M. 12. Donnerstag dm U. Jebruar l8Z2. XXXI. yavraanq. MarbllrattZtlwm Ter Preis des Blattes beträgt für Rarburg: ganzjährig 6 fl., h^alb-^ jährig 3 fl., vierteljährig 1 fl. 50 kr., monatlich 5i() kr. Bei Zustellung WS HauS monatlich 10 kr. mehr. Mit Postversendung: ganzjährig 7 fl., Z halbjährig 3 fl. 50 kr. und vierteljährig 1 fl. 75 kr. > Die Einzelnummer kostet 7 kr. > j Erscheint jeden Gountag und ^onnerStag früh. ^ Einschaltungen werden von der Verlagshandlung des Blattes und I allen größeren Annoncen-Expeditionen entgegengenommen. SchlnsS ^ Schriftleitung nnd Verwaltung befinden sich: Postgasse Nr. 4. Sprech- ^ fiir Einschaltungen Mitwoch und Samstag Mittag. — Offene "> stunden des Schriftleiters an allen Wochentagen von 11 bis 12 Uhr ^ Reclamationen sind portofrei. Manuskripte werden nicht zuriick-^ vormittags. l gesendet. Der deutsche Wolksschulgesehentwurf vom nationaten Standpunkte. Der Entwurf eines neuen Volksschulgesetzes ruft allenthalben im dcutschm Reiche, wo immer national gesinnte Männer stehen nli)gen, lebhafte Unruhe und gewichtige Bedenken hervor. Auch Felix Dahn hat seine Stimme bereits warnend erhoben. Es gewinnt in der That immer mehr den Anschein, als ob der „neue CurS", der seit dcm Rücktritte des Begründers de» Reiches vom Amte eingeschlagen wurde, geradewegs ins Verderben, in den Abgrund führte. Wie klar die Gegner dcs Bolksschulgcsetzentwurfes sehen, das beweisen z. B. die Ausführungen der Berliner „Tägl. Rundschau". Es heißt in denselben: „Gut begriindete Nachrichten der letzten Tage lassen keinen Zweifel darüber, dass es nicht nach dcm Sinne des Kaisers wäre, wenn der Volksschulgesctzentwurf das preußische und in seinen Wirkungen das gesammte deutsche Volk in zwei unversöhnliche Parteilager zerschnitte. In den Anfängen der Landtagsverhandlungen wurde mehr, als gut war. mit kühler Berwaltungslogik hantiert, der Cultusminister berief sich immer wieder auf die Verfassung, die er einfach ausführe; man hatte den ärgerlichen Eindruck, dass auch hier wieder einmal Geist und Empfindung mit dcm Buchstaben todtgeschlagen werden solle. Im weiteren Gange der Verhandlung kamen aber auch, wenngleich nicht ilnmer in glücklicher Form und am wenigsten glücklich aus dem Munde des Grafen von Caprivi, die höheren Gesichtspunkte zu ihrem Rechte. Aber erst jetzt, nachdem der Ausschuss für die Einzelberathung gelvählt ist und gleichzeitig Verständigungsbemühungen aus AnlasS des Monarchen staltfinden, erst jetzt hat man die erlösende Empfindung, dass auf allen Seiten begrifsen wird, was bei einer brutalen Erledigung dieses Gesetzentwurfs durch einfache Ausnutzung der gerade vorhandenen Mehrheit für unser Volk und die Regierung auf dem Spiele stände. Wir hoffen nun auf einen guten Ausgang und möchten zu unserm Theile dazu beitragen, von der öffentlichen Meinung diejenige blindwüthige Erregung fernzuhalten, welche die that-sächliche Unkenntnis des Gesetzentwurfes voraussetzt und desto sicherer im Trüben'.fischt. Der Abgeordnete Reichensperger hat zwar stark übertrieben, als er die vorhandene Erregung un-eingrschränkt auf die natürlichen Interessen der jüdisch-liberalen Presse zurückführte; aber ein Kern von Wahrheit liegt doch in seiner Mahnung. Immer wieder möchten wir den Deutschen zurufen : seht Euch die ^^eute an, die zu Euch reden! Deutsch ge» schrieben ist noch nicht deutsch empfunden, und wenn die Schrift auch nicht von rcchtS nach links geht, kann es darum doch hebräisch sein! Auch in dieser Frage sollte sich kein Deutscher von ruhiger Prüfung durch erbitterte Schlagworte abhalten lassen oder durch Bilder eines Witzblattes, welche den Grafen Zedlitz mit Herrn Mühler in GcsinnungSbrüderschaft bringen und so durch den bloßen Klang eines Namens den Leicht- gläubigen gruseln machen. Nur der Deutsche, der diesen Gesetze entwurf aus klarer Erkenntnis der religiösen, sittlichen und nationalen Bedürfnisse seines Volkes verwerfen muss, hat ein Recht, ihn und seinen tlrbeber zu bekäinpfen." Und an anderer Stelle: „Ist der jetzige Zustand etwa unhaltbar, da er doch der Regierung freie Hand lässt, für den Religionsunterricht die Vorschriften zu erlassen, die ihr um der Erziehung, aber auch um der persönlichen Gewissensfreiheit lvillen gut erscheinen. Man will, sagt man, die Sozialdemokratie durch die Religion bekämpfen. Gut, aber warum will der Staat das Kampsinstrument nicht selbst in der Hand behalten, warum will er es den Religionsgesellschaften ausliefern ? Dazu nöthigt, so viel wir erkennen können, nichts, als die Herrschsucht des Centrums. Gerade unsre Zeit eignet sich weniger, als manche frühere zu confessionellem Niederschlag, denn offenkundig ist ja vor Aller Augen die Abneigung von Millionen Protestanten gegen jede confessionelle Bindung der Gewissen. Wie die Stimmung heute ist, könnte ein Volksschulgesetz nach Art des vorliegenden leicht die Folge haben, dass die Väter der Kinder, die man fester an die Kirche binden will, diese Absicht durch einen Massenaustritt aus der Kirche beantworten. Das wäre dann eine Klärnng der Lage, die am wenigsten der Regierung gefallen kijnnte, denn die Ausgetretenen hörten doch nicht auf, Staatsbürger zu sein und als solche ihre Rechte gelteitd zu machen. Soviel also ist uns sicher, dass eine Auslieferung der Schule an die Kirche weder dem Protestantismus noch dem Staate nützen und dass sie die bisherigen Grundsätze hohen-zollernscher Regierungsweise verleugnen würde. Wer also wiirde wirklichen Gewinn von einem so gearteten Gesetze haben? Der Katholizismus und sein Vorkämpfer, das Zentrum. Und hier nun stoßen a '^ die politischen Bedingungen des Gesetzentwurses, deren Erkenntnis diese starke Erregung der Gcmüther mehr als alle sachlichen Bedenken hervorgerufen hat. Die deutschen Protestanten denken nicht daran, ihren katholischen Landslenten das Recht freier Religionsübung zu verkürzen, wenn sich auch beim Zusainmenleben zweier l!onfessionen nicht jede Reibung durch Poliuigcwalt verhindern oder durch Gesetzesparaqraphen strafen läßt. Es ist auch bekannt, dass die katholische Kirche schon jetzt auf die confessionelle Erziehung ihrer Kinder im Wesentlichen den Einfluss ausübt, der ihr nun gesetzlich gewährlcistet werden soll. Jeder deutsche Nichtkatholik aber fühlt deutlich, dass dieser Gesetzentwurf, anstatt das Zusamunnleben der Confessionen zu erleichtern, die Kluft zwischen denselben nur vertiefen und den Gegensatz der Ueberzeugungen auch auf nichtreligiöse Lehrfächer, vor Allem auf den Unterricht in der deutschen Geschickte seit der Reformation übertragm sott. Nach so viel Zugrständnissen an die parlamentärische Herrschaft des Zentrums ist dieser Entwurf das größte und schneidet bis an den Nerv unserer nationalen Eintracht. Seit langer Zeit schon leiden unsere Geistlichen unter der schmerzlichen Empfindung, dass es anck indem überwiegend pretest^intischen Deutschland ehrenvoller ist, ein katholischer als ein p'-otestar-tischer Pfarrherr zu sein, denn noch nie ist ein evangelischer Generalsuperintendent mit der Anszeicknung milit.ilÄscher Morgenmusik bedacht worden, wie cS neulich dcm Herr:: von Starlewski geschah. Und im Znsaminenhange solcher At eichen, die sich in der Aera der neuen Polenpolitik l^-e-deutlich geh.^uft haben, empfindet inan den neuen Gcsct',!'^'^ wurf als einen letzten unerträglichen, weil sür unser national» Gedeihen unheilvollen Schritt. Wir misstrauen nun einmal im Innersten unseres Herzens einer Geistlichkeit, die ihre Befehle nicht von cinenr selbsjgcwählten Oberhanpte im deutschen ^v^ande, sondern von Rom elnpfängt, und die Leidenszeit unserer mittelalterlichen und neueren Geschichte zeigt uns, was ein schwaches Deutsches Reich von Rom erwarten darf. Allen offenen Feinden der Wclt gegenülier werden wir uns an dein Bewnsstsein unseres guten Rechte-, und unserer militärischen Kraft geni'igen lassen. Diejenigen aber unter uns, die mit Ron: zu verhandeln haben, möchten wir init aller Verschlagenheit der feinsten Diplomatie ausgerüstet sehen. Graf v. Zedlitz, eine dnrch und durch edelmännische Natur, schlicht, wahrhaft, unbefangeu, umsichtig, und im Bewusstsein seiner inneren Unabhängigkeit lnlt einein überlegenen Humor gegen alle Schadlonenmenschen und verdrießlichen Pathetiker ausgestattet, hat ganz das Zeug da.^u, wegen seiner engen Verwandtschaft mit detn urwüchsigen Wesen des Deutschthums ein volksthiimlicher Mann unter uns zu werden, so wenig man das nach diesem seinen: W^rke glaubhaft finden wird. Aber seiner Siegfried-Natnr scheint das Misstrauen ganz und gar zu fehlen, aus welchem, wie in Bismarcks Charakter, die überlegene Klugheit im Kampfe mit den schlauen Mächten dieser Erde geboren wird. Er sagte: „Wenn H>.rr von Stablewski versichert, er sei ein treuer preußischer Unterthan, so habe ich doch kein Recht, ihn abzulehnen." Das hätte Fürst Bismark auch vielleicht gesagt, wenn er hätte verbindlich sein wollen, aber er hätte es schwerlich geglaubt, jedenfalls nickt danach gehandelt. Jene Worte sind in gewissem Sinne typisch für die psychologische Verfassung unserer obersten Regierungskreise, so dasS man die paradoxe Mahnung aussprechen darf: Mehr Misstrauen, mehr Misstrauen, Ihr Herren, sonst verlieren wir im Vc'l'e das Vertrauen! Die Stellung der Parteien ist seltsam verkehrt in diesem Falle, denn die Cvnservativen sind es dieses Mal, die aus der leider allzu freigebigen Hand der Staatsregierung annehmen möchten, was die Äberalen ihr vertrauensvoll zurückgeben wollen. Bei den Conservativen liegt es, uns den nationalen Frieden zu erhalten. Mögen sie sich der großen Aufgabe gewachsen zeigen!" (Nachdruck verboten.) Geächtet. Roman von Ferdinand Hermann. (11. Fortsetzung.) „Sie sind entweder völlig toll, mein lieber Herr ASmuS, oder Sie sind der geriebenste Spitzbube, der jeincils im Gewände der Unschuld einherstolziert ist!" „Noch einmal dieses Wort", brauste Gerhard auf, „und ich vermag wahrhaftig nicht länger sür mich einzustehen!" „Noch zwanzigmal, wenn Sie es wünschen! Denn es wird doch wohl gestattet sein, die Dinge bei ihrem rechten L^amen zu nennen. Für das unsinnige Märchen, das Sic da, wie es scheint, zurechtlegen wollen, werden Sie wohl schwerlich einen Gläubigen finden!" „Ich hatte nicht die Absicht, auch nur einen einzigen Blick in Ihren Schrank zu Wersen, aber dass ich mich von der Gleichartigkeit der Schlüssel überzeugte, wird mir Niemand übelnehmen können. Kein Anderer als Sie ist in diesem Zimmer gewesen, und kein Anderer als Sie hat in meinen Sachen gewühlt!" „Wenn es Ihnen Vergnügen macht, an dieser Albernheit festzuhalten, habe ich nichts dagegen!" erwiderte der Andere gelassen, und noch ilnmer ohne seine Stellung zu verändern. „Wollen Sie mich nicht am Ende noch beschuldigen, Unen einen Brillantring oder gar eine gefüllte Geldbörse gestohlen-zu haben?" „Nein! Gestohlen ist mir nichts, utld ich weiß recht gut, dass Sic niemals die Absicht gehabt haben, denn es ist Ihnen wohl bekannt, dass ich nichts Stehlenswertes besitze! Aber Sie haben mich heute Mittag, als Sic sich schlafend stellten, beobachtet, während ich dort einen Brief einschloft, und Sie haben diesen Brief lesen wollen. Können Sie das auch leugnen?" „Sie sind ein guter Schauspieler, RaSmus! — Man köunte beinahe glauben, es sei Ihnen voller Ernst mit Allem, was Sie da sagen! Aber nun genug des Geschwätzes! — Wenn Sie Ihr Unrecht reumüthig eingestehen und mich um Verzeihung bitten wollen, so könnte ich mich vielleicht bereit finden lassen, bis auf Weiteres über die Angelegenbeit zu schweigen. Ich habe Mitleid mit Ihnen und möchte dem alten Peter Rasmus den Kummer ersparen, sein hoffnungsvolles Söhnlein im Gefängnis zu sehen!" Es wusste, dass die letzten Worte nicht ohne Wirkut^'^ auf Gerhard bleiben würden und kniff, des Erfolges gewiss, mit einem eigenthümlich triumphierenden Ausdruck die Augen zusammen. Aber noch war das Bewusstsein des jungen Mannes stärker, als die Bedenken, die leise im Grunde seines Herzens aufzusteigen begannen. „Ich werde Sie niemals um Verzeihung bitten", sag!!.' er fest. „Ich werde von Herrn Nehlsen eine strenge Untersuchung verlangen, und wenn mir in derselben auch nur die kleinste Unredlichkeit nachgewiesen werden kann, so werde ich mich der Strafe geduldig unterwerfen." „Sie weisen mein großmüthiges Anerbieten zurück? — Nun wohl, Sie werden ja sehen, was dabei für Sie heratts-kommt! Stellen wir uns doch einmal den wahrscheinlichen Gang der Ereignisse vor. Ich nehme Sie also sofort beim Kragen itnd führe Sie zu Herrn Nehlsen herunter. Dieser bewirkt Ihre sofortige Verbaftllng." „Meine Verhaftllng?" „Natürlich. — Meine Mittheilung, dass ich Sie dannt beschäftigt fand, mittelst Nachschliissels meinen Schrank zu erbrechen, ist dafür mehr als hinreichend. — Sic werden also verhaftet, und es erfolgt dann eine polizeiliche Durchsuchung Ihrer Effecten!" Gerhard zuckte zusammen. Er dachte an Lissys Brief, den er wieder in den Schrank zurückgelegt hatte, und machte rasch einen Schritt dahin, ntn das Billet an sich zu nehmcn. Münchcbeg aber vertrat ihm drohend den Weg. . „Halt da, mein Lieber! — Wenn Sie ineine (Nüte zurückweisen, so muss Alles seiueu ordentlichen geset^mäi^' Gang haben, und ich kann es nicht dulden, dass Sic -l v.s bei Seite schaffen." „Ich wünsche nur einen Brief an mich zu nehmen, der für Niemanden ein Interesse haben kann. Sic haben k in Recht, mir das zu verwehren." „^ho, das werden wir s bs ' Noch einmal — zum letztenmal — stelle ich Sie vor di^ Wahl, denn ick will nicht leugnen, dass mir diese Scheerereien init der Polizei, die Zeugenvernehmungen vor dcm Untersuchungsrichter, sowie das Erscheinen bei der Hanptoerbandlimg und alle diese Umstände recht fatal sein wülden. Seien Sic wieder gehorsam und bescheiden wie b'Sher und ich will nichts gesehen haben. Wehe Jh.len aber, wenn Sie sich's in den Sinn kommen lassen wollten, irgend einem Menschen das Märchen auszutischen, mit dtln Sie vorhin mir gegenüber Ihr Glück versuchten! — Wollen Sie aus diese Bedingung eingehen? — Ja oder nein?^' Mit einen: Blick voll Zorn nnd Verachtung sah Gerhard den Sprechenden an. Jetzt wnsste er mit voller Genissbeit, dass sein Verdacht ein gegründeter gewesen war und dass kein Andeler als Miincheberg seinen Schrank dllrchsorscht habe. ES drängte ibn, den Schuldigen seiner Strafe zu iiberliefern; aber die Vorthcile, welche sich Mnncheberg durch seine große Geschicklichkeit ibln aegeniiber verschafft hatte, waren zu groß, als dass sich der junge Mann nicht gezwungen gesehen bättc, ans seine Bedingungen einzugehen. - Aus dem Abgeordnetenhause. Der Handelsminister brachte in der Sitzung vom C». d. dic ^^erkchiSvc'rlagen flir Wien ein. JustlMinister Graf Schönborn beantwortete die Jntcr-pcUuiion dcS Abg. Hanck wegen Bekanntgabe tes Ergebnisses der sliasgerichllichm Untcrsnchnng wider das „Wiener Tag-l'latt" in Betreff der von dicscm Blatte verbreiteten beunruhigenden Gcrüchte vom 14. und 17. Novemder vorigen Jahres. Dcr Mimstcr legte den Beucht der Wiener Staatsanwaltschaft vor. aus welchem die Folgerung abgeleitet ist, dass sowohl beziiglich der Störung der öffeutlichen Nuhe als auch beziiglich des Betrngcs keinerlei Griinde vorlagen, ge» richtlich wider das „Wiener Tagdlatt" einzuschreiten. Ministerpräsident Graf Taaffe beantwortete die Inter-pellcition des Abg. Kaizl wegen der Gemcindewahlen in Smichow dahin, dass das Ministerium in dieser Sache sich vorlänfig nicht competent eiklären ki?nnc und empfahl, den Beschwerdeweg .in den Verwaltungsgerichtshof .yl ergreifen. Hicianf wnrde die Vorlage über die Subventionierung der Douau Dampfschiffal)rt in Benithnng ge.u'gen. Al?a. Dr. Peez erstattete den Bericht und empfahl die Alnuihme der Vorlage. At'g. Kaftan führte in seiner Rede aus, der Donau-Dampsschiffahrtsgesellschaft sei überhaupt nicht mehr zu belfen. Es wäre viel besser und vernünftiger, die fünf Millionen den von Hagelscblag betroffenen Gemeinden anzuwenden. Er crklälte, gegen die Vorlage zu stimmen. Al'g. Szezepanooski legte die Gründe dar, weshalb die Polen für die Vorlcige stiminen iverden. Eine längere von Beifall wiederholt begleitete Rede dielt Adg. Dr. Steinwender, gefolgt von der Aufmerksamkeit des gcin^cn Hauses. Er cri)rterte ciugehend alle Schäden, an welchen die Gesellschaft krankt und schilk'crte in drastischer Weise die Misswirtschaft, welche in der Verw^iltnng derselben herrsche. Er verkannte aber auch nicht die Wichtigkeit nnd Bedeutung, die ihr innewolme. Redner betonte, dass die Gesellschaft viel zu spät begonnen habe, zu sparen, dass un-gerechtferti^^ter Weise Beamte pensioniert wurden und dass der Pensionssonds übermäßig belastet sei. Trotzdem eine neue Verwaltung cingcset',t wurde, sei es bisher nicht besser geworden. Redner erklärte schliesslich, durch eine Ablehnung der Vorlage nehme man eine schwere Verantwortnng cuf sich, noch schivercr wäre sie aber, wenn man sie aunehnieu würde, wie sie ist. Aus dieser Erwägung werden die Dentschnationalen f,cgen die Vorlage stimmen. Die Rede Steinwcndcrs fand insbesondere auf der äußersten ^^inken lebhaften Beifall. Handel^nlinister Ma'guis Bacquehem verlheic'idite die Borlage gegenüber dem At'g. Dr. Steinwender; er stellte di^ Bel?auptnng auf, dass die Subvemisniernng sowohl wirt-. schaftlicd als politisch gerecbtferti>,t sei und sich cuch aus ge-sammtstaatlicbrn Gründen empfehle. Abg. Graf Svlv.i-Taronca gab Namens der Elericalen die Erklärnng ab, das? diese für die Vorlage stimmen wiirden. Ein Antrag Dr. ^^uegers auf namentliche Abstimmung über Scklnss der Generaldebatte wnrde abgelehnt. Als Generalredner sprachen die Abg. Dr. ^^ueger (contra) und Freiherr Sebwegel (für). Abg. Brzorad e-suchte den Obmann tes Wablrtfonn«ussct!Usscs, da die Negierung sich wieder guter Gcsuuk'h^it erfreue, eine Si^^ung einzuberufen. In der Sitzung vom 8. d. wurde über den Antrag des Grafen Wurmt rand ans Verländernng des Versicherungswesens berathen. Der Antragsteller motivierte die Vorlage unter Hinweis auf ähnliche Einführung in anderen ^'ändern und nnter Betonung des Umstandes, dass diese Maßregel dem B.mernstande zuante kommen w rde. Abg. Groi^ spiach sicv für allgemeine Verstaatlichung des Versifvernngswesens aus un^ fütirte Thatsachen an, wo sas Publicum durcd unverschämte Reclame und noch unver-sct'ämtere Agenten in Zahlreichen Fällen geschädigt wurde. Rc''n r erzählte, dass er selbst auf eine Annonce hin, worin Ball td.nnen anfgefordert wurden, sich wegen Versicherung damll verbnndenen Gewinnes, zu melden, sich mit einem Ageiitkn in Verbindung setzte (Heiterkeit); dieser wollte aber die persönliche Bekanntschaft jener Dame machen, weshalb Redner den weiteren Verkehr ablehnen musste. (Lebhafte Heiterkeit.) Abg. Kaiser meinte, die Sache werde zu wenig ernst behandelt werden und sprach die Ansicht aus, dass die i?inke mit dem Antrage Wurmbrund nicht ganz einverstanden sei, was in längerer Contr-)verse vom Abg. Menger widerlegt wulde. Der Antrag Wurmbrand wurde einem Sonderausschüsse von 24 Mitgliedern zugewiesen. Abg. Demel beantragte, zur Debatte über die Donauvorlage zurückzukehren, damit das Bild der Debatte keinen Eintrag erleide. Abg. Lueger sprach mit Rücksicht auf die vorgerückte Stunde sich dagegen auS, worauf Abg. Demel seinen Antrag zurückzog. Die Börsensteuervorlage wurde hierauf in dritter Lesnng angenommen. Abg. Pattai fragte beim Obmanne des volkswirtschaftlichen Ausschusses über daS Schicksal des Steinwender'schen Antrages an, betrt^ffend Errichtuug einer Reichsgenossenschaftsbank. Abg. Vupul erwiderte, dass der Refereut demnächst hierüber Bericht vorlegen werde. Abg. Adamek fragte bei Plener über das Schicksal mehrerer Resolutionen an. Abg. Plener erwiderte, dass die Resolutionen demuächst zur Berathung gelangen werden und wies energisch die Insinuation Adameks zurück, dass mit denselben irgend ein parlamentarisches Schattenspiel getrieben werde. Im Ansschuss zur Vorberathung des Antrages Lueger wegen der Vorgänge bei der Bölsenpanik wurden gewählt: Slama, Vaschaty, Nuß, Somlnaruga, Kopp, Jaksij>, Mis' kolczy, August, Weber, Götz, Demel, Serenyi, Gregoric, Fnchs, Gasser, Belcredi, Stephanowicz, David Abrahamowicz, Benoe, Goluchomsky, Iaworski, Madeysli, Kaiser, Hormuzaki, Zacek. Dieser Ausschuss wurde als öffentlich erklärt. Abg. Bendel interpellierte wegen Amtsenthebung des altkatholischen Geistlichen Pater Absenger und fragte an, was die Negierung thun werde, um solcher Gtsetzverletzung abzuhelfen nnd zu verhindern, dass ein Staatsbürger uud Seelsorger einer staatlich anerkannten Kirche ohne Verhör, ohne nacliweisbare Verschuldung in seiner Existenz gefährdet und mit ^Landesverweisung bedroht wurde? Die Interpellanten fragten, ob die Regierung geneigt sei, der Errichtung einer selbständigen Pfarrgemeinde in Dessendorf filr die Altkatholiken des Jeschken- und Jsergebirges, deren Zahl bereits anf 1700 angewachsen sein werde, kein weiteres Hindernis zu bereiten und dort geordnete kirchliche Verhältnisse zu schaffen. Parlamentarisches. Am 19. d. wird sich der Reichstag bis nach Ostern vertagen. Die Landtage werden am 3. März, beziehw. am 7. März zusammentreten. Z^aS Abgeordnetenhaus soll nach Ostern die Vorlage über das Baugewerbe beratheu. — Die Polen und der Hohcnwarthclub sind bereit, für die Ab-änderungsanträge zu stimmen, die die Vereinigte ^'inke zur Donau-Dampfschiffahrt-Vorlage stellt. Zur Reform der Pressgesetzgebnng. Die Wiener Handels- und Gewerbekammer hat an das Abgeordnetenhaus folgende Petition gerichtet: „DaS Haus wolle den seitens des Gremiums der Buchdrucker und Schrift-gies^er in Prag, sowie des Vereines der österreichisch ungarischen Buchhändler, des Gremiums der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienhändler, des Gremiums der Buchdrucker und Schrift« giek^er Niederöst rreichs und des Journalisten- und Schrift« stellervercines ..Eollcordia" in Wien in der laufenden Session überreichten Petitionen der gleichen Tendenz seine besondere Beachtung zuwenden und dahin wirken, dass unsere die Presse berührende Gesetzgebung im Sinne dieser Ausführungen ehestens eine Abänderung erfahre." In ihren Ausfüljrungen schließt sich die Petition der Wiener Handelskammer dem Gedankengange und der Begründung vollkommen an, welche bie Petition der oben erwähnten vier Wiener Corporationen enthalten hat. Die Wiener Kammer betont, dass die Publicistik, der Buchhandel und die Buchdrucker-Industrie Oesterreichs unter dem Drucke der bestehenden, alles gesunde Aufstreben und den ungehinderten Verkehr mit dem Publicum verhindernden Institutionen leik'en. Die Petition fordert die Aufhebung des Cautiouszwanges, die Gestattung der Colvorta.^e, die Beseitigung der polizeilichen Beschlagnahme und des objcctioen Verfahrens, die Abschaffung des Kalender- und ZeitungS-stempels, endlich die Reform des Gefällsstrafoerfahrens. Die Petition schließt mit dem Hinweise, dass die zollpolitischen Maßnahmen der Papier-Jndnstrie nicht den großen auswärtigen Markt erringen konnten, dessen sie zu ihrem Bestände bedarf. Nur die Hinwegräumung der gesetzliche!! Maßregeln, welche das Aufblühen des Verlagsgeschäftes bisher bei unS verhinderten, könnte dessen Entfaltung in höherem Maße bewirken, das Inland anch auf diesem Gebiete selbständig machen und damit nicht allein die Pressgewerbe in ihrer Gesamintheit, sondern mit diesen zugleich auch die Papier-Jndnstlie milderen Hilfszweigen, darunter namentlich die -dnchbinderei, heben. Plener und die Liberalen. In der „Frankfurter Zeitung" des Herrn Lob Sonne-lnann heißt es: „Plener's integrer Charakter hat früher viele Mißgriffe, manche Mißerfolge der Partei gedeckt ... Die Mitglieder der „Vereinigten Linken" hätte sich (wenn Plener die ihm angebotene Stelle angenonunen hätte) kaum vor ihren Wählern zeigen dürfen. Man hätte gesagt: Wenn Plener sich von der Regierung kaufen lässt, wem soll man trauen? Auf der anderen Seite gibt es vielleicht manchen Abgeordneten, der gefolgert hätte: Wenn Plener seine Stellung gebraucht, um sich eine fette Stellung zu e^ol^ern, warum soll ich gewissenhafter sein '^ ... Die Versuchung mag für Plener groß gewesen sein. In sein Inneres kauu Niemand schauen; aber unmöglich ist es nicht, dass er heute schon eiusi.ht, dass seine Politik eigentlich Schiffbruch gelitteu hat. Alle Erfolge der deutschliberalen Partei sind durch Zurückweichen erlangt worden, noch einige soche Erfolge und die Partei hat keinen ihrer Grundsätze weiter mehr zu verleugnen. Wenn zu solcher Erkenntnis noch dazu kommt, dass die sinanzielle Lebensfrage, wie bei Plener, von umso größerer Bedeutung wirr», je mehr sein Vater altere, von dessen Pension auch er mit seiner Familie lebt, so mag die Entschließung nicht leicht sein. . . Resümieren wir: Mit Plener bleibt jene Politik der Nachgiebigkeit, deren Zeugen wir in den letzten Jahren besonders gewesen sind. Wohin sie führen soll, weiß Niemand, Plener wahrhaft auch nicht. Es wäre nur zu wünschen, das die Sache des wirklichen Liberalismus in Oesterreich einen ebenso tadel' losen Führer habe, wie Plener es als Charakter ist. Aber die Sache ocs Liberalismus ist bei uns nicht nur führerlos, sie liegt am Boden und blutet aus vielen Wunden. Wo sind seine Freunde, die ihm aufhülfen, wo ist der Arzt, der ihm neues Leben gebe?'^ (Vielleicht bezeichnet die „Franks. Ztg." demnächst Menger als den Arzt.) Slovenische Ansprüche. Die Slooenen laff i bekanntlich keine Gelegenheit vor^ übergeben, uin öffentliche Aemter und Stellen in der südöstlichen Steiermark in ihre Gewalt zu bekommeu. Jederzeit sind die windischcn Volksbeglücker auf der Lauer, um etwas zu ergattern. Dabei ist es den Herren, die einem unheilbaren Grijßenwahne längst verfallen sind, völlig glum bei Nehlsens letzten Worten Miene, sich mit einer kurzen Ber-bengung zu entfernen. Aber der Kaufherr hielt ihn durch einen Zuruf zurück. „Ein Zufall hat es gefügt, dass Sie ain letzten Sountag durch Ihre an und für sich nicht sehr liebenswürdige Dreistigkeit tn die Lage versetzt wnrk'en, meiner Schwester und meiner Toctiter einen Dienst zu leisten. Wenn auch die Damen, wie mir scheint, sehr geneigt sind, die Größe dieses Dienstes erheblich zu überschätzen, so kann ich mich doch ihrem Wunsche, sich dafür erkeniitli.b zu zeigen, nicht widersetzen, und ich ersuche Sie desKalb, mir heute Abend zu einer kleinen Tdee^esellschast in meiner Wohuuug t'as Vergnügen Ihrer Gegenwart zu schenken!" Mit einer so san-rsüßen Miene und cinein so verdrossenen Tone war wobl noch selten eine Einladung ausgesprochen worden als diese. Gerhard suhlte, wie ihm daS Blut in die Wangen stieg, uud schon hatte er die Lippen ge-öffn' t, um die itim zngedachte ^bre mit voller Entsct^ievenheit abyilehnen, als ikn rasch wie der Blitz der (Äedanke an Lissy und an ihren liebenswürdigen, sre ndigen Brief durch nickte. Sie war es, die ihln diese Einladung ausgewirkt hatte, sie rechuete mit voller B.stilnnnheit ans sein Erscheinen, und sie würde ihlu sich rlich zürnen, we'iu er jetzt dennoch nndankbar genug wäre, nicht zu kotnmen. Er hatte in seiner untergeordneten Stellung anch überhaupt' sie 'öflicht, das Eiltgegen-koinm n seines Princiral» trotz der wenig schineicbelhiften Fori« Mit warmem Danke zu begrüßen. (Forts, folgt.) Odne den Voiwurf, welchen er ihm vorhin ins Gesicht ^.csch'eudeu hatte, znrückmnebmen, gab er ihm das Versprechen, !äiwt'gcn und erhielt von Müncheberg die ltit ans seine Fraaen und Bemerkungen von Gerhard keine Ai tw^'rt und er inusste bald erkennen, dass er von seinem jungen Stnbengenossen völlia durchschaut worden sei. 4. Capitel. Ii! trüber und gedrückter Stimmung harrte Gerhard auf die von L'ssy verheißene Einladnng des Kaufherrn. Es sctü'N jedoct). cils sei demselben die Zusage, wclct'e er seiner Zocdtei ge<,cben, wicdir leid geworden, denn noeli am Samstag M'tta. baite er kein Wort davon gegen seinen jüngsten Ce'mmi? geäußert. Erst ain Abend nach Schlnss der Geschäfts-z ii ersct.ien er in der Tbiir des Plivat^Comptoirs und rief Gerhurd m sich herein. „Zunächst muss ich Ihnen erklären, Asmns", begann ?r ohne viele Umstände, „das« ich nicht mehr zufrieden mit Ihnen bin. Ich mag die Onckmänser nicht leiden, die sich vor den Bingen ihier Vorgesetzten den Anschein geben, als konnten sie kein Wässerlein trüben, nnd denen man nur den slincten kehren brancht, damit sie dann sofort die tollsten Sl>eiche b«geben!" .Heir Nehlsen ich weiß doch nicht", wandte Gerhard mit glühend'II Wagen ein, aber sein Principal ließ ihn gar nicht eist weiter reden. „Sic branchen sich nicht zu vertheidigen", snhr er fort, „denn was ich Ihnen da sage, stützt sicb aus Thatsachen, und es ist also üdeiflüssiig viele Worte darüber zu machen. Ol'er wollen Sie lcngnen, dass Sie ain verslosiencn Sonntag ans-zukundschafteu gewusst hc'ben, wohin sich der Herr Baron von Dabelstein mit den Damen meines.Hauses begeben würde — dass Sie sich in Henriettenstein höchst unpassend in die Nähe der Herrschaften gedrängt und sich gegen den Baron so unverschämt benommen haben, dass Ihnen derselbe eine Zurechtweisultg zutheil werden lassen musste! — Können Sie das Alles in Abrede stellen?" „Ja, ich kann es!" sagte Gerhard freimüthig und ohne sich von Nehlsens strengem Blick und von der drohenden Falte, welche auf seiner Stirne erschien, einschüchtern zu lassen. „Ich wusste nicht —" ..Genug!" unterbrach ihn sein Chef abermals. «Ich sagte Ihnen ja, dass die Sache erledigt sei. Dass Sie sich in diesen acht Tagen ein paar plausible Ausreden zurechtlegen würden, habe ich von vornherein nicht beyveiselt. Auch habe ich Ihnen damit erst den einen Grund meiner Unzufriedenheit genannt, der andere besteht in der Unzui^erlässigkeit Ihrer Arbeiten, in den Ungenauigkeiten, die sich w!edert)olt in Ihren Berechnungen gefunden haben." Gcrhard war vor Erstauuen keines Wortes fähig. Einen solchen Vorwnrs t)attc er wahrlich am wenigsten erwartet, denn er konnte sich das Zeugnis geben, seine Pflicht stets mit vollster Gewissenhastigkeit erfüllt und sich keiner Nachlässicikeit schuldia gelnacht zu haben. Aber auch diesem Tadel gegenüber ließ Nehlsen keinen Versnch einer Vertheidigung zu. Seiue gebieterische Handbewegung schnitt kuryveg jeden Einwand ab uud beivies zugleich, dass er ihm noch etwas zu sagen habe. „Bis jetzt hat Ihre Unachtsamkeit und Flüchtigkeit glücklict?crivelse uoch keiueu Schaden anrichten können, da es Herr Müncheberg mit seiner Pflicht, Sie zu beaufsichtigen und Ihre Arbeiten zu controlieren, sehr ernst ninnnt. Fiir die Folge aber rathe ich Ihnen doch, sich besser zusammen- zusieht. Es kann sich doch nur darum handeln, Untersteier-mart nach und nach zu slovenisieren. Die Slooenenpartei erklärt allerdings jedesmal, wenn sie eine Stelle beansprucht, der Bewerber nmsse ein Slovene sein, da ohne die Kenntnis der slovenischcn Sprache in Wort und Schrift eine ersprießliche Amtierung nicht möjsiich sci. Oft und oft ist aber schon darauf hingewiesen worden, dass der windische Bauer die slovenische Schriftsprache gar nicht versteht, und bei den Gerichten und bei den Notaren hat es sich nicht ein' mal etwa, sondern häufig ereignet, dass slovenische Parteien, denen Urtheile beziehungsweise Urkunden in der slovenischcn Schriftsprache verkiindet und ausgestellt wurden, die Bitte vorbrachten, e« möge ihnen der Inhalt der betreffenden Schrift-stiicke in dcutsch>.r Sprache mitgcthcilt werden, da sie dieselbe besser vcrsti'lnden. Daran aber kehren sich die slooenischen „Patrioten" nicht, denn sie wollen ja nicht mit Thatsachcn rechnen, sie huldigen nur ihrem Wahne, Unterst i^rmark müsse um jeden Preis slovenisicrt nierden. Dass sie ihren Volksgenossen damit einen üdlen Diei.st erweisen, lässt sie kcilt. Hoffentlich wird man maßgebendenortS endlich erkennen, dass die Aspirationen der Slooenenpartei bezüglich der i?ffentlichcn Aemter dem Interesse der Bevölkerung geradeso, wie dem des Staates zuwiderlaufen. Auf die Dauer kann man das deutsche lZlement in ven südsteirischen Marken nicht schädigen und zurückdrängen, ohne die kulturellen Segnungen empfindlich zu treffen, oder könnte die Slooenenpaitci davon träumen, die Mission der untersteirischen Deutschen zu übernehmen und zu erfüllen?! Eine derartige Selbsttäuschung kann man selbst dieseil groß' sprecherischen Volksbeglückern nicht zutrauen. Tagesneuigkeiten. (Ueber die Wahlen in Ungarn) kommen immer auferbaulichere Einzelheiten in die Oeffentlichkeit. Es sind im ganzen etwa 20 Todte zu zählen und die Zahl der Ver--wundeten übersteigt 200. In Banffy-Hunyad wurdcu die Opfer der Exceffe feierlich begraben; die Sär^e trugen die Aufschrift: „Äestorl^en für das Vaterland." In Takucs wurde ein Wähler der Regierungspartei von Anhängern der äußersten Linken buchstäblich in Stücke zerrissen. Die Parteien suchen einander die Schuld dieser Aueschreituii.'^en zuzuschieben. Doch habcn alle gesündigt. Die RegierungSpaitei wird noch insbesondere der Bestechung beschuldigt. Das Executiv-Comitv der liberaleu Partei sott allein auf dem PostanUe in P^st 759.000 fl. au Obergespäne und sonstige Parteifieunde aufgegeben hcihen. (Wahl des Iesuitengenerals.) Nachdem wieder eine solche Wahl vorgeuomm n werden wird, dürfte es von Interesse sein, zu erfahren, wie der Orden bei der Ernennung ftines obersten ^^eiterS verfährt. Wie lei allen Mönchsorden, bei denen der erste Borgesetzte durch die Mönche selbst gewählt n?iid, ist auch die Wahl bei deu Jesuiten eine indirecte. Die Ordensbrüder wählen Vertrauensmänner, und diese ernennen den General; jede Ordensprovinz entsendet drei Wahlmänner. Der Jesuitenorden hat in Frankreich vier Provinzen und zwar Paris, ^^yon, Toulouse und Rheims. Deutschland, Belgien, die Niedcrlande, Großbritannien, Oesterreich-Ungarn, Italien und Spanien bilden je eine oder mehrere Provipzcn, je nach der Zahl der in jedem der genannten Staaten ansässigen oder geduldeten Ordensbrüder. Nord- und Südamerika, China, Japan, Australien uud Syrien bilden keine Provinzen und sind nur einzelnen der in Europa bestehenden Ordensprovinzen angegliedert. Die Vereinigung aller Delegierte», der stellvertretende General und die vier Beisitzer bilden die sogenannte Congregation oder das General-Capitel des Ordens. Die Congregation nimmt die Wahl in der herkömmlichen Weise vor; der Gewählte muss mindest<'ns mehr als die Hälfte aller abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt haben. Nach der Wahl wird der Papst sofort von dem Ausgange derselben unterrichtet. — Der Jesuitengeneral übt auf seine Untergebenen innerhalb der Regeln und Satzungen des Ordens eine unumschränkte Macht aus. Nur die Beisitzer habeu das Recht, gegen regelwidrig vorgenommene Wahlen Einspruch zu erbeben. Doch ist, so lange der Jesuitenorden besteht, noch niemals ein Der Huälgeist der Arau von Pompadour. Bon Eduard Lontz An einem Junimorgen des Jahres 1746, als ganz Paris noch im tiefen Schlummer lag, näherte sich dem Palais der Frau Pompadour ein Mann, dem man auf den ersten Blick den Soldaten ansah. Seine aufrechte Haltung, sein strammer Gang, und vor Alleul der mächtige schwarze Schnurrbart kennzeichneten ihn als solchen. „Ist dies der Palast der Frau Pompadour?" fragte cr einen vorübergehenden Bäckerjungen, der ihm seine Frage bejahend beantwortete. Der Fremde strich wohlgefällig scinen stolzen Schnurrbart, warf einige flüchtige Blicke, wie um sich zu orientieren, auf die umliegenden Häuser und gieng dann wieder dahin zurück, von wo cr gekotnmen war. Er hatte einen langen Weg; denn der Gasthof, wo er abgestiegen war, lag weit entfernt von diesem eleganten Viertel der Stadt. Als er in die Wirtsstube trat, kam ihm eiu sauberes, bildsclzöneS Mädchen entgegen, welches er keck um die Taille faßte und dann ciuf den friscben Mund küßte. „Aber Monsicur Poision", wehrte das junge Mädchen, „was denken Sie von mir? „Dass Du in gar nicht langer Zeit Frau Lieutenant bist, und bist Du erst Frau Lieutenant, dann wird es auch nicht mehr lauge daueru. dass Du Frau Capitau bist; uud so weiter, und so weiter." „Und wenn Ihr verwegener Plan nun nicht gelingt?" „Dann quittiere ich den Dienst und werde der Nachfolger Deines Vaters." ^Und wie wollen Sie das machen?" derartiger Conflict eingetreten. Bemerkenswert ist, dass noch nie ein Franzose zum Ordensgeneral erwählt worden ist. Die Wahl fiel meistens auf Spanier oder Italiener. Der vorletzte Ordensgene''al, P. Beckx, war Belgier, der letzte, P. An-derledv, Schweizer. (Wie in Wien der Wein gefälscht wird.) Die weinbautreibende Bevölkerung von Nikderösterreich führte seit Langem darüber Klage, dass in Wien Kunstivein massenhaft zum Ausschank gelange, ohne dass dieses Product als solches deklariert würde. Die Statthalterei forderte deu Magistrat mehrfach auf, über derartige Vorfälle einen Bericht zu erstatten. Ein glücklicher Zufall wollte es nun kürzlich, dass mau einen solchen Weinfabrikanten in üagravti ertappte. Der Mann hatte in einem Keller des zweiten Bezirkes sein L.ibora'orium aufgeschlagen und mischte eben eine Menge Wrisser mit Spiritus, Traubenzucker und audereu Jugredeu^ieu, die zu einem „guten Tropfen" gehören, verständnisinnig durchs-einander. Die Behörde hatte ihre liebe Noth damit, als sie die vertrackten Säuren von deu miserablen Basen, deren Vermischung dlm Manne gelungen war, wieder auseinander bringen wollte, und so innig umschlungen waren auch diese Chemikali(U,dass zu ihrer Auseiuauderbringung beinahe Brachialgewalt hätte angewendet werden müssen. Schließlich gelang es aber dennoch einigen bewährten Chemikern, den Inhalt des „Weines" festznstellen; woraus dieser Wciu bestand, darüber schweigt indessen der Acten Höflichkeit. Es stellte sich überdies Heralls, dass der Mann einer weitverzweigten Wi^infälscher-bande angehört, und es siud deshalb auch noch weitere Erhebungen im Zuge. (Stilblüten aus dem Processe Schneider.) Die furchtbaren Greuel des Procefses Schneider haben eine Reihe stilistischer Missethaten nach sich gezogen. Hier ein kleines, aus verschiedenen Berichten gepflücktes Stilblüten-Bouquet. „Der Tiger hat sich mit der Schlange vermählt!" — „Vergeblich kämpfet (Schueider) mit dem hölzcrueu Säbel der Lüge gegen die Kanonen der Beweise." — „Und so hat auch ihr (Rosalie Schneider) der Kampf nichts genützt, der Drache der Lüge liegt besiegt von dem blanken Schwerte der Wahrheit, der Gerechtigkeit." — „Und nun (beim Entkleiden der Leichen) verwandelte sich der Tiger in eine Hyäne!" — „Die Maschen des öffentlichen Anklägers schlingen sich immer enger um das Haupt der Mordmegäre." (Raubwild in Bosnien.) Das Ergebnis der im Jahre 1^91 für das eingebrachte Raubwild ausgezahlten Prämien war etwas geringer als im Jahre 1d90. Es wurden theils erlegt, theils gcfangen oder vergiftet: Bären, 5)0 alte nnd 31 junge Wölfe, u. zw. im Foöa, 17 Bären, 34 alte nn^ 15 junge Wölfe, im Bezirk Fojnica 3 Bären, 5 alte Wölfe, im Bezirk Rogatica 11 Bären, 3 alte und 3 junge Wölfe, im Bezirke Visoko 1 Bär, 5 alle und 8 junge Wölfe, im Bezirk Visegrad 2 Bären, 5 alte und ciu junger Wolf, im Bezirk Sarajevo 3 Bären, 7 alte und 2 juuge Wölfe, also gegen das Jahr 1890 um 4 Bären und 10 junge Wölfe weniger, dagegcu wurdcu 7 alte Wölfe mehr eingebracht. Jedenfalls dürften auizerdem noch viele Thiere, für die keine Taglia beansprucht, daher uicht angemeldet werden, auf die Strecke gebracht worden sein. (Räuberhaup t m a u n Lcfter enthauptet.) Aus Sara-Musfa iu Bulgarien wird geschrieben: Der ge-fürcht te Räuberh^uptmann Johannes Lefter, auf desscu Kopf vou der bulaarischen Regierung 5000 Francs ausgesetzt waren, wurde am 30. Jänner d. I. um 11 Uhr vormittags in einer nahe von liier gelegenen Waldung vou einer bulgarischen Patrouille gefaugen, erschossen und vou dem Polizei-Lieutenant Petro enthauptet. Lefter war 39 Jahre alt, griechischer Religion, ledig und aus Koustautinopel gebürtig. Derselbe hat seit neun Jahren das Räuberhandwerk mit einer förmlich orgauisierteu Räuberbande in den veschiedeuen Bezirken Bnlgariens, insbesondere im Balkan, geführt und auf sciucu Raubzügen zu Wasser und zu Land große Geldsummen erbeutet. Erst in den letzten Tagen hat er fünf Naubaufälle uuteruommeu. Iu Eisendahuzügen und Schiffen pflegte er im Coupe oder in der Cajüte schlafeude Passagiere dnrch Betäubungsmittel kampfunfähig zu machen und dann zn berauben. In Hotels oder „Ich werde Dich heiraten und als Gatte des einzigen Kindes des alten Monsieur Renard Theilhaber und später einmal alleiniger Besitzer dieses Gasthofes werden." „Aber da habe ich ja auch ein Wörtchen mitzureden." „Nein, denn Du, vielmehr Dein Herz hat schon gesprochen, und sict, Charles Poisson, Tambour im 11. Linicu-regiment, auf Guade und Ungnade ergcbeu. Doch jetzt wollen wir des Sct>cr'>es genng fein lassen. Um 11 Uhr will ich der Frau von Pompadour meine Anfwartuug machen, uud zu diesem Zwcck muss ich mich in meine Uniform werfen nnd micti mit meiner Trommel versehen. Die Trommel, die ich so bänfig schlug, soll mir heute einen großcn Dienst erweisen." Bei diesen Worten drückte er einen herzhaften Kuß auf die frischen Lippen seiner Marietta nnd begab sich in sein Zimmer, um sich un,zukleiden. Nach etwa anderthalb' stündigem Marsch hatte er den Palast der Frau von Pompadour wieder erreicht, den cr, stolz an dem Portier vorbeigehend, detrat. Auf dem Corridor trat ihm ein Lakai entgegen, den er in militärischem Ton ausforderte, ihn bei der Frau Marquise zu meldeu. „Dann bitte ich, sich an den Kammerdiener zuwenden", war die in Folge der barschen Anrede in bescheidenster Forln gegebene Auskunft. Stolzen Schrittes ließ Poisson den Lakaien stehen nnd betrat das Zimmer des Kammerdieners, der iu seinem Lchnstnbl sitzend Zeitnng las. ..Ich bitte mich der Frau Marquise zu melden", begann Poisson. „Wer sind Sie?" „Tambour, wie Sie sehen." „Ihr Name?" „Poisson, nnd bin der Cousin der Frau Marquise." „Wer siud Sic?" Gasthöfeu logierte cr sich unter verschiedenen Namen mit gefälschten Schristeu und Pässen ein, beraubte zur Nachtzeit die Passagiere uud faud immer zur rechten Zeit das Weite. Auch österreichisch-ungarische Unterthanen sielen diesem Brigauten in die Hände. Lefter's Kopf wurde als Trophäe nach Sara-Musfa gebracht und durch 24 Stunden auf einem Laternenpfahl dem Volke gezeigt. Am 31. Jänner nachmittags wurde der Kc»pf Lefter's durch den Segler „Varca" nach Burgas gebracht, wo er, auf eine hohe Stange gespießt, vor dem Polizei-Gebäude bis zum 2. Februar den Einwohnern dieser Stadt, welche zu Tausenden herbeiströmten, zur Besichtiguuz ausgestellt war. Am 2. Februar wurde Lefter's Haupt durch die bulgarische Post nach Sophia gebracht. Der hiesige Photograph Signor Manaß hat den Kopf des Briganten in drei Sitzuugeu aufgenommeu. Die Gesichtszüge sind nicht entstellt, die Augeu halb geöffnet, das Haar ist kurz geschoren. (Ein liebenswürdiger Gatte.) Grobe Aus^ schreitungen hat der Geschäftsführer S. kürzlich in Berlin in seiner Wohnung verübt. S., der sich dcm Trunk ergeben hatte, kanl um 3 Uhr morgens nach Hanse. Er legte sich zuerst hin, sprang daun aber auf und warf seinen fünfjährige» Sohn aus dcm Bett und zu Boden. Dann griff er seine Frau an, würgte sie uud forderte seinen Revolver mit dem Bemerken, er wolle sich erschießen. Um ihn zu l^ernhigen, that die Fran, als ob sie die Wafst suche; inzwischen hatte abcr S. ein Wiegemesser gefunden und setzte dies der Frau an die Kehle. Es gelang ihr jedoch, sich loszumachen; sie flüchtete zur PförtnerSfrau und holte mit di^s^r zusammeu einen Schutzinann von der Polizeiwache. Unterdessen kam S., nur mit dem Hemde bekleidet, in den Hausflur, wo ihn der Pförtuer aufhielt und ihm das Messer al^nahm. Ats der Schutzmann endlich kam, erklärte S. sich bereit, zur Wache zu folgen, meinte abcr, er müsse vorher nur uoch rasch seine Frau aufhängen. Bei seiner Vernehmung gab er dann an, vorher 30 Cognac l?) getrunken zu hat?eu. Von dem geschilderten Vorgang wollte er nichts weiter wissen, als dass er seine Frau gefragt habe, ob sie mit ihm sterben wolle. Diese Frage habe sie bejaht, die Frau bestreitet dies aber. S. ist verhaftet worden uud wird der Staatsanwaltschaft vorgeführt i'erden, da cr nach ärztlichem Gutachten nicht geisteskrank ist. (Ste r n n n d M orgc n st c r n.) Herr Josef !!D!orgen-stern war in Liebe zu einem Fränlein Philomena Mückel entbrannt; um eher auf Gegeuliet^e hoffen zn könneu, schenkte Herr Morgenstern — nebenbeigcsagt ein verheirattter A!ann — (vergl. das Märchen von der ^I^!ustergiltigkeit der jüdischen Ehen!) seiner Ungebetenen ein Sparkassen-Buh lautend auf 100! Gulden. Als Fräulein Philomela Mückel nach einiger Zeit die verineintliche Einlage bei der Unionsbank sich auszahlen lasseu wollte, erwies sich das Sparcasseu Buch als gefälscht! Vou der entrüsteten Schönen verklagt, erklärte Herr Morgenstern vor Geiicht, nicht er, sondern ein hilfsbereiter Freund und Gesinnungs-Genosse, Herr Max Stern, l)abe die schnöde Fälschung ansgeführt. Die Verhandlung gegen ^as edle Paar wurde zur persönlichen Vernehmung des Fräulein Philomela vertagt; Herr Morgenstern und Stern müssen also auf die gerichtliche Auerkcunnng ihrer That noch ctwas warten! (Eiu h offu u u g sv oll c r Berliu e r.) Der 12jährige Sohn eines Fabriksarbeiters Levy, der seinen Eltern durch allerlei nichtsnutzige Streiche schon viele Sorgen gemacht bat, war in der vorigen Woche wieder einmal weggelaufen, batte sich iu der Juugfernhaide herumgetriebeu und eine '.Ltenge Diebstähle begangen. Nach sechs Tagen wurde er aufgegriffen und seineu Eltern wieder zugeführt; als nun der Vater ihn züchtigeu wollte, ergriff der Junge ciu Brotluesser nnd versetzte seinem Vater mehrere Stiche, die aber zum Glück nur die Kleidung durchdrängln. Der Bursche ist nun in die städtische Zwangscrzichungs'Anstalt gebracht worden. (Schnell getröstct!) Pariser Blätter theilen mit, dass Helene Vacarescn, deren Roman mit dem Thronfolger vou Rumänien noch iu aller Eriunernng s in dürfte, sich mit einem reicl'en Mitgliede der russisch-rumänischen Familie Kanta-! knzene verlobt habe. „Der Cousiu der Frau Marqnise, meiu Herr, und weuu Sie mir nicht glau>.'cn, so werden Sie sich mit mir schlagen. Verstanden?" entgegnete der Tambour, indcm er die Ängeu rollend nnd seinen Schnurrbart drehend den: Kammerdiener auf deu Leib ri'ickte. „Abl'r Ihre Legitimation!" „Herr, nrelden Sie mich, oder ich zwinge Sie, sich mit mir zu schlage»." Mit eineln Satze war der Kammerdiener aus der Nähe des gefährliche» Menscheu au die Thür znm Zinnner der Fran vo» Pompadour, hiuter welcher er verschwand. Frau vou Pompadour war ebeu aufgestanden und lag iu uaclilässiger Stettuug auf einem Oioan, dessen mattgrüner Sammetbezng vorthcilhaft die liebliche Gestalt in die Augen springen ließ. Gnädige Fran", bcgauu der Kamnier^iener noch gan; anßer Athem, ..im Vorzimmer wartet ein Soldat, der vorgiebt, Ihr Consin .N! sein." „Ein Soldat, und mein Vetter? Ein geuiciuer Soldat saateu Sie?" „Ein ganz gemeiner Soldat." „Sein Name?'' „CHalles Poisson." Die Marquise fubr zusammen. „DaS kann nicht sein. Ein Cc'nsin Pc'isson mit Namen? Nein, das ist ein Jrrthnm." „Ich glaube, der Mensch ist verrückt", benierkte der Kammer!^iener. „Als ich ihm bcmerlte, dass ich seine Verwandtschast nnt der gnädigen Frau bezweifle, wollte er sich mit mir schlagen. Was soll ich ihni jetzt sagen? Soll ich ibn abweisen ?^^ „Selbstoerstäudlich." Dcr Kamlnerdiener verließ uüt einer tiefen Verbeuguug das Zimmer uud staud iiu nächsten Augenblick vor dcm schon uugeduldig harrcndeu Tambour. (Baruumiad e.) Der erfinderische Barnum, der zu Lebzeiten wie Keiner die Oeffentlichkeit zu beschästigen verstand. macht noch jetzt, lange nach seinem Tode, viel von sich r^i li. Amerikanische Blätter tischen eine Barnum-Geschichte aus, so toll, als hätte sie der Verstorbene selbst erdacht und in dic Welt gesetzt. Nach diesen Zeitungsberichten soll nämlich der Sarg, der am Tage der Bestattung des berühmten (iharlatans in die Kirche getragen wurde, nicht seinen Leichnam rl.thalten haben, sondern eine mit Stroh, Lumpen, Steinen und altem Eisen gcsiitterte Puppe. Steine und Eisen hätte man verlvendet, um das Gewicht eines lncnschlichen Leichnams herzustellen. Gegen 3l).(XX) Personen nahmen an dieser an-^eblichrn Puppcnbcerdigung thcil. Der wirkliche Körper Bornums sei erst vor einigen Tagen in dem Hause eines seiner besten Freunde gesunden, der sich ihn einbalsamiert hade. Vielleicht h^t der „beste Freund'^ BarnumS die Absicht, die Mumie sehen zn lassen. (Russische „No thtaufen.") Der „Kreu^-Zeitung" schreibt man: „Die russische Regierung hat bekanntlich aus-ländiscten Juden den Zutritt nach RuAand verboten, selbst wenn sie dabin reisen wollen und mit einem Passe versehen sind, werden sie an der Grenze wieder zuriickgcschickt. In dieser uncingcnehmen Lage sind nicht wenige Juden auf ein probates Auskunftsmittel verfallen. Sie lassen sich am ersten dcsttn Grenzorte von einem Popen taufen, der dafilr durch-scbniltlich 4—7 Rubel nimmt, bei reichen Juden verlangt er unter llmständen thut er eS sogar für einen halben Rubel. Auf Grund dieser Legitimationeu können die „Neu' getauften" in Rußland herumreisen, wo sie wollen und sind überall der liebenSwiirdigsten Behandlung der Behörden sicher. Die Popen, deren sociale Lage meist eben so imposant ist, wie ihre Bildung, freuen sich bedeutend über diese neue Einnahmequelle. Wie wir hiiren, hat auch schon eine Anzahl Berliner Juden auf diese Art die Taufe empfanden, obschon sie nach ihrer Rückkehr in die Reichshauptstadt so tbun, als ob „nichts passiert" wäre. Der blinde Eifer russischer Be-kehrnngswuth kann nicht drastischer illustriert werden, als durch diese Taufen." (Ein Fall wahrhaft teuflischer Rache) wird franzi)sischen Blättern aus Luzern wie folgt berichtet : Letzthin siedelte eine Niadame v. L. mit ihren beiden Töchtern, die vorher lange Zeit in England gewohnt hatte, nach Lu.',ern über. Die eine der Töchter war an einen englischen Marine-Officier verheir^itet, der in Folge seines Berufes einen großen Theil des JakreS abwesend war und nur wenige Monate bei seiner Frau zubrachte. Diese betete ihren Gatten an. den sie, obwohl er nicht reich war, einem Edelmanne, der Millionen besitzt, vorgezogen hatte. Nun ließ dieftr, um sich für den erhaltenen Korb zu rächen, letzthin der jnngen Frau aus London telegraphieren, dass ihr Gatte in Madras an einem Hefligen Anfalle des gelben Fiebers gestorben sei. Der Depesche ließ er die Unterschrift eines hochgestellten englischen Marine-Officiers beisej;en. Die junge Frau verlor über diese SchreckenS' Botschaft den Verstand und nahm Gift. Einige Tage später traf der Todtgelaubte zur Ueberraschung der Schwiegermutter, die bereits Trauerkleider trug, in Lu'^ern ein. Als der Be-dauernswerthe den Tod seiner Frau erfuhr, wollte er sich zuerst erschießen. Zur Zeit forscht die englische Polizei mit regem Eifer nach dem Aufenthalte des feigen Schurken, der die Depesche ausgab. Man glaubt, er habe sich nach Frankreich geflüchtet. Eigen-Gerichte. Ehrenhausen, 9. Februar. (Landwirtschaftlich e s.) Der Leibnitzer Weinbanv'^rein hält Sonntag den 14. d. nachmittags 3 Uhr im Locale des Herrn Frießnegg in Ehrenhausen eine Versammlung ab, wobei Herr Pollon aus der Weinbauschule in Marburg einen Vortrag über Weinbau halten wird. — Zu dieser Versammlung hat Jedermann freien Zutritt und wurde auch hiezu der Ausschuss der Filiale Leibnitz der t. k. steierm. Landwirtschaftsgesellschaft mit besonderer Einladung beehrt. „Nun?" fragte dieser. „Die Frau Marquise ist leider nicht zu sprechen." „Warum nickt?" „Sie ist unwohl." „Das ist gelogen", brauste jetzt Poisson anf, faßte seine Trommel mit der einen Hand, ergriff den Kammerdiener mit der anderen beim Kragen und schob ihn zur Seite. Dann öffnete er die Thür zum Zimmer und stand im nächsten Augenblick vor der Frau von Pompadour. Diese war erschrocken aufgesprungen. „Was wollen Sie?" „Ihnen einen guten Morgen wünschen." „Wer sind Sie?" „Chcirles Poisson, Tambour im elften Linienregiment und Ihr Cousin." „Mein Cousin? Ich habe keinen Cousin." „Doch, gnädige Frau. Mein Vater und der Ihrige sind Brüder." „Woher kommen Sie?" „Aus Nantes." „Und was wollen Sie hier?" „Mich an dem Rubm meiner schönen Cousine weiden und sie bitten, mir ein Lieutenantspatcnt zu verschaffen." „Da sind Sie an die falsche Ak^resse gekommen. Sie müssen sich an Herrn d'Aigenwn wenden." „Was ist dies-^r Herr?" „KriegHminister." „Das ist nicht der richtige Mann für mich. Alle Welt sagt, dass Sie mächtiger als alle Minister sind. Warum soll ich also den Umwe., machen und zum KriegSniinist.r geben, bei dem mein We., j.? doch nutzlos wäre. Ich ersuche Sie nlso, die kleine Gefättigk.il für mich über zu haben und mir mein Patent zu verschaffen." Frauheim,9.Februar. (Feuerwehr-Kränzchen.) > Kommenden Samstag, den 13. d., findet in Stampfel's l Gaftlocalitäten ein Kränzchen der freiwilligen Ortsfeuerwehr ! statt und sind Freunde und Gönner herzlichst willkommen. Gruschau, 8. Februar. (Gemeindeausschusswahl.) Bei derselben wurden nachbenannte Herren gewählt: Damisch Josef, Werlitsch Vincenz, Dimnik Josef, Ferk Johann, Kunatsch Josef, Likavetz Sebastian, Fraß Martin, Rebernik Franz, Kranner Joh., Drosg Andreas, Grabuschnig Franz, Ribitsch Johann. Köts ch, 8. Februar. (Feuerwehr < A be nd.) Sams^ tag, den 13. d., wird in cen Sernetz'schen Localitäten zu Kötsch ein „amüsanter Feuerwehr-Abend" mit Tanz und GlückShasen stattfinden, dessen allfälliger Ertrag zur Anschaffung von Löschgeräthen verwendet wird. Leibnitz, 8. Februar. (Costüm - Aben d.) Am 18. d. wird im Gasthause „zur Post" ein Costüm-Abend abgehalten, welcher recht unterhaltend zu werden verspricht. Partin, Bez. St. Leonhard, 9. Februar. (Gemeinde-ausschusSwahlen.) Hier wurden folgende Herren in den Gem^indeauSschusS gewählt: Pavaletz Georg, Rubin Franz, Diemät Georg, Dolaisch Michael, Frankl Franz, Liponik Michael, Senckovltsch Mathias, Tschutschek Josef, DroSg Johann, Ornig Alois, Lorber Franz und WreSner Josef. Pickerndorf, 10 Februar (Jägerkränzchen.) Es diene zur gefälligen Kenntnis der P. ?. Besucher dieses Kränzchens, dass ihnen an dem genannten Abend (SamStag, den 13. Februar) unentgeltlich Wägen vom Kreuzhof ab zur Verfügung stehen. Nur wird gebeten, dass jene werten Gäste, die solche beanspruchen, ihre Adressen rechtzeitig, bis Freitag abends oder längstens Samstag friih, im Kreüchofe abgeben. RadkerSburg, 8.Februar. (Ein edler Mann) Herr Engelbert Appel, praktischer Arzt aus Mahrenberg, der im Herbste vorige« Jahres bereits gebrechlich und lebensmüde hieher zu seinem Schwiegersohne kam, um bei dessen Familie den Lebensabend in Ruhe /.u verbringen, ist heute nach längerem Leiden gestorben. Der Verblichene war hier wenig bekannt, aber sein Ruf als Arzt und Menschenfreund war auch bis hieher gedrungen. In Mahrenberg über 40 Jahre ansässig, war er dort eine über alle Maßen beliebte Persönlichkeit wegen seines biederen Charakters, namentlich aber wegen seines nneigennützigen Wirkens als Ar;t, ein Beruf, den er idealsten Sinne des Wortes auffasste und ausübte. Sein Wirken im Dienste der Menschheit als Wohl-thäter derselben machte ihn vergessen, dass er selbst alt und gebrechlich wurde und dass seine Kraft schon seit Langem mit seinem Wollen nicht gleichen Schritt halten konnte. So kam er nun schon als ganz gebrechlicher lNreis nach RadkerSburg. um bei der Familie seines Schwiegersohnes ein Alvl zu finden. Doch ein unl?eschreiblicheS Weh mag in der Brust des dem Tode geweihtenMannes geblieben sein, als er aus Mahrenberg von dannen zog; wer weiß eS nicht zu ermessen, wie schwer eS Einem ums Herz wird, von einer Heimstätte, in der man nahezu ein ganzes Menschenalter gewirkt hat, scheiden zu müsseu im Bewnsstsein des Nimmerwiedersehen? — Die aufopferndste Pflege, die dem Verblichenen auch bei seinem Schwiegersohne zntheil wurde, wiegt daS namenlose Weh nicht auf, weil er ferne von seiner ihm tk^euer gewordenen Heimat sterlen musSte. — Die Gemeinde Mahrenberg ehrt ihr u'lvergesslicheS Mitglied, den Ehrenliürger Herrn Engelbert Appel, indem sie seinen Leichnam in heimatlicher Erde in einem Ehrengrabe best^ttten lässt. Somit wird des edlen Todten LieblingSwunsch erfüllt. Ehre seinem Andenken überS Grab hinaus. 0. Rohitsch, 7. Februar. (Faschings-Liedertafel.) Unser Männergesang - Verein veranstaltet auch Heuer eine Faschings'Liedertafel und hat für dieselbe eine hübsche Auswahl heiterer Vorträge getroffen, die gewiss alle Besucher erfreuen wird. Diese Liedertafel findet am 14. Februar im Gasthofe „zur Post" statt. Schit tanken, Bezirk St. Leonhard, 9. Februar. (Wahlen.) Hier wurden nachbenannte Herren in den Ge-meindeauSscbuss gewählt: Hotter Jobsnn, Kurnik Simon, Weinhandl Anton, Kurnig Franz. Arschitsch Franz, Sene» „Das kann ich nicht." „Sagen Sie lieber, Sie wollen nicht." „Und wenn dem nun so wäre." „Dann rathe ich Jkinen, meinem Verlangen lieber nachzugeben. Denn so wahr ich Cbarles Pt'isson heihe, so wahr werde ich meine Trommel so t)eft'g rühren, dass das ganze Schloß zusammenläuft, und Allen, die es hören wollen, etwas erzählen, was Ihnen, Madame, das Genick brechen könnte." Frau vom Pompadour stand sprachlos ob dieser unerhörten Frechheit. Ihr, die über den König eine Macht besaß, wie kein anderer Mensch, wallte man Derartiges zu bieten und gebieterisch die Hand ausstreckend, befahl sie: „Unverschämter hinaus." Doch Poisson rührte sich nicht vom Fleck, sondern mit einem malitiosen Lächeln auf den Lippen, ent^iegnete er: „Cousinchen. Cousinchen, nickt so hitzig, wenn ich bitten darf. Mein Vater hat mir eine Geschichte von Ihnen erzählt, eine Geschichte sage ich Ihnen, — na, Sie wissen ja selbst." „Unverschämter! Nichts, gar nichts weiß ich." „Dann muß ich Ihrem Gedäckmis schon etwas zu Hilfe kommen", und Poisson beugte sich zu ihr nieder und sagte ihr leise einen Nam n ins Öl)r. Leichenblaß taumelte die Marquise zurück. „Nun Cousinchen, wie stehtS?" Frciu von Pompadour überlegte. Wie konnte sie es nur anfangen, diesen Menschen unschädlich zu machen? „Die Stelle", drängte Poisson. Keine Antwort. „Die Stelle, Frau von Pompadour!" und ein leiser Trommelschlag klang durch das Zimmer. „Um GotteSwillcn halten Sie ein!" „Die Stelle!" kovitsch Jakob, Tscherntschetz Josef, Pesser Franz und Wresniz Georg. Ziglenzen bei St. Martin bei Wurmberg, 8. Februar. (Gemeindevertretung.) In unserem Orte wurde zum Gemeindevorsteher Herr Josef Juz gewählt, zu Gemeinde-' räthen die Herren Wesiak Jakob und Pichler Johann, zu Ausschüssen die Herren Ramntha Daniel, Jursche Mathias, Petsch^ir, Lorbeg Leopold, Pichler Mathias. Warburger Nachrichten. (»^ om Iustizdienste.) Der Auscultant Dr. Franz Glas wurde dem Bezirksgerichte Pöllau und der Auscultant Victor Ritter von FröhlichSthal dem KreiSgerichtc Cilli zur Dienstleistung zugetheilt. (C o n c u r S - A u S sch r e i buu g.'» Die Stelle des Notars zu St. Mareiu bei Erlachsteiu wird zur Wiederbesetzung ausgeschrieben und sind die Gesuche bis 23. d. bei der NotariatSkammer in Cilli einzureichen. (Vom Gymnasium.) Mit Beginn des nächsten Schuljahres kommt am hiesigen Gymnasium eine Lehrstelle für Mathematik und Physik zu besetze«; Gesuche sind bis 15. März zu überreichen. (Evangelischer Gottesdienst.) Sonntag, den 14. Februar wird hier in der evang. Kirche kein Gottesdienst stattfinden. (Le hr erabe n d.) Die in früheren Jahren hier pc.iodisch abgehaltenen „Lehrerabende" stehm in hiesigen Lehrerkreisen noch immer in angenehmcr Erinnerung, was denn auch den Wunsch nach neuerlicher Aufnahme solcher Abende, die den geselligen Verkehr unter der Lehrerschaft und deren Freunden ermitteln soll, imm^r lauter zum Ausdrucke brachte. Diesem Wunsche Rechnung tragend, veranstaltete das Vergnügungs-Comitö Samstag, den l». d. im Casinospeisesaale einen „Lehrerabend", der sich seinen Vorgängern würdig anreihen darf, denn er muss in allen seinen Thcilen als gelunzen bezeichnet werden. Dies gilt sowohl hinsichtlich des zahlreichen Besuches seitens der Mitglieder und Gäste, unter welchen wir den Heun Bürgermeister Nagy, Dompfarrer Bohinc, Schul-injpector Prof. Neubauer, Director Schreiner, Gemeinderath Glrstmayr?c. bemerkten, als auch von dem reichhaltigen und sehr gut abgewickelten Programme, was zusammen die angenehmste Stimmnna bei allen Theilnehinern erweckte, und den ganzen Abend hindurch auf gleicher Höhe erhielt. Eingeleitet wurde der Abend durch das ebenso fesselnde als schwierige Concertstück „Cachoncha" von Raff, welches Herr Lehrer Meschko mit meisterhafter Fertigkeit am Clavier vortrug. Nach der üblichen Begriißung der Anwesenden durch den Obmann des Lehrervereines, Herrn Karl Schmidl, trug ein verstärkter Lehrerchor unter der umsichtigen Leitung des Herrn Lehrers Urb. Wesjak Engelsbergs „Mutte»spräche" und später noch andere Lieder recht empfindungSooll vor, die ungetheilte» Beifall fanden. Ein Strcichscptett, welches unter der trefflichen Leitung des Herrn Lehrers Franz Schönherr stand, brachte mehrere gewählte Musikstücke, unter deueu wir den Marsch des Musikk'irectorS Binder, den EinzugSmursch aus „Tann-Häuser", „I^vin 6u Kai" v»"» E. Gillet, „Mandolinen-Polka" von DesorneS besonders Hervorheben, zu Gehör, die mit verdienter Anerkennung ausgezeichnet wurden, wie denn überhaupt das Hauptverdienst an dem Gelingen deS AbendeS Herrn Lehrer Schönherr zugeschrieben werden kann. Die vom Herrn Prof. Levitschnigg vorgetragenen launigen Gedichte von Castelli in oberösterreichi'cher Mundart wurden ebenso, wie Herrn WaidacherS Liedervorträge von Weidt u. Schumann beifälligst auf^ienommen. Stürmische Heiterkeit rief Herm Köhlers Gesangsposse „Die Antisemiten" hervor, welche deS Componisten D.irftellungstalent in Miene und Sprache in das beste Sicht setzte. Wahre Lachsalven erzeugte der naturgetreue böhmische Gigerl auf Reisen (Herr Anton Stiebler) mit den Vortragszugaben „DeS Sänger» Fluch" und „Der Erlkönig" in böhmisch nationaler Aufführung. Die Vortragsordnung wurde durch eine mit zahlreichen und oft wertvollen Gewinnsten ausgestattete Tombola unterbrochen, welche Herr Lehrer V. Philippe? mit „Schweigen Sie, Herr Lieutenant!" Ein triumphierender Blick schoß auS den Augen PoissonS, und mit den Worten: „Auf Wiedersehen, schöne Cousine", verließ er das Gemach. Am andern Tage hatte der ehemalige Tambour sein Lieutenantspatent und vier Wochen später führte er seine Braut mm Altare. So lange die Flitterwochen währten, hatte Frau von Pompadour Ruhe vor ihrem Vetter. Dann erschien dieser eines Morgens wieder in ihrem Palais. „Schöne Cousine", begann er, „ich fühle die Kraft in mir, den Posten eines Capitain auszufüllen, und da in den nächsten Tagen bei den blauen Dragonern ein Avancement vorgenommen wird, so möchte ich bitten, auf mich Rücksicht zu nehmen." „Ich werde meinen EinflusS geltend zu machen suchen", war die Autwort. Und mit dem festen BewusStsein, in allernächster Zeit Capitain bei den blauen Dragonern zu sein, verließ Poisson den Palast. Ein viertel Jahr vergieng, da kam den jetzigen Capitain die Lust an, Obrist zu werden, und sofort begab er sich zu seiner Beschützerin wider Willen. „Cousinchen", begann er, „meine Frau möchte gern Ihren nächsten Ball besuchen. Sie hat ja als nahe Verwandte gewissermaßen das Recht dazu." „Aber daS geht mit dem besten Willen nicht," entgegnete die Marquise, „als einfacher Capitain können Sie unmöglich verlangen, geladen zu weiden." „Dafür weiß ich Rath", war die verschmitzte Antwort. „Bei den rothen Husaren würde ich, wenn eS gar nicht anders geht, als Obrist eintreten. Ich weiß, dasS dort ein Avancement l nicht unmöglich ist." ' Umsicht zu leiten verstand. Ein improvisiertrs Tänzchen schloss den Reiger der Vergnügungen dieses so rasch entschwundenen Abends, dessen Wiederholung im März (18.) wir im Hinblicke auf das bewährte Arrangement, nm das sich der Obmann des Lergnilgungs-AusschusseS, Herr A. Stiebler unbestrittrn verdient gemacht hat, gerne entgegensehen. (Concert.) Der philharmonische Verein gibt am Montag, den 15. d. sein drittes Mitglieder-Concert. Es ist ihm gelungen, fiir dasselbe den bekannten ausgezeichneten GeigenkiLnstler Marcello Rossi zur Mitwirkung zu ge« Winnen. Derselbe hatte sein Kommen bereits für das December-Concert zugesichert, war aber zur Mitwirkung für das Hof-concert befohlen worden und mnsSte in letzter Stunde absagen. Wir haben schon im December Anlass genommen, auf die künstlerische Bedeutung Rossi's aufnurtsam zu machen. Derselbe hat sich, nachdem er nun schon einen ziemlichen Theil Europas auf seinen Künstlerfahrten durchzogen hat, den uu-bestritlencn Ruf als einer der seinsinnigslen Geigcnmeistcr errungen. Alle kritischen Urtlieile stimmen darin überein, indem sie neben der virtuosen Technik die edle, vornehme Art seines Vortrags, seine seelenvolle Wiedergabe der Tondichtungen hervorheben. Indem wir hcute nur auf dieses hi.'chst einziehende Concert aufmerksam machen, behalten wir nnS vor, das nächste Mal auf die Bortragsordnuug desselben einzugehen. (Gau turntag in Marburg.) Am kommenden Sonntag wird in unserer Stadt der Gauturntag des siid-österreichischen Turngaues abgehalten. Die Ganvorturnerversammlung findet am 13. d. statt. Zum südi)stcrr. Turngaue gehi)ren 38 Vereine (3708 VereinSangehörige, 18!)!! Turner). Stellvertreter des Gauvertreters, welche Stelle bis zu seiner Uebersct;ung Herr Prof. Knobloch bekleidete, ist Herr Prof. Gaston v. Britto, Gauschriftwart Herr Kcrd. Küster in Marburg. Am Gauturntage wird auch die Neuwahl des GauturnratheS vorgenommen. (Falsche Guldeunoten.) Im Deccmber v. I. wurden in Prag zwei Exemplare einer neuen Plattendruckfälschung der Staatsnoten a 1 fl. lll. Emission, und zwar ein Exemplar von der Prager Postsparcasse-Sammelstelle de. dortigen Kirnia Alfred Fuchs, das zweite von der Prager Casse der österr.-ung. Bank der dortigen Porzellan Niederlage ^nstao Schorrcr beanständet. Diese Noten bilden die vierte Plattendructfälschung der Gtaatsnotcn ^ 1 fl. der Emission vom Jahre 1888. Das Kalsificat ist auf gewi)hnlichem Maschinpapier in blauer und rother Farbe auf dem Wege der Lithographie, unter eventueller Zuhilfenahme der Photo-graphie, erzeugt worden und als misslungen zu bezeichnen. Die Textseiten sind kleiner als aus der echten Note. Der Grund des Controlschildes ist nicht schraffiert, sondern voll gedruckt, das Kopfbild des Kaisers ist iu sehr unvollkommener Art dargestellt, die feineren Partien fehlen beim Falfificate theilweise oder ganz. Serie und Nummer o 8) sind roh und schräg gedruckt. Das Falsificat ist absichtlich mit einem grauen Ton bedeckt. Seitens d.S Ministenums des Innern sind die umfassendsten Erhebungen zur Erforschung der Herkunft dieser Falsificate angeordnet worden. (Das „Sch wa lb en"-Krä nzch en.) Das überaus rührige VergnügungS-Comite ist vollauf bemüht, das am 14. d. im Gasthofe zum „Krcuzhof" stattfindende Radfahrer-Krän'^chen so anziehend wie nur immer mi)glich zu gestalten. Die Räume des „Kreuzhofes" werden in festlichem Schmucke prangen. Eine zuverlässige Bürgschaft dafür, dass auch tie Tanzmusik allen Anforderungen genügen wild, bietet der Dirigent der angeworbenen Musikkapelle, Herr Kapellmeister I. Handl, dess' n Schnkllpolka „Radfahrer Schwallien" auch zum Vortrage kommen wird. Nach dem lebhaften Interesse, das sich bis heute fiir daS Kränzchen kundgab, zu ichließen, wird der Besuch ein sehr guter sein, und hinter jenem des vorjährigen Kränzchens der „Schwalben" nicht zurückstehen, so dass die Bemühungen des strebsamen Vereines eine glänzende Anerkennung finden dürsten. Auch auswärtige Vereine haben eine rege Betheiligung in Aussicht gestellt, woraus dem strammen Radfahrer-Club „Schwalben" eine weitere und gegründete Aussicht bezüglich dcS Gelingens seines Festes erwächst. „Aber Sie haben noch keine Orden; Sie haben si v ja nach gar nicht ausgezeichnet. Wenn der König —" „Da haben Sie Recht. Ohne Orden wird eS mir unmöglich sein, Ihren Ball besuchen zu können. Aber bei einigem Nachdenken wird meine liebenswürdige Cousine auch dafür Rath wissen." Als Poisson nach circa vierzehn Tagen den Ball der Madame von Pompadour besuchte, h^tte er den Charakter eines Obristen und drei Orden schmückten seine Heldenbrust. Noch aber war sein Ehrgeiz und mit ihm daS Verlangen nach einem einträglichen Posten nicht gestillt, und nach einigen Monaten machte er wieder eine Visite bei der Marquise. „Liebe Cousine", begann er, „die Stellung eines Odristcn bei den Husaren ist doch eigentlich dem Vetter der Madame von Pompadour nicht angemessen. Was meinen Sie dazu, wenn ich Obrist bei der Garde 6u corpg werde. Zu^ileich würde es vielleicht angebracht sein, meinen Namen zu ändern. Ich glaube Malvoisin klingt nicht übel. Frau von Pompadour athmete auf. Wcnn er seinen Namen ändern wollte, dann mnssle er seinen Grund dafür haben. „Ich wcrde auch diese Ihre Wünsche erfüllen. Alier bedenken Sie, wenn Sie Jhrm Namen ändern, dann wird man Ihnen nicht mehr glant?en, dass ich Ihre Cousine l.'in. Erst Poisson und dann Malvoisin." „Ist auffällig, ich gestehe es", entgegnete der Glücksritter. Aber ich habe mune Gründe dafür. Ebenso wie ich meine Gründe dafür habe, nm meine Entlassung einmkommcn. Die Pension eines Obristen der Garde 6u c:vi'p3 genügt mir. Ich ziehe auf das Land. Wenige Tage nach dieser Unterrednng war der frühere Tambour Ot)rist bei der Garde 6u corpZ, nnd ein Jahr später zog er sich, nachdem er nm seine Entlassung ein-gekommen, wie er versprochen, auf das Land zurück. (Philharmonischer Verein.) Wie uns mitge» theilt wird, hat daS VergnügungS-Comite deS philharmonischen Vereines beschlossen, ein Tanz-Kränzchen am 22. Februar in den unteren Casino Localitäten abzuhilt'n. Der sür Mitte Februar anberaumt gewesene große Familienabcnd wurde auf b. März verlegt. — Zu beiden Unterhaltungen haben sowohl ausübende, als auch unterstü^ende Mitglieder Zutritt. (I. Fa Milien ab e nd des M ä n ne rgesa n g-Ver eines.) Wie wir vernehmen, veranstaltet der Männer-gesangvereiu Samstag den 20. d. in den Casino-Case-Locali-täten seinen ersten diesjährigen Familienabend. Von jeher waren diese Abende recht zahlreich besucht und steht zu erwarten, dass auch diesmal, da der erste Familienabend ausschließlich dem Tanze gewidmet ist, die Räume bis auf das letzte Plätzchen besetzt sein werden. (Feuerwehr-Abend.) Der von nnserer freiwilligen Feuerwehr veranstaltete gemüthliche Abend mit Tanz und Glücksl)afen, welcher am 6. d. M. in den Götz'schen Localitäten stattfand, erirente sich eineS zahlreichen Besuches von-seite des hiesigen Pnblicums und waren auch Vertreter auswärtiger Feuerwehren anwesend. In heiterster St mmnng blieb die Gesellschaft bis 4 Uhr morgens beisammen und wird von Theilnehmern diese Unterhaltung als eine recht angenehnie bezeichnet, für welche den Veranstaltern alles Lob gebnrt. (Vom Theater.) Die Weinberger'schc Operette „Die Uhlanen" gelangt heute ans nnserer Bühne zur ersten Aufführung. (Krankennnterstütz u ngs- nnd Pensions-verein „Selbsthilfe".) Die Vereinsleitung dieses für Bedienstete der ersten Diensteskategorie der Südbahn gegründeten Vereines versendet den Bericht über das 13. Jahr seiner Thätigkeit. Wir entnehmen demselven nächst.hcnoe Zahlen: Die Mitglieder (Ende 1891 341) haben 4i>15 fl. 50 fl. eingezahlt Als Zinsen des Vereinsvcrmögens sind 15,62 fl. 97 kr. ansgewiesen. Unter den Ausgaben sinden wir als Abfertigung an die Hinterbliebenen in 6 Todesfällen die Sutnme von KW si. und als Pensio.iisten Unterstiitznn^/n an ' üv Bezugsberechtigte 3279 fl., wa? am besten zü^jt, wie viel vereinte Kräfte zu leisten imstande sind. Die Verw^ltungs anslagen betrugen 310 fl. .^4 kr. Am Schlnffe des Jahres batte der Verein ein unbelastetes Veltnögen von !)8.023 fl. 24 kr., dasselbe hat sich trotz der hohen Leistungen um 1670 fl. 94 kr. vermchlt. Die Lei n. i dieses Vereines befindet sich in Marburg; Obmann ist Herr Alois Hartl, Cassier Herr Vincenz Hartmann. Die Revisoren haben die Rechnungen geprüft und c'lles in b.stcr Ordnung gefunden. ^(Ein unverständlicher Besckluss.) Der OU^-schulrath Leitcrsberg-Kartschovin h.it in seiner lei.t n S'tzung auf den Autrag des Schulleiters Herrn Michael Ne.ach hin einen sür die Landwirtschaft höchst unpraktischen Be>co^uss grfasst, dabiugehend, dasS die Sckulferien stakt wie bisher vom 15. September bis 1. November, nun vom 15. Juli bis 15. September anberanmt werden. In den f''ük)eren Iah.en waren die Schulferien in der Zeit vom l5. Inli bi^s 15. September. Da uuu der Schulbesuch zu Anfang deS Jah c^ dcnkl?ar schlecht war und bis i;um C.lde der Weinlese so l?likb, wurden die Ferien in den Zeitraum vom 15. September b^^^ Allerheiligen verlegt, 'ine Ano>onung, die sich al? ve ni'msti^ erwies, denn die Elte?« d^r Skinder der Schule LrilerSdetg sind meistens Winzer und Landwirte. Mitte September beginnt die Viehweide, dann kommt die Obsternle, Einbringnng der Feldfrüchte, die Weinlese u. a. m. Es sind gerade 'n d! sem Zeiträume die Kinder zuhause am dringendsten no-bw^no g. Wir können gar nicht begreifen, wie Schulleiter Michael Neroth, der doch der Sohn eines Otkinomie-Ber ra^^'S ist, einen solchen Antrag stellen konnte. Es tlltt die Vermuihuna nahe, dass er von den landwirtschaftlichen Ardn^en wnl'a Kenntnis besitzt, denn es ist doch nicht anzunehmen, dass er die Verlegung der Ferien aus dem Grunoe oeant'aqt hat, weil ihm dieser Zeitranm besser pastt. Wir hoffen, dass der Be;irksschnlrath diesen Antrag im Interesse der Landwirtschaft nicht fitr gut besiuden und abweisen wird. Wir können es aber auch nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, dass durch die Ausführung dieses BeschlnsseS eine Menge Strafamts-handluugen sozusagen bei den Haaren herbeigezogrn würd n und wollen diese Behauptung in Kürze beweisen. Es ist zur Genüge bekannt, dass die Landleute ihre Kinder oft dringend zuhause haben müssen, daher sie ticselt?en nicht in die Schule gehen lassen, so dass sodann Schulversäumnisse entsteben, wodurch der Unterricht leidet und die Eltern, beüehw. deren Stellvertreter zuerst ermahnt und nach eifolgloscr Mahnung gestraft werden. Obwohl die Strafen, welche die einsichts vollen Mitglirder des BezirksschulratheS verhängen, nicht zu strenge ausfallen, so verursacht die Durchführung der Ab-strafnng und deS Strafoollznges nicht nur dem Oitsschnlrathe, sondern auch dem Bezirksschulrathe, d^r Beziik-bauptmaun-schaft und den Gemeinden ein«' Menge Schreiberei. Der Gemeindevorsteher kommt zum besten Handknss, denn er wird oft von rohen Eltern bei Einbringnng der Strafen sehr rücksichtslos behandelt. Gerade im Schnlsprengel Leitersberg-Kartfchovin, wo die meisten Schüler Winzerkinder sind, würde der Schulzwang in der Ernte- nnd Weinlese^eit nieder einen ungemein schlechten Schulbesuch und somit eine cuoße Zahl Bestrafungen nach sich ziclien. die den da^n berufenen Behörden viel mehr Arl'eiten verschaffen, ohne eigentlich einen Erfolg zu haben, da mancher Winzer, statt 5 fi. zu zahlen, sich lieder eine Woche einsperren lässt. .Herr Michael Neratl,, der ja auch Mitglied des löblichen Bczirk^schnlratdeS ist. wird wohl eine Idee haden, wie gron die Arbeit ist, welche die Durchführnng der Schnlstrafni erfordert. VV. (Bienenzuchtvere in.) Wir werden ersncht mit^n-theilen, dass am Freitag, den 1!?. d., bei Herrn Oehm, I. Stock, die Jahresversammlung der hiesigen Filiale des steierm. Bienenjuchtvercines statfindet. Der dcwälirte Imker Dr. Terö wird bei dieser Versammlung einen Vortrag halten. Gäste sind willkommen. (Ein Defrandant.) Ans St. Leonhard bei Wolfsberg wurde der ^tnlscher Iol)ann Nnmpf nach Desraudiernng von 200 fl. flüchtig. Derselbe soll in der Richtung nach Marburg gefahren sein. Johannn Rumpf, der sich diesen Namen fälschlich beigegeben haben dürfte, ist von großer Statur, hat schwarze Haare und kleinen Schnurrbart und ein hübsches AeußereS, ist 25 Jahre alt und mit hohen Stiefeln, fchwarzlederner Siiefelhose, drappfärbigem Lodenrock, solchem Hut und rother Cravatte bckludet. (Ein redlicher Finder), nebstbei bemerkt, eine große Seltenheit, fand sich dieser Tage am Polizeiamte ein und übergab einen Diamantring, welcher auf 200 fl. geschätzt wurde und einen Kostenwert von 280 fl. gehabt hatte. Der Finder war ein LandMnn der Umgebung und hat diesen Ring am Gehwege nächst dem hiesigen Gerichtsgebäude gefunden, woselbst dieser Schmuck schon beiläufig 14 Tage im Schnee gelegen w^r. Der Verlnstträger hat sich anch schon eingefunden. ^Hauptversammlung des Turnvereines. Verfloffenen Sonntag (7. Februar) hielt nnser wackerer Turnverein in Herrn Pürkers Hofsalon seine Jabre^> Hauptoersammlung ab, die für 5 Uhr anberanmt war. Da NM dieft Zeit die bcschlussfähige Anzahl Mitglieder nicht anwesend war, so wurde die zweite Versammlung um 6 Uhr durch den Sprechwart - Ersatzmann, Herrn Dr. Johann Schmiderer, nach herzlicher Begrüßung der Anwesenden, in«--besondere des wieder zurückgekehrten Turnn'artes Herrn j^ranz Abt mit einem kräftigen „Gut Heil" eröffnet. Iu schwungvoller Rede gedachte Herr Dr. Schmiderer des schmerzlichen Abganges des früheren verdienstvollen Sprechwartes des Vereines, des Hernl P.ofessors G. Knol)loch, betonend, dass ihm die seitber übertragene Leitung k'es Vereines nur dnrch das freundliche Entgegenkonnn.n nnd die Liel'ensn?ürdigkcit der Turngenosien, namentlich aber des Tnrnraihes, erleichtert wurde; diesem brachte Redner seinen Dank. Weilers gedachte Herr Dr. Schmiderer des Anfl?lühens des Vereines, mit einem Rückblicke in frühere Jahre, die nur einen kleinen Mitgliederstand anf.nweisen hatten. Das neue Leben, das nun im Vereine scimn Einzug hat, be^nülzte Redner freudigen Herfens, die stattliche Zahl von ül'er 70 Mitgliedern berechtige '.l vielen schönen Hoffnungen. In der Hoffnung, dass der Verein auf der nun eingeschlagenen Bahn vorwärts schreiten, blüh n, wachsen und eine Zierde der Stadt bleiben werde, schloss der Redner mit ünem lläftigen „Gut Heil", in welches die Turngenosien freudigst miteinstimmten. Aus dem Periel^re deS SchristwarteS, Herrn Professors Dr. Gaston Ritter von Britto, entnehmen wir, dass der Ve^'ein im v-'»gangenen Jatire vier Turnrathsitzungen und eine außerordentliche Hauptversammlung abhielt, in der der verdienstvolle Sprechw.nt des Vereines. Prof. Knobloch, zum Ehrenmitgliede e.nannt wnrde. Der Schriftwart gedachte sodann der sreundschafilichen Beziehungen znm Brudervereine, dem Männergesang Vel eine, und anderer Turnvereine. Herr .HanS Lew er, Sch'iftwatt-Ersatzmann, l.'erichtetc über den Stand der Bücherei, die 114 We,ke in 192 Bänden ^äl)lt. 170 G^schäf^sstücke wurden e, ledigt un^> i8 Schriftstücke weiter versendet. Der Zahlmeister de« Vereines, He,-r Ferdinand Küster, berichtete über den Stand des VeieinS-vc^mögens, das sich mit 303 fl. 80 kr. beziffert, gegen 348 fl. 77 fr. des VorjabieS. Die Einnahmen betrugen 997 fl. 47 kr., die Aufgaben 693 fl. 61 lr. Der Bericht des Turnlehrers entfiel, weil der langjährige Turnlehrer, Herr R. Markt il'folae Kranibeit velhind''jt war, in der V rsammlung zu e.sche'nen- Zeu..wart, H.rr C. Zinböck tbeilte mit, dass der Vnein Turugcräthe una Einrichtungsstücke besitzt, die einen We t von üt?er 50'» fl. au^'machen; »'s wnrde beschlossen, oa i.n Vorjahie vom Einuchtungcconio nichts abgeschrieben wurdi', bener 10l>/o vom selben abzuschreiben. Der Sangwart, Herr Ka'l Ga.schek, wünschte eine regere Tbeilnahme an den Sangübungen, da er jet^t infolge des schlechten Besuches nur Uel'ungen einstimmiger Gesänge vornehmen konnte. Nachdem noch der langbewähite Festwart, Herr Franz Dereani Mittheilung über seine Thätigkeit gemacht und ein Begrüßungsschreiben vom Herrn Proftssor Knobloch verlesen hatte, drückte Herr Anton Furche dem abtretenden Ausschnffe für seine Mühewaltung den Dank aus, und knüpfte daran die Bit'e, die AnSschussmitglieder mögen auch im neuen Vereinsjahre ihre Aemter beibehalten. Herr Dr. Joh. Schmiderer wurde ersncht, die Sprechwart-stelle anzunehmen, die derselbe aber wegen Führnng vieler anderer Amtsgeschäfte dankend ablehnen mnsste. .s'^err Ober-in.»eni nr, Werkstättenleiter Ferdinand Kalus gedacl^le nun des viebl'ngs des Vereines, Herrn Küster, ans dessen Schultern der Verein sich getrost stützen dürfe, da Herr Kr'ster als strammer Turner die nöthige Kraft nnd Fähigkeit besitzt, den Verein ^u hatten und zu leiten immerdc^r. Dieser Antrag, der anch in freundl'chster Weise von Herrn Dr. Schmiderer be^^rüßt wnrde, fand den kräftigsten Widerhall in dem Znrufe der Tn>n.,ei,offen, die ihr „Prosit" und ,.Gnt .Heil" dem ncuen Aprechwart, Herrn Ferd. Knster drachlen. Znm Sprechwart-Eisatzmann wnrde .Herr Dr. Johann Schneider, zum Schriftwart .H.rr Professor Dr. Gustav Ritter vou Britto, zum Schriftwart-Enatzmann Herr Hans Leyrer, znm Sangwart Herr Karl Gaischek, zum Turnwart Herr Franz Abt, zum Zeuuvart .Herr Johnin Stnl'öck, zum Festwart Herr Fran; Dereani wiedergewählt. Zum Säckelwart wurde Herr Stefan Gruber neugewählt Der Monatsbeitrag wurde für ausübende Mitalieder, wie bisher, auf monatlich 70 kr. festgesetzt, und zu Bestätigern der VerhandlunaSschrift die Herren Anton C'^öl^ und Lndwig Zinthaner, zu Rechnungsprüfern die Herren Hans (^.iiner und Lndwig Branner gewählt. In den Gantag wnrden .>>crr Eni. Vadnon und.Herr Franz Abt abgeordnet. Da keine freien Anträge eingebracht wurden, so über-nabn^ der neue Spiechwart Herr F. .Güster den Vorsitz nnd leitete mit inarli>tcm ..Hut Heil" eine kleine .«^ineipe ein. .Herr C^aißer braelUe s.ine Blnme den weiblichen Jiingern Jahns, der Damenriege. Herr Abt wünschte, dass das .Hanpt.ingen-merk des Vereines auf die tnrnerische AnSbildnng sich richten möge, und sprach die Hoffnung ans, dasS es dem Vereine gelinge, turnerische Aufführnngen auch hier zu vcranstatl.n, . ein Wnnsch, der allseitige Znstimmnng fand. -ä-. Deutscher Schutverein. In der Sitzung vom 1. Februar wurde den Ortsgruppen in Elbogen, Gmunden, Stcyr, Bohmisch-Kamni^, Marienbad und der Frauen-Ortsgruppe in Wien (IX. Bezirk) für Festerträgnisse, sowie für das reiche Ergebnis des Sammel-schütten im Etabliffcment Egerländer in Marienbad, ferner der Tischgesellschaft „Brigade" in Pilsen für eine BaufondS-spende und für einen Beitrag zu Unttrrichtszwccken der Pilsener Vcreinsschule, endlich den Herren Dr. Fick in Würzburg und Professor Dr. Pliilippi in Santiago (Chile) für zugewendete Spenden der Dank ausgesprochen. Die Danksagung des deutschen Schul- und ^x?esevercincs in Hnfsowitz, des Bereines deutscher Schulfreunde in Weinberge, des Kindergartenvercins in Äarolinenlhal. fcrner der Schulleitungen in Luserna. Sl. Jacob-Lcifers, Jnnerfloruz und Palu für gewährte Schul-unterstützungen, sodann der Gemeinde Wattersdorf a. d. M. für eine Volksbidliothek wurde zur Kenntnis genommen, desgleichen die Mittl)cilung von dem Anfall eines Legats nach Med. Dr. Franz Jackel in Brüx. Schließlich wurde eine Reihe von Angelegenheiten der Bereinsanstalten in Nennowil^, Theresienl'tadt, Jablone^^, Lieben. Wrschowiy und Holltschowitz bcrathcn und der Erledigung zugeführt. Kunst und Schristthum. Alle in diesen Besprechungen enthaltenen Werke nndZeitschriften sind durch Th. Kaltenbrnnner's Buchhandlung zu beziehen. Das soeben erschienene Heft 4 des „Zwanzigsten Aaßryuudert" (Mk. 2,50 viertelt.) hat nachstehenden Inhalt: Das Bankgeschäft, eine sociale Bedeutung und das Bedi'irfnis eines öffentlichen und privatrechtlichen Bankgesetzes, von Tr. L. Knhlenbeck. Gedichte. Was nun? Gevrg Hecht. Historischer Roman aus der Vergangenheit der Siebenbiirger Sachsen, von Traugott Zeutsch. Ein wenig Kannegießerei. Aus dem Narrenhause der Zeit. Bleibendes vom Tage. Vom Biichertisch. Anzeigen. ,,5as neue ilkußrirte ZSlatt" hat in seiner vorliegenden 5. Nnmmer folgenden Inhalt: Eine aufregende Szene in der französischen Kammer, ^v^it Illustration). Verbotene Liebe. Historische Erzählung. (Schlüsse. Der Blutgruß 'Mit Illustration). Aus dem Leben eines „armen Burschen". Zum Aufstand in Mexiko. <^Mit Jllustrat.) Am Rande des Abgrundes. (Mit Illustration). Ein Riesenbanm (Mit Illustration) Nene amerikanische Schneesäubernngsmaschinc. (Mit 3 Illustrationen). Altes österr Papiergeld. i^Mit 2 Illustrationen). Eine Nashornjagd. (Mit Illustration). Tie Lantenschlägerin (Mit Illustration). Eine Montblanc-Besteigung. (Mit Illustration). Die Kapuziners^ruft in Wien. lMit Illustration!. — Fiir unsere lieben s^rauen: Bcsuchstoiletten n. Ballmäntel. (Mit Illustration). Allerlei: Zuclerverkauf in verschiedenen Ländern. Graphologische Studien. Preis Buclistaben-Rätlisel. Namens - Verzeichnis der Auslöser des Preis-Rebus und Preisznerkennung. Nedactions-Telephon. Inserate. Hnmoristische Bilder. — (Das Neue Illustrirte Blatt'' erscheint in Brilnn—Wien—Prag und ist dnrch alle Bnchhandlnngen und Zei-tungsverschleiße, sowie directe durch W. Burkart's Zeitungsverlag in Brünn zu beziehen. Abonnementspreis 65 kr. per Quartal oder 5 kr. per Nummer. Verstorbene in Marburg 1. Februar: Waltl Andreas, Sildbahn-Conductenr i. P., 90 Jahre, Mellingerstraße, Altersschwäche. 4. Februar: Posch Anna, Bahnschlossersgattin, 65 Jahre, Kasernplatz, Brnstdrijsenentartung. 6. Febrnar: Slanitsch Marie, Kellnerin, 39 Jahre, Kasernplatz Lungentnberculose. Eingesendet. Seit Einführung der erlwhtcn Bierumlage von 52 kr. per Hektoliter oder vom Werte wird das Bier in ciuigcn Gasthäusern Liter zu 7 kr. ausgeschenkt, was einer 15procentigen Erhöhung gleichkommt, welche nicht gerechtfertigt ist, umsomehr als in ganz Striermalk und den sämmtlichen österreichischen Städten, welche eben so viel und noch bedeutend mchr als in Marburg an Bierumlagen zn bezahlen haben, nirgends das Bier thcuerer als 20kr. per Liter ausgeschenkt wird. Graz z. B. bezahlt 34 6 kr. Conlmunal- nnd 7l) kr. Verzehrungssteuer-Umlagen, also 94'l; kl-, mchr pr. Hektoliter als Marburg und das Bier wird zu 12 und in den feinsten Hotels und Restaurants M 20 kr. pr. Liter ausgeschenkt, wobei die . Regie doch mindestens so groß, wenn nicht griißer als in Marburg ist. Marburg hat bisher den Ruf einer billigen Stadt gehabt und inuss ihn auch zu erhalten suchen, daher diese enorme Steigernng des Bieres nicht am Plaj;e ist. „l^in alter Biertrinker". E r k l ä r it n g! Die in letzter Zeit über mich in Umlauf gebrachten bi)swilligkn Gerüchte: „ich sei in Folge Missbrauch des mir seitens meines ehemaligen Hauses, Lager echt fteirischer Ge-birgsweiue des Ferdinand Schrieb! in Marburg als Proeurist entgegengebrachten Vertrauens pli)l<)sl6n1>!nt,t in Ü^der- lt^iek-^'v^nrn uuruckz.r1zöitöii Silier k'iir tiiiekeimnikt: ^ ^'ÜI' uni! ^ iul Für die Hoftialtung Sr. Durchl. des Prinzen Heinrich Kenß XVlll. 12 Flaschen Malzcxtrakt per Eilpost zu senden. — Vegli bei Genua. Bitte umgehend per Ellgut 25 Fl. Ihres vortrefflichen Malzcxtrakt-Gesundh-ilsbieres an ilrinitssln zn Solms-Sraunsels senden zu wollcu. Im Voraus b stens dankend Prinzessin zn SolmS'Araunsets. Seine Hoheit der Fürst von Dettingen WallersteiN schrieb: „Es ist Menschenpflicht, den Leidenden ein so vorzü.;lichcs Mittel (Johann Hoff'sches Malzextrakt) zngängig zu machen. Zu haben in alten Apotheken, vrilguerien und renoinmirten keslhiisten. Depots iu Marburg: F.P. Hlllaßtk; Apotheke König und Mayr, Kaufmann. Unter kulüeu niolits versvuÄet. _Seite 7 Im Affanzung Obstbäume, Rosen und Spargelpflanzen. Aepfel, Birnen, Weichsel-Pfirsiche, Pflciumcn u. a. m. Hochstamm-, Zlverg- und Spalierformen billigst bci 1700 ^leinschuster Gartengasse Nr. 13, Marburg. Schöne Maskcu-Costüme billig zu verkaufen. 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