OMcher 5V)^> si/<^ Piänumeiationsprei«: Im «lomptoit ganzj. ^(l ^/^ / N^ ll. halbj. fi. K5N. sslli bit Zuficllunq in« Hou« ^ ' ' balbj, 5N lr. Mit der Post nanzj. ft, 15, tzalbj. 7 5«, Montag, 37. Oktober. « gellen 25 tl.. größ«e per Zeile 8 lr,; bc« »ftei«n 1 si / ^ Wiederholungen pel ^rile » lr. I. V » V. Aüttlicher Theil. .._ Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Mcrhöchster Entschließung vom W.Oktober d. I. dem provlsiomerten Grnbenaiifseher der Gewerkschaft am Ladeströme zu Sagor, Matthäus Firm, in Aucrken> wnq seiner 42jährigcn mnstcrhaftrn Dienstleistung das '^crue Verdienstkreuz allergnädigst zu verleihen geruht. MWmtlicher Theil. Die Finanzen Oesterreichs und Europas. Obschun die Budgetvorlagen dem Abgeordneten-M e Hoy nicht unterbreitet sind. so weih man doch yeute schon, dass der Staatshaushalt Eislcithaniens M 1880 nicht ohne Deficit abschließen werde. So empfindlich es anch erschein!, dass es noch immer nicht Mittgcn wlll, dein Gleichgcwlchtsstaude näher zu kommen, so ist andererseits eine relative Besserung nicht zu verleimen. Die Höhe des Deficits wird sich gegen Me Vorjahre zweifellos vermindert haben, zumal die «Magen für Bosnien, welche die Beschaffung des Mähngen Fmanzbedarfes so sehr erschwert haben, als außerordentliche betrachtet werden müssen. Auf Grund der in der kaiserlichen Thronrede enthaltenen Aeußerungen darf man darauf zählen, dass zur Deckung des Gebarnngsdeficils eine Eredltoperation nicht von-Nöthen sein wird. Die gegründclc Hoffnung ist hicruach vorhanden, dass für die Zukunft bessere Audgetvcrhält-msse eintreten und dass namentlich das während der letzten Jahre in Permanenz erklärte Schuldenmachcn eme Pau^e und wahrscheinlich auch einen endgiltlgcn «wschluss gefunden hat. Bei dieser Gelegenheit liegt « nahe, cmen Blick auf die Finanzlage anderer Staaten Europas zu werfen. Fast überall zeigt sich "^Verhältnis der Ausgaben gegen die Hinnahmen AlsHlechtcrt. Selbst Preußen hat die blühende Mode seiner Finanzen hinter sich; schon seit zwei Men hat sicy der Einnahmsübcrschuss in ein 5Mit verwandelt, und zwar in ein solches, das nicht urch Eteuerregulierung, sondern durch Anlehen gedeckt ^al ^^sste. Baiern, dessen Finanzen bis vor wenig heu " ^ musterhafter Ordunng sich befanden, muss ^.^ eme partielle Steucrerhöhuug vornehiueu, niu Aelm luehreudcll Ausgaben gerecht zu werden. AiaM ^^'^ "'^ ^ h"^' zur Emführuilg der glrichi,"" greifeu müssen, uin sein Budget auszu-Schliß Hullaud kaun den Alfchin-Krieg nur durch auswii? ^'äuhlcn. In Schwedm hat inan soeben eine ^lsenk '^' ^ulelhe contrahicrt. um die überspannte ""Ylipolitit sanieren zu können. Italien erfreut sich alljährlich einer Budgetvorlage, welche das Gleichgewicht iu Aussicht stallt, dereu Ziffern aber während der parlamentarischen Behandlung einem erheblichen Deficit Raum geben. Portugal und Spanien müssen unansgeseht borgen, und sogar das reiche England hat sich anf die Emission schwebender Schnldcn verlegt, um den wachsenden Ausgaben zu cutsprechen, zumal — bis zum diesjährigen Sommersemcster — die Einnahmen sich seit vier Jahren in steliger Abnahme befinden Sicht man von einigen deutschen Kleinstaaten ab, so kann man Frankreich als den einzigen europäischen Staat bezeichnen, dessen Finanzlage sich jährlich bessert. Dieser Ausblick auf die fremdländischen Budgets beweist, dass das Anwachsen der Staatsausgaben als eine naturgemäße und fast ausnahmslos wirtende (5on-seqncnz uuserer socialen und politischen Lage zu betrachten ist. Das Verhältnis wird jedoch zn Gunsten Oesterreichs dadnrch gekennzeichnet, dass in unserem Budget die bosnische Occupation störend eingewirkt hat. während die anderen europäischen Staaten. England und Holland ausgenommen, keinerlei außerordentliche Kriegskosten zu verrechncu hatten. Hoffentlich gestaltet sich die politische Conjnnctnr so, dass die Ausgabenbndgcts endlich wieder in eine rückläufige Periode treten, so dass die Finanzen sich allmählich wieder dem normalen Stande nähern können. Die Adressentwürse des Abgeordnetenhauses. 1. Der Adressansschuss des Abgeordnetenhauses hat seine Thätigkeit beendet. Das Resultat manifestiert sich in zwei Adressen. Die Majorität desselben acceptierte den vom Grafen Hohenwart verfassten Adrcss^ jeutwurf, die verfassungstreue Miuorität brachte einen Gcgeuentwurf ein. Dcr Adresscntwurf der autonom:-stischm Majorität befleißigt sich einer wenn mög« lich noch größeren Zurückhaltung von jeder Anrcgnng staatsrechtlicher Natur, als der Eutwurf der aulono-mistischen Mitglieder des Herrenhauses, uud ist im ganzen und großen eine Wiedergabe dcr Thronrede. Der Entwurf der Majorität kommt dem Appell der Thronrede znr Versöhnung auf dem verfassungsmäßigen Boden entgegen und will durch dieselbe den Auud dcr Nationen Oesterreichs anf verfassungsmäßiger Grnndlage für weitere Iahrhnnderte nen befestigen. Au zwei Stelleu allem gelangt dcr fpecielle autuno-mistische Stauopuult zuiu Durchbruche. Die Adresse dcr Majorität hält ErMruugen in der Verwaltung durch ciue Deccutralisatiou derselben und eiue größere Aeizichung autonomer Organe zn administrativen Fuuctiouen erreichbar und legt suhin den Nachdruck auf die Erfüllung des Slaatsgrunogesetzes über die Glrichberechtignug aller Nalionen, „durch welche die gleich freudige Anerkennung der Verfassung seitens aller Völker erreicht werden soll". Was die einzelnen Vorlagen der Thronrede und die angestrebte Ordnung des Staatshaushaltes betrifft, so verspricht der Adress-entwnrf diesen Zwecken seine Unterstützung. Die con-fessionelle Frage wird in der Adresse eben so wenig berührt, als irgend eine Abänderung der Verfassung begehrt. Der Adressentwurf der verfassungstreuen Minorität kommt ebenfalls dem Verständigungs- und Einigungsbcstreben unter den Völkern der Monarchie bereitwillig entgegen und betont, dass die Verfassungs-partri solchen Tendenzen nie entgegengetreten se». Den Hauptuachdruck legt indessen der Entwurf auf die Unzulässiglcit einer Abänderung der Verfassung. Die Verständigung ist auf dem Boden der Verfassung erreichbar, uud es bedarf zu diesem Behufe keiner weiteren staatsrechtlichen Schritte. Die Minorität kehrt sich mit großer Entschiedenheit gegen die Rechtsverwahrung der czechischcn Abgeordneten und erklärt, dass zwischen „dem verfassungsmäßigen Rechte und dessen Verneinung" eine Verständigung ausgeschlossen sei. Bereit zur Verständigung auf dem Boden der Verfassung, spricht sich dieser Entwurf mit großer Schärfe gegen eine Erweiterung der Landcsaulonomie aus und tritt für das Festhalten an dcr österreichischen Reichseinheit ein. Bei den concrete» Vorlagen ist ein erheblicher Widerspruch zwischen deu beiden Adressen in der Sache selbst nicht zu finden. Es darf wohl nach den bisherigen Emanationen ihrer Gegenpartei gehofft werden, dass die Verfassungspartei in dem entschlossenen Bestreben, die Reichseinheit zu wahren und staatsrechtliche Streitigkeiten abzuwehren, auf kciuen Widerstand stoßen, und dass sonach jenes auch von der Adresse der Minorität als unerläjslich anerkannte Ziel erreicht wird: die nächste Parlamentssession frei von allen Vetfassungsconslicten und Verfassungsfragen nur dem gemeinsamen productivcu Schaffeil vorzubehalten. — Die Adresfe der Majorität lautet: „Eure k. und t. Apostolische Majestät! Aller-gnädigster Herr! Das treugrhorsamste Abgeordnetenhaus ors Reichsrathes, vou Einer Majestät zur Ausübung seiner verfassungsmäßigen Thätigkeit berufen, erkennt es als feme erste, freudig gefühlte Pflicht, Allerhöchstderselven die Gefühle unwandelbarer Treue und Hingebung in tiefster Ehrfurcht anszujprcchen. Um so mächtiger suhlt es sich dazu gedrängt, als es ihm vergönnt ist, damit zugleich Ausdruck zu geben dem lcbhaften Wlederhall, welchen die erhebenden Worte, nut welchen Eure Feuilleton. ^ Was die Mebe vermag.* '""< frci nach dem Englischen bearbeitet von Ed. Wagner (Acisasi'cr dcr „Alcxa"). (Fortsetzung.) fiel b^?"^ gehorchte; sie schloss ihre Angen und ver-Eli ",o m einen tiefen Schlnmmer. Als sie mehrere bci is, ^"l"' wieder erwachte, war Mrs. Gray noch Clinl , . '" Tasse Äonillon stand bereit, ans welcher tln s, s 'k' und Mrs. Gray hielt nnn ihre Paticn-Nlüb., ^""chcild hergestellt, um ihre Ncugicrde einiger» (55 l?dig,>u zu' töuueu. Sie ",)s >'"d uuu zwei Muuate her, seitdem wir Und ;», Morgens vor nnscrem Hause fanden, fürcht "' 2" einem solchen Zustande, dass wir Kind s^' ^" scim todt." sagte die Frau. „Das Aiiidch^,^" somite alt. Gott schütze das kleiue flvc. ^ ludere, bleiche Gesicht der Kraukcu über- Zug. Ihre großen, weit ge- ^u Augen hefteten ich fragcnd anf ihre Wärterm. "3" lange?" flüsterte sie. .Zwei Monate?" alz ^"' Madame, cs sind zwei Monate verflossen. Tag d..^', aufnahmen. Scildcm haben wir jeden ewe S 6^""^'" durchgcseheu iu dcr Erwartung, ^^^ treffende Aufforderung zu finden, aber ' Wergi. Nr. 245 d.Nl. vergebens. Ich will noch heute zu Ihren Angehöri-gen senden. Sie müssen sich nach Ihrem Gatten sehnen. Nennen Sie mir seine Adresse, und ich werde zu ihm schicken." Eine flüchtige Rothe überzog Emmys bleiches Gesicht. „Ich — ich habe keinen Gatten," flüsterte sie schwach. „Keinen Gatten? Ist er todt?" Die Ruthe schwand rasch und das zarte Gesicht wurde bleicher als zuvor. „Er ist nicht todt," stammelte Emmy nach kurzem Zögern. „Er hat mich betrugen nnd verlassen." Mrs. Gray sah die Kranke erstaunt an. „Sie müssen schändlich hintergangcn sein," sagte sie mitleidig. „Der Elende müsste bestraft wcrdcn." „O. sprechen Sie nicht so!" flüsterte Emmy schmerzvoll. „In Ihrer Krankheit riefen Sie nach Ihrer Mutter." begann Mrs. Gray nach lnrzem Schwelgen. „Wo ist sie? Ich will sie bitten lassen, dass sie zn Ihnen kommt. Sie bedürfen ihrer jetzt." „Sprechen Sie nicht von ihr," sagte die Unglückliche mit schwacher, gebrochener Stimme. „Mcinc Mutter! Mcinc arme Mutter! Sie weih nichts — sie ahnt nichts — sic würde mich lieber todt sehen, als die Wahrheit wissen!" „Sie hält Sie also für verheiratet?" „Nem, Sie wähnt mich im Institut, als ein glückliches, sorgloses Mädchen. O, meine arme Mutter! Ich habe ihr und mein Leben vernichtet!" i „Aber sie wird Ihnen vergeben. Eine Mutter wird die Schuld ihrer Tochter verzeihen," besänftigte Mrs. Gray die Verzweifelnde. „Lassen Sie sie rufen." Emmy schauderte. „Ich wage cs nicht," hauchte sie hervor. „Meine Mutter ist stolz; sie würde mich verstoßen. Sie darf nichts wissen; ich darf ihr nie wieder vor die Augen tominen." Mrs. Gray sah, dass der Gedanke, ihre Mutter wiederzusehen, die Unglückliche entsetzte. „Haben Sie deiin leine anderen Freunde, die Ihnen helfen werden?" fragte sie. „Nein. Sobald ich wieder hergestellt bin, muss ich mir meinen Unterhalt zu verdienen suchen. O. ich wollte, ich wäre todt! Was wird aus meinem Kinde werden?" „Wir wollen jetzt nicht daran denken." sagte Mrs. Gray, versuchend, sorglos zu scheinen. „Wle lst Ihr Name? Ich muss wlssm, wie ich Sie nen« »en soll." „Ich habe leinen Namen," erwiderte die,unge Frau betrübt. „Nennen Sie ,mch Emuiy." Mrs. Gray richtete noch manche Frage an d,e Kranke, aber sie konnte nichts erfahren, was chr über deren Vergangenheit Aufklärung gcgeben hat e Emnms Bcsi >runq machte unerwartet rasche Fortschritte a^Nrlmlf emer Woche tonnte sie schon das Bett verlässt". Sie lieh emige ihrer Schmucksachen dnrch Mrs. Gray verkaufen Mid honorierte mü dem Erlöse den Arzt. der nun mcht mehr kam. Als abermals ein Monat vergangen, war sie wieder im 2114 Majestät diese Session zu eröffnen geruhten, in den Herzen aller gefunden haben. In dem Geiste, in welchem Eure Majestät der Thatsache freudig gedenken, dass nunmehr die Ab-georoneten aller hiezu berufenen Königreiche und Länder ohne Unterschied des Stammes und der Sprache und unbeschadet ihrer Rechtsüberzeugungen sich zu gemein« samem, verfassungsmäßigem Wirken zusammengefunden haben, begrüßt auch das treugehorsamste Abgeordnetenhans hierin ein Unterpfand der zuversichtlichen Hoffnung, dass es mit Gottes Hilfe gelingen werde, die allgemeine Versöhnung und Verständigung herbeizuführen und so den Bund der seit Jahrhunderten unter dem glorreichen Scepter Eurer Majestät und Ihrer durchlauchtigsten Vorfahren brüderlich vereinigten Völker auf verfassungsmäßiger Grundlage für weitere Jahrhunderte neu zu befestigen, damit Oesterreich, treu seinem geschichtlichen Berufe, jener Aufgabe gerecht werde, die Eure Majestät mit so erhebenden Worten zu bezeichnen geruhten. Gekräftigt durch diese frohe Hoffnung, werden wir an die wichtigen Aufgaben herantreten, die unser harren. Wir werden den Gesetzentwürfen, welche uns die Regierung Enrer Majestät über das Wehrwescn der Monarchie vorlegen wird, unsere vollste Aufmerksamkeit zuwenden und die schwere Aufgabe zu lösen suchen, mit möglichster Schonung der Steuerträger die vaterländische Wehrkraft in jener Stärke nnd Ausbildung zu erhalten, die der Monarchie die Möglichkeit sichert, wo immer ihre Interessen bedroht werden sollten, mit dem Vollgewichte ihrer Bedeutung einzutreten. Die Verbesserung des Loses der in Vertheidigung des Va» terlandes und seiner Interessen invalid Gewordenen; die Sorge für die durch solche Dienstleistung zeitweilig oder für immer des Ernährers beraubten Fa« nnlien ist eine Pflicht der Gerechtigkeit und Dankbarkeit, der wir nach Zuläuglichkeit der finanziellen Mittel freudig entsprechen werden. Allein die großen Lasten, welche dem Staatsschatze durch die gebotene Fürsorge für das Wehr-Wesen in allen seinen Richtungen erwachsen, drücken bei der fortwährenden Steigerung aller anderen Staatsausgaben schwer auf die so vielseitig in Anspruch genommene Bevölkerung. Sie werden durch die angekündigte Einführung der im Wehrgesetze bereits vorgesehenen Militärtaxe in ganz geeigneter Weise eme kleine Erleichterung erfahren, sie werden aber dessenungeachtet nur dann weiter getragen werden können, wenn die so dringend und unabweisbar gebotene Ordnung des Staatshaushaltes endlich in ernster Weise in Angriff genommen und mit strenger Cousequenz durchgeführt wird. Die von Eurer Majestät angedeutete Absicht, durch Vereinfachung der Verwaltung die Möglichkeit größerer Ersparungen herbeizuführen, können wir nur freudig begrüßen. Eine entsprechende Decentralisation der Verwaltung, die gleichzeitige Heranziehung lebenskräftiger autonomer Organe zu den Aufgaben derselben wird nicht nur dem Staatsschatze sehr wesentlich zugute kommen, sondern auch die Möglichkeit gewähren, eine Verwaltung zu schaffen, die, die Bedürfnisse und Wünsche der Bevölkerung aus eigener Anschauung kennend, dieselben sicherer, rascher und vollständiger befriedigen kann, als dies gegenwärtig der Fall ist, daher auch im höheren Maße von dem Vertrauen der Bevölkerung getragen sein wird. Wenn weiter durch eine auf richtigen Principien beruhende und in keiner Weise experimentierende Steuerreform eine gerechtere Vertheilung der Lasten und dadurch die Erstarkung der Steuerkraft ermöglicht wird, dann wird auch der fortwährenden Inanspruch» nähme des Staatscredites für die laufenden Bedürfnisse, die uns in den letzten sechs Jahren eine so überaus empfindliche Mehrbelastung auferlegte, dauernd ein Ziel gesetzt werden können. Von diesen Ueberzeugungen geleilet, wird das Abgeordnetenhaus der Berathung aller bezüglichen Vorlagen seine vollste Sorgfalt zuwenden und die Staatsvoranschläge der gewissenhaftesten Prüfung unterziehen. Im engsten Zusammenhange hiemit und gewiss nicht minder wichtig sind die Aufgaben, die auf dem volkswirtschaftlichen Gebiete ihre Lösung erheischen. Die landwirtschaftliche und gewerbliche Production sieht sich durch den großartigen Umschwung aller Verkehrsverhältnisse, welchen die stetige Vervollkommnung der Eommunicationsmittel im Gefolge hat, von den ernstesten Gefahren bedroht, die noch wesentlich gesteigert weiden durch die in jüngster Zeit gegen die gleichen Gefahren in anderen Staaten vorbereiteten Schutzmaßregeln. Wir werden es mit großer Freude begrüßen, wenn die neuerlich eröffnete Aussicht auf eine günstige Regelung der Verkehrs- und Handelsverhält-nisse mit dem deutschen Reiche sich verwirklichen und dadurch die Versorgnis neuer Schädigung von unserer Production abgewendet werden sollte. Eine Reihe der uns in Aussicht gestellten Vorlagen zeigt uns das Bemühen der Regierung Eurer Majestät, der Landwirtschaft und dem Kleingewerbe, die in der letzten Periode so geringe Beachtung faudcn, wieder die so dringend gebotene Rücksicht zuzuwenden, und wir glauben hieraus die berechtigte Hoffnung schöpfen zu dürfen, dass diese dankbar anerkannte Fürsorge so bald als möglich in einer gründlicheren und systematischen Thätigkeit ihren vollen Ausdruck finden werde. Nicht mindere Sorgfalt, als die Interessen der heimatlichen Production, erheischen die mit derselben in vielen Beziehuugen so iunig verknüpften Interessen des Handels und Verkehrs. Den uns in dieser Richtung angekündigten Vorlagen, unter welchen jeue über oie Einbeziehung neuer Gebiete in den Zolluerband nnd über die Entwicklung unseres Eisenbahnwesens, speciell den Bau der Arlbergbahn, einen hervorragenden Platz einnehmen, werden wir jene volle Aufmerksamkeit zu-weuden, welche die hohe Wichtigkeit des Gegenstandes erheischt. Allein auch auf diesem Gebiete werden durchgreifende Mahregeln nothwendig sein, und mit Vertrauen erwarten wird, dass die Regierung Eurer Majestät iu dem Bestreben fortfahren wird, dem Handel die nöthigen Verkehrswege unter allen Verhältnissen zu sichern, dass sie aber auch weiter durch eine ent^ schiedene und consequente, den Productionsverhältnissen des Inlandes Rechnung tragende Handels- und Eisen« bahnpolitik, endlich durch die möglichst baldige Herstellung der Valuta die bedauerliche Unsicherheit und die beständigen Schwankungen der letzten Zeit beseitigen wird, unter denen nicht bloß der Handel sich zu reicherer Blüte nicht zu entwickeln vermag, sondern auch die Production in der empfindlichsten Weise leidet. Zu dem wärmsten Danke verpflichtet uns die allerguädigste Zusichcrimg Eurer Majestät, dass die Regierung unablässig bemüht sein werde, nicht bloß die materiellen, sondern auch die geistigen Interessen aller Völker dieser Reichshälste nut gleicher Fürsorge zu pflegen. Die gewissenhafte Erfüllung der Vestimmuugen der Staatsgrundgesetze über die Gleichberechtigung aller Volksstämme wird eines der sichersten Mittel lein, der Verfassung die gleich freudige Anerkennung aller Völker Besitz ihrer vollen Kräfte und begann, Pläne für die Zukunft zu machen. Eines Tages bat sie Mrs. Gray, ihre sämmtlichen Juwelen zu verkaufen. Die gute Frau führte den Auftrag aus und brachte Emmy als Erlös hundert Pfund mehr, als diese erwartet hatte. Von dieser Summe nahm die junge Frau zwanzig Pfund, das übrige gab sie ihrer Wirtin als Vergeltuug für die Pflege derselben. „Aber, das ist zu viel," rief Mrs. Gray aus. „Der dritte Theil ist reichlich genug, und Sie werden das Geld selbst nöthig haben." „Behalten Sie es," sagte Emmy freundlich. „Ich kann die Güte, die Sie mir bewiesen haben, nie vergelten. Mrs. Gray; aber Sie müssen mir gestatten, zu thun, was ich vermag." Nach vielem Hin- und Herreden nahm Mrs. Gray endlich das Geld an. „Ich habe an eine Freundin gedacht," sagte Emmy dann, »welche ich sprechen muss. Wollen Sie einen Brief von mir nach der Post senden?" Mrs. Gray brachte Schreibmaterial. Emmys Brief war sehr kurz und war au Miss Henriette Kelting. Nordstone-House. Kiug Williamstreet, London, adressiert. Diesen Brief brachte Mrs. Gray selbst znr P^st. Diese Adresse zeigte ihr die erste Spur inbetreff des ihre Einwohnerin umgebenden Dunkels. Am Abend dos nächsten Tages kam ein Mädchen, welches nach Mljs Emmy fragte. Sie wurde in deren Zimmer gewiesen. Die junge Frau saß in einem Lehnsessel am Herd. Sie sah so bleich aus; sie stand nicht auf bei dem Eintritt ihrer Aefucherin, aber diese eilte auf sie zu und küsste ihre Hände, indem sie heftig zu weinen begann. So gern sie auch die Unterredung mit angehört hätte, zog sich Mrs. Gray doch zurück, da sie nicht zum Bleiben genöthigt wurde. Als sie aber an der Thür war, legte sie ihr Ohr an das Schlüsselloch und lauschte athemlos. O, Miss Emmy, muss ich Sie so wiederfinden!" rief Henriette aus. ,.Und da ist auch das Kind!" „Ja. Oscar war nicht rechtskräftig mit mir verheiratet, Heuriette, und ich weiß nicht einmal seinen wirklichen Namen. Er hat mich hintergangen." „Und ich bot die Hand zu Ihrem' Unglück. Mr. Oscar schien ein guter Mensch zu sein; er bezahlte mich fürstlich dafür, dass ich seine und Ihre Briefe besorgte. O, Miss Emmy, mich trifft die ganze Schuld!" rief das Mädchen von Gewissensbissen gequält. „Nicht doch, Henriette. Ich war ein eigensinniges Mädchen und verdiene die Strafe," cntgegnete Emmy bitter. „Ich bin erst achtzehn Jahre alt.' nnd ich habe keine Hoffnnng auf eine glückliche Zukunft. Ist — meine Mutter in Nordstone-House gewesen?" „Nein, Miss; aber ich habe sie jeden Taq erwartet, und wenn ich an die Thür klopfen hörte, zitterte mein Herz." (Fortsetzung folgt.) zu sichern, und zu diesem Ziele mitzuwirken, die Wunden zu heilen, welche die jüngste Vergangenheit ge-schlagen hat, werden wir jederzeit und freudig bereit sein. Der Reform auf dem Gebiete der Civilprocess-Ordnung und des materiellen Strafrechtes ist unsere eifrigste Mitwirkung gesichert. Die Verbesserung der Lage des Seelsorgeclerus wird einem dringenden Bedürfnisse entsprechen und wenigstens der erste Schritt sein, die Bevölkerung, namentlich der ärmeren Länder, vor der drohenden Verwaisung ihrer Gotteshäuser zu bewahren. Mit großer Befriedigung erfüllt uns die Fort-dauer der guten Beziehungen Eurer Majestät zu allen anderen Mächten. Möge der friedliche Vollzug des im Berliner Vertrage stipulierteu Einmarsches in das Sandschak von Novibazar eine neue Bürgschaft gesicherten und dauernden Friedens sein und so die Mög" lichkeit eröffnet werden, durch die nachhaltige Pflege unserer wirtschaftlichen Beziehungen zum Orient eiw-gen Ersatz für die großeu Opfer zu erlangen, die uns die Ereignisse in jenem Theile Europas auferlegt haben. Eine eutwrecheudc und zielbewusste Regelung der Verwaltung Bosniens und der Herzegowina wnd hieraus gewiss einen wesentlichen Einfluss üben, und wir wer/ den die bezüglichen Vorlagen der sorgfältigsten Prü^ fung unterziehen. So weit auch der Kreis unserer Aufgaben ist, .^ hoffen wir doch durch Selbstbeschräukuug und weise Ausnützung der Zeit dieselben derart der Erledigung zuzuführen, dass eine geregelte Aufeiuandcrfolge in den Sessionen der vcrfassuuaMäßigeu Vertretungskörpel, welche in den letzten Jahren vielfach beirrt oder uur durch ungenügende Zeitbemessnna. für die Landtage ei'" zielt wurde, gesichert werden könne. Dass aber die zur Wahruug und Vertretung der Rechte und Interessen der Königreiche uud Läuder zuuächst berufenen Landtage in jeder Beziehung zu uubehindertcr Entfaltung ihrer Wirksamkeit gelangen, ist von hoher Bedeutung für das Wohl der einzelnen Länder und ihres gemeinsamen Verbandes. Oesterreichs hoher, geschichtliche^ Berns ist ja eben ausgesprochen in den kaiserlichen Worten, dass es ein Hort sei für die Rechte seiner Läuder und Völker iu ihrem untrennbaren, einheit-lichen Verbände. Zur Erfüllung dieses Berufes werden alle Völker begeistert mitwirkeu, uud mit treuer Liebe und unerschütterlicher Anhänglichkeit blicken s" auf Eure Majestät geheiligle Person, als dieses M-rufes obersten Hüter, als den Beschützer des Rechtes uud der wahreu Freiheit. Gott erhalte, Gott sclM^ uud segne Eure Majestät!" Zur parlamentarischen Situation. Zur Situation im Abgeordnetenhaus-, bemerkt tue „Deutsche Ztg.": „Diejenigen, die erwartet haben, dass unmittelbar nach Aufnahme der parlamentarischen Al-beiten auch parlamentarische Kämpfe ernsten Stiles losbrechen würden, haben bis jetzt eine Enttäuschung erlebt. Bisher sind, soweit die öffentlichen Sitzungen in Betracht kommen, die Dinge recht ruhig verlaufen -^ im Abgeurdnetenhaufe ruhiger fogar als im Herrenhause» Der Stuudeuzeiger schemt anffallenderweise diesmal rascher gegangen zu sein, als der Minutenzeiger . - -' bis jetzt hat das Abgeurguetcuhaus noch keine parla' mentarische Redeschlacht gesehen. Mildere Lüfte wehen von der Ministerbank her uiw Interpellationen wer^ den beantwortet, noch bevor die Interpellanten sel^e auf sie vergessen haben. Ein Fremder, der, ohne " Geschichte unseres Staatsweseus uud unserer Versag sungskämpfe zu kcuneu, von der Gallerte unser Abgeordnetenhauses herab der Thätigkeit unseres H"^<, sinnenden Auges folgte, müsste ' sich höchst w"li thuend angemulhet fühlen. Man versichert, dass dM idyllische Verhältnis nicht nur den Wünschen °^ Ministeriums entspreche, sondern sogar einem p">^g! Schritt desselben seinen Ursprung verdanke. ^? Taaffe soll den anderweitigen Verdiensten, die er > erworben, auch noch dieses hinzugefügt — er M Männer der Rechten für Ideen der Mäßigung u Wonnen und von der Nothwendigkeit überzeugt ya ' wenigstens in der ersten Zeit principielle p>". '^e Kämpfe zu meiden. Wir sind natürlich mcht f ^ Geheimnisse dcs Grafen Taaffc eingeweiht, al"U der Nachricht klingt an sich nicht unwahrscheinlich. ^.^5 vernehmen wir, dass die Waffenstillstands-Penooe mehr lange daueru soll." ,., ,, 5,^ Das Blatt besorgt, dieser Zustand friedliche" ^ sammeuwirkeus könne durch Competenzbedenkeu, i^ . der Pechen, den wirtschaftlichen Initiativantrags' ^ genüber getrübt werdeu uud würde es lebyas 1 ^. dauern, wenn die Rechte sich auf das ^rra" ^, Rechtsverwahrnngen und Eompetenzbedenken "H^r und den wirtschaftlichen Initiativanträgen geg, ^.. sich ans formalen Gründen ablehnend verhalten 1^^, Wir qlaubeu, dass derjenige der Bevölkerung ^ sehr schlechten Dienst leistet, der den NelMaly der praktischen Arbeit abwendig machen uuo ä .,^. malen Discussiouen veranlassen will. Devanr« ^, die Auslegung von Verfassungsparagrapheu "^ < cn veteuzbede'ttlen u. dgl. hat der Reichsrath in den iu^ ^ jemer Existenz genügend erlebt. Im StrelM' 2N5 das Wie vergaß man auf das Was. und der Be-völterung, die nach Brot verlangte, gab man einen Stein. Wir möchten den neuen Ncichsrath davor be-wahrt wissen, sich in gleich unfruchtbarem Thnn zu ^ ergehe. So wic die Republik nach Thiers' Ausspruch dasjenige war. was die Franzosen vun 1871 am we» ulgsten trennte, so ist für uns der wirtschaftliche Noth, swnd und das wirtschaftliche Reformbcdürfnis das^ Mige. was unö am meisten vereinen sollte. Wer den Ensapfcl der Compelenzfrage in das Parlament hincin-wnft, ladet eine ernste Verantwortlichkeit auf sich. Ocstcrreichischer Neichsrath. 7. Sitjllug dcs Abgeordnetenhauses. Wien, 24. Oktober. Präsident Graf Coronini theilt mit, dass er an den Mg. Baron Depretis die Einladung erlassen habe, seinen Sitz im Hause einzunehmen, worauf Baron Deprctis telegraphisch um einen dreiwöchentlichen Urlaub angesucht habe. Der Urlaub wird bewilligt u ' ^ " Eine Neihe von Gesetzentwürfen wird von der Legierung eingebracht, und zwar: betreffend die Herstellung eines gemeinsamen Zollverbandcs mit Bos-, Men und der Herzegowina; betreffend die Einbeziehung Istriens nnd Dalmaziens in das allgemeine österreichisch - ungarische Zollgebiet; betreffend die Einbeziehung der ungarischm'Zollausschlüsse von Martin-'.chlW, Buccari, Portorü, Zengg nnd Carlopago in das allgemeine Zollgebiet; beireffend die Aufhebung des Zollmlsschlnsses von Arody; endlich wegen Ein', luhrung der Verzehrnngssteuer von der Bier-', Braute Wein- und Zuckcrerzengung in Dalmazien und in den Zollausschlüssen vun Istrien nnd Brody. Abg. Hcilsberg und Genossen beantragen einen Gesetzentwurf zur Regelung des Rechnnngs-Controls. Wesens. — Abg. Lienbacher nnd Genossen beantragen Novellen znm Strafgefetzbnche bezüglich der Nestimninngen über Belrng nnd Veruntrenung, znm Actiengesetze, zur Sttafproeessordnnng, zum Polizei-strafgesctze u. s. w. Abg. Tyszkowski und Genossen interpellieren über die Rüctberufnng der galizischen Reservisten aus Bosnien in ihre Heimat.— Abg. Le nz und Genossen interpellieren das GesaininNnmistcrium über den Stand der Ausführung der österreichisch-serbischen Convention, insbesondere iu Bezug auf die Handelsbcziehnngen zwischen Oesterreich und Serbien uild auf die Donau-Aegulierilng bis zum eisernen Thor. Nach Mittheilung der eingelanfenen Petitionen ^folgt Uebergang znr Tagesordnung. Der Antrag des ^geordneten P r ombe r und Geuossen, betreffend die ^llüfsnng einer Dienstpragmatik für Staatsbeamte nnd Keiler, wird einem Ausschusse von 1b Mitgliedern zugewiesen. ^. Der Antrag des Abgeordneten Steudel und Gossen, betreffend die Oeffenllichteit der Berathimgcn ^ Wehrgesetzausschnsses für alle Mitglieder des Zauses, wiid von dem Antragsteller Abgeordneten wÄ "'^ der Wichtigkeit der Vorlage begründet, ^ He weit wichtiger sei, als der Staatsvoranschlag. H .""ügen, meint Redner, die Oeffentlichkeit der sckm ""W! des Wehrgesetzausschllsses verstehe sich gesekn ^ '^'" Grlmde um, selbst, weil im Wehr-werd ^"^ ""^ ^^ Rekrutencontingent berathen durch^' ^ ronawetter hält den Antrag Steudels 3Le^ ^ Zuweisung des Rrtrulencontingents an den nea!?^chuss nach § 25 der Geschäftsordnung für teit? !> ^^' b" dieser Paragraph die Oeffentlich. Wäblt ^"l)andlnngen der für das Rekrntcngesetz ge-Bel,.?' ""sschüsse ausspreche. Redner richtet in dieser ^eyimg eine directe Anfrage an den Präsi-dasz ^"' '"^'^^' """ diefem dahin beantwortet wird, ab r ^effentlichleit wohl für das Rekrntengesetz, sH.s '"cht für das W.'hrgesetz durch tz 25 der Ge-'"1"!tsordnung ausgesprochen sei. llen^ ^" Abstimmung wird der Antrag des Ab-auf? ".Stmdel mit Majorität abgelehnt. Anch daaea ^ ^"^" ^''^ stimmen mehrere Abgeordnete Abssl, «^ 3anderlik begründet seinen Antrag ans einem ""^ ^^ Zritungsst'empcls. Der Antrag wird von i^n,^''" 9"llzrl' HlNlse zn wählenden Ausschusse ^ angliedern zngewiesen. Hor<^^, ^""desvertheidignngsminister Freiherr von stellte ^.'"^"fct b>e m der hentigen Sitznng gc-sche>, w c ^'liatiun wegen Rückbernfung der galizi. bass «, /?"^n aus Bösuicn in ihre Heimat dahin, Nei6i6 v 1 ^^ ^'M angelegen sein lasse, auch beim Men ft ^^'^»linister das bereitwilligste Entgegenkomme N>i^' "'^ "^ vor vier Tagen vom Kriegsminister Nrsen" ^"lung "halten habe,' dass jetzt sämmtllche ans Bosnien in das nicht active Ver-dez Nm ''^' ""d dass in'ch in der zweiten Hälfte die q.li, :'^'"" s"»l»ttliche Refervemänner, nicht nur Haftes N^.w 'hre Heimat entlassen werden. (Leb- ^ayn . Ackerbanminister Graf Julius Falken- ^eoru 9.1"."l"uttet die Interpellation dcs Fürsten " ^Wluwitz nnd Genossen, betreffend die Reform des bosnischen Landcskulturrathes, dahin, dass die Re« gierung die betreffende Petition aus Böhmen in Er» wäqung ziehen wolle, und dass das Hindernis, warnm dies bisher noch nicht geschehen sei. darin liege, dass der böhmische Landesausschuss. auf deffen Meinungs» änßerung die Regierung Gewicht lege, eine solche bis jetzt noch nicht abgegeben habe (Hört! Hört! rechts), weshalb die böhmische Statlhalterci noch nicht in der Lage war, der Regierung die Atten vorzulegen. Die Regierung werde die Angelegenheit so viel als möglich beschleunigen. (Bravo!) Es folgen schließlich die Wahlen in den Borken-käferausschuss, in den Eiscnbahnausschuss und die Nachwahlen in den Legalisiernngs- und in den Ver-sicherungsansschuss. Gewählt wurden: in den Legali-sierungsausschuss v. Hallcr mit 159 von 310 Stimmen; in den Versicherungsausschuss Dr. Roser mit 299 von 302 Stimmen. Dr. Stöhr hat auf seine Wahl zum Schriftführer verzichtet. - Nächste Sitznng Dienstag, 28. Oktober. Hagesneulglieiten. — (Neue Negimentsinhaber.) Mit dem gestern pnbliciertcn November-Avancement wurden ernannt: Se. t. t, Hoheit der Herr Erzherzug Friedrich zum Oberst-Inhaber des 52. Infanterieregiments (ehemals Erzherzog Franz Carl), Sc. königliche Hoheit der Herzog Ernst August von Cumberland Herzog von Braunschweig und Lüncburg. zum Oberst.Inhaber des 42. In-fantcricregimcnts (ehemals König von Hannover) und der Fcldmarschallientenant Eduard Freiherr v, Litzelhofen, commandierender General in Lcmbcrg. zum Oberst-In« Haber des 47. Infanterieregiments (ehemals FZM. Ritter v, Härtung). — (Wissenschaftliche Reisen.) Herr Dr. O. Lenz. Geologe an der k. k. geologischen NeichSanstalt. hat diesertage Wien verlassen, um eine neue Reise nach Afrika, und zwar nach Marokko, anzutreten. Er begibt sich über Paris. Marseille, Gibraltar nach Tanger, von wo seine Expedition ihren Ausgang nimmt. — Herr Bergrath Paul von der geologischen NcichSanstalt ist nach Wieliczla gereist, nm über die Ursachen und eventuellen Folgen der im Lause dieses Jahres neuerdings in der Saline erfolgten Waffereinbrüchc Erhebungen zu pflegen. — (Klage der Apotheker.) Das Präsidium der österreichischen pharmaceutischen Gesellschaften hat sich an das Ministerium des Innern mit der Bitte gewendet, „dasselbe wolle betreffs der Erzeugung und des Verkaufes zusammengesetzter Arznciwaren und der fogenanntcn „pharmaceutischen Specialitäten" die Aufrecht, erhaltling der zwar in Geltung befindlichen, doch nicht respektierten gesetzlichen Bestimmungen, nach welchen nur dem Apotheker die Erzeugung nnd der Verkauf derselben gestattet ist. in energischer Weise anordnen. In allen Theilen des NeicheS trete die Vcrletznng der znm Schuhe des Aputhekcrgewerbcs bestehenden gesetzlichen Bestimmungen immer intensiver zutage, indem die Mehr. zahl der Kanflcute Tincture,,, Essenzen, zusammengesetzte und einfache Arzncipulver u. s. w. auf dem Lager haben und verkaufen; insbesondere nehme von Jahr zu Jahr der Verlauf der medicinisch pharmaceutischen Specialitäten von Seite der Spczcrcihändler in so enormer Weise zu, dass die Beeinträchtigung des pharmaceutischen Geschäftsbetriebes äußerst fühlbar werde und zahlreiche Apotheker in kleineren Städten in Bedrängnis kommen. Nicht nur der Verkauf, sondern auch die Erzeugung von Arzneimitteln erfolge ungcschcut und ungestraft durch Laien." Das t. l. Ministerium des Innern hat über diese Beschwerden sofort eingehende Erhebungen angeordnet, — (DieVerluste i m Occupations-Feld-znge.) Das technisch.administrative Militärcomitc hat aus Anordnung des KriegSministcrulms eine statistische Zusammenstellung sämmtlicher Verluste, die unsere Truppen im vorjährigen OecnpationS-Frldzngc erlitten haben, herausgegeben, »nd ist dieselbe unter dem Titel: „Die Verluste der im Jahre 1878 mobilisierten Trnppen vom Beginne der Mobilisierung bis zum Jahresschlüsse" soeben erschienen. Alles statistisch Wissenswerte in Bezug auf die Verluste des Vorjahres ist in diesem Hefte in übersichtlicher Weise geordnet. Die Verluste sind sowohl nach den einzelnen Gcfcchtstageu als auch nach den einzelnen Truppengattungen. Abtheilungen und Chargen zusammengestellt; die Verluste vor dem Feinde sind gesondert von den Verlusten infolge von Krankheiten. Wie dieser Znsammenstellung zn entnehmen ist, betrug der Gcsammtverlust vor dem Feinde an Gefallenen: 247 StabS- nnd Oberoffieicre, 1 Militärbcamtcr und 935 Mann (vom Cadet-Officicrsstellvertreter abwärts); an Verwnndeten: l General, 126 Stabs- und Obcrofficiere, l Militärarzt und 3838 Mann; endlich an Vermissten: 3 Oberosficiere und 233 Mann. Chargcnweise geordnet stellt sich der Gcsammtverlnst wic folgt dar: Gefallen: 4 StaoSosficicrc. l.2 Hauptlcute (Rittmeister). 31 Olier-liciitenants nnd Lieutenants. 0 Cadet-OfficicrSstcllvcr-treter. 7 Feldwebel, 137 Führer imd Corporale, 758 Gefreite und Soldaten; verwundet: 1 General, I I Stads-ofsicierc, 3<> Hauptleute (Rittmeister). 55 Oberliente-nants und Lieutenants. 9 Cadet. Officicrsstellvertrcter. 40 Feldwebel, 412 Führer und Corporate, 337 l Gefreite und Soldaten. Diese Verluste lamen in 57 Affairen vor. welche auf 38 Tage vertheilt sind; das blutigste Gefecht fand am 4. und 5. September bei Doboj ftatt, wobei 95 Mann fielen. 492 verwundet und 30 Mann vermisst wurden. Diesem zunächst stehen die Gefechte bei Bihac am 7. September, bei Senlovic. Bandin am Listen September uud bei Serajcwo am 19. August mit Verlusten von je 400 bis 577 Mann. Nach den Truppengattungen geordnet weist natürlich die Infanterie die größten Verluste mit 860 Gefallenen. 3610 Verwundeten und 216 Vermissten auf. Der Verlust der Cavallerie stellt sich in Summa auf 1 Offtcier nnd 57 Mann, welche sämmtlich bei Maglaj fielen und verwundet wurden. Die größten Verluste hat das Reserve-Infanterieregiment Nr. 79 (Ielacic^) mit 5 Officicren, 68 Mann an Gefallenen und 8 Offtcieren, 329 Mann an Verwundeten; diesem zunächst haben die meisten Verluste die Linicn-Infanteriereaimenter Nr. 22 (Weber), Nr. 23 (Ajroldi) und Nr. 8 (Abele). — (Belohnung eines österreichischen Soldaten.) Seitens der französischen Regierung wurde ein Soldat des 8. Infanterieregiments (Baron Abcle), Namens Weiß, mit der goldenen Rettungsmedaille dccoriert für seine mit eigener Lebensgefahr geleistete Hilfe im französischen Consulat zu Serajewo während des großen Brandes. Außerdem erhielt derselbe eine Belohnung von 1000 Francs in Gold. Locales. — (Auszeichnung.) Der Grubenaufseher Mat» thäus Firm der Gewerkschaft am Savestrome in Sagor wurde in Anerkennung seiner 42jährigen musterhaften Dienstleistung durch Verleihung des silbernen Verdienft-kreuzes ausgezeichnet, — (Das November-Avancement.) Gestern wurde das diesjährige November-Avancement für die l. k. Armee publiciert. Dasselbe ist weit umfangreicher, als nach den hierüber im Umlaufe gewesenen Gerüchten erwartet wurde, und umfasst mehrere Tausende von Namen. In den höheren Chargen wurden ernannt acht Feldmarschallieutenants, 15 Generalmajore, 44 Oberste, 00 Oberstlieutenants, 85 Majore nebst einer großen Anzahl von Hauptlruten und Subalternofficicren. Außerdem wurde ein Vice-Admiral, 1 Contre-Admiral, ein Linirnschiffscapitän, 3 Fregatten« und 5 Corvettencapitäne ernannt. Speciell unfer vaterländisches Infanterieregiment Freiherr v. Kühn Nr. 17 wurde vom Avancement verhältnismäßig nur wenig und mit einer Ausnahme fast nur in den untersten Chargen berührt. Für heute heben wir nur hervor, dass der Reservecommandant des genannten Regiments. Herr Oberstlieutenant Knob loch, unter Belastung in dieser seiner Stellung zum Obersten befördert wurde. Einen möglichst genauen AuSzug der viele Druckbogen umfassenden Namensliste, so weit dieselbe die verschiedenen aus Krain ergänzten oder in Krain garnisonierenden Truppenlörpcr oder sonst hier bekannte Persönlichkeiten betrifft, bringen wir in unserem morgigen Blatte. — (Pcrsonalveränderungen im krai-nischen Lehrstande,) Die „Laib. Schulztg " verzeich-net nachstehende Personalveränderungen im krainischen Lchrstande: Herr Andreas Gercar, Oberlehrer zu St. Ruprecht, wurde zum definitiven Oberlehrer zu Nassenfuh, Herr Mathias Aartcl, Lehrer zu Maichau, zum definitiven Oberlehrer zu Tschermoschniz und Herr I. Cepuder zum definitiven Lehrer zu Littai ernannt. Fräulein Anna Podrclar, Lehrerin zu Thörl in Kärntcn, erhielt eine Lehrstelle zu Neumarktl, Fräulein Christine Sadnilar, absolvierte Lehramtscandidatin, eine solche zu St. Bar-thclmc. Herr Pirnat wnrdr nach Pretschna übersetzt. Herr Ioh. Wozlaccl. prov. Lehrer zu Ärunndors, kam als solcher nach St. Kanzian bei Aucrspcrg und Herr Josef Icglic, gewesener Lehramtszügling des dritten Jahrganges, als Autzhilsslehrer nach Brunndorf. Herr Mat. Hiti, Lehrer zu Ebcnthal, kam als solcher nach St, Michael bei Sciscnberg. — (Heimkehr von Reservisten.) Heute, morgen und nächstertage trifft in drei Transporten eine größere Anzahl von Reservisten des Infanterieregiments Freiherr v. Kühn Nr, 17 auc> Livlio in Laibach ein. Fünfzig Mnnn hievon werden als Cordon» assistcnz zurückbehalten, die anderen entlasse». — (Rinderpest.) Infolge des in Ielschane im Küstenlandc constatiertcn NinderpestfalleS wurde die Ab-Haltung von Viehmärlten im Bereiche des politischen Bezirkes Adelsberg bis auf weiteres verboten, und wurden sämmtliche Ortschaften der Gemeinde» Iablamz. Dor.icgg. Feistriz, Prcm. Smerje. Tschele, Ianeschou-bcrdu, Kilenberg, St. Michael bei Nadameselu Sa-gurie und Grafenbrunn, dann die Ortschaften Ofirosch-nowerdu und Suhoric der Gemeinde Koschana ,n den Scuchcugrcnzbezirl cinbezogen. — lEin f' ndi.ier Dieb.) Den, Grundbesitzer Johann Firn. m Wolf-berg m. L.ttmer Bezirke wurde kürzlich ein Betrag v.n 300 si,. bestehend m versch.e-denen alten Thalern. Zwanzigern und anderen S'lber-münzen obwohl derselbe an e.ner vermeintlich meman-den l'el'nmten Stelle im Hause eingemauert War. von eiin'in lmbelaimten Thäter gestohlen. Der findige Dieb. der von dem Verstecke, in welchem der SUbe^chütz beb 211« genamlten Bauern eingemauert war, auf unerklärte Weise Kenntnis erlangt haben musste, nahm bei dieser Gelegenheit auch vier Stücke Hausleinwand mit. — (Drahtseilbahn.) Am 24. d. M. fand in Hrastlügg unter Intervention des Statthaltereirathes Schießler, Oberbaurathes von Hochenburger, der t. k. Gcurralinspection für Eisenbahnen und der Südbahngesellschaft die technisch-polizeiliche Erprobung der aus dem Oistroer Kohlenbergbaue zur dortigen Bahnstation führenocn Drahtseilbahn statt. Eigenthümer dcs Kohlen« Werkes ist der bekannte Industrielle Sarg aus Wien. —ä.(Theater.) Die vorgestrige „Angot"-Vorstellung gestaltete sich zu einem Solistenbravourabende, der vom anwesenden Publicum trotz mancher Gebrechen des Ensembles beifälligst aufgenommen wurde. Letztcrc ergaben sich hauptsächlich dadurch, dass der Männerchor unzureichend markiert wurde und dass es außerdem auch den Mittelkräften nur theilweise gelang, die angemessene Wirkung hervorzubringen. Im allgemeinen machte sich Personalmangel geltend, und zwar hauptsächlich dort, wo die Pointe der Composition und Handlung im Masseneffecte beruht, z. B. beim Chor der Ver« schworenen und in den Volksscenen des ersten Actes. Die Darsteller der Hauptpartien leisteten Vorzügliches, namentlich Herr Weih (Ange Pitou), welcher excellent bei Stimme war und seine dankbaren Gesangsnummern mit hinreißendem Feuer vortrug. Nächst ihm verdienen die Primadonna Frl. Widemann und die Belladonna Frl. Heißing an erster Stelle genannt zu werden. Beide brachten im ganzen genommen gleich einnehmende und reizende Productionen, die sich in jeder Beziehung gegenseitig ergänzten und den Erfolg der Ausführung sicherten. Das bekannte Duett im zweiten Aufzuge, dann die prächtig in Musik gesetzten Liebesscenen mit „Ange Pitou" riefen stürmischen Beifall hervor. Herr Mundheim zeichnete die vorwiegend mimische Partie des „Larivaudiöre" mit tactvoller Mäßigung und zumeist feiner, jedoch nicht ganz ausgenützter Nuancie-rung. Herr Endtresser (Pomponnet) wirkte durchaus zufriedenstellend, obwohl er es noch immer nicht versteht, an richtiger Stelle aufzutragen. Herr Weitz war als „Luuchard" etwas trocken. Frl. Nohmann (Amaranthe) verfügt über ein hübsches Organ, entbehrt jedoch trotz allen Ltrebens der nöthigen Unbefangenheit des Vor-trages und Spieles; hingegen gab sich Herr Bernthal wenig Mühe, den Trenitz zur Geltung zu bringen. Der Chor zeigte nicht die gehörige und bisher gewohnte Sicherheit, allein auch einige Solisten waren bezüglich des Textes nicht ganz im klaren. Die Kostüme boten mehr Abwechslung und Phantasie als nöthig. — („Heimat.") Die Nummer 4 des illustrierten Familienblattes „Die Heimat" enthält: Stern und Irrlicht. Novelle. Von Wilhelm Jensen. (Fortsetzung.) — Mardona. Novelle. Von Sacher-Masoch. (Fortsetzung) — Rückkehr aus der Stadt. Von Taddäns v. Rybkowski. — Im Herbst. Gedicht. Aus dem Ungarischen des Alex. Petüfi, übertragen von F, Gernerth. — Von dem jugendlichen Altmeister. Von Alexander Rosen. — La Roche. — Der Weltuntergang. Emc wissenschaftliche Causerie. Von Dr. H. S. — Alexander Petöfi. Von A. C. Wiesner. — Der Schäfer und die Schlange. (Thüringer Volksmärchen.) — Rundschau. — Aus aller Welt. Neueste Poff. Wien. 25. Oktober. Nach authentischer Mittheilung war Fürst Bismarck zum Abschlüsse eines Bündnisses in Wien ermächtigt. Die Monarchen nahmen nur das über die Wicner Vereinbarungen überreichte Resume zustimmend zur Kenntnis. Die Meldung von der Unterzeichnung des Protokolles ist unbegründet. Pest, 25. Oktober. (Presse.) Der Finanzausschuss des Abgeordnetenhauses verhandelte die Vorlage über die Kosten des Hofstaates und accevtiertc ohne De- batte den Entwurf, welcher die Kosten mit 4.650,000, Gulden für zehn Jahre fixiert. Semlin. 25. Oktober. (Presse.) Wegen Beseitigung des Obersten Horvatovic aus der Armee und Versetzung vieler Officiere in den Ruhestand herrfcht große Entrüstung im Officierscorps. Einige Officiere wurden wegen zu scharfer Aeußerungen in Untersuchung gezogen. Berlin, 25. Oktober. In der Eeneralsynode erklärte der Cultusnnnister von Puttkammer, in der Volksschule müsse der Religionsunterricht daK Centrum des ganzen Unterrichtes bilden. Der Staat könne die Herrschaft über die Schule mit niemanden theilen; er werde nicht generell an den Grundlagen der Falk« schen Bestimmungen rütteln. Die Synode nahm die Anträge betreffs des confefsionellen Charakters der Schule an. London, 24. Oktober. Nachrichten aus Afghanistan melden, dass die Engländer gegen Shutargarden marschieren, wo zahlreiche Banden Ghilzaik zur Vertheidigung bereit stehen. Die Engländer befürchten, dort auf «.'inen erbitterten Widerstand zu stoßen. Bright ist in Dschellalabad eingetroffen; Hough besetzt Dun-damuk. London, 24. Oktober. Der Dampfer „Pejaro del Occano" ist auf seiner Fahrt von Havanna nach Nuevitas im alten Bahamakanal am 18. Oktober verbrannt. 42 Passagiere sind umgekommen, 17 Personen von der Mannschaft wurden gerettet und sind in Neworleans angekommen. Manchester, 25. Oktober. Marquis Hartington hielt gestern in einer Versammlung eine Rede, in welcher er erklärte: Die Politik Salisbnrys, welcher die zur Aufrechterhaltung einer schlechten Negierung geführten Kriege rechtfertigte, fei eine unmoralische Politik. Die liberale Regierung werde die Politik der konservativen zwar nicht vollständig umtchren, denn sie müsse die internationalen Verpflichtungen respec-tiereu; wohl aber werde die liberal» Negierung eine Politik der Bündnisse befolgen, um den Frieden und die Unabhängigkeit Europas zu sichern, sich jedem Angriffe zu widersetzen, den Schwachen gegen den Starken, die freie Bevölkerung gegen ihre Unterdrücker zu schützen. Madrid, 24. Oktober. Der König wuide in Mnrcia mit unbeschreiblichem Iubcl aufgenommen. Der König gieng nach Chartagena, von wo er nach Al« mena und Malaga sich begibt. Auf seiner Reise besichtigte er die durch die Ueberschwemmung betroffenen Orte und lieh bedeutende Summen zu Gunsten der Beschädigten zurück. Die Schäden in Murcia betragen 50 Millionen; man beilagt den Tod von 1000 Personen. Serajewo, 25. Oktober. Die Nachrichten über die Vorkommnisse im Districte Nevesinjc sind entstellt. Einzelne Tretinaverweigerungen sind infolge der Miss-crnte oder ungebürlicher Forderungen der Grundherren vorgekommen, ohne jedoch irgendwelche Besorgnis zu veranlassen. Der Einfluss dcr Behörden ist hier wie allerwärts unverändert aufrechterhalten, und gegen etwaige Ruhestörungen ist auch militärisch genügend vorgesorgt. Cetinje. 25. Oktober. (Pol. Corr.) Die Alba-nesen haben von der Kula Orschaniza aus den montenegrinischen Wachposten angegriffen. Der Kampf dauerte bis Mitternacht. Seitdem sind 100 Türken in Bre-govica eingefallen. Zwei montenegrinifche Bataillone haben Befehl erhalten, Velika zu nehmen. Infolge drssen wird bei Orschaniza Kula nächst Velika ein Kampf gcwärtigt. Bukarest, 25. Oktober. Die Amtszeitung ver-öffentlich! das Gesetz betreffs der Verfasfunqsrrvision. Eine Botschaft des Fürsten verwandelt die Revisions'-tammern in gewöhnliche Kammern. Der Kriegsminister legte im Senate den Antrag auf sofortige Inoigenats-ertheilung an alle Israelite» vor, welche an dem Un-abhängigkeitLkriege theilgenommen. Constantinopel. 25. Oktober. In der ge-strigen siebenten Conferenz über die griechifche Frage verlasen die Türken ein Memorandum, welches nnt dem Verlangen schließt, dass die vom Berliner Con« gresse bestimmten Grenzlinien eine wesentliche Aenderung erfahren müssen. Die Griechen verlasen hieraus auch ihrerseits ein Memorandum, in welchem ebenfalls eine von den Congrefsbestimmungen wesentlich verschiedene Grenzregulierung vorgeschlagen wird. Ewe Discussion fand nicht statt. Die nächste Sitzung lst unbestimmt. Pera, 25. Oktober. (Presse.) Die Pforte verständigte den montenegrinischen Vertreter Stanko Ra-doni»!, dass sie bereit wäre, an Stelle von Plava uuo Gusinje ein anderes Gebiet an Montenegro abzutreten und darüber in Verhandlung zu treten. RadoM lehnte das Anerbieten unter Hinweis auf den Berliner Vertrag ab. Telegraphischer Wechsclcurs. vom 25. Oktober. Papier > Rente 63 50. — Silber. Rente 69-70. — Gold' Rente 81 . - 1860cr Staats.Anlchcn 127 80. — Banl'Actien 837. — Credit.Actien 267 20, — London 117—. — Silber -—. K. t. Münz.Ducatcn 5 59. — 20. Fran ten - Stucke 9 32. — 100.3teichsularl 57 75. Wien, 25, Oktober, 2'/, Uhr nachmittags. (Schlusscurse.) Crcditactien 267 10. 1860er Lose 12? 90. 1864er Lose 157'?b, österreichische Rente in Papier 68 50. Stantsbahn 265^-, Nordbahil 229' . 20.ssrankenstücke 9 32^,. türkische Lose 19^, ungarischr Creditacticn 255 50. LllNidactir!! 581 —, österreichisch Aiisslobanl 135—, Lombarden 78 -. Unionbant 93 60, CoM' mnnalanlehen 113 10, Eguptische —, Goldrente 81'--, ungarische Holdrente 96 17. Fest. Am 25. Oktober. Hotel Stadt Wien. Dicm. Ingenieur und Gutsbesitzer, Hollen« stcin. -^ Spitcr. Vertreter eines Bergwerkes, Lanzenlirchen-— Ernst, Kfnl,, Wicn. . Hotel Elephant. Fröhlich, Kfm,, und Dr. Weih, med. Arzi, Wien. — Dr. Wolf. Ncgimentsarzt, Agram. — Veraer, Leipzig. — Globoinit, GcwcrkSbcsiyer, Eisncrn. . .,, Vaicrischcr Hof. Aschmann, Beamter. (Äottschce. — Culul", Finnic, — Vcröcuii, Buccari. Mohren. Dragiü Luise. Zaprcsii. — Smcnorovii, Reis-, P"" grade. — Gertschar, Carlstadt. Kaiser von Oesterreich. Fcrfila, Kaufm., Görz. — Kennauner. Luitsch. Verstorbene. Den 24. Oltober. Mathias Smolnilar, Fialertnecht, 40 I,, Pcterssttühc Nr. 50, Nordn» ijriMii. Den 26, Ottobcr. Maria Bcvc, Grundbesitzerswitwe, 69 I., Rain Nr. 18, Wassersucht. Im Civilspitale: Dcn 24. Oktober. Theresia Müller, Taglöhnerstochter, 4'/2 Stunden. Lebensschwäche. c> Den 25. O k t 0 b c r. Maria Pirc, Inwohnerin, 51 ^ allgemeine Wassersucht. Lottoziehungcn vom 25. Oktober: Wien: 60 30 74 67 7. Graz: 80 18 68 83 66. Meteorologische Beobachtungen in Laibach^ -: -Z A N « :^ ^ " 7U7Mg. 736 24^>'60 SW. schwach ^bewöllt^ «g 25. 2 „ N. 735-63 4. 8 3 O. schwach bewölkt """ ^_ 9_" Ab^ 735-59 ^> 6 2 O. schwach bewölkt^___^ ^ '7"ÜlMg, > 737'80 ! ^58 NW. schiuach' bewöltt ^ 26. 2 „ N,' 738 50 ^- 9 4 windstill bewölkt "" 9 „ Ab. 7^i!) 25 ^. 2 ll O, schwach heiter . Den 25. anhaltend trübe. Drn 26, uurmittags trübe, n"^, mittags Ausheitcrnng; mondhelle Nacht. Das vorgcstr'gc ^"« », Mittel dcr Wärme 4> 6 8". das gestriae ^- ü'9", beM"» u weise um 2'5° und 3 2" unter dem Normale. ______^^ Verautwortlichrr Nedactsilr: Ottomar «"mberg- ^ Vl)l^llv(ll(!)^. Wien, 24. Oltober. (1 Uhr.) Die Börse verharrte in Uuthätigtcit, da für die Arbitrage lein Spielraum, für die Speculation leine Anregung geboten war._____^ »eld Ware Papierrente........ 6840 6850 Silberrente........ 6990 70 — Goldrente......... 81' - 81 10 Lose, 1854........ 120— 12050 , I860........ 12775 12790 . I860 (zu 100 fl.) - - 12950 130 ' 1864........ 157 75 158 - .wa. Prämien-Anl..... 104 50 104 80 Credit.L.......... 168— 168 25 Rudolfs.«......... 17— 17 50 Prämienanl. der Stadt Wien 113— 113 25 Donau-Negulierungs'Lose . . 109 75 110 — Domänen»Pfandbriefe . . . 143 50 144 — Oesterr. Schahschcine 1881 rückzahlbar ......... 10060 101' - Oesterr. Schahscheine 1882 rück» zahlbar . ....... "10 90 101 25 Unaarischc Ooldrente .... 96 — 96 10 Unstarischc Eisenbahn0 9475 Siebenbüraen....... 87— 8? 50 Temeser Vanat...... 8850 8925 Ungarn.......... 91— 92 klttien von Vanlen «eld War Nnglo-österr. Vanl..... 13450 13475 Creditanstalt ....... 265 30 26550 Depositenbank....... 221 - 222 - Kreditanstalt, unaar..... 254— 254'50 Oesterreichisch-ungarische Bank 837 ^8 Unionbant . . 93 50 93 75 Vertehrsbllnt....... 121'- 122 Wiener Bankverein..... 13« — 1"'«'50 «ctlen von TranSvsrt'Unterneh. mungen. Alföld.Nahn .......137 — 137 50 Donau'Dampfschiff.^eselllchait 582 584 Elisabeth-Westbahn .... 17250 172 V«lb Märe Ferdinands.Nordbllhn. . . .2295-2298 — ssranz.Iosevh-Äahn .... 149-- 14950 Oalizischt Carl-Ludwig - Bahn 239 50 240-Kaschau-Oderberger Bahn . . 113— 113 50 Lcmberg-Czernowiher Bahn . 139 25 139 50 Lloyd - Gesellschaft.....58l>— 581 - Oesterr. Nordwestbahn .... 131 - 131 50 Nudolfs.Nahn.......136- 136 50 Ttaatsbahn........264—264 50 Zttdbahn.........78—7850 Theih.Bahn........205.-50 2<,6' - Ungar,-galiz, Verbindungsbahn 109 50 NO Ungarische Nordostbahn . . l29 25 lU9 75 Wiener Trammali-^esellschaft 202 — 202 50 Pfandbriefe. Allg.üst.Vodencreditanst.fi.Gd.) >17 - N750 « « . li, A'V.) 100 - 100 l,0 Oesterrcichisch - ungarische Nal:l 100 05 1')1 15 Ung. Booencrcdit-Inst. (Ä.'B,) 100 - 100 50 PrisritätsVbliaationen. Elifabeth.B, 1. Em.....9650 96 75 Ferd.«Nordb. in Silber , . . 106- 1l»6 50, Franz-Joseph. Bahn ... 9450 94-75 Gal. Carl-Ludwin-B,. 1. Em. W2 25 10^ Oesterr. Nordwrst.Bahn . - '^A 74?5 Ziebcnbürger Bahn .... A^. 168^ Ztaatsbahn 1. Em..... 1t»° ^ght» 2üdb°h" u 3°/. -..--- Zi^ 101 " Devise«. Auf deutsche Plätze..... "^ H?30 London, kurze S'cht ... - >" ^ l l?!0. Ang 0 1L420. Londvn 117-lb bi» 117 30. Napoleons 933'/, bis »34. SUber 100 — bis 100 -.