Nr. 275. Samstag, 28. November 1908. 121. Jahrgang. Mbacher Zeitnna Vräuumeratlonsprels : Mit P ostvei! e» bu n g: aan^jährig »o li, halbjHhria lö ll. Im Kontor: ganzjährig »« li, halbjähilg li X ssür die Zustellung ln« Hau« aaüzjährin 2 X. — Inserttonsgebühr: ssür lleine Inleilltc h!» zu 4 Zeilen 50 b, größere per Heile 1» d; bei üsteren Wiebeiholungeli prr Zeile » k. Dis «Laibackcl >>si!,!»a» erscheint täglich, mi! «uelmlimr d« ^onn unt> ^eiertnze. Die »»«iniftralion ve>nnb«l sich Milloöi^Niahc Är, Ü0: die Uedatti»» Dalmalinga^e Äir, 10. Sprechstunden dei Nebattion oo» » bi« w Uhi vo» mittag». Unfranlierte Vrir»e werden nicht angenommen, Vlanullrivt, nicht zurückgestellt. I«ltph»«»«r. >»r ««dalti,» 52. Amtlicher Geil. Nach dem Amtsblatts zur «Wiener Zeitung» vom 26. No> vember l^Ott (Nr, 274) wurde die Weiterverbreitung folgender Preherzeussnisse verboten: Nr. 47 «Elbepost» vom 2!. November 1908. Nr. 50 .ölowv»ll? ^ill. vom L<». November 1908. Nr. 24 «Oliuvmk» von, 20. November 1908. Nr. 87 «Saazer Anzeiger» vom 6. November 1908. Nr. 44 .Rumbnrger Nachrichten» (1. und 2. Auflage) vom 19. November >W8. Nr. 47 «IIlk8)' raki-oku» vom 21. November 1908. MchtamMcher Heil. Aus dem Herrcnhause. Wien, 2l». November. Präsident Fürst Windifchgraetz eröffnet die Sitzung um 3 Uhr 45) Minuten. Er gibt zunächst bekannt, daß er anläßlich der Verlobung der Tüchler des Erzherzogs Karl Stephan, Erzherzogin Renata Maria, überzeugt, nach den Intentionen der Mitglieder des Herrenhauses zu handeln, Mitteilung von der freudigen Teilnahme des Herrenhauses an diesem hehren Ereignisse in entsprechender Weise an die Stufen des Allerhöchsten Thrones und an die Eltern der Braut habe gelangen lassen. Diese Kundgebung sei voll Seiner Majestät und den Eltern der Braut zur Kenntnis genominen worden. Der Ministerpräsident macht in einer Zuschrift Mitteilung von der Einberufung der erblichen Hcrrenhausmitglieder Heinrich Graf Haugwitz und Prinz Schaumburg-Lippe. Fürstcrzbischof Franz Scdcj von Görz und Prinz Schaumburg-Lippe, welche zum erstenmal im Haufe erschienen sind, leisten die Angelobung. In einer Zuschrift macht der gewesene Ministerpräsident Freiherr von Beck Mitteilung von seiner Enthebung und von der Enthebung der übrigen Kabincttsmitglicder vom Amte. Präsident Fürst W i n d i s ch g ra e tz: „Ich habe mich veranlaßt gesehen, in Beantwortung dieses Schreibens Seiner Exzellenz für das dem Präsidium des Herrenhauses gegenüber stets bekundete Ent- gegenkommen den verbindlichsten Tank auszusprc-chcn." In einer Zuschrift des Ministerpräsidenten Freiherrn von Bienerth wird die Ernennung des neuen Ministeriums dem Hause zur Kenntnis gebracht. Der Präsident widmet den verstorbenen Mitgliedern des Hauses warme Nachrufe. Ministerpräsident Freiherr von Vienerth erklärt in seiner Programmrede, nachdem er der durch allerhöchste Willensmeinung dem Kabinette gesetzten Aufgabe gedachte, die Gestaltung der äußeren Lage ebenso wie die großen gesetzgeberischen Aufgaben der nächsten Zeit, die an die Verantwortung von Parlament und Regierung hohe Anforderungen stellen, erheischen einen besonders innigen Zusammenhang zwischen beiden öffentlichen Gewalten. Veidc müssen sicher aufeinander rechnen können. Als tunlichstes Mittel zur Erreichung dieses Zweckes habe es sich überall bewährt, den Parteien einen Anteil an der Negierung einzuräumen. Sie sollen mit der Macht auch deren Verantwortung übernehmen. Wenn aber angesichts der weitgehenden Differenzierung unseres Parteiwesens eine geschlossene einheitliche Mehrheit und deren Herrschaft unmöglich ist, so läßt sich die Teilnahme der Parteien an der Regierung nur durch Vereinigung der verschiedenartigen Elemente erzielen- doch muß eine Sicherung dagegen gefunden werden, daß jeden Augenblick eine lokale Streitfrage aufgeworfen werden kann, die auf das Parlament übergreift und dessen Arbeitsfähigkeit gefährdet. Deshalb wird die Regierung mit möglichster Beschleunigung den Entwurf eines Tprachengcsctzes und den Entwurf, betreffend die Schaffung von Krcisregicrungen für Böhmen vorlegen und in ihrer ganzen Geschäftsführung dein Ziele der nationalen Beruhigung zustreben. Die der Einsetzung der gegenwärtigen Regierung vorangegangenen Besprechungen haben in dem Kabinettschef die Überzeugung bekräftigt, daß die Ausgleichung der Gegensätze durch die Regelung der konkreten Streitfragen nicht unmöglich ist. Der Pflicht, den Weg der Verhano« lung mit dem redlichen Willen zur Einigung zu betreten, darf sich im Staate keine cin-zigc Gruppe ent-schlagen. Wenn die staatserhaltenden Parteien eine Übereinkunft schließen und die ihnen angebotene Beteiligung an der Regierung mit weiser Mäßigung ergreifen, dann werden sie den Staat zu einer großen Blüte des Erwerbslebens führen, sich selbst zur Ehre und der ganzen Bevölkerung zum Nutzen. Bei der vielfach wahrnehmbaren Neigung, gesetzliche Verpflichtungen gering zu schätzen und individuelle Ansichten und Ansprühe über die allgemeine Norm zu stellen, betrachte es die Regierung als unerläßliche Notwendigkeit, daß die Regierung auf den Vcrwaltungsapparat mit vollster Sicherheit rechnen könne. Als nächste Aufgabe der Regierung bezeichnet der Ministerpräsident die parlamentarische Ticher-stellung des Staatsvoranschlages und die Erledigung des Annexionsgesetzes. Die rasche parlamentarische Verabschiedung dieser Vorlage sei eine eminente gesamtstaatliche Notwendigkeit. Sie soll der Welt bekunden, daß in dieser Vorlage Krone und Voll. Regierung und Parlament eines Sinnes sind. Der Ministerpräsident verweist auf die großen Reformwerke, bei denen dem Herrenhause ein besonderer Anteil zugedacht ist. Er erklärt, die Regie« nmg werde, soweit es in ihrer Kraft stehe, dafür sorgen, daß das Herrenhaus rechtzeitig und ohne den oft beklagten Terminzwang zu allen schwebenden Fragen Stellung nehmen könne (Beifall) und versichert schließlich, daß die Regierung innerhalb der enggesteckten Grenzen eine objektive, sachgemäße Verwaltung, die Wahrung von Recht und Ordnung, die Milderung der nationalen Gegensätze und die Wahrnehmung der Wohlfahrtsintcressen der Bevölkerung als wesentlichste Pflichten betrachten werde. Überzeugt, daß solchen Absichten die Billigung dc5 Herrenhauses nicht versagt werden wird, erbitte er dessen wertvolle Unterstützung. iLebhafter Beifall.) Der Ministerpräsident wird vielseitig beglückwünscht. Feuilleton. Die ersten Sonnenstrahlen. Eine Legende. Im Himmel hat jeder Engel seinen besonderen Dienst. Der Cherubim und Scraphpim sind die schwersten und verantwortungsvollsten Aufgaben zu-gewiefen, nicht minder ernst sind die Pflichten der ungezählten Schutzengel, welche die Menschen von der Wiege bis zum Grabe treu geleiten. Aber auch Kinderseelen, die ein früher Tod den Scharen der Engel zuführte, bekommen allerhand in Paradies zu tun. Sie sind es, welche die Blumen mit Tau bcgicßen, die weißen Schneeflocken auf die Erde streuen und auch den Heiligen während ihres irdischen Daseins unsichtbar viele kleine Dienste leisten. Ein besonderes Recht dieser Englem ist es auch, die Sonnenstrahlen, die nach langer Winterszeit das Herz der Menschenkinder an, erstell warmen Frühlingstage erfreuen sollen, auf die Erde zu begleiten; jedes Englein darf den ihm zugewiesenen Sonnen-Itrahl dahin führen, wo es will. Am Abende aber müssen die kleinen Seelen dem Himmelsvaier Rechenschaft geben, wie jede ihre Pflicht erfüllte. Und so standen sie nun alle am Throne Gottes, die lichten Reihen dieser lieblichen Geister, und ein Englcin nach dein anderen erstattete Bericht, was es den Tag über getan. Da hatte ein Englcin erzählt, wie es seinen Sonnenstrahl in eine dumpfe Krankenstube geführt, und wie es sich gefreut hatte, ein glückliches Ausleuchten in dem blassen Gesichte des Kranken zu sehen. Ein anderes war in ein finsteres Gefängnis gedrungen und hatie dorthin ein wenig Trost gebracht. Ein drittes hatte einen müden Greis vor die Türschwelle und auf die Gartenbant gelockt und seine vom Ninterfrost erstarrten Hände erwärmt. Ein viertes wieder hatte mit praktischem Sinne das sclbstgcsponnene Leinen einer armen Witwe gebleicht und gleich daneben ihr Feld beschienen, um die grünen Hälmchen von der sie erstickenden letzten Schneehütte zu befreien. Ein anderes endlich hatte mit seinem Sonnenstrahle blasse Kinder einer Fabriksstadt ins Freie hinausgeführt und ihre Back-chen rot gefärbt. So hatte jedes etwas Gutes getan, und mit glücklichem Lächeln empfingen sie ihren Lohn: den Segen ihres Schöpfers. Nur ein Englein stand noch vor dem göttlichen Richter, beschämt, mit gesenktem Blicke. Es hatte sich hinter den anderen versteckt gehalten und ließ immer ein anderes vortreten. Nun war es als letztes übrig geblieben und mußte reden. Da warf es sich zu Gottes Füßen nieder und fchluchztc bitterlich. „Was hast du getan?" fragte Gottes Stimme, und mit Zittern begann das Englein seinen Bericht: „Verzeih, o Vater, ich habe nichts Gutes gewirkt. Ich weiß, du wirst mir zürnen, aber gewiß, im nächsten Jahre werde ich es besser machen. Ich flog mit den anderen Englcin auf meinem Sonncn-strahle der Erde zu. Es war heute zum erstenmale, und da schien mir alles so neu und wunderlich. Wir flogen an einem stattlichen Schluß vorbei, das hoch oben auf steilem Felsen stand. Ich sah ein offenes Fenster und die Neugierdc trieb mich hinein. Dort gab es viel zu schauen: herrliche Bilder, kostbares Gerät, weiche Teppiche. Ganz geblendet von all der Pracht, wußte ich nicht, was zuerst bewundern, und ich vergaß ganz meine Aufgabe, daß du uns doch nur ausgeschickt hattest, Gutes zu tun und Freude zu bereiten. Ich tonnte mich nicht sattschen an all der Herrlichkeit. Da streifte mein Blick eine tiefer liegende Nische des Zimmers, die bisher im Dunkel gelegen war. Es leuchtete dort auf, denn mein Sonnenstrahl war auf. ein in Silber gearbeitetes Kruzifix gefallen. Von Künstlerhand geformt, hing dein Bild dort an der Wand, und es fchicn mir, als schauten deine Augen mit Vorwurf und Wehmut auf mich nieder. In diesem Augenblicke hörte ich einen dumpfen Aufschrei, und ein Mann mit ergrautem Haar, dessen Anwesenheit ich nicht bemerkt hatte, barg schluchzend das Haupt in seine Hände, während eine Pistole demselben entglitt. Schreckcrfüllt und mit schuldbeladenem Herzen entfloh ich dem Raume und mußte himmelwärts fliegen, denn mein Sonnenstrahl war ja nun frei und folgte mir nicht mehr. — Ich weiß, ich habe schwer gefehlt, aber Vater, verzeih mir, ich werde nie mehr neugierig sein und ein anderes Jahr meine Aufgabe besser erfüllen!" Und wieder barg das Englein das von Tränen überströmte Gesicht in seine Händchen. Aber voll Liebe und mit gütigem Blicke beugte sich der himmlische Vater zu ihm nieder, richtete es auf und seine Hand ihm segnend aufs Köpfchen legend, sprach er voll Milde: „Tröste dich, mein Englein, du hast deine Sache recht gemacht, ich bin zufrieden mit dir und segne dich! Du hast Größeres als die anderen getan, du hast einen Verzweifelten gerettet!" („Vaterland.") Laibachei Zeitnnc, Nr. 275. 2562 28. November 1908. Das Gesetz, betreffend die Verhütung und Bekämpfung übertragbarer.Mantheitcn, wird an eine Spezialkommission verwiesen. Der Antrag, betreffend die Regelung der Dienstverhältnisse und der Bezüge der Lehrkräfte an den Ttaatsgewcrbeschulen, wird ohne erste Lesung der Budgetkommission zugewiesen. Nach Vornahme von Kommissionswaren teilt der Präsident mit, das; Samstag um 4 Uhr nachmittags eine außerordentliche Festsitzung anläßlich des Regierungsjubiläums Seiner Majestät stattfindet. Tie öffentliche Sitzung wird hierauf geschlossen. Es findet eine geheime SiiMng statt. Im Einlaufe befindet sich folgender Antrag des Fürsten Fürstenberg, Dr. Grabmayr und Dr. Toldt: In Erwägung, das', die jüngsten, tief beklagenswerten und nicht strenge genug zu verurteilenden Vorgänge an der Universität in Wien in der gerechten und sachlichen Beurteilung der Frage des italienischen Hochschulunterrichtes nicht beirren dürfen; in Erwägung, daß seit jeher Einrichtungen bestanden, die es' der italienischen Jugend in Österreich möglich machten, den juridischen Hochschulunterricht in ihrer Muttersprache zu erhalten; in Erwägung, daß die an der Innsbruck« Hochschule für diese Zwecke schon vor Jahrzehnten getroffenen Einrichtungen sich als unzulänglich erwiesen und daß die vielfachen Unzukömmlichkeiten der damals befürchteten Utraquisic-rung der deutschen Universität in Innsbruck, zu der auch vom Tiroler Landtage geforderten Einrichtung einer selbständigen italienischen Rechtsfakulrät drängten; in Erwägung, daß das dringende Bl'-dörfniv der italienischen Nation nach einer iyrem kulturstande entsprechenden Hochschul/'inrichtuna unaemmdert fortbesteht, stellen die Gefertigten den Anl^ag: Das hohe Herrenhaus wolle beschlief'en: Die !."k. Negierung wird aufgeforoctt, mit tnn.ich-ster Beschleunigung eine Gesetzesvorlage einzubringen, durch welche eine Rcchtsfakultät mit italienischer Unterrichtssprache zur Errichtung gelangt. Politische Ueberlickt. llaibach. 27. Novembber, Aus Wien, ^«j. November, wird gemeldet: Die taktische Kooperation der Mitglieder des slovenischen Klubs mit jenen des Eüdslavifchen Verbandes ist mit dem heutigen Tage zur Tatsache geworden. Die konkret vorbereiteten Anträge ^ustcrM' wurden angenommen. Der neue Verband wird den Titel „Nationaler Verband" führen. Es wird eine gemeinsame parlamentarische .Commission eingesetzt werden und in wichtigen Fällen werden Plcnarvcrfammlun-gcn der Mitglieder beider Klubs, deren Selbständigkeit aufrecht bleibt, stattfinden. Die neue Forin des Zusammengehens der Mitglieder beider Klubs wird als organischer Verband aufgefaßt werden. Die Beschlüsse des gemeinsamen Vorstandes sowie der Plenarsitzungen werden für alle Mitglieder bindend sein. Der Vorstand des nationalen Verbandes wird eine Vereinigung der Vorstände beider Klubs sein, deren Präsidenten alternieren werden. Das erzielte Übereinkommen wird bereits in dem Dringlichkcits-antrage, betreffend die bosnische Frage, zum Ausdruck gebracht, der von den Mitgliedern beider Klubs unterfertigt ist. Die „Neue Freie Presse" erklärt in einer Besprechung des Annexionsgesetzes, die Mißstimmung, welche in österreichischen Parlamentskreisen über die ungleiche Terticrung der österreichischen und ungarischen Vorlagen herrsche, sei vollauf berechtigt. Damit sei der Keim zu großen und schweren Konflikten gegeben. Österreich hat mehr als zwei Drittel der Kosten der Okkupation getragen und wird vielleicht genötigt sein, noch in Zukunft für die Verwaltung der beiden Länder Opfer zu bringen. Österreich könnte sich entschließen, diese Opfer für ein Reichs-land zu bringen, nicht aber für ein Land, welches durch, einen Wink der ungarischen Gesetzgebung Ungarn direkt oder durch Vermittlung Kroatiens angegliedert und für immer jeder Einflußnahme Österreichs entzogen werden könnte. Darum muß von vornherein für die vollständige Klarstellung des Rcchtsverhältnisses gesorgt werden. In dem Verhältnis zwischen Österreich und Ungarn gilt vor allein der Satz: Clni-:», im^t:,, !»<>in uni'xii. Die unter dein Vorsitze Na^ovi<5 stehende bulgarische Födcrations-Lissa hat, wie man uns aus Sofia berichtet, in der letzten Sitzung den Beschluß gefaßt, angesichts der schwierigen internationalen, Lage, in welcher sich Bulgarien derzeit befindet, der demokratischen Negierung ihre Dienste anzubieten, um eine Unterstützung der Regierung seitens aller Oppositionsparteien zu vermitteln. Infolge dieses Beschlusses hat eine Abordnung der Liga beim Ministerpräsidenten Mnlinov vorgesprochen, um ihm das Anerbieten der Liga vorzutragen. Der Ministerpräsident lehnte dieses jedoch unter Hinweis darauf ab, daß er für die Politik der Regierung niemanden anderen verantwortlich machen wolle und daß das demokratische Kabinett selbst genug stark sei. Tagesneuissteiten. — sltin Abenteuer mit einer Niesenschlanqcj wird vou dor Tochter eines englischen Offiziers, die in Äatal Icbt, im „Wide World Magazine" erzählt. Mrs. Eomp-tun war eine begeisterte Harmoniumspielerin, und oft pflegte sie die kleine, einsam gelegene Kirche in der Nähe ihres Hauses zu besuchen, um dort am Harnwuium die Freuden der Musik zu genießen. Es war am Weih. nachtsabend, wieder war sie am Nachmittag in die Kirche gegangen, ihr Vruder Malcolm hatte sie einge» schlössen und wollte sie nach zwei Stunden wieder ab-holen. In dem kleinen Golteshause waren zur Weih. ncichtsseier reiche Vlumenmengen aufgestellt uud durch einen kleinen Wald duftender Vlülen ging Mrs. Comp. ton zu ihrem Harmoninm nnd begann einen Ehora! zu spielen. „Plötzlich, während des Spieles, überkam mich ein unerklärliches Gefühl der Beklemmung, und zugleich hörte ich es hinter mir zwischen den Vlumen und Asten rascheln. Ich wandte den Kopf zurück und sah in der Tat die Blätter sich bewegen. Vur Entsetzen war ich unfähig, eineil kaut auszustoßen) unwillkürlich nnd mechanisch spielten meine Finger auf den Tasten weiter. Ich war eine Gefangene, die Tür war verschlos-sen. Was war dort versteckt zwischen Nlumen und Vlat. tern? Nicht lange sollte ich im Zweifel bleiben. Zwi-scheu den Vliimenlöpfen hervor wand sich der schillernde Körper einer gewaltigen Niesenschlange. Ganz langsam, Zoll um Zoll, den Kopf weit aufgerichtet, näherte sich das Reptil. Der Kopf glitt hin und her, als suche er zu ergründen, woher die seltsamen Klänge kamen. Ich halte das Gefühl, als erstarrte mein Alut, aber zugleich wußte ich doch, die einzige kleine Nellungsmöglichteit lag in der Musik. Und so spielte ich und spielte. Mit Grauen sah ich, wie die Schlange mit bleierner ^iang-samleit, aber unabwendbar sich mir näherte und lauschte, die flackernden, grünlich schillernden Augen unaus. gesetzt aus mich gerichtet. Wehrlos und hoffnungslos sah ich so das Schicksal mir nahen, und ich konnte nichts tnn, als das Furchtbare, das kommen mußte, wenig» stens um Minuteu hinauszuschiebeu. Das Gefühl sür Zeit hatte, ich verloren, ich durchlebte cntschcnsvulle Ewigkeiten und dabei sah ich, wie das Tier gemächlich lauschte, nm dann wieder ein kleines Stückchen näher ans mich znzulommen . . ." Nach zwei Slnnden kam der Bruder zurück. Als der Schlüssel in dem rostigen Schlosse knirschte, wurde die Schlange unrnhig und in zorniger Erregung zuckte der Kopf hin und her. Mrs. (5omplons ^iedlingshnnd, eine kleine Nnlldoqae, hatte den Vruder begleitet und stürmte nun durch den Tür» spalt, die .Herrin zu begrüßen. Er sieht die Schlange, lind ein zorniges Velleu mischte sich in die Klänge des Harmoniums. Dann ein Vorwärtsfallen der Schlange, eiu verzweifeltes schrilles Ausheulen des uu-glücklichen Hundes — mehr sah ich nicht, denn ich war hinausgestürzt, riß meinen Äruder mit mir und warf die Tür zu. Von drinnen tönte das gellende Klagen meines armen Hundes, der für mich starb. Aber Ret« tung war unmöglich. Erst eine halbe Stunde später, als mein Vruder sein Gewehr geholt hatte, ereilte das schreckliche Reptil sein Schicksal . . ." — sStatistisches vom Frauenhaar.! Die Geduld des Statistikers hat für die sonderbare Frage, wieviel Kilometer Haar eine Frau wohl auf dem Kopse tragen mag, nunmehr die Antwort gefunden. Wie im „Gau-lois" berichtet wird, sind die blonden Haare iu der Regel üppiger und dichter als die dunkleren. Eine dunkelhaarige Frau trägt durchschnittlich eine Haar» länge von insgesamt nicht weniger als ?li Kilometern mit sich, während eine üppige Nlondine bisweilen 1N5 Kilometer und mehr erreicht. Dagegen lsas dunklere Haar stärker und widerstandsfähiger als das blonde, es trägt eine Last von 113 Gramm, ohne zu zerreißen, während das hellblonde, goldig schimmernde Haar be» reils bei 68 Gramm bricht. — sTardou »nd der Schuster.) Als Sardou noch als jnuger Mann, unbekannt und uuberühmt, durch die Straßen uon Paris trabte, um seine Manuskripte unter, zubringen und Literalurunterricht, die Stunde zu 40 Sous, zu geben, war er gelleidet wie ein armer Stu-dent, aber immer tadellos beschuht.. Das kam daher, daß der künftige Autor der ,,(5yprienne" einen menschen-freundlichen und weitsichtigen Schuster gefundeu halte, der ihm eiueu uubegrenzteu Kredit eröffnete. „Eines Tages", so erzählte Sardou dem Schauspieler Verton, „tritt plötzlich mein Schuster in meine Dachstube. Ich machte mich auf eine peinliche Szene gefaßt, denn ich war ihm noch immer meine etzten Schuhe schuldig. Dic junge Exzellenz. Noman ocm tkeorg Hartwig. „Aber ich bin ja doch kein Kind. Richard!" rief der Hauptmann halb ärgerlich. „Werft mich doch nicht mit Gewalt zum alten Eisen. Ich sage dir, ich weiß sehr wohl, was ich zu tun und zu lassen habe. Ich für meinen Teil könnte das Majorwerden vielleicht verschmerzen, obwohl schwer — aber Laura hat Ehrgeiz, sie will vorwärts kommen. Das ist ihr gutes Recht. Adieu! Ich habe nicht länger Zeit, zu schwatzen. Kimmritz macht da drüben schon wieder nichts wie Dummheiten, sowie ich nur den Rücken wende!" „Lebe wohl, Eginhard!" Der Assessor ging nach dem Ausgang. Aber der eigentümlich heiße' Druck, den er gestern neben Eva empfunden, legte sich jetzt wieder auf sein Herz und zwang ihn, umzukehren, um noch einmal seines Bruders Hand zu ergreifen. „Lebe wohl, Eginhard!" Der Assessor schritt am Posten vorüber zum Tore hinaus. Das perlende Glücksgefühl, das ihm in der Frühe die Seele so froh beschwingt, wollte nicht wiederkehren. Unwillkürlich haftete fein Fuß am Boden: er blieb stehen und schaute durch die schwarzen Stäbe des eisernen Gitters zurück in den düsteren Hof, wo die hagere Gestalt seines Bruders sich hastig vorwärts bewegte. Eine Regung vorwurfsvoller Anklage gegen Herrn von Soldens Anschauungsweise stieg lebhaft in ihm auf, daneben zum erstenmale ein drückendes Gefühl, seinen Vruder durch seine Herzenswahl in die Unzuträglichlcit seiner jetzigen Stellung zum Soldenschcn Hause hineingedrängt zu haben. Dieses Gefühl belastete sein reizbares Gewissen mit solcher Wucht, daß er am liebsten noch einmal umgekehrt wäre, seinem Bruder ein Wort zu sagen. Aber die Zeit drängle. Er ließ daher den Wunsch fallen, rief eine leere Droschke an und stieg ein. „Nach dein Bahnhof!" Es war eilt schöner, klarer Iänncrtag. Hin und wieder stieg eine dunkle Rauchsäule von der schneebedeckten Däclx'rn kerzengerade in die windstille Luft empör. 'Auf den glattgefrorencn Wegen spiegelte sich das Licht in tausendfacher Strahlenbrechung. Auf dem Bahnsteig war fchon reges Treiben. Eine Gruppe Damen fchritt plaudernd langsam auf und nieder. Frau von Soldcn mit ihrer Tochter, Laura und Helene. Die junge Braut hatte ihren Arm in den der Baronesse geschoben. Unter dem weißen Filzhut sah Evas rosiges Antlitz wie ein lachender Sonnenstrahl hervor. „Da ist Richard!" rief sie plötzlich, riß sich los und eilte ihm entgegen. „Mir wird es unendlich schwer, von dir zu gehen, Geliebte", flüsterte er, ihre Hand küssend. „Du bist standhafter als ich." „Aber denke doch an Ostern — und an den wunderschönen Monat Mai", gab sie ebenso leise und mit reizender Schalkhaftigkeit zurück. Er suchte ihr Auge. „Dein Vertrauen nehme ich mit mir wie deine Liebe. Könnte ich dich noch einmal umarmen, meine süße Eva!" Es läutete. Der Assessor trat zu Frau von Solden, die sich auf das herzlichste von ihm verabschiedete. „Mein Mann, lieber Richard, ist leider, wie Sie wissen, durch den Dienst verhindert, hier zu sein. Er sendet nachmals seine besten Grüße. Glückliche Reise, lieber Richard!" „Adieu, Laura! Grüße Eginhard!" „Hast du ihn gesprochen? Da läutet es wieder. Steig ein! Steig ein!" „Lebe wohl, Helene! Wir sehen uns auf der Hochzeit wieder!" Die Baronesse drückte ihm leicht diV Hand. „Das tun wir sicher." Eva kam es plötzlich zum Bewußtsein, daß es sich um eine Trennung handle, daß zwischen jetzt und Ostern immerhin noch einige Wochen lagen, die sie allein durchleben mußte, ohne ihres Bräutigams tägliche Morgen- und Abendbesuche. Ihr süßes Gesicht wurde ernst. „Du, Richard —" flüsterte sie, hastig nach seiner Hand greifend. Er küßte ihr beide Hände unter heißem Druck. „Lebe wohl, Eva! Auf Wiedersehen, Geliebte!" Und stieg ein. „Auf frohes Wiedersehen," rief Frau von Soldcn ihm nach. „Auf recht, recht frohes Wiedersehen!" Der Zug rollte langsam aus der Halle in den Wintertag hinein. Die Zurückgebliebenen sahen ihm schweigend nach. Eva bewegte eine Weile ihr Taschentuch — dann kam eine Biegung des Echienen-strangcs und das Rasseln der Räder verhallte in der Ferne. Hauptmann von Wechting hatte nichls Eiligeres zu tun, als seine Gattin von der vermeintlichen gehässigen Unterschiebung in Kenntnis zu setzen, als sei seine Gesundheit einer Erholung und Kräftigung dringend bedürftig. sIortschuna. folgt.) Uaibacher Zeitung Nr. 275 2563 28. November 190«. Aber nichts davon. Der brave Mail» zog mit Seelen» ruhe zlvei Paar Schuhe hervor, lind als ich sie erstaunt betrachtete, denn ich hatte feine Schuhe bestellt, obgleich ich sehr nötig welche brauchte, sagte er: Ich habe lange nicht das Vergnügen gehabt, Sie zu sehen. Ich denke, Sie kamen nicht zn mir, weil Sie mir Geld schuldig sind. Trotzdem brauchen Sie sicher Schnhe. Nun, da sind sie! Das eine Paar ist standhast und mit dicken Sohlen' das andere Paar besteht aus dem besten Lack» leder. Damit können Sie in Gesellschaften gehen. Von Zeit zu Zeit werde ich nachsehen kommen, ob sie noch ganz sind, und Wenn's nottut, werde ich Ihnen stets ei» Paar nene bringen. Veunruhigen Sie sich nicht über die Bezahlung. Sie sind ein Mann, der eine Zukunft hat, das habe ich Ihnen sogleich angesehen. Sie werden be-zahlen, wenn es Ihnen gut geht. Aber dazu muß man tüchtig herumlaufen; ein schlecht beschuhter Mann kommt nicht vorwärts. Manches Jahr ging hin, bevor Sardou seilte Rechnung begleichen konnte. Aber als endlich der ersehnte Erfolg eingetreten war, schuldete er seinem weitherzigen Lieferanten 1200 Franken. „Und die Er-tenntlichkeit," fügte Sardou mit seinem Lächeln hinzu. — sOriqiucller Schwindel.) Die französische Poli-zei hat vor einigen Tagen einen Schwindler verhaftet, der in den Leitungen folgendes Inserat aufgab: „Schicken Sie mir zwei Franken und Sie erhalten ein kostbares Juwel. Lösen Sie dieses Rätsel ssolgt ein Rätsel) und Sie gewinnen eine Prämie von 10 Pfennig ein sicheres Mittel zu verraten, auf Grund deffen man gegen alle Verluste bei Rennen, an der Nörse und bei Hasardspielen geschützt sei. Er versprach, seine Methode, die vertraulich behandelt werden müsse, im geschlossenen Kuvert mitzuteilen. Unzählige Gläubige schickten ihre 50 Pfennigstücke. Und sie alle erhielten auch ein invert, in dem ein Zettel lag mit dem unschätzbaren Rate: „Spielen Sie nicht." Aber auch dieser Philosoph sand keine Gnade vor den Behörden und bezahlte seine wohl» gemeinten Ratschläge mit einer Gefängnisstrafe. — l(5nqe Toiletten und lleincr Schritt.) Die neue Mode der enganliegenden „Schlangeulleider" macht den Tanzmeiflern große Sorge. Der lange, schleifende Walzerlritt ift in diefen Toiletten einfach unmöglich, und man wird zum kleinen „Hupser" übergehen müsfen. Wie aus Paris gemeldet wird, haben die franzöfifchen Tünzmeister in ihrer Generalversammlung folgende,. Beschluß gesaßt: In Anbetracht der Mode gewordenen enganschließenden Vallroben soll für die Wintersaison 1908/1909 das System der kleinen Schritte gellen, uud zwar sür Conversations» wie für Rnndlänze. Die Tanzmeister hoffe»,, daß die Damen dieses der sran-zösischen Überlieferung abgerungene große Opfer des Verzichtes auf den hingleitenden Schritt gebührend wer» den zn schätzen wisfen. Mal- und Prouinzial-Nachlichten. Fcstsitznul, der Handels uud Grwcrbckammcr. — Die Handels» und Gewerbekammer für Kram ttal gestern mittags aus Anlaß des 60jährigen Regie-rungsjnbiläums Seiner Majestät des Kaisers zu einer Festsitzung zusammen, zn welcher die Kammermil. glieder im Fest'tleide sich eingesunde^ hatten. AIs Ver» treter der l. k. Regierung war Hosrat Marquis Go-zani erschienen. Der Sitzungssaal war ans diesem Anlasse festlich dekoriert. In der Mitte des Sitzungs» saales war eine Vronzebüste des Allerhöchsten Inbilars aufgestellt, umgeben von prächtigen Blumen nnd exo-tischen Blattpflanzen. Kammerpräsident L e n a r 5 i 5 eröffnete die Sit-zung mit einer längeren Festrede, welche die Kammer» Mitglieder stehend anhörten. Ein bedeutungsvoller Tag — 'sagte der Präsident — der 2. Dezember ist im An-zuge,'ein Tag, an dem alle österreichischen Untertanen, sei' es in der Heimat, sei es in der Fremde, nur von einem Gedanken dnrchdrnngen sein werden, welcher ver-knüpft ift mit der Person'unferes gütigen Monarchen des Kaisers Franz Josef I. Eine lange Reihe von Iah-ren, ganze 60 Jahre, hält er das Szepter nut weiser und kräftiger Hand, als fürsorglicher Vater, dem nnr das Wohl seiner Kinder an, Herzen liegt. Nnr wenigen war eö gegönnt, dnrch eine so lange Reihe von Iah. ren einen so mächtigen Staat zu regieren. Ernst waren die. Zeiten zn Beginn der Regierung nnseres erha-benen Monarchen,- ganz Europa befand fich in einem Zustande der Erregung nnd nur mit kräftiger Hand l'nd weiser Vorsicht' konnte der Staat auf der richtigen Nahn erhallen werde». Die veralteten Ideen früherer Jahrhunderte, zum erstenmale gestürzt dnrch die sran-zösische Revolution, hatten vorübergehend wieder Ober, Hand gewonnen, bis das Jahr 1848 sie zum zweiten» male in den Hinlergrund gerückt hatte und allmählich der Vergessenheit anheimfallen ließ. Die nationale Be» wegung in ganz Europa erheischte eine Umgestaltung der bestehenden Staatsformcn. Daß auch Österreich die» ser Bewegung sich nicht entziehen konnte, war eine na» türliche Folge der Verhältnisse. Gewaltige Kriege ver» sehten den Staat in Ausreguug und nur der weifen Vorsicht und dem starken Willen des Monarchen gelang es, die Völker, welche heute das mächtige Osterreich bil-den, einander näher zu bringen. Aber auch heute, wo das ganze öffentliche Leben so wohl in der .Heimat als anch außerhalb deren Grenzen von einer gewalligen Erregung beherrscht ist, ist es nur der Person des erhabenen Monarchen, der selbst ein Vorbild der Friedensliebe ist, zu verdanken, daß die Ge» gensähe nicht znm äußersten Ausbruche kamen. Als die Völker zum Selbstbewußtsein gelangt waren und der Herrscher die Berechtigung ihrer Aspirationen erkannte, beschränkte er selbst seine Herrschermachl nnd berief seine Völker zur verfassungsmäßigen Mitwirkung zum Wohle des Reiches. Nur ihm selbst haben wir es zu verdanken, daß die letzten Überreste der früheren Pri» vilegien mit dem allgemeinen Wahlrecht für das öfter» reichische Parlament verschwunden sind. Der dnrchlauchtigste Herrscher, ein Vorbild nner» müdlicher Tätigkeit und Pflichterfüllung, widmete stets volle Aufnierksamleii dem Wohle seiner Völker. Unter seinem Schnhe entwickelten sich Industrie nnd Gewerbe, Handel nnd Verkehr zn einer Blüte, wie sie von unse» ren Vorsahren kaum geahnt werden konnte. Diese Zweige der Volkswirtschaft erhielten bereits in der ersten Periode der Regiernngszeit unseres erhabenen Monarchen ihre gesetzliche Vertretung in den Handels, nnd Gewerbelammern, welche auch anderen Staaten zum Vorbilde dienten und seither eine ersprießliche nnd segensreiche Tätigkeit entwickeln. Ohne Rücksicht aus die herzlichen Gefühle, die uns alle vereinen in der besun» deren persönlichen Verehrung unseres gütigen Herr» schers haben somit wir Handels» und Gewerbsleule noch besonderen Grund, an den patriotischen Kund» gebnngen anläßlich der bevorstehenden Jubelfeier teil» zunehmen, nm dem durchlauchtigste» Herrscher unsere tiefgefühlte Dankbarkeit für seine väterliche Fürsorge, die er uns bei jeder Gelegenheit in reichem Maße zu» teil werden läßt, zum Ausdrucke zn bringen. Seinen Intentionen gemäß will auch unsere Kammer auf der vorgezeichnele'n Nahn ausharren und alle ihre Kräfte stets dem Fortschritte jener Schichten widmen, welche sie gesetzlich zu vertreten berufen ist, sie will sür die Interessen des Volles eintreten und so das allgemeine Wohl fördern, das auch unseren erhabenen Herrscher so sehr am Herzen liegt. Fest überzeugt, daß wir auf diefe Weife den Inten-tionen des allgelieblen Monarchen am besten entfpre-chen, wollen wir unferen Gefühlen Ausdruck geben und deshalb lade ich die geehrte Kammer ciu, mit mir ein» zustimmen in den Ruf: Slava unserem durchlauchtigsten Baiser Franz Jusef I.! — Die Kammer stimmte begei-stert in den dreimaligen Slavarnf ans Seine Majestät den Kaiser ein. Kammerpräsident Lenar^i," erbat sich schließ» lich die Ermächtigung, im Wege des l. k. Landespräsi-dinms die homagialslen Glückwünsche der Kammer an die Stufen des Thrones gelangen zu laffeu. Die Er» mächtigung wurde einstimmig erteilt. Sodann erbat sich Vizepräsident Meja5 das Wort zur Stellung eines Antrages. Das bedentungs» volle Inbilänm Seiner Majestät des Kaisers müsse von der Handels» und Gewerbelammer danernd festgehalten lverden. Im Sinne der edlen Intentionen Seiner Majestät könne dies am besten dnrch Werke der Wohl» läligleil geschehen. Die ständige Sektion habe sich daher entschlossen, der Kammer den Vorschlag zu unterbrei» ten, ans Anlaß des 60jährigen Regiernngsjubiläums Seiner Majestät des Kaisers eine Anzahl von Stis» tungen für ehemalige, an die öffentliche Mildtäligkeit angewiesene Gewerbs» und Handelsleute sowie deren Witwen zu errichten. Namens der Sektion stellte er so» hin den Antrag, die Kammer wolle beschließen: I.) Anläßlich des 60jährigeu Negierungsjubilänms Seiner Majestät des Kaisers Franz Joses I. errichtet die Handels, und Gewerbekammer sür Krain 19 Clis-tnngen, und zwar "j vier zu 50 X und zehn zu 20 X für verarmte erwerbsunfähige Gewerbetreibende und Handelsleute im Herzogtume Krain - l») süns zu 20 K sür mittellose erwerbsunfähige Witwen lrainifchcr Gc» werbelreibender nnd Handelsleute. 2.) Es ist die Ermächtigung zu erwirken, daß diese Stistungeu „Kaiser Franz Ioses-Stistungen für millel» lose erwerbsunfähige krainische Gewerbetreibende nnd Handelsleute", bezw. „Kaiser Franz Ioses-Sliftungen für mittellose erwerbsunfähige Witwen trainischer Ge-werbetreibender und Handelsleute" benannt werden dürfen. 3.) Diese Stiftungen gelangen alljährlich im Mo-nate Dezember, nnd zwar vom Jahre 1909 an zur Verleihnng. 4.) Das Erfordernis sür diese Stiftungen wird alljährlich als ständiges ordentliches Erfordernis in den Kammervoranschlag eingestellt, bis das Kapital des be» reits bestehenden Stistu'ngsfonds durch Widmungen aus den Einkünfte!« der Kammer die erforderliche Höhe erreicht. Nei der Abstimmnng wurde der Antrag des Vize-Präsidenten Meja<"- einstimmig angenommen und sodann die Sitzung geschlossen. — u k l j e. — Don der Marine.) Seine Majestät der Kai-ser hat den Konter-Admiral Anton Haus zum Es» kaderlommandanten ernannt. — lPcrsonlllnachrichi.» Der neue Plahkommandant von Laibach, Herr Oberstleutnant des Armeestandes August D i schen dor ser, ist von Prag hier einge» troffen uud hat gestern die Agenden des Platzlommän. danten übernommen. <(finbrrusnng von Nelruten und Vrfahreser. vistcn.I Diejenigen Relruten, die zum Zeitpunkte der Einreihung zum Präsenzdienste nicht herangezogen wur> den, werden für den 4., eventuell — mit Rücksicht aus die griechischen Weihnachlslage — für den 11. Jän» ner 1909 znr aktiven Dienstleistung einberufe». Eben^l, werden die erst in, Frühjahre 1909 der achtwöchent» lichen militärischen Ausbildung zu unterziehenden Er» satzreservisten schon für den 4.^ bezw. 11. Jänner 1909 zu dieser Ausbildung einberufen. " iVinschräntnng des Dicnstbetriebes am 2. De-zcmbcr.) Wie wir erfahren, hat Seine Exzellenz der Herr Leiter des l. l. Ministeriums für Kultus und Unterricht angeordnet, daß anläßlich der Feier des sechzigjährigen Negierungsjubiläums Seiner l. und l. Apostolischen Majestät der 2. Dezember l. I. im Dienst-bereiche des l. l. Ministeriums für Kultus und Unter-richt einem Sonntage gleichzuhalten ist und demnach der Geschäftsbetrieb auf das unumgänglich notwendige Mindestmaß einzuschränken ist. ' —?.' — lDer Postvcrkehr am 2. Dezember.) Laut Er» lasses des k. k. Handelsministeriums vom 23. d. ist ,n Ausführung des Minifterratsbefchlnfses vom 17. d. der 2. Dezember l. I. bei allen Behörden, Amtern nnd An» stalten dem Sonntag gleich zu halten und demnach der Geschäftsbetrieb auf das unumgänglich notwendige Mindestmaß einzufchränlen. — l^om Mittclschnldienstc.) Wie man uns aus Wien meldet, hat Seine Majestät der Kaiser dem Professor am StaatSgMinnsium in Guttschee Herrn Joses ObergfölI anläßlich dessen Übertrittes in den bleibenden Ruhestand taxfrei den Titel eines Schul» rates verliehen. * )m»asium mit deutscher Unterrichtssprache in Laibach genehmigt. —l. * ftlus dcm Vollsschnldienstc.) Der l. k. Bezirls-schulrat in Gotlschee hat die absolvierte Lehramtskandi» datin Fräulein Josesa Pillar zur provisorischen Leh-rerin und Leiterin der einklassigen Volksschule in Ku-schel ernannt. —r. " Malltc-subvention.) Seine Exzellenz der Herr Minister für öffentliche Arbeiten hat der 1. lrainischen Tischlergenussenschaft in St. Veit ob Laibach eine Staatssubvention von 1200 X bewilligt und die l. l. Landesregierung sür Krain ermächtigt, diesen Betrag zu Handen des Genossenschastsvorstcmdes flüssig zu machen. —r. Laibacher Zeitung Nr. 275. 2564 28. November 190«. * Weibliche Handarbeiten an den Volts- und l Bürgerschulen.! Wit' mall uns mitteilt, hat das k. k. > Ministerium für Cultus und Unterricht den Bandes» schulräten eröffnet, daß der „Bund österreichischer Frauenvereine in Wien" beim t. t. Ministerium dar» über Klage geführt hat, daß gegenwärtig der Unter» richt in den weiblicheil Handarbeiten an den allgcmei. nen Volts» und Bürgerschulen trotz der ihm reichlich Zugemessenen Unterrichtszeit seine Aufgabe nicht erfülle, indem er viel zu wenig anf die praktischen Bedürfnisse der Mädchen im Hanshalte oder in einem künftigen Be-rufe Rücksicht nehme. Tie dabei ausgefertigten Arbeiten seien oft ganz unbrauchbar und könnten deshalb anch be, den Kindern, die hierauf oft große Mühe und Zeit ver. wenden mnßten, nicht die notwendige Arbeitsfrende her-vorrufen. Auch werde der wichtigsten und unentbehrlich» sten Handarbeit für grauen aller Stände, dem Nähen, nicht die erforderliche Berückfichlignng zuteil und es werde damit namentlich viel zu spät begonnen. An diese Klageil wird das Ersuchen geknüpft, für den in Rede stehenden Lehrgegenstand einen neuen Normal-lehrplan aufzustellen, der das Minimum dessen ent. hält, was für die Zwecke des Haushaltes und des Ge-werbes gefordert werden muß. Die unterstehenden Ve> zirlsschulräte wurden daher angewiesen, zu berichten, ob nach den gewonnenen Erfahrungeil die obenerwähn» ten Klagen berechtigt erscheine» und in welcher Weise die etwa hervorgetrelenen Mängel durch eine Ändernng des Lehrplanes behoben werden könnten. —r. — lttrainischc Sparkasse.) In der gestrigen Sitzung wurden von der Direktion folgende Spenden bewilligt: der Gemeinde Strmca bei Ädelsbcrg zur Errichtung eiuer Viehtränke 150 K, der Gemeinde Jauchen für den Schulgarten lOO X, dem Pfarramte Presta als Beitrag zu den Kosten der Wasserleitung 250 X und dem Katholischen slowenischen Bildungsvereine in Kmarea bei Stein als Beitrag zu den Baulosteu des Vereilishauscs 300 X. — lDie Jubiläumsfeier in Weißenfels) wird nach folgendem Programm vor sich gehen: Am I. Dezember abends Höhenfeuer auf dem Schlohbcrge, ein von der freiwilligen Feuerwehr veraustaltetcr Fackelzug mit Musik durch den ganzen Markt- von 7 bis 9 Uhr FcuKerbelcuchtuug. Am 2. Dezember um 9 Uhr Fest» gottesdienst, hernach Schulfeier, Verteilung der Kaiser» büchlein und Bewirtung der Schnlkinder in Erlachhof. Die Aktiengesellschaft Stahlwerke Weißenfels spendete für die Ortsarmcn 200 X, welche zur Verteilung ge» langeil. Abends findet in den ncuhergestellten Vergnü-gun'gsräumen der Gewerkschaft ein Streichkonzert statt. * jKonstituieruna. der Fachgcnossenschaft der Gast» gewerbetreibenden deo Gerichtöbczirtes in Adclobcra..) Gewählt wurde Herr Franz P a t e r n o st , Hotelier in Adelsberg, zum Obmanne und Herr Andreas Bur-ger, Gastwirt von ebendort, zum Obmannflcllver. treter. —^- — lVollsversammlung.j Wie man uns mitteilt, findet morgen nm 9 Uhr voriniltags im großen Saale dcs „Mestui Dom" eine Volksversammlung mit der Tagesordnung: Die Verhältnisse in Kroatien und der Kampf ums Wahlrecht statt. Als Berichterstatter wird Herr Etbin K r i st a n fungieren. — lHum Prennholzhandel in Laibach.) In Er» gänzung der gebrachten Notiz über den Brennholz. Handel'in Laibach wird hinzngefügt, daß anßer den erwähnten Maßverhältnissen anch die Qualität des von den Bauern der Umgebung zngesührten Holzes viel zn wünscheil übrig läßt/ Dieses Holz wurde meist erst im Sommer gefällt und hatte daher nicht die Zeit gehörig auszutrocknen. Beim Brennholzlanf verlange man anS» drücklich trockenes, d. i. spätestens im Vorwinter ge-fälltes Material, um sich davor zu schuhen, daß der Brennholzvorrat im Keller morsch wird und seine letzte Hcizlraft verliert. — lTchnlurgcrichtsverhandlunsscn.j Bei der am Montag beginnenden Schwurgerichtsperiode werden nachstehende Verhandlungen stattfinden: am 80. Novem. ber: gegen Anna Olenil aus Podpe^ wegen Verbrechens des Betruges und Diebstahles, der Übertretung der Landstrcicherei und öffentlichen Anstalten und Vorkch. rungen; am 3. Dezember: gegen Michael Znpane aus Voxlxlno und Anton Setue aus Adergaß wegen Ver-brechens dcs Nanbes und Meuchelmordes, bezw. des Raubes nnd Dicbstahles; am 4. Dezember: gegen Karl 8ircelj aus Laibach wegen Verbrechens der Amlsver-untreuung nnd Ernest Holinka aus Wieselburg wegen Verbrechens des Betruges und Diebstahles, der Über-tretungen gegen öffentliche Anstalten und Vorkehrungen, der Landstreichcrei nnd nach ß 333 St. G.; am 5. De-zembcr: gegen Klemens Daniel aus Wlen wegen Ver-brechens des Betruges, der Übertretungen der Verun-treuung, des Dicbstahles und gegen öffentliche Anstalten und Vorkehrungen- am 9. Dezember: gegen Franz Rn-par aus 2upesno wegen eines Sittlichkeitsdellktes. — Gegen Anton Tom«e aus Veldes ^Verbrechen des Tot-schlages, Übertretungen der leichten körperlichen Vcschä-diguiig und körperlichen Sicherheit), weitcrs gegeil Io. hann nnd Franz Odar aus Nocheiiler Feistritz lVer-brechen des Raubes), Michael Hribar aus Dom/.ale lVerbrechcn des Gcwohnheitsdiebstahles) und Johann Debcljak aus Nadmannsdorf lSittlichkeitsdclilt) sind die Vcrhandlungstagc noch nicht bestimmt. Am 11. De-zember soll auch cinc Prchklagc gegen den verantwort. Uchcn Redakteur des „Slovencc" zur Verhandlung gc-langen. —a— — Dinen Klite-Nikoloaliend) veranstaltet, wie man uns schreibt, Samstag, den 5. Dezember, im großen Saale des Hotels „Union" der Laibacher Mnsilverei» „Ljubljana", nur mit dem Unterschiede, daß er noch besser ansfallen dürfte denn in den Vorjahren. Der Abend verspricht derart animiert zn verlaufen, daß er auch jeden großstädtischen „Niloloabend" in den Schal» ten stellen dürfte. Jeder Teilnehmer wird diesem Ur» teile zustimmen, insbesondere aber jedermann, der die Vorbereilnngen kennt. Im übrigen ist es bekannt, daß der rührige Verein „Ljubljana" betreffs seiner Ver. anftallungen mehr hält, als er verspricht. Am besagten Abend konzertiert das Orchester der Slovenischen Phil» Harmonie, ferner vervollständigen das Programm die wackeren Turuer der hiesigen „Vereinignng stovenischer Turnerriegen", der Gesangschor des Vereines „Ljnb» ljana", eine große Anzahl Engel nnd hochanständiger, ja witziger „Krampusse", und als eine Ertrannmmer: das Auftreten eines allerliebsten Knabe».Gesangschores und einer Tamburien.Kapelle. Der Abend wird genü» gend Amüsantes für jung und alt bieten, so daß neben den Kindern anch deren Eltern und Frennde auf ihre Rechnnug sicher kommen werden. Wir betonen, daß der Abend ein hochfeines Gepräge tragen wird, wie ja dies übrigens von den Veranstaltungen des Ver. eines „Ljubljana" allgemein und allenthalben bekannt ist. — ) Festtantate, ausgeführt vom gemischten Chor der Gymnasialschüler; «j Fest» Prolog; .,'llll") in Szene gehen. Am 29. d. M. um 4 Uhr nachmittags wird das-selbe Theaterstück als Volksvorstellung bei herabgemin-derten Entrcepreisen wiederholt werden. —l?. — lUnfall.) Man schreibt nns aus Treffen: Als am 26. d. M. der um 6 Uhr 2 Minuten abends in Treffen fällige Eisenbahnzng der Iohannistaler Bahn die Neichsstraße in Steinberg unweit von Treffen über» setzte, fnhr eben ein mit zwei Pferden bespannter Wa-gen, anf dem sich mit Holzkohle gesülllc Säcke befanden und den der Knecht dcs Hulztuhlenhändlers Rebeschini ans Altenmarlt lenkte, über das Geleise. Der Knecht wurde znr Seite geschleudert uud der Wageil gänzlich demoliert; auch eines der Pferde erlitt starte Verlel-zungen, während sich das zweite losriß und davon-^mite. — Um fernere Unfälle hintanzuhalte», wäre es angezeigt, an diefer Stelle eine Rampe zu errichten. — lDas Laibacher 3treichscr.tett) konzertiert morgen abends von 8 bis 12 Uhr im Weinkeller des Holels „Union". — jLaibacher Eislaufverein.) Wie man uns mit. teilt, beginnt mit morgigem Tage der Verkauf der Läuferkarten in der Vnchhandlung Jg. v. Meinmayr H Fed. Vamberg, Kongreßplatz 2. Dic Preise der Kar» ten find die gleichen wie im Vorjahre, d. i. 6 X per Stück. Anßerdem gelangen Zuseherkarten Per 2 X uud Tageskarten u 60 1>, letztere im Eislaufpavillon, zum Verkaufe. " llkslortierun.q von weibliche» Sträflingen.) Vor-gestern ging vom Südbahnhose die übliche Eskorte in die Weiberstrafanstalt in Vigauu ab. Unter den Straf-lingen befand sich die Kindesmörderin Kri5ani5 aus Neumarktl, die ihren siebenjährigen Sohn vergiftet halte nnd zu einem 15jährigen .Kerler begnadigt wurde. Sie hatte ein neugeborenes Kind bei fich. Die ebenfalls eskortierte gefährliche Einschlcicherin Gertrnd Johann aus Laibach wird ihre 19. Strafe wegen Diebstähle abzubüßen haben. * Oine irrsinnige Nrandlegcrin.j Diesertage wurde die 1853 geborene und nach Struxuo, Gemeinde Sankt Georgen bei Krainburg, zuständige Vagantin Franzista Vrezar, die sich wegen Verbrechens der Brandlegung in der landesgcrichtlichen Untersnchnngshaft befand, wegen konstatierten Verfolgungswahnes uud chronischer Para-noia ans der Haft entlassen und durch die Polizeibehörde iu ihrc Heimatsgemeinde instradicrt. ^ llkin Hutbicb.) Gestern abends wurde im Gast-hause in der Vegagasse ein Hut gestohlen. Ein herbei» gernfener Sicherhcitswachmann führte den beurlaubten Landwehrsoldaten Lnkas Evetre^nik aus Vanica bei Görz als tatverdächtig zum Amte. Wirklich wurde in dcsfen Handkoffer der gestohlene Hnl vorgefunden. Der Hntdieb wanderte ins Gefängnis. — sIm städtischen Schlachthause) wurden in der Zeit vom 6. bis 15. d. M. 91 Ochsen, 8 Kühe und 5 Stiere, weiters 245 Schweine, 146 Kälber, 53 Ham. mel und Böcke sowie 8 Kitze geschlachtet. Überdies wnr» den i» geschlachtetem Znslande l Ochse, 1 l Schweine, l l Kälber nnd 4 Kitze nebst 699 Kilogramm Fleisch ein-geführt. — lWochenviehmartt in Lailiach.) Anf den Wochen» viehmarkt in Laibach am 25. d. M. wuroen 34 Ochse», 20 Kühe uud l Kalb anfgetriebeu. Die Preise notierten bei Maslochse» 68 bis '72 X, bei halbfetten Ochsen 60 l)is 66 K »nd bei Einstellochsen 54 bis 58 X für den Meterzentner Lebendgewicht. Theater, Ounft und Literatur. — lDer Kaiser als Jäger.) Dic österreichische Weidmannschafl wird es interessieren, zu erfahren, daß anläßlich des 60jährige» Jubiläums Seiner Majestät ein Eharatlerbild des' kaiserlichen Inbilars als Jäger, unter Beigabe der Bilder aller kaiserlichen Jagdschlösser samt den ans kompetenter Quelle geschöpfte», aus die taiserlicheu Jagdreviere bezüglichen Daien in der „Österreichischen Forst- und Jagd-Zeituug" lMien, I., Schanflergasse 6) vom 27. d. M. erschienen ist. — - lDeutscheö Theater.) Die Wiederholung des Satyrspieles „2 X 2 ... 5" an, Donnerstag ermöglichte interessante Beobachtungen, die mit der geänderten Auf-fassnug der Rolleil zusammenhängen. Hcrr Zerbi schuf eine ganz neue Gestall, die in einem"Gliß geformt war: die überspannte Verrücktheit mischte sich förtwäh-rend mit den sympathischen Zügen uud erregte den Ein-druck haltloser Schwäche. Herr» Voll m a n n s Spiel war diesmal diskreter, aber lebenswahrer. Es zeigle sich jedoch, daß in dem Augenblicke, als Rolle» ernster genommen wurden und das humoristische Elemeul gegen» über der bissigen Satire zurücktrat, das Pnbliknm un-sicher wurde, welche Stellung es zum Stück »ehme» sollte; lacheil koimtc man nicht recht, ernst bleiben noch weniger; und daß ein ganzes Theaterstück in sämtlichen Fignren mir eine Verzerrung des Lebens geben könne, daS schien nicht glaublich. Ällerdiugs deckte die Auf-führung manche Schwächen anf, so daß ganze Partien, die znm Verständnis »oiwendig sind, vergessen wurde». Zu tadeln aber war die Überhastimg' des Dialogs; einigemale sprachen zwei Personen in peinlich verwir. render Art d»rchei»a»der. Wirksamer als sei» Vor-ganger gab Herr Ferd. W a I t e r den Gefängniswärter. Di-. X. <). I». — lTlovcnisches Theater.) Die Hnuptstärle der Oper „Zrinjsli", die gestern nach mehrjähriger Pause zur Ausführung gelcmgle, liegl zweifelsohne i» deren nationalem Momenle sowie iu dem symvalhischen Stosse, der die gewallige Tragödie von Szigel zum Gegenstände hat. Der nach Körner zngeschnitten'e Tei,'t zeigt freilich vielfache Ode», die ein rasches Vorwärtsschreiten der Handlung durch lyrische Einschiebsel behindern, und der musikalische Teil bringl »ebe» zü»de»d wirke»de» ge> schlosseiil'» Nummer» mehrfach lote Pimtte uud er> mildeiide Längeu bei starker Instrumentation, uament-lich in der Blechhariiiouie — indes ist die Oper sehens-ilnd hörenswert, znmal die Tilelpartie so voll. »vertig gemeistert wird, wie dies gestern durch Herrn v. V u lakoviä geschah. Herr v. Vulakovi^ vereiiligle iil sei»em Spiele als Zrinjski Würde mil trotziger, »>»-beugsamer Energie, während seine GesangSknnst, dank der durchaus vornehmen Tongcbuüg »»d der wohlkli». genden Stimme, die auch nich't drr >lrasle»lfaltilng und Fülle entbehrt, Lebenswärme und dramatisches Feuer ausstrahlte. Der Kl'mstler wuroe zu wiederhollenmalen auf das lebhafteste akklamiert »»d nach den» großen Schwertschwurc dnrch einen mächtigeil Lorbeerlranz mit Schleifen in den kroatischen Farben geehrt. Sehr an-ertennenswerte Leistimge» bole» a»ch Frau Nord-gartova u»d Fräulein ^ipa»lovä als Ielena, bezw. Eva, serner Herr Fiala als Iurani<^; alle drei konnten für rauschende Ehrungen danken. Der Sulei» man dcs Herrn V I 6e t hingegen envies sich als stimm» lich zu schwach, denn sowohl desseu Klage als Zorn gin» gen in den Tonmassen des Orchesters zuweilen vollstän» dig unter. Hcrr Florian als L/ibarzt hielt sich ziem« lich wacker, Herr Aeß c>(l,i1<.) Inhalt der 1l. Nummer: 1.) Augustin Po^cgar: Das lörperUchc Kraftgefühl und dessen .Hygiene. 2.) Ianko Polal: Über die Reno» Vierung des Memurierens. 3.) Miro kijanec: Tul» stoj. 4.) Elife Knlovee: Allseitige Behandlung des Zahlenranmes von 1 bis lO. 5.) ^iteraturbericht. 6.j Umschau l^euilleton, Pädagogische Nachlese, Ehronit). — an der Gegenwart ist der Schriftsteller Dr. Nrnno Wille aus ^riedrichshafen bei Berlin als Sieger hervorgegangen. Der Preis von 3(1.000 Mark würde ihm für einen historischen Roman „Die Abendburg" zuerkannt. — l„Dcr <>lunstwnrt",l der jetzt nicht inehr die Künste allein, sondern unsere ganze Kultur in den Kreis seiner Betrachtungen zieht, hat sein neuestes Hest seiner Gewohnheit nach ganz den Bedürfnissen angepaßt, die gcrade besonders laut nach Befriedignng verlangen, jetzt also den Bedürfnissen der Weihnachtsläufe. So widmet Avenarius seinen Leilanssatz den „Hansgreueln" i nach „Losen Vlälteri,", die „Wiener Lyrik" gewidmet sind und reiche Proben besonders von R. M. Rille bringen, beginnt die Nnndschan, die, soweit sie nicht aktuelle Berichte enthält, fast ausschließlich „Vorweihnachts. fragen" gewidmet ist. Da bespricht Schillers Urenkel Alexander von Gleichen-Rußwnrm die ^rage des Bil» des als Wandschmuck, eingehend aber stellt I. A. Lur. „Allgemeine ^läuserregeln" anf, die vor Übervorteilung irgend lvelcl)er Art fichern follen. Sehr interessant scheint uns die Mitteilung über die „Preisverteilung des Dürerbundes" anf dessen Preisausfchreibeu nm Bei» träge zur sexuellen Ausklärung hin — es sind 480 Bei-träge eingelauseu und 30 ausgezeichnet worden; der Türerbund arbeitet jetzt an einer Publikation, die das Beste systematisch geordnet herausgeben soll. Der Dürer-bund spielt aber anch sonst noch in diesem Kunstwarl-hest eine große Rolle, denn allen Exemplaren ist der „Lilerarische Ratgeber" beigegeben, den der Bund nnn gemeinsam mit dem 5innstwart und einem halben Hun» dert ausgezeichneter deutscher Gelehrter und sonstige: Fachleute' durch Avenarius herausgibt. Diese Pnblika» tion ist sehr wichtig, wichtig genng, um sie besonders anzuzeigen. Telegramme dps k. k. Telegraplien-Korrelpandenz-Bureaus. Das Kaiscrjubilänm. Wien, 27. November. Anläßlich des Regieruugs-jubiläums hielt der niederüsterreichische Goverbevereiil abends eine ?sestversannulung ab, wobei ein Reliespor. trat Seiner Majestät des K aisers eulhüllt wurde. Lcmbcrq, 27. November. Unter Führung des Statthalters hat sich heute eine aus 108 Mitgliedern bestehende Deputation der galizische» Staatsbeamte» nach Wien begeben. Sarajevo, 27. November. Der Bürgermeister hat einen Aufruf an die Bürgerschaft erlassen, worin er sie auffordert, an« Abend des l. Dezember die Häuser zu illuminieren und am 2. Dezember zu beflaggen. Ans dem gleichen Anlaß spendete der Gemeinderat'1000 l< für die Armen aller Konfessionen. Dic Valkanfragcu. Wien, 27. November. Gegenüber einer aus Kou» stantinopel datierten Meldung der „Vossischen Zeitung", wonach die öslerreichisch'Nngarische Negierung die Ab» sicht hätte, sich infolge der Machtlosigkeit der Pforte an das jungliirkische Komitee zn wenden, ist die „Poli» tische Korrespondenz" anf Grnnd an maßgebender Stelle eingeholter Informationen festzustellen in der Lage, daß diese Nachricht jeder Begründung entbehrt. Das Wiener Kabinett hat es in den schwebenden Fra» gen ansschließlich mit der kaiserlich ultomanischrn Regie» rung zu tun. Cctinjc, 27. November. Die montenegrinische Ne» gierung richtete an die Vertreter der Signatarmächte des Berliner Vertrages eine, von einem Promemoria begleitete Note, worin sie die Gründe hervorhebt, die zngnnsten der Forderung Montenegros nach der Rück» gäbe Spizzas und Abschaffung der Beschränkungen des H 29 des Berliner Vertrages sprechen. Ill der Note nnd im Promemoria wird betont, daß Montenegro durch diese gesondert ausgestellte Forderung in keiner Weise beabsichtige, andere Kompensationen in Frage zu stcl» len, die sich ans die Annexion Bosniens und der Her» eeguvina beziehen und gleichzeitig die Lebensinteressen Serbiens nnd Montenegros berühren. Der österrei. chisch.ungarische Gesandte hat diese Note an die monte. negrinische Regierung zurückgestellt. Belgrad, 27. November. (Ans amtlicher serbischer Quelle.) Die Meldnng ausländischer Blätter über eine fchun ausgebrochene oder bevorstehende Ministerlrise ist Vollständig unbegründet. Paris, 27. November. In der gestrigen Kammer-sitzung äußerte sich Minister des Äußern Pichon in seiner bereits gemeldeten Rede über die Orientange» legenheiten in folgender Weise: Als ich in der Sitzung am 7. April I. I. in Beantwortung der Anfragen der Deputierten Denis»Eochin und Pressen^ hier über un-fere Orientpolilil sprach, kennzeichnete ich sie mit den Worten, daß sie zngleich friedlich, zivilisatorisch und voll» kommen uneigennützig sei und daß sie nur aus die Er. Haltung der Integrität des ottomanischen Reiches mit allen RechtSgarantien für die gesamte Bevölkerung, die in diesem Reiche lebt, abziele. Wien, 27. November. Die Hochschnle für Boden» knltur wird morgen wieder eröffnet werden. Der Rektor hat in einem Anschlag angedroht, daß er sür den T^all von Ruhestörungen die Hochschnle sür ein Semester, eventnell sür ein ganzes Jahr schließen müßte. Trieft, 27. November. Der hier von den ilalie» nischen Mitlelschulslndenten inszenierte Streik wurde hellte teilweise wieder ausgenommen. Anch in Görz nnd Eapodistria kam es zu Demonstrationsumzügen italie-nischer Mittelschüler. Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtel. M schenkn lck unseren Wen, wenn sie krank sind? Dic Antwort auf diese Frage liegt auf der Hand. Natürlich ein solches Mittel, von dem sie genesen. Der moderne Mensch mit feiuer überanstrengenden Arbeit, unordentlichem Lebenswandel, verursacht sich zumeist selbst die Krankheit, uud es ist daher kein Wunder, wenn die Kinder, die junge Generation an Vlutnrinut, Bleichsucht und andcreu Krankheiten leiden, welche die Widerstandskraft vcrmiuderu, uud allgemeine Schwäche hervorrufen. Heute leidet jung uud alt an diesen Gebicchen, doch hat die Wissenschaft den Schlüsse,' znr Genesung bereits gefunden. Je mehr eiscnhaltgc-l Blutkörperchen im Blute vorhanden sind, um so gesünder ist das Blut. Wissenschaftliche Versuche haben erwiesen, daß I'«,'5«»,l<««>»»,»!» das schmackhafteste und am lcict> testen assimilierbare Nährpräparat des Blutes und daher des ganzen Organismus ist. »'«'^«»«„»««»«l,, enthält Eisen und Mangan in bester Form und bestem Verhältnis nnd verdanken Hunderttausendc von Kindern nnd Erwachsenen diesem Mittel ihre Gesundheit. Preis einer Flasche X 3 50. Man achte beim Einkauf aus deu Name» I'orroiu2.ii^».iiiii uud auf die Schuh» maike «Mädchl.'nkopf' und weise andere ähnliche El> zeugnissc zurück. — Erhältlich in allen Apotheken, doch unbedingt in den Apotheken: „Zur Mariahils", Nessel« straßc 1, «Zum Engc-l», Wiener Straße, nnd «Zum goldenen Hirschen», Maricnvlcch. En gros: «Schwanen» Apotheke», Wien I.. Schottenring 14.' l3«94, Meteorologische Bcobachtnnn.cn in Laibach. Seeliöhe ^0«'2 m Mitll. iwfldrnck 73« 0 mm. 5,7 ^ U. N. "^42 4 3-ü VTO. schwach teilw heiter U U. ?lb. 744 4 -I 7< S. schwach heiter 2tt.> . U. ss. 'j 74l!'d"j -b^b^" windstill j Nebel > 0 0 Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur -0 9", Nor. male 1 I«. W.'ttervl,saus,a«e süi l»en 38, November für ste,el. marl, Mrnt.,'n mid .^ rain : Schön, mahiqe Winde, sehr lühl; für das Küstenland: schönes Wetter, schwache Bora, kalt. Eeisnlische Berichte und Beobachtungen der Laibachcr l5rdbebenwaite (Ort: Gebäude der l. l, Stauts.Oberrcalschule.» ^«ae: Nürdl.Ureite 4l'«U:r; Ostl. «linsle von Greenwich 14° tt! Die Vokcnunruhe* hat gestern am 27, November ncueilich zugenommen m,d war von 12 Uhr mittags bis ungefähr <; Uhr abends besonders starl, indem sic während dieser Zeit am 7°setundenprndll n»d am 4 2rlimdcnpr>idel «st^rt» bis «sehr ftail» war. Das I^-Srlimdenprlidcl zrigtr während des firstria.ru und lieuti^en ?agcs nur «jchwach,'» Vodrnxnruhe, Heuir, am 2< November ist die Äodenunruhc am ?.2elunden» Vendel und am ^.öcluudeiiftendel «stail». * T!» « odri, » » r» lis wirb i» !«!«'»!,»„ L!äls's,lad»» l!alf!f!z!f,< ^,»Ich>naf liie z» 1 Mi»i»>e!l'l »!>'ln jchwnch», «»,< > t>!e « MiN'«!»>e> ichwnch», uu,, 2 l'!s 4 Miüimsle'» «'»"fill! 'l», »on 4 l>!» ? Äülli,!!!'!>'!> s>n>l», lw« 7 die <0 Uil!i»»!>,» »Kbr !>arl» und iil»>r w M,l>i,!!s!r> «<,„!>>> ^,'„l,i,i, s,a>'., ^l,^!!»'i»r Bobs»»»'»!"» w'd'„,,>! ^,ur»!,»d, Kinematograph Pathe (früher Edison). I *|-« >£»•!"» 11)111 ron Samstag, 28. Nov. bis Dienstag den 1. Dez.: i.) Die verräterische Uhr (komisch). — 2.) Dor Hafen von fioiniu (interessante Naturaufiiiihine). Eiu tragischer Koreo (crscliüttcrndcs Drama). — 4.) Keim Mondschein prachtvolle Farhenprojcktioni. - fv"i Fm «tarker Tenor [kornibch). Zur Aufklärung. Die Krainischc Sparkasse bildet seil Wochen den Geqenstand gehässigster Angrisse seitens eines ?eiles der slooenischen Presse. Ohne irqend eine triftige Ur» fache luird die noch niemals angezweifelte Vertrauens» Würdigkeit unseres Institutes in ^rage gestellt und hie» bei mit Verdrehungen und Entstellungen, Verdächtigun» geil nnd Unwahrheiten nicht gespart. Es ist bekannt, daß diese Angriffe leinen anderen Zweck verfolgen, als unsere Einleger in Unruhe zu der» ehen, ihr Vertrauen zn unserer Anstalt zu erschüttern und sie zu veranlassen, ihre Ersparnisse anderen Insti» tuten zuzuwenden. Eine derartige 5tampfesweise wie sie gegeil nnser Institut geübt wird, verurteilt sich selbst und bedarf seiner Erwiderung. Znr Aufklärung für unsere Ein» leger aber mögen folgende nüchterne Erwägungen die» nen, die ihnen die Vernhiguug geben werden, daß ihre Ersparniffe in unserer Anstalt nach wie vor die denk» bar größte Sicherheit genießen. Am 1. Oktober 19l>8 betrug unser Eiulagestand 65,510.752 l<. Es ist klar und für jedermann verstand» lich, daß loir die eingelegten Welder, die wir verzinsen müssen, nicht bar in unseren Nassen liegen haben kön» nen, sondern daß loir sie in den uns satzungsmäßig ge» stalteten Geschäften anlegen muffen. Diese Anlagen bilden nnsere Aktiven, denen als Passiven die Ein» lagen gegenüberstehen. So betrugen neben anderen Aktiven, insbesondere der Kassabarschaft, die Anlagen am 1. Oktober 19l)8: in Hypothekar, u. Korporationsdarlehcn . 39,491.988 l< in Lombard» und Vechsl'Iwrdcriimien . . 632.700 „ iu Wertpapieren , . 24,074.628,. im Nreditvcreinsgni^wc,!..... 965.043 „ im Vankguthabeu........ 155.700 .. usw. usw. Außer diesen Altwlü yusiri, uuer im me ^mingen auch noch die Reservefonds, welche insgesamt 8,709.820 »ronen betragen nnd statutengemäß bestimmt sind, „den ^ordernngen der Einleger die größtmöglichste Sicher» heit zu gewähren und allsällige Perlnste der Anstalt zu ersetzen". Diese Reservefonds bestehen zum überwie» genden Teile aus Werlesfetten, welche jederzeit ohne Schwierigkeiten veräußert werden können. Es ist also außer der vollständigen Bedeckung für die Einlagen, welche Hliputheken, Werteffetten und an» derc Anlaqen bieten, anch noch eine weitere llber» decknng von nahezu neun Millionen Kronen vorhanden, welche 13:3 ^( ^ u,< , ^v Einlagenstandes in Hypotheken anlegen, so sind wir be» müssigt, einen Teil unserer Hypotheken zu realisieren, sei es durch Einziehung, sei es durch Abtretung an an» dere Geldinstitute. Wir bedauern dies, allein die Schuld an dieser durch die Vorsicht gebotenen Maßregel trifft nicht uns, sondern jene, welche die gegenwärtige Lage geschaffen haben, ohne zn bedenken, daß sie vielen Schuldnern dadurch Unannehmlichkeiten verursachen. Nach Maßgabe der Einlagenbel)ebungen müssen wir ualurgemäß auch die Aktive» flüssig machen, was — wie die Erfahrung zeigt — ohne Verluste stattfinden wird. Au5 diesen sachgemäßen Darlegnngen wollen unsere Einleger entnehmen, daß eine Veranlassung zu irgend einer begründeten Besorgnis nicht vorhanden ist, daß vielmehr unsere Anstalt vermöge ihrer Reserven in sich selbst eine Sicherheit bietet, wie wenige Sparkassen. Auch wenn in der T^olge weitere Behebungen von Einlagen stattfinden füllten, kann darin eui Grund zn Besorgnissen sür jene Einleger, welche nns ihre Ein» lagen belassen »vollen, nicht erblickt werde». Die Sicher» heil ihrer Einlagen steigt in dem Maße, als der Ein» lagenstand sinkt, weil die Reservefonds auch in der ^olge zum mindesten die gleichen bleibe» werden. Wir bitte» znr .^ennlnis zu nehmen, daß wir nicht beabsichtigen, den Einlagenzinssnß herabzusetzeu, welcher uach wie vor 4 ^> beträgt, wobei wir die Nentensleuer selbst tragen. Auch die Heimsparkasjenabteilnng und die Alterssparkasse werden unter den gleichen Bedingungen wie bisher weiter betrieben werden. La i bach, am 27. November 1908. Direktion der Ärainischen Tpartassc. Lailiacher Zeitung Nr. 275, 25^6 28. November 180« Musica sacra i« der 3>i, yui to «x«p duale Univor^i von Anton ^ocrstcr, Offcrtorinm ^ll .t« lov^vi von Dr. Franz Witt. Mit 1. Dezember 1908 beginnt ein neues Abonnement auf die Daibacher Zeitung. Die Pränumciations-Ved ina ung e il bleiben unverändert und betragen: mit Vustuersendung: für Laibach: ganzjährig . . »«» li — u ganzjährig . . 22 15 — l» halbjährig Ili » — » halbjährig ll » — » vierteljährig . 7 » N»N » vierteljährig . 5 » 5<> » monatlich. . . 2 » »<> » uwnatlich. , . > , z4H » Für die Zustellung insHaus für hiesige Abonnenten p»:r Jahr 2 Kronen. Die P. T. Abonnenten werden höflichst gebeten, den Pränumcrationsbctrag für die «Laib. Zeitung» stets rechtzeitig und in uorhincin zu entrichten, da sonst die Zusendung ohne weiteres eingestellt wird. MM- Nie ?länumelstlonz «elläge wollen porlolrel lugesenael wessen. Jg. u. ßlcinmayr K Fed. Samlierg. lor ui/,, Nürnberg. - jlohn, Knssowch, Rsde,; Staudler, Ürfm,; Miltsch, Prokurist. Prag — ttralj. Pfarrer, Haselbach. Zeisl, Fa-brikant. s. Fran, Pardubih, — Dr, Kuhula, Prof,. Graz. — Cebcrz. Rsd., Magenfurt. — Ausch. Guiöbcsil)er. Saucnsteiu, Eitel, Nfm, Trieft. — Selislar, Richter. Lichtenwald. Rüssel, Adjunct, Scisenberg. — Briz, Littai. - Filip, ttfm.. Blldapcst. Verstorbene. Am 25. November. Frauz Kavcic, Iimmermalers' söhn, 2'/, Mon., Schicszstättgasse 15, Phlegmone. Wer einen Spreoh-Apparat oder ein Musikwerk zu kaufen beabsichtigt, der lasse sich eiligst von F. Ad. Rlohter & Cie., Königl. Hof- und Kammcrliofcranten, Wien, I., Operngasse 16, dio reichilltistriorto Musik-Preisliste kommen. Zusendung erfolgt gratis und franko. (4114d) Wandertheater in Laibach. 32. Vorstellung. Gerader Tag. Heute Tamdtaa den 2«. November: Operette in drei Akten vou Karl Lindau uud Julius Wilhelm, Musit nach Motiueu von Iuslf Straus;. Zusammengestellt uou Ernst Neiteier. Anfang um V,« Uhr. Ende 10 Uhr. «3* Für Weintrinker w» zur lischnng des Bebensaftes! .___________j Korkbrand neutralisirt die Säure des Weines angenehm prickelnder Itschmack. Kein Färben -des Weines. Nleciurlagu "¦-¦< ue" urrslrht sich vss Otiül «eld ^l!!,« Nllgemeine Staats» schuld. «inhaltliche «ente: »»/, lonoer. steuerfrei. Krone» »^ ?< beltu (IHnn.'Iuli) per »asse »<4 bl) »4 ?< t-2«^ ö. W. Aolen (ssebr. Aug. per «assc......«7 ü<> 87 ?<> » »" „ ö, W. Lilber (April cll. ver »asse......s? ü< «?'?l tSsOer Staatslose 5N0 fl. 4^l»n^f> ^>4 2.'> 1«60,r ,. 1U0 fl, 4"/^2!!l ^1? - »8s4ei „ 10» st. , . 2«4 . .«« l»«4«l ,, 50 sl. , .2«4' Ü6» Dom, Pfliül'Iii, il »20 sl. b°,, >^«8- ^«< Staatsschuld d. i. Reichs- rate vertretenen König» reiche und Bänder. Ostrrr, Volbrente steuersr,. W uld V«r Kasse .... .»"/, !>4 bl> !>4'?«' lästert. Rente i» Kionenw. stfr., per Nasse.....4"/° 94 45 34 «5 dellu per Ultimu , . , 4"/, »4 4>> 94 65 t>st, Investition«-«ente, stfr. ttT. per Nasse . . 3'/,°/., »4 0b «4 25 Glslnd»hn'3<»at« schuld» »«schleibnnzen. «Ilsadetl, Vabn i. «.. fteuerfr,. zu ll),<»X1 fl.....4"/„ — — — Franz Ioseph-Bahn in Silber (div. Et,> , , . . 5>/<»,„!l? 4" !i«-4< Valiz. Karl Ludwig-Vahn (div. Stücke! NTllnen . . , 4"/„ 94 7s, >.!h ?f> sludolf-Vahn i» ldronenwähr. Neuerfi. (div. Et,) , . 4"/„ 9k» 15 ft« N V»rarlber«er Vahn. stfr.. 4»»rsckl,ibnnsstn »igeNempelll Gis»nbal,n>Aktien «lilaveth-Ä, 2'w sl. »M, zl/4"^ von 4. 400, lloou u. 1<>.<«)<1 Kr. 4"/n «b-2i> 96 25 Elisabelb Vahn «0« u. 30<)l> M. 4 ab >0"/„......N i-90 Nü S0 Elisabeth-Äabn 400 u. 2W0 U, 4"/„........1,3 — <14 - ,°ferdinaiib«-Ätordbahn Gm. 18«« «ü bo 97 Kl' detto , St.) Lilb. 4"/„ . , , »b 8b S8 9s> ^alizischi. Nar! Ludwig - Val>n 'biv, St., Lilb. 4< . . . 94 - 9b-ling, aaliz, Bahn 20<» fl. N. 5"/„ 103 Lk !04"^b c»!li) 400 u, 5000 »r. z>/,"/„ «5 b» «S b0 Vorarlbcrger Bal)n «tin, 1884 Idiv, Et.) Lilb. 4"/„ . . 9b'— W'- Staatsschuld der Länder der ungarischen Krone. 4" „ u»g, Guldreiüc per Nasse »08 5« I08'70 ^"/„ detlo per Ultimi, >o»< bnio»-?n '"/, ungai, Rente in Kronen- währ, stfr, per nasse . . 90'ä?> un'bb ^"/„ d«,»° per Ultimo 90-»', 90 bü ->>/,",^ detto per Nasse «0 7li «0 »^, Ungar, Prämien,«nl. il lO« f>. I«> — >«»'-drtto il ü0 sl 180 «8-- theih-Neg.-Kojc 4"/„ , , . , ,KS I4<1 — 4"/» ungar. Grunbti-tl.-vlilig. 90 25 9l-?5 »"/„ lroat. u. slau. Vldentl.-Oul, 93 b0 94 bu Andere öffentliche Nnlchen. ^!0«N, Lande«-Anl. ldio.) 4"/n 63'7l> 90 7b ^osn,-l>crcest ltisenb. -Lande«- Aiüehen (diu.1 4>/,"/„ . , 95 no 9e-ö>, ,i>„ Tona» «eg.-AuIcche 187« !U2 f>l< i».», b(, Wiener Verlehrs-Anl. . . 4"/« 94 4°/« 94 3<< 9Ü Äü /lnlehen der Stadt Wien , . ! ue 25 betto (Inv.N.)l, I,1902 94 e<, »5 «0 Bör!ebau-Nnlel»n uerlosb. 4"/„ 96 3^ 9? »o Russisch« Etaatsanl. v, I. l9 /,"/n «550 8« 50 Pfandbriefe usw. İbenlr„allg öst. i,5«I.ul.4°/„ 93"?s> 94-?b Äöhm, Hnpothelenb. verl, 4"/« 96 »l> 9SUl> Zentral B°d,-Nieb,-Äl.. österr., l5I, derl.....4'/,",« ,02-- —-- delto !,5 I. uerl. . . . 4«/o 96-80 97-80 Nrrd.Inst., »sterr,, s.Vcrl.-Unt, u, öfsenll, Vlrl>, Nat, ^, 4"/„ 95— 9b'9b Landlöb, b. Uün. Gali»ie>i und Lodom. b7>/, I. rüllz. 4"/„ 93 0l> 94-<>b Währ. Htipothelenb. ver!, 4°/„ 95 l^b 96 05 «.-üsterr Lande« Hup.-«»st. ^/° 96-bu 9?-bl> detto inll. ^"/„ Pr. verl. 3>/," » 8« 2b 89 25 detto N,.Kchuld!ch. verl. 3>/,"/n «8 2b 88-25, detto verl......4."/« 9«2b 97-25 Osterr.-ungar. Vant 5l> Ial,rr verl. 4"/n ö. W..... 98-2< 99" 99-5« l 3taat«l'llhn <)« ssl..... 387' 4»4'— Lübbahn l^ 3"/„ IHnner-Iilli 500 ssr. «per St.) . . . 2>6-7b 2f.«?s, SNdbahn ^ b"/n >:0« fl. L. 0. « >18> <>»-?b Diverse Lose. Pllzln»llcht fos». 3°/„ Bobenliedit-Lose <3m, >8«0 28«-- 272' betto 256-b<> 2«2-50 Lerb. Präm.-Nnl.p. l0U ffr, 2"/n 8ü - «:.. Inolrz!n»llchk fose. V»dap.-i«llsililll ^Dumbau)5 fl. 19'5! 5450 Noten Kreuz, una. es. v. 5 fl, 25'75 2? 75 Rubolf-Lose 10 !1......67'- 7,-- Salm-Lose 40 - 240--lürl. «.-«,.Nnl, Prsm.-Obl!«, 400 Fr. per kc>sse , . 166-75 i«?-75 detto p« Medio , . . i«e>- i«?< l^eld Ware Wiener Komm.-Lok v. I, 1874 484-^ 494--«ew. Ech. d, 3°/„ Präm.^Schuld d. Aodcnlr.-Vlnsl, ll.Vnl«mtt>«nn»e!,. 'Aulslg-Tepliycr Visenb. 500 fl. 2290-— 2N00-- Äühmiichc Nurdbat,» 150 fl, 1,9?-— 399 i'uschliehrader Eilb 5>00 sl, 5>M 2840 - aa!3c>lenb, ^uu fl. 2, per Ult. «59 5a 660 bn i-iidbah» 200 fl, Silber per U!t. 102 50 103 50 Lübnurddenische Verbinbuiigib. 200!l, NM...... »98- 4«3 — Ungar. Westbah» (Raab-Graz) 200 fl. S....... 404-- 40S' Wr. Lola!b,-Vlltien Ges. 200 fl, 200- 205-5» Vanlen. «nglo-Österr. Vanl. 120 sl. . L85'L5 2«6'ü5 Bankverein, Wiener per Nasse —-- '- detto per Ultimo 500 50 50! 5« — -'- detto per Ultimo S<5' 6!« — ^reditbanl. ung. allg., liv« fl, 7>5'b0 7i«bl> Lepositenbanl. alla,. 200 fl. . 44?-- 44»' ltolompte - Gesellschaft, nieder- üslerr.. 400«n..... «ü'— b«? bO Giro- u. Nassenverein, Wiener. 200 fl........ 445-— 44«'» Hnpollie'cnbani, öst. «00 Nr. 5"/„ 284'— »«?'—! Länderbanl, bsterr., 200 sl., per Kasse....... --- -'- detto per Ultimo 414— 41 '— „Merlur", Wechselstiib-Altien- Oesclllchaft, 20l» sl. . . . b94>- 59«-- Ofterr.-ungar. Ä»nl l4«n «lr. 1735'— 1745— »eld Ware Uüiunban' 20» fl...... 51» 50 bls-50 Uüiunbanl, böhmische 10» fl. , 245— 24«- — Acrlehrsbanl, alla 14« f!,. , 3»» ba 33^ — Hndnftllt'M rs, l»0!l. 68« - 69^5« EiseübaliüUrrlrhre-Änstall. üst., 100 sl........ 874— 378'- Eile,!baI,!!w,Lcil!N., erst«. 100 fl. 19« - 199 — Mbemiil,!", Papierf. ». !«,-«. 100 fl....... ,74-. 176 — Eleltr-Wes,. alla, österr, 200 fl. 3??— »»0- — «tleltr. («esellsch.. intern. 200 sl. E>el!>.-(«''!elllch,, Wr. !ü Liqu. L0S -. »08---H-.rlenberger Palr.-, Zündb,. u, Met, Fabrik 400 Nr. . , i»79 — 989-— Liesinger Äraxerei «0<> fl, , . 21b— 21s-.- MunlaO'lVls., üst. alpine ION fl. «21b0 «22H0 ..Poldi-Hilttc", TlrarlguslNahl- ss..«,«. 200 fl..... »96 — 402 — PragcrEisen-Industlic-VcleNsch, 200Ü........ ^367- ü»78 — Ntma- Muranl, - Salgo Tarjaner '— lw'— ,,Schodnica". A. «, f. Petrol.- Industrie, 500 Nr. . . . 4'.«-- 423— ,.Kteu,rermuIil' .Papiers.u,V,W. 43«-- 440 — lrifailer Nuhlenw-W, 70 fl. . 2«»-> 268 — liirl. laba'reaie-Gcs, 200 i^r, per Nasse..... -- —-— detto per Ultimo . . . 341 — 34b — Waffens.-Ges,, öslerr., loo fl. . 5?«'- b»«'— Wr, Ballgesellschaft, «00 fl. . . ,41— ,4»'— Wienerberge Ziegels.-Alt,-Ges, sl>0 ^ 6SS— Devifen. Aur>» Sichln» nn> Kchlck». Amsterdam....... 198«N 199 >0 Doüsche Äanlpliiye . . , . II? >? 117 »?' ,7!al2«> 9.^42' London........ «8» «ll^ 2l!>» «?' Pari«......... 9b »7' »5> 5«^ St. Pelersburg...... 251— ltül'Lü »Ürlch und «a