Laiblllher Taadlatt. Redaktion und Expedition: Bahnhvfgasse Nr. 1ü Nr. 267. BBH8.se Donnerstag, LV.Rov. 1879. — Morgen: Maria Opf. sggi^s IL.Jahrg Mit der Post: BanzjLhr. fl. 18. ° zeige» H« 6 Zeilen 20 tr. ^ ö gnsertion» preise: Ein- Das Ministerium Tisza und die bosnische Verwaltungsftage. Das Ministerium Tisza hat in der bosnischen Verwaltungsfrage einen Sieg erfochten. Aber was für einen Sieg! Als Montags die Stimmen gezählt wurden, sprachen sich 188 für das Eingehen in die Specialdebatte, 169 Stimmen aber gegen die Regierungsvorlage aus. Also bloß eine Majorität von 19 Stimmen, und darunter die Stimmen von zwölf kroatischen Ab- Seordneten und sämmtlichen im Abgeordnetenhause efindlichen Ministern und Staatssekretären, während in den Reihen der Minorität sich Männer befanden, welche, wie die ehemaligen Minister Szell und Bitto, durch ihren Namen schon ein politisches Programm repräsentieren oder welche, wie Falk und Horvath, durch die Lauterkeit ihres Charakters und durch die Ehrlichkeit ihres Streben« selbst bei ihren Gegnern in Achtung stehen. Wird das Ministerium Tisza auch jetzt noch sein Vertrauen auf die Verlässlichkeit feiner Regie-runOmameluken nicht verlieren, wenn solche erprobte politische Capacitäten, welche mit ihren Anschauungen noch treu und fest in den Traditionen der Deak'schen Periode wurzeln, dem herrschenden Systeme den Rücken drehen? Die ungarischen Blätter geben darauf Antworten, welche an Klarheit nichts zu wünschen übrig lassen. Selbst Organe, wie der „Pefter Lloyd", welchen man doch keine Oppositionslust aus Princip zum Vorwurf machen kann, erblicken in dem Ergebnis der letzten Abstimmung eine sehr bedenkliche Mahnung an die ungarische Regierung, den bisher verfolgten Pfad zu verlassen. Größere Entschiedenheit nach oben sei dringend wünschenswert, wenn nicht das Cabinet Tisza durch den von ihm auf das Parlament ausgeübten Druck schließlich jeden Halt nach unten hin verlieren wolle. Dem „Pefter Lloyd" schwebt dabei offen- bar die Aufgabe eines parlamentarischen Ministeriums vor, welches, aus der Majorität der Volksvertretung hervorgegangen, zwischen letzterer und der Krone zu vermitteln hat. Das leitende Blatt der ungarischen Liberalen hat aber darauf vergessen, dass unsere Zeit wenig geeignet ist, den Begriff eines parlamentarischen Ministeriums zur Wirklichkeit zu machen. Die Cabinete, wie wir sie in Preußen, in Oesterreich und in Ungarn besitzen, hängen wohl äußerlich mit den parlamentarischen Institutionen zusammen, sind aber in Wirklichkeit nur dazu vorhanden, um das ihnen vorgelegte Regierungspensum im Parlamente durchzubringen. So fasst auch das Ministerium Tisza seine Aufgabe an, und es ist daher rein überflüssig, wenn „Pefti Naplo" bei Besprechung der Abstimmung über die bosnische Vorlage zum Schluss gelangt: K. Tisza müsste, wenn er parlamentarisches Feingefühl hätte, nach dem Ergebnis der gestrigen Abstimmung demissionieren. Ueber derartige Schwächen ist der ehemalige „Tiger von Debreczin", der frühere Führer der äußersten Linken im ungarischen Abgeordnetenhause, längst hinaus. Ihm ist es nur mehr um die Majorität zu thun, mag diese auch aus lauter politischen Nullen bestehen. Darum werdAt ihn auch die Ausführungen des „Magyarorszag" kalt lassen, welche den Beweis erbringen sollen, dass der «sieg der Regierung in der bosnischen Verwaltungsfrage eigentlich eine Niederlage gewesen sei, indem er nur mit Hilfe der kroatischen Abgeordneten erfochten wurde. Hat eine Regierung, der es nur um das Regieren zu thun ist, jemals darnach gefragt, welchen Elementen sie ihre Existenz verdankt? Die bosnische Vorlage und das Wehrgesetz müssen eben durchgebracht werden, gleichviel, ob man, um zu diesem Ziele zu gelangen, in Oesterreich die Verfasfuugspartei an die Wand drücken und in Ungarn die Größen der früheren Deak-partei auf die Seite Helfys drängen mufs. Nichts ist sprechender für die gründliche Aenderung unsi inneren Verhältnisse, als die beiden letzterwäh Thatsacheu. Die maßgebenden Factoren habe* beiden Reichshälften ihren Einfluss verloren, an die Stelle der parlamentarischen Ministerien sind Beamtenministerien getreten, welche, das geflügelte Wort Bismarcks aus der Conflictsperiode in ihrem Sinne variierend, die Majorität für ihre Regierungsvorlagen dort nehmen, wo sie dieselbe finden. Unter dem Hochdrucke der äußeren Politik, welche dies- und jenseits der Leitha die Opferwilligkeit der Bevölkerung aus eine harte Probe stellt, ist kein Raum für die gedeihliche Entwicklung des constitutionellen Geistes geblieben, und es ist daher sehr fraglich, ob nicht das Ministerium Tisza über die Lossagung der alten Parteigenossen Deaks mit derselben Gleichgiltigkeit hinweggehen wird, wie das Cabinet Taaffe Über die Entfremdung der Verfasfuugspartei. Er hat ja vor feinem österreichischen College», den Vortheil voraus, dass er derzeit noch über eine Mehrheit im Abgeordneten-Haufe verfügt, während sich das Coalitionsmini-fterium eine solche erst verschaffen musste. Trotzdem glauben wir, dass der regierungsfreundliche „Hon" nur die Ueberzeugung deS ungarischen Ministerpräsidenten ausspricht, wenn er sagt: „Gestehen wir es aufrichtig, wir freuen uns nicht des Sieges, die Majorität ist viel zu gering, die Lage viel zu ungeklärt, das Verhalten Oesterreichs viel zu ungewiss, als dass wir unS freuen könnten." Letztere Worte beziehen sich darauf, dass man in den ungarischen Regierungskreisen augenblicklich nicht recht weiß, welche Haltung man gegenüber der Forderung der österreichischen Autonomisten einnehmen soll, welche eine taxative Aufzählung der in die Kompetenz der beiderseitigen Parlamente gehörigen Angelegenheiten der bosnischen Verwaltung verlangen. Verharrt man bei diesem Verlangen und wird die bosnische Verwal- Jeuisseton. Janos nnd JonaS. •litt Erzählung aus Tirol von Adolf Pichler. (Fortsetzung.) An schattigen Stellen lag bereits eine dünne Schichte Schnee, welche vom letzten Unwetter, mit dem uns schon der Oktober überrascht, liegen geblieben ; frisch war's und kalt, dass sich der Hauch in der klaren Lust zu Nebel verdichtete. Der Cchönberg, über den die Straße der deutschen Kaiser führte, war rasch erklommen, ich blieb ein wenig bei der Zirbel stehen, die Goethe erwähnt, und gedachte feiner, des letzten herrlichen deutschen Kaisers im Reich der Poesie, wie er hier vor-itöttzog, das Land Italien mit der Seele suchend, jo dass er die Schönheit der Gebirge im Hintergrund keiner Aufmerksamkeit würdigte. Und doch öffnet sich hier ein Ausblick über die dunkle ©chlucht zu den weißen Gletschern, der selbst den erfahrensten Alpenwanderer immer neu zur Bewunderung auffordert. Die Bauern bevölkern dieses einem schimmernd kalten Tod verfallene Gebiet — größer als manches deutsche Fürstenthum — mit den Gestalten ihrer Einbildung: Franciscaner und Jesuiten bannen böse Geister in die krachenden Schlünde, aber auch der Humor verirrt sich in diese Wildnis. Jene Eisspitze beißt: der wilde Pfaff, neben ihm ruht auf schwellendem Schneepfühl die Klosterfrau in weißen Linnen. Anstatt die Messe zu lesen, stieg er den Gemsen nach und gieng sogar bei den Nonnen fensterln. Eine gab ihm Gehör — es war die heilige Christnacht — Schlag 12 Uhr trug sie der Teufel im Sturm nach den Gletschern, dort mag ihre heiße Liebe kühlen für ewig. Das großartige Bild vor mir, in diese Gedanken vertieft, eilte ich vorwärts bis zu dem Feldkreuz, wo sich bei Mieders die Wege theilen. Rechts oder links ? In die Mühle konnte ich doch nicht laufen, um, wie ein Verhörrichter, durch unpassende Fragen die guten Leute in sich zurück-zuschrecken, also links. Es war mir eingefallen, dafs im nahen Hanfe eine alte Botin wohnte, von der vielleicht mehr herauszuspinnen sein dürste, als selbst vom Pater Salesi. Die Botinnen spielen in Tirol eine eigentümliche Rolle, sie tragen in die entlegensten Thäler Bedürfnisse, die man früher dort nicht kannte, und setzen das schlichte Landvolk, von dem priesterliche Zucht die Zeitideen fern zu halten sucht, leider oft durch den LuxuS mit der Civili-fation in Verbindung. Wie die Elster ein behagliches SBogelnestlein ergattert, um eS aus-zurauben, suchen sie die Haushaltungen auf, häkelst sich an die Weiber fest und bieten ihnen feine» Brot, Kaffee, Zucker und andere Dinge. Als Bezahlung nehmen sie statt des seltenen Geldes Eier, Mehl, Schmalz, Flachs und was der Acker trägt. So mancher Bauer wundert sich, dass er von seinem Vieh weniger Milch und Butter zieht, das» oie Hühner selten legen, dass der Geier mehr (Be- 1 lüget raubt als früher; kommt er aber nach Hause, o brodelt der Kaffeetopf, in einer Pfanne dampft »er fette Rahm: — die Bäuerin hat heut Magenweh und mufs sich helfen. Wie Adam von der Eva mit dem Apfel, so lässt sich der Gatte verlocken, er trinkt mit, der Kaffee wird Gewohnheit, und so trägt manche* Botenweib Gesundheit, Wohlstand und Frieden tungsfrage nur unter dieser Vorbedingung vom österreichischen Abgeordnetenhause acceptiert, so dürfte diese in die Lage koinmen, das mit so vieler Mühe durchgebrachte Gesetz neuerdings vor das Parlament zu bringen. Man hat daher in der vorgestrigen Specialdebatte ein unbedeutendes Amendement stellen lassen und durch dessen Zuweisung an den Ausschuss den gänzlichen Abschluss der Specialdebatte verhindert. Wahrscheinlich hofft man, dass es dem Ministerium Taaffe in der Zwischenzeit gelingen werde, seine Freunde von der Rechten des österreichischen Abgeordnetenhauses zu vermögen, ihr Begehren nach einer Aufzählung der den Parlamenten vorbehaltenen bosnischen Verwaltungsangelegenheiten mit Rücksicht auf die Beschlüsse des ungarischen Abgeordnetenhauses fallen zu lassen. Dann wird Tisza wohl Fürsorge treffen, dass das vorgestern angebrachte Amendement abgelehnt und somit die bosnische Frage in beiden Volksvertretungen in Gemäßheit der Regierungsvorlage erledigt wird. Die „Wiener Abendpost", das Abendblatt der amtlichen „Wiener Zeitung", nimmt von einer ihr zugegangenen Petersburger Correspondenz Notiz, nach welcher die Reise des Großfürsten Alexander in unterrichteten russischen Kreisen „als ein erster Schritt zu dem Zwecke angesehen wird, um ein herzliches Einverständnis zwischen den drei Kaiserstaaten in der Mitte und im Osten Europas herzustellen." — Wir gehören nicht zu den Freunden eines solchen herzlichen Einvernehmens mit Russland. Wenn jedoch die Rcaction in Deutschland die Bewilligung des zweijährigen Budgets durchgesetzt haben wird und wir mit der zehnjährigen Bewilligung der Kriegsstärke des Heeres einen Schritt vorwärts auf dem Wege der Verkümmerung unserer so sauer erworbenen eonstitutionellen Rechte gethan haben werden, dann dürften Oesterreich und Deutschland in nicht gar ferner Zeit doch vielleicht noch reif werden, mit dem einzigen absolutistisch regierten Staate des Abendlandes ein Herzensbündnis nach dem Sinne des Correspondenten der „Wiener Abendpost" zu schließen. * * * Wie der „Budap. Corr." berichtet wird, glaubt die österreichische Regierung für den Wehrgesetzentwurf die Zweidrittel-Majorität und für den Gesetzentwurf über die bosnische Verwaltung die nö-thige Majorität zu erhalten, und glaubt sie weiter, dass diese Gesetzentwürfe bis Ende dieses Monates vom Reichsrathe votiert sein werden. In diesem Falle treten die Delegationen am 30. November zusammen. Wie die „Deutsche Zeitung" meldet, sind die Obmänner der Parteiclubs des Abgeordnetenhauses eingeladen worden, bezüglich der Wehrgesetzvorlage vertrauliche Eröffnungen des gemeinschaftlichen Ministers des Aenßern entgegennehmen zu wollen. Dem gegenüber wird nun zwar von der „Presse" bemerkt, dass Baron v. Haymerle sich nicht nur bereit erklärt habe, den Obmännern der einzelnen Clubs Aufklärungen über die Wehrfrage vom Standpunkte der äußeren Politik zu geben, sondern dass er überhaupt mit den Mitgliedern des Abgeordnetenhauses in Contact zu treten wünsche. Im Grunde genommen ist das theilweise Dementi der „Presse" nur eine Bestätigung der Nachricht des Organes der Fortschrittspartei, und scheint man also die Conserenzen zwischen den Vertretern der Regierung und den Clubobmännern zu regelmäßigen Behelfen der Regierungstaktik machen zu wollen. Wir haben ein derartiges Vorgehen bereits in unserem gestrigen Artikel als eine Gefahr für den Parlamentarismus bezeichnet und würden nur wünschen, wenn die Obmänner der verschiedenen Clubs bei der nächsten Gelegenheit klar und offen au den Tag legen würden, dass die Sitzungen der Ausschüsse und des Plenums des Abgeordnetenhauses den Vertretern der Regierung Gelegenheit genug zur Entwicklung und Vertheidigung ihrer Ansichten geben. * * * Eine Depesche der „Epoche" vom 17. d. M. meldet: „Der gestern schleunigst einberusene böh- mische Club verhandelte über Wehrfragen und Steuervorlagen im Sinne der Regierungswünsche Die Opposition machte die Leitung verantwortlich für die Behandlung der Vorlagen." Wenn wir diese Depesche richtig verstehen, so will sie besagen, dass sich im Schöße des ezechischen Clubs eine Opposition gegen die unveränderte Annahme der Wehrgesetz Vorlage geltend machte, welche, dem Beispiele des biblischen Pontius Pilatus folgend, ihre Hände in Unschuld wäscht. Man überlässt alle Verantwortung der „Leitung", selbstverständlich unter der Voraussetzung, dass diese vom Ministerium Zugeständnisse erhielt, welche die ezechischen Gegner der Wehrgesetz Vorlage für ihre Zustimmung gegen ihre Ueberzeu gung entschädigen. * * * Pariser Telegramme melden, dass die Cabinete von London und Paris darin einig seien, die durch Oesterreich vertretenen Ansprüche der Neutralen bei Regelung der egyptischen Angelegenheiten zurück zuweisen. Da man bei uns die Nothwendigkeit eines entschiedenen Auftretens nach außen hin und die Verlässlichkeit unserer auswärtigen Beziehungen immer so sehr anzurühmen weiß, so steht zu erwarten, dass die Regierung diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen wird, um den Westmächten klar zu machen, dass sich Oesterreich bei Wahrung seiner vielfachen Interessen in Egypten nicht durch ein französischenglisches Ausschließnngsvotu!» hindern lässt. * * * Nach den neuesten Meldungen haben sich die Verhandlungen, welche Bismarck mit dem französischen Botschafter Saint-Vallier in Varzin hatte, zunächst um die orientalischen Angelegenheiten gedreht. Herr von Saint-Vallier hatte kurz vorher Depeschen erhalten, von welchen man vermnthet, dass sie mit der orientalischen Frage in Zusammenhang stehen. Man behauptet, die deutsche Negierung stehe in dieser Frage durchaus auf Seite Englands, wie eS auch Frankreich thue. Bismarck suche nun eine gemeinsame Action dieser Mächte herbeizuführen, so dass es nicht unmöglich wäre, dass wichtige Schritte vorbereitet werden. Unterdessen sei Russland auf der Balkan - Halbinsel sehr thätig und suche dort ein slavisches Bündnis gegen Oesterreich herzustellen. Die Bewegungen in Bulgarien, Serbien und Montenegro würden 'von Berlin und von Wien ans mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, und man werde eventuell mit einem Veto eintreten, um genau die Stipulationen des Berliner Vertrages durchzu-führeu. * * Italien hat wieder einmal eine Ministerkrisis zu verzeichnen, ohne dass man jedoch aus derselben auf eine tiefer gehende Erregung des ParteilebenL schließen dürfte. Als Cairoli die Bildung des jetzt abtretenden Ministeriums Übernahm, glaubte er den so vielfach hinderlichen persönlichen Eifersüchteleien am besten dadurch zu entgehen, dass er die Mitglieder des neuen Cabinets zwar aus den verschiedenen liberalen Fraktionen, aber nicht aus den Reihen der Führer entnahm. Eine Zeitlang bewährte sich diese Methode. Auf die Dauer konnte sie jedoch umso weniger rechnen, als vorauszusetzen war, dass die Regierung Cairolis nicht nur gegen die Anfeindungen der Conservativen, sondern auch gegen den gekränkten Ehrgeiz der bei Zusammensetzung des Cabinets übergangenen liberalen Führer anznkämpsen haben werde. Budgetfrage, Mahlsteuer und Wahlreform, deren Schwierigkeiten das traurige Erbtheil eines jeden italienischen Ministeriums bilden, haben denn auch dem Ministerium Cairoli ein baldiges Ende bereitet. Wie verlautet, haben sich nun Cairoli und Depretis über ein Programm des neuen Cabinets geeinigt, durch welches die erwähnten Angelegenheiten in zufriedenstellender Weise gelöst werden sollen. Wir glauben nicht daran. Denn abgesehen von der fortdauernden inneren Gährnng, der Finanzmisöre und der engherzigen Provinzialpolitik, wie sie in der italienischen im Korb, dessen Inhalt meistens ein weißes Tuch birgt, mit sich fort. Aus diesem Gewerbe der Botcnweiber ergibt sich, dass sie in das Innerste der Familien, in alle Geheimnisse derselben zu dringen suchen, um sie vorteilhaft auszubeuten, sich und ihre Kunden vor Ueberraschung und Gefahr zu schützen und hinter dem Rücken der Väter und Männer mit schlauer List den Raub zu holen. Dass man bei so geriebenen Weibern nur mit großer Vorsicht zum Ziele kommt, versteht sich von selbst. Langsam vorwärts schreitend entwarf ich meinen Kriegsplan. Doch hier, wie oft im Felde, half der Zufall. Ich wollte die Botin überfallen, diese hatte mich jedoch längst beobachtet. Plötzlich wurde ihr runzeliges Gesicht zwischen den Zweigen der Eschen am Zaun sichtbar, ihre etwas bärtigen Lippen umfloss ein möglichst süßes Lächeln, als sie mich anredete: „O Gnädiger, sind Sie wieder da, kommen Sie doch, ich habe trefflichen Enzeler, wissen schon, ich Hab ihn zn Ranalt eingehandelt." Dabei zwinkerte sie so vertraut mit den Augen, als ob sie einen alten Schnapsbruder vor sich Hütte. „Das lässt sich hören", erwiderte ich, „bringt mir ein Seidel nach Innsbruck." „Erst kosten, dann reden!" entgegnete sie und schritt zur Hausthüre. Dort öffnete sie die Schürze, Erdäpfel kollerten auf eine Bank, sie wendete sich wieder an mich: „DaS wär' etwas für Ihre Frau, so was kriegt man zu Innsbruck auf dem Platz nicht." „Nun gut, so bringt Ihr zwei Staar, aber der Art, wie sie daliegen." „Ich prelle niemanden, ich vrelle niemanden," wiederholte sie gedehnt und öffnete die Stubenthür. Im Schrank stand eine dickbauchige, von Stroh umsponnene Flasche und ein Kelchgläslein daneben. Sie schenkte ein. Ich kostete. „Ein echter Magentrank I" „Nicht mehr als ein Seidel?" „Meinethalb zwei, aber damit genug!" Nun waren die Geschäfte erledigt, jetzt begann der Klatsch. „Was machen denn unsere Miederer Bübeln zu Innsbruck," begann sie, „kriegt daS vom Landrichter Tribus gute Noten?" „Denk' schon!" „Und der Müllerin ihr Bub?" „Der Müllerin?" „Nu ja, der schwarze Janos!" „Der wird sehr gelobt." „Da könnt' ihm seine Mutter wohl einmal durch mich etwas schicken, macht ohnehin selten ein Geschäft mit mir!" „Also der schwarze JanoS ist der Sohn d« Müllerin!" unterbrach ich sie. „Das haben Sie nicht gewusst?" sagte ste lebhaft, „daS ist eine verwurzelte Geschichte, aber ich will sie Ihnen erzählen. Wir sind ja <86* fchäftsfreunde, vielleicht ist es für Sie als Pm sessor nicht unwichtig, etwas über die Vermögens» Verhältnisse des Burschen zu erfahren," sie blickte mich pfiffig an, „man weiß ja!" — >. Ich - verstand sie. bezwang jedoch rasch meinen Unwillen und ließ auch nichts davon merken, dass ich zu dem jungen Ungar als Lehrer in gar keiner Beziehung stehe. Sie erzählte nun mit größter Ausführlichkeit, waS sie wusste — rnib sie wusste viel. Auch daS erfuhr ich, dass Pater Salefi Beichtvater der Müllerin fei und ihre zweite Ehe Kammer so vielfach zum Ausdruck gelangt, besitzt Italien zu viele große Männer in der Einbildung. Da diese unmöglich in einem Ministerium untergebracht werden können, so werden die Uebergan-geneu auch gegen das Cabinet Cairoli-Deprctis jeden Anlass benützen, um demselben Hindernisse zu bereiten. Und an Anlässen hiezu kann es bei der Zerfahrenheit der politischen Anschauungen in der Kammer und den keineswegs erfreulichen Zuständen im Lande nicht fehlen. * * Der französische Minister des Innern und der Kulte, Herr Lepöre, hat dem Staatsrath drei wichtige Gesetzentwürfe unterbreitet. Durch den ersten werden der Diöcese die Rechte einer juristischen Person, die sie sich unter der Gunst einer zweifelhaften Gesetzgebung oft angeeignet hatte, in aller Form abgesprochen und das Erwerbsrecht des Kirchenvermögens (Fabriques) in angemessener Weise eingeschränkt; der zweite regelt die inneren Verhältnisse der durch ein neues Gesetz reorganisierten Kirche Augsburgischer Cvnfefsion; der dritte endlich unterzieht die Buchhaltung des Kirchenvermögens der Controle der Präsecturräthe und der Rech-«ungskammern. Endlich hat der Minister angesichts der unaufhörlichen Zusammenkünfte und Kongresse französischer Bischöfe die Präfecten angewiesen, ihm jedesmal davon Anzeige zu machen, wenn ein Bischof ohne die gesetzlich erforderliche höhere Erlaubnis feine Diöcese verlässt. * * * Die Abberufung des russischen Bevollmächtigten «m englischen Hofe hat deshalb weniger Aufsehen erregt, weil dieselbe, schon wiederholt angekündigt und wiederholt dementiert, bereits zu verschiedenen-malen in eingehendster Weise in allen ihren möglichen Gründen und Folgen publicistifch erörtert worden war. Nuu aber, wo der Rücktritt Schn-walows eine vollzogene Thatfache ist, kommt man doch immer wieder aufs neue darauf zurück, dass in Schuwalow einer der wenigen russischen Staatsmänner von der politischen Schaubühne abtrete, welche es verstanden haben, Russland in einer wenigstens theilweisen Uebereinstiinmung mit dem übrigen Europa zu erhalten und so der Gefahr ernsterer Conflicte vorzubeugen. Sein letzter Versuch, ein Kompromiss zwischen dein Sultan und dem Eabinet Beaconsfield zu bewerkstelligen, ist missglückt, und der bisherige russische Botschafter in Con-stantinopel, Fürst Lobanow, der eifrige Verfechter der Gvrtschakow'schen Orientpolitik, wird an seine Stelle treten. Dass ein solcher Personenwechsel auch einen Systemwechsel in der äußern Politik Russlands bezeichnet, ist unschwer zu begreifen. Schu- gestiftet und eingesegnet habe. Uebrigens war der Pater bereits wieder in der Stadt, und ich hätte daher Schusters Rappen den Weg ersparen können. Ich suchte ihn später auf, auch hier unterstützte mich der Zufall. Er besaß nämlich eine kleine Mineraliensammlung; ich half ihm dieselbe ordnen und aufstellen, ein Wort gab das andere, so dass die Mittheilung dieses braven, wohlwollenden Priesters die Züge ergänzte, welche die spitze Zunge der Botin nicht zu zeichnen wusste. Vorläufig sitzen wir jedoch noch in ihrer Stube. Sie gerieth vom Hundertsten in'L Tau-'bndste, bis ich endlich rasch aussteheud den Faden Abschnitt und enteilte. . Ich gieng durch das Dorf zum Neuwirt, ; bestellte mir bei der Kellnerin ein Huhn mit Reis i und trottete langsam zur Mühle. Das kleine Mariele mit dem Heiligenschein non blonden Haaren saß auf der Schwelle und spielte mit den rothen Früchten der wilden Rose. Als es mich erblickte, lief es eilig in das HauS, um meine Ankunst zu melden. Die Bäuerin schälte am Tisch Aepfel. „Mariele hat Euch gleich erkannt," sagte sie aufstehend, „Ihr seid als grauer Bildermann in walow, der Mann der Verständigungsversuche, ist kalt gestellt und durch die Berufung des größten Gegners des englischen Einflusses im Orient der klarste Beweis erbracht, was man von den Friedensversicherungen der russische» Osficiösen zu halten hat. Vermischtes. — Das „Rechtsgefühl" der „Rechts-" Partei. In welcher Weife die Rechtspartei ihre und ihrer Freunde augenblickliche Stimmenmehrheit in den Ausschüssen des Parlaments zu benützen weiß, geht aus folgender Affaire hervor. Das „Vorarlberger Volksblatt", ein clnieales Sudelblatt ersten Ranges, hatte von einem Drohbriefe erzählt, welchen der Kaiser erhalten sollte. Natürlich wurde diese infame Lüge bloß in die Welt gesetzt, um sagen zu können, dass die Liberalen diesen Brief geschrieben hätten. Ja, das perfide, vom Abg. Oelz redigierte Blättchen geht sogar so weit, den liberalen Abgeordneten Bürgermeister Dr. Waibl von Dornbirn als Mitschuldigen einer gegen das Leben unseres Kaisers conspirierenden Verschwörerbande hinzustellen. Dr. Waibl wurde gegen Dr. Oelz klagbar, und auch letzterer fand iu einer Gegenäußerung des Erstgenannten eine Handhabe zur Gegenklage. Selbstverständlich konnte es aber unter den vorhandenen Umständen nicht fehlen, dass der ebenso rohe als zelotische Dr. Oelz, dessen alberne Anschauungen im Abgeardnetenhanse und in den Delegationen schon sehr viel Heiterkeit verursachten, fachfällig geworden wäre, wenn ihn nicht Dr. Lien-buchcr unter feine Fittige genommen hätte. Dr. Lienbacher wusste es nämlich im Ausschüsse durchzusetzen, dass dieser die Genehmigung zur gerichtlichen Verfolgung der betreffenden Angelegenheit „aus formalen Gründen" verweigerte. Ist denn, so fragen wir, die Jmnmunität der Abgeordneten dazn vorhanden, um ehrlosenVerleumdern Straflosigkeit zu verschaffen, wenn sie, wie Dr. Oelz, in ihrer politischen Verbitterung ganze Parteien in niedrigster Weise verdächtigen? — Ei n alter Dieb. Ans Graz wird vom 14. d. geschrieben: In der heutigen Schwurgerichts-Verhandlung wandte sich ein eines Diebstahls angeklagtes Individuum, Ferdinand Perl, mit folgender Ansprache an den Gerichtshof: „Hoher Gerichtshof! Ich, als alter Dieb, muss es ja wissen, dass man gestohlene Barschaften gerne irgendwo versteckt, wo man sie wieder finden kann. Ich als alter Dieb werde doch nicht so dumm sein, wenn ich das Geld bei Gußmagg gestohlen hätte, damit in ein viel besuchtes Gasthaus zu gehen, in einer Gegend, wo man keinen Augenblick sicher ist, einem Gendarmen zu begegnen. Da ist ein alter Dieb nicht guter Erinnerung. Geh' hin und gib dem Herrn das Händchen." Das Mädchen gehorchte schüchtern, ich gab ihr gebratene Kastanien, ein Leckerbissen, der nur am Markttage in solche Thäler gebracht wird. „Eurem Janos geht es wohl," wandte ich mich zu der Mutter, „ich Hab' ihn frisch und wohlauf gesehen." „So kennt Ihr ihn?" rief sie überrascht. »Der schwarze Bub ist mir ausgefallen, ich habe mich bei seinen Lehrern erkundigt und nur Gutes gehört. Er hat Talent, lernt fleißig und ist rechtschaffen." Sie faltete die Hände: „Mein Gott, wird daS seinen verstorbenen Vater im Himmel freuen!" „Er ist zwar ein bischen quecksilbern, das thut ober nichts; nur soll er keine Zwiebeln in die Schule mitnehmen!" „Gerade wie sein verstorbener Vater," sagte sie wehmüthig, „der musste auch zu allem Zwiebel haben. Ihr seid wohl ein Professor, weil Ihr Euch so um die lateinischen Buben kümmert!" Ich bejahte es. (Fortsetzung folgt.) so dumm, der weiß schon, waS er mit gestohlenem Gelbe anfangen soll." — „Der alte Dieb", der «nicht dumm" ist, wurde zu sechs Jahren schweren Kerker-verurtheilt. — Der sranzösischeBotschafter beim Fürsten Bismarck. Ueber den Aufenthalt deS Botschafters Saint-Vallier beim Reichskanzler in Varzin bringt das „Berliner Tgbl." folgende Mitteilungen: „Dem Botschafter, der bei feiner Ankunft vom Fürsten Bismarck auf das freundschaftlichste empfangen wurde, waren die Zimmer deS oberen Stockwerkes im Schlosse zu Varzin während seines Besuches eingeräumt Worden. Der Fürst ließ es sich nicht nehmen, seinen Gast alle Morgen persönlich zu begrüßen und ihn zu sich herabzuholen. Nach eingenommenem Dejeuner fanden stets Besprechungen von kürzerer oder längerer Dauer statt, während die Nachmittagsstunden bis zum Diner mit Spazierfahrten ausgefüllt wurden. Auf diesen führte der Fürst den Botschafter nicht nur durch seine großen Acker» und Wiesencomplexe und die prachtvollen Waldungen, sondern fuhr mit ihm von einem Gut zum ändern, um ihm auf jedem wieder eine neue wirtschaftliche Einrichtung zu zeigen. Die Abende wurden stets im gemütlichste« Beisammensein, an dem sich auch Graf Herbert betheiligte, zugebracht und bis in die späte Nacht hinein verplaudert. Der Fürst soll überaus munter und gut gelaunt gewesen sein. Dem Grafen Saind-Ballier soll dieser Ausflug sehr gut bekommen sein und soll ihm auch die hinterpommer'sche Kost sehr gut behagt haben." ui Local- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Unsere Lehrer-Bildungsanstalt) hat im Staatsvoranschlag für 1880 keine Stelle gefunden. Wenn wir auch die Sparsamkeitsrücksichten wohl zu würdigen wissen, von welchen sich die Regierung bei Ausarbeitung des Budgets leiten ließ, so ist es doch einigermaßen befremdend, das-gerade eines der dringendsten Bedürfnisse unsere-Landes abermals auf die lange Bank geschoben wird. Denn entweder ist der Bau einer Lehrer-Bildungsanstalt eine unabweisbare Notwendigkeit; dann ist die Verzögerung des Bauer nicht am Platze — oder aber, er ist nicht nothwendig: dann war es auch überflüssig, sich unnöthige Arbeit und Kosten wegen der Erwerbung eines passenden Bauplatzes zu machen. Wir glauben kaum, dass sich jemand finden wird, welcher das letztere behaupten möchte, und finden die stiefmütterliche Behandlung unserer Landeshauptstadt umso weniger begreiflich, als ja doch deren Vertreter R. v. Schneid der Regierungspartei angehört. Oder beabsichtigt man vielleicht, den autonomistischen Volksvertretern Krams die Gelegenheit zu einem Antrage aus Einstellung der Baukosten für die Lehrer-Bildungsanstalt in das Budget zu geben und ihnen auf diese Weise einen gewissen Anspruch auf den Dank des Lande» zu verschaffen? — (Gemeinderaths sitzung.) Morgen, den 21. d., nachmittags um 5 Uhr findet eine öffentliche Sitzung des Laibacher GemeinderatheS mit folgender Tagesordnung statt: I. Berichte der Fi-nanzsection: 1.) über die Stadtkasserechnung und die Rechnungen der unter städtischer Verwaltung stehenden sechs Fonde vom Jahre 1878; 2.) über den Voranschlag des städtischen VolksschulsoudeS für daS Jahr 1880; 3.) über den Voranschlag des städtischen Amiensondes für das Jahr 1880; 4.) über die Bewilligung eines Beitrages an das Kaiserin-Elisabeth-Kinderspital für daS Jahr 1880; 5.) über die Bewilligung der Abschreibung eineS uneinbring^ liehen Kasse-Ausstandes; 6.) über die magistratliche Kanzlei - ErsorderniSrechnung vom ersten Semeste» 1879. II. Selbständiger Antrag des Gemeinderathe-Dr. Snppan auf Ueberreichung einer Petition aff das hohe Abgeordnetenhaus des ReichSratheS um die Dolationsbewilligung zum Baue der Lehr,«, Bildungsanstalt in Laibach. — (Vom Schwurgerichte.) In der heute gegen Josef Koßkak, verheirateter Müllerbursche aus St. Georgen, welcher bereits dreimal wegen Diebstahles abgestraft wurde, wegen Verbrechens des Raubes durchgeführten Schwurgerichtsverhandlung wurde der Angeklagte des Verbrechens des Raubes schuldig erkannt und zu 12 Jahren schweren Kerkers, verschärft mit monatlich einem Fasttage und jährlich einem 24stündigen Dunkelarreste, verurtheilt. — (Theater.) Die erste Gastvorstellung unserer Landsmännin Frl. Lori Stubel hat sich eines doppelten Erfolges zu rühmen. Das Theater war, wenn auch nicht gerade ausverkauft, so doch sehr gut besucht, während anderseits die „Fanchette" des verehrten Gastes allseitig mit größter Befriedigung entgegengenommen wurde. Was wir Frl. Stubel als besonderes Verdienst anrechnen können, ist die musterhafte Beherrschung der Bühneneffecte, welche selbst dort noch durch eine minutiöse, verständnisinnige Auffassung, feine Wendungen im Spiel und Gesänge zur Geltung zu bringen weiß, über welche man sonst bei einer weniger sorgfältig durchgearbeiteten Darstellung achtlos hinweggeht. Die Herren Weiß und Weitz trugen redlich das ihrige zum Erfolge deS Abends bei. Die Chöre waren — wie immer. * * * Aus Cilli wird die Verurteilung des früheren Postmeisters von hl. Dreifaltigkeit in W.-B., Vincenz Feit, gemeldet. Derselbe war angeklagt, sich der Unterschlagung vonBriesen mit Geld und Geldeswerteinlagen schuldig gemacht zu haben. Außerdem wurde bei der am 24. Juni l. I. vorgenommenen Amtsscontrierung ein Abgang von 202 fl. 841/* kr. an Postgeldern entdeckt. Ferk wurde des Verbrechens der Amtsveruntreuung schuldig erkannt und vom Schwur-gerichShofe (Vorsitzender LGR. v. Schrey) zu fünf-zehnmonatlichem Kerker verurtheilt.____________________ Witterung. Laibach, 20. November. NachtS stürmisch, tagsüber trübe, unfreundlich, mä-Liaer Ost. Temperatur: morgens 7 Uhr — 0 6, nachmittags 2 Ubr + 0 9° C. (1878 + 5 8“; 1877 + 8 6" C.) Barometer 73918 Millimeter. Das gestrige Tagcsmittel der Temperatur — 0-2°, um 3 3° unter dem Normale. Angekommene Fremde am 19. November. Hotel Stadt Wien. Sever, k. k. Major, sammt Familie, Rudolfswert. — Tomic f. Sohn und Nichte, Gottschee. — Kapuscinski, Steif.; Schweiger, Kfm., und Rosenheim Amalie, Wien. — Stuhitz, k. f. Bczirksgerichtsadjunct, Wippach. — Steuß Emich Graf v. Kuenburg f. Familie, Troppau. Hotel Elephant. v. Vetter, k. k. Generalmajor, Graz. — Lberwalder, Fabricant, Wien. — Reichmann, Neller, Schmidt und Schnabel, Reichenberg. — Koruza und Geil, Kaufleute, Senofetfch. Mohren. Andres, Hdlsm., Tüffer. — Zika, Maschinen-führ«, sammt Frau, Laibach. — Fuchs, Kfm., Wien. Kaiser »»» Oesterreich. Pirkcr Theresia, Verwalters-gattin, Villach. — Ratit, Lichtenwald. — Kuralt, Unter* krain. Baierischer Hof. Monitzer, St. Veit. — Ludvik, Italien. — Perhutti, Tüffer.__________________________________ Verstorbene. Den 18. November. Mathias Prekuh, Armenpfründner, 76 I., Karlstädterstratze Nr. 9, metastatische Pneumonie. Den 19. November. Katharina SusterSii, In-«ohnerin, 57 I.. Karlstädterstraße Nr. 9, Gehirnschlag. Lebeusmittel-Preise in Laibach am 19. November. Weizen 9 fl. 75 tr., Korn 6 fl. 52 tr., Gerste 4 fl. 87 tr., Hafer 2 fl. 93 tr., Buchweizen 5 fl. 36 kr.. Hirse 4 fl. 87 tr., Kukuruz 6 fl. — fr. per Hektoliter; Erdäpfel 8 fl. 12 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 9 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 85 tr., Schweinfett 70 tr., Speck, Irischer 60 tr., geselchter 60 tr., Butter 70 kr. per Kilogramm ; Eier 3 kr. per Stück; Milch 8 tr. per Liter; Rindfleisch 68 kr.. Kalbfleisch 54 tr., Schweinfleisch 46 tr., Schöpsenfleisch 32 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 tr., Stroh 1 fl. 42 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 7 fl. BO tr., weiches Holz 5 fl. — kr. per vier C.-Meter; Wein, rother 20 fl., weißer 16 fl. per 100 Liter. Gedenktafel über die am 22. November 1879 stattfindenden tiieitationen. 3. Feilb, Velavc'sche Real., Niederdors, BG. Seno-setsch. — 2. Fcilb., Fink'sche Real., Ho?evie, BG. Gioß-laschiz. — 2. Feilb., Ortschaft Hrcnowiz'sche Real, ad Luegg, BG. Scnosctsch. — 2. Fcilb., HrcZi'ak'schc Real , Hrusuje, BG. Scnvsetsch. — 3. Fcilb., Kaliii'sche Real, GoriZkavas, BG. Nassensuß. — 2. Feilb., Plesec'sche Real., Widoschiz, BG. Mottling. — 1. Feilb., Jankovit'sche Real., Brunndorf, BG. Laibach. — 3 Fcilb., Zdravje'sche Real., 3ng= lack, BG. Laibach. — 3. Fcilb., Pirmann'sche Real., Pir-mane, BG. Laas. — I. Feilb., Mlakar'schc Real., Krain-burg, BG. Krainburg. — 2. Feilb., Wardjan'schc Real., Tschcrncnibl, BG. Tschernembl — 3. Feilb., Pirc'schc Real., Lomno, BG. Gurkseld. — 3. Feilb., Rupar'schc Real., Za-borßt, BG. Gurkseld. — 2. Feilb., Strumbelj'sche Real, Untergolu, BG. Laibach. — 2. Feilb., Rovnik'sche Real, Brod, BG. Radmannsdors. — 3. Feilb., Dcrmostja'sche Real., JeZca, BG. Laibach. Theater. Heute (gerader Tag): Zweites Gastspiel der Operettensängerin Frl. Lori Stubel vom Friedrich-Wilhelmstädler Theater in Berlin. Fatinitza. Operette in 3 Acten von Suppe. Morgen (ungerader Tag): Sodom und Gomorrha. Lustspiel in 4 Acten von Fr. v. Schönthan. Wiener Börse vom 19. November. Allgemein« Steel»- w . Mmtd. Papierrenle............. 68 25 Silberrenle 7o 85 Holdrente............... 80 25 Staatfllofc, 1854. . . 122 ft 1860. . . 1*7-60 , 1860 zu 100 ft. 180 50 „ 1864. . . 164 — •remUnllaltimgi-•HigaSieeeiu «Bolivien.......... Siebenbürgen ... Xcmefcr Banat . . Ungarn................ Äodtr« 6|fentli<6< Unltfcen. Donau-Regul.-Lose Ung. Prämienanlehen wiener Anlehen . . . Adieu v. Äoofcen. Creditanstalt f.H.n.O Mationalbant. . . . Adieu v. 9ta»pirl Hnt«en«ämunuranz-Ioseph-Bahn. «Saliz.K-Ludwigb.l.E Oest. Nordrveft-Bad, Liebenbürger Bahn LtaatSbahn, 1. Sm. Südbahn k 3 Perz. * 5 „ . Privatkos«. Geld Ware 139 75 140 — 141-50 142 — ^64 — 264*50 78 5,0 79 — 129 — 12950 Ereditlose . . . . Rudolfslose . . . Devise». London ............ Oeldsortea. Dukaten............ 20 Franc- . . . . 100 d. Reichsmark Silber............. 117 — 99 76 100.50 96 106 25 95-40 102-25 96 75 74 20 167 25 117 50 101*40 172 25 17-75 116-55 117*25 100-25 102 -60 101 — 96 50 10660 95-70 102.M V7 — 74-50 167 75 118-101.70 178 75 18 25 116 05 5 54 5'55 V 31 9 32 57 70 57 75 100 — 100 — Telegraphischer Kursbericht am 20. November. Papier-Rente 6830. — Silber-Rente 7090. — Gold-Rente 8030. - 1860er Staats-Anlehen 12750. - Bank, netten 842. — Creditactien 26860. — London 116 60. — Silber —. — St. k. Münzducatcn 6 54. — 20-Francs-Stückc 9 31. — 100 Reichsmark 67 70. 2 Commis, 360 fl, ganze Station, 720 fl. six. 1 Comploirist, 800 fl., 1 Magazineur, 750 fl, freie Wohnung, 2 Buchhalter, 900 fl., 1400 fl., 1 Reisender, Colonialbr., 1200 fl , 1 erster Commis, Manufactur- und farbige Damastware, werden für Prima-Firmen placiert durch den Wiener kaufmännischen Verein „A u ft r in“ in Wie». IX., Nussdorferstraße 14. Offerte mit Retourmarke. (565; 3-1 eifen- und I für Gastivirthe, elegant ausgestattet, stets vor-räthig bei Kleinmayr 8 Laibach 19i|it6ai?tcn in hübscher Ausstattung empfehlen Oeimnayr & Baton. W ?!sSf e s •S H-C« II W‘ Es müssen gewonnen werden Mark 8.940,000 ober Gulden 5.215,000 in der vom Staate genehmigten und garantierten, unter Leitung einer (Bcneraidirection Redenden großen 277. fiamßurger ffietdoerfofung. Dieselbe besteht aus 94,000 Losen, wovon 4-Q nOO a|f° weit über bie Halste, binnen wenigen Monaten burch 7 Gewinnziehungen mit Gewinnen gezogen werben müssen Der größte Gewinn ist im glücklichsten Fall Mark 400,000. Die Hauptgewinne finb fulgenbe: 1 000 12000 10000 80U0 6000 5000 4000 100 k 150, 26450 k 138 Mark -c. ;c. Die Auszahlung der Gewinne erfolgt prompt unter Staatsgarantie. Zur ersten Gewinnziehung beträgt bie planmäßige Einlage: für ein ganzes Original-Los Mark 6 — — fl. 3 50, „ .. halbes „ „ 3 - = „ 175. „ ii viertel „ „ 1‘50= „ -90. Diese vom Staate garantierten, das Staatswappen tragende Original-Lose (keine Promessen I) »erfenben wir gegen Einsendung des Betrages (in eingeschriebenem Briefe! gegen Posteinzahlung ober Nachnahme. — Alle Bestellungen werden pünktlich ausgeführt, der amtliche Ziehungsplan den Losen gratis beigefügt, und wird »ach der Ziehung die amtliche Gewinnliste unaufgefordert übersendet. Die Verlosungen bieten die größten Vortheile und sind mit vielen bedeutenden Gewinnen ausgestattet : alle Ansprüche der Theilnehmer, als Staats-Überwachung, Garantie für pünktliche Auszahlung der Gewinne, sind vollständig gewahrt. — Unser eifrigstes Bestreben wird es sein, das uns zutheil werbenbe Vertrauen zu rechtfertigen. (558)7-2 Da die Gewinnziehungen schon am 10. Dezember d. I. beginnen und die Aufträge sehr zahlreich einlaufen, so beliebe man gefl. Bestellungen baldigst bis zum obigen Termin direct zu richten an Löwe & Comp», Bank- und Wechselgeschäft in Kcrrnburg. Bon btn vielen großen Gewinne«, welche in »lese SoUcctc fiele« #«b an die glücklichen Gewinner ««»bezahlt würbe«, erwähnen «Ir nur: Mark 202000 auf Nr. 66591, 252000 „ „ 70884, 303000 .. .. 80643. tf Druck von Jg. v. Kleinmaqr & Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaetion verantwortlich: Dr. HanS Kraus.