X Nr. 5. PrÄnumeratlonlpre!«: Im «lomptvtt ganzj. st- il, halbj. fi. L'80, Für die Zustellung «ns H«»..» halbj. bü k. Mit der Post «anzj. fl. l5, haldj. si. ? 50. Montag, 8. Jänner. Instltionsgebü«: Flll Nelne Ins,lat« bl» zu 4 Zeilen li5 lr., größere per Zelle « lr. < del öfteren Wiederholungen p« Zelle » lr. 1883. Amtlicher Theil. Der Minister und Leiter des Justizministeriums hat die Bezitksgerichtsadjunc!en Emil Nadamlenzki " Sesana und Simon Lett ich in Volosca zu Ge. nchtsadjuncten bei dem Landesgerichle in Trieft er° nannt. Der Minister und Leiter des Justizministeriums hat den Äezirksqerichtsadjuncten Alfred von Czer-N'ak auf sein Ansuchen von Buje nach Capodistria Der Minister und Leiter des Justizministeriums Hat den Bezirlsgerichtsadjuncteu Ludwig Ritter von -Ularziani vo» Nadkersburg nach Kirchbach ve» M und dcn Auscultanteu Johann R e i n h a r t zum «ezirlsgerichtsadjuncten in Radkersburg ernannt. Nichtamtlicher Theil. Se. Majestät der Kais er hüben, wie der „Oss^r-Vatore Triestino" meldet, dem V^teranen-Vrreine von ^etvlynano in der Grafschaft Görz 100 st. zu spenden Se. Majestät der Kaiser haben, wie die "iloftpauer Zeitung" meldet, der Feuerwehr in Nieder-"l'dewiese 100 fi. zu sp^nd^n geruht. Wien, 4. Jänner. (Orig.«(ll,rr.) Der Wiener Gemeinderath hat in der Angelegen yelt der czrchischen Schule sich zu einer Demonstration vMetten lassen, über deren Wert selbst die Urheber so z'emllch ,m klaren sind. Man wollte der Sache da« durch ein größeres Relief geben, dass man das Ge-'licht aussprengte, der Gemeindcrath werde deshall' ausgelost werden. Nun bis heute ist davon feine Rede gewesen, eine Maßregel anzuwenden, welche die ganze «ache lncht wert ist. — Sonst herrscht auf dem Gr-v'ete der mneren Politik noch immer Feiertagsstille; oer Tod Gambettas und dir Ueberschwemmunge'n bieten ausreichenden Stoff für Discussionen. Dass die Jung. Zechen mit Beileidsadressen, pathetischen Telegram- men von sich reden machen, erscheint etwas — merk-wilrdig, wenn man bedenkt, dass Gambetta ein notorischer Feind Oesterreichs war. Indessen gewisse Leute haben einen Gefallen daran, sich zu blamieren, und die Iungczechen haben bekanntlich schon mehr — Schwabenstreiche begangen. — Der Reichsrath wird nächste Woche seine Sitzungen wieder aufnehmen, und ist bereits die Tagesordnung für die erste desselben bekannt gemacht. Im Herrenhause wird Schulgesetz, und Gewerbegesetz-Novelle zunächst Gegenstand der Berathung bilden und dürfte endlich die erstere An« gelegenhcit, die lange genug schon verzögert wurde, zur Erledigung gelangen. — Gestern wurden hier abenteuerliche Gerüchte verbreitet, dafs in Budapest italienische Arbeiter angekommen seien, welche ein Attentat im Schilde fühlten. An dem ganzen Gerede war, wie sich herausstellte, kein wahres Wort. Ueber-Haupt schwirren allerlei Gerüchte durch die Luft, wie immer zu Zeiten, wenn wenig Thalsächliches vorliegt. In diese Kategorie der abenteuerlichen Meldungen gehört auch jene. dass Graf Andrassy wieder zur Lei« tung der auswärtigen Angelegenheiten berufen werden soll. Derlei wird oft nur zu — Vörsrnzwecken erfunden. Zur Lage. Die «Prager Zeitung- veröffentlicht abermals eine Anzahl von Städten, welche anlässlich des sechs-hundertjährigen Jubiläums der Allerhöchsten Dynastie Feierlichkeiten veranstalteten und eine neue Liste von Stadlralhstorperschaften, Ge-meinden, Bezirksvertretungen, Schul« und Schützen-Corporationen, Vereinen. Anstalten und Privaten, welche die Bitte stellten, ihre ehrfurchtsvollsten Glück» wünsche an die Stufen des Allerhöchsten Thrones gelangen zu lassen. Die „Wiener allgemeine Zeitung" ventiliert die Angelegenheit der böhmischen Privat-Volksfchule in Wien und bemerkt: „In politischer Beziehung war der Widerstand gegen die czechische Pnvatschule eine Unklugheit, in nationaler mehr als ein Fehler. In Anbetracht dlsslN, dass dem deutscheu Schuluermie leine Armee zugebote steht, um seine Schöpfungen gegen das Uebelwollen del Bevölkerung und der Gemeindevertretungen in flavischen Gegenden zu schützen, dürfte man gegen eine Gesetzespraxis keine Einwendung erheben. welche die Errichtung deutscher Schulen vor den Feindseligkeiten irgend welcher localen Factoren sichert. Denn keine andere Nation ist so in Enclaven zersplittert wie die deutsche, keine anderen Schulen sind so exponiert wie die deutschen. Im In< teresse der Deutschen ist es vor allem, dass das Recht zur Errichtung von Schulen nicht bestritten werden darf. Wäre die vom Unterrichtsminifter getroffene Entscheidung nicht streng gesetzmäßig, so müssten gerade die Deutschen danach stieben, dass eine ähnliche Bestimmung Gesetzeskraft erhielte. Wäre das Gesetz noch nicht vorhanden, auf Grund dessen die czechische Schule gegründet wird, so müsste im wohlverstandenen Interesse des Deutschthums eiu solches Gesetz geschaffen werden." Das ..Prager Abendblattt", dem abgelaufenen Jahre einen orientierenden Rückblick widmend, schreibt: „Anßer der schönen dynastischen Feier vom 27. Dezember hat das abgelaufene Jahr auf dem Gebiete unserer inneren Verhältnisse gar manches gebracht, was demselben ein bleibendes Andenken in der Geschichte unserer politischen Entwicklung sichert. Wir erwähnen diesbezüglich in elfter Reihe die Wahlrefurm, welche Hunderttausenden von Steuerzahlern die politische Mündigkeit, das kostbare Recht der Wahl in die parlamentarischen Vertretungskörper brachte. Wir nennen ferner den neuen Zolltarif, welcher unserer Landwirtschaft und unserer Industrie den längst ersehnten Schutz gegen die übermächtige ausländische Production brachte; wir erwähnen das Gesetz über die Prager Universität, durch welches einem innigen Herzenswunsche der czechoflavifchen Nation und einem von beiden Stämmen in gleicher Weise anerkannten Bedürfnisse Rechnung grtmgen wurde; wir registrieren weiter die in der Durchführung begriffene Ge-Wevbegrsetz-Reform, welche von dem gesummten Ge-werbestande mit ungetheiller Befriedigung begrüßt wurde; wir verzeichnen die Einführung der Postspar-cassen, welche eine wahrhaft fegensreiche Institution zu werden versprechen; wir nennen schließlich die vielen und wichtigen Reformen auf dem Gebiete des Eisenbahn- und Postwcsens, durch welche unserem Handel und Verkehre außerordentliche Erleichterungen zutheil wurden. Weitere bedeutsame Reformen und legislative Maßregeln sind für die nächste Zeit in Aussicht gestellt, wie die Steuerreform, die Regelung Feuilleton. Der zweite „Faust-Abend" im t. k. Hofburg-Theater land am 3. d. M. statt. Es wurde die zweite Hälfte dkö ersten Theiles aufgeführt, von der ersten Begeg» "ung Fausts und Gretchens bis zum Tode Mar< 6arelhrns. Gleichwie am ersten Abende wurde auch gestern Goethes Text fast vollständig gebracht. Neu ausgenommen wurde gestern die Scene: «Am Brun< "en. Gretchen und Lieschen mit Krugen." Die Vor. Neuung währte von 7 bis halb 10 Uhr. Das Publi-cum widmete der Aufführung lebhaftes, anhaltendes Interesse. Es wurde nur durch die ..Walpurgisnacht" "was ernüchtert, durch die lange Zeit hindurch wan« Andr, faltenwerfend vorüberziehende Decoration des Attges zum Nrockengipfel und durch den zu starken Tumult, in welchem die Worte der Dichtung, trotz «uer Anstrengung des Faust und des Mephisto und °e» allzu sehr hörbaren Souffleurs oder einer Souf-^kuse, untergiengen. Wir ziehen weniger Spuk vor, s°enn die Worte der Dichtung dadurch gerettet wer-Un- Im ganzen also war der zweite Abend glücklich, f'lach Schluss der Acte gab das Publicnm seine Be< M'yung durch lebhaften Beifall kund; das größte ^ uck machten die Gretchen-Scenen. Die Decorationen, "wnders die Interieurs: Gretchens und Marthas ß'wmer. der Dom u. s. w., waren fehr fchön und 'lllnmungsvoll. ^ Auf ein Detail — fagt die „Wiener Abendpost" ^ sollen wir heute schon besonders aufmerksam machen. >!!' Marthas Zimmer weist eine Freske über der Cm- Utsihüre die Jahreszahl: 1621. Wir haben mehr als ^wal. mit bewaffetem Auge, diefe Zahl längere Zeit ^"durch betrachtet. Da auch ein Theil der Costüme "N't stimmt, so ist es nicht Zufall, sondern Absicht, welche diese Zeitbestimmung gewählt. Wie diese Zeit mit der Idee der ganzen Faust.Dichtung stimmt, und ob dadurch das geistige Band der zwei Faust lich" snn. Es war gestern schön, aber reich; zu reich. — Goethe schreibt vor: „Faust wirft sich auf den ledernen Sessel am Ärtte" ; Faust saß aber gestern vorne am Tische. — Goethe schreibt vor: „Margarethe fängt an zu singen, indem sie sich anszieht"; Fräulein Wessely sang, während sie die Haarstechten löste. Es gab ja auch Oberlleider anno 1621 odcr noch später! — Gotthe schreibt vor: „Margarethe putzt sich mit dem Schmucke und tritt vor den Spiegel"; — Frl. Wrssely blickte in einen am inneren Kästchrndeckel a»» gebrachten Spiegel. Derlei hatten die Kästchen selbst jener zu späten Zeit, anno 1621, noch nicht. — Goethe schreibt vor: „Marthe, burch's Vorhänge! guckend ; — im Burglheater ist in der Thür das Guckloch (va8i8ta8 sagen die Franzosen, wohl das deutsche „was ist das?" nachbildend) mit einem Hoi> thiirchen gedeckt. — Goethe schreibt vor: „Ein Gar-lenhäuschen. Margarethe springt herein, steckt sich hinter die Thüre, hält die Fingerspitze an die Lippen und guckt durch die Ritze"; im Burgtheater verbirgt sie sich vor dem sie im Garten suchenden Faust hinter einem überdies ganz niederen Busche. — Goethe schreibt vor: „Gietchens Stube. Gretchen am Spinn« rade allein: Meine Ruh' ist hin u. s. w."; im Burgtheater saß Gretchen nicht wie ehedem am Spinn-rade. sie sprach das Wunder von Monolog, hin und her im Zimmer schreitend. — In «Marthens Garten" kummt Mephisto erst nachdem Gretchen abgegangen und sagt auftretend: „Der Grasaff' ist er weg?", im Burgtheater tritt er sogleich mit Faust ein und lauscht sichtbar am Fenster in Gretchens Zimmer. — Zwinger: „Gretchen steckt frische Blumen in die Kruge" schreibt Goethe vor; im Burgtheater gab es vor dem Marienbilde keine Kruge, und Gretchen brachte nur ein kleines Slräußchen seitwärts an. — Dom: Goethe schreibt vor: Böser Geist hinter Oretchen. Das geschah diesmal, zum erstenmale, im Burgtheater, löblicherweise, nach Vorschrift. Frau Wolter sprach den Geist in großem Stile, sehr schön, aber die Stimme des Gewissens spricht nicht so laut. — Goethe schreibt vor: Kerker: Faust vor einem eisernen Thürchen; im Burglheater stand er vor einem großen Thore. Das sind kleine Bemerkungen, nicht so .schwerwiegend wie 1621. über welche fatale Zahl wirmcht hinüberlommen. Indessen ob kleine oder große Unter-lassungen dieser Art: Goethe ist Goethe und wusste sehr gut, was er wollte, und besser als er macht es niemand. . .. . Im ganzen, wir wiederholen es. war der gestrige Abend glücklich, schön, anregend und bot ,m emzelnen Vortreffliches. Schade, dass die «Walpurgisnacht" gleichwie bei einem früheren Versuche, der übrigens scenisch weit gelungener war, missglückte. Laibachcr Zcitnug Nr. 5 »i> 8. Jänner 1883. der Arbeitsverhältnisse bei den Vergweiksuulernehmuu-gen, die Einführung der Ul,fallsversicherulig, die Schaf« fung cilles Commassationsgesctzcs ?c. All' dies beweist, dass Regierung und Neichsrath sich in vollem Umfange ihrer Pflicht bewusst und dass sie redlich bemüht sind, die allgemeine wirtschaftliche Lage zu verbessern und allen Schichten der Bevölkerung Erleichterungen zu verschaffen." Die „ Brünner MorgenPost " bemerkt: «Es können von der oppositionellen Presse dic Thatsachen nicht übertüncht, nicht hinweggenergelt werden, welche einerseits die Consolidierung des Cabinets und der Parlamentsmajorität auf dem Boden praktisch refor« matorischer Thätigkeit, andererseits die Fruchtlosigkeit der Negation constatieren, welche von der Opposition dieser Thätigkeit entgegengescht wurde. Trotz aller Anstrengungen und rücksichtslosesten Agitation ist es der Opposition im abgelaufenen Jahre nicht gelungen, Boden zu gewinnen, ja es musste dieselbe sich dazu bequemen, o»r Initiative der Regierung Folge zu geben und mitzuwirken an den politischen und wirtschaftlichen Reformen der Regiernng. Die Reform des Wahlrechtes hat die Gmndlagcn der Legislative im demo« kratischen Geiste erweitert, der neue Zolllarif, die Ge-werbercform sichern dem heimischen Arbeilsfleiße Schutz und gedeihliche Früchte. Die fortschreitende Verstaut-lichuug des Velikehrswesens, die unmittelbar bevorstehende Verwirklichung des Institutes der Postsparkassen sind gleichfalls Früchte des eben abgeschlossenen Jahres, deren Wert und Nutzen für das allgemeine Volkswobl durch keinerlei oppositionelle Tünche dem Verständnisse der Bevölkerung entrückt werden kann. Gefestigt nach innen und außen und erhaben über die Gunst oder Missgunst des Parteigeistes, überschreitet der Staat Oesterreich die Schwelle des neuen Jahres in der berechtigten Zuversicht, auf sicherer Basis und geebneten Pfaden seinen CultmWkcken nachstreben, seinen Zielen in stetigem Fortschreiten näher rücken zu können." Die ,. Adria" sagt: „Die hervorragende Stel-lung, welche unsere Monarchie unter den Großmächten einnimmt, hat sich im abgelaufenen Jahre befestigt, Oesterreich'Ungarn wird immer mehr als ein hochwichtiges Bollwerk für den Frieden und die Ruhe Europas angesehen. Im Innern sehen wir die gesetz» gebenden Factoren eifrig beschäftigt, den berechtigten Ansprüchen der verschiedenen durch die unauflöslichen Baude der Geschichte, der Interessengemeinschaft uud besonders der Anhänglichkeit an das erlauchte Haus Habsburg mit einander verbundenen Völkerschaften Befriedigung zu gewähren. Einige Länder halten allerdings unter schweren Elementarschäden zu leiden; aber die Eimnüthigkeit, womit nach dem edlen Beispiele des Monarchen in allen Theilen des Reiches alles Mögliche zur Linderung des Unglückes gethan wurde, besiegelte die brüderliche Liebe und Gemeinschaft, welche alle Völker Oesterreichs verbindet. In Trieft feierten Wir die Vollendung des fünften Iahrhundertes der glückliche» V reinissung uuserer Stadt mit den von dem väterlichen Scepter des Hauses Habsburg beherrschten Ländern. Trieft hatte bei dieser Gelegenheit die Ehre, die kaiserliche Familie in seinen Mauern zu sehen und eine glänzende Bestätigung der Fürsorglichkeit zu erhalten, welche seine Majestät der Kaiser gleich seinen glorreichen Ahnen für unferen Handelsplatz hegt. In beiden Häufcrn des Neichsrathes wie in der Presse hat sich eine uus günstige Strömung geltend gemacht. Es liegt jetzt an uns, daraus Nutzen zu ziehen." Wie aus Budapest gemeldet wird, hat der Ministerpräsident Herr von Tisza in Angelegenheit des Zusammentrittes der Negnicolar-Dcputa-tion in Fiume an den Gouverneur von Fiume und an den Vanus von Kroatieu die Anfrage gerichtet, ob sie es für angezeigt halten, dass die Deputation ihre Thätigkeit Ende Jänner oder Anfangs Februar be» ginne. Sollte eine bejahende Antwort eintreffen, so werde die Reguicolar-Deputation ihre Thätigkeit um die geuannte Frist beginnen. Parlamentarisches. Wien, 4, Jänner. Die juridische Commijsion des Herrenhauses hat heute unter Vorsitz des Obmannes Freiherrn von Hye eine Sitzung abgehalten, welcher Se. Excellenz der Herr Minister und Leiter des Justizministeriums Dr. Freiherr von Prazäk und Miuisterialrath Harras Ritter von Harrasowsty beiwohnten. Auf der Tagesordnung stand die Berathung des an die Commission zurückgewiesenen Gesetzentwurfes, betreffend das Verfahren zum Zwecke der Todeserklärung u»d der Be weisführung des Todes. Die Commission hatte b> kannllich bereits am Schlüsse des letzten Sessions» aüschnittcs den betreffenden Bericht vorgelegt, und derselbe war in der Sitzung des Herrenhauses vom 23. Mai v. I. zur zweiten Lesung gelangt. In der Generaldebatte erhob Se. Eminenz Cardinal Erzbischof Fürst Schwarzenberg Einsprache gegen die Fassung des letzten Absatzes im § 9, nach welchem mit der richterlichen Todeserklärung zugleich ausgesprochen werden soll, dass die Ehe zwischen dem todterllärten und zwischen dem zurückgelassenen Ehetheile als auf« gelöst zu betrachten sei. Se. Eminenz befürwortete damals die Annahme der vom Abgeordnetenhause beschlossenen Fassung der Regierungsvorlage, nach welcher die Todeserklärung nur als Beweis für die Auflösung des Ehebandes dienen sollte. Die juridische Commission zog heute diesen Antrag in eingehende Berathung, konnte jedoch zu einem definitiven Be< schlusse nicht gelangen, weshalb die Debatte über diesen Gegenstand in der nächsten Sitzung, die für Sonntag, den 7. d. M., um 12 Uhr mittags anberaumt ist, fortgesetzt weiden soll. — Die Gewerbeg es etz-ComMission ist heute nachmittags in die Special« debatte über die Gewerbegesetz.Novelle eingetret,n. — Das Subcomite der Commission für die neuerliche Durchberalhung der Schul gesetz . Novelle wird am Samstag, den 6. d. M., die Discussion über die ihr zugewiesene Vorlage fortsetzen. Vom Ausland. Ueber den Neujahrsempfang bei Sr. Majestät dem deutschen Kaiser, uud zwar speciell über den Empfang der Botschafter wird nachträglich noch Folgendes berichtet: Der Kaiser berührte kein politisches Thema, sondern sprach nur über die Ueber-schwemmungen im Rheingebiete; er theilte den Botschaftern den Inhalt der neuesten von dort eingetroffenen Telegramme mit und fügte hinzu, dass dieselben ihn tief erschüttert hätten. Bei dem vorausgegangenen Empfange der Generalilät halte der Kaiser zu einzelnen der Anwesenden geäußert, dass er der Erhaltung des Friedens auch in diesem Jahre zuversichtlich entgegensehe. Das „Journal de St.-Petersbourg" tritt der Behauptung der „Times" entgegen, dass das europäische Gleichgewicht durch den Tod Gambellas eine Stönmg erleiden könne. Die Politik der Regic« l rungcn basiere nicht auf so schwachen Grundlagen, l dass der Tod eines Manues ihr einen so schwachen Schlag versetzen könne. Menschen gehen, aber die Nationen bleiben und auch deren große Interessen. Diese ' werden heute wie gestern iu Frankreich wie überall in erster Reihe die Aufrechterhaltung des Frirdens , und gegenseitiges Vertrauen für die Lösung der auft lauchmdtll Fragen verlangen. Es fei absolut nicht einzusehen, dass Gambettas Tod diesen Zustand ändern könne. ! „Siöcle" bespricht die egyp tische Frage, ' hebt es lobend hervor, dass der Ministerpräsident Dnclerc die Anerbietungen Englands ohne Bitterkeit, aber unter Aufrechthaltung der Würde und legitimen Ansprüche Frankreichs zurückgewiesen habe nnd gibt der Hoffnung Ausdruck, dass England die Beweg' gründe allgemeiner Natur begreifen werde, die ihm i gebieten, sich in Egyftten angesichts der beständigen panislamitischen Agitationen nicht zu isoliere«. Sollte England die Nechle Frankreichs nicht resftectieren, so würde Frankreich nichts übrig bleiben, als seine Actionsfreiheit wieder zurückzunehmen und die Vertheidigung seiner Interessen in einem Einverständmsse, mit ande>en Mächten zu suchen, welche die Aufrecht-Haltung der Unabhängigkeit Egyptens wünschen. Der Sohn des englischen Premiers Herbert Gladstone wohnte am vorigen Samstag einer großen liberalen Demonstration der Grafschaften Peebles und Selkirk in Schottland bei. Gladstone jun. vertheidigte die Politik der Regierung in Bezug auf Egypteu. Auf die Angelegenheiten Irlands eingehend, bemerkte er, die Form der Regierung in Irland sei eine so schlechte, wie sie nur gedacht wevdeu könne, uud in seinen Augen die schlechteste, welch? in Europa gefunden werden löunle. Jedermann i» Inland erwarte alles von der Regierung, da es dem Volke aN der nothwendigen politischen Erziehnng und Ausbildung zur Selbstverwallung mangle. DeLhald bedürfe die Verwaltung Irlands einer radialen Umgestaltung. Der türkifche Mimsterrath einigte sick, nm aus Constantinopel bericht,! wird, am vorigen Sonntag über den Wortlaut der Antwort auf die englische Note betreffs der Couferenz über die Dunaufrage. Der Eulwurf dieser Antwort, welcher darauf dem Sultan vorgelegt wurde, acceptiert die Einladung zur Theilnahme all der erwähnten Conferenz. Tagesueuigkeitm. — (Personalnachricht.) Se. Excellenz der Herr Ministerpräsident Graf Taaffe hat am 4. d. M., vo»n Herrn Polizeipräsidenten Ritter Krticzka von Jaden begleitet, sämmtliche gegen eine eventuelle Neberschwem-mung in Wien getroffenen Vorkehrungen besichtigt. — (Panik in der Kirche) Der vergangene Christtag war für die Einwohner des finnländischen Städtchens Kümo verhängnisvoll. An diesem Tage waren nämlich in der Ortskirche über 2000 Personen bei der Frühmesse versammelt, als Plötzlich jemand aus dem Publicum „Feuer!" rief. Kaum war das Wort gefallen, als sich das gefammte Publicum in der Kirche nach den Ausgängen stürzte. Zum Unglück wurden die sich nach innen öffnenden Thüren von dem andrängenden Publicum zugeklappt, infolge dessen im Innern der Kirche ein fürchterliches Gedränge, Schreien, Jammern und Hilferufe entstand. Die Panik war umfo größer, als auch der Pfarrer im Ornate von dem Altare floh. In dieser Deutsche Hochzeitsordnungen des XVI. Jahrhunderts. Von Wilibald Müller. Der junge Weltbürger des sechzehnten Jahr« Hunderts halte den Schoß der Mutter kaum verlassen, als ihn auch schon die obrigkeitliche Satzung in Be-schlag nahm und genau vorschrieb, wie er in den ersten Stunden seines Lebens zu behaudeln sei, welche Pathengeschenle er annehmen, was sür ein Kleid er bei der Taufe tragen, wie viel die Hebamme beim Kirchgange, die Köchin beim „Kindlmahl" als Trinkgeld erhalten dürfe. Genau bestimmt die hohe Obrigkeit sodann, mit welchem Lohn sich die Kindswärterin zufrieden geben müsse, führt den Knaben an der Hand einer sehr umfangreichen „Schulordnung" durch die Stadtschule, zeigt ihm durch irgeud eine der vielen „Handwerksordnungen" den Weg zum Lebensunterhalte, wies ihn durch die „Hochzeitsordnung" an, zu freien und sich eine Lebensgefährtin zu wählen, gab ihm dann für alle Vorkommnisse des bürgerlichen Lebens Unterweisungen in allerlei Special„ordnungen" und tröstete ihn am Ende durch die „Sterbe-Ordnung" oder „Leichcnoronnug" mit der sichern Aussicht auf tin Grab im städtischen Gottesacker. Wie eingehend diese „Ordnungen" waren, mag eine auszugsweise Vorführung beispielsweise der Hoch« zeitsordnungen einiger Städte zeigen. Die vernewerte Hochzeitsordnung der kaiserlichen Stadt „Breslau" vom Jahre 1573 soll den An- fang machen. Dieselbe setzt vor allem fest, dass die formelle Werbung um ein Mädchen nur des Vormittags stattfinden dürfe, und verbietet jedes Gastmahl dabei. Die Geschenke des Bräutigams an die Braut iu dcr Zeit von der Verlobung bis zum Tage der „hochzeitlichen Freuden" dürfen im ganzen den Wert von zwölf Groschen nicht übersteigen. Zum Hochzeitsbitten (Einladen) dürfen höchstens acht „junge Gesellen", durchaus uicht mehr, verwendet werden. Diese Junggesellen haben das Recht auf eine Morgen« und eine Abend« Mahlzeit und einen zweistündigen Tanz nach vollbrachtem Tagwerk, dafür darf sich auch kein Junggeselle der Ehre des „Bittens" entziehen. Im übrigen sind auch „Aufreiter" zum Einladen der Gäste gestaltet. Die Zahl der Gäste wird auf 24 Männer und 24 Frauen — Freunde und nächste Angehörige nicht mit eingerechnet — beschränkt. Von Jungfrauen dürfen 36 und 6 kleine — die gehen voran — eingeladen werden. Ferner follen nicht mehr als vier Essen oder Gerichte und ein Gebäck oder Marcipan, desgleichen nicht mehr als dreierlei Weine, nämlich schwerer, rheinischer und Laudwein den eingeladenen Gästen gegeben werden. Das „Zutrinken" wird gänzlich abgeschafft, das Ablegen der Röcke und Mäntel verboten. Nach der Mahlzeit muss jcder Junggeselle zwei Jungfrauen — felbstverständlich auf eiumal — in den Tanzsaul führen; zwei Stunden nach dem Zeichen mit dem ..Nathhausglöcklein" müssen alle Gäste den Saal verlassen. Das Tragen von Waffen wird „aus vernünftigen und triftigen Gründen" bei unnachsichtiger Strafe gänzlich abgeschafft. Die zwei „Brautdiener" haben auch für die Ordnung im Tanzfaale zu sorgen, werden jedoch überdies von dem „Stadtdiener" diesbezüglich überwacht. Das Vorstehende gilt für Bürger-Hochzeiten ; bei Zunftgenoffen und Handwerkern finden noch weitere Beschränkungen in Bezug auf Gäste, Zahl der erlaubten Gerichte, Gefchenke;c. statt. Dem Gesinde, durch welches früher „viel guten Trankes verschwelgt und unnütz missbraucht worden ist," soll kein anderer Trank, als „Bier zur Noth-durft und nicht zum Ueberflufs und Vollsaufen" gegeben werden. An Lohn haben zu erhalten: Die „reisigen Stadt-diener," wenn sie statt der Iuuggesellen zum Einladen gebraucht werden, einen halben Thaler für den Tag, die Stadtpfeifer für den Hochzeitstag im ganzen vier Thaler. Das „Hofrecht" — vordem ein Ständchen, welches der Braut häufig um Mitternacht dargebracht wurde und bei dem es nicht selten zu nächtlichen ScaN-dalen und Naufereieu kam — wird abgeschafft oder höchstens gestattet, dass man der Braut eiu „halbes Stündchen nach dem Rathsglöcklein aufspiele." Koch uud Köchin haben sür das Anrichten einer Hochzeit im ganzen drei Th«lcr, ..wovon sie auch die Handlaliger selbst belohnen sollen," zurecht. Weitere Tar.bestimmungeu uud Strafandrohungen an diejenigen, welche sich unterfangen würden, die vorstehenden Punkta des wohlwciseu Rathes zu übertreten, bilden den Schluss der „Hochzeitsordnuug." (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 5 3!> 8. Jänner 1883. höchst?!, Verzweiflung stürzten sich Hunderte von Per-, solien durch die Fenster in den Kirchhof, wobei mehrere entweder mit zerschmetterten Köpfen todt am Platze lie-Uen blieben oder Beinbrüche und andere Verletzungen erlitten. Im unteren Raume der Kirche dauerte indessen das verzweifelte Drängen nach den Ausgängen fort. und als endlich die Thüren von der Wucht der in Todesangst ringenden Mnssen erbrochen wurden, tonnte sich nur ein Theil derselben hinausflüchten — viele aber blieben mit eingedrückten Nippen oder vor Schrecken ohnmächtig liegen und wurden von der hinausstürmen, den Masse nur noch mehr mit den Füßen verletzt Es dauerte ein? lange Weile, bis die Menge aus der Kirche i") Freie gelangte. Als man sich dann überzeugen wMe, wo eö eigentlich in der Kirche brenne, erwies es sich, dass es nirgends gebrannt l)abe und dass es nur ein falscher Feuerlärm gewesen sei. Leider fielen demselben viele Menschen zum Opfer. Es Wurden zwei erwachsene Mmmer und ein Kind auf der Stelle erdrückt, eine Frau und fünf Mäuner schlugen sich beim N,ederfallen aus den Fenstern todt. und mehr als 200 Personen, meist Frauen. Mädchen und Kinder, erlitten mehr oder Weniger ernste Verletzungen. Die Zahl der Verunglückten wäre noch weit größer gewesen, wenn die Erde um die Kirche herum nicht von einem ziemlich hohen Schnee bedeckt wäre. der das Ausfallen der Hinunterstürzenden bedeutend linderte. — (51 Personen erschlagen.) Ueber das schon gemeldete Unglück. welches sich am 28. Dezember vormittags in einer Baumwollspinnerei zu Bradford in England ereignete, wird folgendes Nähere geschrieben: Ein hoher Schornstein, welcher in dem Hofraume der Fabrik errichtet war. stürzte um und fiel auf den Theil der Gebäulichkeiten. in welchen sich die Spinnereiräume und die Zeichen« und Mustersäle branden, und zertrümmerte einen großen Theil derselben. Zum Glücke befanden sich von der großen Zchl der Arbeiter nur diejenigen in der Fabrik, welche sich ihr Frühstück mit» gebracht hatten und dasselbe eben verzehrten. Dennoch Wurde eine große Anzahl derselben durch den Einsturz zum Theile getödtet und zum Theile schwer verletzt So viel bis am 29. Dezember morgens ermittelt wor> den, beläuft sich die Zahl der ersteren auf 32. nach späteren Berichten gar auf 51. und die der letzteren aus Über 60. meistens Frauen und junge Leute beiderlei Geschlechtes und mehrere Kinder. Der Schornstein war ^!/ Jahren, im Jahre 186 l . errichtet worden und Yatte eine Höhe. welche auf etwa 250 Fuß angegeben Wird. Bei starkem Sturmwinde soll derselbe bereits Merkmale des Wankens gezeigt haben. Das Sinken des Fundamentes wird als Ursache drs Zusammensturzes bezeichnet. Die Arbeit der Hinwegräumung des Schuttes «st mit großen Gefahren verbunden. Es wurde im Laufe des 29. Dezember die Entdeckung gemacht, dass einzelne Personen sich noch im lebenden Zustande in den Ruinen befinden. Einem Mädchen musste ein Bein amputiert Werden, um es aus seiner todesgefährlichen Lage zu be« freien. Ein kleiner Knabe wurde anscheinend nur sehr leicht verletzt, doch in sehr erschöpftem Zustande, hervor, gezogen, und war bald uach seiner Befreiung imstande. Nahrung zu sich zu nehmen. Mehrere wunderbare Rettungen werdeu gleichfalls berichtet. So fielen manche der Geretteten bei dem Einstürze des Gebäudes in die Keller der Fabrik hinab, in denen die starten Querbalken und das Sparrenwktk beim Herabstürzen des massiven Mauerwerkes und der schweren Maschinenlhcile den Fall derselben brachen und eine Art schützende Unterluge bildeten, welche das Z 'rqu.tsche„ der herabglstürzten Personen verhinderte. Der angerichtete Schaden wird aus über 60000 L. geschätzt Acht andere Spinnereien, welche mit dcm eingestürzten Schornsteine durch Z„g-rühren in Verbindung standen, haben infolge dessen den betrieb einstellen müssen, wodurch 3000 Arbeiter für geraume Zeit erwerblos geworden sind. Locales. yl ^/Allerhöchste Spende.) Se. l und k. ApoMlsche Majestät haben den Ortschaften Alt- und ^teuwinkel, dann Obergras in strain zur Wiederherstel-lung ihrer abgebrannten Filialtirche eine Unterstützung uou Einhundert Gulden aus der Allerhöchsten Privat "!1e allergnädigst zu bewilligen geruht. ^, -7- (Todesfall.) Der hochgeschätzte Herr l. k. "verftnanzrath August Dimitz. der Verfasser der „Ge-Ich'chte Kraius", sow,e dessen geehrte Geschwister. Herr l^l. Oberforstmeister Ludwig Dimitz und Frau Anna ^ up pan geb, Dimitz. Gemahlin des Herrn Hof- und Gcrlchlsadvucateu Dr. Josef Suppan, haben einen recht schmerzlichen Verlust erlitten, indem deren Fräulein Schwester Marie Dimitz. NechnungsrathsWaise, am ^ d. M. nach langem Leiden verschieden ist. Das Leichen, begäugnis der durch einen besonders edlen Sinn aus« gezeichneten theuren Verblichenen findet heute nach-Mittags um 4 Uhr vom Trauerhause Herrengasse Nr. 4 "us statt. 1 ' v u "^ — (Aus dem Gemeinderathe.) In der am 2, Jänner stattgefundenen Sitzung des Gemeinde-lathes waren 17 Gemeinderäthe anwesend. Zu Verify catoren des Sitzungsprotololles numinierte der Herr Büo üetmeister die GNN. Luckmann und Bayer. Der Herr Bürgermeister theilt mit, dass er zu Beginn des neuen Jahres mit einer Deputation des Gemeinderathes den hochwohlgeborucn Herrn Landes» Präsidenten A, Winkler gebeten habe, an Allerhöchster Stelle Ihren k. k. Apostolischen Majestäten dem Kaiser und der Kaiserin sowie Ihren l. und k Hoheiten dem Kronprinzen und der Kronprinzessin die herzlichsten Glückwunsch»' der Laibachcr Stadtuerlretung namens der Gesammtkevällerung der Landeshauptstadt Laibach gü tigst unterbreiten zu wollen, was der Herr Landesprä > sident freundlichst zugesagt habe, (Beifall) Der Herr Bürgermeister theilt weiters die Inschrift des h. Land» ?fträsidinms mit. dass das h Ministerium des Innern Hieher e^öffüct habe, dass es ob Schonung des Staatsschatzes nicht in der Lage sei, aus Staats« mitteln eine Subvention zum Baue der Verbindungs-strahe znm Süobahnhofe zu bewilligen. Schließlich theilt der Herr Bürgermeister mit. dass sich die Bausection eonstituiert und den Vicebürgermeister Herrn Fortuna zum Obmanne gewählt habe. GN. Dr. Nitter von Vleiweis.Trsteniöti referiert namens der Pulizeisection über die Petition uuu 4i'i Gastwirten, es möge denselben gestattet werden, die Schweine zu Hause zu schlachten. Diese Petition begründen dieselben damit, dass die Schlachthalle, beson» oers in den Wintermouaten. wo zahlreiches Kleinvieh, besonders Schweine, gestochen werden, überfüllt sei. zwi-schen den Kleinviehstechern und Wirten Streitigkeiten entstehen, die Schweine zumeist zum Schaden der Wirte verwechselt werden und sich die professionellen Kleinviehstecher als Herren in der Abtheilung zum Stechen des Kleinviehes geberden, während die Wirte abseits stehen müssen, die Eingeweide des Borstenviehes nicht ord-n»ng?mähig reinigen können uud das von den gestochenen Thieren abgelassene Blut verdorben werde, ehe es seinem Zwecke zugeführt werdeu kann. Ehe der Stadt' magistral über diesen Gegenstand der Polizeisectiou Be< richt erstattet habe, hielt er in anderen größeren Städ« ten Umfrage und erfuhr, dass nur in Graz und Inns-brück den Wirten das Schlachten der Schweine ausnahmsweise zu Hause gestaltet sei. In Laibach seien 169 Wirte und 14 Ausköche, denen das Recht der Schlach» tung von Kleinvieh zusteht. Nun sei es. bemerkt Referent, wohl ganz richtig, dass im Schlachthufe, welcher 170 000 si. gekostet hat. der Platz zur Z?it der großen Schlachtung in der Halle für Kleinvieh entschieden zu klein sei. Ganz richtig sei auch die Behauptung in der Petition der Gastwirte, es sei denselben nicht möglich, rasch ihre Schweine abzustechen, was einen großen Zeitverlust involviere. Dass auch das zur Würstefabrication benüthigte abgelassene Blut der Schweine und das Fleisch verdorben würden, diese Behauptung der Wirte in ihrer Petition sei nicht gerechtfertigt. Nichtig aber ist die Klage der Wirte, dass die Schweine vertauscht wurden, — Ein Wirt hatte ein gemästetes Schwein eingestellt und bei der Anzahl von 200. Welche sich zur großen Schlachtzeit in den Stal» lungen für Kleinvieh befinden, ist es ganz leicht erklär« lich. dass dem Wirte statt des gemästeten Schweines das magere geblieben ist. Der Magistrat glaubt, der Uebelstand, dass die Schlachthalle für Kleinvieh räumlich zu beschränkt sei. ließe sich dadurch sanieren, dass eine be< sondere Abtheilung in den Stallungen für Kleinvieh, für das Vieh der Wirte geschaffen werde und dass das Schlachten den Wirten in dem Sanitätsgebäude für kranke Thiere, welches gar nicht benützt werbe, gestattet werden würde. Allein es würde mit großen Schwierigkeiten ver. bunden sein. den Stall für Kleinvieh zu theilen, ebensowenig ist es aber auch am Platze, den Sanitäts» stall seinem ursprünglichen Zwecke, für den er gebaut worden ist. zu entfremden, da es doch höchst nothwendig ist. dass er seiner Bestimmung erhallen bleibe, da ma>, jo nicht wissen könne, ub derselbe, will man den so sehr gewünschte» sanitären Anforderungen, die man an das Schlachthaus stellt, nicht in der nächsten Zeit ent sprechen, wird benützt werden müssen, Referent consta« tiert aus eigener Erfahrung, da er sich von den Zu« ständen in der Schlachthalle persönlich überzeugt hat, und s.ine Wahrnehmungen vom städtischen Thierarzte auch im vollen Maße bestätigt wurden sind. dass in der Schlachthallc für das Stechen beö Kleinviehes besonders zur Zeit. wenn die Wirte stechen, durch die Menge des zu gleicher Zeit gestochenen Viehes ein solcher unqnali-ficierbarer Dunst und Gestank in den Räumen herrsche, dass es ganz begreiflich sei. dass das Fleisch der ge schlachteten Thiere sofort in Fäulnis übergehe. Der Andrang in die Schlachlhalle für Kleinvieh werde sich aber auch beheben lassen, wenn die Stadtgemeinde, was ge« plant sei, die Verzehrungssteuer vom h. Aerar Pachten wiro. was jedoch erst mit Ende dcS IahreS 1883 bewerkstelligt werden kann. Berufe man sich in dieser Frage auf große Städte, dann sei wühl zu betonen, dass dort auch ganz andere Verhältnisse herrschen, alö eben in Laibach. Das Schlach-ten der Schweine, das ist die Anschauung der Majorität der Polizeisection, möge den Wirten zu Hause bewilligt werden. Sie sollen die Taxe per 80 kr, zahlen wie im Schlachthause, anherdem die zu bestimmende Taxe für den Thierarzt, welcher das Vieh beschaut und als wel> cher der Lehrer der Hufbeschlag-Lehranstalt, Hcrr A, Schlegel, in Aussicht genommen ist, welcher hiezu seine Bereitwilligkeit kundgegeben hat. und ist jede Schlachtung von den Wuten vier Stunden früher beim Ma> gistrate anzumelden. Refercut constatiert noch, dass unter der Aegide des früheren städtischen Thierarztcs Herrn Kraft in der Schlachthalle wirklich in sanitärer Be> ziehung bedauernswerte Zustände geherrscht haben, und dass der gemeinte Ausnahmszustand pro 1883 nur für jene Wirte zu gelten habe. welche nicht zugleich Fleisch' Hauer sind. Schließlich stellt Referent namens der Po-lizeisection folgende Anträge: Der Gemeinderalh wolle beschließen: 1.) Den Wirten wird ausnahmsweise und vorläufig bis zum Ende deS Jahres 1883 gestattet, dass sie die Schweine zu Hause schlachten dürfen. 2.) Der Stadtmagistrat wird beauftragt, den Wirten solche Bestimmungen vorzuschreiben, dass weder die Stadtcasse noch die sanitäre Sicherheit der Stadtbewohner Schaden leiden, 3.) Der Stadtmagistrat wird aufgefordert, im Laufe des nächsten Jahres alles Nöthige zu veranlassen, dass die Uebelstände im Schlachthanse abgeschafft werden, damit es möglich sein Wird. m,t Ende des Jahres 1883 den Wirten das Schlachten in der Schlachthalle aufzutragen. GR. Dr. Schaffer erachtet es als sehr misslich, an einer Institution zu rütteln, welche erst seit einem Jahre eingeführt ist. Die Anträge der Polizeisection seien sehr schwach unterstützt, nur egoistische Motive seien seitens der Wirte angeführt, thatsächliche Momente fehlen ganz. Mit großen Opfern fei ein Schlachthaus erbaut worden, nu» wolle man in die gesammte Organisation einen Niss machen und das Interesse Einzelner dem Interesse der Allgemeinheit überordnen. Wenn 30 bis 40 Schlachtungen an verschiedenen Orten zu gleicher Zeit stattfinden, dann sei es nicht möglich, dass dieselben sanitär correct beaufsichtigt werden könnten, und auch eine finanzielle Schädigung der Stadtgcmeinde sei nicht ausgeschlossen. Wenn der Platz für die Wirte zu klein, die Kleinviehstccher gegenüber den Wirten prä-potent seien, so sei eS sehr leicht, dafür eine Abhilfe zu treffen, und es sprechen diese Zustände nicht dafür, den alten Schlendrian wieder einzuführen, dass in den Häusern und engen Höfen geschlachtet werde. GN. Dr. Suppan schließt sich den Ausführungen des Vorredners an. Die Urbelstände. welche jetzt im Schlachthaus? bestehen, können binnen acht Tagen arran» giert werden. Damit die Schweine nicht vertauscht werden, kann der Stall getheilt und eine eigene Abtheilung für die Wirte geschaffen werden, und die Wirte können, bis Abhilfe geschaffen wird, im Sanitätsgebäude schlachten. In den Häusern sei die Ueberwachung der Schlachtung nicht möglich, ein Schwein wird angemeldet, drei werdeu aber geschlachtet werden. Es sind andere Gründe, von denen „die Spatzen auf allen Dächern pfeifen", warum die Schlachtung den Wirten zu Hause bewilligt werden soll, Redner sieht in der Annahme der Anträge der Polizeisection nicht nur eine Schädigung der finanziellen Interessen der Stadtgemeiude, sondern auch einen großen Schaden in sanitärer Beziehung GN. Dober let bemerkt, dass außer in Graz und InnZbrnck, wo ausnahmsweise den Wirten das Schlachten zu Hanse gestattet werde, sonst in keiner Stadt dies der Fall sei. In A g r a m müssen selbst Private im Schlacht« Hanse schlachten. Der Spectnkel der Wirte werde ein viel größerer sein, Wenn sie nach dem bisherigen Pro« visorium, zu Hause schlachten zu dürfen, wieder definitiv gezwungen werde», in der Schlachthalle schlachten zu müssen, daher sei es besser, ihre Petition jetzt abzuweisen. Redner stellt den Antrag, der Magistrat werde beauftragt, sofort ein Locale für die Wirte zu schaffen, wo sie bei der Schlachtung der Schweine mt den Fleischhanern in l^inc Berührung kommen, die Stallungen für Kleinvieh feien zu theilen un5 für die Wirte e,ne separate Abtheilung abzugrenzen, die Petition der Wirte aber abzuweisen. GR. Deschmann sagt. wenn man dem kleinen Gewerbsmann durch die von der Polizeiscrtion beantragte Verfügung unter die Arme greisen wolle, bezweifle er dies. Die Schlachtgebür per 80 kr. wird bleiben und außerdem werde er noch die Beschantaxe für den Thier-arzt zahlen müssen, was jetzt nicht der Fall ist. Eine andere Frage ist die. ob Herr Schlegel, welcher für die Besichtigung in Aussicht genommen «st, auch immer Zeit haben wird, GR. Kusar stellt den Zusatzantrag: es möge. wenn den Wirten das Schlachten zu Hanse gestattet wird. dies auch dem WW. EE, Conveute der Ursuline-rinnen, welche oft darum angefucht haben, bewilligt werde. GR Dr. Iarnik sagt. die Debatte über diese Petition sei eine sehr weitläufige und er wolle die vielen Gegner der Anträge der Polizeisection daher auf einen Moment aufmerksam machen. Die Frage, die heute verhandelt wird. ist eine eminente Lebensmlttelfrcige der Bewohner Laibachs und der Kraincr überhaupt. Ne,l Wirten liegt an dem Fleische dec Scheme wenig, ob Gewinnung desselben würde sic das Schlach en ,n der Schlachthalle nicht genieren. Die Hauptsache sei die Fabrication der Würste, welche sie mcht so vorzüglich schmackhaft erzeugen können, wenn sie nicht zu Hause schlachten können. Der beste Beweis dafür fei der, dass gerade diejenigen Wilte Laibachs, welche bis nun die Laibacher Zeitung Nr. 5 4« 8. Jänner 1883. vorzüglichsten Würste erzeugt haben, die Schlachtung entweder auf ein Minimnm rednciert oder ganz aufgegeben haben, da sie sich den Fatiguen im Schlachthaufe nicht nnssetzen wollen. Freilich, die Herren der Minorität dcs Gemeinde-rathes wissen nichtö davon, da sie sich nm diefe Sache nicht kümmern und auf den WurstgenusK sehr leicht resignieren. Ganz anderö aber denkt die große Majorität der Bevölkerung, welcher feit dem Schlachtzwange ein schmackhaftes, billiges und gesundes Genussmittel entzogen ist, da die Wirte eben nicht schlachten wollen. Wollte man nm die Petition der Wirte, die Bewohnerschaft Laibachs befragen, fo ist Redner übcrzrugt, dass sich 18 00() der Stadtbewohner für dieselbe erklären würden. Als im Jahre 1870 im Landtage das Vogelschutzgcsetz berathen wurde und sich unter den zu schonenden Vögeln auch I ie Zippe befand , damals bemerkte G3t. Defch -mann ganz richtig, die Krakauer und die Köchinnen werden mit einer Revolution drohen. wenn man ihnen dieses so beliebte Genussmittel entziehen werde und hat auch einen diesbezüglichen Abänderungsantrag dahin ge« stellt, dass die Zippen gefangen werden dürfen, der auch angenommen wurde. Nicht weniger wichtig als die Zippe ist als Genussmittel die K^ainer Wurst, daher ist es ganz begreiflich, dass I)lö große Majorität des Pu-blicums. welcher dieses Genussmittel in der großen Menge wie früher entzogen worden ist. auf den Schlachtzwang ebenso wenig oder noch weniger freundlich zu sprechen ist. als die Wirte selbst. Aus diesen Gründen um der Majorität des Publicums zu entsprechen, erklärt Dr. Zarnik, werde er für die Anträge der Polizei» section stimmen. (Schluss folgt.) — (Der II. Kammer musilabend) der philharmonischen Gesellschaft ant 7. d. M. verfammelte wieder eine distinguierte Kunstgemeinde, welche den Tönen der großen Tonmeister mit regstem Interesse lauschte. Mendelssohns Quartett. 0p. 44, Nr. 3 in U-liu!', erzielte nun im reizenden Scherzo und dem schönen Adagio einen durchschlagenden Erfolg; der erste und letzte Sah fielen in ihrer Wirkung merklich ab Dagegen schlug Schuberts Trio für Clavier, Violine und Cello (die Herreu I. Zührer, G. Gerstner und N. Hodet) vollends durch und brachte den drei Künste lern die bei unsern Kammermusikabenden ganz ungewühn« liche Ehre lines Hervorruss. Der breit angelegte, in be« wegtem Rhythmus fortschreitende erste Sah, die für alle drei Mitwirkende concertante Behandlung des gesanglichen zweiten Satzes sowie die zwei Schlusssätze nahmen die Hörer vollends gefangen. Was den äußeren Erfolg betrifft, so gehörte er unbedingt dem Schubert'schen Trio, Dagegen war Schumanns Quartett in ^-äur (0p.41, Nr, 3) in seinem inneren Werte jedenfalls eine Steigung des Genusses in der Reihe der Tonkünste des Programmes, wenn-gleich der düstere Charakter, das Aufwühlen der Leiden» schaft. besonders in dcn drei ersten Sähen, nicht allge-mein jenem liebevollen Entgegenkommen von Seite der Hörer begegnet sein mag, welches ein so feines, in den wunderbarsten Modulationen und Klangessecten sich be« wegcndes Tonstück wohl zu gewinnen berufen war. Alles in allem genommen, reiht sich der zweite Kammermusik-Abend seinem Vorgänger durchwegs würdig an. und freuen wir uns, unserem Wackeren Gerstner'schcu Streichquartette bald wieder zu begegnen. — (Aus Idria) schreibt man uns unterm4. Jänner: Am 2. d. M. feierte hier der Vorstand der l, k. Berg-director. Hofrath M. V. Liftold. sein 40jähriges Dienst-jubilänm, Am Vorabende bereits fand aus diesem Anlasse ein Fackelzug der uniformierten Nergmannschaft und der Veteranen und eine Serenade der Bergmusik nud des slovenifchen Gesangvereins im Hofe des Schlosses Gewerlenegg statt. Am 2. um li Uhr vormittags versammelten sich sämmtliche Beamte, Lehrer und Lehrerin, nen der Bergdirection, Vertreter der Meisterschaft und aller Arbritslategorien, die Geistlichkeit, der Bezirks-richter und Deputationen der Gemeindevertretung, des Veteranenvereius und der Citalnica im Sihungssaale der Bergdirectiou, woselbst über erfolgte Einladung auch Hofrath Lipold sich einfand. Nun beglückwünschte in schwunghafter Rede Bergrath l>ermäk namens aller Versammelten den Jubilar zu dem glücklich vollendeten 40. Dienstjahre. insbesondere namens der Bergdirections-beamten, und überreichte demfelben einen „von den Be< amten Idrias dem geliebten Vorstande" gewidmeten prachtvollen silbernen Trinkbecher mit der Bitte, den» selben als Andenken anzunehmen. Hierauf hielt noch statt des erkrankten Bürgermeisters der Gemcinderath Dr. Vaaz eine Anrede an Hofrath Lipold und theilte demselben mit, dass der Gemeinde»Ausschuss ihn in An-erkcnnuug seiner Verdienste um das Wohl der Stadt Idria einstimmig zum Ehrenbürger ernannt habe. Gerührt dankte Hofrath Lipold für die ihm dargebrachte Ovation, sprach mit mehreren der anwesenden Deputa« tionömitglieder und verließ hierauf unter lebhaften Glück auf"-Nufen den Saal. Abends endlich fand in den Localitäten des Casinovereins eine fehr zahlreich besuchte gemüthliche Zusammenkunft der VereinSmitglie-der statt, an welcher auch viele Damen theilnahmen und wobei Hosrath Liftold aus dem ihm von den Direc« tionsbeamten gewidmeten, mit perlendem Weine aus Griechenland gesüllteu Trinkbecher den ersten Toast „auf seine Mitbeamten", den zweiten Toast „auf die Casino- Mitglieder" und den dritten Toast „auf die Damen" uud Gemeinde-Ausfchuss Lapajne einen Tonst „auf deu jüngsten Ehrenbürger Idrias" ausbrachte. Der für diefeu Abend geplante Schachttag und Piknik fowie auch ein weiteres Toasticren unterblieb auf Wunsch des Hofrathes aus dem Umstände, weil am 1. o. M. der allseits ver» ehrte k. k. Hauptprobicrer Tender gcstorbcu war, dessen Beerdigung am 3. d. M erfolgte. Hofrath Lipold gedachte an feinem Jubelfeste auch der Armen Idrias. -^(„^öitol^ki ^ovarii",) redigiert von Andreas Praprotnik. Dieses slov. Schnlblalt trat mit dem l. Jänner d I, in seinen 23, Jahrgang. Nr. 1 enthält: ^U(i0viii8k0-8ln,vnl äan (der geschichtlich berühmte Tag); 8!ov6N8k6mu uöitsiMvu (an die slov. Lehrerschaft); uöit> ler. Komische Oper in 2 Auszügen, nach dem Französischen der Herren Saiut»Geurges und Bayard von Karl Gollmick. Musik von Donizetti. Meteuroluljischc Beobachtungen in Lnibach. s "Z Ml s? s ^,5 ^z 7Ü.'M 742712 —0,4 N. schwach ! Nebel ' 5. 2 „ N. 742.8« ^- 0.6 NO. schwach bewöltt 0.00 ^ »^ Al». 745.16 - 1,0 NO. schwach! bewöllt________ ?lI,Mst 747,55 - 2.6 NO. schwach bcwljll^ ö. 2 ., N, 747.6? - 1.8 NO. mähia. heiter 0,00 9 „ Ab 749.07 - 6.0 NO. schwach heiter_______ 7U.Mg. 747,65, - 6.8 NO. mäbia Gewollt , ?, 2 , N. ! 745.40 — b.8 NO, mäßin halliheitcr i 0.00 9 ^ Ab.l 744,:i0 - 6.8 NO. mähig bewölkt ! Dcn 5. d. morgens Nebel, tagsüber trübe. Den 6. d, vor-mittags bewölkt, nachmittags Anfheitcrung, sternhelle Nacht, Kälte zunehmend. Dcn 7, d, im Norden heiter, sonst bewölkt, windig, empfindlich kalt. Das Tagesmittel der Temperatur au allen drei Tagen — 0,3°, — 3,5 und — 6.5", beziehungsweise um 2,5" über und 0,7", 3,9" unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Otto mar Bamb erg. Schmerzcrfüllt geben die Gefertigten Nachricht von dem Hinscheiden ihrer innigstgeliebtcn Schwcftcr, rücksichtlich Schwägerin, dcs Fräuleins Marie Zimitz, Rechnn ngsrathsn p/^Ll'Il^l»^^ (VS!-llauUNg8«lwNLN). ttsmricti ^ättoni, Xarlädaä lMm«n). >vi« Uvd6ll8tenoiil1 HM»« > .. ^ Laibacher Zeituug Nr. 5 41 8. Jänner 1883. ______Course an der Wiener Görse vom 5. Jänner 1tttt3. Mch dem ofsicM.n C°«r«bla.te) StllntsAnlehen. «-'lbericnlc.......7,.«5 ,7,^ ^ « <> Stc.at«lose . ü5o sl, 119 5a iz.e - ^ ^ z?"" ^" " lL9 75 1LC.5c l»«!« ^"""'°le - - l<" .' 'e?" lb7-ec Homo.Nentenschtine' ' pe^. '°^H'" I ^»^^^°lbiente, fteuerfiei . »5 »k 9« 15 "«fterr. Notenrente, steuerfrei , 91 L5 91 8c Nng. Voidrente «°/. . . . , iiuzo „g 4k ' „, , l' ^^n . . , . 85-«s, 857s, , Pav,crrente 0"/^ . . , 95,^, °<.,, " ^"b'«nl.lwst. ö.W.S. ,34 ?ü I«l.2b » ^ftbah»^l,or>täten . . »g^ 89.^ ' Staat«Obl. (Ung. Ostb.) lio-- 11« 5" ' «> „ « » dom I. 187« 9» :»0 84-2c, Grundentl.-Obligationen (silr lou fi.«,.^,). ^° Zwilche.......1U«-I<,7-_ ^/» gallische.......g,,u° .,„7. ^» mählische..... iy<.^ ,^.I^ ^ ° °b«roNcrre»ch.sche . . . . ,04 bo -— ^ /° Neirischc..... ^°,__ ,^5 .^ «°/° «^°^"^' "'^ slavonische ^ 9« - IU2 -0°/° stlbenbllraische.....98,5 93 — Geld Wnrr 0"/o Teme«var»V» — Andere üssentl. Anlehen. D°n<,u«Meg,°i!ose 5«/„ ,oa fi. n< — N5 — bto. Anleihe i«7«, fteuersiei , 102 — ini — Nnlehen b. Klabtqemeindc Wie,, ,«2 — 104 — Nnlehen b. Stabtgemeinbe Wie» (Silber ober Gold) ....-------------- Prämitw/, °/^ »8'!»l< 9915, dto. in 5U « „ 4»/o . 93-80 94-3(1 dto. Prämieü'SchulbVeilchr.3'/^ 99-— 9» s>l, Oeft, Hypotbelenbanl I0j. 5V,°/„ ion — lc,e s>b Oesi.-ung. Vanl Verl. 5°/„ . . 101 45, ici-ü dto. „ 4>/,°/u. , 93 60 0» 76 dto. „ 4°/o . , 9» K0 93 — Ung. allg.Nobcncredit-Nctiengel, in Pest in 34 I. vcrl. 5'/,°/u . —'— —'— Prioritäts -Obligationen. (sür luo fl.». «tlisabeth'Westbahn 1. Omission 38-2b 9U-75 lfelbina!>t^«Nordd.,hn i» Silb, 105 4li ic,5 ku Fran;-Irsef'Äahn.....101 HK 101 OC öali^ischa Harl - Ludwig. Bahn <3m.,««, .«'U N. S, 4>/,"/u . , S9-8N lll5-— Oefterr. »t,rbw«ftl>ahn .... l0ü — iox-45 Siebenbilrg«.......91 2«l 91-U0 Etaatsbahn 1. ssmission . . . 176 25 —-— Slldbahn ^»"/,......»34-75 135 «5 „ i^5°,y......>18— lltz« Ung.-galiz, Nahn.....92l>0 92 80 Diverfe Lose (per Slü>l), Creditlose inn fi...... 170 75 17l 25 8 2s. ,«,»-75 Laibacher Prämien^Nnlehen 20 fi. ^3-5^ 24-5« Ofen« V»le 4u ft...... —— 3« »,, P0 ft...... 19— 19 50 SalM'i,'os« 40 fi...... 53'KO 5i — El-Gein'is-^'ose 4«fl..... 46-5« 4?'5N W>ildsscin^'°se 20 fl..... ^7_ ^75,, Wiudischgräy.^ol^ 2l> fl. . , . 3g — 2«'5u Banl - Nctien sper Etit5». Nnglo-Oesterr. Vanl 120 fl. . , 115 25 ,I5'5» Banl E. —— —-— Länderdanl öst, 2l>a st. V. 50«/o<3. —-— —>— Oefterr,°Ung. Äanl.....»34— 838 — Unionbanl 100 st......111 75 112 — lUerlehrltt'.i»!' Ali.i, 140 N, , . i«>— 143'— Geld W,,re Actien von Transport» Unternehmungen (per Stil«), Albrecht-Nah,, »9» fi, Silber . —-— —-— Älfrld'stiumc«,Äahr.!i»0«.Silb. 167— 1«/ 5b «»ssig..Tevl.«ilenb, »oa fi. LM,-------— — Vöhm. Nordbahn i.>»o fi. . . , 17«: — 172 — „ westbabn 300 N, , . .-------— - Nuschtiehrader llisb. 500 fi. TM, 8iN — 88ll — „ ouN.S. ißk 75 ,8? — Duf°AobcnbacherE,'Ä,2n0fi.S.----------------- elh-t'ahn 200 N, TVi. . - 208 75 20» 2^ „ Vinz-Viibweis 200 st. . . , 1«» 5a iulj s,o „Sl,b.,Tir°l,III,<ö.i87320Ufi.S, 1?» »<; i?»-s,s, ^rdinandö-Nordb. I0N0 ss. EM, 2722 2727 ,>al,,-IoN 1!>3 50 ,94 — Filnslnchen-Äarc 2»^-«5 Ora» «ösl^cher^.Ä.^UUfl.ö.W.----------------- Kablenberg'Eisenb. 20a fl. . . 3l — 32 — »aschau«Oberb. Eisend. 200fl. S, 143-75 14425, 5,'emberg»clzrnow,°Iassy Eiseu- tahll«Gejell. 200 N, o.W. . . 1UN 75 la? ^5, Lloyd, öst.-una., Trieft 500fl.,>)eNb. 2uu fi, Silb, ,»7-5« 193 — bto. M, N) 200 fi. Silber , 213-25 21» 7^ Prag-DuxerLiseub. i50ff.Silb, 51— bi5N Nubols. «ahn !l 200 fi. °, W, , 332 s>0 333 — Silbbabn «00 ff. Gill»« , , . 1»5 75 I30- — Slld.Nordd, Vn-b.«V, zoaff.LM 14« 5l> >4? 5l> Theik'Vahn 200 ff. «. W, . 2<6 75. 247 — Tra!il»ay.G«l..Wr. 17Y ff, o.W 215 75 21«- — „ Wr., neue 7« N. . . 45— 4U- — Tran«vi>N«Ne!elttch>is< >0U ff, , 1!.2 — 1U4 — Turnau.Nraluv 205 ff. s. W, . —— — — N„l,,.>iHli,. «,send, ««oft. Gilb« 1«»>»5 ,5«-— ling. Norbostbabn 200 ss. Silber lK9 — ,<>» 50 Una,.wel!b.(«a2l>.Äia,)»M.S. 1«l« b« !S3 — Iudustrie.Nctien (per Stück). Lavdl und lkindberg, Eilen» und Stahl-Ind. in Wien 200 st. . —>— — — Eisc»t'ahnw.»^eih>,. I.20Uft. 40«/, 104 — 105 — „ElbemilhI". Papiers, u. 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Dessen werden alle jene, welche auf obiges Sparcassebüchel ein Recht zu haben vermeinen, zu dem Ende erinnert, dasselbe so gewiss binnen sechs Monaten yiergerichts anzumelden und darzu-thnn, als sonst das obige Sparcassebüchel über neuerliches Anlangen amortisiert und für erloschen erklärt würde. Laibach am 19. Dezember 1882. ^88-3) Nr?12.817. Bekanntmachung. Der unbekannt Wo befindlichen Helena Aramscl von Srcdorf wird Herr Ignaz Grnntar. l. l. Notar in ttmlsch, als Cn-lator aä üowm aufgestellt und diesem oer Realfeilbietnngsbescheid vom 4. November 1882. Z. 10/288. zuaefertlaet. «k. l. Bezirksgericht Loitsch, am 14ten Dezember 1882. A53-2) Nr. 45887 ^eassumierung ezecntwer >0!tt Nauhekar von Fcistriz als Cura-^r a6 ^wm bestellt und ihm der Mllbietnngsbescheid zugestellt. K. k. V.ziiksgerich't Nadmannsdors, «Nl 30. November 1882. TRIESTER Ausstellungs-LOTTERIE. Ziehung unwiderruflich am 18. Februar 1883. 1, Haupttreffer: bar 50 000 Gulden ofler 8800 Ducatcn. 2. Haupttreffer: bar 20 000 Gulden oder 3500 Ducaten. 3, Haupttreffer: bar 10 000 Gulden ofler 1750 Ducaten. 4. Haupttreffer: Halsband und Ohrgehänge mit Brillanten, Wert 10 000 fl. Vier Treffer: Goldsohmuck mit Brillanten und Perlen im Werte von je 5000 fl. Fünf Treffer: Diverse SchmuckgcgensLände im Werte von je 3000 fl. il«W) 4~1 987 Treffer im Weite von je 1000, 500, 300, 200, 100, 50 und 25 Gulden. I 1OOO Treffer E , Jfc^ ^~^ | 1OOO Treffer £ ^ im Worto von ^ V\\\ T AO — ^^^^» ^F UVßUlIW 3 im Worte von £j 1 fl. S1355O. | ülll LOS ^-W^^W ÄJBUZBI. i fl.213 55O. | Bestellungen unter Beifügung von 15 kr. für Postportospesen sind zu richten an die p.GTrandEo8N'r.2. Lotterie-Abtheilung der Triester Ausstellung F1Slrkt ^.'2. (5458-l) Nr. 3452. Erinnerung an die unbelllnnt wo lirft»olichm Gläu^ biaer und Rechtsnachfolger Gertraud, Johann und Iosefa ttoxt einer, Franz und Michael Knaus. Agnes und Franz Stusek. Von dem l. t. Bezirksgerichte Ratschach wird den unbekannt wo befindlichen Gläubigern uud Nechtönachfolgcrn Gcrtrand, Johann und Iosefa ^o^lcincr, Fr^nz n„d Michael Knanö, Agnes und Franz Stnscl hien,it erinncr!: Es habe Franz Stuscl von Nivice wider dieselben die Klage auf Ann lew nung der Pcrjährllllg ihrer seit 1816, 1832. 1835 und 1845 Inlabnlierlen For dernngen vr. 278 fl. 25«/^ kr., 50 fi.. 30 fi. und 25 fl. nebst Rrchten a»>6 dein Eheverlragc uo», 25. Jänner 1K35 sammt ^öschllng derftlben 8ud pr;<,68. 16, No vember 18^2, Z, 3452, hievamts ein' gebracht, worüber zur mündlichen Berhand-lnng die Tagsatznng auf den 2 3. Jänner 1883, früh 9 Uhr, mit dein Anhange des § 29 G. O. angeordnet nnd den Geklagten wegen ihres unbekannten Alifeillhalles Anton Haman hier als Curator ad actum auf il,re Gefahr und Kosten bestellt wnrde. Dessen weiden dieselben zn dem Ende verständiget, dass sie allenfalls ^n rechter Zeit selbst zu erscheinen oder sich eimn anderen Sachwalter zu bestellen und an- her namlmfl zu machen haben, widriqeos diese Rechtssache mit dem anfgestellten Curator verhandelt werden wird. K. k. Bezirksgericht Ralschach, am 17. November 1882. (44-2) Nr. 23.626. Neassnmierung efecutiver Nealitäten-Versteigerullg. Vom l. l. städt,-beleg. Be^rkogerichtr in Laibach wird bekannt gemacht: Es sei iibe^ovica nnd Urb..Nr. 1317, Win. IX, lol. 21 aä Magistrat Laibaä) vurlonnnendcn Realitäten im Reassnmie-rungswegc bewilligt und hiezu zwei Feil-bietuxgs-Tugsatznngen, nnd zwar die zweite aus deu 17. Iäuner und die dritte auf den 17. Februar 1883, jedeömal vormittags rwn 9 bis 12 Uhr, in der Amtslanzlci m!t dem Anhange an geordnet worden, dass die Pfandrealitäten bei der zweiten Feilbictnng nur um od^r über dem Schätzungswert, bei der dritten aber auch unter demselben hintangcgeben werden. Die Licitationsbedmgnlsse, wornach insbesondere jeder Licitanl vor gemachtem Anbote rin !0proc. Vadinm zu Handen der Licitationecoinmission zn erlegen hat, sowie die Sckätznngi'protosolle und die Grundbuchsertrarte tönilen in der dies> gerichtlichen Registratur eingesehen werden. K. k. städt.-delea. Bezirksgericht Laibach, am 26. Oktober 1882. (80—2) Kt6V. 13,322. Oä c. kr. okr^ne^ll LoaiZi:«, v Uo-tliki 86 n^ulll^'tl, ^3,liexu?6t,i0viöu i/ I^okvio, 6tr ^'6 proti i^'enm ^liNi^'a Dißünee in Klviiv^i vrka. toiuo tls^aes. 30. oktodra I. 1882., 8t. 11,918, xa 102 gl. vloiil. (!62 to wido 86 obrav-IMVU. 60l0<^u^'6 V 6an 16. lsbluvari^a I. 1883. pri t6in äudi^i d0p0luän6 od 8. uri. Xm- ^6 divl»,Iiüü6 toil^iw^a ttiinu 80<1iüi:ii U62NtM0 in tg. mo^oös iilvau c kr. ll6i6iil 8ta.liu^'6, 86 ^'6 2lr nje^ovo 2U,8t0pl1N^6 in IM l^6^0V6 ätl'U^Ilo z^0- 8P0<1 ^ltrltili vltl<;()vun ii! Lukvic 08krdnikoln P08tilvil. Iu^6U6UlU 86 w 8 t6M Nirxnlrl^il, (lll. 0N 0 pruvLlli ön,8U «lliil Pliä6 ali 8i pn. kaco^H äl U26M 08kl dliiku ii:v0ii ill 8«. 806i8du 0^'llVi, 8I)Il)Ii pu l6<1l10 8V0^0 l'6ä Lil8tl)I1ll, 81