Ar. 42. Sonntag, den 23. Mai 1880. V. Jahrgang. ritllMsl. Pränumerations-Bedingungen. Äur Willi: Mit Post. •ü.tr« ii»»« Einzelne Hummern 7 kr. Erscheint jeden Donnerstag und Sonntag Morgens. Inserate Beriten angenommen I» >ft »et „XlHitr bn~ Dir. t »»» Jobnnn lulMürlf nitz»,» 3i|ctatt rat bie „4Ulm >. W#fl( i» S: I !»«!. Kirn- rr>ch in »«»». ». OpKil! unt k Joiiu tn Wie». A. Vtälle Zcirang« - ftdtntur in <»W«ch. 3ur nationalen Hteichberechtiguug. Wir haben in unserer vorletzten Nummer bemerkt, da« wir die auf der Tagesordnung stehende nationale Gleichberechtigung wob' ivürdiaen und daß derjenige, der bei uns im öffentlichen Staats» lebn eine Stelle bekleidet, auch der slooenischen Sprache müchtigsein solle, um mit dem ^andvolke ver« kehren zu können. Ein Correspondent des „Slover.ski Narod" sucht nun au» dieser Aeußerung Kapital zu schlagen und daraus zu deduciren, daß falls der betreffende Beamte des Elovenischen mächtig sein soll, er dasselbe in der Schule grammatikalisch lernen müsse, daher nie Unterrichtssprache eine slooenische sein müsse. Wir glauben, daß bis jetzt da» Slovenische an den Mittelschulen auch grammatikalisch gelehrt wurde und dag die nationalen Wortführer da«-selbe, so weit es bis jetzt erforscht und entdeckt ist. ziemlich beherrschen. Auch sind uns bis jetzt nicht Fälle bekannt, daß Beamte slovenischer Abstammung mit ihrem Sloveniich nicht ausgekommen wären, daß sie mit den Parteien nicht hätten verkehren können. Der bisherige Unterricht an den Mittelschulen hat sich bis jetzt trefflich bewährt und Jedem reichliche Gelegenheit geboten die Muttersprache gründlich zu er leinen. Der Sandmann dagegen, für den ja doch, wenigstens nach den Reden der Wortführer, die kivvenische Sprache bei Aemtern eingeführt werden soll, wird trotz eventuellem slooenischen Sprach» unterrichte an Mittelschulen, und trotz der künst» lichen Pflege und Purificirung derSprache seinIdiom oder besser seinenIargon beibehalten uns wir möchten es dahin gestellt sein lassen, ob ihm die gegen» wärtig geläuterte Sprachweist verständlicher ist als das Deutsche. Jedenfalls find ihm die seit vielen Iahren eingebürgerten teutschen Benen» nungen geläufiger, als die künstlich d sentlichstc Bestimmung ist. daß durch den kirchüchen Gerichtshof ihre« AmteS entsetzte Bischöfe durch den König in da« Amt wieder eingesetzt werben können. Unter den deutschen Socialisten ist zur Abwechslung ein kleiner Scandal ausgcbrochcn, Als nämlich neulich He r Haffelmann im deutschen Reichstage seine Reoe zur Verherrlichung dcS Nihilismus hult, sagte Liebknecht: „Ich möchte wissen, wie viel Hrssclmann für feine Rede vom Reichskanzler bekommt?" Haffelmann will auf diese Beschuldigung mit einer Broschüre antworten, welche sensationelle Enthüllungen über die gegen-wärtige Leitung der Partei durch die parlamen» tarischen Mitglieder derselben enthalten soll und welche den Vaiwurf der Bestechlichkeit ans die-jenigen zurückschleudert. weiche den Trüger der rothen Fahne als Agent prorocateur der Regierung denuncrren. Das englische Parlament wurde am 20. d. mit einer Thronrede eröffnet. Dieselbe betont, daß das FreundschastS-Verhältniß zwischen allen Mächten Europas hoffentlich ein Einverständnis derselben über eine Activa ermöglichen werde, um eine bal« dige und complcte Erfüllung de« Berliner Ber-trage« herbeizuführen betreffs der Durchführung von Reformen und RecltSgleichheit in der Türkei und zur Erledigung solcher Territorial-Fragen. welche noch ungeregelt sind. Die Ausführung dieser Punkte sei nothwendig zur Vermeidung weiterer Verwicklungen im Orient. Um diese« Ziel zu er-reichen, sei ein Sp.cial.Gesandter für Constanti« nopel accreditirt. In Afghanistan werde man Ruhe herzustellen trachten, um sowohl die Unabhängigkeit der Völker al« auch die FreundschaftS-Beziehungea zwischen Afghanistan und Indien zn sichern. Ueber die Fi-nanzlage Indiens soll volle Auskunft gegeben werden. Im Verfolge der Thronrede werden Mittel und Wege vorgeschlagen, um die Verhältnisse der afrikanischen Eolonien zu ordnen. Ein Geldvoifchuß zur Hebung des Nothstandes in Irland sei er» forderlich. Ferner wird die Vorlage einer Bill behufs der Regulirung d.r Beerdigung unter Bc> feitung aller Eontroverfe verheißen, ebenso ein neue« Iigdgesetz und eine Bill über das städtische Wahlrecht in Irland, und schließlich soll für Maß^ nahmen gesorgt werden, welche den: Arbeiter grö< ßeren Schutz gegeu Unfälle sichern. Die Regierung der französischen Republik hat, dem allgemeinen Wunsch« der Bevölkerung entsprechend, im letzten Ministerrathe beschlossen, die Ueberreichung der neuen republikanischen Fahnen an die Regimeuter am 20. Juni dem Gedenktage der Erstürmung dcr Bastille, vor» nehmen zu lassen. Dieser T>g, an welchem auch die alljährliche Revue der Pariser Truppen alge-halten wird, dürfte somil z» einem großartigen nationalen Festläge werden. ttlcint Chronik. öiUi, 2*2 Mai (Spende.) Se. Majestät der Kaiser hat dem Onsschuiruthe zu Wocna, im Bezirke Cilli, rur Betreuung der SchulhauSbaukosten eine Unter» stützung von 100 fl. au« der a. h. Privalcaffe zu bewilligen geruht. (Perfonalnachricht.) Feldzeugmeister Pakeny vo.-i Klelstatien traf vorgestern Nachts zur Inspicirung des ^andwehr-CadreS und der Re» crulen Abtheilung hier ein uns reiste gestern Nach-mittag« wieder ab. (Ernennung.) Der Minister für Cultus und Unterricht hat dem MusealcustoS Carl Defch-mann in Laidach zum provisorischen Conseroator der Central-Co-iimissio» für Erforschung und Er-Haltung der Kunst- und historischen Denkmale in Krain ernannt. (Den Wiener Sängern.) Die Ge- sammizahl jener Mitglieder de« Männergesang-Verein« i» Wien, die am 18. d. M. die Reise nach Brüssel aiigetreten. beträgt über zweihunden. Das Mitglied Herr Or. Othwar Reiser hatte den Sängern als Labetrunk zweiliundertundsechzig Flaschen Wein (Pickerer) gespendet. Der Mar» burger Fabrikant Herr Ferdinand Auchmann. weicher die Fahrt mitmacht, hat zu dem gleichen Zwecke Flasche» in veirüchtlicher Anzahl gewidmet und trage» dieselben folgende Aufschriften: „Ihr wackeren Sänger von Wien, Trinket kein Mainzer, sonst jeid Ihr hin." „Vor dem Ehrcnivein Einige Trvpsen vom Eteirer am Rhein." .Ein Hoch dem Rudolf und d«r Stefanie! Ein echler Bierunddreiviger Steirer bin i („Das ist ja Mama !") Ein Telegramm aus Brüssel vom 18. d. M. meldet folgenden Vorfall: „Der König der Belgier, die «önigin, die Prinzessin Stefanie uns Erzherzog Rudolf besuchten die Abtei von Riller«. Während noch die Ankunft de» Königs erwartet wurde, trafen bereits die Damen und der K-oi'prinz in einem Ponyvägelchen ein. Als nun sie Königin, die Prinzessin und Erzherzog Rudolf in da« Station»« gebäude eintrete» wollte», verwehrte ihnen der StationSchef, welcher die Königin nie zuvor ge-sehe» hatte, den Eintritt. Prinzessin Stefanie sagte dem Beamten: »Aber da» ist ja Mama!" — „Ich kenne aber Ihre Mittler nicht," erwiderte der Slationschef. — „E« ist ja die Königin", 3s Fortsetzung im (rmlagcdlatt. *9G Vorschußcasscn, ferner da« Gesetz, betreffend die Einräumung sinancieller Begünstigungen für die Anlehen der EtschregulirungSgenossenschasten; da« Gesetz, betreffend die Gewährung eines Darlehen« aus Staatsmitteln an die Besitzer der durch den Wossereindruch vom Februar 1879 inuudirten Dux»Osfeger kohlenwcrke und das Gesetz, betreffend die Bestreitung deS für den Bau dcr Arlbeigbahn im Jahre 188t) eintretenden ErfvrdcruiffcS obne Debaue und unverändert in zweiter Lesung angcnommen. Der Eisenbahn.Con-venlion zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien wurde die verfasfungsmässiqe Zustimmung ertheilt. Die nächste Sitzung findet heute statt. Die Kundgebungen gegen d.» Spr>-chenzwang mehre» sich von Tag zu Tag. Au» Böhmen, Mähren und Schlesien laufe» fortwährend neue Berichte übcr Resolutionen ein, welche von der Verbitterung der Nationalitäten melden und einen Schutz ilir die gefährdeten Rechte der Deutschen in den Kronlündern fordern. In Prag haben sich anläßlich der Ankunft vo» 35 Studirenden dcr Berliner technischen Hochschule die antideutschen Demonstrationen cze-chischer Studcntcn wiederholt. Die Slovenisirung der Mittelschule» in Krain wurde niit einem Regierung» Erlasse an den LandeOschulrath betreffs Einführung dcr slovenische:: als Unterrichtssprache für den ReligionSunterncht an den LeyrerbildungSanstalten begonnen. Von weiteren administrativen Reformen ähnlicher Art mußte vorläufig wegen Mangel« an entsprechen-den Lehrkräften und Lehrbüchern Umgang genom-nie» werden. In nationalen Kreisen wird versichert, daß eS dem Einflcffe de« Grasen Hohenwart gelungen fei, die Versetzung de« liberalen Landeshauptmannes Kaltenegger von seinem Laibachcr Dienst» posien an die Spitze der Grazer Finanzprocuraiur zu erwirke». Eine bei Travnik befindliche Manthschranke wurde von den Mauth-Beamtcn aus irgend einem nicht näher angegebenen Grunde, wahrscheinlich um dieselbe einer Reparatur zu unterziehen, zeitweilig entfernt. Zufällig fiel die Entfernung der Schranke mit der Ankunft des Erzherzog« Wilhelm in Travnik zusammen, während die Wiederherstellung nach der Abreise desselbcn eifolgte. Wahrscheinlich zog hieraus ei» Theil der Bevölkerung die Fol» gerung, daß der Beamte zur Erhebung der Mauth nicht berechtigt sei und deshalb aus Furcht, zur Rechenschaft gezogen zu werde», die Schranke, al« der Erzherzog nach Travnik kam, beseitigte; in diesem Glauben widersetzten sich denn auch meh-rere Bewohner Travnik» der weitern Erhebung der Mauth. Einige besonder« enragirte und erbitterte Individuen scheinen sogar den Versuch ge» macht zn haben, die Mauth-Linie gewaltsam zu durchbrechen. Für diesen V.rsuch wurden sie ver» hastet und im MagistratS-Gebäude internirt. — ... Der Vampyr wäre? schrie Frau Hedwig auf. O Gott, wer hat Ihnen da« gefagt? — E« braucht e« mir Niemand zu sagen, erwiderte Dimitri mit zuversichtlichem Ton, indem er zu vermuthen begann, daZ die Alte in ber Thal mehr wiffe, als sie bisher zu verrathen Lust hatte. E« gibt eben Dinge, die für Hunderte ver-borgen bleiben, die aber einem scharfen Auge nicht entgehen können. Frau Hedwig betrachtete ihn mit uneitt-schloffen» Miene. Sie war nicht klar darüber, ob sie seinen Worten einen tieferen Sinn unter-legen solle, ob er wirklich etwa« wisse, oder ob er sich nur den Anschein re« Wiffens gebe, um ihr ein Geheimniß zu entlocken. Dimitii entging ihr Schwanken und ihre Verwirrung nicht. — Warte, Du gute Alte, dachte er. Du weißt entschieden etwa«, wa« nicht für Jedermanns Ohre» ist, und bist im Zweifel, ob Du e« mir mittheilen kannst. Du sollst mir beichten! Und laut setzte er in gleichgiltigem Tone hinzu: — Sie werden doch nicht glauben, Frau Hcd«ig, daß mir al« dem Schwiegersohn des Grafen etwa« unbekannt fein kann, wa« die Fa-milie so sehr berührt, wie diese Vampyrgesch ichte. Der Graf tat mir selbst. . . — Wie? unterbrach ihn Frau Hedwig. Der Herr Gras hätte Ihnen selbst erzählt, daß . . . — Jawohl, der Graf selbst, bestätigte Di-mitri leichthin. — . . . Daß, fuhr Frau Hedwig fort, der der Graf Adam . . . — Im Sterbezimmer feine« Vater« war, ergäntte Dimitri, al« die Alte stockte. Er war der Vampyr, den Sie gesehen haben und über dessen Anblick Sie so erschraken, daß Sie in Ohnmacht fiele». Die Alle war überzeugt. Der Gras mußte Dimitri Alle« mitgetheilt haben. Sie wurde nun zutraulicher. — Ach. Du mein Gott, rief sie, wie hätte ich nicht erschrecken sollen, al« der junge Herr, von dem e« hieß, daß er lüngst todt sei, plötzlich leibhastig vor mir stand l ... Der Herr Gras glaubt also jetzt auch daran? fügte sie hinzu. Ja, ja! Er wollte e« lange »icht glauben und hieß mich eine Geist-rseherm, die sich von ihrer Ein-bildungskrast irre führen lasse. Glaub « gern, daß es ihm nicht angenehm war, zu hören, daß der junge Herr wiedergekommen war. Wenn dcr nicht starb, dann erbte er nicht die schönen Güter und da« große Vermögen . . . — Sie nehmen stet« an, begann Dimitri. direkt auf fein Ziel lossteuernd, daß eS dcr Gcist des Grafen Adam war, den Sie gesehen haben und den Sie für den Vampyr ausgaben. Haben Sie an d>e Möglichkeit gedacht, daß er noch leben kann? — Wer? rief die Alte, die nicht recht gehört zu haben glaubte. — Nun wer sonst, al« Graf Adcm ? — Graf Adam?! — I°. — Aber dcr ist doch im Duell erschossen worden I Wie könnte der noch am Leben sein? — Halten Sie e« nicht für möglich, daß diese Nachricht falsch war? Daß sie von Leuten verbreitet werden konnte, die ein Interesse daran hatten, daß dcr Graf für todt gelte? Frau Hedwig blickte nachdenklich vor sich hin. Dimitri fuhr fort: — Es h ißt, daß Sie den Vampyr mehr-mal« gesehen haben; ebenso sollen ihn »och eiu-zelne Dienstboten gesehen haben. War die« vor oder nach dem Tode de« alien Grasen? — Nach seinem Tode. — Uno haben Sie in diesem Vampyr wieder den Grasen Adam erkannt '< Die Frau zögerte einen Augenblick mit der Antwort. — Aehnlich sah er ihm wohl, sagte sie cud» lich, aber cr war « doch nicht. — Er sah ihm ähnlich und war e« doch nicht? Wie soll ich da« verstehen? Beilage zur Nr. 4^ der „Cillier Zeitung." sagte Prinzessin Stefanie. Der Stationschef gerieth, wie sich von selbst versteht, in arge Verlegenheit, stotterte einige Worte der Entschuldigung unv be-eilte sich, den fürstlichen Gästen den Zutritt zu ge-währen." (Der Wiener Männergesangver ein in Brüssel.) Am 20. d. hatte da« Ständchen de» Wiener Männergesangvereine» im Gewächshause des Schlosses Laeken zu Ehren de» Wiegenfeste» der Braut unsere» Aronprinzen statt-gefunden. Der Eindruck d.°r Feier auf sämmtliche Thcilnehmer war überwältigend. Die Herzlichkeit des Kronprinzen und dcr belgischen jksnigssamilie bezaubernd. „Meine Herren!" sagte der Kronprinz, „Ich bin erfreut, so viele Oesterreich«? au» dem schönen Wien hier zu sehen, und be-sonder» erfreut, daß der Wiener Männeigesang-Verein der erste ist, der meine Braut m t so schönen vaterländischen Liedern begrüßt und ihr damit zugleich den Beweis gibt, daß bei uu» in Oesterreich Kaiserhaus und Volk ein Leib uns eine Seele sind und immer bleiben werden. Noch-mal», meine Herren, meinen Dank. Niemals werde ich Ihnen diesen Tag vergessen, niemals, nimm« mehr!" — Man kann sich den Eindruck, den diese Worte de» Kaifersohne» aus die Säuger machten, wohl denken. Nachdem da» Stündchen zu Ende war nahm die Königin eine bereitge» halten» mit Perlen und Edelsteinen gestickte Seidenschleise und schmückte mit derselben das fchwarz-ioth-goloene VereinSbanner des Wiener MSi nergesangvereillt». (Zur Begräbnißordnung für den städtischen Ftiedhos.) Wenige Tage sind e» erst, daß dcr neue städtische Frieddof eröffnet wurde und schon ; igen sich die Schwierigkeiten, mit denen die E.füllnng des Punkte» 2 der Be-grä^nißordnvng verbund n ist. Nach dem ange-zogenen Punkte sind die fixe» Gebühren sofort beim Begrübniß Commifsär zu erlegen. ES ist dies unbedingt eine überaus strenge Anordnung. Woher soll eine arme Familie, die monatelang durch die Krankheit ihres Ernähre», aller E u> nahmen beraubt war, nun plötzlich das Geld nehmen, um die Kosten sosort zu bestreiten? Soll sie in dem bittersten Schmerze bei Fremd»» um Credit betteln? — Ader nicht nur der gänzlich Unbemittelte sondern auch so mancher Andere wird durch diese Verfügung hart getroffen. Nehmen wir an, einem Beamten wäre ein theures Fa> milierglied geslorbcn. Er möchte demselben gerne ein feierliche» Begräbniß veranstalten, allein er vermag die Kosten erst zu einer bestimmten Zeit zu begleichen. Wird er, wenn er fremden Crevit nicht in Anspiuch nehmen taun oder will, nicht geradezu gezwungen da» bescheidenste Begräbniß zu wühlen? — Bei uns existirt eben keine Kranken- — Er war viel jünger, als Graf Adam sein konnte, wenn er noch lebte. — Wenn er noch lebte? Sie scheinen doch an die Möglitkeit gedacht zu haben, daß er noch lebe. — Je nun, erwiderte die Alte, man denkt und denkt so Manches. — Dimitri lenkte auf ein ändert» Gebiet hinüber. — Wie verhielt sich, fragte er, Fräulein Wanda zu dem Vampyrglauben? -i- Fräulein Wanda? — Fürchtete sie sich nicht in dem einsamen Schlosse, an da» sich solche Geschichten knüpften? — Nicht daß ich wüßte! Sie lachte stet», wenn wir vom Vampyr erzählten, war seelen-vergnügt bei unserer Angst und wünschte nur, selbst einmal dem Vampyr zu begegnen. — Glich der Vampyr, den Sie vor einigen Tagen im Zimmer meiner Braut gesehen haben wollen, den von Ihnen früher gesehenen ? — Wie ein Ei dem andern! — Welchem gleicht er? Dem Grafen Adam oder feinem jüngeren Ebenbild? — Dem jüngeren! — Und Sie haben sich nicht» dabei gedacht, al» Sie tiitcn jungen Mann in dem Zimmer erblickten ? und Todtenlade, welche den?,iitgliedern sofort die erforderliche Summe zur Verfügung stellt. — Wir glauben daher im Interesse eine» Theile» unserer Einwohnerschaft zu sprechen, wenn wir e» dcr löblichen Begrübniß-Comimffion dringend empfehlen, die Bezahlung dcr fixen Gebühren nicht sofort zu verlangen, sondern für dieselbe einen bestimmten Termin anzusetzen. (Advokatur.) Die Regierung hat die Petition der Advokaten, betreffend die Wieder-einführung einer geschlossenen Zahl von Rechts-freunden, den Ober - Landesgerichten und dem Obersten Gerichtshof zur Begutachtung vorgelegt. (Gin fossiler Wald.) Eine interessante Entdeckung ist in dem Steinbruch Eoge-Lane in Oldham (Euglain) gemacht worden. Die Stein-brecher sind im Verlause ihrer Ausgrabungen auf etwa» gestoße», was als ein fossiler Wald be-zeichnet wird. E» sind ungefähr j »vif Bäume, die gut erhalte» sind und von denen einige zwei Fuß im Durchmesser haben. Die Wurzel» haben die Felsen dmchivobe» und das Gezweige ist auf jedem Stücke Stein ädgeprügt. Die Bäume gehören der mittlern Kohlen Periode an, obwohl es für etwa» merkwürdig erachtet wird, daß keine Kohlen in ihier Nähe gefunden worden. Eist 250 Ellen tiefer fand man deren. Piokessor Boy? Dawkin», vom Oiens's College, hat den Steinbruch besucht und erklärt, daß Aehnliches in Europa nicht ex>stire. (Epidemie.) Eine misteriöse Krankheit mit contagiöicm Charakter ist — wie „Pesti Hirlap" mitth i!t — in Felsö Rona im Marma oser Co miia.c ausgetreten und verbreitet daselbst nicht wenig schrecken. Laut am 16. d. erstatteter Meldung KS dortigen Stuhlrichters an den Bicege-spann entstehen an den Köpfen der Erkrankten Drüsen, dcr Hals schwillt an, und der vom Uebel Befallene ist in 48 Stunden eine Leiche. Bisher sind aus diese Weise bereits zehn Individuen ge-storben. Behufs eingehender Beobachtung der Seuche wurde dcr Comitate-Oberphysicu» an den Herd derselben entsendet. Diese Seuche dürfte identisch mit de-.jenigen sein, — wie .Magyar Föld" mittheilt — auch in den Comitate» Hajdu, Beke», Temc», Szathmar und S;abolcS aufgetreten ist, nämlich mit der Menigitis cerebrospinetis, welche daselbst einen epidemischen Charakter be kündet. Vom Minister des Innern wurde den ComitatSbehörden eine Belehrung mit dem Auf-trage zngemi'telt, daß diese dieselbe gehö.ig pu?li-ciren und der Bevö kei ung die nothwendigen Er-lüulerullgen ertheilen lassen sollen. (Vom Blitze getödtet.) Wie aus Rohitfch berichtet wir, entlud sich am 19. d. ein starkes Ungewitter. JA Dorfe Erjavetz schlug der Blitz in eine Keusche und lötete einen 12jährigen Knaben, dcr gerade in einem Buche las. (Hagelwetter.) Ueber die Gegend von Lnttenverg entlud sich am Psingstmontage ein — ES war doch kein junger Mann, eS war der Vampyr, erwiderte Frau Hedwig. hartnäckig an ihrem Glauben festhaltend. — Mich interessirt natürlich Alle», wa» meine Braut betrifft, fuhr Dimitri fort, ver-traulich näher zu der Alten rückend. Sie hat wohl hier früher ein recht trauriges, ei.fames Dasein geführt? — Ja, einsam war eS wohl, aber traurig doch gerade nicht, versetzte die Alte. — Wieso nicht? — Run, wir hatten oft Besuch au» dem Städtchen . . . — Besuch? Mit wem verkehrten Sie doit? — Am hänfiMn besuchte uns der junge MaliuSki, der von Irgend auf mit dem Frünlein befreundet war. AIS er zum Militär mußte . . . — Nun? Was geschah da? — Da wurden seine Besuche freilich seltener, denn er h,tte nicht oft Gelegenheit. Warschau verlassen zu können, aber er kam doch zuweilen. — Sie kennen auch den alten MalinSki? — Ob ich ihn kenne! — Ich muß mit ihm so rasch al« möglich sprechen. Könne» Sie m>r Jemand al» Führer mitgeben, der mir seine Wohnung zeigt? — O gewiß. starke» Hagelwetter, welche» in einigen Gemeinden die Feldfrüchle vollkommen vernichtete. (Wie kommt der Glanz in diese Hütte.) Am 18. d. fand die Gendarmie ge-legenheitlich einer Hausdurchsuchung beim Grund-besitzer Martin W e n g u st diverse aerarisch« Ausrüstungsstück,, welche der Genannte von seinem Bruder Anton Wengust, d.Z. Jäger beim 20. k. k. Feldjägerbataillon in Wiener-Neustadt erhalten zu ha.^en vorgibt. Sämmtliche Gegenstände wurden confiScirt und der Fall dem Gerichte angezeigt. * * # (Deutsches Aamilienblatt.) Vierteljährlich M 1.00. — In Heften zu 5" Sjjf. Verlag von I. ^ Schorer m Berlin- Die beiden letzten uns zugegangenen Nummern 19 und 20 enthalten außer den Fortskhunqen der beiden Romane von Hopfen und Ried wieder eine Fülle des interessantesten Lesestoffs Unter anderen erwähnen wir eine reizende, sein abgestimmte Erzählung" Die Grofe-eifern" von Karl Böttcher nach Alphonse Daudet. Ein wahres Kabinetstüet! Ferner einen Aufsatz von Rob Waldmüller Duboc. über eine fast vergeffene fürstliche Bühnendichterin, die Prinzessin Arnalie von Sachsen — Briefe an Freunde und Freundinnen dcr deutschen Reichs-vost und Telegraphie. — Von dem Oberammergau Paf-fionsspiel. Von L. zu 1» latin. — Bildet von der Fi, schere, Ausstellung zu Berlin Von A. Wölb». Mit Abbildungen- — Inhalt der Plaudereete: Chic und Grazie. Bon Elise Polto, — Die Riesen und die Zwerge. — Der Bleileller in Bremen. — Majestät. Magnificenz und Ereellenz. — Da ging eS heiß her! Physioanomische Studie von Albrecht Dürer. Mit Abbildung. — Gedanken und Einfälle. — Beichertisch. — Rösselsprung Der Sonnabend einer Hausfrau. — Die Prometheussage der Samoa-Jnsulaner. — MilrostosischeS, — Hohe Schul-lern. — Marietta. — Friedrich der Große und lein Kapellmeister Graun. - Pumpernickel.!— Räthsel. Die Bilder des Deutschen Familienblatts sind auch diesmal wie immer vorzüglich; die Entenidylle von Iuy ist ge-radezu ein MeiNerrvert der Holzichtteidetunjt. Wir können unsern Lesern und Leserinnen ein Abonnement aus dies gedi-aene Blatt aus'S Wärmste empfehlen, umsomehr als der Preis ein so unbegreiflich billiger ist. Landwirtschaft, Handel, Industrie. (Gegen die Traubenfäule.) Dem „Ohio Farmer" zufolge soll sich in einigen Wein-baubistticteu Amerika'S da» Umhüllen der Trauben am Stock mit Säcken au» Manillapapicr gcgcn Fäule schr gut bewährt haben. In dem Wein-garten von Gcorgc Scarborough in Vinclaud in Ncw-Ierscy wurdcn versuchsweise 500 Dauben in besagte Papiersücke gehüllt, und c» zeigten sich nach Abnahme der Hülle alle Trauben, auSgc-nommcn jene, die zu spät mit dieser Schutzdecke versehen wurden, vollkommen gesund. Die Papier» säcke weisen über die Trauben gesteckt »») oben mit Stecknadeln zusammengeheftet und so lange belassen, bi» man die Trauben abnimmt. Mau hat die Erfahrung gemacht, daß c» am vorlhcil» h iftest.» ist, die Trauten zehn Tage nach Erscheinen der Blüte zu bedecken; wenigstens wuren alle Traub.n, welche um diese Zeit bedeckt wurden, vollkommen gesund. D. Rood in Bineland ha — Dann bitte ich Sie, e» gleich zu lhun,t sagte Dimitri, sich erhebend. Da» Geschäft, da« mich hierher führt, duldet keinen Aufschub . . . Wenige Miauten später befand sich Dimitri zu Fuße unterwegs nach dem Städtchen M. Den ihm angebotenen Wagen halte er abge-lehnt. Er nollte ohne Aufsehen im Hause dcS Kaufmannes «scheinen. Wir lassen ihn seinen Weg fortsetzen und kehren nach Warschau, in da« Palais de» Grasen Kowalski zurück. Iwan Fedoroivitsch halte dort eine lange Unterredung mit dem Grafen gehabt. Vergeben» suchte dcr Graf die Behauptung de» Agenten zu widerlegen, daß seine Tochter entflohen sei. Iwan gebor owitfch hatte bereit» genug ersahre», um da» Fehlente errathen zu können, und er war i» dcr Lage, den Grafen so in die Enge z» tteiben, daß dieser eS schließlich für gerathen hielt, ihm Alles »lilzutheilen und, indem er sich seiner Diskretion ve, sicherte, ihn von Schritten abzuhalten, die den Scandal in die Oeffentlichkeit tragen mußten. — Nur Eine« ist mir noch unklar, sagte Iwan Fedorowitsch, nachdem der Graf vor ihm die Waffen gestreckt hatte. Was trieb Malinski, den Fürsten zn «morden, der dock, kein Hinder-niß für die Entführung der Comtesse war ? 500 Gulden 223-10 «alile ich dein, der beim Gebrauch von Röslcr's Z*hn-n undtt BDKcr k Flaacbe 36 kr. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt, oder aus dem Mund« riecbt. HG III». Rfialrr, Wien, I. Wipplingerstr. 19. Nur echt In Cllll bei J. Kupferaohmtd, Apotheker. DANKSAGUNG. : Dir General-Repräsentant. in Laibach der Versicherunga-Gesellacliaft Gresham in London. Herr Oaldo Zeeohko betalte mir heute auh einer Versicherung auf den Todesfall dieSumm" von Zehntausend Gulden auf da« ptnkttichste ohne jeglichen Abzug au«, wesslialb ich nicht unterlassen kann, dieser Gesellschaft hiermit siffentlich mein, n Dank zu sa^en, selbstredend selbe Jedermann allerbesten* anempfehlend. Laibach, 11. Mai 1880. 221—1 Johann R. Oswald Cafetier des Casino. Haupt-Gewinn er. 400.000 Mark. Olöcks-Anzeige. Die Gewinne garant. der Staat Erste Ziehung 9. und 10. luni. Einladung zur Betheiligung an den Gewinn-Chancen der von Staate Hamburg garantirten grossen Geld-Lotterie, in weicher über 8 Millionen 300,000 Mark ■lober gewonnen werden müaaen. Die Gewinn« dieser vortheilhasten Geld-Lotterie. welche plangeiu&xs nur 87,500 Lose enthält. find folgende, nämlich: Der grösate Gewinn ist ev. 400,000 Mark Prämie 250,000 M. 1 Gew. » 160,000 M. 1 Gew. ä 100.000 M 1 Gew. a 60,000 M. 60,000 M. 40,000 M. 30,000 M. 26,000 M. 20,000 M. 16.000 M. I, Gew. a 3 Gew. » 2 Gew. a 5 Gew. ä 2 Gew. ä 12 Gew. ä X Gew. a 24 Gew. & 4 Gew, ä 3 Gew. a 62 Gew. ä 12,000 M. 10,000 M. 8,000 M. 6,000 M. 6,000 M. und kommen solche in 6 Gew. » 4000 M. 68 ' ev. i 3000 M. 214 Gew. a 2000 M. 10 Gew. a 1600 M. 2 Gew. a 1200 M 631 (Iew. a 1000 M. 673 Gew. a 600 M. 960 (iew. a 300 M. 66 (iew. ä 200 M. 100 Gew. ä 160 M 26160 Gew. » 138 M. 2100 Gew. a 124 M. 70 Gew. k 100M. 7300 Gew.i 94 u 67M. 7860 Gew. a40 u 20M. wenigen Monaten in 7 Abtheilungen zur wieheren Entscheidung. Die erste Gewlnnslehung ist amtlich auf den 9. und lO. Juni <1. J. festgestellt und kostet hierzu das ganze Original-Los nur 3 fl. 50 kr. das halbe Original-Los nur I fl. 75 kr. das viertel Original-Los nur 88 kr. •und werden diese vom Staate garantirten Ori-giual-Loose (keine verbotenen Promeasen) gegen frankirte Einsendung den Betrages seibat nach den entferntesten Gegenden von mir versandt. 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Mein Eheweib litt seit «« I,n .Jithren an einem sehr bösartigen Nabelbruche. in dessen Umgebung sich zulctit 15 eiternde Wanden bildeten, welche der Km.ken unendlich ifioHHcn Sebnera verursachten und durch den starken Ausfluss sie immer mehr und mehr schwächten. Alle Mittel blieben erfolglos. Da rieth auf einer Reise nach Stevr meiner in St. Valentin verehelichten Tochter eine Dame Oaifitr HUbwatgl— lireMluuer ITntvcrtiuni an und empfahl ihr, dasselbe bei Ihnen zu kaufen. Der Rath wurde befolgt, und wli-U lioh: der Erfolg blieb nicht aus — die Kranke wuril gerett«it! Die Wunden sind vernarbt bis auf eine, welche in bester Heilung begriffen ist Melden Sie. geehrter Herr. Herrn Omciu- sil. licrstvln In IlrcMliiti gowol der Kranken als auch meine.! und meiner Familie iiiui^wicn I>nnl< für «ein »o uutig«v«-l-cliea wir «Ion Leidenden uictit genug eiuptldilun köuuen. f'iviiu f-uth. Obsthändler, in Urflihr>lilna, Kirchgasse 10. Anmerkung. langwierige, veraltete, tief im Organismus eingewurzelt' Krankheiten aller Art, insbesondere Stobt und Rheumatlamua. Lähmungen, Bruat-, Lungen- and «agenleiden, H&morrholden. Knoobenfrass, Fleohten und sonstig« Hautanaachläge, Frauenkrankheiten u. s. w.. bei welchen bisher jede Behandlung ohn.- Erfuhr geblieben ist. werden durch d.n Gebrauch de» Blut- und Sifterelnigungamlttela BRESLAUER UNIVERSUM fUr immer beseitigt. 515 Das Breslaner Universum ist per Flasche zu 2 fl.. mm Gebrauche auf 6 Woclion ausreichend, zu haben: iti Cilli bei .f. ItApotheker. Prutk und Verlag von Johann Kakustb in Cilli. Verantwortlicher Redacteur Max Besoazi.