Macher TaMlt. Redaction und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15 SrLnumcrati»n«preisc: 7 7 -ai16a^ - ®anli- fl- 8 40 i Freitag, 4. April 1879.—Morgen: Binccnz. WsU'I °L 1 Z. Zahrq. zeigen bi» 6 Zeilen 20 It. / o lustellung in» Lau» mrttj. 25 ft. "it der Post: Ganzjähr. fl. 18. Aus dem klerikalen Lager. Die klerikale Partei in der Steiermark bereitet sich, wie Wiener Blätter und die Grazer „Tagespost" erfahren, schon jetzt zu einem heftigen Kampfe für die dem Vernehmen nach erst im heurigen Herbste stattfindenden Reichsrathswahlen vor; im klerikalen Lager gibt sich schon heute eine lebhafte Rührigkeit kund, um die „Lieben und Getreten", um die gehorsamsten Klingenbeutel- und Rcmchfaßträger in das Parlament einzuschmuggeln. Nach Ansicht der klerikalen Parteiführer wird es, sobald die Sitze im Abgeordnetenhause von kleri-f ölen Volksvertretern eingenommen sein werden, gelingen, in Oesterreich allgemeine Steuerfreiheit und Aufhebung der Wehrpflicht zu publicieren, Oesterreich in den Hasen des goldenen Zeitalters einlausen zu lassen. Der liberalen, verfassungstreuen Partei obliegt die Bürgerpflicht, die vorbereitenden Schritte der Klerikalen schon heute scharf ins Auge zu fassen. Die Agitation der Ultramontanen war seit dem Bestehen der Verfassung darauf gerichtet, alle Institutionen, alle Gesetze, alle Einrichtungen, die in der Zeit der neuen Aera geschaffen wurden, zu bekriteln, zu schmähen und gegen dieselben Abneigung wachzurufen. Licht und Finsternis sind eben ganz verschiedene, ganz entgegengesetzte Dinge, das ultramontane Auge kann einmal das Licht der Freiheit, den Sonnenstrahl der Aufklärung nicht vertragen. Die klerikale Partei entfaltet in politischen Angelegenheiten einen Feuereifer, welcher der gegnerischen Partei sehr zu wünschen und einer besseren Sache würdig wäre. Die Klerikalen sind es, welche in ländlichen Kreisen das Märchen erzählen: daß der Liberalismus die hohen Steuern und ihr aus zwanzig Zuschlagsgattungen bestehendes Gefolge ins Leben gerufen; daß der Liberalismus die Auslagen für Erhaltung des stehenden Heeres, für den Neubau von Schulen, Straßen, Eisenbahnen, Krankenhäusern u. s. w. geschaffen hat. Pfarrer und Kaplan sind dem schlichten Landmanne Abgott, was Wunder, wenn die Predigten der im geistlichen Gewände steckenden, aber sehr weltlichen Wahlschwindel treibenden Priester als Evangelium angesehen werden! Das Programm der Klerikalen ist kein Geheimnis: 1.) Beseitigung des Einflusses weltlicher Behörden und Organe auf die Schule und lieber* antwortung derselben in die angeblich privilegierten Hände des die Kirche repräsentierenden Klerus. 2.) Virilstimmen des Ortspfarrers im Gemeinde-rathe. 3.) Wiedereinführung des Eheconsenses. 5.) Uebergabe der Armm-Jnstitutsverwaltung in die Hände des Pfarrers. 5.) Befreiung der Kandidaten des geistlichen Standes von der Wehrpflicht, u. s. w. u. s. w. In vielen Gegenden der cisleithanischen Reichshälfte, namentlich in den Gebirgs- und Alpenländern, sind die klerikalen Parteiführer derart perfid, daß sie alle bestehenden volkswirth-fchaftlichen und sittlichen Mißstände, als: das Darniederliegen der Industrie, des Handels und Gewerbes; Unsittlichkeit, Diebstahl, Raub und Mord, dem Liberalismus in die Schuhe schieben. In den katholisch-politischen Vereinen wird auf das liberale, verfassungstreue Sistem nach Herzenslust losgedonnert und über Neuschule, Gewerbefreiheit, Grundtheilungen, Steuerbehörden und Aemter u. a. der Bannfluch gesprochen, überhaupt an dem Kopfe des Liberalismus kein einziges Haar belassen. Die Action der Klerikalen wird durch die verfassungsfeindliche klerikale Presse kräftigst unterstützt; edle Seelen finden sich ja immer zusammen! An die liberale Partei muß demnach schon heute der ernste Mahnruf ergehen, die politische Schlafmütze beiseite zu legen, gegen die Feinde des liberalen Sistems feste Stellung zu nehmen, die Institutionen, Gesetze und Schöpfungen der neuen Zeit zu vertheidigen und mit vereinten Kräften dahin zu arbeiten, daß nicht eine Partei ans Ruder komme, welche das Staatsschiff „Austria" dem Untergange zuführen würde. Reichsrath. Der Finanzminister Freiherr v. Pretis hielt in der 436. Sitzung des Abgeordnetenhauses gelegeuheitlich der Budgetdebatte eine längere Rede, in welcher die Finanzlage Oesterreichs des näheren beleuchtet und der große volkswirthschaft-liche Grundsatz ausgesprochen wurde: das Schuldenmachen müsse eine Ende nehmen, es müsse gespart werden. Dieser erfreulichen, von der Regierungsbank aus kund, gegebenen Mittheilung folgte eine zweite, minder erfreuliche, daß es nämlich zur Herstellung des Gleichgewichtes zwischen Staatseinnahmen und Staatsausgaben eine patriotische Pflicht fei, die Staatseinnahmen zu erhöhen. Der Schatzmeister Cisleithaniens unterzieht alle Zweige des Finanzressorts einer eingehenden Besprechung. Von besonderem Interesse ist jener Theil der Rede des Freiherrn v. Pretis, in welchem er über die Kriegsverwaltung spricht wie folgt: „Es ist, glaube ich, niemand, der nicht die volle Ueberzeugung hätte, daß wir unter der gebieterischen Notwendigkeit stehen, auch in der Kriegsverwaltung jede mögliche Ersparung eintreten zu lassen. Nach welcher Methode das durchzuführen wäre, ist eine Frage, die ich nicht den Mnth habe, heute vor ihnen zu erörtern. Ob die Summen erreichbar sind, die manche von Ihnen sich vorstellen mögen, möchte ich bezweifeln, denn wir müssen uns gegenwärtig halten, daß wir nicht alleinstehen in Europa, und wir dürfen nicht wollen, und ich glaube, niemand von Ihnen würde es zugeben, daß etwa aus finanziellen Gründen Feuilleton. Die Thurmvögel des alten Thomas. Novellette von Harriet. (Fortsetzung.) „Däucht Ihnen dies „morgen" eine Ewigkeit?" fragte Meixendorf, mit sichtlichem Wohlgefallen das Mädchen betrachtend. Edith heftete ihre großen, graublauen Augen forschend auf den Verwalter: entweder entdeckte sie in seinen Zügen einen Anflug von Spottlust über ihre Ungeduld, oder seine Frage ärgerte sie, denn sie wandte sich mit einem leichten Achselzucken von ihm und trat vor den gedeckten Theetisch. Ein prachtvolles Rosenbouquet nahm in einer altmodischen Vase die Mitte desselben ein. Edith vergrub ihr Gesicht m dasselbe, um den herrlichen Duft der Blumenköniginnen einznathmen. „Geben Sie acht, daß Ihnen kein Insekt sticht!" klang es dicht an ihrer Seite. Meixendorf hatte sich dem jungen Mädchen genähert, während Gras Egon und dessen Gemahlin auf den Söller traten, der einen freundlichen Ausblick in den Schloßgarten bot. Die junge Dame hob rasch den Kopf. „Warum wollen Sie mir den Genuß an dem Einathmen des süßen Duftes verderben?" fragte sie, wobei ihn ein uumuthiger Blick streifte. Er lächelte: „Ich wollte Ihnen durchaus nicht den Genuß an dem Einathmen der Rosendüfte verderben, aber jede Annehmlichkeit hat auch ihre Schattenseiten, und eine gut gemeinte Warnung ist oft von höherem Werthe, als alle Schmeicheleien!" „Denen ich ohnedem nie einen Glauben schenke!" warf das Mädchen ein. „Die Männer," fetzte sie mit einem Achselzucken hinzu, „sind ein falsches, heimtückisches Geschlecht, dem wir armen Frauen niemals trauen dürfen!" „O weh' uns Armen I" rief Meixendorf. „Wer hat Ihnen bei so viel Jugend eine so schlimme Ansicht gegi'N uns eingeflößt?" „Die Erfahrung," sagte sie in altklugem Tone, „denn ich hatte ja nur zu viel Gelegenheit, die Männer in der Gesellschaft zu beobachten — wie ihr oberflächliches, inhaltsloses Treiben, daS mir von jeher Verachtung eingeflößt." „Und doch traten Sie vorhin am Arme Ihres Schwagers in den Salon?" gab er neckend zurück. „Er ist eine Ausnahme all' jener oberflächlichen Männer und schließlich mein Schwager!" entgegnete Edith, indem sie die Vase mit dem Rosenbouquet auf eine schwarze Console trug, die dem Theetische gegenüberstand. „Ah, Sie befolgen doch meine Warnung!" Ediths graublaue Augen blickten den Verwalter erstaunt an: „Ihre Warnung habe ich längst vergessen — und das lästigste Insekt.. „War natürlich ich, da ich mich erkühnte, die Männerfeindin zu warnen!" warf Meixendorf halb scherzend, halb spöttisch ein, indem er von dem Tische zurückwich. Das silberhelle Lachen der jungen Dame veranlaßte ihn, stehen zu bleiben. „Köstlich, köstlich!" ries sie, die Hände ineinanderschlagend: „Ja, Sie sollen mein Insekt sein, das mich so lange umschwärmen darf, bis —“ eine solche Schwächung einträte, daß man mit Recht eine Gefährdung unserer Sicherheit zu befürchten hätte. Selbst vom finanziellen Stand- Sunkte könnte man eine solche Schwächung unserer Lehrkraft nicht befürworten. Andererseits aber wiederhole ich, es ist niemand da, der an der gebieterischen Notwendigkeit zweifle, und es ist niemand da, der nicht bei der Aufstellung künftiger Budgets sein Bestes thun wird, was irgend wie mit der Ueberzeugung vereinbar ist, um in dem Äufwande der Kriegsverwaltung die möglichsten Ersparungen zu erzielen. Es märe nicht redlich von mir, wenn ich Ihnen mehr sagen wollte, als was ich gesagt habe. Uebrigens den redlichen Willen der Armeeverwaltung, zu sparen, hat sie in dem heurigen Budget bekundet. Wenn Sie billig sein wollen, müssen Sie anerkennen, daß in dem Ordinarium des heurigen Kriegsbudgets eine Ersparung eingetreten ist, denn bis zu diesem Jahre hatte die Armeeverwaltung die Einkünfte des Stellvertreterfonds. Diese Einkünfte des Stellvertreterfonds sind hinweggefallen, weil die Effekten des Stellvertreterfonds für Kriegszwecke verkauft wurden. Obgleich die Zahlungen, welche aus diesem Stellvertreterfond zu leisten sind, fort-dauern, hat die Arineeverwaltung hiefür keine Ansprüche erhoben. Es ist eine Reihe von Ausgaben in dem Ordinarinm, welche verbunden sind mit der Reform der Artillerie und welche nach Beschlüssen, die in dem vergangenen Jahre gefaßt wurden, Ausgaben zur Folge hatten, die auf keine Weise Hütten vermieden werden können. Die Kriegsverwaltung hat schon in diesem Jahre einen Mehranspruch hiefür nicht erhoben, sondern die Differenzen, welche sich aus diesen Posten ergeben und Mehransprüche gerechtfertigt haben, wurden dadurch eingebracht, daß sie eine stärkere Beurlaubung Eintreten läßt, und ich meine, daß hier vielleicht der Weg angedeutet ist, auf welchem die Armeeverwaltung zu dauernden und nachhaltigen Ersparungen im Ordinarium des Kriegsbudgets zu kommen gedenkt."_____________________________________ Dalmazie» und das Zollgebiet. Der Sectionsbericht der Wiener Handelskammer über die Frage der Einbeziehung Dal-maziens in das Zollgebiet der österreichischungarischen Monarchie enthält nachstehende Ausführungen : Es ist zweifelsohne eine Anomalie, die heute nicht mehr ihresgleichen hat, daß ein Reichs-bestandtheil für sich ein eigenes Zollgebiet bildet, dessen besonderer Tarif außerdem niedrigere Einfuhrzölle festsetzt als jene, welche für die übrigen Länder der Monarchie gelten, ein Uebelstand, der durch die Einführung des neuen allgemeinen Zolltarifs mit seinen erhöhten Positionen und der „Ich seiner müde bin!" warf der junge Mann abermals ein. „Und welchen Namen wollen Sie ihm geben?" setzte er hinzu. „Libelle!" sagte sie übermüthig, seinen dunkelblauen Sommeranzug streifend. „Also — Libelle wird sich erkühnen, dem schönen Schmetterling alle Romantik dieses Felsen-Horstes zu erschließen; sie wird ihm durch Schluchten und Thäler voranflattern, so lange, bis er der Spieler mit ihr müde ist." „Wie abscheulich — ich bin kein Schmetterling !" klang es schmollend von den frischen Mädchenlippen. „Aber mein Glaube an die Frauen ist im allgemeinen der, daß sie Schmetterlingsnaturen besitzen!" „O, Sie wollen sich rächen!" Edith zer-Pflückte eine Rose, die sie aus dem Bouquet ge-ogen hatte, und trat dann mit den Füßen auf ie weißen Blätter. „Das ist recht häßlich von Ihnen." „Glauben Sie nur das nicht — ich spreche aus vollster, innerster Ueberjeugung! Bittere Bemessung der Zölle in Gold noch vergrößert worden ist. Während bei dieser Einrichtung Dal-mazien für Waren, die es aus dem Reiche — Oesterreich - Ungarn — bezieht, einen Zoll zu entrichten hat, sind auch seine eigenen Erzeugnisse bei der Einfuhr in das allgemeine österreichischungarische Zollgebiet mit einer Zollabgabe belastet. Dalmazien selbst hat von einem solchen Zustande keinen Vortheil, denn was es auf einer Seite für feilten noch wenig entwickelten Confurn durch die niedrigeren Importzölle gewinnt, büßt es auf der anderen durch die mit Höllen belastete und dadurch verteuerte Ausfuhr feiner Landesprodukte ein. Außerdem wird durch lokale Zollbegünstigungen der Import fremdländischer Waren in ein derart bevorzugtes Gebiet künstlich geleitet und ein Stapelplatz geschaffen, von welchem aus entferntere Plätze mit Erzeugnissen fremder Provenienz versorgt werden können. Dazu gesellt sich für unseren Handel die Erschwernis, daß österreichische und ungarische Fabrikate, die auf feste Bestellung nach Dalmazien gehen, wie es aber oft geschieht, ans irgend einem Grunde retourniert werden, bei ihrer Rückeinfuhr in das allgemeine Zollgebiet den Eingangszoll wie ausländische Provenienzen entrichten müssen. Außer der durch den neuen allgemeinen Zolltarif im Julande hervorgerufenen Situation sind nun auch die veränderten Verhältnisse der Nachbarländer Bosnien und Herzegowina in Betracht zu ziehen, und da seit jeher ein bedeutender Handel über Dalmazien nach diesen beiden Provinzen, sowie nach Montenegro, Albanien u. s. w. betrieben wird, wäre es angesichts unseres durch die Occupatiou erzielten Einflusses nicht zu rechtfertigen, wenn noch fernerhin unser Verkehr mit Dalmazien durch Zollschranken gehemmt und teilweise unmöglich gemacht würde. Wie sehr Italien die kommerzielle Verbindung mit Dalmazien würdigt, beweist der Umstand , daß es seit zwei Jahren eine eigene Dampferlinie zwischen Ancona, Venedig uud Zara mit Hilfe einer namhaften Staatssubvention unterhält. Dieselben Vortheile sollten unsere Regierung ebenfalls bestimmen, den Verkehr zwischen Oesterreich-Ungarn und der Provinz Dalmazien zu erleichtern und zu fördern, nicht aber Oesterreich-Ungarn in Dalmazien als Ausland behandeln zu lassen. Im allgemeinen ist lebhaft zu wünschen, daß Dalmazien in seinen für dasselbe wie für uns so wichtigen wirtschaftlichen Beziehungen mit allen anderen Theilen des Reiches ein vollkommen einheitliches und gleichartiges Ganze bilde und auch die Aufhebung der bestehenden Zollausschlüsse, wie dies schon im neuen Zoll- und Handelsbündnisse mit Ungarn in Aussicht gestellt wird, baldigst verwirklicht werde. Erfahrungen haben mich von dem seichten Charakter der weiblichen Natur überzeugt. Ich fliehe sie — und die Liebe!" Da jetzt der Graf und die Gräfin in der Flügelthüre des Söllers erschienen, brach Edith das Gespräch mit Meixendorf ab, der von Egon aufgefordert wurde, die Theestunde mit ihm und seiner Gattin gemeinschaftlich zu verplaudern. Der Verwalter nahm den freundlichen Antrag des Grafen dankbar an und erhielt seinen Platz neben dessen Schwägerin. Das junge Mädchen verhielt sich, gegen ihre sonstige Gewohnheit, bei Tisch ziemlich einsilbig, und als Meixendorf sich später verabschiedete, hatte sie nur ein leichtes hochmütiges Kopfneigen für ihn — feine Ansicht über die Frauen schien sie verletzt zu haben. II. Edith erhob sich am folgenden Morgen mit den ersten Sonnenstrahlen, die in ihr Gemach drangen, von ihrem Lager. Sie wollte keineswegs auf dar Erwachen ihrer Schwester warten, um in Lydia'r Gesellschaft die Umgebung der Tagesneuigtreiten. — D ie Cjechen und der Reichsrath. Der „Pokrok“ wiederholt anläßlich der Besprechung der Rede Prazaks im Abgeordnetenhause, daß die Czechen zum Eintritte in den Reichsrath für den Fall bereit seien, als ihnen ein wirkliches Entgegenkommen gezeigt werde. Die „Narodni Listy» ver-öffentlichen die Unterredung eines verfassungstreuen Abgeordneten mit dem Grafen Taaffe, der seine Stellung zu den Czechen folgendermaßen kennzeichnete : Die Czechen müssen bedingungslos in den Reichsrath eintreten — ohne Parlament keine Verhandlung. Im Parlament rechne man mit jeder Minorität, folglich auch mit der czechischen. Dort errangen die Polen eine Art Autonomie. Diese vermögen auch die Czechen zu erringen. Außerhalb des Reichsrathes könne man schon mit Rücksicht auf die mährischen Czechen mit ihnen nicht unterhandeln. — Sanction der Delegation s-beschlösse. Die „Wiener Ztg." pnblieierte am 2. d. M. die mit der kaiserlichen Sanction versehenen Beschlüsse, welche von den Delegationen in ihrem letzten Sessionsabschnitte gefaßt wurden. Diese Beschlüsse enthalten die für die Occupatio» in den Jahren 1878 und 1879 bewilligten Kredite von 46,720,000 fl. und von 30 Millionen Gulden, dann den Nachtragskredit von 95,560 fl. für Errichtung der diplomatischen Missionen in Serbien, Rumänien und Montenegro. Die Formel, mit welcher den Beschlüssen die Sanction ertheilt wird, ist dieselbe, mit welcher das gemeinsame Budget genehmigt wurde. — Gegen den Kunst wein. Der Bürger-, Handels- und Gewerbeverein in Hernals bei Wien hat in seiner Versammlung am 28. März, welcher eine große Anzahl von Weinprodncenten beiwohnte, beschlossen, die Agitation gegen den Kunstwein auf das lebhafteste zu unterstützen und dieselbe zu leiten. Zuschriften an den Verein von alle» Weinbaubejirken, in letzterer Zeit von den Bezirken Wolkersdors, Mödling >l. s. w., erklären, sich der Agitation anzuschließen. In der Vereinsversammlung wurde insbesondere beschlossen, Se. Majestät zu bitten, daß das Ministerium beauftragt werde, dem nächsten Reichsrathe ein Gesetz zum Schutze des Original-Naturweines vorzulegeu. — Ein interessanter Prozeß. Nach Bericht der „N. fr. Pr." wurde vor dem Geschwor-iiengeticht in Arad am 28. März eilt interessanter Preßprozeß verhandelt. Als Kläger erschien das Reichs-Kriegsministerinm, als Angeklagter der Re-dactenr der „Arader Zeitung", Herr Hatos. Derselbe hatte nämlich in seinem Blatte verschiedenen Klagen gegen die Pserde-Assentierungs-Kommissionen Raunt gegeben; die gravierendsten Beschwerden lie- : alten Felsenschlosses zu durchstreifen, sondern allein ! den romantischen Ausblick in Schluchten unb Thäler genießen. Wie ein Schmetterling huschte Edith in ihrem i weißen Morgenkleide durch den Schloßhof und t die weiten, im ersten, goldigen Sonnenlichte ein* i [am daltegeitden Parkanlagen. Eine breite Ka-: ftanienallec führte zu dem Schloßwall, von wo > aus man eine reizende Fernsicht genoß, l Das Mädchen lehnte sich an die schmale t Steinmauer, die den Wall begrenzte, und blickte I furchtlos in die tiefe Schlucht, die knapp zu ihren ' Füßen tag. Da drunten gab es nur wild zer> - mistete Steinmassen, und kaum sah man hier und t da ein Strauchwerk aus dem tobten Felsentrümmerreich emporwuchern. Aber dort, jenseits der Schlucht, lag ein grünes Thal, das ein wunderliches Naturspiel mitten in den Felsensitz gezau- t bert hatte. Wie ein köstlicher Smaragd, nur in ) einförmiges Gran gefaßt, leuchtete die herrliche - Wiesenfläche, die überall von Bergen eingeschlossen , war, förmlich dem entzückten Blick Ediths entgegen. $ (Fortsetzung folgt.) fett darauf hinaus, daß die Kommissionen die Offerten der Prodncenten zurückweisen und lieber von den Händlern thenrer kaufen. Unter den vorgeführten Zeugen befanden sich auch der Bürgermeister und der Stadthanptmann von Arad. Die Zeugenaussagen lauteten überwiegend zu Gunsten des Angeklagten, welcher denn auch von der Jury einstimmig freigesprochen wurde, wogegen das Reichs-KriegSministeriurn die Prozeßkosten im Betrage von 176 st. zu tragen hat. — Einfuhrverbot. Das „Journ. Officiel" veröffentlicht ein Dekret, welches die Ein- und Durchfuhr lebender Rinder und Schafe, sowie von frischen Häuten derselben und anderer Abfälle aus Oester-reich-Ungarn für Frankreich verbietet. Geschlagenes Fleisch wird nur in plombierten Waggons zugelassen werden können. — Wieder ein Attentat in Rußland. Dem „Golos" wird aus Moskau erzählt: „Am 28. März war hier bei einem gewissen Bortynski ein Ball, auf welchem mich ein junger Mann Namens Bajraszewski anwesend war. Um 9 Uhr abends erschien auf dem Balle ein Fräulein Kaczka, welches direkt aus Petersburg an gekommen war. Nach flüchtiger Begrüßung der Gäste zog das Fräulein aus der Tasche einen Revolver hervor und feuerte denselben gegen Bajraszewski ab, welcher sofort tobt niedersank. Nach Verübung des Mordes widersetzte sich Fräulein Kaczka nicht der Arretierung, übergab den Revolver und gestand auch, daß sie mit Ueber-legnng das Attentat verübt habe, wollte aber den Grund, welcher sie dazu verleitete, nicht angeben. „Nowosti" fügen hinzu, daß dem Attentate politische Motive zu Grunde liegen. Die Mörderin ist kaum 17 Jahre alt und zeichnet sich durch große Schönheit aus. Der Vorfall erregt in Moskau das größte Aufsehen. Gerüchtweise verlautet, daß Bajraszewski zwei Tage vor seiner Ermordung einen Drohbrief von dem revolutionären Exeeutivcomite erhalten habe und denselben der Moskauer Polizei übergab." Lokal-undProvinzial-^ngelegenheiten. — (Probewahlen.) Heute Freitag den 4. d. abends um halb 8 Uhr finden in den Lokalitäten der hiesigen Casino-Restauration die Probewahlen für die demnächst vorzunehmenden Gemeinde-raths-Ergänzniigswahlen, betreffend den dritten Wahlkörper, statt. Auf ein zahlreiches Erscheinen der verfassungstreuen Wahlberechtigten im dritten Wahlkörper wird mit Sicherheit gerechnet. — (Kaiserliche Spende.) Der Kaiser hat für die durch Feuer verunglückten Ansasfen in der Gemeinde Dragoweinsdorf einen Unterstützungs« beitrag von 600 fl. bewilligt. — (Die hiesige Volksküche) beabsichtigt, am 24. d. eine möglichst große Anzahl von Stadtarmen mit einem Mittagsessen zu betheilen. Zu diesem Zwecke richtet die Vereinsleitung an edle, patriotische Menschenfreunde die Bitte, Geldoder Victualieu spenden und diese Gaben in der Volksküche (alte Schießstätte) abgeben zu wollen. — (Casino-Restauration) Die Direktion des hiesigen Casinovereins hat gestern mit dem vormaligen Ober- und Zählkellner in der hiesigen Casino-Restauration, Herrn Josef Kögl er, derzeit in Graz, den die Pachtung dieser Restauration betreffenden Vertrag abgeschlossen. Herr Kögler wird diesemnach die hiesige Casino-Restau-ration als neuer Pächter am 1. Mai l. I. wieder eröffnen. — (Sterbefall.) Hiesige Militär- und Zivilkreise dürfte die Nachricht interessieren, daß der k k. Hauptmann a. D., Herr Louis Negrelli R. v. Moldelbe, nach langem Leiden am 31. März X. I. in der f. I Militärheilanstalt zu Tyrnau gestorben ist. — (Von ValvasorS ChronikKrainS,) neue Auflage, Druck und Verlag von I. Krajec in Rudolf-Werth, wurde soeben die 54. Lieferung, d. i. La» elfte Heft des elften Buches, auSgegeben. In diesem Hefte finden wir Abbildungen, topographische und historische Daten von den Burgen und Schlössern in Krain, und zwar von Osterberg, Ottenstein, Pä-laut, Paßberg, Peran, Perenstein, Commenda St. Peter, Kloster St. Peter bei Mitterburg, Pleterhos, Pleteriach, Podwein, Poganiz, Polant, Ponovitsch, Preittenan, Prapretschhoff, Preißeck, Präwald, Prö-straneck, Rädlseck, Radmannsdors, Radistein, Ratschach, Raunach, Reifniz, Reitlstein, Renteiiburg und Noseck. — (Krida fall.) Der Gewerksbesitzer Herr Franz R. v. Fried an, dem unter anderen auch die Gewerkschaften Gradaz nebst Zastava, Thurnau , und Weiniz in Unterkrain gehören, ist dem Concurse verfallen. Wie die Grazer „Tagespost" erfährt, hofft man auf ein gütliches Arrangement um so mehr, als die ans den Gewerkschaften in Vordern-berg, Leoben, Mautem, Kindberg, Münzenberg und Gradaz, ferner ans Eisen-, Stahl- und Sensen-sabriken mit Einschluß der Warenvorräthe bestehenden Aetiven den Gläubigern die größtmögliche Sicherheit für ihre Forderungen gewähren, wenn man nur deren Besitzer Zeit zu einer geschäftlichen Rangierung läßt. Unter den auf 3 9 Millionen bezifferten Passiven sind 34 Millionen hypothekarisch sichergestellt, darunter auch das Guthaben der ersten österreichischen Sparkasse. — (Wildschonuug.) Im April befinden sich in Schonzeit: Henne vom Auer- und Birkwild, Gemsen, Bock und Gais vom Rehwild, Hasen, Enten, Fasane, Haselhühner, Rebhühner und Wachteln. Nachdem der Handel mit den oberwähnten Wild-gattmigen während des ganzen Monats gesetzlich verboten ist, wird vor dem Ankaufe derselben gewarnt. — (Pferdeverkauf.) Am 9. d. werden in Neu-Gradiska circa 120 bis 200 überzählige ärarische Fuhrwesens-Zugpferde im öffentlichen Versteigerungswege verkauft werden. — (Die Rinderpest) herrscht derzeit in den zur Fiumaner Vizegespanschaft gehörigen Ortschaften Zagoit, Bribir, Kiteri und (Stale. — (Landschaftliches Theater.) Fräulein Massa nahm gestern als „Prinz Rafael" in Offenbachs Operette „Die Prinzessin von Trape-zunt" Abschied von unserem Publikum, welches die geschätzte fleißige und anmuthige Operettensängerin mit stürmischem Beifall begrüßte, mit Kranz- und Bouquetspenden auszeichnete und deren hervorragende Leistungen ein freundliches Andenken bewahren wird. Morgen findet die Benefizvorstellung des Theater* sekretärs und Kassiers Herrn Hager und am Palmsonntag zum Vortheile des gesammten Chor-personales die Schlußvorstellung in der heurigen Saison statt. — (Zum Kapitel „Reise- und Zehrungsauslagen.") Das Gesetz vom 30. März 1879, durch welches daS vom 19. April 1872 (R. Bl. G. Nr. 63), betreffend die Vergütung der Reife- und ZehrnngSauslagen der Mitglieder der Landes- und Bezirksschulräte, abgeändert wird, lautet: „Mit Zustimmung der beiden Häuser des Reichsrathes finde ich anzuordnen, wie folgt: Art. I. Das Gesetz vom 19. April 1872 (R. G. Bl. Nr. 63). betreffend die Vergütung der Reise- und Zehrungsauslagen der Mitglieder der Landes- und Bezirksfchulräthe, hat in seiner gegenwärtigen Fassung außer Wirksamkeit zu treten und künftig zu lauten: § 1. Die Mitglieder der Landes- und Bezirksfchulräthe, deren Wohnsitz mehr als acht Kilometer von dem Amtssitze des betreffenden Landes- oder Bezirksschulrates entfernt ist, erhalten aus Staatsmitteln die ihnen durch den Besuch der Sitzungen erwachsenden Reise- und Zehrungsauslagen. § 2. Das Ausmaß der Vergütung bestimmt nach Einvernehmen der betreffenden Lande!» schulbehörde der Unterrichtsminister; es dürfen aber die Reisekosten den Betrag von 1 fl. pr. acht Kilometer und die Zehrungskosten den Betrag von 1 fl. 50 kr. für jeden halben Tag nicht übersteigen. § 3. Stuf die ZehrungS- und Reisekosten, welche den Bezirksschulinspektoren und jenen Mitgliedern, die zu den verstärkten BezirkSschulräthen beizuziehen find, durch den Besuch der Sitzungen erwachsen, hat dieses Gesetz keine Anwendung. Art. II. Dieses Gesetz tritt mit 1. April 1879 in Wirksamkeit. Art. III. Der Unterrichtsminister ist mit dem Vollzüge beauftragt. " — (Zur Gletscheruntersuchung.) Herr Hans Höfer, Professor an der Bergschule zu Klagenfurt, führt in der „Neuen deutschen Alpen-zeitnng" des näheren aus, daß unseren Gletscherstudien noch viele neue Seiten abzugewinnen und wie unvollständig die bisherigen Beobachtungen über die räumlichen Veränderungen der Firneismassen sind. Prof. H. Fritz hat in den Petermann'fchen geographischen Mitteilungen X, 1878 die periodischen Längenveränderungen der Gletscher mit Hilfe einer ausgedehnten Literatur bearbeitet und alle jene Nachrichten über Vor- und Rückbewegung zu-sammeiigestellt, welche wir über die Gletscher unserer Alpen, Skandinaviens, der nördlichen Polarzone und Hochasiens besitzen. Trotz der Ungenügend* heit der vorliegenden Untersuchungen fühlt sich Pros. Fritz dennoch zu dem Schlüsse berechtigt, daß zwischen den räumlichen Veränderungen der Gletscher und der Menge der Sounenfleckeu ein deutlich erkennbarer Zusammenhang bestehe, und zwar derart, daß das Zurückgehen der Gletscher mit einer Verringerung der Fleckenmenge, das Vorstoßen mit einer Vermehrung derselben zusammensalle. Die eilfjährige Periodicität der Sonnenflecken äußert sich auch in den Längen unserer alpinen Gletscher, so daß diese während 5‘5 Jahre vorstoßen und durch gleich lange Zeit im Rückzuge begriffen sind. In dem erstgenannten Zustande sollen sich dermalen unsere Firneiszungen befinden. Die Gletscherkunde greift fowol in das Gebiet des Geographen als auch des Geologen und zum guten Theile auch in das Gebiet des Meteorologen, indem die Veränderungen unserer Eismassen mit dem Schwanken der klimatischen Factoren im innigsten Zusammenhange stehen, doch wie es häufig mit solchen Grenzgebieten der Wissenschaft geht, so auch hier. Der eine verläßt sich auf den ändern und dieser wieder auf den Dritten, und so wurde die Gletscherkunde in neuester Zeit zum völligen Stiefkinde mit wenigen rühmlichen Ausnahmen, wie Dollfuß, Prof. Pfaff. von Sonklar, Prof. Simouy u a. nt. In erster Reihe sind die Alpenvereine dazu berufen, neben der Erschließung auch die Erforschung der Alpen zu bewerkstelligen. und es ist sehr zu wünschen, daß dies auch hinsichtlich der alpinen Gletscher und zwar nach einem wohl durchdachten sistematischen Plane geschehen möge, was ohne besondere Kraftentfaltung durchzuführen wäre. Prof. Höfer gibt nun eine Reihe von unschwer durchzuführenden Gletscherbeobachtungen an, hinsichtlich derer wir auf den Original-aufsatz selbst verweisen müssen, aber schon jetzt rühmend hervorheben wollen, daß der deutsche und österreichische Alpenverein die Gletscherfrage in den nächsten Jahren zu einer seiner Hauptaufgaben machen wird. — (Invaliden-, Witwen- und Waise n st i s t u n g.) Der österreichisch-patriotische Hilfsverein faßte den Beschluß, daß für Invaliden, welche durch anlässig der Occupatio» in Bosnien und der Herzegowina erhaltene Wunden oder infolge von Krankheiten erwerbsunfähig geworden sind, ferner für Witwen und Waisen der daselbst gefallenen oder infolge Krankheiten gestorbenen Krieger auS den eingegangenen Spenden die Interessen eines Kapitales von 140,000 Gulden für jährlich wiederkehrende Unterstützungen verwendet werden fallen. Infolge dessen wurden 132 Widmungen festgestellt, und zwar: für 6 Offiziere L 100 fl., für 18 Invaliden des Mannschaftsstandes ä 80 fl., für 27 Invaliden des Mannschaftsstandes ä, 60 fl., für 31 Invaliden des Mannschaftsstandes ä, 40 fl. Für Militärwitwen und Waisen: 12 Widmungen ä 100 fl., 9 Widmungen ä 80 fl., 15 Widmungen & 60 ft., 14 Widmungen ä 40 fl., zusammen 132 Stiftplätze. — Die Gesuche um Erlangung solcher jährlich wiederkehrenden Unterstützungen müssen mit nachstehenden Belegen versehen sein, all: vestüti« gung, daß Bittsteller während der Occupation in Bosnien ic. verwundet wurde oder daselbst erkrankte; ärztliches Zeugnis über die Art der Verwundung oder Krankheit, ihren Folgezustand und den hiedurch bedingten Grad der Erwerbsunsähigkeit; Mittellosigkeitszeugnis; bestätigende Anmerkung und allfällige Befürwortung vonseite der betreffenden Militär-, resp. Zivilbehörden. Bei Witwen sind anzugeben die Vermögensverhältnisse und die Anzahl der Kinder, sowie eine Bestätigung beizubringen, wo deren Männer gefallen oder daß sie an im Dienste während der Occupation zugezogenen Krankheiten gestorben sind. Endlich haben die Bittsteller beider Kategorien anzugeben, ob und aus welchen Sonden dieselben etwa andere dauernde Unterstützungen beziehen und in welchem Betrage. — Die Gesuche sind bis längstens 15. Mai d. I. an den österreichisch-patriotischen Hilfsverein, dem das Verleihungsrecht zusteht, Wien. Stadt, Herrengasse Nr. 7, einzusenden. — (Ans den Nachbarprovinzen.) In der vor einigen Tagen in Klagenfurt stattgefundenen Generalversammlung der Mitglieder der Landwirth-schastsgesellschast in Kärnten wurde der nachstehende Antrag gestellt und auch angenommen: „Die Generalversammlung möge sich durch den Centralausschuß der vom Klub der Land- und Forstwirthe in Wien an die Volksvertretung des Reiches gerichteten Petition, betreffend den Zoll- und Handelsvertrag der österreichisch-ungarischen Monarchie mit dem deutschen Reiche, anschließen, welche Petition nachstehende Forderungen als unabweisbar zum Schutze der vitalsten Existenzbedingungen der österreichisch-uugarischcn Landwirthfchaft enthält, als: 1.) Die vollständige Aufrechterhaltung der Zollpositionen des deutsch-österreichischen Handelsvertrages vom Jahre 1868, so weit sie sich auf die Ausfuhr der einheimischen land- und forstwirthschaftlichen Produkte beziehen, ohne jede einschränkende Bestimmung, namentlich auch hinsichtlich der österreichisch-ungarischen Steuerrestitutionen. 2.) Jede mögliche Fernhaltung eines diesen Export schädigenden Eingriffes in das deutsche Bahntariswesen, und 3.) der Abschluß einer für die Dauer des Vertrages jedes deutsche Vieheinfuhrverbot gegen Oesterreich ausschließenden Convention mit dem deutschen Reiche, die Oesterreich-Ungarn verpflichten würde, seine Grenzen gegen die Vieheinfuhr Rußlands, Rumäniens und Serbiens in gleicher Weife abzusperren, wie dies vonseite des deutschen Reiches Rußland gegenüber geschehen würde. Sollte der Abschluß eines derartigen Tarifverfahrens unmöglich sein, so wolle die Reichsvertretung dahin wirken, daß die Bahnverbindung mit Triest mit thunlichster Beschleunigung möglichst erleichtert und das deutsche Reich eine Reihe der energischsten Repressalien ergriffen werde, sowol hinsichtlich der für deutsche Güter auf österreichisch - ungarischen Bahnen bestehenden Differentialtarife und des deutschen Transits nach Oesterreich-Ungarn als auch hinsichtlich der Einführung entsprechender Kampfzölle gegenüber der Einfuhr der Erzeugnisse der deutschen Landwirtschaft und Industrie, wodurch das deutsche Reich, nachdem cg als werdender Industriestaat auf die Dauer auf einen möglichst billigen uud gleichmäßigen Bezug der Rohstoffe für feine Industrie, sowie der Nahrungs« und Genußmittel für seine arbeitende Bevölkerung, wie nicht minder ans den Absaß, namentlich seiner Judustrieprodukte nach Oesterreich-Ungarn viel zu dringend angewiesen ist, — derartigen Repressalien aus die Dauer kaum zu wider-stehen vermöchte." Witterung. Laibach, 4. April. Trübe, abwechselnd Sonnenschein, heftiger DSD. Wärme: morgens 7 Uhr + 3'4", nachmittags 2 Uhr + 12 8" C. (1878 + 13 4°; 1877 + 17 3» C.) Baro metcr im Fallen, 725 20 Millimeter. Das gestrige Tagest mittel der Wärme + ?°7', um 0 4' unter dem Normale; der gestrige Niederschlag 4 30 Millimeter Regen. Prolienmhlen! Das gefertigte Cornite beehrt sich hiemit, zu den anläßlich der bevorstehenden Gemeinderathswahlen zu veranstaltenden Probewahlen einzuladen. Dieselben finden statt: «für den dritten iOaMfuirper Freitag den 4. April. Für den zweiten ItiuMßürpcr Samstag den 5. April. Für den ersten Makkkörper Montag den 7. April. Sämmtliche Versammlungen, um deren pünktlichen und zahlreichen Besuch seitens der Herren verfassungstreuen Wähler dringend gebeten wird, werden in der Casino-Restauration abgehalten und beginnen jedesmal abends UM halb 8 Uhr. Laibach am 2. April 1879. Vom Central-Wahleomitö des konstitutionellen Vereins. Angekommene Fremde am 3. April. Hotel Stadt Wien. Graf Attems, k. k. Kämmerer, Görz. -- Kralovsky und Hirschfeld, Kflte., Wien. Hotel Europa. Dr. Glax, Universitiitsdocent, Graz. Baierischer Hof. Menahem, Japha. — Neymaier, Reis, Hamburg. Mohren. Bellina Peter und Bellina Joses, Villach. — Löw, Plan. — Posche Anna, Nassenfuß. — Beniger, Doruegg. — Liebhauser, Bostaszek. — Kasteliz, Triest. Kaiser von Oesterreich. Driugula, Beamte, Trauuik. — Peternel, Besitzer, Kirchheim. Verstorbene. Den 4. M ä r z. Johanna Maixner, k. k. Pvstofficials-Tochter, 7 I. 2 Mon., Bahiihofgasse Nr. 24, Diphtheritis. — Gustav Schlehan, k. k. Bergdirektor in Pension, 62 I., Alter Markt Nr. 24, Lungenlähinnng. Verlosungen. 1854er Staatslose. Bei der am 1. d. M. in Wien vorgenommenen 49. Verlosung der Gewinnummern der Staatsschuldverschreibungen des vierperzentigen Staats-lotterie-Anlehens vom Jahre 1854 wurden aus den bereits am 2. Jänner 1879 verlosten sechsunddreißig Serien, und zwar: Nr. 397 514 1095 1204 1323 1389 1422 1593 1654 1673 1786 1907 1938 1970 2030 2117 2218 2386 2514 2684 2765 2884 2936 3094 3124 3290 3302 3327 3388 3411 3567 3879 3934 3955 3959 uud Nr. 3994, die nachstehend verzeichnet«: zwei Gewinnumcrn gezogen, und zwar siel der Haupttreffer mit 100,000 fl. auf S. 1204 Nr. 43 und der zweite Treffer mit 20,000 fl. auf S. 3059 Nr. 15. Aus alle übrigen in den oben angeführten verlosten sechsunddreißig Serien enthaltenen und hier nicht besonders verzeichneten 1798 Gcwinnummern der Staats-schuldverschreibuugen siillt der geringste Gewinn von je 300 fl. C.-M. ruhen abznwenden. Die Regierung kann nicht versprechen, das Parlament vor dem Beschlüsse zu befragen. Petersburg, 3. April. Die Pforte erhebt neue Schwierigkeiten bezüglich der gemischten Occupation. Meinen lieben, werthen Kameraden von der freiwilligen Feuerwehr fühle ich mich tief verpflichtet, für die mir gestern bereitete, mich so sehr ehrende und hochbeglückende Feier hie-mit öffentlich aus übervollem Herzen deu aufrichtigsten, innigsten Dank auszufprechen. Ebenso fühle ich mich gedrungen, auch dem hochverehrten Herrn Bürgermeister von Laibach, den Herren Vertretern anderer Vereine und den unterstützenden Mitgliedern der Feuerwehr für die mir durch ihre Theiluahme am Feste erwiesene hohe Ehre gleichfalls den tiefgefühltesten Dank darzubringen. Laibach am 3. April 1879. (159) Franz Doberket. Telegramme. London, 3. April. In der Jahressitzung der Gesellschaft zur Unterstützung nothleidender Ausländer brachte Graf Karolyi einen Toast auf die Königin aus und sagte, die gegenseitigen Interessen zweier Länder seien heutzutage die sicherere Basis gemeinsamer Action, als das vollkommenste Schutz- und Trutzbündnis. Die Identität der legitimen Ziele Oesterreichs und Englands fahre daher fort, die auf die Interessen beider Länder basierte, ununterzeichnete, aber von zwei großen Staatsmännern abgemachte und von zwei Souveränen gebilligte Allianz zu befestigen. London, 3. März. Unterhaus. Northcote erklärt, bisher sei über den Vorschlag der gemischten Occupation noch nichts entschieden. Der Sultan glaube die Ruhe in Rumelieu aufrechterhalten zu können, aber England wünscht ernstlich andere Maßregeln, um die Gefahr von Un- Im Cafe Andreas Carl (Congreßplatz) sind die Tagespost und Leipziger Illustrierte Zeitung in zweite Hand zu vergeben. (161) Briefcouverts mit Firmendruck, in verschiedenen Qualitäten, Pr. 1000 von fl. 2-50 ab in der JkAdtuderci v. $leinmayr & Jkmfterg, Laibach, Bahnhofg asse. Wiener Börse vom 3. April. Aögtmeiot StanU- Papierrente ...... bilberrente........... Goldrente............. StaatSlose, 1854. . . „ 1860. . . n 186v(5tel) 1864. . . Hrundentkastung»- Gbligalionea. Galizien.............. Siebenbürgen . . . Temeser Banat . . . Ungarn ............... Ändert öflentkickie Hakeken. Donau-Regnl.-Lose Ung. Prämienanlehen wiener Anlehen . . . Atlitn v. Aan&en. Kreditanstalt f.H.n.G. EScompte-Ges., n.ö. Nationalbank. . . . Geld Ware 64-95 65 05 65-50 65 60 77-20 77-30 115 75 116 — 117-50 118 — 127 50 127-75 152-50 153 — 88 — 88-30 78 — 78 50 7925 79 75 84 — 84-75 106 25 98 25 107 90 246 50 606 106-50 98-50 108— 246 75 807 Attit* ». Traarport Unternehmungen. «lföld-Bahn......... Donau - Dampfschiff -Elisabeth-Westbayn . FerdinandS-Nordb. > Kranz-Ioseph-Bahn . Galiz. Karl-Lndwigb Lemberg - Czernowitz > Lloyd-Gesellschaft . 114— 569 — 176 75 3167 138 50 238— 129 653 — 124-50 571 177*25 2170 139 233 25 129 50 655 - Nordweftbahn .... Rudolfs-Bahn ... Staatsbahn .... Südbahn ........... Ung. Nordostbahn . Pfandbriefe. Bodenkreditanstalt in Gold........... in österr. Währ. . Nationalbank.... Ungar. Bodenkredit- Kriorilütr-Oökig. Clisabethbabn, i.Em. Ferd.-Nordb. i. Silber lranz-Josevh-Bahn. Saliz.K-Ludwigb,i.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn Staatsbahn, 1. Em. Südbahn ä 3 Perz. „ . Privatkose. Kreditlose.......... Nudolssstiftung. . . Devisen. London ............. Oekdsorten. Geld Ware 121-75 122 — 130-50 131 — 256 50 256-75 68 — 68-25 120 25 120-75 114 50 98 100-40 9675 94 25 103 50 8960 100-75 90 50 66 — 162 — 115 — 100 90 165.50 16 — 116 90 115 — 98 50 100 60 94-50 104 — 89-75 101.26 90-75 66*25 162*50 115 25 101.10 Dnkaten........... 20 Francs .... 100 b. Reichsmark Silber............ 165 75 16 50 117' 5*52 5 54 9 30 9 30*/a 57-35 57-40 100—100 — Telegrafischer Kursbericht am 4. April. Papier-Rente 65 45. — Silber-Rente 65 70. — Gold-Rente 77-65. — 1860er Staats-Anlehen 118—. — Bank-aetien 805. — Kreditactien 247 20. — London 117-—. — Silber —. — K. k. Münzdukaten 5-52. — 20-KrancS-I Stücke 9 30'/,. — 100 Reichsmark 57 40. Druck von Jg. ». Kleinm«yr & Ked. Bamter-. Verleger: Ottomar V «mber,. Kür die Redaction verantwortlich: Kranz Müller.