MARBURGER ZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES VerUff n4 Schrlftlaftaaf HaiWf ». «. Dim. B«4fftiM Nr. t. PMrali Nr. IMf. M-M, IS4I. Ak N Ute (l*glich «uAm Samtag) i«t 41« SchrlHlallunf Bar auf Fumruf Nt. M-ST »rTatclibar. Unwlangt« Znichrtriw wMd«i nicht rflrkgetandt. BÜ( •4«tUckM AafiagM M dM Kftckporto Voatachackkoiito Wim Nr. S4.00I. Gftschlftkstallra tB QUI, Muktplati Nr. 12, Pcrmnif Nr. f, md Ib Ntta«, IhifaitoTgat«« Nr. S, F«rar«f Nr. M. STEIRISCHEN HEIMATBUNDES ■nckatel weeMSflK* «1p MBryiiiHaBf. S«mff«pTala tahlbar) aoBatllck KM 1,10 •IntchllaBIlrli It,l Kf« PoatMltuagig«bflhri M Llafaniog lai Straifband niüg'lrh Porto■ bei Abholen in der Cearhlftiitell« tM Altraick durch Foat ■onatllch KM 2,10 («toMhl ID.t Kpf Poitzeitungtaebflhr) und M Rpf Zuttell> febShr. ÜMBlBVBaBrB ward«* Bur gagca VoralnMuduBg d«a ■Inrelpral«''« fnd dar Portoauilagaa sugatendat. Nr. 169 — 83. Jahrgang Narburg-Drau, Freitag» 18, Juni 1945 Einzelpreis 10 Rpf Glückwunsch des Ffihrers Führerhauptquartier, 17. Ju&l Der Führer Übermittelte dem Reichi-verweter de« Königreichel Ungarn Nikolaus von Horthy zu seinem 75. Geburtstag in einem herzlich gehaltenen Handschreiben seine und des deutschen Volkes aufrichtigst« Glückwünsche. Ausgeglichene Balkanpolitik Bulgariens Beitrag zum Endsieg Sofia, 17. Jun! Ministerpräsident Filoff gab in der Sitzung der bulgarischen Regierungsmehrheit eine Ubersicht über die außenpolitischen Beziehungen des Landes. Er betont«, dafi zwischen Bulgarien und dar Türkai angesichts ihrer Neutralit&ts-polltik die traditionelle Freundschaft herrsche. Zwischen Rumänien und Bulgarien hätten gewisse Differenzen wegen der Anwendung des Vertrages von Craiova bestanden, die aber durch die neuen Abmachungen beseitigt worden seien. Durch die gegenseitigen rumänisch-bulgarischen Besuche der letzten Zeit seien die Beziehungen zwischen don beiden Ländern noch herzlicher. Die traditionelle Freundschaft zwischen Ungarn und Bulgarien sei noch mehr vertieft worden. Ministerpräsident Filoff betonte weiter, daß die englisch-amerikanische Agitation genau so schädlich und gefährlich sei wie die kommunistische daB Bulgarien mit Aufmerksamkeit die Entwicklung der Geschehnisse verfolge und bereit sei, das Seine zum Endsiog beizutragen. Filoff sprach dann über den geplanten bulgarischen Volksbund und bemerkte, daB dieser keine Partei, sondern ein politisches Zentrum sein soll, in das sich alle Bulgaren zur Bewältigung der großen Aufgaben, die Ihnen die Gegenwart auferlege, sowie zum Kampf gegen die anti-staatlichen und antinationalen Elemente hineinstellen müssen. Es sei notwendiq, einen Ausschuß zu ernennen, der die Gründung des Volksbundes vorbereiten soll. Dia nimlnlsch-tflrklscha Freundschafts- poinik Bukarest, 17. Juni Dia Zeltung »UniversuU beschäftigt •ich erneut mit den Erklärungen dos türkischen' (Gesandten in Bukarest, Tan-rioert, und unterstreicht die Bedeutung der rumänisch-türklsche(i Freundschafts- Eolitik. Das Blatt hebt die Bedeutung ervor, die den*Erklärungen der gegenwärtigen Internationalen Lage zukommt. Atatürk habe den europäischen Südosten stets als politisches Ganzes betrachtet, das sich durch eigene Kraft entwickele und auf Grund einer Politik der Zusammenarbeit eine feste Säule im europäischen Gebäude bilde. In Ankara werde Rumäniens Aufgabe an* Donaumündungen und Schwarzem Meer ebenso gut verstanden wie In Bukarest die Rolle der Türkei an den Meerengen. Türkei und Rumänien bilden eine feste Garantie für den Balkan und seine Unabhängigkeit gegenüber allen Versuchen der Einmischung Das Blatt hebt abschließend die In Tanrloers Erklärung enthaltene Anerkennung berechtigter rumänischen Aspirationen aus als politisch besonders bedeutungsvoll hervor. Zwei Jahre unabhängiges Kroatien Berlin, 17. Juni Aus Anlaß des zweiten Jahrestages des Beitritts des Unabhänigen Staates Kroatien zum Dreimächtepakt fand zwischen dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und dem kroatischen Minister Budak ein In herzlichen Worten gehaltener Telegrammwechsel statt. mite für cttie niuiardc racnschen Japans Aussenminlster über die Politik der offenen Tür in Ostasien Tokio, 17. Juni In einer Ansprache vor dem Haushaltsausschuß des Unterhauses, der am Donnerstag zusammentrat, legte Außenminister Schigemitsu die leitenden Grundgedanken der japanischen Außenpolitik dar. Auf dem Gebiete der Wirtschaft werde in» Gegensatz zu der bisherigen Monopol-Politik der geschlossenen Tür der anglo-amerjkanischen Mächte eine Politik der offenen Tür in Ostasien verfolgt. Auf die Frage, in welcher Welse das Außenministerium die Erklärung Tojos, Japan sei bereit, den Völkern der Wohlstandssphäre volle Unabhängigkeit oder das Recht der Teilnahme an tier Regie-runf) zu gewähren, in der' Praxis durchzuführen gedenke, erklärte Schigemitsu, das Ziel einer vollkommenen Einigung von einer Milliarde Menschen iimerhalb Ostasien könne nur durch die Schaffang einer großostasiatischen Wohl-standssphäre erreicht werden. Eine Milliarde Menschen in Großostasien seien jetzt erwacht und hätten die Tatsache erkannt, daß dieser Aufbau der Wohlstandssphäre oder die Sicherheit der darin lebenden Völker ohne eine erfolgreiche Weiterführung des Krieges nicht möglich sei. Die Engländer, Amerikaner und Niederländer hätten, wie die Geschichte gezeigt habe, immer eine Politik des »Teile und herrsche« verfolgt. Die britische Herrschaft in Indien sei z. B, aui diese Politik aufgebaut. Besonders in Ostnsien seien die Änglo-Amerikaner ständig bemüht, die Völkerstämme zu teilen und die Chinesen und Japaner zum Kampf gegeneinander aufzuhetzen. Im weiteren Verlauf seiner Rede kam Schigemitsu- auf Japans Verbündete in Europa zu sprechen und erklärte, daß Deutschland und Italien in Europa die Beschützer der Rassen seien, ^gland habe bereits gezeigt, daß es auf die Interessen der kleinen Nationen nicht bedacht sei. Abschließend erklärte Schigemitsu, »daß Japans konstruktive Politik, die auf der Gerechtigkeit aufgebaut ist, bestimmt von der ganzen Welt begrüßt werde. Die neue Politik sei der einzige Weg, den Japan als große Nation beschreiten kann, »Ich glaube fest, daß die Schaffung einer großostasiati- schen Wohlstandssphära die Morgenröte einer Wiedergeburt Ostasiens bringen wird.« Thailand wird Burma und dl« Philippinen anerkennen Thailand wird da« unabhängige Burma und den unabhängigen philippini- schen Staat sofort nach Vollzug dieser Tatsache anerkennen, wie der thailändi-i sehe Botschafter in Tokio vor der japanischen Presse erklärte. Nichts habe deutlicher das wahre Ziel Japans in dit»-sem Kriege'zeigen können als die Rede Tojos Im Reichstag. Nikolaus von Horthy Zum 75, Geburtstag Unjjarns Staatsoberhaupt, Reichsvcrwe* acr Nikolaut Horthy von Nagybanya, begeht heutt (einen 75. Geburtstag-uniiarische Volk, das dem Reichsverweser die Errcttiinfj vom ßoUchewiRmus und die Wiederaufrichtunji einet festfiefüjten Staatswesens verdankt, feiert ^lorthy als hcrvorrai'pnd'*n Sfpiij an, übernahm das Amt de« Kriegsministers und stellte sich im Herbst 1919 an die Spitze der uni-arischen Nationalarmee, mit der er das Land von dem bolschewistischen, Schrcckensregiment befreite. Bereits am 16 November 1910 konnte er an der Spitze seiner sietfreichen Truppen unter dem Jubel der Bevölkerung in Budapest einziphen Im März 1920 wurde Nikolaus von Horthy von der Na-fionalversammlunjJ einstimmig zum ReicSsverweser des Königreiches Ungarn gewählt. Damit war die fe<;te Form gefunden. in der nun die Aufbauarbeit vor sich jjchen konnte. Der zweite Weltkrieg fand Ungarn zunächst als nichtkriegfiihrenden Staat Erst nachdem die drohende und aggressive Haltung der Sowjetunion im Juni 1941 das bewaffnete Einschreiten unvermeidlich gemacht hatte, und die Bolschewisten ohne Grund nordungarische Städte bombardierten, griff auch Ungarn zu den äffen Es steht heute im europälKchen Schicksalskampf gegen den Bolschewismus ebenso an der Seite des Reiches. w;e nllr anderen europäischen Völker, die im Bolschew s-^uis ihren Todfeind und das Hindernis für eine glii':klichc Zukunft sehen In Anerkennung der Verdienste Horthvs im Kampf gegen den gemeinsamen l'cind und zur Bekräftigung der alt^n deutsch-untfa-rischen V alfeithriidpr^chaft htil der Fiih-rer dem R vi-rvL ■>4;r bereits im Sep-leuibuf 1941 das Rillcrkrcuz zum f'isernen Saite 2 * Nr. 169 * Freitag, 1°- Jani MARBURGER ZEITUNG Kreui T«rliehtm. Damit ehrte der Fflhrcr zugleich die Tapierkeit der ungaruchen Truppen. Da« untfariiche Volk hat den BoUche-wiiimus am eigenen Leibe kennen gelernt. Es wcili, was es heißt, den bolschewistischen Mordbestien wehrlos ausgeliefert tu Kein. Hl kann sich daher glücklich schätzen, in Nikolaus von Horthy einen Staatsführer zu besitzen, der entschlossen ist, Seite an Seite mit dem Reich und seinen Verbündeten für die völlige Beseitigung der bolschewistischen Gefahr einzutreten. In diesem Sinne grüßt auch das deutsche Volk das ungarische Staatsoberhaupt an selDein Ehrentage. Die Geschichte der 23 »Regierungsjähre des Keichsverwesers von Horthy bietet — und das darf bei der Würdigung dieses Manntis nicht vergessen werden — eine ununterbrochene Reihe wichtiger sozialer Schöpfungen. Um ihr« Größe lu ermessen, muß man sich die Umst&nde vergegenwlr-ti$en. Zu diesem Zweck« sind je ein untersteirischer Kreis mit zwei oder mehreren Kreisen der Steiermark zu einer Arbeitskameradschaft zusammengefaßt und zwar in folgender Zusammensetzung : 1. Marburg-Stadt — Graz-Stadt und Murau; 2. Marburg-Land — Graz-Land, Deutschlandsberg und Hartbergi 3. Pet-tau — Leibnitz, Judenburg und Feld-bachi 4. Cilli — Liezen, Bruck a. Mur, Oberwarthi 5. Rann — Voitsberg und Fürstenfeld» 8. Trifall — Leoben und Weizt 7. Luttenberg — Mureck und Mürz-zuschlag. In welcher Form sich diese Kamerad- schaf tsarbedt praktisch abspielt, hänqt ▼on den gegebenen örtlichen Verhallnissen weitgehend ah. Wenn nur auf die Möglichkeiten des Lehrlings- und Jugendaustausches, der Entsendung von Spielscharen, den zeitlich begrenzten Austausch von Amtsträgern usw. hingewiesen wird, so ergeben sich allein dd>-aus vielfältigste Berührungspunkte, die gepflegt werden können So soll auch diese Kameradschafts-arbeit mit dazu beitragen, daß entsprechend der tausendjährigen Vergangenheit, die Untersteiermark als Teil der Steiermark restlos in die Gemeinschaft des deutschen Volkes hineinwachst. Auf verantworfunjjsvollem Posten Tagung der Sanntaler Erziehenchaft Kürzlich fanden sich di« Schulleiter des Aufsichtsbereiches Cilli-West zu einer Arbeitstagung in Cilli zusammen. Wer das weitverzweigte Gebiet kennt, aus dem hier die führenden Schulmänner yersammelt waren, weiß auch die Schwierigkeiten ihres Einsatzes und Ihrer Arbeit abzuschätzen. Kommen hier doch die Lehrkräfte sowohl aus den Steiner Alpen, aus dem Oberburger Gebiet, von Konzerf ffir Verwundete und Altsoldaten Klein« Revue der Marburger Künstler so wie ich« mit ebenso jroQem Erfol(! zu Gruppe der Perlen des uch die TodesflHe. In Marburg verschied der 47 Jahre alte Bauarbeiter Franz Horwa-titsch aus Stinatsch 157, Kreis Pürstenfeld. — In der Valentin-Schäffer-Gasse 8 in Marburg starb das WeberstAchterchen Frieda Mrak. — In Rotwein bei Marburg ist die 56jährige Besitzerin Stefanie Stig-litz geb. Felitsch gestorben. — In Graz ist der 62jährige Oberpostkontrollor i. R. Igtiaz Petschar gestorben, dessen Leich> nam nach Rast überführt wird. Tagung der Lehrerschaft in Bad Radeln. Am 15. Juni fand in Bad Radein eine Arbeitstagung der Schulbezirke Bad Radein und Kreuzdorf ilatt. Bezirksoberlehrer Sepp Wiedner hielt auf der Oberstufe eine Unterrichtsstunde über politisches Zeitgeschehen. Anschließend er* folgte eine viele Fragen klärend« Aussprache übet die Heilpflanzensammlung, über die Auslese für Hai^t- und Ober-•chulen sowie Aber die Gestaltung der letzten Schulwoche. Die Leistungsbe« richte der Leiter für das 'ablaufende Schuljahr nebst einem kurzen Rücklick über die Arbeiten seit 1941 zeigten, wieviel Aufbauarbelt auf dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichtes sowie der Herrichtung und Einrichtung der Schulhäuser und Lehrerwohnungen geleistet wurde. Schulrat Marzel Vodo-pititz verwies auf die kriegswichtigen Aufgaben de? Schule und forderte die Erzieherschdft zu größtem Einsatz auf. Der dienstliche Teil fand mit der Führer-ehrung den Abschluß. Eine Sammlung für das Kriegshilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes unter den 22 Teilnehmern ergab den Betrag von 171 RM. Drtlllngsbrüder machten Hochzeit. Tn der alten Rheinstadt Andernach wurde jetzt auf dem Standesamt «ine außergewöhnliche Trauung vollzogen. Dort erschienen Drillingsbrüder mit Ihren Bräuten, um den Bund für das Leben zu schließen. Alle drei Brüder stehen hei der Wehrmacht, hatten sich die gemeinsame Hochzeit vorgenommen und waren 7U diesem Zweck jetzt auch zusammen auf Urlaub gekommen. Unfälle. .Der 38iährige Tischler Gottfried Tschertsche aus Heiligen Kreuz 65, Gemeinde Schober, geriet mit der rechten Hand in die Bandsäge, wo ihm der Zeigefinger und Mittelfinger abgetrennt wurde. ~ Bei der Arbeit an der Futterschneidmaschine glitt der t3jährige Josef Hofer aus Remschnik, Gemeinde Presen, aus, f'e! und zog sich Verletzungen an der linken Hand zu. — Die Verun-ölürkten befinden sich im Marhurger K''Tnkenhtui8 Drei Todesopier am Wollgangsee. Drei minderjährige Schwestern aus Leipzig, die mit ihrer Mutter zur Erholung in Si Woliqang weilten, unternahmen mit einem jungen Mann aus Duisburg eine Segelbrvotfahrt auf dem Wolfgangsee. üin plötzlich auftretender Sturm brachte das Boot zum Kentern Trotz sofort einsetzender Rettungsversuche konnte nur der Junge Duisburger geborgen werden, die d>ei Schwesfem ertranken. Frst vor wenigen Tagen ist aul dem gefährlichen WoUgangsee ein Boot mit vier Frauen gekentert, wobei eine Frau aus Wuppertal ertrank. Wieder ein Unglück beim Überschreiten der Bahn. Die 73jährige schwerhörige Juliane Röchling wurde auf der Strecke Waltersdorf—Siegersdorf heim r/benrsrhreiten des Bahnüberganges von einem Güterzug erfaßt, mitgeschleift und tödlich verletzt. Wir verdunkeln im Juni von 23 bis 3 Uhr Am Mittwochabend veranstaltete di« Führung der Wehrmannschaftsstandart« Marburg-Stadt im Rahmen dar Wehrmann-•chaftswochs im Heimatbundsaal «inen Konzertabend für Verwundet« und Alt-»oldaten. Der Abend, der unter dem Motto »BescWingt« Musik« in der Ce-samtleitun^ und Prodrammtfestaltung von Prof Hermann Friscn bei den Zuhörern herzliche und dankbare Aufnahme fand, war zugleich ein« kleine Revue der Künstler unserer Stadt, dem die zahlreich erschienenen Kämpfer und Verwundeten mit den Vertretern der Wehrmacht und der Führung der Wehrmannschaft «in Gepräge «igenartiger Stimmung tab«n. Nach d«m forsehcn Helenenmarsch d«e Musikzuges II und dem traulichen »Unter« steirischen Heimatlied« ^von Frisch, das von der Singgruppe der Motorstandarte, geführt von Tscharre, g«sungen wurde, brachte das große Orchester des Marburger Stadttheaters unter der Leitung seines Opernchefs, SA-Obersturmführer Richard Dietl, die reizvolle Ouvertüre zur Operette »Eine Nacht in Venedig«. SA-Haupt-sturmlflhrer Mar* sprach die verbindenden Worte. Gelungen in seiner Moser-Imitation und vielen anderen guten Ein-flllen %mrde er bei jedem Erscheinen freudigst begrüßt. Drei Meister unserer Oper ließen nun das Herz jedes Musik-Hebenden höher schlagen, und zwar' Schmidt-Franken in der Arie »Fröhlichkeit und Heiterkeit* aus der Oper der »Wildschütz« mit sympathischer Stimme und viel Temperament; Maria Keichelt mit dem einschmeichelnd gesungenen Wienerlied »Draußen in Sievering« von Johann Strauß, und Erwin Friese, der mit strahlendem Tenor das Lied »Dein ist mein ganzes Herz« von Lchär brachte. Die beiden letzteren waren auch im zwoitcn Teile des Abends im Duett »Niemand liebt dich hören. In diese Abends gehört auch die von Dr. Roman Klaainz vi^^tuos gcroielte bravourös-reizvolle Icichtfüßig« Komoosition »La cam-panella« von Paganini-Liszt. • Toni Oschlag ist geblieben, was «r durch Jahrzehnt« war: Ein Programm fflr sich. D«r alt« Herr Kanzleirat war «in löiMnettstück, das in den »Heiteren Ge-sangsvorträi^n«, besonders aber in der erzwungenen Dtaufgab« um ein Vielfaches übertroffen vrurd«. Opemchef Dietl mit seinem Orchester verstrickt« die Zuhörer noch mehrmals in das Zau^rreich d«r beschwingten Muse. Im unvergleichlichen Ziehrer-Walzer »Weaner Madin« sangen besonders beim Solo der beiden Geigen in Begleitung der Harfe Herzen und Seelen mit, aber auch im »Persischen Marsch« von Strauß und dem »Rendezvous bei Lehir« von V. Hruby gab es unbeschränkte Anerkennung. Eine Überraschung war das vom MZ-Fflhrer Klement Kneißl komponierte, dem SA-OberfOhrer Blasch gewidmete und zugleich uraufgeführte »Alpenlieder-Potpourri«, das viel Beifall fand. Einen Sonderappiaus holte sich das Tanzduo Susanne Ufert und Wera Saretz im anmutigen Walzer von Schmidseder und den besonders akklamierten feurigen »Spanischen Tanz« von Ibenez, der wiederholt werden mußte. Zum Schlüsse brachte der Abend noch eine Uraufführung, und zwar den flotter »Heimatbundmarsch« des Mitgliedes des Stadttheaterorchesters E. Ferschnigif, der die vom Publikum erzwungene Wiederholung sichtlich gerührt schwungvoll selbst dirigierte. Es war ein Abend, der «einer Bestim-muni{ in allem und jedem vollauf (ferccht wurde, H. J. der Praßberger Alm und ebenso aus dem Bergland um Schönstein, Wöilan und Neuhaus in ihrer Arbeitsgemeinschaft zusammen. Auf einsamen fernen Außenposten, In abgelegenen Bergschulen wird hier oft unter schwierigsten Umständen unterrichtet. Zu Beginn der Tagung gedachte man des in Timis gefallenen jungen Kameraden Sepp Hoffman. Daran schloß sich in würdiger Form die I.e-sung einer Reihe von Dichtungen Friedrich Hölderlins zu dessen hundertstem Todestage. Hierauf beglückwünschte Schulrat Erwin Dukar mit besonderer Freude sieben Erzieher und Erzieherinnen, die mit dem Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern oder der Kriegsverdienst-medaille ausgezeichnet worden waren. Die gesamt« firzieherschaft des Gebietes Cilli-West sieht in dieser hoben Zahl von Auszeichnungen eine Würdigung der Schwere ihres Einsatzes. Schulrat Dukar gab nun einen Rechenschaftsbericht über die geleistete Arbeit an den Schulen. Es sind derzeit zwei Hauptschulen und 42 Volksschulen, drei gewerbliche und 35 landwirtschaftliche Portbildungsschulen mit insgesamt 13 S87 Schülern Im Betrieb, die von 127 Lehrkräften betreut werden. Immer wied«r kommt «s vor, daß ein Schulleiter zwei bis vier Schulen zu führen und Jede Lehrkraft zwei bis drei Klassen zu unterrichten hat. Dennoch ist der Erfolg der Unterrichtsarbeit in den meisten Fällen überaus erfreulich, was in letzter Zelt mehrfach vom Kreisführer und Landrat anerkannt wurde. Neben ihrem Berufe stehen die Frzteher auch im politischen Einsatz: acht sind als OrtsgrWijpenführer des Steirischen Heimatbundes tätig, 12 als Redner, drei als Führungsamtsleiter, 20 als Mitarbeiter, drei als Wehrmannschaftsführer, 12 als Jugendführer und fast alle Lehrkräfte als Leiter von Sprachkursen. Der Portbildungsarbeit wird trotz dieser Beanspruchung größtes Augenmerk zugewendet. Besonderen Ausbau erfahren die Pflichtfortbildungstagungen für die junge Lehrerschaft. Jede Tagung steht unter einem anderen Thema. Durch schriftliche Bearbeitung weltanschaulicher und fachwissenschaftlicher Werke, die laufend eingereiht werden, ergänzen die jungen Kameraden ihre Ausbildung in einer Weise, die bei den oft mehr als Dr. Edina Weber gestorben In Graz verschied nach kurzer tücki* scher Krankheit im Alter von 26 Jahren unsere Grazer Mitarbeiterin, die Schrift-Iciterin Frau Dr. Edina Weber, geboren« von Zambaur. Die so plötzlich von einen unerbittlichen Schicksal aus einem ar« beits- und erfolgreichen Leben Dahinge« raffle war seit mehreren Jahren in der Schriftleitun|2 der «Kleinen Zeitung« und des »Sonntagüboten« in hervorrai^ender Weise tätig. Einen besonderen Namen hatte lie lich dank ihrer gediegenen Kennlnisie und ihrem tiefen künstlerischen Einfühlungsvermögen auf dem Gebiet der Kunstbetrachtung erworben. Frau Dr. Edina Weber hinterläßt außer ihrcoa im Wehrdienst stehenden Gatten zwei Kinder in zartem Alter. Die Beisetzung der Heimgegangenen findet am Samstag um 14.30 Uhr auf dem St, Peter-Stadt-friedhoi in Graz statt. Di« »Marburger Zeitung« wird der Dahingeschiedenen ein ehrendes Gedenken bewahren. Erlebnisse an der Ostfront Ritterkreuzträger Major Bachmoiar spricht in Marburg Im Rahmen der Marburger Volksbtl-dungsstätte spricht Mittwoch, den 23. Juni, Ritterkreuzträger Major Ludwig Bachmaier über »Erlebnisse an der Ost' front«. Major Bachmaier schildert In vom Geiste guter Kameradschaft getragenen« beredten Worten, selbsterlebte Beispiele von Kampfhandlungen an der Ostfront I und erzählt von den vom Jüdisch-bolschewistischen Haß getragenen Kampfmethoden dei Gegner. Wir weisen auf diesen Vortragsabend ganz besonders hin. I Anderburger standesamtlich« Nachrichten. Vor dem Standesamt in Anderburg schlössen Friedrich Lach und Mat-' bilde Ladra, beide aus Cilli, den Bund i fürs Leben. Gestorben sind: In Bresje : Slom Andreas Ersin, 68 Jahrei in Pletow-I raje Rosalie Motschnik. bescheidenen Wohnverhältnissen in besonderer Weise anerkennenswert ist. I Nun sprach Schulrat Dukar über die I Arbeiten der kommenden Wochen and ' berücksichtigte dabei gesondert organisatorische, unterrichtliche und erziehliche Fragen. Er gab Richtlinien für di« Gestaltung der letzten Schulwochen. Die Ausle&e für die Hauptschulen, die Durchführung von Elternstmiden, Ausstellun-j gen und Schulschlußfeiern, die Beschaffung von Lehr- und Lernmitteln wurde I besprochen. Besondere Hinweise galten ; der Kulturarbeit, die der Erzieher in den Landgemeinden zu leisten hat. Hier wies der Schulrat auf die Bildung und Führung von Volkstumsgruppen, auf die Veranstaltung und Beratung von Feierstunden zum Gedächtnis Peter Roseg-gers, und auf die Ausgestaltung von Lebensferien hin. Er gab Programmbeispiele und forderte die Lehrerschaft auf, auf diesem naheliegenden Gebiet der Kulturarbeit Ihre Kräfte voll zu entfalten, weil sie gerade hier im schönsten Sinne gemelnschaftsblldend wirken können und am Erfolg dieser Arbeit auch die reichste Freude haben werden Die Tagung schloß mit dem Bewußtsein kameradschaftlichen Zusammenstehens zur Erfüllung des gemeinsamen Werkes. Die Woche der Wehrmannschaft im Bild . Die Woche der Wehrmannschaft in Marburg gibt einen Aussrhnift aus rior Arhoit imsernr Wohim^nner Sie slohi 7iiin gr^^on Toil im 7ei( hon Hrs Wehrsportes, der snldrtlischen AiiRtirhr den amerikanischen Plan, zunÄrhst 50 000 brasilianische Arbeiter für die Wildkautscbukgewinnung einzusetsM und später weitere M 000. Die brasilianische Regierung sollte sich bereit erklärt haben, diese Arbeiter zu stellen. Wie steht das in der Praxis aus? Ein Unternehmen hat sich verpflichtet, diese Arbeiter zu fbeschaffen«. Er ^erhält dabei für jeden Arbeiter 100 Dollar. Das ist also Sklavenhandel in bester Form. Mit welchen Methoden dieser Unternehmer angesichts der lohnenden Kopf* prämie die Arbeiter zusammenbringt, kann man sich ungefähr vorstellen. Sie werden sich kaum wesentlich von den Mathoden der historischen Sklaven-jagden in Afrika unterscheiden. Demgegenüber wird der auslAndische Arbeiter in Deutschland nach den gleichen Grundsätzen behandelt wie der deutsche Arbeiter. Er efhÄIt nicht nur bei 0leicher Arbelt den gleichen Lohn, sondert) es Ist auch dafür gesorgt, daß hohe Anteile dieses Lohnes an 'lie Pa-mlllen in der Heimat geschickt werden können. Alle Vorteile der sozialen Be-tiiebsgestaltung kommen auch dem aus-lindischen Arbeiter zu^te. Er wird systematisch in seinem Berufskönnen gefördert und wellergebildet, la, er erhält in Hunderttausenden von Fällen zum ersten Male in seinem Leben überhaupt eine spezifische Ausbildung. Er kehrt also einstmals in seine Heimat als weit-voller Facharbeiter zurück, während er sie atl ungelernter Arbeiter vertieft. Über die vernünftige Regelung der Ar-haltsbadlngungen hinaus erfährt der ausländische Arbeiter aber juch In sedner Freizelt ufnd In seinen Unterkünften eine ständige Betreuung durch die betreffenden Organisationen der Deutschen Arbeitsfront oder durch eigene Or^ahi-sationen. Wie weitgehend der sozial« Schutt ist, geht am besten daraus hervor, daß selbst die in der Heimat gebliebenen Familien Im Krankheitsfall« durch di« deutsche Krankenversicherung geschützt sind. Diese Behandlung ausländischer Arbeiter In Deutschland beruht auf dar nationalsozialistischen Erkenntnis vom Wert und von der Würde der Arbeit. Wir* wissen, daß höchste Leistungen nur erreicht werden können, wenn man auch dem Arbeiter Gerechtigkeit wlderfoljren löfit. So wurde der deutsch« Arbeiter aus einem Lnhnskla-ven, der widerwillig und nur um Geld seine Pflicht tat, zu einem, aus eigener Initiativ«, unter Einsatz aller seiner Die Geissei Dollar Wallstreet regiert in Iberoamerika HARDTMÜTH Dem Bielstift geschichtlich verpfilchtetl*' SIIT 1790 CIN HARDTMÜTH fllfANO Die 6LiisTiFmiNe. Die Ausbeutung der iberoamerikani-sehen Ländsr durch d«D Yankea-lmperia-lismua, für d«sten Ziele der nordamerikanische Vizepräsident Wailace lur Zeit eine Rundreise duroh i^ittel* und Südamerika unternimmt, ist «in Irühseitig begonnenes und auf lang« Sicht geplante« Programm der Rooseveltschen Dollardemokratie, Unter dem Deckmantel der Politik der guten Nachbarsohaft und des gemeinsamen Schutzes der westlichen Hemisphäre haben Roosevelt und sein« Helfershelfer, wie Cordul Huli, Summer Wel ks und letzt Henry Wailace, systematiscf nach der Machtdurchdringung des mittel-und südamerikanischen Kontinents gestrebt. Sie Stetten damit «in imperialistl* schei Werk fort, das bereits vor dar Jahrhundertwende unter Theodore Roosevelt, dem Begründer des USA-lmperiatismus, seinen Anfang genommen hatte. Alle sogenannten panamerikaalsohen Konferenzen jedwede militärisch« StUti-punktpolitik, vor allem aber die radikale wirtschaftliche Eroberung der südlichen Nachbarländer sind Meileniteine auf dem Machtweg der USA nach Iberoamerika Um zur uneingeichrlnkten Wirtschaftsdiktatur über die mittel- und südamerikanischen Staaten zu gelangen, war die Wallstreet unablKsalg tätig, dem USA-Kapital hier breiten Boden zu gewinnen Die Verflechtung mit dem Dollar hat dem ({eaamten Wirtschaftsleben Iberoamerikas heut« ihren sieht- und spQrbaren Stemp«! NEW YOdK (SLSja. KUBA EX/XO mSTINPUN MITTU AMiRIKA KOLUMBliNm fKUADOR une USA A40 /BBRO AMERIKA mmnuoH.odiin 01MNIN • OUNXt Kirtti D«hn*n-Dl«nil aufgedrückt. Unsere Skizze vermittelt ein anschauliches Bild von dem EinJluO des USA-Kapitals in den mittel- und südamerikanischen Lindem. Annihernd 7 Milliarden Dollar sind heute in Südamerika Investiert. Energien und Flhlgkaltan *r«adlf am Betri«bszl«l mitarbeit«ad«n Gefolg-schaftsmltgll«d. Das Ist der •lg«ntllch« Grund dafür, daß «• gelungen ist, «o hohe L«lstung«n auch bei d«a Millionen auBländl8ch«r Arb«lter zu •rr«lcb«n. Damit ist gl«ichz«ltlg der Bewals «rbracht, daß di« Zukunft all«r Schaffenden dar nur durch «inen Sl«g d«r Drel«rpaktmlcht« gesichert werden kann. Der Sieg der Plutokratian dag«g«n bedeutet die Versklavung •]l«r freien Völker, das haiSt in erster Llni« aller Arbeiter, und der Sieg des Bolschewismus würde die Welt in ein einziges riesiges Zwangsarbeitslager verwandeln, in dem Juda die Peitsche schwingt. Ablall von Koden Ben geregelt. Der Leiter der Facli{}ruppe Lederwaren* und Kofferindustrie veröffentlicht eine Ao-waisung, die sich mit der Absatzrege-lung für Koffer befaßt. Die Lieferung von Koffern darf im Regelfalle nur noch bis zu einer Entfernung von 300 km Schienenweg vorgenommen werden, wobei diese grundsätzlich satzweise zu packen und eis Waggonlieferungen zu versenden sind. Bei waggonweisen Versand sind sie ohne Holz- oder Kartonverpackung SU liefern. Ein« hn Einvernehmen zwischen Industrie und Handel In den Landeswirtschaftsamtsbezirken titige Zweierkommission bestimmt diejenigen Städte, welche nur mit Waggon^ lieierungen versorgt werden dürfen, wobei die Aufteilung der Lieferungen an i die Einzelhändler ebenfalls durch dies« .'Kommission vorgenommen wird, Dt« An-I Weisung tritt mit der Verkündigimg in Kraft. Sl« gilt auch in der Untersteiermark und d«n bes«tKt«n Gebieten Kärntens und Krains. Vorbildlich« deutsch« G«nose«n Bchaftsarbelt in Buminlcii. D«r Landesverband der deutschen Genossenschaften in Rumänien hielt in Temrtschburg saine Jahrestagung ab. Nach dem Rechenschaftsbericht gliedert sich (*as deutsche Genossenschaftswesen in Rumänien in eine Zentralkasse nnd drei HauptgenoBsenschaiten mit 513 lokalen Genossensrhaften und 7669 Mitgliedern. Der Tätigkeitsbereich erstreckt sich auf 246 Spar- und Kreditverband«, auf 63 gewerbliche Zusammenschliefiungen und 204 landwirtschaftliche Genossenschaften. Der Geschäftsumsatz hat sich gegenüber dem letzten Frledensjahr von 3S2 Millionen auf 3,1 Milliarden L«1 gesteigert. Auch in einem Vergleich zu 1941, das einen Gesamtumsatz von l',3 Milliarden Lei erzielte, kdnn di« Ce-schäftsausweitung . als seht beachtlich bezeichnet werden. Bemerkenswert ist eine Verlagerung auf diu Gemüse- und Obstverwertung. Auch di« Zufuhr, vor allem nach dem Reich, hat iich befri«-dlgend entwickelt. VerrechnungsabkonmcB Deutschlaad —Japan. Auf der Grundlage des deuttch-japanischen Wlitschaftsalikommeni vom 20. Januar, wurde heut« in Tokio «in Abkommen zwischen der Yokohama-Specle-Bank und der Deutschen Bank für Ostasien unterzeichnet, das den Zahlung»-, bzw. den Verrechnungsverkehr zwischen Deutschland und Japan regelt. Von der Yokohama-Specle-Bank unterzeichnete deren Präsident Kagi, für die Zweigstelle Tokio der Deutschen Bank fQr Oatailttt, d«r«n Laitar Rosenbruch D«r japanisch« VlK«flnaniminister Taniguchl b«z«ichn«t«' dl«Mt Abkommen als einen w«it«r«n «rfreulichen Beitrag zur wirtschaftllchan Zusammenarbeit zwitchen den b«id«n verbündeten Ländern. Großer Erfolg d«r ttallaaliehcn Schatz-«chalnanlalh«. Di« Zeichnung d«r ersten b«lden S«ri«n d«r n«u«n Italienischen Schatzschalnanlalh«, di« am 7. Juni begann und bis zum 21. dauert, dürfte nach Ansicht der italienitcnen Börsen-kreise bald die Summe von 10 Milliarden Lire überschritten haben Man rechnet daher mit dar Ausgab« einer dritten Serie der neuen 5*/eigen Schatzscheine mit fünfjähriger Lauftait. SPORT u. TURNEN D«r BadeDM* AC tritt an tonntag, d«n 20. Jtinl, tritt in Marburg «rstmals der Bsdener AC tu einem Fu^ ballkampf an, in dem die besten Spieler der Standarte Marburg der Wehrmannschaft den Gegner abgeben werden. Den Gästen, die schon seit längerer Zelt di« Meisterschaft im Gau Niederdonau behaupten, 'geht ein ausgezeichneter Ruf voraus, der sich auf eine Reihe herausragender Erfolge stützt. So spielte der Badener AC des öfteren gegen Wiener B«r«ichsmannschaften und erzielte so manchen bedeutungsvollen Sieg, U. a. schlugen die Badener Admlra und Wak-ker mit jeweils 3:2 und erzielten erst kürzlich gegen den Wiener Sportklub ein heißumstrittenes 2:2-Unentscbleden. Auch gegen Grazer Mannschaften war der Badener AC stets erfolgreich, so daß die Marburger Elf vor einer ganz besonders schwierigen Aufgabe steht. Im Handball zweimal gagen Graz Am kommenden Sonntag werden dl« Kämpfe um den Sbmmer-Handballpokal wieder weitergeführt. In die Ereignisse werden sowohl Raplds Männer als auch Rapids Frauen eingreifen, die jeweils gegen Sturm-Graz anzutreten haben. Nach dem guten Abschneiden in den bisherigen Spielen sieht man den sonn-tätigen Begegnungen, die das Fufiball-treffen der Mafburger Wehrmannschaft mit dem Badener AC einleiten, mit reg* stem Interesse entgegen, dies umso mehr, als auch die Grazer Handballer bzw. Hanballerinnen auf den Erfolg Anspruch erheben. Handballerinnen der SG Marbnra Abt. Rapldl Für das am Sonntag, den 20. Juni stattfindend« Pokalspiel gegen Sturm-Grai haben sich die Handbalierinneni Bajde, Mrwa, Fürmann, Hrastnik, Walen* tan, Kopriwnik I, Kopriwnik II, Bentl, Melichar, Szolar, Großmann, Scholl und Amon, heute, Freitag, den 18. Juni, um 19 Uhr, am Rapid-Sportplatz b«w. bei schlechtem Wetter in der Turnhall« der Narvikschule einzufinden. Erscheinen Pflichtl — Di« Abteilungsleiterin. Marburger Soldatenelf gegen CiUl. Sonntag nachmittag findet im Marburger Reichsbahnstadion «in Fußballspiel zwischen denWehrmachtmannschaften der Standorte Marburg und CllU statt. Zuvor treten zwei Handballmannschaften von Marbuig zu einem Kräftemessen an. Zweiter Teil der Kreismelsterschaft In Clin. Am Sonntag, den 20. Juni, vormittag, wird auf der Festwiese der zweit« Teil der Kreismeisterschaft in der Leichtathletik durchgeführt. Schon der erst« Teil hat mit großer Zahl von Wettbewerbern und guten Leistungen gezeigt, daß die Leichtathleten im Kreis Cilll brav an der Arbeit sind. Das Sonntags-Programm enthält nur MännerdisiipU-nen und zwar: 200 m, 800 m, 9000 m, Weitsprung, Stabhochsprung, Diskus-und Hammerwurf. Meldungen sind bis 19. Juni im Amt Volkbildung, Arbeitsgebiet Sport, absugeben. In der ungariachen Fuflb«lliBeist«r-schalt' wurde die vorletzte Runde gespielt. Sie brachte keine Veränderungen in der Tabelle. Der Meister Csepel führt weiter mit zwei Punkten Vorsprung vor GroOwardein. Wir hören im Rundfunk Freitag, 11. J««l KelclMMBden II—11.30: Soldattii- «ad Hand-warittliadtr. 12.35—12.45: Dir Baricht luf Laita. 15.30—16; Gaburtttalfiandung lAr Otkar von Ptn-dar, Soliilaninutik. 16—17: HiÜcrt OparaUrnmunik. 17.15—18.30: Zait^anAiiiicht Unlcrhaltunt. 18.30 bii 19i Dar Zaitiplcj«!, 1#—l'.tS; Wehrmachlvor-tra|. I'.IS—19.30:' Frontbcrichla, 19.43—20: Dr. Goabbdi-Artikcl »Vom Raden und vom Schwtl-(es«. 20.15—23: $upraii Sonntag, den 20. Juni 1041 WM 30 Uki Im Helmatbundtaal X fUr U Lustspicloperette In drei Akten von Hanl Guste! Kernmayer, Musik von Hani Lang Volksblldungsttitt« CllU. RltlerkreuütrÄger Major LUDWIG BACHMAIER; Erlebnisse an der Ostfront Freitag, den 18. Juni 1943, punkt 20,30 Uhr. 157-6 Wir bitten die Anfangszeit 20.30 Uhr *u beachtenl UNTERSTEIRISCHE LICHTSPIELTHEATER ESPUNAOE MARBURG-DRAU | BURC.IICHTSPIEIE H«utt 18, 111.30. M 4S Uhr 1219 WILLY BIRGEL, LOTTE KOCH VIITOl STAAL In cIhiu Ufd-Pilm Du gehörst zu mir Dor packend« Labentromao fliiBi b«rühml«n Ante», der über »«In« höh« Million. Helfer «Her Menichen zu leln, dtin Ihm nSchiten und llebeten Menichen vergafi. — POr Jegendllche aickt suftiMWI_ Wo IK. Ifl 30, 20.M Uhr So 13.45. 1», IB 30 20.« Uht Symphonie eines Lebens Ein Tobli-Film mit Henny Portea, OImI« Ukln, Herrr Baur, Harald PeuUen, Alberl Floralh, GmU* WaMe«, Julia Serde. — Muilkallecha Geataltung: N«rkerl Schullte. — Dieter Tobli-Film Ist eine Plonlertaf der Tobli auf dem Gebiet de« groBcn deutichan Mutlk-(llma. — Für Jugendliche Bichl luieUeiMl_ Lichispielc Kaliebte, herzensgute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante, Frau Maria Stefanciosa Kantmanns- und Grundbesltrerswltwe, am Mittwoch, den 16. Juni 1943, nach langem, schwerem Leiden, im Alter von 77 Jahren, das arbeitsreiche Leben beendet hat. 4i^R Plorlanl bei Rohitsch, den 16. Juni 1943. Die tleftrauernden Hinterbliebenen. Lederschuhe gegen BeiugachalD II. zu tauschen. Zuschr. unter »37 Vi« an die Verw. 419-14 Tausche fast neuen, tiefen Kinderwagen gegen Sportwagen. Angebote unter »Aufiah-iung 1« an die »Marburger Zeitung«. _420-14 Goldene Herrenuhr samt Kette 'ge^en neue oder gut erhaltene 'Srhreibmasrhine und gegen Wertnusgleich zu tauschen. fiii. geböte unter »Schreibma Bchinec an die »Marburger Zeitung«. __422-14 Schweres Zugpferd gegen leichte Einspännerstute tauscht »Willkommhof«, Wachsenberg. ___^__ 423-14 1 Paar Offlzlerssllelel Nr. 41/ 6^, fast neu, gegen Nr. 40 zu tauschen gesucht. Angebote unter »Nr. 40« an die Verw. des Blattes, 424-14 Schreibmaschine drtnqcndst zu kaufen gesucht. Zuschr, unter Büro Nr. 540« an Ann. Exp. Weller & Co., Wien I., Slnger-straße 2. 156-8 Wir geben die traurige Nachricht, d36 wurde Fritz Zaun auch in der Reichshauptstadt bekannt. Er übernahm das damalige Landcsorchester Berlin, dessen künstlcrisahc (Qualitäten Zaun derart steigerte, daß im Jahre 1939 die Verwaltung der Rcichshaiiptstadt sich entschloß, diesen Klangkörper als Städtisches Orchester zu übernehmen und Generalmusikdirektor Zaun die künstlerische Gcsamtleifung zu übertragen. Besonders hervorzuheben ist Zauns energischer Einsatz für das zeitgenössische Musikschaffen, das er in »einen namhaftesten Vertretern und in der ganzen Vielfalt seiner Anregungen in sorgfältig dtudierten Wiedergaben zu überzeugender Wirkung brachte. Auch im Ausland errang sich Zaun verdiente Erfolge mit Konzerten in Italien, Holland, Belgien. Ungarn und Spanien Auf persönliche Empfehlung von Richard Strauß brachte er des Meisters Oper »Elektra« in Antwerpen zur Erstaufführung und dirigierte dort die überhaupt erste deutsche Aufführung von Pfitzners ■ Palestrina«. Theo Bürde Namen find Bek«nntnitM üblichen alpenlindischwi Benennungen Anzupassen. Seibstversttndlich habe man die vorhandenen deutschen Ortcnamen belassen und nur einige verunstaltete Formen auf die ursprüngliche Form zurückgeführt; etwa Abstail auf Abtstal, Faal auf Fall. Ebenso habe man gewisse Ab-schlelfunqen vorqenoininen, namentlich bei der olt verwirrenden Fülle kirchlicher Bezeichnungen: man habe etwa St. Lorenzen in Lorenzen verwandelt, dagegen St. Peter und St. Veit belassen. Ebenso habe man nicht an Namen gerührt,'die für eingedeutscht gelten könnten, etwa an Windischgraz, Gonobitz oder Schleinitz. Alte deutsche Namen habe man wieder belebt, auch den alten deutschen Burg- Und Herrschaftsnamen wieder zu ihrem Recht verholfen, beispielsweise bei Hartenstein, Erlachstein oder Anderburg. Die Neugestaltung von Ortsnamen habe man zunächst nach deutschen Flur- und Landschaltsbezeichnungen vorgenommen: Amtmannsfeld, Teichwiesen, Steinberg, Drauweiler. Dann habe man die slawischen Namen übersetzt, sowohl die Namen, die dn die Flora anknüpften: Lindenkogel. Birkenbühel, NuBbrunn, wie die Namen, die die Lage der Ortschaft kennzeichneten; Hagau, Hochrain, Au-dorf, wie die Nuraen, die von Tieren herkämen: VVolfsau, Dohlenberg, Wurmau, wie endlich die Namen, die sieb auf den Menschen und seine Tätigkeiten bezögen: Hansdorf, Karlst^l, Gschwend. Oft habe man auch den deutschen Namen dem slawischen angeglichen: Sittersdorf, Rebberg. Vogtau. Nur wo es nicht anders gegangen sei, habe man sich zu vollkommenen Neu- bildungen mtschlossea, eber anch hier dU Namen nicht willkürlich, sondern Immer mit Rücksicht auf die Lage oder q, durfte von der feinen Resonanz des über-akustisrhen Sanles profitieren. Es war beinahe selbstverständlich, dafl auf Händel an diesem Abend Mozarts frühlinrshafte A-dur-Symphonie. K. V 114, folgte, jener erste enhenh?»ft anmutende Freudengepang des jtmtjej» Wolfgang Amade, dem die Welt in den 70er Jahren beincs Jahrhunderts noch buchstäblich voller Geigen hing, ehe er ihr Leid erfahien mußte. Wie geschdflen aber für diesen Abend wirken in ihrem musikalischen Duktus die beiden Schubertlieder für Sopran, die Karl Marx mit ingeniöser Einfühlung fürs Orchester instrumentierte; »Der Wanderer an den Mond«, nach Worten Johann Gabriel Seidls und »Auf dem Wasser zu singen« von Leopold Graf zu Stolberg. Beiden Liedern lieh Hilde Ku-nig ihre lichte, zartschwebende Sopran-stimme. Hier mag ein Wort zur Kunst der Programmgestflltung noch am Platze sein: in dei Vortragsfolge verrät sich allein schon der nachschaffende Künstler. Der starke Stimmungsgeholt dieser Serenade, beruhte zu einem guten Teil auf der, Von tiefster Musikalität zeugenden Vortragsreihe, die Professor Öber-borbeck seinen Hörern vermittelte. Als Ausklang und tis Verbeugung vor dem, vor hundert Jahren geborenen nordischen Meister, Eduard Grieg, hörte man noch die Suite »Aus Holbergs Zeit«, für Streichorchester, Werk 40, das Prof. Oberborbeck in seinfen einzelnen Teilen — Pidlude, Sarabande, Gavotte-Musette, Air, Rigaudon — mit lyrisch knappen Strichen zum Vortrag brachte, als beschaute man zart getönte Kupferstiche der Zeiti ein Lob sowohl zu Ehren des eben jetzt im ganzen deutschen Kulturbereich gefeierten Komponisten wie auch seines Nachgestalters, dessen sub-tille Art der Kleinkunst Griegs auf dem Gebiet dei Orchestermusik ebenso gerecht wurde, wie der tiefen Innerlichkeit Schuberts oder der pathetisch leidenschaftlichen Gebärde Händeis, Der Beifall am Schluß bewies die dankbare Aufnahmebereltschaft aller die gekommen waren. Man vermiß*" den Vollmond und die Arkaden dell' Allios nicht Der edle maßvolle Raum des Rittersaales war ein vollwertiger Ersatz, wie überhaupt die enge Nachbarschaft von Saal und Hof die Serenaden aller Launenhaftigkeit des Wetters überhebt. Der gute Anfang läßt weitere Genüsse anAf ji rf An Karl Hildehrand Maltak Im Winter 1888/89 begegnete ich dem Referendar Dr. Watter Bloera zum ersten Male, als er nach seiner Heimatstadt Elberfeld lurückkehrte, wo setn Vater eine ausgebreitete Anwaltspraxis ausübte. Walter Bloem wurde dann auch Rec^s-anwatt in Barmen. übet »die triviale Miniaturtragödie des Anwalts« ließ er schon wenige Jahre später den Vorhang fallen und setzte sich mit Weib und Kind in die Bahn, um in Berlin sein Glück zu versuchen. Es begann ein »Verzweiflungskampf ums tägliche Brote, Um den Bühnenbetrieb kennen zu lernen, wurde er unbesoldeter Hilfsspielleiter beim Neuen Theater, das seinen »Jubiläumsbrunnen« herausbrachte. Uber dieses und über das Gerechtigkeit imd Gesetz abhandelnde Stück »Es werde Recht«? pfiff der Sturm des Berliner Theaterlebens hinweg. Hingegen erntete sein erster Roman »Drr krasse Fuchs« einen Erfolg, Jedoch von so bescheidener Einbringlichkeit, daß er sich genötigt sah, als Rechtianwalt beim Kammergericht sich eintragen zu lassen. In dieser Not erreichte ihn 1911 der Ruf als mit 3000 Mark Jahresgehalt besoldeter Dramaturg an das H<>fthealer in Stuttgart, den er hocherfreut annahm. Zwei Jahre vorher hatte er an den französischen Haxipimanövern teilnehmen können, die ihm entscheidende Anregungen gegeben hatten, tn Stuttgart entstand »Das eiserne Jahr«. Dessen Bucherfolg und der seiner weiteren Romane vom Siebziger Kriege war so groß, daß er kurz vor dem ersten Weltkriege mir erzählen konnte, diese drei Romane^ hätten ihm eine halbe Million eingebracht. Seine Tätigkeit als Dramaturg und Spielleiter in Stuttgart habe ich In nächster Nähe miterlebt. Ein draufgängerischer Anreger Ist Bloem innerhalb der herkömmlich vorschriftsgetreuen Stuttgarter Spielleitungskörpers gewesen, einreißend und aufbauend. Auch vor manchem tollen Einfall ist er nicht zurückgeschreckt. So hat er bei einer Co-rIoMn-Inszenierung eine ganze Hnmmel-herde über 'die Bühne treiben lassen. Mißhelliqkelten innerjnalb der Intendanz veranlaßten seinen plötzlichen Fortgang kurz vor der Eröffnung der neuen Splel-häuser des Stuttgarter Hoffheaters, für das er »drei Jahre seiner besten, reif» sten Kraft eingesetzt hatte«, wie er in seinem Kriegstagebuche »Vormarsch« schreibt. Kurz darauf brach der erste Weltkrieg aus, der Bloem zur Fahne rief und auf den er innerlich vorbereitet war. In einem Münchener Lazarett beging er seinen 50. Geburtstag. Englische Kugeln hatten Ihm seine dritte, schwere Verwundung beigebracht, als er an der Spitze seines Battaillons vorwärtsstürm-te. »Fast hoffnungslos steif Ist ein Be n ', schrieb er mir damals. Dech die glänzende Kunst der Ärzte machte ihn wieder völlig gehlähig. Die trostlose Zersplitterung innerhalb des Volkes, die Versumpfung in Eigennutz und Genußgiei, die jämmerliche Ideallosigkeit während des Jahrzehnts nach dem Kriege führten Bloem auf die Suche nach allem schmerzlich Im Vater-lande Vermißten. Vor 15 Jahren unternahm er mit seiner zweiten Frau eine Weltreise zum Ausguck bei anderei Völkern nach einer neuen Idee, nacm tragenden Idealen. Und er schrieb eins der für jene Zeit charakteristischen Werke, das sich »Weltgeschichte« nannte. Seine so ziemlich alle wesentlichen Gebiete des öffentlichen Lebens in Asien, Australien und Amerika im Fluge musternden Ausführungen gipfelten in der Überzeugung daß wir Deutschen bewußte, gläutiige, freudig stolze Nationalisten sein müssen, wenn wir uns im Kreise der Völker behaupten wollen. Von den zahlreichen Romanen Bioems, unter denen die »Komödiantinnen« In etwa 300 000 Stücken'verbreitet wurden, entstanden viele nur unter dem Gesichtspunkt praktischer Ausnutzungsmöglichkeit. Es ist bezeichnend für Bioems beflügelte Schaffensfähigkeit, daß er, aus dem Stegreif gestaltend, die Schlachtenszenen seiner in 600 000 Stücken Ini Volk gedrungenen Romandreihelt Tom Siebziger Kriege in den Phonographen hineingesprochen hat. Von seinen letzten Romanen seien »Teutonen«, der twel-bändige George - Washington - Roman, dann der »Volkstribun«, weiter »Paust/ in Monbijou« und endlich die recht 'tr-götzllch erzählte Geschichte von »Paust und Gretchen auf dem Römerberg« genannt. Bloera hat über seine Publikumterfolg* sich dahin geäußert, daß volkstflmllch nur werde, wer volksgemäB sei, vnd volVem''Rig nur schreiben könne, wer volksmäßig lebe. Paul Wtüko Wer hat Material? Gesamtausgabe der Werke Glucks Die in Aussicht genommene kritische Gesamtausgabe der Werke des großen Musikdramatikers Chr. W. Gluck bedingt eine umfassende Bereitstellung des Qucl-lenmaterials. Es ergeht daher an die ori-vatcn Besitzer von zeitgenössischen (aus dem 18. Jahrhundert stammenden) Handschriften Gluckscher Werke sowie Gluckscher Eigenschriften (Autografen) die Bitte, die Manuskripte zwecks fotografischer Reproduktion dem Unternehmen der GUick-Gosamtausgabe zur Verfü(!ung zu stellen. Anfragen und Angebote sind zu richten an das Staatliche Institut filr deutsche Musikforschung. Berlin C 2, Klosterstraße 36, Der Direktor des Kärnlner Gaumuseums und Gaukonservator des Reichs-gnues Kärnten, Dr. phil. habil. Walter Frodl, Ist untei Zuweisung an die Philosophische Fakultät der Universität Graz zum Dozenten für das Fach Kunstgeschichte und Denkmalpflege ernannt worden. Kunstmaler Rudolf Holtschuh ist in Weimar im 78 Lebensjahr verstorben. Eine Arbeitstagung der internationalen KomponlHlenvereinlgung trat im Madrider Konservatorium zusammen. Die Tagung, an der aufler Deutschland die Länder Spanien, Italien, Frankreich, Rum-v nien, Belgien, Schweiz und Slowakei vertreten sind, steht unter dem Vorsitz des Präsidenten Giorgi. Zum Direktor des nationalen Spanischen Rundfunks wurde Jose Antonio Pereze Torreblanca ernannt. Neue Abteilung Im Marbnrgw M»-seum. Neben den beiden bisher der Öffentlichkeit zugänglichen (archlologl-schsn und volkskundlichen) Abteilungen, wird ab Sonntag, den 20. Jünl, auch die naturgeschichtliche Sammlung offen sein. Die neue, vom MuseumsprSparator Fi. Wallner eingerichtete Abteilung enthält eine mineralogische Sammlung unserer Gesteine aus dem Bachem-, Poft-ruck- und Bühelgeblete und eine vollständige Sammlung der gesamten Tierwelt des Draugebietes. Alle drei Abteilungen sind jeden Sonntag von 10—12 Uhr und jeden Donnerstag von 15—17 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Eingang beim Löwentore, Brandisgasse 2. Kroatischer Autor in slowakischer Übersetzung. Auf dem slowakischen Büchermarkt erschien das Buch »Irland« des kroatischen Schriftstellers Dr. Josip Andritsch in der slowakischen Übersetzung von H. Z Cubinka. Die slowakische Presse weist bei der Besprechung des Buches darauf hin, daß das Beispiel Irlands von großer Bedeutung für den slowakischen und kroatischen nationalen Kampl gewesen sei. Tschechische Übersetzung eines ilo» wakischen Rbmanes. Der Roman »Drei kastanienbraune Pferde« von der slowakischen Schriftstellerin Margita Figuli ist vor einiger Zeit in tschechischer üboisetzung erschienen und war ein glänzender Erlolg. Deutsche Bücher aal Französisch. Im Verlag Flammarion-Paris wird In Kürze der Roman »Zwischen den Kriegen« von Hermann Gerstner in der fran-■:ö«ischen Übersetzung von Frau R. J. Lechat erscheinen Der Feldpostabend Von Friedrich Wilhelm Marschner Ursula hat h'nite keine Zeit für mich j>Ich habe lieule nuMuen Feldpostabend!-sagt sie energistli am Fernsprecher. »Feldpostabend? Was ist denn das?« fiage ich erstaunt. »Ja, diis vorstehst du nicht...', will Ursula das Gespräch abschneiden. Mir gelingt es gerade noch, einen Kinobesuch zu vcrcin!)aren, dann knackst die Veibindunq ab. Am nächsten Tag kommt Ursula mit einem dicken Paket zu mir. »Willst du mir sorlteren hellen?" fragt sie schüchtern. Ich denke an Steuer!raqeKogen, an Abstammungsdokumente, an VLihnbriefe. Es stellt sich al er heraus, daß das griefen besteht. »Das hab' ich alles gestern geschrieben'« berichtete Ursula stolz. »Acht Feldpostbriefe mif je acht Durrhschlä-gen! Also 72 Stük und 72 Umschläge!-' Mich beginnt di'^se Leistung zu interessieren, Ich lese von Charkow und von Murmansk, von Kreta und vom Wol-chow, erfahre von geslürm'en Bunkern und verlorengegangenen Kommißsocken, von eingetroffenen und vermißten Paketen. Schließlich sieht irgendwo, rot unterstrichen, der Snfz; »Hoffentlich gibt's bald Urlaub«. Ursulas Gesicht strahlt, als sie auf diese Stelle schaut Meine Freundin hat vier Brüder Im Feld, das wußte ich schon immer. Ich wußte auch, daß sie Briefe schreiben. Jetzt hat mir Ursula aber endlich das Geheimnis ihrer »Feldposlabende« erklärt. »Weißt (Un, begann sie, »Ich habe vier Tanten, zwei Grolirnüfter, drei On* kel und zehn Schulfreunde meiner Brüder mit Feldpostbriefen zu versorgen. Die Originale kommen alle an mich, uiid ich vervielfältige sie eben. Meine Brüder haben weniger zu schreiben draußen im Feld, und ich opfere eben hie und da einen Abend für das Abschreiben. Gestern habe ich vier Stunden lang getippt...« . Wir waren in einer halben Stunde mit dem Kuveitieren der Briefe fertig. Es war eine sehr schöne gemeinsame Tätigkeit. Denn es steckte ja so viel Herzlichkeit, so viel Sehnsucht und so viel Urlaubsvorfreude in den Briefen. Sie sind heute längst hei den vier Tanten, den zwei Großmüttern und den diel Onkeln Die werden sich sicher gefreut haben. Und ich, ich habe mir fest vorgenommen. auch in Zukunft dann und wann auf einen Abend mit Ursula zu verzichten. Aber nur, wenn es ein »Feldpostabend« ist. Die Weinkiste Von Walter Foittlck Die Welnkiste war im Anfang vorigen Jahres bestellt worden und sollte im Frühjahr eintreffen, sie kam infolgedessen im Herbst. Ich bin gar nicht böse darüber, denn wenn sie im Frühjahr angekommen wäre, so hätte ich jetzt keine Welnkiste mehr. Es ist nämlich eine gefüllte Welnkiste, mit Flaschen gefüllt, und In den Flaschen ist französischer Landwein, laut Rechnung. Manchmal träume ich von der Kiste und meine Freunde träumen auch von ihr. Meine Freunde sind Träumer, aber die Wirklichkeit Ist Ihnen noch lieber. Die Kiste steht im Keller. Bisweilen silze Ich auf der Kiste. Das geschieht' immer, wenn Fliegeralarm ist. Dann bin ich dem französischen Landwein sehr nahe, es trennen mich höchstens 6 cm von ihm. Wir sitzen zu mehreren auf der Kiste, aber die anderen — wissen nicht, was sie unter sich haben, und das ist gut so. Vielleicht ist es bekömmlich für franz(isisehen Landwein, wenn man gelegentlich auf Ihm sitzt. Alter Cherry soll immer besser werden, wenn er mehrmals über den Ozean transportiert wird und den Äquator kreuzt. Wer kennt die Bedürfnisse und Eigenheiten französischen Landweins? Vielleicht kommt er zu herrlicher Reife, wenn er besessen wird. Weine können sehr kapriziös sein. Einmal träumte ich wieder von diesem welschen Wein, und da kam mir der gute Gedanke, daß die Kiste womöglich verwechselt worden und daß ger kein Wein drin lel. Vielleicht Ist Mineralwasser drin. Na, und vom Mineralwässer nahm ich ohne weiteres an, daß es nicht g^t sei, wenn man auf Ihm immer brütend sSfle. Man mußte sich also doch des armen Mineralwassers erbarmen, daniit es nicht umkäme und verderbe. Ich sagte das zur Kite, aber sie hat kein Herz für Mineralwasser und meinte, wenn die Kiste erst einmal angebroch'^n sei, dann ginge es ihr wie einem angebrochenen Hundertmarkschein. Dem geht es nicht lange gut. Mich aber dauerte das Mineralwasser, und so nahm Ich eines Tages Hammer und Stemmeisen und Zange, und erbrach die Kiste. Ich hatte unrecht, es war Wein, französischer Landwein. Aber wer weiß, ob «olche Weine Fliegeralarm mögen, er konnte Ja verdorben sein, man mußte Ihn probleren. »Nagle die Kiste gut wieder zu«, hatte mir Käte gesagt, und ich nagelte gut. Ich haflef unrecht, der Wein war vorzüglich. Ich kann jetzt aus eigener Erfahrung empfehlen, man setze sich gelegentlich cir Stündchen auf Kisten mit französischeri Landwein. Die geringe Mühe wird sich lohnen, der Wein baut sich herrlich auf • Oft gehe ich nun in den Keller und arbeite mit Hammer und Zange und Stemmeisen, und jedesmal nagle ich die Kiste wieder ordentlich zu. Mir gelingt's jetzt' schon in zwanzig Minuten. Das sind so kleine Unbequemlichkeiten mit einer guten Welnkiste. Erlebnis auf dem Amazonas Von Karl MaoBner Jan ist wie so mancher Schiffer ein trefflicher Erzähler. Der gruseligen Geschichten weiß er zahllose, aber oft ha ben sie einen etwas sonderbaren Ausgang, Jan ist ein Humorist, den das harte Leben formte, und einem solchen muß man schon einiges ^ zugute halten. Neulich, In einer angeregten Gesell-bchaft erzählte er um Mitternacht die folgende Geschichte: Ein Dampfer schaufelt den Amazonas aufwärts durch endlose Welten und Wasserflächen. Mittagsglut unter dem Sonnenverdeck. Die Passagiere der ersten Klasse — drei Farmer, ein Arzt, ein Lehrer, ein Yankee, eine junge Witwe, ein Pfarrer mit seiner Frau und dem etwa sechsjährigen Söhnchen — eine Gesellschaft, die notgedrungen seit Tagen beisammen sitzt, vertreiben sifh auf alle mögliche Art die Zelt und wä ren redlich froh, wenn sie die unendlich eintönige Reise bald überstanden hätten. Da — ein Hilfeschreil Der Yankee hat sich über die Reling gebeugt und ist Ins Wasser gestürzt, in den gefährlichen Strom' mit seinen tückischen Wirbe'n. Er kommt nicht wieder an die Oberfläche. Ein Boot wird ausgesetzt — nichts mehr zu machen, der Yankee Ist untergegangen. Vielleicht ein Herzschlag meint der Arzt, vielleicht zog ihn ein Wirbel m die "Tiefe. Man fährt welter, nachdem ein Protokoll aufgenommen wurde, das die Augenzeugen unterschrieben haben. Die Stimmung ist noch gedrückter. Die Hitze, dieses Unglück, — die junge Witwe sitzt und weint, Jan hält inne. Man sieht ihn erwartungsvoll an. Man Ist auf weitere sensationelle Ereignisse gefaßt. Jan erzählt welter: Plötzlich ruft in die Stille auf dem Deck das Kind des Pfarrer-Ehepaares mit heller, geheimnisvoll klingender Stimme: »Jetzt sind wir nur noch acht!« Betroffen, verwirrt, entsetzt schaut alles um sich, beginnt zu zählen, kommt aber nicht weiter vor lauter Aufregung. »Nun«, sagt Jan, »raten Sie, meine Herrschaften: warum tat das Kind den geheimnisvollen Ausspruch?« Wir beginnen alle zu grübeln, dann fängt ein Rätselraten an, ein Räubergeschichtenkombinieren, aber niemand kommt auf die Lösung. Jan aber grinst, kichert, lacht schließlich aus vollem Halse lacht, lacht. Schließlich erklärt er atemlos vor Lahen über unsere verdutzten, unmutigen Gesichter: »Höchst einfacM Der Junge konnte eben noch oicbl richtiy zählen!«