lV^ ^s«<« Pränumerat. il. halvj. fl, 5 50, ssür die Zustellung in« Hau« "»-l. i^/«^^. halbj. 50lr. ^l!t der Post ganzj. st. 15. halbj ? öu. Mittwoch, 5. November. Änd man zugeben müssen, dass dieser Preis des Zugeständnisses der Achtung der Rechtsüberzeu-qungrn, ja selbst der von den bisherigen Dissidenten proclamiertcn Rechte wert gewesen sei. Warum sollte Graf Taaffe nicht Rechtsüberzcugungen, Rechte achten wollen, die erst geltend gemacht werden müssen, um zu irgend einer staatsrechtlichen und politischen Wirksamkeit zu gelangen? Hat nicht ein genauer Kenner des Staatsrechtes aus den Reihen der Linken behauptet, dass auch die Deutschen alte verbriefte Rechte haben, deren Realisierung aber jedenfalls erst von ,hrer Geltendmachung abhienge? Freil,ch, die gesummten Rechte in Bezug auf das Verhältnis zu Deutschland erscheinen angesichts der Thatsachen antiquiert und niemand redet von ihrer lebendigen Actualilät. Widerspricht es nun gar so sehr dem Geiste der Versassung und der in zahllosen Variationen betonten Einheit und Machtstellung des Reiches, wenn ein Ministerium auch derartigen Rechten des czechischen Volles platonische Achtung entgegenbringt? Wir geben zu, dass ein ausschließliches Eablnet der Linken sich dazu nicht entschlossen, dass es in der Erinnernng an die schweren Kämpfe für die bestehende, im täglichen Gebrauche befindliche Verfassung sich selbst zn einer derartigen Concession ablehnend verhalten hätte; doch warum sollte auch eine Regierung, deren Chef feit mehr als zehn Jahren diesem Ringen ferne gestanden und sich in der Entfernung vielleicht ein wenig mehr Objectwität bewahrte, die Negation so weit treiben, dass sie die endlich eingetretene Möglichkeit, auch die Fehlenden auf den Boden der Verfassung zu führen, abermals verwirkte, inoein fie die Unterwerfung auch der Gefühle und die Capitulation der Empfindungen und Gedanken forderte? Die RechtSüberzeugung, sogar das Recht der Cze-chen wird von dem Ministerium Taaffe geachtet — nicht zugestanden. Zu seiner Veiwirlllchung bedarf es mehr oder minder bedeutender Veränderungen der T>e-zembergesetze. Dirsc erheischen wieder eine Zweidrit-tel-Majorität in beiden Häusern des Reichsrathes, und da die Neueingetretenen durch den Mund ihrer beiden Feuilleton. Was die Mebe vermag. Noman, frei nach dem Englischen bearbeitet von Ed. Waaner (Verfasser der „Alexa"). (Fortsetzung. 1 . Er setzte sich an einen allmodischen Schreibtisch A'" schrieb, dass er Valerie in seinem Hause keine Mnahme gewähren könne. Er bat Mrs. Peason, das Mädchen irgendwo vorlänfig unterzubringen, bis sie me Stelle für sie gefunden habe. Dann couverticrte 9lk « ^l!l,'s> versiegelte ihn, versah ihn mit der ""esse und steckte ihn in die Tasche. Gleich daranf M"g er hiiwns a»f den Hof, wo der Wagen, mit ^andftroducten gefüllt, zur Abfahrt bereit stand. Wil-^Ui, d^. ^j^ Sohn, nahm vorn ans dem Sitze A"d; sein Vater setzte sich ueben ihn und ergriff die 3?"' Im uächsten Augenblick rollte der Wagen aus "u Hofe. ^ Ane Stunde später kamen sie in Maidstone an. un^fs erste H^rge war, seine Prodncte abznliefem, A K '"'"-' äweiil', den Brief nach der Post zn bringen. 3LM'^ langsam nach dem Ort znrücttehrte, wo er AMam mit dem Wagen verlassen hatte, rief ihn Mer k ""^ Miethwageus an, welcher den Far- Robert blieb stehen nnd fragte, w.iö er wünsche. sanl°"M habe einen Passmiicr nach Reynold Farm," New, ."' ^">n; ..aber mein Pferd ist soeben lahm h im. ^"' 2U"Ut Ihr nicht die junge Dame mit Ench i "nnchlneu, wenn Ihr Platz auf Eurem Wagen habt?" „Nach Reynold Farm?" fragte Robert verwundert. Das Wagcnscnster wurde geöffnet nnd ein Mädchen« köpf, halb von einem Schleier verhüllt, wurde sichtbar. „Sind Sie Mr. Reynold?" fragte das Mädchen mit melodischer Stimme. ,Ia, Miss," antwortete der Farmer, näher tretend. „Dann sind wir Verwandte," fuhr das junge Mädchen fort. „Ich bin Valerie Reynold." Der Farmer wiederholte den Namen in großer Verwirrnng, während er sich im Stillen Voriomsc machte, dass er den Brief Mrs. Peafons nicht früher beantwortet hatte. „Ich hoffe, Sie zürnen mi. nicht, weil ich ungebeten komme," sprach sie. „Aber Mrs. Peason reist morgen von Liverpool nach Canada, und da ich nicht wusste, wohin ich mich wenden sollte, so schickte sie mich zu Ihnen, bis mir ihre Fiellndr eine Stelle als Gouvernante verschaffen können. Habe ich Unrecht gethan, zn kommen?" Mr. Reynold getraute sich nicht, der Sprechenden ins Antlitz zu schauen, aber ihre Stimme drang ihm ins Herz. „Sie können bleiben," sligte er nach knrzem Nach-denken. „Steigen Sie ans mid folgen Sie mir." Er öffnete die Wagenthür, und das Mädchen sprang ans die Straße. Der Kutscher wurde entlassen. Valerie zog ihren Schleier dichter über das Gesicht und nahm vertrauensvoll den Arm ihres Verwandten. «O. Sir," s^te sie frenildlich, ..so lange ich denken kann, hnbe ich nie zuvor einen meiner Verwandten gesehen. Wie bin ich mit Ihnen verwandt, Mr. Reynold?" „Das kann ich Ihnen jetzt nicht erklären," erwiderte dieser verlegen. „Sie können mich Onkel Ro« bert nennen." Im nächsten Augenblick bereute er dieses Zugeständnis, aber es war zu spät, als dass er es zurückzunehmen vermochte. Er führte die jnnge Dame zu seinem Wagen, erklärte dem erstaunten William, dass dieses Mädchen Miss Reynold sei, eine entfernte Verwandte, welche sie besuchen wolle. Dann bat er das jlinge Mädchen, neben ihm auf dem Rücksitz des Wagens Platz zn nehmen. Wenige Minnten fpäter befanden sich sich auf dem Wege nach Reynold Farm. „Was wird meine Mutter sagen?" dachte Mr. Reynold. „Ich konnte nicht anders. Ich hübe ihre Ge-sichttzzüge noch nicht gesehen, allein ich glaube, dass sie der armen Emmy gleichen wird. Aber dennoch wird die Mutter sie hassen und Anna wird ihr Leben nnerträglich machen. Armes Kind! Ihr Kommen ist ein Unglück, dein wir nicht mehr entgehen können. Eine Ahnung, die mein Herz erbeben lässt, sagt nur, dass eine traurige Zeit herannaht." 7. Capitel. Valerie. Robert Reynold lenkte seinen Wagen langsam ans den Hof, überzeugt, dass se.ne Mutter und seme Fran ihn znriicklommcn und seine Begleiterin sehen würden Wie cr beiden entgegentreten und Valerie ihnen vorstellen sollte, darüber war er mit sich mcht cmiq geworden, obwohl er wahrend der ganzen Fahrt darüber nachgedacht hatte. Er hals dem Madchen «170 Führer anerkannt habeil, dass sie den Boden der Ve» fassung loyal, lhne Hintergedanken und ohne die Absicht, Ränke schmieden zu wollen, acceptieren, so haben sie sich auch jener Vorschrift der Verfassung unter« worsen. Wo aber ist die Zweidrittel - Majorität im Abgeordnetenhause? Oder welcher Minister kann, ohne sich selbst zu beschämen, die Majorität des Herrenhauses auf eine Drittelminorität herabdiücken? Und nur wir sollten das wissen, und dem Grafen Taaffe und den Czechen wären diese Verhältnisse völlig unbekannt gewesen? Gerade weil diese Thatsachen schon zu jener Zeit feststanden, als sich der Premier mit deil Czechen auseinandersetzte, konnte er in aller Ruhe ein Zugeständnis machen, dessen theoretischen Wert wir nicht bestreiten wollen, dessen praktische Bedeutung aber gleich Null ist. Wären die parlamentarischen Verhältnisse minder klar gewesen, hätte die Majorität der Rechten hundert nnd nicht einundzwanzig Stimmen betragen, vermochte man das Herrenhaus mittelst eines kleinen Pairsschubes gefügig zu machen, dann aller» dings hätte es sich Graf Taaffe wohl überlegen müssen, ob er auch nur die Concession im Worte gewähren dürfe. Diese Gefahr existierte nicht und der Entschluss ward ihm dadurch wesentlich erleichtert. Es ist seltsam, dass gerade innerhalb der Verfassungspartei dle Möglichkeit ventiliert wird, dass ein Ministerium — das Cabinet Taaffe würde es trotz allen Anwürfen der Verfassungspartei nicht sein — weiter nach rechts gehen und mit Hilfe eines neuen Abgeordnetenhauses föderalistische Experimente machen könnte. Selbst wenn wir uns einen Minister zu denken vermöchten, der die Lächerlichkeit nicht einer Massenernennung, sondern einer völligen Erneuerung des Herrenhauses auf sich nähme, ist es doch auffällig, dass die angeblich Verfassungstreuesten die Verfasfuug so wenig kennen und nicht wissen, wie durch die Wahlgesetze eine föderalistische Zweidrittel- Majorität vollständig ausgeschlossen ist. Auf der Rechten weiß man dies besser, und deshalb ist die ganze Summe von Hoffnungen in dem Wunsche nach „Decentralisation der Verwaltung" zusammengefasst worden. Natürlich wurde dieses Wort der Mittelpunkt aller Augriffe, denn es musste als der Schild gelten, hinter welchem sich die heimlich geplanten Veränderungen der Verfassung verbergen. Aber je ausführlicher die Linke sich über das Thema verbreitete, um so schweigsamer wurde die Rechte, und auch in demjenigen, was Graf Hohenwart zum Schlüsse darüber sagte, wird man vergeblich eine Definition suchen. Jene Allgemeinheit konnte nun allenfalls eine Partei, zu deren Lebens» b< dingungen der Kampf gehört, zu einem Angriffe ver-leiten, eine Regierung, die kaltes Blut zu bewahren und sich nur an concrete Dinge zu halten hat, nnd insbesondere ein Cabinet, welches im Geiste der Versöhnung wirken und jede Provocation vermeiden will, hat keine Veranlassung, ein leeres Wort zu befehden. Würde man von irgend einer Seite den Versuch gemacht haben, diese Phrase zu erläutern, hätte man ins« besondere darunter die Zertrümmerung des österreichischen Beamtenorganismus verstehen wollen, so würde ein Mann, dessen ganze Vergangenheit in diesem Körper wurzelt, der seine Bedeutung kennt, wie irgend jemand in Oesterreich, würde Graf Taaffe schwerlich mit der Abwehr gezögert haben. Die Rechte vermied aber eine Erklärung, und die Regiernng empfand nicht die geringste Neigung, sich mit den Unterstellungen der Linken zu indentificieren. Die Adressdebatte hat somit keinen Widerspruch mit dem Programme der Re- gierung geschaffen. Die Verfassung ist im ganzen Bereiche der Monarchie als der Vodrn jedweder poli» tischen Thätigkeit anerkannt. Die Unmöglichkeit einer Aenderung dieser Verfassung wurzelt nicht nur in dem Entschlüsse der Regierung, allen derartigen Versuchen entgegenzutreten, sondern auch in den von ihr geförderten Thatsachen, dass die vorgeschriebenen Formen und Bedingungen unerfüllbar sind. Die mäßigsten wie die übertriebensten Forderungen der alten und neuen Parteien sind zum Schweigen verurtheilt." Parlamentarische Vorgänge in Ungarn. In der letzten Sitzung des ungarischen Abgeordnetenhauses ist ß 10 des Incolats-Gesetzentwurfes nach längerer und erregter Debatte dem Minoritätsantrag gemäß in seiner ursprünglichen Fassung an« genommen worden. Nach dieser Fassung kommt die Verleihung des Staatsbürgerrcchts sowohl dein Ministerpräsidenten als auch dem Banns uon Kroazien und dem Chef der Grenz-Landesverwaltnng zn. Im Ausschuss war sie jedoch durch eine andere Foimel verdrängt worden, welche das Verleihungsrecht bloß dem Ministerpräsidenten zugesteht. Die Ansschussmajo-rität fand es nämlich nicht mit der Staatsidee vereinbar, einer anf einen Th?il des Staatsgebietes begrenzten Behörde die Verleihung der für den ganzen Staat giltigen Staatsangehörigkeit zuzuweisen. Und diese Ansicht wurde auch von den Opposilionsrednern energisch verfochten. Die Ausschussminorität dagegen hatte sich auf den Wortlaut des Gesetzes: auf den kroatisch-ungarischen Ausgleich berufen, demgemäß das Ver< leihuligsrecht dem Vanus nicht entzogen werden kann. Nach längerer und zum Theil sehr lebhafter Debatte, an welcher auch der Ministerpräsident K. Tisza hervorragenden Antheil nahm, entschied sich das Haus mit großer Majorität für die letztere Ansicht. Unter den Rednern für die Wiederherstellung der ursprüng-lichen Fassung befand sich auch D, Iranyi von der äußersten Linken, der im Gegensatz zn seinen Parteigenossen entschieden für die Trxtierung des kroatischungarischen Ausgleichsgesetzes mit speciellem Hinweis auf die Nothwendigkeit eintrat, den Kroaten einen Beweis freundlicher Gesinnung und strenger Achtung des Gesetzes zu geben, wovon sofort ein Redner ans den Reihen der Kroaten in deren Namen in herzlichen Worten Act nahm. Im Fin anzausschusse des ungarischen Abgeordnetenhauses wurde am I. d. M. Finanzminister Graf Szapary interpelliert, ob er angesichts der Aufregung, welche die Gesetzentwürfe über die Verlängerung der Einlösungstcrmine der Grundentlastnngs- und Weinzehentobligationen hervorgerufen, diese Entwürfe nicht zurückziehen wolle. Graf Szapary antwortete hierauf verneinend; die Gesetzentwürfe seien wohldnrch-dacht eingebracht worden und er sei überzeugt, jene Aufregung werde uinsoweniger von Dauer sein, als er die vorgebrachten Bedenken für nicht begründet betrachte. „Ellenör", der sich mit dieser Angelegenheit in einem Leitartikel befasst, gibt zu verstehen, dass die ungarische Regierung vor Einbringung der fraglichen Entwnrfe ..sich die Meinung jener lnasMuenden (Finanz-) Kieise erbeten habe, ohne deren Vernehmung sie sich zu einem so wichtigen Schritt nicht hätte entschließen können." Die zur Erneuerung des ungarisch-kroatischen Finanzausgleiches entsendeten Regnicolar-Depn« tatiunen haben am 1. d. M. unter Vorsitz des vom Wagen und sprach einige Worte mit seinem Sohne. Dann führte er Valerie in das Haus, welcher es nicht entgieng, dass sein Aussehen gedrückt und unruhig war. „Warten Sie hier einen Augenblick," sagte der Farmer rasch, als sie in die große Küche traten. „Ich muss zuvor mit meiner Mutter sprechen." Er gieng m die anstoßende Wohnstube, wo seine Mutter strickend am Fenster saß. Seine Frau, mit einer Handarbeit beschäftigt, sah ihn fragend an. „Wer ist das Mädchen. Robert?" fragte Anna. Der Farmer beachtete ihre Worte nicht, er gieng an ihr vorbei und näherte sich seiner Mutter. „Ich habe mit der Absendung des Ariefes an Mrs. Peafon zu lange gezögert, Mutter," fagte er mit zitternder Stimme. Mrs. Reynold fah jetzt zu ihm auf. „Nun?" fragte sie, als ihr Sohn fchwieg. „Mrs. Peafön ist abgereist," entgegnete Robert, „und sie hat das Mädchen veranlasst, zu uns zu reisen." „Zu uns?" fragte Anna bestürzt. „Großer Gott! Robert, du willst doch nicht sagen, dass dieses Mädchen Emmys Kind, — dass sie Valerie »st?" Robert nickte bejahend. Die alte Dame schien theilnahmslos. «Wie konntest du sie hierherbringen, Robert?" rief Anna vorwurfsvoll. „Ich fand sie in Maidstone, auf dem Wege zu uns. Sie hat niemanden, zu dem sie gehen kann. Sie wird eine kurze Zeit hier bleiben, bis sie eine Stelle gefunden hat. Willst du es dulden. Mutter? Wir können sie nicht früher fortschicken, als bis eine Stellung für sie gefunden ist —" „Meinetwegen kann sie bleiben," fiel ihm Mrs. Reynold eisig ins Wort. Sie stand auf und zog sich in ihr Privatzimmcr, welches im oberen Stock belegen war, zurück. Die beiden Gatten sahen einander betroffen an. „Dn hast dieses namenlose Geschöpf hierher gebracht, Robert!" sprach Anna unwillig. „Die Mutter ist erzürnt, und mit Recht." „Schweige, Anna. Ich würde ihr Hierherkommen verhindert haben, wäre es mir möglich gewesen, aber so bitte ich dich, ihr freundlich zu begegnen." Es lag ein folcher Ernst in seiner Sprache, dass seine Frau überzeugt wurde, es sei das beste für sie, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Robert kehrte in die Küche zurück nnd führte gleich darauf Valerie in das Wohnzimmer. Als diese in die Stube trat. schlug sie ihren Schleier zurück und näherte sich lächelnd Anna Rey. nold. Sie war uon schlanker Gestalt, hatte ein bildschönes Antlitz, aus dem die großen glänzenden Augen, umgeben von dunklen Wimpern, hervorstrahlten und über denen sich eine schöne hohe Stirn, umrahmt von reichem, dunklem Haar, wölbte. Es war ein Gesicht voll Unschuld und Demuth. Anna erkannte rasch, dass Valerie sorgfältig erzogen worden war. Das ganze Wesen des jungen Mädchens offenbarte ihr den edlen Charakter ihrer Seele. (Fortsetzung folgt.) l Grafen Johann Cziraky ihre erste gemeinsame Sitzung gehalten. Alis der Tagesordnung stand die Quoten-frage. Da beide Parteien an ihren Standpunkten festhielten, wurde zur Prnfung des betreffenden Ziffern-Material?« ein Subcomitc ml noc entsendet. Mitglieder desselben sind von ungarischer Seite: Falk, Eber, Markus; von kroatischer Seite: Mihajlovic', Vuilii, Mistatuvic. Der volkswirtschaftliche Ausfchuss des Ab-geordnetenhanses, dessen Vorsitzender Max Falk ist, verhandelte am 2. d. M. die Vorlagen. betreffend die Einbeziehung der verschiedenen Gebiete in das gemeinsame Zollgebiet. Die Gesetzentwürfe über Ein« bcziehnng der dalmatinischen Häfen nnd die Aufhebung des Zollansschlusses von Vrody wurden glatt erledigt. Ueber die Einbeziehung Bosniens in das gemeinsame Zollgebiet fand eine lange Debatte statt. Graf Apponyi beantragte die Vertagung der Verhandlung über die Vorlage, bis die Frage der Admmi-stralion Bosniens gelöst sein wird. Minister Kcmeny gab die Schwierigkeit der Lage zu, doch sei es nöthig. Vorkehrungen zu treffen. Mocsary (äußerste Linke) betonte die Souveränetät des Sultans. Varusi erblickt kein Präjudiz in der Vorlage und acceptiert dieselbe. Der Minister erwiderte Mocsary. Die Souveränetäts-frage komme nicht in Betracht, da der Berliner Vertrag die Administration Bosniens unserer Monarchie ohne Beschränkung überträgt. Schließlich wurde die Vorlage zur Basis der Specialdebatte angenommen Apftonyi meldete ein Sondervotum au. Politische Uebersicht. Den vielfachen Gerüchten gegenüber, welche über Reisen nnd Zusammenkünfte der nordischen Kaiser und ihrer Reichskanzler in Umlauf sind, schreibt der Petersburger Correspondent der „Nordd. allg. Ztg." in sehr strammen Ausdrücken, dass alle diese Mittheilungen lediglich auf Combinationen beruhen, welche allem Anscheine nach zumeist den Wünschen nnd Bestrebungen von Vörsenpolitilcrn ihren Ursprnng verdanken. „Hiesigen, sehr bestimmten Versicherungen zufolge", fährt der Gewährsmann ans Peteislinrg fort, „wird unser Monarch noch einen großen Theil des Monates November hindnrch in Livadia verbleiben. Alsdann gedenkt Höchstderselbe sich zn einem Aesnchc bei Ihrer Majestät der Kaiserin nach Cannes in Süd-frantreich zu begeben und von dort anfangs Dezember hierher zurückzukehren. Am K. Dezember soll anch ill diesem Jahre in herkömmlicher Weise das Georgs-Ordensfest im kaiferlichen Winterpalais begangen werden. Ob Kaiser Alexander auf seiner Reise von oder nach Cannes seinen Weg über Berlin nimmt, ist hier noch nicht bekannt. Vollends in das Gebiet der Fabel verweist man hier das in einem Theil der Presse umlaufende Geolcht, dass zur Zeit des Be' suches unseres Monarchen in Berlin dort auch der Kaiser von Oesterreich nnd der König von Ita< lien anwesend sein würden." Das Ergebnis der Präsidentenwahl im preußischen Abgeordnetenhanse wird allgemein als ein Ereignis anfgefasst, das auf die Stellung und Stärke der einzelnen wie der coalierten Gruppen des Hauses ein helles Licht wirft. Der neugewählte Präsident, Herr v. Koller, war der Candidat der Conservative« und der Clericalen gegen den von den Freiconserva-tiuen nnd National-Liberalen candidierten Herrn voN Bennigsen. Der mit einer starken Majorität crfoch' tene Sieg des ersteren hat um so größere Bedeutung, als Herr v. Aennigsen, wie vielseitig versichert wird, von Fürst Bismarck selber, wenn auch nicht gerate zur Wahl empfohlen, so doch als „nicht unangenehm" zugelassen worden war. Man will deshalb, wohl etwas zu voreilig, aus dem Ergebnis schließet,, dass die con-servativ-clericale Majorität stark genug ist, um auch ohne Fürst Bismarck, und vielleicht sich anch bereits stark genug fühlt, um gegebenen Falles selbst gegen Fürst Bismarck ihre Ansicht durchzusetzen. Von den beiden Vicepräsidcnten gehört, der Stärke der betreffenden Parteien entsprechend, der erste, Herr v. Äcnda, den National-Liberalen, der zweite, Herr v. Heeremann, dem Centrum an. In beiden Wahlen unterlag de^ freiconservative Candidat Graf Bethusy-Hnc. T»e Fortschritlsgruppe hatte die Candidatur Veunigsc"» nicht unterstützt, sondern größtentheils unbeschriebene Stimmzettel abgegeben. , Don Carlos, der plötzlich einen Ausflug "^ London unternommen hat, scheint in der That vo dem französischen Minister des Auswärtigen einen leisen Wink, der ihn zn dieser Reise bestimmte, erya^ ten zn haben. Die Regierung fand es nicht für zwea^ mäßig, der Entfaltums seiner Prätendentcnrollc lang^ unthätig zuznschanen. Don Carlos soll etwa w "ne Monate wieder nach Frankreich zurückkehren, alsdai aber etwas schärfer als seither überwacht, und wem er sich abermals als spanische Majestät oder als even neller Dauphin des Grafen Chambord offenbart, "r finitiv ausgewiesen werden. Die irische Landfrage nimmt von Tag 3" W einen bedenklicheren Charakter an, so dass die enMA Reaieruim kaum noch länger zögern kann, eine AM)" des' steigenden Nothstandes ernstlich in Erwägung i" l ziehen. Mr. Shaw, dcr Führer der Home-Mlc^ 2171 Partei im Unterhause, hat ein Rundschreiben an sämmtliche irische Unterhausmitglieder erlassen, worin er sie auffordert, ihre Namen unter eine an den Premier Lord Veaconsfield gerichtete Denkschrift über den Nothstand in Irland zu setzen. Im Dubliner Stadtrath brachte das Parlamentsmitglied Gray einige Resolutionen bezüglich der allgemeinen Lage Irlands ein. Mr. Gray ließ sich in eingehender Weise über die Ursachen ans, welche den augenblicklichen gedrückten Stand des Handels und der Landwirtschaft herbeiführten, mid wies nach, dass Irland im letzten Jahre 30.000.000 Pfd. St. verloren hat. Irland sei allmählich zu einem ungeheuren Weidcnland herabgcsunken, da die infolge der auswärtigen Eoncurrcnz sinkenden Preise die Anstrengungen der Farmer erfolglos machten. Das einzige Auskuuflsniittel bestehe in der Schöpfung einer Klasse von Bauerngrundbesitzern — natürlich bei voller Entschädigung der gegenwärtigen Gutsherren. Diese Resolution wurde mit allen gegen Eine Stimme angeuommeu. Es wurde eiu Comite ernannt, um Lord Beaconsfield und dem Unterhause Denkschriften zu überreichen über die Art und Weise einer allgemeinen Hilfeleistuug, es sollen zu diesem Zwecke verbesserte Wohnungen für die ärmeren Klassen Irlands hergestellt werden. Das neue ottomanische Cabinet lässt es sich angelegen sein, seine resorinolorische Thätigkeit, wemg« stens auf dem Papier, so gut es eben gehen will zn inaugurieren. Dasselbe hat bereits dem Sultan ein Programm unterbreitet, das nach Mittheilungen, welche den Londoner Journalen aus Constaininoftc-l ^ngiengen, drei Punkte enthält: erstens die Ausführnng der Ne-formen in Asien; zweitens die sofortige Lösung der griechischen Frage, welche die Türkei anscheinend dadurch herbeizuführen wünfcht. dass sie ein größeres Gebiet iu Thessalien abtritt, während sie einen Theil von Epirus behält, und drittens den Abschluss ei„er Anleihe, ohne welche die Türlei nicht viel länger im-stände sein werde, auszuhalten. Es wird selbst behauptet, dliss sie ihre Zahlungen nur noch acht Tage lang wird fortsetzen töuuen. Seit einiger Zeit befiii' den sich im Schatzanitc kaum 50 Pfd. St.; die Be-amteu, von der Nothwendigkeit durchdrungen, wenigstens diese Summe zur Verfügung zu haben, beschaffen die Differenz durch Zulcgung aus ihrer eigenen Tasche. Eine Belgrader Korrespondenz der „Times" bestätigt die Mcldnng des Ncuter'schen Bureaus, dass Serbieu und Mouteuegru eiu Schutzbündnis gegen die Albanchn geschlossen. Die Anwesenheit der österreichisch-ungarischen Trnftvm in Novidazar. heißt es. werde indeö als eine Bürgschaft erachtet, dass leine ernsten Verlegenheilen in dieser Richtuug eutstehe» werden. Ueber Persicn will man in London ans „glaubwürdiger Quelle" erfahren haben, dass die russische EMdltiou iu Turkestan vor einer überwältigenden Katastrophe nur durch den rechtzeitigen Beistand der pnsisclM Behörden bewahrt worden sei. Eine lauge uud kostspielige Erfahrung gänzlich auhcracht las-seud, hätten die Nüssen ihre Operationen während der hehrsten Jahreszeit und ohne hinreichende Lebens-"uNel begonnen. Die Folge sei gewesen, dass, ehe sie ciuc ^lachtlichc Entfernnng zurückgelegt, ihre Reihen durch ^unlM und Durst decliniert wurden feien. — Wie hsA -»ietelödnrg gemeldet wird, soll der in dem tür-d/s .'!! 3^'ldzug beruh'!,t gewordene General Skobclcff, ,, l lungere, znm Befehlshaber der russischen Expcdi-^^gen die Turtlueucu crnaunt worden sein. Mgesueuigkeiten. .. -" (Jubiläum des FIM, Baron Phi- 'ppoll ich.) M.in schreibt ans Prag vom 2, d. M.: ^cNern „m ^ ^r. mittags versammelten sich auf der 3^"-Insel 14 Generale und ein großer Theil der lNciere des böhmischen Generalates, um dcn comma», ^rcnden General anläsc^ich seines fünfzigjährigen Iu» unanms zu beglnckwnüsche». Uin 11 '/< Uhr erschien Se. ' l- Hoheit der Kronprinz Hcrr Erzherzog Rndulf in ^^lcitllng des Obersthosmeisters Grasen Bombelles und ">n halb 12 Ul)r FZM. Baron Philippouich. der bei «??^ Anknnft mit der Voltöhymne empfangen wnrde. ^">. eine von FML. Baron Gelan gehaltene Ansprache widerte Aaron Philippovich ungefähr mit folgenden """"I: ..Ich kämpfte einen anten Kampf, dessen End- ^liltat mich in erhebender Weise befriedigt. Der fühl- "^ sichtbare. Schutz von oben stand mir immer zur ^ rin guter Glücksstern, eine mich schirmende Ka< ^radschaft, ein stets lebendige.' Pflichtgefühl, mein mich «Mender, alirr gewiss nie unedler Ehrgeiz brachten mich klnlle, Hindernisse hinweg, ohne je an »nlanterc Mittel u oacht zn haben. Es ist dies mein Trinmph. den ich bitte. r freundlich gönnen zu wollen. Der Schutz uun üben ^'"festierte sich ,„ erster Linie in der Allmacht dee Hupsers, der mir eine stahlharte Leibescunstitutiun ver. tcidf" ^' ""^ ^lsenfcste Gesundheit, die allen Fatignen m^" widerstand, die ich weiter ausbildete und znm r' en des Dienstes gebraucht habe. Ehre und Preis daher Nlci ^^ D" Schntz von oben kam ferner von Men"^ ^"'^^ ""o Herrn, welcher immer incine gewiss "Utentioncu "'»d schluachen Leistungen durch A. h. Gnaden huldreich und an diesem Tage am huldreichsten gewürdigt hat. Tiefes Danlgefühl hiefür lebt in meinem Herzen. Die fchirmende Kameradschaft danke ich der l. t. Armee. Sohn eines l. t. Officiers, zog ich im siebenten Lebensjahre aus dem Vaterhause, um in verschiedenen .Militäranstalten meine Erziehung und Bildung zu genießen. Im siebzehnten Lebensjahre verlor ich den Vater, im achtzehnten die Mutter. Hilflos, vereinsamt stand ich da; doch nein. die laiferliche Armee ersetzte mir Vat^r und Mutter; sie erzog die Waise, folgte mit aufmunterndem Blicke meinem Streben, sah selbst neidlos trotz meiner vielen Schwächen auf meine Erfolge und wohlwollend auf mein rapides Steigen in der militärischen Hierarchie. In den schwersten Momenten. ,m Kriege, standen mir kleine und immer größere Abtheilungen tapfer zur Seite, bis mich im vorigen Jahre die Gnade des Kaisers an die Spitze einer ganzen Armee stellte. Mit seltenem, mich hoch ehreudem Vertrauen, mit unbedingter Hingebung, mit nie dagewesener Opferwilligkeit folgte sie meiner Führung und vollbrachte Thaten, die ihr ewigen Nuhm nnd überall anerlannte Ehren einbrachten. Ich spreche es hier gerührt uud dankbar aus. dass meine, in diesem Feldzuge erworbenen Verdienste einzig und allein Verdienste der kaiserlichen Armee sind; war ich doch selbst nur ein Product dieser Armee. Möge die t. k. Armee immer Rnhin nnd Ehre einheimsen, dies ist mein tägliches Gebet. Mein letzter Herzschlag soll diesem Wunsche gelten. Der k. t. Armee, dieser edlen, ritterlichsten und selbstlosesten Institution, die ich in meinem Leben kennen gelernt habe, ihr gebürt mein herzlichster Dank. und ihr Allerhöchster Kriegsherr, unser allergnädigster Kaiser, er lebe hoch. immmecdar hoch!" — Nach dieser von stürmischen Hochrufen ausgenommenen Ansprache verabschiedete sich der Jubilar vom Kronprinzen, der Generalität nnd den anwesenden Officieren, worauf er mit dem Kronprinzen den Saal verließ. Um 5 Uhr nachmittags fand im Thronsaale der kaiserlichen Hofburg das Diner zu 50 Gedecken statt. — (Bosnische Truppenlörper.) In mil,, tä'rijcheu Kreisen Serajewos verlautet der „Boh." zu. folge. d.,ss bereits im nächsten Jahre mit der Errich. tnng selbständiger bosnischer Trnppentörper begonnen werden soll. Man pl.nit die Errichtung von vier ans den Occupatiunsgrbieten zu relrutiereudeu Infan-terieregimenlern und einem Cavallericregimente. Im nächsten Frühjahr soll bereits je ein Bataillon jedes der vier Infanterieregimenter und eine Escadron des Caval-lericregimentS znr Errichtung kommen. Iu mehreren Regimentern der Arme ist bereits eine Anzahl serbokroatisch sprechender Ojsieiere in Vormerkung, welche für das Osficierscorps der neu zu bildenden Truppeu-torfter iu Aussicht genommen sind. — ( Vater mort>.) Iu dem nicht weit von Lundenburg gelegenen Dorfe Kcstitz wurde ein gräh. licher Vatermord verübt. Franz Czulat, gewesener Bürgermeister dieser Gemeinde, war am 30. v. M. nachmittags mit seinem 1 ^jährigen Sohue auf dem Felde beschäftigt. Erst spät abends kehrte der Sohn allein zurück. Auf die Frage, wo denn der Vater sei. gab er zur Antwort, dass er schon lange vorher das Feld verlassen habe. Nachoem Czukat auch am Morgen nicht zurückkehrte, schöpfte mau Verdacht, und der Vermisste wurde unter Assistenz von Gendarmerie gesucht. Endlich nahm man abseits bei einem Graben Spuren frisch aufgeworfener Erde wahr. Man grub. und nach wenigeil Augenblicken zog man die. Leiche Ezutals heraus. Der Sohn, ein schwacher Bursche, hat feinem Vater mit einem Beil die Hirnschale zerschmettert; cr befindet sich bereits in den Hänüen der Gerechtigkeit. — (Attentat auf den Bifchof von Pia-cenza.) Wie das „Secolo" schreibt, ist der Bischof von Piacenza, Mmisiguor Scalabrim, am 60. Ottober auf einer Visitntwnsreise in Ig>o eingetroffen. Während er der knieenden Menge seineu Segen spendete, entstand plötzlich eine solche Detonation, dass sich znm Schrecken t»'S Pnblicums die Pferde bäumten. Es war in der Entfernnng von wenigen Schritten ein Pistolenschuss gegen den Bischof abgcsenert worden. Der Thäter wurde sogleich verhaftet, aber es heißt, oafs sich Mou-signore um dessen Freilassung verwendet habe. Es geht das Gerücht, dass der Urheber des Attentats e>n Mensch sei. welcher schon seit langc den Gebrauch seiner Vernunft verloren hat. Locales. — (Ernennung.) Der Nechtspratticant Herr Carl Martina! wurde znm t. t. Auscultanten für Krain ernannt. — (Offic! crsrapport.) Gestern vormittags fand i,l der hiesigen Peterskaferne der alljährlich für den 4. November vorgeschriebene Hanptrapport aller in Kraiu domicilierenden Officiere des Neservestandes statt. Den Rapport hielt der Commandant des 17. Reserve-commandos. Herr Oberst Küobloch. ab. — lPfarrverlcihungeu '» der Laiba« cher Diüccse.) Herr Michael Tavcar. Pfarrer in Watsch, erhielt die Pfarre Seisenberg. Herr Johann Dolzan. Pfarrer in Theiniz. die Pfarre Jauchen, Herr Johann Lnsin. Ortscurat in Podkraj. die Pfarre Homez nnd Herr Jakob Policar. Pfarrer i» Dobroua. die, Pfarre Poobrezje. — Die cauomschc Investitur erhiel- ten die Herren: Johann Hust auf die Pfarre Route. Lorenz Mnzek auf die Pfarre Tschernutsch und Anton Luöin auf die Pfarre Homez. — (Ankunft des Infanterieregiments Baron Kühn.) Wie die „Tr. Ztg." in Erfahrung gebracht haben will, sollen zwei Bataillone des vaterländischen Infanterieregiments Freiherr v. Kühn Nr. 17 bereits am 24. oder 25, o M, und das dritte Bataillon am 6. oder 7. Dezember in Trieft eintreffen. — (Photographien-Ausstellung.) Der Besitzer der vor zwei Jahren in Laibach im Gebäude der Director Mahr'schen Handelslehranstalt durch einige Monate ausgestellt gewesenen Glasphotographien-Samm-lung befindet sich seit einigen Tage» neuerdings hier und hat am Rathansplatze Nr. 2 im Galle'schen Hause eine neue. wesentlich reichhaltigere Ausstellung von Glas-Photographien eröffnet. Dieselbe ist in 11 Serien eingetheilt, von denen jede 40 Ansichten (gegen 24 in den früheren Serien) enthält. Die gegenwärtig ausgestellte erste Serie bringt ausschließlich Pariser Ansichten, und zwar die hervorragendsten Stadttheile. Denkmäler und architektonischen Schätze der französischen Metropole, fowie die traurigen, durch den Commune-Aufstaud hervorgerufenen Verwüstungen in vortrefflicher Ausführung. Wir haben bereits vor zwei Jahren die äußerst gelun« gcnen und scharfen Glasphotographicn dieser Ausstellung wiederholt sehr anerkennend hervorgehoben und haben uns überzeugt, dass auch die vorliegende neue Collection fast ausnahmslos aus mustergiltigen photographischen Aufnahmen besteht, deren Besichtigung jedem Freunde kunstvoller Stereoskopen bestens empfohlen werden kann. Da die Nelenchtung der Bilder auch unter» tags eine künstliche ist. so ist der Besuch cm keine Stunde gebunden. Die nächste. Sonntag, den 9. d. M., zur Aufstellung gelangende Serie wird russische Anfichteu bringen. Die weiteren neun Serien, mit denen regelmäßig an jedem Donnerstag und Sonntag gewechselt wird, umfassen Ansichten aus Spanien und Portugal. Italien (1. Abtheilung), Deutschland und Rhein. Schweiz. Egypten, Italien s2. Abcheilung). Conftantinopel. Pariser Weltausstellung 1878 und Oesterreich. — (Eiu Opfer des Schneefturmes.) Mn weiteres Opfer des um die Mitte des vorigen Monates plötzlich eingetretenen Schneesturmes, der sich allem Anscheine nach in Untcrlrain besonders heftig geltend machte, ist außer den von nns bereits kürzlich angeführten drei Bauern nuch der 7 i jährige Kaifcheiibrsitzer Stefan Ianz aus Kürbisdorf bei Rudulfswrrt geworden. Derfelbe war am 15. v. M. in feinen am Stadtberg liegenden Weingarten gegangen, um daselbst eine Arbeit zu verrichten, uud ward seitdem nicht mehr gesehen. Eine Woche später wurde der alte Mann von seinem ihn suchenden Sohne in dem Walde zwischen Kürbisdorf und Seiden» dorf. ungefähr 100 Schritte vom Wege entfernt, unter einem Baume liegcud als Leiche aufgefunden. Wie sich später herausstellte, hatte der Verunglückte nach gethaner Arbeit iu etwas angeheitertem Zuftaude den Heimweg augetreten, war im duntlen Walde vom Schneegestöber überrascht worden, infolge dessen er deu Weg verfehlte und nach mehrstündigem vergeblichen Umherirren vor Ermattung niedelgefunke» uud erfroren war. — (G emeinoewah l.) Bei der am 12. 0. M. stattgrfundcnen Wahl des Vorstandes der Ortsgemeinde Obergraß wuroen Johann Much,tsch als Gemeindevorsteher. Josef Reischel und Josef Knaus als Gemeinde-räthe gewählt. — (Unbestellbare Briefpostsendungen.) Seit 1l. Oltober l, I. erliegen beim l. l. Hauptpostamte in Laibach nachstehende unbestellbare Briefpustsendungen, nnd zwar: 1.) Corresp ondenzlarten: Pintar Josef i,l Peilenstein, Danet Wenzel in Trieft, Pauoetel Anna in Reichenbnrg. Zitnil Johann in Graz, Iasch in Villach. Lutzly Johann in Hnllein; — Briefe: Mayer Vrigye». Nagy-Kanischc,; Weih Johann in Neugradisla. „Gosovo" in Stein, Zmalvic Josef in Preslaunik, Danek Wenzel in Trieft, Pavich Lonise in Trieft (2 Stück). Degrasfi Maria in Trieft. Pollack ck Comp, in Trieft. Gaspert Lükas iu Ieselliz. Antonini Valentino in Ciaresin, Premsiö Johann in St. Veit, Slapnicar Josef in Malna, Iuvan Maria in Trieft. Klerlj Mathias in Hrnschiza. Wirk Anna in Trieft. Snpancic Mathias in Cerovc, Angel, P. ss, S. in Rom. Dearassi Maria in Trieft. Dolhar Iohnnn in Oberlesetsche, Gasprrt Lukaö in Iezero. Galowitz Er.>st iu Wien (2 Stuck). KoSer Margaretha in Sissek, Pegam in Lack, Peterca Ursula in Dobrinje. Rucmcm Johann in Heil. Kreuz. Suppanz Martin in Mayerhof. Zmailoic Josef i" Pressburg. Mazi Markus in Pudgrad. Iimmermanu Ialob in Doliruine. Primär Johann in Salloch. Polcmfchel Franz i„ Sissek. Schönborn in Plan. Rumpreth Ilchn'm. Lederermeister m Unterkrain; Mikec Agnes i» Vcrbovec. Weih Johann iu Graz. Prm.c Johann in Petze. Presern Viathias iu Wisuiz. Kosir Varbcna i" B,llichgraz. K»s Stefan in Mlaka. Schussnia Anton i" Turin. Tomado Dome-uico iu Ogrin. Kollmmm Helena in Prevo,e Lonöar Andreas in Siss'l. Kersnic Franz m Franzdorf, Blastc Pietro iu Mostar. P'U'k Maria m Mertschne be, Kreuz. Kovac Aloisi. "' Vlole. Strahs Erben m Sadobrowa. Cic V.da in Selo. Sorko Josef in Dobrova (2 Stück). Petrmc Michael in Ferluga, Gorenc Franz in Groß-Vuoemz Ucwuic Maria in Mlala. Cerovatz Anton in iUillnch, Oslill. Ursula m Trieft, Vertnil Dora m Eilli, 2172 Degano Giovanni in Seebach, Micheliö Franz in Ogulin, Scstaj Katharina in Ogulin, Kuscherwutz Josef in Graz, Polajner Johann in Rosscck, Enthoffer Victor in Laibach, Sladel Katharina in Piovare. Copic Josef in Sagor, Maöel Maria in Meidling, Franz Josef in Römerbad, Nettel Ioscf in Wien. Maierhalt Maria in Cilli, Grilz Mathias in Polham, R^ldo Angela in Brod, Josef Simon in Studenz, Ragusa Giuseppe in Trieft, Ste-fanc>c Anton in Sarkos-Vailos, Wircelicvic Ursula in Lailiach. Kuffan Franz in Wien. Mahne Agnes in Te« meniza; Glaube, Liebe und Hoffnung in Wien; Hagar Vida in Aeröcze. s Sultans und in den Kreisen der hohen Pforte wegen des letzten Schrittes seitens des britischen Botschafters dauert fort. Trotzdem verlautet, dass Lobanow dem Sultan zum äußersten Widerstand gerathen habe Mio letzterer beabsichtige, Mahmud Ncddim zum Groß, vrzier zu emmnen; man glaubt jedoch, der Sultan werde sich der britischen Forderung fügen und ein Ministerium Khereddin berufen. Philippopel, 4. November. Aleko Pascha eröffnete die Piuviiizialverslimmlung, wies auf das nunmehr wiederhergestellte brüderliche Verhältnis zwischen Chri« sten und Moslims hin, auf das materielle Elend der Bevölkerung, auf den schlechten Stand des Budgets, und enthielt sich jeder Anspielung auf politische Angelegenheiten. __________ Wien. 3. November. Wie der „Pol. Corr." aus Collstantinopel unter dem Heutigen gemeldet wird, bestätigt es sich, dass der englische Botschafter Sir H. Layard auf Grundlage der auf seiner Rundreise in Klein- asien gemachten Wahrnehmungen einen sehr dringlichen Schritt unter Androhung der Berufung der englischen Flotte bei der Pforte gemacht hat, um die unverzügliche Durchführung der längst verheißenen Reformen in Kleinasien unter englischer Controle zu fordern. DaK Auftreten des englischen Botschafters hat im Palais und auf der Pforte einen so deprimierenden Eindruck gemacht, dass im ersten Augenblicke vollständige Rathlosigteit herrschte. Im Laufe des vorgestrigen Tages wurde der russische Botschafter Fürst Lobanow zum Sultan beschieden und von diesem in einer dreistündigen Audienz zurückgehalten. Nach der Audienz beabsichtigte Fürst Lobanow, auf dem russischen Stationsdampfer nach Livadia zu reisen. Prag, 3. November. In der czechischen Beseda wurden gestern für Dr. Rieger Ovationen bereitet. Aus den Landstädten wurden Zustimmungsadressen für Dr. Rieger bestellt. Görz, 2. November. Der hiesige Turnverein „Societü. Goriziana di Ginnastica" wurde von dcr Statthalterei wegen einer am 25. Oktober bei der Feier des zehnjährigen Vereinsbestandes stattgefundeuen politischen Demonstration aufgelöst. Budapest, Z. November. (Presse.) Botschafter Zichy reiste heute von hier nach Constantinopel, um die dortigen Agenden zu ordnen nnd vom Sultan Abschied zu nehmen. Budapest, 3. November. Die Gruppierung der ungarischen Eisenbahnen wird, wie die „Pester Corre-sponoenz" meldet, demnächst greifbare Formen annehmen. Für die zu dieser Operation nöthigen Fonds haben mehrere ausländische Fmanzgruppeli bereits ihre Offerte dem Finanzminister Grafen Szapary vorgelegt, und sollen demnächst schon die diesbezüglichen Trans» actionen beginnen. Die Erwerbung der Südbahnlimc Agram - Karlstadt soll gleichzeitig mit den Steuer-angelegenheiten der Südbahn gelöst werden. Berlin, 3. November. Beim Empfange des Präsidiums des Abgeordnetenhauses gab der Kaiser Wilhelm seiner großen Befriedigimg über die innere politifche Lage Ausdruck und erklärte, dass allen Nachrichten zufolge ein neuer wirtschaftlicher Aufschwung bemerklich werde. London, 3. November. (Frdbl.) Ueber Demarchen der hiesigen Regierung in Collstantinopel w>rd gemeldet : Der Sultan verweigerte Sir H. Luyard mehrere-male unter dem Vorgeben, dass er krank sei, eine Audienz. Nachdem der Botschafter endlich zur Audienz gelangt war und kaum begonnen hatte, die Forderungen seiner Regierung darzulegen, wmde der Sultan abermals unwohl und brach die Audienz ab. Layard erbat sich darauf Instructions aus London und erhielt die Ermächtigung, die Pforte in dringendster Weise zur Ausführung der Reformen in Asien zu mahnen und dem beizufügen, dass England alles aufbieten werde, um die Pforte zur Einhaltung der übernommenen Verpflichtungen zu veranlassen. Layard entledigte sich dieses Auftrages, gleichzeitig anzeigend, dass die englische Flotte nach den türkischen Gewässern zurückkehren werde. Rom, 3. November. (Frdbl.) Nachrichten ans Malta besagen, dass die englische Flotte unverzüglich nach den Gewässern von Cypern abgehen werde. Madrid, 3. November. (N. fr. Pr.) Die Cortes wurden heute um 2 Uhr 45 Minuten eröffnet. Als Dotation der künftigen Königin von Spanien (Erzher-zogin Christine) werden 450,000 Francs vorgeschlagen; als Witwcilgehalt sollen ihr 250,000 Francs ausgesetzt werden. __________ Telegraphischer Wechselcurs vom 4. November. Papier - Rente 68 25. — Silber - Rente 7045. — 57, — 20. Franken . Stücke 9 80. ..... luo.Neichsmarl 57 60. Handel und Wolkswirtschastliches. Verlosung. IWOer Lose. Bei der am A, d. M. in Wien vorgenom-mcucn ^9. Verlosung der Gewinnummer aus den bereits am I. August d, I. gezogenen 50 Serien fiel der Haupttreffer mit :l0<),<><)<) sl. auf S, 1265 Nr. 9. der zweite Treffer mit 5,0,000 sl, auf S. 14444 Nr, 3 und der dritte Treffer mit 25,000 fl. auf S. 10250 Nr. 17- ferner gewannen je 10.000 ft. S. 751 Nr. 1 und S. 10419 Nr, 5; je 5000 fl.: S. 1066 Nr. 6, S. 3144 Nr. 15, S. 3320 Nr, 4. S, 347? Nr, 18. S. 4l?3 Nr. 19, S. 4550 Nr. 1, S. 7835 Nr. 19. S. 9945 Nr. 3. S. 10267 Nr, I«. S. 12096 Nr, 13. S. 12201 Nr 5 S, 14415 Nr. 19, S. 18148 Nr. 2 und Nr. 18 und S. 19345 Nr. 19! endlich gewannen je 1000 fl.: S. 272 Nr. 19, S. 1460 Nr. 1?, S. 2383 Nr. 19. S. 2718 Nr. 2. S. 2854 Nr. 8, S. 3320 Nr. 5. S. 3667 Nr. 14. S. 4860 Nr. 17. S, 5412 Nr. 11, S- 7015 Nr 11, S. 8' Meteorologische Beobachtungen in Laibach^. ^ -Z W ls « :^ ?-i ' 7'Ü?Ma 733 33 "^"»^i, windstill' ' Nebel " . 4. 2 „ N. 738 50 - 02 NW, schwach Nebel O"" 9 ., Ab. 742 00 - 4'6 NW. schwach Nebel Nebel anhaltend, sehr kalt. Das Tagesmittcl der Wärme - 2 8", un, 9 2" unter dem Normale. ^^^^_^— Verantwortlicher Niedacteur: Ottoinar Namberg- ^ ^i^'s^^^vi.'l^ ^""' -^ November ii ül,r) In Vahupapieren und Losell zeigt die Notierung noch die Spuren der bedeutenden Haussebewegung jüngster Taae. In anderen Werte» <.'»^! jt >>/< l lU/l. war die Reaction vorherrschend. ° ° , n, u v «elb waie Papierrente........6815 68 25 Tilberrente........7040 7050 Voldrente.........80 20 80 30 Lose, 1854........121 12lü0 . 1860........1282b 12875 . 1860 (zu 100 fi.) . . - 130 — 130 50 . 1864........15850 159 Ilng. Prämien«««!.....104— 104 50 Vredil-L..........1S8 75 16925 lXudolss.L.........17— 17 50 Prämienanl. der Stadt Wien II3N0 113 75 Poi'au.lXegulierungs-Lose . . 110 25 1l0 50 Dumänen. Pfandbriefe . . . 143 50 144 — Oesitrr. Schahscheine 1881 rück« zahlbar.........10075 101 - Oesterr. Schahscheine 1882 rück» zahlbar........10075 101 — Ungarische Ooldrcnte .... 94 — 9420 Ungarische Eisenbahn-Anleihe . 114 b0 115 — Ungarische Eisenbahn-Anleihe, Lumulativstücke......11350 113 7b Ungarische Schatzanw. vom I. 1874..........- - — - Nnlchen der Etadtgemeinbe Wien in Ä. V......99 75 100 Velb Ware GrundentlaftungS Vbligatlanen. 'Söhmen......... 10275 10350 Niederösterreich...... 104 75 W.°>25 Oalizien......... 94 25 94 75 Siebenbüraen....... 8150 82-50 Temeser Nanat...... 83 75 84 50 Ungarn.......... 8450 8550 Nctlen von Vantln Held w,it- Anglo.öslerr. Vanl..... 184 13450 Kreditanstalt ....... 26820 26840 Depositenbank....... 225 75. 226 25 Ercditanslalt, nngar..... 254 25 254 50 Oesterreichisch. ungarische Bank 8-l6 8:i8 Unionbant....... 9320 9.i 40 Vcrkchrsbank . ^ ..... 12125 12l75 Wiener Bankverein..... 136 - 1^6'5<) Actten von Transport Unterneh-mungen. ^, «elb wo« Nlföld.Nllhn .......13850 139-. Donllu.Pampfschiff.^esellschllst 580' 582 Elisabeth-Westbahn .... 174- 17450 «elb war« Ferdinanbs«Norbbahn . . . .2285 -2290 — Franz.Iosrvh'Hllhn .... 151 152 -Galizisch« Carl .Ludwig < Äahn 241 - 24l 25 KaschaN'Oderberger Nahn . . 116 25 116 50 2imberg'(5zernowitzer Bahn . 141 - !415>) Lloyd . Gesellschaft.....578— 58» - Oesterr. Nordwestbahn .... 14«) 140'50 Rudolss<Äahn.......14175 l42-- Ttaatsbabn........26425 26450 Zndbahn.........85 - 8^50 !heis^.Bahn........20'i-50 204 — Ungar,.0 Ocstcrreichisch'ungarische Va,:l 10150 102 - Una.. Voocncredit-Inst, (A.'V) 10050 101 — Priorltäts Dbllgatlsne«. Elisabeth-N. i. O,n.....96 — 9625 Ferd,»Nurdb, in Silber . . . 106' - 106 50 Fran^Ioseph.Hahn .... 9450 9475 «es» ux.r^ Nlal. Carl'Ludwig.V. 1, Em. !02 25 M75 Ocslerr. Nordwrst-Vahn . . ^540 »» « Siebenbürger Bahn .... ^^0 "^ Ltaatsbahu 1. Em..... IS? ^ ,,7.25 z»db°h„ °^^. ^ ^ ^ n. ^ «. °i> Devlsen. Auf deutsche Plätze..... AA H'A London, kurze S.cht ... - ">' g,^ London, lange S'cht .... "6^ '' ^ Paris.......... 460^ «« Geldssrteu. Ducaten . . - - 5 fl. l'7 /r, 5 fl. ^ ^ Napoleonsd'or . 9 ^ 29'/. . 9 . 30 . Deutsche Reichs» ^ N.ten .... 5? . 50 5? . 60 . Zilbcrauldcn . , 100 „ 10 . 100 . 20 . Krainische Orundeutlastungs-odligationen: <«.'ld 96 50 Warr 97'50. «achtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrente 6810 bis 68 20. tztlverrente 70 40 bis 70 50. Goldrente 80 35 bis 80 50 Credit 268 50 bis 268 60 Anglo l3 183-75. Üonoon 11t» 45 bis 116 60. Napoleons 530 bis 330',,. Silber 100 15 bis 100 25.