lüblilhcr Ta abliltt. 5Tcb action und Expcdition: Bohnhosgasse Nr. 15 (Vi „ 6rän',roerationehici1c: ,, _ „ , . animmi»fni|t: *w< -y Nr. 329. Montag, 6. Oktober 1879.— Morgen: Justin«. 12. Jahr Mit bcr Post: SanzjLhr. fl. 18. »eigen bi« 5 Zeilen 20 tr. Ins ertiont preise: Sin« Der alte und der neue Stremayr. Wie schwer es dem Ministerium Taaffe werden wird, all den verschiedenen Wünschen gerecht zu werden, welche die verschiedenen Fraktionen der Hohenwart'schen Liga auf dem Herzen haben, dafür liefen heute neuerliche Beweise vor. Das Organ der Tiroler Ultra montanen beklagt sich darüber, dass zwa. die Nationalitäten schon mit ^orderun* ge i und Beschwerden an die Oefsentlichkeit getreten sind, welche von der Presse erörtert und debattiert werben, während sich für die katholische Kirche u..d deren Anliegen keine Stimme erhebe. Nun freilich, bis zum Concordat konnte uns die Coa-lilionsära allerdings nicht zurückschieben und dürfte daher die diesbezügliche Sehnsucht der Tiroler Schwarzen vorläufig nicht in Erfüllung gehen. Sie scheinen das übrigens selbst zu fühlen, sonst wäre jene Klage über den liberalisierenden Charakter des Cabinets überflüssig, welche das Organ der tirolisch-siaatsrechtlich-clericalen Fraktion mit komischem Pathos zum Besten gibt. Ist es aber dem Ministerium Taaffe nicht gelungen, sich das volle Vertrauen der Herren Greuter und Giovanelli zu erringen, so hat es dafür a^e Aussichten, von unseren National-Cleri-calen demnächst mit Vertrauensadressen beglückt zu werden. Wir schließen daS aus einem Artikel des ,,Sloveu«ki Narod", der zum Schlüsse seiner Ausführungen für die Notwendigkeit des Krainburger Gymnasiums das große Wort gelassen auSspricht, dass er zwar den früheren Minister Stremayr bekämpft habe, dass er aber dafür dem neuen Minister Stremayr, welcher zur Versöhnung der Nationalitäten Oesterreichs mitwirken wolle, seine Unterstützung angedeihen lassen wird. — Wir zweifei t durchaus nicht daran, dass es für den „Na;od" ein ganz besonderer Hochgenuss sein mag, i;t gnädiger Heraolassung einem Minister die Versicherung geben zu können, dass man ihm Ver- zeihung für seine früheren Amtshandlungen angedeihen lassen wolle. Dem Publicum dürfte aber dieses Hochgefühl schon deshalb unverständlich bleiben, weil im gegenwärtigen Augenblicke durchaus fein Ereignis vorliegt, welches den plötzlichen Meinungswechsel des „Narod" über Dr. v. Stremayr nur einigermaßen motivieren könnte. Unmittelbar vor der Bildung des Cabinets Taaffe hatte dasselbe Blatt erklärt, dass jeder Slovene oett Himmel um Erlösung vom Minister Stremayr bitten müsste. Dieses Gebet blieb unerhört. Stremayr wurde in das neue Cabinet berufen, und heute soll derselbe Staatsmann, um dessen Beseitigung selbst der Himmel in Bewegung gesetzt werden sollte, als Günstling des „Slvvenski Narod“ gelten ? Wir sind es zwar seit jeher gewohnt, von unseren Gegnern keine besondere Konsequenz vorauszusetzen. Aber dieser Umschlag, diese gründliche Aenderung einer erst vor kurzem ausgesprochenen Ueberzeuguug ist zu auffallend, als dass es nicht Befremden erregen sollte. Glaubt „Slov. Narod", dass schon der wohltätige Einfluss der Collegen Pra^ak und Falkenhayn aus dem liberalen, verfassungstreuen Saulus-Stremayr einen mit national-clericalen Allüren ausgestatteten Pau-l^-Stremayr machen konnte ? Hält das nationale Organ den um unser Volksschulgesetz vielfach verdienten Unterrichtsminister des Cabinets Auers-tierg eines so gründlichen Gesinnungswechsels für Tähtg? Wir glauben nicht, dass er imstande ist, einem Mitglieds des Cabinets Taaffe einen solchen Vorwurf zu machen. Die Gründe für das wohlwollende Urtheit des leitenden Blattes der Na* tional-Clericalen müssen anderswo gesucht werden. Wir glauben auch nicht fehlzugehen, wem, wir darin nur die Folge eines von Hohenwart und seinem Adjutanten Schneid ausgegebenen Corps-besehles erblicken, welcher die Fraction Voänjak anwies, einstweilen höherer Ziele willen den Oppo- sitionsmenschen auszuziehen und in die Hülle der Negierungsfreuiidlichkeit zu schlüpfen. Wie lange wohl diese Comödie dauern wird? So lange, bü$ man sich überzeugt hat, dass die völlige National!« sieruug aller krainischen Lehranstalten selbst unter einem Cabinete Taaffe unmöglich ist. Dann wird die nationale Leier wieder in Moll umgestimmt und anstatt des „Hosiannah" auf den AuLsöhnuilas-minister Stremayr wird wieder die alte Jeremiade erklingen: „Herr, erlöse uns von Stremayr!" Ein Kampf um die Schule. Nirgends haben sich die üblen Folgen der Cavour'schen Theorie „Freie Kirche in freien Staaten“ verderblicher gezeigt, als in Belgien, welches eben jetzt mit der clericalen Agitation einen Kampf um den Unterricht der Jugend durch* zukämpfen hat, von dessen Ausgang geradezu die Zukunft des Liberalismus im Staate abhängig gemacht werden muss. Um das von den Kam* ntern beschlossene und vorn König fanctionierte System der Staatsschulen wirkungslos zu machni, hat der Clerus die ihm eingeräumte Freiheit benützt, um überall im Lande ultramontane Unter = richtsanftalten ins Leben zu rufen. Da Pnpjt Leo XIII. nicht geneigt war, die Be tieiligung der katholischen Priester bei dem Unterrichte in d< :. Staatsschulen als ein Vergehen gegen die Autorität der Kirche zu brandmarken, so waren auch die Bischöfe vorsichtig genug, der Geistlichkeit die größtmöglichste Behutsamkeit bei ihren Agitationen gegen die Staatsschule anzuempfehlen. Da,'ür wird die Wühlerei auf privatem Wege mit um so größerem Eifer und mit sast noch größerem Erfolge betrieben, als wenn man dte Kanzel zuc Rednerbühne für die Auflehnung gegen die Gesetze des Staates gemacht hätte. Die Geistlichen gehen namentlich in der Provinz von Haus zu Haus und wissen insbesondere die Mütter durch Jeuilleton. Der hohle Baum. Eine Gablitzer Geschichte. Vou Francis Broemel. „Ich hotte einen bösen, bösen Traum, Kinder!“ sagte Michael und schüttelte roehmüthig das Haupt, )o dass ihm die Haare über die Stirn fielen, „einen bösen Traum! Ich träumte von etwas, was einem Menschenkinde nur einmal im Leben passieren kann, und bann ists vorüber mit aller Freuo!" Die Angerebeten waren Michaels Weib mit einem lärmenben Buben auf betn Schoß unb brei Mn.bchen, bie sich um ben Frühstückstisch versammelt hatten, um ein ärmliches Mahl, bas aus tiiter Mehlsuppe unb einem stark zusammen-geschwundenen Laib Brot bestaub. „Rebe, Michael", sagte bas Weib, „es geht UNS ohnehin gottserbärmlich genug unb Schlimmeres kann uns nicht mehr Begegnen." „Was warS, Vater?" rief eines der Mäbchen, „ich selber habe von einem Schinken geträumt." Ein verstänbnisinniges Grunzen, von einem popu- lären Rüffelthier herrührend, klang aus einem bretternen Holzverschlag neben dem einzigen Stübchen, aus welchem die elende, von Sturm und Wetter schief gewehte Hütte bestand. „Gehenkt sollte ich werden — ich wurde wirklich gehenkt — das hat mir geträumt!" sagte der Vater und schüttelte abermals mit dem struppigen Kopf. „Gehenkt, Marianka!" „Das hat nichts zu sagen, Michael! Hab' mir immer gedacht, dass Träume das Gegentheil bedeuten. Uns steht noch was Gutes bevor. Meinem Vater hatie einmal geträumt, er sei Bürgermeister geworden in Kuhschnappel oder sonstwo. Und das Gegentheil traf ein, er fiel am selben Tage vom Baum und brach den Hals. Gehenkt hat man dich — das kann was Gutes, eine Ueberraschung bedeuten. So etwas träumt man nicht umsonst!" Michael Poffka war von slovakischer Abkunft und was man einen „Mann für alles" nennen möchte. Von dem Wandertriebe feines Stammes war auf ihn nichts vererbt. Nur einmal hatte er einen regelmäßigen Erwerb als Landbriefträger in einem entlegenen Winkel des Wienerwaldes gehabt, aber zu mehrerenmalen im Jahre, wenn der Heurige am besten schmeckt, sich etwelcher erheb- licher Consufion in der postalischen Bedienung schuldig gemacht und den Laufpass erhalten. Seitdem war er in die Umgegend von Gablitz verzogen und „machte sich in der Welt, die es so arg mit ihm meinte, nützlich" in jeder gelegentlichen Hantierung, sei es als Hol.,Hacker, Grasschneider , Schwämmesammler, Packträger; sein ganzes Hab und Gut ein Schwein, das der „Liebling" der Familie war, und ein Fleck Kartoffel-Land hinter der halb aus Holz, halb aus Lehm aufgerichteten Hütte, die, schon alt und morsch und halb im hohen Unkraut versunken, um den Gnaden* stoss zu flehen schien. Die Behausung lag abseits in einer kleinen Waldlichtung an einem tief ausgefallenen Waldwege, der infolge eines anhaltenden Platzregens in ein Kothmeer verwandelt war. Ein blutarmer Mensch war Michael Poffka, aber eine „gute sidele Haut“, wie man zu sagen pflegt, unb war gewohnt zu sagen: „Hagelts von oben Schläge, so duckt man sich und bleibt vergnügt." „Verlass dich darauf, Michael, mein Schatz/' wiederholte Marianka. „So etwas träumt man nicht umsonst in Gablitz unb Umgegend." In diesem Augenblicke erscholl heftiger Peitschenknall und derbes Fluchen unweit der Hütte. die Androhung geistlicher Strafen und der Folgen des göttlichen Zornes zu veranlassen, dass sie ihre Kinder aus den Staatsschulen nehmen und den ultramontanen Schulen anvertrauen. Infolge dessen stehen namentlich in der Provinz Hunderte von Staatsschulen ganz verödet oder sind auf eine geringe Zahl von Kindern beschränkt. Soll das neue Schulgesetz durch diese Agitation nicht wirkungslos, ja selbst lächerlich gemacht werden, so muss die Regierung sich dazu entschließen, den Agitatoren in Kutte und Talar das Handwerk zu y-iegot und sie daran zu erinnern, dass nicht bloß der Laie zur Achtung vor dem Gesetze verpflichtet ist. Allerdings wird die Clerisei nicht imstande sein, längere Jahre hindurch die enormen Kosten der von ihr ins Leben gerufenen ultramontanen Schulen zu tragen. Anderseits dürfte auch die Einführung der Unentgeltlichkeit des Elementarunterrichtes in den öffentlichen Volksschulen den Privatschulen der Geistlichkeit so manchen Schüler entziehen. Aber alles das reicht nicht hin, um die Dringlichkeit einer Frage zu vermindern, deren Lösnng die liberale Regierung Belgiens einmal begonnen hat und welche sie nunmehr auch mit aller Energie durchführen muss, wenn nicht ihre Autorität und die des ganzen Systems ernstlich gefährdet werden soll. Trägt man sich ja doch in clericalen Kreisen mit der Hoffnung, dass die nächsten Wahlen eine nltramontane Majorität der Kammer ergeben werden und dass es dann ein Leichtes sein werde, ein Gesetz durchzubringen, welches den Schulen der Geistlichen die staatliche Adoption gewährt. Englands Verlegenheiten. Lord Beaconssield konnte zwar der Königin Englands die Kaiserkrone Indiens verschaffen — die üblen Folgen der englischen Colonialpolitik hat er nicht zu beseitigen vermocht. Dafür spricht vor allem der letzte Quartalabschluss des englischen Schatzamtes, welcher fast in allen Punkten mehr oder minder erhebliche Rückgänge zeigt: Im ganzen wird für das laufende Finanzjahr mindestens ein Dcsicit von etwa iy4 Millionen Pfund Sterling zu verrechnen sein, und da der Schatzkanzler noch mit den rückständigen Deficiten der zwei letzten Finanzjahre zu kämpfen hat, so wird er mehr als 6 Millionen Pfund Sterling zu beschaffen haben, sei es im Wege der Steuererhöhung oder durch eine Anleihe. Während aber nach außen hin selbst die gewaltigen Finanzmittel Englands nicht mehr genügen , um die Mittel für den fortwährenden Michael Pofska steckte den Kopf aus dem niedrigen Fenster, indem er einen illustrierten Zeitungsbogen, der die Lücke einer zerbrochenen Glasscheibe aussüllte, in die Höhe hob. „Der Postwagen, der Briefträger!" rief er seinem Weibe zu, welches sich sogleich an ihn drängte, um ihm über die Schulter zu blicken, während die drei Mädchen, den Finger an die Nase legend, sich erwartungsvoll auf die Fußzehen stellten und Hälfe reckten. Der Postkarren rückte und rührte sich nicht vom Fleck, denn bis über die Mitte der Räder reichte der lehmige Schlamm, und der hagere Gaul setzte vergebens seine letzten Kräfte daran, um das Gefährt auch nur einen Zoll weiter zu bewegen. Der Kutscher ries Michael zu: „Ein Brief für Euch, der sieben Kreuzer Poststrafe kostet, weil er aus Versehen ungenügend frankiert wurde! Ich komme auf dieser nichts-ivürdigen Straße nicht vom Flecke. Holt ihn Euch selber und helft mir mit einem Hebebaum heraus!" „Sieben Kreuzer!“ rief Michael. „Die habe ich just nicht bei mir! Ihr müsst mir schou kreditieren, lieber Collega von ehedem!" „Sieben Kreuzer oder ich nehme den Brief Kriegszustand in den Colonien zu beschaffen, droht infolge der heurigen Missernte auch die Agrarfrage eine ernstere Gestalt annehmen zu wollen. Viele Pächter erklären sich außer Lage, den Pachtschilling für die von ihnen bearbeiteten Ländereien zu bezahlen, und ist es aus diesem Grunde namentlich in Irland schon zu bedenklichen Conflicten zwischen den Grundherren und den Pächtern gekommen. Möglich, dass der in England herrschende conservative Geist einer parlamentarischen Behandlung der Agrarfrage für die nächste Zeit noch aus dem Wege zu gehen weiß, zumal auch die Gutsbesitzer durch Zinsuachläffe bemüht sind, einer für ihre Interessen jedenfalls nicht ungefährlichen Erhöhung der vorhandenen Unzufriedenheit vorzubeugen. Für die Länge wird sich aber die Gesetzgebung Englands doch mit dieser Frage befassen müssen, obgleich man schon im vorhinein überzeugt ist, dass eine Reform der Agrarverhältnisse nicht ohne eine heftige Aufregung des ge-sammten socialen Organismus durchzusühreu ist. Neben den finanziellen Calamitüten und dem Gefpenste der Agrarfrage ist, wie leicht begreiflich, auch der Stand der Dinge in Afghanistan ein Gegenstand großer Sorge für die Regierung. Wie aus London vom 3. d. gemeldet wird, hat es auch nicht den Anschein, als ob der Vormarsch aus Kabul ohne größere Kämpfe bewerkstelligt werden könnte. Vergangenen Freitag haben nämlich einer Depesche ans Simla znsolge mehrere unabhängige Stämme das britische Lager Shutargardan angegriffen. Dieselben wurden zwar zurückgeworfen und verloren 20 Todte, während die Engländer nur sechs Verwundete hatten. Der Emir hat aber dem General Roberts dennoch geratheu, den Vormarsch ans Kabul aufzuschieben, weil er befürchte, dass bei dem Vorrücken der Eugläuder afghanische Truppen Balahifsar plündern könnten. Das alles klingt wenig verheißungsvoll für die Politik des Cabinets Beawnsfield, während gleichzeitig die Kunde von dem beabsichtigten österreichisch-deut-scheu Handelsverträge und der damit in Zusammenhang stehenden Kündigung des Meistbegünstigungsvertrages vonseite Deutschlands der englischen Regierung die Freude vergällt, die ihr der Besuch Bismarcks in Wien und die Isolierung des russischen Todfeindes bereitet hatte. Ueber die Stimmenverhältnisse im neuen Ab-geordnetenhause gibt die „Neue freie Presse" folgende Berechnung: Die Versassnugspartei verfügt über l 69 Stimmen; ihr zur Seite stehen 3 Ruthe-nen, 2 Demokraten und 2 Italiener, die zum mindesten in allen staatsrechtlichen Fragen mit der Ver- wieder mit!" entgegnete der andere und hielt den Brief in die Höhe. „Es ist die Adresse des Absenders, eines Hof- und Gerichtsadvocaten, darauf edruckt. Ich habe Eile, zahlt das Geld und elft mir heraus!" „Von einem Hof- und Gerichtsadvocaten? Was soll das bedeuten, Marianka! Schuldig sind wir nichts, da wir keinen Kreuzer Credit haben — höchstens ein paar Sechser auf der Kreide beim Wirth in Gablitz!" Marianka kehrte ihre Tasche um und zog drei Exemplare der kleinsten kupfernen Münze des Reiches hervor. „Diese drei halben Kreuzer sind alles, was wir haben, lieber Postmann. Den Rest bleiben wir Ihnen auf eine Woche schuldig!" „Nichts da!" rief der Bote ärgerlich und steckte den Brief wieder in die Ledertasche am Gurt. „Den Brief her," erwiderte Michael und machte ein pfiffiges Gesicht, „oder Ihr könnt zu-seheu, wie Ihr Euch allein aus dem Morast heraushelft." Darauf erfolgte keine andere Antwort, als erneuter Peitschenknall, aber es gelang dem gemarterten Gaul auch bei der größten Anstrengung nicht, den Wagen aus der Senkung, in welche fassuugspartei stimmen werden; die verfassungstreue Opposition wird somit 176 Stimmen zählen. Auf der Rechten des Hauses vereinigen sich dagegen folgende Fraetioneu: der Club der czechischeu Abgeordneten, der mit Einschluss der Feudalen 59 Mitglieder zählt; der Polenclub mit 57 Mitgliedern und die Rechtspartei mit 56 Stimmen. Rechnet man zu diese» 172 Stimmen noch die 5 Stimmen der Minister, welche ein Mandat besitzen, dann zählt die Regierungspartei 177 Stimmen, verfügt also über eine Majorität von Einer Stimme. Allerdings wird sich diese Majorität dadurch vergrößern, dass einzelne Abgeordnete, die zur Verfassungspartei zu rechnen sind, sich in der ersten Zeit absentieren dürften, und namentlich soll Baron de Pretis zunächst seinen Statthalterposten in Triest nicht verlassen. Was die Action der Versassnngspartei anbe-langt, so liegt es, wie die „Dentsche Ztg." richtig bemerkt, im Wesen einer jeden neuen Oppositionspartei. dass sie, bevor sic aus ihrer beobachtenden Reserve heraustritt, zuerst die Maßregeln der Regierung abwartet. Andererseits ist sie aber schon vermöge der Linzer Beschlüsse zu toirt)chastUchcn Initiativanträgen verpflichtet, was, wie zu erwarten steht, auch aus die Durchführung einer geschlosseneren Partei-Organisation sämmtlicher verfassungstreuen Abgeordneten von wohlthätigen Folgen sein wird. Auch das Organ der Fortschrittspartei erklärt, dass die verschiedenen Fractionen der Partei sich nicht damit begnügen dürften, eine Vereinigung von Fall zu Fall hcrzustellen, sondern dass man vielmehr daran denken müsse, durch eine permanente Institution, etwa durch ei» Bureau, in stetem Contacte, zu bleibe». Dass eine solche Maßregel im gegenwärtigen Augenblicke weit nothwendiger ist, als die Betonung fraktioneller Unterschiede, haben wir erst kürzlich hervorgehoben. * * * Die Erklärung der ofsieiösen Blätter, dass die Regierung alle Erörterungen staatsrechtlicher Fragen vom neuen Abgeordnetenhanse ferne zu halten wissen werde, hat im „Pokrvk" eine Antwort gefunden, nach welcher die Czechen keineswegs geneigt sind, der Absicht des Grafen Taaffe durch ein bescheidennachgiebiges Wesen förderlich zu sein. „Mit der Lösung wirtschaftlicher Fragen — ruft der „Pokrok" aus — darf sich der Reichsrath nicht begnügen. Unsere Vertreter bieten gerne ihre Hand zur finanziellen Hilfe, aber außerdem hat ihnen die Nation noch eine andere Aufgabe übergeben, von der man bald nach Eröffnung des Reichsrathes hören wird." Welcher Art diese Aufgabe sei, kann nach den derselbe geglitten, auf terra fivrna zu landen. So vergingen mehrere Minuten, während dessen Michael, von einem Ohre bis zum ändern grinsend und beide Hände in die Taschen vergrabend, der schweißtreibenden Mühsal des ehemaligen Eollegen von der Post mit sichtlichem Vergnügen zuschaute. „Da habt Ihr deu Bettel!" rief letzterer endlich, hochrolh vor Aerger, und warf Michae* deu Brief über den Weg, „aber nun legt mit mir Hand an!" Hiezu war Michael bereit. Mit Hilfe eines Hebebaumes gelang es den vereinten Kräften beider, den Postkarren aus dem Schlamme zn heben und mit einem kräftigen Ruck des schnaufenden Gauls einige Schritte vorwärts in weniger ..efe Geleise zu bringen, so dass der Weitersahu nichts im Wege stand. Im Besitze des Briefes fein und seinen Inhalt entziffern, waren aber zweierlei Dinge. Michael und seine brave Marianka waren beide dt» Lesens unkundig. Er drehte die geheimnisvolle Botschaft nach allen Seiten, kratzte sich den Kops, hielt das Couvert lachend ans Ohr: „Geduld, Marianka! wir müssen warten, bis der Pepi aus der Gablitzer Schule kommt!" (Fortsetzung folgt.) früheren Erörterungen der czechischen Presse nicht zweifelhaft sein. Sie haben nun einmal die fixe Idee, dass Gras Taaffe, der so viel konnte, anch die Renovierung des czechischen Staatsrechtes zuwege bringt, ohne dadurch seinem Programme untreu zu werden. Wir glauben nicht daran. Ganz abgesehen davon, dass bei Entscheidung einer solchen Frage auch noch andere Factoren mitzuredcn haben, als die Czechen und die Regierung , trauen wir der letzteren den tollkühnen Mnth nicht zu, die Compromisspolitik bis zu jenem Punkte zu treiben, bei welchem angelangt Graf Taaffe überflüssig und Graf Hohenwart zum Leiter der Situation werden müsste. Doch scheint es uns nach der obigen Andeutung des „Pokrok" gewiss, dass es mit dem in allen Tonarten verkündeten „friedlichen Zusammenarbeiten aller Parteien Oesterreichs zur Lösung der großen wirtschaftlichen Fragen" vorläufig seine gute Wege haben wird. Es ist nicht zu zweifeln, dass die Czechen mit ihren staatsrechtlichen Wünsche» keineswegs hinter dem Berge halten werden. Ist aber einmal die Losung zur Erörterung solcher Fragen gegeben, dann wird im Hader der Parteien und im Lärm eines nur durch die allzugroße Nachgiebigkeit der Regierung ermöglichten Ansturmes der vereinigten Verfassungsgegner gegen die bestehende Staatsordnung sicher-lick kein Raum für eine leidenschaftslose wirtschaftliche Debatte bleiben. Vermischtes. — Pünktlichei ugelöstesEhrenwort. Der „Budap. Bote" erzählt: Der 23jährige, römisch-katholische, in Pest beschäftigte Handwerker Gcza Kulcsar (Reservist des Regiments d'Este) unterhielt feit ungefähr zwei Jahre» ein Liebesverhältnis mit der Tochter eines in Rakos Palota wohnhaften Israeliten Namens Eduard Fischer und beabsichtigte das Mädche» zu heiraten. Die Mutter Kulcsars widersetzte sich aber der projektierten Heirat ihres Soljiteg, denn sie hatte ihm ein katholisches Mädchen illv Frau bestimmt. Umsonst war alles Bitten und Flehen des Sohnes, die Mutter verharrte bei ihrer Weigerung. Vor drei Tage» besuchte nun Kulcsar abermals seine Mutter in der Hoffnung, sie vielleicht dennoch umzustimmen. Als er aber sah, dass alle Mühe vergebens sei, sagte er: „Mutter, wenn Sie mirs binnen 48 Stunden nicht schriftlich mittheilen, dass Sie in meine Heirat einwilligen, so erschieße ich mich. Daraus gebe ich Ihnen mein Ehrenwort." Die Mutter lächelte und rief dem davonstürzendeu Sohn nach: „Das wirst du wohl bleiben lassen!" Als zur bestimmten Frist, die gestern ablief, die ersehnte Antwort nicht eintraf, zog Kulcsar seine feinste Wäsche und seine besten Kleider an und fuhr nach Rakos Palota. Dort besuchte er seine Geliebte, verweilte bei ihr ungefähr eine halbe Stunde lang und entfernte sich dann, das Mädchen ersuchend, es möge ihn eine Strecke begleiten. Sie willigte in sein Begehren und ging mit ihm. Vor dem Portale der katholischen Kirche angelangt, gab Kulcsar dem Mädchen einen Kuss und verabschiedete sich. Es mochte kaum 20 Schritte zurückgelegt habe», als ein Schuss fiel. Erschreckt blickte das Mädchen zurück und sah ihren Geliebte» ans der Erde liegen. Hinzustürzend, fand sie ihn nur mehr als Leiche. Er hatte sich eine Kugel ins Herz gejagt. Eine sofort erschienene gerichtliche Commission verfügte die Transportierung der Leiche nach der Todtcnkammer. — Verhaftung eines Priesters. Aus Ncurnarkt (Tirol) wird geschrieben: „Vor kurzem machte das Verschwinden des dreijährigen Töchter-chens des Messners vcn St. Moriz in Ulten großes Aufsehen. Man hegte Verdacht, dass das Kind von zwei italienischen Bettelweibern geraubt und entführt worden fei. Diese zwei Landstreicherinnen wurden auch durch die Gendarmerie im Sarnthal aufgegriffen, über nachdem sich ihre Unschuld herausstellte, wieder aus der Hast entlassen. Einige Wochen nach dem Abgange des Kindes fand man im Walde nahe der Wohnung der Eltern des vermissten Kindes einige Fetzen Kleidungsstücke, die als von denen des Kindes herrührend agnosciert wurden. Nun nahm der durch den Process Tourville bekannte energische Staatsanwalt Ritter v. Köpf dieses Mysterium in die Hände, begab sich mit dem Gendarmerie-Bezirks-wachtmeister Gärtner selbst au Ort und Stelle, pflog dort vielseitige Recherchen, und siehe — ein frommer Seelenhirt wird ans Antrag des Staatsanwalts in Eisen und Banden nach Bozen in die Frohnveste abgesührt. Ans den bisherigen Erhebungen ist nämlich constatiert, dass der Verhaftete, der, nebenbei bemerkt, ein Liebling feiner Schäflein gewesen, am Tage des Abganges der Kleinen mit dieser aus einem Spaziergange gesehen worden sein soll — und seit jener Zeit war das Kind verschwunden. Man spricht von einer Schändung des Kindes durch den Hochwürdigeu, der, um sich des Opfers und einzigen Zeugen seiner Schandthat zu entledigen, das Mädchen ermordet und dessen Leiche verborgen haben dürfte.“ — Die Demi-monde an der Börse. Aus Paris, 2. Oktober, wird dem „B. B. C " geschrieben : Was die Leidenschaftlichkeit des Spiels und die Tollkühnheit anlaugt, so gibt es eine Kategorie von Spielern nno Speculauten, die kühner ist, als alle großen Faiseurs miteinander. Und diese Speculauten sind die — Specnlantinnen. Das sind die Löwinnen der Demi-monde, die ganz besonders eleganten Exemplare der Kategorie „ces dames“, die in wahrhaft phantastischen Summen an der Börse fpeculieren, wie dies mit ähnlichen Beträgen niemals zur Zeit des Kaiserreichs der Fall gewesen ist. An der Pariser Börse ist der Name jener „Dame", die sich durch die hohe Stellung und durch den Reichthum ihrer „Freunde" anszeichnet, ein offenes Geheimnis, die vor nicht langer Zeit die recht stattliche Summe von zwei Millionen Guide» ungarischer Goldrente ä la hausse hatte und davon einen Nutzen von acht Percent, das heißt circa vierhunderttausend Francs, realisiert hat. — Die Lösung der Ehe des Prinzen Hieronymus Napoleon. Der „Corriere della Sera" schreibt, dass sich König Humbert nach Mon-calicri in einer wichtigen Angelegenheit begeben habe. Es sei nämlich schon seit längerer Zeit die gesetzliche Trennung der Ehe zwischen dem Prinzen Hieronymus Napoleon und der Prinzessin Clotilde in der Schwebe. Die Frage sollte in den letzten Tagen entschieden werden, und war zu diesem Zwecke die Intervention des Königs Humbert angerufen worden. Die Reise des Prinzen Napoleon nach Moncalieri hat nach dein eingangs erwähnten Blatte nur diesen Zweck verfolgt und ist nur intimen Familienangelegenheiten gewidmet. — Am 1. d. M. ist auch Prinzessin Clotilde in Mailand angekommen und nach Monza gereist. Lokal-und provinzial-Angelegenheiten. — (Berichtigung.) Vonseite des Laibacher „Sokol"-Vereines erhalten wir folgende Zuschrift: „Auf Grund des § 19 des Pressgesetzes ersuchen wir um Aufnahme nachstehender Berichtigung: Nach gepflogenen Erhebungen und nach eigenen Wahrnehmungen erklärt der gefertigte Ausschuss die im „Tagblatt" vom 17. September gebrachte Notiz: dass im Koslergarten am 14. September beim „Sokol"-Feste ein Deutscher weidlich durchgeprügelt wurde, weil er den Einfall hatte, die Verwunderung darüber auszusprechen, dass kein Wort Deutsch gesprochen werde, für unwahr, weil bei dem gedachten Feste weder ein Deutscher noch irgend jemand geprügelt oder auch nur bedroht worden und überhaupt gar kein Unordnungssall vorkam. — Laibach, 4. Oktober 1879. Franz Drenik, Vorstand des „Sokol". M. A r m i £, Secretär." — (Militärtransport.) Gestern ist aus Livno ein aus 140 Mann bestehender Transport des Infanterieregimentes Freiherr v. Kuhn in Laibach eingetroffen. Derselbe brachte die alte, ausgemusterte Fahne des Regiments mit sich, eine ehr- würdige Regimentsreliquie, welche gelegentlich der nächsten in Laibach stattfindenden Kirchenparade der hiesigen Pfarrkirche zu St. Peter zur Aufbewahrung übergeben werden wird. — (Ein Kind verunglückt) Vorgestern vormittags ist im Hose des Hauses Nr. 4 der Maria-Theresienstraße ein anderthalb Jahre alter Knabe in die Düngergrube gefallen uud darin erstickt, bevor noch die Eltern des Kindes auf den Abgang deS Kleinen aufmerksam wurden. Die gerichtliche Untersuchung wird ergeben, ob hier bloß ein unverschuldeter Unglücksfall oder die traurige Folge einer sträflichen Unvorsichtigkeit zu beklagen ist. — (Ein gefährliches Spielzeug) für Kinder sind die in letzter Zeit ziemlich stark in Gebrauch gekommenen Knallzündhölzchen. Erst im Laufe dieser Tage ist einem Kinde, das sich mit dem Geknatter solcher Streishölzchen unterhielt, ein brennendes Köpfchen ins Auge gesprungen. Ueberhaupt ist der Leichtsinn nicht genug zu rügen, mit welchem man nur allzuhäufig Zündhölzchen in die Hände kleiner Kinder gelangen lässt. — (Schulnachricht.) Ander dreiklassigen Bürgerschule in Gurk fett) beginnt das neue Schuljahr (1879/80) am 16. Oktober. Den auswärtigen Schülern wurden heuer verschiedene Unterstützungen in Aussicht gestellt. — (Theater.) Die vorgestrige Aufführung der „Fatinitza" half einen großen Theil der Bedenken zerstreuen, deren wir uns bei Aufführung der Girofle-GiroflL nicht zu erwehren vermochten. Der Löwenantheil am Erfolge des Abends gebürte neben dem Kapellmeister Herrn Andreae jedenfalls Fräulein Wiedemann, in welcher wir eine ebenso tüchtige Schauspielerin als ftimmbegabte, treffliche Sängerin kennen lernten. Aber auch die übrigen Darsteller leisteten ihr Bestes, so zwar, dass mit Ausnahme der allzusehr forcierten Possenreißer deS Herrn Mondheim der Gesammteindruck der Darstellung einen entschieden günstigen Eindruck hervorbrachte. — Morgen wird der rühmlichst bekannte oberösterreichische Volksdichter Baron Klesheim im hiesigen Theater eine außerordentliche Vorstellung veranstalten, wobei nachfolgende Pieyen zur Aufführung kommen: In der 1. Abtheilung: „Der Musikant und sei Liab'" — Dorfgeschichte in 1 Acte von Klesheim, Musik von Suppä; 2. Abtheilung: „Liederpotpourri" aus Kompositionen zu Klesheims Gedichten, arrangiert vom Kapellmeister Brandt, als: „Das Mailüfterl" — „Der guate Rath" — „Die ©'fällig-feit“ — „Was die Maderl treib’«" — „Ringerl und Röscrl" — „Der Himmel" — „Das Meisterwerk" — „Das ist mein Oesterreich, das ist mein Vaterland"; — hierauf: „'s Schwarzblattl aus'n Wiener Wald an alle lieb'n Leut'" — „Das Engerl, Röferl und Schmetterling, die Stutzer" — „Die Thränen" — „a Winterbild" — „Natürlichkeit und Affectation", Gedichte, verfasst und gelesen von Klesheim; 3. Abtheilung: „Wir Mädchen unter uns", humoristische Scene von Klesheim, und 4. Ab-theitung: Ein scherzhaftes Zwiegespräch von Klesheim „Tag und Nacht". — (Literarisches.) Das soeben zur Ausgabe gelangte erste Heft des zweiten Jahrganges von Dr. Arendts „Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik" (A. Hartlebens Verlag in Wien) bringt auf 48 Seiten mit 6 Abbildungen folgende Aufsätze: (Muntbus auf den Kanarische« Inseln. Von Franz v. Löher. — Eine neue Karte von Centralasien. Von Dr. Joseph Chavanne. (Mit der 1. Section derselben.) — Geschichte und Geographie des Sklavenhandels in Afrika. Von Dr. Franz Czerny. — Die Wolga und Kama. Von Albin Sohn. (Mit einer Illustration.) — Der Martologio, eine Schiffsrechnung der mittelalterlichen Nautiker und Geographen. Von Dr. S. Günther. (Mit zwei Illustrationen.) — Visegräd. Von A. F. Heksch. (Mit einer Illustration.) — Astronomie und physikalische Geographie. — Politische Geographie und Statistik. — Unterrichtsanftalten. — Staats- und Gemeindehaushalt. — Militär und Marine. — Handel. — Bergbau. — Industrie uud Landwirtschaft. — Verkehrsanstalten. — Berühmte Geographen, Naturforscher und Reisende. (Mit einer Illustration: Carl v. Scherzer.) — Geographische Nekrologie. Todesfälle. (Mit einer Illustration : F. v. Brandt.) — Akademien, geographische und verwandte Vereine. — Bäder und klimatische Curorte. — Kleinere Mittheilungen. — Vom Büchertisch. — Als vor Jahresfrist das erste Heft dieser Zeitschrift erschien, welche sich die Aufgabe setzte, den Leser in fortlaufenden Uebersichten mit attm Wissenschaftlichen Erscheinungen und Forschungsresultaten auf dem Gebiete der Geographie und Statistik bekannt zu machen, wurde das Unternehmen mit um so größerer Freude begrüßt, als sich unter dessen Mitarbeitern durchwegs Namen von bewährten Klange befanden. Heute, wo diese Monatsschrift den zweiten Jahrgang beginnt, können wir nur sagen, dass sie mehr hielt, als man sich von ihr versprochen hat. Eine besonders schätzenswerte Beigabe dieses Jahres bildet eine auf Grund der neuesten Forschungen gezeichnete, in 6 Sektionen erscheinende Karte von Centralasien. * * * Avs Eisenkappel, 30. September, wird uns geschrieben: Die im Juli d. I. neu entdeckten Sauerbrunnquellen wurden mit dem Namen „Ca-rinthiaquellen" belegt. Der chemischen Untersuchung wurden die Quellen vom Herrn Prof. Dr. Josef Mitteregger in Klagenfurt unterzogen, und sagt derselbe am Schlüsse seiner Analyse über Quelle I: „Dieser Säuerling gehört in die Kategorie der salinifch-alkalifchen Säuerlinge und kann den berühmtesten dieser Art würdig zur Seite gestellt Werden, ja übertrifft die meisten derselben an Reichhaltigkeit der wesentlichen Bestandtheile. Im Gehalt an Natriumcarbonat wird er nur von Vichy, an Chlvrnatrinm von Selters, an Natriumsulfat von Rohitfch und an Lithiumgehalt nur von Radein noch übertroffen." Quelle Nr. R ist in seinen Be-standtheilen schwächer, nur ist der Gehalt an Lithion nahezu der doppelte von Radein und übertrifft an Lithium alle bis 'etzt bekannten Säuerlinge. Die Inhaber lassen sich die Hebung dieser der Analyse nach so vorzüglichen Queue!t ganz besonders angelegen sein. So sind bereits die allecnothwendigsten Schutzbauten behu,5 Sicheung gegen den Vellach-bach und ein QnellenhanS aufge,ührt. Auch ein recht fchöner Weg tour je den anziehenden Waldsaume entlang bereits anqelegl, und können die Quellen vom Markte in 5—10 Minuten bequem eueicht werden. Im lün^igen Jahre wird, so bald als thunlich, der Bau einer Restauration in einem herzlichen Naturparke an Ort und Stelle so in Angriff genommen, dass selbe zu Beginn der Sai svn lbere^ts feuig und leistungsfähig eingerichtet sein wird. Auch litt Cnrhaus dürfte dort erstehen und so das liebe Eisenkappel mit seinen wc-ldum-säumten Höhen, schneebedeckten Felsenhäuptern im Hintergründe und überreich gesegnet mit reiner, milder Gebirgsluft, der stärkungS- und erholungsbedürftigen Menschheit >ein Zufluchtsort ersten Ranges werden. Dass schließlich die Versendung des gehaltreichen Wassers der „Carinthiaqnellen" bald eine sehr beträchtliche sein wird, liegt ans der Hand, Wenn man Dr. Mittereggers Analyse besieht und das angenehm, erfrischend kühlende Wasser einmal getrunken. Angekommene Fremde am 4. Oktober. tzotel Stadt Wien. Saxinger, Kaufm, Linz. — E M. Siraky f. Tochter, Budapest. — Rosenberg, ftsm., Sissek. — Weisel, Wien. Hotel Europa. Verneda, Fiume. — Prusenovsky, Lieutenant , Livno. — A. Salmii! und Theresia Salmik, Adelsberg. — Dr.Reitlinger, Universitätsprosessor, Wien. — I. Ruinpret, F. Rumpret und Pongraz, Gurkfeld. Hotel Elephant. Raieovich, Fiume. — Dr. Tänzer, Zahnarzt , und Popovic, Oberlieutenant, Graz — Jauch, Kfm.,. Triest. — Ulrich, k. k. Hauptmann, tilagenfurt. — D. ©roch f. grau. — Corazza, Privat, Villach. — San- tarosa, Codroipo (Italien). — Salcher, Kfm., Innsbruck. — Wodic. Jtfm., Pola. — Jonke, Ksm, Gottschee. — Eisler, Kfm., Groß-Kanischa. — Devetak, Tolmei». Baierischer Hof. Batovec, ÜJtatcrija. — UrSii, Oberlehrer, Istrien. — Oblak, Ksm., Rudvlsswert. — Benigar s. Familie, Triest. Am 5. Oktober. Hotel Stadt Wie». Perko, k. k. Bezirksgenchts'Adjunct, s. Frau, SSotfermartt. — Martini, Mechaniker, Marburg. — Dr. Leitmaier, k. k. Oberlandesgerichtsrath, Graz. — Hille, Linz. — Siencranbi Emilie s. Tochter, Rovigno. Hotel Elephant. Mundt, Fabriksdirector, Dresden. — Aigner, Kauf m., Wien. — Stob, Gymnasial-Dircctors-gattin, Ärainburg. — Log, Ragusa. — Löwenstein, k. k. Marinccommissär, Pola. — Bvnetich Mathilde summt Töchtern, Fiumi. — Vodnansky, Geschäftsreisender, Bud-weis. — Bukavina, Genie - Oberlieutenant, Nkvesinje (Herzegowina). Mohren. Schubitz, k. k. (Steuereinnehmer, Radinannsdors. — Pregl, Gnrkfcld. — Moschenk, Realitätenbesitzer, und Nvvak, Steiermark. — Wilhelm, Mechaniker, (Ungarn). — Startz, Grundbesitzer, St. Marein Kaiser von Oesterreich. Dimnik, Lehrer. Theater. Heute (gerader Tag): Beckers Geschichte oder: Am Hochzeitstage. Operette in 1 Act von E. Jakobson. Musik von Conradi. Vorher: Des Räch sten Hausfrau. Lustspiel in 3 Acten von Julius Rosen. Witterung. Laibach, 6. Oktober. Anhaltend trübe, kein Sonnenblick, schwacher NO. Wärme: morgens 7 Uhr + 12 8', nachmittags 2 Uhr + 14 9" 0. (1878+ 12 4“; 1877 + 102" G.) Baromeier 742 39 Millimeter, ia* vorgestrige laflcsmittel der Wärme + 14 2°, das gestrige + 13 7°, beziehungsweise um 11° und 0 7° über dem viotmalc; der vorgestrige Nicderschlag 1 60 Millimeter Regen. Lebensinittel-Preise in Laibach am 4. Oktober. Weizen 9 fl. 42 tr., Korn 5 fl. 85 kr., Gerste 4 fl' 55 tr., Hafer 2 fl. 93 tr., Buchweizen 5 fl. 20 tr., Hirse 4 fl. 23 tr., Kukurutz 5 fl. 60 tr. per Hettoliter; Erdäpfel 2 fl. 50 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. — tr. per Hektoliter; Rindschmalz 84 tr., Schweinsctt 74 tr., Speck, frischer 56 tr., geselchter 60 tr., Butter 74 kr. per Kilo gramm; Eier 21/» fr. per Stück; Milch 8 tr. per Liter; Rindfleii ch 58 Ir., Kalbfleisch 33 tr., Schwein fleisch 60 tr., Schöpsenfleisch 32 fr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 51 tr., Stroh 1 fl. GO fr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 7 fl. — tr., weiches Holz 5 st. — fr. per vier ©.»Meter; Wein, rother 20 st., weißer 16 fl. per 100 Liter. über die am 8. Gedenktafel Oktober 1879 Licitationen. stattfindenden 1. Feilb., Grifar'fcbe Real. ©mcficc, BG. Gurtfeld. — 1. Feilb., Vovk'sche Real. Wippach, BG. Wippach. — — 1. Feilb, Gustin'sche Real., Gri^e, BG. Wippach. — 3. Feilb., Baljavec'sche Real., Swirtschach, BG. Neumarktl. — 3, Feilb., KunM'sche Real., Stenittic, BG. Neumarktl. — L. Feilb., Jeraj'sche Real., St. Katharina, BG. Neu markil. — 1. Feilb., Mesnit'sche Real., Sostro, BG. Lai bod). — 1. Feilb., Mortint’sche Real., Jnncrgoriz, BG. Leibach. — 1. Feilb., Aabfar'sche Real., Ardru, BG. Gurkfeld. — 3. Feilb., Rakovc'sche Real., Zadraga, BG. New macttl. — 1. Feilb., Herzog'fchc Real., Loke, BG. Gurk-selb. — 3. Feilb., Rebec'sche Real. Rodockendorf, BG. Adels berg. — 2. Feilb., Koren'sche Real, Laas, BG. Laas. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unetforfchlichen Rathschluffe gefallen, unfern innigst geliebten Sohn, beziehungsweise Bruder, Schwager und Neffen, den Herrn Franz Starö, nach kurzem Leiden und nach Empfang der heiligen Sterbesakramente am 5. Oktober d. I. früh in seinem 27. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abzuberufen. Die irdische Hülle des theuern Verblichenen wird Dienstag den 7. Oktober, vormittags um 9 Uhr, im eigenen Grabe auf dem Friedhöfe zu Mannsburg beigefetzt. Die heil. Seelenmessen werden in verschiedenen Kirchen gelesen werden. Mannsburg am 5. Oktober 1879. Marie Start), als Mutter. Franz Wolf, als Onkel. Julius Start, als Bruder. Marie Jauescli, als Schwester. Marie Star6 geb. Germ, als Schwägerin. Johann Janesch, als Schwager. Beerdigungsanstalt de» Franz Dobirlet, Laibach. Verstorbene. Den 4. O k t o 6 er. Alois Boben, Schustergesellensohn, 16 Mou., Maria-Thcrcsien-traße Nr. 4, Stickflufs durch Ertrinken in der Senkgrube, und wird gerichtlich beschaut. Im Eivilspitale: Den 2. Oktober. Franz Ogrin.Arbeiterssohn, 7 Mon., Lebensschwäche. Den 4. Oktober. Ursula Nachtigall, Inwohnerin, 70 I., Brechdurchfall. Speifen- und $etrönlie~l(mfe für Gastwirlhe, elegant ausgestattet, stets vor-räthig bei Kleinmayr & Bamberg, Laibach. Männliche Schwäche- Zustande, namentlich durch die zerrüttende» Folgen geheimer Jugendsünden, Ausschweifungen re. hervorgerufen, sicher und dauernd zu beseitigen heigt allein das bereits in 77 Auslagen erschienene Buch: Dr. Retau’s Mit 27 Abbildungen. Preis 2 fl. Zu beziehen ist dasselbe durch S. Pöniokes Schulbuchhandlung in Leipzig sowie durch jede Buchhandlung in Laibach. (404) 10-4 In lg. v. Kleinmnyr 6 Fed. Bnmbergs Verlagsbuchhandlung in Laibach ist soeben erschienen: S! ovenska za prestopno leto 1880 Wiener Börse vom 4. Oktober. Allgemeine $taati- Geld War. ftfiufd. Papierrente | 67 95 «8 05 Silberrente r,9 15 69*25 Äoldrente 80.90 81- HtaatSlose, 1854. . . 12V50 122 - , 1860. . . 126*50 126 75 „ 1860 zu 100 fl. 128-50 129— 1864. . . 15750 158 — •rundentlttfoungs- Obligationen. Salizien............. Siebenbürgen . . . Lemeser Banat . . Ungarn............... Ander« öffeatkiiiie Anleben. Vonau-Regul.-Lose llng. Prämienanlehen wiener Anlehen . . Aclien v. üanfcen. Kreditanstalt f.H.n.G. ’Jlationolbant. . . Aetien v. Transport Unternehmungen* Ülföld-Bahn .... Donau - Dampfschiff-Llisabeth-Wettbahn KerdinandS-Norbb. ^ranz-Ioseph-Bahn. Saliz. Karl-Ludwigb. 1‘embcrg - Tzernowitz Lloyd-Gesellschaft . 94 40 8V 60 88 89 50 109— 102 75 113 60 267-638 — 137*— 690-— 174 25 2255 14760 24150 137 580 94-7' 87-20 88-75 90-50 1, 9 50 103— 113-80 267-25 840 137 50 592 — 17450 2257 148— 241 75 137-26 581 — Morbtoeftbabn . . . RudolsS-Bahn . . . SlaatSbahn .... Südbahn............. Ung. Nordoftbahn . PfondBriefe. Bodenkreditanstalt in Gold........... in österr. Währ. . Nationalban! .... Ungar. Bodenkredit- PrioritStr-Obki«. Elisabethbahn, l.tim, Ferd.-Nordb. i. Silbe, Franz-Ioseph-Bahn . Galiz.K-Ludwigb,l.E Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn Staatsbahn, l. i£m. Südbahn k 3 Perz. ä 5 w . prioatfofe. Geld A-are 13 ) 50 131 — 135*25 135-75 265*25 265 60 81— 81 50 128 50 129 — Kreditlose . . . RudolsSlose . . Devisen. Vonbon .......... Gekdsorten. Dukaten........... 20 Franc- . . . . l()0 l>. Reichsmark Silber............ 116 50 100 25 100 90 101 95-80 105 — 96-20 103— 96 50 74 50 167,— 120 50 101 75 168 — 17*— 116*75 5 57 9-301/, 57 60 100 - 117*— 100*50 101— 101 25 105-60 96-50 103.50 ! 6 75 74 75 16760 129-76 102 — 168 50 17 50 116*85 559 9 31 57 65 100— ! | Telegraphischer Cursbericht am 6. Oktober. Papier-Rente 67 95. — Silber-Rente 69-20. — Gold-Rente 80 75. — 1860er Staats-Anlehen 126-25. — Bank» actien 839. — Creditactien 267 30. — London 116 85. — Silber —. — K. k. Münzdueaten 5-57. — 20-Franes-Stücke 9 29. — 100 Reichsmark 57-60. Druck von Jg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaktion verantwortlich: Dr. Hans KrauS.