LMchcr Tagblatt. Redaction und Expedition: Bahnhosgasse Rr. 15. PränumeralionSPreise: *l?r vH Pt Laibach: ~ ' " vll» I V* Zustelllin«, in«^........... Mil der Post: Ganzjähr Ins erti»n« preise: Tin« Donnerstag, 87. März 1879. — Morgen: Guntram. 12.Jahrq. l: Banzjähr. fl. 12. zeigen bi« 6 Zeilen SO It. " Abonnements-Einladung. Mit 1. April 1879 beginnt ein neues Abonnement auf das „Laibacher Tagblatt". Bis Ende April 1879: Für Laibach.......................— fl. 70 fr. Mit der Post......................1 fl. — fr. Bis Ende Juni 1879: Für Laibach.......................2 ft. 10 fr. Mit der Post......................3 fl. — fr. Für Zustellung ins Haus monatlich 9 fr. WW" Auf das „Laibacher Tagblatt" kam; täglich abonniert werden, doch muß das Abonnement immer mit Schluß eines Monats ablaufen. Parlamentarisches. Im Budgetausschusse des Abgeordnetenhauses gab der Abg. Dr. Sturm im eigenen uud im Namen seiner Gesinnungsgenossen die Erklärung ab, daß die Mitglieder des alten Fortschrittsflub jetzt, vor Ablauf der Wahlperiode, zu einer politischen Action sich nicht mehr aufgefordert fühlen, sondern nur glauben, mit der jetzigen Regierung die laufenden Geschäfte erledigen zu müssen. Ob diese Erklärung für die Gesammtheit der Occu-pationsgegner maßgebend ist und ob nicht etwa doch ein größerer oder kleinerer Bruchtheil derselben versuchen wird, Politik auf eigene Faust zu treiben, wird schon die Generaldebatte über das Budget zeigen. Wie die „Presse" erfährt, beabsichtigt der alte Fortschrittsklub, nach Ablauf der gegenwärtigen Wahlperiode eine Art von Rechenschaftsbericht hinauszugeben, welcher sein Verhalten gegenüber allen freiheitlichen, politischen und finanziellen Fragen präcisieren und rechtfertigen soll, die das Abgeordnetenhaus seit dem Jahre 1873 beschäftigt haben. Darin foll auch über die Initiativanträge, die vom Fortschrittsflub ausgegangen sind, berichtet werden. Dieser Rechenschaftsbericht soll gleichzeitig als Wahlprogramm für die bevorstehenden Neuwahlen gelten, da der Fortschrittsflub mit einem besonderen Wahlprogramme aus Anlaß der Wahlen nicht hervorzutreten beabsichtigt. Mit der Abfassung dieses Schriftstückes soll Dr. Sturm beauftragt werden. Das ungarische Abgeordnetenhaus nimmt in der Berliner Vertragsfrage eben auch einen oppositionellen Standpunkt ein, und verwirft die Opposition den vom Ausschüsse im Vereine mit der Regierung gestellten Antrag auf Jnarti-culierung des Vertrages. Die äußerste Linke stellt die Behauptung auf, das Vorgehen der Regierung sei nicht nur ein antinationales, sondern auch ein verfassungswidriges, während die vereinigte Opposition, dem Grundsätze der Parität entsprechend, für das ungarische Parlament nicht blos die einfache Jnarticnlierung, sondern direft auch das Recht der Genehmigung oder Ablehnung des Berliner Vertrages reclamiert. Die ungarische Regierung läßt sich aber trotz des Drängens der Opposition in der auch vom österreichischen Ministerium entschieden festaehaltenen Anschauung nicht beirren, daß von der Krone abgeschlossene internationale Verträge hinsichtlich ihrer Giltigkeit nicht vom Parlamente abhängig sind. Gegen den Wucher. Auch in Deutschland zieht man gegen die Wucherer das Schwert. Dem deutschen Reichstage wird demnächst nachstehender Antrag überreicht werden: „In Erwägung 1.) daß seit der Aufhebung der Wuchergesetze die Fülle wucher-licher Ausbeutung der Noch, des Leichtsinns und der Unerfahrenheit der Schuldner erheblich zu-genommen haben; 2.) daß von der öffentlichen zeigen bi« 6 Zeilen : Meinung die Prüfling der Frage dringend verlangt wird, ob diese Thatsache eine Folge der Aufhebung jener Gesetze sei, und ob und inwieweit Abhilfe im Wege der Gesetzgebung geboten erscheine; 3.) daß zur Entscheidung über die in dieser Richtung angebrachten Anträge und zur Beurtheilung der Frage: ob die etwa nöthige Abhilfe auf dem Gebiete des Zivilrechts, insbesondere durch Beschränkung der Wechselfähigkeit, sei es in Beziehung auf den Betrag der Wechselsumme, oder auf dem Gebiete des Strafrechts, oder endlich auf diesen beiden Rechtsgebieten zu erfolgen hat, ein tieferes Eingehen auf die that-sächlichen Grundlagen und die rechtlichen sowie die volkswirthschaftlichen Gesichtspunkte nöthig ist, beantragen wir: der Reichstag wolle beschließen, die Anträge der Abgg. Reichensperger und von Kleist-Retzow, betreffend Unterdrückung und Bestrafung wucherischer Ausbeutung der Nothlage der Schuldner, einer Kommission von 21 Mitgliedern zur Berichterstattung zu überweisen." Freihiindlersistem in Frankreich. Die Freihändler richteten an den französischen Handels- und Ackerbauminister eine Petition, in welcher dem Wunsche Ausdruck gegeben wird, daß nicht ein Schritt rückwärts auf der Bahn der Schutzzölle gethan werde; die Handelsverträge sollen erneuert, die bestehenden Zollsätze als das äußerste Maximum beibehalten, also der status quo erhalten werden. Am Schluß der Petition heißt es: „Wenn wir heute nicht die Anwendung des Freihandelssistems in seiner ganzen Ausdehnung verlangen, so geschieht dies deshalb nicht, weil wir der Ansicht sind, daß man es der Zeit und den Umständen überlassen muß, die Fortschritte möglich zu machen, an welche man nicht sofort herantreten will, sei es aus übermäßiger Vorsicht oder schlecht begriffenen Berechnungen. Aber mit Feuilleton. Der Vernrtheilte. Skizze von L. R. (Fortsetzung.) Eines Tages, als der größte Theil unserer Mannschaft am User war, besuchte Euthbert mich. Wir sprachen von mancherlei und auch von unserer Trennung. „Ich wollte, ich könnte dich bereden, Hans", sagte er, „deine Stelle hier aufzugeben und mit mir heimzufahren. Einer von eitern vorigen Matrosen hat mir gesagt, das Schiff würde nie Alt-England Wiedersehen, denn alle Ratten hätten es verlassen, und du weißt so gut wie einer, daß das Ende eines Schiffes nicht weit entfernt ist, wenn diese sich davonmachen." — „Nun, so laß sie gehen", erwiderte ich, „und Glück auf die Reise; es soll mir lieb sein, wenn ich feine mehr von ihnen zu sehen bekomme, wir behalten dann unser Fleisch und unfern Zwieback selbst. Ich weiß, es ist ein gemeiner Glaube bei den Seeleuten; aber hältst du mich für einen solchen Narren, daß ich glauben sollte, ein solches Un- geziefer könne das Schicksal eines Schiffes vorauswissen? Nein, ich habe mein Wort gegeben und—" „Aber höre mehr", fiel er mir ins Wort. „Vor vielen Jahren verließ dieses Schiff Panama mit einer Ladung Gold für die Londoner Kaufleute. Die Mannschaft brachte den Kapitän nm, bemächtigte sich des Goldes und des Schiffes und wurden Seeräuber. Lange trieben sie dieses Handwerk, bis sie von einer Kriegsschaluppe gefapert und die meisten davon ansgefnüpst wurden. Seit dieser Zeit spuft des Kapitäns Geist auf dem Schiffe, läßt sich aber nie sehen, als wenn der Mannschaft ein Unglück bevorsteht. Der Matrose, mit dem ich gesprochen, sah ihn die Nacht, ehe wir nach Savahna famen, und der Tod unserer Matrosen folgte darauf." Ich konnte mich über den Ernst, womit er diese Geschichte erzählte, nicht des Lachens enthalten, welches ihn etwas verdroß. Es war umsonst, ihm durch Gründe seinen Glauben an dergleichen Dinge nehmen zu wollen. Endlich ward ich der Unterhaltung müde und ließ das Abendessen bringen, worauf wir zu Bette gingen. Ich weiß nicht, wie lange ich geschlafen, als mich Euthbert mit heftigem Schütteln weckte und rief: „Steh' auf, Hans. Ums Himmels willen, steh' auf! Ich habe ihn gesehen!" — „Was hast du gesehen?" fragte ich. Aber der arme Schelm vermochte nicht zu antworten; er war ohnmächtig niedergefunfen. Ich hob ihn auf und brachte ihn aufs Verdeck, wo er sich bald erholte. — „Nachdem ich zu Bette gegangen", hob er an, „fühlte ich mich so unheimlich, es wurde mir so enge und so heiß, daß ich mich endlich entschließen mußte, auszustehen und anss Verdeck zu gehen. Der Mond schien trüb durch die zerrissenen, schnell vorüber* jagenden Wolfen, dabei war es so stille, daß man kleine Blättchen rauschen hörte, und es dünfte mir säst, als hörte ich das Rauschen der vorübereilenden Wolken — nie hatte ich die Stille der Natur so schreckhaft empfunden. Nachdem ich eine Zeitlang auf- und abgegangen, stand ich still und lehnte mich über die Brustwehr hinaus. Zufällig wandte ich den Kopf, und es dünfte mir, als sähe ich etwas Weißes hinter mir stehen. Ich fuhr zurück und rieb mir die Augen, um deutlicher zu feheu, denn ich war erst vor ein paar Minuten umhergegangen und wußte, daß unsere Leute noch nicht zurückgefommen waren. Sogleich dachte ich an den spurenden Kapitän, und der Gedanfe, daß ich vor einem überirdischen Wesen stehe, durch- aller Macht protestieren wir gegen die von gewissen Industriellen angerathenen rückschrittlichen Maßregeln. Wir verlangen laut die Aufrechthaltung der Handelsverträge, die wir als unerläßlich für die Wohlfahrt der Gesauimtheit unserer Industrie und unseres Handels, sowie für unfern Bodenbau, halten. Wir verlangen ferner die Wohlthat der bis dahin bestehenden Lage, indem wir darauf bestehen, daß das Maximum der Vertragstarife unter keinem Vorwande überschritten oder erhöht werde; daß fortan jedem Rückschrittsgelüste eine Schranke gesetzt und daß die Lage, welche durch das nun vor bald 20 Jahren eingeführte Sistem geschaffen worden ist, endlich für eine bestimmte Zeit festgestellt und befestigt werde. Dies ist der Zweck unserer Mission." Steuerverweigerung in Rußland. Viele kosakische Gemeinden in Südrußland, in erster Reihe jeüe im Lande der donischen Kosaken, verweigern in neuester Zeit, wie der „Charkow" mittheilt, die Zahlung der Steuer, und berufen sich die Renitenten auf die Kriegsdienste, welche sie die letzten zwei Jahre hindurch gegen die Türken leisten mußten. In vielen Stanizen (Kosakendörfer) kam es aus Anlaß dessen zwischen den Einwohnern und dem gegen dieselben entsendeten Militär zu blutigen Zusammenstößen, wobei die Kosaken stets Sieger blieben. In der Staniza Petrovskaja dauerte der Kampf zwischen einem Regiment Infanterie uud den bewaffneten Kosaken der Staniza zwei Tage und eine Nacht lang und endete damit, daß mehr als die Hälfte der Infanterie tobt oder verwundet am Platze liegen blieb. Der Kommandant der donischen Kosaken in Novocerkask wollte über alle Kosakengemeinden seiner Provinz den Belagerungszustand verhängen lassen, die Regierung ertheilte jedoch hiezu keine Bewilligung, um nicht dadurch den Aufstand aller Kosaken zu veranlassen. Lagesneuigkeiten. — Ueberschwemmung. Dem „P. Lloyd" wird aus Heves unterm 22. d. berichtet: „Auch unser Gebiet ist ein Opfer der Fluten geworden; der Berettyo-Damm auf der Puszta Cluda-Balla ist an drei Stellen durchgebrochen; das Wasser überflutet stündlich Taufende Joche der schönsten Saaten. Der Damm ist heute früh um 6 Uhr gebrochen, und schon stehen bei 6000 Joch unter Wasser; bis morgen ist unser halber Hotter unter Wasser. Außer unserem Stadtrichter ist kein Gerichtsorgan anwesend; die Glocken dröhnen, und wir sind für unsere Stadt drang mich mit einem unbeschreiblichen Gefühle. Das Herz schlug mir wie ein Hammer, und Fieberfrost schüttelte mich in allen Gliedern. Ich suchte, meine Augen zu schließen, ein Zauber, über den ich nichts vermochte, erhielt sie offen. Während ich so hinstarrte, wurde eS deutlicher, bis ich endlich ein todtenblasses Menschengesicht unterschied — die Augen waren gebrochen und starr, wie bei einem Tobten, und über der Stirn war es wie eine blutige Wuitbe. Meine Knie brachen unter mir, ich war auf beitt Punkt zu sinken, als ich mit bcr Anstrengung der Verzweiflung mich aufraffte und es zu fassen suchte — aber meine Hände ergriffen Luft. Der kalte Schweiß brach mir aus allen Gliedern, es war mir, als wenn meine Kopfhaut sich zu einem Ballen zusammenzöge; so stand ich und starrte das Gespenst an, dessen Todtenaugen unbeweglich aus mich gerichtet waren. Die Furcht verwirrte' mich, ich wußte nicht mehr, was ich that; noch einmal stürzte ich vorwärts — es zog sich zurück, und da eben eine Wolke über den Mond lief, verlor ich es ans den Augen. Ich fühlte mich eine Ohnmacht anwandeln, das Schiff drehte sich mit mir um, und wie ich hinabgekommen, weiß ich nicht." Ich suchte ihm den besorgt, trotzdem 3- bis 4000 Arbeiter tüchtig arbeiten. Wir sind in größter Verzweiflung, da in unserer Stadt und im ganzen Hotter kein einziger Kahn ist. Wir telegrafierten an den Vizegespan um Pionniere, denn, wenn der Damm im Verlaufe dieser Tage nicht hergestellt wird, ist unsere Stadt, die 12,000 Seelen zählt, verloren." — Sammlungen für die Verunglückten in Szegedin. Bei der ungarischen Regierung sind bisher an Spenden für Szegedin eingegangen 505,000 fl. und fremde Valuten im ungefähren Werthe von b0,000 fl. Beim „Pester Lloyd" sind 127,000 fl eingegangen. — Vorsicht ist dieMutter derWeis-heit! In der Befürchtung, daß die Ferry'schen Unterrichtsgesetze Frankreichs auch in Belgien Nachahmung finden könnten, gestalten die Jesuiten ihre Unterrichtsanstalten in Belgien in Actiengesellschasten um. Zwei Drittheile der Actien des Pariser „Figaro" befinden sich in den Handelt der Jesuiten. — Ein Attentat. Ans Moskau wird dem „Golos" unterm 22. d. M. berichtet: „In einem Zimmer des hiesigen „Hotel Mamontowski" wurde gestern die Leiche eines fremden und unbekannten Mannes vorgefunden. Offenbar geschah hier ein politischer Mord, denn in der Tasche des Ermordeten befand sich ein Zettel, auf welchem mit rother Tinte folgendes ausgeschrieben war: „Zum Tode verurtheilt. Das Exeeutivcomite." Die Leiche des Unbekannten lag auf dem Fußboden ansgestreckt. — Ein Erdbeben fand, wie die „Times" melden, in Nordpersien am 22. und 23. d. M. statt. Mehrere Ortschaften wurden arg beschädigt und zwei Dörfer zerstört, nahezu 1100 Menschen sind uni-gekommen. fokal-uni) Promnzial-Hligelegenheiten. — (Zum Schulbau in Ustja) bewilligte der Kaiser aus seiner Privatkasse einen Beitrag von 200 fl. — (Ehren bür ge rdiplo m.) Bekanntlich hat der Gemeinderath der Landeshauptstadt Laibach den gewesenen aberkommandierenden General in Bosnien und der Herzegowina, den Herrn FZM. Freiherrn v. Philippoüich, zum Ehrenbürger ernannt. Das diesfällige, vom hiesigen technischen Magistratsbeamten Herrn Linhart kalligraphisch hübsch ausgefertigte Diplom, ruhend in einer vom hiesigen Galanteriebuchbinder Herrn Eifert kunstvoll ausgeführten Enveloppe, wurde gestern an den neu ernannten Ehrenbürger nach Prag expediert. — (Personaln ach richten.) Der Herr FML. Julius Ritter v. Schmigoz, Kommandant der 28. Jnfanterie-Truppendivision in Triest, wurde Gedanken auszureden, daß er eine wirkliche Erscheinung gehabt habe. Endlich sprach er: „Nun, Hans, wir wollen nicht mehr darüber streiten. Ich kann nicht sagen, was den Geist hierher gebracht — es kann indessen keine Kleinigkeit sein; das weiß ich aber, baß kein Mensch auf ber Erbe mich bereben foll, daß es eine Täuschung gewesen. Wir müssen uns jetzt trennen, vielleicht auf immer, und ist dem so und ist es mir gestattet, so verspreche ich, dir dreimal vor deinem Tode zu erscheinen, wenn du mich überleben solltest." Ich lachte und schwur, es würde mich freuen, ihn zu sehen, und daß ich mich bis zum letzten Besuch für sicher halten würbe. Unsere Leute kamen, wir halfen seinem Schooner ans ber Bucht, wünschten ihm Lebewohl und kehrten zu unserm Schiffe zurück. „Ein Paar Wochen später verließen auch wir den Hafen. Aber das war eine unglückliche Reise. Der Krieg zwischen England und Amerika war eben ausgebrochen, und was zu befürchten war, — wir fielen einem amerikanischen Seeräuber in die Hände. Durch die schlechte Anstalt des Kapitäns wurde unser Schiff geentert und nach einem kurzen Gefecht unsere Mannschaft hinabgetrieben. Ich hatte gleich anfangs durch einen Pistolenschuß, der in gleicher Eigenschaft zur 7. Truppendivision übersetzt. an seine Stelle tritt der bisherige Kommandant der 14. Truppendivision. Herr GM. Ludwig Freiherr v. fielst icke r. Feiner wurden in gleicher Eigenschaft übersetzt: Herr GM. Leo Ritter v. Schauer, Kommandant der 55., zur 13. Jn-fanteriebrigade und Herr Oberst Friedr. v. Vi l lecz, überconiplett im Infanterieregiment Bernhard Herzog von Sachsen-Meiningen Nr. 46. Kommandant der 1. Gebirgsbrigade bei der VII. Jnfanterie-Tmp-pendioifioit, zur 14. Jnsanteriebrigade. — (Aus der „Laibacher Schulztg") Im ersten Artikel der neuesten Nummer vom 25. d. wird an die Lehrerschaft der Mahnruf gerichtet, daß es nicht genüge, das Lehramt fchablonenmäßig auszuüben, sondern es »othwendig sei, daß die Berufs-gefchästsbeforgnng auf dem Geiste des Selbstdenkens, ans reinster, selbstloser Begeisterung beruhe. Der Verfasser sagt: „Jeder Lehrer erkenne sich als Glied eines großen Körpers: der Lehrerschaft — der Menschheit. Er trenne sich nicht davon, ob er nun diese oder jene Sprache redet, zu dieser oder jener Confession sich bekennt, denn das Ziel der Menschheit ist für alle Menschen nur eines. Er suche den Kreis seiner Thätigkeit zu erweitern, die Forderung der Zeit zu erkennen und sie in Einklang zu bringen mit den Pflichten seines Berufes und den Zielen der Menschheit. Er fühle sich als eines der wichtigsten Glieder der Gesellschaft, suche aber diesem Gefühl Werth zu verleihen durch stete Fortbildung, durch Befreiung von allen beengenden Vorurlheilen, durch einen edlen, reinen Charakter. Er halte an der Erkenntnis fest, daß er nur insoweit von ändern geachtet wird, als er sich selbst achtet." — Der zweite Artikel bespricht die Schulen der Klosterfrauen. In Laibach wurden die Klosterfrauen im Jahre 1742 eingeführt. — Aus der Serie der Lokalnachrichten heben wir folgende hervor: 1.) Eine Korrespondenz aus Jnnerkraiu meldet, daß sloveitifche Blätter fortfahren, gegen die Anhänger der Nenfchnle die Sprache der Demttteiation und Verleumdung zu führen. 2.) Im Versammlungslokale des krainischen Landes-Lehrervereines wurden Vorträge über Pilze, über das zweite deutsche Lesebuch für floüeiiifche Volksschulen, über das Licht uud die „Latema magica“ gehalten. 3.) In mehreren Schulbezirken wird die silberne Hochzeit des Kaiserpaares auch Vonseite der Schuljugend gefeiert werden. 4.) Lehrstellen sind zu besetzen: an den Volksschulen in Horjul (Bezirk Laibach), Aßling (Bezirk Radmannsdorf), Stnria (Bezirk Adelsberg) und Kraxen (Bezirk Stein). — (Benefiz Vorstellung.) Zum Vortheile des Theaterkapellmeisters Herrn Gerasch gelangt heute die Strauß'sche Operette „Prinz Me- mir dicht unter bett Augen hinflog, das Gesicht verloren. Die Räuber vermutheten, ber Kapitän habe Gelb an Bord versteckt, und da bieser beständig betheuerte, er habe keines, so stürzten sie ihn ins Wasser. Auch ich sollte sein Schicksal theileit, als gerabe in beni kritischen Augenblicke bie Wache auf bent Maste rief: „Ein Segel windwärts!" Schnell führte man mich wieber hinab, uttb bald fühlte ich an der Bewegung des Schiffes, daß es mit vollen Segeln davoneilte. In der Hoffnung, daß das verfolgende Schiff ein Kreuzer sein möge, wartete ich mehrere Stunden lang zwischen Furcht und Hoffnung. Der Lärm auf dem Verdeck hatte nachgelassen, woraus ich schloß, daß die Mannschaft auf ihren Posten war, und ich hörte nichts, als die Schritte des Kapitäns, indem er von Zeit zu Zeit zu dem Steuermann ab- uitb zuging. Zuletzt vernahm ich bett Knall einer Kanone, welchem balb ein zweiter folgte, ber mit einem breimaligen Jauchzen und einer vollen Lage beantwortet würbe. Wie freudig schlug mir das Herz bei dem Knalle. Alles war jetzt in Thätigkeit, eine Lage beantwortete die andere, mit verderblicher Wirkung unter den Räubern, die ihrem Gegner keineswegs gewachsen zu sein schie- thusalem" zur Aufführung. Wir wollen hoffen, daß Frl. Meyer und Herr Friedmann ihre Partien heute sicherer und entsprechender zur Geltung bringen werden als gestern. Herr Gerasch hat seine Laufbahn als Kapellmeister in Laibach begonnen, er hat sich bemüht zu lernen und zu lehren, fein Tagwerk in der abgelaufenen Saison warein sehr angestrengtes. Möge der Benefiziant heute den verdienten Lohn finden! — (Landschaftliches Theater.) Die sieben fruchtbaren Jahre im Lande Egypten sind vorüber, die Gastspiele der Wiener Gäste — der Fräulein Bognar und Meyerhoff — abgeschlossen. Das hiesige Publikum wird die sieben Gastspielabende im freundlichen Andenken behalten. Fräulein M e y e r h o f f feierte gestern gelegentlich ihrer dritten, beziehungsweise Abschiedsvorstellung als „Rosalinde" in der Strauß'schenOperette „Fledermaus" Triumphe; der correcte, bestens markierte Gesang und das elegante Auftreten machten besten Eindruck. Nach Schluß der Vorstellung ertönte ein feierlicher Tusch, Frl. Meyerhoff, stürmisch gerufen, erschien auf offener Bühne, Herr Streitberg, der offizielle Bühnen-Festredner, trat vor die gefeierte Sängerin hin und überreichte derselben einen mit prächtigen Bändern geschmückten Lorbeerkranz, zwei üppigeBlumenbonquets und einen silbernen antiken Gürtel, Spenden hiesiger Theaterfreunde. Frl. Meyerhofs war von dieser unerwarteten Ovation höchlichst überrascht und dankte für die freundliche, beifällige Aufnahme und für die erwähnte Ovation mit herzlichen Worten. Herr Direktor Ludwig wird gelegentlich dieser sieben Gast-spielabende die Ueberzeugung gewonnen haben, daß Laibach wahre Verdienste, hervorragende Bnhnen-tröfte zu würdigen und zu belohnen weiß, und daß diese sieben Gastfpielabeude auch für seine Theaterkasse fruchtbringend waren. Bezüglich der gestrigen Aufführung müssen wir noch erwähnen, daß Frl. Ha brich (Adele) und Herr Strenbcrg (von Eisenstein) wacker ins Zeug gingen. Großer Applaus wurde dem Frl. Habrich für die Gesangseinlage im dritten Acte zuthkil. — (Der Musiku er ein in Cilli) sucht einen tüchtigen Kapellmeister (zugleich Musiklehrer) für die Vereiuskapelle, Musikschule und Mitglieder-productioneu. Die Bezüge desselben bestehen: a) in einem fixen Gehalte von 500 sl. ö. W., b) einer Naturalwohnung, c) einer löpevz. Tantieme von den Einnahmen der Kapelle, d) einer periodischen Remuneration, je nach dem Gedeihen der Vereins» besticbuugen und den Erfolgen der Schule, außerdem lohnender Privatmusikunterricht. Herr Kapellmeister Czansky stellte dem Vereine für den Fall feines Austrittes aus dem Militärverbande die Uebernahme der Vereins-Kapellnieisterstelle in Aussicht. neu. Indessen fochten sie fort mit dem Muthe der Verzweiflung, bis eine fürchterliche Lage das Schiff beinahe auf die Seite warf. Es erfolgte ein schrea-licher Krach auf dem Verdeck, und aus dem Freudengeschrei der Feinde schloß ich, daß wir einen Mast verloren. Unser Feuer nahm ab und hörte endlich ganz anf. Dennoch dauerte das Gelärme auf dem Verdeck fort, bis es endlich ganz stille ward und ich das Plätschern von Rudern oernahm. Ich schloß jetzt, daß die Piraten sich ergeben und die andere Partei Besitz nahm. Ich wartete eine Zeitlang und wunderte mich, daß niemand hinab kam, bis ich fühlte, daß die Kajüte sich mit Rauch zu füllen anfing. Sogleich kam mir der Gedanke, daß die Schurken das Schiff angezündet und sich in den Booten geflüchtet hätten. Der Kopf schwindelte mir bei dem Gedanken, daß ich zum Verbrennen zurückgelassen worden. Ich stürzte aufs Verdeck, so schnell als meine Blindheit es mir erlaubte; ich fragte laut, ob jemand an Bord sei — das Aechzen eines Sterbenden war die einzige Antwort, die ich erhielt. Ich wollte auf das obere Verdeck eilen, aber der gefallene Mast versperrte mir den Weg." (Schluß folgt.) — (Aus den Nachbarprovinzen.) Die zwölf aus dem dritten Wahlkörper gewählten regierungsfreundlichen Stadträthe Triests sind: Dr. Paul Ritter v. Wittmann, Dr. Joses Defacis, Spiridion Clescovich, Dr. Anton Ritter v. Tommasini, Dr. Franz Ferrari, Rafael Luzzatto, Peter Palese, Scauder Pasquale v. Rosetti, August Schiavoni, Joses Vidich, Carl Dragovina, Pani Freiherr v. Ralli. — Die Stadtgemeinde Marburg besitzt ein Vermögen im Gesammtbetrage von 713,243 fl, darunter Realitätenwerth 404,578 fl., Gerechtsame 198,113 fl, Fondskapitalien 37,522 fl, Activrückstäude 16,800 Gulden, Gemeinde-Inventar 12,500 fl., Schuleninventar 25,500 fl. Diesem Activstaude steht ein Passivstand in der Höhe von 367,214 fl. gegenüber. Oesterreichisch-ungarische Bank. Ucber den Geschäftsverkehr der in Laibach stationierten Filiale der österreichisch - ungarischen Bank mit der Stadt Laibach, beziehungsweise mit dem Lande Krain, liegen der „Laib. Ztg." nachstehende ziffermäßige Daten vor: A. Escomptegeschäst. Von den in sämmtlichen Hauptanstalten und Filialen im Jahre 1878 escoinptierten Wechseln und Effekten im Betrage von fl. 625.432,455'07 entfallen auf Laibach fl. 3.105,840*24. Ende 1877 war der Gesammtstand 283 Stück im Betrage von fl. 748,990-28, Ende 1878 284 Stück Gulden 653,610 "42, mithin eine Abnahme von fl. 95,379 "86. Im Range von 25 Anstalten war die Laibacher Filiale die 18. Die durchschnittliche Laufzeit der in Laibach eseomptierten Wechsel beträgt 70 Tage. Die bezüglichen Details bringen nachstehende Ergebnisse: a) Platzwechsel und diverse Effekten. Eseomptiert wurden 448 Stück fl. 1.349,055 • 30, einkassiert 467 Stück fl. 1.424,995 '86. Der Stand Ende 1877 betrug fl. 389,246-59, Ende 1878 fl. 313,306'03, somit eine Abnahme des Standes von fl. 75,940-56. b) Dontici 1 = 893 cchfei. Eseomptiert wurden 243 Stück fl. 655,568 • 53, einkassiert 220 Stück fl. 631,266'59. Der Stand war Ende 1877 fl. 152,053-49, Ende 1878 fl. 176,355-43, also eine Zunahme von Gulden 24,301-94. c) Rimessen. Eseomptiert wurden 708 Stück fl. 1.101,216 '41, einkassiert 712 Stück fl. 1.144,957'65. Der Stand Ende 1877 betrug fl. 207,690'20, Ende 1878 fl. 163,948'96, somit eine Abnahme von Gnlden 43,741-24. Hinsichtlich des Verkehrs mit den anderen Bankanstalten ersehen wir, daß in Laibach Rimessen eseomptiert wurden: fl. 619,505' 29 auf Wien, fl. 2109'83 auf Brünn, fl. 1046'47 auf Czerno-witz, fl. 150,189'57 auf Graz, fl. 16,886'56 auf Klagenfurt, fl 270'65 auf Linz, fl. 2613'96 auf Prag, fl. 194,138-68 auf Triest. fl. 112,365'12 auf Budapest, fl. 414-47 auf Fiume, fl. 1675-81 auf Kronstadt. In Laibach zahlbare Rimessen wurden escomp-tiert: in Wien fl. 182,322' 81, in Eger fl. 210, in Graz fl. 49,830'40, in Linz fl. 261'39, in Pilsen fl. 730-86, in Prag fl. 40,401'86, in Reichenberg fl. 2650, in Triest fl. 15,662'53. B. Bankanweisnugen-Geschäft. In sämmtlichen Bankanstalten wurden ausgestellt 58,288 Anweisungen im Betrage von fl. 184.830,284'10B, davon in Laibach 1002 Stück fl. 2.377,689'46. In Laibach zahlbar waren fl. 1.032,479-245, somit ist in Laibach der Betrag von fl. 1.345,210' 21B mehr erlegt, beziehungsweise weggeschickt, als empfangen worden. Zur Zahlung in Laibach angewiesen wurden: vou Wien fl. 351,420 '635, von Brünn fl. 3268 40, von Graz fl. 117,003'67, von Innsbruck fl. 4824' 14, von Klagenfurt fl. 28,213 '28, von Krakau fl. 500, von Lemberg fl. 9948 '51, von Linz fl. 251'69, von Prag fl. 43,863-64, von Triest fl. 211,130-85, von Budapest fl. 83,336'85, von Agram Gulden 170,477'61, von Fiume fl. 8239'97. Von Laibach wurden angewiesen zur Zahlung: in Wien fl. 1.709,741 • 145, in Bielitz fl. 3718 85, in Brünn fl. 31,062'56, in Graz fl. 129,883-38, in Innsbruck fl. 636, in Klagenfurt fl. 18,734'06, in Krakau fl. 1437'60, in Linz fl. 10,843 • 22, in Pilsen fl. 1098'16, in Prag fl. 35,870'175, in Reichenberg fl. 12,778'50, in Teplitz fl. 3576 43, in Triest fl. 233,484'02, in Troppau fl. 3134'14, in Budapest fl. 135,794'22, in Agram Gnlden 45,220-78, in Fiume Gulden 450, in Kronstadt fl. 226'22. C. Darlehensgeschäft. Die gefaniinten Darlehen auf Effekten betrugen im Jahre 1878 fl. 59.580,100, davon in Laibach fl. 72,100. — Der Stand in Laibach Ende 1877 war fl. 130,400, Ende 1878 fl. 124,200, mithin eine Abnahme von fl. 6200. Zur Jmpffrage. (Fortsetzung.) Hören wir nun, was die Gegner sagen. Zuvörderst tritt der Einwnrs auf, daß das künstliche Einimpfen der Blattern vor dem Ausbruche der natürlichen Blattern nicht absolut schützt. Dagegen kann niemand etwas aufbringen, denn die Erfahrung bestätigt es ja an jedem Tage, und selbst das sogenannte Revaecinieren (Wiederimpfung), das jetzt vielfach, namentlich auch beim Militär in Europa, angewandt wird, schützt ebenso wenig. Höchstens kann also das Impfen die Bösartigkeit der natürlichen Blattern vermindern. Das ist aber das Höchste, was zugegeben werden darf, und es steht dann noch sehr in Frage, ob es, als Thatsache angenommen, alle anderen aus dem Impfen entstehenden Gefahren und Hebel hinreichend anfwiegt. Wir müssen in die Zeiten Jenners zurückgehen. Es ist wahr, daß die natürlichen Blattern eine Seuche waren, so allgemein und verheerend, daß dieselbe zu einer der größten Plagen der Menschheit gezählt werden mußte. Alle Seuchen aber, die neueste Cholera nicht ausgenommen, rasen, so zu sagen, aus, vermindern sich mit der Zeit, ja manche verschwinden wieder ganz, wie z. B. der englische Schweiß. — Warum sollten die Blattern davon eine Ausnahme machen? Und gerade diese Periode fiel mit der Jenner'schen Erfindung zusammen. Die verminderte Bösartigkeit der Blattern lag also vielmehr in der allgemeinen Gesetzlichkeit der Seuchen überhaupt, also auch der Blatternseuche, als in der Jeuuer'scheu Erfindung der Schutzblatteru, die, wie erwiesen, keinen Schutz gewähren. Frei von Ansteckung bleiben bei allen Seuchen eine Menge von Individuen, warum also auch nicht bei den Blattern, und warum sollten unter ihnen nicht auch Geimpfte sein? Wäre die Impfung also ein wirkliches Schutzmittel, so müßte kein Geimpfter die Blattern bekommen; daß dem aber nicht so ist, verdächtigt schon von vontehereiu den angeblichen Schutz, den das Impfen gewähren soll. Dr. Arthur Lutze in Köthen (Deutschland) hat bei der Pocken-Epidemie daselbst 193 Pockenkranke, die geimpft und wiedergeimpft waren, behandelt, bei denen also das Impfen und Wiederimpfen keinen Schutz gewährt hat. Bei der Pockenepidemie in Berlin (Deutschland) waren unter 1000 Pockenkranken, nach den amtlichen Berichten, mehr als 800 geimpft gewesen, also war die Impfung der Achthundert nutzlos. Ganz dasselbe bestätigen noch unzählige andere berühmte Autoritäten. Eine für die Heilkunst sehr bedenkliche Erscheinung ist, abgesehen von allem anderen, die einfache Thatsache, daß bald nach Einführung der Kuhpocken, ganz neue, gefährliche Krankheiten, namentlich unter Kindern, auftraten, von denen man bis dahin nichts gewußt hatte, das mörderische Scharlach, die Masern und Mieseln. Möglich, daß diese Krankheiten ganz außer Zusammenhang mit den Blattern stehen; erwiesen ist cs indeß nicht. Wol aber ist es That-sache, daß sich seit Einführung der Impfung eine weit größere Kränklichkeit unter der Kinderwelt bemerkbar macht, und daß bei sehr vielen Kindern Siechthum und die Schwächlichkeit effectiv mit der Periode des Jmpfens eintrafen und nicht selten einen schlimmen Verlauf «ahmen. Erst voriges Jahr ereignete sich in Dresden (Sachsen) der Fall, daß von den geimpften Schülern einer höheren Lehranstalt 60 sofort nach der Impfung bedenklich erkrankten, mir ist aber nicht bekannt geworden, ob Todesfälle vorgekommen find. Die Erklärung für diesen Umstand liegt durchaus nicht außerhalb der Grenzen einer natürlichen Logik, und nur die Kühnheit der medizinischen Wissenschaft, wie das blinde Vertrauen der Menge in dieselbe, verbunden mit dem Regierungsschutz, erklären die allgemeine Verbreitung des Jmpfexpe-riments. Die eigentliche ursprüngliche Lymphe stammt, wie ziemlich allgemein bekannt ist, von den Pusteln her, die sich an den Eutern der Kühe bilden und mit den Blatternpnsteln ziemliche Aehnlichkeit haben. Ob diese verdächtigen Kuhpusteln noch jetzt und auch bei uns oft Vorkommen, weiß ich nicht, jedoch scheint es nicht der Fall zu sein, da man sich beim Impfen gewöhnlich mit aufgetrockneter und aufbewahrter, an Fäden haftender Lymphe von geimpften Kindern behilft. Möglich ist es indeß, wenn auch weder erwiesen noch nachgegeben, daß die ursprüngliche, direkt von Kuhpocken genommene Lymphe gefahrlos mit der Blutmasse gesunder Menschen in Berührung gebracht werden kann. Ganz anders aber gestaltet sich die Sache unter Einwirkung der jetzt vorliegenden Verhältnisse, d. H. bezüglich der Thatsache, daß die in Ulisern Tagen allgemein gebräuchliche Biatter-Ocn-lationslymphe keine ursprüngliche Knhpockciilymphe, sondern eine durch unzählige menschliche Organismen mittelst Oculatiou gegangene und bei jedem einzelnen neu erzeugte Lymphe ist, die also je nach den verschiedenen Individualitäten unendlich nwdificiert, verschlechtert, ja geradezu vergiftet fein kann und (wie unabweislich erwiesen worden) auch nicht selten wirklich ist. Es trösten sich zwar die Eltern oft damit, daß sie das gesunde, blühende Kind selbst gesehen, von welchem die Lymphe zum Impfen des ihrigen genommen wurde; aber genügt das und sind die etwaigen Folgen schon ermessen? Man schaue rückwärts! Der Naturarzt Vanoni sagt über diesen hochwichtigen Gegenstand folgendes: „Die Folgen des Jnipfens sind die nicht versiegbare Quelle einer unzähligen Menge gänzlich unbekannter Krankheiten geworden. Die Erfahrung lehrt uns, daß Menschen, die in vorimpslicher Zeit die schwarzen Blattern überstanden, fast niemals wieder erkrankten, alle aber ein ungewöhnlich hohes Alter erreichten. Ja, es leben noch jetzt einige wenige Zeugen dafür. Dies sind Thatsachen, die sich nicht wegdispntieren lassen, und sie beweisen, daß selbst die schlimmste Form der Blattern eine den Organismus keineswegs zerstörende Krankheit bildet. Anstatt nun dieses augenscheinliche Bestreben der gesund sein wollenden Natnr, d. i. einer Lebenskraft, die sich bemühte, einen räthselhaften Krankheitsstoff mit Hilfe der Hant auszustoßen, anznerkennen, kam man nach einer Jahrhunderte langen Ratlosigkeit, die Millionen Menschen das Leben kostete und den Geretteten das Angesicht zu einer Fratze zerriß, auf die erwähnte barocke Idee, dem Gifte die Abführ-wege gleichsam zu versperren, indem man die Energie der Naturkraft dadurch unterdrückte, daß man noch ein anderes neues Gift in den Organismus einschmuggelte, somit also gleichsam einen Teufel durch den anderen austreiben wollte." Unausbleibliche Folge dieses heillosen Mißgriffes war und ist noch heute ein theils momentanes, theils periodisches, theils lebenslängliches Siechthum, und die noch beklagenswertere Folge, daß sich dieses Siechthum durch die Zeugung von Generation zu Generation fortpflanzt. Es ist aber schier unbegreiflich, wie dieser an Blödsinn grenzende Mißgriff als sogenanntes Vorbeugungsmittel sich so lange der obrigkeitlichen Sanction und des Schutzes erfreuen konnte, und zwar um so mehr unbegreiflich, wenn man der Abstammung dieses thierifchen Gift-Impfstoffes (Lymphe genannt) näher nachforscht. (Schluß folgt.) Witterung. Laibach, 27. März Seit nachts anhaltender Schneefall, windstill. Temperatur: morgens 7 Uhr + 0’6°, nachmittags 2 Uhr + 2-4« C. (1878 + 6 3"; 1877 + 7 8“ C.) Barometer 728 56 Millimeter. Das gestrige Tagesmittcl der Temperatur + 21", um 3-3« unter dem '.Normale; der gestrige Niederschlag 16 30 Millimeter Regen nnd Schnee. Angekommene Fremde am 26. März. Hotel Stadt Wien. Herzl und Dubail, Kslte.; Schweizer, Schubert und Michel, Reisende, und Kraul, Wien. — Knoll, Hamburg. Hotel Elefant. Lasky, Oberförster, Vlasim. — Sah, Philosoph, Radmaniisdorf. — Riegler Maria, Stations-chefgattui, St. Georgen. — Spartaly und Nuscha, Se-mendria. — Held, Kfm., Ludwigsburg. — Dochnell, Wien. — Treumnnn, Bamberg. — Schlieber, Ober-krain. — Eckerth, k. k. Geometer. Baierischer Hof. Menin nnd Viani, Pola. — Detela, Moräntsch. Mohren. Jelenc, Eisnern. — Arnold, Sittich. — Maicen, Agram. — Wolf, Bildhauer, Olmütz. Berstorbene. Am 27. M ärz. Peter Leben, Taglohnerskind, 6 I. 9 Mon., Stadtwaldstraße Nr. 13, Auszehrung. — Mathias Gerate, 25 I., Sträfling im Kastellstrashaus Nr. 12, Lun-gcntuberlnlose. — Rupert Gregorka, k. k. Telegrafen-Auf-scherskind, 2 I. 10 Mon., Kuhthal Nr. 26, Diphtheritis. Lebensmittel-Preise in Laibach am 26. März. Weizen 6 fl. 71 kr., Korn 4 fl. 39 kr., Gerste 4 fl. 39 kr., Hafer 2 fl. 76 kr., Buchweizen 4 fl. 39 kr., Hirse 4 fl. 55 kr., Kukurutz 4 fl. 40 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 2 fl. 85 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 7 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 90 kr, Schweinfett 76 kr., Speck, frischer 60 kr., geselchter 70 kr., Butter 76 kr. per Kilogramm; Eier 1% kr. per Stück; Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 54 kr., Schweinfleisch 48 kr., Schöpsenfleisch 36 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 kr., Stroh 1 fl. 51 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 7 fl. 50 kr., weiches Holz 5 fl. — kr. per vier C.-Meter; Wein, rother 20 fl., weißer 16 fl. per 100 Liter. Gedenktafel über die am 31. März 1879 stattfindenden Licitationen. 1. Feilb., TrebuhoviS'fche Real., Kleinlack, LG. Laibach. — 1. Feilb., Pirkovle'fchc Real., Unterkolowrat, LG. Laibach. — 1. Feilb., Eelhar'fche Real., St. Peter, BG. Adelsberg. Theater. Heute (ungerader Tag): Zum Bortheile des Thcatcrkapcllmeisters G e r a s ch. Prinz Methusalem. Komische Operette in 3 Acten von Wildir und Delaconr. Musik von Johann Strauß. Telegramme. Wien, 26. März. Ihre Majestät die Kaiserin ist mittelst Separatzuges der Westbahn heute um zehn Uhr hier angekommen. Wien, 26. März. Das Abgeordnetenhaus beschloß, an die Beantwortung der Interpellation betreffs des Handelsvertrages mit Serbien durch den H^ndelsininister eine Debatte zu knüpfen. — In der Spezialdebatte des Gesetzes über den Rech-nungscontrolledienst wurden die Artikel über Unter- stellung der Beamten der Rechnungs- und Fach-rechnungs-Departements unter den obersten Rechnungshof in der Fassung des Ausschusses angenommen, die Bestimmung aber, daß der Präsident des obersten Rechnungshofes auf Beschluß des Reichsrathes abberusen werden müsse, abgelehnt. — Pfeifer interpellierte den Finanzminister wegen Erleichterung bei Steuereintreibungen. Die „Politische Korrespondenz" vernimmt aus Petersburg, daß die russisch-englischen Verhandlungen wegen der in Ostrumelien nach dem Abzug der Russen zu treffenden Maßnahmen in günstigster Weise fortschreiten. Das Projekt eventueller Occupatio« Ostrumeliens durch Truppen einer oder mehrerer neutraler Mächte sei vollständig aufgegeben. In unserer Fabrik findet ein geschickter, gut cou-duifierter, verläßlich und flink arbeitender Spengler sofortige Aufnahme. Bewerber wollen sich unter Mitbringung ihrer Dokumente in unserem Comptoir persönlich anmelden. (142) 2—1 Äug. Tfcüinkrks Söhne. Malagatrauben, Häringe, amerikanischer Caviar, Malaga-, Madeira- und Laerimae-iveine billigst bei (140) 3—2 Adolf Klein, Wien, Magdalenenstrasse Nr. 12. Spitzwegerich-Saft. Dieser unschätzbare Saft dient als Heilmittel für Brust- und Lungenleiden, Bronchial-Ver-schleimung, Husten, Heiserkeit re. Eine große Flasche sammt Anweisung kostet 80 kr., eine kleine Flasche sammt Anweisung 60 kr. Depot für Krain bei Victor v. Trnköczy, Apotheker „zum goldenen Einhorn" in Laibach, Rathausplatz Nr. 4. (77)15 -15 Wiener Börse vom 26. März. Attfltmeine Staats-f<$mld. apierrente.......... »ilberrenle.......... Goldrente.............. StaatSlose. 1854. . . 1860. . . * 1860(5tcl) 1864. . . Arundentkastnngr- Obliuutionea. Galizien............... Siebenbürgen . . . Temeser Banat . . . Ungarn ................ Andere öffcnltidic üntehcH. Donau-Regul.- Lose llng. Prämienanlehen Wiener Anlehen' . . Aetien ». Danftcn. Kreditanstalt f.H.u.G 5 76 55 114'50 117 25 127 60 151 25 15150 Ware 64-35 64 65 76-70 114 75 11750 127-80 88— 77*-78 25 82* 5t; Actien v. Transport-Hntecnehmunycn. Mföld.Badn .... Donau = Dampfschiff Elisabetb-Weftbahn FerdinandS-Rorbb. Kranz-Ioseph-Bahn . Galiz. Karl-Ludwigb. Lemdera - Lzernowitz Lloyd-Gesellschaft . 107 — 93 75 107 242 25 798 - 122-50 538 173 75 2 28 >s8-25 77 50 78 75 83 107-25 94— 107 25 242 50 800 123 — 540 174 -| 2132 139 — 139-50 229 — 229-25 129 50 129 75 663 —16«5 — Nordweftbahn . . . Rudolfs-Bahn . . . Staatsbahn .... Südbahn............ llng. Nordoftbahn Pfand triefe. Bodenkreditanffalt in Gold .... in öfterr. Wahr. Nationalbank........... Ungar. Bodenkredit- . priorifats~$6fif|. Elisabethbahn, l. i£m. Ferd.-Nordb. i. Silber Üranz-Zosepb-Bahn. Galiz.KLudwigb.l.E. Oeft. Nordwest Bahn Siebenbürger Bahn Staatsbahn, 1. Em. Südbahn ä 3 Perz. fc 5 „ . Prioatfofe. Kreditlose........... Rudolfsstiftung. . . Geld 122 50 132 254 50 67 25 11960 114 97 75 100 30 96 25 War« 123 — 132-50 255-50 67-75 120 — 11450 100 50 96 60 Devisen. London ............ töefdforten. Dukaten............ 20 Francs .... 100 d. Reichsmark Silber............. 94--103 50 89* ~ 100 75 89-80 64 70 160 50 11550 100 75 167.50 18 117 20 553 9 22 57 45 100 - 94 25 104" — 89*25 101 — IOC — 65 — 163*— 116"— 101.— 168*— 1850 117* 35 5 54 9 32»/a 57 55 10V — Telegrafischer Kursbericht am 27, März. Papier-Rente 64 30. — Silber-Rente 64 60. -Rente 76 75. — 1860er Staats-Anlehen 117 40. — Bank-actieu 807. — Kreditactien 24140. — London 117'—. — Silber —. — K. k. Münzdukaten 5-53. — 20-Fran cs-Stücke 9 311/». — 100 Reichsmark 57 45. Srud von Jg. ». Kleinmayr & Fed. Bamder,. Verleger: Ottomar Bamberg. Kür die Redactio» verantwortlich: Kranz Müller.