Vrikvumeratisus - Preise: Für Laibach: «aazjährig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ vierteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich . , . — „ 70 „ Mit der Post: Ganzjährig ...... 12 fl. Halbjährig................ g «icrteljährig 3 I 5itr Zustellung in- HauS 'ertelj. 25 kr., monatt. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. Laibacher 4- Redaction Bahnhofgaffe Nr. 13S. GxveditionS- L Juserate«-Bnreau: Tongreßplatz Nr. 81 (Buch. Handlung von Jg. v. Klein-mayr L Fed. Bamberg.) Jnsertious-reisxf^^ Für die einspaltige PetitzeiüiV 5 4 kr, bei wiederholter Ein» sckaltung L 3 kr. ' , ' Anzeigen bis S Zeilen 20 kr. «nonvme Mittheilungen werden nickt berücksichtigt; Manuskripte nickl zurückgesendet. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entspre» / chender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 225. Montag, 2. Oktober 1876. — Morgen: Landid. S. Jahrgang. Landwirthschastliche Gesetzgebung. (Fortsetzung.) Der Landwirth trägt durch die Grundsteuer an und für sich schon einen erheblichen Theil der Staatsauflagen; er belheiligt sich ferner infolge der großen Anzahl seiner Angehörigen in überwiegendem Maße an allen allgemeinen Verbrauchssteuern ; rs ist daher nicht gerechisertiget, ihm den Vorschuß sg bedeutender Verbrauchssteuern aufzulegen. Die Salz sieuer lastet zum größten Theile auf der Landwirthschaft, und ist auch deshalb eine ungerechte und irrationelle Steuer, weil sie einen Gegenstand trifft, der ein gleichmäßiges Bedürfnis für alle, ohne Rücksicht auf Vermögens- oder Erwerbsverhältnisse, bildet und nicht einem freiwilligen Genüsse unterliegt. Man hat versucht,'die üble Wir-kung dieser Steuer auf die Landwirlhschaft dadurch abzuschwächen, daß man das zur Viehnahrung bestimmte Salz von der Steuer befreite, allein man wendete einmal aus Unkenntnis unzweckmäßige De-"untalionsmittel an, dann aber sind die vorgeschriebenen Cautelen für den Landwirth so belästigend, daß er es nicht selten vorzieht, die Steuer zu erlegen, statt sich diesen Belästigungen zu unterziehen. , Dadurch wird weder die ihr anhaftende allge-d s > H."3erechtigkeit, noch die Thatsache gehoben, a« sie in unverhältnismäßiger Weise auf der land-MtzschirMcheli Bevölkerung lastet. Deshalb Besetzung der Salzsteuer! Was die Zuckersteuer betrifft, so ist der ^u»er, wenn auch kein eigentliches Nahrungsmittel, so doch ein so allgemein eingebürgertes Genußmittel und dessen Verbrauch allmälig ein so verbreiteter geworden, daß die Steuer wenigstens die etwas be-mittelien Stände ziemlich gleichmäßig triffl ; es ist derselben dadurch, daß sie nich! von den Producenten der Runkelrübe und nicht von der Bodenfläche erhoben wird, die für die Landwirlhschaft verderblichste Wirkung genommen. Die Landwirlhschaft kann daher sehr wohl, so lange sie dringendere In-tereffen zu verfolgen hat, jeden Widerstand gegen die Zuckersteuer vorläufig zurückstellen und diese Aufgabe denen überlasse» , welche jede Steuer auf allgemeine Nahrungs- und Genußmittel überhaupt für unzulässig erachten. Ein weiteres Postulat der Landwirthschaft ist, daß die Zollgesetzgebung im Sinne des Freihandels ausgebildet werde; in erster Linie für ihre Producte und solche Gegenstände, die zu ihren noth-wendigen Betriebsmitteln gehören, wie Eisen, Holz, Maschinen, künstlicher Dünger, Sämereien rc., dann aber auch für die allgemeinen Verbrauchs-gegenstände. Ein hoher Zoll auf letztere wird ihr die Arbeit immer mehr vertheuern und so zuletzt einen Betrieb unmöglich machen. Von nich! minderer Wichtigkeit für die Landwirthschaft als die eigentliche Zollgesetzgebung scheint die Frage des Frachtenverkehres und der Transportkosten zu werden, und hier ist es, wo die Liebig'schen Sätze der Mineraltheorie uns in erster Linie als leitend an die Hand zu gehen und zu führen im Stande sein werden. Vogel sagt darüber: „Die Begründung der Lehrer, daß das Vorkommen der unorganischen Be- standtheile der Pflanze, wie sie die Aschen ergeben, keineswegs ein zufälliges fei, daß sie vielmehr eine unentbehrliche Bedingung der Pflanzenwelt bilden, daß demnach in der Zufuhr von Mineralkörpern ein Mittel zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit beruht, hierin liegt nach den allgemeinsten Umrissen das Wesen der Mineraltheorie Liebigs. Binnen kurzem werden sich Verhältnisse und Forderungen der Landwirthschaft entwickeln, von denen bisher wol nur wenige eine Ahnung hatten. Die eigentliche Bedeutung der Eisenbahnen für die Landwirthschaft wird sich erst dann vollkommen erschließen, wenn es gelingt, die Ausgleichung der mineralischen Boden-bestandtheile auf größere Entfernungen zu bewerkstelligen. Bei den dermaligen Transportpreisen ist dies offenbar noch unmöglich; allein alle Anzeichen sprechen dafür, daß das ganze Eisenbahnsystem einer wesentlichen Umgestaltung entgegengeht. Die Industrie eröffncte in erster Reihe den Kampf, indem sie den Pfennigtarif für das ihr unentbehrliche Brennmaterial und die Rohstoffe forderte. Jetzt ist das Verlangen nach Staatsbetrieb der Eisenbahnen allgemeiner. Die Eisenbahnen werden den Staatsstraßen gleichgestellt, sie sollen die Betriebskosten decken, nicht aber eine Rente abwerfen. Erst dann vermögen sie der Landwirthschaft die Dienste von allgemeinen Verkehrsstraßen zu leisten. Wenn es möglich wird die mineralischen Boden-bestandtheile, wie Thon, Mergel, Sand re., welche an so vielen Orten im Überschüsse vorhanden sind, nach entfernten Orten zu verführen, dahin, wo sie fehlen, dann erst wird man die von Liebig aufgestellten Grundsätze der Bodenfruchtbarkeit in ihrem Jeuilleton. Coeur-Dame. Novelle von Fr. Willibald Wulff. (Fortsetzung.) aeben^R?^>"^' in welchen Luise die ihr über-Nähe des Fens.'""* verschlossen hatte, stand in der Krm »nn Mit einer erklärlichen Hast eilte den k-j„°e ^7!"' °°" Wu ZurLeichen-sich eine Svur n daraus zu. Nirgends zeigte Schlosses. gewaltsamer Sprengung des ^in Fräulein," sagte die Ge-Ä den Schlüssel reichte, ikr-^ Elches sich unter dem Schutze st«-- haben Sie da- Packet ge-« ^ ^ v. Simmern, sie scharf fixierend. Gen- u dem durchbohrenden Blicke der Generalin mit e.ner Miene, die für jeden vor- urlheilsfreien Richter allein hinreichend gewesen wäre, ihre Unschuld zu bekräftigen. Sie bezeichnte mit der Hand eines der Fächer als dasjenige, wo sie die Papiere verborgen hatte. Das bezeichnete Fach war leer. „Ist Ihnen noch erinnerlich, mein Fräulein, wie groß die Summe war, welche ich Ihnen anvertraute?" inquirierte die Generalin weiter. .Gewiß, gnädige Frau, es waren viertausend Thaler." „Ein ganzes Vermögen," bemerkte einer der nächststehenden Diener. .Wann haben Sie den Diebstahl entdeckt?" „Wenige Minuten vorher, als ich zu Ihnen eilte," entgegnete Luise, jetzt vollkommen gefaßt. Eine Falle bildete sich auf der Stirn der Generali». „Was hatten Sie so früh in diesem Zimmer zu thun," fragte sie rasch, gleichsam als wollte sie dem Mädchen keine Zeit gönnen, sich auf eine Antwort vorzubereiten. Was sie mit dieser hastigen Frage beabsichtigte, wird ohne Zweifel unklar erscheinen, aber Frau von Simmern gehörte zu der Klasse von Menschen, welche sehr schnell geneigt sind, ein Urtheil zu fällen, wenn sie auch später alles darum geben möchten, dieses Urtheil wieder ein-zulösen. „ES war ein Brief in dem Secretär, den ich brauchte," antwortete Luise, das Auge zu der Generalin aufschlagend. Diese Worte trugen das Gepräge der Wahrheit, aber Frau von Simmern war verblendet genug, hinter dieser Entgegnung einen ändern Beweggrund zu vermuthen. Sie vermied es zwar noch, offen auszusprechen, daß sie Luise für die Diebin hielt, aber der verdächtige Blick, den sie auf dieselbe richtete, verrieth die Empfindung des Innern. Bisher war das Mädchen zu arglos gewesen, um zu wähnen, daß sie überhaupt nur in den Verdacht kommen könnte, den Diebstahl begangen z« haben, jetzt fiel es ihr plötzlich wie Schuppen von den Augen und eine flammende Röthe überflog ihr bis zu diesem Moment blasses Antlitz. Mit der ruhigen Würde gekränkten Ehrgefühls sagte sie in festem Tone: „Gnädige Frau, ich ersuche Sie, mir zu gestatten, mich zurückziehen zu dürfen, bis eine polizeiliche Untersuchung meine Gegenwart erfordert. Bis dahin aber..." wahren Werthe würdigen lernen, dann erst wird die Landwirthschast ihre bisherige Abhängigkeit von miß. ttchen Bodenverhältnissen vollkommen abstreifen können. Auch dem ursprünglich unfruchtbarsten Boden ^ kann eine reiche Ernte alsdann abgenommen werden. Die bisherigen fast unzählbaren Abstufungen der Ertragsfähigkeit des Bodens werden allmälig verschwinden und der Landmann bleibt neben dem Klima nur auf seinen eigenen Fleiß und seine -Kenntnisse in Rücksicht der Erfolges angewiesen. (Schluß solgt.)___________________ Politische Rundschau. Laibach, 2. Oktober. Inland. Das Handschreiben des Kaisers von Rußland an den Kaiser von Oester-reich drückt, wie die .Pol. Corr." sich vernehmen läßt, den festen Willen des russischen Monarchen aus, sich nicht von der Politik des Kaisers Franz Josef zu trennen; es betont gleicherweise den Wunsch, Hand in Hand mit sämmtlichen Mächten des Welt, theiles die Lösung der obschwebenden Fragen zu suchen. Wir können natürlich nicht für den Wort laut dieser Sätze einstehen — entzieht sich doch ein solcher Verkehr äs 80uverg,m L souvörüia der Kenntnisnahme selbst sehr hochstehender Kreise, — aber d»S glauben wir mit aller Bestimmtheit angeben zu können, daß der obenstehende Gedanke, der Gedanke der österreichisch russischen Jnteressengemein-schaft, mit aller Präctsion in dem Schreiben des Czaren enthalten ist und daß derselbe jede Politik des russischen Egoismus perhorresciert. Die diplomatischen Pourparlers befinden sich übrigens in einem Stadium, wo von irgend einer über die diplomatische Sphäre hinausreichenden Action noch nicht die Rede sein kann. Erst wenn die Verhand-lungen in Konstantinopel nicht zum Ziele führen sollten, werden neue Ausgangspunkte möglich sein. Jedenfalls wird man sich mit dem Gedanken vertraut machen müssen, daß die nächsten Tage uns bereits im Kernpunkt der Krisis angelangt erscheinen lassen und uns die Entscheidung bringen werden. Insoweit» die Demarche des Czaren uns auf die Absichten desselben einen Schluß ziehen läßt, find dieselben eminent friedlich; daß die österreichische Politik von Friedensgedanken getragen ist, weiß man. Schwerer wäre freilich zu präcisieren, wie sich andere Mächte gegenüber den russischen Anschauungen ver-halten. Hier hat man es mit einem unbekannten Factor zu thun, und ist den Bermuthungen weiter Spielraum gegeben. Zur Stunde findet unter den Cabinetten ein lebhafter Depeschenwechsel statt, um eine Verständigung für gewisse Eventualitäten zu «zielen; es werden nothgedrungen noch einige Tage vergehen, bis sich die- neuen Gruppierungen vollständig gebildet haben werden. „Da sollen Sie nicht lange zu warten brauchen, mein Fräulein," fiel ihr die Generalin in die Rede. „Ich werde sogleich den Befehl erlheilen, den Polizeirath Herzberg herbeirufen zu lasten, da wird es sich denn bald Herausstellen, wer das Geld entwendet hat." „Das hoffe ich," sagte Luise, indem sie sich stolz emporrichtete und Frau von Simmern so scharf ansah, daß diese das Auge zu Boden senken mußte. „Wenn der Herr Polizeirath erscheint, so bitte ich, mich davon in Kenntnis zu setzen.» .Halt, mein Fräulein," rief die Generali«, die der stolze Ton, in welchem das bisher von ihr wenig beachtete Mädchen gesprochen hatte, noch mehr empörte. „Ich habe noch einige Fragen an Sie zu richten, bevor ich Ihnen erlauben kann, sich zu ent-fernen." „So gehe ich ohne Ihre Erlaubnis," erwiderte Luise mit einer Hoheit, welche selbst der Generalin imponierte. „Ihre Fragen werde ich in Gegenwart de« PolizeirathrS beantworten." Sir neigte stolz daS Haupt und verließ in ruhiger, sich,rer Haltung das Gemach. (Fortsetzung folgt.) Der österreichische Reichsrath wird auf den 19. Oktober einberufen. Der Ref:renten-entwurs eines Reichsgesetzes, betreffend die Zusammenlegung der Grundstücke, die Thei-lung gemeinschaftlicher Grundstücke und die Regulierung gemeinschaftlicher Nutzungsrechte — wirksam für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder mit Ausnahme von Dalmatien — liegt zur Vorlage bereit. Die Mitglieder der Rechtspartei des Abgeordnetenhauses sollen mit der Absicht umgehen, vor Beginn der Reichsrachs-Berhandlungen ein Conven tikel abzuhalten. Der Plan hiezu geht, nach einer Meldung des „Pester Lloyd" aus Wien, von den Herren Lienbacher und Weiß v. Starkenfels aus. Als Ort der Zusammenkunft dürste Linz, als Tag derselben der 10. Oktober >n Aussicht genommen sein; vornehmlich soll der Ausgleich mit Ungarn den Gegen-stand der Berathung bilden. Wie die „Presse" vernimmt, reisen die österreichischen Minister bereits in dieser Woche nach Pest, und zwar wahrscheinlich Mittwoch oder Donnerstag. Bei diesen voraussichtlich letzten Berathungen handelt es sich darum, eine einheitliche Formulierung für die den beiden Parlamenten zu überreichenden Gesetzentwürfe zu erzielen. Behufs rascher Abwicklung dieser Arbeit hat die österr. Regie-rung die Redaction des Gesetzentwurfs über dasZoll-und HandelSdüudnis übernommen, wogegen die unga> rische Regierung mit der Textierung der Vorlage über die Achtzig Millionen-Schuld, beziehungsweise über das Schiedsgericht, betraut wurde. Der ungarische Ministerpräsident TiSza hat aus Wien von amtlicher Seite Aufklärungen erhalten, welche, im Gegensätze zu den allarmierenden Gerüchten, das vollste Einverständnis der Traetatmächte bezüglich der Orientpolitik betonen. Da» ungarische Oberhaus hielt am 30sten v. M. seine erste Sitzung ab. Ausland. Dir „Nordd. Ztg." empfängt von ihrem Petersburger Eocrespondenten folgende Mittheilung: „Als einzig praktische Friedens- und OrdnungSbürgschaft betrachtet man hier in weiten Kreisen vor allem die Bildung kleiner autonomer Staaten unter dem besonderen Schutze der Groß-Mächte, welche mit erblichen Fürsten zu der Türkei dieselbe Stellung erhielten, wie sie jetzt Rumänien hat. Dabei wäre diesen Staaten namentlich auch eine Tributpflicht aufzulegen, die indessen erst nach einigen Jahren zu thatsächllichen Zahlungsleistungen führen dürste, um den im Kriege zugrunde gerichteten Ländern Frist zu einiger Erholung zu gewähren. Eine solche Sicherstellung der schwer heimgefuchten Balkanprovinzen würde für längere Zeit die Lösung der orientalischen Frage aufschieben und würde dem jungen Sultan die erforderliche Ruhe bieten, um für feine anderen LandeStheile ausreichend zu sorgen und nach Möglichkeit Reformen in denselben durch-zusühren." Das „Journal des D6batS" sagt, die rus-fische Regierung möge ihre wahrhaft friedlichen Gesinnungen dadurch erweisen, daß sie ihren Offizieren und Soldaten verbiete, nach Serbien zu gehen und für ein nicht nur gegen die Türkei, sondern gegen ganz Europa sich auslehnendes Volk zu kämpfen. Der „Etoile Belge" zufolge verlautet, Graf d'Aspremont-Lynben trete demnächst von der Leitung des belgischen Ministeriums des Auswärtigen zurück und werde durch den bisherigen Gouverneur des Hennegau, Fürsten von Earaman, ersetzt werden. Die „Agence Haoas" schreibt: In diploma-tischen Kreisen glaubt man, daß weder die Note Ristit' noch die Wiederaufnahme der Feindselig, keiten die friedliche Action der Mächte aufhalten werden. Man betrachtet die Haltung Serbiens als eine indirecte Pression zur Erlangung besserer Friedensbedingungen. Die Behauptung, daß der serbische Ministerrath beschlossen habe, die Frieden-Vorschläge abzu. lehnen, ist unrichtig. Die „Times" sagen: Die Situation sei gefahrdrohend ; alle Anstrengungen der Diplomatie werden vereitelt werden, wenn die Agitation in Rußland und der Krieg nicht sofort enden. Wie der Telegraph unterm 29. v. M. aus Konstantinopel meldete, hat sich der außerordent-liche türkische Ministerrath am 30. v. M. unter dem Vorsitze des Großveziers versammelt, um die endgiltige Antwort auf die Vorschläge der Mächte festzustellen. Wie es heißt, sei die Rede davon, die Anzahl der Mitglieder für den bezüglich der einzu« führenden Reformen zu wählenden Nationalrath auf 120 zu bringen. In Navarra und Biscaya circuliert ein Aufruf zur Ergreifung der Waffen, um die FueroS zu vertheidigen. Eine Depesche aus Teheran dementiert in formeller Weise die Nachricht, daß Persien der Türket eine Allianz angeboten habe. Vom Kriegsschauplätze. An der russischen Grenze werden Banden organisiert, die in das unbesetzte Donau-Delta einfallen sollen. Ein rumänischer Oberst ist ihnen mit einer Musikkapelle zur Begrüßung von Jsmaila entgegengekommen. (?) Auf der russischen Fregatte „Swetlana" in Smyrna verlas der Großfürst ein Handbillet des Czaren, wonach alles kriegsbereit sein soll. Man rechne auf die Ausdauer und die guten Dienste der Mannschaft bei den bevorstehenden Unternehmungen. Am 28. v. M. fand ein heftiges Gefecht auf der ganzen Linie statt. Tschernajess griff die Türken bei Boboviäte, Trnjan und Korman an. HorvatoviL rückte mit der Division «sumadija von M. rche! Wie sehr quält is die katholischen Unterthanen; lehr martert es die katholische Geistlichkeit in Sibirien; schmachvoll bedrückt Rnßland das katholische Polen!" . ^doch, man müsse, so sagt „Slovenec" unter zwei Uebeln w. Reinere wählen und mit dm Russen Hallen, denn kein Wasser, der Slovene ist Slave und der Russe H Wir nehmen von diesem naiven Geständnisse des 7, ^k»ec" Kenntnis, bewundern dessen logische Schluß-gerung, daß der Slovene, weil er eben auch ein Slave - zu dem tyrannischen Rußland, obgleich es seine Unter-°"en quält und martert, sich Hinneigen müsse. Wir gön> En dem „Slovenec" und seinen politischen Glaubens- vortrefflichen, deutlichen Ausführung vom Publikum allerorts mit Befriedigung betrachtet. Es sind übrigens die für die ganze Stadt erforderlichen Tafeln fertig und hier eingetroffen, so daß die Durchführung der gesammten Neu-numerierung inkürze vollendet sein wird. — (Die Militärmnsikkapelle) concertierte gestern abends im zahlreich besuchten Glassalon der Lasino-Restauration. Sämmtliche Programmnummern empfingen lauten Beifall. Das signalisierte Promenade-Loncert in der Sternallee unterblieb wegen ungünstiger Witterung. (Die „Laibacher Schulzeitung") bringt in ihrer heurigen 18. Nummer Nachricht über das Erscheinen eines vom krainischen Landeslehrervereine herausgege-benen und in der hiesigen Buchdrucker« v. Kleinmayr L Bamberg aufgelegten „Handbuches der Gesetze und Verordnungen des krainischen V olkSjch u lwesens". Durch die Herausgabe dieses 414 Druckseiten starken Leitfadens wird einem längstgesühlten Mangel abgeholfen, und der geringe Preis von 1 fl. 50 kr. ermöglicht jedem heimatlichen Lehrer den Ankauf dieser Gesetz- und Verordnungen-Sammlung. — Wir finden in dieser Nummer einen gediegenen Artikel über „den geschichtlichen Unterricht in der Volksschule und de» Lehrplan". Der Verfasser betont, vor allem müsse der darin unterrichtende Lehrer für den Gegenstand selbst eingenommen und darin wol unter-richtet sein. Ersreulich sei, daß unsere Lehrerbildungsanstalten "li, mit dem geschichtlichen Unterrichte in hervorragender Weise beschäftigen; dieser Unterricht müsse aus praktischen Bahnen erfolgen und in Verbindung mit dem geographischen Unterrichte geschehen. In den geschichtlichen Unterricht wären Personen einzubeziehen, die sür das Wohl der Menschheit gewirkt haben, auch paffende heimatliche Sagen sollen ihren Platz finden, und in erster Linie wäre die Geschichte des Hauses Habsdurg im Auge zu halte». Ausgabe des Lehrers ist es, die Jugend mit dem Wissmswürdigsten aus der Ge-chichte bekannt zu machen. Schon der zarten Jugend soll Las Gesühl vom echt österreichischen Patriotismus beigebracht werden; das Herz des Oesterreichers müsse sür Oesterreich und nicht sür Rußland oder Groß-Serbien schlagen. — Dieses Blatt dringt an dritter Stelle ein geographisches Bild aus Krain unter dem Titel: „Eine Wanderung durch Oberkrain" (äkerbina-Joch, Erna prst und Triglav). — Weiler finden wir: Versitzungen betreffend Lehrbücher und Lehrmittel, weiter eine Rundschau auf die Schulgebiete in Kärnten, Steiermark, Niederösterreich, Böhmen und Kroatien; weiter Lokalnachrichten über Veränderungen im Lehrstande, über LandesschulrathSsitzungen, Schulbesuch, Lehrergehalte in Krain, Schulpsennig, Pfahlbauten ; Original-Lorrespondenzen aus Umgebung Laibach, Gnrkseld, Deutschland; weiter eine Büch erschau, eine Revue über erledigte Lehrstellen in Krain, Kärnten und Steiermark. — Aus den Lokalnachrichten heben wir hervor: die Abhaltung der Generalversammlung de« krainischen Landeslehrervereines im Oktober l. I., die Ans. sührung eines neuen Schulgebäudes in Franzdors und den Bericht über die Bezirkslehrerconserenz in Gurkseld. — (Theaterrepertoire.) Die sehr thätige Di. rection Fritzsche bereitet folgende hier noch nicht gesehene Novitäten vor: Das prächtige Lustspiel „Blinde Kuh" von Rudolf Kneisel; die große, in Wien mit immensem Beifall ausgenommene und permanent aus dem Repertoire stehende Strauß'sche Operette „Fledermaus" und das große Sens» tionsstück „Am Altar." — (Landschaftliches Theater.) Friedrich Kai-jerS Lharakterbild „Ein verrusenes Haus", welches vorgestern bargestellt wurde, ist besser als sein Titel, ruht aus ethi-schen, moralischen Grundfesten, und eben diese höhere Unter-läge sichert diesem Bühnenwerke günstigen Ersolg und schützt dasselbe vor dem Einsturze. Nie versiegende Mutterliebe, pietätvolle Kindesliebe, treuergebene Gatlenliebe sind die drei Grundpseiler, aus welchen das „verrnsene Haus" erbaut wurde. Im ersten Acte, eigentlich im Vorspiele, rollt sich vor uns das Bild vom „verrufenen Hanse" ans, nemlich eine Restauration in Verbindung mit einem 6»kS edrmtrmt und Die Pächterin dieses „verrusenen Hauses", die Trägerin dieses Eharakterbildes, besitzt eine hübsche Tochter, welcher, sern von den Hallen des „verrusenen Hau-ses", in einer Pension eine feine moralische Erziehung ge-geben wurde. Dieses Mädchen lernt einen jungen Arzt kennen, und letzterer trägt ihr Herz und Hand an. Weder die Tochter der Restaurantin noch der Bräutigam hatten Kenntnis von dem Schandgewerbe ihrer Mutter, deziehungs-weise Schwiegermutter. Erst am Hochzeitstage erkennt der der Bedingung zum Altar zu führen, wenn die Schwieger-mutter seinem Hause ferne bleibt. Ungeachtet aller Hindernisse begegnen sich mütterliche Liebe und kindliche Neigung auf weiteren Lebenswege». Nach Verlauf einiger Jahre der Trennung rettet die Pächterin zufällig ihr unter eine daherrollenoe Equipage gerathenes Enkelkind vor drohender Lebensgefahr und entreißt ihre verheiratete Tochter den Armen eines Wüstlings. Der junge Arzt wird an daS Krankenbett seiner Schwiegermutter, welche gelegenheitlich der t!ebensreltung seines Kindes eine schwere körperliche Beschädigung erlitt, gerusen; es vollzieht sich zwischen Schwiegersohn und Schwiegermutier der Act der Aussöhnung, das Lebensbild erscheint in freundlicheren Farben und es fällt der Vorhang, nachdem vorher noch ein glücklicher Ehebund geschlossen wurde. Die Ausnahme dieses Eharakterbildes von-seite des Publikums war eine freundliche. Den ersten Preis empfing Frau S ch n b e rt-Barbieri für die verständige, warme und gefühlvolle Darstellung der Rolle der „Juliette Herbert". Herr Rieger (Richard Florwald) gab sich Mühe, bem Parle Ausdruck zu geben; l-ider fehlen dem jungen talentierten Schauspieler die erforderlichen Mittel, mit aus-dauernder Kraft die^iolle durchzuführen. Fräulein ArenS-dorf (Emilie) spielte unter Entfaltung reichen kindliche» Gesühles recht gut. Herr Uuger (Herr v. Keimling) wählte eine sehr entsprechende Maske. Der musikalische Theil wurde von den Damen Frau Zwerenz (Nina), Fräulein Huemer (Aurelia) und Herrn Zwerenz (Basilius) lobeuswerth durchgesührt. Die komische Rolle veS „Portiers Christoph" sanb in Herrn Laska einen würdigen Vertreter. Die Komik Laska's erinnert an die seinerzeit in Wien hochgeseierten Manieren des urgemüthlichen Trägers des komisch,« Elementes, Herrn Scholz. — Der gestrige Theaterabend brachte sieben historische Bildrr aus dem bürgerlichen Leben Wiens im Kriegsjahre 1809 unter dem Titel „Judas im Frack". Obgleich dieses „Original-Lharaktergemälde" von dem wiener Volksschriststeller Anton Langer für die wiener Vorstadtbühne bearbeitet und berechnet ist, war die Aufnahme desselben in unseren Räumen eine nicht ungünstige, namentlich fanden daS 5. und 6. Bild im Hause großen Applaus. Mit Eifer spielten : Herr Ströhl den „Eschenbach", Herr Unger den „Judas im Frack" („Robert Palm"), Herr Zwerenz den „Parapluimacher Knöpfel", Fräulein Arensdorf die Rolle der „Marie", und mit animierender Frische Frau Zwerenz den Part der „Marketenderin Lolotte". Das Lied des „Profoßen Gros-courl" sang Herr Mailler recht gesühl-und ausdrucksvoll; auch Frau Zwerenz reussirrte mit ihrem lebendigen Liede. Ueberhaupt schien sich das Sonntagspublikum recht gut unterhalten zu haben DaS Logenpublikum hält sich von den Theatervorstellungen noch immer serne. Gewährt daS in Laibach eigenlhümliche Logenverhältnis der Theaterkaffe überhaupt nur eine geringe Rente, so muß der hiesige geringe Logenbesuch, welcher den Lheaterunternehmern in anderen Städten einen sichern Ertrag von 12- bis IS,000 Gulden abwirst, deprimierend aus unsere Theaterdirection wirken. Wir richten an Herrn Director Fritzsche die Trostworte des Herrn v. PretiS: „Es wird schon besser werden!" Knme^°°th""* ^>ne Gesellen begeistert, ist wahrlich der 27. v. M ^ ^^ al einer Kind es l ei che.) Am rrst 5 Mona'?" ledige Weibsperson in Bischoflack ein sich das Berück 2'rid. Mit Blitzesschnelle verbreitete und weaaew2?°? Mutter dieses Kind umgebracht Umlauf ge,etztmVL dieses in der Stadt in Pfarrer rur ^ begab sich der dortige Stadt- diese Lrrtli» die Kindesleiche ab und ließ Nebo « ^ schauen. Nachdem daS Kind als ein todt wurde, begrub man die Leiche im Garten mipr,,» ^ ^ ^ Hausbesitzerin verlangte die Exhu. Und an» ^*^de wurde sogleich vorgenommeu Wan dielelb ! auf dem Friedhofe zu bestatten, war Waffer. Sin solch« Vorgang verdien. Kall r, ax vergeben zu werden; «S illustriert dieser 8°° die Zustände .n dem genannten Städtchen *una "knen Häusernnmerie- *kihe neun Tasrln'prang",»^ weise Schwiegermutter, «rst am voqzensiage erienni orr Häusern Straßenecken und Bräutigam in seiner Schwiegermutter dir Pächter,» deS I n und werden ob ,hreS netten «uSsehen« nnd ihrer I „verrusenen HauseS" und erklärt, deren Tochter nur unter Gemeinderathssitzung am 29. September 1876. (Schluß.) Berichte der Finanzsectio n. Dr. Schöppl berichtet über die am IS. September vorgenommene Scontrierung der städt. Kaffen und Fonde und beantragt: ») das ordnungsmäßige Ergebnis derselben znr Kenntnis zu nehmen; d) den Magistrat anzuweisen, alle disponiblen Kafsebestände stets bei der krain. Escompte-gesellschast oder einem anderen hiesigen Lreditinstitute zu fructificieren; o) für alle größeren Zahlungen der städtischen Kaffe zwei Zahltage im Monate, etwa am 10. und 25. jeden Monates, festzustellen. Bürgermeister Lafchan gibt den Vorsitz an den Bice» bürgermeister Dr. v. Schrey ob und ergreift daS Wort, um sich gegen den Antrag o) der Section auszusprechen. Die Kaffe habe nach den bestehenden Gesetzen und Gewöhn» heiten sehr viele Zahlungen zu bestimmten Terminen zu machen, auch kommen oft Parteien vom Lande, die sogleich ihr Geld haben möchten, so daß eS in mehrfacher Beziehung unthunlich wäre, zwei bestimmte Zahltage einzuhalten. Petrikii, Horak und Potoinik schließen sich der Anschauung des Bürgermeister» an, Dr. Suppan und der Reserent vertheidigen den SectionSantrag, hervorhebend, daß damit selbstverständlich nicht die üblichen Zahlungen der Gehalte, Löhne, Wochenliften rc. berührt werden» sondern daß nur außergewöhnliche große Zahlungen dadurch reguliert werden sollen, bezüglich welcher den Parteien ja leicht bestimmte Tage zur Behebung angewiesen werden können und durch deren Einhaltung sich auch da« gin«» erträgniS der zu machenden Einlagen bei der EScompte-gesellschast vermehren werde. Bei der Abstimmung werden die SectionSantrSge sub » und d angenommen, jener sud o aber abgelehnt. Dr. 8 chöppl referiert noch über die erfolgte Zahlung der im laufenden Jahre ausgenommen gewesenen schwebenden Schuld per 6000 fl. und beantragt selbe zur Kenntnis zu nehmen und den GRR. Bürger und Dreo, die hiebei zuvorkommend intervenierten, den Dank auszusprechen. — Wird angenommen. Derselbe referiert über das Besuch des Lsterr. Wohl-thiitigkeitsvereins in Venedig um einen Geldbeitrag und beantragt, selbes trotz des vortrefflichen Vereinszweckes an-gesichts der tristen Finanzlage der Commune abzulehnen. — Angenommen. Derselbe berichtet endlich über den Antrag des Gemeinde-ratheS Klun auf eine städtische Unterstützung für die Abgebrannten in Loitsch und beantragt hiesür 100 fl. zu bewilligen. Klun accommodiert sich mit Rücksicht auf die mißliche Lage der Stadtkaffe diesem Vorschläge, *nd der Sections-antrag wird sohin mit Stimmenmehrheit angenommen. Bericht der Magistratssectio n. Laßnik berichtet Uber den Antrag Regali's aus Ueber> reichung einer Petition ans Handelsministerium um Ein. stellung der die Gewerbslente schädigenden Arbeiten im In quisitionshanse und dem Strafhause am Kastell. Nach einer eingehenden, mit authentischen Ziffern be> legten und sehr lehrreichen Darstellung, a»f die wir vielleicht noch ausführlicher zurückkommen, gelangt Referent zum Antrage einerseits wegen der verhältnismäßigen Ger sügigkeit der durch die fraglichen Arbeiten bewirkten Schädigung der Gewerbsleute, andererseits wegen des nnbezwei-felt großen moralischen Nutzens der Arbeit für die Anstalten und mittelbar auch für die Bevölkerung — keine Petition zu überreichen. Regali zweifelt an der Richtigkeit der Ziffernangaben des Referats und ergeht sich im übrigen in seinen gewohnten Phrasen und Schlagworten. Dr. v. Schrey macht daraus aufmerksam, daß die Idee einer solchen Petition nicht neu, daß eine solche schon beim Landtage, und zwar mit der Ausdehnung auch auf die Arbeiten deS Zwangsarbeitshauses überreicht worden, vom Landtag aber dem Landesausschusfe abgetreten worden sei. Nicht etwa, um damit auf die Sympathien der Ge-werbsleute zu speculieren, sondern um eben ein möglichst vollständiges Materiale zu bekommen, beantrage er daher die Abstimmung heute zu vertagen und den Magistrat anzuweisen, über Richtung und Erfolg der dort unternommenen Schritte sich an den Landesausschuß zu wenden und nach eingelaugter Mittheilung weiter Beritt zu erstatten. Petriiik g'aubt, daß nur bei der hiesigen Straf anstatt die Arbeit in so unmittelbarer Weise sürs Publikum besorgt werde, und ist für eine Petition. v. ZHub er macht ausmerksam, daß an ändern Orten von den Gewerbsleuteu die Arbeitskräfte der Strafanstalt in Pacht genommen und so zu ihrem eigenen Vortheile ver-wendet werden. Hier sei das bisher vergebens versucht worden, so daß der Strashausverwaltung nichts anderes übrig blieb, als selbst Arbeiten zu unternehme», natürlich solche, durch deren Erlernung die Sträflinge nach ihrer Ent< lafsnng im Lande eine Beschäftigung finden können. Ueber Haupt aus die Arbeit im Strashause zu verzichten, davon kann keine Rede sein. Petrikik macht den Vorschlag, die Arbeiten in den Strashäusern zu besteuern, dann werden die Produkte theurer werden und das Publikum wird nicht mehr darnach fragen. (Ein etwas sonderbarer Vorschlag. Anmerk, der Red.) Poto^nik unterstützt lebhaft den Antrag Dr. von Schrey's und amendiert ihn dahin, daß der Magistrat jeden falls auch bezüglich des Zwangsarbeitshauses zu berichten habe. Im Schlußworte gibt der Referent auch bezüglich der Arbeiten im Zwangsarbeitshause genaue Daten, weist aber darauf hin, daß in dieser Richtung es mit einer Petition doch ein eigenes Bewandtnis habe, da man gegenüber einem Zwangsarbeitshanse doch nicht wol eine Auflassung der Arbeit in Betracht ziehen könne. Bei der sohin erfolgenden Abstimmung wird der gestellte Bertagungsantrag mit dem Zusatze Potokniks angenommen und die Sitzung damit um halb 8 Uhr geschloffen. Aus dem Schwurgerichtssaale. (Prozeß Brandstetter.) (Fortsetzung.) AuS der Borlesung mehrerer Briefe des Dr. Anton v. Hoffer an Brandstetter ergibt sich, daß ersterer für die Prolongierung der Brandstetter'schen Wechsel und Hintanhaltung einer Executiou äußerst thätig war. Zeuge Steinherz will erfahren haben, daß der Vertrag zwischen Regierung und Brandstetter hinsichtlich des Bergwerkes sür ersteren eine Viertel-Million werth sei. Zeuge Seidl entschuldigt sich hinsichtlich der Liquidanerkennung eines Wechsels per 12,000 fl., bedauert die Beisetzung seines Namens aus demselben und motiviert diesen Act dadurch, daß er in Brandstetter vollstes Vertrauen setzte. In der am 26. d. M. abgehaltenen Nachmittagssitzung verwahrt sich Dr. v. Hosser gegen die wiederholt gegen ihn erhobenen Anschuldigungen. Der Gerichtshofs-Präsident theilt hierauf den Vermögensstand des Brandstetter'schen Loucurses mit' Passiven 480,000 fl., wovon 336,000 fl. liquidiert sind. Zeugin Baronin Rößler gibt über das Privatleben der Frau Rosa Brandstetter gute Aussage ab. Der Angeklagte bespricht nun die Beschichte des von ihm unternommenen Bergwerkankauses; er betont, daß Fachcapacitäten sich über das Bergwerk günstig ausgespro cheu und das Ackerbauministerinm ihm einen Vorschuß von 60,000 fl. auf Grund eines Lieserungsvertrages in Aussicht gestellt habe. Der Präsident drückten Erstaunen darüber aus, wie man ein Bergwerk, welches aus 22,000 fl. geschätzt wurde, auf eine Million bewerthen konnte. „Das Ganze ist ein Schwindel gewesen I" Der Angeklagte beruft sich bei der am 27. v. M. abgegebenen Aufklärung über den Werth des Bergwerkes darauf, daß v. Offeubeiin eine anf dieser Entität haftende Satzpost Pr. 60,000 mit 50,000 fl. abgelöst habe, mithin das Bergwerk nicht so werthlos sei. Zeuge Unger sagt, daß dieses Werk einen bedeutenden Werth und eine g.oße Zukunft habe; Sachverständige gaben deu Werth desselben auf eine Million an. Hieraus kam das Exposö des Hllttendirectors Ihne über dieses Hüttenwirk zur Vorlesung, nach welchem dies-s Bergwerk einen Schatz von Erzen im Werthe von 1.417,000 fl. repräsentiert. (Schluß folgt.) Lebensmittel-Preise in Laibach am 30. September. Weizen 8 fl. 77 kr, Korn 6 st. 40 kr., Gerste 4 fl. VO kr., Hafer 3 fl. 25 kr., Buchweizen 6 fl. 50 kr., Hirse 4 fl. 70 kr., Kukurutz 5 fl. 80 kr. Pr. Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. — kr. pr. 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 94 kr., Schweinfett 82 kr., Speck, frischer, 64 kr., Speck, geselchter, 75 kr., Butter 85 kr. per Kilogramm; Tier 2'/, kr. per Stück; Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 50 kr., Kalbfleisch 56 kr., Schweinfleisch 48 kr. per Kilogramm; Heu 2 fl. 80 kr., Stroh 3 fl. 15 kr. per lOO Kilogramm; bartes Holz 8 fl., weiches Holz 6 fl. pr. vier Q.-Meter; Wein, rother 23 fl., weißer 20 fl. pr. 100 Liter. Lottoziehung vom 30. September. Wien: 33 90 72 16 6. Graz: 56 84 18 49 34. Theater. Heute: Augot, die Tochter der Halle. Komische Oper in 3 Acten von Lecocq. Morgen: Bei festlicher Beleuchtung des äußern Schauplatzes: Zur Vorseier des allerb. Nauieussestes Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. : Fest-Ouverture, ausgeführt von der TheaterkapeÜe. Hierauf: Schwere Zeiten, Lustspiel in 4 Acten von Jul. Rosen. LelLzMptzischer iLiir-'.irerukt am 2. Oktober. Papier-Äente 65 70 — Silber-Rente 68'- 1860er KtaatS-Anlehen 108'—. - - Bankactien 845. — Lredit 152'— — London l23 40. — Silber i02'75 — K. k. Miinz-dnkaten 5 80. — 20-Francs Stücke 9 85. — 100 Reichsmark 60 50. Witterung. Laiblch, 2. Oktober. Bewölkt, mäßiger O. Wärme: morgens 7 Uk>r -s- 12 0", nachmittags 2 Uhr -j- 12 8° 6. (1875 -f- 140°; 1874 -j- 20 8° 6.) Barometer rasch steigend, 741 72 wm. Das vorgestrige Tagesantttl der Wärme -j- 16 0", das gestrige -j- 15 6, beziehungsweise um 2 4° und 2.1° über dem Normale; der vorgestrige Niederschlag 2 50mw., der gestrige 3 35 ww. Regen. ei Theatergasse Nr. 43 L 44, 1. Stock, erlaubt sich hiermit das geehrte Damenpublikum darauf aufmerksam zu machen, daß sie sür die kommende Herbst- und Wintersaison wieder ein reichhaltiges Lager feinster wiener Modell- und FÜMrte hält, daß ferner wie in früheren Jahren alle KaroluriiL« äes Aoäes-^rdeilen angenommen und prompt und billigst ausgefllhrl werden. (535) 2 -1 Denjenigen, welche im Englischen, Französischen und Italienischen einen gründlichen Unterricht erhallen wollen, empfiehlt der Prosessor der modernen Sprachen an der hiesigen Handelslehranstalt seine neue, von ihm erdachte mnemotechnische Methode, wodurch der Lernende, ohne irgend ein Buch zu gebrauchen, die höchste Stufe iu den Sprach-kenntnissen erreiche» muß. Nähere Auskunft bei der Direktion der Han-dellsehranstalt in Laibach. (534) 4—1 Ein Diurnist, Nngekommeue Fremde am 2. Oktober. Hotel Stadt Wien. Drein und Ries, Kaufleute; Sog, Besitzer; Winkler, Fabrikant; Friedenheim, Reisender; Eichhorn, Secretär; Anersperger, Inhaber der k. k. inter nationalen Realität-Verkehrsanstalt; Podkrajsek Marie, Landesgerichtsrathstochter; Gladicky und Pfeifer, Wien — Neuberger Josefine, Prestrauek.— Poche, Agent, Triest. Hotel «lesant. Abelard, Triest. - Taßl, Innsbruck. Mativik, Warasdiu. - Celesnik sammt Frau, Görz. — Pollak, Kfm., und Vogl, Wien. — Goldner, Budapest. - Toman, Steinbüchl. — Stiglich, Posavje. — Stöcklin-ger, Pontafel. — Menii, Handelsm., Marburg. — Dr. Perko sammt Frau, Adelsberg. Hotel Europa. Baron v. Vetter, k. k. Oberst; Pitsch, Oberlieutenant, und Ehewenich, Triest. — Beatelli, Se-sencauo. — Masfizolli, Mailand. Kaiser von Oesterreich. Schinkovc. — Motnik. — Re-ven, Jdria. - Vonttna. - Majar. - Ripar. Baierischrr Hof. Kmet, Verzehrnngssteuer-Revideut, Ober-kram. — Obermann, St. Beit. — Schalter, Bonuiato. Wucherer, Besitzer, Lees. Mobren. Lebenmaier. Lehrer. Oberkrain. Persin, Kärnten. — GriZar, Privat, Sagor. der deutschen und slovenischen Sprache in Wort und Schrift vollkommen mächtig, wünscht eine Stelle gegen ein monatliches Honorar von nur fl. allsogleich zu besetzen. (532) 2-1 alten Markt Nr. 41. Verstorbene. Den 30. September. Gertraud Vezlaj, Tag-löhnerin, 57 I, Moorgrurd Nr. 65, Dmchsall. Den 1. Oktober. Apollonia Kokalj, Wegmeisters-witwe, 66 I. , St. Petersvorstadt Nr. 29, Wassersucht. — Maria KerKiS, Inwohnerin, 28 I., Civilspital, Hydraomie. Kenntnisse sind Kapital. Wer über noch so wenig Zeit verfügt, wo immer sich befindend, hier, in der Provinz oder am Lande, kann ge-sammle Handels-Buchhaltung, Korrespondenz und Rechnen nach neuester, leicht faßlicher Methode, mittelst anto-motorischer Briefe, schnell und gründlich von einem Fach« manne mit langjähriger Praxis erlernen. — Näheres brieflich und gratis auf Einsendung der Adresse unter obiger ChiW an KI««««, HVIei». 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