Mr. 85. Vonnerstag, den 21. Octoßer 1880. V. Jahrgang. 111! Mtllllg. Pränumerations-Bedingungen. Aür «LiUi: Mit Post- °r» lia ...-,ss Versendung: fUcmimttia . . i-M •pifTtedäjti, . . ,.«> ... . . . s.w «a*Sj lÜTW- . . ^»zjährij, . . . «.40 tkinzetne Nummer« 7 fr. Erscheint jeden Donnerstag und Sonntag Morgens. Inserate werden angenommen in bet 5spe»Uto» »tt .Stitaaf". Hn- unjaH< «i. II (»ii 1i»iu Juliane !Iu»w»rI« >>ch««> 3a(tt«lt lüi dir „siitui .H-iluui)'- an: *. SMofis in A>^«. u«ä oil.ti öcfcfutejiStn Siädtc» 6. I >i»i»iaei»'.Su-11-inch in <0(1), it. Cnicltt uat «»ile. je itoM f I» 01». if. ■Müll:!. - *acst«r in J Vlitait. ' Aur Situation. DaS übereifrige Bemühen der Byzantiner de« Grafen Taaffe, die Segnungen de« Eoalition«-syst^m« zu preise«, legt den Gedanken nahe, daß der Ministerpräsident doch mit einer gewißen Beklommenheit den Ereignissen der nächsten Zeit entgegensieht. Der allgemeine österreichische Parteitag steht vor der Thüre. Ganz Deutsch-Oesterreich blickt vertrauensvoll nach Wien, erwartend, daß die Kund-grbung seiner Vertreter die unerträglich gewordene Angst und Besorgnis beseitige. Je näher der Par-teitag rückt, desto größer werden die Anstrengungen der Kronpublicisten fce« Grasen Taaffe. Die ein« schläsernden Inserate, die für theure» Geld in der ungarischen und französischen Presse und vor Allem in der „Nordd. Allq. Zeilung" eingeschaltet wer-den, sin» beredte Zeugen, daß der Ministe, p.äsi-dent sich al« von der Vorsehung bestimmten Piloten de» österreichischen SlaatSschiffe« hält. Die anstrengende Arbeit der Preßmatroseu beweist indeß auch, daß da»Schiff sich nicht auf ruhiger Wasserfläche bewegt. Djg dasselbe leck geworden sein muß uud die Bedienungsmannschaft ein Kentern fürchtet. Der sophyltische Witz der Kostgänger des Prcßvureau», welcher die VersöhnungSziele des Grafen Trasse als t».rsch!eiertcS Bild darzu-stellen sich bemüht, will nirgend« verfangen. Man merkt die A «sicht uns wird nur noch ver-stimmler. Was immer die willigen Herren von der Feder ersinnen mögen, zu Allem fehlt der Glaube. Die Bevölkerung Deutschösterreit!« ist zu einsichtsvoll um sich durch solche Stylproben blenden zu lassen. Die Befürchtungen der Verfassungstreuen werden durch solch' elegische Schlummerlieder nicht eingelullt. Verfassung und Deutfchchum, Liberalismus und Aufklärung sind bereits zu offen bedroh:, als daß Beschwichtigungsversuche irgend einen Erfolg haben könnten. Doch auch im gegnerischen seudal'vationalen Lager findet die Regierung nicht jene Sympathien auf die sie mit Zuversicht rechnete. So hat der F0nfzehntr>Au«schuß der Rechten beschloss«», das Cabinet nur von Fall zu Fall zu unterstützen, und auf dasselbe einen gemeinschaftlichen Druck im Sinne der ezechifchen Forderungen auszuüben, mit anderen Worten, sich jeden Dienst bezahlen zu lassen, selbstredend auf Kosten der Deutschen. Die Wirren der inneren Politik müssen aber auch früher oder später in der äußeren Politik nachwirken und schon trete» in der Presse Deutsch» land« Anzeichen hiefür zu Tage. Kann aber auch von einer Latente zwischen Deutschland u»d Oester-reich die Rede sein, wenn bei uns die Träger der Cultur die Deutschen zu Gunsten inferiorer Racen angefeindet und unterdrückt werden? Genießen denn die Ungarn, Polen oder die Czechen die Sympa-thien de« Nachbarreiches oder der Bruderstamm, den Sprache und Bildung so innig verbinden? Freilich wird nn« die Sympathie zu Deutsch-land al« Preußenseuchlerei ic. von unseren nationalen Gegnern angerechnet. Und doch sind und waren gerade die Deutschen Oesterreichs die edel-sten Patrioten in guten und bösen Tagen. O ster-reich» Geschichte enthält hiefür genug Beläge. Die Treue der Deutschösterreichcr ist keine moderne Adressenfloskel! Politische Rundschau. Cilli. 20. Lclober. In der gestrigen ersten Sitzung der Dele> gation wurden die Vorlagen der drei gemein-samen Ministerien vertheilt. Da» Netlo-Mehr-erforderniß für die Armee und die Flotte beträgt nach der „Bud. Corr." 3,710.97? fl. In Frankreich nimmt der Culturkampf da» ganze politische Interesse gefangen. Der nächste Streich der Regierung soll aus die Kapuciner niederfallen, die ihre Klöster verbarricadiren und von dtn clericalen Blättern schon jetzt als „Märtyrer" hingestellt werdet,. Während nun von einer Stile gemeldet wird, daß die Pforte in dringliche Weise die Nizza Pascha in Betreff der friedlichen Uebergabe Dul-cigno'S ertheilten Weisungen erneuerte, und die hervorragende Wichtigkeit dieser Lösung betonte, meldet ein Telegramm auS Eastclnuavo, daß da-selbst unter den Officierea der Flotte geringe« Vertrauen in die neuen AuSgleichSverhZndlungen zwischen den Türken und Montenegrinern betreffs Dnlcigno • herrsche, seitdem man erfahren, daß sowohl bei Salonichi al« Smyrna die Türken Truppen zusammenziehen und Torpedos bereit halten, um damit die Häfen zu »erschließen, fall« die fremde Flotte sich nähern sollte. Seymour hat i sofort hievon sämmtliche Escadre-Commandante« verständigt. Weiters kommt au« Castelnuovo die Nachricht, daß der englische General Eonsul Grecn von Bord der „Alexandra" nach Ecttinje abge-reist sei, um dem Fürsten Nikita die Intentionen der englischen Regierung über den Vorgang bei der Besetzung Dnlcigno'S zu übermitteln. I« Cettinje verlangt man jetzt von der Pforte Feuilleton. Z)ie Gouvernante. Stoman von S. ivi < l n t c. (30. Fsrlsetzung.» Doctor Stone mußte etwas in die Kehle bekommer. haben; er hustete einige Male. Dann fuhr er, mit einem forschenden Seitenblick auf da« finstere Gesicht feine« Begleiter«, fort: — «IS einen Scherz ... ich würde nicht im Ernste daran denken, daß Lord Rutland feinen Namen mit dem einer „Gouvernante" verbinden könnte. Da« wäre ja ganz unerhört! A^er abfe-sehen davon . . . meinst Du. daß Miß Orlandi aussieht, als ob sie sich . . . kaufen ließe? Dann bin ich anderer Ansicht. Ich finde, daß sie schon durch die Art, wie sie Eolonel Wat s e n wurden fangen darnach gefragt, hatte sie leise und bittend gesagt: — Frage« Sie mich nicht ... ich spreche nicht gern davon. Seine Schwester hatte erwidert, al» er ihr einst ihr blinde» Vertrauen vorwarf: — Ja, ich vertraue Miß Orlandi unbe« dingt, und weil dieselbe ni-- irn ihrer Vergangenheit sprich», frage ich sie auch nicht darnach. Ich liebe e» nicht, traurige Erinnerungen wach zu rufen. Wie gern Hütte er eS von ihr gewußt! Lord Rutland nahm nicht an der Äondelfahrt Theil. Er streckte sich am Ufer auf den Rasen hin, stützte den Kopf in die Hand uvd sah ge-dankenvoll dem fröhlichen Treiben zu. Wolf lag neben ihm. seinem Herrn Gesellschaft leistend. Bianca'» Auge wanderte oft zu ihm hinüber . .. ihr war so weh um'» Herz, und doch mußte sie scheinbar unbefangen in die Fröhlichkeit der Anderen einstimmen. Doctor Stone. welcher ihre Gondel führte, sowie Lady Burnham und Colonel Watley überboten einander an Wiz und heiterer t'aune. Die kod^ hatte ihre Zither, welche sie gern und sehr gut spielte, mitgebracht, um mit Bianca Duette singen und dieselben begleiten zu können. Sie war im Elsaß erzogen und hatte in der Pension ^ort nicht nur deutsch sprechen, fon-dern auch bei einer deutschen GesangSlehreriu mit gewählt: Matthäus GlinSek, Martin Wrecer, Valentin Suppanc, Franz Lipouöek, Andrea» Schnider,Karl Schach. Zu Ersatzmännern: Martin Kovaö. Andrea» Schriber, Michael Skraber. Im I. Wahlkörper wählte« von 44 Wählern nur sechs. Al« Ausschüsse erscheinen gewühlt: Josef Leviönik, Matthäus Bozu, Marti» Znidn, Franz Ostroknik, Anton Ieretin, Anton Malle. Al« Ersatzmänner: Josef Lednik, Franz Maier. Martin KlenoSek. (Meßnerdienst der VolkSschul-lehrer.) Das vom Salzburg» Landtag beschlossene Gesetz, womit der § 86 des Landes-Gesetze» vom 17. Januar 1370 zur R'gelung der Rechtsverhältnisse des Lehrerstande» an den öffentlichen Volksschulen abgeändert wird, hat die kaiserliche Sanction erhalten. Durch diese« Gesetz wird die bisherige Frist der bedingten Berechti-gunz der Volksschullehrer im Herzogthum Salz-bürg, neben dem Schuldienste auch den Meßner-dienst zu versehen, auf weitere zehn Jahre (bis zum 1. Januar 1890) erstreckt. (Poltschach Robitsch.) Herr Ober-ingenieur Knöch ist sammt mehreren Ingenieuren und den nöthigen HülsSarbeiten seit Anfang der vorige» Woche mit den ttchnischen Feldarbeiten auf der p.ojcclirten Bahnstrecke Pöltschach-Rohilsch beschäftigt und hofft, bei günstiger Witterung die-selben noch vorm Eintritt de» Froste« beenden zu können. (Maria Reustift.) Die Wallfahrtskirche in Maria Reustift bei Peitau ist baufällig ge-norden. Die Herstellungskosten werden auf zwan-zigtausend Gulden veranschlagt und soll die Regierung geneigt sein, dreitausend Gulden bei-zutrage«. (Bauernwille.) Die freie Bauernoer-sammlung zu We!« (6. Okt.) hat u. A. folgende Erklärung abgegeben: „Wir verweigern den ober« österreichischen Rcich«rath«>Abgeorbneten der Land-gemeinden, den Herren: Brandi», Doblhamer, Fischer. No»ka, v. Pflügl, Zehetmayr (Schäiding) und Zeilberger die Zustimmnng zu ihrem Ver-halten in der abgelaufenen ReichSratbS'Session, und sehen vielmehr im Hinblicke auf deren absolut den Interessen der oberösterreichislyen Landbevölkerung zuwiderlaufende Thätigkeit al« Vertreter de« Banernstande» im ReichSrathe allen Ernste» nn» veranlaßt, den vorerwähnten Herren Abgeordneten ein unzweideutiges und ebenso entschiedene» Miß» trauen«.Volum zu ertheilen, von welchem Beschlusse jeder der mehrerirähnten Herren auf schriftlichem Wege zu verständigen ei. (Folgen der Dentschenhetze.) Aus Stuttgart, >7. October, wird der „Wr. Allg. Ztg." geschrieben: „Wie mau bei un» im Schwaben- | Vorliebe deutsche Lieder fingen gelernt. Sie besaß eine helle, km« Sopranstimme, die gar lieblich zn dem vollen, weichen Mezzo Sopran Bianca'S stimmte. — Ich wollt', meine Liebe ergösse sich all' in ein einzig Wort! . . . tönte e» in den Wald hinein. Ein schöne» Lied, von schönen Menschen-stimmen mit Verständniß und Innigkeit vorge« tragen, spricht nirgend so tief ergreifend zum Herzen, al» in der freien, großen Raiur. Auch zu Lord Rutland'» H:rzen sprach e» und stimmte dasselbe weich und sehnsuchtsvoll. — So wird mein Bild Dich verfolgen, bi« in den tiefsten, tiefsten Traum! . . . erklang e» laugsam verhallend vom Wasser herüber . . . — Bi« in den tiefsten Trauin . . . warf leise da« Echo auS dem dunkeln Waldgrün zurück ... bi» in den tiefsten Traum schienen die einzelnen, glänzenden Sonnenstrahlen zu wieder-holen, welche sich durch die Zweige der hohen Tannen Bahn brachen und auf der grünen Wasser-fläche um die weißen Kelche der Wasserrosen spielten. Al« man de» Rudern» und Singen« müde geworden und eine Gondel nach der anderen an da« User stieß, machte der Lord immer noch keine Miene, sich zu erheben, sondern rief seiner lande über die in Ungarn inscenirte Deutschenhetze denkt, mag folgender Vorfall beweisen: Die auf der Durchreist nach Nizza befindliche erste ungar. Nationalcapelle, au» 20 Man,, bestehend, hat für heute Abend im Festsaale der Siederh«lle ein Eon-cert angekündigt. Gestern früh fanden sich nun an Vers t iedenen Stellen der Stadt Placate folgenden Inhalt« angeschlagen: „Dcutschenhetze in Ungarn von der Regierung und B»lk. Dagegen find Ungar« hier, um auch für Geld »usikalische Verröckthciten vorzuspielen. Wa« ist pi thun? Geld behalten und wegbleiben. Gcrman." (Solche« vorgehen könnte auch hier nicht schaden, fall« Zrgeuaer oder andere ungarische Künstler un« beehren sollte«. Die Red.) (GrazerSchreib-Kalender, Verlag von Leykam-JosefSthal in Graz.) Der genannte Kalender für da« Gemeinjahr 1881 ist soeben im Buchhandel erschienen. Wie im ner, so bringt auch diesmal der Grazer Schreib-Kalender eine reiche Auswahl von Aufsätzen gemeinnützigen Inhalte«, so wie Erzählungen und Illustrationen. Dem übersichtlichen Kalcadarium folgen Besiim-munge» über den Post- und Telegraphenverkehr, Stempel« und Gebührenvorschriften 11. Weiter« ein Verzeichniß der Aovocaten und Notare Stcler-mark», sowie der Aerzte vo« Graz, der Landtag«« und Reich«rath»abgtordnclen, der Han« dels« und Gewerbekammer tc. Neben diverse« Erläuterungen find» wir auch ein Übersicht iche« Verzeichniß der Jahr- und Viehmärkte Steier« mark«, sowie der bedeutenderen Märkte von Kärnten und Krain. Den Schluß bilden „Kohl-röschen" eine Dorfgeschichte von I. Wawerka m d kleine gemeinnützige Aufsätze für Hau»« und Land« wirthschaft. Da» Renomme, da» der Grazer Schreidkalender seit seinem Bestehen geniest, wird duich die neue Ausgabe pio 1881 noch gehoben« Wir können daher denselben Geschäftleuten und Oekonomen nur besten» empfehlen. Der Grazer Schreib-Kalender ist durch alle Buchhandiuugea um den Preis von 45 Kr. zu beziehe». (Eruirt.) In Windifchgra; wurde vor einigen Tagen der Commi» Fischer nach Ber-Übung eine» größeien Gelddiebstahle» flüchtig. Der Genannte wurde gestern in Graz auSge-forscht und verhaftet. Bei der PcrsonSdurch» suchung fand man am bloßen Leibe unter dem Hemde versteckt eine Fünsziggnldennote. (Langsinger.) In der Nacht vom 11. auf den 12. räumten Diebe die Wohnung de« Kaplans G o v e d i c in St. Martin ob Windisch-graz fast gänzlich au». Der Werth der gestohlenen Effecten wird auf 400 fl. veranschlagt. Schwester, al» sie thu aufforderte, sich ihr anzu-schließen, zu: — Bringe nur Mr. Willington in Sicherheit, ich habe meine liebe Noih, Wolf festzuhalten . . . ich folge später nach. Mr». Willington verwünschte da» grimmige Thier. Sie hatte sich vorgenommen. Lord Rutland zum Begleiter zu gewinnen, aber sie fürchtete den Hund zu sehr, und führte eiligst mit Mr. Sie-ward den Zug an, die mißmuthige Miene de» über diese Ehre wenig erbauten dsckelor's nicht beachtend. Doctor Stone'» Nachen war der letzte. A!» Lord Rutland bemerkte, daß derselbe noch einige Fuß vom User entfernt, im Schilf festsaß, sprang er auf und half denselben frei machen. Er reichte La'y Burnham die Hand beim Aussteigen und wollte dann auch Bianca behilflich sein, Colonel Watley war ihm zuvorgekommen. Er trat zurück and wartete, bi» sich die kleine Gruppe dem Ein-gange de« Tunnel« näherte, »ann folgte er lang-sam mit Wolf. Doktor Stone fihrteLady Burn« ham; Colonel Watley wurde an Latq Lake'« Seite gnusen, welche allein auf die Säumigen gewartet hatte, während die übrige Gesellschaft schon ein ziemliche« Stück Wege« vorau» war, so daß man nur noch vo» Weitem die hellen Gr-wänder der Damen erblick« und ihr heitere« Lachen hörte. Theater. Die Lebensbilder „Der Verlorne Sohn" von O. F. Berg und „der Millionenschwindel" von Ed. Dorn, welche Sonnabend, bezielungSweise Sonntag in Scene gingen. Üblen keine besondere Anziehungskraft. Möglich, daß eine au« früheren Jahren datirte Voreingenommenheit unser Pu-blicum von Gesuche solcher Bühnenstücke abhält. E« ist jedoch di«her feiten» der Maier'scheu Theatcrgesellschaft nicht die geringste Veranlassung zu eine« ähnlichen Mißtrauen gegeben worden, ja e« will u»« sogar scheinen, al« sei gerade da« Volksstück die bevorzugte Domäne der genannten Gesellschaft. Und gerade die obgenonnten beiden Lebensbilder vertragen in Bezug aus Jnscenirung, Zusammenspiel und auch Einzelleistungen einen strengeren Maßstab, sie konnten auch höher gestellte Anforderungen befriedigen. Wir wollen vom In« halte der Stücke und der Charakteristik, der von den Verfassern mitunter verzeichneten Personen absehen, müssen dagegen den Darstellern in»ge« sammt lobende Anerkennung au»sprechen. Herr P i ch l e r bot in dem ersten Stücke al« Fuch« eine Characterzeichnung ersten Range». Die Frauen M a i e r und Stein al« Frau Fux, beziehung«-weise Wirthschasterin MagdaUna zeichneten sich durch herzliche Natürlichkeit au», desgleichen Direktor M^qcr al» Pfarrer. Eine recht gelungene Charge in Spiel und Matke gab Herr Stein in der Episodenrolle de» Jsack Silderzweig. Herr I e l l y gab den Vagabunden Heidevogel mit humorvoller Charakteristik. Auch die übrigen Mit-wirkenden trugen zum Gelingen ihr Beste» bei. Im zweiten LebenSbilde „Der Millionen-Schwindel" boten Direktor M a i t r und Frau Stein recht sympathische und einheitliche Lei. stungen. Fräuleiu Vanini brachte die Welt» dame, welche ihren Gemal hintergeht und dessen blinde Leidenschaft zu Sonderzwecken au»zunützen versteht, zu? vollen Geltung. Herr St e i n bot wieder eine schöne Charge al« Baron Coupon, Her? M e l z e r brillirte mit der Phrase „bin ich ein Keil?" Alle übrigen Mitwirkenden suchten nach Kräften ihren Partien gerecht zu werden. Da» Lustspiel Dr. Klau« von LÄrronge, welche» gestern in Scene ging, übte zum ersten Male eine größere Anziehungskraft. Mit großem Interesse wurden die einzelnen Scenen des Lust-spiele», welch?» die Runde über sämmtliche Bühnen Deutschland« und Oesterreich« gemacht und allent' halben Erfolge erzielt hatte, verfolgt. Wa» die diesige Darstellung betrifft, so war dieselbe den Anforderunge». die wir an die Mitglieder der Maier'schen Gesellschaft stellen können, ent-sprechend. Wir wollen indeß etwa» strenger urtheilen und daher in erster Linie da« ein wenig zu langsame Tempo de« Dialog» erwähnen. Die Titelrolle hätten wir diesmal lieber in Häxden de« Direktor« oder de» Herrn Melzer gesehen. Bianca war kaum einige Schritte im .Tunnel" gegangen, al« Lord Rutland sie ein-holte und neben ihr blieb. Wolf folgte ihnen auf dem Fuße. Bianca war wunderbar zu Muthe, al« sie so dicht neben dem finsteren Mann dahin schritt, dessen hohe Gestalt in dem engen Rahmen diese« Waldwege« noch höher erschien, al« sonst. Er hatte den Strohhut abgenommen und schien e« nicht zu fühlen, daß die Zweige hier und da feine Stirne berührten. Endlich brach er doSS-weigen. — Der Zufall will, daß Sie noch ein Mal meine Gesellschaft dulden müssen. Miß Orlandi, doch hoffe ich, e« werd» Sie der Gecanke, daß e« zum letzten Mal ist und sie von morgen an von meiner Gegenwart befreit werten, dafür ent-schädigen. Bianca blieb stumm. Wa« sollte sie er-widern? Sie konnte ihm doch nicht sagen, wie sehr der Gedanke, daß e« zum letzten Mal sei, sie schmerze, und eine höfliche Redensart ... wie schwer finden wir eine solche, wenn unser Her; bewegt und von Leid erfüllt ist. Um Lord Rutland'« Lippen zog ein bittere» Lächeln. Sie widersprach nicht, sie konnte wirklich kelne Lüge sagen, nicht einmal au» Höflichkeit, oder wenigsten« wurde ihr sehr schwer. Warum konnte er sich über diese stumme Aufrichtigkeit richt freuen ... er liebte dieselbe doch sonst so sehr? Herr Stein jedoch, der gewiß ein sehr talen-tirter junger Darsteller ist, entbehr« noch zu sehr dir Ruhe, er wird zu rasch lebhaft. Der Kutscher Ludowski, den Herr Melzer gab, wurde die», mal zu grotesk gegeben. Eine trockenere Komik wäre nach unserem Dafürhalten noch wirksamer gewesen. LubowSki ist mehr Sonderling al» Dummkopf, wäre er letztere«, dann würde ihn der Autor bei irgend einem Vornamen, vielleicht „August" aber nicht beim Schreibnamen rufen lassen. Herr Roman al» Baron Boden und Fräulein V a n i n i al» dessen Frau halten recht wirksame Momente, namentlich accentuirie Letztere recht ergreifend ihren Seelenschmerz. Allerliebst war Frau P i ch l e r in der naiven Rolle der Emma. Die Scene mit dem Referendar Gerstel, den Herr P i ch l e r mit gewinnender Schüchtern-heit spielte, errang stürmischen Beifall. Die Rolle de« Juwelier Griestnger hätte etwa« mehr Humor vertragen, sie befriedigte indeß. Bon den übrigen Mitwirkenden feien noch Frau Stein al« Frau Klau«, Fräulein K r e u tz h o f al» Haushälterin, Fräuleiu Maier al» Anna und Herr Jelly al» Bauernburfche lobend erwähnt. Wir wünschen schließlich nur, daß all die schauspielerischen Erfolge, welche Direktor Maier bi» jetzt mit feinen Vorstellungen errang, eine größere nachlaltigere Würdigung fänden und daß sein wahrhaft mühevolle» Streben Neue» und Gute» zu bieten, durch anhaltend zahlreichen Besuch belohnt würde. Buntes. (Zur Characteriftik Josef's II.) Vortrefflich ist der Au»spruch diese» Kaiser» in der Eensurvorschrtst von 1731 : „Kritiken, wenn e» nur keine Schmähschriften sind, sie mögen treffen, wenn sie wollen, vom LandeSsürsten an bi« zum Untersten, soll'», besonder« wenn der Per-fasser seinen Ramen dazu drucken läßt und sich also für die Wahrheit der Sache dadurch al« Bürge darstellt, nicht verboten werden, da e« jedem Wahrheitsliebenden eine Freude fein muß, wenn ihm selbe auch auf diesem Wege zukömmt." Diese Aeußerung hat große Aehnlichkeit mit der Stelle eine« Schreibens Kaiser Ferdinand I. an seinen Sohn Maximilian, worin er sagt: „Bücher, mein Sohn, haben eine große Freimüthigkeit, die man bei Menschen vermißt; sie kennen weder Furcht noch Scheu und wagen eS, aufzuklären." (Gefährdung der Postmarken.) Au» Pari» schreibt man: Die Existenz der Post-marken, die den Verkehr so sehr erleichtert haben, scheint bedroht, soll» man nicht für ihre Ent-werthung ein bessere» Mittel ausfindig macht al» die jetzige Schwärze. Ein Correfpondent des „Figaro" hat dem französischen Ministerium un> längst 60 Postmarken eingesendet, welche er von — Miß Orlandi. begann er wieder, al» ich Sie heute Morgen fragte, ob Sie mir mein un-höfliche» Benehmen verzeihen wollten, wenn ich mein Unrecht gut zu machen suchte, wiesen Sie mich mit den Worten zurück, daß Alles, was An-deren Ueberwindung koste, für Sie keinen Werth habe. Ich glaubt das, in diesem Falle besonder«. Ader e» gibt gar Manche«, daS keinen Werth hat und uns doch freut, weil wir den guten Willen de» Anderen sehen ... ich halte mir eingebildet, Sie würden mir wenigsten» für diesen einen :in freundliches Wort, einen Dank gönnen; war auch das zu viel verlangt? — Ja! kam eS fast unfreiwillig von Bian-ea'S Lippen. Er blickte auf feine schöne wortkarge Be-gleiterin nieder, al» er langsam fragte: — So sehr zürnen Sie mir? Sie denken doch sonst groß und milde und tragen Niemand eine Kränkung noch . . freilich, ich habe zuge-standen, daß die meinige absichtlich war, aber ich gebe Ihnen mein Wort, daß sie nicht kleinlichen Ursachen entsprang. Ich glanbe Ihnen schon am ersten Abend meine» Hiersein» bewiesen zu haben, daß ich Vorurtheile nicht länger festhakte, al» bi« man mir beweist, daß sie unberechtigt sind. Bianca hatte sich gesammelt und fragte nun ruhig: dem Stempel so gereinigt hatte, daß keine Spur davon zu entdecken war. Da» Ministerium hat darauf nicht» erwidert. Nun hat Herr C r 6, so heißt dir Einsender, dem Pariser Soulevardblatte zwanzig andere Postzeichen eingesendet, welche edenfall« so gereinigt sind, daß sie keine Spur de» Betruges ausweisen. Wenn alle Inhaber ab-gestempelter Marke» von dem Ersuchen Geheim» niffc wüßten, so wäre e» mit den Postzeichen vor-bei, meint der „Figaro". Fraglich bleibt dabei aber noch, ob nicht da» Reinigen mehr kostet, al» der Prei« der Postmarken beträgt. (Traurige Romantik.) Dem „Golos" wird eine gar romantisch klingende Geschichte er» zählt: „Bor «iwa sieben Jahren wurde von den preußischen Geschworentn eine junge, hübsche Frau wegen Ermordung ihre« Gatten zum Tode ver-urtheilt. E« gelang ihr jedoch, au« der Haft zu entkommen und sich nach Rußland zu flüchten, wo sie al« Gouvernante ein sehr gutes Unterkommen fand und sich auch ganz ansehnliche Ersparnisse ansammelte. Sie erwirkte sich endlich die russische Unterthanenschaft und heiratete einen reichen Russen. Mit diesem kam sie jüngst nach Kalisch, wo man sie erkannte. Sie wurde denuncirt und auch wirk-lich »ach Preußen ausgeliefert, wo sie der Voll-streckung de« über sie gesprochenen Urtheile» harrt." Kourse der Wiener Börse vom 20. October 1880. Gold,eute...........86.15 Einheitliche Staatsschuld in Noten . . 71.05 „ „ in Silber . 72.40 l360er StaacS-AnlehenSlose .... 129.— Bankaktien...........816.— Creditactien ...........271.50 London............117.85 Napoleond'or.......... 9.38 k. k. Münzducaten........ 5.63 100 Reichsmark.........68.10 Ankunft und Aöfayrt der Eisen-öaknznge in Eissi. Richtung Wien» Trieft: Ankunft Abfahrt Eilzug...................... 3.29 3.31 Rcht«. Postzug.....................11.33 11.40 Miltg. Gemixter Zug.........____5.22 5.32 SlbdS, Po,tjug.....................11.33 11.3$ Nchts. Richtung Trtest - Wien : Eilzug......................12.16 12.18 NchtS. Postzug..................... 4.— 4.6 Früh. Gemischter Zug.............. 8.55 9.03 Vorm. Postjug .................... 4 31 4.40 Nchm. — Wenn Sie kein Vorurtheil mehr gegen meinen Beruf hegten . . . wodurch sonst habe ich mir Ihren Haß zugezogen, Lord Rutland, daß Sie sich so viele Mühe geben, mir wehe zu thun? — Haß? . . . Miß Orlandi, ich . .. hasse Sie nicht. Der Ton seiner Stimme war so seltsam welch, so innig, daß sie erbebie. Er bog einen Zweig zurück, der sich in den Weg drängte und ihr Gesicht streifte. Sie wandte hastig den Kopf zur Seite, als feine Hand dabei ihr Haar berührte, und streichelte Wolf, der feinen schwarzen Kopf an ihre Hand drängte. — Ich kann Ihnen nicht sagen, wa» mich dazu trieb, Ihnen so schroff zu begegnen, aber e» war kein Haß. Miß Orlandi, wollen Sie mir da» glauben ? Er hätte so gern in Bianca'» Antlitz geblickt, aber e» war gesenkt und von ihm abgewandt. — Ja, Lord Rutland, ich glaube, was Sie sagen, und habe nie tiefer al« in diesem Augen-blick gefühlt, wie beglückend e« ist, ohne Zweifel, ohne Mißtrauen dem Wort eine« Andern glauben zu können, auch dann, wenn sein Thun in direktem Widerspruch zu demselben steht. Wenn der Fall entgegensetzt wäre und ich die Fragt: „Wollen Sie mir glauben? an Sie gerichtet hätte, so würden Sie spöttisch gelacht und mir versichert haben: Sie könnten nicht glauben. (Fortsetzung folgt.) Kommenden Sonntag:, d. i. den 24. d. M. bat die 475—1 Hochenegger Frw. Feuerwehr um 2 Uhr Nachmittag* am Uhr Spritzenprobe, hernach Fettkneipe und Abends Tanz-Kränzchen. Alle Gönner und Freunde ladet auf das freundlichste ein Die Bocbßieeißf Freiwillige Feuerwehr. Auf dem Oute Outenbüohl bei Schönstem wird ein aufgenommen. Derselbe raus» praktisch bei der Ooko-nomie und bei 4er Hornviehpflege «in. Anmeldungen sind beim Guta Inhaber in Gu-tenbttchl bei SeliuniUin oder bei Herrn Negrl in Cilli zu machen. 473--!* Avis für Damen. Die Gc'ertigte empfiehlt hieb während ihres zweitägigen Aufenthalte» mit allen Qattungen Seiflenpliiscli, Filz-11. Sammt-ltei jii sehr en»ä?i igten Preisn. Aneh werden alle Gattungen Separatoren übernommen. 478—1 J. Lorenzoiil, ModUtin au» Grat, Cilli, Hanptplatz 109. Ein möblirt es Zimmer 2 Fenster, gassenseitig. mit ««paruteju Eingang, Ut in verniirtli.li. Adresse in der Expedition. Vorzüglich guter, s#«»«r Paradeiser Host, frisch angekommen, im Gasthaus zur „Rrlliien H ienr. Uuselbfct is auch eine schone WOHNUNG mit 4 Zimmern. KOchc, Speisekammer, Keller, Boden-»ntheil, sogleich zu vermiethen. 474—1 Möbel-Niederlage. U. Lang 476—3 empfiehlt dem P. T. Publikum ihre reichhaltige Möbel-Niederlage in der Herrengasae No. 126. In derselben sind alle Gattungen M.ibel aas weiehem und hartem Holze, als: Tische, Sekretärs. Sessel, Ot'omans, Balzak*. Sofas, Siilmi-ljarnituren, einfache u'd doppelte Ühissonenrs, Spiegel. Bettfoornituren s. w. zu den billigsten Preisen zu kaufen. und dünnschalige 460 lufttrockene Nüsse kauft jedes Quantum E. J. Seeder Graz. « L X li s 8 3 & £ e - i. l'robriiuninirr Krittln. ZEITSCHRIFT für die Musikalische Welt \ II etluctlozi! Wien, IX. Maximilianplatz 11 Prtbtnamnifr gratis. t 1 M » Deutsches fmiiilirnhldtt vierteljährig islk. 1.60. 3n t^rftrn ;u 50 Pf. = Weuer 'Pomcm von L. ^ennech. = üttaa ScflfHl Ictffitlt t» al(i (*uitbaii>lu»n schleimlösender Brust-Malzbo»-donS, ' a die Tarne. ffli welche dieses Johann Höfische GeiundheitSbier bestimmt ist. saclisch odur dirseö nicht Irden kaun »der leinen einzigen «tsllildcil Ta0 ohne dieses hätte. Mit aller Achtung A. Borghetti. An Herrn Hof-Lieferanten Johann Hoff, Wien, Stadt. Grabe«, Bräunerstraffe Nr. 8. Amtlicher Heilbericht. St. k. Feldspitäler-Direetion x, Schleswig : DaS Höfi sche Mal^rttacl-Gesundbeitsbier hat sich in allen beobachleten Zöllen als ein gern ncnomme neS die Wirtungen eines Nähr- u. Ltäikungsmit-telS entfaltendes Getränk erwiesen, besonders bei Trägheit der Funktionen der llnierleibsvr^ane, bei chronischen Calarchen, groß.m HSsleverlust und Abmagerung. ?lr» v. Oayersfeld, Dr. Mayer, Regimeutsarjt Hau»t-Tep«t ia Cilli: Z. «upserschmidt «pilh., Baumbach Apoih. rniloncio FalUncht, Krimpst, auch die hart-L|)IICpolC Flile ] b kur- MMe| Frist nacli.einer mir all in eigenen und stets ertolgreichen >kerhu>Ie «ui-h bri.rti, h. Sjleeialanrt Dr. Hei in ne n in Berlin, N.W. l/uui^ii-Strjsse 32. Schon Hunderte geheilt. 467—24 II '«IM'. Willielm'* antiart^iuifchcr anlirheumalischer Blatreinignngs-Thee von Franz Wilhelm Apotheker in Nenolirche« (SC.Ce), wurde gegen Gicht, Rheumatismus, Binder saßen, veralteten hartnäckigen Uebeln, stet« eiternden Wunden, Geschlecht»- und Haut. ausschlags-Arantbeiteii. Wimmerl» am,»ör-per oder im Gesichte. Flechten, syphilitischen ^Geschwüren, Anschoppungen der Leber und Milz. Hämorrboidal - Zustand«, Gelbsucht, befugen Nervenleiden, Muskel- u Gelenk», schmerzen, Magendrücken. Aindbeschiverden. Unttrle i Ü versto p s u ng, Harnveschwerden Pollutionen, Mannesschwäche, ^!uft bei Frauen, Hkropbeltrankheiten. Trüienge-schwulst und andere Leiden vielseitig mit den besten Erfolgen angewendet, was durch Tausende von Anerkennungsschreiben be-stätiget wird. Zeugnis^ a Verlangen .gratis Packet« find in h Gaben getheilt ;u I ©uiben, 'Stempel und Packung 10 kr., ju belieben. Man sichere sich vor Ankauf von Fälschungen uud sehe aus die bekannten in vielen Staaten geseslich geschüyten Marken. Zu haben iiiruek und Verijg von Julwiun UaVusth -o C'lli _____ _— Verantwortlicher Redacteur Max Besozzi.