Nr. 124. Mittwoch am 31. Mai 1865. ^ . . Insertwnsgebühr fi!r ein- Garmond - Spaltenzeik Dl« «ealbach» Ztitung" «scheint, mit Ausnahme der ^MNkN^W °dn den Raum derselben, ist sllr lmalige Einschol. V°»n-wld Feiertag«, tllglich, und lostet sammt dm ^Z», H^M^ nmg e tr.. fllr 2malig.8 tr, filr Smalige lv tr.u.s.». «eUllgnl tm «omptotr ganzjährig li st., yalv- Zu diesen Gebühren ist noch der Insertion« - Stempel Mrtg 6 fi. 50 kr., mit Kreuzband im Lomptmr ^»M^^^MZ^^ per 30 lr. fllr eine jedesmalige Einschaltung hinzu ,° gmyj. 12 fi., vlllbj. e si. Fl" die Zustellung iu's 'MWW^WW? rechnen. Inserate bi, 10 Znlm f°ftm l st. W tr. Hans stud hllldj. b0 tt. mehr zu entrichten. Mil lttr 3 Mal. 1 fi. 40 tr. ftlr 2 Mal »md V0 tr, fill der Post poltoftet ganzi.. unter «reuzband und »e- WN^W^^? l Mal (mit InbeM be« Insertionsftnnpels). druckt» »dresse 1b fi., halbj. 7 st. 50 tr. ^^W^^^D^Ä ^5mbacher Zeitung. Hlnlsicher Theil. -F^er Staatsministcr hat dcn Lchrcr an dcr l. f. Untcrrealschulc iu Steyr Wilhelm Kulnla zum wirklichen Lehrer an dcr k, k. Oberrcalschule in Linz ernannt. Mchlülllllichl'l Theil. Laibach, 30. Mai. Das österreichische Herrenhaus hat den Handels« vertrag mit dem Zollverein mit einer an Einstimmigkeit grenzenden Majorität angenommen. Da nicht daran zu zweifeln ist, daß anch dns preußische Herrenhaus ihn acccptircu wird, so lann er zn dcn Thatsachen gezählt werden. Die Logik dcr Thatsachen hat auch bereits die größeren Ionrnalc, welche früher gegen den Vertrag plaidirtcn, zum Schweigen gebracht, sie wissen, daß alles Nedcn nichts mehr hilft. Nur die kleinen Organe, welche die geistige Beschränktheit vertreten, glanben jetzt noch ihr Stimmlein erheben und den Vertrag als einen solchen bezeichnen zn sollen, dcr Oesterreich und seine Industrie ruinirt. Freilich, diese „genialen Industriellen" müssen cs Wissen. Wcumn hat da<5 Hcrirnylnii! fic nicht grfra^l? Unser HcrrcnlilNls zäl)lt i» seiner Äilillc cine nicht minder große, vielleicht cine noch größere Suinmc von Vertretern dcr Iudustric als unser Abgeordneten. Hans. Nichtsdestoweniger ergriff einer dcr ersten Eiscninduslricllc!: Oesterreichs, dcr Fürst Salm für dcn Handelsvertrag das Wort. Männer die so aus« gedehnte Gcwcrte m,d andere industrielle Anstallcn, wie Se. taiserl. Hoheit dcr Erzherzog Albrecht, wie Freiherr von Rothschild besitzen, stimmten dafür. Sie hallen dcn Vortheil dcS Ganzen, dcn Nntzcu des StaaleS nnd dcr immensen Mehrheit seiner Ac. wohncr vor Augen, dcr eigene Vortheil war ihnen verschwindende Nebensache. DaS Votnm solcher Männer, bemerlt die „Ocst. Z.", ist wahrlich nicht hoch gcuua auzuschlagcn, auch wenn es nicht von pikanten Reden und dicken Worten begleitet wird. Dic Verhandlung war im Ganzen ein Reflex dcr Erörterungen, welche im Aligcorductcuhausc gehört wurden, da der Gcgcnstaud iu dcr That so vollstän» dig erschöpft war, daß von dcn Mitgliedern des Herrenhauses unmöglich neue Gesichtspunkte gewonnen werden tonnten. Aber nichtsdestoweniger kann man nicht unerwähnt lassen, das; die Diskussion geistvoll und dcr hohcn Versammln»«, würdig war. Eine Illustration derselben bot der Umstand, daß zwei frühere Minister, dcr cinc, Graf Wickcnbnrg, gcgcn, dcr an« dere, Graf Rechbcrg, fiir dcn Vertrag daS Wort cr-L'isscn. N'». Sitzung >es Semnhllllsts vom 29. Mai. Ans der Ministcrbanl: Mcusoorfs, Schmerling, Mchly, Plcncr, F,anl, Mdaödy Scktionschcf v. Kalchbcrg, Flnanzrath Mayer. Nach Vorlesung dcS Protokolls kommen die Einlaufe zur Verlesung, darunter cinc gnschrisl dcS dandclsminislcliuulS, mit welcher ein Gesuch des Amnmtcrnchmers Pickering, dahingehend, das hohe vaus wolle sür dic sicbcnbürgische Bahn die Garantie-mnnnc in dcr Höhe, wie sic von dcr Minorität dcs "llsschllsscß des Abgeordnetenhauses beantragt war, ^willige,,. DaS Handelsministerium spricht sich über oas Gesuch naher auS und ersucht, dasselbe dcr ^treffenden Kommission zuzuweisen. (Geschieht.) ris.5,. 2 ^."l'sch überreicht cinc Petition unga-gegen dic in dem ncucu Zoll- ' ^"'"chl'ütc Hcrabsctznng des Einfuhrzolles auf ausländischen Zucker. (Wird der betreffenden Kon,-mission zugewiesen.) Scllionschef Freiherr v. Kalchbcrg crgrc,l,t dns Wort, um die in dcr Sitzung rwm 27, Februar von dem Grasen Vco Tl,nn an ih» gerichtete Inter« pellalion üöcr die Ann- und Nivcanocrhällnissc der Lemlierg« Ezcruowitzcr Bahn zn bcaulwollc». — Er sagt: Die dem Projekte zur Last gelegten Mängel seien nnr insoferne richtig, als sie sich auf das von den Konzessionären ursprünglich eingebrachte Projekt bczögcu. Dic Staatsverwaltung habe dafür Sorge getragen, daß die Mängel beseitigt und dcr Van iu cincr dcn Konzcssionöbcslimmnilgen entsprechenden Weise ausgeführt werde. Die Anl.'gc einer Kopf-station in Lcmlierg sei nur durch cine weder für dcn Betrieb, noch für das Pulilillini wiiuschcnewcrlhc Verlängerung der Bahn um circa 7(X) Klafter zn vermeiden. — Zugleich legt der Keiler dcs Handelsministeriums ocm in dcr Interpellation geäußerten Wunsche zufolge die Lnngcnprofilc und Situations' pläne dcr Lcmbcrg - Ezcrnowitzcr Vahn zur Eiuficht-nahmc ans dcu Tisch dcs Hauses uicocr. Auf dcr Tagesordnung steht dcr österreichisch, preußische Handelsvertrag. Äcrichtcrslallcr ist Baron Neyc r. Die Kom-mission bcantragl, das Haus wolle dem Vertrage scinc Zustimmung crlhcilcu ^raf Wickcul, uln spricht urge» h,^> A,,i,ahlne. So lanac cr Haudeleüln'üislcl' »unl, l)alie sciu Wir« luügölrciö il)iu nicht gcslaltcl, Hlliidclsocllrägc adzu» schließen. Er sei stets für ciucn angclucsscucn Schutz dcr Industrie gcwcscn, und weil er diesen in dem Vertrage misse, lömic er anch nicht für die Annahme sein. Die Rcgicnlüg habe zur Zeit ocS Al'schlusscs dcs französisch < preußischen Handelsvertrags ihre ans dem Fcbrnar. Vertrage rcsullircndcn Rechte Prcnßcu gegenüber rcklamirt; Preußen lehrte sich nicht daran nnd schloß dcn Vertrag ab. Redner schildert nun die darauf gefolgtcn Verhandlungen zwischen dcr Regierung nnd dcn Zoll-ucrcinsstaatcn ojs zum Abschluß dcs ucucu Zollvereins ohne Oesterreich. Bis dahin stand Preußen Oesterreich feindselig gegenüber, erst nachdem der schlcSwig-holstcin'schc Nricg bessere Beziehungen zwischen dcu ucidcn Großstaalcn brachte, versuchte man Annähcruugcn auf dem Handclegcbictc. Dcr Erfolg ocrfclbcn ist der Vertrag vom N.April. Dic Rcgicrung bclrcibc dic Annahme mit Sturmschritt und er glaubc, cS sci Niemand da, der sich die Folgen der Annahme dcs Vertrags vergegenwärtigen lönnc. Noch nie sci cin so wichtiger Alt, dcr einen llcbcrgang in ein neues System bezeichnet, in solcher Hast ins Vcbcn getreten. Selbst Diejenigen, welche die Annahme empfehlen, können nichts zum Lobe dcS Vertrags sagen, sie tonnen nur sagcu, die Annahme ist cin kleineres Ucbcl als die Verwerfung. Auf dcn Inhalt dcS Vertrags eingehend, meint Redner, die Wag» schale senke sich da nicht zu unserem Nntzcu. Bei Durchsicht dcr Zolltarife werde anch dcr Unbefangenste sich großer Besorgnisse nicht erwehren können uud bedauern müssen, daß nicht cinc Enquete darüber veranlaßt wurde, wie weit man iu dcn Konzessionen gehen dürfe. Alle Klassen der Industricllcu fcicu vo» dcr Befürchtung erfüllt, daß dcr Vertrag fic zu Grunde richten wcrdc, aber selbst, wcnn dicö nicht ganz iu Erfüllung geht, wcroc er doch drückend und lähmend auf dcr Iudustric lasten. Durch die Auf-lassung dcr Prohibiliou uud Einführung dcr Gcwcrbc« frcihcit habe Oesterreich einen gewaltigen Fortschritt gemacht. Dcr Februar-Vertrag habe bewiesen, daß cin mäßigcr Schutz genüge, um die Indnslric auf-blühen zn machen. Abcr dic Iudustric sci noch zu juug, um ganz ohne Schutz gclasscu zn wcrdeu. Rcducr weist auf dic Kalamitäten, wclchc dic <>ndnstricllcn in dcn lctztcu Iahrcu getroffen haben, hin, ncnnt die Namcn Fricdau und Roslhoru, um zu beweisen, daß nur bei cinrm Zollschnh die Industrie a.cdcihcn lönnc. Dic Scidcnindnstric bestrhc nur noch mit Hilsc des Agio nnd müsse mit dessen Verschwinden anch'zn Grunde gehen. Nur wenn wir Erruugcn schaflcn von großem Werthe anf;nwciscn hätten, ließe sich die Annahme rechtfertigen. Abcr cines dcr wich ligstcn, dic Herabsetzung dcr WcinMc, sci nicht er reicht worden. Es blcibc nnr das Zolllartel, die Grenz crlcichtcrnng nnd dcr Verband mit Deutschland. DaS crslcrc sci schon im Fcbrnarvcrtrage enthalten gcwesen und wärc Ocstcrrcich auch zugestanden wvrdcu, wcnn dcr Vertrag nicht abgeschlossen worden wärc; was dae Vctztcrc betrifft, so lnutc dcr Artikel 25 iu dein gegen wärtigcn Vertrage ganz anders als im Fcbruarvcr trage. Im Aprilvcrtragc wird die künftige Zolleini' gung als offene Frage bchaudclt, während sie im Fe-brnarvcrtragc ansgcsprochcn war. In Oesterreich werde dicsc Abschwächung mit Bedauern crlannt, während Prcnsicn dicscn Paragraph dcs AprilvertraycS mit Gcringschätznng behandelt. Wcnn dcr Vertrag auch nicht 5N Staude kommt, so werde doch iu kürzester Zcit dic Macht dcr Interessen zu cincr Emissuna, führen, ohnc dasi so groftc Opfcr gebracht würdcn als im Vertrage. Dcr Zollverein sci dnrch seinc Hnlv dclsintcrcsscu au Oesterreich gebunden, Oesterreichs Absatzgebiet ist dcr Orient, weiß es seinen Vortheil zu benutzen, lönnc cs dort große Erfolge rrringen. Daß dcr Vertrag nicht abgeschlossen wcrdcn mnsitc, sjche auc< dcr im Al'gcordiictciihailsc von Baron s)vck abgrqcl'cncn (6 aufgehoben. Bezüglich aller andern Stcucru und Abgaben hat die Steuerfreiheit allgemein mit Ende des Jahres 1865) aufzuhören. Die ehe» maligen Unterthanen des Ascher Gebietes haben bis Ende 1873 nur die Halste der ans sie entfallenden direkten Steuern zu entrichten." (Wird unterstützt). Abg. Waidclc beantragt als Zusatz zu Art. I des Ausschußantrags folgende Alinea: „Die Ermittlung der SchadloShaltuug blcibt auf dem Rechtswege Denjenigen vorbehalte», wclchc eine vertragsmäßige Steuerbefreiung nachweisen tonnen." Sein Antrag beruhe darauf, daß, wic alle Redner betonten, die Ro gicrnng stets das vertragsmäßige Recht auf Entschä« dignng anerkannte. Ein vertragsmäßiges Recht könne nicht einseitig und durch Auflösung dcS LchcilSbandcs annullirt werden. (Wird unterstützt). Abg. Vrinz: Für welchen Antrag man sich auch entscheide, man möge keinen Unterschied machen zwi-schcn Ornndhcrrcn und Grundinsassen. Bei der herrschenden Unklarheit wcrdc das HanS es eher cntschul digcn können zu viel gethan zn haben, als wenn es die Rechte nicht berücksichtigen sollte. Abg. Rygcr behauptet, alle im Hause gestell- ten Anträge gingen von der falschen Voraussetzung ans, daß eine Steuerfreiheit ein vertragsmäßiges Recht sein könne. Das Steucrrccht sei ein unveräußerliches Recht der itronc. Jeder Vertrag darüber sei nugiltig und tcin Gerichtshof könne über ein Majcstätsrccht absprechen. Er könne sich nicht denken, daß je eine Regierung in dieser Steuerfreiheit ein Vcrtragsrccht anerkannte. Redner ergeht sich nochmals in eine Uu terfuchnng der Äscher Ansprüche ans Slcucrsreihcit, betämpft die ciugebrachtcu Anträge und empfiehlt seinen Antrag. Abg. Gschicr verwahrt sich gegen die Anffaft suug, als spräche cr als Auwalt der Zcdtwitze oder der Ascher Insassen. Er spräche als Abgeordneter des Reiches nnr in Folge seiner Ueberzeugung. Er müsfc den Bemerkungen Rygcr's entgegentreten, denn der Regierungs-Vcrtrctcr habe im Ansschnssc ausdrücklich erklärt, daß die Regierung das vertragsmäßige Recht auf Steuerfreiheit der Ascher als solches anerkenne. Die Verweisung auf dcn Rechtsweg wäre die Schaf-fung eines papicrncn Rechtes, das nie znr Gcltnng lamc. Der Antrag Bcrger scheine ihm der zweckmäßigste nnd wic eine eben angestellte Rcchnuug nach' weist, unterscheide cr sich in dcr Ziffer gar nicht von dcm Antrage dcr Regierung. Er beantragt schließlich im Art. l fcstznsetzcn, „die Steuerfreiheit solle für sämmtliche direkten Steuern mit 1. Jänner 1«74, bezüglich dcr übrigen Steuern nnd Abgaben mit Eudc 1805)." (Wird unterstützt.) Abg. Belcrcdi bedauert die Zahl dcr An» trägc noch nm einen vermehren zu müssen. Er be-kämpft die von dcm Herrn Vcrwalluugsmiuistcr be« tonte Kompetenz dcr Gruudenilastuugöbchördcn, über die Ascher Lchcuövcrhältnissc abzusprechen nnd sagt, cr lönuc auch dcm Autrage Acrgcr's nicht beitrclen, weil dieser nur verhüllt zugebe, was cr offen auö» fprcchcn welle. Er wünfchc nämlich, daß offen gesagt werde, daß das Recht, eine Enlfchüdignng zu verlangen, vorhanden fei. Er spricht sich gegen alle cin< gebrachten Anträge ans, nur uicht gegen dcn Wcidc-lc'S, weil es gar nicht möglich sci, im Wege der Gc« sctzgcbung die Höhe dcr Enlschädignug zu regeln. Er stellt dcu Autrag, Art. 1 habe zu lauten: „Dic im Lehcusgebictc Asch bestehende Steuerfreiheit wird bezüglich allcr direkte» Steuern uud indirekten Abgaben aufgehoben. Ans diesem Anlaßc hat cinc angcmcs» Mc Entschädigung bezüglich dcr direkten Steuern von allen jcucn Objekten cmzutrctcn, auf wclchcn cr« weislich ein Lehcnöband ruht. (Wird unterstützt.) Die Debatte über Art. 1 wird gcschlosscu, worauf Berichterstatter Abg. Mandclblüh iu seinem Schlußworte alle cingcbrachtcu Anträgc bekämpft und dcn Auö-schußantrag aufrcchthäll. Minister u. Lasscr ergreift daS Wort, um nochmals auf die Rcgiernngsvorlage hinzuweisen, in welcher das Prinzip dcr Entschädigung festgehalten ist. Diese Vorlage sci im Namen dcr Regierung nud mit Zlisllinmimg Sr. Majestät gemacht worden. Durch die Grundcntlastu»g sci formell ein Nechtsootnm in dcr Ascher Angelegenheit geschaffen worden, mit welchen« alle Interessenten einverstanden waren. Man thue übrigens nicht gut, dcu Rcchlsstandftuult hervor-zulchrcu, die Billiglcilsgründc seien namentlich in dieser Frage entscheidend. Redner ist gegen die Verweisung der Ansprüche auf dcu Rechtsweg, wcil dir» scr nie zn dein erwünschten Ziele führen würde, wenn dirß vielleicht auch formell am richtigsten wäre. -Auch der Antrag Äcrgcr'S scheint dein Minister tech. »isch schwer durchführbar. Er glaubt, dcr Antrag Pratobcvcra's wcrdc am leichtesten allcn Ansprüchen Genüge leisten uud cr stimme dcrsclbcn uom Stand« punkte der Regierung zu, vorbehalllich, daß nach demselben lein anderer Artikel als dcr BollzugSarli-kel folgt. Abg. Bclcrcdi: Um sciuen Art. I zu be-lcuchtcu, wolle cr verlesen, wie cr sich Art. ll dachte. Dicscr soll lauten.- „Die Eiubczichung dcS bisher steuerfreien LchcnsgcbictcS von Asch in die allgemeine Steuerpflichl hat mit 1. Jänner 18l»0 in Wirksamkeit zu treten. Von diesem Zritpuultc au ist die Umlage dcr Stcncrn nud Abgaben in dem grdnchtcn Lehens» gebiete uach denselben gesetzlichen Grundlagen wic in anderen ^audcstheilcn Böhmens durchzuführen, bezüglich dcs Ausmaßes hat jedoch als UcbcrgaugSbc-stiinmnug zn gelten, daß bis 1. Juni 1870 die direkten Slcucru uur mit der Hälfte dcS anderen Lau-deötheilen vorgeschriebenen Sttucrbclragcö vorzuschrci» bcn und cinzuhcbcn sind." Es wird zur Abstimmung geschritten. Der Antrag Ryger'S, alle eiugcbrachlrn Anträge zur nochmaligen Bcrathuug dem Ausschüsse zuzuweisen, wird abgelehnt, woraus die eingebrachten Anträge einzeln zur Abstimmung gclaugeu. Die Anträge Rygcr, Bclcredi, Bcrger bleiben iu dcr Minorität, »voranf der Autrag Pralobcuera angenommen wird. Die Abstimmung dcr übrigen Aulräge culfällt. Art. II des AnSschußantragcS wird ohne Debatte abgelehnt. Art. Ill (Vollzngsllauscl) wird ohne Debatte angenommen, dcr Titel des Gesetzes nach dcr For-mnlirung dcr Regierungsvorlage. Das Gesetz wird auch sogleich iu dritter öes»»g cudgiltig zum Beschluß erhoben und hierauf ' Sitzung geschlossen. Gefteneich. Wien, 28. Mai. Welch' freundliche Aufuahmc der Fürst von Montenegro hier gefunden, ist bereits mehrfach hervorgehoben worden; einige neue Details, die dcr „Pester Lloyd" bringt, dürften immerhin in-tcrcssant scin. Daß Fürst Nilitza bei sciner Herreise fest cnlschlosscn war, dem serbischen Nationnlfestc bei« zuwohnen, ist eine unbestreitbare Thatsache^ ^lachdcm ihui aber hicr auf so zuuorlommeude Wcisc bcgcgnct DieHahueuwcihe des k. k. Negiments Varo« von Gcrstner. Es war ciu schöucs Fcst, welches das hicr gar-nisonireudc Negimcut Barou vou Gcrstncr gestern beging, und an welchem die ganze Bevölkerung Laidachs dcn lcbhaftestcu Authcil nahm. Wir haben über die wesentlichen Momente der vormittägigen Feier gestern bereits kurz rcfcrirt uud tragen hcutc nur Folgendes nach: Nachdem die eigentliche Wcihc der beiden Fahnen, die für das 1. Bataillon mit dem Bande Ihrer Majestät der Kaiserin vou Mexiko, die für das 2. Bataillon mit dem Bande der Städte Iglau und Znaim geschmückt, durch Se. Gnaden den Herrn Fürstbischof Dr. B. Widm er vor der schön hergerichteten Kapelle vorgenommen worden war, cr< folgte das Einschlagen dcr Nägel. Die ersten drei Nägel schlug Se. fürstbischöfliche Gnaden in Namen der h. Dreifaltigkeit ciu, dann folgte die Vertreterin Ihrer Majestät der Kaiserin Charlotte von Mcriko, Frau Oberst von Lindner, dann die Vcrlrctcrin der Städte Znaim nud Iglau, Frau Baronin M a, roi 4, Belgrad 1717, Loboschitz 175«, Hochkirch 1757, Knnncrsdorf 1,759, Mantua.Nivoli 17!)«;, AfftcrN'Wagram 1809, Lcipzig-Lindcuau 1813, Androdocco 1821,' Rivoli 1848, Venedig 1848, Pcs-chicra 1849, Solfcrino 1859. Bei dcm Banket selbst herrschte, wic uns mitgetheilt wird, dic gehobenste Stimmung. Von dcn ausgebrachten Toasten erwähnen wir folgende: Herr Oberst von Lindner brachte dcn Toast auf 2e. Majestät den Kaiser Frau z Josef 1., Sc. kais. Hoheit dcr Hcrr Erzherzog Ernst brachte dcn Toast auf Ihre Majestät die Kaiscriu Elisabeth aus. Hcrr Statthaltercirath Ritter von Bosizio in Vcrtrctnng des verreisten Herrn Statthalter brachte einen Toast aus auf das crhab'nc, ruhmgckröntc ErzHaus Oesterreich uud sciue durchlauchtigste»! Mitglieder. Hcrr Oberst von Lindner brachte einen längeren Toast aus auf Ihre Majestät die Kaiserin Eharlottc, auf Ihre kaiserliche Hohcitcu die Herren Erzherzoge Erust und Leopold, sowie dcm Andenken dcs verewigten Vud-wig, dann ans die Erzcllcnzen, den Armcclommandantcn von Bcucdet, dcn Kriegsminister von Frank, dcn 1. Gcncral-Adjutauten Grafen Ercnneville, dcn Regiments« Inhaber Baron von Gcrstncr, die beiden Arigadicrc, ferner auf Seine Gnaden dcn Herrn Fürstbischof, dcn Herrn Statthalter, dcn Hcrru Laudeshauptmann, die ^tadt Laibach, die Städte Znaim und Iglan, und schließlich auf die neue Fahuenarmcc. Es folgten nnn verschiedene Toaste, so dcr Hcrr Landeshauptmann auf das 8. Regimcut, Herr Fcldmarschall Baron Hin roiöi5- ans das Land Krain, Hcrr Oberst - Licntenant Lcshte anf die Fahncnftathin Obcrstin von Lindner ! nnd auf die Gäste, einer dcr Herren Dcpntirtcn aus Zuaiin nud Iglau auf die beiden Vertreterinnen dcr ^ Fahncnmüttcr, dcr Hcrr Bürgcrincistcr anf den Hcrru Obcrstcu von Lindner, Hcrr Finanz Direktor von Fclfcnbrunn anf die Maria-Thcrcsicn-Ordcnsrittcru'. lc. Mittlerweile halte» die Truppen daS Freilager auf dem Platze vor der St. Pctcrskaserli'e bezogen, wo uutcr dcu längs dcs Laibachflusscs stehenden Bäumen Tische aufgestellt waren, an denen sie mit Wein, Braten :c. bewirthet wurdeu. Die Sounc brauutc heiß; trotzdem entwickelte sich ciu buntes, fröhliches Treiben, das seinen Höhepunkt erreichte, als Sc. taiscrl. Hoheit dcr Herr Erzherzog E r n st erschien und mit nicht c»p dcn wollendem Hurrah und Mützcuwerfen empfangen wurde. Dcr gauze Platz vor der Kascruc bot dcn Anblick ciucs Volksfestes. Jetzt öffnete sich daS Thor der Kaserne und herauskam ein höchst charakteristischer Zug, eine ganze, von einem imilirtcn Stabsoffizier z>» , Pferd lommaudirtc Narrenarmce, die nnn die sell' sumsten, ergötzlichen Szenen aufführte. Da war eiH Art Mcergarli', dcr sich auf dem fchwcbeudeu 3lt" unter großem Beifall prodnzirtc, da war die ^' mnsil ans Baden, welche disharmonische Stllcllew aufführte, da waren Bänkelsänger, Kunstreiter, «'" böhmisches und deutsches Sängcrchor, chinesische ^"'"^ u. s. w. Dcn Bcschlnß machlc „cin a.l^"..^^' tcuzug nnd Hintan unter gefälliacr ^'7 ^," Badencr Kurmusil." Als die Arlilles'cu"'M °"'" ')". lere Tanzwciscn aufspielte, arra"girtcn ^ Soldaten nntcr sich cinen l.-.I <,l..m >^'<', °"dc»c sp.elten Bal-lonwerfen :c. Als es dm'lclle, crschm, c.n Fackc zng mit Musik, den, dann ci>, brlllantcö Feuerwerk folgte. Hiermit schloß das s^e F'"' das von der Bevölkerung nuscrcr Stadt nlcht so bald vergessen werden wird, dcnn sie nahm ja Theil darau. ES war scho» spät in dcr Nacht, als die Volksmenge erst wieder in die Stadt zurückströmte. 495 wurde, erfolgten anch bald abrathcndc Winke, die "och dnrch eindringlichere Worte hoher Personen Un» ttrstützung fanden. Es wurde ausdrücklich betont, wie cS dcun doch ausfallen, ja fast Oesterreich lonlpromit-til-en lniissc, falls er dirclt von Wien zu cincin Feste abreise, dessen Eharakter ein streng demonstrativer gegen cine beftflindelc Äiachl sci. Anch der russische Botschafter, Graf Stnckclbrrg, besuchte dc» Fürsten und riclh ihn, ausdrücklich ad. Die Ncisc unterbleibt, »nid statt seiner werden nnr cinigc montenegrinische Offiziere nach Belgrad gehen. — Bezüglich der Subventionen können wir melden, daß der Fürst, der bisher von Ocslcrlcich bloß 12.000 fl. jährlich bezog, von nun ab 30.000 fl. erhalten foll. — 2<). Mai. Die ,.W. A." schreibt: Indem die kürzlich erfolgte Ankunft des Generalmajors Io> scph Freiherr» v. Philippovic in Wien von den Ta? geSblättern mit dcffcn beabsichtigt gewesener Erneu-nunq zmn Stellvertreter für dcii in Folge einer vor mehreren Monaten anf der Eisenbahn erlittenen Beschädigung ciucS Erholungsurlaubes bedürftigen Banns von Kroatien in Verbindung gebracht nnd seiner bc^ reitS wieder erfolgten Rückreise nach Scmliu cinc Auswahl von verschiedenartigen Motiven, wie, „daß er nicht aeeeptirt", oder „daß er die Machtvolltom, mcnhcit zu eveuluellcr Auflösung dcs voraussichtlich stürmisch werdenden Landtages verlangt habe", zum Grunde gelegt wird, finden wir uuS einfach zu erinnern veranlaßt, daß für die Stclluertrcluug des Aa-nus in desfen zeitweiliger kurzer Abwesenheit cinc spezielle Ernennung nicht erfolgt, indcm sie gemäß der bestehenden Einrichtungen in natürlichem Wege durch den ihm im Range, folgenden Hofralh sich uon selbst versteht, der Fall der Berufung cincS t. Koni« missärs sür den Vorsitz im Landtage aber Allerhöchsten Or!S noch nicht in Erwägung genommen worden ist. Nach dieser Darlcguug ist es zur noch bestimmteren Dcmentirung obiger Angaben kaum uothwcndig, auch anf deren Ungereimtheit hinznweiscn, indem bei cincr DienslcSbernfnng kaiserliche Gcilerale vun „nicht aeecptircn" oder von ihrerseits aufgestellten Ansprüchen anf Machtvollkommenheiten ja niemals die Rede seiu lann. Dklll- und VrMnM-Rachrichlcn. üaibaäi, 31. Mai. Heute Vormittag um 9 Uhr hat endlich die so ost vertagte Schlußuerhandlung in dem Prcßprozcssc dcr Siidlinhil acgcn Herrn Gcwerlicno>u,cn. — Eillem hiesigen Wundärzte laui acstcrn bei dem BolkSgcdrängc auf dem St. Pclcröplatzc sein chirurgisches Befleck abhanden. Demjenigen, dcr dasselbe dein Vcrlnstträgcr zurückstellt, wird eine angemessene Belohnung zugesichert. — Bci dem vorgestern Abend stattgefundcncu Zapfenstreich spielte die Mnsik des Regiments Baron u. Gerstner einen vom Herrn Kapellmeister Sal ab a eigens hiezu lomponirlcn Marsch, in welchem dcr Za-pf'cnstrcich mit Pfeife und Trommel, wie er vor Zeiten gespielt wnrdc, einen Theil bildete. Dcr Marsch ist recht hübsch und durch die eingrflochtcuc nllc Weise ganz charakteristisch. — Ans Stein wird uns geschrieben: Unser Städtchen ist bckauutlich die herrlichste Sommerfrische, die man sich denken kann, der Naturfreund kann hier schwelgen in Genüssen, die Umgebnng bietet ihm die schönsten Epazicrgängc, die Alpen senden ihm ihre stärkende frische ^uft, die seine vom Geräusch dcr großen Stadt angegriffenen Nerven wieder stärken. ^ci> dcr muß er hier manches Unangenehme mit in Kauf nehmen. Erstens fehlt uuS eine Badeanstalt, wo mau seine Glieder in das frische GcbirgSwasscr dcr Fcistritz tauchen kaun. Dieser Mangel hält viele Fremde vom Besuche unserer Stadt ab. Ferner herrscht in dcr Stadt eiue gewisse Unrciulichtcit, die Straßen werden zu scltcu gekehrt, und trotz der größten Staub-menge „ie aufgespritzt," daS Straßcupflastcr befindet s'ch im schauderhaftesten Zustande, so daß dic Zug-thiere fürchterlich gequält werden, mu ciueu Nagen nach der Vorstadt Schutt zu bringen, da die steile Straße uur schlecht beschottert ist, und diesen »mange, nehmen Anblick hat mau täglich öftcr. Dicsc Ucbclstäudc zu beseitigen muß Aufgabe uuscrcr Stadtvcrtrclnng sein, denn nur, wenn der. Sommergast Annehmliche« hier findet, wird er zur jährlichen Wiederkehr vcran-laßt, nud verleitet er noch andere hiehcrznlommcn. Milcht die Natur allem, auch die Existenz im Städtchen selbst muß anziehen, wenn Stein eine vielbesuchte Sommerfrische werden soll. — Die Mitlhciluugcll, welche uns aus Land- st ras; über den Baucrnlrawall innate« zugchcu, be- stütl'gen im Wesentlichen, was wir vorgestern dcr ^gpst." entnahmen. Die Zusammenrottung der ^"7" v°" Vrückcl in Stcicrmark auf dcr sogc- '° '^'^"binll.Hulwcidc vor dem Badete dauerte " cher an'^^^^- Nachmittags 5. Uhr. Schon ""ier am 15. d. M. ^nd eine Zusmnmcnroltullg Statt, indem an «0 Männer und Weiber erschienen und das in dcr Au Vcrbina gepfändete Hornvieh mit Gewalt zurückhollcu Am 23. zeigte die Gutovcrwa -tung Nanu an, daß der Gcmcindcvolslaud von Bruckl, Josef Ectiu, dem Ocloncmicbcamtcn Prcgcl am 17. d. M. den Auftrag ertheilt habc, die zum Mineral, bad gehörigen, i:> del An Vrrl'iiia gelegenen hölzernen Lokalitäten binnen ,^ Tagen abtragen, son,t wurde!, fic demolirt. Die ^nsammriuoltung am 24. d. M. halte nun den >cck. diese Absicht auszuführen DaS Bezirksamt Vandslr^ sendete die disponible Gendar-»ncricmannschaft von Vandslraß, verstärkt dnrch Mc ausGurlfcld und Rann, i».Ga»zcn 0Ma>ni d,c icdoch den 40 bis 50 Bauern gegenüber keinen Vcr,nch machten, sie mit Gewalt z,m AuScinandergchm zu briuncn, waS jcdcnstills zn Bll.lvcrgi^cn gcfuhrt hatt^. Es wnrdc bei der hiesigen ^ndesregleru.'g u.n Militärassistcn; angesucht, die auch vo» Ncustadtt aus. icdoch nur in dcr Stärke von ^> Mann dah.n bco -dcrt wnrde. Indeß gelang cS, die Bauern noch ehe die Mililä.assistcnz eintraf, auf gütlichem Wege zum Anscinandcrgclicn zn bringen, wodnrch die folgen eines ernsten ZnsammcnswsscS verhütet »vurdcn. Vermischte Nachrichten. Amerikanische Blätter erzählen folgende, für dcn gegenwärtigen Präsidenten dcr Vcrcinigtcn Staa° ten, Herrn Aildrciu Johnson, sehr bezeichnende nnd nichtSwrnigcr als ehrenrührige Anekdote. Johnson war bekanntlich in scincn jungen Ial'icn cm Schnei dcrmcistcr. Als er Mitglied der Gesetzgebung von Tcnncsscc geworden war, dachte ein aristokratischer Gegner, ihn aus dcr Fassnng zn bringen, indcm cr ihm nascrümpfcnd dic Worte ins Gesicht warf: „Ei, Herr Johnson, cS ist ja noch nicht lange hcr, baß Sic mir cin Paar Beinkleider gcmachl haben." „Nun", fragte Herr Iohnfou trotzig, „waren sie Ihnen viel» lciä)t nicht gut genug gemacht?" Man lann sich denken, daß diese Worte einen Beifallssturm hervorrie« sen, den Johnson's vornchmlhncndcl Kunde nicht bald vergessen haben wird. Nechenfchaftöbcricht über den ll„lli>,!ischcll Gesellcuunein. In dcr zchnlcu IahrcSvcrsammlnng des talho« lischcn Ocsclleuvclcing, vom 7. Mai l. I. erstattete dcr VcreinSvorslrhcr Dr. Von«'ina nachstehenden Bci ichl.- wtit dc», licutinc», Soinilanc schlicsjen wi> at' die zcl)>ijäl)liac Vcl'ci^dallcr imscirS Bcrcint«, wclchcl' cbcn am .'!. Sonntage nach Oslcll, iui Jahre 1855 förmlich nnd öffentlich in's Vcbcn actreten ist; ein llmstand, welcher znr Genüge rechtfcitigcn dürste den Drang, welchen ich fühle, »nil dankerfülltem Herzen Gott dem Herrn gegenüber, defsen Segen über dem in Seinem Namen begonnenen Werke bisher so sichtbar gewaltet, einige ans die Entstchnng nnd weitere Entwicklung dcs Vereines bezüglichen bcdcntungsvollc-rcn Momente zu cincin Gesammlbildc zllsammenzu. fassen, nachdem ich nur noch Einiges über den gegenwärtigen Stand deö Vereines in Kürze werde hervor« gehoben haben. Kaun ich mm auch dicßbczüglich nicht geradezu behaupten, daß das ^cbcn ocö Vereins im cbcn mr» wichencn Iahrgangc irgend welchen außcrordcnllichc» Fortschritt aiifzuwciscn habe, so darf ich cS doch mit voller Befriedigung auSsprecheu, daß dcr Staud des-clbcn sich auch iu keinerlei Nichluug verschliinmert hat. Ich fagc: mit voller Vcfricdignng, insofcrne, als einerseits in dem stets frischen, regen Eifer dcr VcrcinSmitalicdcr. in dcr nicht minder stctS regen Theilnahme des geehrten Pnbliknms cinc genügende Garantie für den Fortbestand des Vcrcino geboten bleibt, andcrcrfcitS abcr untcr dcn obwaltcndcn, iu früheren Jahresberichten mehrfach angcdcnlclcn, ohne» hin bekannten gewerblichen und lokalen Vcrhälluisfcn eine merkliche Vermehrung deS Standes der Vereins-Mitglieder, worauf vorzugsweise uuscrc Wünsche gerichtet bleiben, füglich nicht erwartet werden lann. Behufs der Erziclung cincS zahlreicheren Beitrittes seitens dcr Gesellen in Laibach zn unserem Vereine ist den» Beschlusse dcr letzten Jahresversammlung zufolge dcr vorjährige Iahrcöbencht mit entsprechender zweckdienlicher Erläuterung zu bci wcitcm größten Theile uulcr dic Herren Mcislcr vertheilt worden; dcr Erfolg entsprach jedoch in lcincr Art dcn gchcg-tcn Erwartungcn, und schwerlich wird unter dcn 52 im Vaufc dieses Jahres in dcu Verein Aufgcuommc-ncn Jemand lediglich in Folge solcher nnscrcr Maß« rcgcl zum Eintreten in dcn Verein veranlaßt worden sein. Gegenwärtig bcläuft sich die Zahl dcr Vereins. Mitglieder auf s>0, »ntcr dcucu !')<'» laibach und Kraiu überhaupt, 24 abcr dem Auslande dcr Geburt nach angehören, welcher Unterschied bezüglich der Herkunft jedoch bci den, gesnndcn auf einen und dcnfclbcn Zwcck gerichtete» Sinne dcr Mitglieder sich in lcincr das ! Vereinslcbcn wie immer störenden Richtung bemerkbar machte. Nücksichllich del verschiedenen Gcwerlie find am zahlreichsten vertreten die Schuhmacher, Tischler, Schlosser und Schneider. AnSgewicscu aus dem Vereine brauchte im ^anfe dieses Jahres Keiner z» wer> dcn; fortgcrcist sind 3^i; unter den aus anderen Vereinen hichcr zugereisten 7l Gesellen tonnten nur 17 den» Vereine verbleiben, während die übrigen 54 meist ob Mangel an Arbeit weiter ziehen mußten. — Nach-dem der bisherige mehrjährige VeieitiSseniol, Salller-gescll Garich nicht leicht dazn vermocht werden lonnts, in solcher Stellung auch für weiterhin noch zn verbleiben, ist bci der betreffenden Wahl im Monate März statt feiner der Schuhmachergcscll Mariacher beinahe einstimmig zum Senior gewählt worden. Um eine noch rcgcrc Bcthcilianncz am Veicine-lebcn zu wecken uud zu fördern, ist auf dcn anhat, tcndcn Wunsch dcr Mitglicder daS Bolzschicßen iin Vcrcinc eingefühlt nnd dcr Vrtrag von i^3 fl. für die hiczn erjordcrlichc Äolzbüchse znm großen Theile anS dcm bei den Ehristbannlvolstcllnngcn erzielten Erträgnisfc gedeckt worden. Älil dcr Elthciluug des Unterrichtes befaßten sich mit einer schon mehrere Jahre hindurch bewährten nnd cincr genug zu rühmenden nnvctdrosseuen Be< rcitwilliglcit dic Hcrren : Gymnasial» Professor Ko>,-schcgg, der atad. Maler, Riller Knrz v. Goldenstein uud Bclar, schier an dcr städtischen Hauptschulc zu St. Jakob, denen sich in, ^ansc dieses IahrcS anch Herr Mo5 - Für cingclöstc EouponS......17 5,7 Au Kassarcst vom lctztcn Rechnungsabschlüsse 72 05.'. „ Nclto'Einnahmcn dcr Ehlistbaumfcst. lichlcit.........73 '^ „ . . '', i/^ Zusammen . 37 l Wz Ausgegeben dagegen: fl. kr. An jährlichen MiclhzinS ... 80 — „ Vchciznug nnd Belcuchtnng 84 83 „ Büchern, Zeitschriften und Bnchbindcrarbeitcn ... 00 22 „ Dicncrlohn......30 — ., Restauration der Lolalilätcn 11 W „ Gebühren......7 28 „ diversen Auslagen .... 9 40 somit im Ganzen ^ ^ ^ ^. 283 78 welche der obigen Gcsamn,teinnah»nc gegen^ über einen Ucberschnß geben von . . »Y 2lz 498 Bei dem Umstände, daß einige Gesangsbücher neu angeschafft, mehrere ältere Bücher und Schriften eingebunden und die Vercinslolalitätcn rcstaurirt werden mußten, hat das gewöhnliche Präliminarc von 25(1 st. dießmal überschritten werden müssen. Ueliri-gens aber hätten die Ausgaben für die Restauration der Lokalitäten sich noch höher belaufen, wenn der Herr Zimmcrmalcr Boroosty nicht die freundliche Güte gehabt hätte, auf die seinerseits sür das AuS» malen des BereinslokalcS zu stellende Forderung zum Besten dcS Vereins Verzicht zu leiste», wofür ihm der Verein zum verbindlichsten Danke verpflichtet bleibt. (Fortsetzung folgt.) Neueste Nachrichten nnd Telegramme. Pest, 29. Mai. (N. Fr. Pr.) Se. Majestät der Kaiser empfängt die Deputation des Agntiiltur« Vereiucs am 4. Iuui. Iu die Bürger-Deputation, welche Sc. Majestät willkommen heißen soll, wurden gewählt die Herren: Prcgcr, Strohmeyer, Emmcrling und Vurghart. Der Tag dcr Ankunft dcs Kaisers in Pest ist noch nicht bestimmt. Wiesbaden, 29. Mai. Dr. Brauu uud Dr. Veiolcr sind von dcr Autlage, den Negicruugo Direktor Aversen durch den beantragten Ausschluß von dcr Wahl versammluug unter dcr Beschuldigung, daß er wegen Zinswuchers in Untersuchung gestanden habe, beleidigt und vcrläumdct zu habcu, freigesprochen worden. Hamburg, 29. Mai. Die heutige Börscuhallc vernimmt, dcr König von Prcußcu werde auf dcr „Grille" Mitte Juni in Kiel zur Besichtigung dcr preußischen Kriegsschiffe eintreffen. Bern, 29. Mai. Dcr Handels- und Nieder lassungsvertrag zwischen dem Zollverein und dcr Schweiz wurde am 17. Mai iu Stuttgart paraphirt. London, 29. Mai. (N. Fr. Pr.) Priuatbc-richte aus Washington melden über die Prozeß-Ver-haudluugcu gcgcu Booth's Mitschuldige: Dcr Zcugc Welchmau hat Aussagcu gemacht, welche den Beweis liefern, daß Surrat, nachdem er Iefferfou Davis uud Benjamin gcsprocheu, von Richmond mit vielem Gelde versehen uach Kauada reiste, vou dort uach Washington zurückkehrte uud Booth den Mordbcfchl übergab, wclchcu letzterer noch am Abende desselben Tages zur Ausführung brachte. ES wird dcr Erlaß einer sehr umfassenden Amnestie erwartet, von welcher nur einige wenige Per« soucu ausgenommen sein werden. Bukarest, 28. Mai. Fürst Eouza hat dem schou seit Monaten von Kammer nnd Senat uotirlcn Gesetze bclreffeud die Erueunnng und Absetzbarkeit deS Metropoliten und der Bischöfe durch dcn ^audcsfü» slcn die Sanktion ertheilt. Ergebniß der Sammlungen für das zu errichtende Kinderspital. (Veröffentlicht durch das lonslituirte prou. Damen-Comite.) (Fortsetzung,) Einmalige Spende. Iährl. fl. tr. fl. Frau Karoline Kau<:il . . . .-------- ü „ Dzimsly...... 2 — — Herr Franz Marwitzer . . . 2 — — „ Peter ^aßnit..... io _ __ ., Josef Kuschar..... io — ^ „ Michael Pregel .... l() — — Ungcuauutcr........ 10 — — Fran Thcrcsc Winklcr . . . . lO — — ,. I. Gajo....... 2 - — Herr Dr. Barthol. Suppauz . 10 — — „ Frauz Karun, Pfarrer . . -------- 3 Frau Johanna Bednarcz . . .--------- 5> „ Maria Stern fcld . . ,------------ 2 Herr Nnpcrt, jubil. Direktor . . 10 — — Flan Mathilde Seemann . . . 5) — — „ Baronin ionise Schm id bu i g 10 — — ,. Strigl....... ')-.__ „ Elise Pölzt...... s. - - Herr Martin Schulte .... -------- 2 „ Johann Nev. Inng . . . 5, — — Flau Karolinc Edle v. Pre m er stein 2 — — Herr 6. I. Stückl..... 10 — — Frau Emma Lcvitschnig . . . 2 — — Herr Karl Tambornino . . . 5 — — „ Souucut...... :> — — ., Marschallel..... 1 50 — ., u. Strän Sly..... 2 — — Uugeuauntc........ 2 — — Drei Ungcuanute ...... 1^2 — si, ll. ft. Fräul.Nebitsch ...... i __ __ Herr Matthäus RemS . . . . 2 — — Frau Debcuz....... 1 — — Bier Ungenannte....... 3 W — Eleonore Baronin Gall v. Gallenstein ........ — 'j Anna Frciin v. Hochc, geb. Frciin o Gall....... — - 2 Frau Amalia Fabiau . . . . — — >'l „ Otilic Rubana, Viappen« Archivars Witwe..... 2 — — Fräul. Maria Edle v. Zo llcr » do rf 2 — — Herr Josef Lutmaun . . . . 5 — — ., I. Smolcj...... 2 — — ., Ogrisel....... , — — Drei Uugenannte...... !l — — Frau Kornclia Schollmaier . . 2 - — Herr Raimund Pirler . . . . 2 — — Frau Maria Rcmschagg . . . 2 — — „ Agathe ttrischai . . . . l — — „ Kasteliz....... 2 — - Herr Zalolar ...... 1 — — Frau Fanny Haau.....--------- 5, „ Auguste Wald Herr . . . --------- f. „ Kcrmauncr..... H - 2 ., Maria Po hl..... 4 - .'! Herr Kotlct....... l — I Frau Johanua Galle .... 10 — — Herr K. Zcguer...... 5> — 5» „ Siegmnud Schneider . . --------- ü „ N. E. Slamnig .... — — 5» ,. Glanlschnig.....-------- 1 „ Kohl er.......-------- 2 Sumnla 193 72 59 Summa des letzten AuSweiseS . . 2264 24 123 Hauptsummc 2457 9 1860-cr Anl.ihl l'2 ttü ü"/, 0ta>.°Ä,!lih. 75^»^ Silber . . . U»,;,50 'banlaltitü . XO). - i!>.'ndc?ll . . 10« 70 Kreditaftien . 1^.(i0 K. s. D>ll>,l.u 51? (1023—2) Nr. 1134. Kuratelsverhältgung. In Gemäßheit der Verordnung des h. k. k. i.'anocsgerichteö Laibach ddtli. 13. Mai 1865. Z. '2342. wurdc dcr Grundbesitzer Jakob ztaucr vul^u Potozdnil uon St. Anna Hs.'Nr, 4l) wcgen erwiesener Verschwendung uulcrKuratcl gc-seht, uuo cs ist ihm Herr Friedrich An> ktuius von Ncumarkll als ^ul«l«l' bc-ftelit werden. 5e. k. Bezirksamt Neumaktl. als Ge-rich», am 18. Mai l865. Glaserei > sowie auch daS » Woll-, Zwirn-und KltM'I handtlgeschllft > im Hausc Nr. 32, Kougrcßplatz,» kouncn sammt Einrichtuug unter V sehr billigen Bedingnissen übcrnou^ > men werden; gleichzeitig findet der» Ausverkauf dcs vorhandenen« > Waarenlagers um dcn Fabriks-! »preis Statt. > > Auch sind für Michaeli das> »Gtk, und das daranstossende > »Gewölbe zusammen oder einzeln> Dzu vermietheu. (1079-1) > Kundmachung. Am Pfmgftdinstag, tt. Juni d. I., Vormittag um ^ Uhr, wird die Graömahd im sogenannten Iallen'schen Tirnauer Stadtwalde parthienweise auf mehrere Jahre verpachtet werden. Pachtlustige werden eingeladen, um die bestimmte Stunde in dem benannten Stadtwalde zu erscheinen. ('.»70—3) Bei sind zu habcu ä°.. Silber-Pfandbriefe dcr l. k. priv. allg. österreichische» Joden-Credit-Anstalt. Ticsclbcu wrrdru mitlclst Verlosung in-licrhlUl) 5)l> Iahrci, »! >'!>!! in Silber zurückg^ zahlt; sie siud mit lialdjährigm Collponö vcr-s^i^il, wrlchc ohuc jeden Steuerabzug ans-bl;ahll wcvdcn, lind urrzinsm sich zum gegrin wärli^en (iimmssioiiolnrs mit Rücksicht anf die Nnck;al)lu!!göpriniiie mit nähern l! Pcrzcnt in Silber. — Sie dürfen grschlich znr Anlage von Kapitalien öffentlicher Verwaltungen nnd von Pupillar - nnd Tepositcn - Orldcrn verwendet werden, nüd eignen sich iilierhanftt zn einer soliden , mit hypolhetarischer Sicherheit anesse-staüelen und von dcn Schwanlnngcu dcr Va^ liila nnndl>m',gigen >l!apitali! - Anlage. -- Die Anslall lliinmt ihre Pfandbriefe unentgeltlich in Depot. Es werden dauon Tlilcke ,;n 100, M0, !j00, 5W und 10lX) fl. auogcgebrn. Ferucr zur Ziehung am t. Juni l»«5, Haupttreffer fl. 2!i0.U00. Zahnärztliche Anzeige. Der außerordentliche Vcisall, ivelchcr den von inir anqeferligten liinsllicheu sühnen nnd Gebissen ertheilt wird, nnd dic vielen Anslrage, die ich in Folge dessen erhallen, haben mich veranlaßt, einen meiner zahntechuischrn Assistenten ans meinem Atelier in Gra; znr Anichilfc hicher tommen zn lassen, woourch ich in den Stand gesetzt bin, jeden Auftrag binnen 24 bis -l« Stnnden zu cfjctlniren. Dic Vortheile der von mir angefertigten Gebisse sind: 1. Sie sind volltommcn natnrgelre», daher nicht alö Ill!istlick)e Zähne z» rrtennen, nnd stellen den natllrlichcn srilhcren Gesichtöau!r, ^0-^l in laibach. ElIÜlI&lEÜÜl *¦&<«'«* «itMii ^ahriks|ir^ix>c. EIOBIBE c « it # a El H aliDlOISl Bt a- a cliV e m n ^r €> "' * [>« HBlUHIÜ lall i 1 m I r S r» \ur noeli wenige Tage i Gilylicher Ausverkauf vou Si)ezerei-, Colonial- und Kmail-Eisen-Gcsehirr-Waai'c^n ^.1!^20. .uwnMlM. 1X.19.^(). Ich m.chc 5ic hochverehrten Abnehmer dnrauf a„s. ! merksmu, dast ich gnlc Waare n". ^"ger halic, unl. selbe unter dcn Fabrikpreisen verknuse._________________(854—7)