Uräanmcraiiollspreisc: Für Laibach: >a»zjähiig . . . s fl. 40 ir. V^iäbrig . , . i , rg. 8>«li!Wriz. . . s . 10 . - . .-.7«. Laibacher Lcdaktion: Bahnhosgasie Nr. t».. Kil der Post: , . , . ii fl. _ ,r. > S . so. - » . 7S . '»ÜPHrjg. ^"^lunz iu4 H,u« viertel-^riz rs K., monatlich S k. -tnmmern 6 k. Tagblat Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuscripre nicht zurückgesendet. Lrpcdilion und Zosrraltii-üurea«: rksnzreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von I. v.Kleinmayr L F. Bamberg-, Zuscrlionrxrnsc: Für die einspaltige Petitzeile S kr bei zweimaliger Einschaltung L 5 kr dreimal L 7 kr. JnserlionSftemvcl jedesmal SV kr. Be, größeren Inseraten und öftere» Tinschaltung entsprechender Rabat!. Nr 144. Mittwoch, 26. Juni 1872. — Morgen: Ladislaus K. 5. Jahrgang. Unterbrechung des Reichsrathes. Daß in unserer constitiitionellen Entwicklung, der Schaffung organischer Gesetze, in dem Aus-°au der iu dem Verfassungsstatut angedcuteten Remitiert noch immer große Lücken, manche Widersprüche sich vorsinden und vor allem ein harmonischer, Zeitlicher Gedanke vermißt wird, daran tragen "eben dem häufigen Wechsel unserer Regierungs-Weine und Ministerien zum nicht geringen Theile oftmaligen Unterbrechungen, Vertagungen und iahen Schlüsse des Reichsralhes schuld, die freilich Eft wieder eine Folge des allzu v rwickelten par-^uientarifchen Rüftwcrkes sind. Dem allen wird . Abhilfe geschaffen werden, wenn einmal die ^chsvertretnng ihre volle Selbständigkeit gewonnen Mveii, sie durch die Einführung direkter Wahlen den Landtagen unabhängig gestellt sein wird, ^enn auch die eben vertagte Reichrathssession an Manchen von früher überkommenen Nebeln krankte, wenn auch die schwierige Ausschnßverhandlung in . schwrerlge Auöicyn>;veryanoiung in ^ Elchen Angelegenheit, die Wiaß,rahmen der Sicherung unserer Verfassungszu-l oc verhinderten, daß große fruchtbringende Re ^ - auf politischem, volkswirthschaftlichem und ^Us dem Gebiete der Justizgesetzgebung zum Abschlüsse kamen, so dürfe» doch die Verfassungspartei "ud die von ihrem Vertrauen getragene Regierung Befriedigung auf die abgelansene Reichsraths-Won znrückblicken. Nicht nur hat man zum parlamentarischen Mdzuge, der seinen Höhepnnkt erst im Herbste im , ?wpse um die Cinsührung directer Wahlen finden , gesammelt nnd gerüstet, das Kampfgebiet ^ gemacht, die Streithaufeu geschult, die Lücken ^"zt,. die nöthige» Genossen im Streit gewonnen, die Gegner in die nnvortheilhafteste Stellung zurückgedrängt und so alle Vorbedingungen eines glänzenden Erfolges zu schaffen gewußt, sondern auch die gesetzgeberische Thätigkeit des Parlamentes in dieser Zeit der Vorbereitung und Sammlung ist keine fruchtlose zn nennen. Wichtige und für das Gemeinwohl ersprießliche Gesetzentwürfe find entweder vollständig oder theilweije erledigt worden und sichern der Thätigkeit des Parlamentes ein gutes und dankbares Andenken. Wir weisen nur auf die Strafproceß-ordnung, auf das Gesetz über die Erwerbs- und Wirthschaftögenosfenschaften hin und haben darin einen vollgiltigen Beweis, daß es der Reichsvertretung, hat sie einmal nach Beseitigung der staatsrechtlichen Wirren und nach Befestigung des Ver-fafsnngslebenS die nöthige Muße gewonnen, voller Ernst ist, Misere Verfassung auf dein Wege zeitgemäßer Reformen zu eiuem harmonischen Gebilde auszubauen. Nicht minder verdient unsere Anerkennung die Thätigkeit des ReichsratheS auf dem Gebiete der Volkswirthschast und des Eisenbahnwesens. Da müssen wir es vor allem anerkennen, daß die Ans-« schüsse, wie das Haus kostspieligen Projekten gegenüber von höchst zweifelhaftem , Werthe, wie der Ärlberger- und der Predilbahn sich auf den Standpunkt der Steuerzahler stellten und- von den Ungeheuern Opfern, die dem Staatssäckel zngemnthet wurden, nichts wissen wollten. Daß dabei nicht Engherzigkeit im Spiele war, hat die freigebige Art und Weije gezeigt, womit den Beamten, dem niederen Klerus, den von der Ueberschwemmung in Böhmen Betroffenen die Staatshilfe gewährt ward. In einem langen, oft schmerzlichen Läuternngs-processe hat die parlamentarische Majorität endlich die nöthige Einmüthigkeit und DisciMn gewonnen, wie sie ihr in früheren Jahren leider nur felte" nachgerühmt werden konnte. Was ihr früher ihre anfrichtigsten Freunde so oftmals vergebens vorrückten, daß sie den unverschämten Forderungen der Gegner und Reichsfeinde nicht genug Festigkeit entgegensetzte, daß sie sich im Besitze der Macht nicht als regierungsfähig erweise, daß die verfassungstreuen Ministerien mehr durch das Ungeschick und die Zerfahrenheit der eigenen Parteigenossen, als durch das Drängen der Gegner aus dem föderalistischen Lager gefährdet und auf eine schiefe^Ebene hingestoßm wurden, das alles ist nun zum größten Thcile durch die harte Schule der Erfahrung abgeschliffen und beseitigt. Auch Oesterreich kann sich nun einer geschlossenen Partei rühmen, gleich der Deakpartei in Ungar«, die sich ihrer Ziele bewnßt ist, die nöthige Festigkeit und den sichern Halt in sich gefunden hat, um einmüthig an Fragen heran-zutreteu, deren glückliche Lösung eine Lebensbeding nng der Partei in sich schließt. Diese Errungenschaft und das volle klare Bewußtsein des Gewinnes, welcher für die Sache der Ordnung und des Fortschrittes in derselben liegt, kann nicht hoch genug angeschlagen werden angesichts der wichtigen Fragen, welche beim Wiederzusammentritte des Reichsrathes ihrer Lösung harren. ES sind dies vor allem die Wahlreform und die Regelittig der Verhältnisse zwischen Kirche und Staat. Die Vorbedingungen einer gedeihlichen Lösung dieser Lebensfragen im Sinne des Fortschrittes und der Befestigung der Versassnng sind gegeben; sie sind das Vertranen der Bevölkerung und der feste Boden der Arbeit. Nnr gilt es diese Grundlagen wirksam festzuhalten, die Zeit der Muße nicht ungenützt verstreichen zu lassen. Namentlich bedarf die Wahlreform, eine Frage, die in alle Verhält- Jeuill'eloii. Die Siingersahrt nach Beides. lchaft^ ^'"»erchor der philharmonischen Gesell-Kickel't ^ner eine erstaunliche Thätigkeit ent- dari,, ft einen Loh» für feine Bemühunge» hiesig daß alle feine Unternehmungen bei der »Nd ? ^volkernng einen erfreulichen Anklang finden 2z. ^ ausnahmslos gelingen. Auch die am Gz,, ' »ach Veldes in Oberkrain veranstaltete letzte,,^ Ereilte sich, trotzdem sie erst in den «llgx,» der Woche definitiv bestimmt und Theiluni" bekannt gegeben war, einer besonderen war r,-^""' """"»tlich von Seite der Damenwelt, svden "hebenden Momenten, heiteren Epi- >»ehr'g,? Worte, gelnngen. 40 Sänger nnd «>n Kj r Thcilnehmer hatten sich früh 6 Uhr ^'r bei ^ das Rendezvous gegeben. Was v'erkt f Unternehmungen dieses Vereins be-^ieblj'che °."!"e" '"ir auch da wieder wahrnehmen. I'ehe» d'p, /u - grauen- und Müdchcngcstalten ver-Esters,' 5 ein eigenthümliches Herz- und Beginn »nd erzeugten gleich beim der Fahrt jene frohe Feststimmung, die dann in der Regel alle Theiluehmer bis zum Schlüsse des Festes beherrscht. Um halb 7 Uhr verließ der stattlich- Zug die Südbahuhalle, während ans dem Waggon der Sänger der Wahlspruch: „Treu das Gemnth, frei unser Lied" erklang. Nach einem kurzen Aufenthalte am Rndolfsbahnhofe gings über Vizmarje, Zwischenwässern, Lack, Krainbnrg und Podnart nach Lees, wo die Festgenossen die Waggons verließen, theils ans den bereit stehenden Wägen Platz nahmen, -theils zn Fuß de» WeF nach Veldes antraten. Eine so stattliche Gesellschaft dürfte nicht so bald wieder die Wälder und Fluren durchwandeln, die zwischen Lees und Veldcs liegen. Ein prächtiges, farbenreiches Bild entrollte sich da dein Ange des Beschauers, wenn er sich nmsah uud auf die Höhen von Lees hinaufblickte. Da kamen sic heran die lustigen Sänger, da flogen sic herab die lieblichen Schönen, ihre reichen Lockeu deu Winden zum Spiele überlassend. Im Hintergründe erklangen die Töne einer Ziehharmonika, die ein schlichter Landmann den Touristen zu öhren spielte. So ging's munter und lnstig fort bis vor Veldes. Bei der ersten Villa grnp-pirten sich die Sänger und zogen sohin, das Ned-ved'sche Wanderlied siugcud, durch das Dorf VeldeS, an den Ufern des reizenden Sees vorüber, zum Jlk, vor dessen Hanse ihnen ein „vodro äoZIi, Willkommen" entgegenblickte. Daselbst wurden Erfrischungen eingenommen, uud nach kurzer Rast gings hinauf ins Schloß Veldes, wohin die Sänger vom Schloßherrn geladen waren. Herr Ruard, der Inhaber des Schlosses, empfing die Sänger in herzinniger Weise. Eine Sängerdeputation begrüßte hierans die Schloßfrau, die die Sänger einlud, au der Messe theilzunehmen, die um 1l Uhr in der Schloßcapelle abgehalten wnrde. Während der Messe execntirte der im Schloßhofe ausgestellte Männerchor unter der Leitung des Musikdirektors Nedved die Chöre: „vsus, Mi oris" von Lorenz, ciul- ois womoria" von Kothe, „l'antmm 6r§o" von Nedved und den herrlichen Kreutzer'schen Chor „Das ist der Tag des Herrn," ein Soloquartett (Rasin-ger, Biscup, Schulz, Nedved) führte ein „^gnns 1)oi" ans einer Nedved'schen Messe auf. Feierlich erklangen die Töne im geschloffenen Raume und luden die zahlreichen Zuhörer zur Andacht ein. Hierauf wurde den Sängern ein exquisites Gabelfrühstück servirt, und dann folgte ei» Chor auf den ändern, bis schwer herabfallende Tropfen die Sänger nnd'Gäste nöthigten, im Pavillon und in anderen Räumen Schntz zu suchen. Wer aber trotz des Regens den Mnth hatte, aus*die Terrasse treten nisse so tief einschneidet, das Lebensgeschick des Staates entscheidet, die daher durch eine ungeschickte Lösung zum Unheil- auSschlageu kann, der reiflichsten Ueberlegung nnd sorgfäiiigste» Vorbereitung von Seite der Regierung wie der Versassungspartei. Ileber den Patriotismus in Oesterreich. Hans Kudlich hat am 17. d. M. im Arbeitervereine zu Troppau u. a. auch über den Patriotismus gesprochen; er sagte: „Wir junge Oesterreicher zu Zeiten Franz I. und Metternichs, denen die Dichter unseres Volkes, denen Göthe und Schiller als verbotene Bücher ans deu Hände» gerissen und unter die Schulbank geschleudert wurden, denen die Oesterreicher Anastasius Grün, Moriz Hartmann, Lenau, Meißner verboten waren, die wir wußten, daß Grillparzer seine reichsten, schönsten Gcistesperle» ängstlich vor den Augen der österrrcichischeu Censur hüten mußte — und die wir doch im innersten Wesen mit dem deutschen Geistesleben zusammenhängen, denen die deutsche Mutter mit ihrer Milch deutsches Leben, mit ihrem Liederwesen deutschen Geist eingeflößt, wir konnten unmöglich, wenn wir Menschen bleiben wollten, österreichische Patrioten seiu. Schasst der warinsühlenden Jugend ein Oesterreich, auf das sic mit Liebe, mit Stolz blicken kann, wo der Mensch nicht erst mit dem Baron oder mit dem Millionär beginnt, und ich bürge Ihnen dafür, daß nicht nur der Deutsche, der in Oesterreich ja ohnehin sein eigenberechtigtes Heim und Eigen sicht, daß auch der Czeche und Pole, der Magyar und Rumäne stolz sein werden, Oesterreicher zu sein, schaffen sie ihm cineu Staat,, wo Jugeud und Alter sich stolz und glücklich fühlt, und kein Staatsbürger wird ein wärmerer Patriot seiu als der warmfühlend!, bescheidene, oft zu anspruchslose, gemütliche Oesterreicher! Sehen Sie nach der Schweiz, nach den Vereinigten Staaten, all' die verschiedenen Nationalitäten eint der stolze Gedanke der Freiheit, und sie opfern Hab und Gut, Leib und Leben für ihren Staat, wenn er bedroht ist. Wir erlebten eö ja selbst! — Wenn man aber den Staat zu eine» Maierhof für bevorrechtete Klaffen macht, wo die Eiueu genießen, die Anderen für sie arbeiten — dann werden Sie sich vergeblich nach einem gesunden Patriotismus umsehen. Die Fürsten erkaufen sich allerdings mitunter mit Orden, Ehrenstellen, Würden falschen Patriotismus — der aber hat sich uoch uie als ein nachhaltiges Mittel zur Stütze der Reiche bewiesen. Das neue Oesterreich mit seinen neuen Gesetzen, seinen neuen, gesünderen StaatSideen, dessen Auf- und hinabznblicken auf den See und die uuten liegende Gegend, dem bot sich ein herrliches, ergreifendes Bild dar. Während der Himmel gegen Osten schwarz umhüllt war, erglänzten im Südwesten die Höhen in feuriger Gluth. Die Natur zeigte sich da in der Fülle ihrer Majestät und Erhabenheit! Bald klärte sich der Himmel wieder auf. Die Säuger saugen zum Abschiede deu Eu-gelsberg'schen Sängermarsch, ein Sänger dankte im Namen aller in herzlichen Worten für die schöne Aufnahme und freundliche Bewirthuug dem Hausherrn und der liebenswürdigen Hausfrau, nochmals erklang der Wahlspruch, und dankbaren Gemüthes verließ die Sängerschaar die gastliche Burg der einstigen Freisinger Bischöfe, hinabeilend zum Sec, wo bereitgehaltene Plättcn sie samint ihren Anhängern aufuahmeu und hinabführten in die gastlichen Loca-litäten der Frau Petra« ! Allen Nefpcct, Frau Petra»! Sic haben Ihre schwierige Aufgabe mit einer Meisterschaft bewältiget, die die nnumwuudeue Anerkennung Jedermanns iu Anspruch nimmt. Es war wahrhaft keine Kleinigkeit, 300 Menschen so vorzüglich zu bewir-then, wie es hier der Fall war. Das Diner war superb, und nnr das Eine war zu bedauern, daß des Ungewitters wegen die Tafel nicht im Freien sein konnte. Während der Mahlzeit langt«, mehrere Telegramme aus gang am politischen Horizont wir Oesterreicher in Amerika zujubelten, wie der Sohn der genesenden Mutier, die er schon verloren glaubte — dieses neue Oesterreich wird Patrioten heruorbriugeu, wenn mau in allen Kreisen der Staatsgesellschast — nicht blos im Land- und Stadt-Arbeilerstaude — ehrlich daran geht, die neuen Gesetze ins Staatsleben ein-zusühren, die Verbindung mit dem Jesnitismus, der schon mehr als Einen Staat ins Verderben riß, bis in die letzte Wurzel zu zerreißen^"____________ Politische Rundschau. Laibach, 26. Juni. Inland» Die „Neue Freie Presse" theilt den Gedankengang der Denkschrift mit,- welche die österreichischen Bischöfe nach der letzten Eonferenz in Wien an den CultuSminister gerichtet haben. Sie ist durchaus nicht so harmloser Natur, wie sic Minister Stremsyr in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 16. Mai geschildert hat. Was die verhaßten Schulgesetze betrifft, so hält sie dafür, daß es ganz gut innerhalb der Grenzen der ausübenden Gewalt liege, vorderhand nicht zu dulden, „daß jene Verfügungen, welche die Rechte der Kirche betreffen, von- den Schulbehörden willkürlich umgedeutet oder geradezu übertreten werden." Daß die Schulbehörden gewissenhaft nach Vorschrift des Gesetzes handeln, das will dem Episcopate uicht zu Kopfe; die Herren wollen die Regierung dahin bringen, im V e r o r d n un g s w cg e, wie seiner Zeit Jirecek, wichtige Bestimmungen der Schulgesetze geradezu auszuhebeu. Die heftigsten Klagen richten sich gegen die L e hr e r - B i l d u n g S a n stal t e n. Ueber dieselben wird gesagt: „Man hält sich au sine Lehre und Pädagogik, welche den höheren Ursprung des Menschen verleugnet. Die Wichtigkeit der Naturwissenschaften wird mit einer für liberal geltenden Uebertreibnng angepricfen und dabei ganz deutlich gesagt: Gott und die menschliche Seele gehören dein Reiche der Dichtung an. Der theoretische uud praktische Materialismus ist gegenwärtig die schlimmste Seuche der Geisterwelt. An manchen Orten werden die LehramtS-Candidateu zu keinen Religionsübungen verhalten. Hie uud da sind von den Ucbungsschulcn die Andachtsübungen ausgeschlossen. Dieses kennzeichne den Geist, in welchem solche Anstalten geleitet werden." Kurz die friedliche Gesinnung und die Neigung zum Ausgleich, die man eine Zeit lang von unserem Episkopat gerühmt hat, erweist sich als ein Streben nach Wiederausrichtuug eines Concor-dates uud nach Beseitigung der Schulgesetze im VerordnuugSwege. Laibach eiu und wurden am Sängertische verlesen. Nach dem Mahle saug der Männcrchor am User des Sees mehrere Chöre, darunter den prachtvolle» Eugelöberg'scheu Chor „So weit." Um 5 Uhr begann die Seefahrt. Die Sänger nahmen eine Plätte ein, die Gäste die übrige». Zuerst gings zur Insel. Unterwegs sang der Chor das slovcnische Volkslied „po jEru" und die Durer'sche Sturm-beschwörung. An der Insel wurde gelandet. Sänger und Sangesfreunde zogen hinauf über die vieleu Stufe» zur Juselkirchc. Immer ussd immer wieder ertönte das Glöcklein; denn die Sage geht, daß Jeder, der ei, Wunsch hat, nur hier zu läuten brauche, und sein Wunsch werde erfüllt. Da läutete» denn »atürlich viele, besonders viele Damen. Dann erklangen Orgeltöne, die Orgel verstummte und in voller Kraft ergoßen sich die erhabenen Accorde des Kreutzer'schen Chores „Der Tag des Herrn" durch die gottgeweihten Räume. Die Gesellschaft kehrte zu den Kähnen zurück und nun begauu die eigentliche Seefahrt, der Glanzpunkt des Tages. Der Kahn mit den Sängern war in der Milte, nnd ihn umgaben die Kähne mit deu übrigen Gasten und so gings langsam über den See. Die Sänger sangen fleißig — wir heben von deu vorgetrageneu Piecen die Volkslieder: „Lo- Die Delegationen betreffend, liegt nun eine nähere Angabe darüber vor, worin die in Aussicht gestellte» Mehrforderuugeu für das Kriegsbudget bestehen sollen. Das Mehrersordernis soll unter anderem herbeigeführt werden dnrch eine Gage-Erhöhung der Militärbeamte», durch die „Berittenmachnng" der Jnsaiiterie-Haiiptleute und durch Anschaffung von „Fleischconservcn," wosür nicht weniger als eiue volle Million in Anspruch genommen wird. Daß das Rothbuch von einem sehr spärlichen Inhalte sein uud Schriftstücke von irgend welcher Bedeutung nicht bringen wird, haben wir bereits gemeldet. Als Stichprobe seines langweiligen Charakters kann wohl angesehen werden, daß es eine ziemliche Anzahl von Depeschen über die „Alabama"-Fragc noch aus der Aera Beust bringen wird. Ueber die W a h le n i n Un g a rn lanten die jüngst eingelaufenen Nachrichten, sehr günstig; -schreiten dieselben in der bisherigen Weise fort, so wird die Deak-Partci auf dem künftigen Reichstage über eine größere Majorität als je vorher verfügen. Die vom Sonntag vorliegenden Wahlnachrichten haben besonderes Interesse; in Neutra wurde der Minister des Innern, W. Thot, in Gyöngyös trotz der größten Anstrengung von Seite der Opposition der hervorragende Deakist Franz Pulszky gewählt. Als ein neuer Beweis dafür, daß die jetzige Wahlbewegnng gleichzeitig ein Vernichtungskrieg gegen die nationalen Hetzer ist, mag die Thatsache dienen, daß der slovakische Agitator RadlinSky im Bobrocr Bezirke einem Deakisten weichen mußte. Bis zur Stunde wissen wir nicht, wie sich die Dinge in Kroatien gestaltet haben, und doch muß eiue Entscheidung schon erfolgt sein. Der Unionisteu-Club hatte nämlich jüngst über das Ultimatum der Nationalen in der Verifications-An-gelegenheit Beschluß zu fasse». Die Nationale» beaustände» sechs »monistische Wahlen und die Berechtigung des Füufkircheuer Bischofs als Virilist. Die Uuionisteu wieder wollen sich an den Nationalen dnrch Annullirung von acht nationalen Wahlen regressiren. Wenn man aber die Zeugnisse liest, welche sich die Parteien über „Versöhnlichkeit und Nachgiebigkeit" gegenseitig ausstellen, so dürfen wir annehmen, daß auch diese Frage, wie alle anderen, zur beiderseitigen Zufriedenheit gelöst werden dürfte. Attsland. Die Nachrichten aus Deutschland sind fast ausschließlich kirchenpolitischer Natur. Der Bundesrath ist mit dem J»suitengesetze in der ans den Berathungen des Reichstages hervorgegangc-nen Faffnng noch nicht fertig. Dasselbe stößt bei reley" und „Untreue" von Silcher, das Nedwed'sche Quartett „No^ro/.icu/, 8ie „Capelle" vonKrentzer, das „Schifferlied" von Eckert, die herrlichen Solo-quartete „Ich grüße Dich" uud „Ich geh' noch abends spät vorbei", das steirische Volkslied Summa" (wobei Herr Schulz das Baritonsolo vorzüglich zur Geltung brachte) hervor. Der Beifall des PublicumS war laut und nngctheilt, uud fand die Zufriedenheit der Fcstgeuosse» über deu musika' lischen Erfolg des Tages in einem sehr warm aaf-genommenen Toaste auf den verdienstvollen Chor" meister Nedved ihre» Ausdruck. Um 7 Uhr brach der größere Theil der Gesellschaft nach LeeS auf, während !) Festgenofscn sich zu einer Partie in die Wocheiu zusammenfanden und bald darauf nach Feistritz anfbrachen. So endete der 23. Juui 1872! Er wird mit goldenen Lettern i» die Geschichte der Gesellschaft geschrieben werden, und sicher wird kein Festthciliicl? mcr dic Stunden vergessen, die er in KrainS Paradiese uuter edle» Menschen bei vorzüglicher gcisn" ger und physischer Labung zugebracht hat. Miigcdc Mäuucrchor nächstes Jahr wieder einen solchen ÄU flug veranstalten. Wir folgen ihm! den Vertretern einzelner Regierungen noch auf Widerstand. Ein jesuitisches Hauptorgan in Deutschland, die „Historisch-politischen Blätter," beschäftigt vch mit dem Jesuitengesetz und verräth den ultra-wvntanen Plan. Das dem deutschen Reiche zu bie-Lende Paroli bestünde diesem Organe zufolge da-daß überhaupt die Ordensprovinz Deutschland aufgelöst wird. Triumphirend rufen die „Hi>to-U!ch-Polilischen Blätter" bereits aus: „Vertreibt M die Jesuiten, dann werden wir Laien alle in Orden eintreten." Sehr leicht möglich, daß ?"!e Apostrophe uur das Echo jenes in Rom be-Ichlosseiie,, Gegenzuges ist. Wie der Telegraph meldet, ist am Samstag Discussion über das französische Militärisch geschlossen und die gesammte Vorlage angenommen worden. Es kommt jetzt nur darauf an, und wann die nene Reorganisation der Armee "u> Grundlage der wesentlich modificirten und in °'e Schablone deö alten Conscriptions-Systemes ein-k^zlvängtx,, allgemeinen Wehrpflicht den Revanche--^edürfrigen die ersehnten Früchte tragen wird. Das Ministerium Zorrilla^ fiudet in Spanien eine überaus schmierige Situation vor, und ^ wird ihm nicht leicht werden, „den einen Augenblick lang getrübten Glanz der Revolution", wie 3vrrilla jüngst geäußert, „neu aufleuchten zu lassen." Nach Madrider Berichten französischer Blätter wird es dem neuen Ministerium sehr schwer werden, neue Corteswahlen zu Stande zu ^?Sen, da Alsousisten, Neo^, Carlistcn und Repu-°"laner sich zn vereinigen gedenken, um eine allgemein Wahlenthaltuug zu organisiren. Damit 'urden (5grteswahlen allerdings vereitelt, und br Regierung würde das Regieren einfach uumög-"U gemacht werden. Im Hinblick auf diese bedrohliche Eventualität zögen denn auch der König, das Decret, durch welches die suSpmdirteu Cortes aufgelöst werden sollen, zu unterzeichnen. Daß das Ministerium Aorrilla unter den Beamten aufräumt und so viel Radikale als möglich anstellt, ilt natürlich; aber eine andere Maßregel desselben scheint sehr bedenklich. Zorrilla wird nämlich ein Gegengewicht gegen das unverläßliche stehende Heer schassen, indem er eine Miliz von 200.000 Mann ^richtet. Bereits ließ er zu diesem Zwecke 20.000 Gewehre vertheilen. Die carlistische Insur -reetiou erhebt iu Catalonien, Biscaha uud im Äaskenlaude drohejider deuu je das Haupt, nnd ein Pronunciamento Scrrauo's steht in Sicht. Man darf sich auf die Nachricht vou entscheidenden Vorfällen in Spanien gefaßt macheu._________________ Zur Tagesgeschichte. — Was ein KortesderLinken alles ^sprochen hat. Ein Vertrauensmann der Raa-Er Linken, welcher dieser während der Wahlbewegung derlei Dienste leistete, hat der Redaelion des „Gy. ^ " folgende Beschwerde Ubergeben : „Ich bin ungeheuer viel herumgelaufen, habe Kleider und Stiefel Zerrissen, aber für alle meine Mühe keinen Kreuzer "halten; überall, wo ich mich wegen einer kleinen Wohnung meldete, hat man mich sortgejagt. Und °ch habe' ich Herrn Beiczi „gnädiger Herr" genannt, ^ Herr Ladislaus HolloS ihm versprochen hatte, ^°rde, wenn die Linke siegt, Ministerial-Secretär fern ^ ^ss"* Kammerdiener sein; derselbe versprach ui ^ Hxric GrUnwald werde Ober-Direetor der kö» Por? ""Mischen StaatSgüler und Emerich Szabo iy ?" im Landhaus sein; der lahme Fleischmann silier ^m Verkauf sämmtlicher ungarischer Ge-würd ^ betraut und mit der einfließenden Summe de,, ^ ^ie Steuer» der Linken gezahlt, endlich wür-Mack Linken gehörenden Schuster und Czismen- derungarischen Ministerium als Beamte di ^^"^urS-Eommiffion angestelli werden. Jetzt aber, Allen ^p*"irler geworden ist, bleibt Alles beim Die Rache des Physikers. AuS enxtzig ,^ird folgender Vorfall mitgetheilt: Ein ge- '"sser Orlando Farnerini, Professor der Physik, wohn- haft in der Merceria, hatte eine heftige Leidenschaft für die Tochter eines Bäckers gefaßt; aber das junge Mädchen zog ihm einen Schneider, Namens Giovanni Carellino, vor. Farnerini warf nun einen um so heftigeren Haß auf den Bräutigam, als er diesem feil einem Jahre für gelieferte Kleidungsstücke eine sehr bedeutende Summe schuldete. Er beschloß, sich zu rächen, und schrieb am 8. Juni einen Brief an Carellino, daß er ihn bezahlen wolle, da er zu seiner Hochzeit wohl des Geldes bedürfen werde, und lud ihn, mit seiner Verlobten, da er ein Geschenk machen wolle, auf den nächsten Tag in seine Wohnung. Das Paar säumte nicht, zu erscheinen, und wurde von dem Professor in seinem Laboratorium mit Zuvorkommenheit empfangen. Er lenkte die Unterhaltung auf die Elekiricität. Die Verlobten, welche von der Sache nichts verstanden, waren entzückt, als ihnen der Professor den Vorschlag machte, sich elektrisiren zu lassen. Er hieß ihnen, sich die Hand zu reichen, legte den einen Pol eines R^mkors'schen Apparates zwischen die zarten Finger des Mgen Mädchens, gab den anderen dem Schneider in die Hand und drehte den Knopf . . . Ein furchtbarer Schrei entrang sich den Kehlen der beiden Verlobten; sie stürzten mit convul-swifchen Zuckungen zu Boden, erhoben sich dann wieder und begannen röchelnd die fürchterlichsten Capriolen auszuführen. Orlando Farnerini lachte. Die beiden Unglücklichen wälzten sich auf dem Boden, zogen die Apparate mit sich fort, stürzten die Möbeln um und zerbrachen sich in verzweifelter Anstrengung die Glieder, geschüttelt von dem furchtbaren Strom, wie die Verdammten in der Hölle Dante's. Orlando Farnerini lachte noch immer. Nach fünf Minuten blieb von den beiden Opfern nur ein unentwirrbarer Knäuel von zwei gräßlich verstümmelten Leichen. Jetzt erst hielt Farnerini den Strom auf und begab sich zum Chef der Polizei, dem er das geschehene kaltblütig erzählte. — Bei einer Besprechung der deutschen Maßregeln gegen die Jesuiten sagt das anglicanische Kirchenblatt „Church Herald": „Auch in unserem Lande, und ganz besonders um die Hauptstadt herum, geben sich jesuitische Machinationen kund, welche deutlich die Wahrscheinlichkeit zeigen, daß in nicht allzu langer Zeit auch die englische Regierung zu ähnlichen Maßregeln wie die deutsche zu schreiten haben wird. Die Zahl der Jesuiten, welche in unserer eigenen Mitte an der Arbeit sind, sängt bereits an, die öffeMliche Aufmerksamkeit aus sich zu ziehen." — Zur Verbindung Constautinopels mit der asiatischen Küste mittelst eines unterseeischen Tunnels durch den Bosporus hat sich eine englisch-türkische Gesellschaft gebildet, welche die Absicht hat, ein Rohr von 10 Fuß Durchmesser im Lichten, das aus zwei concentrischen, 8 Zoll von einander abstehenden Röhren von viertelzölligem Kesselblech besteht, in einer Tiefe Von etwa 36 Fuß unter dem Wasserspiegel so anzubringen, daß die Schiffahrt nicht behindert wird. Die gesammte Länge dieses TnnnelS würde etwa 1200 Fuß betragen. Die beiden Röhren sollen entweder von einander abgesteist oder durch ein- Fütterung von Holz getrennt werden. Das Gewicht des Rohres würde etwa 12.000 Lentner, das der Fütterung und der Ausfüllung auf der Sohle etwa 34.000 Centner, daS größte Gewicht eines durchgehenden Eisenbahnzuges 8000 Centner, der Austrieb aber 54.000 Centner betragen. Da hienach der Auftrieb größer ist, als das Gewicht des unbelasteten RohreS, so würde letzteres durch eine Anzahl am Meeresgründe festgeankerter Ketten niederznhalten sein, während durch die höchste zulässige Belastung noch keine Senkung hervorgebracht wird. Bedeutend länger als dieser Röhrentunnel ist der Tunnel, welchen der italienische Ingenieur Carlo Navone unter der Meerenge von Messina pro-jectirt hat, um die Eisenbahnverbindung zwischen Sicilien und dem italienischen Festland- herzustellen. Derselbe soll durch feste Felsmafseu, die sich nach Navone'S Angabe unter dem Meereöbett hinziehen, gesprengt werden und einen Durchmesser von 9 Meter erhalten; seine Länge würde 6500 Meter betragen. Die gesammten Kosten mit Inbegriff der Verbindungs- bahnen in Mefsina und Reggio werden auf 37,620.000 Lire veranschlagt. Local- und Provinzial-Angelegenheiten. Origmal-Corres-ondeuz. Gurkfeld, 23. Juni. Bei dem hier am 2. Juni l. I. auf der Gmajna (eine Besitzung des Herrn Mart. Hotfchevar) abgehaltenen Schulpfennigfeste, welches von sehr vielen Fremden aus Rann, Cilli, Lichtenwald, Landstraß rc. besucht und sehr animirt war, wurde trotz des plötzlich eingetretenen heftigen Gewitters, welches über 200 Personen verhinderte, zu erscheinen, dennoch ein Reinertrag von 180 fl. erzielt, welcher nach Beschluß des Bezirksschulrathes mit dem Betrage von 130 fl. sür die Bezirksschulbibliothek verwendet, der Rest von 50 fl. aber, in zwei Lehrerprämien zu 30 fl. und 20 fl. getheilt, für jene zwei Lehrer des Gurkselder Schulbezirkes, welche sich im laufenden Schuljahre in realistischen Fächern am meisten ausgezeichnet haben und bei deren Schülern der k. k. Be-zirksschulinspector anläßlich der Jnspiciruug die besten Erfolge wahrgenommen haben wird. Local-Chrom!. — (Aus dem Landesschulrathe.) Den Mitgliedern wird mitgetheilt, daß 4>ie mündliche Maturitätsprüfung Heuer am k. k. Real- und Obergymnasium in Rudolfswerth am 23. Juli, an der k. k. Oberrealschule in Laibach am 26. Juli und am k. k. Obergymnasium in Laibach am 29. Juli beginnt. Der Lectionsplan der Oberrealschule in Laibach sür das Schuljahr 1872/3 wird dem H. Ministerium für Cultus und Unterricht mit folgenden Anträgen zur Genehmigung unterbreitet: 1. Von der mittelhochdeutschen Lectüre ist an der Laibacher Oberrealschule gänzlich Umgang zu nehmen mid die hiedurch gewonnene Zeit der Lectüre der neuhochdeutschen Literaturwerke zu widmen. 2. Die wöchentliche Stundenanzahl für Chemie wird in der fünften und sechsten Klasse um je Eine Lehrstunde vermehrt; der Lehrstoff hat jedoch in der vom tiroler, respective niederösterreichischen Lehrplan für die einzelnen Lehrstufen vorgezeichneten Abgrenzung vorgenommen zu werden, und ist dem Unterrichte auf jeder Unterrichtsstufe ein approbirtes Lehrbuch zu Grunde zu legen. 3. Da das Italienische im nächsten Schuljahre in der siebenten Klaffe noch keinen obligaten Lehrgegen-stand bildet, so wird von den zwei darauf entfallenden wöchentlichen Lehrstunden eine für den Unierricht in der Mathematik und eine sür den in der darstellenden Geometrie zu verwenden sein. — (Für die Verunglückten in Böhmen.) Die Direction der krainischen Sparkaffe hat dem Landespräsidenten sür die Unterstützung der jüngst durch daS Elementarereignis heimgesuchten Bewohner mehrerer Bezirke des Königreiches Böhmen den namhaften Betrag von fünfhundert (500) Gulden österr. Währ, zukommen lassen und dadurch neuerdings Zeugnis ihres segensreichen Wirkens abgelegt. — (Rettungsgebühr.) Die k. k. Landesregierung hat dem Hutmachergesellen und Landwehrmann Franz Gerkmann in Stein aus Anlaß der von ihm mit seltenem Opsermuthe und mit eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung der zehnjährigen Jn-wohnerstochter Anna Osacia vom sicheren Tode des Ertrinkens im Feistrizflusse die Lebensrettungstaglra zuerkannt. ^. — (Gehaltsregulirung derStaats, beamten.) Ueber die mit 1. Jänner 1873 ms Leben treten sollende G-haltS.R-guliruug der Staatsbeamten sollen in, Schoß- der CommGon beretts einige Beschlüsse gefaßt worden sein, welche zwar den Erwartungen nicht ganz -ntspr-cheu, l-doch durch den Hinweis aus die finanziellen Verhältmffe deö Staates begründet w.-rden. Vor allem wollte man den Pen- I sionsetat vor Ueberbürdung schützen und einigte sich >ahin, 'daß die Erhöhung der Bezüge so wenig als > möglich aus die Pension Einfluß habe. Die Erhöhung ! wird daher hauptsächlich die Quartiergelder treffen, welche jedoch dann nicht mehr unter dem Titel „Ouar-^ tiergelder," sondern unter der Benennung „Local» Zulage" verabreicht werden. Beschlossene Thatsache ist, daß in ganz CiSleilhanien 500 fl. der geringste Gehalt sei. Die stufenweise Vorrückung wird, wie es auch jetzt der Fall ist, nach Diätenklassen geordnet sein, und zwar: Elfte Diätenklasse, 5-, 6«, und 700 fl. Gehalt und 300 fl. Localzulage für Wien und 200 fl. für die Provinz. Zehnte Diätenklasse 8-, 9-, und 1000 fl. Gehalt und 400 fl. Localzu» läge, 300 fl. für die Provinz. Neunte Diätenklasse 11-, 12- und 1300fl. Gehalt und LOOfl. Localzulage für Wien und 400 fl. für die Provinz. Achte Diätenklasie 14', 15-und 1600 fl. Gehalt und 600 fl. Localzulage für Wien und 550 fl. für die Provinz. Von der siebenten Diä tenclasse sollen die Gehalte unberührt sein, und es erstreckt sich die Ausbesserung nur aus die Localzulagen, Für das Ausstellungsjahr soll eine Percentual-Zulage in Aussicht gestellt sein. — Das ganze Elaborat soll bis zum Zusammentritte der Delegationen beendet sein und soll als Basis zur Vorlage betreffs der Staats beamten des gemeinsamen Ministeriums ^dienen. Da die betreffende Commission in permanenter Fühlung mit den Abgeordneten sich befindet, so glaubt man auch annehmen zu können, daß die Regierungsvorlage auch vom Reichsrathe angenommen und zum Gesetz erhoben wird. Die Pensionsgesetzvorlage wird wahrscheinlich unter einem stattfinden, doch in der Commission jedenfalls ers^ dann in Angriff genommen, wenn die Beamtengehaltsregulirung bereits vollkommen ausgearbeitet ist. Wirtschaftliches. Fische zu conser Viren. Der Fisch wird geöffnet, auf seinen fleischigen Theil Zucker gestreut und zwei bis drei Tage horizontal gelegt, damit der Zucker gehörig eindringt. Auf diese Weise kann man Fische lange Zeit vollkommen frisch erhallen, so gut schmeckend wie eben gefangene. Lachse, auf diese Weise vor dem Einsalzen und Räuchern behandelt, haben einen weit angenehmem Geschmack, und ist ein Eßlöffel voll Zucker für einen fünfpfündigen Lachs hinreichend. Man wendet dieses Verfahren sehr ausgedehnt in Portugal an. Fleischextractbrot. Unter dem Namen „Fleischextractbro!" oder „Deutscher Fleischzwieback" bereitet der Chemiker Dr. E. Jacobsen in Berlin neuerdings ein haltbares Weizengebäck mit Liebig'fchem Fleischextract zur schnellen Herstellung einer kräftigen, nahrhaften Fleifchbrotsuppe. 1 Pfund dieses Feischextrac-tes entspricht 4 Pfund Rindfleisch. Es wird in zehnlheili-gen Tafeln zu Pfund geliefert, deren jede also 1 Pfund Fleisch entspricht und fünf große Teller, refp. zehn mittelgroße Taffen Suppe gibt. Bei der Verwendung zerstößt oder zerklopft man die nöthige Menge Fleischextractbrot, übergießt sie mit kochendem Wasser und gibt etwas Salz dazu. Brüht man Suppenkräuter (Petersilie, Sellerie rc.) mit dem kochenden Wasser, welches man zur Bereitung der Suppe aus Fleischextractbrot verwendet, so erhält letztere den Geschmack und das Aroma frischer Fleischbrühe. Der Fleischzwieback läßt sich auch roh, sowie in Wein ein-gebrockl genießen. Er hält sich sehr gut, schimmelt nicht nnd wird trotz des Fettgehaltes nicht ranzig; er ist mit Galatine überzogen, welche die Poren des porösen leicht Sauerstoff aufsaugenden Gebäckes verschließt. In England und ebenso in Rußland ist Fleichexiract-Biscuit bei den Armeen eiiigefiihrt; in Deutschland und Oesterreich ist dies bis jetzt leider noch nicht der Fall; doch liegen bereits sehr anerkennende Urtheile über dieses Brot seitens im Felde stehender Militärs vor, denen dasselbe auf Privatwegen zugegangen war. Cingescndct. Bibcrach (Wilrltemberg). In der jllngsten Sitzung de« Gewerbe-BireineS wurde der Antrag gestellt, die „Allgemeine Illuslrirle Wiener Weltansstellttttgs-Zeming" über die Zeit der Wiener Weltausstellung für den Verein anzn-ichassen, wogegen aber von verschiedene» Seiten entschieden l-n>!prachk erhoben wurde, namenllich erklärt da« Anöschnß-Stoib, HeranSgeber de» „Wochenblattes daß anch ihm Probe-Blätter diese-^ '"°rdk" s'icn. er aber diese q flir nicht praktisch halte, solche sei in I ^ r igirt, dcr sich nicht für ein grötzereS Pnblicuni »ruck gg«. v. »lei««ayr t grd. «aober, kl eigne nnd nicht allen verständlich sei. Dagegen empfehle er dringend die seit Auqnst 1871. bestehende..Wiener Weltans-stellnngs-Zeitnng", Ceutral-Organ für die Weltausstellung 1873 in Wien, Stadt, Kmr.pfgasse Nr. 4, Herausgeber Carl Likünek, rediqirt non I CH. Schreyer, welche durch ihre allgemein faßliche Tennen, nnd gediegenen, anch jedem Geschäftsmann- verständliche» praktischen Aufsätze so allgemeinen Anklang finde. -- Der Antrag, diese Zeitung anzuschaffen, wurde dann einstimmig angenommen. Witterung. Laibach, 26. Juni. Nachts sternhell. Morgennebel. Vormittags wechselnde Bewölkung, heiß, Sndwest müßig. Wärme: Morqcns 6 Uhr 12.6", nachmittags 2 N!-r L6.0' 0. <1^71 -f- 13.5°; 1870-j-18.5'.) Barometer im Fallen, 735.00 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme 16.2", um 2.6' unter dem Normale._______________________________ Angeln»,mcire Fremde. Am 25. Jm>i. Baron Marburg, k. k. General-Major, Marburg. — Gödale, Kansni., Wien. — Jagobitz, Kfm, Graz. — Rochlitzer, Kaufm., Graz. — Koller, Kaufm., Marburg. — Dr. Weuedilkter, k. k. N-tar, Gottschee. — Dreiwurst, Tarvis. — Ritter v. Walma, Graz. — Ploch, Triest. Heimann, Kaufm., Graz. — Leppmann, Berlin. — Stacher, Oekonom, Hopfenbach. Wetschbnrg, Nürnberg. — Frau Anna Bednaz, Kaufmannsfrau, Agram. — Knab, Besitzer, Steinbritck. — Deutsch, Wien. — Boskovic, Reisender, Wien. — Klein, Reisender, Wien. — Wiener. Reisender, Wien. — Falsini, Privat, Wien. — Dr. Casper, Privat, Wien. Wiener Börse vom 35. Juni. iperc.Rente. öst.Pav. dro. dto. öst.inSilö. :ose vou 1854 . . . 4sre von 186V, ganze Sose vou 1860, Fünft. Vrämieusch. v. 1864 . arnLävoti.-ovr Steiermark zuSpSr. räruten, Kram a. Küstenland 5 „ Üllgara. . zu5 , Sroat. u. Slav. 5 . Stebeabürg. „ 5 , Katioaaldank . . . Union-Bank . . . Kreditanstalt Geld Ware 64 70 64.80 72.30 72.40 96.50 97.-105. 105.20 126 50 127. 146.- 146.50 91.- 92.— 85.75 86.- 82. 84.- 79.- 82.LV 85.- 79.50 859.- 861.— L84.- 284.50 347.80 348.- A->. 10,0 i,-iz Luglo-öft-rr. B-nI . 337.25 327.50 OeL. Bodencred.-L. 275.— r!77 — O-st. Hvx-th.-B-lik ^ . Sleier. Eecompr.-Äl. 2^2. - Franko - «uftria . . 14L.LS 14^12 Kais. Kerd.-Nortb. . 2278 2282 Küdbahll-Bcsellsch. . 204.M 20s.ro r»>s. ltlis-beth-Äilbo. 255.75 256.25 »arl-LAdwig-Lal.-n' . 244.25 244.S» Siebend. Eisend-p» . >«1.75 IS2.2L k>Ia-lt«bahn. . . . ZS6.—S57.— ^ais. Kranz-Iolissv.. 218.— 2,8 50 >L.,B. 188.- 18«.50 »Kold-Fium. Sahn . 181.75 I82.2S N,,l>«n.ö.W.,erl°ei!. 82 .->0 S2.70 MIIII,.Lu.--:eI! ang. «od.-Sreditanst.. 89.75 üo.rz!ro.Srancenu« allg.oft.«od.-Lrek-il. ioz.75 I»4.2SIr!-r-,n»!vaier »ko. in LZ^.ritS,. . 88.75 s>>. iSi'.d-r jGeld War« ^ d4.75 S5.25 O-ii. Hvsoch.-Kank Sui>b..>Lei.zuLU0 115.75 118.— d!c. LonkSpiLl.! —. «°rdb. (1VN ft. LM.) I0S.88 104.-Ei°b.-«.(2VI)».ö.W.!j W.2S 93.75 SlaatSbahn Pr. Slüll 1S1. 131.5» StaatSb. Pc. St. 1867 128.25 127. Siudol!»b.(S«vft.ö.W.) SS.80 S8. 8ranz°Sos.(20ttfi.S.,!lv1.8» 101.8» L-edit 1»v fl. S. w. Dos.-Dauipssch.-Ges. zu iu» st. SM. . . Triefter 100 ft. SM. . dto. S0st. ö.W. Osenrr . 4» ö.W. Saim . . »» , Palfsv . . 40 . „ 40 „ Sl. Tenors „ 40 „ ^villdischgrätz 20 , Waldsteru . 20 „ Leglevr- . 10 . RuoolfSstift. lOö.W. ^Vood«ol(3 Mou.) LuzSb.ioOst.südd.W. Sraukf.ioost. ^ condou 10 Pf. Sten. Paris 100 Francs 191.50 191.75 99.- 99.5c> 120.50 121.5c 58.- 59. 31.50 33 -40 — 41 - 28.50 29. -36 — 38.-29.— 30.-24. - 25.-22 50 23. 16.- 17. 14.50 15.50 93.80 94.— 93.95 94.-112.— N2.L0 43 75 43.85 j L.37 5.38^ tj.94 8.r>5^ 166.75 167.50 110.- j11-1.2S Telegrafischer Cnrsbericht der > Filiale rierSteiennärlr. Esromptelrank inLailinch, von der k. k. öffentlichen Börse in Wien am 26. Jnni. Lvrbörse. 5perz. Metalliqnes mit Mai- nnd November-Zinsen 64.50. — bperz. National-Anlehen 72 — 1860er Staats- Anlehen 104.80. — Bankactien 862. — Credit 346.50. »nglobank 325,.-.- Flankobank —. — Lombarden 204.30. - Unionbank 284.—. — Wechslerbank 320.—. Hypoike- karbank 210.76.— Vereinsbank 154.75. — London 11175. — Silber 109.75. — K. k. Mnnz-Dncaten 5.36. — 20-Franc-Stiicke 8.95. — Matt wegen Gelddruck. 29.8 welches am 24. d. M. im Hause Nr. 313, Hauptplatz, eröffnet wurde, besorgt: 1. Die Aufnahme und Einschaltung von T->»><»»,1, », über Äiealitätenverkäufe, Pachtungen, Dienstleistungen, Wolmnngsvenniethungen, Geschäftseröff-nnngen u. s. w. in deutscher und slovenischer Sprache; 2. die auf sämmtllche concessionirte -jeitnugen der österr.-nng. Monarchie; 3. den , nachgeiiannter -jeitnngen: „Laibacher Zei- tung", „Laibacher Tagblatt", „Danica", „Novice", „Slo-venSki Narod", „Deutsche"' „Klagenfurter", „Triester" und „Gemeinde-Zeitung", „Neue Freie Prcsse", , Wiener Tagblatt", „Fremoenblatt", „Wanderer". „Grazer Tagespost", „Kikeriki", „Floh- und „Bombe." (368-3, Larl8l»tuler i-, Kal-!8dac!sn ?a8lül6n unä 8a!rs. Onreb seine sussergevölinlicli »«»Ft»», heilsame >VirIrim>r in xingr NeoZs vou Müllen stellt (las uLtürliclie 7Si, von kto1>en »ll cler Reibe aller I»« ,, Zli»,« , . Lesonäers bei Lrrmklieiten äes VZnxr«-»x, äes äer 8.«.-!,^,-^ äer 7»-»«. der H«io» >1er I der bei 6er kt, bei k,sOebärmutter uncl bei ist der Vebi-sueb VirIcuug des n »8»» k !»! verstiirlieii, >vird demselben ein 1'beelölköl8j»i'>i«l!vi»»i«!r'. nuAssügt. Lnlt gebrnuclit ist ds.8 ILill» >-<«4 » vou >melir Liiklösend, als VLIII1. Mmllmr, Uj I,M ru Iliii8o1ilü»'6ii ii»cl 6ä(i6i>> aus Hiliiirei> für diese im Hause lioebgesebLtrt, uberbuniit angWeizt bei riileu vliraiusoben lirsnk-keitsrustünclen, in velolien klutarmutb, msngxl-lisfte klutbiltlung, Lrseb'affung cler grgnne und 6e-vvebe, diirniederliegende Innervation, Irüglieit in den Funktionen als Orsucbe nder b'olgeu auftreten. 0 l688lllldl61' 8ll,l61'dl'l1IlU „König Otio's Ouölls" dsi Ksi-Isball (der österreieliiscbe Leiters). Mglieli triseb gefüllt riu benieben dureb die Oivii'ilillbl«-,' II, »»»knvornnltun^ L Kiloll in Lrosoliüren, kreislcnurnnts etc. gratis, bngeue Kiederls.ge in lk// V. //. (221 —ll) Assortiment seiiier AttasTricot Hlilldschilhk m allen Grössen von 30 kr. bis fl. 1.20 bei .Ittk. iiru iiiL'i i'. (324-5) Indem ich silr das mir bisher geschenkte Vertrauen ergebenst danke, erlaube ich mir, daS verehrte p. t. Publieum höflichst zn bitten, mich auch fernerhin dieses Wohlwollens wllrdig zn halten und die von mir mit bedeutenden Kvsten und allem möglichen Comfort nen hergerichteten Aaffeehttus -Loailitaten recht zahlreich zn besnchen. Es wird an» wie bisher mein eifri-;stes Bestre- tun ben sein, die p. t. Gäste auf das aiifmcrklamste nnd beste zn bedienen. Mich dein Wohlwollen des p. t. Pnblicnins bestens empfehlend, zeichne hochach-tu"gsvoll,»nd^ergebenst K^ll l ai.Kal, Pächter. Laibach. Verleger und für dir «ebactton veramwvrtli»: Ottomar «amberfl