Nr. 59. Donnerstag, den 22. Juti 1880. V. Jahrgang. Pränumerations-Bedingungen. F»r tkilli: Mit Pvft- -litt ... -j.s Versendung: . . J.w • • • J - H-idi-d«,, ... s.w »omi«»n#. . . . . . 6.4« flaun! .siiflfllimn (finzrlne Nummern 7 kr. Erscheint jeden Donnerstag und Sonntag Morgens. Inserate werden angenommen in »« der ..(Hin .ieitunj". £>n> rcnaaff« ftr. 6 (SnAbtutfcwt von Jotann Diatuitt;. ■uiaärtl nehmen Znlerale für die „Jiaifi .H'iinns ' *■*'• «- Uloflc in ib>n, nnd allen dedeulenden Slädlk, »< » Sonll»rn>U»>. tun- I reich in tVra«. «. Csmtlif unt *»IU. It »»»>». in W>cn> |>. "fistflc:. rffitunn#-«icnut in i Kl idach. » --- * Pas Schützenfest in Wien. Dir stolze prächtige Kaiserstadt beh'rbergt wieder eine stattliche Reihe von Gäste», welche von Fern und Nah' dahinxcströmt sind, um im friedlichen Mitkämpfe ein erhebente« Verbrüder-ungssest zu begehen. Au« allen Ländern de» viel-stämmigen Oesterreich, aus Deutschland, au 5 der Schweiz, ja sogar aus dem fernen Amerika sind schußgewandte Männer nach Wien gewallt, den mannerihrenden Spielen zu huldigen. Nur jene österreichische Stämme, welchen der Einheitsstaat da» lichtsteue Auge blendet, welchen eine deutsche Kundgebung verhaßt und verabjcheu-ungswürdig ist. sind grollend in ihrem Schmoll-wintel geblieben. Czechen, Polen und Slovenen glänzen in Ermanglung eines Besseren durch ihre Abwesenheit. Doch mögen auch die Feinde de« Reich»-gedankens mit scheelen Augen den Festesjubel ver-folgen und ihn mit hämischen Worten glossiren, sie werden sich der Einsicht richt verschließen, daß der ReichSgekanke neue Triumphe feiert und daß trotz der Zeiten Mißgunst da« Dentschihum seinen Platz bewahrt „vom Andrang unbewegt" gleich einem mächtigen FelS in der Brandung wildge-peitschte? Wogen. Enthusiastischer Festjubel durchjauchzt die Me-tropole, lustig knattern die Gewehre und die Schätzen, die schon so manchen Kernschuß abgegeben baden, sie werden auck diesmal in'« Schwarze treffen und als schönsten Preis des Feste« da» neugefestigte Bewußtsein der Zusammengehörigkeit in die Heimath mitbringen. Es gebricht uns an Raum die herzlichen Be-willkommnungen beim Empfange, welche den ver-schiedenen Schützenzügen durch die Liebenswürdigkeit der Wiener zu Theil wurden, zu schildern, wir wollen nur zweier erwähnen, nämlich den Empfang der krainischen Schützen und jenen der Steirischen. Beide Male wurden die Schützen durch den Rcichsrath» Abgeordneten Dr. Richard F 0 r -e g g e r begrüßt. Die schwungvollen, charakteristischen und mannesmulhigen Worte entflammten donnernden nicht endenwollende» Beifall. Zu den deutschen Schützen KrainS sprach Dr. F 0 r e g g e r ungefähr folgende«: „Seid gegrüßt, ihr herrlichen Gestalten au» dem Kramerlande, seid gegrüßt im Namen de» Ecntral Comite? und der Stadt Wien, welche euch mit den größten Sympathien empfängt; umsomehr wohl, ol« ihr au« der südlichsten Gemarkung deutscher Cultur kommt, in einer Zeit schwerer Bcdränqniß, um Zeugniß abzulegen von eurer ni.mal» geschwächten, niemals erlahmten Reich«treue. Wo aber" — setzte der Redner mit gehobener Stimme fort — wo aber sind all' die Andern? ... Wo sind die neuesten Stützen des Reiches, die au« Lindenholz, welche nunmlhr die alten felsenfesten Grundpfeiler au« deutschem Eichenholz ersetzen sollen? ... Wo sind sir, au« Nord und Süd?... Ihr aber habt recht gethan, zu unserm Feste zu erscheinen, zu dem | Feste der reich«treuen Völker Oesterreich« I ... Eine tbeuer erkaufte Lehre aber, meine Brüder, beherzigt: Sicherer al« der Lohn der Fügsamkeit ist oft die S i e g e« p a l m e d e S Kampfe«. . . . Und so sei denn in der alten ReichShauptstadt auf da« herzlichste willkommen, du mannhafte deutsche Schaar au« dem Krainerlanve, und euer Land, euere Stadt, sie leben hoch! hoch! hoch! Nachdem der rauschende Jubel, welcher nach diesen Worten »en Raum durchtoste, verhallt war, trat Herr Dr. R. v. Stöckl, dem frühern Redner die Hand schüttelnd, heran und dankte mit wenigen, aber bewegten Worten für die Aufnahme, welche den Krainer Gästen zu Theil geworden war. Zu den steirischen Schützen, welche am glei-chen TageNachmittag« eintrafen, sprach Dr.Foregger: „Da« Ecntral'Comitö de« Schützenfeste« hat mir die ehrenvolle Aufgabe zugetheilt, euch meine theuren HcimatSgcnossen zu begrüßen. Mit inniger Freude folge ich dem Rufe, euch dafür zu danken, daß ihr von den Bergen der grünen Heimat xe« kommen seid, al« Zeugen zum Wiegenfeste de« Schützenbundt«. welchen deutscher Gememsinn ge-gründet hat. um auf« neue zu bethätigen, daß seine altberühmte Kraft es ist, welche immer und immer wieder die oft wiederstrebenden Theile de« StaatSkörper« zusammenschließt. Und so wie ihr, ziehen freie Männer in Wehr und Waffen al« Sendboten aller reichStreue» Männer des Vaterlandes herbei, beseelt von dem Gedanken, sich al« Bürger und Schirmer eine« freie», einheitlichen und dadurch mächtigen Oesterreich« zu zeigen. So ziehet hin zum Feste, da« herrlich ist schon in seinem äußeren Prunke, großartig in seinem Ur» sprung, denn es ist dem stolzen Selbstgefühle de« Volke« entstanden, und da» gewaltig sein wird in feinem Erfolge, wenn wir laut unv offen verkünden, daß wir keinenSchritt breit weichen wollen von demBoden unserer frei» heitlichen und nationalen Errun« g e n s ch a f t e n , daß wir furchtlos und mannhaft unsre Mission erfüllen werden im ungetheilun Oesterreich, da« Banner der Eultur voranzutragen, bereit, unser Herzblut für da« Vaterland zu lasten. Feuilleton. Pie Gouvernante. Roman von S. Melnec. (8. Fortsetzung.) Sobald er nun Bianca al« guten Engel an seiner Seite wußte, glaubte er ihn vor allem Bösen, von eigener, wie von fremder Hand, ge-sichert. Al« er an jenem Abend Bianca von jeder Verpflichtung in dieser Hinsicht befreit, war ihm. al« habe er Werner'« TodeSurtheil autge-sprachen. Doch die Liebe für sein Kind siegte. Er sagte sich, daß ihr LebenSglück nicht auf da« Spiel gesetzt werden dürfe, um eine« Aberglauben« willen. Auch Werner kannte diese Prophezeiung, doch hatte er sie stet« verlacht. Nur ein Mal durchzuckte die Erinnerung daran seine Seele mit ahnungsvollem Grauen: als Bianca'« bleiche Lippen kaum hörbar flüsterten: — Erst müßtest Du mich t dten! Ein Schauder überrieselte ihn, so ojt die Er-innerung daran sich ihm aufdrängte . . . war er der letzte. Die Gruft auf?onauwalden hatte sich aber-mal« geöffnet und geschloffen, um die letzte Freiin ron Lossow aufzunehmen. Wie unbedeutend auch ihre Rolle in der Gesellschaft gewesen sein mochte, ihr Tod war doch ein Ereigniß für die Bewohner der Residenz, da man erfahren, wie eigentlich der Schreck Aber Roderich'« Tod die Veranlassung zu dem ihrigen geworden. Da« war doch sehr rührend und traurig, zumal da die sanfte, freundliche Frau keinen Feind hatte, sondern Jeder nur Gute« von ihr zu sagen wußte. Dann gab auch ihr Tod neuen Stoff zur Unterhaltung, indem man sich eingehend damit beschäftigte, wa« nun au« Bianca werden würde. Man hatte fast vergeffen, daß sie nicht Roderich Lossow'« Tochter war. War e« doch schon so lange her, daß besten Vermählung große» Aufsehe» erregte. Man hatte sich täglich über so viel Neue« und Unerhörte« zu wundern, da« weit interessanter und pikanter war, al« Lossow'« solide Heirat mit der zwar schönen, aber schwermüthigen und deshalb für die Gesellschaft langweiligen Italienerin. Jetzt, bei seinem Tode, tauchte da« Alle« wieder aus, und man beschäftigte sich einige Tage damit: ob wohl ein Testament vorhanden und wa« dasselbe für Bianca bestimmt. Fast ein» stimmig aber wurde angenommen, daß Letztere ja doch so wie so ihre« Adoptiv-Vater« Erbin sei, da unzweifelhaft nach Ablauf der Trauerzeit die Vermählung derselben mit Werner stattfinden würde. Die einzelnen Stimmen, welche zweifelnd da-gegen sich zu erheben wagten, wurden mit spöttischem, ungläubigem Lachen zur Ruhe der» wiesen . . . welches Mädchen in der Residenz würde wohl sich geweigert baden, dem jungen, schönen, reichen MajoratShlrrn ihre Hand zu reichend Bianca soß am Schreibtisch in ihrem mit eben so viel Pracht, wie Geschmack und Poesie ausgestatteten Boudoir. Sie hatte sich hierher zurückgezogen, um noch einige Sachen zu ortnen, da sie am Abend mit der Gräfin Rhein«berg und deren Tochter in die Wohnung derselben über» siedeln sollte. Die beiden Freundinnen waren nach Tante Susanna's Tode bei ihr geblieben, da sie bis zum letzten Augenblick ihre Pflicht thun wollte, und nicht wohl ohne Schutz und Beistand in dem aber auch fest entschlossen, jeden Angriff abzuwehren, mag er woher immer kommen, mag er im Gewände der Versöhnung heran-schleichen, die Leichtgläubigen zu überrumpeln, oder wag man uns mit un° verhüllter Gewalt zu bezwingen suchen. Krisch und frei wie die Alpenluft wird euer Geist da» Fest durchwehen u.id da« Vertrauen kräftigen, in den unenlreißbaren Beruf unserer Mission. Treu ist da« Herz der Steiermark. schwer aber trifft die Faust den. dem e« gilt. Darum seid doppelt willkommen, in der alten Kaiserstadt. die euch mit Begeisterung empfangen wird, willkommen in der einen und einzigen Hauptstavt des Reiche«, willkommen im deutschen Wien!' (Stürmische, nicht entenwollende Hochrufe.) Im Namen der Steiermärker dankte es Ansuche» wird der Rechtsfection zugewiesen. Eine Zuschrift des Herrn Direktor Schuh gibt bekannt, daß der Wogleina«öteg nunmehr fertig gestellt sei, daß die Mehrausgaben jedoch 190 fl. betragen, weshalb die Siadtgeweinde um eine entsprechende Beitragsleistung ersucht wird. Die Angelegenheit wird der Finanzsenion zuge« wiesen. Die k k. BezirkSdauptmannschaft theilt mit, drß das Sima'jche Wehr an der Ueberflulhung der anliegenden Gründe Schuld trage. Es wäre daher die Entfernung des genannten Wehr«, welches der Besitzer um den Preis von 6000 fl. hindangeben würde, zu erstreben. Zu diesem Bcdufe würde am 26. Juli im Sinne des Wasser-concurr nzgesetzes eine cnmmiffionelle Verhandlung stallfinden, zu der die Stadtgemeinse als Mitbe-theiligte einen Abgeordneten entsenden möge. Der Gemeinde-Ausschuß bestimmt sür diese Ve»hand-lung den Bürgermeister I r. Reckermann. DaS Kindergarten.Comits legt einen au«-füdrlichen stricht vor. Die Stadtgemeinde wird diesbezüglich zu einer jährl. Beitragsleistung ersucht. Diese Angelegenheit wir» auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gestellt. Nun gelangt der von vierzehn Gemeinde» rächen unterzeichnete Antrag: „Der Gemeinde-Ausschuß wolle al> gründende» Mitglied dem deutschen Schulvereine deitnten," zur Verlesung. Nach einer kurzen Befürwortung durch oie Gemeinderathe Dr. Prossinagg und Professor Marrck, wird der Antrag einstimmig ange-nommen. Den Gegenstand der Tagesordnung bildet die Anstellung eine» städtischen Oekonomen de-zichungSweise Leiters der Gasanstalt. Der Odmann der Finanzfeclion G.R. S I i g k r referirt hierüber und beantragt im Namen der Sektion, es sei die bereits im vor«, gen Jahre rreirte Stelle te« städtischen Oeko« nomen. beziehungsweise Leiter» der Gasaustalt — Später. Erst möchte ich Dich allein sprechen. Auch der Ton seiner Stimme war be-herrscht; sein Auge ruhte durchdringend forschend auf Bianca'» Zügen. — Ich wüßte nicht, diß wir Etwas zu be-sprechen hätten, an dem die Gräfin und Julie nicht ebenfalls Theil nehmen. — Allerdings. Sie haben ja an jedem Ge-spräche Theil genommen, daS wir in den letzten Tagen geführt. Aber da Du unser H'us voraus-sichtlich für längere Zeit verlassen wirst, glaube ich, endlich verlangen zu dürfen. Dich allein zu sehen, um noch Einiges für die Zukunft zu vecab-reden. Er nahm ihre Hand, die noch auf dem Thürgriff ruhte, um sie in da« Zimmer zurück-zuführen. Sie zuckte zusammen bei der Berührung seiner Hand und entzog ihm die ihrige hastig; dann deutete sie stumm auf einen Sessel, indem sie ihren Platz wieder einnahm. Ihr Herz klopfte zum Zerspringen: aber heute durfte sie keiner Schwäche Raum geben, heute durfte sie ihm nicht den Triumph gönnen, sie zittern zu sehen. Mit kalter Ruhe und Ber-achtung wollte sie ihm begegnen ... er hat» sich dieselbe verdient. (Fortsetzung folgt.) auszuschreiben. AIS Occono.ii habe rr die stadt. Objecte (Gebäude, Brücken und Waldungen) zu überwachen und in Stand zu halten, wofür er von der Gemeinde einen Gehalt von 500 fl. bezöge. Die betreffenden Instructionen ljaoe ein Fünfer-Comil6 zu entwerfen, in welche« der Ge« meindc-Ausschuß zwei, der Sparcassa-Ausschuß drei Mitglieder zu wählen habe. Der Antrag wird angenommen, desgleichen der Zusatzantrag des G.R. Bobisut bei Aus-schrcidung der Stille die diversen Verpflichtungen zu scizziren. Weiter« wird der Antrag S t i g e r s, für den Bau der Landwchrkaserne ein Darlehen von 5000 fl. bei der hiesigen Sparcasse aufzunehmen und zwar unter denselben v,«odalilälen wie ge-legentiich des Kaserilenankause«, angenommen. Zum Schlüsse sllhrt G.R. Stiger Beschwerde, daß tro? de» vor Monaten gefaßten Gemeinde-rathsbeschlusses, die ausständigen Activcapitalien einzudringen, i.i dieser Angeiegenheit fast gar nichts geschehen sei. Kleine Chronik. <5>Ui. 21. Juli. (MandatSzurücklegung.) Herr Dr. Ferdinand D u ch a t f ch hat aus Familienrück-sichle» seine Stellen alS Landtags und Reich«-rath«-Abgeordneter zurückgelegt. (Der Sängeraussiug,) weicher am verflossenen Sonntage nach Großpireschitz lLerwega) unternommen wurde litt unter der Ungunst des Wener«; die sonst gewohnte Fröhlichkeit und Un-gedundenteil konnte nicht recht zum Ausdrucke ge-langen und selbst der exquisite Keller sowie die Küche des renommirten Gastwinhe« vermochten daS eingtfundcne Mißbehagen nicht zu verscheuchen. (Der Grazer Thierfchuyverein) hat der Frau Anno N o v a t. Bürgerschullehrer«-gattin, für mehrjährige thätige Th'ersreundlichkeit die Ehren medallle nebst einemDank-schreiben und der Magd Magdalena Zwetschig. welche in Belgrad mehr als 12 Jährt und nun bei Herrn G. Gollitsch schon über 14 Jahre al» treuer, anhänglicher Dienstboie duich liebevolle Pflege und Wartung dir HauS-thiere um den Thierschutz sehr verdienstlich ge» wirk«, daS AnerkennungSdiplom und zwei Silberthaler zugesprochen. (Slovenifche Amtsführung.) Die DekanatSconferenz in Pettau verlangt, daß vom 1. Jä.iner 1881 an die aanze Pfarramts« Führung in flovenischer Sprache erfolge. (Gleiches Recht für Alle.) Eine Bande biederer Landleute Krains hat am Sonn» tage dem Gedanken der Gleichberechtigung schlagen» den Ausdiuck g-geben und einen Verein, der auS Deutschen und Slovenen besteht zu gleichen Theilen ihre derben Fäuste fühlen lassen. Die Mitglieder der Laibacher Liedertafel wurdcn nämlich auf einem Ausflute in der Nähe von Zw'schenwäffern von mehren» Burschen überfallen und nach den Noten der „landesüblichen Münze" durchqebläut. Diese neuerliche Bestialität, die mehr dem Städter al« dem Deutschen galt, reiht sich würdig der Ianitsch bcrg Affaire an. Wenn wir auch dieser Holzerei keine politischen Motive unterschieben, denn wie gesagt wurden ja Deutsche und Slovenen Objecte der angesoffenen Couraqe, so können wir doch nicht verhehlen, daß jene Presse, welch« für derartige Heldenthaten nicht nur keinen Tadel hat, sondern dieselben vertheidigt ja sogar verherrlicht, ein großer Theil der Schuld trifft. Wir erinnern bei dieser Gelegenheit auf eine ungefähr vor einem Jahre erschienene Eorrespondenz im „Narod", in welcher jene Bursche, welche einen, geachteten hiesigen Herrn überfielen und ihre Fäuste fühlen ließen, geradezu belobt wurden. Pettau, am 18. Jnli 1880. Die hier im Garten ^der bürgert. S^ießstätte stattgehabte Eoucert-Soiree de« Waldhornquartette» der k. k. Wiener Hofoper, bestehend an» den Herren I. Schantl, (Leiter des Quartette«) I. Loibl, I. Richter und R. Huder unter Mitwirkung de« Pettauer Männergesangvereine«, erfreute sich eine« äußerst zahlreichen Besuche« und trug der Casse die Einnahme von 113 fl. 50 kr. ein. Die zum Vortrage gelangten 14 Nummern, unter dea-n der I a g d ch o r au« der Oper „Euryante" von C. M. v. Weder und der Jäger Abschied vom Walde von Mendel«sohn»Bartholdi vom Männer-gesangvereine mit Waldhorn Begleitung vorgetragen wurdcn, fanden viel Beifall. Eine recht tiefe und ergreifende Wirkung brachte der I ä g e r ch o r und das Gebet a. d. Op. „der Freischütz" von C. M. v. Weber, und die Lorelei) von Silcher hervor, welche Piecen vom Hornquarlette con sordiuo cxecutirt worden sind. „Im tiefen Keller" Solo für Baßhorn, vorgetragen von H. R. Huber. hat zwar starken Applaus gefunden, entbehrte jedoch der Originalität, wa« un« sehr wunderte. — Odschon wir gerne die braven Leistungen de« Waldhornquartette« anerkennen und den verläß-lichen Anschlag und die Ausdauer namentlich beim I. Hornisten (H. Schwill) geradezu bewundert haben, theilen wir dessen ungeachtet auch die all» gemeine Aeußerung, welche dahinging, daß das fortwährende „Einerlei" ermüdet hat. und daß man vom Hornquartett mit dem „Einmal-hören" mehr al« genug hat. — De« Wirthes Küche und Keller, ingleiche« auch die Bedienung ließen viel zu wünschen übrig. (Hagel.) Gester» Nachmittag» entlud sich über unsere Stadt und Umgebung ein heftiges Hagelwetter, welche« die Feldfrüchte empfindlich schädigte namentlich aber in ten Weinbergen er» heblichen Schaden verursachte. Durch die Größe und Macht der Schloffen wurden auch viele Fensterscheiben in der Stadt zertrümmert. Gonobitz, den 19. Juli. Gestern ertrank hier der 14jähri,e Sohn de« Holzhändler» Karl Tomandl im Drannbache unter dem Skazoli'schen Wehr während de« Baden«. (In der Save ertrunken.) Bei Steindrück vis-u-vis Ratschach ertrank gestern der Siudent AloiS öravagna au« Firnitz in Kärnten während de« Baden« in der Save. Der Genannte war HiuSlehrer in der Familie Gohn und be-fand sich mit den Zöglingen bei Verwandten derselben auf Ferien. Der Leichnahm de» Verunglückten konnte bi« jetzt nicht aufgefunden werden. (Uebermaß.) Am 18. d. zechten im Haufe de« Sidouschek zu Trennenberg mehrere Landleute. Zu diesen gesellte sich auch ein gewiß« Blasiu« Mastnak. Der Branntwein floß in Strömen namentlich sprach Mastnak demselben zu. der über eine Maß de» Lebe iswasser» hinter die Binde goß. Plötzlich jedoch stürzte er zu Boden und starb an Ort und Stelle. Dank und Mttt. Al« das gefertigte Comitö in seinem am 1. v. M. veröffentlichen Aufrufe der Zuversicht Ausdruck gab, daß e« dem Gemeinsinne und der Opferwilligkeit der Bewohner von Cilli durch rasche«, zielbewußte« Zusammenwirken und durch maierielle Beiträge gelingen müsse, den zerstörten Steg über die Woglcina, diese VerbindungSader mit den reizendsten Partien unserer Umgebung, in kurzer Zeit herzustellen, und dem natinfreundlichen Publikum gebrauchsfähig zu übergeben, war e« sich sehr wohl bewußt, daß ein solcher Appell bei den für gemeinnützige Unternehmungen hoch empfang, lichen Cilliern nicht wirkungslos verhallen könne. Diese Zuversicht hat nicht getäuscht. Die an-geregte Idee, durch Selbsthilfe einem schwer ent-behrlichen Bedürfnisse abzuhelfen, hat in allen Kreisen den lebhaftesten Wiederhall und thatkriiftige Unterstützung gefunden. Der Wogteinasteg spannt sich wieder, festge-fügt, großen Widerstandes fähig, und doch in zier-licher Form über die braunen Fluchen, wurde bereit« von dem ersten Momente feiner primitiven Pafsirbarkeit an von Hunderten, und wird jetzt »ach seiner Vollendung wieder von Tausenden von Fußgängern benützt, den Beweis liefernd, wie sehr da« Publikum denselben al« eine bringende Not-wendigkeil anerkennt. Kurz war mit Rücksicht auf die anfänglichen Witterung«verhältniffc die Bauzeit, und in so ferne wurde der Zweck de« Unternehmen«, — in kürzester Frist den Wünschen de« Pul-likum« ge-recht zu werden, und namentlich den Naturfreunden den Genuß de« herrlichen Schloßi»e>ge« noch in der schönen Jahreszeit zu erleichtern. — vollständig erreicht, dabei wurde trotz der kurzen Ban-zeit ein Werk geschaffen, w-lche« hinsichtlich der soliden Ausführung. Zweckmässigst und Dauerhaftigkeit die allseitige Zustimmung gefunden hat. Solche Resultate sind nur erreichbar durch das bereitwillige Entgegenkommen, welche« jedes öffentliche Jnterreffe in unserer prächtigen Sann-stadt findet, und mit freudigem Stolze muß Jeder erfüllt werden, der an den Geschicken diese« Cammu-nalwesenö aufrichtigen Antheil nimmt, wenn er sieht, wa« in dieser weder durch die Bevölkerung«-zahl, noch durch Wohlhabenheit besonder« hervor-ragenden Stadt allein durch Gemeinsinn zu Stande gebracht wird. Alle Achtung vor der Metropole de« SannthaleS ! — Die freundliche, bereitwillige Unterstützung, welche da« fragliche Unternehmen gefunden hat, fordert zu dem lebhaftesten Danke heraus, und diesem Danke Worte zu leihen, er-achtet das gefertigte Comit6 nunmehr für feine unabweisliche angenehme Pflicht. Der Raum diese« Blattes verbietet e«, diesen Dank Allen, die sich um das Werk in irgend einer Weise verdient gemacht haben, namentlich zu zollen, da fast alle Schichten der Bevölkerung sich daran betheiligten, und nur ein geringer Bruchtheil auS übergroßer Rücksicht für die Eompetenz der zur Herstellung berufenen Gemeinden sich ferne davon hielt. Es wird also hiemit der Gesammtheit der Förderer unsere» Unternehme»« der wärmste Dank ausgesprochen und demselben nur noch die Ver-sicherung beigefügt, daß im großen Publikum bereit« die lauteste Anerkennung, für die Bedachtnahmt auf seine Wünsche sich aller Orten manifestirt. Mögen Sie ihren schönsten Lohn in dem Bewußtsein finden, an der Realiflrung eines gemeinnützigen Werke« mitgeholfen zn haben. Nebst diesem allgemeinen Danke drängt e« u>« jedoch auch, der Verdienste, welche sich der techniiche Bauleiter Herr Ingenieur Carl Unter» berger durch seine uneigennützige Bemühung, so wie dieHandlungssirmen der Herren Negri & Wilcher und Urlich & Ruschnik durch ihre generös gespc», beten Materialbeiträge um das Gelingen erworben haben, noch besonder« in der verbindlichsten Weise zu gedenken. Wie jedoch selten eine Freude ganz ungetrübt zu sein pflegt, so mischt sich auch in unser Ver» gnügen über die gelungene Vollendung de« unter-nommenen Werke» ein WchrmuthStropsen, und Hourle der Wiener ^Jör(e vom 21. Juli 1880. Gold, ente...........88.25 Einheitliche Staatsschuld in Noten . . 73.20 „ , in Silber . 73.90 1860er Staa>.«-Anlehen«lose .... 132.75 Bankactien........... 834.— Creditactien...........281.70 London............117.55 Naroleond'or.......... 9.32'/» I. f. Münzducaten........ 5.53 100 Reichsmark......... 57.65 dieser bittere Tropfen heißt Deficit. — Dadurch, daß derWogleinasteg größere ReconstructionSarbeiten erheischte, al« e« vor dem Baubeginn nothwendig schien; — daß. nm ihn ein: längere Dauer zu sichern, er absichtlich sehr solid und fest hergestellt, daher auch kostspieliger wurde, — daß. wie oben erwähnt wurde, wegen schwer begreiflichen Bedenken, ein Theil de« Publikum« sich theilnamSloS ver» hielt, und daher die Beiträge nicht so reichlich flößen, al« wir in unserem LocalpatriotiSmu« er-warten zu können glaubten, — Hot sich ein Bau-kosten-Abgang von beiläufig 190 fl. ergebe», der wie ein Alp auf un« lastet. Und doch muß dieser Abgang gedeckt werden, da e« eine übernommene Ehrenpflicht ist. Um dieß jedoch »u können, muß un« auch da« verehrte Publikum bi« zum Schluß« arte seine Theilname bewahren und un« in seiner Huld die Mittel gewähren, diesen drückenden Alp lo« zu werden. Diese Huld zu erbitten, sei un« schließlich noch vergönnt und wir erlauben un«, nach den bisherigen Erfahrungen der Hoffnung Raum zu geben, daß wir keine Fehlbitte thun werden. Cilli. am 20. Juli 1880. Da« Baucomit6 für den Wogleinasteg. Kundmachung Zur Wahrung der persönlichen Sicherheit des badenden Publikums und der Passanten der engen Badgasse Oberhaupt, und zugleich au» ÜOcksicht sflr die Reinlichkeit der genannten viel begangenen Gasse wird bis auf weitere Anordnung das Tränken und Schwemmen der Pferde in der Saun bei dem Sann stege verhüten und tu dem Tränken und Schwemmen der Pferde der Platz unter der KapuzinerbrOcke angewiesen. Die U Übertretung diese» Verbot«« wird mit Geldstrafe bi« 10 A eventuell mit Arrest bis 48 Stunden geahndet. 323—1 Stadtamt C1U1, am 20. Juli 1880. Der Bürgermeister. Zahnärztliche Anzeige. Beehre mich hiermit anzuzeigen, dass ich von Sonntag den 25. d. M. an, in euu „Hotel Or/t*rn" in der Zahnheilkunde und Zahnteohnlk durch eine Woche or- diniren werde. A. Paichel, 5<21 — l Zahnarzt aus Laibach. ; Walland 4 Felle SPECEREI-, Material-. Farbwaren- n. Delicate^en-Handlüii£ Hauptplatz 107. CILLI Postgasae .14. P. T. Wir beehren uns hiermit hofliebst anzuzeigen, dass wir den Detail - Verkauf von den bekanntvorzüglichen JosefPaUos'tchen ungarischen und steirischen ■ Bouteillen» Weinen Übernommen haben, — und sind derzeit nächst«;- 1 hende garan tirt echte Weine am Lager: Oedenburger - Riesling, Somlaiier, Badacsonyer, Sauritseher, Radiseller, nebst diesen Weinen halten wir Lager von: ei lilen Bordeaux, rothen Vilanier, Mosel-Blümchen (vorzüglich) Rüster Ansbrnch, Malaga, Cipro, Madaira. Ferner: Mosel-Champagner und zwar: grand vin imperial, vin d' Union. Niederlage: Kleinoscheg Champagner. Weiter» halten wir Lager von IS der beliebtesten Borten —| Mineralwässer heurigor Füllung, und bitten um geneigten Zuspruch. Hochachtungsvoll Walland & Pelle Specorei- u. Delikatessen-Handlung ^107—4 Hauptplatx n. Postgatwc. Wo trinkt man in Cilli den besten unterkrainischen Schilcher? Im Gasthofe zur Stallt IIYm ist derselbe per Liter um 39 Hrettsr»- zu haben. 320—1 Hehrere Stammgiste. (System Clavton & Shuttle werth) sehr gut erhalten, ist billig zu verkaufen. Näheres bei Jakob Je-schounlg In Gross-Plresohltz. 317—2 A. Korsika, Knnst- und Handelsgärtner in Laibach, dem p. t, Publikum für den bisherigen freundlichen Zuspruch dankend, zeigt luemit an, das« er am 22. d. im Hause Jtr. « in der Srhrllrnbnrfjffn**r eine f'ilialr seiner Kunst- und Handelsgirt-nerei, zugleich Blumen- und Gemüsehandlung eröffnet und sich weiteren zahlreichen Aufträgen bestens empfiehlt. Bestellungen auf Kränze und Bou-quets werden im Hauptgeschäfte (Haus Nr. 12 Polana) und in der Filiale angenommen, auswärtige Aufträge prompt, elegant und billigst effectuirt. 322-2 Dp. J. Hoisel bringt hiermit zur Anzeige, dass er künstliche Zähne und Gebisse nach amorlk. Systeme in w glich,ter Vollkommenheit erzeugt, Oberhaupt jede zahnt«, h-nische Arbeit zur »»gleichen Anfertigung während der Cursaison in Sauerbrunn und nach dieser in Cilli Obernimmt. Zahnoperationen werden mit Local-anlsthesie oder Haroose, für den Patienten vollkommen schmerzlos, Plombe» in allen Sorten von Gold. Amalgam. Cement etc. exact ausgeführt. 179 Im Monate September trifft dereePe mit einem der renomlrtesten Wiener Zahntechniker hfer ein. wodurch den Bewohnern Cilli'» und der Umgebung die wohl nicht leicht wiederkehrende Gelegenheit geboten wird, sieh iin Bedarfsfälle ganze Gebisse und kleinere künstliche Zahnstäcke anfertigen zu lassen, deren Auxfönrung den höchsten Grad von , Vollkommenheit der heutigen Zahntechnik bietet. Eine Wagenremise in der Stadt wird zu miethen gesucht. Anträge werden an die Expedition erbeten. llereien Sehulgasse (Biirgerschulgeb Comptoir HerrengMM Erlaube mir hiemit höflichst auf mein gut assortirtes Weinlager, bestehend aus allen Gattungen steirischer, ungarischer, weisser, rother u. schiller Weine aus den besten Jahrgängen aufmerksam zu machen. Um vielen geehrten Consuiiienten den Ankauf unverfälschter ausgezeichneter Weine zu ermöglichen, bin ich dahin nachgekommen, dass ich auch eine Quantität von 56 Liter zu äusserst würdigen Preisen abgeben werde. Weiters erlaube mir zu benachrichtigen, da*« ich den Detail - Verkauf meiner Bouteillen - Weine den Herren WaIIiiimI iiiifl Pelle überlassen habe. Der Engros Flaschen wein-Verkauf, d. h. mindestens 20 Flaschen, wird vom Keller aus besorgt. Noch die Vtrsicherung gebend, dass ich immer nur garantirt echte Weine in den Handel bringe und alle Aufträge prompt effectaire, bitte ich um geneigten Zuspruch. Hochachtungsvollst 315-s Josef Pallos. 'ja: J rTT. Ui' II _ Im Verlage der Buchdrnekerei von Johann Raknsch in Cilli ist erschienen und auch durch die Bnehhandlnng von Theofll Drexel zu beziehen: Das Bisthum und die Diöcese Lavant: III. Theil Das Archidiakonat Saunien und das Dekanat Cilli von Ignaz Oroien, Domherr. 8°, 38 Druckbogen, Preis broch. st. 1.50. geb. fl. 1.70. Obiges Werk, welches ein gutes Stück Geschichte von Cilli und dessen Umgebung enthält, wird Jedermann bestens empfohlen. Druck und Verlag von Johntin Rabuütb in G'iUL Verantwortlicher Redacteur Max Besosxi.