LaAlher Tagililtt. »MD Redaction und Expedition: Bahnhosgafle Nr. 15> MW M. 214. ESEpOiBi Donnerstag, 18. Sept. 1879. — Morgen: Januar. SBKs 12. Jahrg MtberSoft: s 5 geilen 20 tr.____^ ° Znlerrion»« reise: Sin» Erfolge und Mißerfolge. Graf Taaffe und Graf Andrassy haben niemals als Dioskurenpaar gegolten. Theilen auch beide Männer das ehrende Vertrauen unseres Kaisers in gleich hohem Grade, so ist doch der gewaltige Unterschied leicht begreiflich, welcher den im Sturme des Revolutionsjahres politisch groß-jährig gewordenen, in contumatiam zum Tode verurtheilten, amnestierten und schließlich zum ersten Minister Oesterreichs berufenen Sprossen der magyarischen Magnatenfamilie von feinem Amtsgenossen an der Spitze des cisleithanischen Kabinets trennt. Mag auch Graf Andrassy in Bezug auf Pflichttreue und opferwillige Thätigkeit für Kaiser und Vaterland keinen Vergleich mit Taaffe scheuen: die politische Anschauung, die man sich auf einer mit bureaukratifcher Regelmäßigkeit durchlaufenen Beamtencarriöre erwirbt, hat doch niemals die lebensvolle Energie in sich, welche bei einem Staatsmanne von der Vergangenheit Anvrassy's vorausgesetzt werden kann und muß. Daß die große Mehrheit der Bevölkerung, daß die gesammte nicht durch Spezialiuteressen beeinflußte öffentliche Meinung den erwähnten Gegensatz stets in hervorragendster Weise berücksichtigte, haben die Begebenheiten der letzten Zeit hms'7Ngttch bewiesen. Es wäre mehr als Wol-bienerei, wenn man behaupten wollte, daß Graf Andrassy während der Scylußszenen der Orient« krisis, besonders aber in Angelegenheiten der Occu-pationssrage eine besondere Achtung für den Par-fai .eutarismus an den Tag gelegt hätte. Man konnte vielmehr das Gegenlheil behaupten. Und doch ist es trotz aller diesbezüglich laut gewordenen Vorwürfe niemandem eingefallen, den Leiter unseres auswärtigen Amtes reaktionärer Bestre-bu. ge t zu zeihen. Im Gegentheile, als fast gleichzeitig mit der Action Taäfse's und mit den Be- strebungen zur Organisation einer sogenannten Mittelpartei und eines Coalitionsministeriums die Gerüchte von der beabsichtigten Demission An-drassy's in die Oeffentlichkeii drangen, da gab es der Stimmen genug, welche da erklärten, Andrassy wolle sich die Mittel zur Fortsetzung der Occu-pationspolitik nicht um beit Preis einer Unterstützung reaktionärer Allianzen erkaufen. Seit dieser Zeit sind nur einige Wochen ins Land gegangen. Der Minister des Aeußeren hat noch keinen definitiven Nachfolger gefunden, und das inzwischen geschaffene Coalitionsministerium Oesterreichs ist noch weit davon entfernt, die politische Situation der Verhältnisse des Kaiserstaates zu beherrschen. Was aber die Urtheile anbelangt, welche in liberalen Kreisen über beide Staatsmänner herrschen, so darf man wol sagen, daß es für Andrassy wol niemals einen Zeitpunkt geben wird, in welchem er sich in ruhmvollerer Weife vom Ministerium des Aeußeren zurückziehen kann, als gerade in dem Momente, in welchem sich die Aussichten des Ministeriums Taaffe von Tag zu Tag verzweifelter gestalten. Die Besetzung des Paschaliks von Navibazar, an bereu Vorbereitung sich bie Erinnerung an bie vielberathene österreichisch-türkische Aprilconvention knüpft, ist zwar nicht volleubet, aber boch in einer Weife eingeleitet unb gesichert, baß man sich beshalb feinen Befürchtungen mehr hinzugeben braucht. Der militärische Spaziergang auf der Balkan-Halb-infet ist doch nicht ganz Phrase geblieben, bie österreichische Militärmusik hat doch wenigstens in ben Schlußszenen der so blutig eingeleiteten Occupation ihre Schuldigkeit gethait. I« noch mehr, wenn wir dem Toaste des Herzogs von Württemberg vollinhaltlich Glauben schenken dürfen, steht eine Allianz Oesterreichs mit der Türkei in nächster Aussicht. Bereits früher hatten die Londoner „Times" darauf verwiesen, wie es im Interesse Oesterreichs gelegen sei, sich mit der Türkei in Güte auseinanderzufetzen und im Bunde mit Deutschland den russischen Wühlereien auf der Balkan-Lalbinsel Schranken zu ziehen. Wir haben kein Bedenken getragen, dieser Anschauung beizustimmen, und würden uns nur freien, wenn dieselbe zur Richtschnur für die äußc.e Politik Oesterreichs werden sollte. Dann entfällt ja uec größte Theil jener finanziellen Bedenken, welche gegen die Occupatiouspolitik geltend zu machen sind, und dann dürften wir wol auch Entschuldi-gungsgründe für jene Novibazar-Couvention finden, die zur Zeit ihres Abschlusses so schwere Vorwürfe gegen Andrassy herausbeschwor. Allerdings sind das alles vorläufig nur gute Aussichten, aber mir freuen uns derselben um so mehr, als es sich für uns nicht darum handelt, unsere Ansicht um jeden Preis zu verteidigen, sondern auch gern und willig die thaisächliche Widerlegung unserer nur im Interesse der staatlichen Wolsahrt geltend gemachten Befürchtungen anzuerkennen. Kurz und gut: Andrassys Stern ist im Steigen. Wie steht es aber mit dem Ministerium Taaffe? Hier sind keine derartigen „Erfolge" zu verzeichnen, welche allenfalls geeignet fein könnten, früher Unbegreifliches aufzuklären und eventuelle Fehler zu beschönigen. Hier voll' zieht sich vielmehr das Schicksal unnatürlicher Bnndesgenossenschaften in herberer Weife, als das der gute Wille unseres derzeitigen KabinetschefL verdient. Vom Bureau aus betrachtet sieht sich eben das parlamentarische Parteileben ganz anders an, als in der Wirklichkeit. Was können da Theorien nützen, wo es die praktische Erörterr-lg grundsätzlicher Fragen gilt. Gras Taaffe, der tüchtige Verwaltungsbeamte, hatte nicht die erforderliche parlamentarische Schule durchgemacht, um eluzu-fehen, daß der Lehrsatz vorn Kräfteparallelogramm und von der resultierenden Diagonale zweier oder Ieuisseton. Klippen. Erzählung von Ludwig Habicht. (Fortsetzung.) Magda vermochte kaum irgend eine ausweichende Redensart zu stottern, und als nun die Beiden ändern um so lebhafter in sie. hin einfachen, riick'e sie nur wie zustimmend mtt dem Kopfe, ohne ein Wort weiter zu entgegnen. Durch ihr junges Herz zitierten die trübsten Ahnungen und ihr war es, als sei vor ihren Augen plötzlich ein Schleier zerrissen und sie gewahre die grauenhafte Wirklichkeit. Wenn sich die Banknoten in jener Brieftasche wirklich als falsche erwiesen hatten, dann war Arthur ein Elender, der mit feinem vermeintlichen Ausfinden des Papiergeldes einen schändlichen, raffinierten Betrug getrieben, denn sie hatte nur zu gut beobachtet, daß ihr Begleiter selbst die Brieftasche auf den Weg geworfen. Wenige Tage später erhielt Magda von Frau v. Müller einen Brief, in welchem die Baroneß dringend gebeten wurde, doch augenblicklich für ihren unglücklichen Sohn ein günstiges Zeugnis abzulegen, Arthur habe aus ritterlicher Delikatesse nicht gewagt, sich auf ihr Zeugnis zu berufen. „Sie allein können ihn retten," schloß die geängftigte Mutter, „und ich bin überzeugt, Sie werden es so rasch wie möglich und freiwillig thun, und seien Sie nicht nur von meiner, sondern auch von meines Sohnes ewiger Dankbarkeit überzeugt. Es ist ja ein so schönes Gefühl, mit einem einzigen Wort einen Menschen zu befreien, der noch dazu so feinfühlig ist, daß er lieber mit Unrecht das Schwerste erduldet, als einer verehrten Person zumuthet, vor Gericht seine Unschuld zu bekunden. Ich beschwöre Sie! Zögern Sie keinen Augenblick, um einer verzweifelnden Mutter ihren Sohn wiederzugeben." Ihrem Vater diesen Brief mitzutheilen, wagte Magda gar nicht, sie wußte, daß er sie dann noch energischer zur Ablegung ihres Zeugnisses drängen würde, und doch war sie schon jetzt überzeugt, daß gerade ihr Zeugnis den Angeklagten vollends vernichten müsse. Noch ehe der Freiherr seine Tochter bewegen konnte, für Arthurs Unschuld aufzutreten, erhielt die junge Baroneß vom Gericht eine Vorladung zu ihrer Vernehmung. Der Angeklagte hatte sich jetzt selbst auf ihr Zeugnis berufen und also all die von seiner Mutter gerühmten Rücksichten bei- seite gesetzt. Gewiß hatte er keine Ahnung, wie verhängnisvoll ihm Magda's [Aussage werden mußte, und daß ihr damals sein heimliches Fo^-werfen der Brieftasche nicht entgangen war. Bei einer ändern Gelegenheit wäre es dem Freiherrn sehr peinlich gewesen, wenn fein junges Töchterchen gezwungen worden, als Zeugin in einer Untersuchungssache vor Gericht zu erscheinen, in diesem Falle fand er nicht die mindesten Bedenken, und er suchte der unerfahrenen Kleinen, bfe sich so überaus ängstlich zeigte, beständig Mut!) einzuflößen unb ihre jugendliche Unruhe mit bem Gedanken zu beschwichtigen, baß ihr Schritt einem Unschuldigen die Freiheit wiedergäbe. Er begleitete selbst sein geliebtes Töchterchen bis zum Gerichtssaal. Magda bedurfte all ihren Muth, um sich aufrecht zu erhalten und die Vorfragen, die der Beamte an sie richtete, zu beantworten. Der Gerichtsherr bemerkte die innere Aufregung ber. jungen Baroneß und suchte sie nach Möglichkeit zu beschwichtigen. Er schrieb ihre furchtbare Unruhe ihrer großen Jugend zu und bemühte sich, durch das fchonendste Auftreten ihr nach Möglichkeit bie peinliche Aufgabe zu erleichtern. Nachdem ber Gerichtsherr sie mit den Angaben Arthurs bekannt mehrerer einander theilweise entgegenwirkender Kräfte auf den Parlamentarismus keine Anwendung findet. Er hatte sich die Mittelpartei und das von ihr zu haltende Coalitionsministerium als die Resultierende des parlamentarischen Kräften-parallelogramms gedacht und muß deshalb mit dieser Ansicht Schissbruch leiden. Jede von den Parteien, mit deren Hilfe Graf Taaffe eine neue Versöhuungsära hervorrufen zu können vermeinte, verfolgt ihre eigenen Ziele. Vorläufig hat die jungczechische Partei dem Versöhnungsprogramme Taaffe's einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Polen berufen sich auf den Föderalismus. Nur Rieger und Hohenwart kommen noch in Betracht. Mit diesen allein Oesterreich zu regenerieren ist aber eine Aufgabe, an welcher auch der Schaf-fensmuth eines Taaffe erlahmen niuß. „Fallen sieht er Blatt um Blatt" und ehe es noch zur Eröffnung des Reichsrathes kommt, dürfte von der ganzen Mittelpartei nichts mehr vorhanden sein, als der Stamm des Ministeriums und jene seiner wenigen bedingungslosen Anhänger, welche man im parlamentarischen Leben eben nur ihrer Stimme, niemals aber ihrer Gesinnung halber in Betracht zieht. _____ Rußland und die Polen. Bereits seit längerer Zeit ist in den Blättern davon die Rede, daß die russische Negierung das loyale Verhalten der Polen während des Orientkrieges ebensowol als auch deren ausgesprochene Abneigung gegen die nihilistische Bewegung durch die Verleihung politischer Rechte zu belohnen ge. denke. Man sprach auch schon von diesbezüglichen Vorerhebungen, ohne daß jedoch die betreffende Angelegenheit bis heute aus dem Duukel vager Gerüchte in ein positives Werdestadium getreten wäre. Dagegen legt die russische Presse eine rührende Sorge an den Tag, wo es sich um die Be-schützung der österreichischen Polen vor den Plänen des bösen deutschen Reichskanzlers handelt. Wenn man nämlich der „Nowoje Wremja" glauben darf, geht Bismarck nur deshalb nach Wien, um die österreichische Regierung zu größerer Strenge gegen die Polen zu bewegen, um auf diese Weise eine Germanisierung derselben nach preußischem Vorbilde anzubahnen. „Die preußische Verwaltung in den Ostseeprovinzen — so sagt das erwähnte Blatt — ist gegen die polnische ländliche Bevölkerung und gegen die polnische, ihre Abgeordneten ins Parlament schickende Partei bis jetzt strenge verfahren, und die Germanisation wird mit Härte durch- geführt ; die österreichische Verwaltung dagegen zeichnet sich in Bezug auf die Polen schon längst durch besondere Milde aus, und was die gali-zifchen Polen betrifft, so haben dieselben auch einen eigenen Minister erhalten, welcher die Kraft und die Macht hat, die polnischen Interessen zu fordern. Es ist daher nicht wunderbar, daß die posen'schen Polen die galizischen beneiden und daß die polnische Presse sich mehr mit galizischen Angelegenheiten beschäftigt und die Lage der österreichischen Poleu in ein besseres Licht stellt, als die der deutschen.... Man kann annehmen, daß Bismarck nicht wenig wegen der inneren Politik des Grafen Taaffe besorgt ist und den Versuch machen wird , die bereits begonnene Aussöhnung der österreichischen Slaven mit Wien zu vereiteln." Es gehört kein besonderer Scharfsinn dazu, um die Absicht dieser Ausführungen des pan-slavistischen Organs zu durchblicken. Einerseits handelt es sich darum, den Polen eine größere Sympathie für die panslavistische Bewegung beizubringen, als diese bisher bezeugten, und anderseits will man die Polen und überhaupt die Slaveu Oesterreichs gegen ein engeres Bündnis mit Deutschland aufreizen. Daß es zu letzterem Zwecke keiner besonderen Thätigkeit bedarf, geht aus der Haltung unserer nationalen Organe zur Genüge hervor. Wie der Stier auf ein rothes Tuch, so stürzen insbesondere die nationalen Organe mit klerikaler Färbung aus den Namen Bismarck los, einzig uud allein deshalb, weil dieser entsetzliche Mensch die panslavistischen Kreise störte, welche das Väterchen an der Newa um die „befreiten" Völker der Balkan-Halbinsel zu legen suchte. Die Polen Galiziens dürsten jedoch kaum auf den russischen Leim gehen, so wie denn überhaupt der „nationale Beruf" Rußlands nur von jenen Slaven des Auslands vertheidigt wird, welche noch nicht gleich Serbien und Montenegro in der Lage waren, die väterliche Vormundschaft des Zarenstaates aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Aus dem Paschalik Novibazar liegen zwei erfreuliche Meldungen vor. Die eine bereits cm leitender Stelle gewürdigte Mittheilung betrifft den Toast des Herzogs von Württemberg, welchen derselbe anläßlich eines Diners in Prjepolje auf die Allianz zwischen Oesterreich-Ungarn und der Türkei ausbrachte. Dieser von Husni Pascha in ähnlichem Sinne beantwortete Trinkspruch des österreichischen Kommandierenden hat insoserne Bedeutung, als der Herzog von Württemberg bekanntlich nicht unter die Zahl der politisierenden Generale gehört. Ferner liegt im Rückzuge des größten Theiles der österreichischen Truppen von Prjepolje nach Plevlje (Taschlidza) ein tatsächlicher Beweis, daß zwischen Oesterreich und der Türkei Beziehungen angeknüpft wurden, welche eine nicht geringe Beruhigung über die Stellung Oesterreichs auf der Balkan-Halbinsel gewähren. Wir entnehmen diesbezüglich dem „N. W. Tagblatt" folgendes, aus Taschlidza vom 16. d. datierte Telegramm: Nachdem gestern abends von dem Herzog von Württemberg über die Bequartierung der österreichischen Truppeu sowie über die Designierung aller von diesen zu besetzenden Höhen und sonstigen Punkte mit Husni Pascha definitiv alles geregelt worden, wurde heute vormittags 11 Uhr der Rück« marsch der Brigade Killit, nämlich zwei Bataillone des Infanterieregiments Kellner nebst einer GebirgS-batterie, ans Taschlidza angetreten. Hier sind diese Truppen um 3 Uhr nachmittags angelangt und haben ein Bivonak bezogen. Gleichzeitig hat der Herzog von Württemberg mit dem FML. König und Husni Pascha via Priboj den Rückmarsch mit dem Regiment Parma und dem 31. Jägerbataillon biS Banja angetreten. Nur das 25. Jägerbataillon verbleibt iit Prjepolje und wurde daselbst sofort in den zur Truppennuterkunst geeignete» Ubieationen nntergebracht, wobei türkische Behörden bereitwillig intervenierten. Auch fünf türkische Bataillone verblieben daselbst. Die Post uud die Verpflegseolon-neii verkehren ungestört. Längs der ganzen Strecke Prjepolje-Taschlidza sind die Communicationen in ausgiebigster Weise durch starke türkische Infanterie-Detachements, die auf Höhenpunkten und in den Defileen in Zelten und Hütten eampieren, sowie durch starke türkische Infanterie-, Kavallerie- und Gendarmerie-Patrouillen gesichert. Die dem Ocen-patiouscorps gestellte militärische Aufgabe ist gelöst, und wird eilt Theil der Truppen via Bißegrad und Eajniea nach Bosnien und der Herzegowina zuriick-instcadiert. Die Bevölkerung, insbesondere der von der Nordeolonne durchzogenen Distrikte, zeigt sich entgegenkommend und willig. Der Gesundheitszustand ist gut, das Wetter anhaltend günstig, die Verpflegung läßt nichts zu wünschen übrig. Heute fand unter dem Kommando des Kollassi Jussuf eilte Streifung eines türkischen Detachements auf Ränder statt. Das Detachement kehrte mit einigen Gefangenen nach Taschlidza zurück. Der Berliner „Reichsanzeiger" publieiert eilte ans Stettin vom 15. d. datierte königliche Verordnung, welche das Abgeordnetenhaus für aufgelöst erklärt, sowie eine Bekanntmachung des Ministers gemacht hatte, fragte er Magda, ob sie wirklich gesehen habe, daß ihr damaliger Begleiter bei fernem Ausritt die Brieftasche gefunden habe? Sie bestätigte es mit einem leisen Ja. Wollen Sie so freundlich sein, die näheren Umstände ausführlich zu erzählen, fuhr der Justizrath fort. Zögernd und unsicher folgte Magda dem Geheiß. Ihre damalige Beobachtung zu bekennen, brachte sie nicht über das Herz. Der Beamte hatte bisher nicht solche Fragen gestellt, die ihr Bekenntnis unvermeidlich machten, und vielleicht konnte sie noch auf diese Weise den unglücklichen Menschen retten. Wenn sie ihn auch sür schuldig halten mußte, empfand sie doch schon jetzt die bitterste Oual bei dem Gedanken, daß ihre Aussage allein ihn völlig verderben sollte. Sie können also wirklich beschwören, daß der Angeklagte die Brieftasche gesunden hat? fragte der Justtzrath von neuem, als das junge Mädchen seine Erzählung beendigt hatte. Magda schwankte, ehe sie Antwort gab. Aber sie sollte ja nur aussagen, ob Arthur die Brieftasche gefunden. War das nicht geschehen? Und ist das nicht auch ein Wiederfinden einer Sache, wenn man sie selbst verloren hat? Mit diesen Gedanken, die durch ihr siebzehnjähriges Köpfchen schwirrten, suchte Magda ihre Bedenken zu beschwichtigen. Ich habe wenigstens gesehen, daß er vom Pferde sprang und die Brieftasche aufhob, sagte sie nach einigem Zögern, und sie glaubte damit ihrer Wahrheitsliebe völlig Genüge gethan zu haben. Dem Justizrath war aber doch nicht die innere Unruhe der jungen Baroneß entgangen und die Zurückhaltung, mit der sie den ganzen Vorgang erzählt hatte uud die sie jetzt wieder bei ihrer Antwort bekundete. Sicher verschwieg sie irgend etwas, und er mußte durch weitere Fragen der Sache völlig auf den Grund kommen. Und haben Sie ebenfalls vorher die auf der Erde liegende Brieftasche bemerkt? fragte deshalb der Justizrath weiter. Nein, war ihre Antwort. Warum ist Ihnen dieser Gegenstand entgangen ? Ich ritt auf der ändern Seite, sagte sie wieder zögernd und unsicher. Sie haben nicht gewahrt, daß Ihr Begleiter selbst die Brieftasche hingeworfen? fragte der Beamte, der bereits längst die Ahnung hegte, daß der Angeklagte auf diese schlaue Weise sich bei der später» Ausgabe der falschen Noten gegen den Verdacht zu schützen gesucht, daß er selbst der Schuldige sei. Magda holte tief Athem, dann flüsterte sie nach kurzem Schwanken ein entschiedenes „Ja", und auf eine weitere hastige Frage des Justiz-rathes bekannte sie offenherzig, daß sie deutlich gesehen, wie Arthur v. Müller die Brieftasche heimlich hervorgezogen und auf den Weg geworfen habe. Die Baroneß mußte ihre Aussage beschwören, und damit war das Schicksal des Angeklagten besiegelt. Der junge Mann legte jetzt ein offenes Bekenntnis ab, daß er einer Londoner Falschinünzkr-bande angehöre und daß ihm die Aufgabe zugesallen, die falschen Banknoten auf geschickte Manier in Kurs zu setzen. Seine Mutter sowol wie seine Schwester seien aber bei dem Verbrechen durchaus nicht betheiligt, sie hätten nicht einmal die leiseste Ahnung davon, betheuerte Arthur mit großer Wärme, und da ihnen nichts Verdächtigendes zur Last gelegt werden konnte, blieben sie von jeder Anklage verschont. Der junge Müller dagegen wurde zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurtheilt. (Fortsetzung folgt.) des Innern, welche den 30. September für die Wahl der Wahlmänner und den 7. Oktober für die Wahl der Abgeordneten festsetzt. * * * Unter dem Titel „Russie ou la Prusse" ist in Paris eine Broschüre erschienen, welche das Verhältnis Frankreichs zu Rußland behandelt. In diesem Schriftchen, welchem angeblich der Präsident der Deputiertenkammer nicht ferne stehen soll, werden die Polen als das Bindeglied bezeichnet, welches die -»künftige russisch-französische Allianz ver-Mitteln soll. Rußland solle sich mit den Polen ausföhnen. und Frankreich habe die Aufgabe, diese Aussöhnung zweier ihm stets freundlich gesinnter Nationen nach Kräften zu fördern. Gegen Deutschland wird in der Broschüre lebhaft zu Felde gezogen und insbesondere Preußen bekämpft, welches mit dem deutschen Reiche keineswegs identisch sei. Die Deutschen würden über kurz oder lang das preußische Joch abschütteln. Oesterreich erhält in dem Werke einen schwachen Seitenhieb wegen seiner Beziehungen zu Deutschland — es wird die Hoffnung angedeutet, daß die flavifchen Völker Oesterreichs eine französisch-russische Allianz fördern wür-den. — Letztere Bemerkung hat einen so entschieden panslavistischen Beigeschmack, daß wir die Entstehung der erwähnten Broschüre weit eher mit den an anderer Stelle besprochenen russischen Absichten betreffs Ausnützung der Polen und der übrigen Slaven Oesterreichs im Dienste der St. Petersburger Pläne, als mit dem Namen Gambetta's in Zusammenhang bringen möchten. * * * Der Emir von Afghanistan scheint an dem Aufstande gegen die Engländer doch nicht so unschuldig zw sein, wie er in seiner Beileidsdepesche cm den Vizekönig glauben mache» wollte. Wenigstens hat er nach den jüngsten Melduugen nichts gethan, um die angegriffene englische Gesandschast zu entsetzen. Noch bedenklicher klingt eine zweite, den „Times" zugegangene Nachricht vom 15. d., nach welcher der Emir Truppen aus Herat und Balkh requirierte, sowie die Ghilzaistänime nach itabnl berief, nm den heiligen Krieg gegen England zu führen. Bestätigt sich diese Nachricht, welcher zufolge der Emir die zwar ohne sein Zuthun entstandene, ober von ihm auch nicht energisch bekämpfte Eineute der Herati-Regimenter dazu benützen dürfte, um sich die Engländer vom Halse zu schaffen, dann dürste es sich nicht bloß um einen kurzen Feldzug gegen einzelne aufständische Stämme, sondern um einen längeren Krieg gegen ganz Afghanistan handeln, welchen England unter allen Bedingungen durchführen muß, wenn es nicht anders sein ganzes Renommee in Asien einbüßen will. Dadurch wird allerdings die liberale Opposition gegen das Kabinet Beaconsfield neue Nahrung gewinnen, sowie denn überhaupt schon jetzt die Organe dieser Partei ihre Spalten mit Jncriminationen der während der Machtperiode des actuellen Mini-steriunis in Asien verfolgten Politik füllen. Man versucht mit Hilfe des Blaubuches zu debütieren, daß die seit dem Jahre 1877 seit dem Rücktritt Lord Northbrooks von seiner hohen, verantwortlichen Stellung in Indien getroffenen Maßregeln für den zu gewinnenden Einfluß in Afghanistan immer mehr zu einer ungerechtfertigten, abenteuerlichen Politik sich gestaltet hätten, welche dem Lande Blut und Geld gekostet und die untrügliche Aussicht aus neue Verwicklungen eingebracht haben sollen. Speziell im Hinblick auf die erschütternden Ereignisse in Kabul wird der Regierung der Vorwurf gemacht, daß sie darauf bestanden habe, dort eine Gesandtschaft zu errichten, trotz der warnenden Lehre von 1841 bis 1842 und gegen die dringenden Bitten des verstorbenen Emirs Schir Ali, der es immer wieder betonte, daß er für die Sicherheit einer britischen Gesandtschaft in seiner Hauptstadt wegen des Fanatismus der Bewohner derselben keine Garantie übernehmen könne. Vermischtes. — Selbstmord einerDame. Aus Unter» vintl in Tirol wirb dem „Bot. f. %. il $8.“ vom 14. d. geschrieben: „Gestern entfernte sich um 9 Uhr vormittags die hier zum ©oiiiniriaufenthalte verweilende, 26 Jahre alte Baronesse Störck aas Wien aus ihrer im v. Guggenberg'schen Hause befindliche« Wohnung, um nicht mehr bahin zurückzukehren. In einer Schublade ihrer Cornniobe fand man eine Aufzeichnung folgenden Inhalts: „Wenn Ihr diese Zeilen lesen werdet, bin ich nicht mehr unter den Lebenden." H»t, Sh»wl und Sonnenschirm der vermißten Dame fanden sich am Ufer der Rienz. All' dies zusammeiigeha'.ten läßt auf einen Selbstmord schließen, welchen dieselbe ans. Kränklichkeit und Schwermuth ausgesührt habe» dürfte." — Sturz iit die Jsouzoschlucht. Aus Tolmei» wird unterm 15. d. M. geschrieben: „Ein Arbeiter, der in den Jsonzoschlnchten mit seinem Sohn Holz für feine ärmliche Behausung suchte, fand dabei einen schauerlichen Tod Derselbe war bemüht, die in der enge» Felsschlucht des Flusses, aus welchem er die Stämme weiterschwemmte, stecfeiv gebliebenen Holzstücke wieder flott zn machen, rutschte dabei aus und verschwand unten im schäumenden, wild von Fels zu Fels stürzenden Jsonzo, ohne daß bis heute sein Leichnam gefunden worden wäre. Dieser Unglücksfall ereignete sich im obern Thale am Fuße des mächtige» Kon." fohitl-mth MroiunjiakAngelegenljetteii. - ((io ii freier t.) Trotz aller Vorsicht, den C.:.., in«::i Fnf n tdn Des objektiven Verfahrens QUi: v m W „v ;11 - Ho», ist doch auch unser „Tag-blotr voni ßk.ivcd ereilt worden. Die gestrige Nummer desselben wurde cvnfisciert, nicht etwa wegen eines oppositionellen Artikels, sondern einfach wegen Besprechung eines Erlasses des Grazer Ober-landesgerichts-Präsidenten R. v. Waser, welcher den Rirtitem die Betheiligung am politischen Leben untersagt. Da eben derselbe Erlaß auch von Wcner Blättern in sehr scharfer Weise kritisiert wurde, ohne daß die in solchen Angelegenheiten ziemlich rigorose Wiener Staatsanwaltschaft ein Einschreiten für nöthig fand, so sieht es die Redaction das „Tagblatt" für ihre Pflicht an, gegen diese Confiseation Einsprache zn erheben. Nachdem die Mehrzahl unserer Laibacher Abonnenten die gestrige Nummer zugestellt erhielten und mir die Postexernplare nnd ein kleiner Theil der für Laibach bestimmten Blätter von der Gonfis» cation ereilt wurde, haben wir von einer vollständigen neuen Auflage, bie ohnedies erst heute in die Hände nnferer Leser gekommen wäre, Umgang genommen. Dagegen haben wir mit Rücksicht auf jene Abonnenten, beren Exemplare anstatt in bie Hände ihrer Adressaten in die des Gerichtsdieners wanderten, die im gestrigen Blatte enthaltene Fortsetzung der Feuilletouuovelle in der heutigen Nummer neuerdings zum Abbruck gebracht. — (Auf Umwegen.) Das ehemalige Organ des „liberalen" Jungslovenenthnins hat seinen Liberalismus bereits seit Jahr uiib Tag an ben Nagel gehängt unb geht nun Arm in Arm mit dem kleri-kal-sendalen „Vaterland". Ja es läßt sich sogar so weit herab, die im letzterwähnten Blatte enthaltenen Hetzartikel gegen verfassungstreue Beamte in der verhaßten Sprache der „Neniltutarje" abzudrucken. Nun hat es aber mit eben diesen Artikeln ein eigenes Bewandtnis. Man sieht nämlich ein, daß die Rodomontaden der nationalen Blätter über angebliche Uebergriffe der verfassungstreuen Beamten von der anständigen Wiener Presse blos insoserne berücksichtigt werben, als es sich um eine Wider-legung derselben handelt. Damit ist der nationalklerikalen Partei nicht gedient. Um nun auch sagen zu können, daß die große Wiener Presse von den Vorgängen in Kram im Sinne deS „Slovenski Narod" Notiz nimmt, hat man das „Vaterland" als Ablagerungsstätte für deutfch-gefchriebene Korre. spondenzen aus dem national-klerikalen Lager auser« sehe». Diese Korrespondenzen werden dann vom „Sfo» venski Narod“ abgedruckt, und so erhalten wir erst auf dem Umwege durchs „Vaterland" das zu lesen, was wir sonst auf direktem Wege viel eher erfahren könnten. Diese Methode empfiehlt sich zwar nicht durch ihre Einfachheit, aber es macht doch ein gewisses Auf« sehen, wenn „Slovenski Narod* eine ganze Spalte mit deutschen Citaten über die Verwerflichkeit der krainischen Verfassnngspartei füllen kann. Daß diese Citate einem Blatte entstammen, bei welchem wir im Interesse der deutschen Kultur nur bedauern, daß es in deutscher Sprache erscheint, ist dem „Slovenski Narod" natürlich gleichgiltig. — (Gartenfest des TurnvereineS.) Der Laibacher Turnverein veranstaltet am nächsten Sonntag auf dem „grünen Berge" ein Gartenfest', bei welchem neben einem Schauturnen auch das be* reitS angezeigte Preiskegelschieben stattsindet. Der Garten wird festlich decoriert nnd abends mit Latrt» pions beleuchtet. Die Kouzertmusik wird von der städtischen Musikkapelle beigestellt. Der Beginn deS Gartenfestes ist auf 2 Uhr nachmittag-, jener deS Wettkegelschiebens auf 9 Uhr vormittag- festgesetzt. — (Theaternachricht.) Unter den Novit täten der heutigen Saison befinden sich Opern und Operetten: „Die Glocken von Comeville*, „Boc* cnccio", „Die Earabiniers des König»", „Da- Glöck^ cheit des Eremiten" nnd „Das goldene Kreuz". — An Novitäten im Genre der Posse und der Cha» rakterbitfcer erwähnen wir nachfolgende Stücke: „Plausch nit Peppi", „Die Trutzige", „Die schöne GumpoldSkirchnerin", „Der Mann der Debütantin*, „Niniche" und „Alter Kopf — junges Herz". Von Neuheiten im Schau» unb Lustspiele: „Durch die Intendanz", „Spätsommer (L’äge ingrat)", „Ein vornehmer Schwiergersohn", „Der Kuß", „Nut nicht fluchen", „Ein Eieg der Geschichte" und „Wer zuletzt lacht". Ferner hat Direktor E. Ludwig die Aufführung des in Wien mit durchschlagendstem Et* olge gegebenen Ausstattungsstückes: „Die Kinder >es Kapitän Grant", sowie auch die Aufführung )er Ausstattungsposse: „Vom Wiener Festzuge" iit Aussicht genommen. — Das Abonnement für diese Saison, beziehungsweise für 100 Vorstellungen bei ginnt mit der vierten Vorstellung. Der Abonne» mentspreis hiefür beträgt für einen Fauteuilsitz 50 fl., für einen Sperrsitz 40 fl, für einen Galletiefitz 25 st. Der Abonnementsbetrag ist in Raten von 12 zu 12 Vorstellungen in vorhinein zu begleichen, und verpflichten sich die betreffenden Abonnenten auf fämmtliche 100 Vorstellungen. m * * Nasscusuß, 17. September. (ZumMünzeit« funde in Pritsch aber g.) Gestern nachmittags haben in Gegenwart deS Freiherrn v. Berg (Be« sitzet der Münjenfnndstelle) weitere Nachgrabungen stattgefunden. Drei Schuh von der Stelle entfernt, wo vor einigen Tagen die Münzen entdeckt wurden, stieß man auf eine mit Erde angefüllte irdene Urne. Man versuchte, dieselbe ganz aus der Erde zu heben, doch war dieselbe derart erweicht, daß sie nur in Stücken herausgenommen werden konnte. Diese Ueberreste werben bei» Laibacher Museum zugeschickt werden. Auch wurden noch weitere 43 Stück Münzen in der Erde zerstreut vorgefunden. Die Nachgrabungen werben fortgesetzt. Die letzthin anfgefundenen Münzen sind bereits sortiert und zeigen, nach Kaiser» geordnet, folgende «versiegenden: 1.) Vom Imp. Gallienus (Re« gieruugszeit von 260—268): Fax Aug.— Pro-pugna. — Abundantia Aug. — Salus Aug. — Provid. Aug. — Aequitas Aug. — Fides Aug. — Securit. Aug. — Virt. Aug. — Marti consec. — Oriens Aug. — Fortuna Aug. — Dianae consec. (Bildnis: Hirschkuh) — Consecratio (Adlet) — Apollini consec. (Schütze) — Soli consec. (beflügeltes Roß) — Jovi consec. (Bock) — Nep-tuno consec. (Seepferd) —. 2.) Vom Kaiser Claudius II. (Regierungszeit: 268—270): Uber- tas — Annona Aug. — Victoria Aug. — Pax Aug. — Felicitas Aug. — Virt. Aug. — Aequi-tas Aug. — Fortuna — Jovi victori — Indul-gentia Aug. — Genius exercitus — Providentia Aug. — Spes Aug. — Apollini consec. — Salus Aug. — Liberalitas Aug. — Fides Aug. — Laetitia — Secuiit. — 3.) Vom Kaiser Aure-lianus (Regierungszeit: 270—275): Fides mili-tum — Pietas Aug. — Restitori entis — Re-etitut. orbis — Virt. milit. — Providentia Aug. — Pax Aug. — Soli invicto — Victoria — Jovi conservat. — Concordia mil. — 4.) Vom Äaifer Tacitus (Regierungszeit: 275—276): Concordia mil. — Conservat. milit. — Salus Aug. — Pax publica — Felicitas — Spes publica — Laetitia fund. — Clementia Aemp. — Providentia Aug. — Aequitas Aug. — 5.) Vom Kaiser Probus (Regierungszeit: 276—282): Adveut. Aug. — Virt. Probi Aug. — Pax Aug. — Concordia milit. — Romae aeternae — Soli invicto — Jovi conservat. Probi Aug. — Aequitas Aug. — Abundantia Aug. — Victoria Aug. — Victoria cerm. — Conservat. Aug. — Felicitas Aug. — Fides milit. — Providentia Aug. Salus Aug. — Restitut. orbis — Concordia Aug. — Clementia Aug. — 6.) Vom Imperator Ca rus (Regierungszeit: 282—283): Restitut. orbis — Sedes publica — Virt. Aug. — 7.) Vom Carinus, dem ersten Sohne des vorerwähnten Ca^ rus, Münzen mit der Reverslegende: Imp. Carinus und den Aversaufschriften: Princ. juvent. und Virt. Aug. — 8.) Vom zweiten Sohn des Carus Münzen mit der Reversseite: Imp. Numerianus und den Averslegenden: Virt. Aug. und Priucip. jii-vent. — 9.) Münzen mit der Reversseite: Seve-rina Aug. und der Aversseite: Concordia milit. 10.) Münzen mit der Reversseite: Selonina Aug. und der Averslegende: Venus — Pudicitia — Fecunditas — Junoni consecrat. — 11.) Kaisermünzen des Florianus mit dem Avers: Provid. Aug. — Virt. Aug. — Salus Aug. — Marti pacif. — Aequit. Aug. — Felicitas Aug, 12.) Eine Münze mit der Reverslegende: Divo caro Partaico und der Averslegende: Consecratio mit dem Bildnisse eines flammenden Opferaltars. Außerdem sind noch viele andere, schlechter erhaltene Münzen vorhanden, deren Entzifferung bis jetzt nicht möglich war. Sämmtliche Münzen werden dieser tage ins Laibacher Museum abgegeben werden. * * * Klagenfurt, 17. September. Ich habe nicht geglaubt, den Reigen meiner Korrespondenzen mit zwei keineswegs erfreulichen Meldungen eröffnen zu müssen. Kurz gefaßt würden diese dahin lauten, daß heute früh ein junger Mann auf dem Kreuzberge seinem Leben durch einen Pistolenschuß ein Ende machte und daß die heute nbgehaltene Licitation der Theaterlogen ein wahrhaft klägliches Resultat lieferte. Was den jungen Selbstmörder anbelangt, so hatte dieser in einen Briefe seinen leichtsinnigen Lebenswandel als die Ursache seines Selbstmordes bezeichnet. Würden alle leichtsinnigen jungen Leute zur Pistole greifen, so würden wol bald die Friedhöfe zu klein und die Zahl der Heiratskandidaten auf eilten erschrecklich niederen Stand herabgedrückt werden. Angesichts der seltsamen Motivierung des erwähnten Selbstmordes ist daher der Glaube berechtigt, daß man es hier mit einem Geisteskranken zu thmi hat. Was die Vogenlicitation anbclangt, so wurden alles in allem 16 Logen zum Ausrufspreise von 160 und 140 fl. verkauft. Von einer Licitation war keine Rede. Wenn dieses Ergebnis als charakteristis h sür die nächste Theatersaison gelten soll. — dann dürfte wol unser Theater nur schwer mehr einer. Direktor bekommen, der geneigt wäre, sich für den „Kunstsinn" des Publikums zu opfern. Berstvrbene. Den 16. September. Dem August Ersin, Rosengasse Nr. 27, ein Kind männlichen Geschlechtes, tobt geboren. Den 17. September. Maria Schrei, Zigarren-abriksarbcitcrin, 19 I., Karlstädterstraße Nr. 5, Lungentuberkulose. — Johann Mihalovii, Schuster und Armen* Pfründner, 76 I, Karlstädterstraße Nr. 9, Gehirnlähnmng. Irn Zivilspitale: Den 15. September. Magdalena Hutter, Inwohnerin, 71 I , Marasmus. Den 16. September, nenn, 50 I., Gehirnerweichung. Den 17. September, nenn, 35 I., Puerperalfieber. Maria 6mon, Jnwoh-Anna Scrnioec, Jnwoh- 2i>ittcrung. Laibach, 18. September. Nachts Gewitter mit Regen, gegen Mittag Aufheiterung, schwacher Ost. Wärme: mdrgens 7 Ubr + 161°, nachmittags 2 Uhr + 22 4" C. (1878 + 19 4“; 1877 -)- 14 2" C.) Barometer 735 44 Millimeter. Da« gestrige Tagesmittel der Wanne + 16 8°, um 4 0° über dem Normale ; der gestrige Niederschlag 8 40 Millim. Regen. Alcppo, beste schwarze Schreibtinte. Reiner Gallusextraet unter Garantie des Fabrikanten. Borräthig bei (412) 54—6 Carl 8. Till, Suifi,-- und SdiafmolliMveiv Fabriks-Uiederlage Angekommene Fremde am 17. September. Hotel Stadt Wie». Dr. Bernstein, t. k. Marine-Obe» stabsarzt, Pola. — Reisch, Reis., Salzburg. — Palese, Architekt, Triest. — Zippermayer, t. f. jubtl. Steuereinnehmer, Steyr. — Orosel, Gasthofbesitzerin, Neuhaus — Graf Attems und v. Schivizhosen, Gürz. — Lehmann, Kfm., München. — Freund, Kfm., Budapest. — John, Jglau. — John, Privat, Perchtoldsdorf. — Guillernim, Lyon. — Fieghnber, Wien. Hotel Elefant. Eigner, Jngenieursgattin, Spital. — An> breae, Kapellmeister, Prag. — Schwarzmann, Fabriks-birettor, Esepregh. — Dr. Stergcr, f. t. Regimentsarzt, St. Bartholmae. — Stert, Lovrana. — JeluZik, Castua. Mohren. Stamme, Fleischhauer, Hannover. — Merbas, Radmannsdorf. — Pucher, Lizenhofen. — Stemberg, Feistriz. — Schräder, Uhrmacher, Berlin. — Naprct Josefa, Nenmarktl. Baierischer Hof. Lederer, Beamter, ßberfrain. — JaM, Hausierer, Gottschee. — Pichler, Ingenieur, Wien. Karser von Oesterreich. KoSmelj, Commis, Laibach. Gedenktafel über die am 19. September 1 879 stattfinbettden Ltcitationen. 2. Feilb., Paulinsche Real., Duplach, BG. Neumarttl. — 1. Feilb., Belave'sche Real., Nieberborf, BG. Senosetsch. — 1. Feilb, Lisec'sche Real., Oberradule, BG. Gurkseld. — 1. Feilb., ZnidarsiS'sche Real., Moivirje, BG. Gurt« felb. — 1. Feilb., Dernovset'sche Real., Arch, BG. Gurt-feit). — 1. Feilb., Stoemer’fche Real., Zalote, BG. Gurkselb. — 1. Feilb., Mehle'sche Real., Ubine, BG. Laibach. — 1. Feilb., Urbftuc’i'che Real. Birtcnbcrg, BG. Gurtfeld. — 1. Feilb., Zeleznit'sche Real., Uiiterrabulc, BG. Gurkseld. — 2. Feilb., Hren'sche Real., Zagoriea, BG. Groß-laschiz. — 3. Feilb., Unetii’sche Real., Gradac, BG. Land-strajj. — 3. Feilb., Äouatic’jchc Real., Dstrog, BG. Landstraß. — 3. Feilb., Jnrsii'sche Real., Pruschendors, BG. Lanbstraß. Lebensmittel-Preise in Laibach am 17. September. Weizen 8 fl. 94 tr., Korn 5 fl. 70 tr., Gerste 4 fl. 39 tr., Hafer 2 fl. 93 tr., Buchweizen 5 fl. 36 tr., Hirse 4 fl. 23 tr., Kntuniy 5 fl. — tr. per Hektoliter; Erdäpfel 2 fl. 26 fr. per 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. — fr. per Hettoliter; Rindschmalz 86 fr., Schroeinfett 74 tr., Speck, frischer 56 tr., geselchter 60 tr., Butter 72 fr. per Kilogramm ; Eier 2 fr. per Stück; Milch 8 tr. per Liter; Rindfleisch 58 tr., Kalbfleisch 56 fr., Schweinfleisch 58 fr., Schöpsenfleisch 32 fr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 51 fr., Stroh 1 fl. 25 fr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 7 fl. — tr., weiches Holz 5 fl. — tr. per vier C.-Mctcr; Wein, röchet 20 fl., weißer 16 fl. per 100 Liter. I Wien, VII. Bezirk, Mariahilferstraße Nr. 104, empfiehlt ihr reichhaltiges Lager von den billigsten bis zu den feinsten (402) 8-5 Kock-, Losen- und Unzugstoffen für die Herbst- und Winterlaison, Dosquins, Peruviennes, Düffel, Kammgarne, echt steirischen Loden für Herren, begleichen auch Damen-paletotS und Regenmäntel. Musterabschnitte und sür die Herren Schneibenneister Mnstertarten auf Verlangen. Bei CE/ttti JB. Qt/lU) Unter der Trantfche Nr. 2: Großes Lager aller Schul-, Schreib- & Zeichnenmaterialien, fiutcau- nnd ®omptoirrcqui|ticn. Bleistifte, Briefpapier, Kanzlei-, Coneept-, Minister-, Filtrier- urtb Seibenpapier, Bouquet- und Tortenpapier, Maroquin-, Moire-, Marmor- und Blumenpapier, Car-toitpapicr, Couverts, Causon-Copicrpapier, Crayons- und Minen-Einfchreibbücher, Notiz- und Copierbücher, Wäsch-und Wirtschaftsbücher, Falzbeine, Farben, Faullenzer, Federbüchsen, Federhalter, Federtästchen, Glanzspäne, Glas-, Gold- und Silberpapier, Gratulationsfarten, Griffel, Gummi, Gummitabletten, Gummibänder, Heftklammern, Heftnägel, Sfloppcnfedern, Kreide, Lampenschirme, Ledenvischer, Lineale, Lofchpapier, Löschrolle», Lnxnsbriefpapier, Mappen, Metall-flammern, Meterlineale, Munbleim, Naturgummi, Notenpapier, Notizblocks, Oblaten, Packlack, Packpapier, Paus» leinwattb, Pauspapier, Rechnentafeln. Reißbretter, Rcitz-fchicnen, Reißzeuge, Rollenzeichnenpapier, Schreibtheken, Schultaschen, Siegellack, Stahlschreidseberu, Stempelfarbe, Stundeneintheilungen, Taselfreibe, Tascheiischreibzenge, Tusche, Tuschschalen, Wachspapier. Zeichnenblocks, Zeichnenhefte K. 2C. (411) 7—8 Wiener Börse vom 17. September. Allgemeine Staats-fcfuia. Geld War. Lapierrente 67-65 K7 65 Silberrente 68 90 69*- Holdrente 81 1 81-2C TtaatSlose, 1854. . . 115 25 115 7: „ 1860. . . 125-75 126 25 „ 1860 zu 100 fl. 128 — 128-5: 1864. . . 156 75 157 — 6rnnd«nlluhung«- ®bligulionen. Galizien .... Siebenbürgen . Lemeser Banal üngarn.......... Dank. Für bic vielen Beweise großer Herzensgüte sagt den edlen WoltHätern den tiefgefühltesten Dank (435) die Familie Gerin ger. Sine iUolmung in der Maria-Thereftenstraße Nr. 6, bestehend aus drei Zimmern, Küche, Speifefammer, Holzlege, einer Abteilung Keller und Dachboden, ist für Michaeli dieses Jahres zu venniethen oder tann auch gleich bezogen werden. Näheres Wienerstraße Nr. 29. (431) 3—3 Andere öffinltiA« Anlchen. Donau-^Regul.-Lose üng. Prämienanlehen Lviener Anlehen . . Aelien v. üonfcen. Kreditanstalt s.H.u.G. Vtationalbank. . . Adien v. Üranspurl-Uolernelimungen. Alsöld-Bahn .... Donau • Damvfschiff