LmbacherOMtlmg. Nr. 394. Pränu meiiltlonsprci I: Im Comptoir ganzj. N. ü dilbj. st. 5.ö>>. !>ür die^uftciliing ins Haus haU j. '.0 lr. Mit der Post gau,j. ft. 15, haibj. fl. 7.5«. Dienstag, 22. December Insert« onsgebithr bis 10 Zeilen: imal 80 lr., üm.8l)?:.,»m. ist.!io:>slpl.Zcilcim.<;lr.,Lm.«lr., «m. lo lr. u. s. w. Iin'örti^nsftcmpe'! jcd^m. 3l> ll. 1868. Amtlicher Theil. ^e. t. u»d k. Apostolische Majestät habcn mit Allerhöchstem Eabinctsschrcibeu vom 14. d. M. den Unter-staatssccrctär im kön. ungarischen Älinistcrinnl ail, kais. Hostagcr und substituirten Obcrsthofincistcr Franz Frei-Herrn v. Novcsa, nnter gleichzeitiger taxfreier Verleihung der l. k. geheimen Rathswürdc, zum wirklicher. Obcrslhofmcistcr Ihrer Äüijcstät der Kaiserin allcr^ gnädigst zu ernennen geruht. Sc. k. und k. Apostolische Majestät haben ans Grund eines von dem Reichskanzler, Minister dcs kaiserlichen Hauses und dcs Acnßern, erstatteten allcruntcrthänigstcn Vortragcs mit Allerhöchster Entschließung vom 1A. December d. I. dein mit dcm Titel und Charakter ciucs Hofralhcs bcllcidctcu Vorstände der Section für Ziffer-wescn und lranslalorischc Arbeiten im gemeinsamen Ministerium dcs Acußcrn Joseph Fio l die bei jcner Tcetion systcmisirtc Hosrathsslclle allcrgnädigst zu verleihen geruht. Der Iustizmiuistcr hat zu StaatsanwaltSsubstituten ernannt und zwar sür St. Polten den Gcrichtsadjnuctcu in strcms Johann Eduard Schcitz. für Wr.'?lcusladt den dortigen Gcrichtölldjnnttcn Ichauu Göschl nnd für Korncuburg den Gerichlsadjnncten in Wr.-Ncnstadl' Johann Hörl. H^iilc wird in denlschmi nnd zngloich slovcnischmi Tl'xtc axöge^cuen nnd vcrseildct: Gesetz- nnd Verordnuugs-Vlatt für das Herzog t h n m K rai n. XIV. Stück. Iahrga n g 18l>,>-;. Inhallv«-Uebersicht: ^l5. Vlrordniuig der l, t. ^andcßr^icrnnli. filr Krciin vom Z<>. No- vcinlicv ltt»>!>, Z. 6^?.',!, betreffend die liedinsstl? OodillMiifrl'! licit dcr bl'i Vichsciichrn niici," „rdnctr» Vil'hpäsft als lcdiglichcr O>'fii»dhril^zs»li!nssc. Kundinnchnnq d^r k, l. ^cmd^n^ienmq fiir iiünn vom <>. Dc- be treffend den Porspainiöpn'iö in Krain snr das Jahr 1ft^!>. Laibcich, den i^. Decembcr 1^68. Pnn, l. t. Ncdacliuüdbnrean des Gesetz- und V^rordnnngMattcö ii'ir Krain. Nichtamtlicher Theil. Zur griechisch-turkischcn Zisscrc^. Von guter Hand werden der „N. Fr. Pr." Viit^ thcilungeu über die heilte ans Constantinopcl direct ein gelaufenen Nachrichten gemacht. Wir lassen dieselben folgen: Zwei türkische Armcccorvs, in einer Mobilstärke von 30.000 Mann, rücken unter Omcr Pascha sowohl in Cpirus als auch in Thessalien gegen die griechische Grenze vor. In Coustantinopel herrscht unter den oor^ tigcn Griechen große Bestürzung; sie wurden auSgc^ wiesen nnd zum Theile bereits eingeschifft. Ucbcrdicö vernehmen wir, daß man nun auch im Kreise der Diplomatie die Situation bcsorglichcr bcur> theilt als bisher. Es scheint, daß mau aufhört, Nus^ lands Haltnng so connivent zu finden, als man dies noch bis in die letzten Tagc hincin^ gethan hat. Nnsiland strebte danach, die beiden Westmächtc zu trennen, und wollte England zu sich hinüberziehen, um mit diesem gemeinsam auf die Pforte zu drückcu, damit diese ihre Bedingungen gegenüber Griechenland ermäßige. Das englische Cabinet lehnte diese Znmuthnng ab. So blieb das türkische Cabinet fest, um su fester, als es in Ali Pascha's Charakter liegt, einmal gefaßte Cntschlüfsc consequent durchzuführen. Er lehnte daher anch seinerseits, als Nußland in Constantinopcl die Aedingnngen für Griechenland mildern wollte, jede Acndcrnng des Ulti matnms ab. So besorgt man denn, daß Rußland sich nun von den Wcstmächten, mit denen es im Gruudc nie eins war, sondern es nur momentan scheinen wollte, trennen wird, zumal bereits bekannt ist, daß Gortschakoff sich offen geäußert hat, Rnßland müsse anch als Mi^aii«, M)wc!tnco (Schntzmacht) eingreifen. Zu allcdcm wird sich noch zwischen England nnd Frankreich eine Eifer-süchtclci gesellen und die Situation wird auch iu diplo malischer Hiusicht schwieriger, als es anfangs schien. Charakteristisch für Ali Paschas Haltung ist die historische Anecdote, daß cr, als man ihn« über Hobbart Paschas Verfahren gegen die „Enasis" als secrcchtswidrig klagte, trocken geantwortet: „O, Hobbart Pascha versteht vom Secrccht mehr als ich." Von Oesterreich -- fügt die Redaction del- „N, Fr. Pr." bci — wird versichert, daß cs unaufhörlich be schwichtigcnd zu wirken bemüht war, nnd mail erzählt uns, daß Graf Bcnst erst vor einigen kochen, als die Pforte cut ähnliches Ullimatnm, wie sie jetzt nach Athen gerichtet, an die ruinäuischc Regierung zu adressircn Miene machte, den ganzen Cinfluß Oesterreichs mit Erfolg auf geboten, um dies abzuwenden. Der Reichskanzler weist daranf hin, als ans einen Beweis, daß das österreichische Cabinet dte Pforte von Conslagrationcn avzuhaltcn bc müht war, damals wie jetzt. 58. Sitzung dcs Herrenhauses vom 18. December. (Schlnß.) Es wird zur Spccialdebattc über die Verordnung des Gcsammtministerinms vom 10. October geschritten. Se. Ercellenz Minister dcs Innern Dr. Giskra. Von Seite der Regierung sei dem, was von dcm geehrten Herrn Berichterstatter über den formellen Gang bei der Einführung von Ausnahmsmaßregcln in Prag uud Smichow gesagt worden ist, nichts liciznfügcn. Die Ausführung fei eine vollständige nnd stimme mit dem Gcdankcngang der Regierung vollkommen überein; aber er erkenne es als eine Pflicht seitens der Regierung an, daß die Motive, um deren willen die Ausuahms-maßrcgclu verhängt worden sind, hicr in diesem Hause, wcun auch iu kurzem, aber doch iu der Sache selbst dargelegt werden. Der Minister gibt daranf eine Darstellung der Vorgänge in Böhmen uud iusbesoudcrc iu dcsseu ^andes-hanptstadt während der den Ansnahmsmaßrcgcln vorangegangenen Zeit, conform der von ihm gegebenen aus-fiUii'lichen Dnrlegnng bei der Verhandlung im Abgeord-netenhansc, nnd schließt mit den Worten: „Die Regieruug entschloß sich mit schwerem Herzen, diese Ausnllhmsmaßlegeln zn verfügen, aber der Erfolg hat sie gerechtfertigt. Es sind seil jener Zeit viel ruhigere Zustände eingekehrt; das abhanden gekommene Gefühl der Sicherheit ist wiedergekehrt und die Regie-rniig gibt sich der Hoffnung hin, daß dic Aufhebung der AuSnahmsmaßrcgeln bald möglich sein wird." (Bravo! Bravo!) Die Ansnahniövcrfügnngcn werden daranf nach dem Commissionsantragc zur Kenntniß genommen und als gerechtfertigt erklärt. Darauf erstattet Dr. v. Karajan statt dcö heute verhinderten Ritter v. Schmerling den Bericht der Commission über das Gesetz t>ct,essend die Versöhnuugsver-snche vor gerichtlichen Ehescheidungen. In der Specialdebaltc meldet sich niemand zum Worte uud wird das Gesetz nach dem Majorilätsantrage in der vonl Abgcordnetcnliansc beschlossenen Fassung angenommen. (Dagegen etwa 10 Mitglieder der Rechten.) Den Bericht über das Gesetz bctreffeuo die Eheschließung zwischen Angehörigen verschiedener Coüfessio-ncn erstattet anstatt dcs Baron Krauß Graf Mcran. Das Gesetz wird ohne Debatte in zweiter nnd dritter Lesung angenommen. Damit ist die Tagesordnnng erschöpft, die von dem Iustizminister hente eingebrachte Regierungsvorlage wird Fmisll'llin. Ueber serbische Pocsic und ihre Parallelen. Von Heinrich Littvow. (Ans dcm Jahrbuche fiir die Armen des Erz- nud NicscngcliirgcS.) Motto: Nll»'S schon dagcwcsm!- III,!,!)! Ni>n ^!,5> in GutMw'S Urn'l Aeostci. (Forlschnng.) Was nun die Poesie der Serben, wir meme» ihre Gattulia, anbelangt, so theilt sich diese eigentlich nur in zwei Allen: das Heldenlied uud das Fiaumlicd, oder wenn wir ali»äl)cruugt>wcisc unscre Emtheiluua. gelten lasscu wollen: in epische und lyrische Dichtung. SondcrbalMvcise kommt das Lehrgedicht, die Fabel, die Ballade u. s. w. gar nicht vor — und die Legende, die besonders in der neueren Zeit, nach l600, wie das Heldengedicht, vielleicht mich wegen Mangels an Stoff, seltener ftroducirt wird, die Lcgeude ist so recht der Ersatz für da« Heldengedicht geworden und nähert sich durch Beimischung dcs altcu Hc!dculic5cö der B.'lladc. — Vom Vcrsbauc ist in dcu alte,, Gedichten keine Rede — der Spondäus und Iambus scheinen vorherrschend zu scin — Fehler im Versbau cori'iairt das Ancctireu, wo nach Vcdarf der eintönigen Melodie Sylben gestreckt oder nckül'U wcrdcu. — Dcr Reim, der in dcr Pocsie uuscrcr Zeit sehr häufig vorkommt lind mit Grazie behandelt wild, erscheint im allen Heldengedichte beinahe gar uicht, in den Fraucnlicdcru selten. — Im allgemeinen sind alle Dichlnngcn der Serben wie jene dcr Slaven >m allgemeinen ernst und schwelmüthig im Texte wie iu dcr Melodie. Ich habe m Süddalmaticn, Moutenegro und selbst in dcr Militärarcnzc mir zu wiederholten malen Lieder, die ich von ganz jn»gen Mädchen anf der Gasse oder bci der Arbeit sinacn hörte, Zeile fiir Zeile übersetzen lassen und fand alier auch nicht Ei» heiteres darnnter. Unter den Gedichten, die ich mclrifch übersetzt milthcile, sind: „Der Raul)" uod die „Fischern,," und „das Recept," welch letzteres aber moderner sein dürfte, die heitersten, aber auch solche werden von getragener Musik vcal,itct und erhalte» dadnrch wieder cinm sclMrmuthigen Hanch. Ein sol-chcs Lied, das ich iu (io^nö einem Truppe heiterer junger Mädchen, die es einstimmig sangen, ablanschtt l>nd mir übersetzen ließ, lantetc bcilänfig so: „Wenn 'Du einmal gestorben bist, so werde ich um Dich wci-nc>, und Du wirst aus Deinem Grabe mir süße Küsse senden - uud wilst stiistcru; meine süße Scclc, ich liebe Dich — komm bald zu mir." Die Mädchcngruppc, in der keine älter cils I5i bis 16 Jahre sich befand, lächle und schäckerte zwar ganz ausgelassen lustig, während sie dies lranrigc Lied sang, so daü mein Frcnnd uud Übersetzer ganz richtig beinerttc: si: kämen ihm vor wie Kinder, die mit Tod-tenschndflu lachend Ball spielten. Daß Heldenlieder und Legenden immer die vorherrschende Oatlnng von Paesic bci einem Volke ist, das dcr Cultur noch etwas ferne steht, ist leicht crklä'-lich, um so mehr, wenn dieses mit Talent nnd Phan. tasie begabte Volk durch Iahrhundcrlc in unnntcruro chcncu Kämpfen leben mnßtc, uu^ somit dei demsclbcu das W^ffenhündwerk dcr edelste Berns und persönliche Tapferkeit die am meisten geschätzte Eigenschaft war. — Darum behandelt das Heldenlied auch nur die Chrouik des eigeneu Landes; die Epopöe wird zur Wal. halla und der Maugcl an Schulbildung, au allgemei- nen weltgeschichtlichen Kenntnissen bietet dc» Poeten keinen Stoff, um auch andere große Männer, die nicht in Scrbicu gelebt, lind nicht blos Tu, ken wie Rüben zerhaut oder wie Häringe zcrlisfcn haben, mit ciuem Gedichte zu ucrewigcu. — Christoph Eulnmbns, Ooll-fiied von Bumllon, Fraiitlin und ^icwloil bieten mehr Stoff zu einem Heldengedicht als der rufeudc Roland, der Orllmäo i'urio80, der einen Doppelgänger m Serbien an NiU'Ico dcm Kö'nilissohnc (I'. Sturm: Er für seine Person müsse, nachdem gegen den Antrag des Dr. Heisch, dem er sich angeschlossen, das Haus die Ocffentlichkcit beschlossen hat, die Entschnldi-- gung in Anspruch nehmen, wcnu er a»f Dinge eingehe, die für die Ocffenllichkcit nicht ganz gcciguct erscheinen, die aber zur Kenntniß des Hauses gebracht werden müssen, damit je^cr Al'geordncte ein freics und gründliches Urtheil fällen tonne. Redner fährt fort: Die coustiluircude Generaluer-sammlnng des katholischen Ztmigvcrcincs zu Hippach fand am 27. September auf dem sogenannten Platze nntcr der Linde, etwa 5)00 Fuß weit vom Orte Hip-pach statt. Sie wurde veranlaßt durch ein Gründungs-comit»> dicfts Vereines, welches theils ans Gemcindc-vorstanden dcr Umgebung bestand und an dessen Spitze der Pfarrer und dcr Lehrer von Hippach standen. Ans Einladung dieses Eumit^s versammelte sich am 27teu September l I. in Hippach eine Menschenmenge, welche von den Zuschern anf etwa 2000 geschätzt wurde uud größtcnthcils dcm Stande der Landlcutc und dem mäun-lichen Geschlechte angehörte. Die Versammlung wnrdc auch von etwa 20 Geistlichen besucht. Unter der Linde war eine Ncdncrbühnc anfgcstcllt; neben dieser auf einer Seite das Bild des Papstes, auf dcr auderen jcucs des Kaisers und in der Mitte ein Erucifix. Ueber die Neducrbühnc entfaltete sich eine weiß gelbe päpstliche Fahne, welche die Rrdncrbühne überschattete. Die Versammlung - ich folge dcr Darstcl-lnng dcö Rcgicruugscommissärs uud jener der vernommenen Zeugen — wurde uom Pfarrer von Hippach eröffnet und es wurde mit Acclamation dcr Lchrcr Edcr von Hippach zum Präsidenten gewählt. Sodann traten mehrere geistliche Herren aus dcr Umgebung als Rcd-ncr auf, schilderten die Bedrängnisse der katholischen Kirche in Oesterreich, die Aedräuguisse Sr. Heiligkeit und forderten theils znr Entrichtung des Pctcrs-Pfcn-nigs uach Nom, theils zur Volirnng von Adressen an die Fürst-Bischöfe für ihre Hirtenbriefe, theils ;u Rc-solntioncn anf, welche die Bcdrängniß dcr katholischen Kirche constatiren und Sr. Heiligkeit dcm Papste für die Allocution danken. Nachdem diese Resolutions durch „Ja"-Rufe angenommen nnd einige Reden von Geistlichen bereits abgehalten waren, bestieg dcr Jurist Katrcin ans Innsbruck, Mitarbeiter der „Tiroler Stimmen," die Nedner- bühnc und sprach in ähnlichem Sinne. Anch ein 70jäh-rigcr Laudmanu aus der Umgebung ergriff das Wort, nm sich im Interesse der katholischen Kirchcnfrcihcit auSzusprcchcn. Diese beideu Rcdeu waren die einzigen, welche weltliche Mitglieder der Vcrsammluug hielten. Sodann bestieg Professor Grcuter oder, wie er vou den Zeugen gcuauut wird, Mousignore Grcnter die Redner» bühnc, lieferte eine Darstclluug der Vcrhältuisse dcr K'a-tholikeu iu Oesterreich uud besprach die liberalen An-schaunngen. Sodann brachte cincr dcr geistlichen Redner ein Hoch anf Se. Heiligkeit aus; damit glaubten die Anwesenden die Aufgabe der Vcrsammlnug erledigt und begannen sich zu zerstreuen. Als dicscs bemerkt wurde, bestieg Herr Grcutcr nochmals dic Rcdncrbühne, um, nachdem sein Vorredner vom Papste gesprochen, seinerseits vom Kaiser zu sprechen. In dieser Rede, welche mit einem Toast auf Sc. Majestät schloß, hat der Herr Abgcorducle uach der eidlichen Aussage zweier Zengen die Aenßcrung gemacht, Se. Majestät der Kaiser trage nun bereits seit 20 Jahren die Dornenkrone der Regierung. Er habe auch die unglücklichen Gesetze nicht freiwillig unterschrieben, sondern sei znr Uiucr-schrift vou den Räthen dcr Krone — dcr andere Zeuge sagte blos „von den Räthen" — durch Androhnng der Revolution gezwungen worden. Darauf löste sich die Vcrsammluug auf und dcr Ncgicruugscommissür (Se-cretär der Bczirtichauptmaunschaft in Schwaz) äußerte sich dahin, er sei uur durch die factisch eintretende Auflösung dcr Versammlung gehindert worden, in Folge dicscs Toastes fclbst die Anflösnng der Versammlung zu verlaugcn. Der Rcgicrnngscommissär gibt, dics dürfte für die Objectioität seiner Anschauung von Wichtigkeit sciu, au, ein ehemaliger Schüler des Professors Orcn-tcr zn sein, uud daß er als solcher vor dcr Versammlung Professor Orcnter gebeten habe, sich in seinen Aeußerungen zu mäßigen, damit er nicht in die Lage versetzt sei, als Rcgicrungöcominissär cinznschrcitcn. Professor Grcuter habc ihm die Versicherung ertheilt, dics thuu zu wollcu. Anf dcm Rückwege von der Versammlnug habr er (der Rcgicrungscommissär) dcm Herrn Grculcr Vor» würfe gemacht, daß cr fein Versprechen nicht erfüllt habe, worauf Professor Grcutcr nach eidlichen Angaben dcs Rcgicrungsculnmissärs crwide>tc: „Macht ihr, was ihr wollt; so lange ich Rcichsrathsabgco,dnctcr bin, kann ich nicht eingesperrt werden." Die Relation dcs RcgicrnngSconimissäis wnrdc oon dcr Bczirlshanptm^lnischllfl und dcr Tlailhallcici an die Staatsanwaltschaft in Inuöliruck geleitet, welche bci dcm Unlcrsuchnugorichlcr die Erhebung dcö Thatdc-slandcs bcantraglc. Der Lctztcic glaubic damals zur Thalbcstandscrhcbnng dic Znstimmnng dcs noch versammelten Landtages einholcn zn müssen uud es inag dic Anschaunu.,, daß cr blcs dic Znstimmnng des Land-tagcs und nicht jene dcö Aligcordnetci,ha»scs einholen wolll»', daher gerührt haben, daß cr die mit kaiserlicher Entschließung erfolgte Vcitagnng dcs 9tcichsralhcs für de» Schlnß der Session gcli'iltcn haben mag. Das Lan-dcsgcricht zn Innsbruck hat jedoch dcn Antrag dcs Un» lnfuchungörichtcrs, nnr dic Zustimmung dcs Landtags '>ur gerichtlichen Vernchmung dcs Bcschnldigtcn unt> ^nr Erhcbnl,g dcs Thatbestandes einholen zu wollen, abgelehnt und die Ansich! ausgesprochen, cs sei die Zustimmung dcs bclrcsscndcn parlamentarischen Körpen' erst dann einzuholen, wcnn cs sich um die Einleitung der Spccialuütcrsuchuug haudclt. In Folge bcsseu ist in dcr Voruntersuchung die Vcrnchmnng dcs Beschuldigten und mehrerer zufällig bekannt gewordenen Zeugen veranlaßt worden. Der Untersuchungsrichter hat in seinem an das Bezirksgericht zn Zcll um Ziller gerichteten Ncqnisitionsschrcibcu nm die Einvernehmung mehrerer Zeugen und Eiulci« tung mehrerer Elhcbungeu und, wie ich glaube, veranlaßt durch dcu in rcr „N. Fr. Pr." crschicncncn zien^ lich ansfühllichcn Bericht über die Vcrsammlnng an das Bezirksgericht die Frage gerichtet, ob nicht von Scitc dcs Vorslchcrs des katholischen Zwcigvcrcincs zu Hippack Stenographen bcstellt warcn. odcr sonst stenographische oder irgendwie verläßliche Aufzeichnungen übcr die Redcn gemacht wurden. Der BczirkSrichttr aittwortctc, daß cine priuatiuc stenographische Anstich» nnng dcr Rcdcn statlgcfnndcn habc; scin <^dcs Bezirks-richtcrs) Ncffc Joseph Schrack, Jurist in Wien, habc sich bei ihn, wahrend dcr Fcricn anfgchaltcn nnd ans cigencm Antriebe sich nach Hippach bcgcben, die 3lcdcu slenographirt uud dicscs Stcuogramm allerdings vor' läufig nur zu seinem Privatgclirauchc angefertigt. (Hei-tcrlcit.) DaS Laudcsgcricht in Wien hat über Requisition dcn Herrn Schrack vernommen, derselbe hat das Origilwlstcnogramm vorgelegt und erklärt, daß ihm an-gcsichts einer bevorstehenden Piüfnng die Zcit zur Uclicrsctzuug dcs Stenogramms mangle, cs mögc dieselbe durch einen beeideten Stenographen veranlaßt werden. Das Originalstenogramm wurde vom Iunsbruckcr Laudcögcrichtc dem für dicfcu Fall eigens beeideten Landtagsstcnographen iu Innsbruck August Schenk znr Ucbcrtragnug übergeben, dcr eine ziemlich vollständige Ucbcrsctzung lieferte, hicbci abcr dic Bemerkung anfügte, daß im Originalslcnogramm denn doch hie und da ^ückcu vorkommen, und daß man im Gauzcn bei cincr stenographischen Anfnahmc nicht immer bestrebt sei, ge^ radc dcu gcnaucn Wortlaut aufzunehmen, sondern sich milnntcr auf dic Rcproducirnng dcö Sinnes bcschränlc. Aus dcr Znsammcnstcllnug der stenographischen Aufzeichnungen und der Zcugenaussagcu wird sich crgc-bcn, daß die ersteren wirklich ziemlich verläßlich waren. Dcr Herr Abg. Grcntcr wurdc am 1.'!. October vom Untersuchungsrichter vernommen und um Anfklä-ruug über die von ihm gehaltenen Reden gefragt; cr gab dieselben, jedoch mit dcr Hiuweglassung dcr incri-miuirtcu Stellen. Darauf hielt ihm dcr Untersuchungsrichter vor: „Das Gericht hat sich veranlaßt gcfnndcn wegen dcr oben besprochenen Vorfälle und Vorträge nnd inslicsonderc wcgcn des uon Ihnen gehaltenen VoitragcS und dcr Art und Weise dcr Ausdrücke, welche Sic am Hchlussc bci Gclcgcnhcit dcs ansgcbrachtcn Hochs auf dcn Kaiser vorgebracht haben sollcn, Erhebungen zu pflcgcu, welche die Eonstatirnng des Thatbestandes zum Zwcckc habcn, indcin dieselben die Merkmale cincr strafbaren Handlnng, insbesondere in Rücksicht der Sr. Ma jcstät schuldigen Ehrfnrcht und dcr schuldigen Achtung gegcn die bestehende Regicrnng uud Verfassung an sich zn tragen geeignet scin können." Dic Antwort hierauf lantct: „Ich wünsche selbst, daß, nachdem, wie bckannl, über diese Vorgänge in dcn öffcnllichcn Blättern die chrcnkränkcndstcn und maßlosesten Eulstcllungcn circulircn, dicscr Sache anf dcn Grnnd gcschcn nnd mit Hilfe dcö Gerichtes dcr wirkliche Thatbestand ans Licht gefördert wird. Ich zweifle niä't, daß sich die besagten Gerüchte als Uebertreibungen darstellen wcrdcn." Dic vorliegenden Zcugcnanssagcn, die theils von „Emilia Galotti" so schön behauptet, daß „Gott es zum Meisterstücke der Schöpfung machen wollte, abcr sich im Thone vergriff uud ihu zu fein nahm", das Weib slch! in den Gebirgen der Südslaven noch viel zu tief, um Stoff zur Lyrik zu werden. Außer ihrer Nützlichkeit al? unermüdliche Arbeiterinnen und außer dem Reize dcr sinnlichen Schönheit habcn die Franen in jenen Gegenden keinen Werth, uud wenn dcr berühmte Ehcmikcr ^iodj^ behauptet, daß man die Eulturstufe cincs Voltes nach dcr Quautilät Schwefelsäure beurtheilen kann, dic cS consumirt: so hat dcr polnische Dichter Nickis'vit'/ 1^i6dj<5 gegenüber auch recht, wcnu er aus der Art, wie em Volk die Frauen behandelt, auf dessen Eultnrstnfc schließt, und deshalb die Polcn nnd Böhmcu uutcr dcn Slaven obenan setzt. Nnr in dcm Enltus dcr Frauen, liegt die Eultur der Völker; jc höher mau die Frauen stellt, desto höhcr ziehen sie uns Männer zu sich empor, daher kommt es vicllcicht, daß uns in ihrer Nähe zuweilen Schwindel ergreift. — Wie reizend, wie stoffreich bewegt sich dahcr cmch die polnische und böhmische Lyrik^ wie zart in Gedanken uud Ausdruck sind nebst der Schwärmerei für das Vaterland die polnischen Lie« bcölieder. KW^oäicm, Cli^oi« und wie angenehm lebt das Weib in einem Lande, bei einem Volte, wo cs bc-snngcn wird, wo man sich vor dcm Weibe verbeugt, ihm dcn Ehrenplatz anweist und, als ob jeder , Emilia Ga-lotti" gelesen Hütte, begeistert sogar aus der zicrlicheu Fußbekleidung der Braut dcu Hochzcitstoast trinkt! Obwohl man also in den Gebirgen der Serben mit dcr Francncultcr noch nicht so weit gediehen ist, daß mau ein diliomu aus ihren OMckuu* trinkt, so habe ich doch auch einige reizende lyrische Gedichte aus * »ilioum: Toasltt'M'l, 0,,3n!<° : Fußbekleidung. dem 16. uud 17. Jahrhundert durch meine slavischen Frcuude erhalten, die Zeile für Zeile gcdaukcn- und worttrcu übcrsctzt warcu nnd die, wcnu mau die Epoche berücksichtigt, in dcr sie entstanden sind, die Zeit nähcr rücken, wo nntcr dcr segnenden Palmc dcs Fricdcns sich dcr Sinn für Romantik auch nulcr dcn Bergbewohnern dcs altcn Illyriens entwickeln nnd das beabsichtigte Meisterstück dcr Schöpfnng, das Weib, in die Rechte dcs Abendlandes trclcn wird, wo sich das schöne Geschlecht so an.n'nchm mit Sccptcr und Kronc iu der Gesellschaft bcwcgt, dcr belebende Sonnenstrahl wird, dcr allcs beleuchtet, erwärmt, veredelt, ja sogar oer-guldct, wcnu letzteres zuweilen auch nnr illnsorisch, galvanisch ist und wcnn nns die Eftcctral-Analysc anch gezeigt hat, daß manchmal ganz sonderbare Elemente in jenen erwärmenden Strahlen vorkommen. Jedenfalls müssen die Südslavcu crlaubcu, daß der Mann ihren Frauen dic Hand küßt, statt die sciuige zum Sklavcu-knßc zu rcicheu; jedenfalls müssen die Fraucu zu Tische sitzen, statt zu bcdicncu; und das Manlthicr muß nicht dcn Mann mit dcr Pfeife in, Munde tragen, während daS Weib schwer beladen zn Fuß daneben cinhcrschrcitct; jedenfalls muß die abscheuliche Redensart: Mcin Weib „mit Respect zu melden," dic noch so gebräuchlich ist, verschwinden nnd dann erst wird eine südslauifchc Universität verdient nnd von Nutzen scin. Dcr dankbarste, ich möchte sagen merkwürdigste Theil des Studiums dcr serbischen Poesie bleibt abcr die Parallele, ich meine dic Anffindnug von ähnlichen Gedanken, ja sogar von anffallcnd ähnlicher Bchandlnng dcs Stoffes uud dcr Darstcllnng mit audcru uns bekannten deutschen Dichtern. Das Metrum kann dabei natürlich nicht in Betracht gezogen wcrdcn, da das Original meistens nur 6- oder lOsilbigc Zeilen kcnnt, selten reimt uud auch dcu Reim, wo cr vorkommt, bald zu Ende, bald iu die Mitte des Verses anbringt, ja ihn sogar oft durch Alliteration crfctzt. Ebcn so wenig kann hicr von ^Ill^i^n, von Gedankcnranb dic Redc scin, sondern solche Parallelen rechtfertigen uur glän^cud die Worte dcs liuddi Ilen ^llil^ in Gutzkows Uiicl Acosta: „Allcs schon dagewesen" und bestätigen anf das glänzendste Göthcs Behauptung iu scincn Marimcu und RcflVrioncn: ,Mcs gcschcidtc ist schon cimual gedacht wordcn, cs kommt nnr daranf an, cs wicdcr zu dcu-kcu!" — Der wahre Eosmopolit, der eigentliche Weltbürger, bleibt somit in allcn Ländern bci allen Völkern dcr Poet — scin großes Vaterland ist dcr Planet, auf dem er lebt und schwärmt und dichtet — seine Gedanken müssen sich mit jcncn scincr B:üdcr im Gcistc bcgcgncn und frei von NationalitätS-Schwindcl ist ihm jcdcr Gleich-denkende ein Bruder, ob er ihu nun Brnder, üuwr, srnwlis», fr^ro, draw, drotder, wratain, uärypiiH oder XMe« :c. ansprechen mag, und der zollfreie Gedanke, — auf dcu bisher auch die verzweifeltste« Finanz-Minister weder eine Kopf- noch cinc Eonpon-Slcucr lcgcn konnten, obgleich man eben vom Kopfe die schönsten Eonpons abschneidet -— der Gedanke kommt seinem Schöpfer gleich: Dcr Gedanke hat kcin Vaterland. Nebst dcn Parallelen, die ich aufgcfuudcu. überlasse ich cs dcm bclcscncu Lcscr, noch audcrc, vicllcicht weit treffendere aufzusuchen nnd verspreche binnen knrzcut eine größere Sammlnug solcher übersetzter Gedichte, für dic ich Parallelen kenne, zn veröffentlichen. (Fortsetzung folgt.) 2187 Grundbesitzen,, theils von Geistlichen aus der Gcgcnd von Hippach herrühren, sind bezüglich der zweiten Rede des Abg. Grcntcr nicht erschöpfend, weil mehren drr Zeugcu bereits früher die Versammlung verlassen hat» ten. Sic erklären dieses dadnich, daß, wie der eine Zcugc sagt, cs ihm vorgekommcn sei, als ob ein so hochg'stcllter Hcrr doch nicht so brutal nnd roh sprechcn solle, wie das in der erstcn Ncdc geschehen ist, nnd das; cin zwcitcr Zcngc sagt, daß dcr Kaiser doch cin viel zn fester 3Nanu sei, um sich durch seine Räthe oder dnrch Vertreter irgendwie bccinsinßcu zu lassen. Ein anderer Zcngc sagt, er habe es nnpasscud gcsnndcu, daß bci Behandlung von blos geistlichen Gegenständen anch weltliche Personen mit hincingczogcn werden; allc Zeugen aber Halm, die erste Rede dcö Abg. Grcntcr gehört, einige haben dctaillirtc Auslnnflc über dicsclbc gegeben, andere hielten sich clwas icservilter und im allgemeinen wurde von ihncn der Sinn dcr Ncdc gegeben. Um die zweite Rcde würdigen zn können und die ganze Richtung, iu wclcher damals dcr Herr Abg. Grcutcr gesprochen hat, zn erkennen, greift dcr Berichterstatter anf ciüzcluc Stellcu aus der ersten Rede zurück. Nachdem über die Freimaurer und dcrcn verderbliche Bestrebungen gesprochen war, ging der Redner zur Vcspicchuug dcr liberalen Grundsätze über und sagte: „Dcr Feind nlnßtc gewahren, daß in Tirol cin gewaltiges Fcner dcr Freiheit brenne, aber was eine andere Freiheit ist, vor dieser müssen wir nns hüten. Worin besteht dicsc Freiheit? Mcrll cö cuch, katholisches Volk! Eure Aufgabe ist: Gott erkennen und dienen nnd scli^ werden. )iili, sagen sie, cs besteht die wahre Freiheit darin, das; man sich ac^ci, jedes Gebot Gottes empört. Wer sich unter der Woche kein Fleisch kaufen kaun, der frißt es am Freitag, um zu bcwcis.u, daß er frei ist. Das ist dic Freiheit. (Heiterkeit.) Wir haben cin großes Gcoot, daß wir dcn Nach-stcn lieben sollen als einen Mi'lcrlö'stcn. dcr berufen »st, mit nns Theil zn nehmen an dcn Freuden des göttlichen Hcrzcus. Das ist gegen die Freiheit der Kir-chenfcindc. Worin besteht die? Daß kcin Mensch vom Papst und Kaiscr an bis znm Bettler vor dieser Näch< stenlicbc dcr Liberalen sicher ist Je mehr ciurr verwundet und jc dickcr er die Farbe der Li'^e nnfträgt, lin dcslo gioßcrcr ^ibcralcr ist cr. Im Namen dcr Freiheit ruse» sic l>aS Voll auf, dcn Eid dcr Tanfr nicht zn hallen; cin Voll zu verführen, um dcn Trost dcs Sterbens zu bringen, das ucnnen dusc Herren cinc Fördcrnig dcr Freiheit. S>c sagcn freilich: Was kümmere ich mich um Dinge, dic ich nicht sehe; was ich nicht sehe, das glaube ich »icht." (Heitcltcit.) Darauf folgen einige Anolassnn^ci,, die mchr dmch ihre derbe Form als durch ihre sonstige Beziehung zu dem vorliegenden Falle auffallen, sodann hc,ßt cö aber: ,E>ncr unten im Rcichslathc hat vor mir gc-sngt, cbcü darin bestehe die wah,c illeli^iou im Staate, daß er keine Religion mehr HM. Mir hat cö dnrch daS Herz gestochen, als dcr Indc so sprach. Dadurch beweist dcr Staat seine Religion, daß er keine hat, wie ich nicht beweisen kann, daß ich eincn vollen Gclobcntcl habe dadurch, daß cr lecr ist ! Ihr könnt anuchmcu, daß allc jcnc, dic lcinc Ehrfurcht vor dcm Nnmmcr eines katholischen Famillcnualcrö habcn, auch lcinc Ehrsnrcht vor dem katholischen Gewissen habcn, und noch weniger cinc Ehrfurcht vor dcm Gclddcntcl, und wcnn diese Redner an das Ruder kommen, dann werdet ihr schcn, wie diese Voltsfnhrcr, nachdem sic das Ocwlsscn ruinirt habcn, anch init dcm Geldbeutel fertig wcrdcu." Eine andcrc Stelle lautct: „Ich habc das Wort mit eigenen Ohren gehört, daß man von Seite einer unheimlichen Partei nicht bloö die Vcibcr curcr Kinder verlangt, wcnn dcr Staat in Bcdrängniß ist, sonder» anch dic Seelen. Aber das nic nnd nunincr; dic >öcclcn verkaufen! Daruin sci VcrcinoprüscS in deiner Familie; auch dcrjcuige, dcr cin Amt hat, soll Vcreinspräscs werden nnd viulcnchtcn. Was mich heute besonders frcnt, ist, daß ich so viele jnngc Gesichter sehe. Dic möchte ich ermuntern, daß sie furchtlos ihre Ueberzeugung ans sprechen. Wic cs cincn Engcl gibt, dc.n znm Schntzc ganze Vändcr anvertraut sind, so muß cs einen Teufel gcbcn, dcn dcr Fürst dcr Höllc ausgesandt hat, um uns Tiroler zn verführen; so hat cr cincn dummen Teufel ansgc-saudt- (Heiterkeit). Iu Wicu hat cr unvorsichtig ausgerufen, dcr dumme Teufel: Dcr grüßte Theil dcs tiro-lischcn VolkcS hat der Sache dcr heiligen Kirche und dcs Papstes entsagt." Dcr Äcrichlclstattcr verlicSl darauf die incrimi. uirlc Stelle ans dcr zwcitcn Rcde nach dem vorlieucn< dcn Stenogramme; tmsclbc lantct: „Kc-n ta'hulischcr Tiroler kann den Wahlspruch der Väter vergessen, w» habcn unscrc Ehrfurcht gegen das Obci Haupt dcr ka-tbolischcn Kirche bezeugt, wir habcn über ,m vierte» Gebote uicht blc,i< gc^cn die geistliche, sondern auch gegen die Hclll'chc Obrigkeit ciu^ hcil'gc Pflicht, und dcn Katechismus ciudcrn übc> lassen wir anderen. Dar-um wollen wir unseie Pflichten in dicscm Augenblicke erfüllen gegen unseren schwcrgcprüflen Monarchen, der seit seinem 18. Jahre die Dorncnk,0"e tragen mußte, und wenn Wir manches zn beklagen habcu, cr Hai keine Schuld. Wer hat ihm den Ruth gcgcbcn? Fraget diejenigen, ihr Zillcrthalcr, die das Voll ihm als Räthe zur Seite stellte. Im Ncichsruthe sind Gesetze bcschlos-scu wordcu, die die R'cchlc dcr Kirche angreifen. Hat sie dcr Kaiser angetastct? Nein, die Vertreter haben ihm gesagt: Wcnn Du dies Gesetz nicht nntc« schreibst, so hast Dn Mord und Revolution in Deinem Rcichc! Habcn wir nicht Grnnd, oaß wir nnserc Eh,furcht vor dcm gcsalbtcn Kaiscr anssprcchen? DaS katholische Volk muß dcm Kaiscr rathen hclfcn, damit man nicht Adgcoldnctc wählt, die lcinc Ansgabc habcn als dic Religion und Braut Jesu Christi zu schmäheu, wic ich es mit meinen eigenen Ohicu im RcichSralhc gehört. Das werdet anch ihr! Mit um so größerer Begeisterung werden wir cin Hoch anf dcn Kaiscr auSvrin» gen. Wic Tirol leben soll, wic dcr Papst, so lebe auch hoch unser apostolischer Kaiscr Franz Joseph 1." Der Berichterstatter constatirt aus dcn Aussagen fast aller wclllichcn Zeugen, daß dcr Eindrnck dcr bci-dcn Rcden dcs Abg. Grcnter auf die Vcrsammlnng cin durchaus ungünstiger gewesen sci. Ein Zcugc hat ei-tlärt, es sci ihm dic Geschichte wic eine Komödie uor> gekommen, cin anderer, cö sci bcdancrlich gewcscn, daß Hcrr Grcutcr in ciucr Wcisc gcsprochcu hat, die an» nchmcu lassen mußte, daß cr cin sehr großes Ansehen bci dcr Regierung genießen müsse, um so sprechen zn dürfen und von einer anderen Seile ist gesagt worden, die Vcrfammlnng sci ziemlich glcichgiltig geblieben. Die Leute seien aus Ncugierde gekommen, und nachdcm dic crstc Rede des Herrn Greutcr vernommen war, sci die Versammlung znm Thcil dnrch daS Hinweggehen dcr Vcnte anfgclöst worden. Andcrc und darunter dcr 7()jährigc Laudmann, dcr als Redner auftrat, hoben hcruor, daß man gar nicht wnßte, was in dcr vorgelesenen Resolution enthalten sei, weil man dicsclbc theils gar nicht höllc, thcils dcrcn Ilchalt nicht begriff, theils abcr anch die Allocution, fm wclchc gedankt wnrdc, nicht tonnte. Namentlich jener 70jährigc Sandmann erklärte, er halle zwar die „Tirolcrstimmcu," in welcher dic Allo» culiou des Papstes gestaudcu habcn mag, abcr gclcscn habc cr die letztere niemals. Der Untersuchungsrichter hat sich an die Statthat-lcici nm Anstnnstc über die politische Hallung dcs Herrn Grcnlcr gcwcndct. Dirsc erklärte, daß dic Thä» ligkcit des Abgeordneten Grcutcr als salcheu sich ihrer Kritik und ihres Urtheiles entziehen mnssc und daß sic sonst im allgemeinen bestätigen könne, daß dieser Abgeordnete bis zu seinem Einlrittc in die politische Arena mit Eifer seinem Amte und Bcrufc tadellos obgelegen sci und daß cr auch alö k. k. Gymnasialprofessor in Innsbruck im Februar 1868 keinen Ausland gcuom-mcn habc, dic, mwclbrüchlichc Befolgung dcr SiaatS^ ainüd^csrtzc zn geloben, wic dies von Seite dcr Beam» lc» damals all^rmeiü gcschnh. Auf Glliud diesem Uiilcisiichun^smalcrialS hitt dic Siaalsanwaltsch^ft, welcher dcr Act vom Untersuchungsrichter übcimitttlt wnrdc, dcn Antrag gcstellt, wider dcn Abg, Grcuter dic Spccialuulcrsnchmig wcgcn dcr Vclbrcchcn d.'r Maj^stälsb^lcidignng nnd dci Slöruug dcr öffentlichen Nuhc cinznleitcn. (Schluß folgt.) Parlttllmüarischcs. Wien, 18. Occcmber. Im B udgct-A u ssch u ß dcs Abgcorductcnhanscs tamcn gcslcrn die 3i a ch t r ag s° c r e d i t - F o r d c r n n g e n dcs Fina nz m i i, i ste -r i nmS znr Verhandlung, nnd Bcrichlcrslattcr Dr. von Pcrgcr stellte dcn Antrag, daß dcr geforderte Eredll znr Herstellnng dcr conuertirtcn Staatopapierc im Bc-trag von 20^>,000 fl. für das Jahr 1808 bewilligt werde. Bei diesem Anlasse stellte er zugleich auch dcn Antrag, daß unter Eincm im Bndget fnr I8»>!) dic wei-lcrs von, Finanzministcrinm zn dcmsclbcn Zwecke geforderte Snmmc von 1?0,(X)0 ft. gleichfalls bewilligt werden möge. Bezüglich der zwcitcn Nachtragsfordernng beantragte der Referent die Abslrcichnng dicscr Snmmc, weil cr principiell gcgcn dic Umniccholung dnrch Baukhänscr sci, und stellt dcn Antrag, cs möge dicsc Uinwcc!!slnng an dcn verschiedenen Orten des Auslandes dnrch kaiserliche Beamte, uud zwar durch je cincn vom Eassc- nnd cincn vom Rcchnnngsfachc, unter dcr Aufsicht dcs österreichischen Eonsnls, vorgenommen wcrdcn. , Finanzmiuistcr Dr. Brcstcl machte dagegen gcl-teud, daß cr die Umwcchslung dnrch Bankhäuser sowohl wegen der Sicherheit als auch wegen dcr Schnelligkeit dcr Durchführung dcr Eonvcrtirung in Vorschlag bringe, nnd daß ihm im wesentlichen daran gelegen fei, dic principielle Anschauung dcS Ausschusses und womöglich dcs Hauses iu dicscr Angelegenheit kennen zn lernen. Wao jedoch dicsc Nachtragssurdcrnng bctnffc, müssc cr crtlä ren, dieselbe sci dcohalb überflüssig gcwordeu, weil dic Umnicchslung in dicscm Jahre (1868. uicht mehr crfol-gcu löunc, indem dic dicSfülligcn Papiere von dcr Staats-schnldcn'Eonlrols-Eonuuission noch nicht contrasignirl worden sind. Au dcr Debatte bcthclligtcn sich die Abgeordneten Wintcrstein, Petrino, Hopfcu. Vanhans nnd Gustau Groß, welche sämmtlich für das vou dll Ztcgicrung anfgcstclltc Princip cinlrctcu; bei dcr Ab» stimluung wurdc die Bewilligung dicscr Nachtraasfor-dcrung abgclchnt, für dcu Referenten abcr dic Ansicht dcs Ausschusses dahin ausgesprochen, daß die Um-wechsln » g d n r ch Baut h äuscr llu d llicht durch kaiserliche Beamte zu erfolgen habe. Ferner wurdc uoch beschlossen, daß tic einzelnen Referenten über das Budget ihrc Berichte mündlich zu erstatten habcn, und nur bci wichtigen nud viclcn Abänderungen in dcm Detail uutcrlicgcnden Theilen des Budgets seien die Anträge dcr Rcfcrentcn zn antoara-fthircn uud erst uachdcm der Ausschuß darüber Beschluß gefaßt, dic diesfälligen Berichte in Druck zn legen uud zu vertheilen. Locales. — (DerFestgruß des Grafen AntonAuers- pcrss,) dcr bci dcr vorgestrigen Pcrfassnnsssfcier ans eincm Privatschrc-iben dcs gefeierten Mannes mitgetheilt und mit rauschcndem Beifall aufgenommen wnrdc, lalltet: „Mein noch immer etwas leidender Körper legt dem Schn-suchtsflugc dcs Herzens lä'hmeude Fesseln an, doch weile ich bci dcr schönen Fcstfcicv im Geiste mir meinen besten Wünschen und innigstem Antheil bei Ihnen, dem Vereine zu seinem erfolgreichen Streben ein herzliches „Glückauf", seinen Mitgliedern aber, meinen Gesinnungsgenossen, cin treu gemeintes: „Harret aus und haltet fest!" im Geiste zu^ rufend, denn auszuharren gilt es im uoch uicht geschwsscucn Kampfe uud festzuhalten das bisher Erreichte." Der Ncichsraths-Abgeorductc Kluu hat dem constilutwnellen Vereine folgenden, mit dem lebhaftesten Veifallc aufgenommenen Festgruß auf telegraphischem Wege zugesendet: „Den Versassnngsfreundeu beim Bankette brüderlichen Gruß! Im Kampfe für Licht uud Freiheit gilt treues Festhalten au der Verfassung. Auf dieser Grundlage fovtzubaucu für Freiheit, Bilduug uud Wohlstand dcs Volles ist Pflicht dcr Verfassungsfrcuude. Wer anf dicfem Bodeu steht, uach dicscm Ziele strebt, ist ohne Rücksicht auf Nationalität ein wiMonnueuer Mitkämpfer. Hoch die Verfassung! Hoch Kram! Hoch den verfassungstreuen Kämpfern in Kram!" — (Svarcasse.) Iu der am 17. d. M. abgehaltenen Versammlung dcr Vereiuömitglicder ist außer der bereits iu unserem samstägigeu Blatte mitgetheilten Herabsetzung des Ziusfusses bei Faustpfändern anch uoch beschlossen worden, daß den vier Stndircndeu dcr Technik, welche ein Sparkasse-Stipendium von je 150 fl. genießen, die zwanzigpcrzentige Emtomnieusteuer vom ll. Semester des Schuljahres 1868^1869 im jährlichen Betrage von 126 fl. aus dem Reservefonde bestrüteu werden soll. — Auch ist aus Anlaß der uahendeu Weihuachtstage zur Errichtung eines Christbaumes iu dcr Kleinkiuderdewahraustalt ein Betrag von 5)0 fl. und zur Betheilnng mittelloser Kinder dnrch den Citalnica - Francu-Verein ein gleicher Betrag votirt worden. — Die letztere Vcrtheilung hat gestern Vormittag bereits in der Üitalnica stattgefunden. — (Herr AloiöWaldhcr r), Eigenthümer der hiesigen, seit Jahren im vortheilhciftcstcn Renommee stehenden ,Lehr- und Erziehungsanstalt für Knaben, hat vom hohen ^Unterrichtsministerium die Bewilliguug erhalten, stacttsgiltige Zeugnisse ausstellen zn dürfen. — (Kamm ernin sik.) Dcm Vernehmen nach beabsichtigen mehrere hiesige Musiker im Laufe der Fastenzeii zwci Kaunuernlllsiksoirecn zu veranstalten, in welchen Streichquartette, Trios, Quintette u. s. w. zur Aufführung gelangen sollen, welche dnrchwcgs hier noch nicht gehört worden sind. Die Unteruchmnng soll anf dem Wege der Subscription sich der Theilnahme versichern. Wir glauben das Unternehmen cin sehr zeitgemäßes nennen zu sollen, welches sich der Theiluahmc jedes wahren Mnsitfrenndes versichert hallen darf. — lScklubuerhandlllnqen) beim k. k. Lan-des^ericbte Laibacd. Am 23. December. Margalrib Kavla: ,Nfsmosd : Fianz Aencan : Tortscklaq - Lucas t§,u»c>c: lä)w»'le tö'pfilich!,' Vcsch5viqunq i Lucao Gios^lj: scbwere löspeilicbe Alichclnisslnili i Geolg Dolenc: schwele iölvt>l-lickr Arschädiqun^ i Iod^nn Smt>l>j: schwere töiperliche Vrsckädigung: Johann Marto: Dirbslahl. Mouatsvcrsammlulnt deö Musealverrins.' Dic frcitäqigc Versammlung dcs Muscaluercincs war sehr zahlreich besticht und wurde in Verhiudcrnug dcs Obmannes vom Verciusschriftfi'chrer Custos Deschmann eröffiiet. Derselbe theilte ein vom Ehrcmnitgliede Herrn Hofrath Nokitansky ihm zugclounucues Cchreiben mit n^orin dicscr gefeierte Mann der Wissenschaft den, Vereine für die Erneuuuug zum Ehremnitgkcde dcn Tank nebst den wärmsten Sympathien für die Ve'reinszwccte ausspricht. Als neue Mitglieder wurdeu iu dcn Verein aufgenommen, die Herren: Dr. Pungratz, Advocat in Laibcich, Apotheker Ottotar Schenk nnd Moriz Schenk in Vaibach. Die weiteren Mittheilungen der Vortragenden bezogen sich auf neue dem Vereine zugekommene wissenschaftliche For-schnngeu uud Veröffentlichungen, welche entweder vom allgc-memen Interesse sind, oder' speciell auf die Naturgeschichte des Bandes Bezug nehmen. Zu dcn ersteren gehöreu die in der gediegenen von 3r. Ielinct und Hann rcdigirtcn Zeit' schrift der österreichischen Gesellschaft für Meteorologie in den Nummern 23 und 24 erschienenen Aufsätze über die Sternschnuppen dcr heurigen Noocmderpcriodc, welche besonders von Sccchi in Rom mit aller wüuschcnöwerthen, * Mgni Vnhliidcruiiss uiiscics Vcnchicrstatt^ ciltiichmcn wir nachstcheüdc» Bericht dcm „Laib. Tagdlatt." 2188 wissenschaftlichen Schärfe beobachtet wurden. Das Phänomen el.twickeitc sich in den südlichen Bändern in jener Pracht, in der cö auch in Kram gesehen wurde, besonders glänzend tvctt es in Rom und Madrid auf. Das lebhafte Interesse der Anwesenden nahm die Vorweisung der neuen geologischen Karte Oesterreichs in Anspruch, welche ans Grundlage der neuesten Forschungen der geologischen Reichsanstalt vom berühmten Geologen Hauer herausgegeben wird. Bisher sind drei Alattcr davon erschienen; über das erste hatte schon seinerzeit Äergrath Trinker im Vereine berichtet, das zweite umfaßt Kram und die Nebenläudcr, das dritte Blatt enthält Dalmalicn. Die einzelnen Formationen sind durch eine eutsprcchcudc Farbcuskala iu Tondruck hervorgehoben. Die Auschaffuug dieser sehr lehrreichen uud vortrefflich ausgeführten Karte ist allen jenen anzuempfehlen, welche sich im kürzesten Wege eine Belehrung über die geologische Beschaffenheit unseres Bandes verschaffen wollen, sie sollte in jeder höheren Echule nnd öffentlichen Bibliothek vorhanden sein. Einen sehr schätzbaren Beitrag zur Kenntniß der trainischen Alpe hat Herr Alfons Pavich von Pfauen-thal n»it seinem Aufsatze: „Ueber den Grintouz in den Steiner Alpen" in dem soeben erschienenen 4. Bande der Jahrbücher des österreichischen Alvenvcrcins . geliefert. Die geographische Gliederung jenes mächtige» Alpcn-zugcs erfährt dar ill eine fehr klare Darstellung uud es ist nur zu wünschen, daß dic bisher beinahe gänzlich vernachlässigte Erforschung des Baues nnserer herrlichen Alpen durch ähuliche Schilderungen bereichert werden möge. Eine weitere beachtenswerthc Arbeit botanischen Inhaltes, die zwar nicht das Vand Kram, sondern das in pslanzeugcographischer Beziehung mit diesem anf das innigste verbundene Görzer Gebiet berührt, brachte das Programm des Görzer Gymnasiums in dem gediegenen Aufsätze über pflan z cnfthänologis ch c Verhältnisse s ü r G ö r z von Professor Fr. Kr a san. Die darin vorkommenden Angaben über die verschiedenen Erscheinungen des Pflan-zenlebcns, über die klimatischen Verhältnisse von Görz und ihre Wechselbeziehungen zur Vegetation, denen ein Blüthentalcnder von 492 Arten folgt, bieten Anlaß zu Vergleichnngcn zwischen dem Klima Krams nnd des Küstenlandes. Der Verfasser, ein geborener Küstculäuder, hat in fachwissenschaftlichen Zeitschriften bereits mehrere Aufsätze über seine botanischen Studien veröffcnzlichl, und es ist in Zukunft von seinen eingehenden Iorschuugeu manch schöner Beitrag znr Kenntniß der illyrischen Flora zu erwarten. Auch ausländische Naturforscher bethätigen ihr Iu-teresse für die Naturgeschichte Krains dnrch wiederholte Bereifungen des Vandes. So hat der Secretär ^er eutomo logischen Abtheilung der schlesischen Gesellschaft, Dr. Gnstav Joseph, insbcsonders den trainischcn Grotten sein Special-stndium zugewendet. Er veröffentlichte dic Resultate seiner euto!nologischl.'n Exkursionen in Kram nnd im Kiistcnlande im Sommer 1^64 in den Schriften der genannten Gesellschaft. Seine neueste Enldeckuug in den Kramer Grotten ist eine winzige, eigenthümlich gebaute Afterspinnenart, die eine neue Familie der Arthrograstren-Ordnnng bildet. Dr. Joseph nennt sie ('v>)!>c!'!!l!m!mi!,'» ic-oiiü,^. Er entdeckte das Thier znerst in einem einzigen Eremplar in der mittleren Lnegger Grotte in Innertrain int Jahre 1865. Im Sommer dieses Jahres gelang es ihm, es auch in anderen Grotten, und zwar gewöhnlich in den vorderen noch vom Tageslichte erhellten Räumen, nnd zwar am hänsigsten am Eingänge der Grotten aufzufinden. Die neuen Fundorte fiud: Eclerjova jama, Eovenca bei Et. Kanzian nächst Aich, Grotte ober Strug im dürren Krain und von Obergurt in Untcrlrain. Das Thier liebt mäßig feuchten Boden mit abgefallenen Blättern, wo sich zahl^ reiche Podurellcn vorfinden. An ganz trockenen oder fehr feuchten Orten kommt es gar nicht vor. Die mit bewunderungswürdigen! Fleiße gelieferte' anatomische Beschreibung dieses winzigen Grottenbcwohners nebst einer Kupfertafel, welche die vergrößerten Details der Anatomie diefcs Thieres mit Meisterschaft ausgeführt enthält, wurde vom Verfasser dem Musealvcreine für das Musealheft eingesendet, mit der freundlichen Zufage, noch audere wifseuschaftliche Arbeiten über die unterirdische Fauna Krams zu liefern. Von auderen dem Mnsemn zugetommeuen Geschenken wies der Mnfealknstos ein von Herrn Victor G a l e eingesendetes Prachtexemplar der Schellente i^Vuu.8 dun-ßuili) vor, und dcmonstrirte den merkwürdigen Bau der Luftröhre dieses Vogels, welche in der Mitte eine sackförmige Ausweitung bildet nnd nnten in einer mit knöchernen Bögen umgebenen knorpeligen Anfchwelluug endet, welcher dic dciden Bronchialästc in die ^ungc entsendet. Bou einem Geschenke des Herrn Apothekers Ottokar Schenk, aus Münzen, naturhistorischcn nnd andern Gegenständen bestehend, wurde ein Prachtexemplar der echten Perlmuschel «Mle^rinu niur^i-itM^) nnd des Ccc-vhrs (I^Iioti» Il'il>) vorgewiesen. Herr Bcrghcmptmann Trinler übergab dem Museum ciu großes ^alksliick mit Auöwitteruugeu vou Eukri-niten, die das Anssehcn versteinerter Raupen haben, vou der Umgebung des Nnart'schen Bergbaues ober Sava. Dieser Kalk gehört der Trias an, und cs kommen die nämlichen charakteristischen Vcrsieiucrungeu auch bei Pri-stava ober Jauerburg und auf der Bcgunschiza vor, von welchem letzteren Standorte sie nach einem in den Mnseal acten erliegenden Schreiben des Forstbcamtcn Eaytota als versteinerte Ranpcnnestcr an das k, Mincralieukabinct im Jahre 181? versendet wurden. Dieser Kalk läßt sich wie Marmor schleifen, er liefert prächtige Durchschnitte der Enkrinitcngliedcr nnd würde sicherlich als Briefbeschwerer u. s. w. mit Erfolg verwendet werden können nnd einen gesuchten Artikel bilden. Weitcrs besprach Eustos Des ch mann nnter Vor weisung der bezüglichen Pflanzen mehrere von ihm in jiiug' ster Zeit gemachte botauischc Funde, von denen (Ärsx tili-l'ormiu I,. vom ^'aibachcr Morast und ^icru^iunl nu;6-N108UM >V. X. vom Iantschberge, bisher in Krain nicht bekannt waren. Als neue Fuudortc wurden mitgetheilt: für die bisher in Krain blos von in der Ifchkafchlucht bekannte Schwarzföhre (?imi8 niFri(HN8), einer der wich tigsten Nutzbäumc, die Morobitzer Alpe in Gottfchce, an deren steilen Abstürzen gegen das Kulpathal sie sehr häusig vorkommt; die prächtige ^lekiu, 8M!w«ti in Banerugärleu bei Morobitz, der bisher blos vom Schnceberge in Inner-krain bekannt gewesene ^ärajuntimk Iviwidolii ebenfalls von der Morobitzcr Alpe ober der Loska stcua; dic für den Karst charakteristische ^ulimnüt!!:», tlivmii'oli^ vom rechten Saveufer zwischen Podrecje und Maucic. Der eifrige juuge Entomolog Herr Moriz Schenk übergab für das Museum eiuc sehr uctt zusaminengeslellte Sanllnlnng der trainischen ^anftäfer, nebst einer Beschreibung seiner in diesem Sommer gemachten entomologischen Exkurse aus dem Steiner Sattel, nnd nach Aoclsberg, Präwald und auf dem Nanos, woraus nnter Vorzeigung der hicbei gemachten Ausdeute auszugsweise mehrcrcs mitgetheilt wurde. Zum Schlußc sprach Realschulprosessor Pcrgcr über die Resultate seiner chemischen nnd misrostopischcn Untersuchungen des iil den hiesigen Wirthshäusern ausgeschenkten beliebten Unterkrainer oder Marweins. Unter dem Mikroskope zeigen sich in den Flüssigkeiten schwimmende Wcinstcinkristalle in großer Menge. Der Gehalt an Alkohol ist durchschnittlich 6 Prozent, an Weinsäure 0'tt". Der Vortragcude hob die diätetische Bedeutung dieses Getränkes hervor, dessen Kalireichthum 0'4<,/" Weinstein bei der Bildnng der für den menschlichen Organismus nöthigen Salze eine wichtige Rolle zu spielen scheint, weitere Forschungen werden die auf wissenschaftlicher Basis beruhenden Mittel uud Wege augeben, wie dieses beliebte Getränk verfeinert lind fchon bei der Kcllcrwirthschaft entsprechender, als es gewöhnlich geschieht, behandelt werden könnte. (Theater) Gcsteru hatte Frl. Arthur Gelegenheit, als Aschenbrödel im gleichnamig» Benedir'schcu Lustspiele ihr reiches Talent im «ollsten Mäste zur Oelttmci. zu dnngeli. «Vie begeisterte mil! durch ihre natürliche Darstellung dcü ofscueu kindlichen Oemi!t!ie>? ebenso, nnc sic lmö durch die 'I^äriue, mit der sic dic reine, innige ^iebc eines Ul>sch»ld<,w» den iibrigeu Diu stellern mir Herrn Moser aii^liehme», dessen Willo recht gut war, und allen-salli« Frl. Nagels Leistung >>lc< lobciii>' T ü ck c l liaben nämlich für dic anne» und flcihigen Schülemmeu der Mädchenläiule einen julchrn ermöglicht, indem sie bebufs dtsjen eme sehi zahlicich besuchte Tombola gcslclu v^ianslallelen, die Gewinne' hiezn aus den hiesigen GesrUschaftskreisen eibciten, und duich ibien Eifer uno ihre humane Thätigkeit sonach dei der Tombola emen Eitrag von über 77 si. öil. W. erzielten, aus dem am Stefauilage u»ter Aujst'llung eines Ll)l>stliaumcs anne fleißige Schulmüdchcu mit Kleideri, Sllümpfcn, Schuhwerl u. dgl. fesllich brtheilt norden. <3s wäre zu wünschen, dah auch die KnablN - Hauptlclnile ähnlicher Bescherung sich er» ireueu möchte. Vielleicht wätc es angezeigt, daß außer dcr Schule Stehende durch eine lleine Subscuption auch sür diese eine Wlihnachtöfleude ermöglichen würden. Neueste M- (3riginal°Telcgramm der „Laibachcr Zeitung.") Vieu, 22. December. Nnsiland schlaft den Vertrassömnchteu eine (fonfercn; betreffs Griechenlands vor. Die Vörsr war dnrch das Auslaufen der (»scadre aucl Trieft befremdet, sonst fest. Hofrath Echwab wurde ;u vier Jahren schweren Kerkers verurtheilt. W i en , 20. Dcccnlber. (G ii racr in c isterwaHl.) Dr. Fcldcr wurde hcutc mit ^4 Slimiucn zum Bürger-mcislcr von Wien gewählt; 29 Stimmen erhielt Nc-waldt, cine 5tilhn. Trieft, 20. Deccmbcr. Dic k. k. Eöcadre ist hellte i,m 8 Uhr Morgens in Sec gcgallgcn. Paris, 20. December. Der heutige ..Moui-teur" sagt in seinem Bnllctin: Wie wir gestern m>a.c-dcntct haben, scheint sich der Vorfall mit dem „Euosis" friedlich zn lösen. Die Oroßinüchlc, welche den Pariscr Vertrag voln Iahrc l85)(> unterzeichnet habcu, in voll- ständiger Uebereinstimmung, fahren fort in versöhnlichem Sinne zu wirken. Madrid, 20. December. Die amtliche ..Gaceta" cuustatirt, daß die Wnhlm überall ruhig verlaufen; nur in Ncmoliuo) der in Provinz Surugossa habe ciu täouflict zwischen dcn zwei Parteien dicscs Dorfes stattgcflindetl. Belgrad, 20. December. Die Regentschaft eröffnete hellte das BerfaffnngScomit« mit einer Thronrede, welche dic Nothimudisjkcit cincr lonstitutioucllcli Ncgicrunf,, die Ersprießlichkeit dcs Zwcitaiüincrfyftcms, dcr Älinistcrverautwortlichteit nnd der dnrch dic letztere bedingten Prcßfrcihcit betont. Die Thronrede hebt das souucräne Recht dcr Nationalversammlung hervor, zur Wahl dcr Dynastie, znr Ernennung der Regentschaft nnd Regelung dcr Thronfolge im Falle eines erbenlosen Ablebens deS gegenwärtigen HcrrschcrS. Das Bcrfas-siiügScoinil«'' wird morgen hierüber berathen. Telegraphische VHerkselcoursr. !iom 2 l. December. 5perc. Metalliques b8,25. — 5verc. M> talliqucs nnt Mai- uub Nlivember-Zinseu.''»!).^.— 5>perc.Na!i0!'al-A!!lehcn l!4,10, —^Ül'cr Htaatiianlehen W. - Bnnkacticn 057. — Cicditaciien 232 80. -London 12U2''. — Silber 118.5,0. - K. l. Ducateu 5,71. Handel' und Laibacher Geschäftsbericht liom 2l, December. Moilal»;: uill> Jahresschluß sind uor dcr Thltro, uni> was au Geschäslcu diese Woche uoch gemacht werdni wird, gehört fast auöschüeßlich dem Victualien-, Spezereiwaarcii:, Oalanlerie-und Nl0d>'händIer. llngeachlet der Etellnna., welche die Pfor'e uud Griechenland sich sse^enilder annehme-!, erfuhren die Preise des Getreides leine Slcia,er»»g und sind die Prei'e unsers jüngsten Berichtes nlö geltend an;!i»ehmcn. Fisolen sin» weichend; K lecsa >n c n cbciifalls lucichend ; Z wclschkcu s^hr mat!, uhne Nnftra'qc; Leinsamcu weichend : Houiss bei schwachen Zufuhren f st; Tischlerleim fehlt a.ttn;lich; Pottasche bei mangelnden Vorräthen nicht be-gehit; Sau c rkraut geht ziemlich flott; Kuopper n sind e!wa^> beliebter; Zucker seil der lebten Gteigernn^ nenerding^ fl. ". höher, daher sich dcr Artikel in, Ganzen (seit Vesserw^'rden der Preise) nm circa fl. 2 gehoben hat. Tistirung der Lieferfristen auf der Slid« bahn. Die AilriebsdirictillU macht belannt, daß wegen des auheiordlütllchen Flachtcuandranges oie LieseifrisU» auf dei Südbalni und deren Nebeüli.nen nicht tixge-halten werden lonncu. Filr die hieiaus entstehenve» TchH' den ilbeiximmt die Gesellschaft keine Haftung, worauf nie Geschästc-wl'lt ^sonders aufmerksam c,emacht wicd. Die Direction veispricbt jeduch , allc Mittel aufzubisle" , UM die Vefo,veiling der FrachtcziUcr soviel als mißlich zu beschlni« »igen. Hiraittl'lirg, 21. December. Auf dein hculigeü Markte sind crschieueu: ^0 Wagen mit Getreide nnd 3»i Wagen mit yolz, >W2 Stiick Schweine (12--20 kr, pr. Pfd.), 2^ Wiigcu mit Speck, Durchschnitte-Preise. Weiden pr. Metzen 5 — Vntter pr. Pfund . — ^3? «corn „ 3 0N 'Eier pr, Stück . . — 2 Gerste „ - - Milch pr. Mas; . — 10 Hafer „ 1 8l» Nindsleisch pr. Psd. — 18 Halbfrnch! „ - — Kalbfleisch „ — 21 Heiden „ 2 s><) Schweinefleisch „ — 2s> Hirse „ 2 W Schöpsenfleisch „ — 15 Dlturut, „ 3 10 Hähndel pr. Stiicl — 24 Erdäpstl „ 1 40 Taubeu „ —, ^ linsen „ — — Heu pr. Zentner . .- ^ —. Erbsen „ — — ^ Stroh „ . —!-- Fisolen „ 4 82 Holz, hartes, pr.Klft, 5 80 Niüdöschmal; pr. Pfd. — 49 — weiches, „ 3 ü" Schuieiueschiualz „ — 40, Wein, rother, pr. Eimer 5,-- Spect, frisch, „ — 31 — wclßer „ .- — Speck, geräuchert, Pfd. — '10 Laudschtlftliches Theater. Heute: N5ildfc,»cr. Dramatisches Gedicht in 5 Aetcn, von Frd, Halm. " d^.1ölg7 ^24^'^. 1.7 lvmbstsü^ ttilbc ! 2l. 3 „ N. d24?H !-l- 5o windstill heiter 0.,>o 10 .. Ab. 32«.„!i ! -^ 1.4 ! windstill gan-, bew. Vormittag ttilbe Mittags Anjhcilerung. Sonniger Nachmittag. Abendrolh. Federwolteii anö N. gehend, später ganz bc-wottt. Das Tageömittcl dcr Wärme -^2-7", um 4 4° über dem Normale, ^^ VerantwVrillcher^Nsdaclellr": Icziu^u. 5l l e, um a y r. Danksagung. Fill die liebevolle Theilnahme wahrend dcr langwierigen Kraulheil des l. l- ^ber-Vcrgrathcö Hcrru Alois Allmann „nd für die Geleitiing demselben znr letzlcu Ruhestätte dantcu iüüigst die trauernd ^illlerflttelicllen. 2189 ^Nll'^nlll't'l«^ Wien, 19. December. Die Börse verfolgte eine weichende Tendenz nnd die Verluste sowohl der Staats- als Industricpapiere zählen nach Percentcu, wähvcnd Devisen ^»l^ftilU^^lU/z. und Valuten nach einer Ermäßigung von '/,„ pLt. sich noch nm '/,^ pCt hühcr alo gestern stclltcu. Vcrtehr sehr schwankend und beträchtlich. Geld aliondant. H2eftentlilt,e Schuld. k. des Staates (für 100 fl,) Geld Waare 3n c>. W. zu 5pCt. für 100 ft. 54.50 54.75 delta v. 7,, 18«« .... 59.50 59.75 detto rückzahlbar (i?) - . . 96.25 "«.50 dctto „ (^) . . . 95.- 95..'5 Silber-Aulehen von 1864 . . 70.- - 71.-- Silberaul. 1865 lFrcs.) rückzahlb. in3?I. zu 5pCt. für iW st. 74.50 75.-- Nat.-Anl. mil Iän.-Coup. zu 5"/« «4,10 !'4,25 „ „ „ Apr.-Eonp. „ 5 „ 63.80 «4. Melalliqueö . . . . „5„ 5810 5830 delto uüt Mai-Coup. „ 5 « 59.10 59,80 detto . . , . „4z,. 5>50 52 — Wit Vcrlu!, k. I. !^<» ,', 178.-- 179.- .. „ „ 1854 . , . 84.5 0 85.- ., „ „ „ 1^60 zu 500 fl. 88.50 88.60 „ „„„ 1860 „ 100 ., 95... 9.^,50 „ „ , .. 1864 „l00, 103.40 103.60 «lomo'ilieutcnlch, zu 42 !^.. -n^. 24.— 24 50 Dumaiuen 5fterc in Silber 11125 112.- Ij. der Kronläiider (für 100 ft.) Gr.-(5nt<.-Ovl verloöbar zn 5«/» 98 — 98,30 C. M. ^ l Mtimialb.anfo'.W.verloSb.5„ 93,30 93 50 Ung.Äod.-^rl!d.-')!usl. zn5'/, „ 9150 92.-Allc,. öst Vc,deu Credit,'Anstalt uVi'lcMar ,u 5"/^ in Silber 106.50 107 — dto.in33I.rUckz.zn5pCt.ino.W. 86.75 87.— ! Voy'e (pr. Oiüct.) ^ Cred-A.'.H n,G.z.100si.ä.W. 14850 149--' D°,!.-Dmpfsch.-G.,.100ft CM. 93 25 93.50 Stadtgein. Ofen ,. 40 ,. ü. W 33.- 33 50 Esterha,y m 40 fl. EM. -.- —.- Geld Waare Slllni zu 40 fl, CM. 42.— 43.— Palfsy „ 40 „ .. . 32 50 33 50 Clcni, „ ^0 „ „ . 38— 3^.— St. Genoi« „ 40 „ „ . 33 50 34.— Wiudischgrätz „ 20 „ „ . 20.— 2l — Waldsteiu „ 20 „ „ . 2150 22.50 Keljlevich „ 10 „ „ . 14.50 15.50 Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 15.- 15.50 Wecbscl (3 Mon.) Augsburg filr 100 ft slidd. W. 101 i--5 101.50 FraiitsiM n.M. 100 st. delta I0l.25 Id 50 Hamburg, für KXi Mark Bciülo 89 — 89.25 London für 10 Pf Sterling . 121 — 121.25 Pariö fiir 100 Franlö . . . 48.05 48.15 <«ourft 0er Oeldsortcn Gelt, Waare K. Mlinz-Ducatcu . 5 fl. 75 lr. 5 si. 76 fr. Nllpoleousd'or . . 9 ., 66 „ 9 „ 67 „ Rnss, Imprriül^ . - „ — » — ^ — ^ Vereint»thaler . . I ,. 78 „ 1 ,. 79 „ Silber . . 118 .. 75 „ 119 ,. — „ ' Kralnische OrnudelttlaNunc,« - Obligationen. Pri, ^llüwlirii'ia: 8tt,50 «N^ld. 90 Wn<,^°