichtet zu halten, und allc Maßregeln, die wir crgrei-.cn werden, werden uns lediglich dnrch den Wunsch dictirt sein, znglcich dic Ruhe n»d die Interessen der Völtcr dcs Kaiserreiches sicher zu stellen. Wollen Sie sich in diesem Sinne anssprechcn, so ost Sie nur Gclcgcnhcit haben, sich bezüglich unserer Absichten zu erklären, und empfangen Sic die Versicherung u. s. w. B c u st. P^litiM Uebersicht «aibach, 2«. Juli. Die ..Tagespressc" sch.cibt heule am Schlüsse cincs längere» Artikels über dic licumuendc pailamcnlarischc Action: „Wer die Ausbreitnng des preußische» Sol- 'datcnstaaleS wünscht, wer den Untergang Oesterreichs ! wünscht: dessen Wege sind nicht die unsercu. Der Krieg wird, wie immer er auch tnden möge, die Unfreiheit dcr dculschci, Nalion befestigen für unabschbare Zeile»!. Und ein von Picichc» beherrschlcS Deutschland sollte magnetischen Eiustnß üben a»f uns, denen norddeutsches Wlscn so frcmd »nt> unsympalhisch ist? Das darf und wird nicht s,cschshcn. Wir wollm nicht einer studentischen Schwärmerei wegen unsere staulliche Ehre opfern, wir wollen fcsthallcu au dcm theueren Vatcilande uud es trotz alledem nnd allcdcm noch versuchen, ob die Völtcr Ocsttrrlichs nicht znr Besinnung kommen, ob sie es nicht anstreben werden, einträchtig, frei und glücklich zu sein, wie sie es >in könnten. — Von diesem Geiste, so hoffen wir, werden die Landtage, Reichsralh und Delegationen geleitet sein! Ueber die Situation äußert sick die heutige „Morgcnpost" in folgender ziemlich charakteristischen Weise: „In diesem Kriege wird um die europäische Diktatur gestritten, und wer auch Sieger bleibt, ob Kaiser Napoleon oder König Wilhelm, so wird er den anderen Staaten seine Gesetze zu dillircn suchen. Oesterreich hat sich mm sowohl gegen die Eventualität einer europäischen Eonflagration während dcs Krieges, als auch gegen die Evcnlualilät einer französischen oder preußischen Dilta» tur nach dcm Kriege zu sichern. Die Neutralität kann nnmöglich so verstanden werden, als ob Oesterreich sich mit gebundenen Händen seinen Feinden ansliefern solle. Nicht nur znm Kriege, sondern auch zur Allionsvercit-schaft braucht man drei Dinge: Geld, Geld und wieder Geld. Die österreichische Regierung nimmt daher auch 12 Millionen Gulden in Anspruch, um die nothwen« digcn Ausgaben bis zum Zusammentritte der Delegationen zu decken. Es handelt sich, wie man uns ver« sichert, weder um Aufstellungen von Armeecorps, noch um Einberufung von Verstärkungen. Man will aber die Armee doch wehrfähig machen, um im Augenblicke dcr Noth nicht ganz unvorbereitet zu sein." In ciucr Note der Schweiz, die der GundeS» lull, anläßlich 5cS preußisch-fl-alizösischen K'ieycs an die Mcichlc gerichtet, beruft sie sich auf den ihr d»>ch die Verträge von 1815) zuaesichcrtcn Genuß fortwährender Ncutralitäl nnd Unverletzbarkeit ihres Glbictes; auch erklärt sie die in Folge des Turin er Ver« trage» v o m 2 7. M ä rz I 860 in den Gesih Frankreichs übergegangenen Vcstan dlheile Sardiniens als in der schweizerischen Neutralität begriffen. Der Gundesrath erklärt, daß die Schweiz ihre Neutralität und Integrität mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln aufrecht erhalten uud wahren werde. In Beziehung auf die oben er-wähnlcn Geliielstheilc Savoycns weist der BundeSrach darauf hin, daß der Schweiz das Recht zu» stehe, diese GebietSthcile zu besehen und daß dcr BundcSrath von diesem Rechte jedenfalls Gebrauch machcn wird, sofern ihm solches zur Sicherung dcr schweizerischen Nenlralilät nnd Integrität erforderlich erscheinen sollte. Nach diesem scheint ein Conflict zwischen Frankseich »i'd dcr Schweiz unvermeidlich zu sein. Uuter diese» Umst仫 dcn ist dcr Wortlaut der französischen Antwort von Iuler-csse. Dieselbe lautet: i„Hcrrl, Kern, Minislerrcsid'Nt der Schweiz Sic habcu mir im Name» dcS BundeSrathes lundaethan, daß er VlnaesichtS dcr gegenwärtigen Lage fest entschlösse» ist, mit allen in seiner Macht liegenden Mitteln die Ncntralität der Schweiz zu schützen, nnd daß er diese Erklärung znr Kenntniß aller Eabinele Europa's zu briua.cn gcdcutt. Wie Sie wissen, Hal die Regierung des Kaisers jcdc Gelegenheit benutzt, um zu bezeugen, welche Wichtigkeit sie der schweizerischen Ncu< trcüität beilege. Sic tonutc daher die Entschlüsse, die Sie ihr kund zu thun beauftragt wordeu sind. nicht an> dcrs als günstig aufnehmen. Sie schätzt die Gesinnung, welche die Regicruua, dci Eidgeuosscusch^ft bewog?» hat, die Inillatioc zu dicscr Millhrilulig zu ergreifen, und fest entschlossen, nicht von ihrcn in!erna«ionalcn Verpslich-tnngsll abzuweichen, ist sie glücklich, auf die Wnlsamleit der vom Vm'detzrath cigrisfcurn Maßregeln zählen zn lönnc". um von Seile aller Mächte die stritte Vollzieh' lmg dcr cnropäischcn Slipnlatiouen, untcr deren Schütz die Schweiz steht, zu sichern. Paris, 17. Inli l«?0." Von eiucr Ncutralisiruug der an die Schweiz greuzeudcu G e bi ete v o u S a v oYe n ist iu dicscr Antwort leine Rede. Die „Eorrespondancc de Berlin" bestätigt die von der „Times" gebrachten Mittheilungen über die von Frankreich Prcnßen angebotene Defensiv, und Of- 1204 fensivalli anz und fügt hinzu, der Vertragsentwurf, geschrieben von der Hand Venedetti's, befinde sich im auswärtigen Amte des Nordbundes. Schon vor dem Kriege im Jahre 1866 habe Frankreich Preußen eine Allianz angeboten, mit dem Versprechen, ebenfalls Oesterreich den Krieg zu erklären und es mit 300.000 Mann anzugreifen, wenn Preußen verschiedene Gcbietsabtre» tungen am linken Rhein-Ufer zugestehen wolle. Im Interesse des Friedens habe das Berliner Cabinet sich darauf beschränkt, die französischen Anerbielungen zurückzuweisen, ohne davon weitere Kunde zu geben. Heute scheine der Augenblick gekommen, um eine Politik zu demasliren, welche sich durch sich selbst richtet. Die „Correspondance" läßt darauf den Wortlaut des Vertragsentwurfes folgen. Derselbe enthält fünf Artikel. Art. 1. Frankreich anerkennt die von Preußen durch den Krieg im Jahre 1866 gemachten Eroberungen fo wie alle getroffenen oder noch zu treffenden Arrangements für die Herstellung des norddeutschen Bundes und verpflichtet sich, seine Stütze zur Conservirung dieses Werkes zu leihen. Art. 2. Preußen verspricht Frankreich die Erwer« bung Luxemburgs zu erleichtern und zu diesem Zwecke in Verhandlungen mit dem Könige von Holland zu lreten, um ihn zur Abtretung Luxemburgs mittelst einer angemessenen Compensation oder auf andere Weise zu bestimmen. Zur Erleichterung dieser Transaction wird Frankreich die allfallsigen Gcldkostcn übernehmen. Art. 3. Frankreich wird sich einer Union des Nordbundes mit den Südstaaten unter Ausschluß Oesterreichs nicht widersetzen. Diese Union könnte auf ein gemeinsames Parlament basirt, dabei jedoch die Sou-verainetät der Genannten in angemessener Weise respec-tirt werden. Art. 4. Falls Frankreich durch Umstände veranlaßt wäre, seine Truppen iu Belgien einmarschiren zu lassen oder dasselbe zu erobern, wird Preußen Frankreich mit Waffen zu Land und Wasser unterstützen gegen jede Macht, welche bei dieser Eventualität Frankreich den Kricg erklären würde. Art. 5. Zur Sicherung der Ausführung der vor» stehenden Bestimmungen schließen Frankreich und Preußen eine Defensiv- und Offensivallianz und garanliren sich gegenseitig ihr Gebiet. Wolffs telegraphisches Bureau meldet aus Köln: Ungeachtet der von England ausgesprochenen Neutralität hinderte die englische Regierung nicht, daß Birminghamer Häuser Patronenlieferungen für Frankreich, Schisse von Newcastle die Versorgung der französischen Flotte mit Kohlen übernahmen, und daß Pferde nach! Frankreich geführt werden. Die Entrüstung über diese Art von Neutralität ist hier eine allgemeine. Am 20. und 21. Abends gab eS in Lyon mehrfache Demonstralicmcn. Banden durchzogen die Stadt mit de« Rufen.- Vivs 1a paix! Vivo la rspudiiquL! Vivs Ik Brugge! ^. Kk8 Xkpolöou! Sie wurden von einem Individuum mit einer rolhen Fahne angeführt, sangen das „^n, irk" und die „Carmagnole" und warfen mit Sleinen auf die Fenster der Iesuilenanstalt. DaS Publicum selbst interoenirte und brachte 29 In> dividuen auf den nächsten Polizeiposten Die Anstifter dieser Kundgebungen wären nach dem „Conslitutionnel" Mitglieder der „Internationale" gewesen; der „Salut Public" von Lyon „würde sich "icht wundern, zu erfahren, daß preußisches Geld dabei eine Rolle gespielt halte." Der Gemeinderath von Paris hat in seiner Siz« zuna vom 22. d. M, 300.000 Francs für die National-subscription volirt. Die Schahschcine, zu deren am 25. d. M. bcgin-nender Verausgabung die italienische Regierung von den Kammern ermächtigt worden ist, werden folgendermaßen verzinSl werden: Filnf Percent werden für Scheine von 3 bis 6 Monaten. 6 pCt. für 7 bis 9 Monate, 7 pCt. für 10 bis 12 Monate bewilligt. Zum Kriege. In einem Briefe der „N. Fr. Pr." wird die Berth ei lung der preußisch-deutschen Streitkräftc geschildert, darnach sollen zur Vertheidigung der Nordküste 3 Armeen uud zur Besetzung der Wcstgrenze am Rhein ebenfalls 3 Armeen aufgestellt werden. Dem Zahlcnvcr-hältnisfe nach gruppiren sich die Strcitlräfte folgendermaßen : An der untercu Oder unter dem Großherzog von Mecklenburg zur Deckung Berlins 2 Linien-Aimcccorpö und 5 Landwehr-Divisionen, zusammen 108.000 Mann. An der unteren Elbe unter Bogel v. Fallenstein 1 Linien-Armeecorps und 3 Landwehr-Divisionen, also 58.000 Mann, und an der oberen Ems unter Herwarth v. Bittenfeld ebenfalls 1 Armcecorps und 3 Landwehr-Divisionen, sonach 58.000 Mann. Am Rheine sollen stehen: nächst Köln unter Steinmetz 2 Armeecorps und 2 Landwehr-Divisionen, das sind 80.000 Mann; an dcr Mainmündung 6 Armeecorps unter dem Prinzen Fried' rich Karl, somit 180.000 Mann, und endlich am Ober-Rhein der Kronprinz mit 2 preußischen Corps und dcn süddeutschen Truppen, zusammen 166.000 Mann. Preußische Marincofficicre, die seit 10. Juli die französischen Rüstungen in Cherbourg, Brest und Tou-^ lon aufmerksam verfolgten, meldeten, wie „N. Fr. Pr." erfährt, übereinstimmend nach Berlin, daß Frankreich in ^ diesem Feldzugc es nicht allein auf eine artilleristische Küstendemonstration in dcr Nord- und Ostsee abgesehen! habe, sondern daß es in der Absicht des französischen^ Gcneralstabes liege, durch bedeutende Truppenlandungen an der Ems-, Weser- und Elbemündung, sowie an mehreren Punkten dcr Ostsee preußische Strcitlraflc in, Schach halte» zu töniicn. In erster Linie werden Emdcu ^ und Lübeck als die Endpunkte eines OperationS'Seg-^ mentbogens von Seite der französischen Flotte ins Auge gefaßt, um dadurch gleichzeitig Schleswig-Holstein gen Schlagen sich versammeln, zum Marschiren sich theilet», Nichts ist gefährlicher, als dort eine Theilung, wo ei»' zclne Theile von überlegenen feindlichen Kräften angegriffen werden können, bevor sie sich wieder vereinig haben. Was geboten ist, wenn dcr Feind geschlagen worden, ebenso kann es verderblich sein, wenn man's vorher ausführt. Jene haben sehr Unrecht und kennen den Geisl der französischen Kriegführung nicht, welche glauben, dic Franzosen werden mit einem Anqriffc in dcr RhciH' pfalz einen gleichzeitigen Angriff auf Süddeutschlc^ verbinden; sie werden ihn vielmehr mit der ganze" Wucht ihrer verfügbaren Kraft gcgcu den nächsten »^ gefährlichsten Gegner, daS ist dic preußische Armcc in del Pfalz, richten. Gelingt der Angriff, dann wird Siid' deutschland ohnehin nicht verschont bleiben, denn del nächste Stoß wird ihm gelten; mißlingt aber dcr M griff, so müßte auch jcuer Theil dcr französischcu Armee, welcher iu Süddeutschland schon cingedrungcu uM schleunigst wieder zurückkehren, um sich mit dem 8^ schlagencu Theile zu verbinden uud für die weiteren Untcl' uehmungen vorzubereiten. Daß beim Angriffe in ersteltl Richtung demonstrativ gegen Süddeiitschlaud vorgcgcmge» wird, ist wahrscheinlich, jn nothwendig, um dic hier aus' gestellten Truppen fcslzuhaltcn und ihre UntcrslützlB dcr Hauptarm« zu lahmen; diesc demonstrativen Untcl' uehmungcn aber werden Süddcutschland nicht uuterwcl' fen, was auch ihr Zweck nicht ist. Preußen uud Süddculschland sind durch die naliU liche Lage ihrer Länder zur Theilung gezwungen u»b schon aus Rücksicht für letzteres zur Aufstellung bedeu' Sender Kräfte gegen den Olmrhcin verpflichtet. D>e uatürliche Folac davon ist, daß cinc größere Kraft M die Hauptentschcidung unthätig bleibt, wodurch dic Wahl' schcinlichteit des eigenen Mißerfolgs gesteigert wird. Preußen kann dic Schwäche seiner Dcfensivslcllü^ hier nur durch die Offensive aufheben, wenn es bis z»"" Beginne dcr Operationen in seinen Rüstungen de!" Gegner nachgekommen ist. ! Ein offensiver Vorgang zwischen Rastatt-Gascl <>' ein militärisches Unding, denn nicht nur liegt diestl Theil weitab von der kürzesten OperalionSrichtuO sondern ist schon wegen das für die Offensive ungn"' stigcn Terrains dazu migceiguct. Es ist wie für die D<' fensive, so auch für die Offensive die Richtung ^ Coblenz und Mainz gegen die Nordgrenze Frankreich' die stärkere. Ein schneller Vormarsch in der Richtung Saal^ münde-Nancy könnte eine Trennung der am Rh^ stehenden Armeecorps von jenen an der Mosel herbei führen, und es wäre nicht unmöglich, die hier stehende" Theile zu schlagen, bevor noch die Rheintruppcn sick ^ ! sie angeschlossen haben. Hiezu müßte Süddcutschla^ bloßgcsiellt und alle verfügbare Macht von Rasladl b> Coblenz gegen die Mosel und Nancy dirigirt werd^' Gestern brachte ein Blatt als Euriosum die N<^ richt, daß bei Thionville eine blutige Schlacht gcschla^ worden sei. Wir wollen sehen, ob bei Thionville, tv^ cheS weitab von der Richtung licgt, dic wir zur Ope^ lion als die geeignetste angegeben haben, eine Schl^ , überhaupt wahrscheinlich, ja nur möglich ist. ! Thionville liegt an der Mosel, nahe der luxe"' ' burgischen Grenze, und es führen von dort folge" ^ Straßen: eine auf dem linken Ufer nach Luxcmli»^ eine auf dem rechten Ufer nach Sierl uud Trier »" öemllellm. Per preußische Staatsschatz. Hart auf der Scheide der beiden alten Städte Berlin und Cöln, in letzterer gelegen, erhebt sich das wunderliche, mächtige Gebäude: daS königliche Schloß. Jedes Jahrhundert, fast jeder Regent hat daran gebaut, seitdem die Kurfürsten die alterthümliche Wasserseite gegründet, um von hier aus den Trotz dcr übermüthigen Stadtbewohner zu brechen; immer weiter, wie das Reich, desse», Herrschaft es repräsentirt. dehnte es sich aus, die Höfe wurden erweitert, neue Seiten, neue Räumlichleiten uugebaut; endlich stand es groß und herrlich da. Der erste König versah es mit stolzem Triumphbogen und mit Inschriften; jeder fpätere fügte hinzu, was nöthig schien; Friedrich dcr Große ritt die Wendeltreppen hinauf bis in die oberen Zimmer; die folgenden schmückten das Innere, Friedrich Wilhelm IV. setzte die stolze, gewaltige Kuppel auf. in der die Schloßcapelle sich befindet. König Wilhelm ließ auf den Zinnen des Schlosses die kolossalen Statuen, die Rcgententugendcu darstellend, errichten, deren jede das Portrait eines der Mitglieder des Königshauses zeigt — nur schade, daß die Entfernung vom Beschauer so groß ist, daß mau die Aehnlich-leit nicht mehr erkennt — und so thaten Alle da« ihrige, den KönigSbau zu sördcru. Nur Einen vermissen wir in dieser Reihe: den König Friedrich Wilhelm I., ihn. der auch daS Land nicht durch Kriege vergrößert. Und doch hat er das Größte dazu geliefert, ohne welches alle seine Nachfolger nichts hätten leisten können, ja, ohne welches wohl Preußen selbst nicht mehr existirte: er hat den Mlitu8 lauMH!'j8 ans Haus gebannt! Darum aber auch ist sein Werk nicht offen vor aller Augcn, sondern es ruht in dcr Tiefe der Keller und unterirdischen Räume und sieht unscheinbar genug aus, nur Fässer und Tonnen sind eS, die da wohloerschlossen und gnt bc< wacht in ungestörter Ruhe liegen; mit einem Wort: der Staatsschatz ist es, der dort unten verborgen, ist, der preußische Staatsschah, zu dem Friedrich Wilhelm I, den Grund gelegt. Man hat in den letzten Zeiten oft und viel darüber gestritten, ob es überhaupt heilsam sei, einen Staatsschatz zu haben; die Nationalölonomen waren dagegen, weil es voltSwirthschaftlich nicht zu billigen sei, daß so kolossale Summen unnütz, unproduclio in den Kellern des Schlosses verborgen liegen; wcil diese Summen, benutzt, dem Nothstände ganzer Provinzen abhelfen, ja vorbeugen könnten, und zu Bauten, Chausseen und Eisenbahnerrichtungcn, oder zum Unterrichtswcsen ver» wandt, für alle Zeiten Großes wirken könnten, uud weil sie endlich, richtig angelegt, oder wenn sie aus Mehreinnahmen stammen, dann au dcn Steuern nachgelassen, daS ganze Volk vollständig oder beinahe voll» ständig in den Stand setzen würden, im Fall der Noth Opfer zu bringen, welche dcn Leistungen dieses Schatzes gleichkommen würden. Aber eS darf der Regierung nicht die Möglichkeit entzogen werden, im Augenblick der höchsten Gefabr selbständig und uuf eigene Verantwor- tung zu handeln. Und darum ist es gut, einen nM. gefüllten Staatsschatz zu haben. „Der letzte Tha>^ heißt cinc Posse von Dohm, die vor einigen Jahren Berlin gegeben wurde; „der letzte Thaler" hat aber der Geschichte einen ganz anderen, viel ernsteren KlaH er hilft die Geschicke dcS Krieges, dcr Staaten cnts^ den, er gibt den Sicg, er gibt die Kraft; wer ihn h ' besitzt das Mittel, doch endlich seine Sache durch^ führen. Das erkannten schon die Alten; die Mhe'' brachten den Staatsschatz von ganz Griechenland " Delphi nach ihrer Stadt, um damit auch ganz Mie« . land zu beherrschen; die römischen Kaiser, wic dic <" egyptischen Könige, legten sich einen StaalsschaV ^ nur daß sie ihn nach dcm uralten, längst geübte« ^ von Louis XIV. nur präcisirten Grundsatz: >'^ ^, mc»i! am häufigsten für ihre eigenen Privatzwccke z wendeten; das erkannte denn auch der Gründer preußischen Staatsschatzes, Friedrich Wilhelm 1., a^l Die Hohcnzollcrn hatten schon früh dic WiclM^ eines solchen eingesehen, abcr sie waren in den Kr'^ dic sie führen mußten, wic dcr große Kurfürst, od" ^, den großen itoslcn, wclchc die Erhebung dcS Knrfi'l! ^ thums in ein Königreich erforderte, nicht dazu gcto"' , l> Geld zurückzulegen. Da bcfchicd sich Friedrich Willp' <. in weiser Clleimtmß dcr Lage dcr Welt und sc>>^,^l ncn Befähigung, nicht aufs Ncuc durch Kriege das ) ,^t Reich vergrößern zu wollen, und es dadurch "'!.„,e>'' zu gefährden, auch selbst nicht als Kriegsheld zu N^sel sondern nur für die Zukunft zn sorge». Daß .^l'i König sich „icht so sehr durch strahlende, blendende V 1205 eine nach Saarlouis. Wäre cs anch möglich, in diesem Winkel mehrere Armcccorps ;llsammcnzubringcn, die eine siegreiche Schlacht schl>!gcn, so hätte Preußen keinen solche» strategischen Erfola, dcr dic jedenfalls vcdcntcn-dcn Verluste rechtfertigen könnte: niü aber noch weiter in das Innere vorangingen, müßte es eine zweite Schla.1l schlagcü, deren Hlißlifolg die erste zu einer wahnsinnigen That stempeln würde. Schlachten werden nnr auf snatcgisch wichtigen, d. h. auf solchen Punkten gcschlagcn, wo man nach einem glücklichen Auslange größere Strecken des feindlichen Gebietes gewinnt, Wenn cs hier zn irgend etwas loinmt, so kann es nur von Ncbcntrnppen, welche die H..^ptoperationcn decken, her-bcigcfühvt werden, dann aber ist ein solcher Zusammenfloß feine Ecl,lacht. Diese Ansicht schcinl dcr Geschichte und dem Bor-gange in den fiühcrcn Fcldzügcn zu widersprechen; man bedenke jedoch, daß ^urcmbnrg und Gclgien gegenwärtig neutral sind, ü»d inan wird die Anschauung für begründet erkennen. So haben wir die wahrscheinlichen Operationen c>»> linkcu Nhcimifer besprochen und übergehen nächstens M Untersuchung des möglichen Angriffes auf Süd-dcutjchland, wenn wir nicht früher unsere Anfmcrksam-kcit auf nähcr liegende Ereignisse richten, die jedenfalls cmlMl'u werden. Die a/eh'.'lcn Vescr werden hcnlc dic telegraphische Nachrichten bcrcils erfahren haben, nach wclchcr bei Niedcrbroun eine preußische Nceognoscirnngsablhcilung von den Franzosen zurückgeschlagen worden sein soll. Diesc Nachricht hat viel Wahrscheinlichkeit für sich. nnd wir können nns jetzt auf dic Wiederholung solcher Nachrichten gefaßt machen, die natürlich immer mehr vor bcn wichtigeren in den Hintergrund treten werden. Zur Oricntirnng wollen wir etwas beizutragen ucr-suchcn. Niedcrbroun liegt an der Eisenbahn von Ha-9tnau nach Vilche, von Hagcnau etwa zwei Meilen cnt-sttnl. Diese Eisenbahn geht im Motlcrthalc, welches die "bliche,, Thcilc der Vogesen von den steilen Abhängen bcr südlichen Hardt trennt. Wie man anö der Karte cr-!^icn kann, ist Nicdcrbronn nicht ganz an der Grenze, die h>cr von den Franzosen unbesetzt geblieben sein dürste, wcil ihre Aufstellung gegenüber jener der Preußen bcdcu lend im Nachtheile wäre, sie daher die weiter rückwärts gelegene und stärkere Vinic der Moltcr. ein Ncbcnflnß-chcn der Zur», in die sie sich bei Bischwcilcr ergießt, und der Vogcscimbhäugc gewählt haben werden. Diesc Gegend war im Jahre 17!)3 ebenfalls der Tummelplatz kriegerischer Thaten, an denen die Ocslcr-reicher nulcr Wurmser sich vorzüglich bclhciligtc» ; sie erstürmten hier am 13. October dic berühmte Weißen-burgcrlinie. Hagesneuigkeiten. Kosten des amerikanischen Kriea.es. Ein Bericht des Finanz-Departements der Vereinig' ten Staaten, welcher dem Congrcß in gegenwärtiger Session vorgelegt wurde und soeben in unsere Hände kam, enthält unter Anderem auch eine Ncrechnung der Kosten des großen Bürgerkrieges vou 1801 bis 1805, aus welcher wir nachstehend einen möglichst vollständigen Auszug geben. 1. Am 7. März 1861 betrug die Naliöual-(Bundes-.schuld der Vereinigten Staaten 76,455.2W Dollars. 2. Während der Kriegsjahre (vom 1. April 1861 bis 1. April 1865) waren die Einnahmen des Vundes-Finanz«Dcpar-temems folgende: Inuere Einkünfte .'N4.:j37.317 Dollars, Zölle 280.861.616, aus Ländercicn 1,812.083, dircctc Abgaben 4,668.259, aus verschiedenen soustigcu Quellen 74,120.413, Summe dieser Eiuuahmen 675,790.691 Dollars. 3. Die Buudescinlünflc vom 1. April bis 30stcn Juni 1869, während wclchcr Zeit der grös^rc Theil der Ausgabcu direct noch in Folge des Krieges gemacht wurde, waren solgeudc: Innere Einkünfte 967.207.221 Dollars, Zölle 729,991.875, aus Ländcreien 7.402.188, directe Abgaben 9,017.217, aus verschiedenen sonstigen Quellen 194,919.122. Summe dieser Eünlahmen 1.908,567.625 Dollars. 4. Der Betrag der Nundcsschuld, abzüglich des in Casscu befiudlichcu Barbestandes und Tilgungsfonds, war am 30. Juni 1869 2.489,002.480 Dollars. 5. Zieht mau hicvon den Vetrag der Natioual-(Bundeö-)sch:lloen zur Zeit des Ausbruchcs des Krieges (wie es oben unter 1. zu 76,455.299 Dollars angegeben ist) ab, fo bleiben als für Kriegszwecke ausgegebene und durch die obigen Einnahmen nicht bezahlte Smnmen 2.412,547.181 Doll. 6. Somit betrug die Gcsamml-Ausgabc (an Anlchcn und (5iukünftcn) während 8 Jahren 3 Monaten für den Krieg und feine Folgen 4.996,91^,498 Dollars. 7. Zieht mau hicvon den Betrag ab, wclchcr vor dem Kriege durchschnittlich vou der Nundesrcgicruug ausgegeben wurde, fo macht dies für deu angegebenen Zeitabschnitt bei einem Iahres-bctrag von hundert Millioucu 825,000.000 Dollars, uud bleiben 4.171,914.49" Dollars als Betrag der Kosten des Krieges, soweit sie die Buudcörcgicrungs-Cafsc bis 30. Juni 1869 getroffen habcu, Hieher gehört ferner der Capitalwcrlh der Pensionen, welche noch durch die Bundesregierung in Folge des Krieges bezahlt wcrdcn müssen uud der nach jetzigem Staud ungefähr zweihundert Millio-ncn Dollars beträgt. Zu diefcm Aclragc, der gewiß groß geuug ist, müsscu uoch einige Posten gerechnet werden, wenn mau die gauze Eumme erfahren will, womit dicfcr Krieg oaö Voll belastete. Diese Posten sind folgende: Zunahme der Schulden der einzelnen Staaten 123,000.000 Dollars; Zunahme der Graffchafls-, Städte- und Bezirks-schulden in Folge des Krieges 200.000.000 Dollars; laufende Ausgaben der Staaten, Grafschaften, Städte und Vczirlc, welche für den Krieg gemacht und nicht durch An-lcheu geleistet wurden, 600,000.000 Dollars; Perlust dcr loyalcu Staaten in Folge von Beschädigungen und Zerstörungen der Iudustric, der Verringerung der amerikanischen Mariuc und des Handels 1.200,000.000 Dollars; dircclc Ausgaben und Verluste am Eigcnthum in deu cousöderir-ten Staaten in Folge des Krieges 2.700,000.000 Dollars. Diese Beträge, die, wie wir'glauben, mäßig uud uichl übertriebe« siud, machen zusammen in runder Summe ueun lauseud Millionen Dollars, und dies waren somit eigentlich die Kosten dcr Aufhebung dcr Sklaverei. Es ist dies dreimal so viel, als das Eigenthum an Sklaven je werth war; cs ist eine Summe, welche zweimal fo viel Zinsen kostet, als dic jährliche Stlavcrei-Productiou des Slideus in ihrer besten Zeit je eintrug. — (Audienz beim Grafen Taaffe.) Eine Deputation des Dclegirlcn-Eonvcnts der Wiener Eouleurs hatte eine Audienz beim Minister Grafen Taaffc nachgesucht, um vielleicht auf diese Weise die Bewilligung znr Abhaltung ciucr Versammlung z>, erwirke». Die Dcpu-latiou, bcstchcud aus einem Vertreter der Burschenschaft „Arunuia" und einen« Repräsentanten des Wiener Stu^ dcntcnclubs, trug dem Minister in der am 26. d. M. um 1 Uhr stattgehabten Audienz ihr Ansuchen vor und motivirle dcu Zweck dcr Versammlung damit, daß es die Pflicht eines jeden Oestcrrcichcrs sci, nach Kräften für dic! tämpfendcn Deutschen ciuzustchcu. Dcr Minister erwiderte, er würde mit Vergnügen die Bewilligung ertheilen, wenn cs nicht dem Neutralilätö.Pnucip widerstritte, welches die „Regierung bis zum Ende des schwebenden Conflictes aufrechterhalten zu können hoffe." — (Staatsnoten.) In der im Reichsfinanzmini-sterinm vor einigen Tagen abgehaltenen Besprechung über die beschlossene Emission neuer Staatsnotcn zu 5 st. wurde den erschienenen Finanznotabililäten das Muster einer solchen neuen Note vorgelegt, welches die Etaatödruckerei von bewährter Künstlerhaud hat entwerft« lassen. Um einigen geäußerten technischen Bedenken gerecht zu werden, wird neben diesem durch seine Originalität uud echt tüustlerische Ausführung ausgezeichneten Entwürfe noch ein zweiies Muster vorgelegt werden und sollen die neuen Noten zum Ausdruck der Parität mit deutschem und ungarischem Texte verfchen sem, sodann die Erklärung der solidarischen Has« tung der beiden RcichSthcile enthalten und endlich in ihrer Ausstattung die erreichbar größte Sicherheit gegen ssalsisica-tioncn, welche die Einziehung der im Umlauf befindlichen Roten zu 5 fl. und dic Emission ncucr dringend wüuschtni!-wcrth erscheinen lassen, gewähren. — (Transfer irungen von i'andwehrmä liner».) Nach einem Rescripte des Rcichslriegsministeriums vom 20. September v, I. erscheinen Transferirungen von Landwchrmänncrn zum stehende» Heere oder zur Kriegs« marine grundsätzlich nicht zulässig, weil es jedem Slellungs-pflichtigen unbenommcu ist, vor dem Beginn der Slellungs-Periode freiwillig in das stehende Heer oder in die Kriegsmarine einzutreten, sonst aber der Nelreffende die Conse-qucuzen der ^osreihe zu tragen hat. Es schließt jedoch diese Bestimmung nicht aus, daß solche Transferirungen unter rüäsichlswürdigen Umständen auf befonderes Ansuche» der Transferiruugöbewcrber über cinvcrnehmlich erfolgende Bewilligung des Rcichölricgsministcriums und des Ministe» riunls für i!andeSverlhcidigung ausnahmsweise stattfinden. — (Ein Gerüchy wollte von einem großen Unglück auf der FranzIosefsbahn wissen, ein Zug fei in die Donau gestürzt, 350 Menfchcn verunglückt u. f. w. Nach genauen Informationen ist dergleichen nicht vorgefallen; vielleicht e»tsta»den die Gerüchte durch die Verungluckung ci»es Arbeiters, der von einem Schotterwagcn Überfahren ward. — (Ein gräßlicher Naubmord) trug sich unlängst in Torda zu. Beim Vorübergehen vor einer geschlossenen Fleischbank hörte eine Frau im Innern derselben ein schweres Stöhnen und Röcheln. Aus die erfolgte Anzeige öffnete die Polizei die Fleischbank und fand in der Nebentammer den Banltnecht I. Szütely in seinem Blute schwimmend, mit zertrümmertem Schädel. Der Unglückliche wurde bereits halb entseelt ins Spital übertragen. Die sofort eingeleitete» Erhcbuugen ergaben, daß der Verwundete zum letzten Male um 9 Uhr mit zwei feiner Mitgesellen gesehen wurde. Der erste derselben stellte sich auch bald danach ein und gab au, daß er den Verwundeten und den dritten Gesellen kurz nach 9 Uhr allein gelassen und sich entfernt habe. Er sagte ferner aus, daß dcr Schwerverwundele um 9 Uhr das an diesem Morgen eingenommene Geld gezählt habe, welches 56 fl. betrug, daß darunter ein beinahe ganz zer-risfencr Flinfer und zwei Eiusernoten sich befanden, welche dic gleichen Buchstaben und Seriennuinmern hatten, so daß noch darüber gestritten wurde, welche von diesen zwei Noten dic falsche sei. Die erwähnte Summe fand sich jedoch beim Schwcrvcrwundctcu nicht vor, was die Vermuthung aufkommen ließ, daß der betreffende Thäter einen Raub» nlord begehen wollte. Auf Grund der obigen Aussagen wurde deun auch der drille namhaft gemachte Fleischhauer» geselle aufgesucht nnd verhaftet. Man fand die vom zweiten Fleischhauergcscllen beschriebenen Äanknoten wirklich in seinem Besitz. Zwei Tage später legte er auch ein vollständiges Geständiß ab und sieht er nun seiner verdienten Strafe entgegen. — (Ueber das Verhältniß des Zündnadel« qewehres zum Ehassepot) wird folgendes Urtheil eines Fachmannes citirt: Die Zündlammer, d. h. der Raum, in welchen die Patronen hincingefchoben werden, läßt sich beim Zündnadelgewehr ganz leicht, mitten im Gefechte durch schergrößc, als durch bürgerliche Tugenden, durch strenge Ncdlichtcit, Sittlichkeit und Sparsamkeit auszeichnete, war des Bandes Glück; durch seine ökonomischen Talente lonn'e er einen Schatz sammeln uud ein Kricgshccr auf lullen, das im Vereine mit ersttrem seinem großen ^ohnc dic Möglichkeit bot, mit den mächtigsten Reichen ^'""r Zcit zu rivalisiren und im Kampfe mit ihnen zu 'ugcn. Aus den Ertragen dcr Domänen, die nnter ihm ^regelt wnrdcn, nnd aus den Staatseinkünften gclaug cs »hm, bei sciucm Tode, nachdem cr während seiner Micrung ncgcn 20 Millionen Thaler auf anßcrordcnt-ucyc Ausgaben (auf den Anlauf ucucr Krougülcr, auf °'c Stiftuug von Dotationen für jüngere Prinzen und cu Erwerb von Silberbarren) verwendet, doch noch ruttn Schatz von mehr als 11 Millionen. c,nc für die oamllllgc Zcit ganz kolossale Summe, zu hinterlassen, ^'ncn solchen Reichthum »nd ein trefflich ausgerüstetes Acr von 80.000 Manu fand Friedrich II. bei seiner "ironbcstcigung vor; hierdnrch allein konnte cr den an-^ncn Fürsten, deren keiner über gleiche Mittel zu gc-. "en «.Me. ebenbürtig znr Seite nnd später gcgcn-lwcrtrctcn. Wie cr diese Mittel bcnntztc, das war sein kluc; daß cr sie benutzen tonnte, seines BatcrS großes Der erste schlcsischc Krieg brach aus nnd griff den Mtz bcdcntcnd an; doch betrug derselbe bis zum fol- ^ndeu kriege schon wieder über 0 Millionen Thaler. icl'ls! ^'^ wurden wieder stark in Ansprnch gcuommcu. °lt das überflüssige, reichlich vom Bater angeschaffte nnd noch vorhandene Gold- und Silbergeschirr des Schlosses wanderte in die Münze; doch aber war noch ein Theil dcr Silberbarren übrig geblieben. Und nun begann eine Zcit rastlofer. ökonomischer Thätigkeit des Königs, dcr den Werth cincs gefüllten Schatzes zu gut kennen gelernt, als daß cr ihn nicht aufs Neue licrzu-stcllen nnd zu vergrößern hätte suche» sollen. Und er arbeitete an diesem Ziele doch mit so viel Energie, Weisheit uud Glück, daß er. obwohl cr Schulden abzuzahlen nnd die schlesischc» Schulden mit alle» rüchtän-, digcn Zinsen übcruommcn hatte, doch uoch große Sum-^ men zur Verbesserung des Bandes, zur Uulcistütznug dcr Indnstric und zur Aushilfe manches Nothstände« gewähren konnte, und bei allcdcm bci Ausbruch dcS siebcu-jährigcn Kricgcs einen Schatz vuu gegen 17 Millionen Thalern vorrälhig halte. Aber schon dic ersten beiden Kricgöjahic mit ihren ungeheueren Rüstnngen leerten! dcns^lbcn vollständig, so daß vom Ende des Jahres 175)?! bis l702 leine Mittel für dcu Krieg mehr vorrälhig! waren. Und doch mußtc derselbe weiter geführt werden; cualischc Subsidicn, Gchallociuhallungcn, Mi'mzvcrschlcch-lcrungcn. Coulribntioncn u. dgl. mnßlcn die Mittel dazu liefern. Und fie licscitcn dicsc Mittel so reichlich, daß bci Beendigung dcS Krieges wicdcr cin Ucberschuß von etwa I!) Millionen vorhanden war, welche Friedrich sofort zur Gründling eines neuen Staatsschatzes bestimmte. Hwar war das Vand verarmt und große Sttecken lagen ucrwüslct; dcr König gab Unterstützungen in wahrhaft! großartigem Umfange, auch auö fciucr Priliatschatullr, cr baute zerstörte Dörfer und Städte wieder auf, unter«! stützte die Gewcrlthätiateit auf alle Weise, hielt dabei doch seine Armee mit einer jährlichen AuSgabe von li—13 Millionen in Achtung gebikttudtm Zustande, aber er halte doch zu wohl die Wichtigkeit eineS gefüllten Schatzes erkannt, als daß er nicht mit aller Kraft für einen solchen hätte soraen sollen. Er hielt dabei die schon früher einacrichtclc Trennung i» einen großen, im Berliner Schloß verwahrten Hauplfchatz und in einen lleinen, ;ur Gestrcituüg augcublicklicher Mobilmachungetoslen bestimmten ausrecht, wclchcr letztere in Berlin in der Gencrallriegscassc, in BreSlau und Magdeburg in kleineren Posten aufbewahrt wurde. Aber vor allem galt es, im ^andc selbst wieder Vertrauen herzustellen ; cs mußte daher das schlechte, während des Krieges geprägte Gelb wieder in gutes umgemünzt werde», was dem Schah cincn Verlnst von nicht weniger als W Proccnt des umzuplägendln GcldcS bercitelc. Der kleine baicrische Erbsolgclricg nahm auch den kleinen Schatz etwas in ! Anspruch, abcr uichl viel, auch wurden die Kosleu deS-! selben schucll wieder ergänzt. Uud nun sorgte Friedrich I I. so unablässig für Herstellung ciucs großen Tresors, daß derselbe bci ftincm Todc etwas über 55 Millionen Thaler betrug. Man sieht, was dcr 144<) zur Regiernnst gekommene Kurfürst Friedrich II. als seinen Wahlspruch hingestellt: „Es will uns nicht geziemen, daß wir an^ deren Ncichthum suchen, als Ehre. Macht. ^ant> „nd Vcntc," das hat der 1740 auf demselben Throne fol-gcnde König Friedrich 1l. in vollsten, Maße erfüllt, da cr erkannt, welche Macht im Gelde liegt, das er wahr« lich nicht aus Geiz so angehäuft. (Schluß folal.) 1206 eine einfache Handbewegung öffnen, fo daß dieselbe bequem von den in ihr zurückgebliebenen kleinen PapierstUckcheu der Patronenhülsen gereinigt werden lann. Anders beim Chasse« pot. Hier kann der Raum, in den die Patronen gesteckt, nur durch Lösung mehrerer Schrauben blosgelegt werden. Da nun immer kleine Papierstückchen zurückbleiben, also das Innere schmutzig wird, beginnt nach abgegebenen vier, fünf Schüssen der Lauf sich bereits zu erhitzen und verliert so das Gewehr nach und nach jede Sicherheit. — (Als Beispiel, wie es in Preußen aussieht,) diene unter vielen anderen die Nachricht, daß von einem Comptoir in Berlin der Chef und seine fünf Comp-toiristen nebst dem Cassenboten eingerückt sind. Nur der Lehrling ist geblieben. -Locates. — (In den EntscheidungsgrUnden) zu dem gestern gebrachten Urtheil des Reichsgerichtes im Processe der Stadt Laibach gegen den lraimschen Landesausschuß wird auf die Gubernial-Verordnung vom 22sten Juni 1849 hingewiesen, durch welche die Laibacher Stadt» gemeinde verpflichtet wurde, die Verpflegstosten für alle in die Laibacher Krankenanstalt aufgenommenen, nach Laibach zuständigen armen Kranken zu vergüten; diese Verfügung sei durch den Ministerialerlaß vom 19. Februar 1850 bestätigt worden. Da eine Regelung dieses Verhältnisses bisher im Gefetzgebungswege nicht erfolgt fei, fo müsse diefe Verpflichtung noch gegenwärtig zu Recht bestehend erkannt werden. Allein man könne sich der Anschauung nicht verschließeil, oaß dieses Verhältniß der Billigkeit nicht entspreche, aber das sind rations äa I^a krenckl und können auf die Entscheidung des vorliegenden Falles keinen Einfluß üben. — (Die Laibacher Gewerbebanl) fordert von den Nctionären dieses Institutes die neuerliche Einzahlung von 10 Percent des Aulagecapitals während der Zeit vom 20.—31. August d, I. und die weitere Einzahlung von noch 10 Percent während der Zeit vom 20.-30. September d. I. — (Die Sommerliedertafel der philh. Gesellschaft), alljährlich eine der hervorragendsten Unterhaltungen der Eommcrsaison, wird morgen Abend im Nahnhofgarten abgehalten werden; falls die ungünstigeWit-terrung morgen noch andauert, wird die Liedertafel auf Montag übertragen. — (Besetzung von Stiftungsplätzen.)In dem vom Wiener Bürger Herrn A. M. Pollak Ritter von Rudin in der Mayerhofgasse des vierten Bezirkes Wieden erbauten Stiftungshaufe „Rudolfinum" sind für das Studienjahr 1870/71 an in den österreichisch-ungarischen Provinzen gebürtige unbemittelte Studirende ohne Unterschied der Confession, wenn selbe an der Wiener technischen Hochschule als ordentliche Hörer ihre technischen Studien fortsetzen, sechzig Stiftplätze zu verleihen. In diesem Stiftungshause erhalten die Studirenden freie Unterkunft, Beheizung, Beleuchtung nebst anderen Beneficien, und es ist daselbst auch eine zweckentsprechende, reichhaltige Bibliothek, ein Saal für wissenschaftliche Borträge, ein Museum und ein mit 15 ArbeitStifchen gut eingerichtetes, chemisches Laboratorium zur Benützung vorhanden. Bewerber solcher Stiftplätze, welche bereits am Wiener Polytechnikum studirten, haben ihre letzten Studienzeugnisse, jene, welche noch nicht in diesem Institute eingeschrieben sind, haben ihre mit den Studien-zeugnissen aus dem letzten Jahrgange der Oberrealschule oder des Obergymnasiums, respective mit dem Maturitäts-prüfungszeugnifse belegten Gesuche bis längstens 25. September d. I. bei der Administration dieses Institutes einzureichen. Alle näheren Daten über die Aufnahmsbedin-gungen sind aus dem Programme zu ersehen, welches bei der Hauöinspeclion zu haben ist. — (Agio-Zuschlag der Südbahn.) Vom I. August d. I. an wird auf den Linien der k. k. pr. Südbahngesellschaft der Agio-Zuschlag zu den in Banknoten einzuhebenden Bahngebühren mit 27^ Percent eingehoben. Aufruf! Der österreichische patriotische Hilfsvercin in Wien hat aus Anlaß deS unheilvollen, im Westen Europa's heranbrechenden Krieges nach den Grundsätzen strengster Neutralität einen Aufruf an die Bevölkerung gerichtet, um den Verwundeten uud Hilfebedürftigen beider streitenden Theile mit Geld und Effecten Beistand zu leisten. Er hat hiebei die dankbare Erinnerung wachgerufen an die reiche Hilfeleistung, wrlchc in Zeilen schwerer Kncgs-bedrängniß den österreichischen Verwundeten von Seite deutscher und französischer Vereine und einzelner Menschenfreunde des Auslandes zu Theil wurde. Bewohner von Kram l Von denselben Grundsätzen der Humanität geleitet u»d zu demselben Zwcckc wendet sich der gefertigte Laibacher Frauenvcrein an Euch und bittet, Gaben an Geld und Effecten mit oder ohne specielle Widmung an die Redaction dieses Blattes oder an den Vereinssecretär Rlldolf Endlicher (Neuer Markt Haus-Nr. 219, 1. Stock) gelungen zu lassen. Sie wer-den von dort im Wege des patriotischen Hilfimercins in Wien ihrer Beslimmnng zugeführt werde». Vom Ausschüsse des Franrnuercins flir verwundete und kranke Uriegcr. Laibach, am 28. Juli 1870. Wilhelmine Baronin Conrad v. Eybesfclo m. p., Borslchcml. Rudolf Endlicher m. p., Secretiir. Nruckr Post. (Triainal'Telearamme der „Laibacher Zeitung.") Vcrlin, 28. Juli. Der ..Ttaatsl,nzei,,er" veröffentlicht einen Erlast ViSmnrcks an den Norddeutschen Vundeö-Gesandten iu London, worin die /Times-Angaben betreffs Anerbietungen Frankreichs bestätisst werden. Berlin, 25 Juli. Drei <3ompass„ieu Franzosen wurden bei Forbach (nächst Sacnlxiick) von den Preußen zurückgeworfen. «Paris. 28. Juli. Der Kaiser uud der kaiserliche Prinz reisten zur Armee ab. Kopenhagen, 28. Juli. Mittags pas. sirre daS französische Geschwader Skagen. Die ganze Welt erstaunt über das verzerilc Gild, das sich ihr darbiete?, nachdem sich die deidcu krieg führe »den Gegner entlarvt. Es ist schwer zu ent-scheideu, wem ei» gelungen, pelfidcr zu handeln, dem Caliincte an dcr Seine oder dem Manne an der Spree. Wir lassen hier noch einige dcr diesbezüglichen Enthül» llin^Sdrpfschcn folgen und überlasse» cS uuscicn Vescr», sich ein Urlhcil darülicr zn bilde». DaS Wolff'sche Bureau melde!: ÄcieilS um 24. Juli Vormittags ist dcm englischen Botschafter d,c Milthci-luug gemacht wol den, daß der, von der ihm tickanulcn Handschrift Gcnedctti'S geschnclieue, jltzt vclöffcnllichlt Vertragsentwurf jederzeit ihm bchuf, Einsicht zu Gebote stehe. Die amtliche Mittheilung NulddculschlandS an England bezüglich der Echtheit des französische,» Ancr» bietcns in dem jetzt publicirtcn Actcnsttickc und den übrigen von Frankreich in dieser Sache gethanen Schrille ist demnächst zu erwarten. Von französischer Scite wird versichert, daß der von der „Times" veröffentlichte angclilichc französischpreu-ßifche Acrtragsentwmf, betreffend die Avtrttung Belgiens an Frankreich, das Resume von Bcspscchungcn ist, die nach dem Präger Frieden zwischen BiSM2lck und Vene-detli stattgefunden halicn. Es ist offic'ell, daß dcr Koi-ser uicmalö cincn solchen Plan gcdilligcl hat. Dcr „Standard" bcttachtct den von der „Times" veröffentlichten Veltrag als lächerliche E'findnua..______ DaS Pariser „Journal officiel," indem es oo« dcm dnrch die „Times" ueröffcntlichlcu Vertrage spricht, sagt: Nach dem Prager Frieden fanden in Wirklichkeit in Berlin zwischen Bismarck nnd Benedelti mehrere Ve« sprechungcn bezüglich eines Allianzprojettes statt. Einige von den Ideen, die iu dem in dcr „Times" eingcrii^ ten Documente enthalten sind, wurden angeregt; die französische Negierung hat aber niemals von einem schriftlich formulirten Entwürfe Kenntniß gehabt. Was die Vorschläge betrifft, von welchen bei diesen Unterre-dnngcn gesprochen worden sein mochte, so hat der Kar ser Napoleon sie verworfen. Es wird niemandem e»l< gehen, in welchem Inlercsfe nnd zu welchem Zwcclc man heute die öffentliche Meinung in England zu liiu' fchen fucht. Die „Franks. Ztg." vom 27. d. M. erhält al>« Brüssel lelegraphisch folgende Milthcilnng: Das in del „Times" veröffentlichte Document hat iu Frankreich u"d Belgien große Sensation erregt. Dcr „Constitutionncl" anerkennt zwar die Existenz dieses Documcnlcs, erklär! cS aber als ein Werk BismartS. AuS Pest, 27. Juli, wird dcm „Wand." lelegra phirt, daß es verlautet, daß Audvafsy morgen in ssc heimcr Sitzung des Unterhauses cincn Credit verlad für eventuelle LandesvcltheioiguugSzwcckl'. In Abgcold-nctentreisen herrscht darüber Bcsorgniß. — Präsidc»! Somssich fordert in den Ionrnalcn die Abgcordnclcn a»>, dic Hauftlstadt nicht ;u vcrlasscu, da der König beschloss"' hat. die Session zu schlkßcn, die ncnc aber sogleich ^' eröffnen, und weil das Haus zu», Schlüsse der M rathungen noch berufen scin wird, über dringende Angc lcgcnhcitcn zu entscheiden. Aus Randan wird berichte«, daß die Franzosen bei Weißcnburg Schanzcn bauen, weil sie die Offensiv dcr Preußen besorgen. Paris, 28. Juli. Dcr Kaiser der Franzose" überträgt dcr Pariser Nationalgardc dic slufrechlhaM»'!! d.u- Ordnung in Paris nnd die Sorge für die Sichc' hcit der Kaiserin. London, 27. Juli. (Pr.) ?luS dcm soeben vtt" öffenllichlcn Blaubuch s,chl hervor, daß Graf Gcust d>>s drohende Auftreten Gramout's sofort für bedauernswert .'I klärte, weil cö Vermiülungen c>schwere. BiSmarck cl' kannte rechlzcilig, daß Frankreich cineu Kriegsuorwal^ suche nnd machte gcgcn Lord Loftus kein Hehl, da' Deutschlaud crniedtigende Zumulhnngcn einstimmig z" rückweiscn werde. London, 28. Juli. Im Olierhausc theilte d>« Regierung mit, daß nacl, der Versicherung Lavalcttc's dc> von der „Times" veröffentlichte Vertragsentwurf vo'" Grafen Bismarck herrühre. Angekommene Fremde. Am ^7. Juli 2tadt Wien. Die Herren: Malle. Bescher, vvn Finme. Hille, Kaufn»., vuu Sckönan. Perz. Handelsmann, v" ! Maz. - Gabriel, ^alinbcamte, von Wien, — ^wannt, ^ Trieft. — Dr Ialopit, von Wrz. Prohasta, von ssiu'"'' — Rizzi, Miiscnd., dun Smyrna. Dr. Wrrtschlu, Landj^'"' inspector, von Graz. - Wrößel, Wutsliesitzerin, von Tn!!"' Elefant. Die Herren: Dr Corn, von Trieft. — Most. «<"'/ vun Wien. ^ Prodnit, uon Matschach. Moscr, von Wirp"^ Nasche, Handelsin,, von i!andstraß -> Kelinc, Handel^'" von Landstraß. — Branne, Apotheker, von Gottschee. '"' detic. von Novo, Dr, Anrdic, Professur, von Martin^bn, — Prolop, von Görz. Pntzler, l. l. Oberlicutenant. vunO^ i " ! ^ « 3 " ^ ! ^ ^ ,' ^^^Mg7^324^« >13.« wiisd'ffill"' '«Me 7^^ 2« 2 „ N, 3> >I0„ Ab. 8^.« SW.s, schw/ ga»z bew. ! " " . Vormittags regnerisch. Mittags (Yrwittcr ans 6O-, ', starten Oilsseu. Älachmittags wechselnde Uewölluna. Abcudö ^,, terlcuchtc» in SO, Das Tagesmitlel der Warnie j lse>ibah!>ac 5tir.e' 'ei weu.gbedeu^ T>!c Devise London war mit 131.50 reichlich zu haben. Napoleon« waren Geaenstanb lebhaften, von starlm Cur.schwanln..gen ^g" leten Coulissenhandtls. Sie notirten 10 ft. 9« lr. bis 10 fl. 87 lr._____________________________________________________________________________________^ ^. Allgemeine Ttaatsschull». Filr 100 fl. Geld Waar? Einheitliche Staatsschuld zu 5 M.: in Noten verziusl. Mai-November 50.25 50.50 ..... Februar-Augnst 50,2ii 50.50 ., Silber „ Jänner-Juli , 59,20 59.40 „ „ „ Apnl-October. 59.20 59.40 Vteucranlehe» r»!!8 ..... 196.— 196.- „ „ 1854 (4''/«) zn 250 f!. 74.- 75.- „ „ 1860 ,u 500 fl. . . «6.— 66.50 „ „ 1660 zn 100 fl. . . 96 - 97.- „ ,. 1664 zu 100 ft. . . 95.— 95.50 StaatS-Domänen-Pfandbriefc zu 120 fl. ü W. in Silber . . 113,— 115.- ». OrundentlastunstS-vblistativnen. Fiir 100 fl. Geld Waare Vijhmen .... zu5p«t 63.- 64.— Oalizien .... „5 .. —.— —.-Mcder-Ocflerreich. . „ 5 „ -.— —.— Ober-Oesterreich . . ,, 5 „ .^- " — Siebeubiirgeli ... ,, 5 „ 66. 67. Ste>ermc„l . > . .,5. - .-- ^-»— Uugan, .... » b „ 70— 71.—> O. Actien von Bankinstituten. Geld Waare Nnglo-üsterr. Banl abgest. . . 164- 164.50 Anglo-ungar. Vant .... 58.— b0.— Banlvercin.......139.- 140.- Boden-Ereditaustalt .... —.^» ^-" Ereditanstalt f Handel u. Gew, . 207.— 208.— Kreditanstalt, allgem. nngar. . . 60.— 61.— Eöcompte-Gesellschaft, n, ü. . . 712. - 720.--Franco-üslerr. Banl . . , . 71.— 72.— Oeneralbanl.......--.^ ^ " Nationalbanl.......642—644 — Niederländische Vanl . . . . —.— —.^ VereinSban!.......—-— ^-— Perlehrsbant.......75.— 60.- Wiener Banl......—.— ^»^ «». Actien von Tranftportunterneh- munaen. Gelb Waare Nlföld-Fiumaner Bahn . 146. - 147. - Vdhm. Westbahn.....205.-206- Earl-Ludwig-Bahn.....195.— 197.- Donan-Dampsschifff. Gesellsch. . 46».— 487. - Elisabeth-Westbahn.....174 '" 175 - Ferdinllnds-Nllldbahn . . . .1650—1660,- Fünflnchen-Narcscr-Bahn . —.— —.— > Franz-IosephS.«ahu ... 163.— 164 — > Gelt» Wa»r?j Lembern-Lzern.cIassyer-Vahn . 170.— 172.- 'Lloyd, üsterr........260.-265,— , Omnibus........—.-—.— ^ !Rlid°lsS-Bahn......141.-142.— ^ Sicbenbllrger Bahn . . . .146,-150—! Slaatsbahu.......322. - 325. - Siidbühn . ,......173.25 173.50 , SUd-nordd. Verbind. Bahn , . --.- .—! Theiß-Bahn.......1"9.- 190.-, Tranuvay........l^<> - 130.50 «. Pfandbriefe (fllr 100 fl.) : Allg. üst, Bodtil-Lredit-i/luftalt Geld Waare! vccloiibar zn 5 pEt. iu Silber 104. ^ 105 — , dto.in33I.rllclz.zu5p. Emiss.) —— ------^ Fcrdinandö-Nordb. in Silb, vcrz. 99. 100.-- Franz-Ioseph«'Bahn .... 67.— 88—! H.<5tul-z.'udw,B.i. G.ver».l.Vm. —. - — — Oesterr. Nordwesibah» . . . , »9.- 90.— > Veld ^'^ Sicbcnb. Bah» iu Silber vcrz. . 60. ^ Staatsb.O.3«/«ä5.00Fr. „!,cim. -. ^ ^«0 Slldb.G. 3'/« i. 500 Frc.....102 5l> l^' Slldb.-Bons 6"/, (1670 74) ^ Ung. Ostbahn......77.- " «. ^vrivatlose (per Stllct.) ^! Crcditllnstalt f. Handel n. Gr»u. Geld lV.?.^ zu 100 fl. ü W......135 50 1^> Nudolf-Sliftuug zu 10 fl. . . 13,— '' t< Wechsel (3 Man) Geld ^ Augsburg slir 100 st, slldd. W. .— ^ ssrantsurl a.M. l()0 sl. dct'o 11?.- ^> Hamburg filr 100 Mart Vaüco 96,50 »^.x Loudon, s" '".,ü.'' Parie, ,<>r 100 Franc« . . . 51.75» ^' l5ourH der Geldsovte» ., Gell, WA l» K. Milnz-Ducats, , 6 st. 20 lr. 6 sl> H , Napolrc>n«d'or . . 10 „ 90 « 10 " ^ -Vereiuöthalcr. . . 2 ,, - ,. 2 .> ^. , Silber . '33 .. ^ . ,«4" ^ Kraiüischc Gniüdenllastuugö - Oblia.a!iom'>'' ! valuotnuug: ... 'Geld, Wa"'