Bezugspreise Jiir Österreich-Ungarn ganzjährig K 4 — halbjährig K 2- ^iir Amerika: ganzjährig D. 1 25 £iir das übrige Ausland ganzjährig K 6 20 Hrieje ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück, gesendet. GMlheer Dote Erscheint mit einer illustrierten Beilage „wandermappe" am 4. nnd 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Merwattung des Hottscheer Moten in Gottschee Nr. 121. Berichte sind zu senden an die Schriftteitung des Hottscheer Moten in Gottschee. Anzeige» Qt-semte) werden nach Tarif berechnet nnd von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage bei Gott» s che er Boten erhältlich. Bostsparkassen-Konto Nr. 842.285. M. 5. Kottschee, am 4. März 1915. Jahrgang XII. Sei unseren 30 5-Zentimeter-Mörsern in Belgien nnd Frankreich. (Schluß.) Am nächsten Tage srüh besörderteu uns unsere Motore auf der Straße - die Straßen in Belgien sind überall gepflastert und musterhaft in Stand gehalten — nach Namur. Die deutschen Soldaten in den Schützengräben waren ganz erstaunt, als sie unsere Geschosse zum erftennmle in die Feste von Namur einfallen sahen. Sie wußten zuerst nicht, was los ist. Als sie erfuhren, daß wir Österreicher da seien, stießen sie freudig ein stürmisches Hurra aus. Wir waren in Namur um 2 Uhr nachts angekommen. Es regnete und war stockfinster. Gleich in der Nacht wurden unsere Mörser eingebaut. Tags darauf gab unser „Brummer", nachdem sich der Nebel verzogen, die ersten Schüsse ab. Es war das die Feuertaufe für uns und für unser Geschütz. Bon unserer Beobachtungsabteilung kam die Nachricht: „Die Batterie schießt sehr gut", was von uns mit einem begeisterten Hurra begrüßt wurde. Schon am ersten Tage fiel das erste von uns beschossene Fort, worauf sofort die anderen an die Reihe kamen. Diese Arbeit verrichteten wir ohne die deutschen 42er. Drei Tage standen wir vor Namur nnd die Belgier konnten die Festung nicht langer halten. Am 26. August fiel Namur. Die fliehenden Belgier wurden alsdann von den Deutschen im Laufschritt verfolgt. Und weil es so schnell ging, konnten wir auch gleich dahintersahren, denn es war von militärischer Wichtigkeit, rasch auch die französische Festung Maubeuge zu nehmen. Fast hätte ich vergessen, daß wir nach der Einnahme von Namur, so gewissermaßen im Vorbeigehen, auch die französische Festung Givet beschossen, die am 29. August angegriffen und nach kaum drei Tagen am 31. August erobert rombe. Die Beschießung erfolgte durch unsere Mörserbatterien, deren Geschosse weiter reichten als alle Kanonen der Festung. Die Forts waren bald in Trümmer geschossen und die Garnison ergab sich am 1. September. Und nun ging es gegen Mau beuge. Österreich sandte dort . den Franzosen seine ersten wuchtigen Kriegsgrüße und auch englische Truppen sollten dort mit unseren Brummern unangenehme Bekanntschaft machen. Während wir selbst bei Namur und Givet von den Feinden keinen Schuß bekommen hatten, erhielt unsere Mörser-batterie vor Maubeuge zum erstenmale feindliches Artilleriefeuer von einem Fort. Die Feinde sandten uns in die Batterie drei Granaten, aber ohne Erfolg, nur die Küche hätte beinahe Unglück gehabt. Wir hatten e$ne sehr gute Deckung bei einem Bauernhause. Unsere Stellung war aber, vermutlich durch französische Zivilisten, dem Feinde verraten worden. Unsere Batterie war nicht bloß hier, sondern auch anderswo immer möglichst gut versteckt und maskiert. Vergebens mühten sich die feindlichen Flugzeuge ab, unsere Stellung ausfindig zu machen. Einmal gab es vor Maubeuge einen merkwürdigen Schuß. Eine unserer Bomben fiel nämlich aus ein feindliches Geschütz, zertrümmerte alles übrige und Jchleuberte das Geschützrohr 20 Meter weit weg auf einen anderen feindlichen Geschützstand, so daß diesem durch eine seiner eigenen Kanonen übel mitgespielt wurde. Nachdem wir mehrere Forts in Grund geschossen hatten, ergab sich am 7. September Manbeuge. 42.000 Mann (darunter auch Engländer), 400 Geschütze und viel Kriegsmaterial fielen in die Hände des deutschen Siegers. Unter den Gefangenen befanden sich vier Generale. Hauptmann Ammann, der später in Lüttich durch einen Eisenbahnunfall leider ums Leben kam, brachte uns die Nachricht vom Falle der Festung und fügte bei, daß unsere Mötlerhaltene die Ehre haben werde, an der Spitze der Artillerie m Maubeuge einznziehen. (Die deutschen 42er-Mörser hatten bei Manbeuge nicht mitgewirkt.) . 17 Nach dem Fall von Maubeuge verblieben wir noch etwa 17 Tage dortselbst. Da nämlich in Brüssel alles überfüllt war, mußten wir einige Tage warten. In Brüssel wurden wir in der belgischen Artilleriekaserne einquartiert und bekamen wahrend unseres Aufenthaltes in der großen, schönen Stadt eine besondere Zulage. Eines Tages kam uns in Brüssel General v. Beseler besuchen. In seiner Ansprache betonte er, es sei ihm eine besondere Ehre daß die österreichischen Motorbatterien unter seinem Kommando stunden. Nun wurde das „uneinnehmbare" Antwerpen unser Ziel. Wir dachten, dort viel harte und langwierige Arbeit zu bekommen, aber es ging auch dort weit schneller, als man glaubte. Die Forts bei Antwerpen waren in die Erde eingebaut, so daß nur die Kuppeln der Türme hervorsahen. In der Richtung gegen den Feind war alles mit Erde und Rasen bedeckt, um dem Auge nur ein sehr ge-rinaes Rtel darzubieten. Trotzdem war die Beschießung für unsere Mörser eine verhältnismäßig leichte Arbeit. Bei manchem Fort genügten zwei bis drei Schüsse, um ihm den Garaus F machen. Sv wurden die Forts Brvchem, Kessel und Komngshvicht durch unser Bombardement rasch bezwungen. Freilich tat fetzt der Gegner schon alles Mögliche, um sich der treffsicheren Beschießung durch unsere Mörser zu erwehren. Weil keine unmittelbare Aussicht war aus das erste Fort, das wir beschießen sollte», ließen wir einen Fe selballon aussteigen, der mit uns in telephonischer Verbindung stand um das Feuer richtig zu regeln. Sofort aber nahm der Feind den Ballon unter scharfes Feuer und er mußte hernnten Die Beobachtung wurde nun auf einen Turm verlegt; aber auch dieser bekam Mid ein paar Schüsse. Der Beobachtungsosflzier mußte mit seiner Mannschaft auch von dort heraus. So blieb der Be-obachtungs- und Aufklärungsabteilung nichts anderes übrig, als sich in der Nähe des Forts aus dem Boden heranzuschleichen Dort blieben sie unentdeckt und unbehelligt und konnten uns telephonisch die genaue Schußrichtung angeben. Während der Belagerung des zweiten Forts, die vom 6. aus den 4. Oktober stattfand, kam General v. Beseler, der Bezwinger Antwerpens, spät abends zu unserer Batterie, nahm an dem anläßlich des allerhöchsten Namensfestes unseres Kaisers veranstalteten Fest- mahle unserer Offiziere teil und brachte am Schluffe seiner be-feuernden Ansprache ein begeistertes Hoch auf Seine Majestät Kaiser Franz Josef aus, das brausenden Widerhall fand. Auch die Mannschaft feierte diesen Festabend bei Bier und Wein. Schon am 30. September waren zwei Forts von Antwerpen gefallen. Am 7. Oktober wurden die Belgier und Engländer aus dem äußeren Verteidigungsgürtel in die innere Fortslinie zurückgeworfen und am 9. Oktober ergab sich die „uneinnehmbare" große Festung. Die Besatzung ging teilweise auf holländisches Gebiet über, teilweise entwich sie in der Richtung nach Ostende. Wir waren am 9. Oktober mit nur einem Geschütze aufgefahren, um für den Fall, als die Stadt sich nicht ergeben sollte, das Bombardement auf sie selbst zu eröffnen. Es hatten aber ein paar Schüsse der leichten Artillerie genügt, um die Antwerpener mürbe zu machen. Am 10. Oktober zog der Sieger in die große, schöne Stadt ein, auch unsere Mannschaft nahm daran teil. Nach nur 12 tägiger Belagerung lag also eine der stärksten Festungen der Welt zu Füßen unserer Verbündeten und unsere Mörser hatten dabei wesentlich und wacker mitgeholfen. Von Antwerpen fuhren wir nach Löwen, das wegen der völkerrechtswidrigen Beteiligung der belgischen Zivilisten am Kampfe von den Deutschen teilweise hatte zerstört werden müssen. Am 11. Oktober wurden mir einwaggoniert und es ging zurück nach Köln zu einer Motorreparatur. In Köln kam auch die Schwester des deutschen Kaisers, um unsere Mörser zu besichtigen, die ihre lebhafteste Bewunderung erregten. Nach achttägigem Aufenthalte in Köln rückten wir wieder zurück ins Feld mit der Richtung nach Ipern (Belgien). In Gent, wo wir acht Tage warten mußten, wurden wir in der Akademie der bildenden Künste einquartiert und mußten fleißig exerzieren. Dann ging es über Brügge nach Roulers nahe an der Meeresküste. Im dortigen Bahnhofe nahmen wir einen 14-tägigen Aufenthalt und erwarteten weitere Befehle. In der Ferne hörte man das ununterbrochene Bombardement der Küste durch die englischen Kriegsschiffe, Luftzeuge kreisten hoch über uns in den Lüften, Bomben sah man von weitem auf die Erde niedersausen. Nicht selten beschossen deutsche Truppen feindliche Flugzeuge. Manch-mal sahen wir fünf bis sechs Luftzeuge, die hoch über uns kreuzten und sich gegenseitig bekämpften und verfolgten. In Roulers war cs auch, wo ich mir den Beinbruch am linken Fuße zuzog. Ich sprang vom Geschützwagen herunter und fühlte sofort einen heftigen Schmerz. Anfangs dachte ich nur an eine starke Verstauchung des Fußes, die sich vielleicht bald wieder geben würde. So lag ich mehrere Tage bei der Batterie und mein Zustand wurde immer schlechter. Der Arzt unserer Batterie stellte nun einen Knöchelbruch fest und ließ mich ins Militärspital in Gent transportieren. Zufällig ging gleich am nächsten Tage von Gent ein Verwundetenzug nach Hamburg ab, der mich mitnahm. So kam ich nach zwei Tagen in das Marinelazarett in Hamburg. Mein kranker Fuß wurde dort sofort mit Röntgenstrahlen untersucht, und nachdem ein Schnitt hineingemacht worden war, zeigte es sich, daß die Wunde schon ganz vereitert war. Als einziger österreichischer Soldat war ich im Marinelazarett, wo ich sechs Wochen verblieb und eine ausgezeichnete Behandlung genoß, der Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit. Das Kommando des Lazaretts benachrichtigte sofort den österreichisch-ungarischen Generalkonsul in Hamburg, daß das Lazarett einen österreichischen Krieger beherberge. Der Herr Generalkonsul kam samt Gemahlin und Fräulein Tochter noch am selben Tage ins Lazarett, um mich zu besuchen — eine große Ehre für einen schlichten Vormeister, aber sie galt ja nicht der Person, sondern dem österreichischen Soldaten überhaupt I Auf die Verständigung durch den Herrn Generalkonsuls hin erschienen auch viele andere in Hamburg ansässige vornehme Österreicher an meinem Krankenlager. Jeder Besucher brachte Liebesgaben mit: feine Zigaretten, Delikatessen, Chokolade usw. Auch nicht wenige Hamburger aus den besten Kreisen der Gesellschaft fanden sich ein, so daß mein Bett unter allen des Lazaretts den größten Zuspruch hatte. Fast wurde mir hiedurch der Abschied von Hamburg schwer gemacht. Aber mein Herz zog es doch mächtig nach der lieben Heimat, nach dem teuren Elternhause. Meine Eltern hatten nämlich mittlerweile um meine Überstellung ins Reservespital in Gottschce angesucht, wo ich mich nun seit 14. Jänner befinde. Über die ausgezeichnete Behandlung und Verpflegung im hiesigen Reservespitale (Gottschee) herrscht unter uns verwundeten und kranken Kriegern nur die Stimme uneingeschränkten Lobes. Wir könnten es nirgends besser haben und werden stets mit größter Dankbarkeit der Tage gedenken, die wir im hiesigen Genesungsheim zugebracht haben. Ich bin nun wieder soweit hergestellt, daß ich hoffe, bald wieder ins Feld zurückkehren zu können. Ich freue mich schon darauf, wieder meine Soldatenpflicht tun zu können für Kaiser und Vaterland. Mit geheiltem Fuß, mit frischem Mut und neuer Kraft werde ich wieder zu meinen Kampfesbrüoern ins Feld eilen. Der schlichten Erzählung unseres Gewährsmannes, die jede Ruhmredigkeit vermissen läßt, fügen wir schließlich noch hinzu, daß in Deutschland der österreichisch-ungarischen Armee und ihren Leistungen überall nicht nur rückhaltlose Anerkennung, sondern geradezu Begeisterung gezollt wird. Ein ganz hervorragender Anteil hieran gebührt unseren braven 30'5-Zentimeter-Mörsern. Die erfolgreichen Leistungen der Mörser zeugen auch für die treffliche Schießausbildung unserer Artillerie, deren Schulen von dem Hauche wissenschaftlichen Geistes durchzogen sind. * Der Kommandant der österreichisch-ungarischen Motormörserbatterien, Oberst Albert Langer, erklärte kürzlich: „Meine Offiziere und Mannschaften haben sich, das darf ich ohne Ruhmredigkeit sagen, glänzend gehalten und vortrefflich geschlagen. Das Urteil über uns war auch bei dem belgischen Gegner ungemein schmeichelhaft." Dann äußerte sich Oberst Langer über seine Audienz bei Kaiser Wilhelm. „Am 16. Jänner," sagte Oberst Langer, „wurde ich im deutschen Hauptquartier vom deutschen Kaiser zur Frühstückstafel geladen. Der deutsche Kaiser begrüßte mich in ebenso gnädiger als herzlicher Weise mit den Worten: „Endlich lerne ich den Kommandeur der österreichisch-ungarischen Motorbatterien kennen. Sie haben uns sehr viel geholfen." Nach diesen Worten schüttelte mir Kaiser Wilhelm kräftig die Hand." Über seine Audienz bei Kaiser Franz Josef erzählte Oberst Langer, daß unser Kaiser erfreulicherweise augenscheinlich bei bestem Wohlsein ist und vortrefflich aussieht. Unser Kaiser ist auch selbst über die weniger bedeutungsvollen Vorgänge auf den Kriegsschauplätzen genau unterrichtet. Von dem Besuche des Königs Ludwig von Bayern bei den österreichisch-ungarischen Motorbatterien meinte der Kaiser im Laufe seines Gespräches mit Oberst Langer, davon habe er schon in den Zeitungen gelesen. Unser Kaiser verabschiedete sich von Oberst Langer mit den Worten: „Sagen Sie Ihren Offizieren und der Mannschaft, daß Ich mit ihnen sehr zufrieden bin und ihnen danke. Insbesondere aber danke Ich Ihnen, Herr Oberst." — Oberst Langer bemerkte schließlich, daß unsere Motormörserbatterien auch in technischer Beziehung alle an sie gestellten Erwartungen weit übertreffen und daß wir allen Grund haben, stolz auf unsere heimische Industrie zu sein. Aus Stabt und Land. Hottschee. (Das Geburtsfest Sr. Durchlaucht des Fürsten Karl Auersperg,) Herzogs von Gottschee, wurde, den gegenwärtigen Zeitverhältnissen entsprechend, heuer nicht in der herkömmlichen festlichen Weise begangen, zumal auch etwa die Hälfte des herzoglichen Forstpersonals im Felde steht. Am 26. v. Mts. wurde um 7 Uhr früh in der Stadtpfarrkirche eine stille heil. Messe gelesen. — Herr Bürgermeister kais. Rat Loy sendete an Seine Durchlaucht am 21. v. M. folgendes Schreiben: „Euer Durchlaucht! Gnädigster Fürst und Herzog 1 Im Namen der Stadtgemeinde Gottschee und namens der gesamten Bevölkerung des Herzogtums Gottschee gebe ich mir die Ehre, Eurer Durchlaucht zur Feier Ihres hohen Geburtsfestes die ehrerbietigsten Glückwünsche zu unterbreiten. Wir Gottscheer, die wir alle in dankbarer Liebe und Verehrung unserem durchlauchtigsten Herzog zugetan sind, stnd stolz darauf, daß Eure Durchlaucht am großen Völkerringen in beispielgebender Hingebung, getreu den glorreichen Traditionen Ihres erlauchten Hauses, tätigen Anteil nehmen. Unsere Landsleute, die mit seltener Begeisterung für Kaiser und Reich ins Feld gezogen sind, kämpfen, wie einst unsere Vorfahren, mit wahrem Heldenmute. Biele von ihnen sind bereits fürs Vaterland gefallen; viele — Osfiziere und Mannschaft — haben sich ehrende Kriegsauszeichnungen erworben. Alle aber sind bestrebt, dem erhebenden und begeisternven Beispiele Eurer Durchlaucht nachzueifern. Wir Daheimgebliebenen sind stolz darauf, daß die Söhne des Gottscheerlandes ihrer geliebten deutschen Heimat solche Ehre machen. Mit großer Freude und Genugtuung hat uns Gottscheer die Nachricht erfüllt, daß Seine Majestät Eure Durchlaucht in Würdigung verdienstvoller Leistungen und tapferen Verhaltens vor dem Feinde zum Oberstleutnant zu ernennen geruht hat. Geruhen Euer Durchlaucht auch aus diesem Anlasse unsere ehrerbietigsten Glückwünsche gnädigst entgegenzunehmen. Gott gebe, daß der furchtbare Krieg bald ein siegreiches Ende nehmen und den verbündeten Kaisermächten einen ehrenvollen Frieden bringe. Der Allmächtige beschütze Eure Durchlaucht und Ihren durchlauchtigen Sohn in den Gefahren des Krieges und lasse Sie gesund und unversehrt zurückkehren in den Schoß Ihrer erlauchten Familie. In tiefster Verehrung zeichnet sich Eurer Durchlaucht ganz ergebenster Alois Lop. — (Kriegsauszeichnung.) Die kaiserliche belobende Anerkennung wurde ü. a. bekanntgegeben dem Leutnant im Verhältnis der Evidenz Herrn Raimund Ranzinger, eingeteilt beim LstJR. Nr. 27, und dem Gendarmerie-Rittmeister Herrn Alois Fischer des Landes-Gendarmeriekommandos Nr. 12 (früher in Gottschee). — (Die belobende Anerkennung) wurde vom Kommando der Balkanstreitkräfte u. a. ausgesprochen dem Reserve-Gefr. Tit-Korporal Josef Weiß und dem Gefreiten Ferd. Schneller des Pionier-Bataillons Nr. 5. — (Von der Februarbeförderung.) Herr Alois Stal-zer Leutnant i. d. R. des IR 27, wurde zum Oberleutnant i. d. R. ernannt; Herr Fähnrich i. d. R. Georg Tautscher des bh IR 2 wurde zum Leutnant i. d. R. ernannt. Zu Leutnanten i. d. R. wurden ferner ernannt die Herren Anton Jaklitsch, IR79, und Franz Perz, IR 87. — Leutnant Marius Freiherr v. Jngen-haefs wurde zum Oberleutnant, GAR 8, ernannt. Zum Fähnrich j. d. R. wurde der Kadett i. d. R. Herr Friedrich Kure des SIR 27 ernannt. — Der auf die Mobilitätsdauer aktivierte Leutnant Herr Josef Ramor wurde zum Oberleutnant im Verhältnis „außer Dienst" ernannt. , — (Vom Volksschuldienste.) Der k. k. Bezirksschulrat in Gottschee hat an Stelle des zur Kriegsdienstleistung eingerückten Lehrers und Schulleiters Herrn Josef Sbaschnik^dw gewesene Supplentin in Unterloitsch Fräulein Franziska Kavčič zur Supplentin an der einklassigen Volksschule in Unterdeutschau ernannt. — (Eingerückte Lehrer der deutschen Schulen des Gottscheer Gebietes:) Matthias Primosch, k. k. Bezirksschul-inspeklor in Gottschee; Wilhelm Tschinkel, Lehrer in Gottschee; Josef Adolf, Lehrer in Nntersteinwand; Adam Draxler, Lehrer in Stockendorf; Josef Erker, Schulleiter in Masern; Rud. Ho gl er Lehrer in Rieg; Emil Locker, Schulleiter in Göttenitz; ^oses Locker, Schulleiter in Verdreng; Johann Loser, Oberlehrer in Morobitz; Johann Rabuse, Schulleiter in Schäflem; ^osef Sieg-mund, Schulleiter in Altbacher; Josef Sbaschnrk, Schulleiter in Unterdeutschau; Josef Strauß, Lehrer in Unterwarmberg; Max Tschinkel, Lehrer in Nesseltal; Johann Weber, Schulleiter m Unterskrill. - Den Tod fürs Vaterland hat erlitten ^osef Krau-land, Oberlehrer in Weißenfels; vermißt ist ^osef Erker, Schulleiter in Masern. . . — (Für die Flüchtlinge aus Galizien) hat das Pfarramt in Mitterdors 15 K gespendet. — (Einberufen als Feldkura t.) Am 19. v. M. wurde hochw. Herr Stadtpfarrkooperator Paul Klemenčič telegraphisch einberufen zur militärischen Dienstleistung als Feldkurat während des Krieges. Daß sich der von Gottschee scheidende hochim Herr Feldkurat hier der allgemeinen Zuneigung und Beliebtheit erfreute, bewies der herzliche Abschied, der ihm geboten wurde. Herren und Frauen aus den besten Kreisen der Stadt, Studenten und Schulkinder hatten sich zahlreich am Bahnhofe eingefundeu, um dem Scheidenden noch einmal die Hand zu drücken und Lebewohl zu sagen. Die Studenten sangen ein schönes Abschiedslied und bei der Abfahrt des Zuges das „Pfüat Gottl" Möge es dem hochw. Herrn Feld-kuraten beschicken sein, recht vielen Kriegern ein Helfer und Tröster zu sein, und möge er sodann wieder wohlbehalten nach Gottschee zurückkehren. — (Verwundete, kranke, kriegsgefangene Krieger.) Auf der okulistischen Abteilung der Reservespitalsfiliale an der StaatS-qewerbeschule in Laibach war (nach dem Stande vom 10. v. Mts.) u. a. in Pflege Ers.-Res. Matthias Kramer, LstJR. 27, Ers.-Komp. 12, aus Pöllandl, erkrankt an Hornhautentzündung. — Inf. Rudolf Eppich, JR. 17, verw.; Korp. Franz Göstl, JR. 17, verm.; Ins. Johann Grill, JR. 17, verw.; Ers.-Res. Johann Jonke, JR. 17, verw.; Ers.-Res. Paul König, JR. 17, verw.; Ers.-Res. Alois Petsche, JR. 17. verw.; Ers.-Res. Josef Petsche, JR. 17, verw.; Inf. Matthias Verderber, JR. 17, verw.; Ers.-Res. Johann Jonke, JR. 17, verw.; Ers.-Res. Paul König, JR. 17, verw.; Res.-Jäg. Adolf Perz, FJB. 7, kriegsgesangen (Ätkarsk, Gouvern. Saratow, Rußland); Ers.-Res. Alois Petsche, ^zR. 17, verw.; Ers.-Res. Josef Petsche, JR. 17, verm.; Korp. Joses Sterbe uz, JR. 17, kriegsgesangen; Inf. Matthias Verderber, JR. 17, verw.; Inf.I. Wittreich aus KlindorfNr. 18 (Tschmklsch), JR. 17, kriegsgefangen in Rußland. — In den vom k. u. k. Kriegsministerium ausgegebenen Ergänzungen und Berichtigungen sind vom Infanterie-Regiment Nr. 17 als Kriegsgefangene ausgewiesen: Alois Höferle, JR. 17, 5. Komp.;Zugsführer Ferdinand Höntgntann, JR. 17, 5. Komp. Im k. k. Notreservespital an der Ursulinen-Klosterschule in Laibach ist (nach dem Stande vom 23. Februar) in Pflege Ldst.-Jäg. Johann Högl er, FJB. 7, EK., aus Gottschee, Rheumatismus; Ldst.-Jäg. Franz Jonke, FJB. 7, EK., aus Hinterberg bei Gottschee, Herzneurose; Inf. Johann St alz er, Ldst^R. 27, 4 Komp., aus Roßbüchel, Bez. Tschernembl, Rheumatismus; ^ns. Georg Stampfl, JR. 17, aus Osfiunitz, Rheumatismus. Hornist Tit - Patts. Matthias Match in, FJB. 9, 1. Komp., kriegsgefangen. — (Mädchenvolksschule.) Der k. k. Bezirksschulrat in Gottschee hat die Lehrerin Fräulein Olga Jonke mit der interimistischen Leitung der Mädchenvolksschule in Gottschee betraut. — (K. k. freiwillige Schützen.) Sonntag den 21. v. Mts. fand im Saale des Hotels „Stadt Triest" eine Versammlung statt, in welcher Herr Obergeometer Ritter v. Für er und Herr Stationsvorstand Hail einen Vortrag über Zweck, Ziele und Organisation der k. k. freiwilligen Schützen hielten. Es haben sich htefur in Stadt und Land Gotlschee bereits ziemlich viele angemeldet und sind weitere Anmeldungen mit Sicherheit zu gewärtigen. — (Trauung.) Am 23. v. Mts. wurde in Klagenfurt Herr Oberleutnant Rudolf Han dl, Kommandant der Gendarmerie-Abteilung in Gottschee, mit Fräulein Emma Prettner, Hofratstochter in Klagenfurt, getraut. Trauzeugen waren die Herren k. k. Baurat Sebastian Schnitzer und k. k. Professor Ingenieur Alois Kerner. — Unseren herzlichsten GlückwunschI — (Ein orkanartiger Windstoß.) Bei dem Gewitter, das am 20. v. Mts. über Gotlschee niederging, erhob sich plötzlich ein etwa nur eine Sekunde dauernder orkanartiger Windstoß, der am Dache eines Wirtschaftsgebäudes in der Laibacher Straße und an einzelnen Dächern in Mooswald durch Abtragung von Ziegeln Schaden anrichtete. . . — (Siegesfreude.) Die glänzenden Siege der deutschen Armee in Ostpreußen (Heil Hindenburgi) und der österreichischungarischen Heeresmacht in den Karpathen haben, wie überall im ganzen Reiche, auch bei uns freudigste Bewegung ausgelöst. Noch wird es manchen harten Strauß kosten, aber alle sind wir der frohen Zuversicht, daß im kommenden Frühjahre der volle und endgültige Sieg über Rußland errungen werden wird. — Die völlige Vernichtung der zehnten russischen Armee bedeutet, daß mehr als 200.000 Mann auf russischer Seite durch die Winterschlacht in den Masuren verloren sind, auch fast die ganze Artillerie. Es ist das einer der gewaltigsten Erfolge in der Kriegsgeschichte, hinter dem, militärisch und zahlenmäßig betrachtet, selbst Leipzig und Sedan Zurückbleiben. — (Postalisches.) Die Postexpedientin Maria Kleinen in Tschermofchnitz wurde zur Postmeisterin in Semiisch ernannt. — (Besprechung über die diesjährige Feldbestellung im Frühjahre.) Am 25. v. Mts. fand im Gemeindeamte (Sektion-zimmer) in Gottschee eine Besprechung der Gemeindevorsteher des Gottscheer Gebietes statt, an der auch der Amtsleiter der k. k.Bezirkshauptmannschaft Herr Oberbezirkskommissär O. Merk, Herr Forstmeister R. Scha d i n ger, Herr Schulrat J. O b e rgföll (Berichterstatter) und der Sekretär der hiesigen Filiale der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft B. Pregl teilnahmen. Herr Bürgermeister kaif. Rat A. Loy begrüßte herzlich die Erschienenen, insbesondere den Herrn Amtsleiter der k. k. Bezirkshauptmannschaft. Nach vorausgegangener Verlesung und Erläuterung der einschlägigen Verordnungen des k. k. Ackerbauministeriums über die Sicherstellung der diesjährigen Feldbestellungsarbeiten entwickelte sich über den Beratungsgegenstand eine eingehende Wechselrede, an der sich mehrere Gemeindevorsteher beteiligten. Allgemein wurde betont, daß es mit der Ansaat trotz des großen Mangels an Arbeitskräften zur Not noch gehen werde, größere Schwierigkeiten würden sich aber der Heuernte entgegenstellen. An Saaikartvffeln und Saathafer ist da und dort Mangel. Herr Sekretär Pregl wies insbesondere auf die Schwierigkeiten des Bezuges von Saatgut und Kunstdünger hin. Letzterer sei, wie z. B. Thomasschlncke, wegen Ausbleibens der Einfuhr zum Teile überhaupt nicht erhältlich, andere Düngemittel, welche im Jnlande gewonnen würden, seien durch die betreffenden Fabriken ohne zwingenden Grund fehr verteuert worden. Die Hauptschwierigkeit bei den Feldbestellungsarbeiten bildet der Mangel an Arbeitskräften, der in Gottschee wegen der starken Auswanderung schon in normalen Jahren vorhanden, heuer aber, wo Hunderte und Hunderte im Felde stehen, noch umsomehr gesteigert ist. Die Heranziehung von Kriegsgefangenen zu den Feldarbeiten ist in Gottschee wegen der kleinbäuerlichen Wirtschaften und der Schwierigkeit der Unterbringung und Überwachung nicht gut möglich. Wenn es erreichbar wäre, daß Beurlaubungen von Mannschaften der Landsturmkompanien, die Lokaldienste in Kram verrichten, für hie Anbauarbeiten bewilligt würden, würde das mit Dank begrüßt werden. Sonst bleibt nichts übrig, als daß ein Landwirt dem ändern hilft, so viel und so gut es eben geht. Auch die Schuljugend soll zu den Feldbestellungsarbeiten herangezogen werden. Nach dem von Bayern gegebenen Beispiele möge man aus dem Lande allenfalls ganze Klassen und Abteilungen hiefür beurlauben oder den Unterricht zeitweise überhaupt sistieren. Verhütet solle ferner werden, daß nicht der Genuß des staatlichen Unterhallsbeitrages von einzelnen arbeitsfähigen, aber arbeiisunlustigen Personen zum Vorwande und zur Ausrede genommen werde, sich der von der Erntekommission zugewiesenen Arbeit zu entziehen, wie dies in einzelnen Fällen bei den Erntearbeiten des Vorjahres der Fall war, indem solche Personen darauf hinwiesen, sie hätten es wegen des Unterhaltsbeitrages nicht nötig, zu arbeiten. In solchen Fällen sollte, auf eine diesbezügliche Anzeige der Gemeinde oder der Erntekommission Hin, seitens der Unterhaltsbezirkskommission nach Untersuchung des einzelnen Falles unter Umständen mit der Entziehung oder Herabsetzung des Unterhaltsbeitrages vorgegangen werden. Bezüglich des Saatgutes und des Kunstdüngers ist die helfende Hand der Regierung notwendig, damit Saatgut eventuell freigemacht und Kunstdünger zu erschwinglichen Preisen erhältlich werde. Ganz armen Landwirten sollte hiebei ein gewisser Preisnachlaß zugestanden werden. Für die Weingartenbesitzer ist auch Kupfervitriol unentbehrlich und gibt man sich der sicheren Erwartung Hin, daß auch dieses in ausreichender Menge und um einen nicht zu hohen Preis erhältlich fein werde. Der Bestand an Pferden und Zugochsen ist in manchen Gemeinden allerdings geschwächt, doch glaubt man, daß, insbesondere bei gegenseitiger Hilfeleistung und bei Mitverwendung von Kühen und ' Jungvieh, mit den vorhandenen Zugtieren das Auslangen gefunden werden könne. Bezüglich der gewisfermaßen verwaisten Huben (Einberufener) werden die Gemeinden der ihnen auferlegten Pflicht dadurch nachkommen, daß sie die nachbarliche Hilfeleistung bei den Feldbestellnugsarbeiten veranlassen, bezw. anordnen werden. Es wurde schließlich von den Vertretern der Gemeinden ein Bericht an den hiesigen Landesausschuß unterfertigt, der obige Ausführungen beinhaltet. Der Vorsitzende bat den Herrn Amlsleiter der k. k. Bezirkshauptmannschaf:, die vorgebrachten Wünsche gütigst befürworten zu wollen, was von demselben freundlichst zugesagi wurde. — (Musterung der 37- bis 42jährigen.) Am 4. März wird die Kundmachung verlautbart, daß die 37- bis 42 jährigen Landstnrmpflichtigen sich bis 20. Mär; zu melden und in der Zeit vom 6. Apcil bis 6. Mai der Musterung zu unterziehen haben. — (Wäscheerzeugung für das Militär.) Wir haben seinerzeit berichtet, daß durch die Erzeugung von Uniformstücken unseren heimischen Männerkleidermachern eine schöne Verdienstgelegenheit sich eröffnet hat. Nun finden auch die Näherinnen in der Stadt Gottschee und Umgebung durch die Erzeugung von Wäsche fürs Militär lohnende Arbeit. Es können dabei etwa 3 K täglich verdient werden. — (E i n r ü ck u n g s t e r m i n.) Das k. u. k. Kciegsministerium hat den Einrückungstermin für die bei der Musterung zum Landsturmdienste mit der Waffe geeignet befundenen ungarischen Staatsbürger der Geburtsjahrgänge 1878, 1879, 1880, 1881 und 1882 vom 1. auf den 15. März 1915 verschoben. — (In russischer Gefangenschaft.) Wie die „Laib. Zeitung" meldet, ist den Eltern des k. u. k. Oberleutnants im 17. Infanterieregiment Herrn Friedrich Kren, der im September v. I. mit Lungenschuß in russische Gefangenschaft geraten war, am 28. Februar nach fünf Monaten eine Postkarte ans Wladiwostok mit der Mitteilung zugekommen, daß Oberleutnant Kren von feiner Verwundung vollkommen geheilt fei und sich mit mehreren Kriegskameraden in Spaßkoe bei Wladiwostok am Japanischen Meere als Kriegsgefangener befinde. — (Krieg und Preise.) Infolge des Krieges sind die Bohnen (Fisolen) um 350 Prozent, Erbsen um 300 und Linsen um 350 Prozent gestiegen. In Agram sind die Zwiebel um beinahe 70 Prozent teurer geworden. Bisher kostete ein Kilo Zwiebel 48 Heller, jetzt 80 Heller. Durch wucherische Spekulation sind in den letzten Wochen die Schweinefett- und Rohspeckpreise uugemeiu in die Hohe getrieben worden. Dagegen wurve der Boykott der Hausfrauen gegen den Ankauf von Schweinefleisch und Schwemschmalz in Szene gesetzt. —■ Die Zölle für Reis und Fette (Schweinschmalz, Fett, Spcck, Gänseschmalz) sind zeitweilig außer Kraft gefetzt worden. In Italien ist das Ausfuhrverbot für Speiseöle aufgehoben worden, so daß die Ausfuhr von Speiseöl nach Österreich wieder statthaft ist. Die Vertreter der österreichischen Zuckerrasfinerien haben dem Handelsministerium die bindende Erklärung abgegeben, daß die österreichischen Zuckerrasfinerien dem Handel und Konsum die zur Deckung des Inlandsbedarfes erforderlichen Mengen von Konsumzucker bis zum Beginne der-neuen Kampagne (1. September 1915) zu den unveränderten derzeit geltenden Preisen zur Verfügung stellen werden. Hiedurch ist bis dorthin eine Preissteigerung von Zucker ausgeschlossen. Im allgemeinen Interesse liegt es, daß die auf diese Weise erreichte Stabilisierung der Zuckerpreise nunmehr nicht durch ungerechtfertigte Erhöhung der Preise seitens des Groß- und Kleinhandels zum schaden der konsumierenden Bevölkerung vereitelt werde. Preistreibereien werden gesetzlich gestraft. — Bei der Hauptversammlung des Landes- lent» auch Ireis st in daß, >ung das aßen hnen >ilfe-bneu i ein Aus-’eiter ltigst -sagt Kürz :igeti Zeit i. aben äcken gele-. der äfche glich rium and- iats- L882 Laib. 17. d. I. 28. mit einer ieqs- als die i s e n bei« iebel d in eise der und und eilig : für iseöl scheu Er-dem cder-euen wzeit bis llge-.bili-Er-aden ceien ides- verbandes der Gastwirtegenossenschaften in Kram wurde die Ansicht geäußert, daß sich die in Erwägung gezogene Erhöhung der $ lernte ife durch nichts rechtfertigen lasse und von den Wirten eventuell mit der Kündigung des Bierbezuges zu beantworten wäre. — (Maßnahmen gegen die Aushungerung.) Die längst erwartete Verordnung, durch welche eine Aufnahme (Sperrung, Vorratsaufnahme, Enteignungsverfahren) der in Österreich vor-km»denen Getreide- und Mehlvorräte und der aus Ungarn erhältlichen Getreide- und Mehlmengen, sowie die gleichmäßige Aufteilung dieser Vorräte auf die gesamte Bevölkerung und ihre zweckmäßige svarsame Verwendung erreicht werden soll, ist vor einigen Tagen erschienen. Das Deutsche Reich ist bekanntlich schon vor einiger Zeit ju dem gleichen Zwecke mit der Beschlagnahme der Vorräte uorcin= gegangen. Außerordentliche Zeiten bedürfen außerordentlicher Mittel und das allerwichtigste für die Gesamtheil ist sitzt, daß wir den schändlichen Aushungerungsplan unserer Feinde zunichte machen und diesen Krieg siegreich bestehen. Unsere tapferen Krieger haben ja noch ungleich größere Opfer zu bringen als wir Daheungebhebenen. Die Maßnahmen zur Sicherung der Mehl- und Brotversorgung sind besonders in getreidearmen Gegenden wie Gottschee dankbar zu begrüßen, weil es dadurch leichter ermöglicht wird, auch solche Gegenden aus dem Überschüsse anderer getreidereicher mit Mehl zu versorgen. Die Maßnahmen werden, strenge gehmdhabt, sicher zum Siele führen und den Anschlag unserer Feinde, insbesondere Englands, uns und das verbündete Deutsche Reich auszuhungern, zuschanden machen^ ^ & g g f „ n e ) lm 23 Ö_ Mts. ist in Rudolfswert Herr Notar Dr. Albin Poznik, ehemaliger langjähriger Bürgermeister und Ehrenbürger der Stadtqemeinde Rudolfswert, gestorben. Am gleichen Tage" ist in Rudolfswert der Bezirkssekretär Herr Leo Abram nach langer Krankheit im 44. Lebensjahre gestorben — (Ein leuchtendes Vorbild im Kriege.) Frau Katharina Wemmeister in Judenburg, deren Sohn im Kriege verwundet wurde, schreibt in einem Briefe an Herrn Gremer m Graz, wie wohl sich ihr Sohn bei der Truppe befunden habe und ime aroß seine Sehnsucht sei, wieder zu derselben zuruckzukehren: „U kann ja nie genug rühmen", schreibt die Frau, „unter was für liebevolle Leute er gekommen, und kann insbesondere das Zuvorkommen seiner Kameraden nicht genug loben, msbe ondere des von allen so verehrten Herrn Wachtmeisters Macher (aus Gottschee), der ja allen ein leuchtendes Vorbild ist und zu dem die ganze Truppe, wie es auch mein Sohn tat, mit verehrungsvollem Vertrauen aus-blickt" Frau Weinmeister entbietet in ihrem Schreiben allen Kriegskameraden ihres Sohnes, insbesondere dem so verehrten Herrn Wachtmeister Macher, ihre besten, aufrichtigsten und herzlichsten Gruße. — (Für die Familien der Einberufenen.) Aus dem 16 Verzeichnis über die beim k. k. Landespräsidium eingelaufenen Spenden: Raiffeisenkasse in Mitterdorf 30 K; JoHann Horugmann in Malgern 10 K; Maria Gode in Unterloschm 2Kj Maria Erker in Mitterdors 20 K; Josef Kreiner, Lehrer in Mitterdorf,10 K die Beamten, Unterbeamten, Aufseher und Bergarbeiter der Trisailer Kohlenqeiverkschaft in Gottschee K 8087; Gemeindeamt Fockendorf (Sammlung) 80 K; ein Prozent Gehaltsrücklaß der Beamten der Bezirkshauptmannschaft Gottschee K 15'85; Raiffeisenkasse m Rieg 30 . ^ (Rebenabgabe.) Die Weingartenbesitzer werden hiemit aufmerksam gemacht, daß die staatlichen Rebenanlagen Krams noch über abqebbäre wilde und veredelte Reben verfugen, die im heurigen Frühjahre zu den üblichen ermäßigten Preisen abgegeben werden. Anmeldungen, sei es unmittelbar oder tut Wege des Gemeindeamtes sind ehestens an den k. k. Weinbauinspektor fnr Kram m Kandia bei Rudolfswert zu richten. x ° , (Die Kämpfe in den Karpathen) gehören zu den blutigsten Ereignissen des Weltkrieges und stehen in der Kriegsgeschichte einzig da. Es ist eine der größten Gebirgsschluchten der Welt, die hier geschlagen wird. Das 3. Korps, dem auch unsere engeren LandsleuU angehören, hat sich in diesen schweren Kämpfen ganz besonders hervorgetan und neuerdings bewiesen, daß es seinen Namen als „eisernes Korps" voll und ganz verdient. Mit viel Blut und Leiden hat sich das 3. Korps dieses Beiwort erkauft. Die Leistungen unserer siegreichen Truppen, die die Bukowina von den Russen säuberten, sind bewundernswert. Nur eine gewaltige Begeisterung und Opferwilligkeit bis zum letzten Mann konnten das Werk vollenden. Über 1200 Meter hohe Pässe, auf denen Schritt für Schritt der Schnee ausgeschaufelt werden mußte, längs vereisten steilen Abgründen, mußten, schwere Geschütze, Maschinengewehre, Munition und Verpstegung von der 80 Kilometer entfernten nächsten ungarischeil Bahnstation heranqeschleppt werden. Die Gefahr eines erfolgreichen Einbruches des Feindes in Oberungarn und Siebenbürgen ist nunmehr beschworen. Hoffen wir, daß auch die seit 7. November von den Russen eingeschlossene Festung Przempsl bald entsetzt werden wird. — Seit Ende November steht das 3. Korps in den Karpathen und kaum ein Tag verging seither ohne blutigen Kampf, ohne schwere Mühsal. Doch seine Kraft ist ungebrochen und sein Wille, durchzuhalten bis zum vollen siege, ist noch yeute so stahlhart wie nur je. In den Karpathen sind Waffentaten vollbracht worden, die zu den schönsten und glorreichsten gehören, von denen die Kriegsgeschichte aller Völker und Zeiten redet. Die Kämpfe reifen nun ihrer Entscheidung entgegen. — Herr Regimentsarzt Dr. Georg Röthel schreibt von der ungarisch-galizischeu Grenze: Von den schönen Erfolgen unserer Truppen bei Zylon und Nadworna werden Sie wohl gehört haben. Die Kämpfe waren äußerst erbittert. Es kam regelmäßig zum Handgemenge. Die Gegend hier ist ähnlich der Gegend des Kutpatales, nur sind die Berge höher. Der Schnee liegt 1 Vs m hoch. Ich leite an der Grenze Ungarns und Galiziens eine Krankenhallstation. Seit drei Tagen (die Karte ist vom 17. Febr. datiert) ist infolge des siegreichen Vorgehens der eisernen (vl.) Division ein Abflauen in meiner Arbeit eingetreten. Das 17. und 7 Regiment, das 8. und 9. Jägerbataillon haben sich wunderbar geschlagen. Man muß staunen, was Menschen leisten können Uber 2000 Russen sind als Gefangene hier durchgezogen. Herzliche Gruße. — (Aufforstungsprämien.) In Ausführung des Beschlusses der XIX. Generalversammlung des Krainisch-küstenländtschen Forstvereines in Laibach, vom 7. Juli 1896, werden Prämien zu 20 K und 40 K für gelungene Aufforstungen aus kahlen Flachen des bäuerlichen Grundbesitzes in Krain zur Bewerbung unter nachstehenden Bedingungen ausgeschrieben: 1. Die Aufforstung muß in den Jahren 1913 oder 1914 ausgeführt worden fern und eine Fläche von wenigstens 0"56 ha = 1 Joch umfassen. 2. Die Wahl der Holzart und des Pslanzenverbandes bleibt dem Grundbesitzer überlassen, doch muß elftere den Standortverhältnissen der Holzvegetation auf dem Objekte entsprechend sein und darf die Pflanzen-weite nicht mehr als 1*50 m betragen. Grundbesitzer, die stch um eine solche Prämie bewerben wollen, haben die Anmeldung hierauf, unter Angabe des politischen Bezirkes, der Steuergememde, der Par-zellent'ummer und des beiläufigen Flächenmaßes des Kulturobjektes, längstens bis Ende Juni 1915 beim Krainisch-kustenlandffchen Forstvereine in Laibach einzureichen. Die Besichtigung und^Beur-teilnnq der konkurrierenden Aufforstung findet tm Herbste des wahres 1915 statt daher die etwa notwendig werdenden Nachbesserungen im Frühjahre des letztgenannten Jahres zu veranlassen sind. Die Zuerkennung der Prämien wird durch das Präsidium des genannten Vereines erfolgen und bleibt es demselben unbenommen, in speziellen Bällen statt der Geldprämie auch Anerkennungsdiplome zu verleihen. __ (Der Kochlöffel als wirtschaftliche Waffe gegen den Feind.) „Fast jeder Tag", sagt Dr. Grimm, bringt uns neue Verordnungen, Vorschriften und zumeist Befchranknngen, und zwar in der wichtigsten Frage: in unserer Broternahrung. Deshalb ist aber gewiß zu keinerlei Pessimismus Anlaß, noch durfte ein solcher aufkommen — und nicht etwa Not ist es, sondern eine vernünftige Vorsorge, die uns Daheimgebliebenen zu einer weitestgehenden Sparsamkeit mit den Nahrungsmitteln veranlassen soll um selbst für alle unvorhergesehenen Fälle und für die längste Krimsdauer in der Volksernährung gesichert zu sein. Leider laßt aber das Gehaben in vielen Familien, sowohl bezüglich der Ein- schränkung, als auch der Pflicht eines geschlossenen und gemeinsamen Vorgehens die Würdigung des Ernstes der Lage nicht selten vermissen. Würden sonst Beispiele der Verschwendung und Verwüstung, ja des direkten Wegschüttens von dunklerem Kriegsmehl, dessen Annahme neben Nullermehl notwendig war, der verächtlichen Zurückweisung von schwärzerem Gebäck usw., wie dies in verschiedenen Städten mit Entrüstung beobachtet wurde, und mit Recht als größte Versündigung zu brandmarken ist, möglich sein! — Wäre für solche Fälle die Entsendung für einige Zeit an die Front oder ins eingeschlossene Przemysl zur Erlernunq der Genügsamkeit nicht die entsprechende Strafe?!" — Für die Umgestaltung der Ernährung, wie sie unsere Kriegslage fordert, ist die wichtige Voraussetzung, daß jede Frau, ui.d ganz besonders jede gebildete Frau, der Kochkunst ein wirkliches Interesse entgegenbringt. Prof. Dr. Faßbender hat kürzlich ein Büchlein veröffentlicht: „So sollt ihr leben in der Kriegszeit." In diesem schreibt er u.a.: „Und hier dürfte die Frage am Platze sein: Was für ein Unterschied besteht darin, ob unsere Tapferen draußen in den Schützengräben, auf hoher See und im Luftkriege das Vaterland mit der Kraft ihrer Waffen verteidigen, oder ob unsere Frauenwelt mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln körperlicher und seelischer Kraft, mit Verständnis und Nachdenken einerseits und praktischer Einleitung sowie dem Kochlöffel als helfendes Werkzeug anderseits den Kampf mit dem Feinde aufnehmen? Ein Doppeltes sollten sich unsere gebildeten Frauen unter der Leitung des Pflichtbewußtseins und der Pflichterfüllung gegen Vaterland und Familie angelegen sein lassen: einmal selbst ihre ganze Sorge der eigenen Küche zuwenden und dann in den Kreisen der weniger gebildeten Frauen der Arbeiterwelt für die Aufllärung wirken." — Unsere Ernährung muß sparsam und vernünftig |ein und sich an die jetzigen Zeitverhältnisse anpassen. Wenn wir an die großen Strapazen, Entbehrungen und Leiden unserer im Felde stehenden Lieben denken, werden uns die kleinen Opfer, die wir jetzt bringen müssen, recht unbedeutend erscheinen. Zur Einbürgerung noch wenig bekannter billiger Nahrungsmittel und besseren Ausnützung der vorhandenen Produkte ist die Abhaltung von Koch- und Kostproben vorgeschlagen worden. Andere weisen daraus hin, daß im allgemeinen zu viel gegessen wird, daß ein Bruchteil der bisherigen Nahrung, besonders wenn sie gut gekaut wird (das sog. Fleischern), dem Wohlbefinden zuträglicher ist, als das übermäßige Hineinpampfen von Speisen, die der Organismus doch nicht gehörig auszunützen vermag. — Zur Mutlosigkeit ist auch bezüglich unserer Ernährung kein Grund vorhanden. Mutlosigkeit im Hinterlandeverdirbt die Front. Der deutsche Kaiser hält sie gleich einer verlorenen Schlacht. Die ewigen Raunzer und Schwarzseher soll man gar nicht anhören. Ihre Miesmacherei und Kopshängerei verderben nur die Stimmung und den unverzagten vaterländischen Geist, den wir jetzt so notwendig brauchen. — Auch mäßig sein im Trinken heißt es jetzt mehr als je. Es ist unbegreiflich, daß in so ernster Zeit ein Arbeiter oder Handwerker noch Gefallen finden kann an einem „blauen" Montag. — (Was würden Sie tun?) Der „Chicagoer Amerikan" hatte feine Leser befragt: „Was würden Sie in der gegenwärtigen Krisis tun, wenn Sie der deutsche Kaiser, der König von England, der französische Präsident oder der russische Zar wären ?" Ein Franzose, Charles Satte, antwortete darauf: „Wät' ich der Präsident von Frankreich, würde ich mich um den Frieden bemühen und statt ein Feind Deutschlands zu sein, würde ich versuchen, sein Freund zu werden. All das Kämpfen, das jetzt mein liebes Vaterland besorgt, geschieht nicht für Elsaß-Lothringen, sondern für Englands Oberherrschaft. Wäre ich der deutsche Kaiser, würde ich Frankreich Frieden anbieten, aber ich würde weiter gegen England kämpfen, bis es selbst um Frieden bäte. Wäre ich ber russische Zar, würde ich eine Entscheidungsschlacht abwarlen und dann Frieden anbieten oder um Frieden bitten. Wäre ich König von England, dann wüßte ich nicht, was ich tun sollte." — (Der Frühjahrsanbau und die Schule.) Auf Grund einer Verfügung des Unterrichtsministers werden überall auf dem Lande, wo sich ein Mangel an wirtschaftlichen Arbeitern beim Frühjahrsanbaue und bei sonstigen Arbeiten geltend macht, die Schulen angewiesen, sich voll und ganz in den Dienst der Landwirtschaft zu stellen. Namentlich werden, um den Schulkindern die Betätigung bei landwirtschaftlichen Arbeiten in jeder Hinsicht zu erleichtern, ihnen nicht nur die notwendigen Befreiungen vorn Schulbesuche gewährt und eventuell auch Einschränkungen des Unterrichts Betriebes für die Dauer des Bedarfes eingeführt werden, sondern es wird auch, wo es unbedingt geboten sein sollte, die Möglichkeit einer vorzeitigen Schließung der Schule gegeben sein. — (Bauet Gemüse an.) Je näher wir dem Mai und Juni rücken, desto knapper werden die Lebensmittel werden. Einzelne Nahrungsmittel werden dann auch um teures Geld nicht mehr zu bekommen sein. Man muß daher trachten, so früh als möglich neue Nahrungsmittel zu erfechfen. Wo Klima und Boden den feldmäßigen Anban von Gemüsen zulassen, sollen daher so viel als möglich Frühkartoffeln und Frühgemüse gebaut werden und man soll sich beizeiten um Saatgut hieftir umsehen. Als Frühgemüse werden in der Zeitschrift des Genossenschastsverbandes empfohlen: Frühkohlrabi (früher Wiener, weißer und blauer; Erfurter), Frühkrant (Erfurter u.dgl.), Frührüben (weiße und gelbe Mairübe, Münchner Rübe), Früh-Häuptelsalat (Pariser, Maisalat, Kaiser Wilhelm-Salat), Svmmerendivien, Frühmöhren (Nataise, Karentan), Spinat (Viktoria, Triumph), Erbsen (Zuckererbse, niedrig wachsende Früherbsen ^Expreß, Vorbote, Früh-Maierbfer^), Frühfisolen (niedrige 'Buschbohnen, Wachsfisolen, grüne Flagolet, Saubohne), Frühkartoffeln (verschiedene erprobte heimische Sorten und auswärtige). Frühkartoffeln sollen in großer Menge angesät werden. Im vorigen Jahre hatten wir leider eine schwache Kartoffelernte. Sehr wichtig erscheint die richtige Pflege der Hausgärten auf dem Lande, in denen bei rechtzeitiger Aussaat und, wo dies bekannt und durchführbar erscheint, unter Anwendung einfacher gärtnerischer Hilfsmittel, wie Benützung von Mistbeeten (ober Kisten mit Fenster überdeckt) für die Anzucht von Setzpflanzen, durch Bewässerung usw. Gemüse verschiedener Art in reichlichen Mengen und früher, als sonst üblich, zur Genußreife gebracht werden kann. Für den Anbau von Gemüsen empfehlen sich besonders sonnige, gegen Süden gelegene, windgeschützte Plätze, sonnige Gärten und Äcker. Der Dünger soll so früh als möglich an Ort und Stelle gebracht werden. Ist die Erde warm und der Boden gut gedüngt, wächst das Gemüse schnell. Der Landwirt soll Heuer auf die Anpflanzung von Gemüse mehr Gewicht legen als in anderen Jahren. Die Gemüsepflanzen sollen nicht mit kaltem, sondern mit abgestandenem Wasser begossen werden und nicht am Abend, was für sie Gift ist. Zuerst soll man Möhren, Saubohnen, Spinat, Rüben, Salat, Erbsen anpflanzen, dann Ende März oder Anfang April (bei uns wegen des rauhen Klimas vielleicht etwas später) Kartoffeln, Fisolen. Von Fisolen und Rüben empfehlen sich auch wieder insbesondere die frühen Sorten („Snmmitt"-Rüben n. dgl.). Kukuruz soll reichlich gebaut werden. Da es an Dünger mangeln wird, soll man für Kukuruz Kleeäcker verwenden. Auf einem Kleeacker wächst der Kukuruz auch ohne viel Dünger. Kunstdünger ist Heuer teuer und schwerer zu bekommen. Umso mehr muß auf den Stalldünger und die Jauche gesehen werden. Ein Landwirt, der die Jauche auf den Hof und auf die Straße rinnen läßt, bestiehlt sich und andere. Wer Geld hat, möge Kunstdünger kaufen, wodurch eine doppelte Ernte erzielt werden kann. Die Mühe und die Aufwendung wird sich heuer besonders lohnen, weil die Feldfrüchte einen bedeutend höheren Preis haben werden als in anderen Jahren. Witterdorf. („Nach fiebenJahren) kommt alles recht", heißt es bekanntlich auf dem Lande. Auch unsere Raiffeisenkaffe, die nun sieben Jahre hinter sich hat und am letzten Sonntag der Hauptversammlung Rechnung legte, darf ihren siebenten Rechnungsabschluß als weiteren Beweis hiefür Vorbringen, daß die Gründung der Kaffe Berechtigt war. Ans dem Rechnungsabschluß erfährt man, daß im letzten Jahre die Kasse 114 Mitglieder zählte, einen Umsatz von K 203.833 36 erreichte und von 126 Parteien K 42.858 73 als Einlagen verbuchte. Mit Hinzurechnung der kapitalisierten Zinsen betrug der Gesamtzuwachs an Spareinlagen K 52.112 09. Behoben wurden insgesamt K 51.404'16, und zwar zum größten Teile zur Zeichnung auf die Kriegsanleihe, welche Zeichnung von der Kasse in möglichster Weise gefördert wurde. Der Stand aller Einlagen am Ende des Jahres im Betrage von K 206 321 79 verteilt sich auf 261 Büchel. Die geringste Einlage beträgt 65 h, die größte K 9281-11. An Darlehen sind 5240 X gegeben, K 9405‘79 aber zurückgezahlt worden; die am Ende des Jahres bestandenen Gesamtdarlehen von K 64.194 61 sind teils grundbücherlich, teils durch Bürgschaft sichergestellt. Aus dem eigenen Vermögen wurden auf die Kriegsanleihe 1000 K gezeichnet und überdies 100 K für Kriegszwecke gespendet. Der erzielte Reingewinn beläuft sich auf K 806'34; mit dem bisherigen ergibt es einen Reservefond von K 454176, wobei bemerkt wird, daß sämtliches Inventar und die angeschafften landwirtschaftlichen Geräte nicht mehr in Rechnung gestellt wurden. Der Erfolg, welchen die Kasse in den ersten sieben Jahren erzielte, läßt weiteren Aufschwung der Anstalt auch in Zukunft erwarten. Der bisherige Vorstand und Aufstchtsrat wurden wiedergewählt. — (Trauung.) Am 30. Jänner wurde in der Allerheiligenkirche in Brooklyn Johann Lobisser aus Mitterdors 18 mit Maria Kraker aus Cleveland getraut. — (Hilfe in der Not.) Der Hoch™. Herr Benefiziat Alois Lackner in Kindberg hat den Geschwistern Perz in Malgern Nr. 56 eine Spende von 15 K zukommen lassen, wofür auch an dieser Stelle namens der drei Kinder herzliches „Vergelt's Gott" gesagt wird. — (Besitzlauf.) Bei der gerichtlichen Versteigerung vom 24. Februar hat Gastwirt Georg Petsche in Mitterdors Haus und Grund Nr. 22 in Windischdorf um 7000 K erstanden. Masern. (Unter Anleitung) der hiesigen Schulleiterin Fräulein Paula Siegmund sind von den hiesigen Schülerinnen für die im Felde stehenden Truppen angefertigt worden: 2280 Papiersohlen, 13 Schneehauben, 16 Wadenstutzen, 14 Paar Pulswärmer und ein Ballen Charpie. — (Zur Anschaffung) von Winterkälteschutzmiiteln und fürs Rote Kreuz sind vom hiesigen Pfarramte gesammelt und abgeschickt worden 40 K, bezw. K 26 60. Stockendorf. (Unser neuer Seelsorger.) Hochw. Herr Viktor Kragt, bisher Katechet in Bischoflack, ist zum Pfarrverweser der Pfarre Stockendorf ernannt worden und hat seine Stelle bereits angetreten. Möge dem hochw. Herrn bei uns ein recht segensvolles Wirken beschieden sein. Uchermoschnitz. (Im Schnee erfroren.) Der 66 Jahre alte, ledige Inwohner Matthias Matzelle aus Feichtbüchel ging am 14. v. M. abends in angeheitertem Zustande nach Hause. In der Dunkelheit verfehlte er den Weg und geriet in einen Wald, wo er infolge Ermattung im Schnee liegen blieb und erfror. Weil Matzelle seine Keusche allein bewohnte und sich nur selten hatte sehen lassen, wurde sein Abgang erst am 19. v. Mts. wahrgenommen. Die Leiche wurde am 20. v. Mts. ausgefunden. Moroöitz. (Todesfälle.) Es starben im Monate Februar die 8 Monate alte Maria Mallner in Niedertiefenbach Nr. 26 an Lungenentzündung und der 29 Jahre alte Tischler Anton Schager in Niedertiefenbach Nr. 5 an Auszehrung. — (Erkrankt) ist aus dem nördlichen Kriegsschauplätze der Infanterist Karl Tscherne aus Plüsch. — Der Infanterist Jakob Krisch aus Niedertiefenbach Nr. 31 ist auf einige Zeit superarbitriert worden. Höttemtz. (Aus einem Feldpostbriefe.) Ein Verwundeter des JR. Nr. 17 aus der hiesigen Gemeinde schreibt: Ich war 5 72 Monate im Gefechte und wurde durch zwei Schüsse in dem linken Fuße und durch einen Schuß in der linken Hand verwundet. Ich bin aber schon wieder kampffähig und marschbereit. Es geht nicht so schlecht, wie zu Hause gesprochen wird. — Trotz Verwundung guten Mutes! — (Trauung.) Am 7. Februar wurde Josef Duzzi mit Maria Schneider aus Sagor in Brooklyn getraut. Weinitz. (Sterbefall.) Hier ist am 1. März gegen 3 Uhr früh Frau Rosa Kobal, k. k. Gendarmeriewachtmeisters-Gattin, gestorben. Die Verblichene war in Grintowitz, Pfarre Altlag, geboren, und zwar am 23. Februar 1896. Sie besuchte die Volksschule in der Waisenanstalt und dann die Handelsschule in Gotlschee. Am 24. Juni 1913 wurde sie mit dem Herrn Gendarmeriewachtmeister Anton Kobal getraut. Die Verstorbene wird dem frommen Gebete ihrer Schulkameradinnen, Verwandten und Bekannten empfohlen. Wieg. (Aus dem Felde.) Krischn Peter war zu Hause immer ein lustiger Kampl, auch der Krieg konnte seine gute Laune nicht verderben. „Was sind Sie in Zivil?" fragte man ihn bei der Stellung. „Müller" war die entschiedene Antwort, obwohl Peter eine Mühle inwendig vielleicht gar nicht gesehen hat, er war seines Zeichens ja Tischler. Aber macht nichts. Peter ist bei der Stellung Müller, wird als Müller tauglich erklärt und kommt zu den Bäckern. Auch jetzt leistet er Kriegsdienste bei einer Divistonsbäckerei. Bon dort schreibt er: „Meinen besten Dank für die Zeitung (Gottscheer Bote); es freut mich, daß Sie sich so viel Mühe geben, und wenn es Ihnen nicht zu viel ist, so möchte ich auch fernerhin um die Zeitung bitten. Ich habe Ihnen mehreres über unser Befinden mitzuteilen. Wir sind, gottlob, gesund und wohl und möchte mir es sehr leib tun, wenn ich jetzt zu Hause sein müßte. Hier ist es trotz der vielen Strapazen sehr lustig. Schnee und Kälte (9. Februar) haben wir genug. Um aber alles leichter überstehen zu können, haben wir uns um 12 K eine Harmonika gekauft. Mit dieser wird Tag und Nacht gespielt. Die Verpflegung ist sehr gut. Jeder bekommt genug zu essen, dazu 3A Liter Wein zu Mittag. Brot erzeugen wir täglich 24.000 Portionen. Dreimal war ich in großer Gefahr, gefangen zu werden, aber, Gott sei Dank, es ist den Russen nicht gelungen, mich zu kriegen. Ich werde mein Schreiben schließen und es grüßt Euch und alle Pfarrinsassen und auch Pochamattan Euer Krieger für Gott, Kaiser und Vaterland Peter Wittine. — Franz Gerbitz dankt auch für den „Gottscheer Boten" und sagt: „Wir sind jetzt sehr viele Gottscheer beisammen, aber keiner weiß von zu Hause etwas zu erzählen. Als aber der „Bote" kam, da waren alle sehr froh. Die Zeitung ging gleich von einer Hand in die andere." — Herr Lehrer Högler schreibt: „Für die Zeitungen („Kikeriki" und „Bote") danke ich. Allgemeinbefinden mittelmäßig, Wohnung luftig, 2 m unter der Erde, Laune unverwüstlich, Schießlust die alte. Grüße an alles Grüßbare. R. H." — Josef Anderkuhl von Händlern, der bereits einmal verwundet war, schreibt aus Wien: „Morgen den 20. Feber Abreise. Mit stolzem Mut geht's wieder in den Kampf gegen Warschau." Anderkuhl dient beim JR. Nr.84. Aeffeltal. (Die ordentliche Hauptversammlung) des Spar- und Darlehenskassenvereines findet Freitag den 19. März l. I. um 2 Uhr nachmittags im Amtslokale statt, wozu die Mitglieder höflichst eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht des Aufsichtsrates. 3. Genehmigung des Rechnungsabschlusses für das Jahr 1914. 4. Wahl des Aufsichtsrates. 5. Freie Anträge. Der Vorstand. — (Spenden für das Rote Kreuz, für die Familien einberufener Soldaten und für die Pflege von Verwund e t e n i n G o t t s ch e e.) Fortsetzung: Sammlung in der Pfarrkirche während des Pfarrgottesdienstes 74 K, Lehrerswitwe Maria Schober 20 K, Rudolf Staudacher aus Altfriesach 10 K, Förster Niese aus Scherenbrunn, Forsthüter Schaffer aus Taubenbrunn, Josef Meditz, Josef Tanke aus Nesseltal, Margaretha Roschitsch, Matthias Kump aus Groditz, Matthias Stalzer, Maria Meditz aus Untersteinwand je 2 K. Zusammen 120 K. (Fortsetzung folgt.) — (Kriegsfürsorge.) Dicsertage wurden von hier wiederum 16 Paar Wadenstutzen, 19 Paar Kniewärmer und 17 Paar Fäustlinge an das Kciegsfürsorgeamt in Wien abgeschickt. Schäffein. (St erbe fall.) Frau Margaretha Nick aus Schäf-lein 11 ist am 2. März nach mehrmaligem Empfange der heil. Seite 40. Sterbesakramente an Lungentuberkulose gestorben. Die Verstorbene stand im 46. Lebensjahre. Sie ruhe in Frieden! Hraz. (Todesfall.) Am 22. v. Mts. ist 'hier Herr Frmiz Jonke, Mühlen-, Realitäteiibcsitzer und Holzhändler, im 68. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene war langjähriges Mitglied des Gemeindeausschusses (Gemeinderates) und Gemeindevorsteher, sowie Gründer der Borschußkasse in Oplotnitz. Die Reiche wurde von der städtischen Bestattungsanstalr von Graz nach Oplotnitz zur Beisetzung überführt. Bei einmaliger Einschaltung foftet die oiergespaltene Xieindruckzeile oder eten Raum Heller, bei niebrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes )ahr wird eine zebnprozer tige, bei solchen durch das ganze )abr eine zwanzigprozentige € äßigung gewähr:. Anzeigen. Die Anzeigengebübr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Einschaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Beste!, lungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. Erschüttert von tiefstem Schmerze geben die Gefertigten bekannt, daß Frau Rosa Kobal get. König am März um s/i 2 Uhr früh nach öfterem Empfange der heil. Sterbefaframente hier in Ä)einitz sanft im Herrn verschieden ist. Das Leichenbegängnis findet Mittwoch den 3. Zllärz um 9 Uhr vormittags statt. Die Verblichene wird dem frommen Gebete der Anverwandten, Freunde und Bekannten empfohlen. Wemitz, am i März (9(5. Knton Koöal k. F. Gendarm.-lvachtmeister ©alte. Heorg König fb. geistlicher Rat Großvetter. Sparkasse der Stabt Gottschee. Ausweis f. b. Monat Kebruar 1915. Kinlagen: Stand Ende Jänner 1914 Eingelegt von 138 Parteien Behoben von 335 Parteien Stand Ende Februar 1915 KypotHekar-Parlcheit: zugezählt . . rückbezahlt . . Stand Ende Februar 1915 Wechsel-Darlehen: Stand Ende Februar 1915 Allgemeiner Reservefond Zinsfuß: für Einlagen 47a % ohne Abzug der Rentensteuer, für Hypotheken im Bezirke Gottschee SVa %, für Hypotheken in anderen Bezirken 58A %, für Wechsel 6'V»%. Hottschee, am 28. Februar 1915. Die Direktion. K 6,390.962-36 92.26734 78.057 91 „ 640517179 6.700-— 3.819-78 „ 4,458 074 93 „ 119.872'— „ 474518-96 (Uollett Sie Kaninchen züchten so wenden Sie sich nicht an unreelle Händler oder Exporteure, sondern an den Kkemlierzuchtverein Wndoöona, Wen, Klieöerg 3. Senden Sie 50 h in Briefmarken und Sie erhalten die neue, ausführliche, illustrierte Anleitung zur Kaninchenzucht mit allen Rassebildern, Stallbauanleitung usw. und Preisliste gratis. üerein der Deutschen a. Gottschee in Wien. Ätz: I., Himmelpfortgasse Nr. 3 wohl» alle Zuschriften 511 richten sind und Landsleute ihren Beitritt arimtibcii nen. 3u|flmnmt!hmft: Aeden por im Mereinskokale „Zum roten Igel", I., Alörechtspkatz Mr. 2. E 428/14 6 Uersteigerungsedikt. Am 10. März 1915 vormittags 9 Uhr sind et bei diesem Gerichte, Zimmer Nr. 3, aus Grund der genehmigten Bedingungen die Versteigerung folgender Liegenschaft statt : Einl. Z. 369, Katastralgemeinde Gottschee, und zwar Bauparzelle Nr. 157 samt dem darauf stehenden Hause Nr. 99 und dem eingebauten Benzinmotor, sowie dem gesamten Mühl- uud Sägewerke. Schätzwert 27.058 K 50 h. Geringstes Gebot 20.000 K; unter dem geringsten Gebote findet ein Verkauf nicht statt. K. k. Bezirksgericht Kottschee Abt. II, am 27. Jänner 1915. gut weingrüne, alte und neue, große und kleine, sind zu verkaufen bei Johann Wnggenig, Aaßvindermeiller Laiöach, Rudolfsbahnstraße 5. 7 Reparaturen werben billigst berechnet. Abonnieret und leset den Gottscheer Voten! Verantwortlicher Schriftleiter C. Erker — Herausgeber und Verleger Josef Eppich. — Buchdruckerei Josef Panlicek in Gollschee