Nr. 81. Prünum«»»ti»n«flei«! Im Lomptoil nanzj. ft. II. halvi. s>. z-5«. Für bic .^ustlUni',, in« ,)üU« h>,!l'i. bi tr. Mit del Post gan,,. sl. i«, halbj. fi ? «,. Samstag 8. April. t87«. Alntlicher Theil. <^hre Majestät die Kaiserin und Königin sind den 5. d. M. inorgens von England nach Wien zurückgekehrt. Gesetz vom 22. Oktober 1875, betreffend die Errichtung eims Verwaltungsgerichts. Hofes. (Fortsetzung.) Vorverfahren. § 22. Der Vcrwaltungsgerichtshof hat die bei ihm eingebrachte Beschwerde, insofern er dieselbe nicht nach! 8 21 von Amt« wegen zurückzuweisen findet, vermittelst der von dem Beschwerdeführer beigebrachten Abschriften sammt den Beilagen der belangten Behörde sowie den sonstigen mitbelangtcn Parteien mitzutheilen und die» selben zur Einbringung der Gegenschrift binnen einer nicht unter 14 und nicht über 60 Tage zu bestimmenden Frist aufzufordern. Hinsichtlich der Berechnung dieser Frist gelten die gleichen (Grundsätze wie für die Frist zur Einbringuug der Beschwerde lM 15), 1«), 8 23. Die Gegenschrift ist in doppelter Ausfertigung zn überreichen und derselben anch eine Abschrift der allfälligen Beilagen anzuschließen. Das Duplun» ist sammt der Abschrift der Bei-lagen dem Beschwerdeführer mitzutheilen. § 24. Wenn es der VcrwaltungsgcrichtShof zur gehörigen Vorbereitung der mündlichen Verhandlnng nöthig findet, kann er die Einbringung ciner Replik und Duplik anordnen. Die Fristen zur Einbringung dieser Schriften wer-den von Fall zu Fall bestimmt, dürfen jedoch je 30 Tage nicht überschreiten (§ß 15, 16). § 25. Die unterlassene Einbringung einer der vor. bezeichneten Schriften (88 32. 24) steht dcr Fortführung der Verhandlung nicht entgegen. H 26. Zur Vorbereitung der Verhandlung kann der Vcrwaltungsgerichtshof die Vernehmung der bethei' ligtcn Parteien und Behörden, insbesondere auch die Mittheilung der Acten über die abgeführte administrative Verhandlnng verfügen. ^, ^ , ^ , ^. Die Einvernehmung der BeHorden hat im Eorre-spondcnzwegc zu erfolgen. ^ ..<... tz 27 Auch wenn die Beschwerde nicht ausdrücklich gegen andere Parteien gerichtet ist (§ l9), hat der Ver. waltuugsgerichtshof darauf Bedacht zu nehmen, daß in den, vor ihm durchzuführenden Verfahren alle au dem Gegenstände der Entscheiouug betheiligtcn Personen gc-hört werden nnd Gelegenheit zur Wahrung ihrer NeMc erlangen. Mündliche Verhandlung. 3 28. Nach Abschluß des schriftlichen Vorverfahrens hat der Präsident des VerwaltuugsgerichtshofeS, dafern es sich nicht um ein Erkenntnis in Gemüßhcit des § 6 haudelt, die öffentliche und mündliche Verhandlnng der Streitfrage anzuberaumen und die betheiligten Behörden und Parteien zu derselben vorzuladen. § 29. Die Oeffentlichleit der Verhandlung kann aus Gründen der Sittlichkeit und öffentlichen Ordnung durch Beschluß des Gerichtshofes ausgeschlossen werden. In einem solchen Falle hat jeder Betheiligte das Recht, zu verlangen, daß drei Personen seines Vertrauens der Zutritt gestattet werde. § 30. Dit Vertreter der Verwaltungsbehörde bei der mündlichen Verhandlung werden von dem Mimste« rtum abgeordnet, wider dessen Entscheidung die Be« schwerde gerichtet ist oder in dessen WlrlungSlrcls die Angelegenheit gehört. In dem stalle, als die Beschwerde gegen die Ent. scheidung oder Verfügung eines Organs der Landes«, Bezirks« odlr Gemeindeverwaltung gerichtet ist, wird der Vertreter von demselben abgeordnet. s 31. Der .betheiliglen Partei steht es frei, sich in der mündlichen Verhandlung selbst zu vertreten oder burch Advocate« vertreten zu lassen. Behörden, Körperschaften und Gemeinden üben da« Belbstoenretlmgsrecht durch auS ihrer Mitte abgcord. "ete Bevollmächtigte uuS. ' 8 32. Die mündliche Verhandlung beginnt mit dem '""trage des Rlfercnten. bal. ^" Vorsitzende leitet die Verhandlung und Hand. ^°t die Sitzungspolizei. e, dcS Vlrwallunaegcrichlchofes, wclchc bei Gchöpfnn« dersrlhe», mitgewirlt haben, lnlhalten llild von dem Vorsitzenden und dem Schriftführer unter« fertigt sci„. Die ausgefertigten Erle Erlennlnisse dem B?schwer,)cfühicr der Ersatz drr Kosten des vor dem VerwaltungtgtrHtShofc abgeführten Verfahrens gai'z odcr zum Theile auferlegt werten. Die Hercinbrinsmnss dcr zugesprochenen Kosten er-folgt im administrativen W^ge. (Schluß solgt.) Se. k. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 30. März d. I. den außerordentlichen Professor an der wiener Universität Dr. Karl Toldt zum ordentlichen Professor für descriptive Anatomie an der Universität zu Prag aller« gnädigst zu ernennen geruht. Stremayr m. p.. MWmtlicher Tbeil. Iournalftimmen. Die Preise wendet sich aegen die mehrfach zu-tage tretenden Bestrebungen dcr Rechtspartei, den fcslen Zusammenhang zwischen Regierung und Verfassung Partei zu lockern, insbesondere die voltSwirlhschaflliche Krisis als eine Folge des Systems hinzustellen, dagegen aber den Föderalismus als Panacce gcgen die Ueber, bürdung mit Steuern anzupreisen. Das Blatt weis! darauf hin, wie die Rechtspartei die glänzende und grünt,' liche Abfertigung, welche ihr Minister Unger zuthcil werden licß, noch nicht verwunden und, nachdem oie em> pfangenen Hiebe sich nicht ü> gerader Kampfesart parie ren lassen, zu dem bcUcblen Mittel der Verdrehung und Verdächtigung greift. Die Rechtspartei mügc übrigens mit einem Programme zur Rcgeneralion dcr wirthschaft, lichen Kräfte del, Landes herausrücken. DiescS Programm müßte man kennen; denn bis zur Stunde noch lebt dcr übel-wiegendste Thcil Oesterreichs des Glaubens, daß rechlsparlcllichc Knren den ermatteten Organismus nur vollständig zu zerrütten vermöchten. Die Neue freie Presse präcisiert ihren Stand-punlt den Ausgleicbsvt'Handlungen gegenüber dahin, daß, was immer beschlossen werdc, Oesterreich materiell leine Mehrbelastung zu^lra^n haben dürfe. Das Blatt ührt des weiteren aus, daß leine finanzielle Beriinoe. rung in den Bestimmungen dcS Zoll' und Hanbelsbüno« nisses ohne gleichzeitige Bemessung der Quote zulilsslg sei, daß aber in dieser yleichzciligen Quotenberechnung noch lcm absoluter Schutz gegen eine Mehrbelastung zu finden sei. Ungarn müsse sich also zu dem Standpunkte bekennen, daß es materiell nichts gewinnen und daß e« alle Erleichterungen nur in einer anderen formellen Ve. rechnung von klar umschriebenen Grenzen finden könne, welche aber in dem Vastenverhaltnisse nichts verändert. Ungarn würd: sich finanziell am besten stcllen, wenn c« den Ausgleich ohne Widerstreben erneuert. Die Tages presse berechnet, daß Oesterreich das Eingehen auf die beiden Beschwerden Ungarns bezüglich der Zollrestillltionen und der VerzehrungSsteuer-Vergü. tuny im allci schlimmsten Falle drei bis vier Millionen losten würde. Ein reichliches Vlequivalent hiefür müsse nnS — mcinl das Blatt — einerseits die Revision t»e« Zolltarifs bieten, welche unsere, nolhleidenbm Industrie zweigen neue Kraft glbt, andererseits aber die Erhöhung der unga.ischcn Ouote in dem Maße, als sich duich das neue Arrangement scine Staalseinlünstc erhöhen. Das Tagblall erwartet, daß, wenn d« beiderseitigen Minister unttr sich die Basis dcr Einigung nicht fin.m sollte«», Graf Andrassy mit cmem Vermittlung, vorschlage hervortreten wcrde, den er wahrscheinlich schon liinnst in Vcrlilschafl habe. DuS Blatt würde cS billi« gen, wcnn die Minister einen solchen Ausweg acceptier» ten, dcnn es fci immcr noch das Geste, daß wir wenigstens von inneren Wirren vcrschonl bleibcn, nachdem die all-gemeinc Sliuation Europas dringeid erheische, dah Oesterreich gerüstet oastthc sür den Tag, an dem ftch große Dinge vollziehen wrrden. Tie österreichisch-unffarlichen Mimster-Couleienzeu. V»e mal, der ..Pol. Eori." aus Budapest den 4. t>. M. schreibt, wird auch in dei, dortigen Regieru«k«»-lreisen über den Vetlauf der wiericr Verhandlungen dis, crelev Stillschlveigell beobachtet. „Soviel je >och" — üußerl sich dcr budapester Eor-rrspondenl der „Pol. Corr." — ..glaube ich aus einzel-ntl. Aeußerungen unserer hier gebliebenen Staatsmänner entnehmen zu können, daß auf ungarischer Seile noch vor der Äbrclse nach Wien in, Plrnarconseil ein Mi. uimum festgestellt wnrbe, von welchem schwerlich abgegangen werden dürft?. Dieses Minimum gilt sowol be» züglich der Zollfragc, wie auch bezüglich der Accisen und der Zollrcstilution. Bezüglich der Banks rage kennt man hier lein Maximum und lein Minimum, sondern nur ein I, oder tin Nei«. Was die Zollfrage anbelangt, so war man von vorneherein darauf gesaßt und auch entschlossen, oen vita» '.ercn Interessen derjenigen österreichischen Industrie, für 'l^lche in U.igarn noch tcin Boden besteht und wol a»ch nicht sobald crstchen wird, in den neuen zu fific-rcnden Zolla>,sätzcn nach Thunlichtcit Rücksicht an^edeihen zu lassen, selbstverständlich jedoch nur unter drr Voraus, sctzung, daß hinwieder auch den Agrikultur.Inlere^en Ul'garnS und der ganzen Monarchie bei den für die Landwirlhschaft erforderlichen Artikeln Rechnung getra. ncn wird. Da bei diesem Austausche von Vergünstigun. gen der weitaus größere Portheil sich auf österreichischer Seile befind:!, so glauben unsere Staatsmänner auf leinen unbesiegbaren Widerstand zu stoßen, wenn sie fordern, daß von österreichischer Seite, ganz abgesehen von den striclen juristischen Momenten, schon au« Rück-sichten der Billigkeit und Reciprocität ein aewisse« Prü< cipuum an Ungarn gewährt werde. Ueber das Mini. mum dicscS Präcipuums bestehen, wie ich vermuthe, ungllrijchcrselts fife Beschlüsse. Was endlich die R e st i l u t l o S f r a ge betrifft, so wird zwar österreichischerseils betont, diß seinerzeit im Jahre 1867 die Restitution der Zölle nach efpor« tierlen Nrlileln aus den gemeinsamen Einnahmen aus dem Grunde festgestellt wurde, um da urch Ein ganzes Pcrzmt der Quote zu begleichen. Die Oesterreicher wollten sich nur zu 69 Perzent verstehen uno «ceptier-len dann doch 70; nichtsdestoweniger glaubt man hier, daß die Umänderung dcr Restitution im ungarischen Sinn? ohne besondere Schwierigleiten erzielt werden dürfte, da es sich im ganzen um eine Differenz von kaum «/4 Millionen jährlich handelt. In dem Gesaglen glaube ich Ihnen die zwei allerwichUMn Punkte an-gedeutet zu haben, um welche sich die verhandlun«n in deren tndgilüger Feststellung allein die Möglichkeit der wechselseit.gen Compensation, 628 da« heißt dee Ausgleiches zu finden ist und wol auch gesucht wird. Zum mindesten wird in hiesigen politischen Kreisen dcr Stand der Dinge so aufgefaßt, wie ich ihn im Obigen darzulegen versucht habe." Zum Kulturkampf in Frankreich. In Frankreich verschärfen sich die Gegensätze zwischen der llericalen Partei und den Republikanern immer mehr. Der französische Episcopal hat mit der Erklärung, welche er gegen den Wad ding ton» schen Entwurf, betreffend da« Unlerrichtsgesetz, erließ, die Feindseligkeiten eröffnet. Die liberalen Journale geben sich Mühe, alle alten Vorschriften und Oesehc in Er. innerung zu bringen, kraft deren ote Regierung in der Lage wäre, gegen daS gesetzwidrige Auftreten der Vi-schöfe einzuschreiten. Auch die Deputierten haben Herrn Dufaure ein ähnliches Gesetz ins Gedächtnis gerufen und ihn bekanntlich befragt, ob die „Declaration von 1682" noch in den bischöflichen Seminarien gelehrt werde. Diese Declaration, welche Bossuet im Jahre 1682 vor der Versammlung des gesammtm französischen Klerus verlas, bildete bekanntlich die Grundlage der gallikanischen Glaubenslehre und umfaßte die folgenden vier Punkte: 1. Jesus Christus hat dem heiligen Petrus und seincn Nachfolgern die Herrschaft über die geistlichen Dinge gegeben, aber er hat ihnen nicht die Macht ver-liehen, Souveräne abzusetzen, weder direct noch indirect, und die Unterthanen von ihrem Eid der Treue zu ent' binden. 2. Die Vollmachten des Helligen Stuhle« vermögen nichts gegen die Entscheidungen der Sitzungen IV und V des EoncilS von Eonstanz (Souveränität des ökumenischen Concils' ohne den Papst), welche von der ganzen Kirche gebilligt und von der gallilanischen Kirche gewissenhaft beobachtet worden find. 3. Der Ge» brauch der apostolischen Macht muß durch die Canones geregell werden. 4. Obgleich der Papst den Hauptantheil an den Entscheidungen in Glaubenssachen hat und ob» gleich seine Decrele alle Kirchen verbinden, so ist doch sein Urtheil im allgemeinen und im einzelnen nicht irreformabel, solange die Kirche nicht ihre Zustimmung zu demselben gegeben hat. Der Syllabus hat jedoch, seit sich sämmtliche französische Bischöfe dem Vatican unterworfen haben, die „Declaration" verdrängt, und heute würde jeder französische Priester, der sich auf dieselbe berufen würbe, als Schismatiker betrachtet werden. In den gemäßigt republikanischen Kreisen herrscht übrigens die Ansicht, daß das Auskramen der alten verrosteten Waffen gegen den Klericalismus nutzlos sei, und daß neue Gesetze an. stelle solcher zu fetzen wären, die es längst nicht mehr find. In der That wird ein gesetzliches Eingreifen gegen die llericalen Umtriebe in Frankreich sehr bald zur drin» ^tndsten Nothwendigkeit werden. Die „Gazette" setzt nemlich ihre Enthüllungen über die geheime Gesellschaft ,.^68U8 lioi" sbtt und belegt dieselben durch neue Acten» stücke, welche beweisen, daß die genannte Gesellschaft nicht allein für sich, sondern auch in Verbindung mit den übrigen katholischen Gesellschaften, namentlich mit den unter dem Namen „^63U3 ()uvriei-," bezeichneten latholi» schen Gesellenvereinen besteht. Politische Uebersicht. Uawach, 7. April. Wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" als zweifellos hinstellt, wird im preußischen Landtage vor Ostern leine einzige der wichtigeren Gesetzes-vorlagen zum Abschlüsse gelangen. Das genannte Blatt schreibt diesbezüglich: ..Die Dispositionen, welche beim Beginne des vorigen Monats, vonseite des Präsidiums in Aussicht genommm wurden, um eine schleunige Erle» digung der wichtigsten Arbeiten herbeizuführen, können nicht eingehallen werden. Damals war die Hoffnung vorhanden, daß das Diöccsangesetz und das Sprachcn-gesetz vor Ostern die beiden besungen passieren würden. Auch stand es damals in Aussicht, daß die Eisenbahn Vorlage noch vor Ostern auf die Tagesordnung kommen würde. Alle diese Voraussetzungen haben sich jedoch nichi bestätigt, und es wird daher erst nach den Osterferien der schwierigste Theil des ganzen ^andtagspensums zu bewältigen bleiben." Der Iustizausschuß des deutschen Bundes-rathes hielt am 3. und 4, d. M. Berathungen über die von del,- ReichS!agS'Iustizc?mmission bci der ersten Lesung der Iustizgesetze gefaßten Beschlüsse ab. An diesen Berathungen nehmen außer den Mitgliedern des Aus. schusses, welche den Sitzungen der Iustizcommission bereit« beigewohnt haben, die Iustizminister von Preußen, Baiern, Sachsen, Württemberg, Baden, und für Hessen der Ministerialrath Kempf theil. Den Vorsitz führt der preußische Iustizminister Dr. Leonharot. In der letzten Sitzung wählte das französis che Abgeordnetenhaus in seinen Abtheilungen den Budget-AuSschuß. Unter anderen Mitgliedern der äußer« stcn Linken gehört auch Gam betta diesem Ausschusse an. Er hatte in seiner Abtheilung bemerkt, das Budget scheine ihm gleichzeitig zu schwer und zu optimistisch. Die Nothwendigkeit, den Etat für Armee und Flotte neuerdings zu erhöhen, sei allerdings unbestreitbar; aber je größere Summen man bewillige, eine desto strengere Eontrole müsse auch geübt werden. Für die von den anderen Ministerien begehrten Erhöhungen müsse die Kammer unerbittlich sein. Der Finanzminister lasse sich zu leicht von seinen College« überrumpeln; man werde also mit ihm ein ernstes Wort zu sprechen haben u. s. w. Der Herzog Decazes, welcher derselben Abtheilung angehörte, entgegnete» daß er für seinen Theil nur eine Erhöhung um 196,000 Francs verlange und daß überhaupt von allen Ministerien nur das der Marine einen bedeutenden Zuschuß nachgesucht habe. Dieser sei aber schlechterdings nothwendig, da die französische Flagge in einigen Gegenden und namentlich in Ehlna stärker als bisher vertreten sein müsse. In mehreren Abtheilungen wurde eS für nothwendig erklärt, die Gehalle der höheren Beamten zu beschneiden; auch von der Einstellung des Botschafterpostens beim Vatican war in diesen vorläu» figen Besprechungen wiederholt die Rede. Mit dem Eintritte dcr Linken in die Negierung taucht in italienischen Blättern das Gerücht auf, daß ein allgemeiner Wechsel des diplomatischen Corps stattfinden und namentlich Pcrsonalvcrändernngen bei den größeren Gesandtschaften eintreten werden. Namentlich hieß es, daß die Abberufung des Botschafters in Paris, Herrn Nigra, bevorstehe. Die Organe der Rechten erhoben deshalb lebhafte Einsprache; es ergab sich eine lebhafte Polemik, der mm mit einer definitiven Erklärung von ministerieller Seite ein Ende gemacht wurde, daß die betreffenden Gerüchte vollständig aus der Luft gegriffen seien und namentlich niemals die Rück« berufung des Herrn Nigra, dcr seit zwei Dccennien nnd unter den verschiedensten Ministerien anf seinem Posten Italien so vortreffliche Dienste geleistet habe, in Betracht gezogen worden sei. Die Aufhebung der FueroS der bastischen Provinzen scheint von der spanischen Negierung nicht in dem radicalen Maßstabe beabsichtigt zu sein, wlc sie von den Liberalen verlangt wird. Wenigstens ließe sich sonst nicht erklären, daß Ca novas del Castillo auf eine bezügliche Interpellation gestern erklären tonnte, die constitutionelle Einheit Spaniens bestehe bereils und über die innere Verwaltung stehe die Regierung mit den Delegierten von Biscaya und Navarra in Unterhandlungen. Die Verproviantierung von Nilsit und G o -rans to wurde auf Vermittlung des Barons Rodich und des Fürsten von Montenegro bis Montag ins Werk gesetzt. Der „Glas Czernaqorca" behauplel. die Insurgenten-Chefs würden die türkischen Concessionen verwerfen und in den Conference« die SeWstänoigleit der Herzegowina und Bosniens verlangen. Die Insurrection scheint in Mexico die Ober« Hand zu gewinnen. Wie bci allen solchen Erhebungen, find auch diesmal wieder auslüüdische Interessen bedroht. Eine newyocter Depesche dcr „Daily News" meldcl, daß die amerikanischen, französischen und oculschcn Bewohner von MatamoroS dem Präsidenten Grant die telegraphische Nachricht zugehen ließen, die Stadt sei vo,l den mexicanischen Revolutionären belagert; die fremden Einwohner, welche die Zahlung einer Zwangsanlcihe verweigerten, würden zur Aibeit an den Fortificationen genöthigt. Sie verlanden, daß amerikanische Truppen zu ihrem Schutze den Rio Grande überschreiten. Die Unions-reglerung hat infolge dessen vorläufig ein Kanonenboot nach Matamoros abgesendet. Hagesneuiglieiten. — (Prinz Georg von Preußen und shallot!« Wolter.) Au« Verliu, I. April, wird gemeldet: „Prinz Otura. hat norgesten, Eharloüe Woller in ihrem Hotel e>ncu andtithalbNllntnyen besuch gemacht. Der Prinz äußerte st^ "' in den Ausdrllclcu der höchsten «ewuliderung fUr die schauspic» lenscht rcistulig der Voller als Messalinu und — im Gegensatz ,u der auenllhm«wti<< ziemlich cimnMhlLcli Ansicht der berliner Klilil — belüMt er. daß „Arria und Msssaliua" auch als S>Ucl ihm einen bedeutenden Eindruck gemacht habe. vor lurzn den ersten Orden erhallen, wenn anders man cil'e Medaille silr Knust u>,d Wissrüschast unter die Orden rannM" > will. Eig/nllichi Orden besitzt Niinliwic» »ich!, eb^so wie cs « leinen Adel iu dem ssllrstenchnin an der nn'ereu Donau m^ « gibt. Die ueucreierte Medaille theilt sich iu zwei Klassen ; sir Ml H an In» und Nueläuder ertheilt. Die ersten fuus Persönlichle'"''' / denen sie verliehen wurde, waren indes siimmllich Inländer, b<' > Vie Oase vom Lande. «ine Erzählung aus dem Englischen. — Frei Übersetzt von <». l^. (Fortsetzung.) 5. Emma erleichterte Anna's Schicksal mit mehr als geschwisterlicher Liebe; sie verschaffte ihr eine sehr be-scheidcnc, aber anständige Wohnung und verwandte all die Zcit, die ihr nach Besorgung der Haushaltung übrig blieb, zu weiblichen Arbeiten, um von deren Erlös der Schwester Unterhalt zu ermöglichen, well Blunt ihr nachdrücklichst verbot, „dem ungeratheneu Kinde" auch nur die geringste Geldunterstützung zuzuwenden. Diese Grausamkeit deS Vaters erschien der guten Emma härter als alle Schicksalsschläge, die ihre Schwester betroffen, und bei all ihrem Gehorsam bewahrte sie doch ihre Unabhängigkeit in Bezug auf die Eingebungen ihrer Gefühle. Drei Monate, nachdem Anna des Vaters Haus verlassen, gebar sie einen Knaben, und als wenn das Verhängnis beschlossen hätte, das Maß ihrer Leiden voll zn machen, kam der Knabe blind zur Welt. Die arme. vom Misgeschick niedergebeugte Mutter verlebte ihre kummervollen Tage in der Pflege ihres blinden Kindes in bitterer Reue über die Vergangenheit und bangeu Sorgen für die Zukunft. Fünf Jahre flössen so dahin, ohne jedwede Nachricht von ihrem Gatten. Zeitungen waren zu jener Zeit noch selten, und wenn von den wenigen eine den Weg zum Städtchen fand, tonnte Emma, die emsig nach Nachrichten forschte, darin niemals eine Nachricht von Arthurs Existenz finden. Er mag vielleicht im Kampfe umgekommen oder nach England rückgelehrt sein, oder — was die furchtbarste Voraussetzung war — mochte sein Weib vielleicht gänzlich vergessen und für immer verlassen haben. Die Zeit hatte Amon Blunts Herz nicht gemildert, vielmehr war sein Entschluß in Bezug auf Anna zum eisernen Willen gereift. Obschon der Stand seines Vermögens unter den Wirrnissen des Krieges nicht unbeträchtlich gelitten, blieb er dennoch immer noch wohl, habender als seine Nachbaren. Emma war die ausschließ« liche Erbin des ganzen Vermögens, lein Wunder also, daß es an Bewerbern um ihre Hand nicht fehlte; übrigens war sie in der ganzen Gegend ihrer herrlichen Eigenschaften wegen geliebt und geachtet, und selbst die kleinen Schwärmer über Wiese und Flur überhäuften sie mit Früchten und Frühlingsblumen. Aber sie erhörte keinen und blieb für alle unempfindlich. Ihre Gefühle vereinigten sich in treuer Erfüllung lindlicher Pflichten, in der Liebe zur Schwester und dcr zartesten Sorgfalt für den blinden Knaben. Für diesen arbeitete sie in den Stunden der Einsamkeit, und ihr Sinnen und Trachten war dahin gerichtet, dcm armen Kinde jedes Vergnügen zu schaffen, welches geeignet war, daS Dunkel seines Lebens zu erhellen. Sie ersann Spie-lereien, die sein Ohr ergötzten, und sang ihm stunden« lang vor. Das Kind schien dcr Mutter Schwermuth geerbt zu haben. Es lag manchesmal stundenlang auf dem Boden „eben der hinsiechenden Mutter in ganz unnatürlicher Theilnahmslosigkeit, aber wenn es Emma's Tritte hörte, regte es die Füßchen, erhob die Händchen, die Lippen bebten, und jede« Glied des Körpers war in Be-weguug, seinem Gefühle Ausdruck zu geben; nur die kostbarste Perle, in der sich unsere innigsten Gefühle verklären — das Auge — blieb geschlossen. Dann pflegte Emma den Knaben zu erheben, ihn durch alle Oen>/' gungen zu ermuntern und durch ihre eigene Heiterkeit f" Kiudesvcrgnügen zu brleben, aber leider vergebens! , Endlich, meine lieben Kinder, legte jene M<^' die den kräftigsten beugt, ihre zerstörende Hand auch,^' Amon Blunt. Eine langsam schleichende, aber todtzlwilli^cn Anordnnng adrr s^! >, aus scinem gan^cn Vermögen Iahrcörenten zu 1^ , j>< lars gebildet und mit diesen jene Uclicrlcbenocn bct^., werden, welche im Kriege gegen die Engländer vo>" . ^ ginne an mitgefochtcn und den Bcwcis zn liefert ^ stände wären, in dieser Zeit jeder M Engländer aew 5" habcn. ^„ma's Der eifrigste und aufrichtigste Bewerber m" A"' ^ Hand war ein gewisser Heinrich Lee, ein ^b"U! n Vaters, der an seiner Seite focht und siegte- ^ ^ Emma noch vor seinem Tode zur Gattin z" li^c', sein sehnlichster Wunsch, auf dessen Erfüllung er Tag zu Tag immer mehr in die Tochter drang- ^ Anfangs sagte Emma, die wol für H"""Mcr wahre Freundschaft, aber leine Liebe empfand: .. ^t Vater, Heinrich weiß nur zu gut, daß ") !Y' lieben kann." . .-.,,. frei- Da erwiderte Blunt: „Was soll das heM' . ^, lich weiß Heinrich, daß du das sagtest, aber " ^ ^.^ schloffen, dich auch ohne Liebe 3» Giraten, rvc»'^^^ daß eine pflichttreue Tochter auch eine M'")"" Aaggc wird; und was ist denn auch Liebe? das. was am Leuchtthurm — ein unnützer Aufputz, (ffortseljuna. folg«.) 629 tuuter der rnmlluische Dichter Mxandrl, tin M00 Fr. gewonnen; diesen machte ihm jetzt der Amerikaner streitig uud sehte dagegen 5000 Fr. «in. ^ Der Kampf fand auf einem Billard statt, welches Herr Heilung mit Liliwilligullg seines Gegners rigeu« aus Amrrila mitgebracht hatte. Zahlreiche Wcl)0 /^ lr.; 17. Wolf'schcr Taubstummen - Stistunasfoud an Elunahmen 1015 fl. 33'/. kr., Ausgaben in derselben Höhe, Gesammtoermögci, 21,242 fl. 43 lr.; 18. Dr. Lovro Tomau'schcr Sliftuugsfond an Einnahmen 343 fl. 56 lr., Ausgaben in gleicher Höhe, Gesammtvcnnügcn 8168 ft. 19 lr.' 19. Hans Adam Eugclhauscr''schcr Stiflungsfol^ an Einnahmen 1232 fl. ^ lr.. Ausgaben in gleicher Hohe, Gcsammtvermögcn 27,678 fl. 74 kr.; ^ 20. Baroll Flöduig'scher Blindenstiftungsfond an ^''nahmen 0969 lr. 36 kr., Ausgaben 6188 fl. 45 kr., Uewschuß 800 fl. 91'/. lr., Gcsammtvermögen 52,810 fi. Sämmtliche Positionen werde» vom Hause ge-nchmlgt. Abg. Deschmann berichtet ferner namens des lwanzausjchusses über den Rechnungsabschluß deS Nor» malschulfondtS für das Jahr 1875. DaS Präliminare des gedachten Fondes wurde vom Landtage auf Grund, läge der damals maßgebenden geschlichen Bestimmung, daß die Lehrcrgehalte aus de» ^olalichulfondm und nur bei Unzulänglichlcit derselben aus dem Aormalschulfonde zu decken seien, genehnigt. Zugleich wurde wegen Aufhebung deS Schulgeldes und Uebernahme der Lehcer. gehalte auf den Normalschulfond für das Jahr 1876 eine lOperzenlige NortnalschulfondS-Umlage beschlossen und die entsprechende Umarbeitung dcs Praliminurs an, gcoidnct. Ein iu diesem Sinne umgearbeitetes Prülimi» narc lass nun dem Finanzausschüsse mcht vor, ebenso fehll« ihm dcr DetailaüSwei« ulier das Guthaben dcS Normalschulfondcs bei drn einzelne» Gemeinden, denen er Porschüssc geleistet halle. Da feri'cr ;ur Bestreitung der ^ehrellitlilllle die Deckung bcim ^andcsfonde gesucht werden mußlc, so ist für dcn No,malschulfondS eine bc, deutende schuld an den ^andesfonds erwachsen, wllchc mittelst der von dcn Schulgemeindeu noch zu leistenden Rückzahlungen zu tilgen sein wird. Um somit die befi. nitive Abrechnung zwischen dem Landesfondr und dem Normalschulfonde zu einem baldigen Abschluß zu bringen und zu den Rückersiitzcn zu gelangen, beantragt der Finanzausschuß: Es werde der LandeSausschuß beauftragt, das Er. forderliche wegen endlicher Rückzahlung der von den Schulgemcmden erhaltenen Lehrergehaltsuorschüsse an den NormalschulfondS, bezichuügsweisc iiandcsfonds zu ver^ anlasset,, die definitive Abrechnung zwischen beiden letzleren, sowie auch i>, Ausführung der früheren diesbezüglichen LandtagSbcschlüsse mit den cwzclnen Schulen zu pflegen und die Ergebnisse dieser Abrechnungen in emem specielle» Berichte in der nächsten Landtagssession vorzulegen. Mit dem Porbchallc der selnerz-itigen definitiven Bcschluhfafsung dcS hohen Landtages über die definitive Verrechnung der in den Vorjahren an die einzrlncn Schulen geleisteten Zuschüsse — beantragt der Finanz. auSschuß: Der hohe Landtag wolle dic Gebarung des Normal« schulfondes im Jahre 1875 in der Einnahme mit '. - - 182,789 fi. 58 lr. in dcn Ausgaben mit - - 18l,4o1 .. 10 /, „ mit dem schlleßlichen Eassareste von 1 338 fl. 47'/, lr. und mit dem Kapitalienstande von 84,187 fl. zur Kennt- " ^ Di^Anlräge werden vom Hause ohne Debatte in zweiter und dritter Lesung angenommen. Nba Murlill berichtet namens deS FinanzauS-sckusscs über dc« Rechnungsabschluß des lrainischen Lan, es on es u.'d seiner Eubfonde für das Jahr 875 Dcr Finanzausschuß stellt folgende Anträge: 1 Die Rechnmigsabschlüffe des trainischen LandeS> s^es' bann deS «ranlenhaus-, GebärhauS.. Findet-' kn,.«/ c>«enwuS., Theater^. ZwangsarbeitSanstalt.. 3°"dcslulur. dann deS F°nde« der Obst. und Wein-w schule ^ des Irrenhausbaufondes für das Jahr 1875 werden genehmigt, und zwar mit dcn Gesummt, einnahmen m Betrage von 745,962 fl. 4'/. lr. und mit den Gesamm'ausaaben von 688,766 fl. 73'/. lr. al 0 mit m schlittzlichen Ueberschuß von 57.195 ft. 31 lr nder Landestasse und bei den t. l. Steuerümtern von 23,713 fl. 77'/, lr., daher mit dem Vesammtüber. schuß von 80,909 ft. 8'/, lr. 2. Der Stand deS GesammtvermögenS zu Ende des Jahre« 1875 wird zur Kenntnis genommen und zwar u) an barem Gelde: 80.909 fi. 8'/, lr.. an »c-liucapital, bez. Obligationen nach dem EourSwerthe 738,719 fl. 7 '/„ kr. oder im Nominalwcrthe von 1.032,436 fl. 15 lr., d) an Grundbesitz und Invtntar 448,540 fl. 34 lr.. daher Stand de« Gesammtorrmö-gens 1.561,885 fl. 57'/, lr. und nach Abschlag der reinen Passivrückstände per 180,997 fi. 71 '/, tr., 1.380,887 fi. 86 l. 3. Der Landcsausschuß wird augcwiesen, dafür Sorge zu tragm, k) daß die 5ftcr;entigcn Interessen dcr Forderungen aus Privatschuldscheinen zum Vortheile oer oicssälligcn, i» der Landesverwallung stehenden Fonde auf 6 Prozent erhöht werden; l>) daß künftighin in den Rcchmlngsabschlüsfcu des Landes-, Orundeullastungs- und Normalschnlfondes, dcrcn Abgänge durch Umlagen von Steuern gcdcckt wrrdcn müssen, auch die pro Dezember jedcu Jahres eingchobenrn und im Monate Jänner de« nächstfolgenden Jahres an die Landeslasse abgeführten Umlagen als Kafscbcständc verrechnet erscheinen werdcn, und «) daß ill drn »achstjährigcn Rechnungsabschlüssen die dcn thatsächlichen Bclhällnissm als enlsplrchcnd er. scheinenden Werthe der Realitäten eingestellt werden. Sämmtliche Anträge werden vom Hause ohne Dc> batlc genehmigt. (Forts, folgt.) Inszng aus dem Protokolle llber die ordentliche Sitzung des l. l. Vandesschnlrathes für Krain in Laibach am 16. März d. I. unter dem Borsitze des Herrn l. l. HofratheS Josef Ritler v. Roth in Anwesenheit von 6 Mitgliedern. Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung und läßt durch den Schriftführer die seit der letzten Sitzung erledigten GcschaftSstUcke an der Hand des Geschaftsprotololl« vor» tragen. Der Bericht des Landesschulinspectors für die humanistischen Fächer über die vorgenommene Inspicierung des Obergymiiasiums in Rudolfs werth wird zur Kcimtnis genommen und dem hohen Ministerium für El'ltuS und Unterricht vorgelegt. Das Gesuch eines Lehrers am Gymnasium in Rudolsswerlh um Stabilertlärung wird der Direction zum Anschlüsse sämmtlicher Conferenzprotololle des laufenden Schuljahres zugeferliget. Anläßlich der von der laibacher Realschuldire c« tion vorgelegt:« Schulgeld-GefrciungSgesuche werden 40 Schüler ganz, 11 halb ooci Entrichtung de« Schulgeldes befreit; 17 Schülern die bisherigc ganze, 4 Schülern die blsheriyc halbe Befreiung belassen und 5, Schülern die angcsuchte Befreiung verweigert. Am laibachcr Gymnasium werden 41 Schüler ganz, 10 Schüler halt, von der Entrichtung dee Schul» gelde« befreit; 34 Schülern die bisherige ganze, 5 Schülern die bisherige halbe Vcfreiung belassen; 15 Schülern die ang?suchte ganze, und 2 Schülern die angtsuchtc weitere halbe Befreiung; einem Schüler der Fortgenuß der Hälfte der bisherigen ganzen und 3 Schülern der Fo tgenuß der bisherigen ganzen Ve-freiung verweigert. . Anläßlich der vorder gott scheer Gymnasi»loirec-tion vorgelegen Schulyeld sprechung unterziehen wollten, ^prön nou» lo tiüluß« — zu deutsch in freier, aber darum nicht nnnder zutreffender Uebersetzungz Unsere Veneficen sind vorüber, wozu sich also noch anstrengen, da es sich doch nicht mehr der Mühe lohnt l DaS schien so ziemlich die Devise eine« großen Theile« der Mitglieder zu sein, die wir im gestrigen Stulle beschäftigt sahen; wenigsten« erinnern wir un« schon lange nicht, eine lo lig^ro Nonchalance im Spiele und eine so bewußte Nachlässigkeit im Sprechen bemerkt zu haben, wie gesteru. Gab e« doch im ganzen Stllcle kaum eine Scene, die allseit« correct nnd aufmerksam gespielt worden wäre, und in der nicht der eine oder der andere thun und sprechen zu dürfen glaubte, wa« ihm eben beifiel, nur beileibe nicht das, was den Herren Leroy und Reignier im Sinne lag. Der zahllosen Ver-sprcchungen uud mrbalcn Nonsense, oie naturgemäß hiebet mit» unterliefen, wollen wir gar mchl befonder« gedenken, denn sie verstehen sich unter solchen Umständen wol von selbst, Nusnchmen hievou müssen wir die Damenwelt in Gestalt der Fräulein Lorbach, Vsirsly und T h a I l e r. die dcr erwähnte Vor« wurf gar nicht, vdcr doch nur zum kleinsten Theile trifft uud deren einige, wie namentlich Frl. Lorbach (Frau v Nochepont) und theilweise auch Frl V f i, « l y (Frau v. Balsannc), ihre dankbaren Rollen soqar nicht ganz ohne Erfolg zu Ende führten. Frl Thaller (Gräfin Angerolle«) wei«t ihr Temperament uud ihre begrenzte Vegabung zu exclusive auf da« Lustsp,ellcirain nnd den Kreib naiv-jugendlichei Liebhaberinnen an, als daß sie auch tn serieusen Schauspielpartien, wie eben ihre gestrige, auf mehr als eincu bloßen »ucci;» ü'entiNS rechnen dürfte. Mit Aufmerksamkeit nahmen sich zum Theil auch Herr Steluberger (Fernand) und — wie gewöhnlich — Herr Fr« derigl (Varon von Fayel) ihrer Aufgaben an. Der Rest — ist Schweigen. Neueste Post- (Original-Telegramm der „Laib. Zeitung.") Nagusa, 7. April. Die Insurgenlcnchefs gaben heute dem Varon Rodich die Bedingungen bekannt, unter welchen sie die Waffen niederlegen würden. Sie verlangen den dritten Theil des Grundbesitzes der Begs; Auf» bau ihrer Häuser und Kirchen; Belheilung mit Sämereien, Rlndvieh und Nckerbaugerälhen; Errichtung von Kornmagazinen mit einjährigem Vorrathe; dreijährige Vefreiung vom Zehent; Abzug der regulären türkischen Truppen mit Belassung kleiner Garnisonen in Niloit, Stolai, Fotscha, Mostar, Trebinje unü Plcvolje, allwo überall russlsche und ostei reichische Agenten als Ueber, wachungsorgane residieren sollen; ferner Garantie aller Großmächte und vorausgehende Entwaffnung der ein» gebornen türkischen Bevüllcrung. Telegraphischer Wechselcur« vom 7. April. Papier , Rente 66 70. — Silber - «ente 70 Ib. — 1860ei staale-Nnlehen 109 90. - Vaul-Nctien 869 —. Credil-Nctieu 151 30 - London 116 95. - Silber 102 25. K. l. M.,u,-Tu' taten 5-50'/,. — Napo!en»«d'or 9 34.— 100 Reichsmark 57 55. Wien. 7. April. Zwei Uhr nachmittag?. lGchlußl"^,) Trebitactien 151 10, 1860er Lose 110—, 1864er Lose I3l 50. österreichische Rente »u Papier 66 80. BlaalSbahii 267—, Nord-bab.li 179 25. 20.Fia!iltnfi llle 9 34'/,. uiiuaiiiche «lrcditactieü 131 —, österreichische ssraucobanl 16—, österreichische Auglobanl 6720, Lombarden 100 —, Uuionbant 61 75, auftro-olientzlische Vanl —-, Lloydactien 328- -, anstro-ollomauilche Vanl —. tllrlische Lose 19 — . Lommunal, Vluleben 98 25, Egyptiscbe 103-. Flau. Handel und Wolkswirth schaftliches. Wiener Vsmmunal-Usse. Vei der am 1. d. M v^orge- nommtueu 8. Verlosung des Prämicuaiilehe:!« wurden 12 «Venen gezogen, und zwar: Nr 27 183 »96 613 927 1445 1615 1752 I8'!6 2789 2876 und Nr. 2967. Au« diesen 12 Selieu wurde" 20 Nummern gczogeü, und zwar fi:l der Haupttreffer mit 2W' 12 Serien enthalleueu 1180 Nummern fällt der geringste Ge< wiiist von je 130 fl. ö W._____________________ Verstorbene. Den 31 März. Ioanetti Lulmann, bürssl. Handelsmai ns« und Realitateubesitzersqemalin. 71 I.. ilapuziner.Boistadl Nr. 54, Vehirnlähmung. Matthäus Tuhadobuil. Aibeiler. 54 Jahre, Moorgrund Nr. 2, ertrunken gefunden. — Josef Svetel. Arbeiter, 25 I., Livilspital. Pyämie.'— Maria Trojer, Cichoriefabrili'' arbeiters'Tochter, 6 I. 5 M.. Karlstädtcr'Voistadt Nr, 25, Rachen» bräune. Den I. April. Maria Dolinar, Arbeiterin, 59 I., Eivil» spital, Herzbeutelwassersucht. — Johann Vlojc, Inwohner, 51 I., Livilspital, Luugentuberculose. Den 2. April. Franz Moser, Schafwollwarennehilfeltt' Kind. 4 Monate. Et. PeterSvorstaot Nr. 26. LebeuSschwäche. — Jakob Porenta, gimmermannölind. 2 t Monate, Hllhnerdorf Nr, 47, häutige Vräune. — Anua Prefel, Haugbesil)ertzwitwc, 67 I., Tirnauvorstadt Nr. 38, Gedärmelähmung. — Rosa Fuchs, Lon-ducleurs.Witwe, 47 I.. Livilspital, Entartung der Unterleibs' organe. Den 3. April. Eduard Pollal, l. l. Nezirlscommissärö» Witwensohn. 14 I, Kralau Nr. 30, gehrfieber, — Johann Kotnit. Arbeiter, 40 I,, Civilspital, Lungeuluberculose. — Gal» lus Zipfel. Säimiedmeifter, 46 I., Hapuzi»erer, Buchhalter, Manusburg. — Valaja, Brunn. Hotel Elefant. Vurczer und Knastii, Llttai. — Kanch, Vroß-Händler. Wien, — .«'rainz. Nonobiz. -- Dobrilla und Wulf, Vuccari. — Issmer, itunsthändler, Verlin. — Leylum. Pliolo« graph, Graz. — Dolschein. Trieft. Tternwarte. Medic, Beamter, Obertrain. — Erebenz, Groß-laschih, ««ohren. Semreter, Veschäftsmann, Cilli. » Eais, Trieft. Theater. Heute: Letzte Vorstellung iu dieser Saifou. Iavotte. Komis >i»ale. I Veiantwnrtliche, N^dacteur: Q t t o m a r V a m b e r 8 .^ H^Vlpnl^Vli^s Wien. 6. April. Specielle Umonbanl'Actien zeigten sich sehr malt, sie erholten sich aber im Verlaufe. Im Übrigen war bei geringem Geschäfte die Stimmuna eine 8""' Ol. l sl.lll/v!l^/l.. Nnlagewertht behaupteten nicht nur ihre Kurse, soubern waren in einigen Sorten mit Lebhaftigkeit gefragt ««lb «La« Febru,r.) """' l.....«?'- 67 20 3«°ner-) Sil.err.nte < ' ' ' ?N ?^?ü ilose. 1889........237 — 239- "' ' 1554........"»-7b 104 25 " '««a .....110 - 1102b -' N'°'°°"',,,,^'"^ D°m°ne!,-Pfllnb'briefe .... ^5b0 186 -Prami»ninlthtn der Stadt Wien 98 2b 38 7b l>onau.«egnlieruug«.Ll>se . . 102 75 10«2b Unz. Lijcnbahn-Nnl..... S3 75 100 25 Ung. ^(ln.itn-rnl...... 72 25 72 50 Wienn «°mumn°l,Anlehn, . 8080 91- Netien >»«» V«»le». »Ngl«»v«ut........»i860 6880 Vuukveiem........62 50 b3by »«d«credit«,0 1K4 — llrcditanftlllt, ung»r..... 136 7b 187- Depositenbank....... — — —'— eecomp'eauftlllt...... 640— 650 — Franc°-««ml....... 16- I6?b Handelsbank........ b«-— b2 b0 Uiationlllbanl....... Y76-— 877'- Desierr. «llnlgestllschast . . . - '— -' Umonbanl ........ l»3 - 6825 Verlthrsbanl ....... ?47l> 75 2b «ctleu vou tr«nb>«rt-Nuterueh-«nn,en. «ltd V«« «lsöld-Vahn........ I09HY i,o — Karl-Ludwig.«ahn..... It>9zlft 1t<9b0 2)°NllU.T>ampschiss.,EefeUschafi Zli6 — 388 — Llisabeth-Wesibahn..... ,5559 ,^.^ Llisl,l,eth.Vahn (Lwz,Vubu,tiser Strecke)......... —-— —. —. ßerdinand«-Nordbahn . . . 1790— 1795 — Franz. Joseph ^ «ahn .... 186 b0 I»? — Len!b..«zern..I«>ssl,'V»hn . . 12K-— I2v'.- Lloyb.OeseUsch........ b80-H»g.__ 0eft«r. »i«rd»estbah» .... Ibs — i«4 _ ««lk War« Mubolst-Vahn.......Il8b0 119- Ctlllllsbahn........L68-. 27s»-— SUdbalm.........,s,2- 102 2b Thelß-Vahn........19850 199 bO Ungarische Nordufibahn . . . 10«— ^07-— Ungarische Ostbahu.....8650 37'- Tramway-Oescllsch......114 _ iib_. vaugesenfchafte«. «llg. «fierr. Vaugesellschaft . . —-- ---Wiener Vaugesellschaft..... 19.— 19-50 Pfandbriefe. Nllg. »fterr. Vodencredit . . . 101 b0 102 — dlo. in 83 I°h«n bi) — 8925 Nationalbanl il. W..... 9720 9740 Uvg. Bodencredit...... 84.7h ß5__ Prlsritlte». Elisabeth.-«. 1. Lm.....h».2b 8950 ßerd.-Nordb.-S.......IOL— 10« zb Hianz-Ioseph-V.......»875 94 — Kal. Karl«Lubwig-V., 1.«m. . 94-— 94 25 0cft Vrivatlose. ^ «rebil.L..........1b«" ^"^ Rud°ls«-L.........13" ^^" Wechsel. „l. Mgeburg......... f>7- b? ^ Yr°"lfurt......... 57 - ^ H°mburg......... b?- ^.^y Pa"ri«°" '. '. '. ' '. '. ! '. ' !Ä "««b «eldsorten. ^^ Ducaten .... 5fi^00 kr. b ft-A ^. Napoleonsd'or . . v « »4 " .^ " gli « Preutz^schein.^ , «trainisch« «rnndeutl«ft«»s«'0bli«ati°n«, Vri««tu«ti«r»n«: «eld9b--. »"^