Poitnfna pfaiana v (tolovInL 78. lahrgang Erscheint wöcheullicli bceiiMuuJ (mit Ausnahme der Feiciiage;. Sctirifl-leitunß, Verwaltung und Bucbdruckerei Tel 2&-67, 2&-68 und 25-69. Maribor. Kopatiilka uUca 6. Manuskripte werdio nidit retoamiert. Anfragen Rückpoxto bcUeipB« \J||U KjäZa 9 - » -ivi- Nr. 194 Samtfag, cton 27, August 19S8 Inseraten- und Abonnemenis-Aunaliuie in Manhor, Kopali^Ua ulicn G (Verwaltung). Bezugspreise: Abholen monatlich 23Din« zustellen 24 Din, nurcii die Pott monatlich 23 Din, fftr das AuKland monatlich 35 üin. ^ Einaelnummer 1 50 und 2 Din. ßrlt OtH 1*50 Igriooter Mtnn Kompromiß in |3iariö QEQENSEITIOE ZUOESTXNDNISSE ZWISCHEN DAtADIER UND DBB MARXISTISCHEN UNKEN. — KEINE VORZEITIOE EINBERUFUNO DER KAMMER UND DES SENATS. mmmmmmmmimmmmtmmmm ^umänien^ neue ^^tntier^eitenpoliti! □ Als die rumänische Rcgierui\g am 4. d. M. auf Grund eines königlichen Dekrets das Gesetz über das neue Minderheltenregime erließ, war man sich ttber die Tragweite dieses aus freiem Ermessen entstandenen Schrittes im Ausland noch nicht vollkommen bewußt, es ge-oflgt jedoch, wenn wir die »T i m e sc zitieren, die zu diesem historisch wichtigen Nachkriegsereignis folgenden Kommentar geschrieben hat: »Die Folgen — sowohl des außenpolitischen wie auch innenpolitischen Charakters — dieses hochwichtigen Experiments werden vor der britischen Demokratie und den Demokratien der anderen Länder mit großem Interesse verfolgt.« Rumänien hat sich aus freien Stocken entschlossen, die Minderheltenfrage zu lOsen, um nicht etwa später einmal durch andere Umstände hlezu genötigt zu werden. Es ist bekannt, daß die Minderheltenfrage in den Friedensverträgen eine formalrechtliche Lösung gefunden hat, keineswegs aber seine politische Lösung. Die politische Seite dieses Problems lieferte auch in den letzten Jahren vielfach den Zündstoff von Verwicklungen, die sich in den meisten Fällen zum Glück noch beseitigen ließen, dabei aber die Glut unter der Asche geblieben sind. Heute allerdings, wo es den Anschein hat, daß der Genfer Mechanismus mit seiner Grundlage selbst schon in Frage gestellt erscheint, ist der Schritt der rumänischen Regierung auf diesem hochwichtigen Gebiete der Friedenspolitik als Akt der Weisheit und des Mutes zu werten. Wie nun aus dem Dekret über das Min derheitenregime in Rumänien ersichtlich ist, besitzen alle Angehörigen der nicht-rumänischen Volksgruppen im Lande das Recht des Gebrauches der Muttersprache im kofessionellen Kult, in der Presse, in persönlichen und geschäftlichen Beziehungen wie auch in den öffentlichen Versammlungen. Die nationalen Minderheiten bezw. Volksgruppen erhielten auf Grund des neuen Regimes das Recht der Selbstverwaltung ihrer konfessionellen und pädagogischen Erziehungsinstitutionen, wobei ihnen die proportionelle Unterstützung aus den Mitteln der lokalen Haushalte wie des staatlichen Budgets zu gesichert sind. Der Unterricht in Orten und Stauten mit überwiegend minderheit-licheni Charakter findet in der Sprache der betreffenden Volksgruppe statt. Alle öffentlichen Funktionen und staatlichen Aemter sind den Staatsbürgern ohne Unterschied ihrer Nationalität, Sprache und Konfession zugänglich gemacht. Die Vertreter der nationalen Minderheiten können sich in den Gemetndestuben und Stadiriiien ihrer Muttersprache bedienen, während die Gemeinde-Aemter angewiesen sind, Gesuche, PiinRaben usw. auch in unp:ariscber, deutscher, bulgarischer, ru-thciiisclicr Sprache cntf^cgenzunehmen, wenn ihnen die rnnillnische Ucbersetzung beii^clej^t i^t. In Dörfern mit Uberwle-Kcnd niindcrheitlichcm Charnkter werden der rjciueindevorstttiitfr und der Stellver- Parls, 26. August. (Avala.) lo der intwrpollttochen Lage Fnuilirekhs tritt allinihUch die erwartete Benthlgiing ein. Diese Beruhlgunc der Oemfiter spl^elte sich bereits gestern hn Beschluß des Volksfroflt-Atisscliasses wieder, der m einer wichtigen Besprechung znsanunen-getreteo war. Im Verlaufe dieser Süntng kam es zu keinerlei Zwischenfall nnd auch zu keinen AostHüchen. Schon beim erstaa Zusammentritt der Vertreter der Oeweritschafteo, die in der Volksfront vertreten sind und dort eine maßgebliche RoQs fpielea, wurde ein ein vernehmlicher Text, äm alle Parteien sotrledenstellt, ausgesrtMltct, da Ministarpriskteat Da-ladler erldlrt hatte, daß es sich keineswegs am die Abschafhing der 40-Stitfldenwoche handle. Wie verlautet, geht die Regierung konform der gefaßten Oe-i werlcschaftsresdution vor. In dem gestern | veröffentlichten Konrninnlquee betrat diel Votafpont ihren einvemehmllch gefaßten] London, 26, August. (Avala.) In engUsehen dlpkMnatlschen Kreisen wird der Bericht Ashton-Cwatkfais über den Stand der Prager Verhandlungen zwischen Regierung und SdP dahin ausgelegt, daß die Möglichkeit eines Einverständnisses zwischen beiden Lagern gegeben erscheint, wenn auf beiden Selten nar guter Wille vorherrsche. Immerhin werden in diesen Kreisen gewisse technische Schwierigkeiten hervorgehoben, die In Erscheinung treten dürften, sobald die meritorlschen Verhandlungen aufgenommen werden. Vor aUem gOt dies für }ene 9Rfni|lnrrat In SSufraptfl Budapest, 26. August. (Avala.) Pressemeldungen zufolge wird die Rückkehr des Ministerpräsidenten I m r e d y Freitag abends erwartet, da die Besprechungen mit den maßgebenden Persönlichkeiten in Berlin beendet erscheinen. Ministerpräsident Imredy dürfte am Montag wieder in Berlin eintreffen. Für heute ist eine außerordentliche Sitzung des Ministerrates unter dem Vorsitz des Innenministers Keresztes-Fischer anberaumt, in welcher der Wortlaut der Verordnung über die Gründung der Journalistenkammer im Einklang mit dem Judengesetz redigiert wird. treter desselben aus den Reihen der betreffenden Volksgruppe gewählt. Die Regierung ist ferner ermächtigt, gewissen minderheitlichen Organisationen und Vereinen neben dem Führen der rumänischen Staatsflagge auch das Führen besonderer Minderheitenfahnen und Embleme zu ge-f^tatten. Diese Bestimmungen sind nur ein kleiner Auszur aus dem Dekret, welches die rumänische Minderheitenpolitik von Grund auf neu wandelt. Man kann sich 'die Bedeutung dieser Maßnahmen jedoch nicht vorstellen, wenn man außer acht läßt, daß die nationalen Volksgruppen BcKhluß, die sozialen Gesetze aufrecht zu erhalten und auf die nationale Verteidigung und Unabhängigkeit des Staates bedacht zu sein. Ministerpräsident Dala-dier wird morgen die Vertreter des Volks firontausschnsses empfangen. Es bleibt nor noch die Frage zu bereinigen: nämlich die Forderung der marxistischen Parteien nach Elnberuhing der Kammer und des Senats. Diese.Frage dürfte morgen In der gemeinsamen Sltzimg der Delegationen aller Linksparteien gelöst werden. Da ffir heute die Ankunft Leon Blums hl Paris erwartet wird, wiid der Ministerpräsident sicherlich eine Besprechung mit ihm haben. Mit Rücksicht auf den beruhigenden Beschluß der Volksfront herrscht sllge-mehi die Ueberzeugung vor, daß die marxistische Unke Ihre Forderung nach vorzeitiger Einberufung von Kammer und Senat fallen lassen weide. Probleme, die die größte Beunruhigung ausgelöst haben. Die Stellungnahme der Sudetendeutschen in den Verhandlungen mit den Koalltionspartelen wird in England mit größter Aufmerksamkeit verfolgt, well nach der Londoner .Auffassung diese Besprechungen eine Art Barometer für die öffentliche Meinung in Deutschland darstellen. Prag, 26. August. (Avala). Lord Runciman empfing gestern die Vertreter der ungarischen autonomlstischen Partei Grafen Eszterhazy und Ja-rosz zu einer längeren Besprechung. Barcelona nnd die Zurückziehung der Freiwilligen. London, 26. August. (Avala.) Der rotspanischc Gesandte überreichte im Foreign Office eine Note, worin bestätigt wird, daß die spanische Regierung den Entwurf der Bestimmungen über die Zurückziehung der Freiwilligenformationen aus Spanien angenommen hat. Die .Annahme des Entwurfes hänge jedoch von der Anwendung des Reziprozitätsprinzips ab. In dieser Note stellt sich die spanische republikanische Regierung auf den Standpunkt, daß alle Freiwilligenformatio nen aus Spanien zurückgezogen werden müßten, d. h. sowohl der Bürger jener bezw. Minderhelten in Rumänien ein Drittel der Bevölkerung stellen. Die stärkste Minderheit im heutigen Königreich Rumänien sind die Ungarn mit mehr als einer Million Ein wohnern (7.8%). Es folgen die Siebenbürger Deutschen mit mehr als 600.000 Angehörigen (4.3%), zu den Minderheiten zählen aber auch die Ru-l4i e n e n, Bulgaren und Türken. Die Juden bilden eine Minderheit von nahezu einer Million. Die kompakteste Minderheit bilden selbstverstündiich die siebenbürgischen Ungarn und neben ihnen die Deutschen. Es kann durchaus Staaten, die im Nichteinmischungsausschuß vertreten sind, wie auch alle übri-j gen Staatsangehörigen. I Chinesischer Protest gegen Qiftgasanwen dung der Japaner Genf, 26. August. (Avala.) Der Cüi- p.esische Vertreter in Genf überreichte ilem Völkerbundssekretariat eine Note, worin gegen die Einsetzung von Giftgasen seitens der Japaner schärfste Ver-v/ahrung eingelegt wird. Washington und das japaniMhe Ueber-fUegungsverbot in China W a 8 h i n g t o n, 26. August. (Avala.) Auf die Meldungen a. Schanghai hin, wonach die Japaner jedes Flugzeug, das chinesisches Gebiet überfliegt, abschies-sen, ist Außenminister Cordeil Hull in ständiger Fühlungnahme mit den Referen ten der Fernostabteüung seines Ressorts. Es hat den Anschein, daß der Staatssekretär bei der japanischen Regierung einen entsprechenden Protest einlegen wird Der Staatssekretär fordert genauen Bericht Über alle Ereignisse Im F€rnen Osten, um sich über die Lage genauestens zu informieren, bevor er eine entsprechende Note an Tokio abgehen läßt In diesem Zusammenhange werden wichtige Erklärungen Hulls erwartet Kampf dem Verderb auch in Rumänien« Bukarest, 24. August. (TR) Das rumänische Wirtschaftsministcriuni befaßt sich mit einem interessanten Plan, der die Verwertung der Kadaver verendeter Tiere vorsieht. Nach Berechnungen der Sachverständigen könnte man in Rumänien jährlich 15,000.000 k^ Flcisch-mehl und über 3,000.000 kg ^ lierisches Fett, sowie eine Reihe anderer Düngemittel und Tierfutter im Werte von 120 .Mill. Lei gewinnen. Mit dem aus den Tierkadavern gewonnenen Fleischmchl küniileii jährlich über 5,000.000 Gänse und Enten gefüttert werden. T r i e s t, 26. August. Der Lloyd Trk-stino wird am 1. September im Hafen Dal ren für den Verkehr mit Mandschukuo eine eigene Agentur errichten. Bisher Ujg die Vertretung der Reederei in den Händen einer dort ansässigen Firma. »örff Zürich, 26. August. Devisen; Bcograd 10, Paris 11.94, London 21.2925, Newyork 436.56, Brüssel 73.65, Mailand 22.96, Amsterdam 238.70, Berlin 174.00, Wien 29, Stockholm 109.80, Oslo 107, Kopenhagen 05.05, Prag 15.05, Warschau 82.25, Bukarest 3.25, Budapest 86.50, Athen 3.95, Instanbul 3.50, Hclsinski O.r.S, Buenos Aires 112.50. ^Detter Wettervorhersage für Samstag; Weiter fortschreitende Besserung der Wetterlage. nicht bezweifelt werden, daß diese neue Minderheitenpolitik Rumäniens geeignet ist, die Beziehungen Rumäniens zu Ungarn zu verbessern. Es braucht auch nicht besonders betont zu werden, daß sich aus einer solchen Besserung der leidlichen ungarisch-rumänischen Beziehungen auch für die Beziehungen zwischen der Kleinen Entente und Ungarn wesentliche Vorteile erReben. Rumänien ist beispielgebend vorangetreten, um durch innerpo-litische Maßnahmen die Voraussetzung für eine Rünstigere Außenpolitik zu schaf fen und damit dem europäischen Gesamtfrieden zu dienen. Um :»fOton-(S^tDa(nnd iBerid^t LONDON IST OPTIMISTISCH, GUUBT JEDOCH AN TECHNISCHE SCHWIE-RiOKEITBN. — LORD RUNCIMAN EMPFINO DIE VERTRETER DER UNQARI- SCHBN VOLKSORUPPE. »Mariborer Zeftung« Nummer 194. 2 Samstag, den 27, AUGfUst 1938. 5)ie Sorkrungen l>er 61ott)afen Acht Punkte der Forderungen des Paria-mentsklubs der Slowakischen Votkspartei P r.a g, 26. August. Der parlamentarische Klub der Slowakischen Volkspartei hat eine Denkschrift über die Autonomie der Slowakei ausgearbeitet und dem Abgeordnetenhaus übergeben. Der »S 1 o-w a k«, das Organ der Slowakischen Volkspartei, bemerkt hiezu, daß die Denk Schrift das Ergebnis eines gründlichen Studiums der Verhältnisse darstelle und sich auf alle Bezirke des staatlichen Lebens erstrecke. Die Denkschrift formuliert die slowakischen Forderungen in den nachstehenden acht Punkten: 1. Die Tschechoslowakei darf nicht weiter als zentralistischer Staat bestehen und muß in einen Bundesstaat umgewan lielt werden. 2. Auf slowakischem Gebiet ist die slo wakische Sprache die Amtssprache. 3. Anerkennung einer besonderen slowakischen Staatszugehörigkeit. 4. Die gesetzgebende Macht des Parlaments ist einzuschränken und bleibt auf slowakischem Gebiet nur dem slowakischen Parlament vorbehalten, es sei denn in Fragen der Existenz des Staates (Landesverteidigung usw.). Nur solche Fragen können im Zentralparlament bc-liandelt werden. 5. Die Slowakei erhält im Frieden auf Ihrem Gebiet eine eigene Wehrmacht mit den erforderlichen Reserven für den Fall Omer Mobilmachung. Slowaken dienen in slowakischen Regimentern, deren Befehlsführung in Händen slowakischer Offiziere liegt. 6. Im Prager Zentralparlament erhalten die Slowaken 69 Abgeordnete und 39 Senatoren, bis jetzt verfügten sie über 61 Abf^eordnete und 30 Senatoren. 7. Bei der Wahl des Präsidenten der Republik muß die Mehrheit des Parlaments ebenso auch die Mehrheit der slowakischen Volksvertreter erfassen. 8. Die Vollzugsgewalt in der Slowakei muß einer Regierung überantwortet werden, die dem slowakischen Parlament verantwortlich ist. Gewaltige Getreideverschiffungen von der Pazifikküste. N e w y 0 r k, 25. August. (TR) Die kommende Getreidesaison in Kanada wird bedeutend günstiger beurteilt als die vorjährige. Man schätzt die zur Verfügung stehende Weizenmenge, die über die Häfen der Pazifikküste zur Verschiffung gelangt, auf 45 bis 55 Millionen Busheis. Die gesamte kanadische Ernte wurde kürzlich auf 330 Millionen Busheis geschätzt, gegenüber -einem Aufkommen von 82 Millionen Bushels im vo ri;^en jähre. U-Boot Besitzer auf der Flucht. Vor einigen Jahren entdeckte der aus ehicago stammende Captain Francis Christensen, wie er sich unerwüscüten Besuchern entziehen könnte. Zu solchen zählte er auch die Polizei. Er kaufte sich ein altes U-Boot, das von der amerikanischen Kriegsmarine außer Dienst gestellt worden war. und übte sich im Tauchen. Er dachte sich das so, jeweils dann von der Ober Jläche zu verschwinden, wenn er gesucht werden sollte. Aber er hatte Schwierigkeiten mit den Behörden, die ihm die Erlaubnis, das U-Boot zu steuern, nicht erteilen wollten. Daran kehrte sich Captain Christensen jedoch wenig. Er tauchte, wenn es ihm Spaß machte. In diesen Tagen hatte er zum ersten Mal Gelegenheit, seine Idee des »Ver-schwindens in der Gefahr« praktisch zu erproben. Als er mit seinen Freunden im Hafen die formellen Schwierigkeiten, eine rahrkonzession zu bekommen, erörterte, k':)io/kte er, daß sich ihm zwei Polizisten aanerten. Er ließ sie herankommen. Sie zeigten ihm einen Haftbefehl. Als er dielen gesehen hatte, sprang er in sein U-Boot, schloß die Luke und tauchte unter. Die Polizei wartete vergeblich auf seine Zurückkunft. Captain Christensen befindet sich auf einer Spazierfahrt durch den Uchine-Kanal. 2)ala&ifr0 newfle SorOeruna »FRANKREICH MUSS SOFORT, NICHT ERST IN SECHS MONATEN STARK WERDEN«. -7- FÜR DIE ANKURBELUNG DER ROSTUNOSPRODUKTION. Paris, 26. August. (Avala). Die Agen ce Havas berichtet: Ministerpräsident D a 1 a d i e r hielt in einer Sitzung des Präsidiums des Vollzugsausschusses der radikalsozialistischen Partei eine Rede, in der er besonders auf die Maßnahmen hinwies, die für die Landesverteidigung von größter Dringlichkeit sind. Der Ministerpräsident kommentierte seine jüngste Rundfunkrede und erstattete sodann einen ausführlichen Bericht über die militärischen Vorbereitungen in anderen Staaten, wobei er auf die Beschleunigung der Produktion iles Kriegsmaterials in diesen Staaten hinwies. Daladier verglich den Ziistand, in dem sich Frankreich befindet, mit jenem anderer Staaten und schloß seine Ausführungen mit nachdrücklicher Betonung, daß die Produktion in Frankreich dringendst erhöht wer den müsse, wobei die grundsätzliche Seite der einzelnen Sozialgesetze minder wichtig erscheine. Alle Fabriken, die Kriegsmaterial erzeugen, müssen nach Daladiers Ausführungen ihre Produktion steigern, da nur ein starkes Frankreich den Frieden garantieren könne. Mit der Erhöhung dieser Produktion müsse aber sofort und ohne Aufschub begonnen werden, denn Frankreich müsse sofort stark sein und nicht erst etwa in sechs Monaten oder in einem Jahre. Es gebe daher keine andere Lösung als die Abmilderung der Bestimmungen der 40-Stundenwochc. Frankreich sei der einzige Staat in Europa, der auf die 40-Stunden\voclic seiner Fabriksbetriebe hinweisen könne. In anderen Staaten werde in den IMs^itngs-hetrieben sogar bis zu 60 Stunden in der Woche gearbeitet. Heute tritt das Plenum der Kammerfraktion der radiknlsozialistischen Partei zusammen, um die ähnlichen Ausführungen Daladiers von gestern entgegenzunehmen. Bezeichnend für die Haltung der Radikalsozialisten ist die Tatsache, daß sie sich entschieden gegen die von den Sozialisten und Kommunisten geforderte vorzeitige Einberufung des Kammerple-nums ausgesprochen haben. jOortO« in ^Strlin Festlicher Empfang des Reichsverwesers. Herzliche Trinksprüche Horthys und Hitlers. Berlin, 24. August. (Avala.) Der ungarische Reichsverweser Nikolaus v. Hör t h y und Gemahlin wurden bei ihrem Eintreffen in Berlin am Lehrter Bahnhof von Ministerpräsident Göring und den Vert»e-tern des Reiches, der Wehrmacht usw. feierlich begrüßt. Reichsverweser v. Hor-thy legte nach seiner Ankunft in Berlin am Ehrenmal unter den Linden einen Kranz nieder. Bei dem Galasouper, das Hitler zu Ehren Horthys gab, wechselten die beiden Staatschefs herzliche Trinksprüche, in denen auf gemeinsames Schicksal und auf die Waffenbrüderschaft im Weltkriege sowie auf die gemeinsame Freundschaft mit Italien hingewiesen wur de. (jestern vormittags fand vor dem Reichsverweser und dem Reichskanzler eine Parade statt, ah der die Formationen des dritten Armeekorps unter dem Kommando des Generals Witzleben teilnahmen. Horthy und Hitler wurden bei der An- und Rückfahrt von den großen Menschenmassen stürmische Ovationen zuteil. 3I(iDiOP-f(&(n 6taaMo6erl)auplM in fllel 3)anue 3>r. iwüd-gdrrien B e 0 g r a d, 26. August. (Avala.) Der Baiius des Save-Banats, Dr, Viktor R u -2 i c, ist auf eigenes Ansuchen laut eines Dekrets des königlichen Regentschafsrates seines Amtes enthoben worden. Sorö Otunctmane angt&licOrr OSorld^tag Prag, 26. August. Wie hier verlautet, wird Lord R u n c i m a n folgende Lösung vorschlagen: 1. Die Tschechoslowakei wird auf mch rere Selbstvcrwaltungseinheiten eingeteilt, die so weit h\b möglich den Natio-nalitütengrenzen entsprechen sollen. 2. Die bisherigen Sprachgesetzc sind zu annullieren. Auf dem gesamten Stpata-gebiet wird die Gleichberechtigung aller im Staate gesprochenen Sprachen In Geltung gebracht. Dieser Vorschlag Runcimans sollte als Basis für weitere Verhandlungen dienen. Die F^rager Regierung soll Lord Runciman dahin geantwortet haben, daß sie bereit sei, auf der Basis seines Vorschlages zu verhandeln. i Ts. i ' n S ^ ^ s s S ^ !S>fr nruc önitfcOe jtrfeq^floite Berlin, 26. August. Mit dem dieser Tage in Anwesenheit des ungarischen Reichsverwesers v. Horthy und des Reichskanzlers Hitler in Kiel erfolgten Stapellauf des »Prinz Eugen» wird der dritte schwere Kreuzer der 10.000-Tonnen-Klasse gebaut. Die beiden anderen, vA d m i r a l Hippe r« und »B l ü-c h e r«, werden voraussichtlich noch im Laufe dieses Jahres in Dienst gestellt werden. Sie haben eine Maximalbestük-kung von acht Geschützen zu 20.3 cm. An leichten Kreuzern gibt es fünf zu je 6000 Tonnen, nämlich »Nürnberg«, »Leip-pig«, »Köln«, »Karlsruhe« und »Königsberg«, die mit 15 cni-Geschützen bestückt sind. Ein sechster der gleichen Kategorie, die »Emden«, tut zur Zeit als Schulschiff Dienst. Zwei weitere leichte Kreuzer von je 10.000 Tonnen befinden sich im Bau, zwei weitere zu je 7000 Tonnen sind in das Bauprogramm der nächsten Zeit aufgenommen. An modernen Zerstörern gibt es in der Kriegsflotte Deutschlands bereits 7 mit insgesamt 11.4(X) Tonnen, während 15 weitere sich in Bau befinden. An Torpedobooten sind bereits 12 mit insgesamt 0600 Tonnen verwendungsfähig, während 18 weitere in Bau oder geplant sind. Verhältnismäßig stark ist bereits wieder die U-Bootwaffe: 36 sind bereits mit insgesamt über 12.0(30 Tonnen in Dienst gestellt, 25 weitere werden demnächst folgen. Die Hauptkampfkraft der neuen Kriegsmarine Deutschlands kommt in den Schlacht- und Panzerschiffen zur Gel-I tung. Das 26.000 Tonnen große Schlacht-I schiff »G n e i s e n a u« ist in diesem , Sommer in Dienst gestellt worden, ein I weiteres der gleichen 26.0(X) Tonnen-; Klasse mit einer Bewaffnung von 9 Geschützen zu 28 cm und 12 Geschützen zu ■ 15 cm, die »S c h a r n h 0 r s t« wird demnächst folgen. Auf Stapel liegen zwei noch größere Schlachtschiffe von jo , 35.000 Tonnen mit einer Bestückung von ' acht 38 cm-Geschützen. Außerdem hat die deutsche Kriegsmarine drei Panzerschiffe des 10.000 Tonnen-Typs mit je sechs 28 cm-Geschützen, nämlich die »Deutschland«, »Admiral Scheer« und ».Admiral Graf Spee«. Nach der Ankunft auf dem Hauptbahnhof der deutschen Kriegsliafenstadt Kiel schreitet der ungarische Reichsverweser Admiral von Horthy an der Seite seines Gastgebers, des Führers und deutschen Reichskanzlers Adolf Hitler, die Front der Ehreni\or>if >;r'c der Kiclgsmarine ab. Im Bild links sieht man den Oberbefehls haber der Ucui^clieii ICrcigsmarinc Generalleutnant Raeder I Vandalismus bei Sibenik. — Ein Weingarten vollkommen vernichtet. Sibenik, 26. August. Dem Besitzer Andrija Sepurina Prvi6 wurden in ! seinem Weingarten in Srim 5000 Wein-' reben von unbekannten Tätern in einer einzigen Nacht angehackt. Der Weingarten ist vollkommen vernichtet. Wje man I annimmt, müssen mindestens sechs Täter an dem traurigen, verbrecherischen Werk der Zerstörung beteiligt gewesen sein. Es erhebt sich die Frage, wer die Täter sind und welche Motive sie zu der Tat verleitet haben mochten. Es kann persönliche Rache vorliegen, doch sind in Dalmatien auch Fälle bekannt, in denen Weingärten aus parteipolitischem Haß b»» schädigt wurden. Samstag, den 27. Xtigast 1038. »Mjrribcifer N^aier !M. tni(e-Mflen m Subotica» 20. Auguit. Die Suboti-caer Polizei hat den 73jahrigen ehemali* gen Oartnergehitfen Johann Nagy verhaftet, der in Elend lebte und auf eine originelle und sonderbare Art und Weise kam, seine Existenz zu fristen. Der Mann besuchte nämlich Gehöfte reicher Leute, wo er die dort nicht angehängten Hunde so lange reizte, bis er gebissen wurde. Von dem Besitzer verlangte er sodann Entschädigungssummen von 400 bis 500 Dinar pro Biß, um von der Klage zurückzutreten. Es gab Häuser, in denen er 1000 Dinar für den erlittenen Biß forderte. Fünfzehn der letzten Bisse brachten ihm nicht weniger als 10.000 Dinar ein. »Coadilsme« ~ dne neue chiiiesiaete Sekte. In China gewinnt zurzeit eine Sekte überraschend viele Anhänger, die sich »Coadaisme« nennt. Diese religiöse Strömung lehnt ihre neue Lehre ebenso an Buddha, als an Konfuzius, Laotse und das Christentum. Sie zitiert sowohl aus den buddiiistischen, chinesischen und hln-duistischen Schriften wie auch aus der ßibel. Es ist also eine »Allerweltsreli-gion«. Ihr Symbol ist das »allsehende Auge«, das Symbol der Allmacht und All wissenheit. Die Zahl der Anhinger in China betragt bereits 700.000 und ihre Anhänger hoffen, die neue Religion immer mehr Uber Asien auszubreiten. Das Drama des Enhenogii Mit einer besonderen Neuigkeit wartet das Budapester Stadttheater in diesen Tagen auf. Zur Eröffnung der Wln-lerspieizeit wird das Columbus-Drama des ungarischen Erzherzogs Dr. Josef Franz einstudiert, das den Titel »Die goldene Maske« trägt. Der Erzherzog hat die Einnahmen seines Stuckes, das einen großen Aufwand an Schauspielern, Tänzerinnen und Orchesterpersonal erfordert, einem Hilfsfond für Schauspieler zur Ver fügung gestellt. Der kälteste Ort der Welt in der Wissenschaft wurde bisher die in Sibirien an der Yama liegende Stadt Verkhoiansk als der kttlteste Ort der Erde angesehen. Die tiefste Temperatur, die dort gemessen wurdet betrug 70 Grad Cel sius unter Null. Jetzt hat der sowjetrussische Professor Obrutchew entdeckt, daß es einen noch kälteren Punkt auf der Erde gibt. Er liegt ebenfals In Sibirien. Es handelt sich um die Stadt Oimekon in Ostsibirien an der Ondiguirka. Der Wissenschafter erklärte, daB seine Entdek-kung auf 12jährlgen systematischen Beobachtungen beruhe. Die seit 1933 In Oimekon bestehende meteorologische Station hat Temperaturen festgestellt, die noch 4 bis 7 Grad Celsius unterhalb der in Verkhoiansk festgestellten Werte liegen. Das Thermometer zeigte hier eine Kälte bis zu 78 Grad unter Null an. In Oimekon und Umgebung leben etwa 1000 Menschen. Das Klima sollen sie sehr gut vertragen. Auch die Renntiere, Pferde und Kühe sollen sich an so kalte Lebensbedingungen gewöhnt haben. Originelle Verbrecherjagd. London, 25. August. (TR) Eine nicht alltägliche Verbrecherjagd spielte sich in dem Badeort Blakpool ab. Zwei Autodiebe, die von der Polizei verfolgt vurden, fuhren mit dem von ihnen gestohlenen Auto gegen einen Laternenpfahl auf der Strandpromenade. Sie blieben unverletzt und versuchten zu flüchten. Während einer der Diebe entkam, stürzte sich der andere Uber eine steile Klippe ins Meer, um eine der Landungsbrücken zu erreichen. Einer der Polizisten sprang dem Flüchtenden nach und nun spielte sich vor Hunderten von Zuschauern ein Wettschwimmen im Meer ab, das schließlich mit dem Siege des Polizisten endete. Er erklärte den Dieb noch im Wasser für verhaftet, legte ihm dann mit Hilfe eines Badegastes Handfesseln an und beförderte ihn direkt vom Strand 'ns Polixcigefängnis. lürlii} Qlnörectö iDieöer gtfunö AUSZEICHNUNG DCR BEHANDELNDEN AERZTE. B 1 e d, 26. August. (Avala.) S. K. H. Prinz A n d r e I ist TOllkoiBBien genesen und verließ gestern vormittags das Sa* natorloni Leoninunt fai L|nbljana, um nach Bled zurückzukehren. L J u b 1 j a n a, 25. August. Se. kgl. Hoheit Prinz Andreas, der vor acht Tagen an einer akuten Blinddarmentzündung erkrankt war und sich im Sanatorium »Leoninum« in Ljubljana einer Operation unterziehen mußte, Ist jetzt soweit hergestellt, daß er heute vormittags die Heilstätte verlassen konnte. Aus Bled traf ein Auto mit dem Adjutanten Ihrer J^Äajestät der Königin Maria Oberst Po-ga£nik und der englischen Erzieherin ein, um den Prinzen abzuholen. Der Prinz machte kurz vorher einen Rundgang durch das Sanatorium und besuchte die Kranken. Besonders Interessierte er sich für eine Tschechin, die auf der Reise durch Jugoslawien plötzlich von Geburtswehen befallen worden war und vor einigen Tagen einem Mädchen das Leben geschenkt hatte. Der Prinz betrachtete neugierig das kleine Wesen und sandte der Mutter einen prachtvollen Blumenstrauß. Zur Verabschiedung hatte sich das Per sonal des Sanatoriums im Krankenzimmer eingefunden. Der Prinz trat zu jedem einzelnen und dankte ihm herzlich für die ihm zuteil gewordene Aufmerksamkeit und Pflege. Besonders warm war sein Dank für die behandelnden Aerz te, denen er zum Zeichen der Dankbarkelt die ihnen von seinem Bruder, Seiner Majestät König Peter, verliehenen Auszeichnungen persönlich einhändigte. Es erhielten der Primararzt Dr. Bozidar L a V r i C, der den Prinzen operiert hatte, den Orden der Jugoslawischen Krone 3. Klasse, der behandelnde Primararzt Doktor Bogoljub D r a g a S den St. Savaor-den 3. Klasse, der assistierende Arzt Dok tor Wenzel Arko den St. Savaorden 4. Klasse und der Narkotiseur Dr. Milan 2 u m e r den St. Savaorden 5. Klasse, Die Pflegeschwestern erhielten Verdienstmedaillen. Den Aerzten händigte der Prinz außerdem verschiedene Erinnerungsge-schenke ein, wie goldene Zigarettendosen, Uhren usw. Prinz Andreas verließ sodann mit seiner Begleitung das Sanatorium, vor dem sich eine große Menschenmenge, besonders die Jugend, angesammelt hatte, die ihn stürmisch umjubelte, und kehrte nach Bled zurück. allgemeinen Erstaunen herausstellte, daiß es sich um Wertpapiere von mehr sIs c> ner Million Franken handelte, die vermutlich von einem Diebstahl herrührten. Lkhtsignale mtt einem — Raslerspiegel London, 25. August. (TR) Dieser Tage, geriet ein kleiner britischer Frachtdampfer an der Küste Englands in Seenot, Die Besatzung von II Köpfen — 10 Mann urd die 19-jährigc Tochter dos Kapitäns — sah bereits den siclicrcn Tod vor Augen. Die letzte der 24 Raketen war bereits abgeschossen worden, ohne da3 ein Schiff diese Hilfesignale bemerkt hätte. Da kam der Kocli auf die Idee, Lichtsignale anderer Art zu senden und zwar mit Hilfe des — Rasierspiegels. Tatsächlich wurde ein Küstendampfer auf diese Weise auf die Schiffbrüchigen aufmerksam und sandte ein Rettungsboot zur Hilfe, das die 11 Menschen knapp vor dem Untergang des Schiffes rettete. GenfatfoneRer 6dDniutf&ie6- nm DER TATER OEFASST UND WIEDER ENTSCHtOPFT Zagreb, 20. August. Im Hotel »LI-sanj« in Novi wurde unlängst ein aufsehenerregender Hoteldiebstahl verübt, wobei dem reichsdeutschen Staatsbürger Prof. Beno S c h ö 11 e r aus Koblenz, der sich auf Erholung an der Adria befand, verschiedene Schmuckgegenstände im Sachwerte von weit über 100.000 Dinar gestohlen wurden. Darunter befand sich außer einer Perlenkette auch ein kostbarer Ring mit einem echten Skarabäus-An-hlnger, der aus einem Pharaonengrab stammt und vom Nürnberger Museum auf 8000 RM geschätzt worden war. Der historische Wert aller entwendeten Schmuck stücke ist noch viel höher. Die Zagreber Kriminalpolizei, die von dem Hoteldlebstal verständigt worden war, stellte eine Umfrage bei allen Juwelleren und Goldarbeitem der Stadt an, worauf sich der Zagreber Goldarbeiter Franjo Kaiser, vom Mariöev prolaz, bei der Polizei meldete. Er brachte einige Schmuckstücke mit, die er nach seiner Angabe am selben Tage von einem Unbekannten um den Spottpreis von nur 150 Dinar erworben hatte. Darunter befand sich auch der kostbare Skarabäus mit dem Wappen der Pharaonen. Der Kriminalpolizei gelang es in weiteren Nachforschungen, den wiederholt vorbestraften Einbrecher Dragoslav M i t r o v i i als Täter festzustellen. Mitrovld wurde dieser Tage In Osijek auf der Straße verhaftet. Er gestand den Einbruch In Novi ein und gab an, die Schmuckstücke in Zagreb und anderen Städten billig losgeschlagen zu haben. Mitroviö war auch steckbrieflich verfolgt. Als er von Gendarmen nach Novi^ eskortiert werden sollte, um dort im Hotel einem Ortsaugenschein beiwohnen zu können, gelang es dem Gauner unterwegs, den Gendarmen zu entspringen. Die Verfolgung des gefährlichen Einbrechers wurde sofort aufgenommen. TragWie auf hoher See. London, 25. August. (TR) Dor deui-sche Passagierdampfer »Windhuk«, der sich auf der Fahrt nach Kapstadt befindet, teilte durch Funksprucii mit, daß einer seiner Passagiere, Miß Helen Alcxan-dria L a g r a n g e, Direktorin einer Schule in Kapstadt, wälirend der Nacht über Bord gefallen sei. Drei Stunden lang dauerte die Suche nach der Verunglückten. Da sie erfolglos blieb, setzte der Dampfer die Fahrt wieder fort. 10 Minuten versichert San Pr a n c i 3 c o, 25. August (TK) Ein seltener Versicherungsfall trug sich hier dieser Tage zu. Der Bürscnm;ikler Bcrinji; hatte eine Lebensversicherung auf 1 Mi^'ion Dollar abgeschlossen. Als er nach etwa 10 Minuten das Gebüudc des Vcrt;irncTun|_;.-.Institutes verlic3, wurde er von einem Auto zu Boden gcschlcud.-r! upd isbcnuhron. Nüchsten Tag erhic'.t sei Kü Witwe die Iiohe Vcrsiclierungssumnie von 1 Million Dollar ausbezahlt. 6oMlj unD Xomf^ Deute DinfleridDtet DIE LETZTEN STITMDEN DL» RAUBAlöRDER VON BREZIK-LAMINCl B a n j a I u k a, 26. August. Wie bereits angekündigt, sind die beiden Raubmörder von Brezik-Laminci, Georg S o-v 1 1 j und Michael T o m i (^, die nicht weniger als sechs Menschenleben am Gc wissen hatten und deshalb zum Tode ver urteilt wurden, heute frühmorgens im Hofe des Kreisgerichtes von Banjaluka durch den Strang hingerichtet worden. Die Todesstrafe vollzog Scharfrichter Dragutin Hart aus Sarajevo. Ais gestern vormittags die beiden Todesdelinquenten in den Verhandlungssaal des Kreisgerichtes gebracht worden waren, um die Mitteilung von der bevorstehenden Hinrichtung entgegenzunehmen, erschienen sie bereits ohne Ketten und Handschellen. Nach Verlesung des Aktes des Justizministeriums durch den Kreisgerichtspräsidenten Dr. B I j a i c erbleichten Sovilj und Tomic zu gleicher Zeit. Sovilj fand sich gleich wieder zu- recht, während Tonviertrittes. Gestern wurde von Orenzorganen etwa 30 Meter vor der Staatsgrenze bei Sv. Duh die 34jährige Angela K r o s 1 in dem Augenblick verbal tel, als sie versuchte, insgeheim die Grenze zu überschreiten und sich nacii Deutschland zu begeben. Die Festgenommene gab an, sie hätte ihren Bruder in Kibiswald besuchen wollen. Auf Grund der LeibesvisKation und der Dinge, die man bei ihr vorfand und die den Schluß ;aif Späherei zulassen, wurde Angela ' Krosi In Haft behalten. j m. Ein rabiater Bruder. Der 46jährige 1 Adi>1f D i m n i k wollte vorgestern unbe dingt in das Haus seiner Schwester Albina Dimnik in Sv. Lenart eindringen. Da [ die Tür versperrt war, zerschlug sie Dim . nik und hesch-üdigte sodann noch einige Einrichtungsj;egenstände im Innern. Adolf Dininik wurde von Seiten der Behörden j das Betreten von Gasthäusern dnuernci ' verboten, m. Die nächste Grazer Fahrt des »Put- nlk« findet am 5. September statt. Fahr-' prel? 100 Dinar samt Visum. in. Die PIitv^;cr Seen und Crikvenica S'nii das Ziel der großen »Putnik«-Ge-sellsclinftsfalirt vom 3. bis 6. September, nosanjtarrangoment 030 Dinar. Anniel-dup-ren, Infonriationen usw. beim »Put-nik«. 6d^0ffr fni S)unfelii DAS ZIEL GLÜCKLICHERWEISE VERFEHLT. — EIN NICHT UNBEDENKLICHER ZWISCHENFALL AUF DER RADVANJSKA CESTA. Gestern gegen 9 Uhr abends gingen eine gewisse Angela K. und ihre Begleiterin Antonie S. auf der Radvanjska ce-sta aus Nova vas gegen Maribor. Auf der Höhe des Geschäftsladens Smeh holte die beiden Frauen ein Mann ein, der ihnen Vorhaltungen machte, warum sie um diese Zeit auf der Straße seien, auf der sie nichts zu suchen hätten. Der Radfahrer — es war ein gewisser Despot, B. — forderte die beiden auf, sich nach| loH-Hma Hause zu begeben, schwang sich sodann aufs Fahrrad und fuhr davon. Aus einer Entfernung von etwa 15 Schritten feuerte' er aus einem Revolver, mit dem er schon' früher umherfuchtelte, rwei Schüsse ab,' die jedoch dank der Dunkelheit ihr Ziel' verfehlten. Eine Kugel soll einer von den beiden Frauen dicht am Kopfe vorüber-' gesaust sein. Um den Vorfall interessiert sich jetzt die Polizei, Aus fUui p. Spende. Anstatt eines Kranzes auf das Grab des Apothekers Boio Orozen spendete der Gastwirt und Besitzer Herr Ernst Ferdo 100 Dinar für die Stadt-armen. p. Neuer Dirigent bei der Stadtmusik. Bei der städtischen Musikkapelle wurde Herr August Rakusa als neuer Dirigent angestellt. Derselbe ist zugleich auch Organist in der Stadtpfarre. p. Einschreibungen in die Schule der Glasbena Matica. Die Einschreibungen in die Schule der Glasbena Matica finden in der Zeit vom 1. bis 3. September von 9 bis 12 sowie von 15 bis 16 Uhr statt. Nachträgliche Anmeldungen täglich von II bis 12 Uhr. p. Vom Brückenbau. Der schon seit einigen Jahren bestehende Plan über den Bau einer neuen Brückc im oberen Stadt teil, und zwar am Breg ober dem Gasthause Heller oder über die Drau zum Do minikanerplatz ist wieder zum Tagesgespräch geworden. In der letzten Zeit wur dtn wiederholt Messungen durch aus Ljubljana entsandte Fachleute vorgenom nien. Hoffentlich wird sich der Bauplan bald verwirklichen. Zugleich treten aber auch die Wünsche der Bewohnerschaft bezüglich einer endlichen Erledigung der Wasserfrage in den Vordergrund. Ptuj braucht unbedingt eine Wasserleitung, dringender noch als eine neue Brücke. p. Kino Ptuj. Die Kinoleitung gibt bekannt, daß ab 1. September mit den .-e-geimäßigen Vorstellungen begonnen wird Vorstfchungcn finden sodann statt: an Wochentagen jeden Mittwoch und Donnerstag um 20 Uhr, Samstag um 20 Uhr, Sonntag zwei Vorstellungen, ii. zw. um halb 10 und halb 21 Uhr. p. Errettung vom Tode des Ertrinkens. Während einer Uebung stürzte ein Soldat in die Drau. Trotzdem er des Schwim mens kundig war, geriet er in einen gefährlichen Wirbel und wäre unfehlbar er trunken, wenn er nicht durch einen starken Wellengang nochmals an die Oberfläche gebracht worden wäre und dann gerett werden konnte. Der bereits Bewußtlose wurde durch künstliche Atmung wieder zu sich gebracht. p. Durch die Behandlung einer erkran- ten Kuh infizierte sich der 25jährige Land Wirt Stanko DraSkoviC und mußte in bewußtlosem Zustande ins Spital gebracht werden. Sein Zustand ist lebensgefährlich. p. Feuerwehrübung in Ormo2. Vergangenen Sonntag fand in Ornioz eine Feuerwehrübung statt, die an der dortigen Draubrückc abgehalten wurde. Es wurde! angenommen, daß die Brücke durch Brandbomben in Brand gesetzt worden sei. Die Feuerwehren nahmen mit vier Motorspritzen die Löscharbeiten auf. Die Uebung dauerte ca. 20 Minuten und klappte in allen Belangen. Burg-Tookino. Bis einschließlich Sonn tag der historische Großfilm »Der Katzensteg« nach dem gleichnamigen Roman von Hermann Sudermann. — In den Hauptrollen Hannes Stelzer, Brigitte Hor-ney, Willi Schur und Rudolf Klein-Rog-ge. — Ab Montag der erstrangige Gesellschaftsfilm »Verschlungene Melodie« mit Brigitte Horney und Willy Birgel, Regie Turzansky. — Am 1. September Eröffnung der neuen Saison: Zur Aufführung gelangt »Gräfin Walewska« mit Greta Garbo in Charles Boyer. Der größte Triumph der Königin der flimmernden Leindwand! Union-Tonkino. Zum letzten Mal Freitag die Repriese des fabelhaft schöncn Schlagerfilms »Tarantella« in deutscher Sprache mit der bezaubernden Jeanette Mac Donald und Allan Jones. — Ah Samstag das Wiener Lustspiel »Der letzte Wiener Fiaker« mit Leo Slezak, Liz/1 Holzschuh und Rudolf Carl. — Achtung! In Kürze kommt das Wunderwerk dff Kinematographie: »Hurrikan«, SIpotl^rfennad^tMen^ Bis einschließlich Freitag, den 26. August versehen die M a r i a h i 1 f - A p o-t h e k e (Mag. Pharm. König) in der Aleksandrova cesta I, Tel. 21-79, und die St. Antonius-Apotheke (Mag. Pharm. Albaneze) in der Frankopanov^ ul. 18, Tel. 27-01, den Nachtdienst. Aus Cäk c. Evangelische Kirchengemeinde. Sonn tag, den 28. August muß der Gottesdienst wegen dienstlicher Verhinderung des Pfari rers entfallen. Der nächste Gottesdienst findet am 4. September statt. c. Der 6. September in Celje. Am 6. September werden in Celje der Geburtstag S. M. des Königs und die 20. Wiederkehr der Gründung des jugoslawischen Staates gefeiert werden. Die Veranstaltung Hegt in den Händen der hiesigen So-kolgemeinde. Um 10.15 Uhr findet im Hofe der Stadtvülksschule eine Festversamm lung statt, an die sich ein Festzug durch die Stadtstraßen reiht. Der Umzug löst sich auf dem Deökov trg auf, wo vom Balkone des »Narodni dom« herab über die Bedeutung des Tages eine Festrede gehalten wird. c. Schulnachrichten. Die nachträgliche Einschreibung von Neulingen in die zweite staatliche Knabenvolksschule (ehemalige Umgebungsschule) findet am 1. Sep-j tember zwischen 8 und 12 Uhr statt. Diei Kinder müssen sich vorher einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. In diese Schulen müssen sich alle schulpflichtigen Kinder, wohnhaft im Wirkungsbezirk der ehemaligen Umgebungsgemeinde, einschreiben. Die Abgangsnachprüfungen an der staatlichen Knaben-Bürgerschule wer den am 30. d. abgehalten, die allgemeinen Nachprüfungen aber am 31. August. Die Einschreibungen finden am 1., 2. und 3. Sptember von 8 bis 11 Uhr statt. c. Wetterwendisches aus dem Sanntal. Mit der schönen Sommerzeit ist es nun wohl schon endgültig zu Ende. Die Abkühlung, die uns der Wetterumsturz mit seinen Schneefällen hoch droben in den Sanntaler Alpen brachte, ist ganz beträchtlich; der beliebte Gastgarten des Kaffeehauses »Merkur« liegt herbstlich verwaist da. Es vergeht aber auch kein Tag, der neben Sonnenschein nicht auch Regenfälle bringen würde. Man ist nie-, mals sicher. Auch am Bartholomäus-Tag (24. August), der sich an das Ende der, Hundstage anschließt und als Wetterlostag gilt, hat es geregnet: Regen an Bar-| tholomä soll ein gutes Zeichen sein, denn dann wird der Herbst trocken und die Kartoffeln geraten sehr gut. Dem Wein-| gärtner aber kündet der »Regen an Bar-, tholomä« nichts Gutes, denn er »tut den Reben weh«. c. Zunahme der Verkehrsunfälle. Die letzten Tage und Wochen brachten in Celje und Umgebung eine erschreckende Häufung der Verkehrsunfälle. In der Ipa-vecgasse stießen am Montag mittag zwei Kraftwagen zusammen. Die beiden Fahrzeuge wurden stark beschädigt. Die Insassen bliebe zum Glück unverletzt. In früher Morgenstunde desselben Tages stieß in der Krekstraße ein Fahrrad mit einem Personenkraftwagen zusammen. Der Radfahrer, Geschäftsdiener Jakob Go lez aus Celje, erlitt schwere innere Verletzungen. Der Verletzte wurde durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Man hofft, ihn am Leben erhalten zu können. Das Fahrrad wurde vollkommen zertrümmert. c Schaufliegen in Celje. Einen der wichtigsten Faktoren für die moderne, erfolgreiche Landesverteidigung bildet die Fliegerwaffe, denn sie ist es vor allem, die den Kampf mit eindringenden feindlichen Bombengeschwadern, di2 das Land bedrohen, aufzunehmen hat. Ein guter Kampfflieger wird man aber nicht über Nacht, im Gegenteil, lange, kostspie lige Ausbildung ist hiezu nötig. Da muß man jenen Männern Dank sagen, die es untcrnoi.'^mien haben, die vielen flugbegci yt'jrten Jungen in wohlgeordnete Gi Uppen zu sammeln, in denen sie Gelegenheit haben, sich im Segelflugsport, wel-chi^r die beste Vorbereitung für den Motorflug darstellt, auszubilden. Auch bei j uns in Celje haben wir einen Aeroklub t Samstag, 27. August Ljubljana, 12 SchalIp!. 18 Konzert, 18.40 Vortrag. 19 Nachr., Nationalvortrag. 20 Außenpolitik. 20,30 Schallpl. 21 Übertragung aus Rom. — Beograd, 18.15 Konzert. 19.30 Nationalvortrag. 20 Volksmelodien. — Prag. 16.10 Schallpl. 18.20 Blasmusik. 19.25 Hörspiel, 20.15 Bunter Abend. — Prag IL, 18 Neue Schallpl. 18.45 Lustspiel. 19.30 Hörspiel. 20 Bunter Abend. — Budapest, 19 Violinkonzert. 20 Unterhaltungsmusik. — Beromünster, 17 Blasmusik, 18.40 Schallpl. 19.55 Bunter Abend. — Paris, 20 Schallpl. 20.30 Sinfoniekonzert. Straßburg, 19.30 Konzert. 20.30 Unterhaltungsabend. — London, 18.30 Kammermusik. 20 Buntes Programm. — Rom, 19.30 Konzert. 21 Lustspiel. — Mailand, 19.30 Konzert. 21 »Der Mantel«, »Schwester Angelika«, »Gianni Schlcchi«, Kurzopern von Puccini. — Deutschlandsender, 17 Sport und Musik. 19 Ballettmusik. 20.35 »Der Friedenstag^:, Oper von R. Strauß. — Berlin, 18—20 Konzert. 20.10 »Die Glocken von Corne-ville«, Operette von Planquette. ~ Bres-laUy 18 Lustspiel. 19 Vortrag. 20.10 Bunter Abend. — Leipzig, 17 Sport und Musik. 18.45 Volkstanzweisen. 20.10 Tanzabend. — München, 18 Vortrag. 19 Konzert. 20.30 »Friedenstag«, Oper von R. Strauß. — Wien, 12 Konzort. 14.10 Sch. 15.30 Kinderstunde. 16 Konzert. 18 Lieder. 18.45 Lustspiel. 19 Konzert. 20.10 Bunter Abend. mit einer Segelflugabteilung, der uns am 4. September mit einem Schaufliegen von Segel- und Motorflugzeugen überraschen v/ird. Es geschieht dies zur Feier des zehnjährigen Bestandes der Ortsgruppe Celje des jugoslawischen Aeroklubs »Nasa krila«. Obmann des hiesigen Aeroklubs ist Herr . Apotheker Mag. Pharm. Andro Posavec. Die Schirmherrschaft über das hiesige Schaufliegen ha* Seine Hoheit Prinzregent Paul übernommen. c Einstellung von Junglehrern. Wie ge. meldet, sind in Slowenien kürzlich iiber 200 LehraiT!tanwärtef(inneny in dfo Volksych' Idifiist aufgenommen woruen. Die neuen DienststellcM wurd-^n bereits aufgeteilt, /^nton Kaiielcr komni' nacn Maria Reka (Schulbezirk Celje), Gabriel Sudar nach Slivnica (Celje), Hubertina BradaSka nach Galicija bei Celje, Alosia JeriC nach Svetina ober Celje. Ferdinanda Jankovic nach Jurkloster bei I.asko, Rai-munda Koman nach Sv. Lenart ober Las-ko, Angela Petek nach Razbor (Schul-bezirk LaSko), Vlada PetroCnik naeh Dramlje (Celje) und Hermine Sotlar nach St. Rupert bei Lasko. ^ »Mailborer Zeitnnf« Nommer 194. Samstag, den 27. Augost 193». ©trigenDr SebendunlerOol- tungdfoftrn Die Berliner Zeitschrift »Wirtschaft und Statistik« beschäftigt sich mit den LebwshaJtungskostcn in vefschledenen Ländern. Obgleicht die Preistendenz der Großhandelspreise in der Wett noch rückläufig ist, stiegen die Indexiiffem in den meisten Ländern außer Dflnemark, Finnland und Italien im letzten Vierteljahr. Die Erhöhung der Lebenshaltungskosten, die im Deutschen Reich nur 0.4®/o betrug und auch in Schweden, Norwegen und Frankreich mit 0.6 •/# verhältnismäßig gering blieb, erreichte in der Tsche-clioslowakei 1.3®/o, in den Niederlanden 1.8»/o, in Japan 22% und in England sogar 3.20/0. Diese Entwicklung ist fast ausschließlich auf eine verschiedentlich recht starke Erhöhung der Ernährungskosten zurückzuführen. In Frankreich, Norwegen, Schweden, Ungarn und den Vereinigten Staaten sind die Nahrungsmittelpreise z. B. um 1 bis 2*/o gestlegen, in der Tschechoslowakei um 3Vo, in den Niederlanden* um 4% und in England um 6.6®/o. Der Anstieg ist zumeist hauptsächlich durch höhere Ausgaben fUr Kartoffel und Gemüse bedingt In der Erhöhung der fUr den Kartoffelverbrfuch erforderlichen Aufwendungen kommen zu einem Teil jahreszeitliche Einflösse zum Ausdruck, da um diese Zeit der Verbrauch von Kartoffeln neuer Ernte einzusetzten pflegt. Unter dem Einfluß ungünstiger Wltte-rungsverhältnisse im Frühjahr, die sich teils In einer Verringerung, teils in einer Verspätung der Ernte auswirkten, gehen die Preissteigerungen jedoch vielfach Uber den durchschnittlichen jahreszeitlichen Umfang hinaus. SSdrfenberidftte L j u b 1 j a n a, 25. August. Devisen: Berlin 1742.03 bis 1755.91, Zürich 996.45 bis 1003.52, London 211.98 bis 214.04, Newyork 4310.53 bis 4352.05, Paris 11Ö.72 bis 120.16, Prag 149.93 bis 151.03, Triest 228.04 bis 231.13; engl. Pfund 238, deutsche Clearingschecks 14.50. Zagreb, 25. August. Staatswerte. Kricgsschaden 484—484.50, 4 proz. Agrar 62^3, 4 proz. Nordagrar 61.50-^2, f) proz. Begluk 92.50—93.25, 6 proz. dal-inat. Agrar 91.50—92.25, 7 proz. Investitionsanleihe 99—100, 7 proz. Seligmann 99, 7 proz. Blair 94.50—95, 8 proz. Blair 98.50-99.50; Nationalbank 7250, Priv. Agrarbank 230. X Unf^arns Schmali- und Speek- ausl'uhr. Ju der verflossenen woche v.'urdcn GO Waggons Schmalz und 10 \Vagj^ons gesalzener Speck vom Bu-(lapeslcr Markt und 16 Waggons Sclimalz aus den Provinzslädten nach Dculschland geliefert Die Schmalz- u. Spccklicfcrungen nach der Tschecho-sloNvrtkci beliefen sich auf 6 Waggons f^cüalzcncn und 5 Waggons Roh-spcck sowie auf 6 Waggons Schweineschmalz. l fördert Automoblllsmus. In den zuslandigeii Budapester Mini-sU ricn wird eine Aendcrung derZoll-bcslimmungen für die Einfuhr von Aulobcstandteilc beraten. Danach sol-Ic.i Aiilobcstandtcilc, wenn sie f. Mon-tnjjezwcckc von Automobilen verwen-(IcL werden, zollfrei eingeführt werden. Die HrrlchLiiii^ von Montagcwerk-.slällcn wird von dcutsclten, italieni-sciion und enc^lisciien Autofirinen be-Irioben. X Netie Holx«xportlconiiitloiiin von Deutschland erlaiigt Die Tagung des deutsch-jugoslawischen Holzausschusses in Crikvenica wurde Mittwoch nachmittags beendet und die Delegationen reisten bereits ab. Das Ergebnis der Konferenz ist noch unbekannt, doch versichern die Konferenzmitglieder, daß Deutschland in der Frage der Holzausfuhr Jugoslawien neue Konzessionen eingeräumt hat Die Beschlüsse werden verlautbart werden, sobald beide Regierungen das Ergebnis der Besprechungen genehmigt haben werden. X Die Jugoflawlich-österrelchlsche Handelskammer iii Wien wurde jetzt aufgelöst. Fortan wird die jugoslawischdeutsche Handelskammer In Berlin die Interessen unserer Geschäftsleute in Deutschland wahrnehmen. X Die Einlagen bei den 29, Sparkassen Sloweniens sind im Juli um 21,494.720 auf 1.094,884.000 Dinar angewachsen. X Raachea Afüttigeo des Clfaringsal-dot mit Deutschland. Der Rückgang der Clearingmark, der in den letzten Tagen die Exporteure beunruhigt hat, ist durch das rasche Ansteigen des jugoslawischen Ciearingsaldos im Handelsverkehr mit Deutschland bedingt. Binnen Monatsfrist erhöhte sich der Saldo von 7.36 auf 15.70 Millionen Mark, d. s. mehr als 122 Millionen Dinar. — Im Verkehr mit Italien wurde der alte Saldo, der noch 5.1 Milllo nen Lire ausmachte, dieser Tage abgezahlt. Im neuen Clearing erhöhte sich der Saldo um eine Kleinigkeit und beträgt gegenwärtig 102.7 Millionen Dinar. X Der Hopfenertrag ta Deutschland dürfte sich nach den neuesten Berichten auf rund 228.130 Zentner stellen. Die Em te ist nicht einheitlich, doch wird sie von der vorjährigen nicht viel abweichen. Die Qualität des Hopfens ist gut In Frankreich dürfte sich der Ertrag auf 42.OÜ0 Zentner stellen und in P 01 e n auf 55ÄX) Zentner. Im Sanntal ist der Ertrag, wie bereits gemeldet, um etwa 30 Prozent geringer als im Vorjahr und wird sich auf etwa 30.000 Zentner stellen. X StraBeoban. Am 21. September wird im Bautenministerium die Anbotversteigerung für die Modernisierung der OI>er-krainer Reichsstraße Nr. 2 zwischen Kranj und Naklo abgehalten. Dieser Abschnitt ist 8.65 Kilometer lang und beträgt der Voranschlag 10.3 Millionen Dinar. Utod Ständen natürlich entfallen, die klassi'. sehen Laufarten könnten in Lahti durchgeführt werden, das sich bereits anläßlich der vorjährigen Weltmeisterschaften als Veranstaltungsort vorzüglich bewährte. 9o|t 360 etunfrcnfilonitttr Auf dem Salzsee von Bonneville unternahm Kapitän E y s t 0 n auf seinem »Blitzstrahl« einen Angriff auf den absoluten Schnelligkeits-Weltrekord. Auf der Hinfahrt erzielte er eine Geschwindigkeit von 558.572 Stundenkilometer. Bei der Rückfahrt versagte der elektrische Zeit-messungs-Apparat, so daß keine Zelt gestoppt werden konnte und die Anerkennung von Eystons Leistung als neuer Weltrekord daher nicht möglich ist. Den Rekord hält Eyston seit dem Vorjahr mit 501.075 Stundenkilometer. (M) fitnt fl« toor Da die Mannschaft des SK Celje unabkömmlich Ist, sprang der SK Olymp in die Bresche und wird am Sonntag ein Gastspiel in Maribor absolvieren. Die Gäste vermochten in den vorjährigen Meisterschaftsspielen wiederholt das allseitige Interesse auf sieh lenken und noch heute sind ihre Erfolge vor allem gegen die Gegner aus der Gruppe LJubIjana In bester Erinnerung. »Marlbor«, dessen Team den Gegner abgibt, wird daher eine genug harte Nuß zu knacken haben. Das Spiel findet um halb 17 Uhr auf dem »Rapldc-Sportplatz statt. Sal^nrtnnfii 6er TtoftfoTyrer Sonntag um 14 Uhr geht Im »Zeleznl-2ar«-Stadion das erste diesjährige Flachbahnrennen der Radfahrer in Szene, das fünf interessante Rennen vorsieht. Einleitend findet ein Juniorenrennen Uber 10 Runden —• die Runde beträgt 450 Meter statt, worauf über 20 Runden das Hauptrennen und darnach über 25 Runden das Zielrennen gefahren wird, bei dem nach jeder fünften Runde gewertet wird. Anschließend folgt ein Handicap-und zuletzt ein Trostrennen. Unter den Startenden befinden sich durchwegs klingende Namen des jugoslawischen Rennsports. OIvmpMdte ^DfnttrfpMe in äHnnlanD Vor einigen Tagen versammelten sich in Helsinki die Vertreter jener Behörden und Organisationen, die an der Vorbe-. reitung der Olympischen Spiele teilhaben Der neue Ausschuß faßte In Anbetracht des Umstandes, daß Norwegen vor allem an der Durchführung der Olympischen Winterspiele im Jahre 1944 Interes siert ist, den Beschluß, im eigenen Lande für die Abhaltung von Winterspielen anläßlich des Olympiajahres 1040 einzutreten. Die alpinen Bewerbe sowie die Bobkonkurrenzen müßten unter diesen Um- : Jagd nach Schwimmrekordeft In Ljubljana weilt schon seit mehreren Tagen die Schwimmriege des SuSaker »Viktoria«, die am Sonntag im Kampfe um den Adria-Pokal mit der »lUrija« zusammentrifft. »Viktorlas« Schwimmer benützen die Tage vorher zum Training und zu Rekordversuchen. Gestern gelang es der Brustschwimmeren Zlata BorJiC tatsächlich den Staatsrekord über 400 Meter Brust auf 7:37.3 herabzudrücken. Allerdings legte die »llirija«-SchwlmmeTin Werner die Strecke In 7:20.6 zurück, doch kann ihr Rekord nicht anerkannt werden, da sie nicht jugoslawische Staat«; bürgerin Ist. : Hecht schlug Cejnir bei einem Prager Klubturnier mit 2:6, 4:6, 6:3, 6:4, 6:3. Drobny revanchierte sich gegen Si-ba mit 1:6, 6:2, 6:3, 5:7, 6:3. : Im Tennls-M»ropa-Cup geht gegenwärtig in Budapest die Begegnung Ungarn—Italien vor sich. Ungarn führt 3:1. : Im Tenniskampf Lemberg—Zagreb, der 3:2 schloß, schlug Kova5 den polnischen Nachwuchsspieler Kolc mit 3:6, 6:3, 5:7, 6:2, 6:2, während Bawarowski gegen Miti(5 beim Stand 1:6, 6:0, 3:4 zurücktrat. : Jugoalawieos Leichtathleten Im Trainingslager. Die jugoslawischen Vertreter, die bei den leichtathletischen Balkan-Spielen am 11., 17. und 18. September in Beograd auftreten werden, belinden sich bereits im Trainingslager in Beograd. Die technische Vorbereitung besorgen die Sportlehrer Klein, Kaltenbach u. Czerge. : Jugoslawiens FuBballatiswahl, die am 28. d. in Zagreb gegen die Tschechosto-wakei antritt wird sich wie folgt zusammensetzen: Glaser, Hügel, Dubac (Mato-516), Lechner, JazbinSek, Kokotovie, Si-poS, Antolkoviö, Petroviö, Cabrlö und Ze-CeviC. : Battesini fuhr Weltrekorde. Auf der Mailänder Vlgorelli-Bahn, die sich als rekordfähigste Bahn Europas erwiesen hat, griff der Italienische Straßenfahrer Fabio B a t t e s i n i die bisher von Michard mit 1:10:4 bzw. 1,06.6 Minuten gehaltenen Weltrekorde über einen Kilometer mit stehendem und fliegendem Start an. Battesini konnte beide Bestleistungen un terbleten und fuhr 1:10.0 »stehend« sowie 1:05.2 Minuten »fliegend«. Von Grete Sölch. Vergänglichkeit. i'rotzcicm manch schöne Augen lieiße Schmerzenstrinen du entlockst, du, die nit Urgewalt in jedes Erdenkindes Sein dein Zopler schwingen darfst und schadenfroh ein sehnsuchtsbleiches Gesicht erblickst, kanns deiner Beute allzusehr r.iclit frühach werden. Denn wisse: das Gesetz des Lebens hat dich, Vina< t Ol» Mindcsttax« fOr «Ina klalna Anaala« batr40t lOOlnar / POrdia Zu* ■andung von ghiffr.SHafantalalnaVaMMirvon lOOlnarauaHa Anfragan Ist alnaOabOhrvonSDInennFeeliTWrtianbeleMeeNli yptsäiUidiiiita Schultaschen sowie Rucksäcke in großer Auswahl enipfiehlt Kravot. Aleksan-drova c. 13. 8251 ReoiHäitk Mehrere Bittplütz« in der Smetanova ulica zu verkaufen. Anzufragen Purkbardt. Marlbor. 8299 ¥UlUUiftl$ Ge£chttiUloveaUri 2 Betten« Nach'kästchen, eine Psyche, alles in ^tcm Zustande, btl-lig zu verkaufen. Informationen erteilt fidler» RadvanJ-ska 9, 13—15 Uhr. 8216 iagdgewehr, läcal.. u. Jasd-tasche zu verkaufen. Ussar. Giavni trg L 8284 Diwan zu verkaufen. 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Juli in Zagreb veranstaltet worden ist, Die reichbebilderten Aufsätze geben ein Ubersichtiiches Bild Uber die Schönhelten unserer Adria wieder. b Dlustrirte Zeitung Lclpiig. Die neueste Nummer dieser hervorragenden Wochenschrift befaßt sich eingehend mit der SUdsee und vor allem mit der Inselwelt der Philippinen. Belehrend sind auch die übrigen Aufsätze, die sich au! verschie-dene Gebiete erstrecken. Zwei bessere Frlnleln oder Herraa werden auf Wohnuns Senommen. MeUskt cesta 10. •ver. 8300 Möbl. Zlnmar KoroKeva 7« Part., Tflr l. 8304 OfiftM SUUtk Mädcb« für aUas von 20— 30 Jahren, perfekt im Aufriu man sowie mit KochkeaatDls seo tum toiortixen Eintritt gesucbt. Lohn 250 Dinar. — Apothekf» OornJa Radfona. 8224 Nettes, ehriiches Mädclien I mit etwas Qeschlftskennt« nisten für einen Ausschank wird ab 1. Sentember auffe-nommen. Adr. Verw._8Ä1 Lehrllas wird aufgenommen. PreSern. Spezerelgeschäft. Maribor. 8302 StnbenaildclMa aad Erfleheria (Lehrerin) sucht Plaue. 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August um halb 5 Uhr von der Leichenhalle in Po-breije am Magdalena-Friedhof zur letzten Ruhe beigesetzt. Die hl. Seelenmesse wird Montag, den 20. August um 7 Uhr frtih in der Domkirche gelesen. Die tieftrauemd hinterbllebenen Familien Csemec, Stark, Dolkovska. Marlbor, Innsbruck, München, am 25. August 1938. » Typ Euelin »9 Roman uon Karl Schmidl Copyright Horn a CoO*m. b. H., Btrifn U/SS »Was meinten Sie damit?« fragte der Staatsanwalt Frank. >Mcin Beauftragter glaubte in einem Angestellten des Werks den Spion gefunden zu haben und teilte mir dies mit. Ich habe jedoch einwandfrei festgestellt, daß der Verdacht unbegründet war.« »So glauben auch Sie an den Spion?« Frank zuckte die Achseln. vich glaubte wenigstens einmal daran, wie Ihnen der Brief zeigt.« Der Verteidiger hatte leichte Arbeit. Der Staatsanwalt selbst beantragte Freisprechung. Die Anklage war vollständig zusammengebrochen. Die Geschworenen 7ogen sich zurück und kamen rasch wieder. Das Publikum begrOBte den Freispruch mit lebhaftem Händeklatschen. Jedermann war felsenfest Oberzeugt, daß die Leitung der Mauruswerke mit ihrem Spionenverdacht Gespenster gesehen habe. Maurus war blamiert. Für die Pressieute war der Fall eine tnttäuschung. Evelin schritt mit stolz erhobenem Kopf neben Dunker hinaus. Da zuckte sie zusammen. Sie sah Frank in ein Gespräch mit dem Sinnisfaeremann vertieft, das anscheinend recht herzlich verlief. Eine böse Ahnung preßte ihr das Herz zusammen. Maurus, Möller und Sealson warteten vor dem Fortal. Endlich kam Frank zwischen Dr. Löwenbrück und dem Schweden. Als er die drei sah, zog eine dunkle Wolke Über sein eben noch sehr freundliches Gesicht. .>Herr Horn, ich bitte Sie um Verzelh-un;,', trafen Sic es Evelin nicht nach«, drückfc Dr. Maurus hervor. »Herr Maurus, ich danke meinen Freun den Möller und Sealson, daß sie Sie gezwungen haben, die Wahrheit zu sagen. Ihnen aber danke ich nichts, Ihnen und Ihrer Tochter verzeihe ich auch nichts. Ich bin mit dem Mauruswerk fertig, Sie werden wieder von mir hören 1« »Um Gottes willen, was haben Sie vor, Horn?« »Herr Möller, bei der ganzen Sachc ist es mein tiefster Schmerz, daß ich nicht mehr mit Ihnen und Sealson arbeiten kann. Aber in dieser Atmophäre von hy^ sterischem Mißtrauen und krassem Undank ist kein Platz für mich. Ich stehe ab morgen !m Dienste des Herrr. Sinnis-faere. Leben Sie wohl, meine Herrenf« Maurus war wie vom Schlag getroffon. Möller und Sealson zogen ihn zum Auto. »Herr Mnurds, der Mann, der Sie heute verläßt, kam als Bettler zu Ihnen und brachte Ihnen Millionen«, sagte Möller, als sie Lichtenberg zu fuhren. Der Fabrikant seufzte. >Und jetzt geht er zu Sinnisfaerel Wer ist schuld daran?« »Ihre Tochter und der stupide Glatzkopf Dunker. Keine Haare, aber sehr viel Heul« antwortete Möller respektlos. Als sie im Werk ankamen, erwartete sie eine Ueberraschung. Wolters war da. »Wie kommen S i e daher?« »Aus Stockholm 1 Sinnisfaere weiß alles! Man hatte mich seit sechs Tagen ein gesperrt. Gestern ließen sie mich laufen. Was ist mit Horn? Holm, dieser verfluch te Hund, sagte zum Abschied mit einem so merkwürdigen. Lächeln, daß ich mir sagen mußte, daß dahinter etwas Besonderes steckte, zu mir: »Jetzt dürfen Sie gehen. Jetzt gehört Horn uns!« Möller setzte'sich auf den Eckstein des Hauses. Das war zu viel. Er durchschaute mit einem Schlag das ganze Manöver, das dazu angelegt war, um ihnen Horn zu rauben. Gerade kamen Evelin und Dunker daher. Da fuhr der Direktor mit hochrotem Gesicht auf und rief ihnen ent gegen: »Wissen Sie, für wen Sie heute gearbeitet haben?« Evelin sah ihn befremdet und hochmütig an. »FUr Sinnisfaere!« Dann lachte er grell auf. »Ach Gott, ich durchschaue alles. Dieser Sinnisfaere ist neunmal schlauer, als wir gedacht haben. E r hat Horn angezeigt, um ihm unser Werk gründlich zu verleiden. Er hat damit gerechnet, daß ihre Unentschlossenheit, Herr Maurus, und der Haß Ihrer Tochter ihn dabei unterstützen, wie es auch wirklich geschehen ist. Und jetzt hat er ihn gestohlen, wie unsere Erfindungen, und hängt uns noch einen Prozeß auf, weil wir behauptet haben, daß er die Erfindungen — die er tatsächlich gestohlen hat — gestohlen habe, und wir werden diesen Prozeß ver Heren, zahlen und Widerruf leisten und blamiert vor der Welt dastehen, während Sinnisfaere mit seiner gekränkten Unschuld Reklame macht. Den einzigen Mann, der Sinnisfaere wirklich gewachsen war, haben wir jetzt glücklich hinausgeekelt. Sie haben uns heute einen großen Dienst erwiesen, Fräulein, und Sie auch, Dunker, mit Ihrer Hundedummheit. Es ist eine Lust zu leben!« Sprach's, eilte durch die Tür und schlug sie zu, daß das Haus zitterte, ehe Dunker, der mit offenem Mund' dastand, gegen die Beleidigung Protest erheben konnte »Recht hat er«, murmelte Maurus. Währenddessen speisten Frank Horn und Björn Lyß im Hotel Adlon. XI. Auf der Gegenseite. Das gleichmäßige Rollen der Räder des Schnellzugs und die eintönige, weiße Ebene, die draußen vorbeiflog, schläferten Frank Horn ein. Während er lässig mit halbgeschlossenen Augen in einem gepolsterten Winkel seines Coupees lag, waren seine Gedanken unaufhörlich bei Evelin und in seiner Phantasie erstand ihm ihr edles Gesicht, lächelnd und freundlich, wie es einst an der schäumen den Moesa sich ihm gezeigt hatte, damals, als ihn wie eine düstere Prophezeiung das Schicksal des Polykrates gedrückt hatte. Nun hatte es sich erfüllt. Ihr maßloser Stolz hatte ihn gestürzt. Sie konnte es nicht ertragen, daß der Rennwagen, der ihren Namen stolz in die Welt tragen sollte, untätig in der Garage blieb. Von der Gewalt des Schicksals gezwungen, hatte Frank die Hand dazu rei chen müssen, ihren Lieblingstraum zu zer stören — und sie hatte ihn nicht verstanden. Es war ihm gewiß auch nicht leicht gefallen, dem Gegner das Feld zu überlassen. Er empfand keinen Zorn mehr gegen die geliebte Frau. Ein bitterer Vorwurf gegen die zwingende Macht des Geschickes hatte alle anderen Gefühle in ihm zurückgedrängt. Sonja hatte doch nicht unrecht gehabt. Wie hatte sie gesagt?: »Wir kämpfen vergebens gegen diese Gewalten. Mühsam klimmen wir empor und fallen eines Tages— und die Tragödie ist fertig.« Die Räder knirschten unter dem Druck der Bremsen. Stockholm! In tiefe Träume versunken, hatte Frank nicht bemerkt, daß der Zug bereits einen Arm der Mälaren überquert hatte un