Lllibcher TaMiltt. iPebi - t;on und Et-editio i: Bahnhosgasse Nr. 15 — „ . x-. PrLniimerationspreife: 01 (I »ür Laibach! @ai'5j. fl. 8-40; vH* /W.L V. Anstellung in« Haus vrtlj. LLkr. Mit der 'Bost : Ganzjähr. st. 12. SnfertionSPreife: Ein, Mittwoch, 24. Sept. 1879.—Morgen: Kleophas. 12. Jahr Ein ungarisches Vermittlungsprogramm. Desider Szilagyi gehört zu den hervorragendsten Vertretern der vereinigten Opposition des ungarischen Reichstages. Allerdings ist die Disciplin dieser Partei keine derartig stramme, daß die Kundgebung eines Führers derselben schon als politisches Evangelium für die Gesarnmtheit gelten könnte. Aber immerhin darf man rool die Anschauungen, welche Szilagyi anläßlich einer von ihm einberufenen Wühlerversanimlung der Pester Josefstadt über die bosnische Verwaltungsfrage und die Wehrfrage aussprach, als die Grundzüge eines für weitere Kreise bestimmten Vermittlungsprogrammes betrachten. Was Bosnien aiibeic igt, so erklärte Desider Szilagyi, daß er eine C,Weiterung der gemeinsamen Angelegenheiten --ls unthunlich und deshalb auch die Zuweisung der bosnischen Verwaltung an die gemeinsame Regierung, beziehungsweise an die Delegationen, für unstatthaft ansehe. Nichtsdestoweniger will Szilagyi die Verwaltung der occupierten Länder als eine gemeinsame Aufgabe behandelt sehen und aus eben bitjem Grunde Ungarn nur zu jener Beitragsquote für Bosnien verpflichten, welche der Q"otenschlüsfel für die gemeinsamen Ausgaben vorschreibt. Z"r Wehrfrage übergehend, erklärte Szilagyi , daß derzeit keine einzige Großmacht in der Lage sei, eine einseitige Reduction ihrer bewaffneten Macht in größerem Maßstabe durchzuführen, und darum könne er auch eine wesentliche jperab-minberung der Opfer an Gut und Blut nicht in Aussicht stellen. Trotzdem müsse das Wehrgesetz mancher Reform unterzogen und insbesondere b-naus hingewirkt werden, daß dem ungarischen Elemente der gebührende Raum innerhalb des Rahmens des gemeinsamen Heeres gesichert werde und dasselbe in den höheren Kommanden nicht spärlich vertreten fei. Was die ungarische Ver-waltungsresorm anlaitgt, so fordert Szilagyi, es möge die Qualifieation für den Verwaltungsdienst an den Nachweis der Fachbildung geknüpft und den Verwaltungsbeamten eine gesicherte Lebensstellung geboten werden; dagegen erklärte sich der Redner gegen die unbedingte Ernennung der Verwaltungsbeamten durch den Staat, weil er die Beamtenbestellung mit „einer lebensfähigen Reform der municipalen Organisation" in Verbindung bringen will. Desider Szilagyi macht offenbar den Versuch, die populären Forderungen der parlamentarischen Opposition mit den Wünschen der Regierung zu vereinigen. Bezüglich der bosnischen Frage vertritt er den allgemein ungarischen Standpunkt, welcher sich gegen jede Erhöhung der bisherigen Beitragsquote ausspricht, gleichwol aber in Bezug aus Rechte und Einfluß nicht gegen Oesterreich zurückstehen will. Sein Widerspruch gegen die Hereinbeziehung der ungarischen Verwaltung in die Agenden der gemeinsamen Regierung hängt dagegen mit dem speziellen Programme der Opposition zusammen, welche in jeder Erweiterung des Wirkungskreises der gemeinsamen Regierung schon eine Schädigung der ungarischen Selbständigkeit erblickt. Spezifisch magyarisch ist seine Haltung zum Wehrgesetze, dessen Reform er nt erster Linie nur als Mittel zur Befriedigung der nationalen Eitelkeit ansznmtzen gedenkt. Bezüglich der wundesten Stelle des ungarischen Staatswesens hält Szilagyi mit seiner Ansicht zurück. Für die Beibehaltung der bisherigen Verwaltungsnormen einzustehen, verbieten ihm die unleugbaren Ucbelftände, welche die Autonomie der Comitate und die Wahl der Verwaltungsbeamten zur Folge hatte. Da jedoch gerade die letzterwähnten Einrichtungen vielfach als die traditionellen Bürgschaften der politischen Rechte des Magyarenstaates hingestellt werden, so zog es Szilagyi vor, diese delieate Frage dahin zu beantworten, daß er deren gedeihliche Lösung einfach als eine Sache der Zukunst bezeichnte. Fürst Bismarck in Wien. Bismarcks Anwesenheit in der Haupt- und Residenzstadt Oesterreichs hat sowol in den politischen Kreisen als auch in den Kreisen der Wiener Bürgerschaft eine lebhafte Aufregung hervorgerufen. Ebenso wie ihn Sonntags bei feiner Ankunft eine große Menschenmenge erwartet und begrüßt hatte, so war auch am nächsten Tage das „Hotel Imperial"/ wo Bismarck sein Absteigequartier genommen, schon in frühen Morgenstunden vom Publikum förmlich belagert. Alles wollte den Fürsten sehen, von den man wußte, daß er am Abend zuvor bis Mitternacht bei dem Grafen Andraffy geweilt hatte. Die Geduld der Wartenden wurde jedoch auf eine harte Probe gestellt, da Bismarck, welchem die harrende Menge wiederholte Hochrufe ans* brachte, erst gegen Mittag seine Appartements verließ, um abermals bei Andrassy vorzufahren. Dieser weilte eben in der Hofburg und wurde schleunigst von dem Besuche des Fürsten benachrichtigt. Er kam etwa fünf Minuten nach dem Fürsten Bismarck. Die Konferenz der beiden leitenden Minister währte ununterbrochen bis halb 2 Uhr. Ueber die Konferenz zwischen dem Grasen Andrassy und dem Fürsten Bismarck erhielt die „Presse" folgende Mittheilung: „Fürst Bismarck erschien gegen halb 12 Uhr im auswärtigen Amte und conferierte daselbst mit dem Grafen Andrassy bis gegen 2 Uhr. Graf Andraffy soll von den Ergebnissen dieser Unterrebnng, welche die Homo» geneität der Interessen Oesterreichs und Deutschlands auf der ganzen Linie klarstellte, sehr befriedigt gewesen sein." Von hier begab sich der Fürst unmittelbar zur Audienz in die Hofburg. Auch der Weg vom Ballhausplatz bis zur Burg war von Neugierigen dicht besetzt, die, als sie Bismarcks ansichtig wurden, lebhafte Hochrufe anstimmten. Als der Fürst in die Hofburg einfuhr, leistete die Hauptwache die Ehrenbezeugungen, wie sie einem Botschafter zutheil werden. Die Audienz bei Sr. Majestät Feuilleton. Der Regen und der Socialismus. Den Engländern ging es Heuer wie dem seligen Noah, als er seine Reise nach dem Arrarat machte, denn in England regnet es täglich. Kein Tag ohne Regen. Der Sommer war tn ganz Europa ein nasser, aber in England gab es mehr Regen als anderswo. Mit dem nassen englischen Sommer läßt sich nur der von 1816 vergleichen. Da regnete es während der Monate Juni, Juli und August fast beständig. Noch weiß die Chronik nur von nassen Sommern im 15. Jahrhundert zn erzählen, wo fast in jedem Jahrzehnt ein Sommer gänzlich verregnet wurde. Doch sind auch einzelne nasse Sommer in früheren Zeiten verzeichnet, so wird das Jahr 1248 ein besonders nasses genannt. Im Jahre 1315 soll der Rjgen sogar am 1. Mai augefangen und dann zehn Monate ununterbrochen gedauert haben. Die Folge war Hungersnoth und großes Sterben. Das Jahr 1404 war für England, Holland und Deutschland gleichfalls ein böses; man klagte namentlich über den kalten Wind, der im April und Mai herrschte, so daß die Bäume ihre Blätter verloren. In Holland war die Noth so groß, daß eine Anzahl Kaufleute die Städte Brügge, Antwerpen und Äpern verließ und nach Frankreich auswanderte. Ans dieser Zeit hat sich am Niederrhein als sprichwörtliche Redensart der Ausdruck: „Der Tod von Uperu" erhalten, mit dem man ungewöhnliches Elend bezeichnet. Von 1434—1440 wird eine ganze Reihe von Noth-jahren genannt, unter denen wiederum ganz besonders England und Holland litten. Das Jahr 1436 weist Flutüberschwemmungen auf, denen ein kalter Winter 1437 und ein vollständiges Mißjahr folgten. Im Jahre 1439 wird nochmals von Überschwemmungen berichtet. Würbe jetzt in England keine Handels- und Jndustriekrisis herrschen, dann würde man sich über den Regen hinwegsetzen. Man hätte Arbeit und Geld und in Amerika ließen sich ja die Lebensmittel in Hülle und Fülle kaufen. Nun feiern aber die Fabriken, die Arbeiter hungern und grollen. Zu den unzufriedenen Arbei- tern gesellen sich die jahrelang von den reichen Grundbesitzern ausgepreßten Farmer, bereit Acker überflutet sind, deren Ernte - Aussichten zunichte wurden, so daß die Landwirthe selbst dem Elend und Verderben preisgegeben sind. Früher klagten ie über amerikanische Concurrenz. Nun werden te dieselbe nicht fühlen, da sie nichts haben und ,as Land mit feinen Lebensmitteln thatfächlich auf )ie Zufuhren aus dem Auslande angewiesen ist. Die Farmer werden meist nicht nur keine Rente an die Lords zahlen können, sondern selbst an die öffentliche Wolthätigkeit appellieren müssen, um nicht zu verhungern. Das Resultat wird fein, daß die jetzt immer stärker werdende Partei der Unzufriedenen in England lawinenartig ««wachsen wird. Früher hielten sich die Fabriksarbeiter fern von den Farmern und Feldarbeitern, nun machen sie gemeinsame Sache uub bilden neue Arbeitervereine. Wie man aus englischen Blättern ersehen kann, werben in Versammlungen der Fabriksarbeiter Beschlüsse gefaßt, in denen diese für die leidenden Feldarbeiter ihre Sympathien ausbrücken und erklären, daß nur durch die Besei- währte volle 50 Minuten. Nach beendeter Audienz beim Kaiser soll der Fürst auch dem Erzherzog Wilhelm vorgestellt worden sein. Hierauf begab sich der Fürst wieder zum Palais des auswärtigen Amtes und fuhr mit dem Grafen Andrassy zum Ministerpräsidenten Grafen Taaffe, zum Botschafter Baron Haymerle und dann ins „Hotel Imperial." Graf Andrassy verweilte jedoch nur kurze Zeit daselbst. Als er vor dem Hotel erschien, wurde .er von der versammelten Menge in sympathischester Weise begrüßt. Noch während der Anwesenheit des Grafen Andrassy waren der Ministerpräsident Graf Taaffe und Sectiouschef Baron Orczy im „Hotel Imperial" erschienen, um den Fürsten Bismarck zu begrüßen. Um 3 Uhr erschien Se. Majestät der Kaiser im Hotel, um den Fürsten durch einen Besuch auszuzeichnen. Der Kaiser trug die Uniform eines Dragoner-Obersten. Fürst Bismarck erwartete den Kaiser am Fuße der großen Treppe. Der Kaiser reichte dem Fürsten die Hand in freundlichster Weife und schritt an seiner Seite die Treppe hinan. Vor dem Eingang in die Appartements erwartete die Fürstin den Kaiser. Der junge Graf Wilhelm Bismarck promenierte inzwischen auf der Ringstraße, da er dem Kaiser noch nicht vorgestellt war. Der Kaiser blieb volle 25 Minuten in den Appartements des Fürsten. Der Fürst begleitete den Monarchen bis zur Eiusahrtshalle, und beim Abschied reichte ihm der Kaiser abermals die Hand. Als das Publikum des Kaisers ansichtig wurde, der seinen Wagen vor dem Hotel hatte warten lassen, stimmte es begeisterte Hochrufe an, und diese pflanzten sich in der Menge fort, so lange der Wagen des Kaisers in Sicht war. Die Fürstin hatte am Nachmittag den Besuch der Baronin Haymerle angenommen. Die Gemahlin des Botschafters war beim Hotel vorgefahren und hatte an fragen lassen, ob ihr Besuch angenommen werde. „Er ist willkommen", lautete die Antwort, und hierauf begab sich Baronin Haymerle zur Fürstin, bei der sie eine Viertelstunde verweilte. Sodann begab sich Fürstin Bismarck mit der Fürstin Odes-ealchi nach Mauer, um der Prinzessin Reuß, Gemahlin des deutschen Botschafters, einen Besuch abzustatten, und der Einladung der Prinzessin folgend, das Diner bei derselben einzunehmen, während der Fürst bei der Hostafel weilte. Um 5 Uhr faud im großen Saale des kaiserlichen Lustschlosses Schönbrunn die Hoftafel statt, die der Kaiser zu Ehren des Fürsten Bismarck angeordnet hatte. An derselben nahmen theil Se. Majestät der Kaiser und die geladenen Gäste: Fürst Bismarck, Graf Wilhelm Bismarck, Graf Andrassy, Baron Haymerle, Graf Taaffe, Prinz Neuß, Graf Beichern, Baron Alter, Graf Wolfgang Kinsky, Grar Pourtalös, Graf Khevenhüller, Baron Orczy, tigung des jetzt noch in England herrschenden imttemlterlichen Landsistems der wirthschastlichen Nochlage ein Ende gemacht werden könne. Wie in Deutschland Militarismus, Steuerdruck und Gründuugsschwindel schließlich das Anwachsen der socialistischen Partei förderten, so wird der Regen nun den Radicalen in England einen großen Anhang verschaffen. Bisher hatte der Radikalismus nur unter den Fabriksarbeitern Anhänger. Jetzt werden sich auch die nothleiden-den Feldarbeiter ihm anschließen. Die Massen werden erst jetzt, wo die ganze Ernte vernichtet ist, zur Einsicht gelangen, daß das jetzige von dem Erbadel aufrechterhaltene mittelalterliche Land-sistem ein Fluch ist. Wenn es sich aber in England unter den Arbeitern zu regen anfängt, bann wird die englische Regierung ber socialistischen Bewegung nicht mit solchen Mitteln entgegentreten können, wie bie beutsche. Der Regen dieses Sommers kann der Aristokratie, die England beherrscht, sehr gefährlich werden. Baron Calice, Baron Schwegel, der General-Adjutant des Kaisers FML. Beck. Die Hoftafel währte bis nach 3/46 Uhr. Sodann hielt der Kaiser Cercle im sogenannten „Rösel-Saale" und um 7 Uhr war das Hoffest zu Ende. Vor Tafel war Graf Wilhelm Bismarck Sr. Majestät dem Kaiser vorgestellt worden. Von Schönbrunn fuhr Bismarck wieder ins „Hotel Imperial" zurück. Gestern sollte der deutsche Reichskanzler von den hier weilenden Erzherzogen empfangen werden und andere Visiten abstatten. Mittags, so heißt es, ist er bei dem Prinzen Reuß zum Besuche angesagt. Nachmittags veranstaltete Graf Andrassy ein Diner zu Ehren Bismarcks in ganz intimem Kreise. An demselben sollten theilnehmen: Fürst und Fürstin Bismarck, Fürstin Odescalchi, Graf Wilhelm Bismarck, Prinz und Prinzessin Reuß, Baron uud Baronin Haymerle, Herr v. Tisza und Graf Taaffe. Heute gibt Prinz Reuß dem Fürsten Bismarck zu Ehren ein Diner und für heute abends ist vorläufig die Abreise des Fürsten in Aussicht genommen. — * * * Nach einer Mittheilung des „91. W. Tagbl." wurde die Ernennung des Herrn Baron Haymerle zum Minister des Aeußern, des Herrn Baron Orczy zum ungarischen Minister am königl. Hvslager und des Herrn 0. Kallay zum Unterstaatssekretär im Ministerium des Aeußern vorgestern vollzogen und dürfte» die betreffenden Pnblicationen am nächsten Sonntag erfolgen. — Einem vom gleichen Blatte gemeldeten Gerüchte zufolge soll der österreichische Botschafter in Konstantinopel, Graf Zichy, im November einen langen Urlaub antreten, der als Vorläufer des definitiven Rücktrittes des Grasen anzuseheu wäre. * * * Das heutige Amtsblatt veröffentlicht ein kaiserliches Patent vom 22. d., welches die Eröffnung des Reichsrathes auf den 7. Ofteber festsetzt. * * * Die Wiener Reise des Fürsten Bismarck und der damit in Zusammenhang gebrachte Abschluß eines aus Jnteressensolidarität beruhenden Garantievertrages hat neben zahlreichen freudigen Zustimmungen aus Deutschland und Oesterreich auch eine publicistische Gegenströmung hervorgerufen. So spricht man beispielsweise von einer Allianz zwischen Rußland, Frankreich, Italien und Griechenland, welche berufen sei, als Gegengewicht für die österreichisch - deutsche Bundesgenossenschaft zu dienen. Utber das Künstliche dieser Combiuation sind feine Worte zu verlieren. Denn ob auch der russischen Diplomatie das Herz ganz in demselben Grade in Liebe zu Franfreich aufgeht, in welchem die Ent- Ein musikalisches Kriegsabenteuer. Von Max Leuer. Zu Anfang des Jahres 1871 fungierte ich als Gehilfe und Sekretär des preußischen Zivilkommissärs Eichhausen, welchem die Verwaltung einer occupierteu französischen Stadt von etwa 12,000 Einwohnern anvertraut war. Eichhausen bekleidete vordem am Rhein eine Bürtzermeisterstelle in einer industriereichen Gegend mit einer unbändigen, zu Excessen geneigten Arbeiterbevölkerung, und weil er, Dank seiner Energie, diese fest im Zaume gehalten, hatte man ihn als Zivilkommissär nach Frankreich geschickt. Auch hier gelang eS ihm rasch, sich Achtung unb seinen Anorbnungen Gehorsam zu verschaffen, so baß wir mit ber Bevölkerung, bie unS heimlich allerbiugS nach Cayenne wünschte, ganz gut aus-kamen. Dazu trug nun auch ber Umstand sein gutes Theil bei, daß wir ein Kommando von einigen fünfzig handfesten hinterpommer'schen Land« wehrfüsilieren zur Verfügung hatten. Unser Hauptquartier hatten wir im Präfec- sremdung Deutschlands uud Rußlands immer mehr und mehr zur unleugbaren Thatsache wird, und wenn auch nicht geleugnet werden kann, daß es in Frankreich genug Elemente gibt, welche einer Paris-Petersburger Entente das Wort reden möchten: das derzeit in Franfreich herrschende Sistem steht den Annäherungsversuche» des Fürsten Gortschafoff vollständig kühl gegenüber. So hat erst in den letzten Tage» das „Journal des Debats" die befannten Erklärungen des Fürsten Gortschafoff gegenüber einem Mitarbeiter vom „Soleil" in schlagendster Weise abgefertigt. Bekanntlich hat sich der ru)fische Staatskanzler bei dieser Gelegenheit gerühmt, während seiner 24jahrigen Amtssührung keine» Augenblick aus seiner Ueberzeugung, daß ein mächtiges Frankreich für das Gleichgewicht Europa's eine Nathmendigkeit sei, ein Hehl gemacht zu haben. Nun erinnert aber das „Journal des Debats" Gortschafoff an jenen Moment des Jahres 1870, in welchem Bismarck die Erklärung Thiers', daß er von seinem Freunde Gortschafoff zahlreiche Beweise der Sympathie empfangen habe und daß sich schließlich Rußland dem Siegeszuge der Deutschen durch Franfreich widersetzen werde, einfach dadurch erwiderte, daß er dem französischen Staatsmanns einen Einblick in die ihm zugegangenen Petersburger Briefe gestattete. Im Jahre 1870 hatte Rußland Oesterreich erklärt, daß es ihm nicht gestatten könne, mit Frankreich gemeinsame Sache zu machen, und Gortschafoff, der angeblich aus seinen Sympathien für Franfreich niemals ein Hehl gemacht habe, hat späterhin die Mediationsanfrage Englands mit der Bemerfuug furzweg abgeschnitten. Preußen hätte seine Friedensbedingungen (Elsaß und Lothringen) bezeichuet, nur ei» Sieg könnte an denselben etwas ändern, und dieser Sieg sei nicht wahrscheinlich. Solche Reminiscenzen in einem so wichtigen Augenblicke klingen wenig verheißungsvoll für eine französisch-russische Allianz. Was aber den Anschluß Italiens an letztere anbelangt, so ist nicht z„ vergessen. daß England im österreichisch-deutschen Bündnis eine Sicherung gegen die Ausbreitung des russischen Einflusses auf der Balfau-Halbiusel erbl ckt und daher einer Frontstellung Italiens gegen dieses Bündnis mindestens eine wolwolleude Neutralität zugunsten der mitteleuropäischen Großstaaten entgegensetzen würde. Eine solche ist aber hinreichend, um das Königreich Italien mit seiner langen Angriffslinie zur See zur völligen Unthätigfeit zu zwingen. Auch die Türfei wird als Mitglied der zukünftigen Gegenallianz genannt, ganz im Widerspruch zu einer durch das „Memorial Diplomatique" gemeldeten Aeußerung Salisbnry'S, nach welcher dieser seine Befriedigung und sein volles Vertrauen darüber aussprach, daß die Annäherung zwischen turgebäube, einem langgestreckten, geräumigen, zweistöckigen Hause aufgeschlagen. Im Parterre hatten sich unsere Pommern einquartiert und daselbst die Hauptwache eingerichtet, in ber Etage waren bie Bureaux und neben benselben bewohnten mein Chef und ich einige Zimmer. Hinter ber Präfectur lag ein großer, von einer dichten Dornhecke eingefriedigter Garten mit alten Obstbäumen und hinter bem Garten eine parkähnliche öffentliche Anlage. Nach beenbigtem Dienst pflegten wir (ber Kommissär unb ich), uns einen gemächlichen Punsch zu brauen, baS meist aus kalter Küche bestehende Abendbrot» einzunehmen und von den Lieben in ber Heimat zu plaubern. Oeffentliche Lokale besuchten wir selten und niemals abenbs, benn entweder standen bei unfern Eintritt die Franzosen demonstrativ auf und verließen das Lokal, oder wir mußten, wenn sie blieben, malitiöse Redensarten und namentlich schaurige Erzählungen über zahllose, von Preußen verübte Pendnlendiebstähle anhören. Oesterreich und der Pforte eine vollständige sein werde. * * * Aus Prag wird eine Bewegung zugunsten einer Reorganisation des Landes-Kulturrathes gemeldet, welche man allem Anscheine nach nicht mit Unrecht als einen Versuch verdächtigt, den Landes-Kultnr-rath seiner bisher in ersprießlichster Weise erfüllten Wirtschaftlichen Aufgabe zu entfremden und »ach Analogie der früher bestandenen patriotisch-ökonomischen Gesellschaft zu einer Stütze für die politische Agitation im national-feudalen Sinne umzugestalten. * * * Nach einem Berichte der „Deutschen Zeitung" sind die aus Italien laut werdenden kriegerischen Meldungen auf Rechnung der „Risorrna" mtd ihres Beschützers Herrn von Crispi zu schreiben. Letzterer, dem die kurze Zeit seiner Ministerschaft und die beschämende Art seines Rücktritts weder bi: Regierungslust verderben noch den übergroßen Ehrgeiz verkümmern konnte, findet einen Hanptangriffvpnnkt gegen die Regierung in dem Vorwurfe, daß sie zu wenig energisch sei. Die Veröffentlichung der Broschüre „Italicae res“ wurde daher als Borwand benützt, um die Regierung aufzufordern, die militärischen Rüstungen ohne Rücksicht auf die bedrängte Finanzlage mit allem Eifer über Hals und Kopf durchzuführen, damit man sich des bösen Angreifers erwehren könne, und derlei Unsinn mehr. Die „Risorrna" schwang denn auch diese Kriegsklapper mit einem Eifer, daß von den durch sie und durch gleichgesinnte Blätter in die Welt gesetzten Allarni-"achrichten doch einiges haften blieb. Besondere Sensation hat die ebenfalls durch die „Rifotina" kolportierte Kunde hervorgernfen, daß die italienische Regierung einen außerordentliche» Kredit in Anspruch nehmen werde, um das italienische Ver-theidigu»gssistcm gege» Oesterreich »löglichst bald zu vervollständigen. An dieser Nachricht ist kein wahres Wort. Die jetzige Regierung wünscht nach den Versicherungen des citierten Gewährsmannes mit aller Welt in Frieden zu leben, und sind daher alle diesem Streben zuwiderlaufenden Meldungen nur als Agi< lationsmittel einer dem Ministerium Cairoli feindlich gesinnten Partei zu betrachten, welche ihr Hauptaugenmerk darauf richtet, die friedlichen Absichten des Kabinets z» durchkreuzen, beziehungsweise demselben das Regieren zu erschweren. * * * Mit Bezug auf die Kanzlerkrisis in Petersburg wird der „Daily News" von ihrem dortigen Korrespondenten geschrieben: „Ich höre, daß dem veldmarschall Manteuffel in Warschau zu verstehen Wie bereits bemerkt, stießen wir bei den -Bürgern, welchen wir außer durch unser Amt auch noch durch unsre Landwehruniform imponierten, nirgends auf Ungehorsam, auch gaben uns dieselben ihre Abneigung nie direkt zu fühle«, und da wir nur dienstlich mit ihnen verkehrten, fan-~,e” J,e "uch leine Gelegenheit, uns indirekt ihren AbsÄeu vor den PrussienS zu zeigen. Las schien nun nicht nach dem Geschmacke ctmger öpf c zu sein, die unter allen Umständen ihrem Patriotismus Luft machen mußten. Eines Abends saßen Eichhausen und ich wieder auf des erstem Zimmer zusammen und befanden uns in dem Zustande der Behaglichkeit, welchen nur ein gutes Glas Wein, eine feine Eigarre und ein anregendes Gespräch Hervorbringen kann, als plötzlich unter unfern Fenstern im Gar« aus mindestens zwanzig Kehlen mit durch« "ringender Gewalt die Marseillaise gepfiffen wurde. Der Kommissär griff schnell nach dem Revolver, welcher über seinem Bette hing, und dann jtften wir ans Fenster. Kaum aber hatte es Eich« Jausen aufgerissen, so verstummte das Pfeifen und wdtenstille war cs in dem dunkeln Garten. (Schluß folgt.) gegeben wurde, daß alle Anstrengungen, die Entlassung des Kanzlers herbeizuführen, nur eine gegenteilige Wirkung haben und feilte Stellung eher befestigen würden. Fürst Gortschakoff wird zweifelsohne Kanzler während seiner Lebenszeit bleiben. Wahrscheinlich wird bald ein Vizekanzler ernannt werden. Graf Schnwalow oder Fürst Orlow sind sür den Posten designiert, und durch ein euriofes Zusammentreffen soll Graf Schnwalows Ernennung nicht allein von Fürst Bismarck, sondern auch von einer sehr hochgestellten Persönlichkeit Hierselbst, die sicherlich nicht mit Fürst Bismarck sympathisiert, gewünscht sein." ____________________________________ vermischtes. — Pvntebabahu. Die Verhandlungen, welche zwischen der österreichischen und der italienischen Regierung über die Pontebabahn geführt werden, sind an der Tariffiage gescheitert. Die italienische Regierung hat Forderungen zugunsten der italienischen Häfen gestellt, auf welche die österreichische Regierung nicht einzugehen vermochte. Dagegen scheint sich bezüglich der übrigen Punkte die Möglichkeit einer Verständigung ergeben zu haben, und der Vertrag wird daher die Tarifaction der beiden Regierungen nicht binden und nur die anderen untergeordneten Frage» lösen. Wenn das Übereinkommen perfect wird, so dürfte die Eröffnung schon in der ersten Hälfte des Monats Oktober erfolgen. — Des Magyaren Klage. Ueber den Gebrauch der deutschen Sprache im ungarischen Nationaltheater zu Pest stößt „Pesti Hirlap" folgenden Schmerzensruf aus: „Wenn wir uns im Nationaltheater umschatten, so sehen wir, daß der Zahl »ach in demselben mehr Deutsche als Ungarn sind. Wir sprechen nicht vom dramatischen Fach. Bei der Oper ist vor allen Perotti, der wenigstens Ungarisch lernt, allerdings nur seine Rollen; Ma= lecky, der nicht einmal seine Rollen lernt; Pauli nnd Köszeghy, die zwar Ungarisch sprechen, aber nicht fehlerlos. Die Namen der Damen führen wir nicht an, nicht ans Delikatesse, sondern weil wir hoffen, daß diese Sängerinnen dritten Ranges mit ihrem Gesänge die Reputation des Nationaltheaters vielleicht nicht mehr lange ruinieren und im Foyer die Promenierenden mit ihren deutschen Conversationen nicht lange mehr verletzen (!) werden. Von dem Chore, welcher in vielleicht auch nicht langer Zeit einer Auffrischung unterworfen werden wird, zu sprechen, wäre schade. Die Damen vom Ballet entsetzen sich auch vor der barbarischen ungarischen Sprache, und wenn sie nicht Deutsch können, so sprechen sie Slovakisch. Sollte es unmöglich sein, ein ungarisches Ballet aufzufinden? Im Orchester könnte man einen Preis ausschreiben auf ein Mitglied, welches Ungarisch versteht und spricht. Die Maschinisten, ja die Theaterarbeiter sind durch die Bank Deutsche, und selbst der letzte Coulissenschieber spricht nicht Ungarisch!" So das ungarische Blatt. Es fehlt nur noch, daß auch der Zettelankleber deutsch spricht, und die Situation ist geradezu verzweifelt. — Studentenfreiheit in Rußland. Jeder Student, welcher sich gegenwärtig an irgend einer Universität in Rußland inscribieren läßt, erhält, wie die „Petersburger Ruskaja Prawda" („Russische Wahrheit") schreibt, ein vom Minister des Innern bestätigtes Exemplar neuer Stndenten-regeln, welche viele Paragraphe enthalten und unter anderem folgendes vorschreiben: „Jeder Student ist verpflichtet, das Miethen einer Wohnung der Polizei anzuzeigen; er darf sie erst nach herabgelangter Bewilligung beziehen. Jeder Student erhält von seinem Dekan eine Legitimation, die er stets bei sich tragen und auf Verlangen der Polizei vor» weisen muß. In einem Zimmer dürfen nicht mehr als zwei Studenten wohnen. Die Polizei hat das Recht, die Studentenwohnungen von Zeit zu Zeit zu visitieren und Verdächtige zu verhaften. Die Studenten haben kein Recht, Versammlungen, Unter- haltungen. Konzerte. Schauspiele, Vorlesungen u. s. w. zu veranstalte». Die Studenten dürfen keine Gast» und Kaffeehäuser besuchen, keine verbotenen Bücher oder unmoralischen Bilder halten und die Wohnungen ihrer Collegen nicht besuchen. Die Vorträge der Professoren dürfen nicht lithographiert werden Der Eintritt in die Lehrzintmer während des VortrageS ist streng verboten. Zum Besuche von VergnügnngS-ovleii müssen früher beim Rektor Bewilligungen erbeten werden it. s. w. Diese Studenten könnten wol mit Recht singen: ,,Sind wir nicht zur Herrlichkeit geboren?"____________________________________________ Lokal-und provinzial Angelegenheiten. — (Erzherzog Rainer) ist gestern abends in Laibach eingetroffen, um, wie wir bereits gestern meldeten, die Jnfpection des hiesigen Landwehr-Bataillons vorzunehmen. Vor dem Hotel zur „Stadt Wien", welches der hohe Gast zum Absteigequartier wählte, wurde eine Ehrenwache ausgestellt. — (Die öffentliche Wolthätigkeits« Tombola,) die am nächsten Sonntag vom Ersten Laibacher Krankenuuterstützttngs- und Versorgung^* verein veranstaltet wird, dürfte um so allgemeinere Theilnahme finden, als nach einem Beschluß deS Coinitßs der vierte Theil des Reinerträg-nisses dem städtischen Arniensonde zn-gewendet werden wird. Dieser Beschluß, ähnlich wie im Vorjahre die verwundeten Krieger, so heiter die städtischen Armen am Ertrage der Tombola participieren zu lassen, verdient alle Anerkennung und wird, wie oben angebeutet, dem Unternehmen sicherlich noch größere Beliebtheit verschaffen. Der Verkauf der Tombolakarten soll übrigens schon int besten Gange sein, so daß auf einen günstigen Erfolg auch diesmal mit Zuversicht zu hoffen ist. Die sehr hübsch ausgestatteten und reich mit Gold- und Silbermünzen dotierten Gewinste sind in der Handlung des Herrn Carl Karinger am Rathausplatz zur Besichtigung ausgestellt. — (Berichtigung und Aufklärung.) Wir wurden vom Vorstande des hiesigen „Sokol" ausgefordert, eine Zuschrift aufzunehmen, welche gegen die Richtigkeit einer Notiz protestiert, nach welcher bei dem letzten Gartenfeste des „Sokol" ein deutscher Gast mit Prügeln traktiert worden sein soll. Wir mußten dieser Berichtigung in dem un8 zugegangenen Wortlaute die Aufnahme verweigern, weil das betreffende Schriftstück sich nicht auf die Widerlegung der betreffenden Notiz beschränkt, sondern sich auch in Beschimpfungen ergeht, zu welchen die Einsender gar keine Berechtigung besitzen. Um aber jeden Schein zu vermeiden, als ob es uus nur im entferntesten beifiele, einer nationalen Corporation aus purer Gehässigkeit Ver-leutnbungen nachzusagen, theileit wir unsern Lesern den Empfang der oben erwähnten Berichtigung mit. nach welcher während des „Sokol-Festes" feine wie immer geortete Ruheftörug vorgefallen sein soll, und nehmen inzwischen diese Darstellung mit dem Bemerken zur Kenntnis, daß der von nnS gebrachten Notiz die Erzählung einer Persönlichkeit zugrunde liegt, welche selbst der passive Theilnehmer am betreffenden Raufhattbel gewesen sein wollte. Sollte sich diese Angabe als eine bloße Reitomntage erweisen, dann müßten wir freilich bedauern, daß ein Deutscher zu einem so unwürdigen, uni nicht zu sagen verächtlichen Mittel greift, um von sich reden zu machen und den ohnedteS schon vorhandenen Nationalitätenhader unitöthig zu vermehren. — (Landesstipendien für die Ob stund Weinbauschule in Slap.) Der kraittifche Landesausschnß veröffentlicht eine Concursausfchrei-bung für drei, eventuell fünf Landesstipendien an der Landes-Obst- und Weinbauschule zu Slap bei Wippach. Anspruch hierauf haben Bauernsöhne aus Ärain, welche daS 16. Jahr vollendet haben, kräftiger Körperconstitution. gut gesittet find und mindesten» die Volksschule mit gutem Erfolg zurückgelegt haben. Die Stipendien bestehen aus dem Betrage von je 120 fl., welche Summe jedoch nicht auf die Hand ausgezahlt, sondern für Kost, Wohnung und Unterricht in der Anstalt selbst verwendet wird. Außerdem sind an derselben Schule mehrere Plätze für zahlende Zöglinge gegen Entrichtung von 120 st. für Kost und Wohnung und eines Unterrichtsgeldes von 20 fl. zu vergeben. Die Bewerber haben ihre eigenhändig in slovenischer Sprache geschriebenen Gesuche um Verleihung eines Stipendiums oder um Zulassung als Zahlzögling bis 15. Oktober l. I. der Direktion der Landes-Obst- und Weinbauschule in Slap, wo möglich persönlich, zu überreichen. — (Spielmarken alsDukateu.) Trotz wiederholter Warnungen gibt es noch immer leichtgläubige Personen, welche dem mit vergoldeten oder auch nur blank geputzten Spielmarken getriebenen Schwindel znm Opfer fallen. So wurde erst jüngst eine Auszüglerin in Hrastnigg um 5 fl. geprellt, welchen Betrag dieselbe einem fremden Weibe als Anlehen auf einige als Dukaten ausgegebene hellglänzende Spielmarken hingab. Die Gaunerin entfernte sich mit dem Versprechen, die versetzten Münzen recht bald wieder einzulösen, und würde die Kreditgeberin wol heute noch auf die Erfüllung dieses Versprechens warten, wenn man sie nicht inzwischen über den Schwindel, welchem sie zum Opfer gefallen, aufgeklärt hätte. , — (Vom Herb st.) Die Zeit der Weinlese rückt heran, ein wichtiger Moment für alle jene, welchen ein Gläslein vom Tranke Noahs zum Bedürfnis wurde — aber auch eine bedeutsame Zeit für den Weinbauer, welcher es gewöhnlich kaum erwarten kann, bis die Frucht der Rebe, die er das Frühjahr und Sommer hindurch mit Sorgfalt gepflegt, in die Presse wandert. Allerdings ist gesetzlich Vorsorge getroffen, daß nicht schon die halbreife Traube vom Stocke gerissen wird. Würden aber unsere Weinbauern ihre eigenen Interessen besser zu würdigen verstehen, so würden sie nicht mit Ungeduld den Tag erwarten, welcher sür ihre Gemeinde als Beginn der Weinlese normiert wurde, sondern würden vielmehr darauf bedacht sein, den Beginn der Lese so lange als möglich, hinauszu schieben. Ein paar Tage mehr oder weniger sind für die Güte des Nebenproduktes oft sehr von Belang, und besonders im heurigen Jahre, wo der heiße August und wol auch die ersten Tage im September das vom Juli Versäumte wieder hereinbrachten, dürste alle Aussicht auf einen guten Wein vorhaw den sein, wenn man sich mit der Lese nicht allzusehr beeilt und auch den später angesetzten Beeren Zeit zur vollständigen Reife läßt. — (Ein rigoroser Bezirkskoin inis -sär.) Zu den curiosen Kostgängern, welche unser lieber Herrgott bekanntlich in schwerer Menge zählt, gehört auch der Bezirkskommissär der k. k. Bezirks Hauptmannschaft Cilli, welcher die zu Ehren der deutschen Kronprinzessin in Oistro aufgehißte deutsche Fahne beseitigen ließ. Wäre es eine Fahne mit der russischen Tricolore gewesen, die nun die Farben für alle Slaven Oesterreichs hergeben muß, so hätte man vielleicht nichts dagegen gehabt. Aber die Kronprinzessin des befreundeten deutschen Reiches in den Farben ihrer Heimat zu begrüßen, gilt in den Augen des Herrn Bezirkskommissärs von Cilli für ein Vergehen. Wie ein Korrespondent der ..Cillier 'Zeitung" betont, hat die erwähnte Taktlosigkeit in allen Kreisen der Bevölkerung die höchste Indignation hervorgerufen. Wir finden das auch leicht begreiflich, da es gewiß nur mehrerer solcher Vorgänge bedarf, um den hohen Gäste» aus Deutschland den Besuch des Sannthales zu verleiden. Angekommene Fremde am 23. September. Hotel Stadt Wien. Freiherr v. Lutteroth, deutscher Generalkonsul, sammt Gemahlin, Triest. — Arko, Reisniz. — Neinberger, Hutfabrikant; und Sturmthal, Kfm., Wien. — Wohlfahrt, Kfm., Graz. — Kasilifter, Reis., Geislingen. Hotel Elefant. Cenari, Kfm.; Donegalli, Agent, und Zaidler Maria, Private, Triest. — Jenson, k. k. Ober-lieutenant, Prag. — Podoi'aj, pens. Gymnasialprofessor, Karlstadt. — Gretwald, Fabriksbuchhalter, Wien. — Misrachi, Salonichi. — Mühlstein, Kfm., und Rubin, Prag. — Nussa, Kfm., Legnano. Hotel Europa. Malzenaner Konstantine, k. k. Bezirksrichtersgattin, Graz. — SSojitouif, Serajewo. Mohren. Schmeidek, llnterkrain. Kaiser von Oesterreich. Jerse Helena, Zagor. Baierischer Hof. Werlitz und Comsi», Gimino. Sternwarte. Jelattö, Doktor der Philosophie, Triest. Witterung. Laibach. 24. September. Morgens Nebel, heiter, schwacher Südwest. Wärme: morgens 7 Uhr + 8 0", nachmittags 2 Ubr + 171" C. (1878 + 14 2"; 1877 + 13 3" C.) Barometer 735 76 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme + 13 1°, um 0 7° unter dem Normale; der gestrige Niederschlag 100 Millimeter Regen. Verstorbene. Den 23. September. Anton Perme, Hausbesitzer, 64 I, Spitalgasse Nr. 7, und Maria Gerdina, Ab-leberin, 76 I., Petersstraße Nr. 79, Hydropericard. Im Zivilspitale: Den 2 0. S e p t e m b e r. Johann Sä)welz, Jnwoh. nerssohn, 6 I., Blutzersetzung. Den 2 2. S e p t e m b e r. Clara Theresia Slana, Tochter der christl. Liebe von Vincenz v. Paula (Wiener-straße Nr. 20), Tuberkulose. Berichtigung. Im letzten Todtenausweise vom 22. d. M. hat bei Joses Hossmann und ^dessen Sohn „wird gerichtlich obdueiert" wegzubleiben. Gedenktafel über die am 2 ».September l 8 79 stattfindenden Licitativnen. 2. Feilb., Ostank'sche Real., Zagoriea, BG. Sittich. — 2. Feilb., Novak'sche 9fccil., Straja, BG. Nassensuß. — 3 Feilb , Skerbee'sche Real., Pudob, BG. Laas. — 3. Feilb., Pirman'sche Real., BoZkovo, BG. Laas. — 2. Feilb., Si-cherl'sche Real., Oberfeichting, BG. Krainburg. — 3. FeiL., Kerrsche Real., Jggendorf, BG. Laas. — 2. Feilb., Pajk'sche Real., Draga, BG. Sittich. — 2. Feilb., Simon-eie’fchc Real , Weixelburg, BG. Sittich. — 2. Feilb., Slak-sche Real.. Filsch, BG. Sittich. — 2. Feilb., ZupanSii'sche Real., Krenzdors, BG. Sittich. — 2. Feilb., Novak'sche Real., Podgoro, BG. Großlaschiz. — 3. Feilb., Pouch'sche Real., Oberkosana, BG. Adelsberg. — 3. Feilb., Trevn'sche Real., Godoviö, BG. Jdria. Telegrafischer Kursbericht am 24. September. Papier-Rente 67'25. — Silber-Rente 68 40. — Gold-Rente 80 75. — 1860er Staats-Anlehen 126— Bank aetien 827. — Shcbitacticn 261 50. — London 11715. — Silber —. — K. k. Münzdukaten 5 58. — 20-Francs< Stücke 9 34. — 100 Reichsmark 57 60. Ein Klavier <», ist billigst zu verkaufen. Näheres im Zeitungs-Comptoir. In lg. v. Kleininayr & Fed. Bambergs Verlagsbuchhandlung in Laibach ist soeben erschienen: ^ r- 2 Slovenska ZPrautlfeev za prestopno leto 188V Im Jäaufe Ir. 3 in der iMuflerp|fe, 2. ist wegen Abreise eine schöne Wohnung, bestehend aus drei großen Zimmern gassenseits, einem Zimmer wasserseits, Entreckabmet, grober Küche mit Sparherd, Holzlege, Keller und großer Dachkammer, sofort zu »er-miethen. — Auch sind daselbst einige Ifcv'Eö'bel zu verkaufe». 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