Nr. 267. Plännmerallllnspieie: Im Comptoir ganzj. si. II, b,,!bj. si. 5,50. sslli dic Zustellunn i»s Hau« ^lllbj. 5>,> sr. Mit dcr Post gauzj. si. ,5>, hall'j. f>. ?.5>(», Dienstag, 22. November puselt»onsgcbllhr bis I«Zeilen: iml>lh«ll., 7M. «> lr., 3m. I ft.; lr. u. s. w. InscrlioiiOslcmpcl jüdesm. :>0ll. 1870. Amtlicher Theil. ^>uf Allerhöchste Anordnung wird für weiland Ihre königliche Hoheit Maria Amalia Louise Hen-riettc, Prinzessin von Orleans, Infantin von Spanien, die Hoftrauer den 2l). d. M. angezogen und durch acht Tage ohne Abwechslung getragen werden. Se. l. und k. Apostolische Majestät haben mit Aller höchster Entschließung vom 1'j. November d. I. dem wit dem Titel nnd Charakter eines ScctionsrathcS bc kleideten Ministerialsccrctär Wilhelm Orognet d ' Or -leans eine fystemisirte Scctionsrathsstelle und dem mit dem Titel und Charakter eines Ministcrialsccretärs be-Neideten Ministcrialconcipisten Norbert v. Rupprecht Purkhart eine systemisirte MinistcrialsecrctärSstcllc im Finanznunistcrium allcrgnädigst zu verleihen geruht. Holzgcthan m. i». Se. k. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 8. November d. I. den außer -ordentlichen Professor am polytechnischen Institute Dr. Julius Nicsncr zum ordentlichen Professor der Naturgeschichte und Physiologie und den Dr. Arthnr Freiherr» v. Seckendorf-Gudent zum ordentlichen Professur der Forstbetricbscinrichtung und Taxation an dcr Forst-atademie in Mariabruun allergnädigst zu ernennen geruht. Petrinü m. p. Der Ministerpräsident und Leiter des k. k. ?andes-vertheidigungöministcriums hat den Hilfsämterdircctions-adjuncteu Stanislaus Schanzer zum Hilfsämtcrdircttor U"d den Officialen Jakob Ieunikcr zum Hilfsämtcr-btrectionsadjuncten in diesem Ministerium ernannt. Dcr Iustizminister hat die kalldesgerichtsadjuncten Konstantin Weinberger in Wien und August Puch -berger in Salzburg zu Rathssecrctären, und zwar erstere» bei dem Kreisgerichte Krems und letzteren bei dem Kreisgerichte Steyr ernannt. Der Iustizminister hat die Bezirlsgerichtsadjuncten manz Frank von Groß-EnzerSdorf und Anton Allram von Perg über ihr Ansuchen nach Obcr-Hollabrunn übersetzt und die Vczirksgcrichtsaojunctcnstcllcn in Groß-MrSdorf und Pcrg, erstere dem AuScultantcn Christian ^ischbach und letztere dem AuScultantcn Dr. Joseph " eitlechuer verliehen. ^ Nichtamtlicher Theil. W «politische Uebersicht. ^M Laibach, 21. November. > N». ^"^ ..Präger Abdbll." bringt folgendes, ihm aus W ^"ien zugeluunncnc Dementi: > . ..In einem Wiener Matte wurde jüngst gemeldet, M °tv Herr Ministerpräsident Graf Potocki habe sich U '" einer Sitzung dcS AdrcßauSsi nsscs des Abgcordnc-U ^''Hauses dahin geäußert, daß ihm einige Mitglieder der iw ^"' Dcclaranlenpartci die Zusage gegeben hätten, "l Neich?ra,he zu erscheinen, diese ihre Zusage jedoch ° kochen hallen. Wic wir von verläßlicher Scilc erfah- ^' hat dcr Herr Ministerpräsident eine derartige Aeuße- '"^ Nar nicht gethan. Damit entfällt auch die Noth- ^"diglcit. auf die Aufforderung cincS Prager Malles, ^krr O^f Pl)^lll möge dic Namen jener wortbrüchi- M ^n Declaranlen nennrn, auch nur mit cincm Wortc M aU erwidern." s. ..Warr. Corr." schreibt übcr die ^age, wic sic >'H jcit Eröffnung des RcichSralhS darstellt: M s« "D'c Hlluptcr der Deutschen in Böhmen und Mah- n wann es. welche zu einer Zcit den Bestand des ^ uu>lcri>,ms Schmerling untergruben. Uneinig in den U 55,'k Dingen, finden wir jctzl dennoch, dnß dcr crslc U "uyrcr der Deutschen in Oesterreich sich mit den spa- "" Führern, die ihn stürzen halfen, zu dem Zwecke luunden hat, nm dem Ministerium Polocli ein Miß- ^l'cnenolum zu votircn. In dieser Thatsache liegt die ltick ^ ^ ^'"l'Nc" Politischen Situation in Oestcr- ode? ss ^'^ °^^^inc,s bei unS Fusionen der Parteien Un, . "lilioncn derselben, aber nur zu dem Zwecke, zuua !!. ^'"'^"' ""d nicht zu dem Zwecke, um auf- No,,/. ^^ 'lt leichter, als zwei oder drei Frac- '" unseres Parlamente«! zum Angriffe auf eine Re- gierung zu einigen; nichts ist schwerer, als sie zu dem Zwecke zusammenzuschließen, um eine Regierung zu bilden. Was die Engländer u. ^ooä >v(»rkm^ inüMlt.)' nennen, eine Majorität, um die wirtlichen Arbeiten einer Regierung mit Kraft und Encrgic zn vollenden, daS ist bei uns noch immer cin unerreichbares Problem geblieben. DnS Ministerium Potocli hat es allerdings nicht zu lösen vermocht; al'er wo sind die Staatsmänner zu finden, welche die Hindernisse, dic dieser Auf' gäbe entgegentreten, in glänzender Weise zu besiegen verstehen ? Hätten wir nur zwei Parteien im ^andc. so würde schon nach den Regeln dcr Arilhmelik sich eine Majorität bilden müssen. Aber wil haben deren so viele, daß das parlamentarische syslcin, welches ohnc eine verläßliche Mehrheit ein undurchführbares und unhaltbares isl. seine Functioncn nicht in regelmäßiger Weise verrichten lann. Wir harren noch immer eines Staatsmannes, wie des Grafen Ändlassy in Ungarn, der eine coinvaclc Majorität in energischer Weise ;usami!',cnhal-tcn tann, ohne den ungchcuien polilisckcn ^cdlcr ;u begehen, ihr eine exclusiu nalicnale Bezeichnung zu geben. In Walirhcil gebührt Vielen von denen, die cin Mißtrauensvotum aussprcchcn, selbst cin solches. Denn sie hab»,, nicht dic große Kunst dcS PailaimulmanneS cin den Tag gelegt, Nebensache von Houplsachm zu fchci-den und in den lrtzlcren sich so entschlossen zu einigen, um cinc mächtige Parlcibildnng crslchcn zu lassen. Wer Meister dcr letzteren Kunst i!l, den wird das Land gelten lassen, wic Ungarn den Grafen Andrassy gelten läßt. Bis dahin aber ringt jede Regierung mit unübcrwiudlichen Schwicriqlcilcn, und der Slaat gewinnt nichts dabei, wenn cin Cabinet, das nur dann und wann eine unerquicklich kleine Majorität für sich hat. abtritt, damit sofort cin anderes Cabinet in dieselbe ^'agc gc-rathe. Nebenbei wollen wir bemerken, daß die Nachricht cinc« hiesigen BlaltcS von dcr Demission dc? Minist» riums Pololli dcr Bca.rimdiü'8 culbchrl, und wohl nur „frommen Wünschen" scine Entstehung oeidanlcn mass." In dcr russischen Streitfrage macht sich allmälig eine ruhiaere Auffassnnq geltend. Die Ulticr-zcugung, daß der drohende Kriegsfall in eine Diplo-malcnlonfcrcnj oder einen Congreß auSlausen werde, blicht sich immer mehr Buhn. Alle namhaften Wiener Glätter haben sich bereits in diescm Sinne ausgesprochen, und nun wird auch der „Presse" über Belgrad. 19. November, aus Conslantinopel gemeldet, daß die Gemüther sich immer mehr bcruhiqen. Rußland biete Garantien für die Erhaltung des Friedens, an kriegerische Verwicklungen werde nicht mehr geglaubt. Aus Florenz, 18. November, wird gemeldet, daß die diplo« malische Correspondcnz zwischen den Unterzeichnern des Pariser Vertrages von 1856 fortdauert. Die „Opi» nione" sagt, daß bisher noch nicht beschlossen worden sei, eine Collectivnotc nach Petersburg abzusenden. Die englischen Blältcr stimmen trotz aller Verschiedenheit der politischen Gesinnung in dcr Ueberzeugung übcrcin, daß England dic Erklärung Ruhlands nicht einfach hinneh» men und auf sich beruhen lassen könne. „Morning Post" zollt bei diesem Anlasse dcr von der österreichisch» ungarischen Regierung bekundeten Festigkeit warme An< erlennung, und der „Standard" meint, daß Rußland sich in dcr Stimmung des englischen Volles irre. Wie die Frage jetzt gestellt worden, komme die Ehre Eng. lands mil ins Spiel und auf diesem Gebiete könne es nur Einc Antwort geben, nämlich die, daß die Verträge aufrecht erhalten werden müssen. Eine im solchen Sinne gegebene Antwort werde auch am sichersten dem Kriege vorbeugen. „Morning Post" hebt hervor, auf die Türkei könne man sich verlassen, sic habe die Gefahr vorher-gesehen, ihre Armee gerüstet und brauche nur Geld. Die Meinung Preußens in diesem Conflicte habe nur eine moralische Bedeutung, wahrend Italien und Oesterreich sich willig zeigen, die durch einen schweren Krieg crrun. gene Sichcrstcllung des Orient« gegen Rußland festzuhalten. Oesterreich wisse, daß seine Interessen dabei im Spiele sind. und Italien werde nicht vergessen, daß es in der Krim scinc politische Laufbahn als europäische Macht mit Glück eröffnet hat. Amerika's Parleiltjeil-nahmc in einem europäischen Conflict weacu dcS Orients sei ciu Hirngcsvintist. In einer Depesche an Brunn ow legt Fürst Gorlschaloff Nachdruck darauf, mit welcher Vcich-tigleit dcr Vertrag vom Jahre I8:')C> abgeändert wurde. Das Gleichgewicht im Oriente wurde so zum Nachtheile Rußlands gestört, und es ist dcr einzige Zweck Ruhlands, das Gleichgewicht wieder hcrzustellm. Dicser Entschluß schlicht lcinc Aendciunc, dcr Politik Rußlands ^ im Oriente in sich. Gortschakoff constatirt die oolllom-mcnc Gleichheit dcr Ansichten Rußlands und Englands, welche cin Einverständniß erleichtern würde. Er hofft, diese Erklärungen werden jedes Mißverstündniß beseitigen. Diese Depesche irurde Vord Granville vor der letzten Antwort desselben mitgetheilt. Die «Kölnische Zeitung" lobt in ihrem ^eitartiftl die G ran v ille'sche Note an Gortschakoff und meint, ein europäischer Congreß würde jetzt gern Rußlands gerechtem Verlangen entsprochen haben. Nur Rußlands Eigenmächtigkeit sei ladelnswerth. An den ÄuSbruch cincs Krieges mit Rußland glaubt die „Klinische Ztg." trotzdem nicht, zumal Rußland an den 185i6cr Bestimmungen über die Gebietsabtretung nicht lütllc. Die VerlraaSmächlc. meint schließlich das Vlatt, wcrdcn sich augenscheinlich mit Protesten begnügen. Die Atrkßdlbattc im Herrenhause. ft. Tag. Sitzung vom 17. November.) Da lcin Redner zur Generaldebatte mehr vorgemerkt ist. wird zur 3pezialdcbatle geschritten. Absatz l und A des Adrcßenlwurfes werben ohne Debatte angenommen. Zum Absatz 3, welcher die Reihe der die eigentliche Ve>fassliug?politit behandelnden Absätze dcr Adresse eröffnet, ergreift Graf Fallcnhayn das Wort, um mit Hinweis auf dcn Standpunkt der Minorität einen Gtgen« antrag einzubringen. Dcr Antrag lautet: Das h. Haus wolle beschlle-hcn, Absatz Z des Aorcßcntwurfes habe zu lauten: „Wcnn dic Wiederaufnahme der parlamentarischen Arbeiten durch die Ruhe nach außen wesentlich gefördert erscheint, so bcdars cS doch zu deren fruchtbringendem Gedeihen zumeist der Segnungen des darum um so schmerzlicher noch vermißten inneren Friedens. Das Herrenhaus kann daS tiefe Bedauern nicht unterdrücken, daß eS den Bemühungen der Regierung Eu. Majestüt nicht qclunacn ist. diesen in den im Reichsralhe vertretenen Vändcrn herzustellen und die Vertreter sämmtlicher berufenen Völker im Abgeordnetenhaus! vollzählig zu vereinigen. Wir beklagen dies nm so mehr, als wir dcn Boden dcr Ljcrsasfuna. als den einzigen Weg er-kennen, um die beider noch immer herrschenden Ver» fassun^wirren einer glücklichen Lösung zuzuführen. Feststehend auf diescm Bodcn können wir jedoch den Buchstaben dcr Verfassung nicht in einer Weise auslegen, welche zum rücksichtslosen Cenlralisircn von Angelegenheiten führl. die füglich dcn einzelnen Bändern zu überlassen wären; am allerwenigsttn aber das Bestreben billigen, uügleicharlige Elemente nach einer gegebenen Schablone regieren und in für die Cenlralyewalt nicht unumgänglich nothwendigen Dingen allenthalben gleichför« mige Institutionen ins Veben rufen zu wollen. Nach unfercr Ueberzeugung war es vorzugsweise jeneS Ve» streben, welches an vielen Orten weitgehende, ja sogar gefährliche centrifugale Tendenzen wachgerufen hat. Nicht durch Eentralisircn und Uniformiren läßt sich der Slaat bewahren vor den Folgen von Gefahren, welche in ernsten Zeiten an ihn herantreten, wenn andere Bürgschaften fehlen, die feinen festen Bestand zu sichern im Stande sind. Unter solchen Bürgschaften ragt Eine vor allen hervor: die Zufriedenheit der zu einem Staate vereinigten Völker. Diefe anzustreben, muß die vorzüglichste Aufgabe jeder Regierung sein und bleiben. An der endlichen Erreichung diests Zieles bei uns verzweifeln, hieße verzweifeln an der Zukunft unseres geliebten Gesammlvaterlandes. Allerdings lann es nur allmälig im Wege der Vereinbarung und gegenseitigen Verständigung, nie aber durch Vergewaltigungen erreicht werden, die an sich schon mit dem Begriffe einer freiheitlichen Verfassung im Widersprüche stehen. Wir erkennen die Festigkeit in der Handhabung bestchender Gesetze als Grundbedingung jeder staatlichen Ordnung und weisen die Verantwortung für die Folgen auf diejenigen zurück, die sich außerhalb der Versassung stellen. Wir können jedoch nicht zugeben, daß ihre Anwendung allein jcncn Völkern gegenüber gerechtfertigt erscheinen kann. die den Boden der Verfassung vor einiger Zcit verlassen zu wollen schienen, jetzt aber. obwohl zögernd, ihn wieder betreten haben. Das Herrenhaus hält es daher für eine dringende Aufgabe der gesetzgebenden Gewalt, vor allem diese in-soweit zufriedenzustellen, als es die Interessen des Oe-sammtreichcS gestatten. Hiedurch würde die Huhl der Unzufriedenen immer kleiner werden, die Theilnahme an der Gksammtvcrtrctung praktischen Werth erlangen, da- 19l8 her in den Augen der bisher Widerstrebenden gewinnen, die Geister würden sich allmälig versöhnen, die blinde Leidenschuft einer ruhigen Ueberlegung Play machen. Das Herrenhaus ist von der Ueberzeugung durchdrungen, daß diese Grundlage, deren Durchführung aller, dings mit ni.len Schwierigkeiten verbunden sein wird, welche ebenso des festen Ernstes und der beharrlichen Ausdauer, adcr auch des Entgegenkommens der Regierung nicht entbehren kann, dennoch einzig und allein die Möglichkeit darbietet, unserem Vaterlandc einen sicheren Bestand auf conslltutioneller Grundlage zu verschaffen. U"d die Hoffnung auf eine glückliche Zukunft ist es, welche dem Herrenhaus den Muth und die Kraft verleiht, ungeachtet der schwierigen Zeilverhältnisse auch in dieser Session den zu lösenden Aufgaben seinen ausdauernden Eifer zu widmen. In diesem Sinne wird eS die Wahlen in die Delegation vornehmen, wie es die erhöhte Bedeutung nicht verkennt, welche für die Behandlung der gemeinsamen Angelegenheiten gerade im gegenwärtigen Augenblicke er« wächst." Fürst Carlos Auersperg sagt, die Regierung habe ihren mit allgemeinen Beifall aufgenommenen! Standpunkt der Neutralität bei den Wahlen des Groß' grundbesitzcs in Böhmen aufgegeben, von welchem ein Theil als kräftige Stütze der Verfassung bekannt ist. und dadurch den Wahlsieg theilwcise jener Partei verschafft, welche sich zur Enthaltsamkeit m der ReichsralhS-beschickung bekannte. Das von Graf Falkcnhayn beantragte Amendemcnt zu Alinea 3 sei nichts als eine neue Adresse. Redner schlicht mit den Worten: Wenn wir diese Richtung annehmen, gutheißen wollten, so würden wir von allen Jenen uns entfremden, welche bisher zur Verfassung gehalten haben und welche das Herrenhaus als den Hort der Versassung und den Hort Oesterreichs angesehen haben. Ritter v. Schmerling bezeichnet das Amende-menl Fallen hayn als eine O eg e n a t> resse. Es sei eine ganz merkwürdige Sprache in Oesterreich, heute noch von starrer Centralisation, von einem Behandeln einzelner Königreiche und Länder nach einer Schablone zu reden. Im Gegentheile sei man in Oesterreich dahin gekommen, daß man nur müllsam und mit aller Kraft für die Existenz des Reiches kämpfen müsse. Gegenwärtig sei der Zustand der Legislation und der Zustand der Verwallung derart, datz die Rcgierung beinahe gar keine Kraft und Energie enlwickeln könne. Bei der Vcr-fassungsrevision vom Jahre 1867 hade die Regierung der Ansicht gehuldigt, daß leine andere Aenderung vorzunehmen sei, als jene. wonach dem Königreiche Un-gärn eine selbständige Stellung eingeräumt werde. Damals habe die Regierung selbst nicht daran gedacht, die Eompetlnzbefugniß des Rclchsralb/S zu Gunslcn der Königreiche und Lander zu schmälern. Elst im Lausc der Verhandlungen sei dieses traurige Resultat hervorgekommen, und da sei es insbesondere daS Herrenhaus gewesen, welches jcncn Vcrificalionen entgegengetreten sei. wodurch die Competcuz des RcichsratheR hätte geschmä lert werden sollen. Eine Menge von dem. was im Octoberdiplom als gemeinsam bezeichnet wurde, sei in der Decemberverfas-sung leider alterirt worden, daher schon diese, wenn man von Centralisation sprcchcn wolle, demselben gegenüber einen Rückschritt gemacht habc. Die Anträge deS Grafen ssalkenhayn seien den bisherigen Anschauungen dee Herrenhauses diametral entgegengesetzt. Der Abgeord-netenstrile sei eine neue Elfindung. Es sei kcin Grund vorgelegen, d-e verfassungstreuen Landtage aufzulösen. Die Eomlmssion spreche aus, daß nur in der Verfassung das Mittel geboten sei, die widerstrebenden Elemente in die gehörige Bahn zu bringen. Berichterstatter Graf Auersperg stellt den Antrag, daß, nachdem die Discussion sich bereits über die Absätze 4 bis inclusive 1l ausgedehnt hat. die Absätze! schon gegenwärtig in die Discussion genommen werden mögen, was angenommen wird. Se. Excellenz Ackerbauminister Freiherr v. Pe> trino erklärt in Entgegnung der Angriffe auf seine Thätigkeit als Abgeordneter, er sei als solcher vor allem feinem Gewissen und seinen Wählern verantwortlich und nimmt für sich dasselbe Recht politischer Ueberzeugung wie seine Angreifer in Anspruch. Wenn übrigens versucht werde, durch ausnehmendes Lob deS Cabinetsprüsidenten die anderen Mitglieder des Ministeriums in Schatten zu stellen, so müsse er. wie schon gestern geschehen, diesen Hymnus zurückweisen und erklären, daß die Soli» darität die einzige Richtschnur der Regierung sei. Was die Auflösung des ReichSralhes und der Landtage betrifft, gelegt hat, widersprechen den obersten Principien jeder frcicn Verfassung. Die Absätze 3 bis 10 des Entwurfes sind eine Parteischrift, ja eine Parteischrift der extremere», Parteien. Sie stehe wie alle Extreme auf demselben Boden wie die Gegner der Neichsvcrfassung. AuS der ganzen Debatte ergebe sich, daß der gröhle VorwlN'f gegen die Rcgierung nicht die Auflösung aller Landtogc, sondern vor allem die Auslösung des böhmischen ist. Es sei hier aber nicht dcr Ort. cinc» heftigen Slrcil zwischen zwei Parteun in dieses HauS zu übertragen, es sei vielmehr die Anfgabc desselben, die Interessen der Gesammtheit sich vor Augen zu hallen. Die Regierung, welche allen extremen Parteien den gleichen Widerstand im Inlcicsse des Oan>cn entgegenstellen muh, befindet sich gewiß in einer sehr ungünstigen Lage. Sie harit aber aus diesem Punkte auS, weil sic die Ueberzeugung hat, daß es ihre patriotische Pflickt ist, diesen Standpunkt einzunehmen. Die Regierung habe bisher sich stclS an die correctcn verfassungsmäßigen Mittel gehalten, und seien denn die Zeilen schon so lange vur-übcr, wo diese Mittel nicht mehr die entsprechende Wirkung zu machen vermochten? Dic jetzige Ncgiciung sei nicht allein für die jetzigen Zustände vcranlmorllich. Die Adresse könne mit mehr Recht cine Kriegserklärung genannt werden, als daS Verhalten der Negierung. Sie sei eine Kriegserklärung gegen alle Andc,«denkenden, die sich dcn alleinseligmachenden Dogmen einer Partei nicht unterwerfen wollen. Compromisse seien aber die Seclc des Parlamentariemus, nirgends aber sind sie dies mehr als in Oesterreich. Die Rcgierung müsse dem Entwurf entschieden entgegentreten und könne sich nur mit dem Amendcment Fallenhayn in dcr Hauptsache ein» verstanden elklärcn. Die Regierung glaubt, daß der heutige Moment cin solcher ist, wo sie entschieden und unverhohlen es als die dringendste Pflicht auSsprcchen muß, eine Verständigung, ein Zusammengehen, ein patriotisches Zusammenwirken aller Völkcr zu ermöglichen, um dem Staate seine frühere Kraft und Bedeutung wieder zu verschaffen. Von diefcn Gesichtspunkten ausgehend, kann die Regierung dem vorliegenden Eniwurf keine Billigung geben, denn sie hat die Ueberzeugutig. daß gegen die Macht der Wahrheit, der Gerechtigkeit, gegen die Macht des dringenden Bedürfnisses eines Staates geflügelte Worte und fchön gesetzte Reden gewiß leine Bedeutung haben. Se. Excellenz Herr Minister des Innern Graf Taaffe rechtfertigt die Ncgiernng cicgen dcn Vorwurf betreffs ihres Vorgehens bci dcn Landtagswahlc,. in Böhmen. Ihre Thätigkeit ging nur so weit, zu sorgen, daß die einzelnen Parteien und Gruppen in Freiheit ihre Wahlen vornehmen und nicht durch andere Parteien behindert werdcn. Bei den dircctcn NcichsrathSwahlen mußte die Regierung nach dcn früheren Erfahrungen trachten, jener Partei zum Sicgc .zu verhelfen, welche ihr näher stand, nämlich dcr VcrfassungSftartci; das einzige Mittel war die Aufstellung einer Candidatenliste und der Versuch, mit der verfassungstreuen Partei ein Compromiß abzuschließen. Auf der Liste bestand die Majorität aus Personen, die auch die verfassungstreue Partei als Candidate,! aufgestellt hatte, und die übrigen Persönlichkeiten waren solche, von denen bekannt ist, daß sie auf dem Boden dcr Verfassung stehen. Ware cin Compromiß zu Stande gekommen, so wären sicher alle 15 Candidate» ins Abgeordnetenhaus gewählt worden und auch dort erschienen. Dies Compromiß kam aber nicht zu Stande und die Regierung lonntc von ihrer Liste, dic sic aufstellen mußtc, nicht abgehen, dcnn Hütte sich dic Regierung vollkommen von A bis Z der von der Vcrfassungspartci aufgestellten Liste angeschlossen, so hätte sie in diesem Falle ihrcu Zwcct nicht erreicht, denn cö hätten viele, die ihre Vollmachten dcr Regierung zu Gebote gestellt haben, wcnn sic auch nicht mit dcr cu^ deren Partei gegangen wären, sich doch ganz gcwiß von dcr Ncchl fcrnc gchaltcn; dicö lehrt auch dic bci den früheren Lcmotagöwahlen gemachte Erfahrung, die Regierung mußtc daher von ihrem Princip, auf dic Wahlen tcincn Einfluß zu nchmcn, abgehen, und gerndc das bc-weist, daß cs ihr darum zu thun war, dic Bestimmungen dcr Verfassung zur Wahrheit zu machen und mit dem Gesetze über die dircctcn Wahlen, das von dieser Regierung zum crstcn male in Anwendung gebracht wurdc, das untcr dcn gegebenen Verhältnissen bestmögliche Resultat zu erzielen. Sc. Cxc. Iustizministcr Ritter v. Tschab usch' nigg hcbt hervor, daß das parlamentarische Leben die gemüthliche Stillc ocs absoluten Staates ausschließe. Die Regierung könne den Zwiespalt dcr Parteien nicht im Verurdnungswcgc beseitigen, dcr übrigens schon zur Zeit der Auflösung des Abgeordnetenhauses vorhanden war. Dic Ncgicrung sei auch nicht verantwortlich für dic Ema nationcn der Landtage und müsse sich insbesondere da-gegen verwahren, daß man ihre Anschauungen, wie dies gcstcrn gcschchcu, mit jcncn dcr Majorität des döhmi< scheu Landtages idcntificirc. Die Regierung sci nur für ihre eigenen Anschauungen und Ziele verantwortlich. Sic be sitze den Landtagen gegenüber keine Disciplinargcwnlt. Sie sei nicht in der Lage - es wurde gestern Achn lichcs behauptet - - die Wahlen in dcn Landtagen zu prüfen, cs liegt nicht in ihrer Cmnpctcnz, sich darüber auszusprcchen, ob dic Verwahrungen und Erklärungen, welche in den Landtagen eingebracht werden, von Wirkung seien oder nicht. Sie ist nicht berechtigt, zu beurtheilen, ob die Wahlen in das Abgeordnetenhaus, welche nur unter Reserve und Protest stattfanden, Giltigtcit haben oder nicht. Dcr § 10 des Staatsgrundgcsetzes über die Ncichs-vcrtrctuilg setzt fest, daß Instructions, wclchc die Mh-ler den Abgeordneten geben, nicht angenommen werden dürfen, und der H 3 dcs Gesetzes über die Geschäftsordnung stellt cs dem Abgeordneten anheim, zu bcurtheile, ob die Wahlen, also auch jeuc Wahlen, wclchc nut ül^' lichcn Iustructioucn und Beschränkungen erfolgen, Oil' tigteit haben odcr nicht. Die Auflösung des böhmischen Landtages konnte nicht stattfinden, weil sonst nach H 10 dcr böhmischen Landesordnung gleichzeitig hätten die Neuwahlen für den Landtag ausgeschrieben wcrdcn müssen, und cs wärc dann der Fall eingetreten, daß der ncugcwähltc Landtag berechtigt gewesen wäre, scinc Abgeordneten ins Abgeordnetenhaus zu entsenden, und das Mandat dcr direct gewählten Abgeordneten wäre an dem Tage erloschen, an wclchcm dcr ncngcwähltc böhmische Landtag zusammen-getreten wärc. Dcr Zwcck der dircctcn Wahlen wäre ! also vereitelt gcwcscn, und wcnn dcr Landtag neuerdings ^oic Wahl in dcn Reichörath verweigert hätte, so hätte sich die Ncgicrung in einem oirouiuu vitio^u« befunden, ^ aus wclchcm sie auf diese Weise nie mehr hätte herauskommen können. Der Vorwurf dcr „Anarchie", der gegen die Ncgicrung geschleudert worden, sei ungerechtfertigt. Wenn Ausschreitungen stattfanden, gcgcn wclchc der Negierung Zwangsmittel zu Gebote standen, so sel sie auch eingeschritten. Beweis dessen die Auflösung um» Vereinen, Sistirung dcr Beschlüsse auwnuiner ^rp"-schaftcn, StrafamtSlMdlungcn gcgcn die clencalc p^n >.i wcgcn dcr Schulgcsctzc, gcgcn dic nat.onalc Parw wegen Gcwaltlhätigteittn gegen T'""^ und Vcrgnu-gungözügler, und endlich der große Proceß gcgcn d.e social-dcnwtratischc Partei in W.cn, dcr ohne Störung von Seite dcr Bevölkerung durchgeführt wurde und m Folge dcsscn sich dicse Partei m die gesetzlichen Grenzen 'zurückaezogcn hat. Zur Bcrhauguug des Ausnahms-zustandcs war aber bisher kein Grund vorhanden. Was die Presse betrifft, so sci stets gcgcn dieselbe c>"' «cschrilten worden, wo sich cin strafbarer Inhalt darstellte. Eine einzige Gattuna von Delicten. fügt der Minister bci, wurde von dcr Verfolgung ausgeschlossen, das waren die Schmähungen, wclchc gegen die Person der Minister vorgebracht wurden. Im Justizministerium ist cin mächtiger „Fascikel" zu finden, welcher nichts ulö solche li-ichmähungen enthält, wie sic von dcn Slavs' Anwaltschaften dein Justizministerium vorgelegt nnndcl', .und ich cinpschle unserem Nachfolger im Amle, dic>e Älnmcnlcsc sogleich zur Hand zu nchmcn, dam^ ^ frühzeitig genug seine Nerven stähle und stärke. (H"' tcrkcit.) Wenn die Erfolge der Gerichte dcr Presse aM>^ über nicht cnlsprccheu. wenn in zmci der größten Ol" landcsgcrichlesprengel lein einziges Verdict auf „S" 1919 dig" lautetete, obwohl durch die beanständeten Stellen haarsträubende Gesrtzcövcrlehungen begangen wurden, so liege die Schuld darin, daß man die Jury blos für Preß» und nicht alle Dclicte ohne Ausnahme cingcfiihrl hi)bc. in welchem letzteren ssallc fich das NechtS-inslitut der Geschwornen in crspriehlichcrcr Weise entwickelt hätte. Hofrath Ungcr wendet sich mcritorisch gcgcn dis Ansfi'chrungcn dcs Iustizministcrs, der den Standpunkt d^i Angriffes vollkommen verrücke; denn nicht die rich-lerliche, sondern die politische Anarchie wird immer wieder hervorgehoben und nur auf die letztere sei die Spitze der zahlreichen Vorwürfe gerichtet. Dem Vorwürfe des Strebens nach „Centralisation und Uniformirnng" gegenüber sei nur zu bedenken, r>b man unter l>en jctzigcn Vrrhaltnisscn in Oesterreich überhaupt noch von einer Centralisation sprechen lönnc. dl, doch die Decemberverfassung entschieden föderalistisch gefärbt sei. Nach persönlichen Bemerkungen dcS Fürsten Karl Aucrsperg und HofralhS N cumann beantragt Frh. v. Lichtenfcls Schluß der Debatte, der angc-nommcn wird. Es sprechen noch die Grafen Rcchbcrg nnd Hartig und Fitrst Iablonowski. Dieser bc-lont, daß auch die Minorität auf dem Boden der Verfassung stchc und leine Bestrebungen in Schutz nehmc oder vertrete, die außerhalb derselben verweilen. Gcwcis davon sei der Umstand, daß die Minorität durch 18 Jahre mit den Ansichten der Majorität in Widerspruch stchc. und dennoch das Haus besuche und die Remcdur nur innerhalb des Hauses anstrebe. Einc solche Verfassung ?trcuc sei vielleicht noch verdienstvoller als die Vcr-sassnngstreuc jcncr Mitglieder dcS Hanfes, dic immer und bei jeder Gelegenheit in der Majorität sind n»d waren, allerdings sei es wünschcnSwcrth auch die lneh'r widerstrebenden Elemente der Volksvertretung, die im Abgeordnelcnhansc noch fehlen, heranzuziehen, ob daS! möglich sei, wisic man nicht, abcr diejenigen zu halten, die noch da seien, das sei möglich, nder nur dann, wenn man ihr Vorgehen nicht als Verfassungöbruch lie- zeichne. Berichterstatter Graf A uerSpcrg betont gegenüber einer Aeußerung dcs Iustizministcrs — in Folge dessen derselbe den Ausdruck der Unbolmäßigkeit gegenüber dem Rechte und Gesetze lediglich auf dem administrativen und judicicllen Boden gerichtet habe — daß seine Partei nur dcn politischen Boden im Auge hatte. Cr spicchc dcn Vorwürfen, die man seiner Partei mache, daß sie nämlich dcn starren Ccnlralismus wolle, jede Bedeutung ab. Er bitte, man wolle doch die Dinge ""m^ die dem Wirkungskreise der Landtage übcranl-lvortcn wcrdcn sollen, bannt man sic prüfe und im ZulässiaMsfalle deren Ucbcrlragung an die Landtage tie- lürworte. Redner kommt nun auf den schon besprochenen Austritt einer Anzahl Abgeordneten und auf das von denselben ausgegangene Memorandum zu sprechen. Der An» führer dieser Auswandcrcrschaar sei nun zum Lohn in den Rath der Krone berulen worden. Wollte man dem Wunsche des Herrn Grafen Fallcnhayn, der dahin geht, die Unzufriedenen zu befriedigen, nachgeben, so hieße dies, die Zufriedenen unzufrieden machen, einen Vollsstamm »nznfricdcn machen, welcher der Träger der Bildung, Wohlfahrt nnd Gesittung der Monarchie zu sein sich bewußt ist. Cr wolle lein Privilegium, aber cr lönnc es nicht zngcbcn, dah stin Vollsstamm zum Heloten werde. Redner wendet sich nun schließlich gegen dcn Vorwurf, der der Adresse wegen dcS Nnralhens gewaltsamer Milt/l gemacht wird, es gebe ja auch sanfte Millcl im Vcrfas« fungslcbcn und erst. wenn diese nicht ausreichen werde er auch gewaltsame Millcl empfehlen. Bei dcr hicranf folgenden Abstimmung wird die Adresse, nachdem ^ürst Iablano >usli einen nicht hinlänglich unterstützten Beisatz in Betreff Regelung der Bcziehnngen der katholischen Kirche zur ntaalsgcmall gestellt, ihrem ganzen Inhalt aach Lu diuo angenommen und in dritter Lesung zum Beschluß erhoben, und das Prä« sidinm ermächtigt, dieselbe zur Allerhöchsten Kenntniß. Uahmc zu bringen. In dem gestrigen Berichte über die Adreßdebatte des Herrenhauses ist durch einen unliebsamen Iufall der Schluß weggeblieben, welchen wir daher der Vollständigkeit wegen hier nachtragen. Graf Polocli als Ministerpräsident bclonte die Solidarität der Regierung, welcher cr sich nicht entziehen tonne. (Kr sagte: ..Iugleich muß ich bemerleu. daß Herr Hosralh Unger, Wle ich glaube, incinc Worte nicht richtig verstanden hat, benn ich sagte, daß, als ich zum Minister ernannt und die Vildlnig eines neuen Ccibinclö Übernommen, es meine Mcht und meine natürliche Waffe gewesen, zur Auflösung 3u schreiten, und daß die Berufung dcs ncucn Ministeriums die Auflösung involvirt hat. Ich wiederhole dies, um cS klarzustellen, nnd glaube, baß ich dies sehr deutlich bereits das erste mal erklärt habe. Ich mvlivirle dadurch den Porwurf, dcn ick dcn, Entwürfe ^er Adresse gemacht habe, weil dieser Vorwurf nach den ^Plicanoncn, die zu gebe« ich die Ehre halte, nicht an das Ministerium gerichtet werden könnte, sondern weit über ^s Ministerium zielen würde. Die natürliche Consequcnz " Vildung eines neuen Ministeriums unter den damals obwaltenden Verhältnissen war nämlich die Auflösung des' Reichsrathes, resp. der Landtage. Ich glaube, daß dies ein constitutionelles Recht ist, ^ welches nur eingeräumt war von dem Momente an, als ich durch die Gnade Sr. Majestät zum Ministerpräsidenten ernannt irmtvn l'in." Mit einem kurze,, Resum^ deß Berichterstatters schloß die Sitzung. KrilgvchlliM. Das Gefecht von Drrnr um 17. scheint dmch einen Flanlcnmarsch der vsi einigen Loire- (l'>0—70000 Hi.) nnd West^rmcc (Frcischacncn der Brcioane, unter Ke^ !utn',d >i>!r mnß>ci> nüs sehr tänichlü, wc,!N Manttnff l in Folge ^escr vliäl'dcrten Umslänll' nicht um Pülls bcrnm lna/» Snlwcsl^n v^r>',i,!g'' nn! dcn l'nkcn slmizöstschcn Flügcl faßlc. Der O,oßhcrzo,, mit 70.000 Htann im Ceülimn u-d Piin; Friedrich Karl's beide Coips, clwa 7<).0l)0 Mann, in dcr rechten Flanke; diesem conccntrischcn An^iiff tonnte die Loire. Aimcc nicht ^ta»d ballen. D >mil also, daß Boiirbafi der Loiie Armee 10,000 Main zuführte, hitzlc rr ihr uutcr gleichzeitiger Preisgebun^ von drci reichen Provinzen 30,000 Mann ans dcn Hcils. Lange wird ü'origcns dcr deutsche Offensiostoß im großen Müßslabe gegen die Loire Aimcc »icht mehr ans sich walten lassen, weil Pimz Friedrich Kail am 14. d. Ctampcs mit dcm !). Corps bcicil? ericicht !>,-.<. Siin zwciüS Corps, dav 7. wird sich vo» S^ns uus hüchst waliischcilil'ch in gerade, Nichllma, wiftwärls gc^cn OilemiS ucwcndel habc». Hirmit ist das Manöver dcr vollstündkicn Umllammc-illng dcr Loirc'Armce cingel^itct und General Paladme wird gut thun, sowie die dcnlschc Offensive -Hirn Anfang nimml, ohnc Kampf uuf dcr ganzen Linie znriickzi^chen. Äus Tours wird unter dcm 15. November telegraphisch gemeldet: Der Gencral Aurellcs dc Paladine ist zum Obcr-comniandaütcn dcr Loire-Arincc ernannt worden. Die Pl'äfcclcn find ermächtigt, die ^nclbiclcn anzunchmen, wllchc ihnen betreffs des CinfchmelzcnS dcr Glocken, um Kanonen daraus zu machen, gemacht werden. Dcr Minister des Innern z» TonrS hat folgende Depesche an die Prüfcctcn gcrichlct: Tours, 14. November. Nichts Neucs bei Orleans. Die Preußen setzen ihre Requisitionen in Sens und in dcn benachbarten Dörfern fort. Dem Vernehmen nacb, rückt cin drittes Corps auf Tonncrre. Auxonnc steht auf dcm Pnnltc, eingeschlossen zi, wcrden. La F^re erwartete gcslcrn scinc Cinschließimg. Ein preußisches Corps mar-schirt von Nhcims auf Canbrai. Zl» öainl-Hilailc-lc-Bois (Eure) wurde eine preußische PalruuiUc von zehn Mobilgardcn dcr Cadöche und zehn Freischützen von Cacn überfallen. Neun Preußen wurden gelüdtet und einer gefangen genommen. Achtundoicrzig Uhlancn, am III. in NemourS angekommen, wurdcn dcs Nachts von dcn Mobilen von Chatcau-Landon, denen sich National» garden anschlössen, gefangen genommen. Ein vom 17. datirles, in süddeutschen Blättern enthaltenes Telegramm auS TourS lautet: Garibaldianer verübten in Aulun Disciplinarwi» drigleiten und Ungesetzlichkeiten, in Folge deren die 9W gicrnng die strengsten Maßregeln ergriff. Der „Moni-lcur" tadelt das Vorgehen dcS Obcrstcn Vodonc, dcr cin Kriegsgericht cinsttztc und dcm Civilgcrichte zustehende Befugnisse sich anmaßte. Die Armce dcs Prinzcn Friedrich 5iarl rnckt unaushallsam von der ?)onne (Nebenfluß dcr Seine) nacb, der Loirr vor. Das (10.) Corps Voigls-Nhctz kam, 20,000 Mann stall, ncsttru in Tonncrrr (südlich von Troyes. am Armanson) an. Dcr Tourö-Corrcspondcnt dcr „Indepcndancc" meldet unterm N». November: Seit dcm 7. d. sind wir ohnc allc Pariser Ballon Nachrichten und Brieftauben-Verbindung. Der Bischof vou Augcrs hat dic Entscheidung getroffen, daß dic zum Kriegsdienste zu schwach bcfunoe-dcn Seminaristen als Krankenwärter in dcr Armec die- nen, die Uebrigcn aber die Befugniß zum Cintritte in dic Mobilgarde zum Zwecke der Vaterlandsvcrtheidigung erhalten sollen. Preußische Truppen haben am l5. Tergnier start besetzt. Ueber die am 1". October stattgehabte Einnahme von Chateaudun erfährt die „Allg. Ztg," von einem Officier nachträglich folgende Details: Die Stadt wurde durch cinen polnischen General vertheidigt, welcher die Einwohner, unter Androhung sofortiger Erschießung im Weigerungsfälle, gezwungen hatte, an dcm Kampfe thcilzunehmen. Es waren überall die furchtbarsten, kunstvoll angelegten Barricaden errichtet: vorne Gräben mit eingemauerten Glasscherben gespickt; dahinter hohe Erdwällc, Sandsäcke :c.; Haus für Haus mußte erobert und in Brand gesteckt wcrden, und die deutschen Truppen mußten Nachts in dcn Straßen zwischen Hunderten haltwcrtohlter Leichen bivouakiren. Dem Officicr traten jetzt noch die Thränen in die Augen, als cr vou den Schrecken jcnes TageS erzählte. Ans Dijon melden französische Blätter: Der General, welcher in der Stadt befehligt, ist Prinz Karl, Ncffc dcs Königs von Preußen, Er wohnt bci Hcrrn dc Saint-Scinc, Ruc Verrcrie. Die Er-zichungsanstallcn wurde» von den Preußen nicht beunruhigt. Die Pensionate für junge Mädchen erhielten leine Elnquarlirungcn. Die Preußen respeclirlcn übri< gens in allen Städten die Schulen, welche sie als Asyle betrachteten. Dic größt-: Ruhe herrscht in unserer Stadt. Die Läden b:r Stadt sind fortwährend geschlossen, und die Preußen scheinen nicht die Absicht zu haben, dieselben öffnen zu lassen. Berlin, 17. November. sOfficiell.) Saarbrücken, 17. November. Aus Versailles wird gemeldet, daß der Großhcrzog von Mecklenburg-Schwerin, dessen i 13.) Corps mit dcm General v. l). Tann vereinigt ist (als rang-ültcrcr General), dcn Oberbefehl über die beiderseitigen Streitträfte übernommen hat. DaS zweite Corps (Pommern), untcr General Fransccki, daS bisher zur zweiten Armce (Prinz Friedrich Karl) gehörte, ist definitiv dem Vclügcrungshccrc von Paris und dcr dritten Armee (Kronprinz von Preußen) einverleibt worden. Brüssel, 1(>. Noucmbcr. Man mrldet von Lille, daß die Preußen gegen Cambra« marschiren. Einem Gerüchte zufolge würde Bourbaki morgen mit 20,000 Mann sich von AmicnS aus in Bewegung setzen, um zu dcr Loire Armce zu stoßen. — 17. Ein hier aus Paris cmgclrDffciirr amerilanischer Grsanotschafts-Couiier si^Nl,lisi>t cincn von Trochu vorbcreitlten allglmeincn Ausfall. DaS „Paris Journal" theilt mit, daß die^^nt« äv Odllilj^ den Beschluß gefaßt haben, jeder Agent, der für eil« bcntschcs Haus nach Bccodiguny deS Krira.rS cinc Ord c cffcctuire, müsse eine Glldbuße von 100.000 Francs zahlen. Der „Fran^ie" kündigt an, der Ef» Naiscr weide demnächst nach Arcnrndrrg übersiedeln. HlMsneuisskeileu. — Aus Me ran wird unterm 18. b. gemeldet: Der Vorstand dcs hiesigen l. k. Hauptschießstandes erließ nachstehende Velannimachung: „Ihre Majestät die Kaiserin geruhten huldvollst zu dem Fcstfreischicßen, welches zur Feier Allerhöchstihres Namcnsfcstes am t. l. Hauplschießstande Meran gegeben wird, ein prachtvolles Wörndl - Scheibengewehr zu spenden. Dieses Vhrenbcst wird durch den tiefsten Hauptschuß auf der Weitscheibe gewonnen. Nur tiroler SchUtzen haben daraus Anspruch." — (Religionsunterricht.) Von dem Vater eines MitlelschulenschlUerS ist das Ansuchen gestellt worden, es möge der als religionslos bezeichnete Eohn als Privatist zur Prüfling aus den Gegenständen der ersten Classe mit Dispens von der Prüfung auS der Religion zugelassen werden. In einem anderen Falle verlangte ein Vater, daß der in die zweite Classe im laufenden Schuljahre eintretende Sohn vom Religionsunterrichte dispenfirt wcr.de. Der Herr Minister für Cultus und Unterricht dem diese Fälle zur Schlußfafsung vorgelegt wurden, hat mit Erlaß vom 28. October d. I. folgende Verfügung getroffen : Die bezeichneten Gymnasialschliler haben nach dem In» halt der Vorlagen noch nicht jenes Alter erreicht, in wel> chem nach Art. 4 des Gesetzes vom 25. Mai 1868 jeder-mann ohne Unterschied des Geschlechtes die freie Wahl des Religionsbekenntnisses nach seiner eigenen Ueberzeugung zusteht. Da ferner nicht nachgewiesen ist, daß die im Ärt. 2 bezeichneten Voraussetzungen vorhanden fiud, unter denen cin Religionswcchscl der Kinder vor vollendetem 14. Lebensjahre gesetzlich zulässig ist, so muß angenommen werden daß die erwähnten Gymnasialschüler der illeligwn angehören, welche ihre Eltern zur Zeit der Geburl dieser Kinder bekannt haben. Was dagegen Schüler betrifft, die unter den — im vorliegenden Falle nicht eintretenden gesetzlichen Voraussetzungen — als confessionölos erscheinen so greifen für dieselben die nämlichen Rücksichten Platz, welche für nickt katholische Schüler an Orten maßgebend sind. wo sie keinen Religionsunterricht ihrer Confession erhalten können; m das Cemestralzengniß wird stall der Note flir die l»el>, gioublehre die Ursache, aus welcher eine solche entfällt, er- 1920 sichtlich zu machen sein. Die erwähnten gesetzlichen Vor« aussetzungen bestehen aber darin, daß 2. nach Art. 4 des Gesetzes vom 25. Mai 1868 llber die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger der Austritt der Schüler aus einer Kirche oder Religionö-genossenschaft vor dem vollendeten siebenten Lebensjahre gleichzeitig mit jenem des Vaters oder nach dem vollendeten vierzehnten Lebensjahr selbständig erfolgte, und b. in beiden Fällen die im Art. 4 desselben Gesetze« vorgezeichnele Meldung bei der politischen Behörde erster Instanz (Nezirtshauptmannschaft oder Magistrat einer Stadt mit eigenem Gemeindestatute) nachgewiesen erscheint. — (Sonnen finsterniß.) Bei der bevorstehenden Svnnenfinslerniß am 22. December d. I. wird sich Oesterreich in Folge der zuvorkommenden Unterstützung des Reichs« Kriegsministeriums (Marine-Section) mit einer Expedition betheiligen, welche an zwei Puntlen der Totalilätslinie in Prevesa und an der Küste von Tunis Beobachtung«-Stationen errichten wird. Die beiden Astronomen der Wiener Sternwarten. Dr. Weiß und Dr. Theodor Ritter v. Op-polzer, bekannt durch ihre trefflichen Leistungen in Aden, wo sie die Sonnenfinsterniß des Jahres 1868 beobachteten, werden an je einer der zwei Stationen die wissenschaftliche Leitung fuhren. Die anderen Mitglieder der Erpedition bestehen aus Seeofsicieren, größtentheils der Küstenaufnahme zugetheilt, und die Expedition wird unter Befehl des Linien-schiffscapitän« Tobias v. Oesterreicher, Chef der adriatischen Küstenaufnahme. Ende d. M. Trieft verlassen. Die diesjährige Eonnenfinsterniß ist die letzte totale im Laufe diefes Jahrhunderts, welche über europäische Gebiete hinweggeht, und nachdem die Natur der Protuberanzen durch die Sonnenfinsterniß des Jahres 1868 so trefflich aufgeklärt worden ist, darf man von den diesjährigen Beobachtungen, an welchen namentlich England durch eine bedeutende Anzahl von Stationen in hervorragender Weise sich betheiligt, sichere Aufschlüsse über die Natur des Coronalichtes gewärtigen, wodurch die Kenntniß der Photosphäre unserer Sonne wesentlich erweitert werden wird. Zu diesem Zwecke wird die österreichische Erpedition mit vorzüglichen Telespectrostopen ausgestaltet, und es läßt sich hoffen, daß das zahlreiche Netz von Beobachtungs-Stalionen längs der Totalitätszone diefer Sonnensinsterniß genügend vom Wetter begünstigt fein wird, um mit Hilfe der spectral-analylifchen Untersuchungen diese Bestrebungen der Wissenschaft wesentlich zu fördern. — (Erplosion.) Abermals ist eine Dynamit-jabrit. die von Guttmann und Comp. bei Neulhen in Preu-ßisch-Schlesien am 17. d. in die Luft geflogen und hat zahlreiche Zerstörungen in der Stadt und Umgegend verursacht. Man nennt 15 Todte und mehrere Beschädigte. H ocale 5. — (Stiftungen.) Vom Magistrat werden heute eine Reihe von Stiftungen als erledigt kundgemacht, deren mehr oder minder hohen Beträge alle wohlthätigen Zwecken dienen und um welche die Bewerbungen bis zmn 20. d. M. mit den nöthigen Velegen beim Magistrale zu überreichen sind. — (Erledigt) sind beim Landesgerichte in Graz eine Rathsstelle und der Posten des Staatöanwaltes. Für erstere ist der Concurs bis 4., fur letztern bis 5. k. M. ausgeschrieben. — (Willardt's Kunstcabinet) erhielt abermals einige neue Gemälde, worunter besonders hervorzuheben : Tas Bombardement von Straßburg und die See» schlacht bei Lissa im Jahre 1866. Ersteres Gemälde bietet «in recht anschauliches Bild der Belagerung dieser Festung. Man sieht die Batterien vor der Stadt sowohl als auch die Geschütze der Festung in ihrer Tod und Verderben bringenden Thätigkeit, deren Spuren dem Beschauer in brennenden Gebäuden und rauchenden Trümmerhaufen sich darbieten, während unausgesetzt noch Granaten und Bomben ihre feurige Bahn durch den Raum ziehen. — (Der präparirte Walfisch), der gegen» wärtig das schaulustige Publicum in der Sternallee anzieht, bietet immerhin ein, wenn auch nur unvollständiges Bild jenes riesigen Meerbewohners. Das vorgewiesene Thier ist nämlich nur ein junges im Alter von angeblich 8 Monaten und daher noch bei weitem nicht völlig entwickelt. Es ge-rieth während einer Springfluth an der Küste von Frankreich auf den Strand und wurde so gefangen. Eine Sammlung von Geräthschaften, wie sie beim Fange des Wals benützt werden, dann der wirtlich unterhaltende und belehrende Vortrag des Führers machen den Besuch in der Schaubude zu einem recht lohnenden. — (Erd abrutschung.) In Folge der andauernden Regengüsse fand gestern am Schloßberge eine Erdab-rulschmig statt, welche beim Hause Nr. 11 am Hauptplatze eine Mauer eindrückte, so daß noch am selben Abende zwei Parteien des Hauses aus SicherheitürUcksichten von der städtischen Polizei delogirt werden mußten. — (Ein Berg ab stürz) bei der Krapinabrückc auf der Südbahnstrccke Steinbrück-Agram schwemmte am ° 20. d. M. fünfzig Klafter Eisenbahndamm sammt Schie-^nen und Telegraphenstangen in die Saue und bedeckte die ^ Strecke mit Gerölle. Zwei Arbeiter wurden verschüttet, mehrere sind verwundet. — (Theater.) Gestern war Herr St a inl unbestritten der Held des Abends. Durch seine prächtige und ungezwungene .Nomil als Bedienter Michel in den „To-mestitenstreichen" und als Hausmeisterm in der „Vorlesung bei der Hausmeisterin," wo auch die Herren Pennauer und Rüdlnger verdienstlich mitwirkten, gelang es ihm, das Publicum ununterbrochen in Heiterkeit zu erhalten. Weniger glücklich war Frl. Fontaine in der Eoloscene: „Eine vom Theater." — (Slovenisches Theater.) Mit der Operette .,8k!'ivuo3t ^udo/.ui," welche bei dcr vorgestrigen Vorstellung des dramatischen Vereines zur Aufführung gelangte, hat das slovenischc Repertoire eine recht glückliche Bereiche-rung erfahren. Die Aufführung war vollkommen befriedigend; an erster Stelle glauben wir Herrn M ed6n nennen zu müssen, der seinen Part nach jeder Richtung in geradezu überraschend gelungener Weise zur Geltung brachte; der ..Barbier" des Herrn Valenta war eine köstliche Figur — daß dessen gesangliche Leistung nichts zu wünschen übrig ließ, brauchen wir nicht erst zu sagen. Herr Kapellmeister Schantl bewährte sich auch hier als tüchtiger, umsichtiger Dirigent; das Orchester war vortrefflich. In der der Operette vorangegangenen Posse „Xivo-mrtvu, /akon^Ica," die auf Erschütterung des Zwergfells im großen Style berechnet ist, verstanden es Frau Odj und Herr «Vusteröic durch die erforderliche drastische Darstellung die besagte Wirkung im vollsten Maße zu erzielen. In dem hübschen Lustspiel „?0^ lckoxi okno" hatte ^rl. Brus. die übrigens auch in den beiden andern Stücken beschäftiget und überall am Platze war. Gelegenheit, ihr schönes Talent in besonders vortheilhaftem Lichte glänzen zu lassen. Fräulein Iamnit war eine reizende „Gabriele" und spielte wie immer sehr brav. Mit unserm Urlheile über die Debütantin Fräulein Zupanec wollen wir so lange zurückhalten, bis wir vielleicht Gelegenheit ge-habt haben werden, sie in einer größern Rolle zu sehen. — Das Haus war sehr gut besucht, das Publicum in animirter Stimmung, die sich im Laufe des Abends zu. sehends steigerte. Nicht unerwähnt dürfen wir lassen, daß Schantl's neues, mit vorzüglichem Geschick und Geschmack arrangirteö Potpourri slovenischcr Nanoncilmelodien mit wohlverdientem stürmischen Beifall aufgenommen wurde. — (Die Neutralen oder Oe st erreich über Alles.) Historisch-romantische Enthüllungen aus Europa's jüngster Zeit, nennt sich ein Werk, von welchem uns die ersten beiden, in A. Hartlebens Verlag in Wie» erschiene-nen Lieferungen vorliege». Der Verfasser soll eine hochgc, stellte, in viele Geheimnisse der europäischen Politik eingeweihte Persönlichkeit sein, welche uns mitten in die Er. eignisse der jüngsten Zeit, des französisch-preußischen Krie» ges einführt und die Intriguen und Kabalen aufdeckt, welche gesponnen wurden, um Oesterreich aus seiner heiß ersehnten Neutralität herauszureißen und in den blutigsten Kampf des Jahrhunderts zu verwickeln. — (Schlußverhand lungen beim k. k. Lan-desgcrichte Laibach.) Am 23. November. Franz Bo-riäet und Complicen: schwere körperliche Beschädigung; Johann Moderjan: Diebstahl; Forlunat Preset: schwere körperliche Beschädigung. — Am 24. November. Thomas Ccmkar: Todtschlag; Josef Zupanclc: Todtschlag; Franz Mravlja und Mathias Useniönik: öffentliche Gewaltthätig, keit; Simon Mlatar: Todtschlag. Danksagung. Die Stadtgemeindevertretung Tschernembl spricht der löblichen Sparcasse«Direction in Laibach für die Spende von 100 fl. für die hiesigen Stadtarmen und dem Vorsteher dcr Sparcassc. Herrn Richard Iaueschitz, für die gleichzeitig gemachte Spende aus seinem Priuatvermögen für die Stadtarmen den wärmsten Dank ans. Tschernembl, am 17. November 1870. Für den Bürgermeister: Der erste Gemeinderath Lorenz Kolescha m. p. (Qriqiual.Telearamm dcr „öaibacher Zeitung.") Iyien. H>. November. Im Abgeordne« tenhansc wurde die Delessationswahl vor^e nommen. Vei Verathung des Gesetzentwürfe») iiber Fort^rhebunss der Steuern ward Picterrö Antrag, zur Tassesordnunss überzn^rhen. nur unsseniistend unterstützt; der Antrag Kotz', die Steneruforterhebnnfl für drei Monate zu be< willig», abgelehnt, dagegen der Ausschußan trag auf Sreuernforterhebung für weitere zwei Monate fast eil,stimmig angenommen. Wien. 21. November. (Tr. Z) Dic Neqicnma. von Toms hat nicll.cn Anzu^S der bclilich.n Truppen ihl-ei, ^itz »ach Bordeaux verlegt. Dlr Al^r,ss «uf die Pariser Fo,lS hat begommi. Gortschakoff's Antwoit an GinüMe lautet friedlich und bcruhigrnd. Telegraphischer Wcchselc ours VN!» 21, November. 5verc Melulliquek 55.40, 5prrc M.-lalliqiu'i« mil Mai-und November-Zinse» 55.40 — 5pcrc, Nalwüai-Aülchm 64,70. - 1860er Slaals-Aiilehs» 91.25». - Vant^-lien 722 — Lrcdii-Aetim 245.75. — Linidon 124 75. - Silber l23,2',. — K, t. Mll»z-Ducntcn 5.95». .. ylavoll-ond'orS 10.0:». Anstclommcne Fremde. Am 20. November. Ttadr Wien. Die Herren: Mauler, Handels»!., uml Villach. - Walln-, Handel«»,,, von Wie», — Schwarz, Handels»,., vo» Wien. — Nata»«t>>, Kausm.. von Wie», — Ärodjuwm, Wciuhändler. Ucni Agra»,. - Enpla, uoii Hcidcnschast. — ^ümliia/r, kanfina»», von Kanischa. — Uhl, Privatier, von Kärntc». (flefant. Die Herren: Gallizier. Holzhändler, uon Eilli -Spch. Kaiifm., von Cilli. - Kastclitz, Kaufiu.. »on Matteria. — Mmaiiü, Pfarrer, von Kulouralh. Kanch, von Gurt-selo, - Faleökmi. vo» Ran». — Namuchcr, vou ^iuai. — Eisensiadter. vo» Ungar», - Pririier. vo» Agram. — Merzen, Golo, -Stuller, Kauf,»., vo» Trieft. — Pollal, Kauf»!., vo» Neumarltl. — Dc». Kaufm,. vo» Neumarktt. ^ Ster», Ksni, vo» Agram. — Schwarz, Piller mid Klein, Kaust., von Gra,. — Bn'ßnüV'r. ssalnicinil, von Goiiouitz. — Äaroi, NosclM, von Uulcrlrain. — On.ri»,, l, l BrlnMiain'tmani!. vo» ^,'oilsch. — Wiltschcr, Kauf»,., von St. Varthrlmr, Vaierischer »of. Di? Herren: G»!,c. Ochsmhcmdlrr, vu» Scsana. ^ Taxingrr, Lebzellcr. uuli Cilli. — Pa»lic, Ochsrn-l,iii!dl.-r, uon Trieft. — Iellm;. W is^ärl'^r, von «iilli. — — Stcrn, Hi " ^ ' '. 0 N Mg '326,?3^9." SW.'mähig ^a», Wv7",^7 2l'<2 „ N 326.->,. -, I2,< SW. ^. start f. ssa»,, dem. ..''.,, jK'„ Ab. ^5.«2 » «,. SW schwach^ n'nn^ bl'w, !" " Taqllber Strichrccze», thsiliveiss ^elichtrt. Sildivrst zirüilich slart. Aliendö Ailshcilcruuq. Nachts Ncc>e». Daö Tagciüllltlel der Wä>»ic -^- 10 1", um ^,-7" l!l,er den, Mrmalc. 'Ii la,lnu irll,ch^r N^0u> lein : ^lzlia^ o. . a u ^ l^»»l^«,^n^»^» '^Uien, 19. November. Die Börse vcrlehrlc heute i» gebesserter Stimmung Aulagspapierc wie Spcclllatioiibchcclc» ginge» höher. Deviscil mid Eo»,ptanlc» '"^' /,. >, « zilUljrllurlltyz. sich auch vie Börse nicht auf dem giwsllgslm Stande behaupten, so fällt doch dci einem Vergleich der gcslngei, mit der hcllligc» Mlirmig dic Äl!»>>z i" " ^ lttzteren aus. --------______ 4. Allgemeine Staatsschuld. »i!r 100 ft. Geld iVüllr« Einheitliche Staatsschuld zu 5 pH«.: in Noten verzins!. Mai-November 5475 54.85 „ « „ Februar-August 54.75 54.85 „ Silder „ Iäuncr-Iuli . 64.20 «4.30 ,, « Npnl-October. «4.— <',4.10 Vteueranlthen rückzahlbar (!) -.— —.— Vase v I. l«39 ..... 230.-232.- « « 1654 (4'/,> zu 25>0 fl. —. - —.-- « .. 1860 zu 500 st. . . 89.5" 90.— « „ 1860 zu 100 st. . . 99 50 100.50 « " l8U4 zu 100 st. . . 109,50 110.- Slaat«,D°mäntll-Pfalldbriefl zu 120 st. ü W. in Silber . . Ii'j — 119 5() ». Wr«ndenttast..nst«.0blinationen. ». Actien von Transporl»»terned- „lUNsten. Geld Waare Älfllld-Fiumaner Bahn . . . 161.— 161.50 Vöhm, Westbahn.....336.— 23? - Ellil-Vudwig-Bahn.....229.50 230.- Donau-Dampfschiffs. Gefcllsch. . 521.— 523, -Elislldeth-Westbahu. . . .208 50 209-Elilabeth-Westbahu (Linz - Bud- weiser Slrecle).....17?.— 178. - sserdii^nds-Nordbahn . . .1980.-1990.— l Fiinsl>rchen-Varcs«-V,hn , . —.— —.— ssrnni Omnibus........—. - —.— l Rudolss-Vahn......154.25 154.75 Siebeubllrger Bchn . . . , 156.— '.58.— Smalöbahu.......365,— 367.— > Sudbah» . ......17 .50 172.80 Slld.nordd, Verbind. Bahn , . 164.50 165.- Theiß-Äahu.......2l9.— 221,- ! Tramway........150 25 150.75 «. Pf.indliriefe (fllr 100 st) ! Allg. öst «odni-Cn>dit'Änsta:< Geld Waare! uerloebllr ^l 5 pEt, in Sllbcr 106,75 10? ^ ^ dlo.in'j3I.riictz.zll5ftEt.i»ü.W. 86.50 8?.- ! NoNonalb. auf ö. W. oerlosv. ; zu 5 pj ^lug. Bc,d.- 1<»5,— Hambmg. fllr 1