präuumrrattoa» - Prrilt . Für Laibach Banziährig . . . 6 ft. — !r. Halbjährig . . . Z „ — . Bierteljährig. . . t , So » Monatlich . . — „ so , Mit der Post: Banzjährig . . . 8 ft. — kr. Halbjährig . . . 4 , SO , vierteljährig. . . 2 „ iS » Für Zustellung ins Hau» viertel, jährig LS kr., monatlich S lr. Einzelne Nummern S kr. Laibacher Tagblatt. Anonime Mitteilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. LcLakIioa Sabnbosgaffe ücr. IS» Lkvkdition und Zujcratru Üireau: »o.igrebplatz!ttr 81 n den Kram paßr. Dann erzählt man noch schmutzigere Geschichten. Die Kaiserin Eugenie soll Geld brauchen, uns da >otl der spanische Rummel auf der Börse ein wenig ausgebeutet worden sein. Dieser Version zufolge wäre es dem sranzösischen Hose mit dem Kriege nicht ernst, man wollte nur den Kriegs-lärm. Die Kabinette von Wien, Florenz und London suchen die preußische Regierung zu bestimmen, aus ihrer Reserve herauözulrelen, in der Graf BiSmark fortwährend an seinem Standpunkte fesihält, daß die spanische Thronsrage Preußen und den Nordbund gar nicht interessirt, und daß folglich Preußen nichl in der Lage sei, irgend etwas zu lhun. Ruß' land sührl eine zurückhaltende Sprache. Heule erwarte! man in Paris die bestimmte Antwort Preußens; falls keine oder eine nichl befriedigende Änl-wori erfolgl, sollten morgen der Kammer wichtige Mittheilungen gemacht werden. L)er Vertreter Spaniens in Paris wurde von der Regierung ermächtigt, kategorisch zu demenliren, daß die Kandidatur Leopolds in einer für Frankreich feindlichen Idee vorbereitet wuroe, daß Prim sich an Äismarck wegen Einwilligung des Königs von Preußen gewendel hätte. Die Unterhandlungen wurden ausschließlich mit dem Pinzen Leopold ge-sürt. Weitere 'Aachrichten aus L>panien, besagen, daß die spanische Regierung sesl entschlossen ist, die Kandidatur des Hohenzollern ansrechl zu Hallen. Das Äuslreleu Frankreichs hat aus den National-stolz der Spanier verletzend gewirkt. In einigen spanischen Häsen werden Ärmirungen in Angriff ge nominen. Indessen ist die Wahl des Prinzen von Hohenzollern noch immer nicht zweisellos. Und sollte die Majoriläl auf ihn fallen, so haben die Freunde des Friedens noch eine Chance. Der Prinz kann d.e Krone, die nur um den Preis eines Blulmeeres zu erringen ist, ablehnen. Schreiben des Unterrichtsmimsters. Der neu ernannte Unterrichtsminister v. Stre-mayr zergt sämmtlichen Statthaltern und Länder-Chess mittelst eines Rundschreibens seinen Amtsantritt an, in welchem es u. a. heißt: Die interkonfessionellen und die Schulgesetze, welche an der Hand der Staalsgrunvgesetze unver-fälfcht durchzuführen, auszubilden und zu ergänzen, übrigens auch mit den Ziffern nichl sonderlich genau genommen wird — Slava ist groß!" Es gibt Menschen, von welchen man nichts anderes sagen kann, als: „Wenn ihrer zwölf bei- sammen stehen, bilden sie ein Dutzend." Den nämlichen Eindruck macht eine derartige Abschätzung der eigenen Bedeutung. Wie ganz anders würde es in den Siavmländern aussehen, wenn die lress-lichen Anlagen des Volkes mit nur der Hälfte des Eifers gepflegt und gehoben würden, mit welchen man Demonstrationen und die Jnszenirung widerwärtiger Auftritte betreibt. Der Verfasser ist gewiß der letzte, welcher den Slaven, Slovenen wie Kroaten, ihr Recht auf Entwicklung ihrer eigenen Art mißgönnt. Äber dennoch muß zugestanden werden, daß es nach vielen Dingen, die geschehen, leicht begreiflich erscheint, wie Italiener und Deutsche in Umtrieben einer gewissen Arl nichls als eine finstere, widerwärtige eraprüs sehen, vor welcher man Fenster und Thüren versperrt. Was geschieht denn eigentlich für das „arme, leidende Volk?" Antwort: Nichts, völlig, absolut, rein gar nichls. Die Eitavniea's, deren Zahl oft so ostensibel in die Weit hinausgetragen wird, sind zu den wichtigsten Aufgaben des Ministeriums für Kultus und Unterricht gehört, sind, sowie die Verfassung des Reiches selbst, in manchen Theilen desselben noch immer der Gegenstand lebhafter Bekämpfung. Man fchent sich nicht, die Verfassung und mit ihr den Bestand der Monarchie sowie die Wirksamkeit zu Recht bestehender Gesetze in Frage zu stellen, und ist dies leider selbst von Personen geschehen, welche nach ihrer Stellung als Apostel des Friedens vor allem berufen wären, die kaiserlichen Gesetze und die weltliche Macht des Staates zu achten und innerhalb des, jedem Religionsbekenntnisse gewährten freien Spielraums zur Förderung der höchsten Interessen der Menschheit mit der Regierung Hand in Hand zu gehen. Ich werde es immer zu den wichtigsten Ausgaben der Regierung zählen, das Interesse der Religion zu wahren und zu fördern und dabei insbesondere den vielfach verschlungenen Verhältnissen der katholischen Kirche, wie sie sich historisch gestaltet haben, bis zu ihrer zeitgemäßen Umbildung gerecht zu werden. Der gesetzliche Schutz, welchen das Religionsinteresse mit Recht beansprucht, hat sich aber meines Erachtens nicht btoS gegen die Verächter jeden positiven Glaubens, deren Angriffe dem gemeinen Wesen nicht minder als der wahren Volksbildung schwere Wunden schlagen, sondern auch gegen die Störer religiösen Friedens und gegen diejenigen zu kehren, welche die Himmelsgabe der Religron zu irdischen Zwecken mißbrauchen wollten. Ich bin weit entfernt, die Unabhängigkeit politischer Gesinnung in was immer für einem Stande anzutasten, so lange sie sich auf gesetzlichem Boden bewegt und ihre Bethätignng mit beschworenen Pflichten nicht in Widerstreit geräth. Auch gebe ich mich der gegründeten Hoffnung hin, daß die Ueberzeugung, es lrege der Regierung nichls ferner, als die Religion und ihre Diener zu schädigen, in den von leidenschaftlichen Vornrtheilen nichl allzu befangenen Kreisen das österreichische Bewußtem, den echten Patriotismus und die Lojalität für die erhabene Person unseres Kaisers wieder zu lebhafterem Ausdrucke wachrufen werde, als dies in den Wirren der letzten Jahre bisweilen der Fall war. Wo aber die Verblendung der Parteileiden-fchaft die gesetzlichen Schranken mißachtet, da kann kein Stand und keine Würde den Freibrief abgeben für verrätherische Umtriebe, deren Folgen um so beklagens-werther wären, wenn sie zugleich mit der Macht des Staates das Ansehen der Kirche erschüttern müßten. Was die Volksschule angeht, so mögen in dem Falle, als die eine oder andere Bestimmung der jüngst erlassenen Gesetze den Eigenthümlrchkeiten eines Volks-stammeö oder Landestheiles nicht entsprechen sollte, alle Mittel, welche die Verfassung in reichem Maße bietet, zu deren Verbesserung angewendet werden. Der offene Widerstand aber gegen Gesetze, so lange sie in Kraft bestehen, darf nach keiner Richtung hin geduldet werden. Zunächst hat zwar auch hier der Strafrichter einzuschreiten, aber die öffentliche Verwaltung wird fest nicht einmal wirkliche politische Klubs, und die guten Deutschen, die so oft wegen ihrer harmlosen, selig entschlafenen Schleswig-Holstein-Vercinc und ähnlicher Reisegesellschaften verlacht werden, thäten sich selbst ein großes Unrecht, wenn sie besagte Ei-tavnica'S sür wichtiger hielten, als ihre Versammlungen im „Kasino" oder der „Ressonrßc." Allerdings wird ln abgelesencn Reden sür alle „glorreichen" Stämme zwischen Eismeer und Adria geschwärmt, die Musik trägt Potpourris aus „nationalen" Melodien vor, es wird deklarirt und pro' testirt, wird Zivio! und Tod! gerufen; aber da»» kommt Tanz und Tombola und die Versammlung geht nach Hause, wobei vielleicht einige jüngere Mitglieder „deutsche" Läden ausheben oder „deut" sche" Fenster einwerscn. Vor allem aber die Tan," kränzchen und die Tombola — nie ohne das! Dew slavischen Bewußtsein im allgemeinen wird ja auch genügend Rechnung getragen, wenn statt deutlchc Zeitungen, die jeder versteht, möglichst viele russische, serbische, böhmische und polnische Pubua^' nen auf dem bestaubteren Theile des Tiiches ^ ^ liegen, welche nur von wenigen gelesen ^ können. und doch leidenschaftslos alles aufwenden, den Widerstand zu brechen, Irregeleitete aufzuklären und Ausschreitende in die gesetzlichen Bahnen zu lenken. Politische Rundschau. Laibach, 11. Juli. Der Kaiser, der, wie es heißt, nach Ischl gehen sollte, bleibt bis aus weiteres in Wien. Gras Beust hat seine Abreise abermals vertagt, und soll Dienstag die Reisedisposition getroffen werden. Auf das Dementi, welches die „Wr. Abendpst." der Nachricht über die Ausrüstung einer Anzahl von Batterien entgegengestellt hat, gibt das „Wr. Tagbl." folgendes bekannt: Mittelst Reskripts des Kriegsministers Nr. 1345 und kä Nr. 1345 ist die Ausrüstung von acht 4psündigen Fuß-, sechs 4psündigen Kavallerie-, zehn 8psündigen Fußbatterien vom Friedens- auf den Kriegsstand zu vollziehen. Weiters sind zwei 8pfündige Fußbatterien, sechs Munitionskolonnen, Vier Feldzeugs-Abtheilungen des Armee-Munitions-Feld-depots und zehn 3psündige Gebirgsbatterien zur Bereithaltung bestimmt. Die amtliche „Linzer Ztg." dementirt in sehr energischen Ausdrücken eine Nachricht der „Linzer Tagespost" vom 6. d. über einen angeblich von der Regierung mit den Czechen abgeschlossenen Ausgleich und über einen abgekarteten „schwarzen Plan zum Sturze der Verfassung." Von den Wahlen sind jetzt nur mehr jene Tirols und der Bukowina im Rückstände. Die ueuzusammentretenden Landtage sollen ihre Ansicht ^ber die Lage in Adressen nussprechen, welche dann für das Ministerium und seine ferneren Ent-Mießungcn von bestimmendem Einfluß sein würden. In den Prager Vorstadtbezirken in Smichow und Whschehrad, in Pilsen und Kuttenberg wurden Deklaranten gewählt. Die Betheiligung bei den Landtagswah-len in Prag, Karolinenthal und Smichow war nne sehr lebhafte. In den Abendstunden des 7ten d- M. fand am Altstädter Ring eine Ansammlung »vn zirka 6000 Personen statt, welche National-und Spottlieder sangen. Ein Thcil derselben zog gegen 9 Uhr durch die Sladt, worauf sic sich zerstreuten. Es wurden übrigens fast überall die Deklaranten wiedergewählt. — In Lemberg wurden gewählt: Dr. Fränkel, Dombrowski, Dr. Smolka und Dr. Ziemialkowöki. Abends entstand unter den lebhaft erregten Volkshaufen eiue großartige Schlägerei mit den Juden. Polizei und Pompierö stellten die Ruhe wieder her. Vor der Polizeidirektion fand eine Demonstration statt und Smolka wurde eine Ovation von feinen Anhängern dargebracht, worauf sich aus dessen Bitten die Menge zerstreute. Wo sind denn — wenn man fragen darf — d>e Bürger, welche Volksschulen mit reichen Mitteln ausstatten oder die einheimische Literatur unterstützen? In elfterer Beziehung möchten Czechen, Kroaten und Slovenen wohl selbst den Griechen uachstchcn, und was letzteres betrifft, so frage man die unglückseligen Verleger slavischer „National-Li-teratur" in Prag, Agram, Laibach und Zara. Aus ihrer Antwort wird man ersehen, wie eö mit der „Hebung volkstümlicher Bildung" bestellt ist. Die schönsten und in der That werthvollsten Publikationen können sich noch immer nur durch Hansirhan-del, sogenannte vorausgeschickte Subfkriptionsbogen, gedeckt ans Licht der Welt wagen. Da stecken die „Parteiführer" in den Kaffeehäusern die Köpfe zusammen, schimpfen über die deutsche Judenprcsse, laufen mit wahren Feniermie-in der Welt herum, und draußen — vor der Stadt — bleibt das Volk in der Verwahrlosung und dem Schmutze stecken, der allerdings eine „Eigentümlichkeit" der südslavischen Raße ist, aber hoffentlich eine solche, deren weitere „Entwicklung" wan selbst durch Tombola-Spielen nicht wird för-ern wollen. — Wie in Tirol sind auch in den '"dslavischen Ländern die Geführten besser und un- Die Lemberger Handelskammer wählte Kaufmann Breuer, die Brodyer den Grafen Beust. In Krakau nahmen von 3000 Wählern 20l6 an den Wahlen theil. Es erhielten die Majorität: Zyblikiewicz, Majer, ChrzanowSki, Warschauer, Samelson, Szczepanski. Eine Nachwahl findet noch statt. Die Handelskammer wählte einstimmig Weigel. Die Stadt Z a ra wählte Petrovich, den konstitutionellen Kandidaten, mit großer Mehrheit zum Abgeordneten. Ein Madrider Blatt, die „Politika," droht übrigens dem Prinzen von Hohenzollern im Falle einer Thronbesteigung mit einem Bürgerkriege und wendet sich gegen die Machinationen der Diplo-matie. Die „Epoca," ein weil verbreitetes Madrider Journal, erklärt sich gleicherweise gegen den neuesten Plan Primö. Die traurigen, über London eingelangten Nachrichten aus China haben keinerlei offiziellen Charakter. Der Herzog von Gramont hat sich beeilt, auf dem kürzesten Wege Informationen einznholen, und erhielt aus Petersburg die Antwort, daß die russische Regierung bis zum 7. Juli noch keinerlei Nachricht erhalten habe. Zur Tagesgeschichte. — In Wieliczka gaben die Landgemeinden ihre 46 Stimmen für den Kaiser ab. Ungeachtet der wiederholten Belehrung seitens des Wahlkommissärs, daß die Wahl des Kaisers zum Landtagsabgeordneten unstatthaft ist, beharrten die bäuerlichen Wahlmänner ber ihrem gefaßten Beschlüsse. — Die „Wiener Abendpost" meldet, daß Baron Widmann auf die ihm zukommende Ministerpension zu Gunsten des Staatsschatzes Verzicht geleistet habe. — In einem Wiener Abendblatte lesen wir, daß Graf Beust der Brodyer Handelskammer in polnischer Sprache telegrafirt habe, er nehme das ihm verliehene Landtagsmandat dankend an. Der Herr Reichskanzler hat sich eine überflüssige Mühe gemacht, die Herren der Brodyer Handelskammer werden sich das polnische Telegramm zurück ins Deutsche übersetzen lassen müssen, um es genau zu verstehen. Wenn sich der Reichskanzler schon einer fremden Sprache bedienen zu sollen glaubte, so hätte er nach Brody — hebräisch telegra-firen müssen. Dann hätten die Adressaten wenigstens das Uebersetzen erspart. — Der Herr Dr. Berger ist, wieder „Wanderer" erfährt, von seinem Beinbruche soweit hergestellt, daß er schon zu Anfang der nächsten Woche seinen Sommeraufenthalt in Gmunden beziehen kann. Bis zur vollen Kräftigung des Beines muß zwar der Rekonvaleszent sich noch der Krücken bedienen, doch ist nicht nur die Heilung des Bruches in erfreulichster Weise vorgeschritten, sondern auch das interne Befinden des Patienten hat sich während der monatelangen serer Theilnahme würdiger, als die „Führer." Einen reichen Schatz frischen, nnverkümmerten Wesens bewahrt dieses unser uraltes Brudervolk, und wir wünschen sehnlich, daß sich diese seine Eigenart mit dem kosmopolitischen, Humanitären Drange versöhnen lassen möge, welcher, seit dem vorigen Jahrhunderte von den ersten geistigen Wohlthätern der Menschen ausgehend, seit wenigen Dezennien am Kirchthurmsgeist, dem Raßenstolz und blöder Selbsteinpfählung hoffentlich nur vorübergehende Hindernisse cntgcgengeworfen erhält. Unser?. Regierungen aber m^>gen bedenken, daß, wenn es für die Erhaltung des „Reiches" ihnen nothwendig erscheinen mag, die Leute in der Erfüllung mancher ihrer, oft utopistifchen, nationalen Wünsche zu beschränken, cs ihre wichtigste Gegen-Pflicht sei. ihnen dafür einen vollwichtigen Ersatz in dem Sinne zu geben, in welchem ihn das Fortschreiten des Menschengeschlechtes auf der Bahn zur Erlösung von den künstlichen Hemmnissen des Wohlergehens und das den Welttheil erfüllende Streben nach Verallgemeinung der geistigen und sittlichen Errungenschaften verlangen. Siesta, welche der Heilnngsproceß erforderte, in überraschender Weise gebessert. — Wie der „B. B. C." vernimmt, ist durch die bis jetzt bekannt gewordenen Fälschungen von Braunschweiger Gewinnlosen auch ein Berliner HauS in Mitleidenschaft gezogen. Die Firma H. C. Plaut in Berlin erhielt nämlich in der zweiten Hälfte des vorigen Monats Von einem ihrer Wiener Geschäftsfreunde, der Pechkranz'schen Wechselstube, ein Braunschweigerlos, welches 6000 Thaler gewonnen haben sollte. Am 23. v. M. übersendete darauf H. C. Plaut den Ausgleich nach Wien; als das Los jedoch später der Berliner Zahlstelle Cohn, Bürgers und Comp, übergeben werden sollte, ward dasselbe als falsch erkannt. Es kann nicht fehlen, schließt das genannte Blatt die Mittheilung, daß diese wiederholten Fälschungen dem Geschäfte in Braunschweiger Prämien-Anleihe erheblichen Abbruch thun. Abgesehen davon, daß kaum noch ein Bankier sich bereit finden lassen wird, Braunschweiger Gewinnlose zu eskomptiren, steigt im Publikum bereits auch die Vermuthung auf, der Fälscher könnte ebensogut falsche Lose in Umlauf gebracht, als gefälschte Gewinne einkassirt haben. Eine Erklärung der Darmstädter Bank, als Emittentin der Anleihe, macht sich auch in deren eigenem Interesse entschieden nothwendig. — Prinz Mehemed Tewsik Pascha hat von Dr. I. G. Popp, prakt. Zahnarzt in Wien, ein elegantes Etui mit dem berühmten Anatherin-Mundwasser zum eigenen Gebrauche angenommen. — Bischof Stroß mayer soll, wie übereinstimmend von deutschen und slavischen Blättern gemeldet wird, den politischen Rock gewechselt und sich zum kroatisch-ungarischen Ausgleich bekehrt haben; seine finanzielle Situation macht ihm das Beharren in der Opposition schwierig. — Zwei jugendliche Kannibalen. In einem Weingarten beiZala-Egerßeg fand man vor einiger Zeit einen weiblichen Leichnam ohne Kopf. Fünf Tage darauf wurden ein 14- und ein 18jähri-ger Bursche als verdächtig eingezogen, welche eingestanden, die Unglückliche — eine Familienmutter aus Olah, — welche sich bei der Arbeit verspätet hatte, überfallen und ihr mit einer Hacke den Kopf abgeschlagen zu haben, den sie vergruben und der auch an der von ihnen bezeichneten Stelle gefunden wurde. — Die Konkurrenz der chinesischen Arbeiter in den westlichen Staaten der Union ist bereits so groß, daß viele Gewerbevereine im Kongreß zu Washington gegen die Zulassung chinesischer Arbeiter petitioniren. Lokal- und Proviuzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Der populär-wissenschaftliche Vortrag,) den Dr. Keesba cher gestern im Fort-bildungsvereine für Buchdrucker über die „öffentliche Gesundheitspflege und menschliche Lebensdauer" vor einer zahlreichen Versammlung hielt (es waren auch viele Mitglieder des Arbeitervereines da) errang den lebhaftesten Beifall, der sich auch mitten im Vortrage geltend machte. Der Vortragende sprach aus dem Gebiete der Statistik, und obwohl das Vortragen von Ziffernreihen immerhin etwas ermüdendes hat, verstand er cs doch, die todte Ziffer zu beleben und den scheinbar spröden Stoff in belehrende und unterhaltende, durch launige Zwischenbemerkungen sogar erheiternde Form zu kleiden. Der Eindruck auf Arbeiterkreise mußte um so mächtiger sein, als der Vortragende nicht blos die Thatsache zisfermäßig nachwies, daß der Arbeiterstand in seiner Lebensdauer verkürzt sei, sondern auch die Mittel und Wege angab, wie die Ziffer der mittleren Lebensdauer des Arbeiterstandes gebessert werden könne. — (Die Soiree der Schützenka pelle) beim „Stern" war gut besucht. Die kleine Kapelle spielte in Berücksichtigung der kurzen Zeit ihres Zu- ! sammentritteS in einer alle Anerkennung werthen Weise. > — Gestern, Sonntag, sangen die tiroler Sänger Rainer in Leopoldsruhe und fanden von dem zahlreich versammelten Publikum stürmischen Beifall mit ihren originellen tiroler Liedern. Gleichzeitig spielte die Militärmusik im Kasinogarten, welcher ebenfalls ganz überfüllt war. — (Der landschaftl. Bauinspektor undZivilingenieurEugen Brunner) wurde zum Geometer für die Bezirks-Schätzungskommissionen im Rajon der Landeskommission in Görz ernannt. — (Einsturz.) Gestern Vormittag gegen 9 Uhr stürzte mit donnerndem Gekrach plötzlich der Plafond eines bewohnten Zimmers im Hofgebäude des Fröhlich-fchen Hauses auf der Wienerstraße herunter, den ganzen Hof mit einer Staubwolke erfüllend. Glücklicherweise war im Momente des Einsturzes niemand im Zimmer anwesend und ist somit kein weiterer Unglücksfall zu beklagen. Bewohner des Hauses versichern jedoch, daß der Bauzustand ein derartiger sei, daß eine größere Ka-tastrose nicht zu den unwahrscheinlichen Dingen gehöre. — (Dr. To man) soll — wie ein Wiener Blatt meldet — gesonnen sein, in Wien sich bleibend niederzulassen, nachdem ihn diesmal kein Landtagsmandat zu einem zeitweiligen Aufenthalte in seinem Vaterlande verpflichtet. Er ist erst vor kurzem von einer gefährlichen Rippenfellentzündung genesen und hat seinen Sommerausenthalt in Rodaun nächst Wien genommen. Eingesendct. Gestern auf 6 Nhr Abends war das Leichenbegängnis des Grafen von Auersperg angesagt und festgestellt. Die Wicuerstraße war von Menschen dicht besetzt, doch beliebte es der Geistlichkeit nicht, zu kommen, wie es ihre Pflicht war; sie kam erst gegen ".7 Uhr. Also sast dreiviertel Stunden mußten so viele Menschen in qualvoller Hitze um 4 Mönche Willen warten. Das ist, gelinde gesagt, eine beispiellose Rücksichtslosigkeit, abgesehen davon, daß cs wenig kirchlichen Eifer verrath, wenn inan sich so schwer zur Vornahme einer kirchlichen Funktion entschließt. Die Geistlich keit gibt sich wirklich alle Mühe, sich beim Publikum unangenehm zu machen. Wir hätten gewünscht, daß die saumseligen Herren die Aeußeruugen des Unnmthes nnd der Entrüstung gebört hätte», wie sie iu ganz unumwundeuer Weise von den Harreudeu ausgesprochen wurde. Bei Wiederholung ähnlicher Rücksichtslosigkeit werden wir dem Publikum erzählen, warum man so spät kommt! Einer, der die Zeit nicht gestohlen hat. Die delikate Heilnahrung Rsvalssoiörs clu Lürn heilt alle Krankheiten, die der Medizin widerstehen, nämlich Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Diarrhöen, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Fieber, Schwindel, Blut-aufsteigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst in der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72.000 Kuren, die aller Medizin getrotzt, worunter ein Zeug-niß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hofmarschalls Grasen Pluskow, der Marquise de Brshan a. A. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die RkVlüeseiörö bei Erwachsenen und Kindern 50 mal ihren Preis im Mediziniren. Castle Sions. Alexandria Egipten, 10. März 1869 Die delikate RevLle8eiere Du Barry's hat mich von einer chronischen LeibeSverstopfniig der bartnäckigsteu Art, worunter ich nenn Jahre lang anfs schrecklichste gelitten nnd die aller ärztlichen Behandlung widerstanden, völlig geheilt, und ich sende Ihnen hiemit meinen tiefgeftiblten Dank als Entdecker dieser köstlichen Gabe der Natur, Mögen diejenigen, die da leiden, sich freuen : was alle Medizin nicht vermag, leistet Du Barry's Ksvalesei^rk, deren Gewicht, wenn in Gold bezahlt, nicht zn thener sein würde. Mir aller Hochachtung C. Spadaro. In Blechbüchsen von ^ Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — Rövrüesojörö (Loeolatkö in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Tassen fl. 2.50, für 48 Tassen fl. 4.50, in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Taffen 4.50, für 120 Tassen fl. 10, 288 Taffen fl. 20, 576 Tassen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmiedgasse 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parsumeur; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßbur Pisztory; in Klagensnrt P. Birnbacher; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Obe r ran z-meyer,Grablowitz; in Marburg F. Kollet-nig; in Lemberg Rottender; in Klausenburg Kronstädier, und gegen Postnachnahme. Angekommene Fremde. Am 10. Juli. 8t»»»It NBIe». Pallana, Handelsmann, Graz. — Stye-zinskh, k. k. Hofrath, Wien. — Diegel, Putzwaaren-Fa-brikant, Wien. — Pfänder, Kaufmann, Nürnberg — Dr. Göth, Studien - Direktor, Graz. - Vranich,. Triest. — Glaser, Triest. — Graf Pace, Ponovic. — Cappla, Besitzer, Heidenschaft. — Rainer, Sänger, Tirol. — Weinisch, Handelsmann, Triest. — Gollmayr, Handelsmann, Triest. — Pajnic, Handelsmann, Triest. — Ko-celi, Kaufm., Wien. — Milch, Kanfm, Wien. — Stern, Kanfm., München — Heimann, Kaufm, München. Godnik, Kfm., Triest. — Dubich, Kfm. Triest. — Prodnik, Direktor, Ratschach, — Sning, Besitzer, Triest. — Schmitz, Triest. — Bernard, JelSane. — Constantin, Handelsin., Triest. — Dollinar, Schulrath. — Witgenstein, Privat, Wien. — Baron Roschütz, Unterkrai». - Wittgenstein, Doktorand, Wien. — Maurovic, Ingenieur, Pest, — Dollenz, Triest, — Naullian, St. Oswald. — Bonisberger, Wien, — Mak, Pfarrer, St. Martin. — Skerbenz, Eisnern. — Weil, Kfm., Monako. — Zichini, Triest. — Schwarz, Baurath; Klein, Parli kulier; Dr. Weiß und Hallermaun, Reis, von Wien. — Cawacic, Kfm., Triest. — Frau Potocnig, Private Kropp. l8«I»e, ILoll. Schcbeniker, Handelsm., Alwintz. — Slovikovsky, Landschaftsmaler, Galizien. — Killian, k. k. Landeskassier, Prag. — Sajovic, Oberkrain. Zur Gcachtung! Wir hatten Gelegenheit, uns von der soliden nnd raschen Abwickelung von Versicherungen auf Todesfälle der L. L. priv. LlIxemsiasL (^ssiourL- rioiü LenerLli) in Briest, vertreten durch Herrn Vi»k. hier, zu wiederholte» male» und jüngst wiederum zu überzeugen, wo dieselbe uns, als Be-itzer einer Polizze, welche vor wenigen Jahren von einen» ZÜjährigen Manne anf einen größern Betrag gelöst wurde, die versicherte Summe nach dem nur zu frühzeitigen Ableben des Versicherten ohne den geringsten Anstand nnverzogert ausbezahlte. Da wir somit die Wohlthat der Lebensversicherung selbst erprobt, glanben wir nnsern Mitbürgern einen Dienst zu erweisen, wenn wir sie durch Veröffentlichung erwähnten Falles aufmerksam machen, die so gemeiittlützige Einrichtung der Lebensversicherung insbesondere im Interesse ihrer Angehörigen zn benützen nnd darob vorzugsweise bei bewährten, angesehenen Bersichernngsgesellschaften wie die Allgemeine Äsfekiiran; in Triest eine ist, zuzu-'prechen. (270—1) M. kaumganlnei'L 8ötin6. Verstorbene. Den 8. Juli, Dem Herrn Anton Prettner, Kanzlei-diener, seiu Kiud Franziska, alt 6 Monate, in der Kapn-zinervorstadt Nr. 70 an Fraisen. — Johann Rupnik, Taglöhner, alt 35 Jahre, im Zivilspital an der Auszehrung. Den 9. Juli. Der hochgeborne Herr Hermann Graf Auersperg, Gutsbesitzer zu Auenthal -c., all 31 Jahre, in der Kapuziuervorstadt Nr. 79 an der Lnngenlähmnng. — Dem Herrn Johann Tonsern, Bahnbeamten, sein Kind Wilhelm, alt 1 Jahr nnd 9 Monate, in der Stadt Nr. 255 am Zehrfieber. — Maria Rnppin, Jnstitntsarme, alt 74 Jahre, im Versorgungshanse Nr. 4 an Altersschwäche. --Frau Anna Samasfa, Beamtenswitwe, alt 79 Jahre, in der Karlstädtervorstadt Nr. 22 an Entkräftung. Marktbericht. Laibach, 9. Juli, Auf dem beutigeu Markte sind erschienen: 8 Wagen mit Getreide, 6 Wagen mit Heu und Stroh (Heu 75 Ztr., Stroh 34 Ztr., 28 Wagen und 4 Schiffe (25 Klafter) mit Holz. Durchschnitts-Preise. Weizen Pr. Mtz. Korn „ Gerste „ Hafer Halbfrucht „ Heiden virse „ jinkurutz „ Erdäpfel „ Linsen „ Erbsen „ Fisolen „ Rindschmalz,Pfd. Schweineschm. „ Speck, frisch „ — geräuch. „ Mkl.- Mgz.- Mkt- Mgz fl.' ^ kr. fl. kr. fl. kr- fl- k 5 50 6 7 Butter, Pfund — 46 3 40 3 70 Eier pr. Stück — 2 — - 3 — 3 ll Milch Pr. Maß — 10 — 2 60 2 48 Rindfleisch, Pfd. — 23 —!- — 4 44 Kalbfleisch „ — 3 40 3 42 Schweinefleisch „ — 24 — 3 — 3 38 Schöpsenfleisch „ — 1/ — - ,,, 3 66 Hähndel pr. St. — 2t> —> — — — Tauben „ — Io — 4 — — Heu pr. Zentner 1 2o 5 - — — Stroh „ 1 — o — — — Holz, har., Klftr. — — — 50 — — — weich „ — — — 46 — — Wein, rotber, pr. — 35 — — Eimer — — 9- — 44 — — — weitzer, „ — — io!- Gedenktafel über die am 13. Iuli 1 870 stattsindcnden Lizitationen. 3, Feilb,, PovSe'scbe Real,, Hrastje, BG. Naffenfnß. — 3. Feilb., Pnh'sche Real., Perovo, BG. Laibach. — 3. Feilb., Strnmbel'sche Real., TomiHel, BG, Laibach. — 1, Feilb.. Cnk'sche Real., Brinje, 3121 fl. 80 kr,, BG. Senosetsch, 3. Feilb., Drobnic'scbe Real., Großoblak, BG. Laas. 1. Feilb., PoderHaj'sche Real, Pöndorf, 1855 fl. 40 tr., BG Laibach. Erledigung. Gefangenaufsehersstclle, 300 fl., Amtskle', dnng, bis 20. Juli. Landesgerichts-Präsidinm Graz. Lottoziehrmg vom 9. Jnli. Triest: 82 73 14 10 8l. Die Szegtdillkr Vkrkehrslmk beehrt sich anzuzeigen, daß sie ihre Wjmrril-Adtlmlmg eröffnet und Herrn <»> zum Chef der selben ernannt hat. Die Bank übernimmt den kommissioncllen Ein- nnd Verkauf aller Getreidesorten, überhaupt aller Landesprodukte, uud belcbnt selbe bis des Werthes zu Len billigsten Bedingungen. (265—3) B-i6u8l3V Akäl'V Wienerstraße Grumnig'sches Haus sind zu haben: Kisrkr OlumtZrr chuMgrl«. Grof-es Laoer »o» Reis das Wiener Pfd. 12 kr. Niederlage von LosIer« Export Flaschen Bier. Lager von echt jmnMschem Hhampagmr von I^oöt L Olisncion aus Epernay, Obiger empfiehlt auch sein wohl affortirtes Lager von » , « «»« I vte. etk. unter Zusicherung prompter uud reellster Bedienung. (264—3) Epileptische Krämpfe (Fallsucht) (16-125, heilt brieflich der Lpezialarzt für Epilepsie Doktor «. ILIIII»»!» in Berlin, jetzt: Louisenstraße 45. — Bereits über Hundert geheilt. I Wiener Börse vom 9. Jnli. StLatskonäs. Geld Ware Zprrc. österr. Wäbr. . dto. Rente, öst.Pav. 54.80 59.— dto. dto. öst.inSilb. 67.- 67.20 ^se von 1854 . . . 88.- 88 50 .«oje von 1860, ganze -