Laiblllher Taabllitt. Nr. 47. titenuntetation6)>tti|c: (Jut Laibach > ®anjj. ft. 8 40) KuflcHung in- HauS ettlj. 25 tr. Mit bet Post: Sanzjahr. fl. 18. Jfebnction imb Exvediti on: Babnhosgasse Nr. 15. Freitag, 27. Februar 1880. — Morgen: Roman. ISi&S 3n|ctlionevtei|c: Sin* altige Pelilzeile k 4 It., bei iedetbolungen k S It. B»> teigtn bi« 6 Zeilrii 80 It. ■ 13.Jahrg. Die neue Parteibildung irn Herrenhause. Ohne geradezu als kine Regierung der Reaction wirken zu wollen, hat dennoch das Cabinet der Coalition ungemein befruchtend und ermunternd auf die gemeinschadliche Thatigkeit jener Parteien eingewirkt, deren bisher in zaghafter Reserve ge-haltencs Bestreben darauf hinauslauft, die fort-schritllichen Errungenschaften der letzten Jahre auf jede mogliche Weise auS der Welt zu bringen. Beweis dessen der Muth, mit welchem die biihmi-schen Bischofe die Abschaffung der Neuschule ver-langten, Beweis dessen auch insbesondere der im Ssterreichischen Abgeordnetenhause unternommene Versuch, neben der feudal-foderalistischen Reaction unter staatsrechtlichem oder nationalem Aushange-schilde auch eine Partei der vormarzlichen Reaction zu organisieren. Letztere, an deren Bildung zuniichst Fiirst Metternich den regsten Antheil nimmt, nennt sich zwar eine conservative Partei, doch ist das, Schlagwort ..conservativ" butch den Grafen Hohenwart derartig in Misscredit gerathen, dass schon bei einigermatzen aufmerksamerer Unter-suchung der Verhaltnisse im Herrenhause kein Zweifel uber die reactionaren Ziele des neuen Clubs vorhanden sein kann. Riemandr«i mtrb es einfallen, miser Herren-hauS radicaler Neigungen beschuldigen zu wollen. Hat man ja doch seine Thatigkeit mit dent lang-samen Fortschreiten des Stundenzeigers an der Uhr verglichen, der zwar im Zusammenhange mit den rascheren Kreisen des Minuten^eigers seinen Weg durchlaust, der aber doch in jener Zeit, in welcher der letztere eine ganze Umdrehung voll-endet, nur ein geringes Fortschreiten auf dem Zifferblatte aufweiSt. Conservativ in des Wortes bester Bedeutung hat unset Hettenhaus dem Vot-wattsdrangen des Abgeotdnetenhauses immet nut Schtitt fut Schtitt Rechnung gettagen, hat abet auch dafut seinen consetvativen Charakter auch dann glanzend bewahrt, weun infolge von Re-gierungsmanovern und staatsrechtlichen Experi-menten die liberate Partei des Abgeordnetenhauses ihres Einflusses verlustig zu werden drohte. Defter« teich ist ihm bafiir zu Dank verpflichtet, uud toenn heute, trotz alter umtatiirlichen Allianzen, im Ab-geotdnetenhause der Verfassungsgedanke doch noch keine ernftere Gefahr zu befiirchten hat, so gebiirt das Vetdienst fiir die in biefem IrLstlichen Be-wusstsein gelegene Betuhigung jenen dutch ihte Stellung im Staate, butch ihten Reichthum obet butch ihte Leistungen auf wisfenschaftlichem Ge-biete hervortagenben Mannetn, welche, um Alt-meister Schmerling geschort, bem Anbrangen bet foberalistischen Allianz ben auSbauernben Muth einer befferen politischen Ueberzeugung entgegen-setzen. Wie heute bie Dinge stehen, kaun bie Reaction bem ofterreichifchen Staatswefen so lange keine tiefere Wunbe fchlagen, als fie ihte Ziete auf fobetalistischem Wege, auf bem Wege der Zertrum-metung des Einheitsstaates anftrebt. Anbets ge-ftalten sich aber bie SBerhattniffe, roenn fie im Gegenfatz zu den fiJberotiftifchen Ptiinen in bet Maske des dfterreichischen StaatSbiitgerthums vor bie Deffenttichfeit tritt. Das soll nun jetzt ge-fchehen, indem die neue, unter Metternichs Aegide gebitdete Partei bet Pairskammer zwar ben Staat vor bet Zerstuckelung bewahtcn, dafiir aber besfen Burger ohne Unterfchieb der Ration unter ein und daSfetbe Sklavenjoch der Reaction beugen will. Dem Futsten Schwatzenbetg, welcher dem Feudalismus auf modetnet Gtundlage neues Leben einzuflohen fuchtc, indem er sich, roenn auch nut anhetlich, mit ben nationalen ©taatsrechtlern in engere Setiihrung fetzte, tritt ein ebenbiirtiger Rivale znt ©eite, welcher, mit bemfelben in Bezug auf das Endziel vollig iibercinftimmenb, nur zu beffen Etreichung eine anberc Methobe roahlte. Gestcrreich-Ungarn. Die ci u h erst e Li MS bes ungarifchen Slbgeorbnetenhaufi welche bckanntlich bem Minifterium TiSza Vorwutf macht, dass eS dutch ein allru concilianteS ' ' " Vorgehen Oesterreich gegenLber bie Rechte UngarnS fchabigte, kann eS nicht begreifen, bafs ®raf Apponyi gerabe bom entgegengesetzten Stanbpunkte aus fein Mifstrauensvotum gegen bie Regierung motivierte. Sie roird daher auch bem Resolutions* antrage Apponyis nicht beistimmen und ihr MifS-trauenSvotum gegen Tisza auf eigene Faust ein-bringen. Ueber die Demission des Banus Ma» zuranid verlautet, dass dieselbe in Ungnade er* folgt fei. Gtund bazu soll ein Zwist zwifchen dem Banus und bet froatifchen Septemviraltafel gegeben haben, in welchem der Kaiser zu Gunsten der letzteren entschied. MaZuranik Habe gegen biefe allerhochste Entfcheidung zu remonftrieren geroagt, indent er gegen den Prasidenten der Septemviraltafel, Dr. Livius Radivojkit, Beschwerden vor-brachte, welche offenbat ben Zweck hatten, ben Monarchen tviber ben oberften Sanbesrichter Ktoaziens einzunehmen. Die vom Kaiser bei ben vetlasslichsten Perfonen eingezogenen Erkunbigun-gen hatten bie ©runbtosigleit biefer Beschwetben bargethan unb bie Demission bes Bonus veraiilasSt, welcher benn auch wirklich seines Amtes enthoben tourbe, ohne bass in bem biesbeztiglichen Hanb-fchreiben irgenb eine bankenbe Slnertennung feiner Dienste Anfnahme gefunben hatte. Bezngnehmenb auf bie Melbung, bafs es sich bei Entfenbung bes Jnf.-Reg. Gtohfiitst Constantin unb bet angeorbneten Marfchbereitfchaft bes Jnf.-Reg. Knebel um eine gtotzattige Raubet-tazzia im Gebitge hanble, weih bet „Pester Lloyb" zu berichten, bafs biefen Mahtegeln eine weit ernftere Urfache zugrunbe liegt. Als namlich einige Bataillone bet im Simgebiete liegenben Btigabe Killit eine Marfchubuug unternahmen, wurbe aus Ieuisseton. Geprttft und bewiihrt. Roman von Ottsried Mylius. (Fortsetzung.) Melanie war von bem Briefe ties erschLttert; die Hast und Aufregung, worin fie sich felber be-fand, lieh fie nicht zu einer besonnenen Ueberlegnng kommen. Die Majorin schien mit a tier Bestimmt-heit auf die Hilfe ihrer Stiestochter zu rechnen, Venn sie hatte nicht nur eine fbrmliche Schuld-urlunbe uber die erbetenen vierhundert Thaler, son-dern auch eine Cessionsurkunde wegen der Leibrente und einen Avisbrief an den Procurator Dewang beigelegt, welche beiden Melanie nur zu unterzeichnen und abzufenden brauchte. Ihr gutes Hetz riss Melanie diesmal hin, einen Schritt rasch zu begehen, welcher mehr ihrent weichen Gemitth als ihrcm Horen Verstande zur Ehre gereichte. In der Er-wagung, dass sie selbst ja versorgt sei und ihren eigenen Gehalt nicht ausbrauche, und von der Idee ersasst, dass sie dadurch das Andenken des Onkels Rudolf ehre, welcher fie vor ihren beiden Stief- schwestern bevorzugt Habe, unterschrieb sie die beiden Papiere und sandte jeder der Schwestern noch ein Geldgeschenk als Beitrag zur Ausstattung. Allein einige Tage spater, als die Verwirrung und Eile der Reisevorbereitungen voruber und man in Neapel in einem eleganten Hotel garni der Santa Lucia einquartiert war, kamen Melanie doch Scrupel iiber ihre rasche Handlungsweise, und gleichzeitig mit dem ziemlich kurzen aber iiberschwanglichen Dank-sagungsschreiben der Mutter und Schwestern trof auch ein Brief von Herrn Dewang ein, welcher ihr meldete, dass er zwar die Anweifung honoriert Habe, aber ihr die bittersten Vorwiirfe dariiber machte, dass sie ihr Geld an Leute verborge, welche das-selbe niemals zurtickbezahlen wiirden, und die man in ihrem verderblichen Leichtsinn nicht erst noch zu unterstiitzen brauche, benn es fei Thatsache, dass nur kopflose Verschwendung und schlechte Wirtschast die Majorin in solche Schulden und stete Geldver-legenheiten gesturzt Habe und dergleichen mehr. Melanie war ties beschamt von diesem Briese und zugleich schmerzlich beruhrt, be nit sie suhlte nut allzu dentlich, dass sie das Opser eines absichtlichen Betruges geworden sei; zudem hatte sie von De- wang noch ersahren, dass ihre Stiefmutter daS Hauschen aus mehrere Jahre vermietet und auch biefen Ertrag im voraus erhoben Habe, so dasS Melanie nicht einnml mehr eine Heimat hatte. ES blieb ihr daher nichtS anderes tibrig, als sich ge-duldig in alle Launen und Demitthigungen zu ftigeti unb ihren Gehalt von hundertundfunfzig Thalern mvg» lichft zu Rathe zu halten, um gegen alle Eventuali-taten gesichert zu fein. Und gleich als ob Frau v. ©eefelb um bie Abhangigkeit wiisste, worin sich Melanie nun befand, lietz sie bitfe nun immet hau-siger unb herber ihren Unmuth unb ihre Eifersucht auf die unbedeutendsten Bevorzugungen fiihlen, die der einnehmenderen Gesellschasterin zutheil wurben. Dies verbitterte ber armen Melanie viel von ben Gentiffett, welche ihr der Aufenthalt in Neapel und Amalfi gewahrte, und machte sie fchiichtern unb be-fangen im Verkehr mit derjenigen Gesellschaft, welche Stbele auffuchte. Aber jedes Verhaltnis, durch Welches man sich etwas an seiner Menschenwiirde vergeben mnsS, wird aus die Dauer unertraglich. Frau v. Seeseld verbrachte den Winter wieder in Rom unb lernte daselbst in einer befreundeten Familie einen jungen finem Hinterhalte die Nachhut der Marschcolonne angeschossen. „Ob dieseS Feuer", schreibt der ^Pester Lloyd", „ein schwacheS oder intensives war, wissen wir nicht. Jedensalls bilrfte sich daS Feuer nicht auf vereinzelte Schiisse beschrankt haven, weil sonst daS Generalcommando in Sera-jewo sich nicht zu den eingangs gedachten ernsten Verfugungen veranlasst gesehen hatte. Ebensowenig wissen wir, ob einer unserer Soldaten verwundet vder getodtet wurde. Dass aber, wie unsere eingangs gedachte Corresponded gemeldet, auch die Sanit8tSabtheilung dc8 76. Regiments sofort auf-gestellt und ausgerllstet wurde, gibt wohl man-cherlei Verrnuthungen Ranrn." Deutschland. Der von unS seinern wesent-lichsten Jnhalte nach wiedergegebene Alarrnartikel der ..Nordd. allg. Ztg." liber den Zweck der russi-schen Grenzbefestigungen hat sowohl in Deutschland ols auch im Auslande cine grohe Sensation her-vorgerusen. AuSnahrnslos werden die darin aus-gesprochenen Schlussfolgerungen als iibertrieben bezeichnet, was jedoch die „Nordd. allg. Ztg." nicht abhalt, sich der Auslandspresse gegeniiber folgenderrnahen vernehrnen zu lassen: „Es wird uns lieb sein, wenn die Erorterung, welche wir butch den Artikel vorn Montag angeregt, von der Presse in den benachbarten Landern griindlich auf-genominen wird, darnit die Leser derselben sich auch dort griindlicher als bisher die Frage vor-legen: Jst es wahr und kann e8 nach der ge-schichtlichen Ersahrung und nach der Verfassmtg Deutschlands fiir wahrscheinlich gehalten werden, bass Deutschland sich mit Angriffsplanen gegen seine Nachbarn trage, oder ist es nicht vielinehr angezeigt, dass wir Nachbarvolker Deutschlands ben Mannern, den Parteien und den Slattern den Glaubeu versagen, welche unS taglich mit den bSsen Absichten, die Deutschland gegen uns im Schilde suhren soll, zu angstigen oder anzuregen versuchen?" Das Organ BiSmarcks macht server auf den Unterschied der militarischen Verhaltnisse Rnss-lands und Deutschlands ausmerksam, welcher nicht gestatte, die Handluugsweise der beiden Staaten aus einem und demselben Gesichtswinkel zu be-urtheilen: Russland besitze in seinern Klima und seiner Ausdehnung eine naturliche Festung, welche imrch klinstliche Verstarkung kaum gewinnen kann. Deutschland set nicht in der gleichen Lage. Die Vertheilung seiner Garnisonen sei kaum fiir eine prompte Defensive, gefchweige denn fiir einen Sin* griff geeignet. Namentlich aber fehle die Gleich- ?ieit in dem Punkte, dass Eroberungsziige gegen eine heutigen Nachbarn Deutschland itie in den Sinn gefommen und heute unwahrscheinlicher wie je find. Wenn Deutschland im Jahre 1871 die Gelehrten, einen Doctor Rochussen, fennen, welcher sich mit archaologischen und knnsthistorischen Stndien besasSte, einen ebenso hubschen und ehrenhaften, als wahrhast gebildeten und anspruchslosen Mann, welcher ihr cin sichtliches Jnteresse einflShte, denn der krankhaste Schmerz fiber die Bergangeuhcit hatte fich bei ihr allmcihlich abgestumpft. Unter seiner belehrenden Ffihrung besuchten Adele und Melanie vide der Kirchen und Kuustschatze Roms, namentlich die Ueberreste des klassischen Alterthums. Aber bald brfingte sich der argwohnisch laueruden Adele die Gewissheit auf, dass Doctor Rochussen sich mit grSherem (Šifer zu Melanie wandte, der empfang-licheren und aufmerksameren HSrerin seiner lehr-reichen ©rlauterungen. Und als fie eineS TageS zufallig in der Hand der Gesellschasterin cin Exemplar von Murrays Romsfihrer sah, in welches der junge Gelehrte einige freundliche Worte der Wid-mung slir Melanie eingetragen hatte, da brachen Eisersucht und Unmuth bei der reizbaren Adele in einer solch' mahlosen und unzarten Weise los, dass die Geschmahte und Verdachtigte mit ihrer Herrin Lrechen musSte und daher alsbald daS BerhSltnis lSste und Frau v. Seeseld verlieh. Revindication ihm friiher entrifsener Landestheile bewirkte, so sei dieS nur aus dem befensioert Be-diirfnis der Deckung der Grenze und infolge des gegen Wnnsch aufgedrangten Krieges gefchehen. ItaUen. Der „N. fr. Preffe" geht liber die SBerhaltniffe der „Italia irredenta" folgende instructive Meldung zu: „Wiewohl gerade in letzterer Zeit die „Jtalia irredenta" der ganzen journa-listischen Welt vollauf zu thun gab, steht es doch fest, dass es mit dem Wirfen des sonderbaren Bereins sehr stark bergab geht. Seine Thatigkeit war schon unter dem verstorbenen Prasidenten General Avezzana im Erlahmen, und der Larm, den die Matadore der »Irredenta" schlugen, war wohl zumeist dem krampshasten Versuche zn-zuschreiben, die halbversahrene Sache wieder ins alte Geleise zu bringen. Der gegenwcirtige Prasi-dent, Herr Zuppeta, ist nicht der Mann, dem Streben der Jrredentisten srische Impulse zu geben; cr ist ein ehremoerter Charakter, aber hochst ver-worren in feinen politischen Ansichten — einer von jenen, die, um mit Horaz zu sprechen, stets ben Himmel mit der Hand zu beriihren wahiten, mit der Welt aber sehr schlecht zu rechncn verstehen. Die zwei Hauptforderer der „Jtredenta" aber, Bovio und Matteo Renato Jmbriani, find lahm-gelegt. Aus ben ersteren wirkt seine Prosessur in Neapel sehr „calmierend", und Jmbriani hat sich durch sein ungeschicktes und marktschreierisches Be-nehmen bei feinen Parteigenossen derart in Miss-credit gesetzt, dass er fast alle Fuhlung mit den-selben verloren hat. Auch ist das wichtigste Filial-comite, jenes in Udine, in vollster Auflosung be-griffen." Russland. Neuerdings wird wieder viel von der Abdankung des Zaren gesprochen, und weih namentlich der Wiener Serichterstatter des Londoner „Daily Telegraph" iiber eine dta-matisch bewegte Scene zwischen dem Kaiser Alexander und dem Zarewitsch zu erMlen, welche sich in dem am Tage nach der Explosion abge-haltenen Conseil abgespielt haben soll. In Gegen-wart des Fiirsten Gortschakoff und Usupoff soll dabei der in grotzer Aufregung besindliche Kaiser feinen festen Entschluss angefiindigt habett, zugunsten seines Sohnes abzudanken. Ties bewegten Gemiiths erftarte er, sein gauzes Lebeu seinern Lande gewidmet zu haben; sein bestandiger Wunsch sei gewesen, die Wohlsahrt seines Volkes sicherzustellen; allein das Ereignis des gestrigen Tages lasse aus Zustiinde schlietzen, welche seine Stellung zu einer unhalt-baren machten; wenn es moglich, bass Attentate egen sein Leben, welche solcher Vorbereitungen edursten, sugar in seinern eigenen Palaste unter-nommen werden konnlen, so liege darin ein Be-weis, dass ein groher Theil seiner Unterthanen Erst das Geffihl, so allein und unberathen in Rom dazustehen, ernuchterte Melanie und lietz fie ihre Znkunft genauer in's Auge faffen. Nnr zwei Wege lagen vor ihr, entweder in ihre Heimat zuruck-znkehren und in irgend ein Dienstverhciltnis zu treten, oder ein ahnliches Untertommen in Rom zu suchen. Sie war zwar mit genugenden Geldmitteln zur Heimreise versehen, aber fie hatte ja fiir mehr als Jahresfrist noch fiber ihre Seibrente uerffigt und ffirchtete sich zumeist, die Heimreise allein an-zutrcten. In dieser Verlegenheit wandte sie sich an cine ihr befreundete deutsche Dame, uud diese nahm sich ihrer an und verschaffte ihr nach einigen Tagcn cine befcheibene Stcllc als Bonne bei ben Kinder« einer reichen amerikanischcn Familie, welche vor furzent in Rom angekommen war und ihre fran-zSsischc Bonne verloren hatte. Das neue Vcrhaltnis erwicS sich als giinftiger und Ieidticher. Melanie befuchte mit der Familie Fredwell Siena, Florenz, Bologna uud Veuedig, Mailand und Genua und begleitete sie dann noch Paris, wohin fie eine heimliche Schusucht zog — die Ueberzeugung, dort etwoS von Edwin Forberg zu erfohren. Diese Hosfnung trog auch nicht, denn ihm entweder feindselig gesinnt, oder wenigstenS beziiglich seines SchicksalS theilnahmslos sei. Er sprach sich mit einer gewissen Bitterkeit gegen die liberalen Tendenzen aus, welche der Thronfolger offentlich an ben Tag gelegt hatte und bemerkle, dass er nicht umhin fonne, es zu siihleu, bass diese Kunbgebuug derartigcr Gesinuungen die ge-genwartige Agitation aufgemuntert habe. Sein eigenes System habe jedoch augenfcheintich Fiasco gemacht und bleibe ihm nichts andercs iibrig, als feinen Sohn zu ersuchen, ihm die Last der Re-gierung abzunehmen und sein neues Regime zu erproben. Der Thronfolger war anfs tiefste be* wegt und bat feinen Vater suhsallig, feinen Entschluss reislich zu erwagen. Der gesammte Conseil schloss sich belt Bitten des Thronsolgets an und wies ben Zaren auf ben fchablichen Eindtuck hin, welchen bie plvtzliche Abdankung in einem folchcn Augenblicke im Lande hervorrufen wiitde. Nach einer iiberaus bewegten Scene lieh sich der Kaiser iiberreben, fiir ben Augenblick wenigstens, feinen Schritt in dieser Richtung zu unternehmeit, allein er scheint seine itrspriingliche Absicht datum nicht ausgegeben zu haben." Jnieressant sind die Folgerungen, welche die „Nordd. allg. Ztg." und in neuester Zeit auch das „Brl. Tgbl." von der eveiituellen Abdankung des Kaisers Alexander ableiten. Nachbem das zuerst erwahnte Organ einen Rucktritt des Zaren im gegenwartigen Momente als cine Ennunterung der Revolution bczcichnet, weih nun das „BrI. Tgbl." von einer BerschwLrnng ber Panska v i st e n u n b Nih i list en zu erzahlen, deren Zweck zunachst daraus hiuauslauft, den Kaiser zur Abdankung zu zwingcn; hatten sie diese erreicht, so wiitde erst die franco-russische Allianz in den Vordetgrund treten, welches Regiment auch gerade in Paris am Ruber ware. Verbleiben oder Nichtoerbleiben des KaiserS Alexander an der Spitze RusSlanbS sei also der Gradmesser fiir bie Moglichkeit der europaifcheit Ftiedensethaltung geworden — ein allcrdings ctwas fonberbareS Raisonnement, das sich viclleicht nur durch das Bediirfnis erflart, die von der „Nordd. allg. Ztg." gebrachten Alarmnachrichten fiber die Bedeutung der rnssischen Besestigungen in bet Niihe der beutfchen Reichsgrenzen einigermafjen zu motioieren. lleberhaupt wurde durch das jitngste Attentat eine ganze Hochflut von Eombinatioiteu iiber beffen Folgen entfesselt. So will man wissen, bass in der letzten Zeit bereits sehr cifrig an bet Drucklegung von Proclamationen gearbeitet wurde, welche mit gewissen in Aussicht genommeneit con-stitutionellen Zugestandnissen im Zusammeuhange stehett follten. Dutch das Attentat feien alle diese Vorbereitungen tiickgcingig gemacht warden. Ob durch ihte Eifundignugen crmittcfte sie, dass der junge Pianist, dutch den Misserfolg vetschiedener Composition«! an sich itre geworden, nach Deutschland zuruckgekehrt sei und dasetbst das Wanderleben eines Birtuosen fuhte. — Also in feinen Etwar-tungen getauscht und vielleicht Don falschet Scham von bet Ruckkehr zu mir zurfickgehalten? dachte sie, und mit einem innigen Mitleid fiir Edwin zog ein leiser Ttost durch ihre Seele. Sie beschloss, ihre Nachforschungen sortzusetzen uud ihm dann einen niilden, vetsohnlichcn Brief voll schwesterlicher Theil-nahme und crinuthigenden Zuspruchs zu fchreiben. An eine Verbindung mit ihm dachte sie nicht mehr. War ihr Herz falter oder ihr Urtheil fiber ihn klarcr geworden? Sollte Onkel Rudolf doch recht gehabt und Edwins Charakter richtig beurtheitt haben? Oder war diese Trcnnung vou Edwin die Sfihne dasfir, dass Alexis' ausrichtige Neigung so rouh getauscht und abgewiesen worbcn war? Aus'S neue hatte sic mit Zwcifcln und intteren Conflicten zu kiimpfen. Der zweite Winter seit bet Ttennuug von dtr Heimat neigte sich zum Ende, und das BerhiiltniS MelanieS zu der Familie Fredwell lSSte sich uner- diese Meldung richtig ist, lasSt sich nicht bestim-mcn. Gewiss ist, dass man gegenwartig in Russ-land eher an alles andere, nur an keine Zugestand-ntffe denkt, und dass die Ernennung des Generals Loris-Melikoff. zum Prasidenten der an die Stelle des General-Gouvernements tre-tenden Commission mit den energischen Mahregeln zusammenhangt, dnrch welche man dem revolutionary Treiben ein Ende zu machen ent-schlossen ist. Vermischtes. — Wolfs jagd in Bosnien. Aus Bjelina, 16. b., wird geschrieben: „Das Wetter hat fcit zehn Tagen auffallend umgeschlagen und wir Verzeichncn einen Thermometerstand von + 4 Grad Reaumur bei umwolktem Himmel und zumeist nebe-ligen Tagen. Die Berichte von Landbewohneru fiber die zahlreich sich zeigenden WSlfe veranlaffen die Behorden znr Veranstaltung von Treibjagden, deren lctzte vor drei Tagen bei dem eine Stunde von Bjelina auf der linken Seite des Weges nach Racza gelegenen Dorse Dvorove stattgesundeu hatte. Die Jager, etwa zehn an der Zahl, an deren Spitze der Herr Major v. Rauer des 60. Jnsanterieregi-ments, ein ebenso passionierter als guter Schfitze, foroie mehrere tiirkische Begs, begaben sich zu Wagen an den obbezeichneten Ort, am Ausgange des Wal-des, too etwa 200 bosniakische Treiber sie erwar-teten und die Jagd eroffneten, deren Resultat ein Luherst giinstiges war. Es kamen ungesahr 16 WSlfe in deu Tried, von denen 5 todt auf dem Platze -lieben und 3 tiidtiich vertoundet sich noch eine Etrecke weit sortschleppten und am uachsten Tage ebensalls eingebracht wurden. Die Jagdbeute wurde iiuter ungeheurem Zulause der BevLlkerung nach Bjelina gebracht, too man die ungetoShnlich starten Bestien nicht genug anstaunen konnte. Die Jagd soll heute unter noch grStzerer Betheiligung von Jagern fortgesetzt rocrben." — Der Kaiser von Rnsslanb in Mera n. Tiroler Blatter melben: Heute wurbe butch einen Agenten, toahrscheinlich einen Hosbeamten, bas Schloss Rametz vorlaufig aus brci Monate ffir ben Kaiser von Russlanb gemietet. Dem allmachtigen Zaren scheint bie Lust in Russlanb neuester Zeit ettoas zu fchtofil zu werden. Ein Theil ber Die-nerschast ist bereits hicr. Der Ankunst bes Kaisers, Ivelcher unter bem Namen eines Grasen Romanoff reist, toirb nachstcns entgegengesehen. — Ein BahnwSchter der Kaschau-Ober-berger Bahn bemerkte vor toenigen Tagen ztoischen Pvprab unb Rapsbors kurz vor Ankunst eines Zuges ztoei Manner auf dem BahnkSrper, toelche er zum Verlassen besselben anfforderte. Statt bieser Aus-forderung nachzukommen, warsen jene Manner — wartet rasch, nachbem es burch ben anmahenden Hochmuth unb ben Mangel on aller Herzensbilbung von Scitcn ber Herrin schon seit Monaten ein aus-regenbes, prfifungsrciches siir Melanie gewesen war. Herr Frebwell musste urn gcwichtiger Jnteressen willen nach Boston zuriickkehren unb Melanie konnte ftch nicht entschliehen, bie Familie nach Amerika zu begleiten, toie man sie eingelaben hatte. Sie schieb von ihntn in Havre und kehrte nach Deutschland zuriick, fest entschlvsien, sich in irgend eiuer beutscheu Stabt ihren Uuterhalt burch ihrer Haube Arbeit zu sichern, bis bie Zeit herankomme, too sie toegen ber ErSffnung ber HSlzernen Kassette nach Ortheim zuriickkehren mfisse. Aus ber Eisenbahn ztoischen Paris unb Forbach lernte sie eine junge Frau fen« jien, bie sich als eine Mobistin aus Frankfurt aus-toics, toelche um veri'chiebener Einkciufe willen in Paris gewesen war. Frau Kehler >var eine ein« fache, gemiithliche Frau unb schloss sich schnell an Melanie an, berm offene sanste Ziige ettoas Sym-.pathisches filr sie hatten. Jhr Gatte war Arbeiter in einer mechanischen Werkstatte, uni) ihr Ertoerb musste mitdazu beitragen, dass in der kleinen Wirt- toie die „ Silesia" erzahlt — ben Wachter zu Boben unb legten ihn quer fiber bas Geleise. Der Un= gluckliche tourbe von bent gleich barauf baherbrausen-bcn Zuge fibersahren und nach Poprad gebracht, too ihm ber Fuh amputiert toerben musste. Die Verbrecher sollen italienische Steinmetzgesellen ge. toesen sein. Local- uni) ProviNMl-Angelegenheiten. — (Die Aubienz ber Nation alen bei Minister C o n r a b.) Betrep ber von un8 gestern gemeldeten Aubienz in Angelegenheiten bes Krain-burger Gymnasiums hebt bas „Baterlanb" hervor, bass biese Lehranstalt unter ber Aegibe bes Frei-herrn v. Conrab entstanben sei, als er noch Lanbes-prasibent von Krain war. Habe auch ber Unter-richtsminister ben krainischen Abgeorbneten keine positiven Versprechungen gemacht, so toollen bie Abgeorbneten boch ben bestimmten Einbruck empsan-gen haben, bass bie berechtigten Wfiusche bes slo-venischen Volkes bei bent neucn Unterrichtsminister minbestens eine unparteiischere Wiirbigung zu ge-toartigen haben, als bies bei seinctn Vorganger ber Fall toar. — Nach bieser, mit bent Telegramme ber „Novice" fibereinstimmenben Stilprobe bes „Vaterlanb" scheint man ben neucn Minister vorlaufig mit Sammthanbschuhen behanbeltt zu toollen, unt ihn auf biese Weise ben nationalen Wunschen zuganglidjer zu machen. Die Krallen toerben jeboch alsbalb zum Vorschein kommen, sobalb man nur bie Ueberzeugung getoinncn wfirbe, bass berlei Lieb-kosungeu bei Baron Conrab nicht versangen. Was bas Krainbnrger Gymnasium selbst anbelangt, so haben auch wit bereits ber Ueberzeugung AuSbtuck gegeben, bass bie berzeitige Frequenz ber Laibacher Mittelschulen bie Errichtung einer iteuen Lehranstalt tounschettstoert erscheinen lasse, ohne utts inbeffen baruber auszusprecheu, ob bieselbe in Laibach ober in einer anbereit Stabt errichtet toerben soll. In bet Art unb Weise jeboch, toie Dr. Bošnjak biese Stage in Antegung btachte, tarn nur ber uationale Parteistanbpnnkt, abet nicht bas UnterrichtSintereffe zum Ausbruck, unb toir glauben schroerlich, bass Freiherr v. Conrab bie Ansfibung ber Pflichten seines Portefeuilles bent Stanbpunkte bieses Ab-georbneten anpassen toirb, ganz abgesehen bavon, bass bie Jnvectiven BoKnjaks gegen bas Berhalten bes Unterrichtsministeriums in ber Gymnasialsrage ber ©ache Krainburgs toeit tneht Schaben als Nutzen brachten. — (Zum Schutze ber KleinvSgel.) Bor einigen Tagen haben toir bet Berbienste Er-toahnung gcthan, toelche sich ber Conservator bes Lanbesmnseums, Herr Schulz, burch bie von ihm veranstalteten Sammlungen zur Ffitterung ber kleinen Vogeltoelt toahrenb bes strengett Winters ertoarb. schast beibe Enben zusamnienreichtcn. Das alles hatte sie Melanie mit geschtootziger Mittheilsamkeit untettoegS anvertraut unb noch in Mainz barauf bestanben, bass bie liebgetoonnene Reifegefahrtin sie nach Frankfurt begleite unb einen Tag bei ihr zu-bringe, unt ihren kleinen Familienkreis kennen zu lenten. Der Utntoeg unb Auftoanb war ja nicht ber Rebe toert. Melanie nahm bie Einlabung so herzlich an, als sie geboten totttb, benn es verlangte sie, bas interessaute, reiche Frankfurt auch einmal zu fehen, unb sie blieb statt eines Tages beren mehrere bei bctt schlichten, bieberen Leuten. Am Montag mit bent Vormittagszuge toollte Melanie bairn siibtoarts reifen nach Ortheim, bas sie noch vor Abenb erreichen konnte. Von Frau Kehler geleitet, gelangte sie aus ben Bahnhos ber Main-Neckarbahn unb ertoartete hiet int Wartesaal ben Abgang des Zuges. Wie sie beibe noch plau« betnb baftanbett, Melanie schon Halb zerstreut int Harren auf ben Moment der Abreise, sah Frau Kehler ihre Begleiterin erblassen und mit toeit aus-gerissenen Augeu nach einer Ecke bes Zimmers starten. Dorthin solgend. erkannten ihre BUcke einen Wurden aber auch hiedurch Hunberte der leicht be-schwiiigten Sanger in Wald und Au dem Hunger« tode entrissen, so kSnnen toir boch ben Wunsch nicht unterbrflcfen, bass in Hinkunft die Gorge unt die Ethaltung und ben Schntz ber KleinvSgel als eine Angelegenheit von Sffentlichem Jnteteffe bettachtet unb bemgemah gehanbhabt roerbe. Denn es hanbelt sich hiebei nicht bloh unt eine Uebertointerung ber« felbcn; vielmeht kommt bobei auch bie Befeitigung anberer Uebelftanbe in Betracht, toelchen es zu-zttschreiben ist, bass in ber Umgebung von Laibach nicht allein SingvSgel, sonbern fiberhaupt KleinvSgel aller Art toeit feltener sinb, als man nach ber ver-haltnismahig autzerst gunftigcn Bertheilung von Wald unb Wiese vermnthen solite. Bor allem sinb es ztoei Gegner bet kleinen Bogeltoelt, beren ganz ansnehmenbe HSufigkeit jebe Berniehrung ber gefteberten KSrnet* unb Jnfectenftefser unmSglich macht. Wit nteinen hiet bas EichhSrnchen unb bit Sippe ber Falken unb Habichte. Was bas EichhSrnchen anbelangt, so ist beffen Borliebe sfir bie Eiet bes Bogelnestes so bekannt., bass es ganz uberfltissig erscheint, biesen kleinen Naget als ben grShten Gegner ber so« genannten StrauchvSgel noch besonbers zu bezeich-ncn. Das EichhSrnchen ist ffir bie kleinen gefieber-ten Walbbetoohner taunt minber verberblich, toie bas Wiefel ffir bit Brut ber Seiche unb anberer auf bet Etbe nistenben KleinvSgel. Die rationelle Forstcultur hat baher bas sonst possietliche Thietchen aus bie PtosctiptionSliste gesetzt, unb eS ware im Jnteresse bes Bogelschntzes btingenb tofinschenStoert, wenn man ber Berbreitung bieses in ber Umgebung von Laibach sehr stark verbreiteten Nagers ein Ziel setzen wfirbe. Die Herren Jagbpachter, welche boch sonst manchen Schuss Pulvet nutzlos vetpuffen, tSnnten sich sotoohl in bieser Beziehung als auch unt die Forstcultur verdient machen, wenn sie dem EichhSrnchen fiberall, too immer eS ihren SBeg kreuzt, als rficksichtslose Gegner begegnen tofirben. Ebenso toibersinnig unb ungerechtfertigt, toie bie Schonung bes EichhSrnchens, ist bit Schonung ber kleinen StohvSgel, toie man dieselben in ber Umgebung unseret Stabt zu Hunbetten antrifft. Man kann zwat tintoenben, bass biese StShet sehr eiftige Mausejaget sinb, unb trifst biese Bemetkung insbesonbere auf ben Maufebufsard zu. Abet wit fptecheu hicr ttotzdem bie Ueberzeugung aus, basher Nutzen, ben diese Raubvvgel int allgenteinen dutch die ffiertilgung von Feldmausen bringcn, vet-schtoindend gering ist bent Schaben gegenubet, ben sie burch bie Decintierung ber Bogeltoelt antichten! Die MeHtzaHl ber StShet zieht die gefiebcrte Scute jebcnt anberen Ftahc vor, unb toenn berzeit bet Vogclgcsang in ber Umgebung von Laibach eine Seltenheit genannt toerben kann, so toirb das jeber Kenner unb Freunb ber Natur scht leicht bcgtciflich sinben, toenn er bie Unzahl von Habichtcn und schoncn jungen Mann unb eine Heine junge Dame, beibe in eleganter Reisettacht, toelche soeben ben Wartesaal betretcn hatten unb hinter benen ein Dicnstmann vetschiebenes Hanbgepacke trug. Das elegante junge Paar war unvcrfennbat ein neuvet-mahltes aus ber Hochzcitsrcisc. Der junge Hett naherte sich bet Thfite, too Melanie stanb, — irgend cine untoiflfurliche Setoegung bieser tenfte seine Auf* merlfantfeit auf sic — er schrat bei Melanies Anblick znsammen, sie stieh einen leichten Schrei aus. ,.Mel. . . Ftaulein Hellbotn, ist es mSglich, sinb Sie es?" stammelte bet Hett. „3ch bin es, Herr Fotbctg", flfisterte sic, an allot Gliebetn bebenb. „Wie tommen Sie hiethet?" „Jch tomme von Paris und teise nach Hause, nach Ortheim!" „Und ich", sptach er, unb eine tiefe Glut ber Scharn fibctzog sein Gcsicht — „ich bin auf ber Hochzcitsrcisc nach Jtalicn! Erlauben Sie mit, Jhnen meine junge Frau, meinc liebe Wally, vor» zustcllcu!" (Fortsetznng s»lgt.) Fallen sieht, die Lber unserer Stadt und in ihrer unmittelbaren Nahe hoch in der Lust ihre Kreise ziehen. Auch hier ware eS im Jnteresse der Jugd-pachter, einen SchusS Pulver nicht zu sparen, nach-dem doch bekanntermahen selbst der kleinste Habicht tin junges Rebhuhn, cine noch nicht fliigge ge-wordene Wachtet durchans nicht verschmiiht, wah-rend seine grSheren Geschlechtsvcrwandten auch dem jungen Haschen herzhaft ju Leibe gehen. — (Auch ein Professor!) Wie unver-sroren sich hie und da die Anmatzung gewisser „Rtinftter" geberdet. zeigt die Ankundigung, nach welcher sich im hiesigen landschastlichen Theater tin Professor Uberto Crispin! aus seinem selbstverser-ligten Instrumente „Xylophon" produciert. BesagteS Lylophon ist nichtS auderes, als eine verbesserte Holzfiedel oder Giglyra der Tiroler, und wiirde es uns nach den Schaustellungen der Zulus und nach der Production besagten »Professors" gar nicht wundern, menu demnachst auf der „landschast-lichen" Buhne das Concert eines Professors X. A. in dessen uniibertrefflichen Leistungen als neapoli-tanischer Dudelsackpfeifer angekundigt wiirde. — (Vortrage des Dr. R. v. Vincenti.) Jndem die Notiz in unserem gestrigen Blatte auf Jrrthum beruht, berichtigen wir dieselbe dahin, dass auch der zweite Vortrag des Ritters von Vincenti, und zwar morgen SamStag, den 28. d., liber „Beduinenleben" stattfinden wird. — (Hebammenpriifungen.) Heute haben an der hiesigen geburtshilflichen Lehranstalt die Schlusspriisungen fur den Winterlehrcurs in slo-venischer Sprache begonnen; derselbe war von zwvlf Schulerinnen besucht. Mit 1. Marz beginnt der zweite Lehrcurs mit deutscher Unterrichtssprache. — (Erled igte ©tellen.) Bom k. k. Be-zirksschulrathe Gottschee wird die letzte Kundmachung hetresfs Wikherbesetzung der Oberlehrerstelle an der yierklassigen Volksschule in Gottschee publiciert. Dieselbe ist mit 600 ft. Jahresgehalt und den ge-setzlichen Nebengeburen dotiert, und find Gesuche um dieselbe bis 10. Marz bei dem betreffenden Be-zirksschulrathe einzubringen. — Die k. k. Bezirks-hauptmannschast Tschernembl schreibt den Concurs fill die Bezirks-Wundarztensstelle in Weiniz mit der jahrlichen Remuneration von 400 ft. aus. Die Gesuche find bis 5. Marz einzubringen. * * * Aus Marburg, ‘24. Februar, wird geschrieben: Gestern abends gerieth der aus einetn Gasthanse heimkehrende 22jahrige Grundbesitzerssohn Matthaus Kovacit in Bachern-KStsch wegen einer Schuld von zwanzig Kreuzern mit seinem 25jahrigen Brnder Franz KovaciL in Streit. Nach kurzem Wortwechsel versetzte ersterer seinem Bruder Franz mit einem Tascheumesser einen so machtigen Schnitt in den HalS, dass sammtliche Blutgefahe auf der linfen vorderen Halsseite durchtrennt wurden und Franz Kovaiic in wenigen Stunden seinen Tod fand. Der graufame Bruder, der die That in Anwesenheit seiner Schwester und Mutter veriibte und von letz-teren nach der That aus dem House gesperrt wurde, soll diesen, Weil fie sich des Sterbenden annahmen, mit dem Anziinden des Houses gedroht haben. MatthSus Kovakic entfernte sich heute vom Hause mit dem Bedeuten, dass er sich selbst dem Gerichte stellen werde.______ Lebensmittel-Preise in Laibach am 25. Februar. Weizen 10 fl. 40 kr., Korn ti fl. 66 fv., Gerste 5 fl. 6« kr., Haser 3 fl. 25 kr., Buchweizcn 5 fl. 39 kr., Hirse 6 fl. 20 kr., Kukuruz 6 fl. 60 kr. per Hektoliter; Erdapsel 4 fl. 18 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 9 ft. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 85 kr., Schweinsett 70 kr., Speck, frischer 60 kr., geselchter 64 kr., Butter 70 kr. per Kilogramm ; Eier 2*/S kr. per Stuck: Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 58 kr., Kalbfleisch 52 kr., Schweinfleifch 56 kr., Schopscnfleisch 36 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 87 kr., Stroh 1 fl. 69 kr. per 100 Kilogramm; hnrtcs Holz 8 fl. — kr., wciches Holz 5 fl. — kr. per vier C.-Meter; Wein, rvther 20 fl., weiher 16 fl. per 100 Liter. Witterung. Laibach, 27. Februar. Triibe, regnerisch, schwacher SW. Wiirme: morgens 7 Uhr -j- 2 2°, nachmittags 2 Uhr + 5'4° C. (1879 + 6 4°, 1878 + 7 2» C.) Barometer 727 91 Millimeter. Das gestrige Tagesniittel der Wiirme + 2 6°, um 17° it6cr dem Normale; Barometer im Fallen, seit gestern nachmittags 2 Uhr um 7 94 Millimeter Theater. Heute (ungerader Tag): Zweite und letzte Gastvorstellung des Herrn Uberto Crispini aus seinem selbst versertigten „Xylophon." Den Ansang macht: Die Ordre ist: Schnarchen. Schwank in 1 Act nach dent Franzosischen von Forster. Zum Schlusse: Vom Land und von der Sec. Lustspiet in 1 Aufzuge von Anton Longer. Wiener Borse vom 26. Februar. Illlgtanint fA.fi. Papierreme............ Silberrente........... »olbrcntc............. ©taatfllofc, 1854. . . , 1860. . . , 1860 111 100 fl. 1864. . . Groodtetlofrengi- •Migetionfm. Salizien.............. biebenditrgen . . . temefcr Banat . . . Ungaro................ Under« 8|f«nlli 'Jiorbtocftbabn . . . 0 RudolfS-Bahn . . . 0 EtaalSbahn .... - 6iib6abn 0 llng. ittoidoftdahn . 170 — 163 f,0 174 60 88-60 141-60 jPfandBriele. 8obencrcbitanflal! in Bold in often, wiihr. . . 118 60 101-— 102-80 » Ungar. Bobenkrebil- . 103.25 > Prieriiai»-6Hifl. Elilabelhbabn. 1. if m. Aerd.-Storbb. i. eilbei ffranz-Ioseph-Bahn. Waliz.L-Lubwigb.r.T Oest. Norbwest-Bahn BicBcnbiitgct Bahn LlaalSbahn, 1. 6m. Siidbabn k 3 Perz. . ^ *> it • • 97-50 106-20 98-80 105 25 101 — 82-25 174 — 121-75 108-25 prieallofc. 179 — IS — 117-70 •iMfetltn. 6-55 9-41 57 9» - 100 b. Uieichsmark . . - Silbcr Ware 170-25 154 — 275 — 8875 142 — 119 — 101 25 102-90 102 50 97 75 10650 99-— 105.75 10125 82-50 174-50 122 — 108*75 179 50 18-25 117*80 5-56 941'/, 57 95 Telegraphischer Cursbcricht am 27. Februar. Papicr-Rcntc 70 80. — Silber-Rente 7185. — Rente 85-35. — 1860er Staats-Anlehen 129-—. — Bank-actieii 837. — Creditactien 30140. — London 117-80. — Silber — •—. — K. k. Munzducaten 5-54. — 20-Francs-oluckc 9-427*. — 100 Reichsmark 57 90. AngekommeneFremde am 26. Februar. Hotel Stadt Wien. Wolf und Baller, Kaufleute, und Wiiste, Fabrikant, Wien. — Pire, Commis, Ober-krain.— Neumeister, Ksm., Miinchen. — Lugher, In-genieur, Dalmazien. — Lindermann Charlotte s. Sohn, Graz. — Crispin!, Newyork. — Frankenberg, Kaufm., Schmalkalden. Hotel Elephant. Goldber-ger und Deutsch, Kauflte., und Dr. Berger, Wien. -Stare, Gutsbcsitzer, Stein. — Majdic, Bcsitzcr, Krain-burg. — Pugel, ttiiarburg. Kaiser von Oesterreich. Ser« čič, Lehrer, Ccmsenik. Verstorbene. Den 25. Februar. Anna Eisner, Tabakver-schleih - Berwalterstochter, 3'/, I., Polanastrahe Nr. 37, Laryngitis crouposa. II II II II II II M II II II II II II II II II II II II II II II II II 1! II II II II II Fl II II II M II II ll Die Uatur mancher Leiden hSlt zahlr. 1 ’.i tienluu dnvon ub, sich eln. crfahr., gewisaenh. Arzte an-zuvertr. Wie bekannt, wird d. Thatsache haufig z. Nach-thcile der Kranken ausge-beutet u. diirfte daher jedea Werk, welches dem entgegen zu wirken sucht, freudig zu begriissen sein. Als ein solch. Werk verdient d.in 15. Aufl. |j ersch. ill. Buch: „Naturge-miisses Ilellvcrfahren flir Ge8chlecht8kranke“bezeich-net zu werden, denn ea be* aprioht jene Leiden in ruhl-ger, leichtveratSndl. Weiae, ertheilt, durch Erfolge be-wahrte, praktiache Heilvor-schlage u. bietet den Patient, auaaerdem Gelegenh., aich etwa ntith. S r z 11. A111 e i t g. u nen tgeltli ch u. diacret zu veraclmfT. Die Lecttire d. Buchea wird auch Jene, d. bereits allea Seibatvertrauen veri., mit ncuer Hoffnung erfllll. D. Preia d. in hoch- erachieny 320 Seit. gr. Oct. atarken Buchea iat 2 fl. und wird gegen Einsendung v. 2 fl. 30 kr. per Post als Packet franco vereandt von GorlBchek’s k. k. Univ.-Buchhandlung, Wien I, Stephanaplatz 6. BSS2ZZSS2 Wichtig fur Nahmaschinen-Handler! Billigste und bestc Einkaussqnelle von Nahmaschinen-bestandtheilen, Schiffchen, Nadeln, Riemcn und Metall-waren allcr Systeme in der Fabriksniederlage D. Steiner, Wien, V1L, Sigmundsgasse Nr. 6. 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(183) 18 -18 1 grofic Flasche 1 fl., halbe Flasche 50 kr. Hunderte vo„ Anerkeniiungsschreiben liegen zur Ansicht bereit. Derselbe wird auf frankierte schrifteu gegen Nachnahme des Betrages nach alien Richtungen verschickt. Herr Fragner! Haben Sie die Gute, mir wieder 12 Flafchen „Dr. Rosa's Lebensbalsam" zu senden. Jch bestelle denselben auch fur anbcrc und theile Jhnen mit, dah meine Magcnkriimpse und mein Gallenleiden durch dieses SDiittcl vollkommen behoben find. Den Betrag wolleu Sie per Post nachnehmen. P e t r o v o s e 1 o , 24. April 1878. Kovits Goda Ferencz. MT* Warnuug. Um unliebfamen Mibverstiindniffen vorzubeu-gen, erfnche die P. T. Herren Abnehmer, iiberall ausdriicklich: Dr. Rosa's Lebensbalsam aus B. Fragners Apotheke in Prag zu verlangen, denn ich Habe die Wahrnehmuug gemacht, dah Abnehmern an manchen Orten, wenn selbe eiitfach Lebensbalsam und nicht ausdriicklich Dr. Rosa's Lebensbalsam verlangten, cine beliebige, nichts wirkende Mischung verabreicht wurde. 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