PrSuomeratl»»« - Preise: Für Laibach: Nauzjährig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 2V „ Bicrteljährig . ^ „ 10 Monatlich ... — „ 7» „ Laibacher Mil der Post: Ganzjährig................12 fl. Halbjährig............... «i „ Vierteljährig 3 „ Für Zustellung inS Haus viertelj. 25 kr., monall, S kr. Einzelne Nummern 6 kr. Tagblatt Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Relmcti«, Bahnhofgaffe Rr. 138. ExpeditiouS- L Inserate»-Bure««: Longreßplatz Nr. 81 (Buch» Handlung von Jg. v. Klrin-mayr L Fed. Bamberg.) JusertiouSpreise. Für die einspaltige Petitzeile L 4 kr. bei wiederholter AM»,. schaltung L 3 kr. ^ Anzeigen bis ü Zeilen WM ^ - - L Bei größeren Inseraten uyd > öfterer Einschaltung entjpre^.-chender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Bergütung. Nr. 38. Donnerstag, 17. Februar 1876. — Morgen: Flavian. s Jahrgang. Die Fleischbesteuerung. iSchlnß.) Die hauptsächlichsten Bestimmungen des vorliegenden Gesetzes sind folgende: Der Verzehrungssteuer unterliegen die Schlachtungen von Ochsen, Stieren, Kühen, dann Kälbern über ein Jahr, nnd zwar ist vom Slück in der 1. Tarisklasfe zu entrichten eine Gebühr von 5 st. 4 kr., in der zweiten Klasse von 3 fl. 78 kr., in der dritten Klasse oo» 2 fl. 52 kr.; von Kälbern bis zum Aller eines Jahres in der ersten Klasse 84 kr., in der zweiten Klasse 63 kr., in der dritten Klasse 42 kr.; von Schafen, Widdern, Ziegen, Böcken, Hammeln und Schöpsen in der ersten Klasse 32, in der zweiten Klasse 25, in der dritten Klasse 17 ?r.; Dämmer bi« 14 Kilogramm, Kitze, Spanferkel 21, 17 und 11 kr.; Schweine über 19^ Kilogramm fl. 1'26, 95 und 63 kr.; Frischlinge von 5 bis 19^ Kilo-gramm 63, 42, 32 kr. Frisches Fleisch aller genannten Gattungen, ferner geräuchertes, eingefalzenes Fleisch, Speck, Conservefleisch, Salami und andere Fleischwürste zahlen an Gebühr von 100 Kilogramm fl. 1 87, 1-50, 94 kr. In die erste Tarifklasse gehören alle Orte mit einer Bevölkerung über 20.000 Seelen; in die zweite Tarifklasse alle Orte mit einer Bevölkerung von 10.000 bis 20.000 Seelen; in die dritte Ta-rifklaffe alle übrigen Orte und die Landgemeinden, auch wenn ihre Gefammtbevölkerung 10.000 Seelen erreicht oder übersteigt. Maßgebend hiebei ist die letzte amtliche Volkszählung. Der Verzehrungssteuer unterliegen die obge-nannten Schlachtungen unbedingt, wenn dieselben von Fleischern, Fleischselchern, Speisewirthen, Traiteurs und überhaupt von Personen vorgenommen werden, welche die entgeltliche Veräußerung von rohem oder zubereitetem FleisH gewerbsmäßig betreiben; bedingt auch diejenigen, Welche von anderen Perso nen vorgenommen werden, wenn dieselben für gemeinschaftliche Rechnung zwe.cr oder mehrerer solcher Personen stattfinden, oder wenn ohne voraus gegangene Zubereitung das frische Fleisch des geschlachteten Thieres ganz oder theilweise entgeltlich veräußert wird. Von der Steuerbarkeit der Schlachtungen ausgenommen sind Viehschlachtungen, welche auf Grund de« Gesetzes behufs Hintanhaltung und Unterdrückung riner Viehseuche vorgenommen werden; Schwei-neschlachtungen, wenn nur derm Speck im rohen Zustande veräußert wird; Viehschlachtungen, wüche von anderen als den oben bezeichneten Personen für gemeinschaftliche Feste, z. B. Hochzeiten vorgenommen werden; endlich Schlachtungen, welche von Personen, die weder Fleisch auSschroten noch Kleinverschleiß damit treiben, für ihren nur in ganzen geschlachteten Viehstücken erfolgenden Absatz vorgenommen werden. Jeder Gemeindevorstand ist verpflichtet, den zur Handhabung der Fleischsteuerbestimmuugen berufenen Organen bei ihren Amtshandlungen über ihr ? Ansuchen unverweilt Beistand zu leisten. Dem hiezu abgeordneten Mitglieds de« Gemeindevorstavdes obliegt es, bei gemachten Anständen die That- und Befundsbeschreibung, die Verhörsprotokolle und alle zur Untersuchung gehörigen Behelfe und Urkunden unter Beisetzung seiner allfälligen Bemerkungen mit-zuunterfertigen und überhaupt alle gesetzliche Hilfe zu gewähren. Die Einhebung der Fleischsteuer für den Staats» schätz geschieht entweder im Wege der Abfindung, das ist mittelst eines freiwilligen UebereinkommenS, we!che« mit der Gesammtheit der fleischsteuerpflich-tigen Gewerbsunternehmer eines Einhebungsbezirkes oder mit der auch an Gewerbsumsang überwiegenden Mehrheit dieser Gewerbsunternehmer geschlossen wird; oder im Wege der Verpachtung, oder endlich im Wege der tarifmäßigen Besteuerung in ärarischer Regie, d. i. mittelst der durch die eigene« Bestellten der Finanzverwaltung erfolgenden Besteuerung der einzelnen steuerbaren Handlungen. Für den unter die Bestimmungen des gegenwärtigen Gesetzes fallenden GebietHtheil von Triest kann die Finanzverwaltung die Einhebung der Fleischsteuer auch in der bisherigen Weise vornehmen. Die Bewilligung zur Ausübung eine« Fleisch» gewerbes wird künftig nur in der Form eines ge-fällsämtlichen Erlaubnisscheines ertheilt. Bei den bestehenden Fleischgewerben bleiben die bereits erwirkten gefällsämtlichen Erlaubnisscheine in Geltung. Jedes solche Gewerbe ist unter gcsällsämtliche Aufsicht gestellt; dem Organ des GefällSamtes steht das Recht zu, in die Gewerbestätten der Unternehmer bei Tag, und wenn eine Anmeldung auf ein nächtliches steuerbares oder doch controlpflichtiges Verfahren lautet, auch bei Nacht einzutreten und daselbst behufs ihrer Amtshandlungen zu verweilen. Feuilleton. Zur Geschichte des Tanzes. (Schluß.) Was Frankreich betrifft, so ist es bekannt genug, daß die Franzosen von jeher in der Tanzkunst Meister waren — werden sie doch von Kant „die geborenen Tanzmeister" genannt. Schon in den frühesten Zeilen geschieht hier des Tanzes Erwähnung. Bei festlichen Gelegenheiten, bei Tournieren, beim Ritterschläge, ja auch in der Kirche wurde getanzt. Das Tanzen des Klerus nahm sogar so über-Hand, daß schon im 13. Jahrhunderte Edicte dagegen erlassen wurden. Auch am Hofe wurden Tanzfeste veranstaltet. Aber Kalharina von Medicis (1533) übertraf alle ihre Vorgänger in der Pracht des Arrangements und der Ausstattung. Auf dks höchste stieg die Ausbildung des Tanzes in Frankreich unter Ludwig XIV. Nicht nur mußte der Chevalier Servandoni, der, gleich berühmt als Architekt wie als Perspectivmaler, den Bau der pariser St. Sulpicekirche geleitet hatte, Schauspiele anordnen, in denen die Musik, die Pantomimen, der Tanz, die Maschinerien, die Dekorationen und Costüme in gleich hohem Grade brwundernswerth waren — auch der gesellschaftliche Tanz gedieh hier zur höchsten Vollendung. Der Monarch selbst ließ sich non dem Balletmeister der pariser Oper unterrichten, übernahm sogar in der Oper: „Der Friedenstempel," welche 1685 am Hofe gegeben wurde, eine der ersten Rollen. Es wurde eine äs l'art äs 1a äansö errichtet und durch Beauchamps eine Idee zur Ausführung gebracht, welche bereits im Jahre 1588 ein Domherr von LangreS, Thoinet Arbeau, angeregt hatte, nemlich die Aufzeichnung der Tänze und Tanzschritte zu Papier, ein Verfahren, welches man mit dem Namen Chorographie bezeichnet hat. Zur Vervollkommnung derselben trug sein Nachfolger Feuillot nicht wenig bei, welcher l701 sein daraus bezügliches Werk mit der größten Umständlichkeit und Weitschweifigkeit verfaßte, sogar ein königliches Privilegium darauf erhielt, kraft dessen jeder Nachdrucker außer dem Schadenersatz an ihn dreitausend Livres zu zahlen hatte. Zu jener Zeit, da die Tanzkunst erst in ein System gebracht werden sollte, der gesellige Tanz aber ein- durchaus andere Gestalt, erhielt, mußte natürlich diese Chorographie den entfernten Tanzlehrern äußerst erwünscht sein. Auch wir würden ohne diese chorographischen Zeichnungen uns keinen Begriff machen können von den ersten Tänzen jener Zeit — mit ihrer Hilfe aber sind wir im stände, dieselben wiederzugeben, und zwar in einer Reihenfolge, welche uns bis zur Quadrille führt. ES ist nicht ohne Interesse, das Entstehen, die Veränderung und Vermehrung der ersten gesellschaftlichen Tänze zu verfolgen. Nach Roller war der erste regelmäßige Gesellschaftstanz die Courante; sie wurde mit dreiviertel Tact begleitet und zeichnete sich durch die größte Einfachheit aus. Man führte die Damen nach dem Compliment in einem Kreise, einer Oval-Linie odxr in einem Viereck herum und machte zum Schlüsse, nachdem der Ausgangspunkt erreicht war, wieder ein Compliment. Trotz seiner Einfachheit erforderte er doch viele Uebung, und es würde jedem Tanzmeister zum Verbrechen gemacht worden sein, wenn er diesen Fundamentaltanz in dem Unterrichte vernachlässigt hätte. Aber die Einförmigkeit konnte nicht lange genügen, und Variationen wurden ersonnen. Bald wurde die Courante mit den mannigfachsten Touren ausgeschmückt, und vom Jahre 1703 ab erfand man völlig neue Tänze mit den verschiedensten Namen ; aus der Hauptstadt wanderten sie in das Land — und nicht blos aus Dieselben haben auch das Recht, in die öffentlichen Schlachthäuser bei Tag, und falls nächtliche Schlachtungen Vorkommen, auch bei Nacht einMreten, ferner find sie berechtigt, in die Schlachthausprotokolle und Ausschreibungen Einsicht zu nehmen und Aus» züge aus denselben für die Zwecke der Fleisch-besteuerung zu machen oder zu verlangen. Der letzte Abschnitt enthält die Strafbestimmungen. Darnach gilt für Übertretungen der Anordnungen des gegenwärtigen Gesetzes das Strafgesetz über Gefällsübertretungen. Jede ohne Erfüllung der vorgeschriebenen Bedingungen vorgenom-. mene Handlung, welche, obgleich sie nicht steuerbar ist, doch der Anmeldung unterliegt, ist mit einer Ordnungsstrafe von 5 bis 100 Gulden zu ahnden. Gegen Stcchviehhändler oder Verschleißer von ein-gesalzenem, geräuchertem Fleische u. s. w., welche den ihnen gestalteten Geschäftsbetrieb überschreiten, ist unbeschadet der sonstigen Strafbestimmungen eine Geldstrafe von 25 bis 100 Gulden zu verhängen, auch kann gegen dieselben die Ausschließung von der Steuerfreiheit hinsichtlich der Viehschlachtungen und des Fleischbezuges auf die Zeit von wenigstens einem Jahre oder auf unbeschränkte Dauer ausgesprochen werden. Das Abgeordnetenhaus hat dem vorstehenden Gesetzentwürfe die Zustimmung ertheilt. Politische Rundschau. Laibach, 17. Februar. Hvland. Nach übereinstimmenden Berichten der wiener Blätter knüpft sich an die jüngste dreitägige Anwesenheit der ungarischen Minister Tisza und SM in Wien eine Wendung zum Bessern. Das ungarische Ministerium, heißt es, beharre nicht auf dem schroffen Standpunkte, den e« bisher eingenommen hat. Dies wird sowol bezüglich der handelspolitischen als bezüglich der Bankfrage versichert. Daran specieU wird in unterrich-teten Kreisen nicht mehr gezweifelt, daß trotz der Kündigung des Zoll- und Handelsbündnisses der italienische Handelsvertrag zu stande kommen und daß derselbe noch im Juni d. I. dem Reichsrathe zur Genehmigung vorgelegt werden wird. Da der Abschluß eines neuen Handelsvertrages das einheitliche Zollgebiet zur Voraussetzung hat, so muß man wol die Ueberzeugung haben, daß die Zolleinheit der Monarchie nicht mehr in Frage steht. Ueber das Ergebnis der Verhandlungen der ungarischen Minister mit der österreichischen Nationalbank liegen keine positiven Nachrichten vor; aber auch hier wird versichert, daß gegründete Aussichten auf ein Abkommen vorhanden sind, welches für Ungarn wie für das Interesse beider Reichstheile an der Auf» Frankreich sollten sie sich beschränken, auch in unser deutsches Vaterland wurden sie übergeführt und haben sich zum Theil hier erhalten. Französische Tanzmeifter zogen in die Fremde und lehrten die heimische Kunst nach ihrer Weise, in ihrer Sprache — der Grund, weshalb noch heule eine so große Menge französischer Ausdrücke bei unseren Tänzen gebräuchlich ist. Aber neben jenen eingewandecten Tänzen haben auch einige heimische Rundtänze sich erhalten; während jene immer noch fast ausschließlich in den höheren Ständen üblich find, werden diese besonders in den niederen Klassen der Gesellschaft geliebt, und kaum dürste im weiten deutschen Valerlande ein Dorf zu finden sein, wo nicht die Bauernburschen mit ihren Mädchen einen fröhlichen Walzer zu tanzen im stande wären. Was nun den modernen Tanzunterricht betrifft, so ist es bekannt, wie viele tüchtige Tanzlehrer fordern. daß Knaben und Mädchen von 8—16 Jahren alljährlich regelmäßig an einem Curfu« im Tanz-unterricht sich betheiligen. Das hört sich passabel an, ist aber praktisch nur in den allerseltensten Fällen ausführbar. Man bedenke nur, welche Anforderungen jetzt vonseite der Schule allein an die Kinder gestellt rechterhaltung des einheitlichen Geldwesens ein mög> lichst befriedigendes sein wird. Der Handelsminister brachte in der vorgestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses zwei Vorlagen ein. Die eine betrifft die Erhöhung der Staaisgarantie für die Kaschau-Oderverger Bahn, d,e andere die Gewährung der staatlichen Garantie für die Prioritäten der Leobersdorfer-St.-Pöltener Linie. Der Präside.it theilte mit, daß ihm vonseite des Ministerpräsidenten eine Zuschrift gekommen sei, welche zur Vornahme der Wahl für die Delegationen ausfordere. Die>elbe wird in einer der nächsten Sitzungen des Hauses erfolgen. Der entscheidende Schritt zu einer strammeren Organisation der Verfassungs-parlei unseres Parlamentes ist endlich geschehen. Die Delegierten der drei vcrsassungstreuen Clubs und die zu ihrer Berathung beigezogenen Vertrauensmänner der ruthenischen Abgeordneten haben sich über die neue Organisation geeinigt. Dieselbe besteht im wesentlichen darin, daß ,ürderhin alle staatsrechtlichen Fragen nicht in den einzelnen verfassungstreuen Clubs, sondern in einer gemeinsamen Versammlung derselbe» veralhen werden sollen. Zunächst handelt es sich um die accueUe ungarische Frage, um alle Angelegenheiten, welche in Beziehung stehen zu der Erneuerung der handelspolitischen und wirthschaftlichen Verträge zwischen beiden Reichs-Hälften. Daß diese Vereinbarung aber auch über die Zeitdauer der Verhandlungen mit Ungarn hinaus lebenskräftig bleiben möge, ist der Wunsch aller Be-theiligten und eine in unseren eigenartigen Partei-Verhältnissen begründete Forderung, der man endlich Rechnung tragen muß, wenn nicht immer wieder von Neuem rm Schöße der verfassungstreuen Ma jorität MiSverständnisse auftauchen und störende Verstimmungen platzgreifen sollen. Bischof Horvath, als Landidat für das durch Deals Tod verwaiste Unterhausmandat, erklärte sich mit aller Entschiedenheit für die obligatorische Civil ehe. Der Calviner Moricz hat aus Geheiß feines Gönners, des CalvinerS Tisza, die obligatorische Livilehe als eine Rücksichtslosigkeit gegen '-ie katholische Kirche hingesieUl und nun kommt ein katholischer Kirchenfürst, der es doch besser wissen muß, und erklärt sich für die obligatorische Civilehe! Seine Erklärung wird auch den frommen Gegnern der Wceber'schen Ehenovelle in unserem Abgeordnetenhausc nicht sehr willkommen sein. Wie dem „Naplo" aus Konstanlinopel gemeldet wird, schweben gegenwärtig zwischen dem Grafen Andrassy und der Pforte Unterhandlungen über die Rückkehr der flüchtigen H erzegowin aer und Bosniaken, und sollen oieselben bereit« so weit werden. Da soll gelernt, geturnt, gesungen, gemalt, gestickt und Clavier gespielt werden. Es macht einen eigenthümlichen Eindruck, sast bei jedem Kongreß von Lehrern die Klage zu hören, daß gerade oas von ihnen vertretene Lehrfach nicht die Berücksichtigung finde, die eS verdiene, und daß entschieden gerade ihm eine größere Bedeutung beigelegt werden müsse. — Die Zeichenlehrer verlangen für ihren Unterricht mehr Stunden, die Turnlehrer wollen, daß die Berechtigung zum einjährigen Militärdienste mit von den Leistungen im Turnen abhängig gemacht werden solle, — womöglich soll noch Unterricht in Stenographie und Nationalökonomie ertheilt werden. Wenn alle diese Wünsche in Erfüllung gingen, so würde den armen Kindern keine Zeit zum Essen und Schlafen übrig bleiben.. Man soll nie anders, als mit gegebenen Größen rechnen; und so verbietet es sich meist von selbst, daß dem Tanz-unterrichte eine größere Ausdehnung gegeben wird. Dafür soll man aber auch nicht an den Lehrer größere Anforderungen stellen, als zu welchen man füglich berechtigt ist, es kann ja auch von den Schülern nicht verlangt werden, daß sie sich zu Ballettänzern ausbilden. gediehen sein, daß den südslaoischm Gästen Oesterreichs bald die Heimreise empfohlen werden kann. Für das österreichische Budget wäre diese Aussicht edenfalls erwünscht. Ausland. In Deutschland bereitet man ich bereits auf die Ne uw a h le n für den Re ichS-a g vor. Noch vor Schluß der abgelaufenen Sef-ion haben sich die Fractionen der Linken über die Parteiorganisation wie gemeinsames Vorgehen bei den Wahlen geeinigt. Die National-Liberalen und die Fortschrittspartei werden für ihre gegenseitigen Candidaten da stimmen, wo sich für dieselben eine Mehrheit zeigt und wo sic die Ultramontanen und Sozialdemokraten zu Gegnern haben. Die Conse» vativen hält man für ungefährlich. Eine der in Belgien gegenwärtig schwunghaft betriebenen klericalen Demonstrationen hat wieder einmal zu einem großartigen Exceß geführt. In Me-cheln war auf letzten Sonntag ein grzßer Partei-aufzug mit Festessen und den bekannten Brandreden angekündigt und es ist, da die Liberalen sich die Verhöhnungen der Stockschläger nicht gefallen ließen, richtig zu einem Gefechte gekommen, bei dem es Verwundungen gav und die Polizei einschreiten mußte. Es ist nur nicht begreiflich, was denn solche Scenen der katholischen Religion nützen sollen. Die belgischen Klericalen werden die Frucht ihrer Anstrengungen, das Volk zu demoralisieren, nach dem sie es betrogen haben, wol noch selbst zu kosten bekommen. Die Wahlbewegung in Frankreich lenn-zeichnet sich durch eine zweifache Strömung. Auf der einen seile wird die Allianz zwischen der Regierung und den Bonapartisten immer fester, und müssen demnach die letzteren darauf verzichten, ihre wahren Tendenzen offen zur Schau zu tragen. Auf der anderen Seite wird der Kampf, den die Republikaner und specieU Gambetta mit den Intransigenten unternommen haben, immer heftiger. Der Bonapartismus tritt am kecksten auf Corsica aus, wo die Leidenschaften überdies durch die Händel zwi,chen Prinz Jswme und dem kaiserlichen Prinzen erhitzt sind. Der in Ajaccio erscheinende „Aigle," das Organ des Herrn Rouher und seiner Partei, ist aus Befehl des General-ProcuratorS mit Beschlag belegt worden. Der Gerant des Blatte« wird wegen Veröffentlichung der Proklamation, welche Napoleon III. im Jahre 1871 von Wilhelmshöhe an das französische Volk richtete und der diese Veröffentlichung b-gleitenden Ausfälle gegen die bestehende Regierung gerichtlich verfolgt werden. Im übrigen droht die Anmaßung der Bonapartisten, auch wieder die Allianz mit der großen konservativen Partei zu zersprengen. Das „Bien Public" meldet, daß, da die bonapartistischen ComitsS in den sogenannten Ausgleichslisten sich einen allzugroßen Antheil zu-schreiben wollten, die conservativen Comitäs beschlossen haben, alle Canvidaten, die den H^xol an psupis zur Fahne nehmen, von ihren Listen auszuschließen. Das in Konstantinopel erzielte diplomatische Resultat gibt dem hochosficiösen „Journal de St. PöterSbourg" Anlaß, auf die Erhaltung des „zu-gunsten des Friedens im Orient geschaffenen Bündnisses" zu toasten. Dieses werde florieren, „auch wenn die erste Maniseftation nicht von einem vollständigen Ersolge gekrönt sein sollte und neue Schwierigkeiten sich unvermuthet erheben würden." Die Thatsachen trügen ihre logische Consequenz in sich, und iS sei diese Consequenz, welche die Hoffnung zu gestatten scheine, daß die so glücklich hergestellte Einigkeit unter den Mächten, der gegenüber die türkische Regierung so viel Entgegenkommen bewiesen, rinen festeren Bestand haben werde, als es manchem nach der sonst sehr begreiflichen Reserve erscheinen möchte, mit welcher die beiden Minister der Königin Victoria vor den Kammern unter dem Gefühl ihrer Verantwortlichkeit ihre Erklärungen abgegeben. Der nächste Schritt der Pforte wird, wie man süddeutschen Blättern von Wien mittheill, in einer auSnahmS- und bedingungslosen A mnestie für die Insurgenten bestehen, natürlich unter der Voraussetzung, daß sie die Waffen niederlegen. Nach der Verkündigung dieser Amnestie werde Oesterreich Uu> garn die auf seinem Gebiete befindlichen Flüchtlinge jur Rückkehr in die Heimat auffordern und ihnen eventuell die bisher gewährte materielle Unterstützung entziehen. _____ Zur Tagesgerichte. — Preis ausschreib nng. „Der Lehr er als Arzt." Der „Allgemeine österr. Flugschriften - Verein" (Wien) hat einen Preis von sechs Dukaten in Wold ausgeschrieben slir dir beste Arbeit Uber die Frage: „Der Lehrer als Arzt.« Die Preisarbeiteu sollen den Umsang eines Druckbogens nicht überschreiten, bis längstens I. Mai d. I. an die Redaction der ..Flugblätter» des genannten Vereins umer den üblichen Formen eingesandt werden. — Die ungarischen Obergespäne ohne Eisenbahn - Freikarten. Das ungarische Commn-nicationsministerinm hat die „vaterländischen", die Zinsengarantie beanspruchenden Bahnen beauftragt, den Ober-gespänen die sonst üblichen Jahressreilarten pro 187« nicht auszufolgen. Die Obergespäne sind daher genöthigt, „ihre Fahrten auf den vaterländischen Bahnen gleich der misera contribuens pleds zu bezahlen." — DieGesahr ei n e r D a m p f s ch i s s - E x Pl o- sion. In Antwerpen ist kürzlich nur durch einen Zufall eine Explosion hintangehalten worden; es kommen nun nähere Details über diesen Vorfall in die Oefsentlichkeit. Es war ein Pulverpaket, das man in den Sohlen sand, welLeS etwa vier Kilo Pulver enthielt, in ein Seidentuch gewickelt und mit einer Lunte versehen. Der Heizer gewahrte dieses Paket noch zur rechten Zeit und ließ cs dem Capitän übergeben. Es geschah dies aus dem Dampfer „Baderland" der Ned Star Line." Der Dampfer war aus der hohen See,"bereits zwei Tage nach der Abfahrt von Antwerpen, als ' diese Entdeckung ge,chah. Die Offiziere glaubten, das Paket sei durch einen Arbeiter unter die Kohlen geworfen worden. Ob dem so und warum und wie das geschehen, muß erst eine genaue Untersuchung klarstellen. Nur so viel ist gewiß, daß dieses Factum allen Dampfschiff-Gesellschaften aufs neue die Sorge nohelegt, auch nach dieser Richtung ein wachsames Auge zu haben, um das Wohl der ihnen anvertrauten Passagiere zu sichern.____ Lokal- und Promuzial-Augelegenheilen. Original-LorresponLen;. GurkfetV, 13. Februar. Prinz Larneval hielt gestern auch i« unseren Mauern als Alleinherrscher seinen Einzug. Hatten gleich schon zwei vom slovenischen Gesangsvereine ,pov»Iio ärustvo« veranstalteten „Leseäk" stattgefunden, so hatten sie die Tanzlust doch noch nicht zu befriedigen vermocht, da eben der Tanz nur nach vorausgegangener Berücksichtigung feiner Begleitung, als: Gesang, Festrede, Deklamation und Tombola zur Geltung kam. Wir sind daher den Herren Beamten Gnrkselds, welche ein Vergnügnngs-Comite gebildet hatten, vollen Dank schuldig, daß sie ihren Amtseiser anS dem Bureau auch aus das Gebiet der geselligen Unterhaltung erstreckt haben, denn ein solcher vergnügter Abend, wie der gestrige, gehört zu den Seltenheiten in Gurlseld. Daß die Herren Beamten mit ihrer Idee, ein Kränzchen zn veranstalten, einen glücklichen Wurf gethan, bewies sckon nn vorhinein die - Opserwilligkeit, mit der sich unsere Bürgerschaft an der zum Zwecke der Kosten-bedeckuug eingeleiteien Subscription betheiligte. Und man muß sagen, das Comite hat, was Ausschmückung und Zulüftungen detrifst, Unerwartete« geleistet. Sämmtliche Räumlichkeiten des Gregoritsch'schen Gasthauses waren — zwar einfach, aber sehr geschmackvoll hergerichtet. Der Tauzsaal war mit den Bildnissen ihrer Majestäten, inmitten von sieben Spiegeln — alles von Epheugewinden umrahmt — geschmückt und strahlte im Lichte von vierzig Flammen. In der Raststunde wurde im geräumigen Speisesaale ein gemeinsames Souper it Is, tkidlv ä'böte eingenommen. Daß es an einem reizenden Damenslor nicht sehlte, erlaubt uns schon unser Stolz nicht, zu verschweigen. Wir entdeckten eine zarte Mädchenerscheinniig in Weiß, wie ein duftiges Schneeglöckchen ; ein schlankes Fräulein in Weiß und Roth, wie ein Röschen; ein Fräulein in Gran, mit Edelweis am Collier; zwei Veilchen, schwarz und blond; eine imposante Frau, ebenfalls, in Schwarz; eine Brünette mit schwarzem Haar und dunklem Auge -- leider haben letztere ihre Rosenletten bereits um Glücklichere geschlungen — mit einem Worte: des Schönen so viel, baß es schwer siel, irgend einer die Palme zuzuerkennen. Alle Toiletten zeigten von durchdachtem, seinsinnigem Geschmacke, wie er sich auch bei Ihnen in der Hauptstadt kanm besser findet. Waren gleich die Einladungen nur auf Gurkseld und die nächste Umgebung beschränkt und that der Winter sein Möglichstes, um durch unaufhörlichen Schneesall Las Fest zu beeinträchtigen, jo waren doch an 24 tanzlustige Paare zusammengekommen, die dasür desto unermüdlicher Terpstchoren ihren Tribut darbrachten. Selbst der unvermeidliche Cotillon fehlte nicht und brachte den Damen zierliche frische Blumensträußchen, wosür dem rührigen uud auf alles bedachten Comite der Dank gewiß nicht schuldig geblieben fein mag. In den Nebengemächern hielten ßsrckss des 6s.wos männlichen und weiblichen Ge schlechtes theilS einen gemürhlichen Plausch (bei Ihnen in Laibach nennt man eS „eine animierte Lonversation") oder machten ein kleines Spielchen, und jo wurden bereits die Sonntagsmorgenglocken geläutet, als man sich zu trcnnen anjchickte. Nicht geringes Verdienst am Gelingen deS Ganzen gebührt Herrn und Fran Gregouijch, die mit gewohnter Liebenswürdigkeit ihre Räumlichkeiten zur Benützung boten und deren Küche und Keller auch die übrigen leiblichen Bedürfnisse aus das vorzüglichste bedachten. Wir hoffen und wünschen, daß wir uns auch im nächsten Larneval oder noch srüher ebenso vergnügt zusammenfinden werden. Für jetzt hat das gute Beispiel bereits gewirkt, indem das hiesige bewaffnete Bürgercorps am 20. d. M. ein «ürgerkränzchen veranstaltet, von dem Ihnen zu berichten wir nicht nnler-lassen weiden. -- (Aus dem krainischen LandeSauS-schusse.) Die Zuschrift der krainischen Landesregierung inbetreff der Inangriffnahme der von Dr. R. Vicentini beantragien Maßregeln zur Verhütung von Ueberschwem-mungen in Jnnerlrain wirb dem nächsten Landtage zur Kenntnis gebracht und der Antrag ans Ueberjetzuug der bezüglichen Broschüre Dr. Vicentini's in die slovenische und deutsche Sprache gestelll werden. — Der Landesausschuß gab seine Zustimmung zu mehrere» Anträge» deS kraini-schen LaildeSjchulratheS inbetrefs deS Schuldienstes in Holic, der Schulerweiterung in Senosetsch, der Dotationen sür die dortigen Lehrer, die gewerbliche Fortbildungsschule in Laibach und dem SchulhauSbau in Dolsku. — Den Gemeinden Zol nnb Krainburg wurde die Bewilligung zur Eiuhebung höherer Umlagen ertheilt. — (A. Di nutz' Geschichte Krains.) Der Landesjchnlrath sür Krain saßle den Beschluß, von diesem vaterländischen Gejchichtswerke 2d Exemplare anzuk.msen und hiemir die hierländischen «ezirtslehrerbibliothekcn zu betheilen. — ( P e r s o n a l n a ch r i ch t e n.) Staatsanwalts-substitul Moriz Schwarzenberg wurde dem Bezirksgerichte in Pettau zur DieusteSleistung zugewiesen und Rechlsprakticant Fr. Purre zum Auscullanten in Steiermark ernannl. — (S ä n g e r l r ä nz ch e n.) Im Nachhange zu der von der Direktion der philharm. GejeUjchaft und des Cafino-vereineS öffentlich ergangenen Einladung werden vie x. t. Theilnehmer am Längerkränzchen ersuchi, die Enlreclartcn in Len Handlungen der Herren Bamberg, Titl und RariNger abzuholen. Daselbst werden auch noch freiwillige Subscripnonen entgegengenoinuien. — (Eine flüchtige Bonne) Die bei einem hiesigen Ge>chäfismanne in Diensten gestandene Bonne Maria Giaume ist unter Mitnahme von ein paar, ihrem Dienst-geber gehörigen Brillantohrgehängen im Werthe von 300 st. gestern abends aus Laibach flüchtig geworden und dürfte sich wahrscheinlich nach Triest begeben haben. — (M n t h m a ß li ch e r D i e b st a h l.) Gestern wurde dem hiesigen Sladtmagislrate die Mittheilung gemachi, daß ein Mann, im „Hotel Elesant" wohnhaft, Seibenwarc, di wahrscheinlich gestohlen sein dürfte, da er sic um Spottpreise zu verschleudern suche, verlause. Der hierüber zur Verantwortung Gezogene bediente sich allerlei Ausflüchte, indem er einmal angab, er sei selbständiger Geschäftsmann, dann wieder, er sei Commis in Krainburg, woraus er endlich bekannte, Franz Kregar zu heißen und Commis bei Marinschek in Bischoflack zu sein. Betreffend die Seiden-ware, behauptete er, daß sie sein Eigenthum sei. Er wurde nun von zwei Detective« inS Hotel begleitet, um die Ware aufs RathshanS zu bringen. Auf dem Rückwege zog er milten aus der Fraiijiskanerbrücke die in rin Paket gewickelte Seidenware unter dem Winterrocke hervor und warf sie, bevor ihn noch die Wache daran hindern konnte, in die Laibach. Die Ware wurde von Leuten, die sie gesehen, aus etwa 70 fl. bewerthet. Franz Kregar ist dringend verdächtig, die Ware seinem Dienstgeber entwendet zu haben, wurde sonach verhaftet und dem Landesgerichte überliefert. — (Schulwandkarte.) Die Berlagshandlung E. Hölzel in Wien beabsichtigt die Herstellung einer Schulwandkarte sür Krain. Der krainische Landesschulrath hat sich wegen Beitragsleistung an das Unterrichtsministerium gewendet. — (Anastasius Grün.) Der Leseverein der deutschen Studenten Wiens bat unserer Anregung zufolge in seiner außerordentlichen Vollversammlung vom 8. d. Lt. den Dichter Anastasius Grün einstimmig zum Ehrenmit-gliede ernannt. Der Ausschuß dieses Vereines hat in seiner ordentlichen Sitzung beschlossen, ans Anlaß des siebzigsten Gebnrtsfestes des gefeierten Sängers und Staatsmannes eine solenne Feier in Wien zn veranstalten, und sogleich ein Comite eingesetzt, welches bereits nmsafsende Vorkehrungen trifft für dieses Fest, au dem sich gewiß alle Kreise der intelligent«! wiener Bevölkerung aus das lebhafteste betheiligen werden. Wir hoffen, recht bald auch vo» anderer Seite ähnliche Zurüstungen zur würdigen Feier des wichtigen Gedenktages melden zu können. — Auch der con-stitutionelle Verein in Laibach wird dem vaterländische« Dichter ans Anlaß seines 70. Geburtstages seine Verehrung und Achtung in gebührender Form zum Ausdruck bringe«. — (Leichenbestattung.) Die Leiche der Fra» Lölestinc Gräfin von Welfersheim, geb. Freiin van Zois, welche vor kurzem in Konstantinopel verstorben, wird nach Krain überführt uud am 18. d. von Krainburg auS in der Familiengruft zu Predaßel beigesetzt werden. — (Der Casinoverein in Adelsberg) veranstaltet am 20. d. eine Abendnnterhaltung, bei welcher solgendes Programm zur Aussührung gelangt: 1. Ouder-ture zur Oper „Dinorah." 2. „Waldlied," Vocalquartett von Abt. 3. Klavierconcert von I. Raff. 4. Zwei Bocat-qnartetie von Reindors und Abt („Stern der Liebe" und „Schön Kläre ") 5. Klavier-Salonpiöce von Chopin (Walzer in vss-äui.) 6. Zwei Vocalquartette von Hermes („Stille Liebe") und Schmölzer („Darf i's Diandl liab'n" ?) Die Vocalquartette» iverden aus Gefälligkeit von unserem Sängerbund „Eintracht" (Razinger, Schäffer, Balenta und KagnaS) vorgetragen werden. Diesen Produktionen solgt ein Tanz-kränzchen. — (Landschaftliches Theater.) Die gestrige Vorstellung zählt zu den angenehmsten der Saison. Der k. russ. Hojschauspieler Herr Lesser trat aus allgemeines Verla«, geu als General „Thorane" in Gutzkow's einactigem Lustspiele „Der Königslieuteuant" mit edlem Anstand, mit einer Würde aus, die den Hosschanspieler kennzeichnen. Herr Les-ser spielte den von Schwermuth befallenen, galanten, sei-neu, gefühlvollen, kunstsinnigen Besehlshaber der französischen Armee vorzüglich; schon die äußere elegante Erscheinung brachte ihm die Shmpathien Les vollen Hauses entgegen. Der „Königslienlenanl" gehört zn den Glanzrollen des wer-theu GasteS. Herr Lesser bewies gestern, daß er einen reichen Schatz an Wärme im Herzen trägt. Die Scenen mil dem ansblühenden Dichter „Wolsgang Göthe" und mit „Frau Rath Gvlhe" ließen an Liebenswürdigkeit in dir Darstellung nichts zu wünschen übrig. In Len Austritten mit „Rath Göthe" und „Proseffor Mittler" wurde dem männlichen adeligen Charakter volle Rechnung getragen. Das in bester Stimmung befindliche Publikum spendete Herrn Lesser viele Beisallsbezeugungen. G.stern sand der, geschätzte Gast auch lobenswerihe Unterstützung. Fraulein Bsirsky war ein zu schüchterner „Wolfgang Göthe", die Aussührung der ganzen Rolle eine minder zufriedenstellende und nach dem versäumten rechtzeitigen Auftreten im letzten Acte zu schließen, auch eine unsichere. H rr Thaller würzte als „Proseffor Mittler" durch komische Färbung in Rede un» Maske das Ganze und Stimmen au» dem Publikum be< zeugten, daß dieser verständige und fleißige Schauspiel« aus jeder, wenn auch noch so nnbedentenocii Rolle etwas Gutes zu schassen vermag. Herr Fr e L e rigk (Sergeant bewegte sich als treuer Diener seines Herrn und als Ver ehrer der munteren „Gretel" (Fräulein Thaller) recht gut und erschütterte die LachmnSkeln der Zuhörer. Herr Unger erschien als „Rath Göthe" sehr würdevoll, namens ljch iu der S«ne des dritten »cieS mit „Gras Thorane", worin er der Gesinnung eines edlen deutschen Bürgers und Patriziers kräftigen Ausdruck verlkh. FrSulein Corbach erwies fiL als gefühlvolle Mutter („Frau Rath Söthe") und treue Gattin, die mit Feuer für das Schicksal ihres patriotischgesinnten Gatten eintrat. Auch die Heineren Rollen Verliesen klappend, nur hätten wir aus daS allzu laute Sous-siieren, aus die im Zuschauerraume eingetretene allzulebhaste konversation und aus das fortwährende Zuschlägen der Zu-gangsthüre zum Parterre während offener Scene gerne verzichtet. Las fünfte Gastspiel Herrn Lesser's zähle» wir z» Len besten; wir zweifeln nicht, Laß auch das sechste — „Ein Erfolg" — am Freitag auch entsprechenden „Erfolg erzielen werde Aus dem Schwurgerichtssaale. L'aibach, 16 Februar. Unter dem Borsitze des k. k. Landesgerichtsprüsidenten «ertjcher sand heute die Hauptverhandlung wider den des Verbrechens des Todtschlages angeklagten Johann Jerala statt. »m 26. Dezember 1875, gegen 10 Uhr nachts, kamen mehrere Burschen aus Podreke und Mauiii! in das Wirths-haus des Matthäus Zevnik vulgo PumpeK zu Mauiik, allwo sie sast die ganze Nacht zusammen blieben, ohne daß es darin zu Thätlichkeiten gekommen wäre, indem nur ur-sprünglich zwischen Johann Dolhar vulgo, Kovatov und Blas Ales, vulgo Zmajdov, ein Wortstreit entstand, welcher jedoch bald von den übrigen Burschen beigelcgt wurde. Als sämmtliche «urschen «egen 4 Uhr früh das Wirths-Haus verlassen halten, entstand draußen vor dem Wirths-hause zwischen den Burschen aus Podre?e einerseits und dem Johann Dolhar andererseits ein Streit, wobei letzterer Ge-sahr likf, von seinen Gegnern mishandelt zu werden, indem ihn schon einige mit Fäusten zu schlagen begannen, wes halb er sosort die Flu874-s-3'3°6.) Barometer im Fallen 731.62 mm. Las gestrige TageSmitvl der Temperatur -s-3-5°, um 3 8" ü'er dem Normale. Erklärung. Nachdem in dem von mir versaßten, im „Laibacher Tagblatt" Nr. 11 vom >5. Jänner 1876 mit der Ausschrist „Unser tägliches Bier" und der Unterschrift „Richard «ron-egger" veröffentlichten Feuilleton — Aufsätze die Herren Gebrüder Kosler namentlich angesührt und mit „Lomplicen" und anderen Ausdrücken in Berbindnng gebracht sind, welche als Ehrenbeleidiguug ausgesaßt werde» kouuien, so erkläre ick hiemit, baß eS durchaus nicht in meiner Intention gelegen war, die Firma G> dritter Kosler und beziehungsweise die iu dieser Firma begriffenen, öffentlichen Gesellschaften irgendwie an ihrer Ehre zu kränken oder zu beleidigen. Insbesondere erkläre ich, daß si-L die im fraglichen Feuilleton enthaltene Behauptung, Laß die „Bierverderber und Biervertheuerer" seit Einsühruug des neuen Maß- und GewichtsgesetzeS" „uns das Bier um Eiusechzehntel gegen srüher theurer bezahle» lassen," nicht aus die Herren Gebrüder »osler bezog und sich aus dieselben auch umsoweniger beziihen konnte, als ich weiß, daß die in Rede stehende Bertheueruug ihren Ursprung nicht im LnZros-Berkause des Bieres hat uud als mir iiberdleS bekannt ist, daß die Brauerei der genannten Herren ihr Bier noch immer um den gleichen Preis, wie vor Ler Einführung der neuen Maße und Gewichte, verkauft. Jnfoserne also meinem mehrerwähnten Aussatze eiue die geschäftliche Ehre der Firma Gebrüder Kosler kränkende, den wirklichen Thaljachen widersprechende Auslegung gegeben worden sein konnte, hält mich nichts ad, mein Bedauern darüber auszusprechen und hiemit wiederholt zu erklären, daß es mir durchaus serue lag, dem fraglichen Aussatze — wosür übrigens wol auch schou dessen ganze Anlage spricht — einen solchen Sinn zu unterlegen, oder eine solche Deutung verliehen zu wissen. Laibach, am 17. Februar 1876. Richard Snppantschitsch. Mo. gen: Vorletztes Gastspiel deS Herrn Lesser: Ein Erfolg. LuAspiel in 4 Acten von I. Lindner. Telegramme. Wie«, 16. Februar. Das Abgeordnetenhaus nahm da« ganze Verzehrungssteuergesetz mit unwesentlichen Amendements in zweiter Lesung an. Der Finanzminister brachte einen Gesetzentwurf be> lreffs Emission vierperzenliger Goldrententitel für Cisleithanien ein. Die „Mur frc!e Presse" meldet, diese Emission im Betrage von 49 Millionen sei für Eisenbahnauslagen und die Deckung des restlichen DeficitS bestimmt. Die „Politische Correspond-nz" meldet, die Kaiserin werde in den ersten Maitagen nach England abrcisen, zu kurzem Besuche ihrer Schwester, der Königin von Neapel. Kouftautiuopel, 16. Februar. Zu Präsidenten der einzusetzenden gemischten Eommission wurde der ehemalige Botschafter Hajder Effendi für Bosnien, der Albanese Bassi Effendi für die Herzegowina er« nannt Angelommene Fremde am 17. Februar. Hotel Ttadt Wien. v. Obereigner, Schneeberg. — Lohn, Hoffenreich, Heilbron und Steru, K'lte., Wien. — Killer, Krainburg. — Ribano, Privat, Stein. Meschuer, k. k. Beamter, Tschernembl. Rempel, Bielefeld. Maicher, Prag. — Pcrko, Thierarzt, Bolosca. Hotel Elefant- Hribar, Ässecurauzbeamter, Wien. -Snegiress, Professor, Rußland. — Br. Lauffrer, Weichselburg. — Svetec, k. l. Notar, Litrai. Hotel Europa. Fränki, Hdlsm., ScenteS. Kruh, Lyon. Mohren. Fuchs, Reis., Ofen. — Pachner, Kraluburc, — Pongeatz, llnterkrai». — Sattler, Kfm., Görz Der „mir wohlmeinenden Unbekannten" V. sei es hiermit gesagt, daß ich anonyme Briese nicht berücksichtige. (77) - w ^ verstorbene. Den 16. Febrna r. Fohauua Zeriua, Auftegers-tochter, 28 I., Tirnauvorstadt Nr. 9, Lungenschwindsucht Lebensmittel-Preise in Laibach am 16. Februar. Weizen 8 fl. 30 kr., Korn 5 st. 80 kr., Gerste 4 st. — kr., Haser 3 fl. 60 kr., Buchweizen 5 fl. 60 lr., Hirse 4 fl. 10 kr., Kukurutz 1 st. 80 kr. pr. Hektoliter; Erdäpfel 3 st. 85 kr. pr. lOO Kilogramm; Fisole» 7 fl. 50 kr. per Hektoliter; Rindschmalz - ft. 98 kr., Schweiiisett 82 kr., Speck, frifcher, 66 kr., Speck, geselchter, 75 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 2 kr. per Stück; Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 46 kr., Kalbfleisch 44 kr., Schweinfleisch 46 kr. per Kilogramm; He» 3 fl. SO kr, Stroh 2 fl. 95 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 9 fl. -kr., weiches Holz 6 fl. — kr. pr. vier Q.-Meter; Wein, rother22fl. 50 kr., weißer 20 fl., pr. 160 Liter. Gedenktafel über die am 19. Februar l870 stattftiidcnLen Acitationen. 2. Feilb., KovLca'sche Real., Präwald, BG. Senosetsch. — 2. Feilb., Letsche Real.. Slavina, BG. Senosetsch. — — 2. Feilb., Lenna'sche Real., GroßubelSko, «G. Senosetsch. — 2. Feilb., Krebelj'sche Real., Lajonce, BG. Senosetsch. — 2. Feilb., Ztamperl'sche Real., Senosetsch, «G. LSeuoseisch. — 2. Feilb., Zabec'sche Aieal., KleinnbelSko, BG. Seno setsch. — 2. Feilb., Ustar'sche Real., Franzdors, BG. Ober laibach. — 2. Feilb., Bratina'sche Real., Wippach, BG Wippach. — l. Feilb, Smnkavc'sche Real., Kropp, BG Radmannsdors. 3. Feilb., Oberstar'sche Real., Rakitniz, BG. Neisniz. — 3. Feilb., Mihelii'sche Real., Gerdidol, BG. Reisniz. - 3. Feilb., Podboj'sche Real., St. Michael. BG. Senosetsch. — 3. Feilb., Bardek'sche Real., PleZe, BG Großlaschiz. — 3. Feilb., Arko'sche Real., Ranidol, BG. Reisniz. — 3. Feilb., Gregoric'sche Real., Sinadole, BG Senosetsch. — 3. Feill.'., Adaiui-'sche Real., Pouique, S Großlaschiz. — 3. Feilb-, Hvkevar'sche Real., gagorica, «G Großlaschiz. — 2. Fei'.b., Coru'jche Real., Razor, BG. Ober^ laibach. — 2 Feilb , Tratnik'sche Real.. Godoviö, BG. Jdria Theater. Heute: Zum Bortheile des Schauspielers Zum erstenmale: D u r ch g c g a u g e u e mit Gesang in 3 ' DIS I(1?L>l8uckt) Iivilt briekHob äer Kpeeikilarrt Killlrek, Neustadt, Oresäen (8»ek86u.> Itvrvits llbor 8000 ,»it lürkolL doduuüolt. (1) 104 13 Echtes, geruchloses, wohlschmeckendes Leberwrau-Oel, frische Füllung. Brwährtes Mittel gegen Brust- k Jungenleiden. In Flaschen L 70 kr. (632) 20 -18 Echt zu bekommen bei Einhorn- Apotheke in Laibach, Hauptplatz 4. Wiener Börse vom 16. Februar. StLLtskOllÜ». 5perc. Rente, öst.Pap dto. dto. oft. in Silb.I 7i-«5 von 1851 . . . .106'75 >se von 18^0, ganzem-^5 m 50 öose von 1860, Fünst. 119' 119 50 Prämiensch. v. 1864 .135.25 l:i5 75 Geld Ware 68-60 68 70 73-75 106'75 K 7 L5 vrrmüellt.OKI. Siebenbilrq. Unqai» 7li ro 77-7»'LS Allg. öst. Bod.-Lredit. I0l ÜS lkr-75 di°. in »3I so-- 90 SU Nalion. ö. W d7'—! »7-rS u»g. Bod.-Sreditanst. S5.7S Vrior»tLt»-OdI. ranz Ioses»-Bad>> -! Hü'SS )est. Nordw-stba-n . »ü SN 9S-75 Siebenbürgn .... 6!'b0 «7 7L Slaatsbahn.............i«SS0ll4S'— Südb.-Bks.,u so» Fr.tv» —^ IVS'LS dto. Bon« — - > cttvn. so- Nnqlo-Bant 89-8» Lreditanstalt.........I7S 8V i7ü — Devositenban! .... LScomPte-Anstatt . . 725'—i7S0 Kranco-Bank , . . SS'—l L» S0 Handelsbank...........Si — 51'5V Nationalbank .... 87a -- ^7t^ Oest. Bantg-s-lll. . .17,'- t72 - Union-Bank............! 7S-75 74 «erkehrsbank.........^ 76.SS 78-75 «IsSld-B-chn ... !ilS—riö-Karl Ludwiabahn . — >9S'S0 »ais. Eli!.-Lahn . . rgL-k.0 Kail. Fr. Josefs» . . 14» L Staatiibahn . . . 288.su 28<>- Füdbavn...............>14 50 It4 75 rkLllädrtvk«. Geld Ware I,0»v. Credit - Lole....... Rudols» - Lose .... (3Mou.) Angüb.ioost.südd.w. Franls. roc Liark . . Hamburg „ „ London 10 Pfd. Ster^ Pari- 100 Francs . . ATÜQLYQ. Kais. Münz-Ducaten 80--yrancSstück . . . Preütz. Kassenscheine Silber . . 16250 13 60 163' 14'- 56 10 56 15 5615 114 85 45 66 541 9 22 56 70 103 20 5V 80 56 25 56 25 115 10 45 75 5 42 SL3 56 70 103 4« Carl Berla Weiber. Posse AclkN von A. Berla. Tele^apMcher Lursberichl am 17. Februar. Papier-Rente 6860 — Silber-Rente 73 60 — !86«>er Ktaats-Anlehen 111'30. — Bankactien 870. - Lredit l77 — — Lonoon 114-75. — Silber .(!3'35 ii. k. Müuz- ducaten 5-40. 9 20 IM Aei mark 56.70. Druck vou Jg. «. Kleinmavr L Ked. Bamberg. Lerleger Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Spitaler.